Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 135656
Vorher
Jade 1251. GmbH
Eingetragen
26.7.2011
Branche
Herstellung von Geräten und Einrichtungen der TelekommunikationstechnikEinzelhandel mit TelekommunikationsgerätenReparatur und Instandhaltung von Telekommunikationsgeräten
Gegenstand
Die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Netzwerk- und Telekommunikationsausrüstung.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Timothy Santo
seit 11.7.2025
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Guido Brinkmann
seit 10.1.2022
Geschäftsführer
James D. Wilson
seit 26.9.2011
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
ADTRAN International, Inc.USA
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
ADTRAN International, Inc.
United States
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ADTRAN GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

1.1 Bilanz zum 31. Dezember 2023

1.2 Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.3 Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1.4 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1.5 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Bilanz für das zum 31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten Und Werten 118.561,62 407.155,74
2. Entgeltlich erworbene Software 0,00 118.561,62 6.161,78 413.317,52
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 116.421,14 58.599,72
2. Technische Anlagen und Maschinen 648.436,13 935.020,34
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 493.022,73 369.448,90
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 1.257.880,00 192.568,01 1.555.636,97
III. Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 120.292,77 115.610,23
1.496.734,39 2.084.564,72
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 961.204,66 844.371,39
2. Fertige Erzeugnisse 4.968.953,85 5.930.158,51 4.807.582,24 5.651.953,63
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.757.881,15 6.075.254,91
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 25.182.150,01 29.115.192,00
3. Sonstige Vermögensgegenstände 6.321.435,13 41.261.466,29 9.692.302,13 44.882.749,04
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 9.628.436,60 8.452.477,54
56.820.061,40 58.987.180,21
C. Rechnungsabgrenzungsposten 198.472,64 1.069.170,00
58.515.268,43 62.140.914,93

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Gewinnvortrag 15.681.733,85 27.903.698,91
III. Jahresüberschuss (i.Vj. - fehlbetrag) 3.556.956,81 -12.221.965,06
19.263.690,66 15.706.733,85
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 10.141.956,11 11.709.432,11
2. Steuerrückstellungen 322.450,00 697.657,58
3. Sonstige Rückstellungen 2.667.155,63 6.603.796,19
13.131.561,74 19.010.885,88
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.166.188,95 4.910.156,45
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.366.263,50 18.041.990,52
3. Sonstige Verbindlichkeiten 439.893,84 985.090,86
- davon aus Steuern TEUR 0 (i. Vj. TEUR 336) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 428 (i. Vj. TEUR 646) -
22.972.346,29 23.937.237,83
D. Rechnungsabgrenzungsposten 3.147.669,74 3.486.057,37
58.515.268,43 62.140.914,93

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1. Januar - 31. Dezember 2023 1. Januar - 31. Dezember 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 103.644.571,16 90.367.261,15
2. Bestandsveränderung -1.103.246,06 -3.298.994,66
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.409.179,93 2.972.671,23
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebstoffe -50.530.943,45 -44.129.228,71
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -2.698.201,11 -53.229.144,56 -8.562.295,87 -52.691.524,58
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -21.073.631,82 -21.058.438,96
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersvorsorgung und für Unterstützung -4.108.327,24 -25.181.959,06 -4.653.758,57 -25.712.197,53
- davon für Altersversorgung TEUR 1.182 (i. Vj. TEUR 1.728)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen -1.004.961,61 -1.051.377,84
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -22.458.537,96 -19.860.195,08
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.865.183,37 1.231.016,59
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.059.628,00 -5.259.780,76
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -323.889,60 1.082.122,42
11. Ergebnis nach Steuern 3.557.567,61 -12.220.999,06
12. Sonstige Steuern -610,80 -966,00
13. Jahresüberschuss (i. Vj. -fehlbetrag) 3.556.956,81 -12.221.965,06

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

ADTRAN GmbH, Berlin

1. Vorbemerkungen

Die ADTRAN GmbH hat ihren Sitz in Berlin und ist beim Amtsgericht Charlottenburg unter der Nummer HRB 135656 B eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde in Übereinstimmung mit den §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den anwendbaren Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die ADTRAN GmbH ist am Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Jahresabschluss wurde unter Annahme der Unternehmensfortführung (Going Concern) aufgestellt.

2. Veränderung der Darstellung im Vergleich zum Vorjahr sowie Änderung von Vorjahresangaben

Gegenüber dem Jahr 2022 gab es im Berichtsjahr 2023 eine Änderung bei der Ausweisung von Maintenance Aufwendungen. Statt als Materialaufwand wurden diese nun seit März 2023 im Personalaufwand gezeigt. Für 2023 ergibt sich eine Verschiebung von 554.007,06 EUR (i.Vj. 913.103,15 EUR). Der bis Ende März 2023 aufgelaufene Aufwand beträgt 174.495,67 EUR.

3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Immaterielle Vermögensgegenstände

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über die folgenden betrieblichen Nutzungsdauern abgeschrieben:

• Servicekundenbeziehungen: 14 Jahre
• Produktkundenbeziehungen: 12 Jahre
• Wettbewerbsverbotsvertrag: 3 Jahre
• Software: 3 Jahre

Außerplanmäßige Abschreibungen werden angesetzt, soweit eine voraussichtlich dauernde Wertminderung vorliegt.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre betriebliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die ADTRAN GmbH wendet die folgenden Nutzungsdauern an:

• Technische Anlagen/Maschinen: 5-10 Jahre
• Mietereinbauten: 5-10 Jahre
• Computer: 5 Jahre
• Büroausstattung: 3-7 Jahre

Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden angesetzt, soweit eine voraussichtlich dauernde Wertminderung vorliegt.

Vorräte

Die Vorräte beinhalten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie unfertige Erzeugnisse und Waren. Sie werden unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips mit den Anschaffungskosten bewertet. Fertige Erzeugnisse und Waren wurden unter Berücksichtigung des absatzseitigen Niederstwertprinzips zu Anschaffungskosten bewertet. Soweit sich Risiken aus langen Lagerzeiten oder eingeschränkter Nutzbarkeit ergeben, wird diesen durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen. Der Ermessensspielraum bezüglich zukünftiger Bedarfe wurde bei der Bewertung der Vorräte (insbesondere bezogen auf Bestände, die im Jahr 2012 mit übernommen wurden) genutzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden unter Beachtung des Niederstwertprinzips zu ihrem Nennwert bilanziert.

Liquide Mittel

Liquide Mittel beinhalten ausschließlich Bankguthaben. Sie werden zu ihrem Nennwert bilanziert.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die ADTRAN GmbH hat den früheren NSN-Rentenplan im Rahmen der Akquisition übernommen. Er wurde durch eine Geldzahlung zum Übergangsdatum 4. Mai 2012 voll finanziert. Der Plan wurde seitdem geschlossen und Mitarbeiter können nicht neu in den Plan einsteigen. Da zum 31. Dezember 2023 der Wert der Pensionsrückstellung den Wert des zur Deckung der Verbindlichkeit gehaltenen Deckungsvermögens übersteigt, wird die Nettoposition auf der Passivseite der Bilanz als Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ausgewiesen.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Barwertverfahren nach IDW RS HFA 3 unter Berücksichtigung der Richttafeln Heubeck 2018 G und unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 1,83% ermittelt (10-Jahres-Durchschnitt), bei einer nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB vereinfachend angenommenen Restlaufzeit. Bei der Ermittlung der Rückstellungen wurden jährliche Gehaltssteigerungen von 2,25%, Rentensteigerungen von 2,00% und eine industrieübliche Fluktuation unterstellt. Der Zinssatz für den 7-Jahres- Durchschnitt beträgt 1,76%.

Die Auswirkungen aus der Zinssatzänderung werden im Zinsaufwand bzw. im Zinsertrag ausgewiesen. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen, die sich aus den Effekten der Änderung des Diskontierungszinssatzes ergeben, sowie die Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der verrechneten Vermögensgegenstände werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Alle übrigen Komponenten der Pensionsaufwendungen werden im Personalaufwand erfasst.

Rückstellungen

Rückstellungen für Sterbegeldverpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen unter Berücksichtigung der Richttafeln Heubeck 2018 G und unter Zugrundelegung eines Zinssatzes von 1,76% ermittelt (Rechnungszins zum Ende des Geschäftsjahres). Bei der Ermittlung der Rückstellungen wurden jährliche Gehaltssteigerungen von 2,25% und eine industrieübliche Fluktuation unterstellt.

Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen sind in Höhe der gezahlten Sicherheiten als Nettoposition auf der Passivseite ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen decken alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen auf der Grundlage vorsichtiger kaufmännischer Beurteilung ausreichend ab. Sie werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden dabei berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintreten vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden zum durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre, der monatlich von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wird, abgezinst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden nicht abgezinst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

Latente Steuern

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, sowie auf steuerliche Verlustvorträge, mit deren Inanspruchnahme in den nächsten fünf Jahren gerechnet wird. Die Unterschiede ergeben sich insbesondere im Bereich der von der Abstockung in 2012 betroffenen Vermögensgegenstände des immateriellen Vermögens sowie des Sachanlagevermögens, im Bereich des Deckungsvermögens und der Pensionsrückstellungen. Vom Wahlrecht des Ansatzes einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung wird gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht.

In Höhe des die Anschaffungskosten übersteigenden Zeitwerts des Deckungsvermögens besteht eine Ausschüttungssperre.

Umsatzrealisierung

Umsatzerlöse werden realisiert, sobald die Produkte geliefert oder die Dienstleistungen erbracht worden sind, und wenn das Risiko des Verlusts auf den Kunden übergegangen ist.

Fremdwährungsumrechnung

Im Geschäftsjahr in Fremdwährung erfasste Posten werden zum Erfassungszeitpunkt mit dem anwendbaren Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bilanzpositionen werden am Bilanzstichtag wie folgt bewertet:

Langfristige Forderungen in Fremdwährung werden zum originären Einbuchungskurs am Einbuchungsdatum oder ihrem geringeren beizulegenden Wert zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Forderungen in Fremdwährung (mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr) sowie monetäre Vermögensgegenstände in Fremdwährung werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Langfristige Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum originären Einbuchungskurs oder ihrem höheren beizulegenden Wert, dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag, bewertet (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Verbindlichkeiten in Fremdwährung (mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Jahresabschlussdarstellung

4. Erläuterungen zur Bilanz

(a) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen, welcher als Anlage zu diesem Anhang enthalten ist.

(b) Vorräte

Der Bestand der Vorräte beträgt zum Bilanzstichtag 5.930.158,51 EUR (i.Vj.5.651.953,63 EUR) und beinhaltet Roh- und Betriebsstoffe in Höhe von 961.204,66 EUR (i.Vj. 844.371,39 EUR) sowie Fertige Erzeugnisse in Höhe von 4.968.953,85 EUR (i.Vj. 4.807.582,24 EUR).

(c) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte betreffen ausschließlich Produktlieferungen und erbrachte Dienstleistungen.

In Bezug auf einen Kunden besteht seit dem 30. September 2014 eine Factoring- Vereinbarung, nach der die in Rechnung gestellten Forderungen vor Fälligkeit zu einem Zinssatz von 0,55% p.a. über dem fristkongruenten EURIBOR verkauft werden können.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 25.182.150,01 EUR (i.Vj. 29.115.192,00 EUR) betreffen Produktlieferungen und erbrachte Dienstleistungen sowie Intercompany-Verrechnungen. Es bestehen Forderungen gegen den Gesellschafter in Höhe von 10.397.571,61 EUR (i.Vj. 12.115.512,60 EUR) mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Vorauszahlungen an einen Auftragsfertiger (4.083.407,95 EUR; i.Vj. 5.748.797,55 EUR) inländische und ausländische Steuerforderungen (2.225.530,50 EUR; i.Vj. 3.884.022,62 EUR) und Kautionen (11.039,25 EUR; i.Vj. 11.039,25 EUR).

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr Restlaufzeiten bis zu einem Jahr.

(d) Eigenkapital

Die Gesellschaft weist am Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 ein Eigenkapital in Höhe von 19.263.690,66 EUR (i.Vj. 15.706.733,85 EUR) aus. Der Gewinnvortrag beträgt 15.681.733,85 EUR (i.Vj. 27.903.698,91 EUR).

(e) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Verbindlichkeiten aus Pensionsverpflichtungen sind durch Deckungsvermögen gesichert, welches treuhänderisch von der Willis Towers Watson Treuhand GmbH, Reutlingen, gehalten wird. Ein Vermögensverwaltungsvertrag mit der Willis Towers Watson Treuhand GmbH wurde im Jahr 2018 abgeschlossen. Das gesamte Deckungsvermögen wurde in Investmentfonds angelegt.

Der beizulegende Wert des Deckungsvermögens wurde auf Basis von Marktwerten am 31. Dezember 2023 ermittelt. Die Anschaffungskosten betrugen im Jahr 2012 13.787.166,37 EUR. Im Jahr 2018 wurden die meisten Aktien im Depot verkauft und neue Aktien gekauft. Im Jahr 2019 wurden dem Deckungsvermögen weitere 600.000,00 EUR zugefügt. Die Anschaffungskosten 2019 betragen somit insgesamt 21.487.820,35 EUR. Im Jahr 2020 wurden dem Deckungsvermögen weitere Aktien zugefügt. Seitdem wurden keine weiteren Aktien dazugekauft. Die Anschaffungskosten betragen somit insgesamt 21.496.483,30 EUR.

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen -37.352.647,00 -36.106.464,00
Verrechnung des Deckungsvermögens (beizulegender Zeitwert) 27.210.690,89 24.397.031,89
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -10.141.956,11 -11.709.432,11

In Höhe des die Anschaffungskosten übersteigenden Zeitwerts des Deckungsvermögens abzüglich passiver latenter Steuern besteht in Höhe von 3.553.126,53 EUR eine Ausschüttungssperre.

Der Unterschiedsbetrag, der sich aus der Differenz aus dem Ansatz der Rückstellung, abgezinst mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre und dem Ansatz der Rückstellungen, abgezinst mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ergibt, beträgt 353.933,00 EUR (i.Vj. 1.818.701,00 EUR).

(f) Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellung in Höhe von 322.450,00 EUR (i.Vj. 697.657,58 EUR) resultiert aus zu leistenden Quellensteuern in Höhe von 15.300,00 EUR und der Gewerbe- und Körperschaftssteuer für das Jahr 2023 in Höhe von 307.150,00 EUR.

(g) Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten:

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
Ausstehende Rechnungen 209.289,06 3.211.426,90
Überstunden 421.403,63 967.026,38
Gewährleistungen für Produkte/Dienstleistungen 891.353,54 837.623,69
Urlaub 269.462,08 704.084,90
Rechtsstreitigkeiten 0,00 108.800,90
Beratungsleistungen 88.000,00 102.500,00
Mitarbeiterboni 143.372,88 78.212,00
Skonti 14.309,13 50.363,32
Jahresabschlussprüfungskosten 48.000,00 48.000,00
Sterbegeld 29.144,00 31.703,00
Sonstige 552.821,31 464.055,10
2.667.155,63 6.603.796,19

(h) Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betreffen ausschließlich Einkäufe von Lieferanten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten im Wesentlichen Lieferungs- und Leistungsverbindlichkeiten in Höhe von 19.366.263,50 EUR (i.Vj. 18.041.990,52 EUR), davon gegenüber dem Gesellschafter in Höhe von 9.238.182,53 EUR (i.Vj. 10.464.961,89 EUR).

Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen vorrangig Löhne und Gehälter, Steuern und Abgaben sowie Lohnsteuern.

Alle Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr Restlaufzeiten bis zu einem Jahr.

(i) Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen Abgrenzungen für Lizenzen und die Broadcom Chip-Entwicklung, die über 5 Jahre abgeschrieben wird.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen abgegrenzte Umsatzerlöse, welche ratierlich bis Dezember 2023 in die Umsatzerlöse aufgelöst werden.

5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(a) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von 103.644.571,16 EUR (i.Vj. 90.367.261,15 EUR) stammen zu 76,22% aus dem Verkauf von Produkten, zu 7,65% aus erbrachten Serviceleistungen und zu 16,13% aus der Verrechnung von R&D-Leistungen.

Die geographische Aufteilung ergibt sich wie folgt:

2023 2023 2022 2022
EUR % EUR %
Deutschland 70.660.591,35 68,18 68.518.233,39 75,82
EU 4.061.438,03 3,92 1.782.798,54 1,97
Rest der Welt 28.922.541,95 27,90 20.066.229,22 22,21
Summe 103.644.571,33 100,00 90.367.261,15 100,00

Die Umsatzerlöse mit verbundenen Unternehmen betragen 13.177.080,92 EUR (i.Vj. 15.265.234,65 EUR). Zusätzlich wurden R&D-Leistungen gegenüber der Muttergesellschaft in Höhe von 16.722.895,54 EUR (i.Vj. 15.124.162,52 EUR) verrechnet.

(b) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 1.409.179,93 EUR (i.Vj. 2.972.671,23 EUR) enthalten vor allem unrealisierte und realisierte Erträge aus Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von 733.909,31 EUR.

(c) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten u. a. Aufwendungen aus Währungsumrechnungsdifferenzen (1.002.048,32 EUR; i.Vj. 626.875,55 EUR), Fremdleistungen (2.104.433,33 EUR; i.Vj. 2.671.471,27 EUR), Ausgangsfrachten (2.129.870,99 EUR; i.Vj. 1.837.318,69 EUR), Lizenzzahlungen (2.525.174,38 EUR; i.Vj. 1.369.283,07 EUR), Büromiete (2.341.322,20 EUR; i.Vj. 1.734.318,00 EUR), Reisekosten für Arbeitnehmer (371.134,80 EUR; i.Vj. 316.606,49 EUR) und Aufwendungen für Messen (1.044.355,16 EUR; i.Vj. 679.867,05 EUR). Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden auch Zahlungen an Schwestergesellschaften in Höhe von 1.287.825,07 EUR (i.Vj. 1.793.109,94 EUR), die aus den ICTP-Verträgen resultieren, ausgewiesen.

(d) Zinsergebnis

Das Zinsergebnis betrifft vorrangig die Pensionsrückstellung und das zugehörige Deckungsvermögen. Darin sind Zinsaufwendungen aus der Diskontierung der Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.059.628,00 EUR (i.Vj. 5.259.065,00 EUR) sowie Zinserträge in Höhe von 2.813.660,00 EUR (i.Vj. 1.220.701,00 EUR) enthalten. Zusätzlich sind darin die Aufwendungen aus der Abzinsung der Gewährleistungsrückstellung in Höhe von 14.355,00 EUR (i.Vj. 6.496,93 EUR), sowie Zinserträge und Zinsaufwendungen, die sich auf die Zinsen zu betrieblichen Steuern beziehen.

6. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2023 belaufen sich die sonstigen finanziellen Verpflichtungen auf 1.654.141,02 EUR (i.Vj. 3.216.731,94 EUR). Sie betreffen Mietverträge und Operating Leasing Vereinbarungen und fallen zeitlich gestaffelt wie folgt an:

2023
EUR
1 Jahr 1.094.634,59
2-5 Jahre 559.506,43
Gesamt 1.654.141,02

7. Sonstige Angaben

(a) Geschäftsführung

Geschäftsführer sind die Herren:

Guido Brinkmann, Geschäftsführer

Ulrich Dopfer, Geschäftsführer (seit dem 22.03.2024)

Gunnar Wilsdorf, Geschäftsführer (seit dem 17.01.2024)

James D. Wilson, Geschäftsführer

Da die Geschäftsführer James D. Wilson und Ulrich Dopfer keine Geschäftsführerbezüge von der Gesellschaft erhalten haben, wird für Herrn Brinkmann und Herrn Wilsdorf von der Schutzklausel nach § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht und die Angabe der Geschäftsführungsbezüge unterlassen.

(b) Mitarbeitende

Die ADTRAN GmbH hatte im Geschäftsjahr durchschnittlich 216,50 (i.Vj. 217,75) Mitarbeitende, davon tariflich 168,71 (i.Vj. 169,69) und außertariflich 47,79 (i.Vj. 48,06).

(c) Wirtschaftsprüferhonorare

Das im Geschäftsjahr 2023 berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers betrug 50.760,00 EUR, das in Höhe von 46.960,00 EUR auf Abschlussprüfungsleistungen und in Höhe von 3.800,00 EUR auf sonstige Bestätigungsleistungen entfällt.

(d) Konzernzugehörigkeit

Die ADTRAN GmbH ist ein 100%iges Tochterunternehmen der ADTRAN International, Inc., Huntsville/Alabama, USA. Der Jahresabschluss der ADTRAN GmbH wird in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 der obersten Konzernmutter, ADTRAN Holdings, Inc., USA, einbezogen. Die ADTRAN Holdings, Inc. ist eine börsennotierte Gesellschaft und ihr Konzernabschluss ist unter http://www.SEC.gov öffentlich zugänglich.

(e) Während des Geschäftsjahres erfolgte Änderungen

Während des Geschäftsjahres erfolgten keine Änderungen.

(f) Vorschlag zur Ergebnisverwendung

Wir schlagen der Gesellschafterversammlung vor, den zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Jahresüberschuss in Höhe von 3.556.956,81 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

(g) Nachtragsbericht

Im Januar des Geschäftsjahres 2024 wurde beschlossen, den Standort Greifswald aufzulösen. Einem Teil der Belegschaft wurde der Übergang in eine neugegründete GmbH (ADTRAN Technology GmbH) angeboten. Zudem gab es die Option für einige Beschäftigte sich and den Standort Berlin versetzen zu lassen. In Zusammenarbeit mit dem Gesamtbetriebsrat wurden ein Interessenausgleich und Sozialplan erstellt, der unter anderem die Einrichtung einer Transfergesellschaft beinhaltet. Die Maßnahmen sind noch nicht abgeschlossen, aber es ist abzusehen, dass über 60 Beschäftigte die ADTRAN GmbH verlassen werden. Die damit verbundenen Kosten werden das Ergebnis im Jahr 2024 stark belasten, so dass von einem hohen Jahresfehlbetrag auszugehen ist.

 

Berlin, den 30. September 2024

Guido Brinkmann

Ulrich Dopfer

Gunnar Wilsdorf

James D. Wilson, Jr.

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.558.434,69 0,00 0,00 0,00 5.558.434,69
2. Entgeltlich erworbene Software 730.867,46 0,00 0,00 0,00 730.867,46
6.289.302,15 0,00 0,00 0,00 6.289.302,15
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 563.379,38 0,00 367.982,80 0,00 931.362,18
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.676.002,60 323.964,09 -367.982,80 80.164,16 6.551.819,73
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.440.688,06 130.941,36 169.537,54 1.702,03 3.739.464,93
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 192.568,01 0,00 -169.537,54 23.030,47 0,00
10.192.380,25 454.905,45 0,00 104.896,66 11.222.646,84
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 115.610,23 4.682,54 0,00 0,00 120.292,77
110.435,68 4.682,54 0,00 0,00 120.292,77
16.592.118,08 459.587,99 0,00 104.896,66 17.632.241,76
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 Abschreibungen des Geschäftsjahres Umbuchungen Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.151.278,95 288.594,12 0,00 0,00 5.439.873,07
2. Entgeltlich erworbene Software 724.705,68 6.161,78 0,00 0,00 730.867,46
5.875.984,63 294.755,90 0,00 0,00 6.170.740,53
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 504.779,66 310.161,38 0,00 0,00 814.941,04
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.740.982,26 223.139,26 0,00 60.737,92 5.903.383,60
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.071.239,16 176.905,07 0,00 1.702,03 3.246.442,20
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
9.317.001,08 710.205,71 0,00 62.439,95 9.964.766,84
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
15.192.985,71 1.004.961,61 0,00 62.439,95 16.135.507,37
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 118.561,62 407.155,74
2. Entgeltlich erworbene Software 0,00 6.161,78
118.561,62 413.317,52
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 116.421,14 58.599,72
2. Technische Anlagen und Maschinen 648.436,13 935.020,34
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 493.022,73 369.448,90
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 192.568,01
1.257.880,00 1.555.636,97
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 120.292,77 115.610,23
120.292,77 115.610,23
1.496.734,39 2.084.564,72

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023

ADTRAN GmbH, Berlin

I. Grundlagen

1. Geschäftsmodell

Mit der Übernahme der Anteilsmehrheit an der ADVA Optical Networks SE (mittlerweile "ADTRAN Networks SE", im folgenden "ADVA") hat sich die Konzernstruktur verändert. Es wurde eine neue Konzernobergesellschaft, die ADTRAN Holdings, Inc., gegründet, der nun die bisherige Konzernobergesellschaft ADTRAN, Inc. untergeordnet ist.

Der Hauptsitz der ADTRAN GmbH ist in Berlin.

Durch die Übernahme von ADVA ergab sich die Möglichkeit, Standorte in Deutschland zu konsolidieren. Zudem wurde der durch eine umfassende Home- Office-Regelung stark gesunkene Büroflächenbedarf berücksichtigt.

Das Unternehmen verfügte zum 31. Dezember 2023 über Niederlassungen in den folgenden Städten:

Berlin

München

Greifswald

Tunis, Tunesien

Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens sind Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Hard- und Software für Telekommunikationsnetze sowie das Angebot entsprechender Service-/Dienstleistungen.

Die Untergliederung des Geschäfts in zwei Segmente "Network Solutions" und "Services & Support" wurde beibehalten, jedoch unterteilen sich beide Segmente nun in drei Kategorien:

Subscriber Solutions

Access & Aggregation Solutions

Optical Networking Solutions.

Network Solutions umfasst die gesamte Produktpalette, die sich in drei Produktsegmente aufteilt, einschließlich "Access & Aggregation Solutions", "Subscriber Solutions" und "Optical Networking Solutions".

Kommunikationsdienstleister (Carrier) nutzen die Produkte der Segmente "Access & Aggregation Solution" und "Subscriber Solutions" sowohl zur Bereitstellung von Daten-, Sprach- und Videodiensten für die eigenen Endkunden (Privat- und Geschäftskunden) als auch zur Bereitstellung von Netzinfrastruktur zur Vermietung an andere Kommunikationsdienstleister (Wholesale).

Access & Aggregation Produkte werden in Central Offices bzw. Kabelverzweigern der Carrier installiert und stellen die technischen Lösungen für die Versorgung mit Telekommunikations-Dienstleistungen über Kupfer- und Glasfaser-Leitungen bereit.

Das Produktsegment Subscriber Solutions fokussiert sich mit seinen Produkten im Wesentlichen auf die Endkundengeräte, sowohl für den Privatkunden- (Residential Solutions) als auch für den Geschäftskundebereich (Business Solutions). Als Zugangstechnologien für die Endgeräte im Heim- bzw. Firmennetz kommen sowohl kupferbasierte (z.B. G.fast) als auch optische (z.B. GPON oder XGS-PON) sowie drahtlose (z.B. WiFi oder LoRaWAN) Schnittstellen und Übertragungsverfahren zum Einsatz, die die entsprechenden Endgeräte mit dem Carrier-Netzwerk verbinden.

Die ADTRAN GmbH bietet im Bereich Access & Aggregation vielfältige Lösungen für Fiber to the Curb, Fiber to the Building und Fiber to the Home Netzszenarien an. Für diese Szenarien werden unterschiedliche Produkte eingesetzt, namentlich aus den hiX und SDX-Portfoliobereichen. Zum Kundenstamm zählen u.a. Kunden in Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie im asiatisch-pazifischen Raum. Mit diesen innovativen technischen Lösungen werden insbesondere Breitbandverbindungen über Kupfer- und Glasfaserleitungen für fortschrittliche Dienste im Bereich Internet-Zugang, Datenübertragung und Sprachkommunikation bereitgestellt.

Zusammen mit diesen Netzelementen bietet die ADTRAN GmbH passende Network Management Systeme an, die den Kommunikationsdienstleistern den Betrieb ihrer Netze (Konfiguration, Überwachung, Fehlermanagement usw.) ermöglichen. Eine neue Generation innovativer Managementsysteme unterstützt eine weitgehende Automatisierung des Netzbetriebes und erlaubt es darüber hinaus, auch Endkunden und deren Dienste automatisiert zu verwalten. Abhängig von den spezifischen Kundenanforderungen werden dabei unterschiedliche Lösungskonzepte und Produkte wie z.B. ACI-E oder Mosaic Cloud Platform eingesetzt.

Bei den Optical Networking Solutions handelt es sich um Lösungen, die aus dem ADVA-Portfolio stammen. Die Produkte umfassen im Wesentlichen Transportmultiplexer mit verschiedensten steckbaren Modulen, die alle gängigen Transportapplikationen der Carrier-Kunden abdecken (z.B. Short Haul, Metro und Long Haul Transmission Technologien).

Neben dem Produktgeschäft hat es sich die ADTRAN-Gruppe zum Ziel gesetzt, ihr Servicegeschäft deutlich auszubauen. Dabei geht es nicht nur um den Abschluss zusätzlicher Wartungsverträge, sondern auch um die Erbringung von Serviceleistungen im Projektgeschäft, z. B. Projektsteuerung.

2. Qualitäts- und Umwelt-Management

Die veränderte Konzernstruktur hat ebenfalls Auswirkung auf das Qualitäts- und Umweltmanagement. Alle Aktivitäten werden konzernweit nun von einer Corporate Qualitätsabteilung betreut. Die Struktur sieht wie folgt aus:

Adtran Management System (AMS)

Customer Experience & Continuous Improvement

Data Analytics & Applications

Enterprise Risk Management (ERM)

Environmental, Social and Corporate Governance (ESG)

Product Quality

Supplier Quality

Der Bereich ERM wird schwerpunktmäßig aus der GmbH heraus betreut, weitere Mitarbeiter der GmbH Quality sind den anderen Bereichen zugeordnet.

Schwerpunt im Jahr 2023 ist die Harmonisierung der Management Systeme und die Integration der Aktivitäten.

Im Rahmen der regelmäßigen externen Audits wurde das IT Security Management System der GmbH-Standorte Berlin und Greifswald 2023 erfolgreich auditiert, ebenso das Umwelt-Management System des Standortes Greifswald.

Das CDP-Reporting erfolgte im Jahr 2023 noch getrennt für die Adtran Inc. und die Adtran Networks SE, jedoch wurden gemeinsame Ziele für die Reduktion des CO 2 -Austoßes der gesamten Adtran Holdings INC. bei der Science Based Target Initiative (SBTI) zur Validierung eingereicht.

3. Forschung und Entwicklung

Die ADTRAN GmbH verfügt über eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, in denen zum 31. Dezember 2023 145 (i.Vj. 142) Mitarbeiter angestellt waren. Für Forschung und Entwicklung wurden im Geschäftsjahr 2023 Aufwendungen in Höhe von 20.101.457 EUR (i.Vj. 18.532.246 EUR) getätigt. Hiervon entfielen 14.629.994 EUR (i.Vj. 14.548.946 EUR) auf Personalaufwand. 5.471.463 EUR (i.Vj. 3.983.300 EUR) wurden für andere Zwecke aufgewendet. Der 2016 eingeführte Verrechnungsprozess von FuE-Aufwendung an die ADTRAN, Inc., basierend auf der Erbringung von Entwicklungsleistungen für global vertriebene Produkte wurde 2023 beibehalten. In Summe wurden 2023 entsprechend 14.629.994 EUR von den Gesamtaufwendungen i.H.v. 20.101.457 EUR in Rechnung gestellt und als Umsatz der ADTRAN GmbH ausgewiesen. Aufwendungen für Dritte sind nur in einem unwesentlichen Umfang angefallen und werden daher nicht getrennt ausgewiesen.

Im Jahr 2023 lag der maßgebliche Anteil an Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf der Entwicklung neuer, fiberoptischer Produkte (sowohl OLT - Optical Line Termination als auch ONT - Optical Network Termination). Ebenso wurde das dazugehörige Management Systeme um Funktionen zur Bedienbarkeit dieser neuen Produkte erweitert.

Die Geschäfte mit den G.fast-Produkten, die Gigabit/s-Services auf den Anschluss- Leitungen der Endkunden bereitstellen, konnten im Jahr 2023 auf niedrigem Niveau fortgesetzt werden. Das Liefergeschäft mit DSL-Vectoring-Produkten hingegen befindet sich inzwischen im Maintenance-Mode.

Das Jahr 2023 war gekennzeichnet durch einen weiter verstärkten Trend hin zu Fiberto-the-Home Netzwerkszenarien mit Gigabit/s-Services zum Endkunden und einer zunehmenden Abkehr vom Aufbau von klassischen, kupferbasierten Zugangstechnologien.

Die in den vergangenen Jahren begonnenen und sich in 2023 verstärkenden Standardisierungsaktivitäten liegen im fiberoptischen Technologiesektor.

Insbesondere Aktivitäten im passiven optischen Netzwerkbereich mit Nutzgeschwindigkeiten ab 50 Gbit/s bzw. 100Gbit/s bestimmen den Fokus der PON- Standardisierung.

Die aktuellen, sich im Liefergeschäft befindlichen Technologien im Bereich der optischen Zugangsnetze stellen die Gigabit-capable Passive Optical Networks (GPON) und XGS-PON dar. Diese erreichen Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s zum Nutzer und bis zu 10 Gbit/s in Richtung Netz. Das Jahr 2023 war gekennzeichnet durch Lieferungen der obengenannten neuen fiberoptischen Produkte, bestehend aus OLT - Optical Line Termination und ONT - Optical Network Termination.

Die Telekommunikationsindustrie befindet sich nach wie vor in einer Übergangsphase. Der Weg führt vom klassischen Hardwaregeschäft hin zu flexiblen, Software-basierten Lösungen mit offenen Schnittstellen. Das Besondere dieses Industrietrends ist die Nutzung der Infrastruktur von Datenzentren und die Möglichkeit, dort Services zu virtualisieren und sehr flexibel dem aktuellen Bedarf anzupassen.

Web-Scale-Firmen nutzen entsprechende Cloud-Infrastrukturen, die jetzt den Einzug in Telekommunikationsnetze finden.

Entsprechende Produkte, bestehend aus ADTRAN-Eigenentwicklungen und Open- Source-Komponenten, befinden sich bei Netzbetreibern im Einsatz bzw. sind in der Pilotierung. Diese als "Software Defined Networking" (SDN) und "Network Functions Virtualization" (NFV) bezeichneten Lösungsansätze werden in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen und fortschreitend mit Methoden des maschinellen Lernens bzw. mit künstlicher Intelligenz kombiniert und erweitert.

Zudem gewinnt das Thema "Resilienz und Produktsicherheit" im Telekommunikationssektor immer weiter an Bedeutung hinzu. In diesem Zusammenhang nimmt die Adtran GmbH als Konsortiums-Mitglied am geförderten Projekt "FRONTRUNNER" teil, dass die Erhöhung der Resilienz und Robustheit der optischen Zugangsnetze bzw. der Heimnetzwerke zum Forschungsgegenstand hat.

4. Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Die ADTRAN GmbH ist in die übergreifende Steuerung der ADTRAN, Inc. nach US- GAAP einbezogen. Sie wird jedoch nicht individuell, sondern als Teil der weit gefassten Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika betrachtet. Daher stellen wir in unserer Analyse im Lagebericht auf die finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse und Ergebnis vor Steuern nach HGB ab.

Als nicht-finanzieller Leistungsindikator wird im Rahmen der internen Steuerung die Mitarbeiterfluktuation überwacht.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die ADTRAN GmbH ist vorrangig in Deutschland tätig. Die ADTRAN-Gruppe verfügt über zahlreiche weitere Geschäftseinheiten in anderen Ländern, sowohl in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA-Staaten) als auch in Asien und Südamerika. Diesen Partnergesellschaften stellt die ADTRAN GmbH ihre Produkte ebenfalls unmittelbar zum Weiterverkauf an deren Kunden zur Verfügung.

Um Kosten zu senken und damit die Bruttogewinnspannen zu erhöhen sowie um sich von der Konkurrenz abzuheben, fokussiert sich die ADTRAN GmbH auf die zügige Markteinführung qualitativ hochwertiger Produkte, wobei zum einen die Kunden und zum anderen die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen im Mittelpunkt stehen.

Darüber hinaus ist das Management der ADTRAN GmbH in Projekten zur Reduzierung der Komplexität der Gruppenstruktur involviert und an vielfältigen Maßnahmen zur Erzielung von Merger-getriebenen Synergien beteiligt.

Der Breitband-Markt hat in den letzten Jahren insgesamt einen Umschwung von kupferbasierter Technik (DSLAM) hin zu passiver, glasfaserbasierter Technik (PON) erfahren. Darüber hinaus gibt es Bestrebungen der Politik, kritische Elemente der Infrastruktur (in diesem Fall der Kommunikationsinfrastruktur) vor dem Zugriff durch Drittstaaten besser zu schützen, indem Netzelemente und Software von Anbietern aus diesen Staaten ("Hochrisikoanbieter") nicht oder nur eingeschränkt zum Einsatz kommen bzw. ersetzt werden müssen. Adtran wird als einer der Hauptnutznießer des Wechsels weg von Hochrisikoanbietern in ganz Europa angesehen. Obwohl sich die Service-Provider noch in den frühen Phasen dieses Übergangs befinden, hat ADTRAN bereits den zweiten Platz bei den Lieferungen von 10-Gigabit- Glasfaserzugangsplattformen in der EMEA-Region erreicht und z.B. Huawei in dieser Region überholt.

Der Bandbreitenbedarf - und damit der Bedarf an den Produkten der ADTRAN GmbH - wird überwiegend vom Verhalten der Endkunden bestimmt. Durch die Einführung und kontinuierliche Verbesserung von Endgeräten wie z. B. TV mit 4K UHD und Anwendungen für Videokonferenzen und Virtuellen Realität sowie die steigende Nachfrage nach Leistungen in den Bereichen Video-On-Demand und Cloud-Datenspeicherung werden immer höhere Bandbreiten erforderlich, um ein hochwertiges Benutzererlebnis zu ermöglichen.

Seit einiger Zeit besteht bei den Nutzern auch der Wunsch nach sogenannten Smart Home Diensten, mit denen sich z. B. Alarmanlagen, Heizungen oder Türschließanlagen auch in häuslicher Abwesenheit steuern lassen. Diese Dienste erfordern wiederum eine ausreichende und permanente Anbindung der Geräte an das Internet und zu den Cloud-basierten Diensten der Serviceanbieter über das Festnetz.

Darüber hinaus hat die COVID-19 Pandemie als Folge von landesweiten Einschränkungen im öffentlichen Leben seit dem Jahr 2020 nochmals zu einem sprunghaften Anstieg der Internetdienste mit entsprechend erhöhter Auslastung der Festnetze geführt. Netzbetreiber verzeichneten in Spitzenzeiten einen zusätzlichen Bandbreitenbedarf von 50% und mehr sowie eine durchweg stärkere Auslastung der Zugangsnetze über den gesamten Tagesverlauf. Es zeigt sich, dass auch nach dem Ende der Pandemiemaßnahmen der Bandbreitenbedarf kontinuierlich weiter ansteigt.

OpenVault berichtet beispielsweise, dass im Dezember 2022 der Spitzenbedarf der Haushalte an Bandbreite pro Stunde nochmals um 18% über den Werten von 2021 lag .

Das Arbeiten im Home Office hat auch im Jahre 2023 eine hohe Akzeptanz behalten. Kommunikationsnetzbetreiber haben als Reaktion auf diesen zusätzlichen Bedarf den Ausbau und die Erweiterung ihrer Netze insbesondere mit Technologien auf Basis von Glasfaserleitungen vorgezogen und intensiviert. Dabei findet derzeit auch ein Technologiewechsel von GPON hinzu zu XGS-PON Lösungen statt, da letztere mit Bandbreiten bis zu 10 Gigabit pro Faser den erhöhten Bandbreitenbedarf für einen wesentlich längeren Zeitraum sicherstellen können.

In den Märkten von Europa und Nordamerika bestehen weiterhin verschiedene Förderprogramme (in Deutschland z.B. das Bundesförderprogramm Breitband der Bundesregierung, in den USA z. B. ACP = Affordable Connectivity Program, RDOF = Rural Digital Opportunity Fund bzw. BEAD = Broadband Equity, Access, and Deployment Program oder in der EU CEF = Connecting Europe Facility), mit dem Ziel, allen Einwohnern und Haushalten eine Mindest-Bandbreite und Servicequalität für die Internetanbindung zur Verfügung zu stellen und damit die Teilhabe an den digitalen Aspekten der Gesellschaft zu ermöglichen.

Mit unseren Produkten und Lösungen können Kommunikationsdienstleister diese geforderten Bandbreiten bereitstellen und dem Trend hin zu Gigabit und Smart Home Diensten im Festnetz über verschiedene Technologien erfolgreich begegnen.

Die Stärken des Unternehmens sind weiterhin die Nähe zu seinen Kunden sowie die Kompetenz im technischen Bereich. Durch die Pflege enger und erfolgreicher Kundenbeziehungen ist es möglich, Kunden kontinuierlich neue Produkte anzubieten.

Die ADTRAN GmbH verfügt über hochqualifizierte Mitarbeiter, deren umfassende technische Kompetenz den Kunden zugutekommt. Auf dieser soliden Grundlage kann die Geschäftstätigkeit der ADTRAN GmbH auch zukünftig gestärkt und ausgebaut werden.

2. Lage der Gesellschaft

Ertragslage

Für das Jahr 2023 wurden Umsatzerlöse in Höhe von 103.644.571 EUR (i.Vj. 90.367.261 EUR) verzeichnet. Wie bereits im Vorjahr werden die Umsatzerlöse mit Schwesterunternehmen bezüglich der Weiterverrechnung von Serviceleistungen als Umsatz anstatt als sonstiger betrieblicher Ertrag ausgewiesen. Zudem wird auch der Raw Material Verkauf in Ungarn wieder als Umsatz klassifiziert. Der daraus resultierende Umsatz verringerte sich auf EUR 337.159 (i.Vj. EUR 445.233), was vor allem auf einen Rückgang der Produktionsmenge zurückzuführen ist. Ein, im Vergleich zum Vorjahr, größerer Anteil der verkauften Produkte wurde von der Muttergesellschaft in den USA gefertigt. Ebenso ist der Umsatz mit verbundenen Unternehmen auf EUR 13.177.081 (i.Vj. EUR 16.003.990) gefallen. Rückgänge waren in allen Ländern zu verzeichnen.

Die Erbringung von FuE-Leistungen für die ADTRAN, Inc., und die damit verbundene Verrechnung dieser Leistungen an die Muttergesellschaft ist gegenüber dem Vorjahr leicht auf 16.722.896 EUR (i.Vj. 15.124.163 EUR) gestiegen. Der Anstieg beruht im Wesentlichen darauf, dass sich der Anteil an den Gesamt-R&D-Leistungen, der sich nicht auf Legacy-Produkte bezieht und damit in Rechnung gestellt werden kann, vergrößert hat.

Die Umsatzerlöse für 2023 haben damit unsere Prognose leicht übertroffen.

Die Materialaufwendungen beliefen sich auf 53.229.145 EUR (i.Vj. 52.691.525 EUR), was einer Materialaufwandsquote (Materialaufwendungen/Umsatzerlöse) von 51,36% (i.Vj. 58,37%) entspricht. Der Rückgang resultiert überwiegend aus den sich, im Vergleich zum Vor-Pandemie-Zeitraum, normalisierenden Einkaufspreisen. Die seit dem vierten Quartal 2021 eingeführte Umlage von Operations-Aufwänden der ADTRAN, Inc., an die ADTRAN GmbH besteht fort. Hierbei handelt es sich um Aufwände, die ausschließlich durch die Steuerung der Fertigung für durch die ADTRAN GmbH vertriebene Produkte entstehen.

Im Jahr 2023 betrugen die Aufwendungen für angestelltes Personal 25.181.959 EUR (i.Vj. 25.712.198 EUR), was einer Personalaufwandsquote (Personalaufwand/ Umsatzerlöse) von 24,30% (i.Vj. 28,45%) entspricht. Der leichte absolute Rückgang ist im Wesentlichen durch rückläufige Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung verursacht worden. Der Anstieg der Umsatzerlöse hat zu einer deutlichen Verbesserung der Quote geführt

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen für 2023 beliefen sich auf 1.004.962 EUR (i.Vj. 1.051.378 EUR), wobei keine außerplanmäßigen Wertminderungen berücksichtigt werden mussten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 22.458.538 EUR (i.Vj. 19.872.588 EUR) und bestanden hauptsächlich aus Weiterbelastungen von Schwestergesellschaften, aus beauftragten Dienstleistungen, Raummieten, Reise- und Transportkosten sowie Wechselkursdifferenzen. Der Anstieg resultiert vor allem aus einem Anstieg der Marketingkosten, da eine Teilnahme an Messen und anderen Veranstaltungen wieder möglich geworden ist und erhöhten Weiterbelastungen von Schwestergesellschaften.

Das Finanzergebnis hat sich von -4.028.264 EUR auf 1.805.555 deutlich verbessert. Gegenüber dem Vorjahr wurde das Finanzergebnis wesentlich durch zurückgegangene Zinsaufwendungen aus Pensionsrückstellungen in Höhe von insgesamt 1.059.628 entlastet. Diese hatten im Geschäftsjahr 2022 noch 5.259.065 EUR betragen. Zusätzlich trägt ein gestiegener Zinsertrag aus Pensionsrückstellungen von 2.831.660 EUR (i.Vj. 1.220.701 EUR) zur Erhöhung des Finanzergebnisses bei.

Das Ergebnis vor Steuern hat sich gegenüber dem Vorjahr 2022 deutlich verbessert und liegt mit 3.881.457 EUR (i.Vj. -13.303.121 EUR) deutlich über dem Erwartungswert für das Ergebnis vor Steuern. Darin sind Lizenzzahlungen von 2.582.104 EUR (i.Vj. 1.054.933 EUR) an die ADTRAN, Inc., enthalten, die 2023 für den Verkauf von Produkten gezahlt wurden, deren Intellectual Property Rights (IPR) von der ADTRAN, Inc., gehalten werden.

Im Geschäftsjahr 2023 ergibt sich ein Steueraufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung von 323.890 EUR (i.Vj. Steuerertrag von 1.082.122 EUR).

Insgesamt hat sich hieraus ein Jahresüberschuss von 3.556.957 EUR (i.Vj. Jahresfehlbetrag von 12.221.965 EUR) ergeben.

Vermögenslage

Insgesamt ist die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 3.625.646 EUR gesunken, was auf der Aktivseite insbesondere durch den Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 3.933.042 EUR und der sonstigen Vermögensgegenstände um 3.370.867 EUR zurückzuführen ist. Kompensiert wird dieser Effekt zum Teil durch den Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 3.682.626 EUR.

Die Aktivseite der Bilanz ist weiterhin im Wesentlichen geprägt durch einen sehr hohen Bestand an Umlaufvermögen (97,10%; i.Vj. 94,92%). Das Anlagevermögen beträgt lediglich 2,56% (i.Vj. 3,35%) der Bilanzsumme, worin die immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von 118.562 EUR (i.Vj. 413.318 EUR) und die Sachanlagen in Höhe von 1.257.880 EUR (i.Vj. 1.555.637 EUR) enthalten sind.

Der Rückgang des Anlagevermögens resultiert aus fortgeführten planmäßigen Abschreibungen, welche die Zugänge im Jahr 2023 überstiegen haben.

Auf der Passivseite der Bilanz ist das Eigenkapital von 15.706.734 EUR wieder leicht auf 19.263.691 EUR gestiegen. Demgegenüber sind die sonstigen Rückstellungen von 6.603.796 EUR auf 2.667.156 EUR gesunken. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind ebenfalls von 4.910.156 EUR auf 3.166.189 EUR reduziert.

Darüber hinaus gab es leichte Reduktionen bei den Rückstellungen für Pensionen, den Steuerrückstellungen und bei den sonstigen Verbindlichkeiten.

Wie auch im Geschäftsjahr 2022 hat die ADTRAN im Jahr 2023 GmbH keine Gewinnausschüttung an die Muttergesellschaft ADTRAN, Inc. vorgenommen.

Die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag verbessert sich dadurch leicht auf 32,92% (i.Vj. 25,28%).

Die Steuerrückstellungen haben sich von 697.658 EUR auf 322.450 EUR verringert. Neben den Rückstellungen für die Körperschafts- und Gewerbesteuer für das Jahr 2023 ist darin die Quellensteuerrückstellung in Höhe von 15.300 EUR für die Zahlung in Saudi-Arabien enthalten, die im Jahr 2024 getätigt wird.

Weiterhin werden zum Bilanzstichtag Verbindlichkeiten in Höhe von 39,26% (i.Vj. 38,52%) der Bilanzsumme ausgewiesen. Der leichte Anstieg ist besonders auf die Verringerung der Bilanzsumme zurückzuführen, da sich auch die Verbindlichkeiten von 23.934.591 EUR auf 22.972.346 EUR verringert haben.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten (hauptsächlich Erlösabgrenzungen) von 3.147.670 EUR verbleibt auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (i.Vj. 3.486.057 EUR).

Finanzlage

Insgesamt ergab sich für das Jahr 2023 ein positiver operativer Cashflow von 1.530.650 EUR. Der investive Cashflow betrug -354.691 EUR und der finanzielle Cashflow 0 EUR.

Die verfügbare Liquidität hat sich gegenüber dem Vorjahr nur leicht verändert. Die Barmittel sind zum 31. Dezember 2023 um 1.175.959 EUR auf 9.628.437 EUR (i.Vj. 8.452.478 EUR) gestiegen.

Im Geschäftsjahr 2023 wurden Investitionen ins Anlagevermögen der Gesellschaft in Höhe von 459.588 EUR (i.Vj. 687.228 EUR) durchgeführt, die hauptsächlich das Sachanlagevermögen betrafen (454.905 EUR).

Zum 31. Dezember 2023 bestanden keine wesentlichen Verpflichtungen im Zusammenhang mit zukünftigem Investitionsaufwand.

Insgesamt ist das Geschäftsjahr 2023 aus Sicht der Geschäftsführung nur eingeschränkt wie prognostiziert verlaufen. Wie prognostiziert konnte der Umsatz erhöht werden, erfreulicherweise waren die Effekte durch rückläufige Einkaufspreise und Beschaffungskosten deutlicher wirksam, so dass bereits im Geschäftsjahr 2023 eine Rückkehr in die Gewinnzone möglich war. In der letztjährigen Prognose war noch erwartet worden, erst 2024 wieder ein positives Ergebnis ausweisen zu können.

Mitarbeiter

Im Jahr 2023 beschäftigte die ADTRAN GmbH durchschnittlich 222 (i.Vj. 220) aktiv tätige Mitarbeiter.

Da qualifiziertes Personal einer der Grundpfeiler des Geschäftsmodells der ADTRAN GmbH ist, liegt der Fokus darauf, das technische und das Führungspersonal zu binden und den Mitarbeitern eine Weiterentwicklung zu ermöglichen. In diesem Sinne bietet die ADTRAN GmbH kontinuierlich Weiterbildungsmöglichkeiten an. Die Gehälter unserer Mitarbeiter entsprechen den jeweils vor Ort geltenden Tarifverträgen und auch außertariflichen Mitarbeitern werden wettbewerbsfähige Löhne gezahlt.

Dem gegenüber stehen gruppenweite Budgetvorgaben, die es voraussichtlich unvermeidbar machen werden, im Geschäftsjahr 2024 den Personalbestand durch auf Freiwilligkeit beruhende Maßnahmen zu reduzieren

Die Mitarbeiter auf der obersten Führungsebene erhalten einen Teil ihrer Bezüge im Rahmen eines unmittelbar von ADTRAN, Inc. angebotenen Aktienplans.

Die Mitarbeiterfluktuation im Jahr 2023 lag unter 1% und entsprach damit dem Erwartungswert.

III. Prognosebericht

Die ADTRAN GmbH wird sich auch weiterhin auf ihre Kunden und ihr Angebot an hochqualitativen Produkten und Dienstleistungen konzentrieren. Das Geschäftsjahr 2024 wird stark von der gesamtwirtschaftlichen Lage der ADTRAN-Gruppe abhängen.

Zum einen ist nicht davon auszugehen, dass sich die Auftragslage kurzfristig weiter verbessern wird, da nach wie vor große Lagerbestände bei den meisten Kunden vorhanden sind, zum anderen belastet der Merger mit der ADVA Networks SE weiterhin beträchtlich. Zum Ende des Jahres 2023 wurden bereits Maßnahmen zur Kostenreduktion auf Gruppenebene diskutiert, die im folgenden Geschäftsjahr auch Auswirkungen auf die ADTRAN GmbH haben werden. Eine bereits umgesetzte Maßnahme ist der Umzug in neue Büroräume in Berlin, die nun gemeinsam mit den Schwesterfirmen Adtran Networks SE und ADVA Network Security genutzt werden.

Darüber hinaus wurde im Januar 2024 beschlossen, den Standort Greifswald aufzulösen. Einem Teil der Belegschaft wurde der Übergang in eine neugegründete GmbH (ADTRAN Technology GmbH) angeboten. Zudem gab es die Option für einige Beschäftigte sich and den Standort Berlin versetzen zu lassen. In Zusammenarbeit mit dem Gesamtbetriebsrat wurden ein Interessenausgleich und Sozialplan erstellt, der unter anderem die Einrichtung einer Transfergesellschaft beinhaltet. Die Maßnahmen sind noch nicht abgeschlossen, aber es ist abzusehen, dass über 60 Beschäftigte die ADTRAN GmbH verlassen werden.

Das System der Lizenzzahlungen für den Vertrieb von Produkten, deren IPR der ADTRAN, Inc., gehören, das im Jahr 2020 eingeführt worden ist, wird beibehalten. Da sich der Anteil dieser Produkte am Gesamtumsatz vergrößern wird, ist davon auszugehen, dass sich die Marge weiter reduziert.

Auswirkungen der Covid 19 Pandemie waren auch 2023 noch spürbar, insbesondere in Form der weiterhin reduzierten Nachfrage auf Grund von hohen Lagerbeständen bei unseren Kunden. Zwar konnten einige neue Kunden gewonnen werden, doch ist für das Geschäftsjahr 2024 wieder von einem deutlich niedrigeren Umsatz auszugehen. In Verbindung mit den zusätzlichen Belastungen, die sich zunächst aus den oben erwähnten Maßnahmen zur Kostenreduktion ergeben, wird das Ergebnis vor Steuern wieder deutlich negativ ausfallen.

Aufgrund der kontinuierlich angebotenen Weiterbildungsmöglichkeiten und der wettbewerbsfähigen Entlohnung unserer Mitarbeiter rechnen wir mit einer Beibehaltung unserer sehr geringen Mitarbeiterfluktuation von unter 1%. Allerdings ist der Mitarbeiterbestand u.a. durch altersbedingte Verrentung seit mehreren Jahren stetig gesunken. Zudem ist geplant, die Mitarbeiterzahl durch freiwillige Angebote weiter zu reduzieren, um Einsparvorgaben erreichen zu können.

Wie bei jeder Prognose hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen besteht die Möglichkeit, dass die tatsächlich eintretenden Entwicklungen von den erwarteten Entwicklungen abweichen.

IV. Chancen- und Risikobericht

1. Chancen

Im aktuellen Markt gibt es folgende wesentliche Entwicklungen:

Der Trend zu Cloud Services ist ungebrochen. Sowohl im Privatkundenbereich, in dem vor allem Streaming Services durch die Verbraucher genutzt werden, als auch im Businesskundensegment werden die Cloudanwendungen stetig erweitert und stark nachgefragt.

Auch im Telekommunikationssektor sind erste Cloudanwendungen zunehmend in Benutzung. Hier werden "hosted Services" insbesondere kleineren Netzbetreibern, die kein eigenes Personal zum Netzbetrieb besitzen, auf Basis der global verfügbaren Cloudinfrastruktur der Hyperscaler (Google, Microsoft, AWS) angeboten.

Software-defined Networking (SDN) - die Funktionsebenen von Netzwerken werden in virtuelle Services abstrahiert, so dass die Hardware nicht mehr manuell konfiguriert werden muss. Die Kontrollebene (wohin fließen die Daten) wird hier von der Datenebene (Hardware, die die Daten weiterleitet) getrennt.

Networks functions virtualization (NFV) bedeutet dedizierte Hardware und Applikationen, z. B. Router oder Firewalls, durch Software zu ersetzen, die auf handelsüblichen Servern läuft. Hiermit werden die Vorteile von Cloud- Lösungen an den Rand des Netzwerks (Metro Edge) herangeführt, wodurch die Erstellung und Erbringung von Serviceleistungen optimiert wird.

Endgeräte werden kontinuierlich, insbesondere bezüglich der WiFi- Funktionalitäten und -standards (z.B. WiFi 6 und 7), weiterentwickelt. Weiterhin besteht im Endgerätebereich ein Trend zur Integration und Komponentenverdichtung, um einerseits Energie zu sparen und die Verlustleistung zu verringern, aber auf der anderen Seite gleichzeitig die Performance im Datendurchsatz zu erhöhen.

Sicherheit entwickelt sich mehr und mehr zum Trend-Thema. Sowohl im Endgeräteberich als auch bei den Cloudanwendungen und beim Netzwerkmanagement werden Anstrengungen zur Produktsicherheit erhöht. Die Sicherheitsansprüche der Kunden steigen, aber auch neue Anwendungen und Innovationen entstehen.

Künstliche Intelligenz. Erste Kl-Anwendungen befinden sich in der Erprobung bzw. werden in Businessprozesse integriert. Der Trend ist unaufhaltsam und wird in den nächsten Jahren seine Dynamik voll entfalten. Es wird alle Bereiche der Wertschöpfung beeinflussen aber auch neue, innovative Produkte ermöglichen.

Daher ist davon auszugehen, dass die Kommunikationsdienstleister auf absehbare Zeit ihr Breitbandangebot weiterhin ausbauen und dabei nicht nur für hohe Geschwindigkeiten und Leistungskonsistenz, sondern gleichzeitig auch für niedrige Preise sorgen. Die ADTRAN GmbH nutzt diese wesentliche Chance und fokussiert sich auf die Entwicklung zukünftiger Glasfasertechnologien, von SDN und der dazugehörigen Managementsysteme. Mit seiner MOSAIC Plattform hat sich ADTRAN als ein innovativer Anbieter im Bereich Netzwerkmanagement mit virtuellen Anwendungen (NFV) und Dienstleistungen für SDN etabliert.

Die ADTRAN GmbH hat bereits begonnen, Cloud-basierte Anwendungen und KI in der SW-Entwicklung zu nutzen. KI-gestützte Assistenten beim Programmieren befinden sich in der Erprobung, SW Verwaltung- und Management (z.B. Version Control System) werden zunehmend in die Cloud verlagert. Zusammen mit weiteren Maßnahmen zur Automatisierung werden diese Anstrengungen die Effizienz deutlich steigern.

Im Jahr 2022 wurde die Übernahme der Mehrheitsanteile der ADVA-Gruppe durch die ADTRAN Gruppe durchgeführt, wodurch sich das weltweite Geschäftsvolumen und die Anzahl der Mitarbeiter verdoppelt hat. Zwar verfügen die Unternehmen über eine große Schnittmenge beim Kundenstamm, jedoch sind die angebotenen Produkte und Serviceleistungen weitgehend komplementär, woraus sich neue Möglichkeiten zur Geschäftsausweitung ergeben.

Der Integrationsprozess dauert allerdings weiterhin an. In einigen Bereichen, wie z.B. der Reduktion der Unternehmen innerhalb der Gruppe konnten erste Fortschritte erreicht werden, jedoch sind weitere zentrale Projekte, wie z.B. die Einführung eines gemeinsamen ERP-Systems, noch nicht abgeschlossen. Weitere positive Effekte sind damit in den Jahren 2024 und 2025 noch zu erwarten.

Welche Auswirkungen die Übernahme auf die ADTRAN GmbH als Einzelgesellschaft haben wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig absehbar.

2. Risiken

Der Risikobericht behandelt die Geschäftsrisiken, denen sich die ADTRAN GmbH im Geschäftsjahr 2023 bzw. zum Bilanzstichtag ausgesetzt sah, und deckt einen Zeitrahmen von mindestens einem Jahr ab. Die im Nachfolgenden dargestellten Risiken sind in der Reihenfolge ihrer Auswirkung auf die ADTRAN GmbH beginnend mit dem wesentlichsten Risikofaktor dargestellt (Bruttodarstellung).

Die COVID-19 Pandemie hat einen erheblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung gehabt. Zwar ist es 2023 zu einer teilweisen Normalisierung der Material-, Komponenten- und Frachtpreisen gekommen, jedoch ist die Nachfrage auf Grund hoher Lagerbestände nur langsam angestiegen, da der generelle Bedarf nach erhöhten Bandbreiten zurzeit stagniert.

Die Auswirkungen von COVID-19 auf den Warenverkehr sind im Wesentlichen verschwunden, jedoch stellen nun internationale Konflikte ein zunehmendes Risiko für Handelsrouten dar. Negative Auswirkungen auf Liefertermine und Beschaffungskosten sind damit wahrscheinlicher geworden.

Die internationalen Spannungen und eine zunehmende Aggressivität auf den Märkten erhöhen zudem den Druck auf die Produktsicherheit. Das Risiko für Angriffe steigt. ADTRAN adressiert diese erhöhte Bedrohungslage für seine Kunden und Produkte mit innovativen Lösungen in diesem Bereich.

Besonders eine starke Schwächung des Euros gegenüber dem US-Dollar hat und kann auch zukünftig zu einer Reduktion des Ergebnisses vor Steuern führen, da der Einkauf sowohl von Produkten von unserem Auftragsfertiger in Ungarn als auch von Leistungen der Konzernmutter in den USA, in US-Dollar abgewickelt werden, wobei sich für das Geschäftsjahr 2024 noch nicht absehen lässt, ob eine Schwächung des Euros gegenüber dem USD erfolgen wird. Besonderen Einfluss werden die Maßnahmen der jeweiligen Notenbanken haben, da sich ein Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik sowohl in den USA als auch in der EU abzeichnet.

Die sich allgemein verschärfende Situation auf dem Arbeitsmarkt im Wettbewerb um gutes Fachpersonal und motivierte und engagierte Führungskräfte kann zu Risiken bei der Besetzung offener Stellen, insbesondere im Bereich der qualifizierten Fachkräfte sowie der Entwicklung des Führungspersonals führen. Eine abschließende Beurteilung lässt sich aufgrund der bestehenden Unwägbarkeiten derzeit nicht vornehmen.

Intern ist die ADTRAN GmbH sehr gut aufgestellt. ADTRAN hat seine Arbeitsprozesse angepasst (z.B. durch ausgeweitete Home-Office-Regelungen), da die entsprechende IT-Infrastruktur vorhanden ist, so dass diese in gewohnter Qualität und unter Einhaltung aller gebotenen Sicherheitsvorkehrungen ablaufen. Darüber hinaus wird daran gearbeitet, Arbeitsmodelle weiter zu flexibilisieren und die Infrastruktur durch Investitionen u.a. in HW, SW und generelle Büroausstattung weiter zu optimieren.

Die zuvor dargestellten Chancen und Risiken können sich positiv bzw. negativ auf die Leistungsindikatoren Umsatzerlöse, Ergebnis vor Steuern und Mitarbeiterfluktuation auswirken. Eine Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeiten lässt sich jedoch aufgrund der bestehenden Unsicherheiten nicht vornehmen.

3. Risikomanagement

Die ADTRAN GmbH wendet einen Risikomanagementprozess an, der bei der Analyse und Minimierung bzw. Beseitigung von Risiken hinsichtlich Zeitplanung (Ressourcen und Zulieferungen), Qualität und Produkt-/Dienstleistungsinhalten genutzt wird.

Dabei gibt es keinen festen Risikomanagementbereich; stattdessen wird das Risikomanagement als Vorgabe mit oberster Priorität in jedes neue Projekt - ob intern oder extern - integriert. Der jeweilige Projektmanager und sein fachübergreifendes Team überwachen gemeinsam den Projektstatus, bestimmen mögliche Risiken und besprechen geeignete Begrenzungs- bzw. Abhilfemaßnahmen, damit die erfolgreiche und termingerechte Durchführung des Projekts gewährleistet bleibt.

Außerdem ist sichergestellt, dass alle wichtigen Zulieferunternehmen vor der Zusammenarbeit mit uns umfassend auf ihre Qualitäts- und Risikomanagementprozesse überprüft werden.

In Bezug auf einen Kunden besteht seit dem 30. September 2014 eine Factoring- Vereinbarung, nach der die in Rechnung gestellten Forderungen vor Fälligkeit zu einem Zinssatz von 0,55% p.a. über dem fristkongruenten EURIBOR verkauft werden können.

Die ADTRAN GmbH ist darüber hinaus in das Enterprise Risk Management der ADTRAN Gruppe eingebunden, welche strategische Risiken auf Konzernebene behandelt.

 

Berlin, den 30. September 2024

Guido Brinkmann

Ulrich Dopfer

Gunnar Wilsdorf

James D. Wilson, Jr.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die ADTRAN GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ADTRAN GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ADTRAN GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, 30. September 2024

ECOVIS Audit AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dipl.-Fin.wirt Andreas Frericks, Wirtschaftsprüfer

Dipl.-Kfm. Ralph Riese, Wirtschaftsprüfer

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