SWL-Tischlerplatten Betriebs-GmbH

Lippstädter Straße 4, 33449 Langenberg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Gütersloh HRB 5910
Eingetragen
3.8.1989
Branche
Großhandel mit Roh- und SchnittholzHerstellung von Türen und Fenstern aus HolzHerstellung von Paletten und anderen Ladungsträgern aus Holz
Gegenstand
Die Fabrikation und der Vertrieb von Tischlerplatten und Sperrhölzern sowie sonstiger Holzprodukte, Handel mit Holzprodukten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Bernd Schonlau
seit 16.12.2013
Geschäftsführer
Rainer Schonlau
seit 8.2.2005
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

SWL-Tischlerplatten GmbH & Co. KG
Germany
2.500.000 DM
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

SWL-Tischlerplatten Betriebs-GmbH

Langenberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2021 bis zum 30.06.2022

Lagebericht

Grundlagen des Unternehmens

Die SWL-Tischlerplatten-Betriebs GmbH produziert und vertreibt Tischlerplatten mit Stab- und Stäbchenmittellagen.

Das Unternehmen fertigt über die gesamte Produktionstiefe, beginnend mit der Verarbeitung von Rundholz aus deutschen Forstbetrieben an insgesamt drei Standorten in Deutschland. Zur Deckung des Bedarfs werden teilweise Halbfertigfabrikate zugekauft und zur Tischlerplatte weiterverarbeitet. Neben Tischlerplatten werden auch Mittellagen als Halbfertigfabrikat und Dachlatten sowie Furniere vermarktet. Das Unternehmen ist der einzige Tischlerplattenproduzent in Deutschland. Der Vertrieb erfolgt mit eigenen Vertriebsmitarbeitern im Innen- und Außendienst und Handelsvertretern. Die Abnehmer sind im Wesentlichen der Holzfachhandel und Industriekunden. Vertrieben werden die Produkte europaweit, wobei das Kerngeschäft in Deutschland liegt.

Wirtschaftsbericht

a) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Bruttoinlandsprodukt ist in Deutschland im Zeitraum 2021/2022 - welcher unser Geschäftsjahr abbildet - preisbereinigt um 1,7% gestiegen. Damit hat es gemäß dem Statistischen Bundesamt das Vorkrisenniveau des 4. Quartals 2019 wieder erreicht.

Unter Berücksichtigung der herausfordernden weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich die deutsche Wirtschaft auch in den ersten beiden Quartalen 2022 behauptet. Während die Quartale 1 und 3 des Wirtschaftsjahrs noch um 0,8% angestiegen sind, mussten die Quartale 2 und 4 eine Stagnation von 0,0% und 0,1% verzeichnen. Die Stützung erfolgte dabei durch private und staatliche Konsumausgaben. Nach Aufhebung fast aller Corona-Beschränkungen waren es beispielhaft Konsumausgaben im Bereich Tourismus, welche quartalsübergreifend zu einer Steigerung um 6,3% führten. Desgleichen war der Anstieg im Bereich der staatlichen Konsumausgaben und für Ausrüstungsinvestitionen positiv in Höhe von 2,0% und 0,6% kumuliert über die vier Quartale. Belastend wirkte dagegen der Bausektor. Der Anstieg im 3. Quartal, welches infolge eines milden Winters eine Steigerung um 3,1% aufwies, führte lediglich zu einer Korrektur eines kumulierten Rückgangs in Höhe von 4,0%. (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Die seit Juli 2021 hohen und weiter ansteigenden Raten des Verbraucherpreisindex hatten zum Zeitpunkt des Abschlussstichtages den Wert von 7,6% erreicht. Damit war eine Entwicklung kurzfristig beendet worden, die ihren Höhepunkt im Mai 2022 mit 7,9% hatte. Kerntreiber waren Energieprodukte maßgeblich beeinflusst durch den CO 2 -Preis sowie ab Februar 2022 durch den Beginn des Ukraine-Krieges. Trotz Inkrafttreten der gesunkenen Mineralölsteuer verteuerten sich bspw. Strom binnen Jahresfrist um 22% und Gas um 43%.

Die deutsche Sägeindustrie ist mit ca. 2.000 Betrieben und mehr als 24.000 Beschäftigten das wichtigste Bindeglied zwischen Forst- und Holzwirtschaft. Ihre Betriebe bilden die erste Bearbeitungsstufe des im Wald geernteten Rundholzes.

Hauptprodukt der Sägeindustrie ist Schnittholz als Oberbegriff für die sehr unterschiedlichen Sortimente wie Balken, Bohlen, Bretter und Latten. Im weiteren Verarbeitungsprozess werden hieraus hochspezialisierte und anwendungsorientierte Produkte für den Baubereich, den Bereich der Holzverpackungen und Paletten sowie Möbel, Fenster, Türen, Fußböden oder Wandverkleidungen. Die positive Entwicklung beim Absatz von Nadelschnittholz aus den vergangenen Jahren hat im Berichtszeitraum lediglich beim Export angehalten. Das Ausland nahm mit 10,5 Mio. m 3 gut 1,4% mehr ab als im Vergleichszeitraum. Erneut war dabei die USA Hauptabnehmer, welche allein im 1.Halbjahr 2022 8,7% bzw. 106 Tsd. m 3 mehr als im Vorjahreszeitraum kauften. Damit wurden signifikante Nachfragerückgänge, z.B. nach China mehr als kompensiert. Es stagnierte dagegen die Binnennachfrage. Die Produktion von Nadelschnittholz nahm um 2 Mio. m 3 bzw. 7,4% spürbar ab. Das deutlich angestiegene Erzeugerpreisniveau führt dennoch zu einer Steigerung der Umsätze der Sägewerke um 31,7% bzw. 1,8 Mrd. EUR auf 7,4 Mrd. EUR.

Die Möbelindustrie, ein weiterer Indikator unserer Branche, hat in 2021 mit 2,0 % eine positive Umsatzentwicklung gegenüber 2020 zu verzeichnen. Das Vor-Corona-Niveau konnte noch nicht wieder erreicht werden. Anschaffungen für das Homeoffice waren weiter gefragt, dazu Küchen und Sofas für die eigenen 4 Wände als sicheren Rückzugsort in unsicheren Zeiten. Das Umsatzwachstum um 13,4% im 1.Halbjahr 2022 spiegelt vor allem die gestiegenen Materialkosten wieder. Die Lieferketten bleiben fragil, erst beeinflusst durch das Corona-Geschehen, ab Februar 2022 durch das kriegerische Geschehen in der Ukraine. (Quelle: VDM).

Der Messeplatz Deutschland, als die weltweite Nr. 1 bei der Durchführung internationaler Messen, hat nach 2020 auch 2021 mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Von 380 geplanten Messen konnten nur 100 im 3. und 4. Quartal durchgeführt werden. Im Vergleich mit einem Durchschnittsjahr vor Corona waren 85% weniger Austeller und dementsprechend auszurüstender vermieteter Standfläche zu verzeichnen. (Quelle: AUMA Kennzahlen Messewirtschaft 2021). Wir sehen hier dennoch weiterhin großen Nachholbedarf. Höchstwahrscheinlich werden viele Branchen Ihre Innovation präsentieren wollen und dies auch mit entsprechenden Messeständen zeigen.

Die deutsche Transportbetonindustrie als ein Indikator für den Einsatz unserer Produkte im Schalungsbau erreichte im Jahr 2021 eine Produktion von 54,1 Mio. m 3 Transportbeton mit einem Umsatz von 4,5 Mrd. Euro (+1,5 % zu 2020). In den letzten 9 Jahren war in der Branche nur Wachstum zu verzeichnen (Quelle: BTB). Der Auftragseingang des Bauhauptgewerbes lag preisbereinigt in den ersten 3 Quartalen des Geschäftsjahres mit 5%, 2,1% und 4,1% deutlich im Plus (BTB Jahresbericht 2022).

b) Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr nahm einiges vom Schwung aus dem geendeten Jahr mit. Sowohl die Auftragseingänge als auch die Umsätze sind durchgängig auf einem hohen Niveau.

Mit einem sehr starken Auftragseingang im Juli startete das Geschäftsjahr rd. 40% über Vorjahr. Über den August verlief es saisonal bedingt etwas schwächer, im Vergleich aber sehr stark weiter. Allerdings war das Vorjahr auch deutlich durch die Corona-Hochphase geprägt.

Sowohl die Auftragseingänge als auch die Tagesumsätze sind über das Geschäftsjahr im Durchschnitt angewachsen. Der Auftragsbestand erreichte zum Beginn des Geschäftsjahres durch hohe Nachfrage Höchststände.

Neben dem Stammgeschäft liefen auch die Schnittholzumsätze im ersten Quartal des Geschäftsjahres auf hohem Umsatzniveau weiter. Maßgeblich wurden diese durch hohe Nachfrage zu hohen Preisen in den USA dominiert, wodurch heimische Kapazitäten hauptsächlich den dortigen Markt beliefert haben. Ab November 2021 war die hohe Nachfrage in diesem Segment schlagartig vorbei.

Das Stammgeschäft lief auf konstant gutem Niveau. Auch normalerweise durch Urlaubs- und Betriebsruhe geprägte schwächere Monate wie Juli, August und Dezember erwiesen sich durch hohe Nachfrage und Abarbeiten des hohen Auftragsbestands als überaus erfreuliche Monate. Der Ausbau an Kapazitäten zur Bedienung des Marktes waren eine der Hauptaufgaben zu jeder Zeit.

Der erneute Anstieg der Container-Frachtraten seit der Suezkanal-Blockade Anfang 2021 in Kombination mit dem allgemeinen Anziehen der Wirtschaft weltweit nach der Covid-Pandemie, hat über das Geschäftsjahr zu starken Mehrkosten im Bereich Zukaufware Indonesien geführt. Der Containerindex hat sich von Ende 2020 bis Anfang 2022 um 400 Prozent erhöht und machte die Fracht teurer als die transportierte Ware.

Ab dem vierten Quartal des Kalenderjahres 2021 stiegen die Energiepreise in der Beschaffung stark an. Ursächlich waren hier die bevorstehende Abschaltung weiterer AKW, CO 2 -Steuer sowie Stromknappheit in Frankreich. Durch Unsicherheiten an den Energiebörsen aufgrund des Ukraine-Krieges sind die Strompreise im ersten Halbjahr 2022 nochmals deutlich in bis nie dagewesene Höhen gestiegen. Vor dem Geschäftsjahr lagen die Preise bei rd. 60 Euro pro MWh, was gegenüber 2020 schon eine Verdreifachung darstellt, und sind bis Ende des Geschäftsjahres auf rd. 250 Euro pro MWh angestiegen im reinen Energiepreis. Von Mai 2020 bis Mai 2022 hat sich der Preis von 20 auf 200 Euro pro MWh verzehnfacht.

Das Kalenderjahr 2022 als zweite Hälfte des Geschäftsjahres hat im Auftragseingang auf Vorjahr, also sehr stark begonnen. Hier spielen neben einer allgemeinen weiteren Post-Covid-Belebung in den Eurowerten auch erfolgte Preisanhebungen aufgrund der Verteuerungen bei Material, Fracht und Energie als großer Effekt rein.

Herausfordernd war in diesen Zeiten der allgemein hohen Nachfrage die Versorgung mit Material. Insbesondere waren wie genannt noch Seefrachtware aus Indonesien verknappt, zusätzlich jedoch auch heimisches Schichtholz durch eine sehr hohe Marktnachfrage, so dass die Auftragsannahme in den Produkten mit hohen Zukaufanteilen proaktiv sogar eingebremst bzw. eingestellt werden musste, um keine zu hohen Rückstände mit Preisrisiken und Verärgerung von Kunden zu erzeugen.

c) Ertragslage

An Umsatzerlösen haben wir 48.525 TEUR erzielt. Die Umsatzsteigerung betrug insgesamt 9.773 TEUR. Damit konnten wir den Vorjahreswert deutlich übertreffen (+25,22%). Die Nachfrage des Marktes nach unseren Standard-Produkten hat sich erneut verbessert. Kerntreiber der Umsatzausweitung waren jedoch die durchschnittlich erzielten Verkaufspreise. Eine Mengenausweitung in Höhe von 2% über die Produktpalette der Tischlerplatten wurde im Geschäftsjahr begleitet von einer Erhöhung des Preisniveaus von 29,9%.

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe betrugen 28.003 TEUR und erhöhen die Aufwandsquote um rd. 5 Prozentpunkte. Hier wirken sich die Schwierigkeiten bei der Weitergabe der teils schnell und deutlich gestiegenen Beschaffungspreise in bestehende Aufträge aus. Weiterhin hervorzuheben sind die Aufwendungen für Strom, die sich in Jahresfrist verdoppelt haben und den Anteil von 3,1% auf knapp über 5% heben.

Die Kosten für das Personal wirken sich dieses Jahr entlastend aus. Der Rückgang von absolut 1.589 TEUR -primär aus dem abgeschlossenen Prozess der Schließung des Standorts Bad Tölz- wirkt sich quotal um 9,3% auf 17% aus. Das hatte auch Auswirkungen auf die sonstigen betrieblichen Kosten. Der Bereich der Rechts- und Beratungskosten verzeichnete einen Rückgang um 175 TEUR. Die Abschreibungen waren mit 1.094 TEUR etwas niedriger, da keine signifikante Aktivierung vorlag.

Das Betriebsergebnis (EBIT) von 1.439 TEUR zeigt sich im Jahr nach der Standortschließung Bad Tölz und einem deutlich entspannteren Umgang mit Corona signifikant verbessert. Deutlich steigende Kosten in der Energiebeschaffung und den Container-Frachtraten konnten weitestgehend, aber mit Zeitverzug, kompensiert werden.

d) Finanzlage

Bei den Vorräten ist ein Aufbau um 795 TEUR im Vergleich zum Vorjahr erfolgt. Auch hier wirkt sich in erster Linie der Preisanstieg der Zukaufwaren aus, die die Bestandswerte treiben.

Es wurde im vertraglichen Umfang den Tilgungsverpflichtungen nachgekommen. Als Ergebnis wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 1.933 TEUR abgebaut. So hat sich im abgelaufenen Wirtschaftsjahr ein positiver CashFlow aus der laufender Geschäfts- Investitionstätigkeit in Höhe von TEUR 1.595 ergeben.

e) Vermögenslage

Die Summe der Aktiva der SWL-Tischlerplatten-Betriebs GmbH beträgt zum Bilanzstichtag 30.06.2022 rund 26.007 TEUR. Das Anlagevermögen mit 10.338 TEUR ist um rd. 1.504 TEUR durch die regulären Abschreibungen gesunken. Zudem erfolgten Buchwertabgänge von TEUR 335. Das Umlaufvermögen mit 14.520 TEUR hat sich um rd. 709 TEUR gegenüber Vorjahr erhöht. Hier spiegelt sich primär der Aufbau der Vorräte um 795 TEUR wider. In unterschiedlichem Umfang beeinflussen Mengen- und Preissteigerungen den vorliegenden Lageraufbau, welcher die bestehenden Kundennachfragen zu bedienen hilft.

Die Verbindlichkeiten sind in Summe gegenüber dem Vorjahr deutlich, durch den Abbau der Kreditverbindlichkeiten, um 1.933 TEUR gesunken und betragen 23.792 TEUR.

f) Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Das EBIT beträgt im Geschäftsjahr 852 TEUR (ohne außerordentliches Ergebnis von TEUR 587), das EBITDA 1.946 TEUR. Die Corona-Pandemie und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdowns scheinen beendet. Die im vorangegangenen Geschäftsjahr beschriebenen Schließungskosten bzw. Standortkosten Bad Tölz sind noch eine Belastung im Rahmen laufender Mietaufwendungen bis Ende 2024. Ansonsten ist das Kapitel abgeschlossen.

Die Kundenzufriedenheit und Produktqualität sind für uns sehr wichtig, so dass wir uns regelmäßig im Austausch mit unseren Kunden über Sachverhalte rund um unsere Lieferungen verständigen. Wir entwickeln und testen gemeinsam mit unseren Kunden erfolgreich neue Anwendungen für unsere Produkte. Die Quote der von unseren Kunden reklamierten Ware ist nachhaltig sehr gering.

Unsere Mitarbeiter werden insbesondere nach gesetzlichen Veränderungen, wie auch gesetzlichen Vorgaben regelmäßig fortgebildet um nicht zuletzt auch allen Anforderungen von rechtlichen Vorgaben und freiwilligen Zertifizierungen, wie ISO, PEFC/FSC, gerecht zu werden.

Gesamtaussage

Fazit: Das Geschäftsjahr hat sich hinsichtlich der Auftragseingänge und des Umsatzes anders zweigeteilt entwickelt als im Vorjahr. Die Belebung währte über den Beginn des neuen Geschäftsjahrs. Zu Beginn des Herbstes stiegen u.a. die Energiepreise und das Geschäftsklima war von zunehmender Unsicherheit über die weitere Entwicklung geprägt. Der Auftragsbestand hatte sein Allzeit-Hoch somit im 1. Quartal des Geschäftsjahres. Teilweise aber durch proaktives Einbremsen der weiteren Auftragsannahme, denn der Markt hat weiter hoch nachgefragt. Der Bestand konnte dann über die folgenden 3 Quartale auf zufriedenstellendem Niveau gehalten werden. Leichten Reduzierungen in der Menge konnte mit Preisanpassungen begegnet werden. Limitierungen in der Materialversorgung konnten nie zufriedenstellend aufgelöst werden. Dazu war der Anstieg auf der Preise auf der Beschaffungsseite im gesamten Berichtszeitraum präsent und das Durchsetzen von Kostenweitergaben in bestehende Aufträge nicht immer rechtzeitig und vollumfänglich möglich. Der Umsatz verlief dennoch gleichbleibend gut und auch saisonal und preislich bedingt im Gegensatz zum Auftragseingang höher als in der ersten Geschäftsjahreshälfte.

Durch die anhaltenden Versorgungsprobleme, insbesondere in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres, konnten Auftragseingang und Umsatz nicht in der Form generiert werden, wie es der Markt nachgefragt hat. Zudem führte die hohe Nachfrage dazu, dass weiterhin kein ausreichender Lagerbestand an Vorräten zur Pufferung von Lieferstockungen angelegt werden konnte. Auch die Auslieferlogistik konnte so nicht weiter optimiert werden, sondern musste zur Einhaltung von Lieferterminen und Lieferzusagen teilweise ineffizient operieren.

In Summe konnte das Geschäftsjahr die geplanten Umsatz- und Ergebnisziele erreichen. Mit einer höheren finanziellen Schlagkraft hätten die Ergebnisse durch Optimierung der Versorgung und alternative Lieferanten noch verbessert werden können. Die Nachfrage war vorhanden. Auch der hohe Auftragsbestand hat eine weitere Ergebnisverbesserung verhindert durch limitierte Weitergabe der Kostensteigerungen in bestehende und bestätigte Aufträge.

Prognosebericht

Im Juni 2022 wurde unsere Mittelfristplanung - vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus den abgelaufenen Monaten des Geschäftsjahres unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen am Energiemarkt und der Auswirkungen des Ukraine Krieges - überarbeitet. Im Geschäftsjahr 2022/2023 planten wir mit Umsatzerlösen von rd. 52.000 TEUR. Dieser Umsatzplan ist um rd. 5 Mio. EUR verfehlt worden. Die geplanten Zusatzerlöse aus Nebenprodukten aus dem Sägewerk an Dachlatten konnte nicht realisiert werden. Der Rückgang von Preisen im Zukauf und auch ein intensivierter Preiswettbewerb durch rückgängige Auftragslage führt zu notwendigen Preissenkungen. Die Preise für Resthölzer sind ebenfalls deutlich gesunken durch Überkapazitäten und einer gewissen vorherigen Marktüberhitzung. Da gegen die Preissenkungen auch entsprechende Einsparungen im Materialzukauf stehen und die zur geplanten Umsatzausweitung im Sägewerk vorgehaltenen Kapazitäten abgebaut werden konnten, ist trotz der Umsatzverfehlung das Ergebnis besser als geplant ausgefallen. Generell verzeichnen wir zunehmende Ungewissheiten bei den Bestellungen sowohl aus dem Handel wie auch der Industrie. Steigende Hypothekenzinsen und ein hohes Niveau bei den Energiekosten sind lediglich zwei Gründe, welche der Immobilienbranche schwer zusetzen und die Bauindustrie signifikant belasten. Die deutsche Bauindustrie registrierte einen Rückgang der Bauinvestitionen in 2022 um 1,7%. Die Märkte waren in Q2 infolge der hohen Inflationsrate, Preissteigerungen auch jenseits der Energiekosten -sowie einhergehender allgemeiner Ungewissheiten- gefühlt gelähmt. Beispielhaft hat Ikea Produkte mit Tischlerplatte eingestellt, bzw. will das Material ersetzen. Vorhandene Aufträge können abgearbeitet werden, es erfolgt aber kaum gleichwertiger Auftragseingang. Der Auftragsbestand schmilzt von August zu Oktober 2022 um 5 Mio. EUR und kann durch verschiedene Maßnahmen -bis ins Frühjahr 2023- auf einem Sockel von um die 6 Mio. EUR gehalten werden.

Das Wirtschaftsjahr 2023/2024 hat eher verhalten begonnen; dennoch planen wir einen Umsatz nur gering unter dem Jahr 2022/2023. Auch wenn die Einkaufssituation schwer zu prognostizieren ist, wird ein Ergebnis auf dem hälftigen Niveau von 2021/2022 erwartet.

Chancen- und Risikobericht

Während der Privat- bzw. Wohnungsbausektor, auch durch politische Unsicherheiten, stark abgenommen hat, kann der industrielle Bausektor noch immer signifikante Auftragsbestände vorweisen. Unsere Diversifizierung über die Betonschalung beliefert diesen Sektor. Durch Produktverbesserungen und Lieferantenwechsel konnte und kann hier weiterer Marktanteil generiert werden. Gemessen an dem Gesamtmarkt der industriellen Betonschalung sind wir sicher noch im einstelligen Prozentbereich.

Das Hauptgeschäft der Tischlerplatte profitiert weiterhin von einem breiten Kundenmix zwischen Inland und Export sowie Handel und Industrie und einer guten Marktdurchdringung und gutem Zugang zu den Kunden auch auf persönlicher Ebene. Auch wenn die Kunden weitestgehend nach Preis einkaufen, erlaubt uns dies stets eine etwas höhere zugestandene Preislage als unserem Hauptwettbewerber aus dem Niedriglohnland. Im Export wurden Handelspartner zum Beispiel in Frankreich ausgetauscht, wodurch eine Wiederbelebung erwartet werden kann.

Die hohe Eigenfertigungstiefe hat sich im Zuge der stark steigenden Beschaffungspreise erneut als richtige Strategie erwiesen. Ein vollständiger Fremdzukauf von Schnittholz als Einsatzmaterial für die Tischlerplatte, hätte preislich bei den hohen Steigerungen innerhalb des Geschäftsjahres nicht abgebildet werden können. Die Versorgung mit Rundholz war zwar ebenfalls herausfordernd, aber neben der preislichen Komponente hätten die Mengen an Schnittholz ohne eigenes Sägewerk nicht am Markt beschafft werden können.

Die Energiepreise sind nach der bis dato ungeahnten Hochphase Anfang 2022 ab dem dritten Quartal 2022 auf rd. 120-150 Euro pro MWh eingependelt. Dies sind zusammen mit den weiter steigenden Nebenkosten und Abgaben noch immer deutlich zu hohe Energiepreise für einen Industrie- und Produktionsstandort und Faktor fünf bis acht über dem Langfristverkauf bis 2020. Durch langfristigere Eindeckungen wurden diese Preise abgesichert und kontinuierlich weiter gesenkt.

Die Preise im Bereich der Zukaufmaterialien haben sich ebenfalls auf einem rückläufigen Niveau nach der Hochphase stabilisiert und auch Volatilität abgelegt. Dies ermöglicht eine entsprechende Planbarkeit auch in der Angebotskalkulation.

Die hohen Inflationsraten durch Einpreisen der identischen Rahmenbedingungen, wie stockende Lieferketten, hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten und hohe Nachfrage, in der nahezu gesamten Wirtschaftswelt, hat das gesamte Kalenderjahr 2022 geprägt. Seit Ende des ersten Quartals 2023 befinden sich die Inflationsraten sowohl im Euro- also auch US-Raum in kontinuierlichem Rückgang. Auch wenn die Zeiten der Niedrigphasen in Inflations- und Zinsraten der letzten Jahre nicht wieder erwartet werden, wird mit dem Rückgang der Inflationsrate positive Effekte auf das Konsumverhalten gesehen. Auch und insbesondere in unserem Bereich von Möbeln, Innenausbau.

Neue Geschäftsfelder werden permanent geprüft und haben sich aufgetan. Im Absatzbereich der Platten wird verstärkt Verwendung in weiteren Märkten erprobt, wie zum Beispiel Fahrzeugböden und Innenausbau Caravan. Hier sollen geschickt die Lücken ausgenutzt werden, die sich durch den Wegfall der russischen Sperrholzimporte ergeben haben.

Über Investition in eine Brikettpresse und Verpackungsstation mit anschließender Zertifizierung, wurde die Eigenproduktion und -vermarktung von Holzbriketts für den Endverbraucher erfolgreich begonnen. Hier besteht das Ziel in erster Linie die Restholzerlöse direkt einer Aufwertung zuzuführen und entsprechende Produktions- und Handelsstufen herauszunehmen, die vorher unsere Reststoffe zu Briketts und Pellets verpresst haben.

Spezieller Risikobericht

Die Umstände des anhaltenden Krieges in der Ukraine mit den sanktionsbedingten Begleiterscheinungen haben sich zumindest im direkten Geschäftsumfeld für uns nicht niedergeschlagen. Absatzmärkte sind für SWL nicht betroffen. Ein Beschaffungsanteil in Russland besteht nicht, in der Ukraine ist er minimal und könnte jederzeit ausgetauscht werden. Der ukrainische Lieferant liefert aber zufriedenstellend konstant.

Das Geschäftsjahr 2022/2023 weist ebenfalls deutlich positive Ergebnisse aus. Die Summe der zwei Geschäftsjahre wirkt durch die positiven Ergebnisse stärkend auf das Eigenkapital und damit auch auf finanzwirtschaftliche Kennzahlen. Auch das Geschäftsjahr 2023/2024 weist aktuell ein positives Ergebnis leicht über Plan aus. Hauptaugenmerk bleibt durch das zwar rückgängige aber noch immer hohe Preisniveau der Liquiditätsbedarf zur Vorfinanzierung der Umsätze und auch des notwendigen Vorratsvermögen. Dieser ist ggf. durch unsere Kreditgeber zu finanzieren.

Die aufgebauten Instrumente zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko haben sich bewährt. Die eingesetzten Liquiditätskennziffern ermöglichen uns die Steuerung der Liquidität. Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen, Verbindlichkeiten sowie Kredite bei den Kreditinstituten. Langfristig finanziert sich die Gesellschaft über Bankkredite bei zwei regionalen Hausbanken und drei überregionalen Banken.

Ziel unseres Finanzmanagements ist die Sicherung gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Wir verfolgen dabei einen durchaus konservativen Planungsansatz.

Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügen wir über ein effizientes Mahnwesen und eine Warenkreditversicherung.

Zweigniederlassungsbericht

Produktionsstätten befinden sich in Kollerbeck/Marienmünster (Sägewerk), Schmerlecke (Sägewerk, Mittellagenfertigung) und am Hauptsitz in Langenberg (Mittellagen- und Tischlerplattenfertigung). Der Standort Bad Tölz (Furnier- und Stäbchen-Mittellagenfertigung) wurde operativ abgewickelt.

 

Langenberg, den 16. Januar 2024

Rainer Schonlau

Bernd Schonlau

Bilanz

Aktiva

30.6.2022 30.6.2021
EUR EUR
A. Anlagevermögen 10.337.933,56 11.841.970,66
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 7,50 7,50
1. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 7,50 7,50
II. Sachanlagen 4.277.182,24 5.573.858,69
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 283.898,55 294.075,55
2. technische Anlagen und Maschinen 3.109.781,50 4.222.521,50
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 801.344,00 985.428,50
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 82.158,19 71.833,14
III. Finanzanlagen 6.060.743,82 6.268.104,47
1. sonstige Finanzanlagen 6.060.743,82 6.268.104,47
B. Umlaufvermögen 14.519.306,06 13.811.229,44
I. Vorräte 6.682.052,02 5.886.591,23
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 7.269.738,87 6.491.923,14
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.926.305,05 1.731.259,64
2. sonstige Vermögensgegenstände 5.343.433,82 4.760.663,50
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 567.515,17 1.432.715,07
C. Rechnungsabgrenzungsposten 53.671,06 35.612,80
D. Aktive latente Steuern 247.983,00 221.411,00
E. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 83.164,00 142.775,00
F. nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 764.476,20 1.928.124,47
Bilanzsumme, Summe Aktiva 26.006.533,88 27.981.123,37

Passiva

30.6.2022 30.6.2021
EUR EUR
A. Eigenkapital 0,00 0,00
I. gezeichnetes Kapital 1.278.229,70 1.278.229,70
II. Verlustvortrag 3.206.354,17 388.515,11
III. Jahresüberschuss 1.163.648,27 -2.817.839,06
IV. nicht gedeckter Fehlbetrag 764.476,20 1.928.124,47
B. Rückstellungen 2.210.523,44 2.270.737,10
C. Verbindlichkeiten 23.792.260,44 25.710.386,27
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 13.092.171,10 15.024.902,12
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.397.152,36 1.579.716,57
3. sonstige Verbindlichkeiten 9.302.936,98 9.105.767,58
davon aus Steuern 70.431,71 141.894,16
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 38.770,32 64.145,90
D. Rechnungsabgrenzungsposten 3.750,00 0,00
Bilanzsumme, Summe Passiva 26.006.533,88 27.981.123,37

Gewinn- und Verlustrechnung

1.7.2021 - 30.6.2022 1.7.2020 - 30.6.2021
EUR EUR
1. Rohergebnis 18.225.035,06 15.074.220,86
2. Personalaufwand 8.275.619,66 9.864.826,38
a) Löhne und Gehälter 6.586.012,66 8.032.114,14
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.689.607,00 1.832.712,24
davon für Altersversorgung 173.516,26 187.540,49
3. Abschreibungen 1.094.348,92 1.160.787,19
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.094.348,92 1.160.787,19
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 7.390.536,70 6.570.066,92
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung 0,00 676,03
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 263.505,71 286.906,58
davon aus verbundenen Unternehmen 34.206,18 49.840,96
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 527.674,35 567.510,04
davon an verbundene Unternehmen 22.441,03 25.185,07
davon aus Abzinsung 26.564,00 30.105,00
7. Steuern vom Einkommen und Ertrag 10.951,00 -3.079,31
a) Ertrag aus der Veränderung latenter Steuern 26.572,00 29.739,00
8. Ergebnis nach Steuern 1.189.410,14 -2.798.983,78
9. sonstige Steuern 25.761,87 18.855,28
10. Jahresüberschuss 1.163.648,27 -2.817.839,06

Anhang

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für große Kapitalgesellschaften aufgestellt.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: SWL-Tischlerplatten Betriebs-GmbH

Firmensitz laut Registergericht: Langenberg

Registereintrag: Handelsregister

Registergericht: Gütersloh

Register-Nr.: HR B 5910

Bestandsgefährdende Risiken

Aufgrund des im Vorjahr entstandenen Jahresfehlbetrages ergibt sich trotz des positiven Jahresergebnisses in 2021/2022 ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von T€ 764,5. Auch die Liquiditätslage der Gesellschaft ist angespannt. Hierzu wird auf die Ausführungen im Abschnitt "Spezieller Risikobericht" im Lagebericht verwiesen.

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden grundsätzlich beibehalten. Für die Erstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Sofern der beizulegende Wert niedriger ist, wird dieser angesetzt.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände (zwischen 3 und 20 Jahren) linear vorgenommen. Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Zugangsjahr in vollem Umfang abgeschrieben.

Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet:

Ausleihungen zum Nennwert

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung angemessener Gemeinkosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken mit ihrem Nennwert bewertet.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten wurden mit dem Nennwert angesetzt.

Für ungewisse Verbindlichkeiten aus Pensionsverpflichtungen wurden Rückstellungen gebildet. Die Rückstellungsbildung wurde gem. § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags bewertet. Die Pensionsrückstellungen betragen Euro 1.526.493,00. Der Ausweis erfolgte zum Teil nach § 246 Abs. 2 HGB auf der Aktivseite und unter Berücksichtigung von § 254 HGB teilweise auf der Passivseite.

Zur Ermittlung der Pensionsrückstellung wurde die Projected Unit Credit (PUC)-Methode i.S.v. IAS 19 bzw. das modifizierte Teilwertverfahren angewendet.

Für die Berechnungen wurden folgende Annahmen getroffen:

Zinssatz 1,79 %
Rententrend 0,0 - 1,5 %
erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen 0,00 %
zugrunde gelegte Sterbetafel Heubeck 2018 G

Die Steuerrückstellungen beinhalten noch nicht veranlagte Steuern, die Vorjahre betreffen.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die Bewertung erfolgte mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, wurden mit dem Devisenkassakurs am Abschlussstichtag bewertet. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr und weniger wird die Anschaffungskostenrestriktion des § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB und das Vorsichtsprinzip § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB nicht beachtet.

Angaben zur Bilanz

Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens

Zur Darstellung und Aufgliederung des Anlagevermögens verweisen wir auf den beigefügten Anlagespiegel.

Die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird als Zugang und Abgang ausgewiesen.

Der Betrag der in den kumulierten Abschreibungsbeträgen nicht enthaltenen Sofortabschreibungen beläuft sich auf Euro 11.724,86.

Die Ausleihungen betreffen ein Darlehn an einen nahestehenden Geschäftspartner mit einer Verzinsung von 3,5% und einer Laufzeit über 10 Jahre. In den vergangenen fünf Jahren lag der Cashflow des Geschäftspartners stets über den vereinbarten Tilgungsraten.

Angabe zu Forderungen mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr

Der Betrag der Sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr beträgt Euro 441.911,00 (Vorjahr: Euro 456.431,00) aus Rückdeckungsversicherungen für Pensionszusagen.

Angaben zu Forderungen gegenüber Gesellschaftern

Der Wert der Forderungen gegenüber Gesellschaftern beläuft sich auf Euro 1.926.305,05 (Vorjahr: Euro 1.731.259,64) und entspricht den Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

Aktivierte Disagiobeträge

In den Rechnungsabgrenzungsposten wurde ein Disagiobetrag in Höhe von 1.083,69 Euro (Vorjahr: 4.282,02 Euro) eingestellt.

Aktive latente Steuern

Aufgrund von temporären Bewertungsunterschieden zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz in den Positionen "immaterielle Vermögensgegenstände" und "Pensionsrückstellungen" ergeben sich aktive latente Steuern, die mit einem Steuersatz von 30,875% bewertet wurden.

Ausschüttungssperre

Der Gesamtbetrag, der gem. § 268 Abs. 8 HGB der Ausschüttungssperre unterliegt, beträgt Euro 381.580,00.

Im Einzelnen gliedert sich der Gesamtbetrag wie folgt:

Gesamtbetrag gemäß Ausschüttungssperre Euro
Aktivierung latenter Steuern 247.983,00
Unterschiedsbetrag i.S.d. § 253 Abs. 6 HGB zur Bewertung von Pensionsrückstellungen 133.597,00
Gesamtbetrag 381.580,00

Pensionsrückstellungen

Aus der geänderten Bewertung der laufenden Pensionen war eine Zuführung der Rückstellungen erforderlich.

Bei den Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen ergibt sich zwischen dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ein Unterschiedsbetrag im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von Euro 133.597,00.

Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden

Für die Saldierung von Schulden aus Altersvorsorgeverpflichtungen mit verrechnungsfähigen Vermögenswerten wurden folgende Werte ermittelt:

Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden Euro
Erfüllungsbetrag der Schulden 431.226,00
Zeitwert der verrechneten Vermögenswerte 514.390,00
verrechnete Aufwendungen 7.072,00
verrechnete Erträge 12.673,00

Die verrechneten Vermögenswerte wurden mit dem vom Versicherer mitgeteilten Deckungskapital für die einzelnen Verträge angesetzt. Der Zeitwert entspricht hier den fortgeführten Anschaffungskosten. Die Pensionsrückstellungen decken die erteilten Versorgungszusagen in vollem Umfang.

Angaben und Erläuterungen zu Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen ungewisse Verpflichtungen aus dem Personalbereich (TEuro 553,0), ausstehende Abrechnungen (TEuro 464,4) sowie Gewährleistungsverpflichtungen.

Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit > 5 Jahre und der Sicherungsrechte

Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren beträgt Euro 2.802.507,41 (Vorjahr: Euro 3.785.785,72).

Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, beträgt Euro 20.083.394,76.

Die nachfolgenden Sicherungsarten und Sicherungsformen sind mit den Verbindlichkeiten verbunden:

Aufgliederung der Verbindlichkeiten und Sicherungsrechte mit einer Restlaufzeit > 5 Jahre

Die nachfolgende Darstellung zeigt Restlaufzeiten und Sicherungsrechte der in der Bilanz aufgeführten Verbindlichkeiten.

Art der Verbindlichkeit Restlaufzeit großer 5 Jahre Sicherung Vermerk
Euro Euro
gegenüber Kreditinstituten 2.360.379,11 13.092.171,10 1,2,3,4
aus Lieferungen und Leistungen 0,00 5.472.941,26 5
gegenüber verbundenen Unternehmen 442.128,30 1.397.152,36 2
sonstige Verbindlichkeiten 0,00 121.130,04 5
Summe 2.802.507,41 22.148.497,39

Die Nummern der Sicherungsvermerke bedeuten:

1 = Pfandrecht an unbeweglichen Sachen

2 = Pfandrecht an beweglichen Sachen

3 = Sicherungsübereignung Vorräte

4 = Sicherheitsabtretung Forderungen

5 = Eigentumsvorbehalt (außer bei Dienstleistungen)

Angabe zu Restlaufzeitvermerken

Der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt Euro 15.759.430,38 (Vorjahr: Euro 15.572.315,12)

Der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr beträgt Euro 8.032.830,06 (Vorjahr: Euro 10.138.071,15).

Die Beträge bis zu einem Jahr setzen sich wie folgt zusammen (in Klammern größer einem Jahr): Kreditinstitute TEuro 6.271,2 (TEuro 6.821,0), Lieferungen und Leistungen TEuro 5.472,9 (TEuro 0,0), verbundene Unternehmen TEuro 185,3 (TEuro 1.211,9) und Sonstige TEuro 3.830,0 (TEuro 0,0).

Angaben zu Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern

Der Betrag der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern beläuft sich auf Euro 1.397.152,36 (Vorjahr: Euro 1.579.716,57) und entspricht den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Nicht bilanzierte sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von TEuro 375,4 sonstige finanzielle Verpflichtungen für Leasingraten sowie jährliche Mietraten in Höhe von TEuro 803,1 (davon gegenüber verbundenen Unternehmen / Gesellschaftern TEuro 360,0).

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind neben der Verwendung von PKW's (TEuro 65,2) insbesondere Erträge aus der Herabsetzung von Einzelwertberichtigungen (TEuro 216,2) sowie Verbindlichkeiten (TEuro 142,2) und Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens (TEuro 560,1) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Forderungsverluste in Höhe von TEuro 361,7 enthalten.

Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:

Arbeitnehmergruppen Zahl
Arbeiter 151
Angestellte 29
Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt damit 180
vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter 170
teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter 10

Namen der Geschäftsführer

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Erster Geschäftsführer: Rainer Schonlau ausgeübter Beruf: Kaufmann
Weitere Geschäftsführer: Bernd Schonlau ausgeübter Beruf: Kaufmann

Honorar des Abschlussprüfers

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt 33.500 Euro und gliedert sich wie folgt:

Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern die folgende Ergebnisverwendung vor:

Der Jahresüberschuss beträgt Euro 1.163.648,27.

Einschließlich des zu berücksichtigenden Verlustvortrags ergibt sich ein Betrag von Euro - 2.042.705,90, der zu verwenden ist.

In die Rücklagen werden Euro 0,00 eingestellt.

Zur Ausschüttung ist ein Betrag von Euro 0,00 vorgesehen.

Auf neue Rechnung werden Euro - 2.042.705,90 vorgetragen.

 

Langenberg, 17. April 2023 / 23. Februar 2024

Rainer Schonlau

Bernd Schonlau

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.07.2021 Zugänge Abgänge Stand 30.06.2022
Euro Euro Euro Euro
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte und ähnliche Rechte und Waren Lizenzen an solchen Rechten und Werten 930.307,93 0,00 0,00 930.307,93
930.307,93 0.00 0,00 930.307,93
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstuckgleiche Rechte einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 429.152,93 15.742,70 0,00 444.895,63
2. technische Anlagen und Maschinen 14.234.245.61 92.265.99 1.477.038,42 12.849.473,18
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.840.547.88 14.749,23 107.443.35 3.747.853,76
4. gezahlte Anzahlungen und Anlagen im Bau 71.833,14 10.325,05 0,00 82.158,19
Summe Sachanlagen 18.575.779,56 133.082.97 1.584.481,77 17.124.380,76
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 6.268.104.47 212.639.35 420.000,00 6.060.743,82
Summe Finanzanlagen 6.268.104.47 212.639,35 420.000,00 6.060.743,82
Summe Anlagevermögen 25.774.191,96 345.722,32 2.004.481,77 24.115.432,51
Abschreibungen
Stand 01.07.2011 Geschäftsjahr Abgänge Stand 30.06.2022
Euro Euro Euro Euro
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte und ähnliche Rechte und Waren Lizenzen an solchen Rechten und Werten 930.300,43 0,00 0,00 930.300,43
930.300,43 0.00 0,00 930.300,43
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstuckgleiche Rechte einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 135.077,38 25.919,70 0,00 160.997.08
2. technische Anlagen und Maschinen 10.011.724,11 871.346.99 1.143.379,42 9.739.691,68
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.855.119,38 197.082,23 105.691,85 2.946.509,76
4. gezahlte Anzahlungen und Anlagen im Bau 0.00 0.00 0,00 0.00
Summe Sachanlagen 13.001.920,87 1.094.348,92 1.249.071.27 12.847.198.52
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 0.00 0.00 0.00 0.00
Summe Finanzanlagen 0.00 0,00 0.00 0.00
Summe Anlagevermögen 13.932.221,30 1.094.348,92 1.249.071,27 13.777.498,95
Buchwerte
Stand 30.06.2022 Stand 30.06.2021
Euro Euro
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte und ähnliche Rechte und Waren Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7,50 7,50
7,50 7,50
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstuckgleiche Rechte einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 283.898,55 294.075,55
2. technische Anlagen und Maschinen 3.109.781,50 4.222.521,50
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 801.344,00 985.428,50
4. gezahlte Anzahlungen und Anlagen im Bau 82.158,19 71.833.14
Summe Sachanlagen 4.277.182,24 5.573.858,69
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 6.060.743,82 6.268.104,47
Summe Finanzanlagen 6.060.743,82 6.268.104,47
Summe Anlagevermögen 10.337.933,56 11.841.970.66

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 18.04.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die SWL Tischlerplatten Betriebs-GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der SWL Tischlerplatten Betriebs-GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 30. Juni 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der SWL Tischlerplatten Betriebs-GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. Juni 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben unter Allgemeine Angaben "Bestandsgefährdende Risiken" im Anhang sowie die Angaben in den Abschnitten "Chancen- und Risikobericht" sowie "Spezieller Risikobericht" des Lageberichtes, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass sich die Gesellschaft in einer Phase der Neuausrichtung und angespannten Liquiditätssituation befindet und der Fortbestand der Gesellschaft vom Eintreten der in der Unternehmensplanung gemachten Prämissen und der weiteren Unterstützung der Kreditgeber abhängig ist. Wie in den Abschnitten des Lageberichtes dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Die Website des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) enthält unter "https://www.idw.de/idw/verlautbarungen/bestaetigungsvermerk/hgb-ja-non-pie" eine weitergehende Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Diese Beschreibung ist Bestandteil unseres Bestätigungsvermerks."

 

Werl, 26. Februar 2024

S & C Audit GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Nadine Schöneborn, Wirtschaftsprüferin

Bernd Düser, Wirtschaftsprüfer

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