Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 191901
Vorher
Delia Fischer Internet GmbHWestwing Home & Living GmbH
Eingetragen
3.5.2011
Branche
Einzelhandel mit WohnmöbelnTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von MöbelnGroßhandel mit Möbeln, Teppichen, Lampen und Leuchten
Gegenstand
Entwicklung, Vermarktung und Erbringung von Internetdienstleistungen (E-Commerce-Handel mit Waren verschiedener Art, insbesondere Einrichtungsgegenstände, Möbel, Dekorationsaccessoires, Antiquitäten, Heimtextilien und verwandte Produkte), die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung und der Handel mit solchen Waren, insbesondere Einrichtungsgegenstände, Möbel, Dekorationsaccessoires, Antiquitäten, Heimtextilien und verwandte Produkte, die Erbringung von Logistikdienstleistungen, digitalen Dienstleistungen und alle mit dem vorgenannten Unternehmensgegenstand zusammenhängenden Geschäfte und Dienstleistungen in Deutschland und/oder im Ausland, selbst oder mittels Tochtergesellschaften oder anderweitig.

Historie

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Management

NameRolle
Sebastian Westrich
seit 7.8.2023
Prokura
Prokura
Andreas Dr. Hoerning
seit 29.12.2020
Geschäftsführer
Stefan Smalla
seit 3.5.2011
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Westwing Group SE
Germany
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

Westwing GmbH (vormals: Westwing Home & Living GmbH)

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Westwing GmbH (ehemals Westwing Home & Living GmbH)

München

Zur Einreichung zum Bundesanzeiger Jahresabschluss und Lagebericht 31. Dezember 2016

Inhaltsverzeichnis

Bestätigungsvermerk

Rechnungslegung

Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt

Hinweis:

Den nachfolgenden Bestätigungsvermerk haben wir, unter Beachtung der gesetzlichen und berufsständischen Bestimmungen, nach Maßgabe der in der Anlage "Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt" beschriebenen Bedingungen erteilt.

Falls das vorliegende Dokument in elektronischer Fassung für Zwecke der Offenlegung im Bundesanzeiger verwendet wird, sind für diesen Zweck daraus nur die Dateien zur Rechnungslegung und im Falle gesetzlicher Prüfungspflicht der Bestätigungsvermerk resp. die diesbezüglich erteilte Bescheinigung bestimmt.

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Westwing GmbH (ehemals Westwing Home & Living GmbH), München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

München, den 29. Mai 2017

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dahmen, Wirtschaftsprüfer

Rettenmayr, Wirtschaftsprüfer

Westwring GmbH, München

Bilanz zum 31. Dezember 2016

Aktiva

31.12.2016 31.12.2015
EUR EUR
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 178,56 454,06
  178,56 454,06
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 457.224,48 543.091,80
2. Technische Anlagen 1.865.492,36 1.982.849,95
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 328.538,97 228.326,26
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.013,03 2.850,00
  2.654.268,84 2.757.118,01
  2.654.447,40 2.757.572,07
B. Umlaufvermögen    
I. Vorräte    
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 39.780,00 21.183,15
2. Handelswaren 4.735.849,76 5.236.882,24
3. Geleistete Anzahlungen 229.553,56 183.712,23
  5.005.183,32 5.441.777,62
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 923.553,35 540.771,90
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.713.177,35 4.120.423,05
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.551.418,68 2.460.856,62
  6.188.149,38 7.122.051,57
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 3.736.515,59 3.432.031,41
  14.929.848,29 15.995.860,60
C. Rechnungsabgrenzungsposten 32.417,45 61.486,09
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 63.962.193,85 60.831.780,89
  81.578.906,99 79.646.699,65

Passiva

   
  31.12.2016 31.12.2015
  EUR EUR
A. Eigenkapital    
I. Gezeichnetes Kapital 41.072,00 41.072,00
II. Kapitalrücklage 1.583.992,00 1.583.992,00
III. Verlustvortrag -62.456.844,89 -51.490.105,55
IV. Jahresfehlbetrag -3.130.412,96 -10.966.739,34
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 63.962.193,85 60.831.780,89
  0,00 0,00
B. Rückstellungen    
Sonstige Rückstellungen 15.151.607,19 16.186.230,41
  15.151.607,19 16.186.230,41
C. Verbindlichkeiten    
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.209.037,50 1.908.444,49
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.552.244,90 5.259.412,57
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 56.406.176,13 55.648.245,20
davon gegenüber Gesellschafter EUR 53.850.197,71 (Vj. EUR 54.107.108,28)    
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.259.841,27 644.366,98
davon aus Steuern EUR 861.101,70 (Vj. EUR 460.033,30)    
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 49.530,38 (Vj. EUR 67.000,26)    
  66.427.299,80 63.460.469,24
  81.578.906,99 79.646.699,65

Westwing GmbH, München

Gewinn- und Verlustrechnung für 2016

2016 2015
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 88.566.268,95 67.032.110,73
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 52.721.766,48 41.006.156,92
3. Bruttoergebnis vom Umsatz 35.844.502,47 26.025.953,81
4. Vertriebskosten 27.738.286,65 28.367.173,99
5. Allgemeine Verwaltungskosten 8.989.619,01 10.071.149,91
6. Sonstige betriebliche Erträge 276.071,16 3.801.647,42
davon Erträge aus Währungsumrechnung EUR 105.511,25 (Vj. EUR 193.562,10)    
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 380.106,74 298.010,82
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung EUR 108.229,52 (Vj. EUR 148.941,24)    
  -987.438,77 -8.908.733,49
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 754,69 737,37
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.143.728,88 2.058.743,22
davon an verbundene Unternehmen EUR 2.143.089,43 (Vj. EUR 2.015.278,85)    
  -2.142.974,19 -2.058.005,85
10. Ergebnis nach Steuern/Jahresfehlbetrag -3.130.412,96 -10.966.739,34

Westwing GmbH, München

Anhang für das Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis 31.12.2016

I. Allgemeine Hinweise

Die Westwing GmbH ("Westwing" oder "Gesellschaft", vormals Westwing Home & Living GmbH) ist eine in Deutschland gegründete, in ihrer Haftung beschränkte Gesellschaft mit Sitz in München, Deutschland (Handelsregister München HRB 191901).

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB in der Fassung des Bilanzrichtlinienumsetzungsgesetzes (BilRUG) sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes unter Anwendung der Going-Concern-Prämisse aufgestellt. Die Gesellschaft gilt als große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3, 4 HGB. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den §§ 266 und 275 HGB sowie § 42 GmbHG.

Das Eigenkapital der Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag durch Verluste aufgebraucht. Die Bilanz zum 31. Dezember 2016 weist demzufolge einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag auf. Die Geschäftsführung geht aufgrund der Planungen vom Fortbestand der Gesellschaft und einer künftigen Verbesserung der Ertragslage aus sowie, dass die Gesellschaft im Folgejahr und darüber hinaus ihren Zahlungsverpflichtungen im vollen Umfang nachkommen kann. Wir verweisen auf die weiteren Erläuterungen unter Punkt II. Verbindlichkeiten.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.

Beträge sind in Tausend Euro (T€, TEUR), soweit nicht anders angegeben.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir einzelne Posten in der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und daher in diesem Anhang gesondert aufgegliedert und erläutert.

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Durch die Erstanwendung des BilRUG wurden Erträge aus den sonstigen betrieblichen Erträgen in die Umsatzerlöse umgegliedert. Wir verweisen auf die entsprechende Anhangangabe zu den Umsatzerlösen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungskosten angesetzt. Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen fortgeschrieben.

Bei den in der Bilanz angesetzten immateriellen Vermögensgegenständen handelt es sich überwiegend um Software, deren Abschreibung linear über eine geschätzte Nutzungsdauer von 3-5 Jahren erfolgt.

Aufwendungen für Instandhaltung und Wartung werden im Aufwand erfasst, sobald sie anfallen. Zinsen auf für die Akquisition von immateriellen Vermögensgegenständen aufgenommenes Fremdkapital werden nicht als Teil der Herstellungskosten angesetzt.

Entwicklungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der linearen Methode gemäß der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer vorgenommen. Anschaffungskosten beinhalten die direkt dem Erwerb zurechenbaren Aufwendungen. Nachträgliche Anschaffungskosten werden nur dann als Teil der Anschaffungskosten des Vermögenswerts oder - sofern einschlägig -als separater Vermögenswert erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der Gesellschaft daraus zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig ermittelt werden können.

Aufwendungen für Instandhaltung und Wartung werden im Aufwand erfasst, sobald sie anfallen.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die voraussichtliche Nutzungsdauer des Sachanlagevermögens ist wie folgt:

Mietereinbauten 4-15 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 4-15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2-13 Jahre
Fahrzeuge 6-8 Jahre

Die Anschaffungskosten für geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Wert von bis zu € 410,00 werden im Jahr der Anschaffung oder Herstellung vollständig in Abzug gebracht.

Zinsen auf für die Akquisition von Sachanlagevermögen aufgenommenes Fremdkapital werden nicht als Teil der Herstellungskosten angesetzt.

Vorräte werden mit den Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Alle im Rahmen der Vorräte bilanzierten Gegenstände werden regelmäßig bezüglich ihrer Qualität überprüft. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bzw. ihrem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet. In Einzelfällen werden risikobehaftete Posten durch Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen angepasst. Sämtliche Forderungen und anderen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Ausgenommen hiervon sind nur die hinterlegten Mietkautionen, die verzinst werden.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten sind mit dem Nennwert angesetzt.

Die Bildung latenter Steuern erfolgt auf temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswertes bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem Steuerbilanzwert zum Abschlussstichtag, sofern ein passivischer Überhang besteht.

Die Rückstellungen beinhalten unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und wurden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Zum Abschlussstichtag sind in der Bilanz im Wesentlichen folgende Rückstellungen angesetzt: Rückstellungen für Personal, Rückstellungen für Kunden-Retouren, Rückstellungen für erhaltene aber noch nicht berechnete Lieferungen und Leistungen. Als Entlohnung für geleistete Arbeit, erhalten berechtigte Mitarbeiter eine anteilsbasierte Vergütungskomponente mit Barausgleich. Die Kosten, die aufgrund von Transaktionen mit Barausgleich entstehen, werden zunächst unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Modells mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Der beizulegende Zeitwert wird über den Zeitraum bis zum Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit erfolgswirksam verteilt unter Erfassung einer korrespondierenden Rückstellung. Diese Rückstellung wird zu jedem Abschlussstichtag neu bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden in den jeweiligen Funktionskosten bzw. in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt. Jegliche Beträge, die über den Nennbetrag hinaus oder freiwillig eingezahlt wurden, sind in der Kapitalrücklage bilanziert.

Es ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt worden, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind.

Gewinne sind nur berücksichtigt worden, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert wurden. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung berücksichtigt worden.

Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die mit den Gütern verbundenen Risiken und Chancen übertragen worden sind und werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung bewertet, wobei Steuern oder andere Abgaben unberücksichtigt bleiben. Als Umsatzerlöse gelten mit der Erstanwendung des BilRUG auch Erträge, die nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit oder dem typischen Leistungsangebot des Unternehmens entsprechen, sondern alle Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen. Bei Westwing sind das vor allem Erträge aus der Weiterbelastung von Dienstleistungen für andere Konzern-Unternehmen.

Geschäftsvorgänge, die während des Geschäftsjahres in Fremdwährungen vollzogen wurden, werden unterjährig zum aktuellen Kurs umgerechnet und dann mit dem errechneten Euro-Wert bilanziell dargestellt. Jegliche Währungsdifferenzen, die unterjährig realisiert werden, werden erfolgswirksam erfasst. Forderungen und Verbindlichkeiten, die am Jahresende in der Bilanz aufgeführt werden und in Fremdwährungen entstanden sind, werden zum Jahresende neu mit dem Devisenkassamittelkurs angesetzt. Unrealisierte Währungsdifferenzen, die durch diese Anpassung entstehen, werden auch erfolgswirksam erfasst; unrealisierte Kursgewinne werden nur erfasst, sofern diese von kurzfristiger Natur und damit hinreichend sicher sind.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurden vom Management Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen getroffen, die sich auf die Höhe ausgewiesener Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte, Schulden und jeweils zugehörige Angaben auswirken.

II. Erläuterungen zur Bilanz

Sachanlagevermögen

Beim Anlagevermögen der Gesellschaft handelt es sich neben den als technische Anlagen ausgewiesenen Lagereinrichtungen um Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie um Umbauten in angemieteten Büroflächen und im Lager.

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in einem Anlagegitter als Anlage zum Anhang dargestellt.

Vorräte

Die in der Bilanz ausgewiesenen Vorräte können wie folgt unterteilt werden:

31.12.2016 31.12.2015
TEUR TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 40 21
Handelswaren 4.736 5.237
Geleistete Anzahlungen 229 184
Summe 5.005 5.442

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die in der Bilanz gezeigten Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände können wie folgt unterteilt werden:

31.12.2016 31.12.2015
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 924 541
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen 2.713 4.120
Sonstige Vermögensgegenstände 2.551 2.461
Summe 6.188 7.122

Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind zum Nominalwert bilanziert und sind in der Regel innerhalb von 14 Tagen fällig. Bei Umsätzen mit verbundenen Unternehmen werden die eigenen Kosten generell mit einem Aufschlag von 10% weiterberechnet. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Forderungen gegen Gesellschafter von TEUR 1.711 (31.12.2015: TEUR 2.158).

Unter anderem sind in den Sonstigen Vermögensgegenständen Forderungen gegen Zahlungsprovider (TEUR 858; 31.12.2015: TEUR 1.102) sowie Kautionen für angemietete Immobilien (TEUR 1.000; 31.12.2015: TEUR 936) enthalten; letztere haben eine Restlaufzeit größer einem Jahr.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Die bilanzierten Werte können wie folgt unterteilt werden:

31.12.2016 31.12.2015
TEUR TEUR
Kassenbestand 2 5
Bankguthaben 3.734 3.427
Summe 3.736 3.432

Vom Bankguthaben sind zum 31. Dezember 2016 in Höhe von TEUR 95 (31.12.2015: TEUR 235) verfügungs-beschränkt.

Eigenkapital

Das im Handelsregister eingetragene Stammkapital ist in Höhe von EUR 41.072 voll einbezahlt. Die Kapitalrücklage beinhaltet die über das Nennkapital einbezahlten Beträge. Der Jahresfehlbetrag wird vorgetragen.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 15.152 (31.12.2015: TEUR 16.186) beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Personal inklusive für anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich (TEUR 9.579; 31.12.2015: TEUR 10.846), Rückstellungen für Kunden-Retouren (TEUR 706; 31.12.2015: TEUR 561) sowie Rückstellungen für erhaltene aber noch nicht berechnete Lieferungen und Leistungen (TEUR 4.454; 31.12.2015: TEUR 4.755).

Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich

Die Gesellschaft gewährt nach eigenem Ermessen Mitarbeitern im Rahmen des sogenannten Employee-Share-Option-Programms (ESOP) anteilsbasierte Vergütungen, die in bar ausgeglichen werden. Die einzelnen Verträge beinhalten verschiedene Kriterien, die erfüllt sein müssen, um die Ansprüche geltend machen zu können.

Grundsätzlich beträgt die Vertragslaufzeit der Abmachungen vier Jahre, über die die Ansprüche in den meisten Fällen gleichmäßig erdient werden. Der Großteil der Verträge beinhaltet allerdings zusätzlich eine Vereinbarung, nach der die ersten Ansprüche überhaupt erst nach zwölf Monaten geltend gemacht werden können.

Zusätzlich beinhalten die Abmachungen auch die Vereinbarung, dass die Ansprüche nur beim Eintritt bestimmter Ereignisse geltend gemacht werden können.

Die Kosten, die aufgrund von Transaktionen mit Barausgleich entstehen, werden zunächst unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Modells mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Der beizulegende Zeitwert wird über den Zeitraum bis zum Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit erfolgswirksam unter Erfassung einer korrespondierenden Verpflichtung verteilt. Die Verpflichtung wird zu jedem Abschlussstichtag neu bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden in den Aufwendungen in den jeweiligen Funktionskosten bzw. in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Zum 31. Dezember 2016 beträgt der Wert der Rückstellung TEUR 9.579 (31.12.2015: TEUR 10.499).

Verbindlichkeiten

Die in der Bilanz gezeigten Verbindlichkeiten können wie folgt unterteilt werden:

31.12.2016 31.12.2015
TEUR TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.209 1.908
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.552 5.259
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen    
- davon aus Lieferungen und Leistungen 2.556 1.541
- davon Darlehen von Gesellschaftern inkl. Zinsen 53.850 54.107
Sonstige Verbindlichkeiten    
- davon aus Steuern 861 460
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 50 67
- Übrige 349 118
Summe 66.427 63.460

Die Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr mit Ausnahme eines Teilbetrags von TEUR 53.850 bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, die eine Laufzeit über einem Jahr und unter fünf Jahren besitzen.

Die Darlehen von Gesellschaftern sind in Euro denominiert und werden mit 4,5% verzinst. Die Darlehen haben eine unbestimmte Laufzeit und können vom Darlehensgeber oder dem Darlehensnehmer unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten gekündigt werden. Die Gesellschaft hat mit der Westwing Group GmbH jedoch einen Kündigungsverzicht sowie einen qualifizierten Rangrücktritt für alle Darlehen bis 31. Dezember 2018 vereinbart. Eine Rückzahlung wird erst dann erfolgen, wenn künftige Bilanzgewinne, etwaige Liquidationsüberschüsse oder sonstiges freies Vermögen zur Verfügung stehen.

III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Neben dem ersten und größten Geschäftsbereich eines Shopping-Clubs hat die Gesellschaft im Februar 2015 ein ergänzendes Geschäftsmodell in Form des Online-Shops WestwingNow gestartet. Der Großteil des Umsatzes wird allerdings bisher noch durch das Westwing-Club-Geschäft generiert. Der Gesamtumsatz wurde für 2016 an die neue Umsatzdefinition des BilRUG angepasst. TEUR 2.429 wurden in 2016 von den sonstigen betrieblichen Erträgen in die Umsatzerlöse umgegliedert. Der korrespondierende Betrag für 2015 hätte TEUR 2.913 betragen.

Der im Gesamtumsatz von TEUR 88.566 (2015: TEUR 67.032) enthaltene Umsatz mit Endkunden betrug in 2016 TEUR 79.202 (2015: TEUR 61.619). Der restliche Umsatz wurde mit verbundenen Unternehmen getätigt.

Die geographische Aufgliederung der Umsatzerlöse aus dem Endkundengeschäft ist wie folgt:

2016 2015
TEUR TEUR
Deutschland 64.265 50.564
Österreich 8.729 5.974
Schweiz 6.208 5.081
Summe 79.202 61.619

Sonstige betriebliche Erträge

Die Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Beträge hat sich mit der Erstanwendung des BilRUG geändert. Weiterbelastungen von Services an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 2.429 werden nunmehr in 2016 als Umsatzerlöse ausgewiesen. Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von TEUR 276 (2015: TEUR 3.802) handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus Wechselkurseffekten (TEUR 106), Beiträge aus dem Ausgleich des Mutterschutzlohns (TEUR 65) und Versicherungserstattungen (TEUR 30). Im Vorjahr hätten die umzugliedernden sonstigen betrieblichen Erträge TEUR 2.913 betragen. Neben Dienstleistungen an verbundene Unternehmen waren im Vorjahr periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für anteilsbasierte Vergütung in Höhe von TEUR 525 enthalten.

Materialaufwand

Insgesamt betrug der Materialaufwand in 2016 TEUR 52.722 (2015 TEUR: 41.006). Der Materialaufwand ist in der GuV in den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen enthalten.

Der Materialaufwand kann wie folgt gegliedert werden:

2016 2015
TEUR TEUR
Aufwendungen für Hilfs- und Betriebsstoffe    
und für bezogene Waren 51.709 40.326
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.013 680
Summe 52.722 41.006

Personalangaben

Während des Jahres beschäftigte das Unternehmen im Durchschnitt 224 Mitarbeiter (2015: 251), die sich wie folgt aufgliedern:

2016 2015
Logistik 87 93
Verwaltung/Vertrieb/Sonstiges 137 158
Summe 224 251

Auf Grundlage von § 286 Abs. 4 HGB werden keine Gesamtbezüge von Geschäftsführern ausgewiesen, da einer der drei Geschäftsführer keine Bezüge von der Gesellschaft erhielt.

Der gesamte Personalaufwand betrug TEUR 11.184 (2015: TEUR 12.281). Er kann wie folgt untergegliedert werden:

2016 2015
TEUR TEUR
Löhne und Gehälter 9.470 10.573
Soziale Abgaben 1.664 1.708
Anteilsbasierte Vergütung - ESOP 50 -
Summe 11.184 12.281

Zinsaufwendungen

2016 2015
TEUR TEUR
Zinsaufwendungen für Darlehen Dritter 1 2
Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen 2.143 2.015
Zinsaufwendungen aus Finanzierungsleasing - 42
Summe 2.144 2.059

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen handelt es sich im Wesentlichen um Aufwendungen aus der Wertberichtigung von Forderungen (TEUR 194) sowie aus Währungsumrechnungen (2016: TEUR 108; 2015: TEUR 149).

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Laufende und latente Steuern sind für 2016 nicht angefallen bzw. gebucht worden (2015: TEUR 0). Die vorhandenen, steuerlichen Verlustvorträge sowie die temporären Differenzen aus kumulierten Aufwendungen aus anteilsbasierter Vergütung mit Barausgleich würden zu aktiven latenten Steuern führen, die mit einem Steuersatz von rd. 30% bewertet worden wären. Diese sind nicht angesetzt worden.

IV. Sonstiges

Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft befindet sich in den folgenden Haftungsverhältnissen:

31.12.2016 31.12.2015
TEUR TEUR
Aus Garantien 161 211
Summe 161 211

Die Gesellschaft geht Haftungsverhältnisse nur nach sorgfältiger Risikoabwägung und grundsätzlich nur in Zusammenhang mit ihrer eigenen oder der Geschäftstätigkeit verbundener Unternehmen ein. Auf Basis einer kontinuierlichen Evaluierung der Risikosituation der eingegangenen Haftungsverhältnisse und unter Berücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse gehen wir derzeit davon aus, dass die den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jeweiligen Hauptschuldnern erfüllt werden können. Wir schätzen daher bei allen aufgeführten Haftungsverhältnissen das Risiko einer Inanspruchnahme als nicht wahrscheinlich ein.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen (brutto) bestehen in Höhe von TEUR 12.201 (2015: TEUR 5.990), die nicht in der Bilanz enthalten sind:

Restlaufzeiten bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre ab 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Mietverträge 2.328 5.632 3.898 11.858
Sonstige Leasingverträge 184 159 0 343
  2.512 5.791 3.898 12.201

Die finanziellen Verpflichtungen aus Mietverträgen umfassen finanzielle Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 732 mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, TEUR 2.970 mit einer Restlaufzeit von einem bis fünf Jahren, und TEUR 3.898 mit einer Restlaufzeit ab fünf Jahren.

Nachtragsbericht

Nach dem Ablauf des Geschäftsjahres 2016 sind folgende Ereignisse eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die zukünftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Westwing-Konzerns oder mittelbar auf die Gesellschaft haben:

Am 10. Januar 2017 haben die Westwing Group GmbH und Kreos einen Vertrag über eine Kreditlinie in Höhe von EUR 10 Mio. sowie eine Optionsvereinbarung unterzeichnet. Das Ziehen der Kreditlinie liegt im alleinigen Ermessen von Westwing und ist gemäß Vertrag bis zum 1. Januar 2018 möglich. Am 8. März 2017 hat die Westwing Group eine Tranche der mit Kreos vereinbarten Kreditlinie in Höhe von EUR 5 Mio. gezogen. Der Zahlungseingang fand Anfang April 2017 statt.

Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der Westwing Group GmbH, Berlin, einbezogen. Dieses Unternehmen stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis der einbezogenen Unternehmen auf. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Abschlussprüferhonorar

Die Angaben zum Abschlussprüferhonorar sind Bestandteil der Angaben des Konzernabschlusses

der Westwing Group GmbH, Berlin, in den die Gesellschaft einbezogen wird.

Geschäftsführung

Die während des Jahres als Geschäftsführer agierenden Personen waren Stefan Smalla (CEO), Delia Barbara Fischer (Style, PR) und Matthias Siepe (C00). Delia Barbara Fischer und Stefan Smalla sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Auf die Angaben nach § 285 Nr. 9a, b HGB wird unter Bezugnahme auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

 

München, den 24. Mai 2017

Geschäftsführung

Stefan Smalla

Delia Barbara

Fischer Matthias Siepe

Der Jahresabschluss wurde am 16.08.2017 festgestellt.

Westwing GmbH, München

Entwicklung des Anlagevermögens 2016

Anlage zum Anhang

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2016 Zugänge Abgänge 31.12.2016
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.435,88 0,00 0,00 2.435,88
  2.435,88 0,00 0,00 2.435,88
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 636.442,27 18.392,50 0,00 654.834,77
2. Technische Anlagen 2.441.856,10 44.980,00 0,00 2.486.836,10
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 721.594,65 311.513,90 -44.790,05 988.318,50
4. geleistete Anzahlung und Anlagen im Bau 2.850,00 163,03 0,00 3.013,03
  3.802.743,02 375.049,43 -44.790,05 4.133.002,40
Summe 3.805.178,90 375.049,43 -44.790,05 4.135.438,28
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2016 Zugänge Abgänge
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände      
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -1.981,82 -275,50 0,00
  -1.981,82 -275,50 0,00
II. Sachanlagen      
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -93.350,47 -104.259,82 0,00
2. Technische Anlagen -459.006,15 -162.337,59 0,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -493.268,39 -210.711,89 44.200,75
4. geleistete Anzahlung und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00
  -1.045.625,01 -477.309,30 44.200,75
Summe -1.047.606,83 -477.584,80 44.200,75
Buchwerte
31.12.2016 31.12.2016 31.12.2015
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände      
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -2.257,32 178,56 454,06
  -2.257,32 178,56 454,06
II. Sachanlagen      
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -197.610,29 457.224,48 543.091,80
2. Technische Anlagen -621.343,74 1.865.492,36 1.982.849,95
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -659.779,53 328.538,97 228.326,26
4. geleistete Anzahlung und Anlagen im Bau 0,00 3.013,03 2.850,00
  -1.478.733,56 2.654.268,84 2.757.118,01
Summe -1.480.990,88 2.654.447,40 2.757.572,07

Westwing GmbH München

Lagebericht 31. Dezember 2016

1. Allgemeine Informationen
  1.1 Eigentümerstruktur/Rechtliche Historie
  1.2 Geschäftsmodell
  1.3 Ziele und Strategie
  1.4 Forschung und Entwicklung
2. Wirtschaftsbericht
  2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Lage
  2.2 Geschäftsverlauf
  2.3 Wirtschaftslage
  2.3.1 Ertragslage
  2.3.2. Finanzlage
  2.3.3. Vermögenslage
  2.4. Personal
3. Risiko- und Chancenbericht
  3.1 Risikomanagementsystem
  3.2 Risikobericht
  3.2.1 Finanzwirtschaftliche Risiken
  3.2.2 Strategische und operationelle Risiken
  3.2.3 IT-Risiken
  3.2.4 Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten
  3.3 Chancenbericht
  3.3.1 Gesamtwirtschaftliche Chancen
  3.3.2 Strategische und operationelle Chancen
4. Prognosebericht

1. Allgemeine Informationen

1.1 Eigentümerstruktur/Rechtliche Historie

Die Westwing GmbH (vormals: Westwing Home & Living GmbH, im Folgenden "Westwing") wurde 2011 in Deutschland gegründet und ist eine in ihrer Haftung beschränkte Gesellschaft mit Sitz in München. Mutter der Gesellschaft ist die Westwing Group GmbH, Berlin, die mehr als 70% der Anteile an Westwing hält. Die übrigen Anteile werden von diversen Mitarbeitern (insbesondere Gründern) gehalten.

Westwing ist in den Konzernabschluss der Westwing-Gruppe, der von der Westwing Group GmbH aufgestellt wird, einbezogen. Die Anteile an der Westwing-Gruppe werden von verschiedenen Investoren gehalten. Zu den größten Investoren zählen unter anderem Rocket Internet, Kinnevik Online Ventures, Summit Partners und Al European Holdings. Im Konzernverbund ist Westwing die größte Landesgesellschaft im Endkundengeschäft. Die Westwing Group GmbH stellt der Westwing sowie den anderen verbundenen Konzernunternehmen Headquarter-Funktionen zur Verfügung und verrechnet diese entsprechend weiter.

1.2 Geschäftsmodell

Westwings erster und größter Geschäftsbereich ist ein Shopping-Club, über den Mitgliedern hochwertige Möbel und Einrichtungsaccessoires angeboten werden. Mitglieder' werden bei Westwing - ähnlich wie in einem Magazin - täglich von neuen Einrichtungsideen inspiriert.

Das Geschäftsmodell von Westwing ist so konzipiert, dass ausschließlich Mitglieder Zugang zur Website und somit zum Produktangebot erhalten. Um Mitglied zu werden, ist eine Registrierung unter Angabe einer E-Mail-Adresse erforderlich. Die Mitgliederzahl stieg bis Ende Dezember 2016 auf fast 3,6 Millionen und wächst weiterhin.

Mitglieder werden organisch durch PR, Social Media, redaktionelle Beiträge, Empfehlungen ("referrals") und Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization, "SED") sowie über kostenpflichtige Kanäle wie Suchmaschinen-Marketing (Search Engine Marketing, "SEM"), Facebook und Display Marketing gewonnen. Für die Werbung eines Neukunden über kostenpflichtige Kanäle fallen bei Westwing einmalig Kosten bei der Registrierung an, die sich durch einen prognostizierbaren "Return an Investment" auszeichnen. Ungefähr 80% der monatlichen Bestellungen werden durch Wiederkäufer auf der Westwing Homepage getätigt, die sich regelmäßig durch sorgfältig ausgewählte Produkte und professionell gestaltete Inhalte inspirieren lassen.

Mit täglich neu gestalteten Newslettern versucht Westwing seine Mitglieder zu begeistern und sie dadurch zu treuen Kunden zu machen. Die konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Kunden (Customer Relationship Management, "CRM") ist für Westwing von strategischer Bedeutung. Jeden Morgen erhalten die Mitglieder einen Newsletter mit Informationen über die aktuellen Verkaufsaktionen ("Kampagnen"), welche jeweils nur für wenige Tage verfügbar sind. Das Produktportfolio von Westwing umfasst hochwertige Wohnungsausstattung und Inneneinrichtung mit bis zu 70% Rabatt gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung der Hersteller.

1 Westwing definiert "Mitglieder" als Personen, die sich auf der Website unter Angabe einer E-Mail Adresse anmelden.

Während sich Geschmack und Erwartungen der Kunden von Land zu Land unterscheiden, sind sich typische Westwing-Kunden dennoch relativ ähnlich: der Großteil dieser Kunden ist weiblich, zwischen 30 und 55 Jahren alt und verfügt über ein leicht überdurchschnittliches Einkommen. Ein Grund dafür ist, dass in den meisten Haushalten Frauen bei Einrichtungsfragen die Kaufentscheidung treffen. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass die meisten Home & Living-Magazine primär auf Frauen ausgerichtet sind.

Westwing bietet seinen Mitgliedern zudem ein kostenloses Online-Magazin mit zahlreichen Dekorationstipps, vielseitigen Einrichtungsideen, den neuesten Trends und Hintergrundinformationen zu den aktuellen Kampagnen an. Das Ziel dieses Magazins ist es, den Kunden ein umfassendes Produktangebot zu präsentieren, welches den Leitspruch des Unternehmens unterstreicht, zu inspirieren und aus jedem Zuhause ein schönes Zuhause zu machen ("To inspire and make every home a beautiful home").

Mitglieder haben über ihren Computer jederzeit Zugriff auf die Homepage und die regelmäßig wechselnden Angebote. Daneben besteht ebenfalls die Möglichkeit mobil über Smartphone- und Tablet-optimierte Seiten sowie über spezielle Apps für iOS- und Android-Geräte auf die Seite zuzugreifen. So können Mitglieder Westwing auch erreichen, wenn sie nicht vor ihrem Computer sitzen. Folglich profitiert Westwing vom anhaltenden Trend zur Nutzung mobiler Geräte, indem bereits etwa 50% aller Bestellungen über mobile Kanäle, wie Smartphones oder Tablets, eingehen.

Westwing bedient den deutschsprachigen Markt (Deutschland, Österreich, Schweiz) und hat sich dort seit dessen Gründung nach eigener Einschätzung als klare Nummer Eins in diesem Segment etabliert.

Das Home & Living-Segment online zu bedienen hat den Vorteil, dass keine Investitionen in Ladenflächen nötig sind und ein effektives Inventar- und damit Umlaufvermögensmanagement möglich ist. Somit kann Westwing als Online-Händler im Vergleich zum traditionellen, stationären Handel eine vielfältigere Produktpalette zu geringeren Kosten anbieten und dabei täglich aufs Neue inspirieren. Wir verweisen auch auf den Abschnitt Chancenbericht.

Auch die Struktur der Anbieterseite des Home & Living-Markts trägt zu Westwings vorteilhafter Position bei. Der Markt für Anbieter von Home & Living-Produkten ist im Vergleich zu dem von Mode oder Elektronik stark fragmentiert und von lokal tätigen Unternehmen geprägt. Die Kombination von wenigen großen und vielen kleinen Lieferanten führt dazu, dass Westwing von keinem Lieferanten abhängig ist.

Ein weiterer kritischer Erfolgsfaktor des Geschäftsmodells liegt darin, die Lieferanten so stark in den Einkaufsprozess zu integrieren, dass eine effiziente, global ausgerichtete Beschaffung in einem fragmentierten Markt gewährleistet werden kann. Für die Mehrheit der Verkaufs-Kampagnen erteilt Westwing seinen Lieferanten erst nach der Kundenbestellung die Aufträge. Dieses Geschäftsmodell ermöglicht es, den Kunden eine große Produktvielfalt zu attraktiven Preisen anzubieten, da Lagerbestände und damit verbundene Lager- und Kapitalkosten auf ein Minimum reduziert werden können.

Als ergänzendes Geschäftsmodell startete Westwing den neuen Online-Shop WestwingNow im Februar 2015 in Deutschland, um eine ständige Auswahl an Wohnaccessoires und Möbeln anbieten zu können. Eine vorherige Registrierung ist hierbei nicht erforderlich, um die Website aufrufen zu können. Das Shopping Club Modell ist auf spontane Käufe ausgerichtet, aber während viele Menschen solche spontanen Einkäufe genießen, suchen zahlreiche Menschen auch bestimmte Produkte, die sie zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigen. WestwingNow ist darauf ausgelegt, diese Menschen anzusprechen, da hier die Produkte in einem ständigen Sortiment angeboten werden. WestwingNow bietet die Möglichkeit, sich von 'shoppable looks' inspirieren zu lassen und einen Eindruck davon zu erhalten, wie die angebotenen Produkte in den eigenen Räumen aussehen könnten: die Einrichtungsexperten von Westwing gestalten und statten ganze Räume in verschiedenen Stilen aus. Alle dort gezeigten Produkte sind auf der Website verfügbar und können direkt über das jeweilige Bild ausgewählt und gekauft werden. Die Einführung von WestwingNow als zusätzliches, ergänzendes Geschäftsmodell erfordert signifikante Investitionen in Mitarbeiter, Technologie und Lagerbestand, aber es gibt auch viele Synergien und sich gegenseitig verstärkende Effekte zwischen den beiden Geschäftsmodellen, insbesondere gemeinsame Kunden und Synergien im Bereich Infrastruktur.

1.3 Ziele und Strategie

Die strategische Ausrichtung und Zielsetzung von Westwing ergibt sich aus dem Unternehmens-Leitspruch ("To inspire and make every home a beautiful home") und der Vision ("Be the worldwide leader in home & living eCommerce, by creating the most inspiring customer experience and the most loved brand"). Westwing ist eine eCommerce-Unternehmensgruppe, bei der Mitglieder und Kunden Zugang zu einzigartigen Home & Living-Produkten und tägliche Inspiration zu aktuellen sowie zukünftigen Einrichtungstrends erhalten. Der Konzern möchte seinen Mitgliedern jederzeit ein sorgfältig ausgewähltes Angebot an schönen Produkten zu attraktiven Preisen präsentieren.

Inspirationsquelle für Home & Living

Westwing sieht sich selbst als Inspirationsquelle für Home & Living-Einrichtungsideen. Das Unternehmen bietet seinen Kunden ein breites Spektrum an Produktkategorien an, wie Dekoration und Accessoires, Textilware, Beleuchtung, Küchengeschirr und -utensilien, kleine und große Möbel, Outdoor- und Gartenausrüstung, Teppiche, Kunst sowie diverse weitere Produkte.

Das Kernziel von Westwing ist zum einen, die führende Marktposition weiter auszubauen und für seine Mitglieder die primäre Anlaufstelle für neue Einrichtungsideen zu sein, zum anderen den Unternehmenswert zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, konzentriert sich Westwing primär auf den Ausbau der Marktanteile in den bestehenden Märkten sowie das Erreichen der Profitabilität. Das Unternehmen prüft dennoch selektiv die Möglichkeit, neue Märkte zu erschließen.

Überlegene Kundenakquise

Um Umsatz und Marktanteile zu steigern, setzt Westwing auf ein Wachstum der aktiven Kundenbasis. Um die Wachstumsziele erreichen zu können, sollen einerseits durch interessante, professionell aufbereitete Inhalte bestehende Kunden gehalten werden, sodass sie weiterhin regelmäßig die Website besuchen und die angebotenen Produkte bestellen. Andererseits wird in die Gewinnung neuer Mitglieder über die bereits beschriebenen organischen und kostenpflichtigen Marketingkanäle investiert.

Enge Lieferantenbeziehungen

Durch das kontinuierlich wachsende internationale Lieferantennetzwerk und einen trendgetriebenen, dynamischen Sales-Prozess hat das proaktive Lieferantenmanagement im letzten Jahr noch mehr an Bedeutung gewonnen. Ein intensives Key-Account-Management und Netzwerkveranstaltungen schaffen noch mehr Nähe und Austausch mit den Lieferanten. Heute ist Westwing nicht nur Vertriebspartner für seine Lieferanten, sondern auch ein wichtiger Marketingkanal und somit ein wichtiger strategischer Partner für alle Home & Living-Marken. Mit einer Reichweite von mehr als 30 Millionen Mitgliedern weltweit bietet Westwing seinen Lieferanten die Möglichkeit, reichweitenstarke Markenkommunikation zu betreiben, um neue Fans, neue Vertriebskooperationen und die Aufmerksamkeit der Branchenmedien zu gewinnen.

Außergewöhnliche Umsetzung

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für jeden Online-Händler ist seine Logistik-Kompetenz. Westwing hat ein internationales Logistiknetzwerk mit sieben Logistikzentren geschaffen. Diese Zentren sind so aufgebaut, dass sie nicht nur die Anforderungen eines eCommerce-Unternehmens erfüllen, sondern auch die eines Unternehmens mit internationalem Warenverkehr. Die Beschaffungskette ist in einer Vielzahl der Fälle so konzipiert, dass Westwing Produkte lokal einkauft, sie zum nächstgelegenen lokalen Logistikzentrum transportiert und von dort aus international verteilt. Die in 2014 im ersten Land eingeführte, selbst angepasste Lagerverwaltungssoftware wurde weiterentwickelt und um zusätzliche Funktionalitäten ergänzt, um das Geschäftsmodell von Westwing optimal zu unterstützen. Zusätzlich wurden Soft-ware-Einführungen in weiteren Ländern durchgeführt und vorbereitet.

Westwings erfahrenes Führungsteam, die Kombination aus intensiver Datenanalyse, kreativen Köpfen und Style-Experten sind wesentliche Erfolgsfaktoren zur Erreichung der gesetzten Ziele. Westwing möchte für bestehende und potenzielle neue Mitarbeiter ein attraktives Arbeitsumfeld bieten. Seit der Gründung investiert die Gesellschaft daher erheblich in die Mitarbeiter und hat nun ein erfahrenes Team etabliert, das über die notwendigen fachlichen Kenntnisse verfügt, um jeden Tag herausragende Leistung zu liefern.

1.4 Forschung und Entwicklung

Für ein eCommerce Unternehmen wie Westwing ist es von außerordentlich großer Bedeutung, einen Online-Auftritt zu entwickeln, der die Inspirationen und Ideen von Westwing vermittelt und gleichzeitig agil und flexibel ist.

Die Gesellschaft profitiert von den Softwareentwicklungen, die von der Westwing Group GmbH zentral vorgenommen werden. Die Webshop-Software deckt nun genau diese Ansprüche ab. Seitdem hat Westwing weiter in diese Software investiert und diese gezielt weiterentwickelt, um den wachsenden internen und externen Anforderungen aus dem operativen Geschäft gerecht zu werden. Ein wichtiger Meilenstein war der Ausbau der Software-Landschaft in 2013, um die steigende Bedeutung mobiler Plattformen zu adressieren. Westwing bietet Apps für iOS und Android Geräte sowie Smartphone-und iPad-optimierte Websites an. Im Herbst 2015 wurde eine völlig neue Version der iOS App eingeführt, welche nun sowohl das iPhone als auch das iPad unterstützt. Zusätzlich begann Westwing eine Software zu entwickeln, welche die Zusammenarbeit mit den Lieferanten unterstützt und erleichtert (Partner Portal). Daneben sind auch Funktionen integriert, die es ermöglichen, Analysen über Lieferanten, Kampagnen und Produkte durchzuführen. Die Software erleichtert zudem den Einsatz von Drop-Shipments, wodurch Westwing in der Lage ist, schneller an die Kunden zu liefern.

Um sämtlichen Anforderungen in Bezug auf dieses komplexe Software-Umfeld länderübergreifend gerecht zu werden, hat Westwing zentral ein erfahrenes Technologie-Team aufgebaut.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Lage

In Deutschland betrug in 2016 das reale BIP-Wachstum 1,7% und setzte damit die positive Entwicklung der letzten Jahre fort. Die deutsche Möbelindustrie verzeichnete im selben Zeitraum ein Wachstum von 3,2% und erreichte einen Umsatz von EUR 18,0 Mrd. Der Anteil des Online-Vertriebs im Bereich Home & Living ist zwar im Gegensatz zu anderen Marktsegmenten bislang gering, das Onlinegeschäft dieser Sparte im Vergleich zu anderen Produktkategorien wächst jedoch schneller.

Der eCommerce befindet sich daher in einer guten Ausgangslage, um in den kommenden Jahren deutlich schneller als der traditionelle Einzelhandel zu wachsen. Unter Berücksichtigung der gestiegenen Vertrautheit der Konsumenten mit Onlinegeschäften, die erhöhte Sicherheit von Online-Transaktionen sowie die verbesserten Services der Onlinehändler, kann davon ausgegangen werden, dass der eCommerce die anfänglichen Bedenken überwunden hat.

Anders als in anderen Segmenten konnte sich bisher kein Marktteilnehmer einen klaren Vorsprung auf globaler oder regionaler Ebene im Home & Living-eCommerce verschaffen, wie es beispielsweise bei Unterhaltungselektronik, Büchern oder Mode und Schuhen der Fall war. Westwing erwartet, dass der Home & Living-Markt eine ähnlich rasante Entwicklung erfahren wird wie die Märkte anderer Konsumgüter, die bereits stärker im Onlinegeschäft vertreten sind.

Als Pionier im Home & Living-eCommerce hat sich Westwing eine gute Ausgangslage geschaffen, um vom prognostizierten Trend des Markts und der Industrie zu profitieren. Das Unternehmen zählt sich zu den Marktführern seines Segments.

Das Management glaubt an ein signifikantes Wachstumspotenzial im Online-Markt für Home & Living-Produkte und sieht Westwing gut vorbereitet, um die steigende Zahl an Möglichkeiten des Markts zu ergreifen.

2.2 Geschäftsverlauf

Wie prognostiziert hat Westwing, gemessen an den Kennzahlen, seine positive Entwicklung im Jahr 2016 fortgesetzt. Das Unternehmen konnte seine Umsätze von EUR 67,0 Mio. auf EUR 88,6 Mio. (nach Erstanwendung des BilRUG) steigern. Das entspricht einem Zuwachs von 32,1% (26,6%, wenn der Umsatz des Vorjahres gemäß BilRUG um EUR 2,9 Mio. erhöht worden wäre). Ursächlich für diesen Anstieg waren vor allem eine ausgeweitete Mitgliederbasis, eine hohe Kundenloyalität und ein verbessertes Produktangebot. Ende Dezember 2016 hat sich die Anzahl der Club-Mitglieder von 3,1 Mio. auf 3,6 Mio. gesteigert, ein Plus von 16,8%. Die Anzahl der Käufer bei WestwingNow konnte 2016 bereits auf über 82 tausend gesteigert werden. Der im Gesamtumsatz enthaltene Umsatz mit Endkunden ist von EUR 61,6 Mio. in 2015 um 28,5% auf EUR 79,2 Mio. in 2016 gestiegen.

Westwing konnte dabei die Profitabilitätskennzahl EBITDA-Marge auch wie erwartet verbessern. Die bereinigte EBITDA-Marge2, eine der wesentlichen Kennzahlen, die das Management zur Messung der Profitabilität verwendet, verbesserte sich von -13,5% (-12,9% nach Ermittlung der Vorjahreszahl gemäß BilRUG) im Jahr 2015 auf -0,5% im Jahr 2016. Im vierten Quartal 2016 waren sowohl EBITDA als auch das Ergebnis nach Steuern positiv.

2 EBITDA Marge vor anteilsbasierter Vergütung

Das Management ist überzeugt, dass die zunehmende Stärkung der Marktposition in bestehenden Märkten, die hohe Kundenloyalität und die erfolgreiche Neukundengewinnung ausschlaggebend für das Wachstum und die Steigerung der Profitabilität sind. Im Fokus stehen bei Westwing immer eine sorgfältige Produktauswahl, sowie eine für die Kunden möglichst inspirierende Darstellung. Das Management sieht darin einen der Schlüsselfaktoren, um sich von Wettbewerbern zu differenzieren und einen maßgeblichen Grund für die Treue der Kunden. Verbesserungen der Website, detaillierte Produktbeschreibungen mit anregenden Fotos sowie neue und aufregende Produkte leisteten ihren Beitrag zur erfolgreichen Neukundengewinnung und Kundenbindung.

Der Auftragseingang im Home & Living-Sektor unterliegt grundsätzlich einer Saisonalität, die auch den stationären Handel betrifft. Die Perioden mit dem höchsten Auftragseingang pro Mitglied waren, wie schon im Vorjahr, von Anfang Januar bis Ende Mai sowie von Mitte September bis Mitte Dezember. Die Sommermonate zeichneten sich durch eine geringere Orderaktivität aus.

Die Bedeutung des mobilen Absatzmarkts (d.h. Bestellungen, die via Tablets und Smartphones über die App und mobile Website getätigt werden) hat 2016 weiter an Bedeutung gewonnen. Über 50% des Auftragseingangs werden mobil getätigt.

Durch Investitionen in den Bereichen Technologie, Fulfillment und Mitarbeiter konnte WestwingNow sein Geschäft bereits im zweiten Jahr seines Bestehens deutlich ausbauen. Außerdem setzte Westwing einen Fokus auf Prozess- und Systemstandardisierung entlang der Beschaffungskette und führte in seinem Lager in Berlin eine neue, effizientere Lagerhaltungssoftware ein. Neben Kosteneinsparungen spiegelte sich dies auch in einer verbesserten Lieferqualität wider.

Westwing legt einen hohen Wert auf langfristige Mitarbeiterretention. Unter anderem finden halbjährlich Mitarbeitergespräche statt in denen die vergangene Leistung beurteilt wird und künftige Entwicklungsmöglichkeiten erarbeitet werden.

2.3 Wirtschaftslage

2.3.1 Ertragslage

Westwings Jahresfehlbetrag betrug im Geschäftsjahr 2016 EUR 3,1 Mio. und hat sich gegenüber 2015 (Jahresfehlbetrag von EUR 11,0 Mio.) erheblich verbessert. Die Umsatzsteigerung ist zum einen auf eine steigende Mitgliederzahl und ein sehr starkes viertes Quartal im Club zurückzuführen, zum anderen hat WestwingNow seine Verkäufe deutlich steigern können. Die Reduktion des Jahresfehlbetrags um EUR 7,8 Mio. ist auf die Umsatzsteigerung sowie Effizienzsteigerungen und Skaleneffekte zurückzuführen. In Prozent des Umsatzes gemessen hat sich der Jahresfehlbetrag von -15,7% (nach Ermittlung der Vorjahreszahl gemäß BilRUG) in 2015 auf -3,5% in 2016 verbessert.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist von EUR 26,0 (EUR 28,9 Mio. nach Ermittlung der Vorjahreszahl gemäß BilRUG) in 2015 (39% der Umsatzerlöse) um 38% auf EUR 35,8 Mio. in 2016 (40% der Umsatzerlöse) gestiegen. Das entspricht einer Steigerung von 24%, wenn die Umsatzerlöse in beiden Jahren nach BilRUG ausgewiesen worden wären.

Die Vertriebskosten haben sich von EUR 28,4 Mio. in 2015 auf EUR 27,7 Mio. in 2016 reduziert. Dieser Kostenblock enthält Ausgaben für Logistik, Einkauf, Supply Chain, Customer Care sowie Marketing.

Die allgemeinen Verwaltungskosten haben sich von EUR 10,1 Mio. in 2015 auf EUR 9,0 Mio. in 2016 verringert. Grund für diese positive Entwicklung war vor allem ein strikteres Kostenmanagement.

Die Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Erträge hat sich mit der Erstanwendung des BilRUG geändert. Weiterbelastungen von Services an verbundene Unternehmen werden nunmehr als Umsatzerlöse ausgewiesen. In 2016 wurden daher EUR 2,4 Mio. von den sonstigen betrieblichen Erträgen in die Umsatzerlöse umgegliedert (im Vorjahr wären es EUR 2,9 Mio.). Die verbleibenden sonstigen betrieblichen Erträge von EUR 0,3 Mio. (2015 nach Ermittlung der Vorjahreszahl gemäß BilRUG: EUR 0,9 Mio.) umfassen überwiegend Erträge aus Wechselkurseffekten, Beiträge aus dem Ausgleich des Mutterschutzlohns und Versicherungserstattungen. Im Vorjahr waren periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für anteilsbasierte Vergütung enthalten.

Zinsaufwendungen in 2016 und 2015 resultieren primär aus Darlehen seitens der Westwing Group GmbH, die eine ausreichende Liquidität der Gesellschaft sicherstellt.

2.3.2. Finanzlage

Der Betrag an liquiden Mitteln am 31.12.2016 hat sich mit EUR 3,7 Mio. im Vergleich zum Vorjahresende mit EUR 3,4 Mio. leicht erhöht. Die Konzernmutter Westwing Group GmbH stellt liquide Mittel abhängig vom Bedarf als Darlehen zur Verfügung, um einen reibungslosen Ablauf der Geschäfte sicherzustellen.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug EUR 0,9 Mio. (Vorjahr: Zahlungsmittelabfluss von EUR 9,1 Mio.). Insgesamt zeichnet sich Westwing aufgrund des Geschäftsmodells eines Shopping-Clubs durch einen vorteilhaften Cash-Zyklus aus, da Westwing Zahlungen durch dessen Kunden in der Regel wesentlich früher erhält als Rechnungen für Wareneinsatz gegenüber Lieferanten beglichen werden müssen.

Der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug EUR 0,3 Mio. (Vorjahr: EUR 1,1 Mio.) und resultiert vor allem aus weiteren wesentlichen Investitionen in die Ausstattung des Lagers.

Der Netto-Zahlungsabfluss aus Finanzierungstätigkeit lag im Geschäftsjahr bei EUR 0,3 Mio. (Vorjahr: Zahlungsmittelabfluss von EUR 11,6 Mio.) und resultiert aus der Rückzahlung von Darlehen seitens der Westwing Group GmbH.

Am Bilanzstichtag betrug die noch nicht ausgenutzte Kreditlinie bei der Muttergesellschaft Westwing Group GmbH auf Basis bestehender Darlehensrahmenverträge EUR 8,9 Mio.

2.3.3. Vermögenslage

Die Bilanzsumme ohne Berücksichtigung des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags von Westwing hat sich von EUR 18,8 Mio. im Vorjahr auf EUR 17,6 Mio. in 2016 reduziert.

Die Aktiva von Westwing setzen sich vor allem aus kurzfristigen Positionen inklusive flüssiger Mittel zusammen während die Passiva überwiegend Darlehen seitens der Westwing Group GmbH beinhalten.

Das Anlagevermögen hat sich von EUR 2,8 Mio. in 2015 auf EUR 2,7 Mio. in 2016 verringert, da die Abschreibungen des Geschäftsjahres die Zugänge überkompensierten.

Das Umlaufvermögen hat sich zum 31.12.2016 gegenüber dem Vorjahr um 6,7% auf EUR 14,9 Mio. leicht reduziert (31.12.2015: EUR 16,0 Mio.). Der Rückgang ist vor allem durch geringere Forderungen gegen verbundene Unternehmen begründet, die mit EUR 2,7 Mio. um EUR 1,4 Mio. niedriger waren als im Vorjahr (31.12.2015: EUR 4,1 Mio.). Zudem haben sich die Vorräte von EUR 5,4 Mio. Ende 2015 auf EUR 5,0 Mio. verringert.

Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag betrug zum Stichtag EUR 64,0 Mio. (31.12.2015: EUR 60,8 Mio.) Die Summe aus Verlustvortrag und Jahresfehlbetrag erhöhte sich von EUR 62,5 Mio. in 2015 auf EUR 65,6 Mio. in 2016. Rangrücktritte der Konzernmutter Westwing Group GmbH für die bisher ausgereichten Darlehen existieren ebenso wie nicht ausgenutzte Kreditlinien, sodass die gesetzlichen Vertreter bei der Bilanzierung von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgehen.

Die Rückstellungen zum Stichtag betrugen EUR 15,2 Mio. (31.12.2015: EUR 16,2 Mio.). Wesentliche Teile bestanden aus Rückstellungen für anteilsbasierte Vergütungen und Rückstellung für ausstehende Rechnungen.

Die Verbindlichkeiten sind von EUR 63,5 Mio. in 2015 auf EUR 66,4 Mio. in 2016 gestiegen, primär bedingt durch höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Steuerverbindlichkeiten. Darlehen seitens der Westwing Group GmbH zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit inklusive Zinsen betrugen EUR 53,9 Mio. (31.12.2015: EUR 54,1 Mio.).

2.4. Personal

Zum Ende des Geschäftsjahres beläuft sich die Mitarbeiteranzahl der Gesellschaft auf 222 Mitarbeiter (2015: 249 Mitarbeiter). Die Reduktion gegenüber dem Vorjahr resultiert aus Effizienzsteigerungen und Prozessoptimierungen.

Zur Erfüllung der Vision und der Erreichung der Ziele baut Westwing auf das Wissen, die Erfahrung und die Motivation der Mitarbeiter. Ohne deren Begeisterung und Beitrag könnte Westwing nicht wachsen und expandieren.

Um sicherzustellen, dass die bestehenden Mitarbeiter für ihre Aufgaben gut vorbereitet sind und darüber hinaus hochmotiviert bleiben, investiert Westwing in seine Mitarbeiter auf verschiedene Arten:

• In monatlichen "All Hands"-Meetings informiert das Management die Mitarbeiter über jüngste Entwicklungen im Unternehmen und den Fortschritt laufender Projekte.

• Neben kurzfristigem Feedback, das Mitarbeitern fortlaufend gegeben wird, gibt es einen formellen Bewertungsprozess mit zwei Feedback-Gesprächen pro Jahr.

• Regelmäßig führt das Unternehmen Mitarbeiterbefragungen durch, um Einblick in die aktuelle Stimmung zu gewinnen und wertvolles Feedback zu erhalten, auf das innerhalb eines angemessenen Zeitraums reagiert wird.

• Westwing bietet seinen Mitarbeitern Fortbildungen an, die sicherstellen, dass diese über die Fähigkeiten verfügen, die das Unternehmen voranbringen. Sofern bestimmte Schulungen nicht im eigenen Haus abgehalten werden können, können Mitarbeiter an externen Trainingskursen teilnehmen, um ihr Wissen weiter auszubauen.

Westwing versucht auf verschiedenen Wegen die fähigsten Personen für sich zu gewinnen: Es wurde eine sehr attraktive und ansprechende Karriereseite online gestellt, auf der offene Stellen inseriert werden. Das Recruiting-Team veröffentlicht zudem vakante Jobs auf bekannten Karriereportalen und nimmt für die Besetzung von Schlüsselrollen bei Bedarf die Dienste erfahrener Personalvermittler in Anspruch. Bei entsprechenden Gelegenheiten organisiert oder nimmt Westwing an Firmenbesuchen und Firmen-Messen teil, um einen tiefergehenden Einblick in das Unternehmen als Arbeitgeber geben zu können.

3. Risiko- und Chancenbericht

3.1 Risikomanagementsystem

Westwing strebt an, Risiken vorausschauend und effektiv zu erkennen und diesen angemessen entgegenzuwirken. Dazu bedarf es eines maßgeschneiderten Risikomanagementsystems, das Entscheidungen der Unternehmensführung über alle Hierarchieebenen kommuniziert. Um diese Verpflichtung zu unterstützen wurde das Risikomanagement in sämtliche Geschäftsprozesse auf entsprechender Ebene integriert.

Das Management trägt Verantwortung dafür, dass bekannte Risiken fortlaufend beobachtet und bewertet werden. Die regelmäßige Überwachung und das konsequente Management von Risiken ist ein wesentlicher Bestandteil in Westwings Unternehmensstrategie, die das Erreichen von strategischen Zielen und das nachhaltige Wachstum des Geschäfts sichern soll. Jedes Mitglied der Unternehmensführung ist verantwortlich für die Identifizierung und Beobachtung der Risiken ihrer Bereiche, für die Dokumentation und systematische Nachverfolgung dieser Risiken und letztlich für das Treffen passender Maßnahmen, um die potenziellen Auswirkungen einzudämmen.

Alle Risiken werden regelmäßig zusammen mit den Entscheidungsträgern hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Schadensausmaß analysiert. Im nächsten Schritt werden Präventionsaufwand und mögliches Schadensausmaß gegenübergestellt und auf dieser Grundlage Maßnahmen zur Vermeidung oder Verminderung der Risiken getroffen.

Die Unternehmensführung unterstützt aktiv den Risikomanagementprozess und kommuniziert die identifizierten Risiken regelmäßig an die eigenen Mitarbeiter. Alle Hierarchieebenen sind in das Risikomanagement eingebunden, sodass eine hohe Sensitivität der Mitarbeiter für Risiken vorhanden ist. Die Mitarbeiter sind aufgefordert, neu identifizierte Risiken, die Auswirkungen auf das Unternehmen haben könnten, unverzüglich zu kommunizieren.

Zur weiteren Verbesserung und Standardisierung des unternehmensweiten Risikomanagements und der Corporate-Governance-Strukturen wurde 2014 eine eigene Funktion geschaffen, die die Bereiche Risikomanagement, interne Kontrollen und Compliance verantwortet. Dort wird das Risiko-Feedback der einzelnen Bereiche und Länder gebündelt, ausgewertet und als Entscheidungsgrundlage für Vorstand und Aufsichtsrat aufbereitet.

3.2 Risikobericht

Wie jedes Unternehmen sieht sich Westwing Risiken ausgesetzt, die den Erfolg des Unternehmens gefährden könnten. Diese Risiken lassen sich in finanzwirtschaftliche, strategische, operative und technologische Risiken untergliedern. Die wichtigsten Risiken, denen Westwing im Geschäftsjahr 2016 ausgesetzt war, werden im folgenden Abschnitt dargelegt. Sie wurden nicht quantifiziert, da solch sehr ermessensbehaftete Zahlen aus der Sicht von Westwing keinen Mehrwert zu qualitativen Einschätzungen bieten. Das Management ist sich bewusst, dass sich die Risikosituation laufend verändern kann und demzufolge Risiken, die derzeit in der Risikoanalyse keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen, in Zukunft negative Auswirkungen auf das Geschäft haben könnten.

Das Management ist sich jedoch einig, dass für 2017 keine bestandsgefährdenden Risiken für die Gesellschaft existieren. Das Management sieht sich gut gerüstet und hat die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um existierenden Risiken effektiv zu begegnen und deren mögliche Auswirkungen zu reduzieren.

3.2.1 Finanzwirtschaftliche Risiken

Liquiditäts- und Finanzierungsrisiko

Ein Hauptrisiko jedes Unternehmens besteht darin, nicht ausreichend liquide Mittel zur Erfüllung der laufenden Zahlungsverpflichtungen verfügbar zu haben. Das Liquiditätsrisiko ist bei verlustschreibenden Unternehmen höher zu bewerten, da es prinzipiell mehr liquide Mittel benötigt als im Rahmen der Geschäftstätigkeit generiert werden.

Auf Grundlage detaillierter, monatlicher Planung der Geschäftsentwicklung sind zukünftige Finanzierungsbedarfe gut kalkulierbar und können zeitnah in die Wege geleitet werden. Die monatliche Liquiditätsplanung wird auch genutzt, um Marketing- und andere Investitionsausgaben verantwortungsvoll zu steuern.

Die Investoren des Konzerns kennen und unterstützen die Wachstums- und Expansionspläne des Unternehmens und akzeptieren den daraus resultierenden Finanzierungsbedarf. Die Investoren erhalten regelmäßig Berichte über die Investitionsvorhaben sowie die Zahlungsein- und -ausgänge und tragen diese mit.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments verfügte das Unternehmen nach Einschätzung und Planung des Managements über ausreichend liquide Mittel bzw. Kreditlinien, um die Finanzierung der Gesellschaft sicherzustellen. Das negative Eigenkapital zum Stichtag hat keinen unmittelbaren Effekt auf die Liquidität, da es zu einem großen Anteil aus dem negativen Net Working Capital sowie der buchhalterischen Darstellung der anteilsbasierten Vergütung resultiert, welche zwar Aufwand darstellt, jedoch in naher Zukunft keine Zahlungsabflüsse generiert. Zudem hat die Vergangenheit gezeigt, dass Westwing in der Lage war sich sowohl Eigenkapital als auch Fremdkapital am Markt zu beschaffen.

Fremdwährungsrisiko

Westwing wickelt, analog zu seiner Muttergesellschaft, der Westwing Group GmbH, den Großteil ihrer Geschäfte in Euro ab. Das gilt auch für Transaktionen innerhalb des Konzerns. In Einzelfällen werden Geschäfte mit Lieferanten und Partnern auch in anderen Währungen abgewickelt. Darüber hinaus erzielt die Gesellschaft einen geringen Teil ihrer Umsätze in Schweizer Franken. Insgesamt sind diese Transaktionen jedoch von untergeordneter Bedeutung und stellen aus Sicht der Gesellschaft kein signifikantes Risiko dar.

3.2.2 Strategische und operationelle Risiken

Wettbewerb

In Zukunft können weitere Wettbewerber versuchen am Wachstum des Home & Living-Markts teilzuhaben und über einen ähnlichen Weg wie Westwing die Kunden anzusprechen. Dadurch würde sich der Wettbewerb in den relevanten Märkten erhöhen, was ein Risiko für die Gesellschaft darstellt. Westwing ist als Pionier in diesem Segment und aufgrund seiner mehr als fünfjährigen Erfahrung jedoch DIE Marke im Home & Living-eCommerce. Im Vergleich zu neuen Marktteilnehmern ist Westwing gut positioniert und verfügt über einen gewissen Wettbewerbsvorteil. Auf Ebene des Konzerns stellen Größe, Kundenbasis (997 Tsd. aktive Kunden Club und WestwingNow in 2016), internationales Lieferantennetzwerk, Logistikkompetenz, maßgeschneiderte Software-Architektur und Know-how der Mitarbeiter starke Markt-Eintrittsbarrieren dar.

Zudem beobachtet Westwing das Marktgeschehen genau, um auf mögliche neue Wettbewerber zeitnah reagieren zu können.

Kundenabwanderung

Der Erfolg von Westwing ist zu einem wesentlichen Teil der Loyalität der Kunden zu verdanken. Unvorhergesehene interne (z.B. negative Kundenerfahrung) und externe (z.B. Veränderungen des verfügbaren Einkommens der Kunden) Faktoren können zur Abwanderung von Kunden führen. Westwing begegnet diesen Risiken auf vielfältige Art und Weise, einerseits durch eine genaue Beobachtung des Verhaltens seiner Kunden sowie regelmäßige Net Promoter Score Kundenbefragungen, andererseits bietet das Unternehmen neue Produkte auf der Website an, inspiriert Kunden mit Artikelbeiträgen, fordert Feedback von Kunden über deren Kauferfahrungen an und tritt im Rahmen des Kundenservices in direkten Kundenkontakt.

Qualität und Reputation

Die zuverlässige und qualitativ einwandfreie Lieferung von Waren sorgt für hohe Kundenzufriedenheit und führt langfristig dazu, dass (Erst-)Kunden zu loyalen Wiederkäufern werden und Folgebestellungen auslösen. Verzögerte, stornierte oder defekte Lieferungen können das Vertrauen der Kunden nachhaltig negativ beeinträchtigen.

Westwing arbeitet eng mit allen Lieferanten zusammen, um etwaige Mängel zu beseitigen und hat mit vielen, wesentlichen Lieferanten langfristige Geschäftsbeziehungen mit Fokus auf die Zufriedenheit der Endkunden aufgebaut. Zunehmend sichert sich Westwing auch vertraglich gegen signifikante Qualitäts- und Liefermängel ab. In Einzelfällen wurde bei anhaltenden Qualitätsproblemen die weitere Zusammenarbeit mit Lieferanten ausgesetzt.

Um zu vermeiden, dass Produkte, die nicht den hohen Anforderungen von Westwing an deren Qualität entsprechen, an den Kunden verschickt werden, untersuchen Mitarbeiter im eigenen Lager die Wareneingänge auf Qualitätsmängel. Zudem werden die internen Prozesse fortwährend überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Logistik

Ein kritischer Erfolgsfaktor für Westwing ist die Logistik. Jede Unterbrechung des Logistikablaufs, beispielsweise bedingt durch einen IT-Systemausfall, Fehlplanung, physische Schäden oder Probleme im Warenbestandsmanagement, kann unmittelbare Auswirkungen auf Logistikkosten und Kundenzufriedenheit haben.

Westwing investiert in sein internationales Logistiknetzwerk mit sieben verschiedenen Logistikstandorten und führt die Standardisierung von Prozessen und Systemen weiter fort, um diesem Risiko zu begegnen. Die bereits erwähnte, auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Warenbestandssoftware und die Partner Portal Software spielen hierbei eine wesentliche Rolle, um stabile und skalierbare Prozesse aufzubauen. Zudem hat Westwing enge Geschäftsbeziehungen zu seinen Serviceanbietern abgeschlossen, die auch die Überwachung der Systemperformance einschließen. Diese Anstrengungen schlagen sich außerdem in einer Verbesserung der Lieferqualität nieder.

Verlust wichtiger Angestellter und Einstellung neuer Mitarbeiter

Zur Erreichung seiner Ziele muss sich Westwing auf das Wissen, die Erfahrung und die Motivation seiner Angestellten in Schlüsselpositionen verlassen. Die Begeisterung und der Einsatz der Mitarbeiter sorgen dafür, dass Westwing weiter expandieren und in Zukunft profitabel sein kann. Wichtige Angestellte könnten das Unternehmen verlassen und somit den Unternehmenserfolg negativ beeinflussen.

Zudem sieht sich die Gesellschaft dem Risiko ausgesetzt, dass am Arbeitsmarkt keine ausreichende Zahl an qualifizierten Mitarbeitern zur Verfügung steht, oder es nicht gelingt, diese für einen Job bei Westwing zu begeistern.

Um die Attraktivität von Westwing als Arbeitgeber zu steigern, hat das Unternehmen die nötigen Strukturen (z.B. interne und externe Fortbildungen, Mitarbeiterbefragungen, etc.) geschaffen, die es Mitarbeitern ermöglichen ihre Karriereziele zu erreichen.

3.2.3 IT-Risiken

Ausfall der Website

Als Online-Händler ist Westwing von der Funktionsfähigkeit der Hard- und Software abhängig. Wenn die Website nicht erreichbar ist, können Mitglieder auch keine Bestellungen tätigen. Dies wirkt sich nicht nur kurzfristig auf den Umsatz aus, sondern hat bei einem wiederholten Systemausfall auch langfristige Folgen für die Kundenzufriedenheit und somit für das gesamte Geschäft.

Westwing hat umfangreiche Monitoring und Backup Lösungen etabliert, um einem möglichen Systemausfall zu begegnen und im Bedarfsfall die Ausfallzeit der Websites zu minimieren. Diese Lösungen beinhalteten unter anderem On- und Off-Site Backups.

Als Folge war die Website über das gesamte Jahr 2016 hinweg online und funktionstüchtig und erreichte eine durchschnittliche Betriebszeit von über 99,9%.

Datensicherheit

Wie jedes andere Unternehmen mit einem Online-Auftritt und insbesondere wie andere Unternehmen, bei denen Kunden online Zahlungen tätigen, unterliegt auch Westwing Risiken hinsichtlich der Datensicherheit. Mitglieder stellen Westwing bzw. externen Partnern beim Bestellvorgang personenbezogene Informationen sowie Bank- und Kreditkartendaten zur Verfügung, die umfangreichen Datenschutzbestimmungen unterliegen.

Westwing und dessen Partner legen großen Fokus auf Datensicherheit und stellen diese mit zahlreichen Maßnahmen sicher. Westwing selbst speichert keine Zahlungsdaten und arbeitet nur mit PCI-zertifizierten Zahlungsabwicklungspartnern zusammen.

Die Zugriffsrechte auf Westwings Server sind stark eingeschränkt und werden nur als personalisierte Zugänge an wenige ausgewählte Personen vergeben. Alle Änderungen an der Software im Front-End werden zuerst auf einem Testsystem geprüft, sodass Programmierfehler und Sicherheitslücken im Entwicklungsprozess frühzeitig entdeckt werden. Ferner arbeitet Westwing mit aktuellen Verschlüsselungsalgorithmen, VPN-Verbindungen und Authentifizierung, um sich vor unbefugten Zugriffen zu schützen.

Technologischer Fortschritt und Kundenerfahrungen

Westwing tätigt seine Verkäufe über das Internet. Die technologischen Rahmenbedingungen des Internets ändern sich schnell. Eine der wichtigsten technologischen Entwicklungen der letzten Jahre war die Migration von Westwing-Systemen zu einer Cloud-Infrastruktur. Mit Hilfe einer Cloud-basierten Infrastruktur kann Westwing das Geschäft ausbauen und eine bessere Verfügbarkeit der Webseite bieten, was oftmals zu einer schnelleren Kundenerfahrung führt. Allerdings besteht ein gewisses Risiko, dass die Westwing-Systeme nicht den neusten technologischen Entwicklungen entsprechen. Fehlkonfigurationen können ein negatives Kundenerlebnis auslösen und schließlich zu geringeren Besuchen der Seite und rückläufigen Verkäufen führen.

Westwing verfügt über eine erfahrene Softwareentwicklungsabteilung. Einige der Mitarbeiter befassen sich ausschließlich mit mobilen Endgeräten, um dem oben genannten Risiko adäquat Rechnung zu tragen. Das Team beobachtet den Markt und die neusten technologischen Entwicklungen sehr genau. Darüber hinaus wird das Nutzungsverhalten detailliert untersucht. Vor der Veröffentlichung einer neuen Version der App wird diese auf sämtlichen Gerätekategorien eingehend getestet. In Summe stellen diese Maßnahmen sicher, dass neue Trends erkannt und die Verkaufskanäle entsprechend angepasst werden.

3.2.4 Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

In den Geschäftsjahren 2015 und 2016 hat Westwing keine Finanzinstrumente erworben oder ausgegeben, die signifikanten Risiken ausgesetzt sind.

3.3 Chancenbericht

Westwing ist einer Vielzahl an Risiken ausgesetzt (siehe oben); gleichzeitig bestehen jedoch auch viele Chancen für das Unternehmen, die ein hohes Potenzial mit sich bringen. Diese bieten Westwing nicht nur die Chance auf weiteres Wachstum, sondern auch die Möglichkeit die Profitabilität zu verbessern. Die Chancen können in zwei Kategorien eingeteilt werden: (1) externe Chancen (z.B. Marktwachstum) und (2) interne Chancen (z.B. Stärkung der Marke, Erschließung neuer Produktkategorien). Der folgende Abschnitt fasst die wesentlichen Chancen zusammen.

3.3.1 Gesamtwirtschaftliche Chancen

Wachstum des eCommerce im Home & Living-Sektor

Der Markt für Online-Handel von Home & Living-Produkten wächst im Vergleich zum traditionellen Markt für Home & Living aufgrund der anhaltenden Migration vom Offline- zum Online-Handel signifikant. Diese Migration wird vor allem von folgenden Faktoren getrieben:

• Überlegenes Produktangebot: Der Onlinehandel gibt Konsumenten Zugang zu relevanteren und größeren Produktpaletten. Ein Onlinehändler kann eine umfangreichere Auswahl an Produkten anbieten, die ein stationäres Einzelhandelsgeschäft nicht bieten kann. Der stationäre Handel ist durch die benötigten Lager- und Ladenflächen im Gegensatz zum Onlinehandel beschränkt.

• Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit: Für die Mehrheit der Verbraucher ist der Besuch eines stationären Ladengeschäfts für Home & Living-Produkte, das ihren Bedürfnissen entspricht, ein zeitaufwändiges Unterfangen. Mehr und mehr Menschen greifen deshalb auf Online-Shopping zurück, wie bereits in vorangegangenen Abschnitten beschrieben wurde. Dies führt zu einer Vereinfachung des Einkaufs von Home & Living-Produkten, was wiederum die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt ein Einkauf getätigt wird, erhöht.

• Verbesserte Logistik und Zahlungsmethoden: Die Verbesserung der Qualität von Lieferdienstleistungen und Zahlungsmethoden sind entscheidende Treiber der positiven Entwicklung des eCommerce. Durch eine zunehmend größere Entscheidungsfreiheit der Konsumenten bei der Wahl ihrer Liefer- und Zahlungsmethoden wird das Einkaufen via Onlinehandel immer bequemer, erhöht die Kundenzufriedenheit und steigert letztlich die Wiederholungskaufrate. Zwar ist Westwing bereits hervorragend im Bereich Liefer- und Zahlungsoptionen positioniert, dennoch ist dies ein Bereich, in dem weitere Chancen bestehen.

• Wie bereits erwähnt, werden mehr und mehr B2C ("Business to Consumer")-Transaktionen online getätigt. Dementsprechend nimmt das Verbrauchervertrauen in Online-Einkäufe zu. Dieser Trend begann zunächst etwa in den Märkten für Büchern und Mode, ist aber inzwischen auch im Home & Living-Markt angekommen, was Westwing große Chancen eröffnet.

• Zunehmende Zahl an Kunden: Online-Shopping-Angebote waren zunächst an jüngere Generationen gerichtet. Jedoch wandelt sich dieser Trend, da auch ältere Generationen zunehmend Vertrauen in Onlinegeschäfte aufbauen und zu einer immer wichtigeren Kundengruppe von Westwing werden. Westwing erwartet, dass dieser Trend anhält. Das allgemein zunehmende Vertrauen in Onlinegeschäfte wird zu einer ansteigenden Zahl an Kunden im eCommerce führen und sich letztlich auch auf Westwings potenzielle Kundenbasis auswirken.

3.3.2 Strategische und operationelle Chancen

WestwingNow Shop

Der überwiegende Anteil der bereitgestellten Information in diesem Lagebericht basiert auf dem Geschäft mit Westwings Shopping Club, der bis 2014 das alleinige Geschäft von Westwing darstellte. Im Februar 2015 eröffnete Westwing zusätzlich seinen neuen Online-Shop WestwingNow in Deutschland. Das Geschäftsmodell wurde im Jahr 2016 auf die Schweiz ausgeweitet. WestwingNow bietet ein dauerhaftes Sortiment an Home-Accessoires und Einrichtungsgegenständen an. Für den Zugang zu der Website ist keine vorherige Registrierung notwendig.

Das Management ist überzeugt davon, dass dieses neue Geschäft komplementär zum bestehenden Geschäft ist und somit eine natürliche Ausweitung des bisherigen Geschäftsmodells darstellt. Dieser neue Geschäftszweig verfügt über ein signifikantes Wachstums- und Expansionspotenzial.

Das Club-Modell zielt auf Spontaneinkäufe ab. Gleichzeitig gibt es aber viele Personen, die spezielle Produkte suchen und diese zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt benötigen. WestwingNow soll diese Kunden ansprechen, indem es Produkte in einem dauerhaften Sortiment führt.

Obwohl der Launch des neuen Modells hohe Vorausinvestitionen in Team, Technologie und Vorräte erforderte, gibt es eine Vielzahl an Synergien sowie sich gegenseitig verstärkende Effekte zwischen den beiden Geschäftsmodellen:

• Kundenteilung: Westwing kann seine bestehenden, loyalen Mitglieder aus dem Shopping-Club-Bereich in den WestwingNow-Bereich transferieren und auf diese Weise den Anteil am Budget des Kunden erhöhen. Auf diese Weise können die Kunden von dem erweiterten, permanent verfügbaren Sortiment profitieren, und WestwingNow kann eine hohe Anzahl von Besuchen auf der Website ohne zusätzliche Kosten erzielen.

• Große Lieferantenbasis: Für die über WestwingNow angebotenen Produkte kann das Unternehmen auf bestehende, weltweite Lieferantenbeziehungen zurückgreifen. Die Vergrößerung der potenziellen Kundenbasis wird Lieferanten zudem für eine weitere Zusammenarbeit begeistern.

• Erfahrung mit Technologie, Logistik und Zahlungsabwicklung: auch wenn Produkte dauerhaft statt vorübergehend angeboten werden, sind die Prozesse im Hintergrund, wie zum Beispiel das Gestalten der Website, Beschaffung oder Zahlungsabwicklung, ähnlich zu den bereits bestehenden Abläufen im Club. Dementsprechend ist der Aufbau der entsprechenden Bereiche des neuen Shops mit nur moderatem Aufwand verbunden.

• Mitarbeiter: Seit mehr als fünf Jahren entwickelt Westwing ein wachsendes eCommerce Geschäft und sammelte wertvolle Erfahrungen für den Aufbau eines erfolgreichen Onlinehandels für Home & Living-Produkte. Diese Erfahrungen und das Wissen sind auch dem neuen Online Shop zugänglich, da Mitarbeiter für beide Geschäftsmodelle arbeiten können.

Private Label

Neben den Produkten zahlreicher Lieferanten bietet Westwing auch eine wachsende Anzahl eigens für Westwing hergestellte und mit eigenen Markennamen versehene Produkte an (z.B. unter den Marken "Port Maine" oder "by 46"). Private-Label-Produkte sind ein Bereich, in dem Westwing erhebliches Wachstumspotenzial sieht. Derzeit ist der Konzern dabei, die Entwicklung von Private Label aktiv weiter aufzubauen und zu gestalten. Private Label ist so konzipiert, dass der komplette Einkaufsvorgang zentral abläuft und anschließend die Produkte innerhalb des Konzerns verkauft werden.

Das Management sieht zwei wesentliche Vorteile im Private-Label-Geschäft:

• Private Label gibt der Gesellschaft die Möglichkeit, Aspekte wie Design, Verpackung, Preis, Qualität und Branding der Ware noch stärker selbst zu beeinflussen. Westwing ist in direktem Kontakt mit den Produzenten und stimmt Produktdesigns sowie Materialien eng mit ihnen ab. So wird die Erstellung einzigartiger Angebote für die Kunden auf der Website möglich.

• Darüber hinaus sind die Bruttomargen im Bereich Private Label in der Regel höher als für reguläre Produkte anderer Lieferanten, da keine Zwischenhändler involviert sind.

Westwing hat ein Team aufgebaut, das das Geschäft mit Private-Label-Produkten aus der Konzernzentrale in München heraus vorantreiben soll.

Markenpflege

Westwing ist DIE Marke im Bereich Home & Living-eCommerce. Das Management sieht den steigenden Wiedererkennungswert seiner Marke als einen wichtigen Faktor für langfristigen Unternehmenserfolg. Durch gezielte Markenpflege, PR, Content-Erstellung, Social Media und sorgfältig ausgewählten Marketingmaßnahmen, positioniert sich Westwing als eine beliebte Marke, die Vertrauen, Persönlichkeit und uneingeschränktes Stilbewusstsein transportiert. Im Gegensatz zu anderen Märkten, wie beispielsweise dem Modemarkt, in dem die Kunden im Wesentlichen auf die Herstellermarken fokussiert sind, spielen im Home & Living-Bereich die Händlermarken eine zunehmende Rolle. Dies ist eine Folge des stark fragmentierten Home & Living-Markts, in dem Herstellermarken häufig nicht die entscheidende Rolle bei Kaufentscheidungen spielen.

Mobile eCommerce

eCommerce wächst insgesamt mit einer großen Geschwindigkeit, der Teilbereich des mobilen eCommerce wächst jedoch sogar noch schneller. Westwing versteht darunter das Geschäft auf mobilen Endgeräten statt auf PCs oder anderen stationären Geräten. Das Management ist der Überzeugung, dass eine wachsende Anzahl an Transaktionen über mobile Endgeräte abgewickelt werden, da die Konsumenten die Möglichkeit schätzen jederzeit und überall online einkaufen zu können.

Westwing ist durch Smartphone- und Tablet-optimierte Websites sowie dedizierte Apps für iPhone, iPad und Android sehr gut für diesen Trend gerüstet. Dies wurde von den Kunden so gut aufgenommen, dass per Dezember 2016 bereits über 50% der Bestellungen über mobile Endgeräte abgewickelt wurden.

Margenverbesserung

Eine weitere Chance für Westwing besteht in der Verbesserung der Margen. Ausgehend von der Situation, dass Westwing noch ein junges Unternehmen ist und permanent an der Verbesserung der Prozesse und Infrastruktur arbeitet, geht das Management davon aus, Prozesse effizienter gestalten und damit höhere Margen erzielen zu können. Neben anderen Faktoren werden typischerweise Verbesserungspotenziale durch die Identifikation bewährter interner Abläufe innerhalb der Unternehmensgruppe, die Adaption erfolgreicher Marktpraktiken sowie dem Lernen von vergleichbaren Unternehmen erwartet.

Spezifische Bereiche zur Margenverbesserung sind die folgenden, nicht abschließend genannten Punkte:

• Lieferanten-Key-Account-Management: Westwing wird die gute Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten weiter fördern, um so die operativen Prozesse und die Einkaufskonditionen zu verbessern.

• Produktmix und Preispolitik: Der richtige Produktmix ist wichtig und Westwing hinterfragt sich immer wieder selbst, um die Kundenansprache und -zufriedenheit weiter zu verbessern und so attraktive Margen beizubehalten. Zugleich erwachsen aus einer intelligenten Preisfestsetzung weitere Chancen.

• Logistikprozesse: Westwing hat in seinen sieben großen Märkten Logistikzentren eröffnet und bereits in drei davon eine auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Warenbestandssoftware eingeführt. Für die übrigen wird die Einführung momentan vorbereitet. Dies zeigt, dass Westwing große Fortschritte in seinen Logistikprozessen gemacht hat. Daneben bestehen weiterhin Möglichkeiten zur Verbesserung von Kundenerfahrung und Marge. Aufgrund der Tatsache, dass alle großen Märkte mit einem lokalen Logistiknetzwerk ausgestattet sind (inkl. Lager und Mitarbeiter), wird in Zukunft die Fixkostendegression zur Margenverbesserung eine wesentliche Rolle spielen.

• Skaleneffekte: Ein wesentlicher Faktor in der Verbesserung der Margen liegt in der Nutzung von Skaleneffekten. Bei steigenden Umsätzen werden diese sowohl in der Logistik als auch in anderen Bereichen sichtbar, da Kosten unterproportional zum Umsatzwachstum ansteigen werden.

4. Prognosebericht

Insgesamt schätzt das Management die Entwicklung der finanziellen und wirtschaftlichen Position von Westwing sowie das Marktumfeld in 2016 positiv ein. Die Gesellschaft ist ausreichend finanziert und hat solide Strukturen und Prozesse aufgebaut, die die Grundlage für zukünftiges Wachstum und den Weg zum Break-even darstellen. Das vierte Quartal 2016 war auf Konzernebene in Bezug auf das operative Ergebnis (bereinigtes EBITDA3) und den Free Cashflow bereits positiv.

Für das Jahr 2017 erwartet das Westwing-Management eine weiterhin positive Entwicklung des Online-Home & Living-Markts und stützt sich damit auf Beobachtungen des DACH-Markts in den letzten Jahren. Insbesondere glaubt das Management, dass der schnelle Wandel zum mobilen eCommerce das Kundenverhalten in den nächsten Jahren nachhaltig beeinflussen wird.

3 EBITDA vor anteilsbasierter Vergütung dient als Kennzahl, um eine bessere Darstellung der zu Grunde liegenden Geschäftsentwicklung zu ermöglichen.

Westwing hat eine einzigartige Wettbewerbsposition in seinen Märkten und eine starke Position im wichtigen mobilen Vertriebskanal. Bereits 2016 lag der Anteil der Bestellungen über das mobile Internet bei über 50%. Das Management erwartet, dass sich dies in fortgesetztem Wachstum niederschlagen wird.

Im Jahr 2017 zielt Westwing auf nachhaltiges Wachstum und will gleichzeitig die Grundlage für eine nachhaltige Profitabilität legen. Um dies zu erreichen, wird der Schwerpunkt auf die folgenden Bereiche gesetzt:

• Stärkung des Kerngeschäfts "Club" durch erweiterte attraktive Angebote, frische Trends und attraktive Marken für ein noch besseres Kundenerlebnis

• Profitabilität des Kerngeschäfts durch verbesserte Margen entlang der gesamten Wert-schöpfungskette

• Investitionen in die Wachstumsplattformen im Bereich Marketing, Private Label und WestwingNow sowie in Technologie und Infrastruktur

Durch den anhaltenden Fokus auf Profitabilität erwartet das Management für 2017 eine Umsatzsteigerung im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

Des Weiteren wird erwartet, dass die Anzahl der Bestellungen insgesamt im Einklang mit dem Umsatz ansteigen werden. Darüber hinaus wird mit einem durchschnittlichen Bestellwert auf ähnlichem Niveau wie in 2016 geplant.

Das Management erwartet, dass das bereinigte EBITDA in EUR in 2017 auf ähnlichem, aber gegenüber 2016 etwas verbesserten Niveau liegt. Trotz des Fokus auf Profitabilität wird das Management auch weiterhin in strategische Prioritäten wie Technologie investieren.

Zusammenfassend geht das Management von einer Fortsetzung des Wachstumspfads mit einem klaren Pfad in Richtung Profitabilität aus.

Wie im letzten Jahr prognostiziert, hat Westwing seinen Wachstumspfad in 2016 fortgesetzt. Im Bereich der Profitabilität, gemessen an der bereinigten EBITDA-Marge, konnte sich Westwing trotz Investitionen, wie in den Start von WestwingNow, deutlich verbessern. Der Jahresfehlbetrag konnte in absoluten Zahlen auf fast ein Drittel auf EUR 3,1 Mio. reduziert werden. Insbesondere im saisonal starken vierten Quartal 2016 hat Westwing erhebliche Fortschritte im Hinblick auf die Profitabilitätskennziffern gemacht und war in Bezug auf das bereinigte EBITDA mit EUR 2,2 Mio. bereits profitabel. Insgesamt verbesserte sich das bereinigte EBITDA von EUR -9,1 Mio. in 2015 auf EUR -0,5 Mio. in 2016. Das Management ist zuversichtlich, dass das Unternehmen für die kommenden Jahre in einer starken Position ist und ist überzeugt, dass Westwing die notwendigen operativen und finanziellen Ressourcen hat, um die geplanten Ziele für das Jahr 2017 zu erreichen.

 

München, den 24. Mai 2017

Geschäftsführung

Stefan Smalla

Delia Barbara Fischer

Matthias Siepe

Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt

Wir, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, haben unsere Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung im Auftrag der Gesellschaft vorgenommen. Neben der gesetzlichen Funktion der Offenlegung (§ 325 HGB) in den Fällen gesetzlicher Abschlussprüfungen richtet sich der Bestätigungsvermerk ausschließlich an die Gesellschaft und wurde zu deren interner Verwendung erteilt, ohne dass er weiteren Zwecken Dritter oder diesen als Entscheidungsgrundlage dienen soll. Das in dem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis von freiwilligen Abschlussprüfungen ist somit nicht dazu bestimmt, Grundlage von Entscheidungen Dritter zu sein, und nicht für andere als bestimmungsgemäße Zwecke zu verwenden.

Unserer Tätigkeit liegt unser Auftragsbestätigungsschreiben zur Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung einschließlich der "Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" in der vom Institut der Wirtschaftsprüfer herausgegebenen Fassung vom 1. Januar 2002 zugrunde.

Klarstellend weisen wir darauf hin, dass wir Dritten gegenüber keine Verantwortung, Haftung oder anderweitige Pflichten übernehmen, es sei denn, dass wir mit dem Dritten eine anders lautende schriftliche Vereinbarung geschlossen hätten oder ein solcher Haftungsausschluss unwirksam wäre.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir keine Aktualisierung des Bestätigungsvermerks hinsichtlich nach seiner Erteilung eintretender Ereignisse oder Umstände vornehmen, sofern hierzu keine rechtliche Verpflichtung besteht.

Wer auch immer das in vorstehendem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis unserer Tätigkeit zur Kenntnis nimmt, hat eigenverantwortlich zu entscheiden, ob und in welcher Form er dieses Ergebnis für seine Zwecke nützlich und tauglich erachtet und durch eigene Untersuchungshandlungen erweitert, verifiziert oder aktualisiert.

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