Ploucquet GmbH
Ostritzer Allee 8, 02763 Zittau, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christin Michaela Haag seit 5.1.2023 | Prokura |
Matthias Maier seit 14.9.2016 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
CALEDON textile s.r.o. | 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Ploucquet GmbHZittauJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht1. Geschäftliche Grundlagen Die Ploucquet GmbH betreibt am Firmensitz in Zittau/ Sachsen einen Textilveredelungsbetrieb. Die wesentlichen Produkte sind Futterstoffe, Hosenbünde, technische Textilien und Damast. Alleiniger Gesellschafter war zum 31.12.2023 die Caledon textile s.r.o., Jablonec nad Nisou. Geschäftsmodell Die Ploucquet GmbH ist in 2 Geschäftsfeldern tätig. Das Segment "Textiles" fertigt Futterstoffe und Hosenbünde für klassische Herrenoberbekleidung. Das Segment "Tection" hat seinen Fokus auf der Lohnveredlung von Textilien für den technischen Einsatz sowie Damastgewebe. Die Produktion findet ausschließlich am Standort in Zittau statt. Neben dem eigenen Produktionsbetrieb wird mit ausgewählten Partnern insbesondere bei der Hosenbundfertigung und bei Beschichtungsaufträgen kooperiert. Die Hauptabsatzmärkte befinden sich in Europa. Die Geschäftsführung steuert das Unternehmen nach den folgenden wesentlichen Leistungsindikatoren: - Umsatz (Definition gem. HGB) - EBITDA (Definition Periodenergebnis vor Zinsen, Erträgen aus Beteiligungen und sonstigen Ausleihungen, Ertragsteuern, und Abschreibungen auf das materielle und immaterielle Anlagevermögen) 2. Wirtschaftsbericht 2.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Im Geschäftsjahr 2023 war die Weltwirtschaft erheblichem makroökonomischem und geopolitischem Gegenwind ausgesetzt. Hohe Inflationsraten trotz straffer Geldpolitik, eine kurzzeitige globale Bankenkrise, eine gedämpfte Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern sowie zunehmende geopolitische Spannungen beeinflussten maßgeblich die Entwicklung. Während die US-Wirtschaft einen Wirtschaftsabschwung vermeiden konnte, stand Europa weiterhin am Rande einer Rezession und auch die Erholung Chinas nach der COVID-19-Pandemie verlief langsamer als ursprünglich erwartet. Hingegen wirkten sich ein allmähliches Nachlassen des Inflationsdrucks im Jahresverlauf, die Erholung von pandemiebedingten weltweiten Produktions- und Lieferkettenunterbrechungen sowie die Robustheit der US-amerikanischen und europäischen Arbeitsmärkte positiv auf das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 aus. Insgesamt variierten die Wachstumsraten einzelner Sektoren und Regionen sehr stark, wobei die Abschwächung in den Industriestaaten ausgeprägter war als in den Schwellenländern. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht daher in seinem im Januar 2024 veröffentlichten Bericht davon aus, dass sich das Weltwirtschaftswachstum im Jahr 2023 auf 3,1 % (2022: 3,5 %) verlangsamt hat, sich dabei jedoch als widerstandsfähiger erwies als ursprünglich erwartet. Nach Schätzungen des IWF verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum in der Eurozone nach einer soliden Expansion im Vorjahr in 2023 spürbar auf 0,5 % (2022: 3,4 %). Trotz einer anhaltenden hohen, aber rückläufigen Inflationsrate und einer restriktiveren Geldpolitik blieben die Herausforderungen aufgrund einer insgesamt gedämpften Konsumnachfrage bestehen, wobei die Wachstumsraten in den wichtigsten Volkswirtschaften unterschiedlich ausfielen. Unser Hauptmarkt Deutschland verzeichnete aufgrund schwacher Konsum- und Investitionstätigkeit einen Rückgang von -0,3 % (2022: +1,8 %). Ausblick 2024: Für das Jahr 2024 wird ein insgesamt nur schwaches Wachstum der Weltwirtschaft erwartet, da sich diese weiterhin mit wesentlichen Herausforderungen konfrontiert sieht. Dazu zählen das hohe Inflations- und Zinsniveau, zunehmende geopolitische Spannungen sowie insgesamt schwache globale Handels- und Investitionsströme. Diese These wird auch vom Internationalen Währungsfonds (IWF) gestützt, der in seiner Veröffentlichung vom 30. Januar 2024 davon ausgeht, dass sich die makroökonomischen Herausforderungen und geopolitischen Spannungen zunehmend negativ auf das weltweite Geschäfts- und Verbrauchervertrauen auswirken und somit die Weltwirtschaft belasten werden. Da die Zinssätze in den meisten Volkswirtschaften bis auf weiteres nahe ihren Höchstständen verbleiben dürften, wird erwartet, dass die Geldpolitik so lange restriktiv sein wird, bis es klare Anzeichen für einen dauerhaften Rückgang des Inflationsdrucks gibt. Die künftige Verfassung der Weltwirtschaft hängt demnach entscheidend von der erfolgreichen Kalibrierung der Geldpolitik im Laufe des Jahres ab. Gleichzeitig dürfte auch der weitere Verlauf militärischer Konflikte wie in der Ukraine und im Nahen Osten für anhaltende Unsicherheit sorgen. Nach Einschätzung des IWF wird das globale Wachstum 2024 demnach auf einem Niveau von 3,1 % verweilen (2023: 3,1 %). Regional betrachtet rechnet der IWF für die Eurozone im Jahr 2024 mit einem leichten Anstieg des Wirtschaftswachstums auf 0,9 % (2023: 0,5 %), da die Inlandsnachfrage aufgrund von Reallohnsteigerungen und einer sich erholenden Auslandsnachfrage anziehen dürfte. Auch die Bundesregierung ist zuletzt hinsichtlich der konjunkturellen Aussichten optimistischer geworden. Für das Gesamtjahr rechnet sie mit einem Wachstum von 0,2 Prozent und der Internationale Währungsfonds (IWF) mit 0,1 Prozent. Dem gegenüber steht die Konjunkturprognose März 2024 der Commerzbank AG, die für das Gesamtjahr erneut von einem negativen Wachstum von -0,3% ausgeht und frühestens ab dem zweiten Halbjahr mit leichten Positivtendenzen rechnet. Insgesamt bleibt der Ausblick für Deutschland 2024 somit sehr verhalten bis negativ. 2.2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Konsumstimmung wurde 2023 in besonderem Maße von der anhaltenden Inflation und den unverändert hohen Verbraucherpreisen für Waren des täglichen Bedarfs getrübt. Das GfK-Konsumklima bewegte sich im gesamten Jahresverlauf im negativen Bereich. Nach einer Erholung in Q.I und Q.II von -37,6 Punkten im Januar auf -24,4 im Juni fiel der Indikator im 2. Halbjahr wieder ab auf -27,6 im Dezember. Das gesamte Jahr wurde zusätzlich durch die Insolvenzwelle bei Konfektionären (Ahlers AG) und im Einzelhandel (Galeria, P&C, Klingel, Gerry Weber, Signa) belastet. Branchenausblick 2024 Für die globale Bekleidungsindustrie (Segment Textiles) wird das Geschäftsjahr 2024 aller Voraussicht nach von der anhaltend hohen makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheit geprägt sein, die die globale Verbraucherstimmung weiter belasten dürfte. In einer im November 2023 veröffentlichten gemeinsamen Studie schätzen The Business of Fashion und die Unternehmensberatung McKinsey & Company, dass das Umsatzwachstum der globalen Bekleidungsbranche (ohne Berücksichtigung des Luxussegments) im Jahr 2024 in einer Spanne von 2 % bis 4 % und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Für Europa wird erwartet, dass das Branchenwachstum (ohne Berücksichtigung des Luxussegments) im Jahr 2024 zwischen 1 % und 3 % liegen wird, was weitgehend den verhaltenen Trends der zweiten Jahreshälfte 2023 entspricht (H1 2023: 5 %; H2 2023: 1 % bis 3 %). Darin spiegeln sich in erster Linie das anhaltend schwache Verbrauchervertrauen und die sinkenden Ersparnisse privater Haushalte angesichts der hohen Inflationsraten der letzten beiden Jahre wider. Für die Teilbranche der technischen Textilien (Segment Tection) gehen wir von einem zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung weitestgehend parallelen Konjunkturverlauf und damit eher von einer Stagnation aus. Das Teilsegment Damast wird aktuell von politisch und wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen in den Hauptabnehmerländern Westafrikas negativ beeinflusst. Die Verfügbarkeit von frei konvertierbaren Währungen bleibt eingeschränkt und behindert die Exportaktivitäten aus Europa. 2.3. Geschäftsverlauf 2.3.1. Wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres Die starke Nachfrage 2022 insbesondere aus dem Bekleidungsgeschäft hat 2023 abrupt ein Ende gefunden. Hohe Lagerbestände bei unseren Kunden (Konfektionäre) und im Handel resultierend aus Vorratskäufen 2022, wieder intakte Lieferketten aus Billiglohn- und -energieländern trafen auf inflationsbedingt deutlich verteuerte Herstellkosten in Deutschland. Hinzu kamen ein inflationsbedingt zurückhaltendes Kaufverhalten und eine Vielzahl von Insolvenzen im stationären Einzelhandel. Dies führte zu einer deutlichen Verfehlung unserer Umsatz- und Ertragsziele 2023. Zum 01.07.2023 hat die Caledon textiles s.r.o., Jablonec nad Nisou, Tschechische Republik 100% der Geschäftsanteile an der Ploucquet GmbH von den bisherigen Altgesellschaftern übernommen. 2.3.2. Darstellung der Lage der Gesellschaft 2.3.2.1. Umsatz- und Ergebnisentwicklung Nach einem noch weitestgehend im Plan liegenden 1. Quartal 2023 wirkten sich im weiteren Verlauf des Jahres die zuvor beschriebenen Faktoren immer stärker auf Umsatz und Ertrag des Segments Textiles aus. Hinzu kam, dass die Entspannung bei den Farbstoff- und Chemikalienpreisen sich nicht im erwarteten Maße realisiert hat. Das Lohnveredlungsgeschäft mit diversen Branchen außerhalb der Bekleidungsindustrie war 2023 schwächer als erwartet und konnte nur ein Umsatzwachstum von 4,4% und damit 2,9 Prozentpunkte unter der geplanten Wachstumsrate erwirtschaften. Das Segment Textiles ist nach dem durch Nachholeffekte geprägten Boomjahr 2022 in unerwartetem Maße umsatzseitig um 34,5% geschrumpft und hat damit unsere ohnehin schon restriktiven Planungen um 22 Prozentpunkte verfehlt. Der insgesamt erzielte Umsatz von EUR 17,9 Mio. lag 12 % unter der ursprünglichen Planung (EUR 20,4 Mio.) und ebenfalls 12 % unter Vorjahr (EUR 20,4 Mio.). Die Rohertragsquote (Gesamtleistung abzüglich Materialaufwand in % der Gesamtleistung) lag auf Grund der unverändert hohen Chemikalien- und Energiepreise sowie des Preisdrucks im Segment Textiles mit 39,28% deutlich unter Plan (42,21%) und nochmals unter Vorjahr. Der in Summe erzielte Rohertrag hat demgemäß die Planungen deutlich verfehlt. Die Personalkosten konnten zwar in Anpassung an den rückläufigen Umsatz signifikant zum Plan, wegen der Tarifbindung und Mindestlohnsteigerungen aber nicht im Vergleich zum Vorjahr verringert werden. Sie beliefen sich auf EUR 5,72 Mio. und lagen 6,4% unter Plan. Details hierzu sind in den Ausführungen zum Personal- und Sozialbereich ausgeführt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit EUR 1,84 Mio. 11,1% unter Plan und absolut ebenfalls unter dem Vorjahr (EUR 2,41 Mio.), was sowohl aus der Anpassung der umsatz- bzw. mengenabhängigen als auch strikter Disziplin bei den sonstigen Kosten resultiert. Das Ergebnis auf Basis EBITDA fiel mit TEUR -427 (Vorjahr TEUR 661) deutlich schlechter als geplant (Plan TEUR 447) aus und es musste ein Jahresfehlbetrag von TEUR -974 (Vorjahr: Jahresüberschuss TEUR 195) festgestellt werden. • Einkauf Die wegen des Ukraine-Krieges bereits 2022 stark angestiegenen Rohstoffpreise haben sich auf dem erreichten hohen Niveau zwar stabilisiert aber nicht im erwarteten Umfang reduziert. Exponentiell steigende Strombeschaffungskosten und kurzfristig seitens der Lokalpolitik nahezu verdoppelte Abwassergebühren konnten insbesondere im Segment Textiles nicht auf die Abgabepreise umgelegt werden und haben zum zuvor beschriebenen Verfall der Rohertragsmarge geführt. Trotz deutlich reduzierter Umsätze sind unsere Energie- und Wasserkosten um über 21% gegenüber 2022 gestiegen. Für die Kosten unserer Hauptenergieträger Erdgas und Strom gehen wir auch für die kommenden Jahre von einem Verharren auf hohem Niveau aus. • Personal- und Sozialbereich Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohnes auf 12,00 EUR und die Tariferhöhung um 4,1% ab jeweils 01.10.2022 sind in 2023 voll wirksam geworden. Die Personalkosten insgesamt lagen mit EUR 5,72 Mio. (Vorjahr 5,62 Mio.) um 6,4 Prozentpunkte unter unseren Planungen, die Personalaufwandsquote auf Grund der Umsatzplanverfehlung um 2,93 Prozentpunkte über Plan. Die Tariflöhne stiegen ab Oktober 2023 nochmals um 1,5%. • Produktion und Entwicklung In 2023 hat Ploucquet mit Unterstützung des neuen Gesellschafters die technologischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen Ausbau der Volumina und Fertigungstiefe im Wachstumssegment Damast geschaffen. Die Umsetzung von kundenspezifischen Lösungen für technische Anwendungen und für den Funktionsbereich wurde weiter ausgebaut. • Investitionen Das gesamte Investitionsvolumen 2023 belief sich auf TEUR 273. Es handelte sich dabei ausschließlich um Ersatzinvestitionen und bauliche Investitionen zur Verbesserung der Sozialräumlichkeiten und der Arbeitssicherheit. 2.3.2.2. Vermögenslage Die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 2,85 Mio. und das gezeichnete Kapital von EUR 0,5 Mio. haben sich im Jahr 2023 gegenüber dem Endstand des Vorjahres nicht verändert, während sich der Jahresfehlbetrag mit TEUR 974 zu Ungunsten des Eigenkapitals auswirkte. Per 31.12.2023 ergab sich dadurch ein Bilanzverlust von TEUR 1.784. Zum Bilanzstichtag belief sich das Eigenkapital auf EUR 1,57 Mio. (Vorjahr EUR 2,54 Mio.), was einer Eigenkapitalquote von 26,9% der Bilanzsumme entspricht. Das Anlagevermögen hat sich von EUR 2,11 Mio. auf EUR 1,88 Mio. reduziert. Insgesamt standen den planmäßigen Abschreibungen von TEUR 400 Zugänge in Höhe von TEUR 273 gegenüber. Die Verminderung des Umlaufvermögens von EUR 4,87 Mio. auf EUR 3,95 Mio. ist weitestgehend einem umsatzbedingten Abbau der Vorräte geschuldet, verbunden mit einem Abbau an liquiden Mitteln. Die Vorräte beliefen sich zum Bilanzstichtag auf EUR 2,5 Mio. (Vorjahr EUR 3,8 Mio.). 2.3.2.3. Finanzlage Zum Bilanzstichtag bestanden Guthaben bei Kreditinstituten von EUR 0,1 Mio., die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beliefen sich auf EUR 2,0 Mio. Darin enthalten sind TEUR 164 langfristige Investitionsdarlehen und TEUR 625 KfW Betriebsmittelkredit Corona-Sonderprogramm 2020. Die Laufzeit beträgt sechs Jahre, die Tilgung erfolgte seit dem 30.09.2022 in 16 Raten. Zugesagte Kreditlinien in Höhe von EUR 2,5 Mio. waren zum Bilanzstichtag mit EUR 1,21 Mio. beansprucht. Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage, ihre finanziellen Verpflichtungen fristgemäß und unter konsequenter Nutzung möglicher Skonti zu erfüllen. 2.4 Gesamtaussage zum Wirtschaftsbericht Die Ploucquet GmbH hat 2023 eines der wirtschaftlich schwierigsten Jahre der Unternehmensgeschichte gemeistert. Der unerwartet heftige Einbruch der Nachfrage nach unseren hochwertigen Futterstoffen für klassische Herrenoberbekleidung sowie der enorme Preisdruck bei gleichzeitig stark gestiegenen Energie-, Abwasser- und Rohstoffpreisen konnten weder durch die positive Umsatzentwicklung unserer anderen Geschäftsbereiche noch durch Kostenanpassungsmaßnahmen im erforderlichen Umfang kompensiert werden. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Geschäftsjahr 2023 haben unsere Planungen zur künftigen strategischen Ausrichtung des Unternehmens bestätigt und beschleunigt. 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht • Chancen Durch den Gesellschafterwechsel zum 01.07.2023 gewinnt Ploucquet den direkten Zugang zu den wichtigsten Absatzmärkten für hochwertige Damastgewebe in Westafrika. In dieses Produktsegment mit seinen auskömmlichen Margen werden wir in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen tätigen und können ein überproportionales Wachstum generieren. Die Lohnproduktion für technische Einsatzzwecke ist profitabel und ebenfalls weiter auf Wachstumskurs. Sie wird in den kommenden Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und bildet eine wichtige tragende Säule des Unternehmens. Insbesondere in der Lohnausrüstung für militärische Anwendungsbereiche oder im Zivilschutz sind in den nächsten Jahren erhebliche Mehrausgaben auf staatlicher Ebene zu erwarten, woran wir partizipieren wollen. Gleichzeitig werden wir das Segment Textiles (Futterstoffe und Hosenbünde) zurückfahren und können dadurch in erheblichem Maße Kosten reduzieren. • Risiken Im Folgenden werden die Risiken in der Reihenfolge Ihrer Bedeutung genannt: • Gesamtwirtschaftliche Risiken Als im Wesentlichen DACH-weit agierendes Unternehmen und Zulieferer ohne eigenes Finalprodukt ist Ploucquet gesamtwirtschaftlichen Risiken hinsichtlich der globalen und im Besonderen der europäischen und deutschen Konjunkturentwicklung ausgesetzt. So geht ein konjunktureller Abschwung in der Regel mit einer rückläufigen Nachfrage nach technischen Textilien und höherpreisiger Herrenoberbekleidung einher, was sich negativ auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung auswirken kann. In seiner Konjunkturprognose vom März 2024 rechnet das Ifo-Institut mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von lediglich 0,2%. Trotz absehbar nachlassendem Inflationsdruck kann die Geldentwertung ein Belastungsfaktor bleiben und auch im laufenden Jahr die privaten Konsumausgaben weiter dämpfen. Die bereits umgesetzten geldpolitischen Gegenmaßnahmen wie Leitzinsanhebungen können zudem die Wirtschaft bremsen und stellen damit zusätzliche Risiken für die Finanzstabilität, Kapitalströme und Währungen dar. Die potenziell negative Auswirkung gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung kann auch im Jahr 2024 grundsätzlich hoch sein. Die Eintrittswahrscheinlichkeit schätzt das Management dabei als möglich ein. • Personalwirtschaftliche Risiken Die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal wird in den kommenden Jahren zu einem immer wesentlicheren Faktor der Wettbewerbs- und Lieferfähigkeit. Als tarifgebundenes Unternehmen mit gutem Ruf als Arbeitgeber ist es uns bisher stets gelungen, geeignete Mitarbeiter zu gewinnen. Gleichzeitig setzen wir konsequent den Weg der eigenen Ausbildung fort, um der demografischen Entwicklung im Unternehmen rechtzeitig zu begegnen. Die Tarifbindung birgt allerdings auch deutliche Risiken hinsichtlich der Lohnentwicklung. Angesichts der aktuellen Tarifauseinandersetzungen in anderen Branchen befürchten wir für die nächste Tarifrunde 2024 historisch bisher ungekannte Erhöhungsforderungen des Tarifpartners IG Metall. • Beschaffungsrisiken Auf Grund des energieintensiven Produktionsprozesses ist Ploucquet zwingend auf die jederzeitige Verfügbarkeit von Erdgas und Strom angewiesen. Die Entwicklung der Energiepreise stellt sich für Ploucquet ebenfalls als zukünftiges Risikopotential dar. Dem steuert Ploucquet operativ durch Preisanpassungen und strategisch durch Erschließung alternativer bzw. erneuerbarer Energiequellen und langfristigem Einkauf gegen. • Finanzielle Risiken Als Risiko ist die Bereitschaft von Kreditversicherern anzusehen, für die durch die Krise geschwächten Unternehmen weiterhin ausreichende Versicherungslimits zur Verfügung zu stellen, zumal damit auch die Nutzbarkeit von Factoring als Finanzierungsinstrument verbunden ist. Eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Unternehmen entlang der Lieferketten mit Eigen- und Fremdkapital ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Geschäftsabläufe zu sichern. Potenziellen Debitorenausfallrisiken begegnet Ploucquet durch ein striktes Forderungsmanagement basierend auf genehmigten Kreditversicherungslimiten oder gestellten Sicherheiten. Bei weiter anhaltender Verlustsituation könnten zunehmend auch Liquiditätsengpässe auftreten, denen Ploucquet aktiv durch eine rollierende Liquiditätsplanung im Rahmen der integrierten Finanzplanung mit regelmäßigen Soll- / Ist-Abgleichen und geeigneten Steuerungsmaßnahmen entgegenwirkt. Darüber hinaus pflegt das Unternehmen engen Kontakt zu den wesentlichen Kreditversicherern zur Kreditorenabsicherung und zu seinen Hausbanken. Ausreichend bemessene Kreditlinien eröffnen auch bei negativen Planabweichungen hinreichende Reaktionsmöglichkeiten. Direkte Währungsrisiken treten in sehr begrenztem Umfang bei der Beschaffung von Rohwaren aus dem asiatischen Raum durch den Wechselkurs EUR/ USD auf. Zur Steuerung haben wir Vereinbarungen mit einer unserer Hausbanken über Währungssicherungsgeschäfte getroffen. • Produktionsrisiken Die Produktionsrisiken liegen im Wesentlichen in der Sicherstellung der Maschinenverfügbarkeit und einer ausreichenden personellen Ausstattung begründet. Die implementierten Prozesse im Instandhaltungsmanagement und in der Personalbewirtschaftung sind hierfür ausreichend bemessen. • Zusammenfassung Chancen / Risiken Die von der Geschäftsführung durchgeführte Fortführungsprognose kommt zu dem Ergebnis, dass derzeit keine existenzgefährdenden Tatsachen oder Risiken erkennbar sind. • Bedeutsame Ereignisse nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 und Ausblick auf das Geschäftsjahr 2024 Bei den nachfolgenden Ausführungen zur künftigen Geschäftsentwicklung und den oben aufgeführten Erläuterungen zu den Chancen der Geschäftstätigkeit handelt es sich ausschließlich um nach bestem Wissen und Gewissen getroffene Erwartungen und Annahmen, die aufgrund ihrer Zukunftsorientierung mit Unsicherheit behaftet sind. In Auswertung der Jahresergebnisse 2023 und des aktuellen Marktumfeldes hat die Geschäftsleitung im Januar 2024 ein Restrukturierungskonzept erarbeitet, welches im Februar 2024 vom Gesellschafter bestätigt wurde. Es beinhaltet u.A. die komplette Einstellung des Geschäftsbereiches Textiles zum 30.09.2024, verbunden mit einer adäquaten Anpassung des Personalbestandes und der sonstigen Kostenstrukturen. Nach Abschluss aller Maßnahmen wird das Unternehmen ausschließlich in der Lohnveredlung für technische Textilien und in der Herstellung von Damast tätig sein. Insofern ist das Jahr 2024 als Transformationsjahr mit nochmals deutlich sinkenden Umsätzen im Bekleidungssektor und hohen, restrukturierungsbedingten Sonderaufwendungen zu betrachten. Bei einem Gesamtumsatz von EUR 13,5 Mio. soll ein Plan-EBITDA von TEUR -659 erzielt werden. Zur Stärkung von Liquidität und Eigenkapitalausstattung sind signifikante Gesellschafterbeiträge geplant und budgetiert.
Zittau, 26.03.2024 gez. Matthias Maier BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangAllgemeine Hinweise Die Ploucquet GmbH, mit Sitz in Zittau, ist im Handelsregister des Amtsgerichts Dresden unter HR B 18553 eingetragen. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und werden, soweit abnutzbar, nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die voraussichtliche Nutzungsdauer wird dabei in Anlehnung an die amtlichen Afa-Tabellen ermittelt. Bewegliche Anlagegüter werden linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Die selbstständig nutzbaren Wirtschaftsgüter des betrieblichen Anlagevermögens werden mit einem Nettoanschaffungswert zwischen EUR 250,00 und EUR 800,00 im Zugangsjahr sofort abgeschrieben. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten und Fertigungslöhnen auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Kosten der übrigen allgemeinen Verwaltung wurden nicht aktiviert. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h., es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen. Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Für Verluste aus Abnahmeverpflichtungen werden in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert bewertet. Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten wurden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit dieser Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, ausgewiesen. Das Eigenkapital wird zum Nennwert angesetzt. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres 2023 im Anlagenspiegel dargestellt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Unter den Forderungen aus Lieferungen sind auch Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, entsprechend Forderungen gegenüber dem Gesellschafter in Höhe von TEUR 123 enthalten. Flüssige Mittel Flüssige Mittel bestehen in Höhe von TEUR 86 (Vj. TEUR 196). Stammkapital Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt unverändert TEUR 500. Bilanzverlust Der Bilanzverlust beinhaltet einen Verlustvortrag in Höhe von 809.756,81 Euro. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Reklamationen (TEUR 52), Personalaufwendungen (TEUR 214) und ausstehende Rechnungen (TEUR 129) gebildet. Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt:
Hinsichtlich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte. Haftungsverhältnisse/Außerbilanzielle Geschäfte Zur Beschaffung liquider Mittel zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit werden laufend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an die Raiffeisen Factor Bank AG, Wien, verkauft. Zum Stichtag waren Forderungen im Wert von TEUR 1.847 (Vj. TEUR 2.058) verkauft. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird aufgrund der Beschränkung auf das Veritätsrisiko als gering eingeschätzt. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Neben den Haftungsverhältnissen und außerbilanziellen Geschäften bestehen in Höhe von TEUR 552 sonstige finanzielle Verpflichtungen (davon gegenüber verbundenen Unternehmen TEUR 0). Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen u. a. folgende Sachverhalte: KFZ-Leasingverträge sowie sonstige Miet-, Wartungs- und Leasingverträge. Infolge der am Bilanzstichtag bestehenden Miet- und Leasingverträge ergeben sich die im Folgejahr zu zahlenden Jahresbeträge wie folgt:
Es bestehen Abnahmeverpflichtungen aus Einkaufskontrakten für 2024 in Höhe von TEUR 387. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen von TEUR 4 (TEUR 13), Erträge aus Versicherungsentschädigungen TEUR 6 sowie periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 102 (Vj. TEUR 239) aus der Auflösung von Rückstellungen. Sonstige Erträge in Höhe TEUR 141 wurden für die Gewährung einer Beihilfe im Rahmen der Carbon Leakage Verordnung für die Jahre 2021 und 2022 verbucht. Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen für Kundenreklamationen in Höhe von TEUR 52 (Vj. TEUR 90) enthalten. Sonstige Angaben Geschäftsführung Zum Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2023 war bestellt: Matthias Maier, Zittau, Geschäftsführer Die Gesellschaft nimmt für die Angaben zur Geschäftsführung die Regelung des § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch. Mitarbeiter Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:
Außerdem waren zum Ende des Geschäftsjahres neun Auszubildende in unserem Unternehmen beschäftigt. Offenlegung Der Jahresabschluss wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und kann im zentralen Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de) eingesehen werden. Ergebnisverwendungsvorschlag Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2023 auf neue Rechnung vorzutragen.
Zittau, 26. März 2024 gez. Matthias Maier Anlagespiegel
sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 10.12.2024 festgestellt. BestätigungsvermerkAn die Ploucquet GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Ploucquet GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Ploucquet GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für alle Kaufleute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften. Der beigefügte Lagebericht vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts Wir machen auf die Ausführungen in dem Abschnitt "Bedeutsame Ereignisse nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 und Ausblick auf das Geschäftsjahr 2024" des Lageberichts aufmerksam, in welchem die Hintergründe für das im Januar 2024 erarbeitete Restrukturierungskonzept beschrieben werden. Die Geschäftsführung verweist hierbei auf deutlich sinkende Umsätze und hohe restrukturierungsbedingte Sonderaufwendungen im Transformationsjahr 2024. Die Gesellschafterin hat sich, zur Sicherung der Liquidität, bereit erklärt Darlehen in Höhe von insgesamt 1.000.000 Euro in mehreren Tranchen zu gewähren. Wir weisen darauf hin, dass der Fortbestand des Unternehmens von der Einhaltung der vorgenannten Finanzierungszusage abhängt. Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss ist diesbezüglich nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für alle Kaufleute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Görlitz, den 03. Juli 2024 REANDA
AMC GmbH
gez. Prof. Dr. Robert Lehleiter, Wirtschaftsprüfer |
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