Senvion MidCo GmbHLiquidiert

Überseering 10, 22297 Hamburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 141687
Vorher
Blitz 14-489 GmbHRapid MidCo GmbH
Eingetragen
9.12.2014
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, das Halten, die Verwaltung und/oder der Verkauf von Beteiligungen an Unternehmen im In- und Ausland. Die Gesellschaft ist zur Betreuung von, sowie zur Erbringung von Beratungsdienstleistungen und anderen Dienstleistungen gegenüber mit ihr verbundenen Gesellschaften berechtigt.

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
David Jon Hardy
seit 18.6.2018
Geschäftsführer
Kumar Manav Sharma
seit 6.6.2016
Geschäftsführer

Konzern- und Jahresabschlüsse

Senvion TopCo GmbH

Hamburg (vormals: München)

Konzernabschluss für das zum 31.Dezember 2016 endende Geschäftsjahr

Bestätigungsvermerk

Wir haben den von der Senvion TopCo GmbH, Hamburg, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzerns und Konzernanhang sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Hamburg, 21. August 2017

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Grummer, Wirtschaftsprüfer

Machner, Wirtschaftsprüfer

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Anhang 01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Umsatzerlöse 4.1 2.210.457 1.560.613
Bestandsveränderungen an unfertigen Erzeugnissen   -18.377 -38.295
Andere aktivierte Eigenleistungen   45.099 28.665
Gesamtleistung   2.237.179 1.550.983
Sonstige betriebliche Erträge 4.2 45.891 40.103
Materialaufwand/Aufwand für bezogene Leistungen   -1.674.339 -1.216.639
Personalaufwand 4.3 -255.418 -154.670
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte   -166.763 -106.623
Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.4 -204.028 -166.788
Betriebsergebnis vor Aufwendungen aus der Reorganisation   -17.478 -53.634
Aufwendungen aus der Reorganisation 4.5 0 -8.010
Betriebsergebnis   -17.478 -61.644
davon Auswirkungen aus der PPA -104.481 Tsd. EUR (Vorjahr: -157.471 Tsd. EUR)      
Zinsen und ähnliche Finanzerträge 4.6 698 1.048
Zinsen und ähnliche Finanzaufwendungen 4.6 -63.561 -57.668
Ergebnis vor Steuern   -80.341 -118.264
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.2.3 23.834 19.687
Jahresergebnis   -56.507 -98.577
Jahresergebnis den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss zuzurechnen   0 -252
Jahresergebnis den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen   -56.507 -98.325
fortgeführte Geschäftsbereiche   -56.507 -98.667
aufgegebene Geschäftsbereiche   0 342

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Jahresergebnis -56.507 -98.577
In Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliederndes sonstiges Ergebnis    
Sonstiges Ergebnis aus Cash Flow Hedges -6.326 9.546
Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis aus Cash Flow Hedges 1.852 -2.806
Sonstiges Ergebnis aus Cash Flow Hedges (nach Steuern) -4.474 6.740
Währungsumrechnung -5.175 -88
Sonstiges Ergebnis -9.649 6.652
Gesamtergebnis -66.156 -91.925
Gesamtergebnis den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss zuzurechnen 0 -90
Gesamtergebnis den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen -66.156 -91.835

Konzernbilanz

Aktiva

Anhang 31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Kurzfristige Vermögenswerte      
Liquide Mittel 5.1.1 436.471 419.126
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo 5.1.2 88.626 49.372
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.1.3 167.973 230.751
Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen   8.554 0
Vorräte 5.1.4 430.138 416.552
Forderungen aus Ertragsteuern   12.982 2.664
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.1.5 15.520 11.557
Sonstige übrige Vermögenswerte 5.1.5 98.481 95.527
Kurzfristige Vermögenswerte   1.258.745 1.225.549
Langfristige Vermögenswerte      
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 5.2.1 600.216 687.195
Geschäfts- oder Firmenwert   4.109 0
Sachanlagevermögen 5.2.2 222.116 193.198
Sonstige Finanzanlagen   4.023 4.004
Gewährte Darlehen   9.081 1.028
Sonstige Vermögenswerte   11.687 16.692
Langfristige Vermögenswerte   851.232 902.117
Aktiva   2.109.977 2.127.666

Passiva

     
  Anhang 31.12.2016
TSD. EUR
31.12.2015
TSD. EUR
Kurzfristige Verbindlichkeiten      
Kurzfristige Darlehen und kurzfristiger Anteil an langfristigen Darlehen 7.2 7.566 5.982
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.2 430.829 381.820
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen   170 19.114
Erhaltene Anzahlungen 5.3.1 189.242 291.410
Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo 5.1.2 122.248 71.847
Rückstellungen 5.3.2 289.085 217.053
Umsatzabgrenzung 5.3.3 34.983 26.147
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 5.3.4 37.447 62.375
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 5.3.5 41.832 25.954
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 5.3.5 40.319 47.576
Kurzfristige Verbindlichkeiten   1.193.721 1.149.278
Langfristige Verbindlichkeiten      
Langfristige Darlehen 5.4 6.980 10.503
Langfristige Darlehen gegenüber Beteiligungsunternehmen 5.5 0 364.535
Latente Steuern 5.2.3 173.053 186.134
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 5.6 392.919 391.405
Langfristige Verbindlichkeiten   572.952 952.577
Eigenkapital      
Stammkapital 5.7 25 25
Kapitalrücklage 5.7 505.161 121.512
Sonstige Rücklagen   -3.159 6.490
Währungsumrechnung   -5.425 -250
Cashflow-Hedge-Rücklage   2.266 6.740
Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital   -158.723 -102.216
Summe Eigenkapital   343.304 25.811
Passiva   2.109.977 2.127.666

Konzern-Kapitalflussrechnung

Anhang 01.01.2016 - 31.12.2016
TSD. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
TSD. EUR
Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit      
Periodenergebnis vor Steuern   -80.341 -118.264
Anpassungen für:      
Abschreibungen auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Finanzanlagen   166.763 109.568
Zinserträge 4.6 -698 -1.048
Zinsaufwendungen 4.6 63.561 57.668
Zunahme/Abnahme der Rückstellungen   71.742 -16.997
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Anlagevermögen   74 59
Veränderung des Nettoumlaufvermögens   -35.646 338.853
Erhaltene Zinsen   637 1.048
Gezahlte Zinsen   -40.482 -48.996
Gezahlte Ertragsteuern   -14.125 -3.094
Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit   131.485 318.797
Einzahlungen aus dem Verkauf von Anlagevermögen 4.2 3.250 524
Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten 4.2 -50.418 -32.086
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagevermögen 4.2 -63.066 -16.465
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen   0 -434
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbenem Nettozahlungsmittel   -291 -731.274
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit   -110.525 -779.735
Einzahlungen in die Kapitalrücklage/ ausstehende Einlage   0 121.512
Einzahlungen aus erhaltenen Darlehen   0 934.779
Auszahlungen aus der Tilgung von Darlehen   -5.199 -182.259
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit   -5.199 874.032
Verminderung/Erhöhung der Zahlungsmittel und -äquivalente   15.761 413.094
Zahlungsmittel und -äquivalente zu Beginn der Periode   413.144 50
Zahlungsmittel und -äquivalente am Ende der Periode   428.905 413.144
Liquide Mittel 5.1.1 436.471 419.126
Kurzfristige Bankverbindlichkeiten 7.2 -7.566 -5.982
Zahlungsmittel und -äquivalente am Ende der Periode   428.905 413.144

Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzerns

Stammkapital
Tsd. EUR
Kapitalrücklage
Tsd. EUR
Währungsumrechnung
Tsd. EUR
Rücklagen für Cash Flow Hedges
Tsd. EUR
Anhang 5.7 5.7    
Stand am 01.04.2015 25 0 0 0
Jahresergebnis        
Sonstiges Ergebnis aus Cash Flow Hedges       6.740
Währungsumrechnung     -250  
Konzerngesamtergebnis 0 0 -250 6.740
Änderung des Konsolidierungskreises        
Einzahlungen in die Kapitalrücklage   121.512    
Stand am 31.12.2015 25 121.512 -250 6.740
Stand am 01.01.2016 25 121.512 -250 6.740
Jahresergebnis        
Sonstiges Ergebnis aus Cash Flow Hedges       -4.474
Währungsumrechnung     -5.175  
Konzerngesamtergebnis     -5.175 -4.474
Änderung des Konsolidierungskreises        
Einzahlungen in die Kapitalrücklage   383.649    
Stand am 31.12.2016 25 505.161 -5.425 2.266
Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital
Tsd. EUR
Den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehendes Eigenkapital
Tsd. EUR
Anteile ohne beherrschenden Einfluss
Tsd. EUR
Eigenkapital Summe
Tsd. EUR
Anhang        
Stand am 01.04.2015 -3.891 -3.866 0 -3.866
Jahresergebnis -98.325 -98.325 -252 -98.577
Sonstiges Ergebnis aus Cash Flow Hedges   6.740   6.740
Währungsumrechnung   -250 162 -88
Konzerngesamtergebnis -98.325 -91.835 -90 -91.925
Änderung des Konsolidierungskreises     89 89
Einzahlungen in die Kapitalrücklage   121.512   121.512
Stand am 31.12.2015 -102.216 25.811 0 25.811
Stand am 01.01.2016 -102.216 25.811 0 25.811
Jahresergebnis -56.507 -56.507   -56.507
Sonstiges Ergebnis aus Cash Flow Hedges   -4.474   -4.474
Währungsumrechnung   -5.175   -5.175
Konzerngesamtergebnis -56.507 -66.156 0 -66.156
Änderung des Konsolidierungskreises       0
Einzahlungen in die Kapitalrücklage   383.649   383.649
Stand am 31.12.2016 -158.723 343.304 0 343.304

Anhang zum Konzernabschluss für das zum 31. Dezember 2016 endende Geschäftsjahr

1. Einleitung

Der Senvion TopCo Konzern ("Senvion" oder der "Konzern"), mit der Senvion TopCo GmbH ("Senvion TopCo" oder die "Gesellschaft"), Überseering 10, 22297 Hamburg, Bundesrepublik Deutschland, als Mutterunternehmen und ihren Tochterunternehmen, ist in den Bereichen Produktion und Vertrieb von Windenergieanlagen sowie in der Projektierung und Erstellung schlüsselfertiger Windparks tätig.

Senvion TopCo wurde am 2. Dezember 2014 gegründet, um den Erwerb des gesamten Grundkapitals der Senvion GmbH, vormals Senvion SE, und ihre Tochtergesellschaften, Hamburg, Bundesrepublik Deutschland ("Senvion GmbH Gruppe") zu erleichtern. Die Übernahme wurde am 29. April 2015 abgeschlossen. Vor der Übernahme der Senvion GmbH Gruppe hat die Senvion TopCo keine operativen Geschäfte geführt. Daher ist die Vergleichbarkeit der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung sowie der konsolidierten Kapitalflussrechnung mit dem Vorjahr begrenzt.

Das aktuelle Geschäftsjahr entsprach dem Kalenderjahr vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016.

Die Senvion TopCo unterliegt für das zum 31. Dezember 2016 endende Geschäftsjahr der Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses gemäß § 290 Abs. 1 HGB. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 ist gemäß § 315a Abs. 3 HGB in der jeweils geltenden Fassung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Die IFRS umfassen die vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichten International Financial Reporting Standards und International Accounting Standards (IAS) sowie die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) und seines Vorgängers, des Standing Interpretations Committee (SIC). Die Anforderungen der IFRS wurden vollständig erfüllt und führen zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht für den betreffenden Berichtszeitraum werden separat im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 wurde am 21. August 2017 von der Geschäftsführung genehmigt.

Der Konzernabschluss wird in Euro als Berichtswährung aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Sofern es nicht anders angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend Euro (Tsd. EUR) auf- bzw. abgerundet. Dadurch kann es bei Summen und Teilsummen zu einer Abweichung vom rechnerischen Ergebnis um 1 Tsd. EUR kommen.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich auf der Basis einer Bilanzierung der Vermögenswerte und Schulden zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Davon ausgenommen sind derivative und zur Veräußerung verfügbare (available-for-sale) Finanzinstrumente, die jeweils zum am Bilanzstichtag geltenden Zeitwert angesetzt werden.

2. Konsolidierung

2.1 Grundsätze der Konsolidierung

In den Konzernabschluss sind alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Senvion TopCo direkt oder indirekt die Möglichkeit zur Beherrschung der Finanz- und Geschäftspolitik dieser Gesellschaften hat.

Die Konsolidierung eines Tochterunternehmens beginnt an dem Tag, an dem die Gesellschaft die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt. Sie endet, wenn Senvion TopCo die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert. Eine Beherrschung liegt vor, wenn Senvion TopCo eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement bei dem Beteiligungsunternehmen auch dazu einsetzen kann, diese Renditen zu beeinflussen. Insbesondere beherrscht Senvion TopCo ein Beteiligungsunternehmen dann, wenn Senvion TopCo alle nachfolgenden Eigenschaften besitzt:

· die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen (d. h. der Konzern hat aufgrund aktuell bestehender Rechte die Möglichkeit, diejenigen Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens zu steuern, die einen wesentlichen Einfluss auf dessen Rendite haben),

· eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen und

· die Fähigkeit, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird.

Ergeben sich aus Sachverhalten und Umständen Hinweise, dass sich eines oder mehrere der drei Beherrschungselemente verändert haben, prüft Senvion TopCo, ob ein Beteiligungsunternehmen weiterhin beherrscht wird.

Die Abschlüsse der einbezogenen Tochterunternehmen sind auf den Abschlussstichtag des Mutterunternehmens nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Zwischenergebnisse und Dividenden werden vollständig eliminiert. Der Gewinn oder Verlust und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses werden den Anteilseignern des Mutterunternehmens des Konzerns und den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss zugerechnet.

Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Verliert Senvion TopCo die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, so werden folgende Schritte durchgeführt:

· Ausbuchung der Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert) und der Schulden des Tochterunternehmens,

· Ausbuchung des Buchwerts der Anteile ohne beherrschenden Einfluss an dem ehemaligen Tochterunternehmen,

· Ausbuchung der im Eigenkapital erfassten kumulierten Umrechnungsdifferenzen,

· Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung,

· Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der verbleibenden Beteiligung,

· Erfassung der Ergebnisüberschüsse bzw. -fehlbeträge in der Gewinn- und Verlustrechnung,

· Umgliederung der auf das Mutterunternehmen entfallenden Bestandteile des sonstigen Ergebnisses in die Gewinn- und Verlustrechnung oder in die Gewinnrücklagen, wie es erforderlich wäre, wenn der Konzern die entsprechenden Vermögenswerte oder Schulden direkt veräußert hätte.

2.2 Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss entscheidet der Konzern, ob er die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Eine vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Eine als Vermögenswert oder Schuld klassifizierte bedingte Gegenleistung fällt in den Anwendungsbereich von IAS 39, Finanzinstrumente, und wird erstmalig sowie anschließend zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei die Veränderungen im beizulegenden Zeitwert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gesamtgegenleistung und des Betrags des Anteils ohne beherrschenden Einfluss und der früher gehaltenen Anteile über die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden des Konzerns bemessen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des erworbenen Reinvermögens die übertragene Gesamtgegenleistung, beurteilt der Konzern erneut, ob er alle erworbenen Vermögenswerte und alle übernommenen Schulden richtig identifiziert hat, und überprüft die Verfahren, mit denen die Beträge ermittelt worden sind, die zum Erwerbszeitpunkt ausgewiesen werden müssen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des erworbenen Reinvermögens nach der Neubewertung immer noch die übertragene Gesamtgegenleistung, wird der Unterschiedsbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung im Rahmen der sonstigen betrieblichen Erträge erfasst.

2.3 Konsolidierungkreis

2.3.1 Vollkonsolidierte Unternehmen

Der Konsolidierungskreis umfasst die Senvion TopCo sowie folgende in- und ausländische Gesellschaften, die in diesen Konzernabschluss einbezogen werden:

Holding Gesellschaften 31.12.2016 Share
in %
31.12.2015 Share
in %
Senvion MidCo GmbH, Hamburg, Deutschland 100,0 100,0
Senvion Holding GmbH, Hamburg, Deutschland 100,0 100,0
Projektgesellschaften    
Senvion Betriebs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Rendsburg, Deutschland 100,0 100,0
Yorke Peninsula Wind Farm Project Pty Ltd, Melbourne, Australien 80,0 80,0
Senvion Project Ventures GmbH, Hamburg, Deutschland 100,0 0,0
Senvion I Wind Development LLC, Wilmington, U.S.A. 100,0 0,0
Senvion II Wind Development LLC, Wilmington, U.S.A. 100,0 0,0
Produktions- und Dienstleistungsgesellschaften    
Senvion GmbH, Hamburg, Deutschland 100,0 100,0
PowerBlades GmbH, Bremerhaven, Deutschland 100,0 100,0
Senvion Deutschland GmbH, Hamburg, Deutschland 100,0 100,0
PowerBlades S.A., Vagos, Portugal 100,0 100,0
Ventipower S.A., Oliveira de Frades, Portugal 100,0 100,0
RiaBlades S.A., Vagos, Portugal 100,0 100,0
Senvion Indústria, S.A., Vagos, Portugal 100,0 100,0
RETC Renewable Energy Technology Center GmbH, Hamburg, Deutschland 100,0 100,0
Senvion India Ltd, Pune, Indien 100,0 100,0
PowerBlades Industries Inc., Québec, Kanada 100,0 100,0
EUROS Entwicklungsgesellschaft für Windkraftanlagen mbH, Berlin, Deutschland 100,0 0,0
EUROS Polska sp. z o.o., Ustroń, Polen 100,0 0,0
EUROS Rotor Systems Polska sp. z o.o., Ustroń, Polen 100,0 0,0
Vertriebsgesellschaften    
Senvion France S.A.S. , Courbevoie, Frankreich 100,0 100,0
Senvion Italia S.r.l., Milan, Italien 100,0 100,0
Senvion Holdings Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0 100,0
Senvion Australia Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0 100,0
Senvion (Beijing) Trading Co. Ltd, Beijing, VR China 100,0 100,0
Senvion USA Corp., Denver, U.S.A. 100,0 100,0
Senvion Canada Inc., Montreal, Kanada 100,0 100,0
Senvion Benelux b.v.b.a., Ostend, Belgien 100,0 100,0
Senvion UK Ltd, Edinburgh, Großbritannien 100,0 100,0
Senvion Polska, Sp.z o.o., Warschau, Polen 100,0 100,0
Senvion Portugal S.A., Porto, Portugal 100,0 100,0
Senvion Scandinavia AB, Västerås, Schweden 100,0 100,0
Senvion Romania SRL, Bukarest, Rumänien 100,0 100,0
Senvion Austria GmbH, Ernstbrunn, Österreich 100,0 100,0
Senvion Netherlands B.V., Nijkerk, Niederlande 100,0 100,0
Senvion Turkey Rüzgar Türbinleri Limited Şirketi, Ankara, Türkei 100,0 100,0
Senvion (Shanghai) Trading Co. Ltd, Shanghai, VR China 100,0 100,0
Senvion Japan G.K., Tokio, Japan 100,0 0,0
Senvion Chile S.p.A., Santiago, Chile 100,0 0,0
Vorrats- oder Mantelgesellschaften    
WEL Windenergie Logistik GmbH, Schloß Holte-Stukenbrock, Deutschland 100,0 100,0

Die Senvion MidCo GmbH, Senvion Holding GmbH, Senvion GmbH sowie die Senvion Deutschland GmbH nehmen für das Geschäftsjahr 2016 die durch den § 264 Abs. 3 HGB gewährten Erleichterungen für die Aufstellung, Prüfung und Offenlegung von Jahresabschluss und Lagebericht in Anspruch.

Die PowerBlades GmbH nimmt für das am 31. März 2017 endende Geschäftsjahr 2016/17 die durch den § 264 Abs. 3 HGB gewährten Erleichterungen für die Aufstellung und Offenlegung von Jahresabschluss und Lagebericht in Anspruch.

2.3.2 Veränderungen im Konsolidierungskreis

In April 2016 wurden die Unternehmen Senvion Chile, S.p.A., Santiago und Senvion Japan, G.K., Tokio sowie in Dezember 2016 die Unternehmen Senvion Wind I, Development LLC, Wilmington und Senvion Wind II, Development LLC, Wilmington gegründet. Alle Anteile und Stimmrechte werden von Töchterunternehmen der Senvion TopCo gehalten.

Ferner gründete Senvion GmbH im April 2016 das Tochterunternehmen, Project Ventures GmbH, Hamburg, an der sie 100% der Anteile hält.

Am 21. November 2016 (Erwerbszeitpunkt) erwarb Senvion GmbH alle Aktien und Stimmrechte an der EUROS Entwicklungsgesellschaft für Windkraftanlagen mbH, Berlin, Deutschland, EURO Polska sp z o.o., Ustroń, Polen und EUROS Rotor Systems Polska sp. Z o.o., Ustroń, Polen (EUROS Gruppe).

Die EUROS Gruppe deckt alle Bereiche der Rotorblattkonstruktion und -produktion sowie die der Master Plugs und Formen ab. Der Konzern erwarb diese Unternehmensgruppe, um den Anforderungen auf dem wachsenden Markt schnell zu reagieren und damit innovative Rotorblätter kurzfristig auf dem Markt bringen zu können.

Die im Konzernabschluss vom 31. Dezember 2016 erfassten Nettovermögenswerte wurden auf der Basis einer vorläufigen Bewertung ihrer beizulegenden Zeitwerte durchgeführt. Es ist eine vorläufige Bewertung, da der Erwerb erst kurz vor Jahresende 2016 eingetreten ist.

Beim Erwerb erfassten beizulegende Zeitwerte
Tsd. EUR
Liquide Mittel 209
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 511
Vorräte 438
Sonstige Vermögenswerte 255
Immaterielle Vermögenswerte 5
Sachanlagevermögen 10.370
Aktiva 11.788
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 781
Erhaltene Anzahlungen 1.655
Darlehen 3.999
Rückstellungen 290
Sonstige Verbindlichkeit 8.672
Verbindlichkeiten 15.397
Summe der beizulegende Zeitwerte des Nettovermögens -3.609
Vorläufiger Geschäfts- oder Firmenwert 4.109
Vorläufige Auszahlung für den Erwerb 500

Vorläufige Analyse der Zahlungsströme zum Erwerbszeitpunkt:

Zahlungsströme zum Erwerbszeitpunkt
Tsd. EUR
Liquide Mitteln beim Kauf der EUROS Gruppe 209
Vorläufige Auszahlungen für den Erwerb -500
Netto Zahlungsstrom zum Erwerbszeitpunkt -291

Der Vertragskaufpreis kann bis zu 8.200 Tsd. EUR betragen und ist teilweise abhängig von der Bewertung bestimmter Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt. Eine Änderung des Kaufpreises führe zu einer Anpassung der zum 31. Dezember 2016 beizulegende Zeitwert der bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Der vorläufige Geschäfts- oder Firmenwert hingegen würde keine wesentliche Änderung aufzeigen.

Nach dem Erwerbszeitpunkt erzielte die EUROS Gruppe einen Jahresergebnis mit einem Verlust in Höhe von 522 Tsd. EUR. Im Geschäftsjahr wurden keine Umsatzerlöse aus der EUROS Gruppe erfasst. Wäre der Unternehmenserwerb am 1. Januar 2016 erfolgt, hätten die Umsatzerlöse des Konzerns 2.219.487 Tsd. EUR betragen und das Jahresergebnis wäre ein Verlust in Höhe von 65.650 Tsd. EUR.

3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

3.1 Liquide Mittel

Die liquiden Mittel umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen mit einer Laufzeit von drei Monaten oder weniger. Die Zahlungsmitteläquivalente sind Gegenstand eines unwesentlichen Wertänderungsrisikos.

3.2 Forderungen und sonstige finanziellen Vermögenswerte

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen im Verbundbereich und sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie "Kredite und Forderungen" (loans and receivables) zugeordnet werden, werden im Zeitpunkt der Erstbilanzierung mit ihren Zeitwerten zuzüglich Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Ausfallrisiken werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt, die aufgrund von Erfahrungswerten und individuellen Risikoeinschätzungen ermittelt werden. Ausfälle aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden auf einem Wertberichtigungskonto zur Buchung von Wertminderungen oder in Form einer direkten Abschreibung des Forderungswerts ausgewiesen. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der Buchwert eines finanziellen Vermögenswerts höher als der Barwert der zukünftigen Cash Flows ist.

Der Konzern prüft zu jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten oder Gruppen von finanziellen Vermögenswerten objektiv nachweisbar ist. Eine Wertminderung liegt vor, wenn seit der Erstbilanzierung des Vermögenswerts ein oder mehrere Ereignisse eingetreten ist/sind (eingetretenes "Verlustereignis"), das/die sich auf die geschätzten künftigen Cash Flows des finanziellen Vermögenswerts bzw. der Gruppe von finanziellen Vermögenswerten auswirkt/auswirken. Um eine Wertminderung objektiv nachweisbar festzustellen, werden u. a. die folgenden Auslöser herangezogen:

· Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners,

· Zugeständnisse an den Debitoren aufgrund wirtschaftlicher oder rechtlicher Gründe, die im Zusammenhang mit dessen finanziellen Schwierigkeiten stehen,

· Insolvenz oder Sanierungsnotwendigkeit des Debitors ist wahrscheinlich,

· Verschwinden des aktiven Marktes für den finanziellen Vermögenswert aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten

3.3 Vorräte

Unter den Vorräten sind Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen ausgewiesen. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt. Unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen sind zu Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ergibt sich aus dem erwarteten Verkaufserlös abzüglich noch anfallender Kosten. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten werden nach der Durchschnittsmethode ermittelt und beinhalten die Kosten des Erwerbs sowie diejenigen Kosten, die dafür angefallen sind, die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Die Herstellungskosten beinhalten neben den zurechenbaren Materialeinzel- und Fertigungskosten auch zurechenbare Gemeinkosten im Sinne des IAS 2.

3.4 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten oder Herstellungskosten angesetzt und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Anschaffungskosten umfassen alle Aufwendungen für den Erwerb der Vermögenswerte, soweit diese zuverlässig ermittelt oder geschätzt werden konnten. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen Einzelkosten sowie die zurechenbaren Gemeinkosten.

Der Bemessung von planmäßigen Abschreibungen liegen folgende geschätzte Nutzungsdauern zugrunde:

Nutzungsdauer in Jahren
Bauten 25-50
Technische Anlagen und Maschinen 5-12
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-14

3.5 Immaterielle Vermögenswerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten von im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden mit Ausnahme von aktivierten Entwicklungskosten nicht aktiviert, sondern erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen.

Forschungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines einzelnen Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögenswert erfasst, wenn der Konzern Folgendes nachweisen kann:

· die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts, die eine interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswerts ermöglicht,

· die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen, und die Fähigkeit, ihn zu nutzen oder zu verkaufen,

· wie der Vermögenswert einen künftigen Nutzen erzielen wird,

· die Verfügbarkeit von Ressourcen für Zwecke der Fertigstellung des Vermögenswerts und

· die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenwert während seiner Entwicklung zuzurechnenden Ausgaben zuverlässig ermitteln zu können.

Aktivierte Entwicklungskosten umfassen alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Einzel- und Gemeinkosten. Entwicklungskosten, die auf kundenspezifische Fertigungsaufträge entfallen, werden im Rahmen der aktivierten Auftragsposten erfasst.

Die Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibung und kumulierten Wertminderungsaufwendungen bilanziert.

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung überprüft, sofern Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Abschreibungsdauer und die Abschreibungsmethode werden bei immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende jeder Berichtsperiode überprüft. Die aufgrund von Änderungen der erwarteten Nutzungsdauer oder des erwarteten Verbrauchs des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswerts erforderlichen Änderungen der Abschreibungsdauer oder der Abschreibungsmethode werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Die Abschreibung beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Bei Entwicklungskosten erfolgt die Abschreibung linear ab dem Produktionsbeginn über die vorgesehene Laufzeit der entwickelten Modelle oder Technologien.

Nutzungsdauer in Jahren
Technologie (inkl. Entwicklungskosten) 2,5-5
Kundenbeziehung 11-19
Lizenzen, Software 3-5

3.6 Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Der Konzern prüft zu jedem Bilanzstichtag, ob es Hinweise auf eine Wertminderung von Sachanlagen oder immateriellen Vermögenswerten gibt. Liegt ein solcher Hinweis vor, schätzt der Konzern den erzielbaren Betrag des Vermögenswerts. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten oder Nutzungswert. Der erzielbare Betrag wird für einen einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, der Vermögenswert generiert keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Ist der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit höher als der erzielbare Betrag, gilt der Vermögenswert als wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.

Bei der Beurteilung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Mittelflüsse unter Ansatz eines Vorsteuerzinssatzes abgezinst, der die aktuellen Markteinschätzungen zum Zeitwert des Geldes und die spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt. Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden die jüngsten Markttransaktionen berücksichtigt. Sind keine solchen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell verwendet.

Der Konzern stützt seine Berechnung der Wertminderung auf detaillierte Budgets und Prognoseberechnungen, die für jede einzelne zahlungsmittelgenerierende Einheit des Konzerns, der die einzelnen Vermögenswerte zugeordnet werden, separat aufgestellt werden.

Zu jedem Bilanzstichtag wird geprüft, ob es Hinweise gibt, dass zuvor erfasste Wertminderungsaufwendungen nicht mehr existieren oder sich verringert haben. Liegt ein solcher Hinweis vor, schätzt der Konzern den erzielbaren Betrag des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann umgekehrt, wenn sich seit dem Ausweis des letzten Wertminderungsaufwands die Annahmen geändert haben, nach denen der erzielbare Betrag ermittelt wurde. Die Umkehrung (Wertaufholung) wird so begrenzt, dass der Buchwert des Vermögenswerts danach nicht höher ist als sein erzielbarer Betrag oder als der Buchwert, der sich (unter Berücksichtigung von Abschreibungen) ohne Wertminderung in den Vorjahren ergeben hätte. Eine solche Wertaufholung wird ergebniswirksam erfasst.

3.7 Rückstellungen

Die Bildung der Rückstellungen wird in Übereinstimmung mit IAS 37 vorgenommen. Es handelt sich um Verpflichtungen, die rechtlich oder wirtschaftlich bestehen, deren Ausgleich wahrscheinlich zu einem Abfluss von wirtschaftlichen Ressourcen führt und deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann.

Gewährleistungsrückstellungen

Gewährleistungsrückstellungen werden sowohl für einzelne Risiken aus technischen Problemen im Zusammenhang mit individuellen Windenergieanlagen ("WEA"), einer bestimmten WEA-Baureihe oder spezifischen Komponenten verschiedener WEA (spezifische Gewährleistungsrückstellungen) als auch für Risiken und Mängel geringfügigerer Natur erfasst, wie sie in der Regel innerhalb der Gewährleistungsfrist in jeder verkauften WEA vorkommen (pauschale Gewährleistungsrückstellungen). Gewährleistungsrückstellungen sind so genannte "assurance-type warranties" (Garantieversprechen in Form einer Zusicherung) und werden über die Dauer der gesetzlichen oder vertraglichen Gewährleistungsfrist erfasst.

Spezifische Gewährleistungsrückstellungen

Spezifische technische Gewährleistungsrisiken sind durch umfassende Dokumentationen einzeln quantifizierbar und werden durch Einzelrückstellungen berücksichtigt. Die Evaluation des wirtschaftlichen Risikos und Festlegung der Rückstellungshöhe erfolgt in Abstimmung mit den technischen Abteilungen unter fortlaufender Einschätzung der bestehenden Risiken. Spezifische Gewährleistungsrückstellungen werden für Probleme gebildet, die innerhalb der 2-jährigen gesetzlichen Gewährleistungsfrist auftreten, sowie für solche, bei denen infolge der vertraglichen Dienstleistungsvereinbarungen eine Gewährleistung entsteht.

Pauschale Gewährleistungsrückstellungen

Die Rückstellungen werden für Risiken und Mängel geringfügigerer Natur angesetzt, die auf der Grundlage von Erfahrungswerten generell in jeder verkauften WEA auftreten. Die Bildung pauschaler Gewährleistungsrückstellungen stellt sich wie folgt dar: Für aufgestellte Anlagen werden die zu erwartenden Istkosten der Gewährleistung für den gesamten gesetzlichen Gewährleistungszeitraum von 2 Jahren zurückgestellt. Die zugrunde gelegten Istkosten sind auf Grundlage von Erfahrungen in der Vergangenheit ermittelt worden und werden fortlaufend überprüft. Wegen der damit verbundenen Unsicherheiten können die geschätzten Kosten und somit die Höhe der Rückstellungen von den Istkosten abweichen.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden nur dann erfasst, wenn seitens des Konzerns eine vertragliche oder faktische Verpflichtung besteht. Das ist dann der Fall, wenn ein detaillierter formaler Plan das betroffene Geschäft bzw. den betroffenen Geschäftsbereich, den Standort und die Zahl der betroffenen Mitarbeiter identifiziert, eine detaillierte Schätzung der anfallenden Kosten vorliegt, ein angemessener Zeitrahmen vorgegeben ist und die betroffenen Mitarbeiter über die wichtigsten Aspekte des Plans unterrichtet worden sind.

3.8 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Senvion hat mit Santaner Factoring Y Confirming S.A. ein echtes Reverse-Factoring Programm abgeschlossen. Am 31. Dezember 2016 betrug die Inanspruchnahme 73,6 Mio. EUR.

Dieses Programm ermöglicht längere Zahlungsziele für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Senvions Lieferanten verfügen dadurch über eine verbesserte Liquidität und Rentabilität und profitieren zusätzlich von der Senkung der Finanzierungskosten bei früheren Zahlungen. Die ursprünglichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden weiterhin wie vor der Übertragung passivisch als Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen der Reverse-Factoring Vereinbarung ausgewiesen. Das Reverse Factoring schafft nicht explizit eine individuelle oder zusätzliche Verpflichtung für Senvion und es entsteht keine wesentliche Änderung der Konditionen. Somit ergibt sich keine Finanzielle Verbindlichkeit im Sinne des IAS 39 gegenüber Santander.

3.9 Umsatzrealisierung

Unter den Umsatzerlösen werden Erlöse aus dem Verkauf von Windenergieanlagen, Lizenzerlöse, Stromerlöse und Erlöse aus Service- und Wartungsverträgen ausgewiesen.

Windenergieanlagen

Erlöse aus dem Verkauf von Windenergieanlagen umfassen Herstellung, Lieferung und Errichtung von Windenergieanlagen. In einem begrenzten Umfang verkauft Senvion auch einzelne Komponenten von und Ersatzteile für Windenergieanlagen.

Herstellung, Lieferung und Errichtung von Windenergieanlagen beruhen grundsätzlich auf Festpreisverträgen. Wenn das Ergebnis eines solchen Vertrages verlässlich geschätzt werden kann, werden die Erlöse aus dem Fertigungsauftrag gemäß IAS 11 entsprechend dem Leistungsfortschritt am Abschlussstichtag erfasst (Percentage-of-Completion-Methode, PoC). Das Ergebnis eines Fertigungsauftrages kann verlässlich geschätzt werden, wenn

· die gesamten Auftragserlöse verlässlich bewertet werden können,

· es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen aus dem Vertrag dem Unternehmen zufließt,

· die bis zur Fertigstellung des Auftrags noch anfallenden Kosten und der Fertigstellungsgrad verlässlich bewertet werden können und

· die Auftragskosten eindeutig bestimmt und bewertet werden können, sodass die bislang entstandenen Auftragskosten mit früheren Schätzungen verglichen werden können.

Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht verlässlich geschätzt werden kann (üblicherweise in den frühen Phasen eines Auftrages), sind Auftragserlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten zu erfassen, die wahrscheinlich einbringbar sind.

Die Auftragserlöse entsprechen dem ursprünglich vertraglich vereinbarten Erlös sowie den Zahlungen für Abweichungen im Gesamtwerk, Ansprüche und Incentive-Zahlungen, sofern es wahrscheinlich ist, dass diese zu Erlösen führen, und soweit sie verlässlich ermittelt werden können.

Der Bilanzierungsgrundsatz für die Erfassung von Erlösen und die Methode zur Ermittlung des Fertigstellungsgrads des Auftrags über den Verkauf von Windenergieanlagen sind nachstehend beschrieben:

Onshore-Anlagen

Bei Anwendung der Percentage-of-Completion-Methode entsprechen die erfassten Umsatzerlöse den gesamten Auftragserlösen, multipliziert mit dem Fertigstellungsgrad, der anhand erreichter vorgegebener Meilensteine ermittelt wird. Senvion hat nachstehende individuelle Meilensteine identifiziert, die für die Gesamtfertigstellung des Auftrags von Bedeutung sind:

Meilensteine Beschreibung
Transit Einzelversand der Komponenten zum Standort
Lieferung an den Standort Ankunft der vollständigen Komponenten am Standort
Installation Errichtung der Windenergieanlage und Durchführung der Installationsarbeiten WEA wird auf das elektrische Energieversorgungsnetz zugeschaltet
Inbetriebnahme Beginn des Probelaufs, Freigabe durch den Kunden nach vollständiger Errichtung
Endabnahme Abschluss aller verbleibenden Arbeiten

Bei den nach dieser Meilenstein-Methode erfassten Umsatzerlösen handelt es sich um den Wert, der in dieser Phase eines Onshore-Windparkprojekts generiert wird.

Im Zusammenhang mit künftigen Aktivitäten oder für noch nicht vor Ort befindliche Projekte anfallende Kosten werden als Vorräte (unfertige Erzeugnisse) aktiviert.

Offshore-Anlagen

Bei Anwendung der Percentage-of-Completion-Methode entsprechen die erfassten Umsatzerlöse den gesamten Auftragserlösen, multipliziert mit dem tatsächlichen Fertigstellungsgrad, der dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den am Stichtag geschätzten gesamten Auftragskosten entspricht (Cost-to-Cost-Verfahren). Die Auftragskosten umfassen die direkt mit dem Vertrag verbundenen Kosten (Einzelkosten) sowie Kosten, die allgemein dem Vertrag zurechenbar sind (Gemeinkosten). Die direkt mit dem Vertrag verbundenen Kosten umfassen die Fertigungslöhne (einschließlich der Löhne und Gehälter für die Auftragsüberwachung), Kosten für Fertigungsmaterial sowie Kosten für das Design und die technische Unterstützung, die mit dem Projekt direkt zusammenhängen (Sonderkosten der Fertigung).

Da zwischen Offshore und Onshore WEA-Projekten ein großer Unterschied im Hinblick auf die vertraglichen Vereinbarungen, die Installations- und Fortschrittsrisiken, die Finanzierung und die Produktions- und Konstruktionsdauer sowie die Logistik- und Umweltrisiken besteht, gibt das Cost-to-Cost-Verfahren den tatsächlichen Fertigstellungsgrad am verlässlichsten an.

Die Projekte werden in der Bilanz als Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo und passivischem Saldo ausgewiesen. Sind die erfassten Umsatzerlöse höher als die in Rechnung gestellten Teilbeträge, wird der Auftrag mit aktivischem Saldo ausgewiesen. Sind die in Rechnung gestellten Teilbeträge höher als die erfassten Umsatzerlöse, wird der Auftrag mit passivischem Saldo ausgewiesen.

Einzelkomponenten und Einzelteile

Umsatzerlöse aus dem Verkauf einzelner Komponenten von Windenergieanlagen und von Ersatzteilen werden gemäß IAS 18 erfasst. Sie gelten zu dem Zeitpunkt als verkauft, ab dem wesentliche Risiken und Nutzen auf den Erwerber übergehen. Bei Verträgen, die unter Bedingungen stehen, erfolgt die Umsatzrealisierung erst, wenn alle wesentlichen Bedingungen erfüllt sind.

Lizenzerlöse, Stromerlöse und Erlöse aus Service und Wartung

Die Umsatzerlöse aus Lizenzen und Stromerlöse werden ebenfalls nach IAS 18 realisiert. Lizenzerlöse werden aus Stücklizenzen generiert. Die Erlöse aus Service- und Wartungsverträgen werden realisiert, soweit die jeweiligen Dienstleistungen erbracht sind, erhaltene Vorauszahlungen werden abgegrenzt.

Zinserträge

Zinserträge werden anhand des Effektivzinssatzes erfasst. Dabei handelt es sich um den Kalkulationszinssatz, mit dem die geschätzten zukünftigen Ein- und Auszahlungen über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments oder gegebenenfalls eine kürzere Periode exakt auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbindlichkeit zum Zeitpunkt der Erstbilanzierung abgezinst werden.

3.10 Ertragssteueraufwand

Tatsächliche Ertragssteuern

Tatsächliche Ertragsteuererstattungsansprüche und tatsächliche Ertragsteuerschulden für die laufende Periode werden mit dem Betrag bewertet, der erwartungsgemäß von den Finanzbehörden erstattet wird oder an diese gezahlt werden muss. Die Berechnung erfolgt auf Grundlage der Steuersätze und Steuergesetze, die zum Abschlussstichtag in den Ländern gelten, in denen der Konzern tätig ist und ein zu versteuerndes Einkommen generiert.

Latente Steuern

Latente Steuern werden unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode erfasst. Nach dieser Methode werden latente Steuern in der Regel auf temporäre Differenzen zwischen den Steuerbilanzwerten von Vermögenswerten und Schulden und deren bilanziellen Buchwerten erfasst.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen berücksichtigt, außer:

· wenn die latente Steuerschuld aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwertes resultiert oder aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das bilanzielle Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst,

· in Bezug auf zu versteuernde temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenz gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Differenzen, noch nicht genutzten steuerlichen Verluste und noch nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße bilanziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen, die nicht genutzten steuerlichen Verluste und die nicht genutzten Steuergutschriften verwendet werden können, außer:

· wenn der latente Steueranspruch bezogen auf die abzugsfähige temporäre Differenz aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall resultiert, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das bilanzielle Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst.

· in Bezug auf abzugsfähige temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden oder kein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag gelten.

Latente Steuern, die sich auf erfolgsneutral erfasste Posten beziehen, werden ebenfalls erfolgsneutral verbucht. Latente Steuern werden dabei entsprechend dem ihnen zugrunde liegenden Geschäftsvorfall entweder im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst.

Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene latente Steuervorteile, die die Kriterien für einen gesonderten Ansatz zum Zeitpunkt des Erwerbs nicht erfüllen, werden in Folgeperioden angesetzt, sofern sich dies aus neuen Informationen über Fakten und Umstände, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden, ergibt.

3.11 Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, der Errichtung oder der Fertigung eines Vermögenswertes zugerechnet werden können, bei dem notwendigerweise eine erhebliche Zeit vergeht, bis er für die bestimmungsgemäße Verwendung oder den Verkauf bereitsteht, werden als Teil der Kosten des Vermögenswertes aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Fremdkapitalkosten umfassen den Zinsaufwand sowie andere Kosten, die dem Konzern bei der Mittelaufnahme entstehen.

Nach Auffassung des Konzerns sind Vermögenswerte mit einer Konstruktions- oder Fertigungszeit von mehr als 12 Monaten qualifizierte Vermögenswerte. Zur Ermittlung der generell bei der Mittelaufnahme für die Aktivierung in Frage kommenden Fremdkapitalkosten berechnet der Konzern den gewichteten Durchschnitt der Fremdkapitalkosten, der dann als Kapitalisierungszinssatz auf die qualifizierten Vermögenswerte angesetzt wird. Der gewichtete Durchschnitt der Fremdkapitalkosten wird, sofern angemessen, für jedes Tochterunternehmen gesondert ermittelt.

3.12 Zuwendungen der öffentlichen Hand (Investitionszuschüsse)

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nach dem Charakter der geförderten Ausgaben bilanziert. Soweit die Förderungen auf bilanzierte Vermögenswerte entfallen, mindern die erhaltenen Zuwendungen die Anschaffungskosten der geförderten Vermögenswerte. Zuwendungen, die als Aufwandszuschuss gewährt werden, werden im Geschäftsjahr, in dem die bezuschussten Aufwendungen angefallen sind, in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

3.13 Transaktionen in Fremdwährung

Der Konzernabschluss wird in EURO aufgestellt, dieses ist auch die funktionale Währung des Mutterunternehmens. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet.

Geschäftsvorfälle und Salden

Fremdwährungstransaktionen werden von Senvion TopCo und den Tochterunternehmen zunächst mit dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs zwischen der funktionalen Währung und der Fremdwährung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zum Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Währungsdifferenzen werden im Periodenergebnis erfasst.

Nicht monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalles umgerechnet.

Konzernunternehmen

Im Rahmen der Konsolidierung werden die Vermögenswerte und Schulden ausländischer Geschäftsbetriebe zum Abschlussstichtagskurs und die Gewinn- und Verlustrechnungen zum monatlichen Durchschnittswechselkurs in EUR umgerechnet. Am beizulegenden Zeitwert ausgerichtete Berichtigungen des Buchwerts der Vermögenswerte und Schulden, die aus dem Erwerb ausländischer Geschäftsbetriebe resultieren, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet. Alle sich bei der Konsolidierung ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Beim Abgang eines ausländischen Geschäftsbetriebes werden die Komponenten des sonstigen Ergebnisses, die sich auf diesen bestimmten ausländischen Geschäftsbetrieb beziehen, in die Gewinn- und Verlustrechnung ungegliedert.

3.14 Sondereffekte aus der Reorganisation

Senvion weist Posten, die hinsichtlich ihrer Art, ihres Umfangs oder ihrer Häufigkeit ungewöhnlich sind, separat aus, um ein besseres Verständnis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Konzerns zu ermöglichen (siehe Abschnitt 4.5 Restrukturierungsaufwand).

3.15 Anteilsbasierte Vergütung

Wenn eine konzernfremde Rechtseinheit Konzernmitarbeitern Genussrechte einräumt, bilanziert Senvion diese Transaktionen als anteilsbasierte Vergütungspläne, wenn

· es sich bei den eingeräumten Genussrechten um seine eigenen Eigenkapitalinstrumente handelt, oder

· Senvion nicht zur Bedienung der anteilsbasierten Vergütungstransaktion verpflichtet ist.

Die Kosten anteilsbasierter Vergütungstransaktionen werden anhand des beizulegenden Zeitwerts zum Zeitpunkt der Gewährung unter Verwendung eines zweckmäßigen Bewertungsmodells (Black-Scholes-Bewertung) ermittelt. Der Aufwand wird anhand des auf diese Weise festgestellten beizulegenden Zeitwerts und der Schätzung der Zahl der letztlich ausübbaren Zuteilungen erfasst. Sie hierzu Abschnitt 9 des Konzernanhangs, Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen.

3.16 Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente werden angesetzt, sobald eine Konzerngesellschaft Vertragspartei eines Finanzinstruments wird. Finanzielle Vermögenswerte werden grundsätzlich bei Lieferung, d. h. zum Erfüllungsstichtag, bilanziert. Derivative Finanzinstrumente werden zum Handelstag bilanziert. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur saldiert, sofern ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Die Finanzinstrumente umfassen einerseits liquide Mittel, Forderungen, an anderen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalinstrumente (d. h. Beteiligungen an Projektgesellschaften) und sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie finanzielle Verbindlichkeiten und Kredite, soweit diese auf einem Vertrag beruhen. Die erstmalige Erfassung eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt zum Zeitwert zuzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten, sofern die finanziellen Vermögenswerte nicht der Kategorie "at fair value through profit and loss" zugeordnet werden. Die Folgebewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt entweder zu Zeitwerten oder zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode in Abhängigkeit von der Zuordnung der einzelnen Finanzinstrumente zu den Kategorien nach IAS 39.

Finanzielle Schulden werden im Zeitpunkt der Erstbilanzierung zum Zeitwert abzüglich Transaktionskosten bewertet und in der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode.

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, sofern entweder die Rechte auf die aus den Vermögenswerten generierbaren Zahlungsströmen erloschen sind oder nahezu alle Risiken in einer Form auf einen Dritten übertragen wurden, so dass die Kriterien für eine Ausbuchung erfüllt sind. Finanzielle Schulden werden ausgebucht, wenn die Verpflichtungen entweder erloschen, aufgehoben oder abgelaufen sind.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und der Netto-Betrag in der Konzernbilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.

Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken eingesetzt. Der Ansatz der derivativen Finanzinstrumente erfolgt dabei zum Zeitwert. Die Bilanzierung von Zeitwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente hängt davon ab, ob diese Instrumente als Sicherungsinstrumente eingesetzt werden und die Voraussetzungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen gemäß IAS 39 vorliegen.

Sind diese Voraussetzungen trotz eines bestehenden Sicherungszusammenhangs nicht gegeben, sind die derivativen Finanzinstrumente der Kategorie "at fair value through profit and loss" zugeordnet, und die Zeitwertänderungen werden unmittelbar erfolgswirksam erfasst.

Der effektive Teil der Zeitwertänderung eines derivativen Finanzinstruments, das als Sicherungsinstrument bestimmt wurde und die Voraussetzungen für die Absicherung von Zahlungsströmen erfüllt (Cash Flow Hedge), wird unter Berücksichtigung des darauf entfallenden steuerlichen Effekts im sonstigen Ergebnis bilanziert. Der ineffektive Teil wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der effektive Teil wird nur dann ergebniswirksam, wenn auch das Grundgeschäft ergebniswirksam realisiert wird.

Der Konzern bewertet Finanzinstrumente, beispielsweise Derivate, zu jedem Abschlussstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert. Die Anhangsangaben zum beizulegenden Zeitwert für Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, oder deren beizulegender Zeitwert anzugeben ist, sind in den Abschnitten 7.2, Informationen über die Art und das Ausmaß der mit den Finanzinstrumenten verbundenen Risiken, sowie 7.3, Informationen über die Bedeutung der Finanzinstrumente für den Konzernabschluss, zusammengefasst.

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswertes eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenwert oder die Schuld oder, sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist, auf dem vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert oder die Schuld stattfindet. Der Konzern muss Zugang zum Hauptmarkt oder zum vorteilhaftesten Markt haben.

Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln.

Der Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei wird die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und die jener nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering gehalten.

Alle Vermögenswerte und Schulden, für die der beizulegende Zeitwert bestimmt oder im Abschluss ausgewiesen wird, werden in die nachfolgend beschriebene Fair-Value-Hierarchie eingeordnet, basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist:

· Stufe 1 - In aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise

· Stufe 2 - Bewertungsverfahren, bei denen der Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt direkt oder indirekt beobachtbar ist

· Stufe 3 - Bewertungsverfahren, bei denen der Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt nicht beobachtbar ist.

Bei Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender Basis im Abschluss erfasst werden, bestimmt der Konzern, ob Umgruppierungen zwischen den Stufen der Hierarchie stattgefunden haben, indem er am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung (basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft.

3.17 Verwendung von Annahmen

Die Erstellung dieses Konzernabschlusses erfordert, dass das Management Schätzungen und Annahmen tätigt, von denen der Wert von Vermögenswerten und Schulden sowie die Höhe von Erträgen und Aufwendungen in den jeweiligen Geschäftsjahren abhängig sind. Wesentliche Schätzungen und Annahmen betreffen die Gewährleistungsrückstellungen (siehe Abschnitt 5.3.2, Rückstellungen), die Realisierung von Umsatzerlösen nach der Percentage-of-Completion-Methode (siehe Abschnitt 5.1.2, Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo und passivischem Saldo) und die Ertragsteuern (siehe Abschnitt 5.2.3, Ertragsteuern) und sind im Folgenden erläutert:

Gewährleistungsrückstellungen

Einzelrückstellungen für Gewährleistung enthalten erwartete Material- und Personalkosten für die Behebung einzeln abgrenzbarer Schäden an Anlagen, die in die Gewährleistungsperiode fallen. Die Höhe der berücksichtigten Kosten basiert auf Schätzungen, wie der Zahl der betroffenen Anlagen sowie dem Umfang und der Komplexität der technischen Schäden.

Pauschalierte Gewährleistungsrückstellungen werden auf Basis von durchschnittlichen Reparaturkosten je Anlagenklasse im vergangenen Fünfjahreszeitraum gebildet.

Weitere Informationen sind Abschnitt 5.3.2, Rückstellungen, zu entnehmen.

Umsatzrealisiserung nach der Percentage-of-Completion-Methode

Der Fertigstellungsgrad und die zu berücksichtigenden Umsatzerlöse werden auf Grundlage einer Vielzahl von Schätzungen bestimmt, z. B. der geschätzten noch anfallenden Kosten zur Fertigstellung des Auftrags. Infolgedessen hat der Konzern ein internes Planungs- und Berichtssystem implementiert, um angefallene und noch bis zur Fertigstellung anfallende Kosten angemessen zu bewerten. Der Konzern überprüft im Laufe des Projektfortschritts monatlich die Schätzungen der Auftragserlöse und Auftragskosten (siehe hierzu Abschnitt 5.1.2, Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo und passivischem Saldo).

Darüber hinaus wurde auch der den einzelnen Meilensteinen zugeordnete Fertigstellungsgrad einer Beurteilung unterzogen. Bei der Ermittlung des Fertigstellungsgrads pro Meilensteinereignis, der dann auf alle Projekte angewandt wird, hat das Management allgemeine technische Risiken im Rahmen der Fertigung, Logistik, Installation und Konstruktion sowie vertragliche Vereinbarungen mit den Kunden berücksichtigt.

Ertragssteuern

Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften, Änderungen des Steuerrechts sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunkts künftig zu versteuernder Ergebnisse. Angesichts der großen Bandbreite internationaler Geschäftsbeziehungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bzw. künftige Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpassungen des bereits erfassten Steuerertrags und Steueraufwands erfordern. Der Konzern bildet, basierend auf vernünftigen Schätzungen, Rückstellungen für mögliche Auswirkungen steuerlicher Außenprüfungen in den Ländern, in denen er tätig ist. Die Höhe solcher Rückstellungen basiert auf verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise der Erfahrung aus früheren steuerlichen Außenprüfungen und unterschiedlichen Auslegungen der steuerrechtlichen Vorschriften durch das steuerpflichtige Unternehmen und die zuständige Steuerbehörde. Auch der Ansatz latenter Steueransprüche für nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge wurde einer Beurteilung unterzogen. Damit soll festgestellt werden, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der nicht genutzte steuerliche Verlustvortrag verwendet werden kann (siehe Abschnitt 5.2.3, Ertragsteuern).

3.18 Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die in der Kapitalflussrechnung des Konzerns ausgewiesenen Zahlungsmittel beinhalteten Barmittel und Bankguthaben. Kurzfristige Bankverbindlichkeiten wurden abgesetzt.

Bei der Ermittlung des Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit wurde die indirekte Methode gewählt. Die Kapitalflussrechnung beginnt mit dem Ergebnis vor Ertragsteuern. Die Mittelabflüsse aus Zinsen und Steuern wurden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet und dort gesondert ausgewiesen.

3.19 Erstmalige Anwendung neuer und überarbeiteter Rechnungslegungsvorschriften

Die erstmalige Anwendung neuer IFRS-Standards oder Interpretationen hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf das aktuelle Geschäftsjahr oder auf vergangene Geschäftsjahre.

3.20 Neue Rechnungslegungsstandards noch nicht angewandt

Grundlage der Rechnungslegung nach IFRS der Senvion TopCo sind entsprechend Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 die von der EU-Kommission im Rahmen des Endorsement- Verfahrens für die Europäische Union übernommenen Rechnungslegungsstandards und Interpretationen des IASB. Die durch das IASB neu herausgegebenen IFRS bzw. Überarbeitungen von IFRS sind erst nach einem entsprechenden Beschluss der Kommission im Rahmen des Endorsement- Verfahrens verpflichtend anzuwenden.

Die folgenden Standards und Interpretationen, die durch das IASB bzw. IFRIC veröffentlicht wurden, sind aufgrund der noch nicht erfolgten Anerkennung durch die EU bzw. des noch nicht eingetretenen Erstanwendungszeitpunkts noch nicht verpflichtend anzuwenden und werden vom Konzern auch nicht vorzeitig angewendet:

Standards/Interpretationen Verbindliche Anwendung Übernahme durch die EU-Kommission Erwartete Effekte
IFRS 2 Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung - Änderung zu IFRS 2 1. Januar 2018 Nein Keine Effekte
IAS 7 Angabeinitiative (veröffentlicht am 29.Januar 2016) 1. Januar 2017 Nein Die Effekte werden zurzeit analysiert
IFRS 9 Finanzinstrumente 1. Januar 2018 Ja Die Effekte werden zurzeit analysiert
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 1. Januar 2018 Ja Die Effekte werden zurzeit analysiert
  Klarstellung zu IFRS 15 1. Januar 2018 Nein Die Effekte werden zurzeit analysiert
  Erlöse aus Verträgen mit Kunden      
IFRS 16 Leasingverhältnisse 1. Januar 2019 Nein Die Effekte werden zurzeit analysiert
Änderung zu IAS 12 Ansatz von Vermögenswerten aus latenten Steuern für nicht realisierte Verluste 1. Januar 2017 Nein Keine wesentlichen Effekte
Jährliche Verbesserungen Verbesserungen der IFRS (2014-2016)      
von IFRS 12 Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen - Klarstellung des Anwendungsbereichs der Angabevorschriften gemäß IFRS 12 1. Januar 2017 Nein Keine wesentlichen Effekte
von IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures - Klarstellung das Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert auf Basis jedes einzelnen Investments bewertet werden dürfen 1. Januar 2018 Nein Keine Effekte
IFRIC Interpretation 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen 1. Januar 2018 Nein Keine wesentlichen Effekte

IAS 7 - Die Anpassungen zum IAS 7 - Kapitalflussrechnung - sollen den Adressaten von Finanzabschlüssen ein besseres Verständnis für die Veränderungen in den Schulden des Unternehmens geben. Die Anpassungen gibt den Unternehmen vor, Auskünfte über die Veränderungen aufgrund von Finanzaktivitäten in ihren Verbindlichkeiten zu geben. Die Auskünfte sollen sowohl zahlungswirksame als auch zahlungsunwirksame Aktivitäten umfassen.

IFRS 15 - ersetzt alle bisherigen IFRS-Leitlinien zur Erfassung von Umsatzerlösen, inklusive IAS 11. Es wird ein fünfstufiges Rahmenmodell für die Erfassung von Umsatzerlösen eingeführt, außerdem wurden konkrete neue Leitlinien dazu aufgenommen, wann Umsatzerlöse in einer Weise erfasst werden können, die vergleichbar ist mit der aktuell vom Konzern verwendeten Percentage-of-Completion-Methode.

Die Klarstellungen zu IFRS 15 beinhalten Änderungen, die mehrere Vorgehensweise zur Umsetzung des neuen Standards aufzeigen.

Der Konzern hat begonnen, seine unterschiedlichen Umsatzströme zu analysieren und zu ermitteln, wie diese durch die erstmalige Anwendung von IFRS 15 beeinflusst werden.

Umsätze aus dem Verkauf von Windkraftanlagen

Senvion geht davon aus, dass die Produktion, die Lieferung, die Installation und die Inbetriebnahme nach IFRS 15 eine einzige gebündelte Leistungsverpflichtung darstellen. Auch geht die Verfügungsmacht auf den Kunden vor Fertigstellung aller Arbeiten über. Obwohl der Konzern in vielen ausländischen Ländern tätig ist und sich vertragliche Vereinbarungen und nationale Gesetze unterscheiden, hat Senvion in der Regel Anspruch auf Vergütung für soweit erbrachte Dienstleistungen und für gelieferte Komponente, wie beispielsweise durch vertraglich geregelter Teil- bzw. Vorauszahlungen. Der Konzern geht davon aus, dass er seine Leistungsverpflichtung aus dem Verkauf von Windenergieanlagen über einen Zeitraum erfüllt und er daher weiterhin Umsätze aus dem Verkauf von Windenergieanlagen über einen Zeitraum erfasst.

Eine Analyse darüber, ob Anpassungen an der Methode vorgenommen werden müssen, mit der Senvion den Fortschritt der vertraglichen Leistungsverpflichtung bestimmt dauert noch an. Dabei wird analysiert, ob alle Meilensteine, die derzeit für die Bestimmung des Fertigstellungsgrads im Onshore Bereich herangezogen werden, als Referenzen beibehalten werden können. Für den Offshore Bereich wird erwartet, dass die Ermittlung des Fertigstellungsgrad unter Berücksichtigung der bisher angefallenen Kosten über die Gesamtkosten ("Cost-to-Cost") weiterhin die geeignetste Messmethode darstellt.

In Anbetracht der oben genannten Punkte erwartet der Konzern durch die erstmalige Anwendung von IFRS 15 eine Abweichung in der Umsatzrealisierung, welche auf die Kundenverträge, die die in einem kurzen Zeitraum kleiner 1 Jahr durchgeführt und abgeschlossen werden müssen, zurückzuführen ist.

In IFRS 15 werden erstmalig auch Leitlinien für die Einbeziehung von variablen Gegenleistungen in die Umsatzrealisierung und für Bilanzierungsregelungen von Vereinbarungen mit Finanzierungskomponenten berücksichtigt. In dieser Hinsicht wird von der Anwendung des IFRS 15 vom Konzern wenig Veränderungen erwartet, da die variable Gegenleistungen im Bereich des Windkraftanlagenverkaufs kaum vorkommt und in der Regel Vorauszahlungen Branchenstandard darstellen, um das Ausfallrisiko zu decken. Zudem werden Vorauszahlungen für wirtschaftliche Ziele und nicht als Finanzierung ausgehandelt.

Umsätze aus Service- und Wartungsverträgen

Der Konzern wird seine Dienstleistungsverträge weiterhin als getrennte Verträge berücksichtigen, da er nicht eine Kombination mit den Verträgen aus dem Verkauf der Windenergieanlage in Betracht zieht.

Bei der Ausführung ihrer Dienstleistungsverträge führt der Konzern regelmäßig eine Vielzahl von Aktivitäten durch, die sich im Laufe des Vertragszeitraums gleichmäßig verteilen. Der Konzern analysiert weiterhin, ob Teile ihrer Dienstleistungsvereinbarungen eigenständig abgrenzbare Dienstleistungen sind und ob die Bewertung der Erfüllung der Leistungsverpflichtung durch die Bereitstellung von Wartungs- und Instandhaltungsleistungen über die Vertragslaufzeit gleichmäßig verteilt ist bei Anwendung der Cost-to-Cost Methode. Bei 12 Monatigen Laufzeiten erwartet Senvion jedoch eine geringe Veränderung bei der Umsatzrealisierung.

IFRS 15 enthält darüber hinaus detailliertere Darstellungs- und Angabepflichten, die eine Änderung der aktuellen Praxis darstellen. Die Auswirkungen dieser Angaben werden derzeit geprüft.

IFRS 16 "Leasingverhältnisse" wurde im Januar 2016 erlassen und ersetzt IAS 17 "Leasingverhältnisse", IFRIC 4 "Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält", SIC-15 Mietleasingverhältnisse - Anreizvereinbarungen" und SIC-27 "Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen".

IFRS 16 legt die Grundsätze für die Erfassung, Bewertung, Darstellung und Anhangsangaben von Leasingverhältnissen fest und verlangt von den Leasingnehmern, alle Leasingverhältnisse in der Bilanz auszuweisen, ähnlich der Bilanzierung von Finanzierungsleasingverhältnissen gemäß IAS 17. Der Standard umfasst zwei Ausnahmen für die Bilanzierung beim Leasingnehmer. Zum einen Leasingverhältnisse von "niedrigwertigen" Vermögenswerten (z. B. Personalcomputern) und zum anderen kurzfristige Leasingverhältnisse (d.h. Leasingverhältnisse mit einer Leasinglaufzeit von 12 Monaten oder weniger). Zu Beginn eines Leasingverhältnisses erfasst der Leasingnehmer für die Leasingzahlung eine Verbindlichkeit (d.h. die Leasingverbindlichkeit) und einen Vermögenswert, der das Recht zur Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswerts während der Laufzeit des Leasingverhältnisses darstellt (d.h. Vermögenswert für das Nutzungsrecht). Der Leasingnehmer ist verpflichtet den Zinsaufwand aus der Leasingverbindlichkeit und die Abschreibung für den Vermögenswert auf das Nutzungsrecht gesondert abzubilden.

Der Leasingnehmer ist auch verpflichtet, die Leasingverbindlichkeit bei Eintritt bestimmter Ereignisse (z. B. eine Änderung der Leasinglaufzeit, eine Änderung der zukünftigen Leasingzahlungen, die sich aus einer Index- oder Kursänderung ergeben, die zur Festsetzung dieser Zahlungen verwendet wurde) neu zu bewerten. Der Leasingnehmer erfasst in der Regel den Betrag der Neubewertung der Leasingverbindlichkeit als Anpassung an den Vermögenswert auf das Nutzungsrecht an.

IFRS 16 verlangt auch beim Leasingnehmer und Leasinggeber umfangreichere Angaben als der IAS 17.

Der neue Standard räumt den Leasingnehmern ein Wahlrecht zum Zeitpunkt des Übergangs ein und erlaubt somit gewisse Erleichterungen. Dabei ist es möglich entweder einen vollständig retrospektiven Ansatz oder einen modifizierten retrospektiven Ansatz für bestehende Leasingverhältnisse anzuwenden.

Im Jahr 2017 beabsichtigt der Konzern, die potenziellen Auswirkungen von IFRS 16 auf den Konzernabschluss weiter zu beurteilen, erwartet aber, dass im Rahmen des neuen Modells die meisten ihrer Operating-Leasingvereinbarungen, die im Anhang unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Abschnitt 6 "Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen" erläutert sind, nach IFRS 16 bilanziert werden.

IFRS 9 "Finanzinstrumente" ersetzt IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" sowie alle früheren Fassungen von IFRS 9. In IFRS 9 sind alle drei Aspekte des Projekts Bilanzierung von Finanzinstrumenten zusammengeführt: Ansatz und Bewertung, Wertminderung und Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Der Konzern plant die Übernahme des neuen Standards zum Datum der erstmaligen verpflichtenden Anwendung. Alle drei Aspekte von IFRS 9 werden vom Konzern zurzeit noch analysiert- insbesondere die Wertminderungsvorschriften des IFRS 9. Der Konzern geht davon aus, dass die erstmalige Anwendung zu Veränderungen führen wird und prüft weiter im Detail Umfang und Auswirkungen der überarbeiteten Vorschriften, die nach der aktuellen Einschätzung aber im Hinblick auf die Gewinn- und Verlustrechnung und das Eigenkapital nicht wesentlich sein dürften.

4. Konzern-Gewinn und Verlustrechnung

Vor der Übernahme der Senvion GmbH Gruppe am 29. April 2015 hat die Senvion TopCo keine operativen Geschäfte geführt. Daher ist die Vergleichbarkeit der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung sowie der konsolidierten Kapitalflussrechnung des aktuellen Berichtsjahres mit dem Vorjahr begrenzt.

4.1 Umsatzerlöse

Die Unternehmen des Konzerns waren im Geschäftsjahr 2016 beinahe ausschließlich in der Entwicklung, Herstellung und Projektierung von Windenergieanlagen tätig.

01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Erlöse aus dem Verkauf von Onshore Windenergieanlagen 1.629.578 1.328.204
Erlöse aus dem Verkauf von Offshore Windenergieanlagen 300.001 69.662
Service 276.293 160.356
Übrige 4.585 2.391
Umsatzerlöse 2.210.457 1.560.613

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Onshore-Windenergieanlagen nach geografischen Regionen:

01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Deutschland 420.359 517.745
Großbritannien 397.075 179.514
Kanada 276.401 237.758
Frankreich 191.753 105.427
Portugal 158.012 67.965
Österreich 71.610 31.466
Australien 1.821 25.825
USA 24 326
Rest der Welt 112.523 162.178
Erlöse aus dem Verkauf von Onshore Windenergieanlagen 1.629.578 1.328.204

Das Produktportfolio der Senvion Gruppe umfasst Windenergieanlagen von 2 bis 6,15 MW, die für unterschiedliche Windgeschwindigkeiten und Standorte optimiert sind.

· Das Modell MM82 hat eine Nennleistung von 2,05 MW, Nabenhöhen von 58,5 bis 80 Meter und einen Rotordurchmesser von 82 Meter.

· Das Modell MM92 hat eine Nennleistung von 2,05 MW, Nabenhöhen von 68 bis 100 Meter und einen Rotordurchmesser von 92,5 Meter.

· Das Modell MM100 hat eine Nennleistung von 1,8 MW (60 Hz) bzw. 2,0 MW (50 Hz), Nabenhöhen von 78 bis 100 Meter und einen Rotordurchmesser von 100 Meter.

· Das Modell 3.0M hat eine Nennleistung von 3 MW, eine Nabenhöhe von 100 Meter (60 Hz) bzw. 136 bis 139 Meter (50 Hz) und einen Rotordurchmesser von 122 Meter.

· Das Modell 3.2M hat eine Nennleistung von 3,2 MW, Nabenhöhen von 136 bis 139 Meter und einen Rotordurchmesser von 122 Meter.

· Das Modell 3.4M hat eine Nennleistung von 3,4 MW, Nabenhöhen von 78 bis 143 Meter und einen Rotordurchmesser zwischen 104 und 140 Meter.

· Unser Offshore-Portfolio besteht aus den Modellen der Baureihe 5M mit einer Ausgangsleistung von 5 MW sowie der Baureihe 6.XM, zu der die Modelle Senvion 6.2M126 und Senvion 6.2M152 mit 6,15 MW gehören.

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Windenergieanlagen nach WEA-Typ:

01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
MM92 568.728 488.430
3.2M 419.029 391.778
6M 300.001 52.922
3.4M 240.819 154.853
MM100 168.834 162.067
MM82 144.111 101.811
3.0M 88.057 29.265
6M+ 0 9.233
5M 0 7.507
Erlöse aus dem Verkauf von Windenergieanlagen 1.929.579 1.397.866

4.2 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge gliedern sich wie folgt:

01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Versicherungsentschädigungen/Schadenersatz 21.431 2.552
Erträge aus Währungsdifferenzen 12.870 20.913
Investitionszulagen, Zulagen für Forschung & Entwicklung 3.373 1.773
Erträge aus Sicherungsgeschäften 1.478 2.467
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 913 290
Erträge aus der Auflösung von Einzelwertberichtigungen 176 890
Gewinn aus einem Erwerb zu einem Preis unter dem Marktwert 0 6.773
Übrige 5.650 4.445
  45.891 40.103

Durch Währungsumrechnung bedingte Verluste sind in Abschnitt 4.4 erläutert.

4.3 Personalaufwand

01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Löhne und Gehälter 214.504 130.279
Soziale Abgaben 40.914 24.391
  255.418 154.670

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Geschäftsjahr 2016 betrug 4.135 (Vorjahr: 3.843). Davon beträgt die durchschnittliche Anzahl der Angestellten 2.114 (Vorjahr: 1.925) und der gewerblichen Mitarbeiter 2.021 (Vorjahr: 1.918).

Die Arbeitgeberbeiträge der Gesellschaft zur gesetzlichen Rentenversicherung belaufen sich im Geschäftsjahr 2016 auf 11,1 Mio. EUR (Vorjahr: 6,6 Mio. EUR)

4.4. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Rechts- und Beratungskosten 50.898 50.933
Fremdleistungen 37.985 28.604
Raum- und Grundstückskosten 16.983 10.504
Reisekosten 13.933 7.893
Aufwendungen aus Wechselkursänderungen 13.535 15.456
EDV- & Telekommunikationskosten 11.830 9.299
Schadenersatz für Leistungsausfall 11.121 6.300
Fortbildungskosten und Personalbeschaffung 10.161 6.655
Kraftfahrzeugkosten 8.729 5.077
Ausbuchung/Wertberichtigung von Forderungen 2.735 4.213
Aufwendungen aus Sicherungsgeschäften 91 2.830
Übrige 26.027 19.024
  204.028 166.788

4.5 Restrukturierungsaufwand

Am 22. Oktober 2015 beschloss der Konzern die Restrukturierung seines Tochterunternehmens PowerBlades Inc. in Ontario, Kanada. Die Schließung der Fabrik war mit Restrukturierungskosten in Höhe von 8.010 Tsd. EUR verbunden und durch das schwache Auftragsvolumen bedingt, das keinen kostendeckenden Betrieb ermöglichte. Die Restrukturierungskosten enthalten Abfindungszahlungen von 1.960 Tsd. EUR, Aufwand für bezogene Leistungen von 1.236 Tsd. EUR, Wertberichtigungen von 2.945 Tsd. EUR und sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von 1.869 Tsd. EUR.

4.6 Finanzergebnis

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

Anhang 01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Zinsen und ähnliche Finanzerträge      
Übrige   698 1.048
Zinsen und ähnliche Finanzaufwendungen      
High Yield Bond 5.6 -28.013 -18.695
Avalprovisionen   -11.465 -7.629
Langfristige Darlehen gegenüber Beteiligungsunternehmen   -6.816 -19.114
Abgegrenzte Finanzierungskosten für Avalkredite 5.4 -5.133 -2.958
Übrige   -12.134 -9.272
    -63.561 -57.668
Finanzergebnis   -62.863 -56.620

5. Konzernbilanz

5.1 Kurzfristige Vermögenswerte

5.1.1 Liquide Mittel

Der Zugang zu liquiden Mitteln war im Berichtsjahr nicht wesentlich eingeschränkt.

5.1.2 Fertigungsaufträge mit aktivischem und passivischem Saldo

Unter diesem Posten sind zum Bilanzstichtag unfertige Aufträge ausgewiesen, die nach der Percentage-of-Completion-Methode gemäß IAS 11 bilanziert sind. Erhaltene Anzahlungen auf diese bilanzierten Aufträge wurden unmittelbar von Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo abgesetzt.

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Fertigungsaufträge mit aktivischem oder passivischem Saldo 908.447 714.015
Abzüglich bereits erhaltener Anzahlungen -942.069 -736.490
  -33.622 -22.475

Der Nettobetrag von -33.622 Tsd. EUR zum 31. Dezember 2016 (Vorjahr: -22.475 Tsd. EUR) setzt sich zusammen aus Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo in Höhe von 88.626 Tsd. EUR (Vorjahr: 49.372 Tsd. EUR) sowie aus Fertigungsaufträgen mit passivischem Saldo in Höhe von 122.248 Tsd. EUR (Vorjahr: 71.847 Tsd. EUR).

Im Geschäftsjahr 2016 wurden Einzelwertberichtigungen für Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo wie folgt gebildet:

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Entwicklung Einzelwertberichtigung    
Stand zu Beginn des Geschäftsjahres 538 0
Auflösungen und Inanspruchnahme -438 0
Zuführungen 0 538
Stand zum Ende des Geschäftsjahres 100 538

Die aus Fertigungsaufträgen erfassten Auftragserlöse betragen:

01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Auftragserlöse aus Fertigungsaufträgen 1.929.579 1.397.866

Die aus Fertigungsaufträgen erfassten angefallen Kosten sind wie folgt:

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Kumulierte, angefallene Kosten für Fertigungsaufträge 909.260 581.326

5.1.3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen im Wesentlichen Kundenforderungen aus der Lieferung von Windenergieanlagen sowie aus Dienstleistungs- und Wartungsverträgen.

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (nach Einzelwertberichtigung) 167.973 230.751

Im Geschäftsjahr 2016 wurden Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt gebildet:

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Entwicklung Einzelwertberichtigung    
Stand zu Beginn des Geschäftsjahres 954 0
Auflösungen und Inanspruchnahme -164 0
Zuführungen 2.207 954
Stand zum Ende des Geschäftsjahres 2.997 954

Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

Davon: Zum Abschlussstichtag vor und nach Einzelwertberichtigung und in den folgenden Zeiträumen überfällig
Tsd. EUR Davon: Zum Abschlussstichtag nicht überfällig Weniger als 30 Tage Zwischen 30 und 180 Tagen Mehr als 180 Tage
zum 31.12.2016          
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor Wertberichtigung 170.970 134.193 13.630 8.615 14.532
davon überfällig und nicht wertberichtigt 21.754 - 13.630 4.722 3.402
davon überfällig und wertberichtigt 15.023 - 0 3.893 11.130
Einzelwertberichtigungen 2.997 0 0 16 2.981
Buchwert der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 167.973 134.193 13.630 8.599 11.551
zum 31.12.2015          
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor Wertberichtigung 231.705 183.487 10.127 18.517 19.574
davon überfällig und nicht wertberichtigt 45.669 - 10.127 18.247 17.295
davon überfällig und wertberichtigt 2.549 - 0 270 2.279
Einzelwertberichtigungen 954 0 0 135 819
Buchwert der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 230.751 183.487 10.127 18.382 18.755

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gibt es zum Abschlussstichtag keine Hinweise darauf, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Weitere Informationen über die Behandlung von finanziellen Risiken siehe Abschnitt 7.2, Informationen über die Art und das Ausmaß der mit den Finanzinstrumenten verbundenen Risiken.

Der Konzern lässt sich in Abhängigkeit vom Ergebnis der Bonitätsprüfung von seinen Kunden Sicherheiten geben. Die Sicherheiten sind in der Regel in Form von Bankbürgschaften oder -garantien für den Kaufwert abzüglich der geleisteten Anzahlung zu leisten und nach Unterschrift des Kaufvertrags einzureichen. Aus diesem Grund übersteigt der Nominalwert der erhaltenen Sicherheiten üblicherweise den aktuellen Forderungsbestand. Zum 31. Dezember 2016 belief sich der Wert der erhaltenen Sicherheiten auf 1.655,6 Mio. EUR. (Vorjahr: 2.845,3 Mio. EUR.)

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, deren Konditionen neu verhandelt wurden und die ansonsten überfällig oder wertgemindert wären, waren zum 31. Dezember 2016 nicht im Bestand.

5.1.4 Vorräte

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 302.653 270.690
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 127.485 145.862
  430.138 416.552

Auf Vorräte wurden folgende Einzelwertberichtigungen vorgenommen:

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Vorräte vor Wertberichtigung 472.007 433.223
davon nicht wertgemindert 420.151 411.323
davon wertgemindert 51.856 21.900
Wertberichtigung -41.869 -16.671
  430.138 416.552

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beliefen sich im Geschäftsjahr 2016 auf 1.271.577 Tsd. EUR (Vorjahr: 1.013.237 Tsd. EUR).

5.1.5 Sonstige kurzfristigen Vermögenwerte

Der Posten setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Sonstige finanzielle Vermögenswerte    
Derivative Finanzinstrumente 3.273 9.136
Übrige 12.247 2.421
  15.520 11.557
Sonstige übrige Vermögenswerte    
Forderungen aus sonstigen Steuern 65.617 45.345
Geleistete Anzahlungen auf Vorratsvermögen 10.847 20.077
Abgegrenzte Finanzierungskosten für Avalkredite 5.009 5.007
Übrige 17.008 25.098
  98.481 95.527

Am 12. August 2016 hat Senvion im Rahmen des Vorantreibens der Marktdurchdringung in neue Kernmärkte einen Asset Deal mit Kenersys India Private Limited, Pune, Indien, für den Erwerb von Produktionsanlagen und Infrastruktur von Gondelmanufaktur, Produktportfolio, Vorräte und Service-Operationen abgeschlossen. Die Transaktion unterliegt der aufschiebende Bedingung (Closing Date). Im November 2016 hat Senvion einen Nachtrag zum Asset Deal vom 12. August 2016 abgeschlossen, in dem vereinbart wurde, dass das Inventar und die immaterielle Vermögenswerte vor dem Closing Date, bezüglich der aufschiebenden Bedingungen, übertragen werden, welche im Dezember 2016 erfüllt wurden. Die Vorauszahlung für die Vorräte in Höhe von 5,6 Mio. EUR und für die immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 2,2 Mio. EUR (einschließlich Transaktionskosten) wurde bis zum 31. Dezember 2016 gezahlt und in den geleisteten Anzahlungen erfasst. Die Vorauszahlungen in Höhe von 5,6 Mio. EUR auf Vorräte werden im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ausgewiesen, während die Vorauszahlung der immaterielle Vermögenwerte von 2,2 Mio. EUR im Cashflow aus Investitionstätigkeit ausgewiesen wird. Der Konzern erwartet, dass der Abschluss des Erwerbs sowie die Berücksichtigung des Unternehmenszusammenschlusses im Konzernabschluss im ersten Halbjahr 2017 erfolgt.

5.2 Langfristige Vermögenswerte

5.2.1 Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Im Geschäftsjahr 2016 beliefen sich die Aufwendungen für Forschungs- und Entwicklungskosten auf 68.282 Tsd. EUR. (Vorjahr: 43.835 Tsd. EUR.)

Von den Entwicklungskosten wurden im Geschäftsjahr 2016 45.077 Tsd. EUR (Vorjahr: 28.665 Tsd. EUR) aktiviert. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten belaufen sich 23.958 Tsd. EUR (Vorjahr: 10.290 Tsd. EUR).

Weitere Technologien, welche durch den Erwerb der Senvion GmbH Gruppe übernommen wurden, sind im Geschäftsjahr 2016 um 90.908 Tsd. EUR abgeschrieben worden (Vorjahr: 60.605 Tsd. EUR). Die Abschreibungen auf Kundenbeziehungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2016 auf 12.074 Tsd. EUR (Vorjahr: 8.692 Tsd. EUR).

5.2.2 Sachanlagen

Die Grundstücke und Gebäude betreffen im Wesentlichen die konzerneigenen Produktionsstandorte und Verwaltungsgebäude. Die technischen Anlagen und Maschinen beinhalten hauptsächlich Anlagen zur Fertigung von Windenergieanlagen. Eigenleistungen wurden im laufenden Jahr und auch in den Vorjahren nicht aktiviert.

Die Anlagen im Bau betreffen zum Bilanzstichtag im Wesentlichen Ausgaben für den Bau von Rotorblattformen.

Im Geschäftsjahr 2016 dienen Grundstücke und Gebäude des Konzerns in Höhe von 46.678 Tsd. EUR (Vorjahr: 46.478 Tsd. EUR) als Sicherheit (siehe Abschnitt 5.4, Langfristige Darlehen sowie Abschnitt 7.2, Informationen über die Art und das Ausmaß der mit den Finanzinstrumenten verbundenen Risiken).

Zuwendungen aus öffentlichen Hand

Im Geschäftsjahr 2016 erhielt Senvion innerhalb Deutschlands Zuwendungen in Höhe von 3.373 Tsd. EUR (Vorjahr: 1.895 Tsd. EUR).

Im Wesentlichen stehen die gewährten Mittel im Zusammenhang mit Entwicklungsvorhaben zur Weiterentwicklung von Anlagen-Komponenten.

Außerhalb Deutschlands erhielt Senvion keine Zuwendungen für die Tochtergesellschaften im Geschäftsjahr 2016 (Vorjahr: 4 Tsd. CAD in Canada).

Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen des Konzerns

Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 01.01.2016
Tsd. EUR
Zugänge
Tsd. EUR
Zugang aus Unternehmenserwerb
Tsd. EUR
I. Immaterielle Vermögenswerte      
1. Software und andere Lizenzen 19.237 2.743 5
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 4.109
3. Markenname 2.521 0 0
4. Kundenbeziehungen 193.137 0 0
5. Technologie (inkl. aktivierte Entwicklungskosten) 553.870 45.077 0
6. Geleistete Anzahlungen 2.186 2.587 0
Summe immaterielle Vermögenswerte 770.951 50.407 4.114
II. Sachanlagen      
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund 110.745 3.522 7.428
2. Technische Anlagen und Maschinen 58.541 30.688 2.742
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 30.148 13.286 188
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 17.081 7.149 12
Summe Sachanlagen 216.515 54.645 10.370
Summe Sachanlagen/immaterielle Vermögenswerte 987.466 105.052 14.484
Anschaffungs- und Herstellungskosten Umgliederungen
Tsd. EUR
Abgänge
Tsd. EUR
Umrechnungsdifferenzen
Tsd. EUR
Stand 31.12.2016
Tsd. EUR
I. Immaterielle Vermögenswerte        
1. Software und andere Lizenzen 2.140 -332 21 23.814
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 0 4.109
3. Markenname 0 0 0 2.521
4. Kundenbeziehungen 0 0 -3.761 189.376
5. Technologie (inkl. aktivierte Entwicklungskosten) 0 0 0 598.947
6. Geleistete Anzahlungen -2.124 0 0 2.649
Summe immaterielle Vermögenswerte 16 -332 -3.740 821.416
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund 197 -4.317 331 117.906
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.455 -4.818 421 89.029
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 70 -2.397 -327 40.968
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -1.738 -1.551 0 20.953
Summe Sachanlagen -16 -13.083 425 268.856
Summe Sachanlagen/immaterielle Vermögenswerte 0 -13.415 -3.315 1.090.272
Abschreibungen Stand 01.01.2016
Tsd. EUR
Zugänge
Tsd. EUR
Umgliederungen
Tsd. EUR
I. Immaterielle Vermögenswerte      
1. Software und andere Lizenzen 4.106 6.587 0
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 0
3. Markenname 0 0 0
4. Kundenbeziehungen 8.692 12.074 0
5. Technologie (inkl. aktivierte Entwicklungskosten) 70.896 114.866 0
6. Geleistete Anzahlungen 62 0 0
Summe immaterielle Vermögenswerte 83.756 133.527 0
II. Sachanlagen      
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund 5.703 4.838 47
2. Technische Anlagen und Maschinen 12.852 19.429 347
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 4.762 8.969 -394
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0
Summe Sachanlagen 23.317 33.236 0
Summe Sachanlagen/immaterielle Vermögenswerte 107.073 166.763 0
Abschreibungen Abgänge
Tsd. EUR
Umrechnungsdifferenzen
Tsd. EUR
Stand 31.12.2016
Tsd. EUR
I. Immaterielle Vermögenswerte      
1. Software und andere Lizenzen -203 11 10.501
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 0
3. Markenname 0 0 0
4. Kundenbeziehungen 0 0 20.766
5. Technologie (inkl. aktivierte Entwicklungskosten) 0 0 185.762
6. Geleistete Anzahlungen 0 0 62
Summe immaterielle Vermögenswerte -203 11 217.091
II. Sachanlagen      
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund -4.280 213 6.521
2. Technische Anlagen und Maschinen -3.849 119 28.898
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen -1.759 -257 11.321
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0
Summe Sachanlagen -9.888 75 46.740
Summe Sachanlagen/immaterielle Vermögenswerte -10.091 86 263.831
Buchwert 31.12.2015
Tsd. EUR
31.12.2016
Tsd. EUR
I. Immaterielle Vermögenswerte    
1. Software und andere Lizenzen 15.131 13.313
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 4.109
3. Markenname 2.521 2.521
4. Kundenbeziehungen 184.445 168.610
5. Technologie (inkl. aktivierte Entwicklungskosten) 482.974 413.185
6. Geleistete Anzahlungen 2.124 2.587
Summe immaterielle Vermögenswerte 687.195 604.325
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund 105.042 111.385
2. Technische Anlagen und Maschinen 45.689 60.131
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 25.386 29.647
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 17.081 20.953
Summe Sachanlagen 193.198 222.116
Summe Sachanlagen/immaterielle Vermögenswerte 880.393 826.441
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand 01.04.2015
Tsd. EUR
Zugänge
Tsd. EUR
Zugänge aus Unternehmenserwerb
Tsd. EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände      
1. Andere Lizenzen 0 1.613 14.817
2. Markenname 0 0 2.521
3. Kundenbeziehungen 0 0 193.137
4. Technologie (inkl. aktivierte Entwicklungskosten) 0 28.665 525.205
5. Geleistete Anzahlungen 0 1.843 3.213
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0 32.121 738.893
II. Sachanlagen      
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten für fremden Grund 0 771 109.514
2. Technische Anlagen und Maschinen 0 6.043 51.292
3. Andere Anlagen , Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 7.799 23.517
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 2.512 18.778
Summe Sachanlagen 0 17.125 203.101
Summe 0 49.246 941.994
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Umgliederungen
Tsd. EUR
Abgänge
Tsd. EUR
Währungsdifferenzen
Tsd. EUR
Stand 31.12.2015
Tsd. EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Andere Lizenzen 2.870 -17 -46 19.237
2. Markenname 0 0 0 2.521
3. Kundenbeziehungen 0 0 0 193.137
4. Technologie (inkl. aktivierte Entwicklungskosten) 0 0 0 553.870
5. Geleistete Anzahlungen -2.870 0 0 2.186
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0 -17 -46 770.951
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten für fremden Grund 1.092 -48 -584 110.745
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.940 -1.409 -325 58.541
3. Andere Anlagen , Betriebs- und Geschäftsausstattung 65 -1.075 -158 30.148
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -4.097 -100 -12 17.081
Summe Sachanlagen 0 -2.632 -1.079 216.515
Summe 0 -2.649 -1.125 987.466
Abschreibungen Stand 01.04.2015
Tsd. EUR
Zugänge
Tsd. EUR
Zugänge aus Unternehmenserwerb
Tsd. EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände      
1. Andere Lizenzen 0 4.127 0
2. Markenname 0 0 0
3. Kundenbeziehungen 0 8.692 0
4. Technologie (inkl. aktivierte Entwicklungskosten) 0 70.896 0
5. Geleistete Anzahlungen 0 62 0
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0 83.777 0
II. Sachanlagen      
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten für fremden Grund 0 3.461 2.421
2. Technische Anlagen und Maschinen 0 13.513 524
3. Andere Anlagen , Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 5.872 0
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0
Summe Sachanlagen 0 22.846 2.945
Summe 0 106.623 2.945
Abschreibungen Umgliederungen
Tsd. EUR
Abgänge
Tsd. EUR
Währungsdifferenzen
Tsd. EUR
Stand 31.12.2015
Tsd. EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Andere Lizenzen 0 -9 -12 4.106
2. Markenname 0 0 0 0
3. Kundenbeziehungen 0 0 0 8.692
4. Technologie (inkl. aktivierte Entwicklungskosten) 0 0 0 70.896
5. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 62
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0 -9 -12 83.756
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten für fremden Grund 0 -4 -175 5.703
2. Technische Anlagen und Maschinen 0 -1.058 -127 12.852
3. Andere Anlagen , Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 -992 -118 4.762
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0
Summe Sachanlagen 0 -2.054 -420 23.317
Summe 0 -2.063 -432 107.073
Buchwert 31.12.2015
Tsd. EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände  
1. Andere Lizenzen 15.131
2. Markenname 2.521
3. Kundenbeziehungen 184.445
4. Technologie (inkl. aktivierte Entwicklungskosten) 482.974
5. Geleistete Anzahlungen 2.124
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 687.195
II. Sachanlagen  
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten für fremden Grund 105.042
2. Technische Anlagen und Maschinen 45.689
3. Andere Anlagen , Betriebs- und Geschäftsausstattung 25.386
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 17.081
Summe Sachanlagen 193.198
Summe 880.393

5.2.3 Ertragsteuern

Als Ertragsteuern werden die laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuern in den einzelnen Ländern ausgewiesen. Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Latente Steuern 11.132 55.095
davon aus temporäre Differenzen 6.810 51.142
davon aus steuerlichen Verlustvorträgen und Steuergutschriften 4.322 3.953
Laufende Ertragsteuern -2.625 -23.982
Laufende Ertragsteuern Vorjahre 15.326 -11.426
Ertragsteuern 23.833 19.687

Ein wesentlicher Teil der Geschäftstätigkeit des Konzerns befindet sich in Deutschland und unterliegt der Besteuerung dieser Gerichtsbarkeit. Dementsprechend nutzt der Konzern den deutschen Steuersatz als Basisreferenz.

Unverändert zum Vorjahr betrug der Körperschaftsteuersatz für Unternehmen in Deutschland 15 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % dieses Betrags, so dass der Körperschaftsteuersatz insgesamt 15,825 % betrug. Inklusive Gewerbesteuer betrug der Gesamtsteuersatz des Konzerns 29,715 % im Geschäftsjahr 2016 (Vorjahr: 29.395 %).

Im Rahmen der Mindestbesteuerung sind die steuerlichen Verlustvorträge in Deutschland nur eingeschränkt nutzbar. Für eine positive Bemessungsgrundlage von bis zu 1 Mio. EUR gelten keine Einschränkungen. Darüber hinausgehende Beträge dürfen bis maximal 60 % mit vorhandenem Verlustvortrag verrechnet werden. Nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge werden in die Folgeperiode übertragen.

Es bestehen zudem Beschränkungen für die Abzugsfähigkeit des Nettozinsaufwands, dieser wird in die nächste Periode vorgetragen, sofern er in der laufenden Periode nicht genutzt werden konnte (Zinsschrankenregelung).

Die Auswirkungen abweichender in- und ausländischer Steuersätze vom Steuersatz des Konzerns sind in den nachstehenden Überleitungsrechnungen unter den Steuersatzdifferenzen ausgewiesen:

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
IFRS-Ergebnis vor Steuern von Einkommen und Ertrag -80.340 -118.264
Erwartete Ertragsteuern 23.873 34.764
Ertragsteuern für Vorjahrer 1.248 -368
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben -687 -769
Hinzurechnungen/Kürzungen Gewerbesteuer -2.155 -1.801
Steuersatzänderung -1.658 -314
Unterschiedliche ausländische Steuersätzes 871 271
Wertkorrektur latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge -2.911 -11.350
Sonstige Steuereffekte 5.252 -746
Tatsächliche Ertragssteuern 23.833 19.687

Im Geschäftsjahr 2015 resultiert der Ertragssteueraufwand für Vorjahre von 368 Tsd. EUR im Wesentlichen aus Ertragssteueraufwendungen in Höhe von 11.426 Tsd. EUR und latenten Steuererträgen in Höhe von 11.058 Tsd. EUR. Der Ertragssteueraufwand für Vorjahre war das Ergebnis einer Anpassung steuerlicher Ansätze für Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten aufgrund einer steuerlichen Betriebsprüfung im Geschäftsjahr 2015, die im Wirtschaftsjahr 2015 noch nicht abgeschlossen war. Die Anpassung führte ebenfalls zu aktiven latenten Steueransprüchen, welche als temporäre Differenzen aus der Überarbeitung der steuerlichen Bewertungsansätze der Vorjahre festgehalten wurden - einhergehend mit einem entsprechenden latenten Steuerertrag. In der laufenden Geschäftsperiode wurde die steuerliche Betriebsprüfung abgeschlossen und die Bewertungsansätze der Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten der Vorjahre wurden an die Ergebnisse der Prüfung angepasst. Dementsprechend führte die Anpassung zu latenten und laufenden Ertragsteuern zu einem Nettoertrag von 1.248 Tsd. EUR, bestehend aus laufenden Steuererträgen in Höhe von 15.326 Tsd. EUR und einem latenten Steueraufwand von 14.078 Tsd. EUR.

Die Wertkorrekturen latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge betreffen im Wesentlichen Zinsvorträge (Zinsschrankenregelung) in Höhe von 5.159 Tsd. EUR (Vorjahr: 11.471 Tsd. EUR). Im Berichtsjahr waren 19.657 Tsd. EUR (Vorjahr: 44.115 Tsd. EUR) Zinsaufwand nicht abzugsfähig. Da der Konzern davon ausgeht, dass die Zinsvorträge in den nächsten Jahren nicht mit einem zu versteuernden Ergebnis verrechnet werden können, wurde kein latenter Steueranspruch gebildet.

Die aktiven und passiven latenten Steuern zum jeweiligen Bilanzstichtag setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Latente Steueransprüche    
Steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften 13.977 10.001
Rückstellungen 2.653 31.215
Sachanlagen 630 25
Verbindlichkeiten 8.248 1.300
Sonstige 9.122 6.876
Summe aktive latente Steuern 34.630 49.417
Saldierung -34.630 -49.417
Aktive latente Steuern nach Saldierung 0 0
Passive latente Steuern    
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo 29.098 26.126
Technologie (inkl. aktivierte Entwicklungskosten) 174.952 198.589
Sachanlagen 18 576
Sonstige 3.615 10.260
Summe passive latente Steuern 207.683 235.551
Saldierung -34.630 -49.417
Passive latente Steuern nach Saldierung 173.053 186.136

Die passiven latenten Steuern beinhalten 702 Tsd. EUR für temporäre Differenzen, die im sonstigen Ergebnis erfasst und verbucht sind (Vorjahr: 2.555 Tsd. EUR).

Passive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge werden in Höhe der voraussichtlich nutzbaren steuerlichen Verlustvorträge der in- und ausländischen Konzerngesellschaften erfasst. Ausschlaggebend für die Ermittlung der aktiven latenten Steuern sind die geschätzte Umkehrung der Bemessungsdifferenzen und die Nutzbarkeit der steuerlichen Verlustvorträge, aus denen die aktiven latenten Steuern hervorgegangen sind. Dies ist abhängig vom Entstehen eines künftigen zu versteuernden Ergebnisses in den Berichtsperioden, in denen eine Umkehrung der steuerlichen Bewertungsdifferenzen erfolgt und die steuerlichen Verlustvorträge genutzt werden können, sowie von der Umkehrung der temporären Differenzen. Steuerliche Verlustvorträge, für die aktive latente Steuern erfasst wurden, können in allen Ländern, in denen steuerliche Verlustvorträge bestehen, nach dem derzeitigen Stand unbeschränkt in Folgejahre vorgetragen werden.

Auf Verluste für körperschaftssteuerliche Zwecke in Höhe von insgesamt 1.221 Tsd. EUR (Vorjahr: 3.965 Tsd. EUR) und auf Verluste für gewerbesteuerliche Zwecke in Höhe von insgesamt 43 Tsd. EUR (Vorjahr: 39 Tsd. EUR) wurden wegen fehlender Aussichten einer zeitnahen Verrechnungsmöglichkeit für das Jahr 2016 keine aktiven latenten Steuern gebildet.

Gemäß IAS 12 sind im Konzernabschluss latente Steuern auf den Unterschiedsbetrag zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Eigenkapital einer Tochtergesellschaft und dem Beteiligungsbuchwert für diese Tochtergesellschaft in der Steuerbilanz der Muttergesellschaft zu bilden (so genannte "Outside Basis Differences"), wenn mit der Realisierung dieses Unterschiedsbetrags gerechnet werden kann. Da es sich sowohl bei der Senvion GmbH als auch bei den betroffenen Tochtergesellschaften um Kapitalgesellschaften handelt, sind diese Differenzen bei ihrer Realisierung ganz überwiegend gemäß § 8b KStG steuerfrei und damit permanenter Natur. Auch für etwaige temporäre Differenzen (z. B. resultierend aus der 5 %-igen "Pauschalzurechnung" des § 8b KStG) soll nach IAS 12.39 der Ansatz einer passivischen Steuerlatenz unterbleiben, wenn bei gegebener Kontrolle durch die Muttergesellschaft es nicht wahrscheinlich ist, dass diese Differenzen sich in der vorhersehbaren Zukunft umkehren. Da diese Umkehrung nicht erwartet wird, waren hieraus bilanziell keine Steuerlatenzen zu berücksichtigen. "Outside Basis Differences" sind in Höhe von 702 Tsd. EUR vorhanden.

5.3 Kurzfristige Verbindlichkeiten

5.3.1 Erhaltene Anzahlungen

Als erhaltene Anzahlungen werden Kundenvorauszahlungen für Aufträge ausgewiesen, für die keine Produktionstätigkeit vorliegt.

5.3.2 Rückstellungen

Die Entwicklung der Rückstellungen verlief im Geschäftsjahr 2016 wie folgt.

Stand 01.01.2016
Tsd. EUR
Zuführung
Tsd. EUR
Verbrauch
Tsd. EUR
Auflösung
Tsd. EUR
Stand 31.12.2016
Tsd. EUR
Einzelrückstellungen Gewährleistung 167.186 138.442 -74.727 0 230.901
Pauschalierte Gewährleistungen 39.571 22.250 -29.721 -4.059 28.042
Gewährleistungsrückstellung 206.757 160.692 -104.448 -4.059 258.943
Sonstige Rückstellungen 10.296 28.594 -8.100 -647 30.142
Rückstellungen gesamt 217.053 189.286 -112.548 -4.706 289.085

Die Einzelrückstellung für Gewährleistung betragen zum 31. Dezember 2016 230,9 Mio. EUR (Vorjahr: 167,2 Mio. EUR). Der Anstieg der Einzelrückstellung für Gewährleistung resultiert weitestgehend aus den erwarteten Kostensteigerungen für technische Probleme in Offshore-Blades (6.XM WTG-Serie), die durch die Verbesserungen der Ursachenanalyse sowie durch die Verbesserung des Blattdesigns und durch zusätzliches Sourcing verursacht werden, da der Konzern entschieden hat Blätter zu ersetzen, anstatt sie zu reparieren. Die Großzahl an Reparatur- und Ersatzarbeiten werden im Jahr 2017 durchgeführt, wobei die Mittelabflüsse vor allem Logistikkosten für On- und Offshore-Arbeiten während des Austausches beinhalten, zusätzliche Kosten für Blätter, die bei Ersatz-, Reparatur- und Instandhaltungskosten verwendet werden bis der Austausch abgeschlossen ist sowie für Ausfallzeiten während der Instandhaltung.

Die bei der Ermittlung des erwarteten Mittelabflusses verwendeten Annahmen beinhalten Instandhaltungsintervalle, Arbeits- und Reparaturzeiten pro Windkraftanlage, witterungsbedingte Einflüsse sowie Produktions- und Installationszeitpunkt von neu entwickelten Blättern, die Kostenunsicherheiten mit sich bringen.

Die Entwicklung der pauschalierten Gewährleistungsrückstellung spiegelt den Rückgang der Anzahl der WTGs und eine Verbesserung der Produktqualität im Laufe der Jahre wieder.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und für Schiedsverfahren, für die gemäß IAS 37.92 keine weiteren Angaben erforderlich sind.

5.3.3 Umsatzabgrenzung

Als Umsatzabgrenzungen werden vorausbezahlte abgegrenzte Serviceerlöse ausgewiesen. Die Auflösung dieser Abgrenzungsposten erfolgt linear über die Laufzeit der zu erbringenden Serviceleistungen.

5.3.4 Verbindlichkeiten aus Ertragssteuern

Die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern betreffen im Wesentlichen laufende Steuern für vergangene Jahre.

5.3.5 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten    
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 29.608 20.561
Derivative Finanzinstrumente 1 800
Sonstiges 12.223 4.593
  41.832 25.954
Sonstige übrige Verbindlichkeiten    
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 30.166 35.825
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.657 1.853
Übrige 8.496 9.898
  40.319 47.576

5.4 Langfristige Darlehen

Bei den langfristigen Darlehen in Höhe von 6.980 Tsd. EUR. (Vorjahr: 10.503 Tsd. EUR) handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die Zinssätze für die Bankdarlehen lagen unverändert zwischen 3.64 % und 5.5 % per annum.

Mit Datum zum 29. April 2015 erhielt der Konzern Zugang zu einer syndizierten Kreditlinie über 950.000 Tsd. EUR. Davon können 825.000 Tsd. EUR in Form von Avale und 125.000 Tsd. EUR als Barkredit bis zum 31. März 2020 in Anspruch genommen werden. Zum 31. Dezember 2016 beliefen sich die kurzfristigen abgegrenzten Finanzierungskosten auf 5.009 Tsd. EUR (Vorjahr: 5.007 Tsd. EUR), die langfristigen abgegrenzten Finanzierungskosten auf 11.687 Tsd. EUR (Vorjahr: 16.692 Tsd. EUR). Zur Besicherung des syndizierten Kredites wurden die Rechte aus registrierten Patenten und Patentanmeldungen der Senvion GmbH an die Kreditgeber abgetreten und die liquiden Mittel der Senvion GmbH verpfändet. Daneben erhielt das Bankenkonsortium als zusätzliche Sicherheit eine Globalzession offener Forderungen der Senvion GmbH sowie eine Raum-Sicherungsübereignung der fertigen- und halbfertigen Erzeugnisse sowie der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Die Kreditvereinbarung beinhaltet darüber hinaus übliche Kündigungsrechte für die Kreditgeber, die bei spezifischen Ausfallereignissen greifen. Dazu zählen unter anderem der Abschluss eines Beherrschungs- bzw. Gewinnabführungsvertrags, die Nichteinhaltung von bestimmten sogenannten Financial Covenants oder der Fall eines Change of Control. Darüber hinaus ist eine Dividendenzahlung nur im begrenzten Umfang möglich.

Die Inanspruchnahme der Kreditlinie ist in Abschnitt 7.2, Liquiditätsrisiko, eingehender erläutert.

5.5 Langfristige Darlehen gegenüber Beteiligungsunternehmen

Die langfristigen Verbindlichkeiten zu verbundenen Unternehmen sind in Eigenkapital umgewandelt worden. Weitere Details werden im Abschnitt 5.7 Eigenkapital erläutert.

5.6 Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

Zur Refinanzierung des Erwerbs hat der Konzern eine hochverzinsliche Anleihe mit einem Nennwert von 400 Mio. EUR und einer Laufzeit bis zum 15. November 2020 ausgegeben. Die unmittelbar dieser Transaktion zuordenbaren Transaktionskosten in Höhe von 9.549 Mio. EUR wurden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Diese Anleihe ist mit einem (nominalen) Zinssatz von 6,625 % p. a. verzinst (effektiver Zinssatz 7,14 % p. a.). Der Buchwert zum 31. Dezember 2016 beträgt 392.919 Tsd. EUR (Vorjahr: 391.405 Tsd. EUR).

Der damit im Zusammenhang stehende Zinsaufwand betrug im aktuellen Geschäftsjahr 28.013 Tsd. EUR (Vorjahr: 18.695 Tsd. EUR).

5.7 Eigenkapital

Die Veränderung der Eigenkapitalkomponenten ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzerns dargestellt.

Gezeichnetes Kapital

Zum 31. Dezember 2016 beträgt das Stammkapital der Senvion TopCo unverändert 25.000 EUR gegenüber dem Geschäftsjahr 2015.

Kapitalrücklage

Der Anstieg in der Kapitalrücklage von 383.649 Tsd. EUR resultiert hauptsächlich aus der Umwandlung von langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Eigenkapital.

6. Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanziellen Verpflichtungen

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Sonstige finanzielle Verpflichtungen    
Verpflichtungen aus Leasing- und Mietverträgen    
Fälligkeit innerhalb eines Jahres 25.224 22.168
Fälligkeit innerhalb von 1 bis 5 Jahren 27.660 28.356
Fälligkeit später als 5 Jahre 40.276 37.811
  93.160 88.335
Abnahmeverpflichtungen 480.552 595.004
davon zum Erwerb von Vorräten 469.292 588.739
davon zum Erwerb von Sachanlagen 11.260 6.265

Leasingverträge sind bei der Senvion TopCo und den in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen ausschließlich als Operating-Leasing ausgestaltet. Leasingzahlungen werden linear über die Vertragslaufzeit ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Verpflichtungen aus Leasing- und Mietverträgen betreffen im Wesentlichen die Verpflichtungen aus der Anmietung von Büro- und Lagerflächen. Für Leasing- und Mietverträge wurden im Geschäftsjahr 2016 Aufwendungen in Höhe von 26.849 Tsd. EUR erfasst (Vorjahr: 14.343 Tsd. EUR).

7. Finanzielle Risiken und Finanzinstrumente

7.1 Grundzüge des Risikomanagements

Der Konzern unterliegt hinsichtlich seiner Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und der geplanten Transaktionen insbesondere Risiken aus Veränderungen der Rohstoff- und Einkaufspreise, Wechselkurse, Zinssätze und Börsenkurse. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Marktrisiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Hierzu werden je nach Einschätzung des Risikos ausgewählte Sicherungsinstrumente eingesetzt. Grundsätzlich werden jedoch nur die Risiken besichert, die Auswirkungen auf den Cash Flow des Konzerns haben. Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Wechselkursrisiken im Wesentlichen im Zusammenhang mit Kundenkontrakten eingesetzt und kommen nicht für Handels- oder andere spekulative Zwecke zum Einsatz.

Die Grundzüge der Finanzpolitik wurden jährlich von der Geschäftsführung der Senvion GmbH festgelegt und durch den Aufsichtsrat überwacht. Die Umsetzung der Finanzpolitik sowie das laufende Risikomanagement obliegen dem Konzern-Treasury unter Einbeziehung des Konzern-Controllings. Bestimmte Transaktionen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch die Geschäftsführung der Senvion GmbH, der darüber hinaus regelmäßig über den Umfang und den Betrag des aktuellen Risiko Exposures informiert wird. Der Bereich Treasury betrachtet das effektive Management von Finanzinstrumenten und Marktrisiken als eine seiner Hauptaufgaben. Um die Auswirkungen der unterschiedlichen Gegebenheiten am Markt einschätzen zu können, werden Simulationsrechnungen unter Verwendung verschiedener Marktszenarien vorgenommen.

7.2 Informationen über die Art und das Ausmaß der mit den Finanzinstrumenten verbundenen Risiken

Das Bonitäts- und Ausfallrisiko wird laufend überwacht. Der Konzern prüft vor Abschluss von Kauf- und Lieferverträgen die Bonität von Kunden, Zulieferern und Sicherungsgebern im Rahmen eines standardisierten Bonitätsprüfungsprozesses, der unter anderem die Auswertung von Informationen externer Ratingagenturen, Auskunfteien sowie die Analyse von Finanzinformationen beinhaltet. Abhängig vom Ergebnis des Bonitätsprüfungsprozesses und unter Wesentlichkeitsgesichtspunkten verlangt der Konzern entsprechende Sicherheiten. Das Ergebnis des Bonitätsprüfungsprozesses wird für jeden Kunden dokumentiert.

Das Bonitäts- und Ausfallrisiko der finanziellen Vermögenswerte entspricht maximal den auf der Aktivseite ausgewiesenen Beträgen.

Währungsrisiken bestehen nur insoweit, als Lieferungen in Länder außerhalb des Euro-Raumes erfolgen oder grenzüberschreitende Lieferungen aus derartigen Ländern stattfinden. Die Risiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, welche von einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt.

IFRS 7 verlangt eine Währungssensitivitätsanalyse, die die Auswirkungen von hypothetischen Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis und das Eigenkapital zeigen. Die Fremdwährungssensitivität wird für die originären monetären Finanzinstrumente (Liquide Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Vermögenswerte und sonstige Verbindlichkeiten) durch Simulation einer 10-prozentigen Aufwertung bzw. Abwertung aller Fremdwährungen gegenüber der funktionalen Währung berechnet.

Die simulierte Aufwertung bzw. Abwertung hätte sich wie folgt zum 31. Dezember 2016 auf den Abschluss ausgewirkt:

Fremdwährungsrisiken

Die folgende Tabelle zeigt die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf das Konzernergebnis für alle wesentlichen Fremdwährungen.

31.12.2016 USD AUD CAD GBP
Sensitivitätsanalyse - Summe Ergebnisauswirkung in Tsd. EUR      
Wechselkurs + 10 % 1.876 41 -4.023 1.424
Wechselkurs - 10 % -749 18 4.917 -1.314
31.12.2015 USD AUD CAD GBP
Sensitivitätsanalyse - Summe Ergebnisauswirkung in Tsd. EUR      
Wechselkurs + 10 % -549 -1.033 -2.606 -2.251
Wechselkurs - 10 % 671 1.263 2.417 2.752

Für Finanzinstrumente mit einer designierten Sicherungsbeziehung haben Wechselkursschwankungen keinen Einfluss auf das Konzernergebnis. Die nachfolgende Tabelle zeigt den Einfluss auf das sonstige Ergebnis des Konzerneigenkapitals aufgrund von durch Wechselkursschwankungen bedingten Änderungen in der Markwertbewertung solcher Finanzinstrumente.

31.12.2016 Sensitivitätsanalyse - Summe Fair Value derivativer Finanzinstrumente mit Hedge-Beziehung Auswirkung auf das Eigenkapital
in Tsd. EUR
Wechselkurs + 10 % 2.018
Wechselkurs - 10 % -2.466
31.12.2015 Sensitivitätsanalyse - Summe Fair Value derivativer Finanzinstrumente mit Hedge-Beziehung Auswirkung auf das Eigenkapital
in Tsd. EUR
Wechselkurs + 10 % 15.370
Wechselkurs - 10 % -18.785

Ein Wechselkursrisiko für die Senvion Gruppe entsteht hauptsächlich aus dem operativen Geschäft, wenn Verträge nicht in EUR, sondern in einer anderen funktionalen Währung abgeschlossen werden. Die wesentlichen Risiken entstehen aus den in obiger Tabelle dargestellten Währungen. Die Identifizierung und Überwachung des potenziellen Risikos aus Geschäften und Zahlungen in Fremdwährungen erfolgt zentral durch den Bereich Treasury. Bezüglich dieser Fremdwährungstransaktionen erfolgt deshalb eine direkte Berichterstattung der Tochtergesellschaften bzw. Geschäftsbereiche an den Bereich Treasury. Senvion sichert einzelne Geschäfte und Zahlungen in Fremdwährungen gegen potentielle Risiken aus Wechselkursschwanken ab. Hierbei werden Zahlungsmittelzu- und -abflüsse derselben Währung gegeneinander aufgerechnet und im Anschluss das Net-Exposure pro Fremdwährung ermittelt und einzeln überwacht.

Die so ermittelte Risikoposition pro Fremdwährung wird durch den Bereich Treasury überwacht und gesteuert. Zur Begrenzung der Risiken schließt das Unternehmen Sicherungsgeschäfte ab. Zur Absicherung von Währungsrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit werden Devisentermingeschäfte, Devisenswapgeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte und strukturierte Derivate eingesetzt.

Ein Abschluss oder Halten von Sicherungsgeschäften zu Handels- oder Spekulationszwecken ist nicht zulässig. Für derivative Finanzinstrumente, die die Voraussetzungen zum Hedge Accounting nicht erfüllen, kommt es zum Ausweis in der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten".

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko wird im Rahmen der rollierenden Liquiditätsplanung überwacht. Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen durch Anzahlungen der Kunden für die Projekte. Im Rahmen der Liquiditätsplanung werden die Ein- und Auszahlungen fortlaufend überwacht. Die Inanspruchnahme der syndizierten Kreditlinie sowie anderer Bürgschaften stellt sich zum 31. Dezember 2016 wie folgt dar:

31.12.2016 Kreditrahmen
Mio. EUR
Inanspruchnahme
Mio. EUR
Freie Linien
Mio. EUR
Syndizierte Kreditlinie 950,0 507,3 442,7
- Avallinie 825,0 507,3 317,7
- Barlinie 125,0 0,0 125,0
Sonstige Avale 7,4 2,4 * 5,0
Gesamt 957,4 509,7 447,7

* davon 0,1 Mio. EUR aus Mietbürgschaften

31.12.2015 Kreditrahmen
Mio. EUR
Inanspruchnahme
Mio. EUR
Freie Linien
Mio. EUR
Syndizierte Kreditlinie 950,0 479,0 471,0
- Avallinie 825,0 479,0 346,0
- Barlinie 125,0 0,0 125,0
Sonstige Avale 42,3 32,6 * 9,7
Gesamt 992,3 511,6 480,7

* davon 1,7 Mio. EUR aus Mietbürgschaften

Für weitere Informationen im Hinblick auf die Kreditfazilitäten wird auf Abschnitt 5.4, Langfristige Darlehen, Abschnitt 5.5, Langfristige Darlehen gegenüber Beteiligungsunternehmen, sowie Abschnitt 5.6, Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten, verwiesen.

Die folgende Tabelle zeigt die vertraglich vereinbarten, undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen für die originären finanziellen Verbindlichkeiten und derivativen Finanzinstrumente mit negativem Zeitwert der Senvion Gruppe. Derivate mit positiven Marktwerten stellen Vermögenswerte dar und werden daher nicht berücksichtigt.

Vertragliche Restlaufzeit der finanziellen Verbindlichkeiten

Buchwert von 31.12.2016
Tsd. EUR
Zahlungsströme bis zu 1 Jahr
Tsd. EUR
Zahlungsströme mehr als 1 bis zu 5 Jahre
Tsd. EUR
Zahlungsströme mehr als 5 Jahre
Tsd. EUR
Kurzfristige Darlehen und kurzfristiger Anteil an langfristigen Darlehen 7.566 8.020 0 0
- davon Tilgungsleistungen   7.566 0 0
- davon Zinsleistungen   454 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 430.829 430.829 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen 0 0 0 0
Derivate 1 1 0 0
Langfristige Darlehen 6.980 0 7.379 0
- davon Tilgungsleistungen   0 6.980 0
- davon Zinsleistungen   0 399 0
Übrige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 392.919 26.500 480.604 0
- davon Tilgungsleistungen   0 400.000 0
- davon Zinsleistungen   26.500 80.604 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 41.832 41.832 0 0
Gesamt 880.127 507.182 487.983 0
Buchwert von 31.12.2015
Tsd. EUR
Zahlungsströme bis zu 1 Jahr
Tsd. EUR
Zahlungsströme mehr als 1 bis zu 5 Jahre
Tsd. EUR
Zahlungsströme mehr als 5 Jahre
Tsd. EUR
Kurzfristige Darlehen und kurzfristiger Anteil an langfristigen Darlehen 5.982 6.634 0 0
- davon Tilgungsleistungen   5.982 0 0
- davon Zinsleistungen   652 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 381.820 381.820 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen 19.114 19.114 0 0
Derivate 800 800    
Langfristige Darlehen 10.503 0 11.209 0
- davon Tilgungsleistungen   0 10.503 0
- davon Zinsleistungen   0 706 0
Langfristige Darlehen gegenüber Beteiligungsunternehmen 364.535 0 113.735 515.974
- davon Tilgungsleistungen   0   364.535
- davon Zinsleistungen   0 113.735 151.439
Übrige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 391.405 26.500 507.104 0
- davon Tilgungsleistungen     400.000 0
- davon Zinsleistungen   26.500 107.104 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 25.154 25.154 0 0
Gesamt 1.199.313 460.022 632.048 515.974

Diese Darstellung zeigt die Finanzinstrumente, die zum 31. Dezember 2016 im Bestand waren und für die vertragliche Zahlungsverpflichtungen bestehen. Fremdwährungsbeträge sind mit dem jeweiligen Stichtagskurs umgerechnet worden.

Zum 31. Dezember 2016 besteht eine Globalzession für offene Forderungen des Konzerns sowie eine Raum-Sicherungsübereignung der fertigen und halbfertigen Erzeugnisse sowie der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe für den syndizierten Kredit. Außerdem wurden Anteile gewisser Tochterunternehmen des Konzerns sowie finanzielle Vermögenswerte und Patente gegenüber den Inhabern der Notes aus der hochverzinslichen Anleihe als Sicherheit gestellt (siehe Abschnitt 5.6, Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten).

Zum 31. Dezember 2016 wurden keine anderen finanziellen Vermögenswerte als Sicherheiten gestellt.

Zinsrisiko

Die Gesellschaft verfügt insgesamt über keine wesentlichen Verbindlichkeiten, die zinssensitiv reagieren, da alle Darlehen festverzinslich sind.

Die Erfassung, Bewertung und Überwachung des potenziellen Risikos aus Fremdfinanzierungsaktivitäten erfolgt zentral durch den Bereich Treasury. Zur Begrenzung der Zinsrisiken schließt das Unternehmen im Bedarfsfall Sicherungsgeschäfte ab. Zur Absicherung von wesentlichen Zinsänderungsrisiken können beispielsweise Zinsswaps, Zinscaps und Derivate eingesetzt werden. Ein Abschluss oder Halten von Sicherungsgeschäften zu Handels- oder Spekulationszwecken ist nicht zulässig.

Finanzderivate

In der nachstehenden Tabelle sind die Finanzderivate zum Stichtag 31. Dezember 2016 mit ihren Buchwerten und Nominalvolumina aufgeführt:

Derivative Finanzinstrumente 31.12.2016 31.12.2015
Buchwert
Tsd. EUR
Nominalvolumen
Tsd. EUR
Buchwert
Tsd. EUR
Nominalvolumen
Tsd. EUR
Aktiva        
Devisentermingeschäfte        
Ohne Hedge Beziehung 918 51.198 0 0
Devisenoptionsgeschäfte        
Ohne Hedge Beziehung 0 0 387 4.351
Als Cash Flow Hedges 2.355 24.550 8.749 172.329
Liabilities        
Devisentermingeschäfte        
Ohne Hedge Beziehung 1 24.591 0 0
Devisenoptionsgeschäfte        
Ohne Hedge Beziehung 0 0 733 9.969
Als Cash Flow Hedges 0 0 67 6.510

Der effektive Teil der Marktwertveränderungen derivativer Finanzinstrumente, die sich auf einen Cash Flow Hedge beziehen, der erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst wurde, beträgt -4.474 Tsd. EUR (Vorjahr: 6.740 Tsd. EUR).

Im Geschäftsjahr 2016 erfolgte eine Umgliederung in Höhe von 4.859 Tsd. EUR vom sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung im Rahmen des Cash Flow Hedgeing, welche in den "Umsatzerlösen" erfasst wurde, da die zugrunde liegenden Sicherungsgeschäfte auf Kundenverträge beruhen (Vorjahr: 2.122 Tsd. EUR in "sonstige betriebliche Erträge" und -779 Tsd. EUR in "sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen).

Per 31. Dezember 2016 bestanden keine ineffektiven Teile von Marktwertveränderungen der Sicherungsinstrumente im Rahmen des Cash Flow Hedgeing.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Buchwerte der Cash Flow Hedges und wann diese erfolgswirksam werden:

Eintritt und GuV-Wirkung Buchwert
Tsd. EUR
bis zu 1 Jahr
Tsd. EUR
mehr als 1 bis zu 5 Jahre
Tsd. EUR
mehr als 5 Jahre
Tsd. EUR
31.12.2016        
Devisentermingeschäfte        
Vermögenswerte 2.355 2.355 0 0
Verbindlichkeiten 0 0 0 0
31.12.2015        
Devisentermingeschäfte        
Vermögenswerte 8.749 8.749 0 0
Verbindlichkeiten 67 67 0 0

7.3 Informationen über die Bedeutung der Finanzinstrumente für den Konzernabschluss

Aus den nachfolgenden Tabellen sind, ausgehend von den relevanten Bilanzposten, die Zusammenhänge der Kategorisierung der Finanzinstrumente nach IFRS 7 und den Wertansätzen der Finanzinstrumente ersichtlich; ferner sind auch die liquiden Mittel aufgeführt, die keiner Kategorie des IAS 39 zuzuordnen sind:

31.12.2016 31.12.2015
Kategorie * Buchwert
Tsd. EUR
Fair value
Tsd. EUR
Buchwert
Tsd. EUR
Fair value
Tsd. EUR
Liquide Mittel n.a. 436.471 436.471 419.126 419.126
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo L+R 88.626 88.626 49.372 49.372
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen L+R 167.973 167.973 230.751 230.751
Gewährte Darlehen L+R 9.081 9.126 1.028 1.109
Sonstige finanzielle Vermögenswerte - sonstige L+R 9.885 9.885 296 296
Sonstige finanzielle Vermögenswerte - Darlehen L+R 2.362 2.362 2.125 2.125
Sonstige Finanzanlagen Afs 4.023 4.023 4.004 4.004
Summe   718.421 - 706.702 -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte - derivative Finanzinstrumente HfT 918 918 387 387
Sonstige finanzielle Vermögenswerte - derivative Finanzinstrumente mit Hedge Beziehung n.a. 2.355 2.355 8.749 8.749

* L+R: loans and receivables (Kredite und Forderungen)

HfT: held for trading (Zu Handelszwecken gehalten)

Afs: Available-for-sale (Zur Veräußerung verfügbar)

Liquide Mittel, Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen und sonstige finanzielle Vermögenswerte haben überwiegend eine Laufzeit von nicht mehr als 12 Monaten. Daher entsprechen die Buchwerte zum jeweiligen Bilanzstichtag näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten.

Die beizulegenden Zeitwerte von langfristigen Forderungen entsprechen im Wesentlichen den Barwerten der mit diesen Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Parameter, welche markt- und partnerbezogene Veränderungen der Konditionen und Erwartungen reflektieren.

Hinsichtlich der finanziellen Verbindlichkeiten ergibt sich die folgende Darstellung:

31.12.2016 31.12.2015
Kategorie * Buchwert
Tsd. EUR
Fair value
Tsd. EUR
Buchwert
Tsd. EUR
Fair value
Tsd. EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen OL 430.829 430.829 381.820 381.820
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen OL 170 170 19.114 19.114
Langfristige Darlehen OL 6.980 6.980 10.503 10.503
Langfristige Darlehen gegenüber Beteiligungsunternehmen OL 0 0 364.535 364.535
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten OL 392.919 405.659 391.405 394.564
Kurzfristige Darlehen und kurzfristiger Anteil an langfristigen Darlehen OL 7.566   5.982 5.982
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten OL 41.831 41.831 25.154 25.154
Total OL OL 880.295 - 1.198.513 -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten -derivative Finanzinstrumente HFT 1 1 733 733
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten - derivative Finanzinstrumente mit Hedge Beziehung n.a. 0 0 67 67

* OL: other liabilities (sonstige Verbindlichkeiten)

Aufgrund der kurzen Laufzeit der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen, langfristiger Darlehen sowie der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten dieser Finanzinstrumente entsprechen.

Nachfolgend werden die zum jeweiligen Bilanzstichtag zum Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten entsprechend der Fair-Value-Hierarchie voneinander abgegrenzt. Dies impliziert eine Differenzierung von Finanzinstrumenten, deren beizulegende Zeitwerte auf aktiven Märkten zu beobachten sind (Stufe 1), deren beizulegende Zeitwerte sich nach beobachtbaren wesentlichen Inputdaten bestimmen (Stufe 2) und deren beizulegende Zeitwerte auf nicht-beobachtbaren wesentlichen Inputdatenbasieren (Stufe 3):

31.12.2016 Buchwert
Tsd. EUR
Level 1
Tsd. EUR
Level 2
Tsd. EUR
Level 3
Tsd. EUR
Vermögenswerte bewertet zum Fair Value        
Held for Trading (HfT) 918 0 918 0
Derivative Finanzinstrumente mit Hedge Beziehung 2.355 0 2.355 0
Vermögenswerte Gesamt 3.273 0 3.273 0
Verbindlichkeiten bewertet zum Fair Value        
Held for Trading (HfT) 1 0 1 0
Derivative Finanzinstrumente mit Hedge Beziehung 0 0 0 0
Verbindlichkeiten Gesamt 1 0 1 0
31.12.2015 Buchwert
Tsd. EUR
Level 1
Tsd. EUR
Level 2
Tsd. EUR
Level 3
Tsd. EUR
Vermögenswerte bewertet zum Fair Value        
Held for Trading (HfT) 387 0 387 0
Available-for-Sale (AfS) 4.004 0 0 4.004
Derivative Finanzinstrumente mit Hedge Beziehung 8.749 0 8.749 0
Vermögenswerte Gesamt 13.140 0 9.136 4.004
Verbindlichkeiten bewertet zum Fair Value        
Held for Trading (HfT) 733 0 733 0
Derivative Finanzinstrumente mit Hedge Beziehung 67 0 67 0
Verbindlichkeiten Gesamt 800 0 800 0

Im Geschäftsjahr 2016 gab es keine Umgruppierungen zwischen den Stufen der Bewertungshierarchie. Die zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente, die zum Zeitwert ausgewiesen oder bewertet wurden, angewandten Methoden und Annahmen stellen sich wie folgt dar:

- Langfristige Forderungen werden vom Konzern basierend auf Parametern wie Zinssätzen, bestimmten länderspezifischen Risikofaktoren, Kreditwürdigkeit der einzelnen Kunden und den Risikocharakteristiken des finanzierten Projekts bewertet (Stufe-3-Bewertung). Basierend auf dieser Bewertung werden Wertberichtigungen vorgenommen, um erwarteten Ausfällen dieser Forderungen Rechnung zu tragen. Die Buchwerte dieser Forderungen, abzüglich der Wertberichtigungen, unterschieden sich nicht wesentlich von ihren berechneten beizulegenden Zeitwerten,

- Der Konzern schließt derivative Finanzinstrumente mit verschiedenen Parteien ab, ins-besondere mit Finanzinstituten mit guter Bonität (Investment Grade). Unter Anwendung eines Bewertungsverfahrens mit am Markt beobachtbaren Inputparametern bewertete Derivate sind hauptsächlich Devisenterminkontrakte. Zu den am häufigsten angewandten Bewertungsverfahren gehören die Forward-Preis- und Swap-Modelle unter Verwendung von Barwertberechnungen. Die Modelle beziehen verschiedene Größen mit ein, wie z. B. Bonität der Geschäftspartner, Devisen-Kassa- und Termin-Kurse. Die zum Marktwert bewertete Derivatposition (Marked-to-Market) versteht sich abzüglich der Bonitätswertberichtigung, die auf das Ausfallrisiko der Gegenseite des Derivats zurückzuführen ist,

- Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden mittels der Discounted-Cash-flow-Methode ermittelt. Dabei wird ein Abzinsungssatz zugrunde gelegt, der den Fremdfinanzierungszinssatz des Emittenten zum Ende des Berichtszeitraums widerspiegelt (Stufe-3-Bewertung). Das eigene Nichterfüllungsrisiko wurde zum 31. Dezember 2016 als gering eingestuft.

Die Nettogewinne bzw. -verluste der Kredite und Forderungen beinhalten im Wesentlichen Ergebnisse aus Wertberichtigungen und Zuschreibungen. Hinsichtlich der Wertberichtigungen wird auf die Erläuterungen zu Abschnitt 5.1.3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie zu Abschnitt 5.1.5 sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten verwiesen. Die Ergebnisse aus Wertberichtigungen und Zuschreibungen werden im Wesentlichen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Die folgende Tabelle zeigt die Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien:

Nettoergebnis 01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Kredite und Forderungen (L+R) -113 954
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (HFT) 1.263 -224
Summe 1.150 730

Der Konzern hat zum 31. Dezember 2016 Bürgschaften über 1.655,63 Mio. EUR erhalten (Vorjahr: 2.845,25 Mio. EUR), die dem beizulegenden Zeitwert der Sicherheit entsprechen. Es handelt sich hierbei überwiegend um branchenübliche Bürgschaften Dritter für Verpflichtungen von Kunden und Lieferanten, gegenüber denen Senvion in Vorleistung getreten ist. Hinsichtlich weiterer Informationen zur Gestellung von Sicherheiten wird auf Abschnitt 5.1.3, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, verwiesen.

8. Kapitalmanagement

Ziel des Kapitalmanagements des Konzerns ist es sicherzustellen, dass es zur Unterstützung seiner Geschäftstätigkeit und zur Maximierung des Shareholder Value eine gute Eigenkapitalquote und ein hohe Bonität aufrechterhält. Dieses ist insbesondere vor dem Hintergrund der Wachstumsziele bedeutsam.

Die Konzernbilanz zeigt eine ausgewogene Kapitalstruktur, das Eigenkapital beläuft sich auf insgesamt 343.304 Tsd. EUR (Vorperiode: 25.811 Tsd. EUR.). Die Gesellschaft unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Sie ist jedoch an Kreditklauseln gebunden.

Der Konzern überwacht sein Kapital unter Berücksichtigung der Eigenkapitalquote als Verhältnis aus dem im Konzernabschluss ausgewiesenen Eigenkapital zur Bilanzsumme:

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Eigenkapital 343.304 25.811
Bilanzsumme 2.109.977 2.127.666
Eigenkapitalquote in % 16,3 1,2

Eine weitere Steuergröße ist das Net Working Capital bzw. die Net Working Capital Quote. Das Net Working Capital berechnet sich wie folgt: Summe kurzfristige Aktiva (bereinigt um liquide Mittel) minus Summe kurzfristige Passiva (bereinigt um Rückstellungen, kurzfristige Darlehen sowie den kurzfristigen Anteil langfristiger Darlehen). Zur Berechnung der Net Working Capital Quote wird diese Saldogröße in das Verhältnis zur Gesamtleistung der letzten 12 Monate gesetzt (Vorjahr: letzten 9 Monate) gesetzt.

31.12.2016
Tsd. EUR
31.12.2015
Tsd. EUR
Kurzfristige Vermögenswerte 1.258.745 1.225.549
Anpassungen kurzfristige Vermögenswerte -436.471 -419.126
Kurzfristige Verbindlichkeiten -1.193.721 -1.149.278
Anpassungen kurzfristige Verbindlichkeiten 296.651 223.035
Net working capital -74.796 -119.820
Gesamtleistung 2.237.179 1.550.983
Net working capital Quote in % -3,3 -7,7

Der Konzern nutzt das Net Working Capital zur Ermittlung der kurzfristigen Liquidität des Geschäfts sowie für den effizienten Einsatz von Vermögenswerten. Damit ist der Konzern stets um eine nachhaltige Optimierung seines Net Working Capital bestrebt.

9. Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Nahestehende Personen und Unternehmen im Sinne des IAS 24 stellen für den Konzern insbesondere Gesellschafter dar, die (gemeinsam) einen beherrschenden oder maßgeblichen Einfluss haben, ferner Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierte Unternehmen.

Des Weiteren stellen auch die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats nahestehende Personen im Sinne des IAS 24 dar sowie auch Personen, die im Management eines Mutterunternehmens des Konzerns eine Schlüsselposition bekleiden. Außerdem sind aus Sicht des Konzerns auch die Geschäftsführer der Senvion GmbH Personen mit Schlüsselpositionen im Management. Nahe Familienangehörige dieser nahestehenden Personen gelten ebenfalls als nahestehende Personen.

Neben den Vorstandsmitgliedern wurden im aktuellen Geschäftsjahr folgende nahestehende Personen und Unternehmen identifiziert:

- Senvion S.A., Luxemburg (direkte Gesellschafterin)

- CCP II Acquisition S.à r.l., Luxemburg

- CCP III Acquisition S.à r.l., Luxemburg

- Rapid Partners L.P., Cayman Islands

- Rapid Management L.P., Cayman Islands (bis 21 März 2016)

- Arpwood Partners Investment Advisors LLP, Mumbai (bis März 2016)

- Centerbridge Partners Europe LLP, London (bis März 2016)

Bis zur Abbestellung des Beirats der Senvion S.A. wurden Arpwood Partners Investment Advisors LLP, Mumbai und Centerbridge Partners Europe LLP als nahestehende Personen klassifiziert, da beide dem Aufsichtsrat von Senvion S.A. angehörten und auch Schlüsselpositionen im Management dieses Unternehmens besetzten. Beide Unternehmen sind seitdem konzernfremde Unternehmen.

Am 21. März 2016 hat Rapid Management L.P., Gesellschafter der Senvion S.A., sämtliche an der Senvion TopCo GmbH gehaltenen Aktien in Höhe von 4 % der Senvion S.A. übertragen und im Gegenzug mit einer Ausgabe neuer Aktien an der Senvion S.A. erhalten. Daher wurde Rapid Management L.P. bis zum 21. März 2016 als nahe stehende Personen betrachtet und ist seitdem ein konzernfremdes Unternehmen.

Neben den Geschäftsbeziehungen zu den im Konzernabschluss im Wege der Vollkonsolidierung ausgenommenen Tochterunternehmen bestanden die folgenden Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen.

Die Rechtsgeschäfte wurden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Im Rahmen der Transaktionen wurden keine materiellen Sicherheiten gegeben oder erhalten. Der Konzern hat im betreffenden Berichtszeitraum keinen Aufwand für Wertberichtigungen oder Rückstellungen auf ausstehende Salden verbucht.

Die nachstehenden Rechtsgeschäfte umfassen gewährte Darlehen, Finanzberatung sowie Rechts- und Beratungskosten, die im vorliegenden Konzernabschluss sowie in den Abschlüssen der Tochterunternehmen und der nahestehenden Personen und Unternehmen ausgewiesen sind:

Rechtsgeschäfte zwischen Senvion TopCo und Aufwand aus Dienstleistungen/ Zinsaufwand 01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
Ertrag aus Dienstleistungen/ Zinsertrag 01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
Forderungen 31.12.2016
Tsd. EUR
Verbindlichkeiten 31.12.2016
Tsd. EUR
Senvion S.A., Luxemburg 6.816 0 4 0
Rechtsgeschäfte zwischen Senvion TopCo und Aufwand aus Dienstleistungen/ Zinsaufwand 01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Ertrag aus Dienstleistungen/ Zinsertrag 01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Forderungen 31.12.2015
Tsd. EUR
Verbindlichkeiten 31.12.2015
Tsd. EUR
Senvion S.A., Luxemburg 19.114 0 0 383.649
Rechtsgeschäfte der Senvion TopCo GmbH und Aufwand aus Dienstleistungen/ Zinsaufwand 01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
Ertrag aus Dienstleistungen/ Zinsertrag 01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
Forderungen 31.12.2016
Tsd. EUR
Verbindlichkeiten 31.12.2016
Tsd. EUR
Senvion S.A., Luxemburg 174 63 14.439 174
Arpwood Partners Investment Advisors LLP, Mumbai 0 0 0 0
Centerbridge Partners Europe LLP, London 597 1 0 0 0
Rapid Management L.P., Cayman Islands 0 1 2 64 0

1 Aufwendungen aus Dienstleistungen/Zinsen zwischen den Tochterunternehmen der Senvion TopCo GmbH und Centerbridge Partners Europe LLP, London, von Januar bis März 2016

2 Erträge aus Dienstleistungen/Zinsen zwischen den Tochterunternehmen der Senvion TopCo GmbH und Rapid Management L.P., Cayman Island, von Januar bis März 2016

Rechtsgeschäfte der Senvion TopCo GmbH und Aufwand aus Dienstleistungen/ Zinsaufwand 01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Ertrag aus Dienstleistungen/ Zinsertrag 01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Forderungen 31.12.2015
Tsd. EUR
Verbindlichkeiten 31.12.2015
Tsd. EUR
Arpwood Capital Private Limited, Mumbai 2.500 0 0 0
Centerbridge Partners Europe LLP, London 1.897 0 0 858
Rapid Management L.P., Cayman Islands 0 0 60 0
Senvion SA.Luxemburg 0 8 674 0

10. Angaben zu den Unternehmensorganen der Senvion TopCo

Zu Geschäftsführern der Senvion TopCo sind bestellt:

- Dr. Jürgen Michael Geißinger, Hamburg, Deutschland

- Kumar Manav Sharma, Hamburg, Deutschland

- Dr. Christoph Ludwig Seyfarth, Hamburg, Deutschland (bis 15. Juli 2016)

11. Vergütung der Unternehmensorgane der Senvion TopCo

Die Geschäftsführer der Senvion TopCo hatten im Geschäftsjahr 2016 keinen Vergütungsanspruch.

Die Gesamtbezüge der amtierenden und ehemaligen Geschäftsführer der Senvion GmbH, die als Mitarbeiter des Konzerns in Schlüsselpositionen gelten, beliefen sich vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 auf folgende Summen:

01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Laufende Gehälter 2.154 647
Altersvorsorgeleistungen 0 1
Abfindungen 425 2.213
Sonstige Bezüge 111 310
  2.690 3.171

12. Angaben zu der Vergütung an den Abschlussprüfer

Die nachstehende Tabelle enthält Angaben zu den erfassten Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Deutschland, sowie seiner Partnerkanzleien.

01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Prüfungshonorare (Konzernabschluss und Jahresabschlüsse) 1.233 1.336
Honorare für sonstige Bestätigungsleistungen 253 550
Honorare für Steuerberaterleistungen 1.426 1.305
Honorare für sonstige Leistungen 1.269 1.844
  4.181 5.035

13. Ereignisse nach dem Stichtag

Senvion wird ein Zukunftsprogramm starten, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Im Rahmen des Programmes werden die Kostenüberschreitungen in allen Unternehmensbereichen überprüft, Überkapazitäten in der Produktion abgebaut und nachhaltig in die Qualität der Produkte und Serviceleistungen investiert.

Unter anderem werden die geplanten Maßnahmen zu einer Reduzierung von schätzungsweise 780 Arbeitsplätzen führen, vor allem in den Betriebsstätten der Senvion GmbH in Husum, Trampe und Bremerhaven in Deutschland sowie einer Verlagerung von rund 120 Arbeitsplätzen in kostengünstigen Standorten, so dass insgesamt eine Reduzierung von 660 Arbeitsplätzen geplant ist.

Mit Datum vom 5. Mai 2017 wurde die syndizierte Kreditlinie über 950.000 Tsd. EUR neu gefasst und geändert. 825.000 Tsd. EUR davon können in Form von Avale, 125.000 Tsd. EUR als Barkredit bis zum April 2022 in Anspruch genommen werden.

Die Refinanzierung des High Yield Bonds wurde mit selbigen Datum angepasst und führt zukünftig zu einer Reduzierung des Zinsaufwands in Höhe von 14 Mio. EUR jährlich aufgrund des reduzierten Zinssatzes in Höhe von 3,875 %.

 

Hamburg, 21. August 2017

Dr. Jürgen M. Geißinger, CEO

Kumar Manav Sharma, CFO

Konzernlagebericht

1. Grundlagen des Konzerns

a. Konzernstruktur

Die Senvion TopCo GmbH (im Folgenden "Senvion TopCo" oder das "Unternehmen") wurde am 9. Dezember 2014 gegründet. Die Tätigkeit des Unternehmens besteht im Wesentlichen im Erwerb, im Halten und in der Veräußerung von Beteiligungen in Deutschland und/oder an ausländischen Gesellschaften und Unternehmen, in der Verwaltung, in der Entwicklung und im Management solcher Beteiligungen sowie in der Erbringung von Beratungsdienstleistungen innerhalb seines Unternehmensverbunds.

Die Senvion TopCo (zusammen mit ihren konsolidierten Tochtergesellschaften der "Konzern" oder "Senvion") ist die Holdinggesellschaft des Konzerns in Deutschland. Der vorliegende Lagebericht für das am 31. Dezember 2016 endende Geschäftsjahr wurde nach § 315a(1) des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) in der aktuellen Fassung der in der Europäischen Union geltenden International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt.

Das Geschäft des Konzerns wird im Wesentlichen durch die jeweiligen operativen Tochtergesellschaften betrieben, deren größte die Senvion GmbH ist. Der Konzern ist auf internationaler Ebene in den Bereichen Produktion und Vertrieb von Windenergieanlagen sowie in der Projektierung und Erstellung schlüsselfertiger Windparks tätig.

b. Geschäftsmodell und Strategie

Der Konzern zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Onshore- und Offshore-Windenergieanlagen. Das Produktportfolio umfasst Windenergieanlagen mit Nennleistungen von 2,0 bis 6,15 Megawatt (MW) und Rotordurchmessern von 82 bis 152 Metern sowie - im Interesse eines maximalen Energieertrags und minimaler Levelized Cost of Energy (LCoE) - weiteren, auf die individuellen Kundenanforderungen zugeschnittenen Spezifikationen.

Die Kernkompetenzen von Senvion sind die Produktion und Installation sowie die Instandhaltung und Wartung von Windenergieanlagen. Der Konzern übernimmt dabei Aufgaben wie die Entwicklung, die Herstellung, den Vertrieb sowie die Errichtung der Anlagen. Darüber hinaus bietet Senvion seinen Kunden unter anderem projektspezifische Lösungen in den Bereichen Transport, Installation und Fundamentbau. Überdies können Senvion Kunden auf ein umfassendes Service- und Wartungsangebot zurückgreifen. Zuverlässigkeit und langfristige Verfügbarkeit sind die wesentlichen Vorteile, die Windenergieanlagen von Senvion bieten.

Zwischen 2002 und Ende 2016 hat die Senvion GmbH weltweit mehr als 7.300 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von ca. 15,5 Gigawatt (GW) errichtet und somit einen hohen Erfahrungswert in der Produktion und Installation von Windenergieanlagen gesammelt. Im Geschäftsjahr 2016 installierte Senvion Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.762 MW, im Geschäftsjahr 2015 lag die Gesamtleistung bei 1.746 MW.

Nach der Inbetriebnahme betreut das Operations & Maintenance-Team von Senvion die Windenergieanlagen bzw. Windparks. Dieser Bereich ist ein wichtiger Teil des Senvion Konzerns und im Rahmen langfristiger Serviceverträge für mehr als 5.300 Offshore- und Onshore-Windenergieanlagen zuständig. Senvion ist kontinuierlich mit der Überwachung, Wartung und Instandsetzung von Windenergieanlagen beschäftigt und rüstet Anlagen darüber hinaus mit Lösungen nach dem Stand der Technik auf und/oder nach. Dank der engagierten und professionellen Servicemitarbeiter profitieren die Kunden von einer Vielzahl maßgeschneiderter Servicevertragsoptionen aus einer Hand. Zur Steigerung der Jahresenergieerzeugung, Vereinfachung der Abläufe seitens des Eigentümers sowie Senkung der LCoE stehen Eigentümern und Betreibern von Windenergieanlagen anlagenspezifische After-Sales-Serviceprodukte zur Verfügung.

Seit September 2016 ist ein neues Servicezentrum im Südosten Polens zuständig für die Erbringung eines breiten Spektrums an Serviceleistungen für den gesamten europäischen Markt.

Senvion verfügt über ein internationales Verkaufs-, Beratungs- sowie Agentur-/Vertriebsnetzwerk mit Niederlassungen in Europa, Nord- und Südamerika, Asien sowie der Region Australien/Pazifik. So können die regionalen Rahmenbedingungen und Vorschriften umfassend berücksichtigt werden und der Kunde erhält einen direkten, kompetenten und mehrsprachigen Ansprechpartner vor Ort.

Moderne Produktionsstätten sind derzeit in Deutschland und Portugal angesiedelt: In Deutschland produziert Senvion Windenergieanlagen im norddeutschen Husum, in Bremerhaven und in Trampe bei Berlin. In Husum werden Gondeln und Rotornaben der MM-Baureihe (2 MW Nennleistung) gefertigt, im brandenburgischen Trampe werden neben Anlagen der MM-Baureihe auch Anlagen der 3-MW-Klasse produziert. Der Standort Bremerhaven ist für die Produktion der Offshore-Windenergieanlagen vom Typ 6.XM (6 MW Nennleistung) bestens geeignet, aber auch Windenergieanlagen der Baureihe 3.XM (3 MW Nennleistung) werden dort hergestellt. Die Senvion Tochtergesellschaft PowerBlades GmbH befindet sich ebenfalls in Bremerhaven. Dort werden Rotorblätter für Offshore-Windenergieanlagen nach den Spezifikationen von Senvion produziert. Eine weitere Produktionsstätte für Rotorblätter ist im portugiesischen Vagos angesiedelt, wo die Rotorblätter RE45, RE51, RE55, RE59 und RE68 gefertigt werden. Ferner werden in Oliviera de Frades, Portugal, Gondeln und Rotornaben für Anlagen der 2-Megawatt-Klasse gefertigt.

Im November 2016 übernahm Senvion die in Berlin und Südpolen vertretene EUROS Gruppe, einen Spezialisten für alle Aspekte der Konstruktion und Produktion von Rotorblättern sowie für die Urmodell- und Formenkonstruktion. In den Produktionsstätten an den polnischen Standorten Żory-Warszowice und Ustron können sämtliche Onshore-Formen- und -Rotorblatttypen hergestellt werden, darunter auch alle Rotorblätter aus dem Portfolio von Senvion. Mit dieser Übernahme setzt Senvion seine Produktinnovations- und Markeintrittsstrategie weiter um.

Das moderne Produktentwicklungszentrum von Senvion befindet sich im schleswig-holsteinischen Osterrönfeld. Neben der innovativ ausgerichteten Abteilung für Forschung und Entwicklung sind dort auch die Fernüberwachung der weltweiten Anlagenflotte, der technische Support sowie der Fachbereich Service des Unternehmens angesiedelt. Seit September 2015 ergänzt der neue Standort in Bangalore, Indien, die technischen Kapazitäten von Senvion. Darüber hinaus beschäftigt sich ein Ingenieurbüro in Osnabrück mit der Weiterentwicklung der Senvion Turbinen.

Senvion wird Qualitätsanbieter bleiben und seinen Kunden auch in der Zukunft weiterhin zuverlässige Anlagen mit einer hohen Verfügbarkeit anbieten. Dabei wickelt das Unternehmen alle Prozessschritte von der Planung bis hin zur Installation ab. Weiterhin steht den Kunden ein individuelles Serviceangebot für die Wartung ihrer Anlagen zur Verfügung. Mit hochwertigen Produkten und einer Bandbreite von Serviceverträgen bietet Senvion seinen Kunden gleichbleibende Qualität aus einer Hand.

Die Kernabsatzmärkte von Senvion sind unter anderem Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Kanada. Senvion expandiert im Rahmen der allgemeinen Strategie des Konzerns weltweit und ist 2016 mit Projekten in Indien, Chile, Norwegen, Serbien und Japan erfolgreich in mehrere neue Märkte eingetreten. Aufgrund der Inaktivität der letzten Jahre betrachtet Senvion auch Australien als neuen Markt. Die Satellitenmärkte Österreich, Polen, Niederlande, Belgien, Portugal, Japan, Rumänien, Chile, Norwegen, Schweden und Italien werden durch die Hub-Struktur des Unternehmens bedient.

2. Finanzielle und operative Highlights 2016

a. Konzern-Highlights

· 2.210 Mio. EUR - Die Umsatzerlöse für 2016 zeigen ein solides Wachstum von 3,3 % gegenüber den Proforma-Umsatzerlösen für 2015 sowie ein stabiles Wachstum von 18,5 % im Servicebereich.

· Bereinigte EBITDA-Margen von 9,4 % - Die Margen liegen trotz schwieriger Marktbedingungen auf Vorjahresniveau.

· Rückgang des Net Working Capitals um 3,3 % - Weiterhin hervorragendes Net Working Capital Management.

· 1.304 Mio. EUR - Festauftragseingänge 2016; Senvion beendet das Jahr mit einem Auftragseingang von 458 Mio. EUR im vierten Quartal 2016, im Berichtsjahr der höchste Stand zum Ende eines Quartals.

· Auftragsbestand von 5,3 Mrd. EUR - Solider Auftragsbestand; der Bestand an Aufträgen mit aufschiebenden Bedingungen lag zum Geschäftsjahresende bei 1.765 Mio. EUR, das ist ein Wachstum von 10,5 % gegenüber dem kalendarischen Vorjahr.

b. Geschäftliche Highlights

Onshore

Ausbau der internationalen Präsenz

· Senvion ist in Australien, Asien, Europa sowie in Nord- und Südamerika präsent und hat erfolgreich neue Märkte für sich erschlossen.

· 500 MW in Indien - Erster fester Rahmenvertrag mit einem großen Energieversorgungsunternehmen (IPP) in Indien über das vor Kurzem übernommene Produktportfolio von Kenersys.

· Japan - Eröffnung einer Vertriebsniederlassung in Tokio und weitere Vorbereitungen für die Installation der ersten Anlagen.

· 300 MW in Australien - Senvion erhält den Zuschlag für einen Auftrag mit aufschiebenden Bedingungen für seine neueste Anlage, die 3.6M140.

· Aufträge über 360 MW+ in Skandinavien - Senvion erzielt in Skandinavien einen doppelten Erfolg mit dem Zuschlag für zwei Aufträge, einen Festauftrag über 112 MW sowie einen Auftrag mit aufschiebenden Bedingungen über 250 MW+.

· Andere Märkte - Senvion war in zahlreichen anderen Teilen der Welt aktiv, hat erfolgreich neue Märkte für sich erschlossen und für 2017 einen großen Umfang an potenziellen Neuaufträgen angebahnt.

Weitere Senkung der LCoE durch Produktinnovationen

· Erweiterung des Produktportfolios für Standorte mit hohen, mittleren und schwachen Windgeschwindigkeiten:

- Mit der 3.6M140 wird eine Windenergieanlage für Standorte mit mittleren Windgeschwindigkeiten auf den Markt gebracht, die innerhalb der Branche einen Spitzenplatz einnimmt.

- Weitere Leistungsverbesserungen für die 3.XM-Baureihe: 3.6M114 und 3.4M122.

- Durch die Übernahme des Kenersys-Produktportfolios wird die bestehende 2-MW-Plattform ergänzt.

- Einführung der 3.4M140 in Nordamerika bestätigt die Eignung und Wettbewerbsfähigkeit des Produkts.

· Aktuell wird an weiteren Produktoptimierungen gearbeitet.

Produktivitäts- und Effizienzsteigerung im Fokus der Unternehmensleitung

· Start eines ganzheitlich ausgerichteten Effizienz- und Qualitäts-Programms mit dem Titel "Move Forward".

· Im Vordergrund stehen bei diesem Projekt Bereiche, in denen das Umsatzwachstum, die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte, die organisatorische und die betriebliche Effizienz und die Kosten Verbesserungsspielraum haben.

· Das Ziel besteht darin, von anderen ausgereiften Branchen zu lernen und durch die Umsetzung von Best-Practice-Lösungen eine projektorientierte Arbeitskultur zu schaffen.

Offshore

· 203-MW-Offshore-Auftrag - Das Offshore-Team von Senvion hat sich erfolgreich um einen Offshore-Auftrag mit aufschiebenden Bedingungen in Deutschland beworben, die Installation ist für 2019 vorgesehen.

· Senvion erörtert derzeit den Bau von Offshore-Windparks mit schwimmenden Fundamenten unter Einsatz einer für diese Zwecke angepassten 6.2M152.

Service

· Der Servicebereich meldet ein zweistelliges Wachstum der Umsatzerlöse von 18 %.

· Spitzenklasse - durchschnittliche Vertragsdauer: 10,7 Jahre.

· Steigerung des Serviceauftragsbestands von 14,9 %.

· Verlängerungsrate von 80 %+ durchschnittlich in den letzten drei Jahren.

3. Wirtschaftsbericht

a. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Konjunkturelle Entwicklung

Nach der Schwächephase Anfang 2016 ist eine Belebung des Weltwirtschaftswachstums eingetreten. Die US-Notenbank erhöhte ihren Leitzins um 25 Basispunkte in einer Spanne von 0,50 % bis 0,75 %. Herausragende Ereignisse 2016 waren der Ausgang des britischen EU-Referendums und der US-Präsidentschaftswahl, die beide für erhebliche Unruhen und Unsicherheit an den Märkten sorgten. Das weltweite Wachstum der Wechselkurse nach Kaufkraftparität beschleunigte sich im Berichtsjahr auf 3,1 %. Der Grund hierfür lag zum einen in der expansiven Geldpolitik und zunehmend auch im fiskalpolitischen Kurs verschiedener Länder, vor allem der USA. Der Rohstoffmarkt legte gegenüber seinem Tiefstand Anfang 2016 auch im dritten Quartal weiter zu.

Der Preis für Brent-Rohöl stieg von 28,7 USD im Februar 2016 auf 56,7 USD Anfang 2017. Zentrale Themen im Januar waren der Ölpreis von 30 USD/Barrel sowie die zu erwartende Erhöhung der iranischen Ölproduktion nach Aufhebung der Sanktionen. Am 30. November 2016 einigte sich die Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) auf die Drosselung der Rohölfördermengen auf 32,5 Millionen Barrel pro Tag (MBT) für die Dauer von sechs Monaten (verlängerbar um weitere sechs Monate) ab Januar 2017. Dies lässt eine Verringerung der Produktion um 1,2 MBT gegenüber dem aktuellen Niveau erwarten.

Am 23. Juni 2016 stimmte Großbritannien in einem Referendum über seinen Verbleib in oder Austritt aus der Europäischen Union ab. 51,9 % der Wähler votierten für den Austritt, 48,1 % für den Verbleib in der EU. 2016 gab das Pfund Sterling gegenüber dem Euro ausgehend von 0,736 bis zu einem Höchststand von 0,903 im Oktober kontinuierlich nach. Danach erholte sich die britische Währung auf einen Kurs von 0,853 gegenüber dem Euro. Seit der Ankündigung des Referendums durch den ehemaligen Premierminister David Cameron im Februar hatte an den Finanzmärkten Volatilität geherrscht. Am 13. Juli 2016 trat Theresa May die Nachfolge Camerons an und verkündete, dass der Ausstieg Großbritanniens aus der EU 2017 eingeleitet werde. Zur Erreichung ihres Inflationsziels von 2 % senkte die Bank of England die Zinsen um 25 Basispunkte auf 0,25 %.

Im Gegensatz zu den Schwellenländern belief sich das Wachstum in den Vereinigten Staaten von Amerika im dritten Quartal 2016 auf 3,5 % und lag damit leicht über den Erwartungen (3,2 %). Zu Jahresbeginn wuchs die US-Wirtschaft um gerade einmal 0,8 %, erholte sich dann aber im Laufe des Jahres dank besserer Arbeitsmarktbedingungen inklusive eines Rückgangs der Arbeitslosenquote nach dem Ende der Rezession im November. Das verfügbare persönliche Einkommen und die Haushaltsausgaben sind 2016 recht stabil geblieben, was dem starken Verbrauchervertrauen zu verdanken war, das im November auf ein Neunjahreshoch stieg. Die positiven Aussichten für die Ölpreise sowie bessere globale Handelsbedingungen stützten die Produktionstätigkeit in den USA, sodass der ISM-Index im November den dritten Monat in Folge nach oben ging. Nach einem langwierigen Entscheidungsprozess entschloss sich die US-Notenbank im Dezember, die Zinswende einzuleiten und den Leitzins von 0,5 % auf 0,75 % anzuheben.

Entwicklungen des deutschen Marktes

Trotz einiger beachtlicher Unsicherheiten (Brexit, US-Präsidentschaftswahl, fehlgeschlagene TTIP-Verhandlungen, Wachstumsschwäche in den Schwellenländern) zeigte sich die deutsche Wirtschaft 2016 auf einem moderaten Wachstumskurs. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist erwartungsgemäß um 1,9 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Diese positiven Impulse entstanden aufgrund des deutlichen Anstiegs des privaten Konsums und der staatlichen Ausgaben um 2,0 % bzw. 4,2 %.

Die deutschen Exporte bleiben insgesamt trotz eines schwierigen Umfelds auf Wachstumskurs und stiegen 2016 um 2,5 %. Gleichzeitig stiegen die Importe um 3,4 %. Der Außenhandel Deutschlands ging 2016 gegenüber den Vorjahren um -0,1 % leicht zurück.

Im ersten Quartal 2016 legte das Wirtschaftswachstum in Deutschland um mehr als das Doppelte zu, nachdem die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank dem Binnenkonsum starken Auftrieb gab.

Auch der deutsche Arbeitsmarkt blieb in einer soliden Verfassung. Das Statistische Bundesamt geht für 2016 von 43,4 Millionen Erwerbstätigen aus. Die Zahl der Erwerbstätigen ist 2016 um 425.000 bzw. 1,0 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Insgesamt hat die Erwerbstätigkeit den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Die Erwerbsquote der heimischen Bevölkerung sowie die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte haben negative demografische Effekte ausgeglichen.

Die jährliche Inflationsrate lag 2016 gemäß Statistischem Bundesamt bei ca. 0,5 %. Die Entwicklung der Energiepreise (-2,7 % im November 2015) wirkte sich auf die Preisanstiege im November 2016 negativ aus. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise betrug die Inflationsrate im November 2016 +1,2 %.

Alles in allem setzte die deutsche Wirtschaft ihren soliden Kurs 2016 trotz der schwierigen internationalen Bedingungen und des schwächeren Wachstums in den Schwellenländern fort. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland stieg von 110,4 im November auf 111,0 im Dezember. Damit wurden die Markterwartungen von 110,7 übertroffen. Der Index erreichte damit seinen höchsten Stand seit Februar 2014. Das Vertrauen unter den Herstellern, Konstrukteuren und Großhändlern verbesserte sich, während sich im Einzelhandel keine Veränderungen ergaben. Das Weltwirtschaftswachstum wird durch die Schwäche einiger Schwellenländer weiterhin gebremst. Reale Einkommenszuwächse und der anhaltende Beschäftigungsaufbau begünstigen den privaten Konsum weiter. Die Inflation bleibt stabil, liegt jedoch mit nur 0,5 % weit entfernt von der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von 2,0 %.

Entwicklungen in anderen Kernabsatzmärkten

Anfängliche Schätzungen zum britischen BIP deuteten auf einen Anstieg von 0,6 % im vierten Quartal 2016 (Oktober bis Dezember) hin. Demgegenüber stand ein Plus von 0,5 % im dritten Quartal (Juli bis September). Der Anstieg des BIP in Großbritannien 2016 wurde auf 2,0 % veranschlagt, was gegenüber 2,2 % 2015 und 3,1 % 2014 ein Rückgang ist. Das Wachstum im vierten Quartal war in erster Linie vom Dienstleistungssektor getragen, wobei vor allem konsumorientierte Sektoren wie der Einzelhandel und die Reisebranche einen starken Beitrag leisteten. Die Arbeitslosenquote ging gegenüber 5,2 % im Vorjahr auf 4,8 % zurück. Die Bank of England senkte den Leitzins um 0,25 Basispunkte auf 0,25 % um ein solides BIP-Wachstum zu fördern und die Inflation im Zaum zu halten.

Nach ersten Schätzungen wird Frankreich für 2016 ein jährliches BIP-Wachstum von 1,2 % und für 2017 von 1,3 % verzeichnen. Dank der geldpolitischen Lockerungen der EZB dürfte der Leitzins von aktuell 0,0 % der Investitionstätigkeit und dem Konsum in Frankreich und der Eurozone eine solide Grundlage bieten. Der schwache Euro wirkte sich auch 2016 weiter günstig auf die Märkte aus. Im März 2016 erweiterte die EZB darüber hinaus erneut ihre geldpolitischen Anreize, was dem Wachstum ebenfalls zugute kam. Nach den vom Nationalen Institut für Statistik (INSEE) herausgegebenen korrigierten Zahlen gab es bei den Verbraucherpreisen keine Veränderungen. Die jährliche durchschnittliche Inflationsrate hat sich im November gegenüber 0,2 % im Oktober auf 0,3 % beschleunigt, während die Arbeitslosigkeit 2016 leicht auf 9,84 % zurückgegangen ist. Der 2015 begonnene Aufschwung am Arbeitsmarkt setzte sich 2016 fort, nachdem verschiedene staatliche Maßnahmen zur Förderung eines stärkeren Beschäftigungswachstums umgesetzt wurden. Damit einhergehen dürften 2017 ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit sowie höhere Durchschnittslöhne. In der Summe werden diese Faktoren eine solidere Basis für den Konsum bilden. Dieser dürfte auf das Jahr betrachtet um durchschnittlich 1,5 % zulegen (gegenüber 1,4 % 2015).

Nach den Prognosen des IWF dürfte die kanadische Wirtschaft 2016 um 1,5 % und 2017 um 1,9 % wachsen. Die negativen Einflüsse auf den Energiesektor werden zum Teil durch eine wettbewerbsfähigere Währung sowie einen voraussichtlichen Anstieg der öffentlichen Investitionen ausgeglichen werden. Die Arbeitslosigkeit dürfte 2016 auf 7,3 % und 2017 7,4 % steigen. Die kanadische Inflation erreichte 2016 einen Stand von 1,42 %. Der Leitzins liegt weiter unverändert bei 0,5 %. Die Staatsregierung nutzte den fiskalischen Spielraum zu einer Senkung der Zinsen in ihrem Haushalt für 2016. Mit der Normalisierung der Ölförderung wurde die Erholung durch einen deutlichen Anstieg der Exporte gestützt. Auch der private Konsum erfuhr eine Belebung, blieb jedoch insgesamt verhalten, da viele Haushalte unter einer hohen Schuldenlast leiden.

Entwicklung der Branche

Onshore

Der Weltmarkt für Onshore-Windenergie meldete 2016 einen leichten Rückgang von ca. 53 Gigawatt (GW), der aber geringer war als das Installationsvolumen 2015, das mit 59 GW den höchsten jemals verzeichneten Stand erreichte. Die kumulierte globale Onshore-Kapazität betrug Ende 2015 420 GW und Ende 2016 470 GW. Die Veränderung bei der installierten Leistung 2016 war in erster Linie durch den rückläufigen chinesischen Markt bedingt, sodass sich gegenüber 2015 ein Minus von ca. 9 GW ergab. Infolge des geringeren Marktvolumens in China ging der Gesamtumfang an Neuinbetriebnahmen im Asien-Pazifik-Raum ebenfalls zurück, sodass bis Ende 2016 lediglich 26 GW an Neuinstallationen durchgeführt wurden. Etwa 20 GW davon betreffen Projekte in China. Der Löwenanteil in der Region entfällt mit über 3 GW auf Indien. Wegen seines hohen Energiebedarfs gilt Indien nach wie vor als einer der dynamischsten Windenergiemärkte der Welt. Das Land will bis 2022 60 GW installieren. Analysten rechnen daher für 2017 mit einem hohen Volumen von 3,6 GW.

In den USA entwickelt sich der Windenergiemarkt weiter lebhaft, 2016 wurden über 8 GW installiert. Dies beruht hauptsächlich auf der Weiterführung der Fördermaßnahme des Production Tax Credit (PTC; Laufzeit von 2015 bis 2020), wobei Projekte durch Erfüllung bestimmter Kriterien auch in den Folgejahren Förderungen beziehen können. Durch die Verlängerung des Programms wird der Umfang an Inbetriebnahmen auch 2017 weiter hoch sein. Kanada zeigte auch in 2016 ein sehr hohes Installationsniveau, die Aussichten für die lateinamerikanischen Staaten (vor allem Brasilien und Mexiko) sind mit einem Gesamtwachstum von etwa 4 GW+ weiter positiv. Die Wachstumsrate für Chile und Argentinien indes dürfte zwischen 2018 und 2025 konstant bleiben.

Der Ausbau und die Integration erneuerbarer Energien stehen weltweit weiterhin im Fokus der wirtschaftspolitischen Aktivitäten diverser Länder. Im Verlauf der letzten Geschäftsjahre wurde deutlich, dass die Intensität der Bemühungen und die Attraktivität der Bedingungen je nach Zusammensetzung der amtierenden Regierung unterschiedlich ausfallen. Während Länder wie Mexiko, Chile, Vietnam und Thailand die wirtschaftlichen Bedingungen für erneuerbare Energien weiter fördern, schottet sich China gegenüber westlichen Erstausrüstern (OEM) nach wie vor ab. Trotz umfangreicher Investitionen gelingt es den meisten westlichen OEMs nicht, ihren Marktanteil deutlich zu vergrößern (dieser liegt bei maximal 2 % bis 5 %). Die Hürden für den Markteinstieg erscheinen intransparent. Chinesische OEMs andererseits treten verstärkt außerhalb Chinas in Aktion. Goldwing, Envision und Sinovel, die bislang größten Akteure am chinesischen Windmarkt, nehmen vor allem Lateinamerika, den Nahen Osten, Afrika und die USA sowie Märkte in Europa (z. B. Frankreich) ins Visier. Eine aggressive Preispolitik und Beteiligungen an anderen Projekten sind die Mittel der Wahl für den Einstieg in neue Märkte. Inwieweit dies zu Markterfolg führt, bleibt abzuwarten. Einige Länder zeigen eine komplette Abkehr von ersten Schritten in Richtung einer grünen Energiewirtschaft. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima und Bemühungen um ein alternatives Energiemodell fand Japan unter seiner neuen Regierung zur alten Energiewirtschaft mit Atomkraft als tragender Säule zurück.

Der europäische Markt für Onshore-Windenergie - der vom führenden Forschungsinstitut MAKE nun als Marktsegment definiert wird - entwickelte sich 2016 in etwa auf Vorjahresniveau (11 GW). Die kumulierte Gesamtleistung Europas erreichte Ende 2016 ein Volumen von ca. 158 GW. Der deutsche Markt verzeichnete mit 4 GW Neuinbetriebnahmen ein Rekordhoch. An zweiter Stelle stand mit mehr als 1,5 GW an Netzanschlüssen Großbritannien. Das Land hatte sich gegenüber 676 MW 2015 deutlich gesteigert. Auch Frankreich verzeichnete einen Wachstum mit über 1 GW an Neuinbetriebnahmen. Ebenfalls deutlichen Zuwachs verzeichneten Finnland, Irland, die Türkei und Portugal.

Offshore

Der Markt für Offshore-Windenergieanlagen wies 2016 mit knapp unter 2 GW einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahresniveau von 3,3 GW auf. Verantwortlich für diese Entwicklung waren komplexere Installationsprozesse und die für den Offshore-Sektor typischen Multi-Megawatt-Windparks, die zu zyklischen Installationsraten führen. Die Kernmärkte für Offshore-Wind liegen mit über 1 GW an Neuinstallationen 2016 in Europa. Die größten Projekte wurden in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien realisiert. Außerhalb Europas wurden lediglich in China, Südkorea, den USA und Japan größere Offshore-Installationen verzeichnet, außerdem einige kleine Projekte in Japan und Taiwan.

Das politische Umfeld

Europa

Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, nahm im Oktober 2014 die Arbeit mit seinem neuen Team auf. Die Energie- und die Klimapolitik wurden an Vizepräsidenten Maros Sefcovic sowie Klimakommissar Miguel Arias Canete übergeben. Beide haben bereits Schritte hin zu einem einheitlichen EU-Binnenmarkt, einer sicheren Energieversorgung sowie zur Minderung des CO 2-Ausstoßes unternommen. Grundsätzlich ist laut beiden Kommissaren eine fundamentale Veränderung von Europas Energiesystem notwendig, die sie in ihrem im Februar 2015 veröffentlichten Strategiepapier für die nächsten fünf Jahre aufzeigen. Die erklärten Ziele bestehen darin, die derzeitige nationale Fragmentierung des europäischen Energiemarktes zu überwinden und eine Energie-Union zu bilden, das Potenzial und die Vorteile eines gemeinsamen Binnenmarktes auszuschöpfen, die Energieinfrastruktur grenzübergreifend auszubauen und die Energieeffizienz zu steigern. Das Spannungsfeld zwischen der EU-Zuständigkeit im Hinblick auf den Binnenmarkt und die Klimapolitik und der Entscheidungsfreiheit der Mitgliedstaaten in Bezug auf ihren individuellen Energiemix führte auch 2015 zu umfangreichen Diskussionen in der Staatengemeinschaft. Im Fokus der europäischen Klimapolitik stehen die Entwicklung und der Ausbau des Binnenenergiemarkts sowie die deutliche Verringerung der CO 2-Emissionen. Darüber hinaus plant Sefcovic eine gesetzlich verankerte Governance-Struktur für die europäischen Klima- und Energieziele für 2030. Der erfolgreiche Abschluss der Klimakonferenz in Paris im November/Dezember 2015 stützt diese Initiativen. Zwei wesentliche Ziele des Pariser Abkommens über den Klimawandel sind die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C oder sogar 1,5 °C sowie die "Intended Nationally Determined Contributions" (INDC, national festgelegte Beiträge zum Klimaschutz), um die Treibhausgas-Emissionen in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts auf null zu begrenzen. Es ist vorgesehen, dass die Teilnehmerländer die Beschlüsse von Paris auf nationaler Ebene umsetzen, um Klimaschutzpläne aufzustellen und die Grundlage für einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energie zu schaffen.

Deutschland

Die deutsche Regierung setzte ihre Bemühungen um eine ganzheitliche Reform der Energiepolitik im ersten Halbjahr 2016 fort. Das Weißbuch vom Juli 2015 hat den Kapazitätsmärkten eine Absage erteilt und weist angesichts anstehender Reformen des Stromdesigns hin zu einem Wettbewerbsumfeld auf die Notwendigkeit einer Kapazitätsreserve hin (2 GW). Am 18. Oktober 2016 traten das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG 2017, bis dahin unter der Bezeichnung EEG 2016 bekannt) und das Gesetz zur Entwicklung und Förderung der Windenergie auf See ("Windenergie-auf-See-Gesetz", für Offshore-Wind) in Kraft. Darauf folgte das "KWK-EEG-Änderungsgesetz" vom 16. Dezember 2016, in dem einige kleinere Punkte geändert bzw. klarer herausgearbeitet wurden, beispielsweise die Verlängerung der Lebensdauer für Offshore-Kraftwerke von 20 auf 25 Jahre.

Mit Blick auf das Onshore-Segment gilt, dass alle Windenergieprojekte, für die 2016 oder davor eine Baugenehmigung erteilt wurde, 2017 und 2018 unter dem bisherigen festen Tarifsystem (Übergangszeitraum) gebaut werden dürfen. Deutschland wird im Mai 2017 mit der Auktion von 2.800 MW/Jahr für 2017 und 2018 sowie von 2.900 MW/Jahr für 2019 beginnen, von denen jedoch nur 90 MW/Jahr in Gebiete mit Netzbeschränkungen vergeben werden. Außerdem rechnen wir mit Änderungen bei den grenzüberschreitenden Auktionen oder technisch neutralen Auktionen mit bestimmten Volumen sowie für Sektorkopplungen.

Im Offshore-Segment wird das System bis 2020 das alte EEG 2014 beibehalten, die maximale installierte Leistung beträgt dabei 7,7 GW. Zwischen 2021 und 2030 wird das EEG 2017 zusammen mit dem "Windenergie-auf-See-Gesetz" in Kraft treten, die kumulierte Gesamtleistung wird dann 15 GW betragen. Im Zeitraum von 2021 bis 2025 werden 3,1 GW auktioniert (1,55 GW am 1. April 2017 und 1,55 GW am 1. April 2018), wobei die Zahl der an diesem Prozess beteiligten Projekte begrenzt und genau definiert ist. Zwischen 2026 und 2030 wird die Regierung im Rahmen eines "zentralen" Systems, bei dem sie selbst über das zu auktionierende Projekt entscheidet, eine Auktion über 840 MW/Jahr durchführen. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) den Offshore-Netzentwicklungsplan (O-NEP 2025) bis 2030 bestätigt.

Zur Förderung der technischen Innovation sind On- und Offshore-Prototypen (bis zu jeweils zwei Anlagen) vom Ausschreibungssystem befreit. Die Windenergiebranche ist (mit ca. 150.000 Beschäftigten) ein sehr wichtiger Arbeitgeber und hat einen wesentlichen Einfluss auf die Schaffung von Wohlstand in Deutschland.

Andere Kernabsatzmärkte

Die britische Premierministerin Theresa May hat zu erkennen gegeben, dass die Regierung im Bereich saubere Energie an der weiteren Zusammenarbeit mit EU-Mitgliedsstaaten interessiert ist.

Frankreich wird Ende 2017 auf ein Auktionssystem umstellen.

In Kanada drängt Premierminister Trudeau auf die Einführung einer gesamtkanadischen Politik für erneuerbare Energien und die Schaffung eines Kohlenstoffmarktes auf Bundesebene. Darüber hinaus gaben 2016 die Staatschefs der USA, Kanadas und Mexikos ihre Absicht bekannt, ihren Strom bis 2025 zu 50 % aus sauberen Energieträgern zu beziehen.

Neue Märkte

Indien hat eine nationale Offshore-Windenergiepolitik angekündigt, die ersten realen Marktaktivitäten dürften um 2020 stattfinden. Die Einführung des neuen Steuersystems (GST, Goods and Services Tax) zum 1. April 2017 wird alle Geldtransaktionen betreffen.

Norwegen dürfte bis 2021 aus dem gemeinsamen Unterstützungsmechanismus mit Schweden aussteigen.

In Chile wurde eine neue Energieauktion bekanntgegeben, die Gebote dafür sind im Oktober 2017 einzureichen. Im Rahmen dieser Maßnahme werden Strombezugsverträge für 4.200 GWh/Jahr mit einer Laufzeit von 20 Jahren vergeben. Die Ausschreibung steht allen Technologien offen.

b. Geschäftsverlauf

Wir weisen darauf hin, dass der Konzern vor der Übernahme der Senvion GmbH und ihrer Tochtergesellschaften ("Senvion GmbH Konzern") am 29. April 2015 keinen Geschäftsbetrieb unterhielt. Die Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2016 sind somit nur in beschränktem Maße vergleichbar mit denen des Vorjahres.

Der Konzern generierte im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatzerlös von 2.210,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1.560,6 Mio. EUR).

Die Materialkosten/Aufwendungen für bezogene Dienstleistungen des Konzerns belaufen sich auf 1.674,3 Mio. EUR (Vorjahr: 1.216,6 Mio. EUR). Darin enthalten sind 1,5 Mio. EUR (Vorjahr: 94,9 Mio. EUR) aus der Realisierung der Aufstockung auf den beizulegenden Zeitwert von erworbenen Vorräten/unfertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen im Rahmen der akquisitionsbedingten Kaufpreisallokation, sowie 54,7 Mio. EUR (Vorjahr: 13,5 Mio. EUR), die technische Probleme mit den Rotorblättern der Offshore-Baureihe 6XM betreffen. Unter Ausschluss dieses nicht zahlungswirksamen Betrags belaufen sich die Materialkosten/Aufwendungen für bezogene Dienstleistungen des Konzerns auf 1.618,1 Mio. EUR (Vorjahr: 1.108,2 Mio. EUR) und die Materialeinsatzquote (Materialaufwand/Aufwendungen für bezogene Leistungen in Bezug zur Gesamtleistung) liegt bei 72,3 % (Vorjahr: 71,5 %).

Onshore

Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Onshore-Anlagen wurden überwiegend in Deutschland (420,4 Mio. EUR), Großbritannien (397,1 Mio. EUR) und Kanada (276,4 Mio. EUR) generiert. Zum 31. Dezember 2016 war der Deckungsbeitrag von Onshore-Anlagen mit 20,1 % nahezu unverändert gegenüber dem am 31. Dezember 2015 endenden Berichtszeitraum.

Offshore

Die Offshore-Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2016 stammen im Wesentlichen aus den Projekten Nordergründe und Nordsee-One. Der Deckungsbeitrag von Offshore-Anlagen ging von 20,5 % (Stand 31. Dezember 2015) auf 16,3 % zurück, was vor allem auf eine Veränderung beim Projektmix zurückzuführen war.

Service

Die Umsatzerlöse im Servicebereich wurde in erster Linie in Deutschland (84,5 Mio. EUR), Frankreich (33,2 Mio. EUR), Großbritannien (24,7 Mio. EUR) sowie über Offshore-Projekte (58,4 Mio. EUR) generiert. Das MW-Volumen im Rahmen von O&M-Verträgen stieg von 10.221 MW zum 31. Dezember 2015 auf 12.051 MW zum 31. Dezember 2016, also um 17,9 %. Der Deckungsbeitrag hat sich geringfügig erhöht (46,7 %; Vorjahr: 44,4 %).

Auftragslage und installierte Leistung

Onshore

Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2016 erhielt Senvion im Onshore-Segment Aufträge im Wert von rund 1.304 Mio. EUR über eine Gesamtleistung von 1.339 MW. In diesen Daten zum Auftragsbestand und Auftragseingang sind lediglich in Kraft getretene Verträge berücksichtigt, Verträge mit aufschiebenden Bedingungen ("CP-Verträge") sind darin nicht enthalten. Die Länder, mit dem höchsten anteiligen Auftragseingang waren Deutschland (37 %), Frankreich (19 %) und Großbritannien (15 %).

Für Informationen über die Onshore-Umsatzerlöse nach geografischen Märkten wird auf Kapitel 4.1 "Umsatzerlöse" des Konzernabschlusses zum Stichtag 31. Dezember 2016 verwiesen.

Der Auftragsbestand des Senvion Konzerns im Onshore-Segment belief sich einschließlich der in Arbeit befindlichen Aufträge zum Bilanzstichtag auf 1.605 MW. Den größten Anteil daran hatten Großbritannien (35 %), Deutschland (25 %) und Frankreich (21 %).

Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2016 stellte Senvion Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.650 MW auf. Mit einer installierten Leistung von 915 MW war die Senvion MM-Reihe erneut die Anlage mit dem größten Installationsvolumen, eng gefolgt von der Senvion 3.XM-Reihe mit einer installierten Leistung von 735 MW.

Für eine Analyse der Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Windenergieanlagen nach Turbinentyp wird auf Kapitel 4.1 "Umsatzerlöse" des Konzernabschlusses zum Stichtag 31. Dezember 2016 verwiesen.

Offshore

Der Auftragsbestand im Offshore-Sektor beläuft sich auf 443 MW und hat damit einen Anteil von 22 % am gesamten Auftragsbestand.

Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2016 stellte Senvion Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 112 MW auf. Dies bezieht sich auf die Installation unserer Anlage 6.2M126 im Windpark Nordergründe.

Service

Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2016 wurden im Servicesegment Auftragseingänge über insgesamt 531 Mio. EUR verbucht. Diese Zahl ergibt sich aus neuen Verträgen (309 Mio. EUR), Vertragsverlängerungen (206 Mio. EUR) sowie Aufträgen über Ersatzteile und Serviceleistungen (15 Mio. EUR). Der Auftragseingang gliedert sich in den Onshore-Bereich (97 %) und den Offshore-Bereich (3 %). Den größten Anteil am Auftragseingang im Onshore-Sektor haben Mitteleuropa (28 %), Nord- und Südamerika (23 %) sowie die nördlichen EU-Länder (22 %).

Zum Ende des Berichtszeitraums am 31. Dezember 2016 hatte der Auftragsbestand im Servicebereich einen Umfang von 2.265 Mio. EUR. 69 % davon entfallen auf den Onshore-Bereich, 31 % auf das Offshore-Bereich. Im Onshore-Bereich haben Deutschland (37 %), Großbritannien (14 %) und Frankreich (11 %) den größten Anteil am Auftragsbestand.

Bedeutende Auftragseingänge

Onshore

Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass im Geschäftsjahr 2016 nach dem Wiedereinstieg in den Markt auch erste Aufträge aus Japan (6 MW) sowie Aufträge aus Skandinavien (112 MW) eingingen.

Darüber hinaus steigerte Senvion seinen Auftragseingang in Frankreich um 27 % auf 279 Mio. EUR. Dazu gehörte unter anderem auch ein Auftrag über insgesamt 56 MW für den Windpark Antilope mit 24 Windenergieanlagen aus dem 2- und 3-Megawatt-Portfolio.

In Italien sicherte sich Senvion den Zuschlag für die Lieferung und Installation von 30 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 60 MW. Dies ist bislang das größte Projekt im Rahmen des dritten italienischen Auktionssystems für Einspeisetarife.

Außerdem erhielt Senvion seinen ersten Auftrag für das neue WEA-Modell 3.6M140 für ein Projekt in der Türkei (7 MW).

Senvion unterzeichnete ferner wichtige Verträge mit neuen Fokusmärkten wie Chile (300 MW) und Indien (Rahmenvertrag über 500 MW), wobei diese bis Ende 2016 noch unter aufschiebenden Bedingungen standen.

Offshore

Senvion schloss einen Vertrag für den Trianel Windpark Borkum II (203 MW) ab.

Service

In den USA wurden mit der Verlängerung der Verträge für die Windparks Twin Ridges, Howard und Linden bedeutende Erfolge erzielt. Der Gesamtwert liegt bei 79 Mio. EUR. In Australien wurde zudem der Service-/Wartungsvertrag für den Windpark Portland verlängert (5 Jahre). Im Offshore-Bereich wurde der Servicevertrag für den Windpark Ormonde bis 2020 verlängert.

Bei Neuverträgen sind als wichtige Erfolge die Unterzeichnung von Serviceverträgen für den norwegischen Windpark Egersund (5 Jahre) und den Windpark Tursi in Italien (15 Jahre) sowie Vereinbarungen über den Verkauf von Windenergieanlagen zu erwähnen.

c. Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Senvion erstrecken sich über alle Anlagen- und Rotorblatttypen, die das Unternehmen herstellt. Im Geschäftsjahr 2016 beliefen sich die Konzernaufwendungen für Forschung und Entwicklung auf 68,3 Mio. EUR (Onshore 59,8 Mio. EUR, Offshore 8,5 Mio. EUR). Vom Gesamtaufwand für Forschung und Entwicklung wurden 45,1 Mio. EUR (42,2 Mio. EUR Onshore und 2,9 Mio. EUR Offshore) im selben Berichtszeitraum aktiviert, 21,4 Mio. EUR (17,8 Mio. EUR Onshore, 3,6 Mio. EUR Offshore) betrafen Leistungen Dritter, z. B. für Arbeitnehmerüberlassung, Beratung oder Zertifizierungskosten. Insgesamt ergibt sich daraus eine Aktivierungsrate von 66,0 % der aufgewandten Forschungs- und Entwicklungskosten.

Onshore

Zu den wichtigsten Projekten 2016 gehörten die Entwicklung einer neuen Plattform innerhalb der 3-MW-Klasse, Leistungsverbesserung bei Anlagenvarianten der bestehenden 3.XM-Plattform sowie Anpassungen der 2-MW-Plattform. Darüber hinaus setzte das Unternehmen die Integration des Kenersys-Geschäfts mit dem Ziel einer Markteinführung 2017 in Indien fort.

Mit der 3.4M114 NES 93 m erhielt die erste Variante der NES-Anlage die Typenzertifizierung. Für diese Variante wurde zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit eine weitere Turmhöhe (119 Meter) entwickelt. Über ein Leistungsverbesserung auf 3,6 MW (3.6MW114 93 m/119 m) inklusive eines Upgrades der Windklasse, durch das die Produkte auch für den IEC I-Markt nunmehr geeignet sind, konnten die Vorteile der im Rahmen der EBC-Plattform konzipierten neuen Steuerungstechnologien nutzbringend eingesetzt werden. Die Prototypinstallation und die Zertifizierung sind für Mitte 2017 vorgesehen.

Um die kurzfristige Wettbewerbsfähigkeit am Markt für mittlere Windgeschwindigkeiten (IEC II) und Schwachwindstandorte (IEC III) zu steigern, wurde die 3.2M122 NES inklusive eines Upgrades der Windklasse auf eine 3.4M122 NES aufgerüstet. Die Prototypinstallation begann 2016, die Inbetriebnahme wird Anfang 2017 abgeschlossen sein.

Der Prototyp des hohen Stahlturms für eine Nabenhöhe von 139 Metern wurde finalisiert, derzeit laufen die Validierungsmaßnahmen. Damit ist es Senvion möglich, größere Nabenhöhen (>150 Meter) mit zwei konkurrierenden Technologien zu entwickeln und die damit verbundenen Vorteile zu nutzen. Um die Marktnachfrage nach größeren Nabenhöhen zu befriedigen, wurde die Entwicklung eines 160 Meter hohen Turms eingeleitet, die Prototypinstallation ist für Ende 2017 geplant.

Die erste 3.XM-Anlage wurde Ende 2016 mit der erfolgreichen Installation und Inbetriebnahme der 3.2M114 60 Hz Cold Climate Version (Kaltklimaversion) inklusive eines optimierten Enteisungsystems für eine höhere Stromproduktion im Winter am kanadischen 60-Hz-Markt eingeführt. Mit dieser Anlagenvariante steht Senvion nun eine breite Produktpalette für 60-Hz-Märkte zur Verfügung.

Im Interesse der künftigen Wettbewerbsfähigkeit wurde die Weiterentwicklung der 3.4M140 EBC mit Nabenhöhen von 110 und 130 Metern verstärkt. Die Montage von Gondel und Rotornabe wurde termingerecht Ende 2016 fertiggestellt, Anfang 2017 soll ein Prototyp errichtet und in Betrieb genommen werden. Parallel zur 50-Hz-Version wurde auf der diesjährigen AWEA die Einführung der 3.4M140 EBZ 60 Hz bekanntgegeben.

Um auch in Chile und Norwegen Fuß fassen zu können, wurde die Familie der 3.XM-Anlagen an die spezifischen Anforderungen dieser Märkte angepasst.

Nach der Übernahme von Kenersys forcierte Senvion seinen Markteintritt in Indien und nahm Windenergieanlagen mit Rotordurchmessern von 110 und 120 Metern in sein Portfolio auf. Darüber hinaus wurde auch die Entwicklung neuer Turmhöhen eingeleitet. 2017 werden Anlagen mit mehreren Türmen mit der erforderlichen Spezifikation für die Installation verfügbar sein.

Zudem bereitete das Unternehmen für die 2-MW-Plattform seinen Markteintritt in Japan vor, 2017 soll eine Anlage installationsbereit sein. Die MM100 wurde für den IEC IIb-Markt aufgerüstet.

Um die Wettbewerbsfähigkeit der Onshore-Anlagen zu steigern, wurde für das komplette Portfolio ein Kostenoptimierungsprogramm implementiert.

Offshore

Es wurden spezifische Entwicklungen für die Projekte Nordergründe und Nordsee-One abgeschlossen, die diesbezüglichen Produktions- und Installationsmaßnahmen laufen. Das Unternehmen hat die 6.2M152 weiterentwickelt und das Typenzertifikat dafür erhalten. Dieses Projekt wird Anfang 2017 abgeschlossen sein. Überdies wurde ein Leistungs-Upgrade für die 6.3MW152 eingeleitet, um die Jahresenergieerzeugung dieses Anlagentyps bei bestimmten Projekten zu optimieren.

d. Finanzielle Leistung

Wir weisen darauf hin, dass das Unternehmen vor der Akquisition der Senvion GmbH am 29. April 2015 keinen Geschäftsbetrieb unterhielt. Die Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2016 sind daher nur in beschränktem Maße vergleichbar mit denen des Vorjahres.

Sonstige Ertrags- und Aufwandsposten

Die sonstigen betrieblichen Erträge im Geschäftsjahr 2016 beliefen sich auf 45,9 Mio. EUR (Vorjahr: 40,1 Mio. EUR). Darin enthalten sind in erster Linie Erträge aus Versicherungs- oder Schadenersatzleistungen (21,4 Mio. EUR; Vorjahr: 2,6 Mio. EUR) sowie Währungsgewinne (12,9 Mio. EUR; Vorjahr: 20,9 Mio. EUR).

Der Personalaufwand belief sich auf 255,4 Mio. EUR (Vorjahr: 154,7 Mio. EUR). In Bezug zur Gesamtleistung ergibt sich eine Personalaufwandsquote von 11,4 % (Vorjahr: 10,0 %).

Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 166,8 Mio. EUR (Vorjahr: 106,6 Mio. EUR). Davon sind 103,0 Mio. EUR (Vorjahr: 69,3 Mio. EUR) den aufgedeckten stillen Reserven bei den immateriellen Vermögenswerten zuzuordnen (Kaufpreisallokation).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Gesamtumfang von 204,0 Mio. EUR (Vorjahr: 166,8 Mio. EUR) beinhalten Rechts- und Beratungskosten in unveränderter Höhe von 50,9 Mio. EUR, sowie sonstige IPO-bezogene Transaktionskosten von 1,4 Mio. EUR (Vorjahr: akquisitionsbezogene Kosten von 21,8 Mio. EUR und sonstige Transaktionskosten von 5,7 Mio. EUR infolge eines Gesellschafterwechsels bei Senvion). Ferner sind unter diesem Posten bezogene Leistungen (38,0 Mio. EUR; Vorjahr: 28,6 Mio. EUR), Büro- und Grundstückskosten (17,0 Mio. EUR; Vorjahr: 10,5 Mio. EUR); Reisekosten (13,9 Mio. EUR; Vorjahr: 7,9 Mio. EUR) sowie Währungsverluste (13,5 Mio. EUR; Vorjahr: 15,5 Mio. EUR) offengelegt.

Die ausgewählten Kennzahlen EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) sowie EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) sind unabhängig von länderspezifischen Besteuerungen oder verschiedenen Finanzierungsformen und bieten somit eine optimale und objektive Entscheidungsgrundlage für das Management.

Zusätzlich werden die Kennzahlen EBIT und EBITDA um die aufgedeckten stillen Reserven bei den Vorräten/unfertigen Leistungen und die Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte im Zusammenhang mit der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert aufgrund der Akquisition von Senvion (Kaufpreisallokation), die originären Aufwendungen des IPO der Senvion S.A. (sonstige betriebliche Aufwendungen) als auch um andere Transaktionskosten in Verbindung mit dem Gesellschafterwechsel bereinigt. Des Weiteren werden die ausgewiesenen Zahlen um Einzelgewährleistungsrückstellungen im Zusammenhang mit den technischen Problemen mit den 6XM-Anlagen ergänzt (siehe Kapitel 4, "Chancen- und Risikobericht" in diesem Lagebericht).

In der nachstehenden Tabelle sind die Anpassungen aufgeführt, die zur Ermittlung des bereinigten EBIT und des bereinigten EBITDA an den Abschlusszahlen vorgenommen wurden:

01.01.2016 - 31.12.2016
Mio. EUR
01.04.2015 - 31.12.2015
Mio. EUR
Betriebsergebnis -17,5 -61,6
Aufwendungen für Reorganisation 0,0 8,0
Betriebsergebnis vor Aufwendungen für Reorganisation -17,5 -53,6
Auswirkungen der Kaufpreisallokation 104,5 157,5
Auflösungen aus den pauschalierten Gewährleistungsrückstellungen 0,0 -3,7
Zuführung zu Einzelrückstellungen Gewährleistung im Zusammenhang mit Offshore-Rotorblättern der 6XM-WEA-Serie 54,7 13,5
Kosten in Bezug zur Akquisition 0,0 21,8
IPO/Andere Transaktionskosten 1,6 5,7
Bereinigtes EBIT 143,3 141,2
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 63,7 37,3
Bereinigtes EBITDA 207,0 178,5

Das Finanzergebnis von -62,9 Mio. EUR (Vorjahr: -56,6 Mio. EUR) ist in erster Linie durch die Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der ausgegebenen High Yield Bond und den Avalprovisionen für die Übernahme des Senvion Konzerns zum 29. April 2015 bedingt. Für weitere Einzelheiten hierzu wird auf Kapitel 4.6 "Finanzergebnis" im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016 verwiesen.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beliefen sich auf 23,8 Mio. EUR (Vorjahr: 19,7 Mio. EUR). Daraus ergaben sich für den Berichtszeitraum eine Konzernsteuerquote von 29,7 % (Vorjahr: 16,6 %) sowie ein Jahresfehlbetrag von 56,5 Mio. EUR (Vorjahr: -98,6 Mio. EUR).

Hauptursache für den negativen niedrigen Konzernsteuersatz waren Zinsaufwendungen von insgesamt 19,7 Mio. EUR (Vorjahr: 44,1 Mio. EUR), die im zum 31. Dezember 2016 endenden Berichtszeitraum nicht abzugsfähig waren. Auf diesen Betrag wurden keine latenten Steuern gebildet, da der Konzern nicht von einer Nutzung des Zinsvortrags in den nächsten Jahren ausgeht.

Das Jahresergebnis des Konzerns für diesen Zeitraum ist ein Verlust von 56,5 Mio. EUR (Vorjahr: -98,6 Mio. EUR) und war beeinflusst von den Auswirkungen der Kaufpreisallokation der Senvion Gruppe, die im Geschäftsjahr 2016 in erster Linie zu Amortisation und Umsatzkosten von insgesamt ca. 104,5 Mio. führte (Vorjahr: 157,5 Mio. EUR). Umgekehrt hatte die Aufnahme von Einzelgewährleistungsrückstellungen für die WEA-Baureihe 6XM erhebliche Auswirkungen auf das Jahresergebnis für den Berichtszeitraum.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die kurzfristigen Vermögenswerte bestehen vor allem aus liquiden Mitteln (436,5 Mio. EUR; Vorjahr: 419,1 Mio. EUR), Forderungen aus Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo (88,6 Mio. EUR; Vorjahr: 49,4 Mio. EUR), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (168,0 Mio. EUR; Vorjahr: 230,8 Mio. EUR), Vorräte (430,1 Mio. EUR; Vorjahr: 416,6 Mio. EUR) sowie sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten (127,0 Mio. EUR; Vorjahr: 109,7 Mio. EUR).

Die Forderungen aus Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo weisen die unfertigen Aufträge aus, die anhand der percentage-of-completion Methode nach IAS 11 bewertet werden. Erhaltene Anzahlungen auf diese bilanzierten Aufträge werden unmittelbar von Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo abgesetzt.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich im Wesentlichen aus den Forderungen gegen Kunden für die Lieferungen von Windturbinen und aus Service- sowie Wartungsverträgen zusammen. Die Veränderung von 230,8 Mio. EUR zum 31. Dezember 2015 auf 168,0 Mio. EUR zum 31. Dezember 2016 ergibt sich hauptsächlich durch die Einnahmen aus einem Großprojekt (78,2 Mio. EUR).

Die Vorräte von 430,1 Mio. EUR (Vorjahr: 416,6 Mio. EUR) beinhalten 302,6 Mio. EUR an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (Vorjahr: 270,7 Mio. EUR) sowie unfertige Erzeugnisse im Wert von 127,5 Mio. EUR (Vorjahr: 145,9 Mio. EUR).

Für Informationen zu sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten wird auf das Kapitel 5.1.5 "Sonstige kurzfristige Vermögenswerte" im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016 verwiesen.

Die langfristigen Vermögenswerte von 851,2 Mio. EUR (Vorjahr: 902,1 Mio. EUR) setzen sich hauptsächlich aus den sonstigen immateriellen Vermögenswerten (604,3 Mio. EUR; Vorjahr: 687,2 Mio. EUR) und dem Sachanlagevermögen (222,1 Mio. EUR; Vorjahr: 193,2 Mio. EUR) zusammen. Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte beinhalten Software und andere Lizenzen, Markennamen, Kundenbeziehungen, Technologien und geleistete Anzahlungen. Die Technologien setzen sich insbesondere aus unseren individuellen Turbinentypen sowie den Service-Lösungen zusammen. Für weitere Informationen zu Einnahmen und Ausgaben im Geschäftsjahr 2016 wird auf Kapitel 3 c "Forschung und Entwicklung" in diesem Lagebericht verwiesen. Der Rückgang bei den immateriellen Vermögenswerten ergibt sich in erster Linie aus einer zusätzlichen Abschreibung auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 133,5 Mio. EUR sowie aus zusätzlichen Akquisitions- und Produktionskosten von 50,4 Mio. EUR.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 1.193,7 Mio. EUR (Vorjahr: 1.149,3 Mio. EUR) beinhalten hauptsächlich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (431,0 Mio. EUR; Vorjahr: 381,8 Mio. EUR), erhaltene Anzahlungen (189,2 Mio. EUR; Vorjahr: 291,4 Mio. EUR), Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen mit passivischem Saldo (122,2 Mio. EUR; Vorjahr: 71,8 Mio. EUR), Rückstellungen (289,1 Mio. EUR; Vorjahr: 217,1 Mio. EUR), Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern (37,4 Mio. EUR; Vorjahr: 62,4 Mio. EUR) und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (82,2 Mio. EUR; Vorjahr: 73,5 Mio. EUR).

Die Anzahlungen von Kunden für Aufträge, bei denen die Produktion noch nicht angelaufen ist, werden als erhaltene Anzahlungen ausgewiesen.

Die Einzelrückstellungen für Gewährleistung zum 31. Dezember 2016 belaufen sich auf 230,9 Mio. EUR (Vorjahr: 167,2 Mio. EUR). Der Anstieg der Einzelrückstellungen für Gewährleistung ergibt sich vor allem aus den erwarteten Mehrkosten aufgrund technischer Probleme bei Offshore-Rotorblättern (WEA-Baureihe 6.XM). Diese Mehrkosten beinhalten Nachrüstungsmaßnahmen in Reaktion auf die Ergebnisse der Grundursachenanalyse sowie die damit verbundene Nacharbeit der Rotorblattkonstruktion und zusätzliche Beschaffungsmaßnahmen, da das Unternehmen sich anstelle einer Reparatur zum Austausch der Rotorblätter entschieden hatte. Der Großteil der Reparatur- und Austauschmaßnahmen wird 2017 durchgeführt. Die Zahlungsmittelabflüsse betreffen hauptsächlich Logistikkosten für On- und Offshore-Arbeiten im Zuge des Austauschs, Mehrkosten für Austausch-Rotorblätter, Reparatur- und Inspektionskosten bis zum Abschluss der Austauschkampagne sowie Schadenersatzleistungen im Zusammenhang mit durch Inspektionen und Austauscharbeiten bedingten Stillstandszeiten. Die zur Feststellung des erwarteten Zahlungsmittelabflusses herangezogenen Annahmen sind unter anderem Prüfintervalle sowie die Dauer von Inspektionen, Arbeits- und Reparaturzeit pro Anlage, Schlechtwetterzeiten, die Zeitpläne für Produktion und Installation der umgearbeiteten Rotorblätter. Diese sind unsicher und nicht exakt vorherzusagen. Die Entwicklung der pauschalen Gewährleistungsrückstellungen verdeutlicht den Rückgang der verkauften Anlagen sowie die Steigerung der Qualität im Laufe der Jahre. Für weitere Einzelheiten zu diesen Entwicklungen wird auf Kapitel 5.3.2 "Rückstellungen" im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016 verwiesen.

Die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern beziehen sich vorwiegend auf kurzfristige Steuern für die zurückliegenden Geschäftsjahre.

Die langfristigen Verbindlichkeiten von 573,0 Mio. EUR (Vorjahr: 952,6 Mio. EUR) setzen sich insbesondere aus sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten inklusive des High Yield Bond (392,9 Mio. EUR; Vorjahr: 391,4 Mio. EUR) sowie und passiven latenten Steuern (173,1 Mio. EUR; Vorjahr: 186,1 Mio. EUR) zusammen.

Das erwirtschaftete Konzerneigenkapital von -158,7 Mio. EUR (Vorjahr: -102,2 Mio. EUR) repräsentiert das Jahresergebnis, welches dem Mutterunternehmen zurechenbar ist.

Der Konzernabschluss zeigt ein Eigenkapital von insgesamt 343,3 Mio. EUR (Vorjahr: 25,8 Mio. EUR). Dieses ist in erster Linie der Erhöhung der Kapitalrücklage von 383,6 Mio. EUR durch Umwandlung von langfristigen Darlehen an nahestehende Personen und Unternehmen in Eigenkapital sowie dem Jahresergebnis für den Berichtszeitraum von -56,5 Mio. EUR zuzuschreiben. Für weitere Einzelheiten hierzu wird auf Kapitel 5.7 "Eigenkapital" im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016 verwiesen.

Das Net Working Capital wird wie folgt berechnet: Kurzfristige Vermögenswerte (bereinigt um liquide Mittel) abzüglich der kurzfristigen Verbindlichkeiten (bereinigt um Rückstellungen sowie den kurzfristigen Anteil langfristiger Darlehen). Um die Net Working Capital Quote berechnen zu können, wird diese Kennzahl dem operativen Ergebnis für die letzten 12 Monate (Vorjahr: die letzten 9 Monate) gegenübergestellt.

31.12.2016
Mio. EUR
31.12.2015
Mio. EUR
Kurzfristige Vermögenswerte 1.258,7 1.225,5
Anpassungen der kurzfristigen Vermögenswerte -436,5 -419,1
Kurzfristige Verbindlichkeiten -1.193,7 -1.149,3
Anpassungen der kurzfristigen Verbindlichkeiten 296,7 223,0
Net Working Capital -74,8 -119,9
Gesamtleistung 2.237,2 1.551,0
Net Working Capital Quote in % -3,3 -7,7

Der Konzern nutzt das Net Working Capital zur Ermittlung der kurzfristigen Liquidität des Unternehmens sowie für den effizienten Einsatz von Vermögenswerten. Dementsprechend strebt der Konzern jederzeit nach einer nachhaltigen Verbesserung des Net Working Capitals. Die Veränderung im Net Working Capital ergibt sich einerseits vor allem aus dem Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 62,8 Mio. EUR sowie dem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 49,0 Mio. EUR und der Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen mit passivischem Saldo um 50,4 Mio. EUR. Andererseits sind die erhaltenen Anzahlungen um 102,2 Mio. EUR zurückgegangen.

Finanzlage

Der Konzern weist zum Stichtag 31. Dezember 2016 mit einem Eigenkapital von 343,3 Mio. EUR (Vorjahr: 25,8 Mio. EUR) eine verbesserte Finanzlage auf. Mit 428,9 Mio. EUR (Vorjahr: 413,1 Mio. EUR) ist der Bestand an liquiden Mitteln nach wie vor auf einem hohen Niveau. Im Geschäftsjahr 2016 konnte der Konzern stets sämtlichen Zahlungsverpflichtungen nachkommen.

Das Finanzmanagement von Senvion ist auf einen effizienten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen ausgerichtet. Ziele der Finanzierungspolitik sind die Sicherung der Liquidität, die Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken sowie die Optimierung unserer Kapitalkosten durch eine adäquate Kapitalstruktur. Die Ausgestaltung der finanzwirtschaftlichen Aktivitäten orientiert sich dabei am operativen Geschäft und an der strategischen Ausrichtung des Unternehmens.

Der Finanzierungsbedarf besteht überwiegend im Avalbereich insbesondere zur Absicherung von Anzahlungen und vertraglichen Verpflichtungen. Zum Stichtag standen insgesamt Kreditlinien über 967,9 Mio. EUR zur Verfügung (Vorjahr: 1.008,5 Mio. EUR). Davon entfielen 135,5 Mio. EUR (Vorjahr: 141,2 Mio. EUR) auf Barkreditlinien und 832,4 Mio. EUR (Vorjahr: 867,3 Mio. EUR) auf Avallinien. Der letztgenannte Betrag umfasst 7,0 Mio. EUR für Avallinien von diversen Kreditgebern, während die Barkreditfazilität 10,5 Mio. EUR für Baufinanzierungen beinhaltet. Der Großteil der Summe von 967,9 Mio. EUR wurde im Rahmen einer am 31. März 2015 unterzeichneten syndizierten Kreditfazilität (950 Mio. EUR) bereitgestellt und kann in Avallinien von 825,0 Mio. EUR und eine nicht in Anspruch genommene Barkreditfazilität in Höhe von 125,0 Mio. EUR gegliedert werden. Die Eventualverbindlichkeiten sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen beliefen sich zum Stichtag auf 480,6 Mio. EUR (Vorjahr: 595,0 Mio. EUR) bzw. 93,2 Mio. EUR (Vorjahr: 88,3 Mio. EUR).

Die Kreditvereinbarung beinhaltet übliche Kündigungsrechte für die Kreditgeber, die bei entsprechend geregelten Vertragsänderungen greifen. Dazu zählen unter anderem die Nichteinhaltung von bestimmten Financial Covenants oder der Fall eines Change of Control. Die Konditionen sind variabel und orientieren sich am Verschuldungsgrad. Aus Veränderungen des EURIBOR können sich bei einer etwaigen Inanspruchnahme der Barkreditlinien Zinsrisiken ergeben.

Abgesehen von den Baufinanzierungen waren die Kreditlinien zum 31. Dezember 2016 lediglich durch die Ausstellung von Bürgschaften und Garantien in Höhe von rund 509,7 Mio. EUR in Anspruch genommen. Dies galt entsprechend für das Geschäftsjahr 2015 mit einer Inanspruchnahme von rund 511,6 Mio. EUR.

Zur Finanzierung des Erwerbs hat die Senvion Holding GmbH einen High Yield Bond mit einem Nennwert von 400,0 Mio. EUR und einer Laufzeit bis zum 15. November 2020 ausgegeben. Diese Anleihe ist mit einem (nominalen) festen Zinssatz von 6,625 % p. a. verzinst (effektiver Zinssatz 7,14 % p. a.). Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 beträgt der Buchwert 392,9 Mio. EUR (Vorjahr: 391,4 Mio. EUR).

Für das Geschäftsjahr 2016 meldet der Konzern einen Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit von 131,5 Mio. EUR (Vorjahr: 318,8 Mio. EUR). Der Rückgang des Cashflow im Berichtszeitraum war vor allem auf die Veränderung beim Working Capital von -35,6 Mio. EUR zurückzuführen, deren Hauptursachen der leichte Anstieg der Vorräte und die Zunahme der Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo sowie der Rückgang der erhaltenen Anzahlungen waren. Dieser Anstieg im aktuellen Berichtszeitraum wurde zum Teil durch einen Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und eine Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo sowie der Rückstellungen ausgeglichen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beläuft sich auf -110,5 Mio. EUR (Vorjahr: -779,7 Mio. EUR). Der Zahlungsmittelabfluss umfasst vor allem Barzahlungen für immaterielle Vermögenswerte, in erster Linie aktivierte Entwicklungskosten sowie Zahlungen für Büroausstattung, Anlagen und Maschinen im Rahmen von Baumaßnahmen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von -5,2 Mio. EUR (Vorjahr: 874,0 Mio. EUR) spiegelt den Erwerb eigener Aktien und die Rückzahlung langfristiger Darlehen wider.

e. Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Nahestehende Personen und Unternehmen im Sinne des IAS 24 stellen für den Konzern Gesellschafter dar, die (gemeinsam) einen beherrschenden oder maßgeblichen Einfluss haben, ferner Joint Ventures und assoziierte Unternehmen.

Des Weiteren stellen auch die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats nahestehende Personen im Sinne des IAS 24 dar, ebenso Personen, die im Management eines Mutterunternehmens des Konzerns eine Schlüsselposition bekleiden. Außerdem sind aus Sicht von Senvion auch die Geschäftsführer der Senvion GmbH Personen mit Schlüsselpositionen im Management. Nahe Familienangehörige dieser nahestehenden Personen gelten ebenfalls als nahestehende Personen.

Neben den Vorstandsmitgliedern wurden im aktuellen Geschäftsjahr folgende nahestehende Personen und Unternehmen identifiziert:

· Senvion S.A., Luxemburg (direkte Gesellschafterin)

· CCP II Acquisition S.à r.l., Luxemburg

· CCP III Acquisition S.à r.l., Luxemburg

· Rapid Partners L.P., Cayman Islands

· Rapid Management L.P., Cayman Islands (bis zum 21. März 2016)

· Arpwood Partners Investment Advisors LLP, Mumbai (bis März 2016)

· Centerbridge Partners Europe LLP, London (bis März 2016)

Bis zur Abbestellung des Beirats der Senvion S.A. wurden Arpwood Partners Investment Advisors LLP, Mumbai und Centerbridge Partners Europe LLP als nahestehende Personen klassifiziert, da beide dem Aufsichtsrat von Senvion S.A. angehörten und auch Schlüsselpositionen im Management dieses Unternehmens besetzten. Beide Unternehmen sind seitdem konzernfremde Unternehmen.

Am 21. März 2016 hat Rapid Management L.P., Gesellschafter der Senvion S.A., sämtliche an der Senvion TopCo GmbH gehaltenen Aktien in Höhe von 4 % der Senvion S.A. übertragen und im Gegenzug mit einer Ausgabe neuer Aktien an der Senvion S.A. erhalten. Daher wurde Rapid Management L.P. bis zum 21. März 2016 als nahe stehende Personen betrachtet und ist seitdem ein konzernfremdes Unternehmen.

Neben den Geschäftsbeziehungen zu den im Konzernabschluss im Wege der Vollkonsolidierung ausgenommenen Tochterunternehmen bestanden die folgenden Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen.

Die Rechtsgeschäfte wurden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Im Rahmen der Transaktionen wurden keine materiellen Sicherheiten gegeben oder erhalten. Der Konzern hat im betreffenden Berichtszeitraum keinen Aufwand für Wertberichtigungen oder Rückstellungen auf ausstehende Salden verbucht.

Rechtsgeschäfte zwischen SenvionTopCo und Aufwand aus Dienstleistungen/ Zinsaufwand 01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
Ertrag aus Dienstleistungen/ Zinsertrag 01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
Forderungen 31.12.2016
Tsd. EUR
Verbindlichkeiten 31.12.2016
Tsd. EUR
Senvion S.A., Luxemburg 6.816 0 4 0
Rechtsgeschäfte zwischen Senvion TopCo und Aufwand aus Dienstleistungen/ Zinsaufwand 01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Ertrag aus Dienstleistungen/ Zinsertrag 01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Fordernugen 31.12.2015
Tsd. EUR
Verbindlichkeiten 31.12.2015
Tsd. EUR
Senvion S.A., Luxemburg 19.114 0 0 383.649
Rechtsgeschäfte zwischen Tochterunternehmen von Senvion TopCo und Aufwand aus Dienstleistungen/ Zinsaufwand 01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
Ertrag aus Dienstleistungen/ Zinsertrag 01.01.2016 - 31.12.2016
Tsd. EUR
Forderungen 31.12.2016
Tsd. EUR
Verbindlichkeiten 31.12.2016
Tsd. EUR
Senvion S.A., Luxemburg 174 63 14.439 174
Arpwood Partners Investment Advisors LLP, Mumbai 0 0 0 0
Centerbridge Partners Europe LLP, London 597 1 0 0 0
Rapid Management L.P., Cayman Islands 0 1 2 64 0

1 Aufwand aus Dienstleistungen/Zinsaufwand zwischen Tochterunternehmen der Senvion TopCo und von Centerbridge Partners Europe LLP, London, zwischen Januar und März 2016

2 Ertrag aus Dienstleistungen/Zinsertrag zwischen Tochterunternehmen der Senvion TopCo und von Rapid Management L.P., Cayman Islands, London, zwischen Januar und März 2016

Rechtsgeschäfte zwischen Tochterunternehmen von Senvion TopCo und Aufwand aus Dienstleistungen/ Zinsaufwand 01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Ertrag aus Dienstleistungen/ Zinsertrag 01.04.2015 - 31.12.2015
Tsd. EUR
Forderungen 31.12.2015
Tsd. EUR
Verbindlichkeiten 31.12.2015
Tsd. EUR
Senvion S.A., Luxemburg 0 8 674 0
Arpwood Capital Private Limited, Mumbai 2.500 0 0 0
Centerbridge Partners Europe LLP, London 1.897 0 0 858
Rapid Management L.P., Cayman Islands 0 0 60 0

f. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage

Zusammenfassend schätzt der Konzern den Geschäftsverlauf sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als stabil bis positiv ein. Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 2,21 Mrd. EUR. Die leichte Abweichung gegenüber dem von Senvion ausgegebenen offiziellen Prognose von 2,25 bis 2,30 Mrd. EUR ergibt sich aus einer Verzögerung bei Projektinstallationen infolge externer, außerhalb der Kontrolle von Senvion liegender Faktoren. Es wird davon ausgegangen, dass diese Umsatzerlöse 2017 erfasst werden. Der Konzern beendete das Geschäftsjahr 2016 mit Festauftragseingängen in Höhe von 1,3 Mrd. EUR. Damit wurde die Prognose um rund 300 Mio. EUR verfehlt, was vor allem auf kundenseitige Verzögerungen beim Abschluss der Finanzierung für die Projekte in Chile zurückzuführen war. Die verzögerten Aufträge bilden nach wie vor Bestandteil der Geschäftsprognose für das laufende Jahr und dürften nun 2017 abgeschlossen werden. Der abschließende Auftragsbestand belief sich inklusive 2,23 Mrd. EUR an Serviceaufträgen auf 5,3 Mrd. EUR, die geschäftliche Lage ist somit solide. Der Konzern erreichte eine bereinigte EBITDA-Marge von 9,3 % bzw. 207,0 Mio. EUR, was in etwa der für das Geschäftsjahr prognostizierten Bandbreite entspricht. Außerdem lag der Konzern mit einem Net Working Capital von minus 3,3 % zum Ende des Geschäftsjahres innerhalb seiner Zielspanne von plus 2 % bis minus 4 %. Des Weiteren hatte der Konzern in seinem Ausblick im vorangehenden Geschäftsjahr einen moderaten Anstieg des nicht bereinigten und des bereinigten Ergebnisses aus betrieblicher Tätigkeit (bereinigtes EBIT 2015: 141,2 Mio. EUR; EBIT 2015: -61,6 Mio. EUR), EBITDA (2015: 47,9 Mio. EUR) und des Jahresergebnisses für den Berichtszeitraum prognostiziert (2015: -98,6 Mio. EUR). Diese Prognosen wurden vollumfänglich mit einem zufriedenstellenden und stabilen Ergebnis für das bereinigte EBIT (2016: 143,3 Mio. EUR), EBIT (2016: -17,5 Mio. EUR), EBITDA (2016: 149,3 Mio. EUR) und dem Jahresergebnis für den Berichtszeitraum (2016: -56,5 Mio. EUR) realisiert, was der soliden und positiven Geschäftsentwicklung der Senvion GmbH und dem Umstand zuzuschreiben ist, dass das Unternehmen über die kompletten zwölf Monate des Geschäftsjahres 2016 einen Beitrag zum Konzernergebnis geleistet hatte. Informationen zur erwarteten künftigen Entwicklung sind Kapitel 6 "Prognosebericht" in diesem Lagebericht zu entnehmen. Für Einzelheiten zur Berechnung des bereinigten EBIT, des bereinigten EBITDA und des Net Working Capitals wird auf Kapitel 3 d "Finanzergebnis" verwiesen.

g. Steuerungssystem

Zur Prüfung und Messung von Leistungsfähigkeit und Erfolg des Unternehmens als Ganzes setzt Senvion finanzielle sowie nichtfinanzielle Leistungsindikatoren ein, die sich aus dem projektbasierten Anlagengeschäft und dem Servicegeschäft ergeben. Beide Arten von Leistungsindikatoren dienen zur Darstellung der Geschäftsentwicklung und tragen zur Steuerung des Gesamtunternehmens sowie der Entscheidungsfindung im Rahmen des monatlichen Reportings an das Management bei.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren zur Steuerung des Konzerns sind Auftragseingang, Umsatzerlös, das Jahresergebnis sowie EBIT, bereinigtes EBITDA und Net Working Capital (für Einzelheiten zur Berechnung des bereinigten EBIT, des bereinigten EBITDA und des Net Working Capital wird auf Kapitel 3 d "Finanzergebnis" verwiesen). Des Weiteren ist der Konzern bestrebt, sich stetig zu verbessern und setzt daher einen Fokus auf Kostenoptimierungsprogramme.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Als bedeutsame nichtfinanzielle Leistungsindikatoren nutzt der Konzern die Errichtungsleistung, Anlagenverfügbarkeit und Milestone-Monitoring. Auch im Bereich Human Resources (HR) werden zur kontinuierlichen Verbesserung verschiedene nichtfinanzielle Leistungsindikatoren erhoben und berichtet. Diese werden allerdings nicht für die interne Steuerung des Konzerns herangezogen.

2016 führten die Senvion Deutschland GmbH und PowerBlades zahlreiche Folgemaßnahmen im Zusammenhang mit der Einführung des Entgeltrahmenabkommens (ERA) durch, außerdem wurde die Einführung von ERA bei der Senvion GmbH und der Senvion Holding GmbH vorbereitet. Wie im Senvion Entgeltsystem vorgesehen, startete in diesem Geschäftsjahr zudem die Überführung der einzelnen Entgeltgruppen von der Eingangsstufe in die Hauptstufe.

Zum 31. Dezember 2016 beschäftigte der Konzern weltweit 4.580 Mitarbeiter, im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2016 wurden 4.135 Mitarbeiter beschäftigt.

Durch die Übernahme von EUROS im November 2016 erhöhte sich der Personalstand um weitere 195 Mitarbeiter. EUROS verfügt über Technologien für die Konstruktion und den Bau von Rotorblättern, beschäftigt 24 Mitarbeiter in Deutschland und unterhält ein Produktionswerk mit 171 Mitarbeitern in Polen.

Eine erste Gruppe von Mitarbeitern kam darüber hinaus im Zuge der Übernahme von Kenersys India im Berichtsjahr zu Senvion.

Das Eigenpersonal wurde insbesondere in den Bereichen Produktion, Service und Produktentwicklung aufgestockt. Der Zuwachs betraf hauptsächlich Standorte in Deutschland, Indien und Portugal.

Bei Senvion wird in den Ausbildungsberufen Mechatronik und technischem Produktdesign ausgebildet. Zum 31. Dezember 2016 befanden sich 52 Mitarbeiter in einer dualen Berufsausbildung.

Im zweiten Halbjahr 2016 nahmen 160 Manager am "Executive Training Program" teil. Im Rahmen eines funktionsübergreifenden Austauschs erörterten die Teilnehmer die Themen Änderungsmanagement, Executive Leadership und Prozessmanagement.

Parallel zum Weiterbildungsprogramm für Führungskräfte und Sachverständige wurde ein neues Karrieremodell für den Bereich Projektmanagement eingeführt. Im Rahmen dieser Initiative wurde auch das Kompetenzmodell an die Anforderungen einer prozessorientierten Projektorganisation angepasst.

Die jährliche Erfolgskontrolle "Senvion Dialog" wurde entsprechend dem neuen strategischen Ausblick neu ausgerichtet. Dabei wurden inhaltliche und verfahrenstechnische Änderungen vorgenommen.

4. Chancen- und Risikobericht

a. Risikomanagement

Die Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage des Konzerns wird von einer Vielzahl von Faktoren und Risiken beeinflusst, die nachteilige Auswirkungen für das Unternehmen haben können. Darüber hinaus haben auch die geschäftlichen Aktivitäten des Unternehmens selbst Einfluss auf die Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage.

Der Konzern hat ein System zur Früherkennung von Risiken entsprechend den gesetzlichen Anforderungen eingerichtet, in dessen Rahmen identifizierte Risiken und Maßnahmen protokolliert, dokumentiert, analysiert und nachverfolgt werden. Die ist eine Voraussetzung für einen systematischen und strukturierten Ansatz zur Steuerung und Minimierung von Risiken.

Im Rahmen der quartalsweisen Risikoberichterstattung werden unternehmensweit umfangreiche Risikoinventuren in allen Segmenten durchgeführt, um möglichst alle wesentlichen Risiken zu identifizieren und bezüglich der potenziellen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit im aktuellen Geschäftsjahr sowie in den Folgejahren zu bewerten. Die Bewertung potenzieller Schäden bezieht sich in erster Linie auf das EBIT sowie mögliche Liquiditätseffekte; zusätzlich werden Risiken und die Auswirkungen auf die Auftragseingänge erfasst. Die Bruttobewertung jedes Risikos wird dabei jeweils für drei verschiedene Szenarien durchgeführt, die sich hinsichtlich der Schwere ihrer Auswirkungen auf das Unternehmen unterscheiden - jeweils für den besten, den erwarteten und den ungünstigsten Fall. Diese Vorgehensweise ermöglicht die Erfassung kumulierender Effekte einzelner Risiken mittels statistischer Analysen.

Die Konzernleitung hat verbindliche risikopolitische Grundsätze für ein ordnungsgemäßes Risikomanagement verabschiedet und durch den Bereich Risikomanagement detaillierte Schulungsunterlagen für die Mitarbeiter erstellen lassen, die jährlich hinsichtlich ihrer Aktualität überprüft werden.

Jeder einzelne operative Bereich ist für die Früherkennung und Steuerung von Risiken verantwortlich. Dabei wird jedes Risiko eindeutig einem Risikoeigner zugeordnet, der die Verantwortung für die Beobachtung des Risikos sowie für die Verfolgung der gegebenenfalls definierten Frühindikatoren und die Einleitung von Maßnahmen zur Risikominderung und -dokumentation sowie zur Dokumentation bestehender Chancen trägt. Risiken können durch zweckmäßige Maßnahmen vermieden oder gemindert oder - unter gewissen Voraussetzungen - auch eingegangen werden. Der jeweilige Risikoeigner ist auch für das Nachhalten der Maßnahmen verantwortlich. Eine durchgehende Risikobetrachtung entlang der Wertschöpfungskette ist sichergestellt und wird regelmäßig auf Vollständigkeit überprüft. Alle Risiken werden im Rahmen eines zweistufigen Prozesses ausführlich beschrieben und freigegeben, bevor eine weitere Plausibilitätsprüfung durch den zentralen Bereich Risikomanagement erfolgt.

Die internen risikopolitischen Grundsätze des Konzerns sind im Interesse eines ordnungsgemäßen Risikomanagements verbindlich. Diese von der Konzernleitung freigegebenen Grundsätze schreiben die umgehende Meldung unerwartet eintretender Risiken an die Geschäftsführung (Ad-hoc-Meldung) sowie regelmäßige geschäftsbereichsspezifische Schulungen vor. Das Risikomanagementsystem des Unternehmens wird jährlich bewertet und vom zentralen Bereich Risikomanagement kontinuierlich weiterentwickelt.

Der zentrale Bereich Risikomanagement unterrichtet außerdem in regelmäßigen Abständen die Geschäftsleitung und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats umfassend über die konzernweit identifizierten Risiken, die Entwicklung der Risikosituation des Konzerns sowie die eingeleiteten Gegenmaßnahmen zur Steuerung und Verringerung der identifizierten Risiken.

b. Einzelrisiken und Chancen

Zur besseren Übersichtlichkeit werden die identifizierten Risiken in verschiedene, im Folgenden näher beschriebene Risikokategorien eingeteilt. Die Reihenfolge der beschriebenen Risiken ist kein Hinweis auf das mögliche Schadensausmaß, die finanziellen Auswirkungen oder die Eintrittswahrscheinlichkeit.

Strategische und geschäftsbezogene Risiken und Chancen

Strategische Risiken ergeben sich für den Konzern insbesondere im Zusammenhang mit der Wettbewerbsfähigkeit, dem Markteintritt möglicher neuer Wettbewerber oder der Einführung von technischen Innovationen oder Produkten durch Wettbewerber. Dazu zählen auch die Risiken eines Markteintritts in neue geografische Gebiete oder Geschäftsfelder. Die allgemeine weltwirtschaftliche Entwicklung kann die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ebenfalls positiv oder negativ beeinflussen.

Der Konzern begegnet den Marktrisiken im Allgemeinen durch intensive Analysen, die vom zentralen Bereich Marktbeobachtung (Business Intelligence) durchgeführt werden. Um auch in Zukunft im schwierigen Umfeld bestehen zu können, wird das Unternehmen weiterhin neue, vielversprechende Märkte bearbeiten und nach einer umfangreichen Analyse der Chancen und Risiken dort einen Markteintritt vollziehen. Dies wird durch den zentralen Bereich Neue Märkte (New Markets) gesteuert. Zu den Herausforderungen in neuen Märkten zählen unter Umständen Veränderungen der politischen Landschaft, hervorgerufen durch externe Faktoren wie den Putschversuch in der Türkei oder durch Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Tsunamis. Der jüngste erfolgreiche Markteintritt in Chile und Indien wird als Chance für den Konzern betrachtet: Dem Unternehmen ist es gelungen, sich den Zuschlag für zwei bedeutende Projekte im Gesamtumfang von 300 MW in Chile zu sichern und in Indien einen Rahmenvertrag über 500 MW abzuschließen.

Weitere Marktrisiken, aber auch Marktchancen können sich durch eine Änderung der politischen Rahmenbedingungen in etablierten Märkten ergeben, z. B. durch die geplante Einführung eines Auktionssystems für Windenergieprojekte in bestimmten Ländern, die den Markt in erheblicher Weise beeinflussen dürfte. Weitere externe Einflüsse sind unter anderem das überraschende Votum der Briten für einen Austritt aus der EU (Brexit) sowie die Wahl der neuen US-Regierung. Die neue US-Administration hat sich von Anfang an explizit zur Förderung des Einsatzes fossiler Brennstoffe bekannt und scheint erneuerbaren Energien insgesamt und der Windkraft im Besonderen nicht zugetan zu sein.

Weitere Chancen könnten sich über den Ausbau des Kundenstamms des Unternehmens ergeben. Um eine größere Vielfalt an Kunden ansprechen zu können, will das Unternehmen nicht nur Windenergieanlagen an ihre etablierten Abnehmer verkaufen, sondern auch das Interesse nicht-traditioneller Kunden (z. B. Pensionsfonds oder Versicherungen) erwecken, die im aktuellen Tiefzinsumfeld Ausschau nach Alternativen für Kapitalanlagen halten.

Im Offshore-Sektor herrscht weiterhin ein scharfer Wettbewerb - die Zahl der Wettbewerber hat sich vergrößert, und konkurrierende Zulieferer haben neue Joint Ventures gebildet -, sodass Projektausschreibungen auf das Interesse aller Marktakteure stoßen. Kapitalintensive Offshore-Windprojekte scheinen nach wie vor unter der Zurückhaltung der Stromversorger und Banken bei der Finanzierung zu leiden. Gleichwohl kann in der Größe des Offshore-Bereichs sowie möglicher neuer Offshore-Märkte eine Chance für das nachhaltige Wachstum des Unternehmens liegen.

Auch die Innovationstätigkeit der Wettbewerber kann die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns negativ beeinflussen. Dieses Risiko mindert das Unternehmen durch umfassende Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Zu den geschäftsbezogenen Risiken gehören z. B. auch Vertriebsrisiken. Neben anderen externen Umständen sind diese insbesondere dadurch gegeben, dass Kunden des Konzerns die Realisierung einzelner Projekte verschieben könnten. Solche Verzögerungen können durch externe Triebkräfte bedingt sein, auf die das Unternehmen keinen Einfluss hat. In einem Segment des Kernmarktes Deutschland kamen Projektverzögerungen dadurch zustande, weil die zuständigen Behörden Genehmigungen nicht rechtzeitig erteilten. Auch Finanzierungsprobleme aufseiten der Kunden können Projekte verzögern, was unter Umständen auch Auswirkungen auf neue Märkte des Unternehmens haben kann. Begrenzte operative Ressourcen (beispielsweise Installationskapazitäten) sind ein weiterer Faktor, der zu Projektverzögerungen führen kann. Der Preiswettbewerb hält mit unverminderter Härte an und kann die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens nachhaltig beeinflussen. Das Unternehmen wird sich darum bemühen, diesen Herausforderungen durch Wahrung seiner technologischen Führungsposition und Fortführung seines innovativen Ansatzes zur Konzeption intelligenter Anwendungsmöglichkeiten für seine technischen Entwicklungen sowie durch ein intelligentes Management der knappen operativen Ressourcen zu begegnen.

Die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage kann auch durch eine mögliche Abhängigkeit von wenigen, großen Kunden beeinflusst werden. So werden größere und damit umsatzstärkere Projekte in der Regel mit einem der wenigen großen Energieversorgungsunternehmen durchgeführt. Insbesondere im Geschäftsfeld Offshore ist die Anzahl möglicher Kunden begrenzt. Gleichzeitig ist die Umsatzrelevanz derartiger Projekte größenbedingt deutlich höher als die anderer Vorhaben.

Auch die vom Konzern vorgenommenen und angesetzten Schätzungen und Beurteilungen sind mit Risiken verbunden. Zwar sind die Schätzungen, Prognosen, Projektionen und Beurteilungen des Konzerns in Bezug auf künftige Transaktionen und Entwicklungen angemessen und fundiert, doch unterliegen sie naturgemäß Risiken und Unsicherheiten. Die tatsächliche finanzielle Leistung kann besser oder schlechter ausfallen als erwartet, was vor allem durch die inhärente Unsicherheit im Zusammenhang mit nicht vorhersehbaren künftigen Ereignissen, das Wettbewerbsumfeld, neue Gesetze und Vorschriften, die Entwicklung von Angebot und Nachfrage sowie andere für den Konzern relevante Faktoren bedingt ist.

Den Risiken stehen zahlreiche Chancen gegenüber, die sich positiv auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Konzerns auswirken können. Dazu gehören z. B. der Eintritt in neue, erfolgversprechende Märkte auch außerhalb Europas sowie die Teilhabe an Maßnahmen für den Kapazitätsausbau zur Erzeugung von Windenergie in Ländern, für die erneuerbare Energie bislang weniger von Interesse war. Darüber hinaus werden kontinuierlich Markttrends überwacht, um eine Entscheidungsgrundlage zu erhalten. Die Strategieabteilung des Konzerns nimmt zudem eine eingehende Marktbeobachtung vor.

Finanzrisiken und Chancen

Der Konzern betrachtet finanzielle Risiken als solche, die seine Finanzlage direkt beeinflussen. Diese sind im Einzelnen in Abschnitt 7 "Finanzielle Risiken und Finanzinstrumente" des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2016 beschrieben.

Durch Zahlungsströme in Fremdwährungen entsteht beispielsweise ein Fremdwährungsrisiko, das gemäß festgelegten internen Richtlinien von der zentralen Fachabteilung Treasury gesteuert wird. Das Fremdwährungsrisiko im Zusammenhang mit Basiswerten kann durch Sicherungsgeschäfte begrenzt werden.

Aufgrund der derzeitigen Unsicherheit über die weitere weltwirtschaftliche Entwicklung sowie des nach wie vor relativ niedrigen Zinsniveaus besteht zudem das Risiko eines Zinsanstiegs. Zur Steuerung dieses Risikos können nach ebenfalls festgelegten internen Vorgaben Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen werden.

Das Risiko, kurzfristigen oder künftigen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur unter veränderten Bedingungen nachkommen zu können, ist ein Liquiditätsrisiko, dem jedes Unternehmen ausgesetzt ist. Auch dieses wird von der zentralen Fachabteilung Treasury in Deutschland gesteuert und kann sich beispielsweise aus Abstimmungsproblemen zwischen Zahlungseingängen und Zahlungsverpflichtungen ergeben. Zur Steuerung dieses Risikos wird eine rollierende Liquiditätsplanung eingesetzt, bei der die Konzerngesellschaften wöchentlich ihre kurz- und mittelfristig geplanten Zahlungsein- und -ausgänge melden. Die Liquiditätssituation unterliegt einer permanenten Überprüfung und wird außerdem wöchentlich der Geschäftsführung berichtet.

Sämtliche bestehenden Kreditlinien und Darlehen unterliegen der bankenseitigen Überwachung durch definierte Finanzkennziffern. Eine Kündigung bestehender Finanzierungen seitens der Kreditgeber ist nur aus außerordentlichen Gründen möglich, beispielsweise bei Verfehlen von Finanzzielen.

Die Financial Covenants und der Vertrag über die mit 6,625 % verzinsten, 2020 fällig werdenden vorrangigen besicherten Notes im Umfang von 400,0 Mio. EUR sowie die Beschränkung des syndizierten Kredits unterliegen ebenfalls der Überwachung durch den Treasury-Bereich des Konzerns.

Technische Probleme oder Vertriebsprobleme, die die Reputation des Konzerns beeinträchtigen könnten, können auch aus finanzieller Sicht zum Risiko werden. So ist es z. B. möglich, dass Kunden Zahlungen aufgrund von technischen Problemen zurückhalten oder zusätzliche Garantien zur Sicherung ihrer Ansprüche verlangen.

Ferner bestehen allgemeine Finanz- und Steuerrisiken, z. B. mögliche Forderungsausfälle oder monetäre Risiken, die sich aus einer unerwarteten Änderung von Steuergesetzen ergeben können. Weiterhin unterliegt der Konzern regelmäßigen Steuerprüfungen durch in- und ausländische Finanzbehörden. Diese gleichen die Steuererklärungen des Konzerns mit den Steuerverbindlichkeiten (z. B. Mehrwert- oder Ertragssteuer) von Senvion ab. Da die Steuergesetze möglicherweise anders ausgelegt werden, können sich aus diesen Steuerprüfungen erhebliche Steuernachzahlungen ergeben Um dieses Risiko zu minimieren, baut der Senvion Konzern den zentralen Bereich Steuern deutlich aus.

Technologische Risiken und Chancen

Sowohl die Entwicklung neuer Technologien als auch die Weiterentwicklung bestehender Technologien birgt regelmäßig erhebliche Risiken. Wenn Entwicklungsanforderungen des Marktes oder von Kunden nicht umgesetzt werden können, kann dies zum Verlust des technologischen Vorsprungs und zu Verzögerungen bei Markteinführungen kommen. In der Folge könnten die Entwicklungskosten steigen. Sollte die Entwicklung des Offshore-Marktes die Erwartungen des Unternehmens nicht erfüllen, bestehen für Senvion Risiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns erheblich beeinflussen können.

Neben den regulären Gewährleistungsrisiken, denen der Konzern ausgesetzt ist, wurden im Geschäftsjahr 2015 technische Probleme im Zusammenhang mit den Offshore-Rotorblättern der WEA-Baureihe 6XM festgestellt. Als Grundursache für spätere Rissbildungen, die zu Produktausfällen führen können, wurde ein Auslegungsfehler bei einigen Rotorblättern aus der Fertigung des Unternehmens ausgemacht. Zwar wurden solche Risse auch bereits in der Vergangenheit festgestellt, doch wurden diese als vereinzelte Defekte eingeschätzt, die auf Abweichungen von der Auslegung im Rahmen der Herstellung zurückzuführen waren. Im November 2015 ergab eine nach einem Vorfall mit einem Rotorblatt durchgeführte eingehende Analyse, dass die Rotorblattauslegung die Grundursache für die Risse war. Darüber hinaus wurden unerwünschte Produktionsabweichungen festgestellt. Der Mangel ist weitgehend auf eine kleine Population von Projekten begrenzt. Zur Auswertung und Behebung dieses Defekts wurden umgehend entsprechende Maßnahmen ergriffen. Es wurde entschieden, ein neues Rotorblatt zu entwerfen, anstelle lediglich die betroffene eingegrenzte Blattpopulation nachzuarbeiten, um ein erneutes Auftreten dieses Problems bei neuen Offshore-Windprojekten zu verhindern, welches sich negativ auf das Unternehmen ausgewirkt hätte. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme wurden enorme Anstrengungen unternommen, um das neue Rotorblattdesign rechtzeitig für die Installation im Rahmen neuer Projekte verfügbar zu haben. Wo die neuen Rotorblätter nicht verwendet werden können, kommen alternative Technologien zum Einsatz.

Dem Risiko des Verlusts der Technologieführerschaft wird durch eine strukturierte, intensive Forschungs- und Entwicklungstätigkeit entgegengewirkt, um stets zukunftsgerichtete technische Neuerungen einführen zu können. Einschränkungen der Entwicklungsmöglichkeiten könnten allerdings hinsichtlich der Patente von Dritten bestehen, insbesondere da weiterhin ein verstärkter Patentwettbewerb im Markt zu beobachten ist.

Die vor Kurzem abgeschlossene Akquisition des geistigen Eigentums (IP) für die Modelle des ehemaligen Wettbewerbers Kenersys schließt die Lücke zwischen den beiden Baureihen MM und 3.XM von Senvion. Da außerdem die betreffende Fertigungsstätte in Indien mit übernommen wurde, ist das Unternehmen nun auch in der Lage, Anlagen aus lokaler Produktion nicht nur in Indien, sondern auch in anderen potenziellen Märkten anzubieten, insbesondere in Schwellenländern.

Zudem besteht immer das Risiko von Serienschäden durch Produktions- oder Designfehler der eingesetzten zugekauften Komponenten. Derartige Qualitätsprobleme würden die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns erheblich beeinträchtigen, insbesondere dann, wenn wesentliche Komponenten betroffen sind. Die negativen Auswirkungen würden verstärkt, wenn der Mangel eine wichtige Offshore-Komponente beträfe. Dies hätte schwerwiegende Konsequenzen für die Reputation des Konzerns. Dem Risiko möglicher Qualitätsprobleme wird mit einer Vielzahl von Maßnahmen begegnet: durch eine intensive Begleitung der Produktion durch die Qualitätssicherung, umfangreiche Gewährleistungsvereinbarungen mit den jeweiligen Lieferanten sowie im Ernstfall durch eine intensive Handhabung des Problems durch ein interdisziplinäres Team. Zusätzlich versucht das Unternehmen, soweit wie möglich entsprechende Versicherungslösungen zu implementieren, um dieses Risiko zu minimieren. So hat Senvion als bisher einziger Hersteller von Offshore-Windenergieanlagen weltweit bei einem renommierten Versicherungsdienstleister eine Versicherung gegen Serienschäden und Serienmängel für Offshore-Windparks abgeschlossen, um die negativen finanziellen Folgen eines Serienfehlers in seinen Offshore-Anlagen oder in Komponenten zu mindern. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass die Windenergieanlagen des Unternehmens unter Umständen nicht in allen Fällen den garantierten technologischen Standard erreichen. Trotz entsprechender umfangreicher Maßnahmen zur Sicherstellung der Qualität können technische Mängel nicht vollständig ausgeschlossen werden, so dass im Ausnahmefall ein Mangel erst spät erkannt wird und es dadurch womöglich zu zusätzlichen Kosten oder einer verspäteten Abnahme durch den Kunden kommen kann. Dies kann die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens beeinflussen.

Der Konzern ist darum bestrebt, durch kontinuierliche und intensive Forschungstätigkeiten seine Stellung als Technologieführer zu wahren. Dazu gehören neben der Weiterentwicklung der bestehenden Modelle aus dem Onshore-Segment (entsprechende Optionen für kalte Klimazonen oder Modelle für Schwachwindzonen) auch Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz unserer Offshore-Anlagen. Der Konzern wird auch in Zukunft ein besonderes Augenmerk auf die verstärkte Entwicklungstätigkeit haben, um einerseits bestehende Technologien nachhaltig zu verbessern und seine Technologieführerschaft auszubauen und andererseits geeignete Produkte für einen erfolgreichen Eintritt in neue Märkte auch außerhalb Europas zu ermöglichen. Das Risiko möglicher Fehlentwicklungen kann dabei jedoch nie ganz ausgeschlossen werden.

Supply Chain Risiken und Chancen

Supply Chain Risiken werden in Beschaffungs- und Produktionsrisiken unterteilt. Schwankende Rohstoffpreise beeinflussen die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, da sie sich auf die Preise einzelner bezogener Komponenten auswirken können. Ferner besteht ein allgemeines Lieferantenausfallrisiko.

Bei zugekauften Komponenten besteht das Risiko der Abhängigkeit von bestimmten Zulieferern. Diesem Risiko trägt der Konzern durch die Qualifizierung von Ausweichlieferanten und den Ausbau der Eigenfertigung Rechnung. Auch die Insolvenz von Lieferanten könnte sich für das Unternehmen negativ auswirken. Diesen Risiken wird durch ein umfassendes Lieferantenmanagementsystem begegnet, das die Zulieferer streng überwacht und es dem Unternehmen ermöglicht, zeitnah auf Probleme zu reagieren.

Zu den Produktionsrisiken gehört u. a. das Risiko, dass es aufgrund von Engpässen bei der Produktionskapazität oder bei der Materialverfügbarkeit zu einer verzögerten Produktion und in der Folge zur Verzögerung einzelner Projekte kommen kann. Ferner besteht das Risiko, eine suboptimale Supply Chain vorzuhalten. Diesem Risiko trägt der Konzern durch eine regelmäßige Analyse der Supply Chain Rechnung und trifft für den Worst Case auch schmerzliche Entscheidungen. Ferner bestehen Transportrisiken, beispielsweise in Form einer vernachlässigten Infrastruktur für die Schwerlastlogistik oder eines möglichen Mangels an Transportkapazitäten.

Um am indischen Markt bestehen zu können, wird das Unternehmen eine Fertigungsstätte in Indien übernehmen. Diese soll den erfolgreichen Einstieg in den Markt erleichtern. Außerdem kündigte das Unternehmen im November 2016 seine Pläne zur Übernahme von EUROS an, einem deutschen Unternehmen mit Fertigungsstätten für Rotorblätter in Polen. Senvion will auf diesem Weg seine Produktionskapazitäten für Rotorblätter ausbauen, um unabhängig von Fremdanbietern bleiben zu können.

Chancen können hier insbesondere durch eine verstärkte Aktivität des Service entstehen, der ein ertragsstarkes Segment des Konzerns darstellt. Dazu gehören neben der Erweiterung des allgemeinen Serviceangebots auch die Verlängerung von Serviceverträgen sowie Bemühungen um eine Steigerung der Serviceeffizienz durch Realisierung von Marktsynergien.

Operationelle Risiken

Zu den operationellen Risiken zählt der Konzern im Wesentlichen Risiken der Aufbau- und Ablauforganisation, zum Beispiel Personalrisiken, sowie Risiken, die sich aus der IT-Infrastruktur ergeben.

Um eine ungewollte Mitarbeiterfluktuation zu vermeiden, versucht der Personalbereich mit einer Vielzahl von Maßnahmen, die Attraktivität des Konzerns als Arbeitgeber zu steigern. Diese umfassen beispielsweise ein Management-Nachwuchsprogramm, ein breit gefächertes internes Programm zur Aus- und Weiterbildung sowie ein neu eingerichtetes Talentmanagement-System. Um das Risiko von IT-systembedingten Ausfällen zu minimieren, setzte der Konzern zahlreiche Sicherungsmaßnahmen um (u. a. Firewallsysteme und Virenschutzprogramme). Ferner optimiert der Konzern weiterhin konsequent IT-Prozesse, die die interne Organisation unterstützen und dazu beitragen sollen, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern. Zudem arbeitet Senvion bei der Betreuung der IT-Infrastruktur mit einem namhaften Partner zusammen, um IT-bedingte Risiken für die Geschäftstätigkeit zu reduzieren. Angesichts der wachsenden Zahl von Cybervorfällen stellen auch kriminelle Machenschaften im Internet eine Bedrohung für das Unternehmen dar. Zum Schutz der IT-Infrastruktur und -Sicherheit lässt der Konzern diese zudem regelmäßig von externen Experten überprüfen.

Rechtliche und regulatorische Risiken und Chancen

Durch die Geschäftstätigkeit in verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen nationalen Gesetzen und Bestimmungen ergeben sich für den Konzern eine Reihe potenzieller rechtlicher Risiken. Diese entspringen einerseits gerichtlichen und außergerichtlichen Ansprüchen Dritter, zum Beispiel aus den vertraglichen Beziehungen zu Kunden, Lieferanten oder anderen Geschäftspartnern. Andererseits können Risiken auch aus allgemeinen Rechtsentwicklungen resultieren.

Um Prozessrisiken zu begegnen, wurde in enger Abstimmung mit den betreffenden Fachabteilungen eine angemessene Vorsorge getroffen. Der Konzern bildet Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten, wenn die daraus resultierenden Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau bestimmbar sind. Es ist jedoch möglich, dass sich in einigen dieser anhängigen Fälle nach Verkündung des Endurteils die dafür gebildeten Rückstellungen teilweise als unzureichend erweisen und infolgedessen erhebliche zusätzliche Aufwendungen entstehen. Dies trifft auch auf Rechtsstreitigkeiten zu, für die aus Sicht des Konzerns keine Rückstellungen zu bilden waren. Der Ausgang von Rechtsstreitigkeiten kann wegen der mit solchen Verfahren stets verbundenen Unwägbarkeiten nicht mit Sicherheit beurteilt werden und lässt sich nicht vorhersagen.

Zudem könnten Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene auch die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns beeinflussen. Hierzu zählen beispielsweise Änderungen der Vorschriften zur Förderung der erneuerbaren Energien oder der Einspeisevergütung, aber auch technische Richtlinien. Aufgrund der internationalen Geschäftstätigkeit des Konzerns gilt dies auch für Veränderungen gesetzlicher Grundlagen im internationalen Kontext, die sich auf die Nachfrage auswirken könnten.

Grundsätzlich ergeben sich durch den nach wie vor bestehenden politischen Willen zum Ausbau erneuerbarer Energien und die aktuellen politischen Rahmenbedingungen Chancen für den Konzern. Ein gutes Beispiel dafür sind Länder, die bisher noch nicht oder nicht in nennenswertem Umfang auf die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien gesetzt haben, insbesondere Windenergie. Dazu gehört auch die Schaffung zuverlässiger rechtlicher Rahmenbedingungen.

Die regelmäßig durchgeführte Bewertung der Risikosituation des Konzerns umfasst die möglichen allgemeinen Auswirkungen der Gesamtheit aller Einzelrisiken.

Internes Kontrollsystem

Zur Sicherung einer ordnungsgemäßen Geschäftstätigkeit hat der Konzern ein umfangreiches Internes Kontrollsystem (IKS) nach dem international anerkannten COSO-Modell implementiert. Verantwortlich für die Konzeption des IKS und die adäquate Durchführung und Dokumentation der definierten Kontrollen ist der jeweilige Bereich.

Fester Bestandteil des internen Kontrollsystems sind für alle Geschäftsbereiche bindende Prozessbeschreibungen, Leitfäden und Anweisungen. Ziel des rechnungslegungsbezogenen Internen Kontrollsystems des Konzerns ist es, das Risiko wesentlicher Fehlaussagen in der Rechnungslegung zu vermeiden, wesentliche Fehlbewertungen aufzudecken und die Einhaltung der maßgeblichen Rechnungslegungsvorschriften zu gewährleisten.

Hierzu gehört neben einer zentralen Rechnungslegungsfunktion und unternehmensweit gültigen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auch die regelmäßige Durchführung und Dokumentation von präventiven und aufdeckenden Kontrollen. Dies umfasst auch den Konsolidierungsprozess im Rahmen der Abschlusserstellung. Dazu zählt z. B. die regelmäßige Plausibilitätsprüfung von Projektkalkulationen. Das Unternehmen hat eine mitlaufende Berechnungsmethode eingeführt, die es ihm erlaubt, die Projektkosten im Rahmen der Durchführung eines Projekts jederzeit präzise zu überwachen. Durch geeignete organisatorische Maßnahmen wie die Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip, regelmäßige Kennzahlenanalysen durch das Controlling und entsprechende Arbeitsanweisungen (Kontierungshandbuch und Inventuranweisungen) wird die ordnungsgemäße Erstellung der Finanzberichterstattung gewährleistet. Verschiedene konzernweit gültige Vorschriften und Richtlinien stellen eine einheitliche Vorgehensweise sicher.

Zusätzlich wird durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der IT-Systemlandschaft dafür Sorge getragen, dass eine Automatisierung geeigneter Prozesse erfolgt und damit manuelle Prozesse, die fehleranfälliger sind, durch entsprechende systemgesteuerte Alternativen ersetzt werden. So wurde ein elektronischer Workflow für die Bestellabwicklung und Rechnungsfreigabe eingeführt, um mögliche Fehlerquellen zu minimieren.

Die Interne Revision hat bei allen Prüfungshandlungen im Laufe des Geschäftsjahres 2016 auch die Funktionsfähigkeit des Internen Kontrollsystems (IKS) des jeweils geprüften Bereichs einer Überprüfung unterzogen. Zusätzlich werden die Kontrollen des IKS von der Internen Revision jährlich gesondert auf Effizienz und Effektivität geprüft. Dabei wird auf die Methodik der Selbsteinschätzung des jeweiligen Bereichs (CSA - Controlled Self Assessment) zurückgegriffen. Die Selbsteinschätzungen der verschiedenen Geschäftsbereiche werden von der Internen Revision stichprobenartig überprüft. Durch eine entsprechende Planung ist sichergestellt, dass alle Kontrollen innerhalb eines definierten Zeitraums ebenso wie ein bestimmter Anteil der Kontrollen aus der Stichprobe des Vorjahres in jedem Jahr von der Internen Revision überprüft werden.

Die Geschäftsführung und der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden regelmäßig über die wesentlichen Prüfungsergebnisse/Auditfeststellungen informiert. Beide sehen keine Einzel- oder Sammelrisiken, welche die Zukunft von Senvion in wesentlicher Hinsicht gefährden könnten.

5. Ereignisse nach dem Stichtag

Senvion wird ein Zukunftsprogramm starten, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Im Rahmen des Programmes werden die Kostenüberschreitungen in allen Unternehmensbereichen überprüft, Überkapazitäten in der Produktion abgebaut und nachhaltig in die Qualität der Produkte und Serviceleistungen investiert.

Unter anderem werden die geplanten Maßnahmen zu einer Reduzierung von schätzungsweise 780 Arbeitsplätzen führen, vor allem in den Betriebsstätten der Senvion GmbH in Husum, Trampe und Bremerhaven in Deutschland sowie einer Verlagerung von rund 120 Arbeitsplätzen in kostengünstigen Standorten, so dass insgesamt eine Reduzierung von 660 Arbeitsplätzen geplant ist.

Mit Datum vom 5. Mai 2017 wurde die syndizierte Kreditlinie über 950.000 Tsd. EUR neu gefasst und geändert. 825.000 Tsd. EUR davon können in Form von Avale, 125.000 Tsd. EUR als Barkredit bis zum April 2022 in Anspruch genommen werden.

Die Refinanzierung des High Yield Bonds wurde mit selbigen Datum angepasst und führt zukünftig zu einer Reduzierung des Zinsaufwands in Höhe von 14 Mio. EUR jährlich aufgrund des reduzierten Zinssatzes in Höhe von 3,875 %.

6. Prognosebericht

a. Voraussichtliche Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds

Nach Hinweisen auf eine moderate Erholung der Weltwirtschaft sieht die Weltbank das globale Wachstum 2016 auf einem Nachkrisen-Tiefstand von 2,3 % und prognostiziert für 2017 einen Anstieg auf 2,7 %. Wie bereits an anderer Stelle in diesem Bericht erwähnt, geht dieses Wachstum auf den stagnierenden Welthandel, die schwache Investitionstätigkeit, erhöhte politische Unsicherheit und die rückläufige Konjunktur in verschiedenen Schwellenländern zurück. Der Einbruch der Ölpreise hat der Nachhaltigkeit der russischen Staatsfinanzen geschadet, Brasilien manövrierte sich schwerfällig durch eine tiefe Rezession und politisches Chaos, und die chinesische Wirtschaft hat sich weiter abgekühlt und damit die Wachstumsaussichten anderer Schwellenländer gedämpft. Die US-Notenbank erwägt nach der jüngsten Erhöhung weitere Zinsanhebungen. Dadurch könnte vermehrt Geld in die USA gelenkt werden, was zu einer Abwertung der Binnenwährungen der Schwellenländer führen würde. Dies würde zur Verteuerung des auf US-Dollar lautenden Schuldendienstes führen. Zögen die Notenbanken der jeweiligen Länder nach, könnte das die Gefahr einer Rezession mit sich bringen.

Deutschland ist nach wie vor aufgrund des starken Exports direkt von der Entwicklung der Weltwirtschaft betroffen. Daher ist die Entwicklung der Binnennachfrage immens wichtig. Die globalen Entwicklungen wurden in diesem Jahr in gewisser Weise durch den privaten Konsum in ihrer Wirkung abgemildert. Einige Anhaltspunkte sprechen dafür, dass das der Konsum zumindest kurzfristig deutlich zunehmen wird. Analysten gehen in ihren aktuellen Prognosen für die Konsum- und Staatsausgaben von einem Anstieg von 2,0 % bzw. 4,2 % gegenüber dem Vorjahr aus. Als Gründe für diese positive Entwicklung werden unter anderem starke Arbeitsmarktzahlen sowie steigende Löhne angeführt.

Auch die Zuwanderung aus Krisenstaaten ist in diesem Jahr ein zentrales Thema. Daraus resultieren erhöhte Ausgaben für Bund, Länder und Kommunen. Die Güternachfrage und die Wirtschaftskraft ziehen allerdings an. Wegen der unmittelbar bevorstehenden Erhöhung der iranischen Ölproduktion und der darauf folgenden Drosselung der OPEC-Fördermengen ist der Preis für Brent-Rohöl seit Februar 2016 von 28,7 USD auf 56,7 USD gestiegen.

Die jährliche Inflationsrate beträgt nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2016 voraussichtlich 0,5 %. Die Entwicklung der Energiepreise (-2,7 % im November 2015) wirkte sich auf den allgemeinen Preisanstieg im November 2016 ebenso negativ aus wie in den Monaten davor. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im November 2016 +1,2 % betragen. Zusammen mit den niedrigen Rohstoffpreisen (ohne Energie) deutet dies auf eine schwache globale Wirtschaftstätigkeit sowie darauf hin. Die rückläufige Entwicklung der Import- und Erzeugerpreise wird daher auch in den nächsten Monaten weiter eine Rolle spielen.

b. Entwicklung der Branche

Für die Einschätzung der Branchenentwicklung greift Senvion weiterhin auf die Analysen des führenden Forschungsunternehmens MAKE zurück. Diese Analysen und Studien werden regelmäßig aktualisiert und stützen sich auf einen konservativeren Ansatz als die anderer Forschungsgesellschaften.

Onshore

Die globalen Neuinbetriebnahmen im Onshore-Bereich werden nach Ansicht von MAKE mit ca. 52 GW auf einem vergleichbaren Niveau wie 2016 bleiben: 19,5 GW (20,5 GW 2016) davon werden auf China entfallen, 8,2 GW (etwas weniger als 2016) auf die USA, 3,7 GW (4 GW 2016) auf Deutschland und 1,1 GW (1 GW 2016) auf Frankreich. Klarheit über die politischen Rahmenbedingungen (Auktionssystem in Frankreich, Einführung eines Erneuerbare-Energien-Gesetzes in Griechenland) sowie die Erschließung neuer aufstrebender Märkte (Argentinien, Mexiko, Chile, Thailand, Japan und die MENA-Region) dürften zu einem weiteren Anstieg der Installationszahlen führen.

Ein wesentlicher Wachstumsfaktor der Windindustrie, der die Wettbewerbsfähigkeit der Branche gewährleistet, ist die Entwicklung der LCoE. Die LCoE sind für alle Projektbeteiligten ein gängiges Kalkulationsmittel und zeigen im Wesentlichen die Stromgestehungskosten unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren wie Betrieb, Wartung und Finanzierung. Onshore-Strom nähert sich der sogenannten Netzparität, welche dem Kostenpunkt entspricht (Break-Even), an dem die Gestehungskosten der Windenergie günstiger werden als der Kauf konventioneller Erzeugungsformen an der Börse (hierzu wird der durchschnittliche Börsen-strompreis als Maß verwendet). Die Gestehungskosten für Windenergie liegen bereits heute weit unter denen von z. B. Solar- oder Atomstrom und werden künftig weiter sinken. MAKE ist davon überzeugt, dass sich diese Entwicklung positiv auf die Nachfrage nach Windenergie auswirkt und somit langfristig einen Anstieg der Installationen begründet.

Der leichte Rückgang der Neuinbetriebnahmen in den USA resultiert laut MAKE im Wesentlichen aus aufgestauten Projekten im Zuge des auslaufenden PTC (Verschiebung genehmigter Projekte). Im Kalenderjahr 2018 wird der US-Markt mit bis zu 9,3 GW ein immenses Wachstum aufweisen. Weiterhin hat das Fracking nach wie vor einen negativen Einfluss auf die Investitionen in regenerative Energien, weil es eine günstige - wenn auch sehr umweltschädliche - Alternative der Energiegewinnung darstellt. Diese Technologie wird unter der neuen US-Regierung gefördert werden.

In Europa rechnet MAKE für 2017 mit Neuinbetriebnahmen von 11,2 GW, was einen minimalen Rückgang gegenüber dem Volumen 2016 darstellt. Dieses Wachstum dürfte vor allem in Norwegen, den Niederlanden und Irland verzeichnet werden. Auch in Märkten wie Frankreich und der Türkei wird die installierte Leistung weiter auf hohem Niveau bleiben. Im Kernmarkt Deutschland werden Neuinstallationen von rund 3,7 GW erwartet. Was 2018 (Einführung eines Auktionsverfahrens) betrifft, sorgen die politischen Rahmenbedingungen laut MAKE kaum für Investitionsunsicherheit. Ferner ist bei Prognosen zu beachten, dass sie zwischen Umsatzgenerierung und installierter Leistung differenzieren: Der Umsatz wird zu einem Großteil bereits während der Projektentwicklung und Produktion generiert. Da die Vorlaufzeit bis zur Errichtung einer Windenergieanlage bis zu zwölf Monate beträgt, entsteht der Umsatz bereits vor dem prognostizierten Marktwachstum.

Offshore

Für den Offshore-Markt rechnet MAKE 2017 mit Neuinstallationen im Umfang von 3,2 GW weltweit, also fast doppelt so viel wie 2016. Die Kernmärkte im Offshore-Bereich liegen in Europa. Großbritannien (ca. 1,2 GW), Deutschland (ca. 1 GW), die Niederlande (200 MW), Belgien (165 MW) und Dänemark (28 MW) könnten zusammen eine neu installierte Leistung von 2,7 GW erreichen.

Nach Einschätzung von MAKE wird es 2017 auch in China (ca. 500 MW) und Südkorea (30 MW) weitere Offshore-Installationen geben.

c. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens und des Konzerns

Senvion hat 2016 erfolgreich zahlreiche neue Märkte für sich erschlossen und sich dank neuer Produktverbesserungen solide entwickelt. 2016 hat gezeigt, dass sich Senvion auf dem richtigen Weg befindet und die Strategie zum Eintritt in neue Märkte gut funktioniert. Für den Konzern werden auch 2017 weiterhin die Stärkung seiner Position in diesen neuen Märkten sowie die Optimierung seines Produktportfolios im Vordergrund stehen. Ziel ist es, den Kunden die bestmöglichen LCoE bieten zu können und diese mithilfe einer äußerst effizienten und flexiblen Organisationsstruktur zu erreichen. Dazu will sich das Unternehmen auf den Aufbau einer nachhaltigen Plattform konzentrieren und Senvion zu einem Branchenakteur von echtem globalen Format machen.

2017 - Jahr des Wandels und Fokus auf die Stärkung der Marktpräsenz

Umsatzerlöse

Für das Geschäftsjahr 2017 rechnet das Unternehmen mit einem Konzernumsatz zwischen 1,9 Mrd. EUR und 1,95 Mrd. EUR. 1 Das würde gegenüber 2016 einen geringfügigen Rückgang bedeuten, da die Kernmärkte von Senvion bei gleichzeitigem Wachstum der Volumen aus den neuen Märkten schrumpfen. Wir gehen davon aus, dass dieser Rückgang vorübergehender Natur ist, und rechnen ab nächstem Jahr wieder mit Wachstum. Auch der Umsatz im Servicebereich dürfte den Erwartungen von Senvion zufolge 2017 weiter im zweistelligen Bereich wachsen. Der Einfluss des starken Servicegeschäfts dürfte weiter zunehmen und damit dem Geschäftsmodell zusätzliche Stabilität geben.

Der gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 zu erwartende leichte Umsatzrückgang ist dem Onshore-Geschäft und vor allem dem britischen Markt zuzuschreiben. Die im Verhältnis zu den letzten zehn Jahren geringere Unterstützung durch die Politik, die Umstellung auf Auktionssysteme in Deutschland, Italien und Frankreich sowie der rückläufige Windmarkt in Großbritannien werden sich auf den Umsatz von Senvion auswirken. Der Umsatz aus neuen Märkten wie Norwegen und Chile wird den Rückgang der Umsatzerlöse auf dem europäischen Kontinent kurzfristig vermutlich nicht vollständig ausgleichen, dürfte den Schwund aber decken und ab nächstem Jahr zusätzliches Wachstum bringen. 2016 schloss Senvion in Indien, Skandinavien und Australien umfangreiche Vereinbarungen mit aufschiebenden Bedingungen sowie Rahmenverträge ab. Wesentliche Umsatzerlöse hieraus dürften jedoch erst ab 2018 verzeichnet werden. Damit besteht bereits heute eine gute Prognosesicherheit für die Umsatzerlöse 2018, die letztlich in einem soliden Umsatzwachstum kulminieren dürfte, das getragen ist von einer nachhaltigen Präsenz des Unternehmens in den neuen Märkten.

1 Sollte sich die Aufhebung der aufschiebenden Bedingungen des Chile-Auftrags über 300 MW um mehr als ein paar Monate verzögern, könnte dies zu einer teilweisen (oder auch vollständigen) Verschiebung der Umsatzerlöse und des diesbezüglichen EBITDA in das Geschäftsjahr 2018 führen. Was dies für die Finanzlage bedeutet, lässt sich erst mit Sicherheit sagen, wenn der Festauftrag bestätigt ist.

Festauftragseingänge

Der aktuelle Auftragsbestand umfasst Festaufträge in Norwegen, Aufträge mit aufschiebenden Bedingungen in Chile, Australien und Skandinavien sowie den Rahmenvertrag mit Indien und Portugal und bietet eine gute Prognosesicherheit für 2017 und darüber hinaus. Angesichts der umfangreichen Auftrags-Pipeline und des guten Fortschritts bei den Kundengesprächen rechnet Senvion für 2017 mit einem Festauftragsvolumen von knapp 2,0 Mrd. EUR oder mehr, das vor allem in den neuen Märkten entstehen dürfte. Für den Eingang an Festaufträgen würde das ein voraussichtliches Wachstum von mindestens 53,9 % gegenüber 2016 bedeuten.

Darüber hinaus schloss Senvion 2016 eine Vereinbarung zur Übernahme bestimmter Vermögenswerte von Kenersys ab, unter anderem des 2-MW-Produktportfolis, eines voll funktionsfähigen Gondelwerks sowie des Servicebetriebs. Die 2-MW-Plattform von Kenersys wird die bestehenden Produktplattformen ergänzen und dem Unternehmen den Einstieg in neue Märkte erleichtern.

Bereinigte EBITDA-Marge

Das Unternehmen rechnet für 2017 mit einer bereinigten EBITDA-Marge (Jahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung, bereinigt um Effekte der Kaufpreisallokation (PPA) und andere einmalige/außerordentliche Posten) zwischen 8,0 % und 8,5 %. Der leichte Rückgang gegenüber 2016 ist vor allem auf operative Hebeleffekte eines leichten Umsatzrückgangs und insbesondere auf den höheren Preisdruck in den diversen Windmärkten zurückzuführen, die aktuell auf marktwirtschaftliche Mechanismen umstellen. Der Konzern wird sich weiter um die Rationalisierung seiner betrieblichen Aufwendungen und die Senkung der Materialkosten bemühen und avisiert einen teilweisen Ausgleich der Auswirkungen des Preisdrucks, aus denen dann ein schlankes Geschäft hervorgehen dürfte, sobald ab 2018 wieder Wachstum verzeichnet wird.

Weitere KPI

Das Unternehmen hat im Hinblick auf sein Working Capital gute Arbeit geleistet und 2016 eine Quote von minus 3,3 % aufrechterhalten. Dies wird auch weiterhin ein Schwerpunktbereich bleiben, da wir Lager konsolidieren und weitere Maßnahmen zur Bestandsoptimierung umsetzen. Mit dem weiteren Wachstum des internationalen Geschäfts dürfte es nach Einschätzung des Konzerns zwischen einzelnen Quartalen zu Schwankungen kommen. Einer unserer geplanten Schwerpunkte wird die Wahrung der Effizienz unseres Working Capital sein, wobei es im Verlauf des Geschäftsjahres vereinzelt zu planmäßigen Schwankungen kommen dürfte, die dadurch bedingt sind, dass es zeitweise zu einem hohen Bestandsaufbau kommen wird. Für externe Berichtszwecke wird sich das Unternehmen ab jetzt in erster Linie auf die vorstehend beschriebenen KPI stützen. Das Jahresergebnis und das EBIT für den Berichtszeitraum dürfte weiter im Verhältnis zu den Veränderungen beim bereinigten EBITDA stehen.

 

Hamburg, 21. August 2017

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

72 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.