MyHammer AGLiquidiert

10587 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 118291
Vorher
MY-HAMMER Aktiengesellschaft
Eingetragen
3.3.2009
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieSonstige Vermittlungstätigkeiten für die Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen a. n. g.Erbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie
Gegenstand
Erbringung von Vermittlungsdienstleistungen in allen Bereichen, insbesondere Handwerk, Handel und Dienstleistung. Einbringung, Betrieb und Vermarktung von Internet-, Werbeagentur- und Mediendienstleistungen aller Art sowie von Dienstleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie und Erwerb, Veräußerung von und Handel mit Beteiligungen an Unternehmen in diesem und verwandten Geschäftszweigen im In- und Ausland. Kapitalisierung, Beratung und Durchführung von Unternehmensgründungen sowie Verkauf und Handel mit Beteiligungen an solchen Unternehmen mit Ausnahme von Geschäften, die einer besonderen Genehmigung bedürfen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Dirk Wischnewski
seit 24.8.2022
Vorstandsmitglied
Martin Jellema
seit 2.12.2021
Vorstandsmitglied
Anton Hemelaar
seit 16.8.2021
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

MyHammer AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die MyHammer AG

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der MyHammer AG, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MyHammer AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020.

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß§ 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts 11 unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und Lageberichts, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, 30. März 2021

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kausch-Bleckenvon Schmeling, Wirtschaftsprüfer

Herlitz, Wirtschaftsprüferin

Bilanz zum 31. Dezember 2020

Aktiva

31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR
A. Anlagevermögen
1. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 338.979,79 63.676,76
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 95.896,44 134.712,20
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 385.298,25 428.057,15
481.194,69 562.769,35
III. Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 556.575,47 553.798,89
1.376.749,95 1.180.245,00
B. Umlaufvermögen
1. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 647.984,43 738.600,20
2. Sonstige Vermögensgegenstände 149.569,91 142.237,26
797.554,34 880.837,46
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 8.453.557,38 3.628.107,07
9.251.111,72 4.508.944,53
C. Rechnungsabgrenzungsposten 736.507,10 696.928,45
11.364.368,77 6.386.117,98

Passiva

31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR
A. Eigenkapital
1. Gezeichnetes Kapital 95.000,00 95.000,00
II. Kapitalrücklage 16.414.005,37 16.414.005,37
III. Gewinnrücklagen
Gesetzliche Rücklage 3.859,48 3.859,48
IV. Bilanzverlust -7.677.877,51 -12.400.116,01
8.834.987,34 4.112.748,84
B. Sonstige Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 627.088,98 114.230,00
2. Sonstige Rückstellungen 775.296,19 837.256,84
1.402.385,17 951.486,84
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 353.853,51 126.363,23
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 124.789,59 555.938,70
3. Sonstige Verbindlichkeiten 225.495,00 169.921,00
704.138,10 852.222,93
D. Rechnungsabgrenzungsposten 422.858,16 469.659,37
11.364.368,77 6.386.117,98

Gewinn- und Verlustrechnung für 2020

2020 2019
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 20.633.439,80 17.988.496,12
2. Sonstige betriebliche Erträge 159.240,60 160.298,63
davon aus Währungsumrechnungen EURO (Vj. TEUR 3)
20.792.680,40 18.148.794,75
3. Materialaufwand
Aufwendunge n für bezogene Leistungen 2.576.776,83 2.298.042,65
4. Personalaufwand
a) Gehälter 5.961.320,81
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
davon für Altersversorgung EUR 31.717,31 (Vj. TEUR 27) 1.206.429,67
7.167.750,48 6.551.554,39
5. Abschreibungen auf imma terielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 213.674,08 143.966,18
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.610.714,18 6.854.403,05
davon aus Währungsumrechnungen EUR 1.329,03 (Vj. EUR 363,25)
15.568.915,57 15.847.966,27
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 17.797,19 15.248,66
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 2.776,58 (Vj. EUR 2.049,16)
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.917,45 437.165,43
davon an verbundene Unternehmen EUR 0,00 {Vj. TEUR 433)
davon Aufwendungen aus der Aufzinsung EUR 2.917,45 (Vj. EUR 3.570,46)
14.879,74 -421.916,77
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 512.858,98 114.230,00
10 Ergebnis nach Steuern 4.725.785,59 1.764.681,71
11 Sonstige Steuern 3.547,09 9.924,26
12. Jahresüberschuss 4.722.238,50 1.754.757,45
13. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -12.400.116,01 -15.107.984,04
14. Entnahmeaus der Kapitalrücklage 0,00 953.110,58
15. Bilanzverlust -7.677.877,51 -12.400.116,01

Anhang für 2020

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften .

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und daher in diesem Anhang gesondert aufgegliedert und erläutert. Aus dem gleichen Grunde wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke ebenfalls an dieser Stelle gemacht.

Die Gesellschaft ist unter der Firma MyHammer AG mit Sitz in Berlin im Handelsregister des Amtsgerichts von Charlottenburg unter der Nummer HBB 118291 eingetragen.

Die Gesellschaft hat bei der Erstellung des Jahresabschlusses die größenabhängigen Erleichterungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften nach § 288 Abs. 2 HGB teilweise in Anspruch genommen.

Grundsatz der Unternehmensfortführung (Going Concern)

Der vorliegende Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 wurde nach dem Grundsatz der Unternehmensfortführung aufgestellt. Entsprechend diesem Grundsatz wurden die Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten nach den nachfolgend erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angesetzt. Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 wird das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird pauschalierend jeweils mit 20 % p. a. im Zugangsjahr und in den vier darauf folgenden Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Bei den Finanzanlagen werden die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Die angewandten Zinssätze basieren auf den Abzinsungssätzen der Deutschen Bundesbank gemäß § 253 Abs. 2 HGB.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip(§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Finanzanlagen

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen belaufen sich auf TEUR 557 (Vj.: TEUR 554). Diese entfallen auf drei Darlehensforderungen gegen die MyHammer Holding AG in Höhe von TEUR 250, TEUR 100 und TEUR 200 und Zinsen in Höhe von TEUR 3 (Vj.: TEUR 4)

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 648 (Vj.: TEUR 739) entfallen auf Forderungen aus den erbrachten Dienstleistungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 150 (Vj.: TEUR 142) entfallen im Wesentlichen auf Forderungen aus der Mietkaution TEUR 106 (Vj.: TEUR 106).

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände mit Ausnahme der Mietkaution sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig und sind unverzinslich.

Eigenkapital

Nachfolgend dargestellt ist die Entwicklung des Eigenkapitals während des Geschäftsjahres:

Stammaktien Kapitalrücklage Gewinnrücklage Ergebnisvortrag Jahresergebnis Gesamt
Anzahl Betrag
Stück TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Vortrag am 01.01.2020 95.000 95 16.414 4 -14.155 1.755 4.113
Einstellung aus dem Ergebnisvortrag 0 0 0 0 1.755 -1.755 0
Zunahme/Abnahme lfd. Jahr 0 0 0 0 0 0 0
Jahresergebnis 0 0 0 0 0 4.722 4.722
Stand am 31.12.2020 95.000 95 16.414 4 -12.400 4.722 8.835

Das Grundkapital beträgt TEUR 95 (Vj.: TEUR 95) und ist eingeteilt in 95.000 (Vj.: 95.000) nennwertlosen Inhaberaktien (Stückaktien) mit laufender Gewinnanteilberechtigung.

Die MyHammer AG hatte mit der Holtzbrinck Digital GmbH einen Darlehensrahmenvertrag abgeschlossen, unter dem sie in den Jahren 2011 und 2012 zwei Darlehen in Höhe von TEUR 1.500 und TEUR 1.000 abgerufen hat. Zu beiden Darlehensbeträgen hat die Holtzbrinck Digital GmbH jeweils einen Forderungsverzicht mit Besserungsschein ausgesprochen. Für beide Tranchen ist ein Besserungsrecht vereinbart, nachdem die Rückzahlungsforderung nebst dem vereinbarten Darlehenszins von 6 % p. a. anteilig wieder entsteht, sofern sich bei Aufstellung eines Halbjahres- oder Jahresabschlusses ergibt, dass sich die finanzielle Situation der Darlehensnehmerin nach dem 31. Dezember 2013 derart verbessert hat, dass die MyHammer AG einen vertraglich definierten "Überschuss" von mehr als TEUR 2.000 erzielt. Der Überschuss ergibt sich dabei ausgehend vom Periodenergebnis abzüglich des Verlustvortrags und zuzüglich von Kapital- und Gewinnrücklagen, die mit dem Verlustvortrag verrechnet werden können, jedoch abzüglich des Betrags der gesetzlichen Rücklage. Die Besserung tritt dann in Höhe von 50 % des so ermittelten Überschusses mit Wirkung zum betreffenden Bilanzstichtag ein. Die Besserung tritt unter gleichen Voraussetzungen auch in Folgezeiträumen bis zur vollständigen Rückführung des Darlehens einschließlich der anfallenden Zinsen ein. Die Darlehen der Holtzbrinck Digital GmbH wurden im Rahmen des Unternehmensverkaufs von der HomeAdvisor GmbH übernommen.

Mit Vertrag vom 11. März 2013 hat die MyHammer Holding AG (Darlehnsgeberin) einen Darlehensvertrag mit der MyHammer AG (Darlehensnehmerin) mit einem Rahmen von insgesamt TEUR 1.500 geschlossen. Mit Wirkung zum 1. April 2013 hat die MyHammer Holding AG gegenüber der MyHammer AG einen Forderungsverzicht gegen Besserungsschein über diesen Darlehensbetrag ausgesprochen. Hierbei lebt die Rückzahlungsforderungen unter denselben Bedingungen wieder auf, wie bei dem oben aufgeführten Darlehen der HomeAdvisor GmbH.

Am 5. Dezember 2016 wurde vereinbart, die Rückzahlungsreihenfolge der Darlehen dahingehen in der Form zu ändern, dass zunächst das Darlehen der MyHammer Holding AG zu tilgen ist und erst nach vollständiger Tilgung dieses Darlehens der Anspruch der HomeAdvisor GmbH wiederauflebt.

Durch den erwirtschafteten Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2016 war der Besserungsfall des Darlehens gegenüber der MyHammer Holding AG hinsichtlich eines Betrages in Höhe von TEUR 1.530 eingetreten, der zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 passiviert und im zweiten Quartal 2017 gezahlt wurde.

Im dritten Quartal 2017 hat die MyHammer AG TEUR 1.100 des Darlehens gegenüber der HomeAdvisor GmbH vorzeitig getilgt. Die Passivierung der Verbindlichkeit wurde erfolgswirksam vorgenommen und die gebildete Kapitalrücklage gegen den vorgetragenen Bilanzverlust aufgelöst. Die HomeAdvisor GmbH hat mitgeteilt, dass sie diese Darlehen am 4. August 2017 an ein Konzernunternehmen innerhalb der lAC/InterActiveGroup übertragen hat. Neue Gläubigerin der Darlehen ist die IAC Search & Media UK Limited mit Sitz in London.

Im Geschäftsjahr 2018 hat die MyHammer AG weitere TEUR 1.603 des Darlehens von der IAC Search & Media UK Limited vorzeitig getilgt. Zum 31. Dezember 2018 betrugen die noch nicht wiederaufgelebten Verbindlichkeiten TEUR 925 gegenüber der IAC Search & Media UK Limited und TEUR 416 gegenüber der MyHammer Holding AG.

Im Geschäftsjahr 2019 hat die MyHammer AG das zweite Darlehen der IAC Search & Media UK Limited freiwillig getilgt. Hierdurch ist dieses Darlehen vollständig getilgt worden.

Durch den erwirtschafteten Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2019 ist der Besserungsfall eingetreten. Somit lebt die Verbindlichkeit aus dem Darlehen der MyHammer Holding AG vollständig wieder auf und wurde zum Bilanzstichtag mit TEUR 448 (Vj.: TEUR 0) passiviert. Die Passivierung der Verbindlichkeit wurde erfolgswirksam vorgenommen.

Im Geschäftsjahr 2020 hat die MyHammer AG Darlehen gegenüber der MyHammer Holding AG vollständig bezahlt.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen mit TEUR 775 (Vj.: TEUR 837) setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Rückstellungen für Fremdleistungen und Marketing TEUR 332 (Vj.: TEUR 263), Personalrückstellungen für variable Vergütungen an Mitarbeiter TEUR 151 (Vj.: TEUR 249), Rückstellungen für mietfreie Zeit TEUR 51 (Vj.: TEUR 64), Rückstellungen für Aufsichtsratsvergütungen TEUR 40 (Vj.: TEUR 60) sowie Rückstellungen für Personal Pflichtangaben TEUR 39 (Vj.: TEUR 38).

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Sämtliche Verbindlichkeiten sind unbesichert.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter in Höhe von TEUR 125 (Vj.: TEUR 556). Der Rückgang resultiert sich aus der Tilgung aus dem wiederaufgelebten Darlehen gegenüber der MyHammer Holding AG, aus den im Zusammenhang mit der umsatzsteuerlichen Organschaft entstandenen Verbindlichkeiten von TEUR 96 (Vj.: TEUR 107) und aus den Verbindlichkeiten gegenüber der HomeAdvisor International LLC von TEUR 28 (Vj.: TEUR 0). Die HomeAdvisor International LLC belastet die Kosten bezüglich der Nutzung des Datenverkehrs weiter an die MyHammer AG.

in TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Restlaufzeit gesichert Gesamt Restlaufzeit Gesamt
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr 1 - 5 Jahre über 5 Jahre mit bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 185 169 0 0 354 126 0 126
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 125 0 0 0 125 556 0 556
3. Sonstige Verbindlichkeiten 225 0 0 0 225 170 0 170
- davon aus Steuern 89 0 0 0 89 82 0 82
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 15 0 0 0 15 14 0 14

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

2020 2019
TEUR % TEUR %
- Erlöse Partnerpakete 11.106 54 11.989 67
- Erlöse bestätigter Kontakt 8.618 42 5.097 28
- Erlöse Nutzungsgebühr 255 1 206 1
- Vermarktungserlöse 170 1 171 1
- Erlösschmälerungen -13 0 -13 0
- sonstige Erlöse 497 2 538 3
20.633 100 17.988 100

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 159 (Vj.: TEUR 160) betreffen im Wesentlichen mit TEUR 103 (Vj.: TEUR 39) Erträge aus abgeschriebenen Forderungen und mit TEUR 35 (Vj.: TEUR 34) die Auflösungen von Rückstellungen sowie Erträge aus Aufwendungsausgleich TEUR 5 (Vj.: TEUR 26).

Materialaufwand

Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vorjahr von TEUR 2.298 um TEUR 279 auf TEUR 2.577 gestiegen und betrifft im Wesentlichen Online-Marketing Maßnahmen in Höhe von TEUR 2.531 (Vj.: TEUR 2.251).

Personalaufwand

Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr von TEUR 6.552 um TEUR 616 auf TEUR 7.168 gestiegen. Der Anstieg ist sowohl auf die gestiegene Anzahl von Mitarbeitern als auch auf eine Erhöhung von Durchschnittsgehalt zurückzuführen.

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

Die Entwicklung der Abschreibungen kann dem Anlagespiegel entnommen werden.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 5.611 (Vj.: TEUR 6.854) entfallen im Wesentlichen auf Marketing/PR Aufwendungen von TEUR 1.603 (Vj.: TEUR 1.937), Fremdarbeiten in Höhe von TEUR 1.585 (Vj.: TEUR 1.410); IT Kosten von TEUR 796 (Vj.: TEUR 561) und Raumkosten von TEUR 550 (Vj.: TEUR 556). Die Wertberichtigungen auf Forderungen betragen TEUR 562 (Vj.: TEUR 951).

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen von TEUR 3 (Vj.: TEUR 437) beinhalten im Wesentlichen aus der Aufzinsung der Aufwendungen.

Organe

Vorstand

Vorstandsmitglieder der Gesellschaft:

 

Bis 14. August 2020: Claudia Frese, Vorstandvorsitzende, Bereiche: Marketing, Vertrieb und Produkt.

 

Seit 15. August 2020: Ronald Egas, Vorstandvorsitzender, Bereiche: Marketing, Vertrieb und Produkt.

Thomas Bruns, Bereiche: Finanzen, Controlling und Business Intelligence sowie Customer Service, Personal, Recht

Aufsichtsrat

Als Mitglieder des Aufsichtsrates waren im Geschäftsjahr 2020 bestellt:

 

Dr. Jochen Gutbrod (bis 16.01.2020, Vorsitzender), Potsdam, Geschäftsführer der Raffay & Cie. GmbH, der Raffay Wohnungsgesellschaft mbH, der Raffay Immobilengesellschaft mbH, der RI Digital Ventures GmbH, der Raffay Media Ven tures GmbH, der Gutbrod Capital GmbH, der GutbrodWessel Beteiligungs GmbH; der Raffay Real Estate GmbH, der Globus Autohandelsgesellschaft mbH, der Raffay Spree GmbH, der Raffay Elbe GmbH und der btov Partners GmbH sämtlich in Berlin.

Jeffrey W. Kip, Needham, Massachusetts, USA, Chief Executive Officer (CEO) of HomeAdvisor International LLC, Wilmington, Delaware, USA, Managing director (Geschäftsführer) of HomeAdvisor GmbH, Ismaning, Director der MyBuilder Limited (England and Wales), London; Director der MyBuilder Plus Limited, London, England and Wales

Anabela Fernandes Perozek, Wellesley, Massachusetts, USA, Managing Partner der Sproutward, LLC, Wellesley, Massachusetts, USA.

Gesamtbezüge des Vorstands

Bezüge des Vorstands der MyHammer AG fielen im Jahr 2020 bei der MyHammer AG nicht an, da die Bezüge durch die Vergütung bei der MyHammer Holding AG abgegolten sind. Es findet intern eine Weiterberechnung der Bezüge von der MyHammer Holding AG zur MyHammer AG statt, diese grundsätzlich bei 90 % der Vergütung (zugewiesene Kosten zzgl. 5 % Aufschlag). Die Parteien haben in 2020 eine abweichende Regelung für die Zuordnung der Kosten des jährlichen Bonus des Vorstands und des Prokuristen getroffen, nach der diese Kosten vollständig auf die MyHammer AG zugeordnet werden, da hier ausschließlich operative Ziele der MyHammer AG maßgeblich waren.

Gesamtbezüge des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr betrug die Gesamtvergütung des Aufsichtsrates wie im Vorjahr TEUR 30.

Vorschüsse und Kredite an Vorstandsmitglieder sowie Haftungsverhältnisse zugunsten von Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrats

Weder den Mitgliedern des Vorstandes noch des Aufsichtsrats wurden Vorschüsse oder Kredite gewährt.

Haftungsverhältnisse zugunsten von Organmitgliedern bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

Mitarbeiter

Während des Geschäftsjahres 2020 waren bei der MyHammer AG durchschnittlich 120 Mitarbeiter (Vj.: 114) beschäftigt.

Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Die MyHammer Holding AG hat der MyHammer AG im September 2017 mitgeteilt, dass ihr - ohne Hinzurechnung nach § 20 Abs. 2 AktG - unmittelbar mehr als der vierte Teil der Aktien der MyHammer AG gehört. Die MyHammer Holding AG hat gemäß § 20 Abs. 4 AktG ferner mitgeteilt, dass ihr unmittelbar eine Mehrheitsbeteiligung an der MyHammer AG gehört.

Konzernverhältnisse

Mutterunternehmen der MyHammer AG, welches den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die MyHammer Holding AG, Berlin. Der Konzernabschluss der MyHammer Holding AG, Berlin, wird im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.

Der Jahresabschluss der MyHammer AG wird in den Konzernabschluss der lAC/lnterActiveCorp, Wilmington, Delaware, USA, als Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen einbezogen. Der Konzernabschluss der IAC Interactive Corp, USA ist am Unternehmenssitz von IAC InterActiveCorp. (555 West 18th Street, New York, New York 10011, Attention: Legal Department) erhältlich.

Angabe nach § 285 Nr. 21 HGB zu nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommenen Geschäften

Zwischen der MyHammer Holding AG und der Tochtergesellschaft MyHammer AG besteht ein Rahmenvertrag vom 24. März 2017 über die von der MyHammer Holding AG an die MyHammer AG erbrachten Dienstleistungen. Nach diesem Vertrag werden die durch die MyHammer Holding AG erbrachten Leistungen in Form von Ist-Kosten auf Vollkostenbasis zuzüglich eines Aufschlags von 5 % vergütet, soweit zwischen den Beteiligten im Einzelfall nichts anderes vereinbart ist. Als Vollkosten werden die zurechenbaren Einzel- und Gemeinkosten betrachtet. Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftssegmenten werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt. Die Parteien haben in 2020 eine abweichende Regelung für die Zuordnung der Kosten des jährlichen Bonus des Vorstands und des Prokuristen getroffen, nach der diese Kosten vollständig auf die MyHammer AG zugeordnet werden, da hier ausschließlich operative Ziele der MyHammer AG maßgeblich waren. Im Geschäftsjahr 2020 erfolgten seitens der MyHammer Holding AG Weiterbelastungen an die MyHammer AG in Höhe von TEUR 959 (Vj.: TEUR 556).

Des Weiteren erfolgten seitens der MyHammer AG Weiterbelastungen an die MyHam- mer Holding AG in Höhe von TEUR 10 (Vj.: TEUR 10).

Haftungsverhältnisse nach § 251 in Verbindung mit§ 285 Nr. 27 HGB

Haftungsverhältnisse der MyHammer AG bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

Außerbilanzielle Geschäfte/Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die wesentlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen stellen sich wie folgt dar:

< 1 Jahr 2-5 Jahre > 5 Jahre
TEUR 574 1.544 0

Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Verpflichtungen aus der Anmietung der Geschäftsräume der Gesellschaft sowie aus Leasingverträgen für EDV Ausstattung und Softwarelizenzen.

Prüfungs- und Beratungsgebühren

Auf die Angabe des vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechneten Gesamthonorars nach § 285 Nr. 17 HGB wurde verzichtet, da diese Angabe im Konzernanhang der MyHammer Holding AG, Berlin, enthalten ist.

Nachtragsbericht

Aufgrund der Niederlegung des Aufsichtsratsmandats durch den langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Jochen Gutbrod zum 16. Januar 2021 hat die Hauptversammlung der Gesellschaft Herrn Rechtsanwalt Christoph Partsch mit Wirkung zum 17. Januar 2021 als neues Mitglied des Aufsichtsrats bestimmt. Herr Partsch ist am 3. Februar 2021 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der MyHammer AG gewählt worden.

Ergebnisverwendung

Der Bilanzverlust wird auf neue Rechnung vorgetragen.

 

Berlin, den 30. März 2021

Ronald Egas

Thomas Bruns

Entwicklung des Anlagevermögens 2020

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2020 Zugänge Abgänge 31.12.2020
EUR EUR EUR EUR
1. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 252.820,72 356.058,00 0,00 608.878,72
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 282.640,05 27.593,45 0,00 310.233,50
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 590.669,16 23.751,00 13.557,35 600.862,81
873.309,21 51.344,45 13.557,35 911.096,31
III. Finanzanlagen
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2020 Zugänge Abgänge 31.12.2020
EUR EUR EUR EUR
1. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 189.143,96 80.754,97 0,00 269.898,93
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 147.927,85 66.409,21 0,00 214.337,06
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 162.612,01 66.509,90 13.557,35 215.564,56
310.539,86 132.919,11 13.557,35 429.901,62
III. Finanzanlagen
Buchwerte
31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR
1. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 338.979,79 63.676,76
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 95.896,44 134.712,20
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 385.298,25 428.057,15
481.194,69 562.769,35
III. Finanzanlagen

Lagebericht 2020

Grundlagen

1. Unternehmensprofil

1.1 Gesellschafterstruktur der MyHammer AG

Die MyHammer AG hat ihren Hauptsitz in Berlin. Alleinige Aktionärin der MyHammer AG (nachfolgend auch "MyHammer") ist die MyHammer Holding AG.

1.2 Geschäftstätigkeit

Die nicht-börsennotierte MyHammer AG betreibt Internetplattformen für Handwerks- und Dienstleistungsaufträge in Deutschland und Österreich. MyHammer unterstützt Handwerksunternehmen bei der Auftragssuche und hilft Verbrauchern, den passenden Betrieb für ihren Auftrag rund um Haus und Garten zu finden. Über MyHammer können Auftraggeber direkt mit qualifizierten und von Kunden empfohlenen Handwerkern in Kontakt treten. Das Spektrum reicht von kompletten Baumaßnahmen über Reparaturen und Wohnungsrenovierungen bis hin zu Umzügen. MyHammer achtet auf die Einhaltung der Handwerksordnung und prüft die Angaben zur Qualifikation der jeweiligen Betriebe. Die Vertragsbeziehung mit den Handwerkern und Dienstleistern läuft entweder über ein Mitgliedschaftsmodell, das MyHammer-Paket oder ein nutzungsbasiertes Preismodell (sogenanntes Pay-per-use-Modell). Für Auftraggeber ist die Nutzung des Portals mit keinen Kosten verbunden. Allerdings können sie einzeln hinzubuchbare, kostenpflichtige Zusatzprodukte kaufen. Handwerker und Verbraucher können unsere Angebote über verschiedene Kanäle nutzen, zum Beispiel per Desktop PC, über mobile Applikationen ("Apps") oder über unsere mobilen Websites.

Handwerker und Dienstleister werden mit ihrem MyHammer-Profil von potenziellen Auftraggebern nicht nur direkt auf MyHammer gefunden, sondern auch bei Suchmaschinen wie Google. Zudem erhalten sie regelmäßig Aufträge gemäß ihrer Suchkriterien aus ihrer Region und können über die MyHammer-Plattform mit Auftraggebern in Kontakt treten. Sind Handwerker an einem Auftrag interessiert, können sie aktiv ihr Interesse daran bekunden. Ist der Auftraggeber ebenso interessiert und antwortet auf die Anfrage des Handwerkers, entsteht ein sogenannter bestätigter Kontakt. Im Rahmen der so entstandenen Konversation erhalten Handwerker die Kontaktdaten des Auftraggebers, um weitere Details zu klären.

Bei MyHammer gibt es Verträge ohne eine monatliche Grundgebühr sowie Verträge mit einer monatlichen Grundgebühr. Bei Verträgen ohne monatliche Grundgebühr erheben wir ab dem ersten bestätigten Kontakt eine Gebühr. Diese Gebühr wird nur dann fällig, wenn ein Auftraggeber auf die Kontaktaufnahme des Handwerkers antwortet und damit ein echtes Interesse bekundet (= bestätigter Kontakt) . Die Gebühr für einen bestätigten Kontakt hängt von Art und Umfang der angefragten Leistung ab. Auch Nachfrage und Saison können hier eine Rolle spielen. Die Höhe der Gebühr für einen bestätigten Kontakt richtet sich dabei nach dem durchschnittlichen Auftragswert für die vom Auftraggeber angefragte Leistung. Bei Verträgen mit monatlicher Grundgebühr ist eine bestimmte Anzahl bestätigter Kontakte inklusive.

Die Vermarktung der MyHammer Partnerpakete erfolgt in erster Linie direkt auf der MyHammer- Plattform. Potenzielle Kunden, die sich auf der Seite registrieren, erhalten im Registrierungsprozess entsprechende Angebote. Nachgelagert erfolgen verschiedene gezielte Verkaufskampagnen, die von eigenen Vertriebsmitarbeitern telefonisch durchgeführt werden.

2. Strategie

Primäres Ziel des Vorstands ist es, MyHammer als führende Internetplattform für die Vermittlung von Handwerks- und Dienstleistungsaufträgen an Verbraucher im deutschsprachigen Raum (Deutschland und Österreich) weiter auszubauen. Dafür ist es entscheidend, die führende Marktposition bei den eingestellten Aufträgen und der Nutzeraktivität zu erhalten bzw. auszubauen, um sowohl für Handwerker als auch für Verbraucher attraktiv zu bleiben. Ein hoher Bestand an Aufträgen und eine große Zahl von Handwerkern verstärken sich gegenseitig, da beide Zielgruppen den Marktplatz üblicherweise bevorzugen, der am liquidesten und somit am effizientesten in der Vermittlung ist. Mit der Fokussierung auf unsere Kernmärkte Deutschland und Österreich haben wir eine gute Ausgangsbasis, um in den kommenden Jahren durch Etablierung neuer Produktangebote und Funktionalitäten auf unserer Webseite neue Kunden zu gewinnen und langfristig zu binden, sowie nachhaltig und profitabel den Umsatz zu steigern.

Die Plattformökonomie ist ein zentraler Bestandteil der fortschreitenden Digitalisierung von Gesellschaften, Märkten und Betrieben . Mittlerweile sind rund 90 % der deutschen Bevölkerung auf verschiedenen Plattformen aktiv, was zu strukturellen Verschiebungen im Konsum- und Angebotsverhalten auf praktisch allen Märkten geführt hat. Es ist daher bereits zu beobachten und für die Zukunft anzunehmen, dass Angebot und Nachfrage über digitale Plattformen das Handwerk erheblich beeinflussen und verändern werden Hierfür sind mehrere Tendenzen potenziell wirksam:

Der immer stärker werdende Druck von Konsumentenseite zur Nutzung von Online-Zugangswegen zu Produkten und Dienstleistungen in allen gesellschaftlichen Bereichen ist langfristig wirksam. Damit zusammenhängend werden Wettbewerbsvorteile für digital aktive Betriebe wirksam, die sich in Form von erheblichem Anpassungsdruck auf alle Betriebe auswirken können.

Die digitale Kundenbewertung setzt sich im Privatkundengeschäft immer mehr durch. Auf der Suche nach einem geeigneten und kompetenten Dienstleistungsunternehmen vertrauen Nutzer den Erfahrungsberichten Anderer. Herausragende Leistungen von Handwerksbetrieben werden von zufriedenen Kunden mit positiven Bewertungen belohnt.

Die derzeitige außergewöhnlich gute konjunkturelle Lage in Kombination mit einem Fachkräftemangel bedeutet für viele Handwerksbetriebe eine starke Position gegenüber Nachfragern, was derzeitig eine stärkere Anpassung an die digitalen Präferenzen urbaner Konsumentenschichten nicht notwendig macht. Im nächsten konjunkturellen Abschwung ist von einer Umkehrung dieser Position auszugehen, so dass im Wettbewerb um begrenzt verfügbare Aufträge digital aktive Betriebe mit Wettbewerbsvorteilen zu rechnen haben. Da auch der digitale Reputationsaufbau langfristig erfolgt, sind die bereits digital aktiven Betriebe deutlich im Vorteil.

Da auch Betriebe im ländlichen Raum in erheblichem Maße von urbanen Nachfragern abhängig sind, ist eine Anpassung an die entsprechenden Konsumentenpräferenzen erforderlich. Dies wird insbesondere im Zuge des demographischen Wandels, der ländliche Räume stärker betrifft, und der zunehmenden Urbanisierung wirksam. Diese strukturellen Verschiebungen lassen die urbanen Nachfrager mit ihren Präferenzen und damit den Fokus ländlicher Betriebe auf urbane Märkte wichtiger werden.

Für MyHammer bieten diese Markttrends große Chancen, da wir als führende Internetplattform die Möglichkeit haben, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten und sowohl durch attraktive Preismodelle als auch die Optimierung und Weiterentwicklung unseres Produkt- und Dienstleistungsangebots das Leistungsversprechen unserer Plattform für beide Marktplatzteilnehmer kontinuierlich zu verbessern. Unsere Umsätze werden ganz wesentlich durch die Anzahl unserer aktiven Handwerker auf der einen Seite sowie auf die Anzahl der eingestellten Aufträge auf der anderen Seite bestimmt. Im Mittelpunkt der Weiterentwicklung der MyHammer Plattform stehen daher folgende strategische Stoßrichtungen: Erhöhung des Kundenbestandes an qualifizierten Handwerkern und Dienstleistern, Erhöhung der eingestellten Ausschreibungen von Verbrauchern und die Erhöhung der Aktivität von Handwerkern und Verbrauchern auf der Plattform.

MyHammer steht mit seinem Geschäftsmodell im Wettbewerb mit Unternehmen verschiedener Branchen, die allesamt versuchen, Handwerkern mehr Geschäft zu vermitteln. Hierzu zählen reine Branchenbücher, sogenannte "Lead Engines", On-Demand-Modelle, Reputationsdienste, Suchmaschinen sowie Anbieter von Marketingdienstleistungen. Die Konzentration auf das Kerngeschäft und auf die Kernbedürfnisse der Marktteilnehmer ist die Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung unserer aktuellen Roadmap. Zudem sind qualifizierte Mitarbeiter auf allen Ebenen Voraussetzung für den strategischen und wirtschaftlichen Erfolg von MyHammer.

3. Steuerungssystem und Leistungsindikatoren

Entlang unserer Strategie haben wir unser internes Steuerungssystem ausgerichtet und entsprechende Leistungsindikatoren definiert. Zur effektiven Steuerung unserer Geschäftsaktivitäten und zur Messung des Erfolgs der strategischen Ziele nutzen wir sowohl finanzielle als auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren. Ein wichtiger Teil unseres internen Steuerungssystems sind Monatsberichte, die eine Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, eine Konzern-Bilanz, eine Konzern-Kapitalflussrechnung sowie die Monatsergebnisse unserer Segmente beinhalten. Weiterhin werden in wöchentlich stattfindenden Besprechungen unseres ersten Führungskreises der aktuelle Geschäftsverlauf sowie Prognosen mit Blick auf die Entwicklung der finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren diskutiert. Bei Abweichungen werden notwendige Korrekturmaßnahmen eingeleitet. Die finanziellen sowie nicht finanziellen Kennzahlen werden kontinuierlich überwacht und wöchentlich und monatlich mit den Budgetzielen sowie einem rollierenden Forecast verglichen. Ergänzt werden diese Berichte durch bedarfsorientierte längerfristige Prognosen zum Geschäftsverlauf sowie durch einen jährlich stattfindenden Budgetplanungsprozess. Sowohl die aktuelle Ertragslage als auch die Prognosen werden dem Aufsichtsrat in regelmäßig stattfindenden Sitzungen vorgestellt.

Das übergeordnete Ziel von MyHammer ist die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes über eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft. Die zentralen finanziellen Steuerungskennzahlen zur Beurteilung der Ertragskraft des operativen Geschäfts und der Rentabilität sind die Kennzahlen Umsatz und operatives Ergebnis (EBIT). Der Umsatz wird als Wachstumsindikator des Geschäftes herangezogen.

Der finanzielle Erfolg unserer Plattform wird gemäß unserer Strategie ganz wesentlich durch die Anzahl unserer aktiven Handwerker sowie durch die Anzahl der eingestellten Aufträge bestimmt. Sie sind ganz entscheidend für die Liquidität des Online-Marktplatzes MyHammer und damit auch für die Attraktivität sowohl für Handwerker als auch für Konsumenten. Daher gehören zu den nichtfinanziellen Steuerungsgrößen die Anzahl der im Jahresverlauf durchschnittlich aktiven Handwerker und Dienstleister sowie die Anzahl der eingestellten Aufträge von Konsumenten. Hier haben wir für das Geschäftsjahr 2020 ein deutliches Wachstum unseres aktiven Kundenstammes sowie eine deutliche Erhöhung der Anzahl der eingestellten Ausschreibungen prognostiziert.

Neben den Umsatzerlösen aus bestätigten Kontakten sind auch weiterhin die Umsatzerlöse aus Partnerpaketen relevant. Wesentlich für die Entwicklung dieser Umsätze ist die durchschnittliche Anzahl der Handwerker und Dienstleister, die im Geschäftsjahresverlauf ein Laufzeitpaket abgeschlossen haben, mit denen wir monatlich wiederkehrende Abonnementumsätze erzielen sowie die durchschnittlichen Erlöse je Laufzeitpaketkunde pro Jahr (Average Revenue per User, " ARP U"). Hier hatten wir für 2020 einen Rückgang der Laufzeitpaketkunden von 5 % -10 % prognostiziert, da wir die Vermarktung von Paketen ohne eine monatliche Gebühr forcieren wollten. Einen positiven Effekt auf den Umsatz aus Partnerpaketen hatten wir aus dem in 2020 erwarteten Anstieg des ARPU prognostiziert.

Die Prognosen für die vorstehenden nicht finanziellen Kennzahlen wurden allerdings ohne die eventuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie erstellt. Nachdem Mitte März 2020 das Coronavirus sich in Deutschland und Österreich immer stärker ausbreitete und erste Einschränkungen der wirtschaftlichen Tätigkeit in diesen Ländern erlassen wurden haben wir die Prognose angepasst und prognostizierten aufgrund der erwarteten negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus ein deutlich geringeres Wachstum bei allen nicht finanziellen Kennzahlen und in der Folge ein deutlich geringeres Umsatzwachstum. Auch das operative Ergebnis (EBIT) wurde ebenfalls deutlich geringer als vor der Ausbreitung des Coronavirus erwartet.

4. Forschung und Entwicklung

Unser Ziel ist es, kontinuierlich unsere Produkte zu verbessern und neue Produkte für die Bedürfnisse unserer Handwerker und Dienstleister sowie unserer privaten Endkunden zu entwickeln . Innovationen und die Weiterentwicklung unserer Produkte sind für uns ein elementarer Bestandteil unserer Strategie eines nachhaltigen und profitablen Umsatzwachstums .

Der Trend zur mobilen Nutzung des Internets ist weiter ungebrochen. Wir haben daher auch im abgelaufenen Jahr sehr viel Aufwand in die responsive Gestaltung unserer Webseiten und in die Weiterentwicklung unserer iOS- und Android-Apps investiert, um die einfache und gezielte Nutzung aller Kernfunktionalitäten unserer Plattform auch mobil zu ermöglichen.

Die zentralen Bestandteile unserer Plattform und der mobilen Applikationen werden von uns selbst entwickelt. Dank der in den letzten Jahren etablierten und optimierten agilen Produktentwicklung kann ein hoher Grad an Flexibilität und Entwicklungseffizienz sichergestellt werden. Die sogenannte " Bug-quote", d. h. Fehlerquote im Produktentwicklungsprozess, soll durch weitere Optimierungen, insbesondere durch testgetriebene Entwicklung, institutionalisierte Code-Reviews und den Ausbau der Testautomatisierung und des Monitorings weiter vorangetrieben werden. Die entwickelten Produkte werden regelmäßig auf ihre Nutzerfreundlichkeit in eigens dafür durchgeführten UX ("User Experience") -Analyseverfahren getestet, so dass auch diese Erfahrungswerte in die Produktoptimierung einfließen.

Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr hat MyHammer externe Architektur- und Produktspezialisten (TEUR 1 60; i.V.: TEUR 149) engagiert, um das Know-how der eigenen Produktmitarbeiter zu erweitern. Im Geschäftsjahr 2020 wurden TEUR 2.796 (i.V.: TEUR 2.425) in die Produktentwicklung investiert, überwiegend Personalaufwendungen für Entwickler und Programmierer. Damit liegen die Aufwendungen für die Produktentwicklung mit 14 % am Gesamtumsatz auf Vorjahresniveau. Entwicklungsbezogene Leistungen für selbst- oder fremderstellte Software wurden aufgrund fehlender formaler Voraussetzungen im Geschäftsjahr 2020 wie schon in den Vorjahren nicht aktiviert. Forschungsaufwendungen fallen grundsätzlich nicht an.

Wirtschaftsbericht

5. Unternehmensumfeld

5.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

MyHammer ist im Handwerksmarkt in Deutschland und Österreich aktiv. Deutschland ist mit 96 % Umsatzanteil im Geschäftsjahr 2020 der Hauptmarkt von MyHammer. infolge der Corona-Pandemie geriet die deutsche Wirtschaft laut Einschätzung der Bundesregierung in ihrem Jahreswirtschaftsbericht 2021 in eine der schwersten Rezessionen seit Jahrzehnten. Laut vorläufigem Jahresergebnis des Statistischen Bundesamtes ging das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 um 5,0 Prozent zurück. Die Jahresprojektion 2020 war hingegen noch von einem Anstieg um preisbereinigt 1,1 Prozent aus gegangen. Die deutsche Volkswirtschaft erlebte pandemiebedingt einen historisch bislang einmaligen Einbruch in der ersten Jahreshälfte. Dem scharfen Rückgang des BIP im zweiten Vierteljahr folgte ein kräftiger Zuwachs im dritten Quartal, welcher im vierten Quartal an Dynamik verlor. Die Investitionen in Bauten zeigten sich, den schwierigen Umständen zum Trotz, relativ robust (+1,5 Prozent; JP20: +2,1 Prozent). Dabei wirkte eine kräftige Ausweitung der Investitionen von Bund und Ländern der Investitionszurückhaltung des Privatsektors entgegen. Die realen privaten Konsumausgaben entwickelten sich angesichts eingeschränkter Konsummöglichkeiten im Rahmen der Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen mit -6,0 Prozent ebenfalls deutlich negativ, anders als in der Jahresprojektion prognostiziert (+0,3 Prozent). Die staatlichen Konsumausgaben hingegen nahmen mit 3,4 Prozent deutlich stärker zu als erwartet (0,5 Prozent). Grund hierfür waren v. a. das Konjunkturpaket und die Stützungsmaßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung der Krise.

Die Erwerbstätigkeit ging im Jahr 2020 im Durchschnitt um etwa 477 Tausend Personen zurück. Der massive Einsatz von Kurzarbeit konnte die Erwerbstätigkeit stützen und umfangreicheren Arbeitsplatzabbau verhindern. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahresdurchschnitt um 429 Tausend auf durchschnittlich 2,7 Millionen Personen. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,9 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent zu. In der Jahresprojektion war die Bundesregierung noch von etwa 2,3 Millionen Arbeitslosen (5,0 Prozent) und einer leichten Zunahme der Erwerbstätigkeit um 0,4 Prozent ausgegangen. Insgesamt stiegen die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte nur leicht um 0,8 Prozent. In der Jahresprojektion wurde noch von einem Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter um 3,4 Prozent und der verfügbaren Einkommen um 2,8 Prozent ausgegangen.

Vor dem Hintergrund einer vergleichsweisen stabilen wirtschaftlichen Entwicklung im Baugewerbe, wird unser Geschäftsmodell aber vor allem durch die Entwicklung der Rahmenbedingungen für Online-Marktplätze beeinflusst. Die Digitalisierung hat im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie einen enormen Schub bekommen. Für viele Menschen verschoben sich Teile des Alltags stärker denn je in die digitale Welt. Insbesondere in den Lebensbereichen Arbeitswelt, Bildung und Gesundheit spielte die Digitalisierung eine herausgehobene Rolle. Eine Vielzahl digitaler Medien und E-Commerce Webseiten sowie mobiler Apps haben die Internetnutzung als einen festen Bestandteil im Leben der Konsumenten verankert. Im Jahr 2020 nutzten gemäß dem aktuellen D21-Digital-Index der Initiative D21 88 % der Deutschen ab 14 Jahren das Internet, 80 Prozent auch mobil. Der Trend der hohen Zuwachsraten beim mobilen Internet setzt sich auch 2020 fort. Die mobile Internetnutzung nähert sich nachdrücklich dem Niveau der allgemeinen Internetnutzung. Mittelfristig werden die beiden Werte gleichauf sein - wer das Internet benutzt, wird dann auch mobil online sein. Mit zunehmender formaler Bildung steigen die Internetnutzung sowie die mobile Internetnutzung. Im niedrigen Bildungsbereich liegt der Anteil an Internet-Nutzern bei 70 Prozent, im hohen Bildungsbereich nutzen mit 98 Prozent hingegen so gut wie alle das Internet. Weiterhin ist die Internetnutzung in Großstädten höher als auf dem Land und in Mehr-Personen -Haushalten deutlich stärker ausgeprägt als in Ein-Personen-Haushalten.

Betrachtet man die Online-Nutzung im Detail, so zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg in der Nutzung über alle digitalen Dienste hinweg. Dieser ist zum Teil erheblich und sicherlich auch auf die reduzierten Offline-Möglichkeiten in Zeiten der Corona-Beschränkungen zurückzuführen . Etwa drei Viertel kaufen zumindest gelegentlich Waren im Internet oder kommunizieren über Instant-Messaging-Dienste. Auch die Bestellung oder Buchung von Dienstleistungen (z. B. Reisen, Lieferdienste, Handwerk), zum Teil einhergehend mit digitalen Bezahlungen (z. B. über PayPal), sind mit knapp zwei Dritteln beliebte Online-Anwendungen. Mehr Zeit in den eigenen vier Wänden während der Corona-Krise erklären diesen Anstieg. Ein oder mehrmals pro Woche nutzen die Bürgerinnen in Deutschland insbesondere Messenger Dienste wie WhatsApp (61 Prozent), während gut ein Zehntel mindestens einmal in der Woche online bezahlt. Online-Shopping (Waren oder Dienstleistungen) sowie digitale Behördengänge finden hingegen schwerpunktmäßig eher seltener statt. Insgesamt gilt: Menschen in Großstädten nutzen mehr Online-Dienste als Menschen auf dem Land. Zudem zeigt sich, je gebildeter die Befragten, umso mehr Dienstleistungen nehmen sie über das Internet in Anspruch. Das gilt insbesondere für Dienstleistungen, die höhere Ausgaben erfordern. Bei der Gewinnung von Neuausschreibungen besteht für MyHammer aus unserer Sicht daher noch erhebliches Wachstumspotential durch eine konsequente Erschließung neuer Nutzergruppen.

5.2 Entwicklung des deutschen Handwerksmarktes

Die Bauwirtschaft ist nach Einschätzung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) bislang, verhältnismäßig gut durch die Corona-Pandemie gekommen und dürfte auch in den kommenden Jahren solide Wachstumsraten verzeichnen. Dennoch geht die Pandemie auch an der Bauwirtschaft nicht spurlos vorüber. Kurzfristig kam es vor allem im Wirtschaftsbau zu einer geringeren Nachfrage und auch die Leistungen im Bestand wurden reduziert. Der Wohnungsbau bleibt die zentrale Stütze der Baukonjunktur, kommt jedoch nicht ungeschoren durch die Corona-Pandemie. Zwar ließ sich bei der Neubautätigkeit im Gegensatz zu anderen Wirtschaftszweigen kein abrupter Abbruch der Produktionstätigkeit erkennen. Das ohnehin seit einiger Zeit schwächelnde Ausbaugewerbe verzeichnete in den Sommermonaten des Jahres 2020 aber einen deutlichen Produktionsrückgang. Die Verunsicherung über die gesamtwirtschaftliche Lage und Einkommensentwicklung ließ wohl viele Haushalte weniger dringende Arbeiten aufschieben. Die Kapazitätsauslastung, die Anfang 2020 noch ein Allzeit-hoch erreichte, blieb bis zuletzt hinter dem hohen Niveau der vergangenen Jahre zurück.

In den Bau- und Ausbaugewerken sanken die Wartezeiten auf einen Handwerker merklich. In den Bauhauptgewerken von 13,4 auf 12,9 Wochen, in den Ausbaugewerken von 10,6 auf 9,7 Wochen. Im abgelaufenen Jahr 2020 dürfte die Neubautätigkeit mit 5,2 Prozent noch einmal recht dynamisch zugelegt, allerdings leicht an Tempo gegenüber den Vorjahren eingebüßt haben. Die Bautätigkeit an bestehen-den Wohngebäuden wurde von der Corona-Pandemie deutlich stärker beeinträchtigt als die Neubautätigkeit und erhöhte sich um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit halb so stark wie im Jahr 2019. Weiterhin schwierig blieb die geschäftliche Situation auch in den Kfz-Gewerken. Die Betriebe spürten die Kaufzurückhaltung der Verbraucher bei Neuwagen und auch die Werkstätten waren insgesamt weniger gut ausgelastet als vor der Krise.

Der Prozess der Digitalisierung erfasst und verändert nach einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung sowohl den Alltag der Menschen als auch die Produktionsweisen in Industrie und Handwerk. In zunehmendem Maß findet digitale Technik auch Eingang in Arbeitsprozesse, die bisher als stark individualisiert, personen- bzw. kundenbezogen angesehen wurden. Hierzu gehört das Handwerk, verstanden als Wirtschaftsbereich, der ortsnah vornehmlich individualisierte Technik und Dienstleistungen für seine Kundschaft anbietet. Als eine zentrale Herausforderung haben sie dabei die durch digitale Plattformen sich verändernden Märkte identifiziert. Hiervon ist aus ihrer Sicht auch das Handwerk betroffen, denn die Digitalisierung bringt neue Geschäftsmodelle hervor, die nicht-handwerklichen Anbietern den Zugang zu traditionell handwerklich dominierten Märkten verschafft. Es ist also davon auszugehen, dass der digitale technologische Megatrend Potenzial hat, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle im Handwerk zunehmend zu verändern.

Als Folge der Digitalisierung verändern sich aber auch die Vertriebs- und Wettbewerbsstrukturen im Handwerk. Eine Ursache stellt das veränderte Konsumverhalten dar. Ein wachsender Anteil von Kundengruppen nutzt das Internet für die Informationsbeschaffung und die Nachfrage nach Online-Dienstleistungen steigt. Betriebe müssen auf die neuen Bedürfnisse der Konsumenten reagieren, die Internetpräsenz erhöhen, Möglichkeiten der digitalen Kundenkommunikation finden und einführen. Eine besondere Rolle spielen dabei auch Online-Plattformen, die als Vermittlungsportale zwischen Kundschaft und Betrieben fungieren Mithilfe der Portale können Betriebe diesem veränderten Konsumverhalten begegnen, den eigenen Marktradius erhöhen und sich somit im überregionalen Wettbewerb stärken. Allerdings erhöht sich damit auch der Wettbewerbsdruck für die Betriebe, da die Kunden aus einer größeren Anzahl von Anbietern wählen können. Neben einem erhöhten Preisdruck stellt die Qualitätsabbildung im Internet eine weitere Herausforderung dar. Durch Bewertungsmechanismen auf Online-Plattformen können Betriebe schnell durch schlechte Bewertungen Kundschaft verlieren und zunehmend von Plattformen verdrängt werden.

Mit unserer führenden Marktposition im Bereich der Online-Vermittlung von Aufträgen von Privat an Handwerker sind wir gut aufgestellt, um den Strukturwandel im Handwerk mit der fortschreitenden Digitalisierung der Märkte für MyHammer zu nutzen. Allerdings ist die gute Auftragslage im Handwerk auch für uns eine Herausforderung, um neue Handwerker von den Vorteilen zu überzeugen und als neue Kunden zu gewinnen.

6. Geschäftsentwicklung

MyHammer befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs und erzielte im Geschäftsjahr 2020 Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 20.633. Dies impliziert eine Steigerung gegenüber dem Vorjahresumsatz von TEUR 17.988 um TEUR 2.645 bzw. 15 %. Aufgrund der sich ab Mitte März ausbreitenden Coronavirus-Pandemie hatten wir ein deutlich geringeres Umsatz- und Ergebniswachstum prognostiziert als vor der Pandemie noch erwartet. Das Umsatzwachstum ist vor allem auf die verstärkte Monetarisierung der an die Handwerker vermittelten bestätigten Kundenkontakte zurückzuführen . Hier konnten wir den Umsatz um 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Der Rückgang bei den Paketumsätzen betrug dagegen nur 7 Prozent.

Nach Abzug aller Kostenpositionen konnte im Geschäftsjahr 2020 insgesamt ein positives operatives Betriebsergebnis i. H. v. TEUR 5.224 (i.V. TEUR 2.301) erreicht werden. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf TEUR 5.437 (i.V.: TEUR 2.445).

Das operative Ergebnis hat sich im Geschäftsjahr 2020 bei vergleichbaren Ausgaben für Vermarktung und Vertrieb und höheren Ausgaben für die Produktentwicklung gegenüber dem Ergebnis von 2019 mehr als verdoppelt. Das operative Ergebnis (EBIT) dient als Indikator für die Ertragskraft des operativen Geschäftes. Mit der Erhöhung gegenüber dem Vorjahr um TEUR 2.923 von TEUR 2.301 auf TEUR 5.224 liegen wir damit deutlich über der ursprünglichen Prognose.

Der operative Cashflow war mit TEUR 5.681 deutlich besser als im Vorjahr mit TEUR 3.282.

Das Geschäftsjahr 2020 stand bei MyHammer unter dem übergeordneten Ziel, das Wachstum des aktiven Kundennetzwerkes deutlich zu beschleunigen. Hierfür sollten unterschiedliche Partnerpakettypen und Preismodelle am Markt getestet werden. Ganz wesentlich für die Geschäftsentwicklung war die Etablierung eines Partnerpaketes ohne fixe Monatsgebühr, dass dem Vertrieb deutlich mehr Flexibilität im Verkauf gab, aber unsere bisherige Kennzahlenbeurteilung deutlich verändert hat. Als Antwort darauf haben wir neue nicht finanzielle Kennzahlen für die Beurteilung des Geschäftes etabliert, die im Abschnitt "Steuerungssystem und Leistungindikatoren" beschrieben sind.

Der durchschnittliche Bestand an Kunden, die im Geschäftsjahr 2020 ein Laufzeitpaket abgeschlossen hatten, sank gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt um 18 % auf rund 15.700. Der ARPU gerechnet als Umsatz aus Partnerpaketen des Geschäftsjahres geteilt durch die durchschnittliche Anzahl an Laufzeitkunden erhöhte sich im Gegenzug um 13 % auf EUR 708 per annum.

Mit der Einführung der Monetarisierung der bestätigten Kundenkontakte hat der nicht finanzielle Leistungsindikator "Durchschnittliche Anzahl aktiver Handwerker und Dienstleister" für die Beurteilung des Geschäfts an Bedeutung gewonnen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir die Anzahl der durchschnittlich aktiven Handwerker und Dienstleister um 21 % auf rund 15.450 steigern.

Erfolgreich waren wir in den letzten 12 Monaten auch bei der Erhöhung der eingestellten Ausschreibungen von Konsumenten. So konnten in 2020 gegenüber 2019 rund 29 % mehr Neuausschreibungen generiert werden. Wesentlicher Treiber für dieses Wachstum ist die vor allem im ersten Quartal ausgestrahlte TV-Kampagne, die sich gezielt an private Endkunden richtete. Ferner haben wir die Onlinemarketing-Aktivitäten verstärkt, die ebenfalls für mehr Ausschreibungen von privaten Endkunden sorgte. Insgesamt belief sich die Zahl der eingestellten Ausschreibungen von Konsumenten auf rund 1.128.000.

7. Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr

Am 16. Dezember 2020 teilte Herr Dr. Jochen Gutbrod der Gesellschaft mit, dass er seine Aufsichtsratsmandate in der MyHammer Gruppe niederlegt Herr Dr. Gutbrod war seit 2011 Vorsitzender des Aufsichtsrats der MyHammer Holding AG und der MyHammer AG Für die MyHammer Holding AG erfolgte die Niederlegung zum Ablauf des 31. Dezember2020 für die MyHammer AG mit Wirkung zum 16. Januar 2021. Für die Nachfolge im Aufsichtsrat verweisen wir auf den Nachtragsbericht unter Zifferl2 .

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Die folgenden Erläuterungen stellen die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für die MyHammer AG dar. Die MyHammer AG ist als Tochtergesellschaft der MyHammer Holding AG Teil des MyHammer-Konzerns. Ihr obliegen die operativen Tätigkeiten der MyHammer-Gruppe. Der Jahresabschluss der MyHammer AG wird nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

8. Ertragslage

8.1 Umsatzerlöse

Die MyHammer AG befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Insgesamt konnte die Gesellschaft ihren Umsatz im Jahr 2020 um 15 % gegenüber dem Vorjahr steigern. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die steigende Kundenzahl und den kontinuierlich steigenden Umsatz je Kunde sowie auf die in 2018 eingeführten Gebühren für bestätigte Kontakte zurückzuführen.

Im Geschäftsjahr 2020 erzielte die MyHammer AG Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 20.633. Dies impliziert eine Steigerung gegenüber dem Vorjahresumsatz von TEUR 17.988 um TEUR 2.645 bzw. 15 %. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 sanken die Paketumsätze vor Erlösschmälerungen mit TEUR 11.106 gegenüber TEUR 11.989. Aus den Gebühren für bestätigte Kontakte erwirtschaftet die MyHammer AG in dem Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 8.618 (i.V.: TEUR 5.097) . Darüber hinaus wurden im Berichtszeitraum Erlöse aus sonstigen Gebühren wie z. 8. Mahngebühren in Höhe von TEUR 489 (i.V.: TEUR 532); Erlöse aus Nutzungsgebühren durch zusätzliche Funktionen auf Auftraggeberseite in Höhe von TEUR 255 (i.V.: TEUR 206) und Vermarktungserlöse durch Fremdwerbung auf den MyHammer-Plattformseiten und in Newslettern in Höhe von TEUR 170 (i.V.: TEUR 171) erzielt.

2020 2019
Umsatz TEUR % TEUR %
Erlöse Partnerpakete 11.106 54 11.989 67
Erlöse bestätigte Kontakte 8.618 42 5.097 28
Erlöse sonstige Gebühren 489 2 532 3
Erlöse Nutzungsgebühr 255 1 206 1
Vermarktungserlöse 170 1 171 1
Erlöse aus Weiterbelastungen 8 0 8 0
Erlösschmälerungen -13 0 -12 0
20.633 100 17.989 100

8.2 Sonstige betriebliche Erträge

Gegenüber dem Vorjahr haben sich die sonstigen betrieblichen Erträge der MyHammer AG von TEUR 160 um TEUR 1 auf TEUR 159 reduziert. Die sonstigen betrieblichen Erträge des Berichtszeitraums entfallen im Wesentlichen auf Erträge aus abgeschriebenen Forderungen in Höhe von TEUR 103 (i.V. :TEUR 39) und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 35 (i.V.: TEUR 34).

8.3 Materialaufwand

Der Materialaufwand der MyHammer AG, im Wesentlichen Aufwendungen für Onlinemarketing, in Höhe von TEUR 2.577 (i.V.: TEUR 2.298) sind um 12 % bzw. TEUR 279 gestiegen. Die Aktivitäten im Onlinemarketing dienen insbesondere der Generierung von Traffic und umfassen wie schon im Vorjahr klassisches Suchmaschinenmarketing (SEM), Suchmaschinenoptimierung (SEO) und im kleineren Umfang Affiliate- und Display-Marketing sowie die Anzeigenschaltung bei Facebook. Der gestiegene Materialaufwand ist im Wesentlichen auf eine leichte Budgeterhöhung in allen Online-Kanälen und auf die Erweiterung um den Kanal Facebook zurückführen. Im Bereich des Suchmaschinenmarketings liegt der Schwerpunkt weiterhin auf der Optimierung unserer Konvertierungsraten (Neuausschreibungen und Paketverkäufe).

8.4 Personalaufwand

Der Personalaufwand der MyHammer AG ist gegenüber dem Vorjahr von TEUR 6.552 um TEUR 616 auf TEUR 7.168 gestiegen. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl ist im Vergleich zum Vorjahr mit 107 (i.V. 98) Mitarbeiter (berechnet als Vollzeitäquivalente, "FTE") gestiegen. Darauf und auf marktübliche Gehaltsanpassungen ist der Anstieg der Personalaufwendungen zurückzuführen.

8.5 Abschreibungen

Im Geschäftsjahr beliefen sich die planmäßigen Abschreibungen der MyHammer AG auf TEUR 214 (i.V TEUR 144) und entfielen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen Der Anstieg der Abschreibungen ist auf Investitionen in das Anlagevermögen zurückzuführen.

8.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen der MyHammer AG reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.243 oder 18 % auf TEUR 5.611 (i.V.: TEUR 6.854).

Die wesentlichen Aufwandspositionen sind Aufwendungen für Marketing/PR in Höhe von TEUR 1.603 (i.V.: TEUR 1.937), Fremdarbeiten in Höhe von TEUR 1.585 (i.V.: TEUR 1.410), IT-Kosten für Serverhosting in Höhe von TEUR 796 (i.V .: TEUR 561), Raumkosten in Höhe von TEUR 550 (i.V.: TEUR 556) und Rechts- und Beratungskosten in Höhe von TEUR 127 (i.V.: TEUR 71).

Die Wertberichtigungen auf Forderungen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 951 um TEUR 389 auf TEUR 562. In Bezug auf den Umsatz des Berichtszeitraums sank die Quote damit auf 3 % (i.V .: 5 %).

8.7 Operatives Ergebnis (EBIT)

Der Umsatz der MyHammer AG konnte im laufe des Geschäftsjahres 2020 um 15 % gesteigert werden. Nach Abzug aller Kostenpositionen konnte im Geschäftsjahr 2020 insgesamt ein positives operatives Betriebsergebnis i. H. v. TEUR 5.224 (i.V.: TEUR 2.301) erreicht werden. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf TEUR 5.437 (i.V.: TEUR 2.445).

8.8 Finanzergebnis und Überleitung zum Jahresergebnis

Im Geschäftsjahr 2020 lag das Finanzergebnis der MyHammer AG bei TEUR 15 und damit unter dem Vorjahresergebnis mit TEUR-422. Diese Verbesserung liegt im Wesentlichen an der wiederaufgelebten Darlehensverbindlichkeit mit Besserungsschein gegenüber der IAC Search & Media UK Limited (vormals HomeAdvisor GmbH) und den damit verbundenen Zinsen in Höhe von TEUR 293 im Geschäftsjahr 2019. Nachdem im Geschäftsjahr 2018 die erste Darlehenstranche vollständig getilgt werden konnte, wurde im Geschäftsjahr 2019 die zweite Darlehenstranche vollständig getilgt.

Auch die Darlehensverbindlichkeit gegenüber der MyHammer Holding AG ist im Geschäftsjahr 2019 vollständig wiederaufgelebt. Die damit verbundenen Zinsaufwendungen i. H. v. TEUR 141 hatten ebenfalls das Finanzergebnis negativ beeinflusst. Das Darlehen wurde im Geschäftsjahr 2020 vollständig getilgt.

Bei den erwirtschafteten Finanzerträgen in Höhe von TEUR 18 (i.V.: TEUR 15) handelt es sich um Inkassozinsen i. H. v. TEUR 15 (i.V.: TEUR 13) und Zinserträge aus gewährten Darlehen an die MyHammer Holding AG i. H. v. TEUR 3 (i. V.: TEUR 2).

Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses betrug das Ergebnis vor Steuern im Geschäftsjahr 2020 TEUR 5. 239 (i.V. TEUR 1. 879).

9. Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich zum 31. Dezember 2020 um TEUR 4.978 auf TEUR 11.364 erhöht. Zu der Erhöhung der Bilanzsumme auf der Aktivseite trägt im Wesentlichen im Anlagevermögen der Anstieg der immateriellen Vermögensgenständen von TEUR 64 um TEUR 275 auf TEUR 339 und im Umlaufvermögen der Anstieg liquider Mittel von TEUR 3.628 um TEUR 4.825 auf TEUR 8.453 bei.

Die Erhöhung der Bilanzsumme spiegelt auf der Passivseite im Wesentlichen den Jahresüberschuss der Berichtsperiode von TEUR 4.722, und die Erhöhung der Rückstellungen um TEUR 451 auf TEUR 1.402 (davon TEUR 627 Steuerrückstellung).

Die langfristigen Vermögenswerte haben sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 197 von TEUR 1.180 auf TEUR 1.377 erhöht , was auf immaterielle Vermögensgegenstände zurückzuführen ist. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte liegt mit 12 % am Gesamtvermögen 6 % unter dem Wert vom 31. Dezember 2019. Entsprechend hat sich der Anteil des Kurzfristvermögens auf 88 % vergrößert (i. V. 82 %).

Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich um TEUR 4.742 zum 31. Dezember 2020 aufTEUR 9.251 erhöht. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung des Kassenbestands und Guthaben bei Kreditinstituten von TEUR 3.628aufTEUR 8.453 und aus gestiegenen abgegrenzten Aufwendungen im Bereich Marketing von TEUR 632 auf TEUR 673.

Die Passivseite der Bilanz ist insbesondere von den Veränderungen im Eigenkapital geprägt.

Die Kapitalstruktur der MyHammer AG besteht im Wesentlichen aus Eigenkapital. Die bilanzielle Eigenkapitalquote beträgt zum 31. Dezember 2020 78% und ist im Vergleich zum Vorjahr (64%) um 14 %-Punkte gestiegen.

Das gezeichnete Kapital belief sich zum Stichtag auf TEUR 95 (i.V.: TEUR 95). Es gibt keine Veränderung zum Vorjahr .

Das Fremdkapital beinhaltet ausschließlich kurzfristiges Fremdkapital. Im Wesentlichen entfällt es auf sonstige Rückstellungen mit TEUR 775 (i.V. TEUR 837), auf Steuerrückstellungen mit TEUR 627 (i.V. TEUR 114) auf passive Rechnungsabgrenzungsposten mit TEUR 423 (i.V. TEUR 470), auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit TEUR 354 (i.V . TEUR 126) und auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mit TEUR 125 (i.V. TEUR 556).

10. Finanzlage

Aufgaben und Ziele des in der MyHammer AG etablierten Finanzmanagements sind die Sicherstellung der Liquidität, um jederzeit den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Die MyHammer AG finanziert sich überwiegend über Eigenkapitalfinanzierungen, durch Gesellschafterdarlehen und durch Vorauszahlungen seiner Kunden. Bankverbindlichkeiten bestehen nicht.

Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft lag zum Bilanzstichtag bei 78 %. Die langfristigen Vermögenswerte waren mit 642 % (i. V: 349 %) durch Eigenkapital gedeckt.

Die Überdeckung der kurzfristigen Vermögenswerte (einschließlich Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen) über die kurzfristigen Verbindlichkeiten betrug 366% (i V: 198 %). Die Zunahme der Quote steht im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Anstieg von liquiden Mitteln. Die Barliquidität betrug in Geschäftsjahr 334% % (i.V.: 160 %). Die Gesellschaft war damit während des gesamten Geschäftsjahres in der Lage, seinen fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Der Cashflow aus der laufenden Tätigkeit betrug im Berichtsjahr TEUR 5.681 (i.V .: TEUR 3.282) Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus den im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Umsatzerlösen bei nur unterproportional gesunkenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit betragen insgesamt TEUR 193 (i V.: TEUR 444). Die Investitionen in 2020 erfolgten im Bereich von Neueinstellungen des immateriellen Anlagevermögens mit TEUR 143 für Softwarelizenzen (i.V .: TEUR 37) sowie im Bereich des Sachanlagevermögens mit TEUR 51 für Hardware (i.V.: TEUR 111).

Die Mittelabflüsse aus der Finanzierungstätigkeit stehen im Zusammenhang mit dem zwischen der MyHammer AG und der Holtzbrinck Digital GmbH abgeschlossenen Darlehensrahmenvertrag. Unter diesem hat die MyHammer AG in den Jahren 2011 und 2012 zwei Darlehen in Höhe von TEUR 1.500 und TEUR 1.000 abgerufen. Zu beiden Darlehensbeträgen hat die Holtzbrinck Digital GmbH jeweils einen Forderungsverzicht mit Besserungsschein ausgesprochen . Für beide Tranchen ist ein Besserungsrecht vereinbart, nachdem die Rückzahlungsforderung nebst dem vereinbarten Darlehenszins von 6 % p. a. anteilig wieder entsteht, sofern sich bei Aufstellung eines Halbjahres- oder Jahresabschlusses ergibt, dass sich die finanzielle Situation der Darlehensnehmerin nach dem 31. Dezember 2013 derart verbessert hat, dass die MyHammer AG einen vertraglich definierten "Überschuss" von mehr als TEUR 2.000 erzielt. Die Darlehen der Holtzbrinck Digital GmbH wurden im Rahmen des Unternehmensverkaufs von der HomeAdvisor GmbH übernommen. Am 4. August 2017 hat die HomeAdvisor GmbH mit geteilt, dass sie diese Darlehen an ein Konzernunternehmen innerhalb der IAC/InterActiveGroup übertragen hat. Neue Gläubigerin der Darlehen ist die IAC Search & Media UK Limited mit Sitz in London .

Im Geschäftsjahr 2019 entfallen die Mittelabflüsse aus Finanzierungstätigkeit vorrangig auf die vorzeitige freiwillige Tilgung inklusive Zinsen in Höhe von TEUR 938 des Darlehens gegenüber IAC Search & Media UK Limited.

Im Geschäftsjahr 2020 entfallen die Mittelabflüsse aus Finanzierungstätigkeit vorrangig auf die vorzeitige freiwillige Tilgung inklusive Zinsen in Höhe von TEUR 448 des Darlehens gegenüber MyHammer Holding AG.

Der Finanzmittelfonds (Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen) erhöhte sich im Geschäftsjahr um TEUR 4.825 von TEUR 3.628 auf TEUR 8.453.

11. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die MyHammer AG hat mit der insgesamt sehr positiven Geschäftsentwicklung in der Berichtsperiode ihren Fokus auf nachhaltiges und profitables Wachstum erneut unter Beweis gestellt. Mit den erreichten operativen und finanziellen Ergebnissen im vergangenen Geschäftsjahr sind wir sehr zufrieden. So konnten wir mit 15 % ein deutliches Umsatzwachstum erzielen. Wesentlicher Grund für die Wachstumsdynamik sind die durchschnittlich höheren Umsätze je Laufzeitkunde und der im Jahresdurchschnitt wachsende Bestand aktiver Paketkunden. Außerdem erzielten wir einen signifikanten Umsatzanteil mit den Gebühren für bestätigte Kundenkontakte.

Das operative Ergebnis (EBIT) konnte in 2020 bei deutlichem Umsatzwachstum auf TEUR 5.224 erhöht werden. Der operative Cashflow konnte im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahreswert ebenfalls deutlich auf TEUR 5.681 gesteigert werden.

Aufgrund des guten Liquiditätsniveaus , eines weiterhin positiven operativen Cashflows und auf Basis der Geschäftsjahresplanung verfügt die MyHammer AG aus Sicht des Vorstands über ausreichende liquide Mittel, um die operative Geschäftsentwicklung zu finanzieren.

12. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Aufgrund der Niederlegung des Aufsichtsratsmandats durch den langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Jochen Gutbrod zum Ablauf des 16. Januar 2021 hat die Hauptversammlung der Gesellschaft Herrn Rechtsanwalt Christoph Partsch als neues Mitglied des Aufsichtsrats bestimmt. Herr Partsch ist am 3. Februar 2021 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt worden. Er ist auch Aufsichtsrat der MyHammer Holding AG und auch dort Aufsichtsratsvorsitzender.

Rechtliche Angaben

13. Erklärung des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Die MyHammer Holding AG hält die Aktien der MyHammer AG. Da kein Beherrschungsvertrag besteht, hat der Vorstand der MyHammer AG für das Geschäftsjahr 2020 gemäß§ 312 Absatz 1 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der mit der folgenden Erklärung abschließt:

 

,,Als Mitglieder des Vorstands der MyHammer AG erklären wir Folgendes:

 

Die MyHammer AG erhielt bei jedem in diesem Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung und wurde durch die in dem Bericht angegebenen getroffenen oder unterlassenen Maßnahmen nicht benachteiligt. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns im Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren."

14. Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht beschreibt die Grundzüge des Vergütungssystems von Vorstand und Aufsichtsrat der MyHammer AG. Er erläutert die Struktur und die Höhe der Vergütung der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Er entspricht den anwendbaren gesetzlichen Vorschriften.

14.1 Vergütung des Vorstands

Bezüge des Vorstands der MyHammer AG fielen im Jahr 2020 bei der MyHammer AG nicht an, da die Bezüge durch die Vergütung bei der MyHammer Holding AG abgegolten sind. Es findet intern eine Weiterberechnung der Bezüge von der MyHammer Holding AG zur MyHammer AG statt. Diese liegt bei 90 % der Vergütung der zugewiesenen Kosten zuzüglich 5 % Aufschlag und umfasst sowohl die erfolgsunabhängigen als auch erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile sowie Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung.

14.2 Vergütung des Aufsichtsrats

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung steht dem Aufsichtsratsvorsitzenden eine Vergütung von TEUR 20 und den weiteren Aufsichtsratsmitgliedern eine Vergütung von jeweils TEUR 10 zu. Der Vorsitzende erhält das Doppelte dieses Betrages.

Auf die Einführung zusätzlicher, erfolgsabhängiger Vergütungsbestandteile wurde verzichtet. Scheidet ein Aufsichtsratsmitglied unterjährig aus, so wird ihm die Vergütung zeitanteilig gewährt.

Im Geschäftsjahr 2020 bezogen die Aufsichtsratsmitglieder folgende Vergütung:

Vergütung
Name Position Jahr Von Bis TEUR
Dr. Jochen Gutbrod Vorsitzender 20 01.01. 31.12. 20
2019 01.01. 31.12. 20
Jeffrey W. Kip stellv. Vorsitzender 20 01.01. 31.12.
2019 01.01. 31.12.
Anabela Perozek Aufsichtsratsmitglied 20 01.01. 31.12. 10
2019 01.01. 31.12. 10
Summe 20 30
2019 30

Darüber hinaus haben Herr Dr. Gutbrod im Rahmen seiner Tätigkeit als Vorsitzender und Frau Anabela Perozek als Mitglied des Aufsichtsrats der Konzernmutter MyHammer Holding AG eine Vergütung in Höhe von TEUR 20 (i.V.: TEUR 20) bzw. TEUR 10 (i.V.: TEUR 10) erhalten.

Herr Kip hat - wie im Vorjahr - Verzichtserklärungen für die Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr 2020 ausgesprochen. Darüber hinaus war Herr Kip im Geschäftsjahr 2020 auch im Aufsichtsrat der Muttergesellschaft MyHammer Holding AG tätig, für die er ebenfalls auf eine Vergütung verzichtet hat.

Chancen- und Risikobericht

MyHammer ist einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die mit dem unternehmerischen Handeln der MyHammer AG verbunden sind oder sich aus externen Einflüssen ergeben. Unter einem Risiko wird die Gefahr verstanden, dass Ereignisse, Entwicklungen oder Handlungen MyHammer daran hindern, seine Ziele zu erreichen. Dazu gehören finanzielle sowie nichtfinanzielle Risiken Gleich zeitig ist es wichtig, Chancen zu identifizieren, um die Wettbewerbsfähigkeit von MyHammer zu sichern und auszubauen. Eine Chance bezeichnet die Möglichkeit, aufgrund von Ereignissen, Entwicklungen oder Handlungen die geplanten Ziele der Gesellschaft zu übertreffen. Um unternehmerische Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und konsequent zu handhaben, werden wirksame Steuerungs- und Kontrollsysteme eingesetzt, die jeweils in einem Risiko- und Chancenmanagementsystem gebündelt sind. Eine Verrechnung von Risiken und Chancen erfolgt nicht.

In der MyHammer AG ist die Steuerung von Chancen und Risiken integraler Bestandteil des konzernweiten Systems der Unternehmensführung und obliegt direkt dem Vorstand. Die Beurteilung von Chancen und Risiken erfolgt insbesondere auf der Ebene der operativ tätigen MyHammer AG als wesentliche Beteiligung der MyHammer Gruppe. Insoweit gelten die Aussagen zur Gesamtbewertung der Risiko- und Chancensituation durch den Vorstand sowie die nach § 289 Abs. 4 HGB geforderte Beschreibung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems sowohl für die MyHammer-Gruppe als auch die MyHammer AG.

Korrespondierend besteht ein zentraler Bestandteil des Chancen- und Risikomanagementsystems in dem Planungs- und Controlling-Prozess, den konzerninternen Regelwerken und dem Berichtswesen. In regelmäßigen Sitzungen zur Geschäftsentwicklung werden die Chancen und Risiken anhand aktueller Kennzahlen qualitativ und nach Intensitäten bewertet, aktualisiert und Ziele sowie Steuerungsmaßnahmen vereinbart.

15. Risikomanagementsystem

Das Risikomanagementsystem (RMS) von MyHammer dient der Früherkennung, Beurteilung und Steuerung interner und externer Risiken. Das interne Kontrollsystem (IKS) als integraler Bestandteil des RMS kontrolliert und überwacht die identifizierten Risiken. Ziel des RMS ist es, materielle Risiken für die Gesellschaft rechtzeitig zu identifizieren, um Gegenmaßnahmen ergreifen und Kontrollen durchführen zu können. Risiken sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für MyHammer negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Darüber hinaus können sich Risiken negativ auf die Erreichung der strategischen, operativen, berichterstattungsrelevanten und Compliance-relevanten Ziele der Gesellschaft aus wirken.

Die MyHammer AG führt die erkannten Risiken für die Gesellschaften in einer Risikoinventur. Die Grundlage für die Risikoinventur bilden die regelmäßigen Treffen der Abteilungsverantwortlichen, in denen die für ihre Bereiche und das Gesamtunternehmen maßgeblichen Risiken identifiziert und die vorhandenen bzw. gebotenen Maßnahmen zur Risikoverminderung benannt und beschrieben werden.

Die Beurteilung der Risikosituation des Unternehmens ist fester Tagesordnungspunkt in den für die Unternehmenssteuerung maßgeblichen Regelterminen :

Sitzungen der Aufsichtsräte der MyHammer AG.

Vorstandssitzungen,

Die Feststellungen zu der Risikosituation werden protokolliert und im Falle von Veränderungen in die Risikoinventur aufgenommen. Maßnahmen werden - sofern notwendig - unmittelbar umgesetzt.

Bei MyHammer ist jeder einzelne Mitarbeiter aufgefordert, aktiv potenzielle Schäden vom Unternehmen abzuwenden. Er soll alle Risiken in seinem Verantwortungsbereich unverzüglich beseitigen und bei Hinweisen auf existierende oder entstehende Risiken umgehend die verantwortlichen Ansprechpartner informieren.

Während des Berichtszeitraums erfolgte insbesondere die externe Überprüfung der Wirksamkeit des im Unternehmen etablierten RMS, eine vollständige Risikoinventur innerhalb des Unternehmens sowie eine Markt- und Wettbewerbsanalyse im Rahmen der jährlichen strategischen Planungsdurchsprache zwischen Vorstand und Aufsichtsrat.

Die Wirksamkeit des RMS wird in regelmäßigen Abständen vom Vorstand bewertet. Darüber hinaus beurteilt bei der MyHammer AG der Abschlussprüfer im Rahmen seiner Jahresabschlussprüfung, ob der Vorstand die ihm nach§ 91 Abs. 2 AktG obliegenden Maßnahmen in einer geeigneten Form getroffen hat und ob das danach einzurichtende Überwachungssystem seine Aufgaben erfüllen kann Die Erkenntnisse aus diesen Prüfungen werden dem Aufsichtsrat berichtet und finden im kontinuierlichen Prozess zur Verbesserung des RMS Berücksichtigung. Der MyHammer-Vorstand hat Umfang und Ausrichtung des RMS anhand der unternehmensspezifischen Gegebenheiten ausgestaltet. Dennoch kann selbst ein angemessen eingerichtetes und funktionsfähiges RMS keine absolute Sicherheit für die Identifikation und Steuerung von Risiken gewährleisten .

16. Rechnungslegungsbezogenes Risikomanagementsystem und internes Kontrollsystem

Die Ziele des rechnungslegungsbezogenen RMS und des IKS sind zum einen die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der externen und internen Rechnungslegung gemäß der geltenden Gesetzeslage sowie eine zeitnahe Bereitstellung von Informationen . Zum anderen soll die Berichterstattung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens--, Finanz-- und Ertragslage von MyHammer vermitteln . Die nachstehenden Aussagen gelten für den Jahresabschluss (einschließlich Anhang und Lagebericht) wie auch für das interne Management Reporting .

Die MyHammer AG verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess, in dem Strukturen sowie Prozesse definiert und in der Organisation umgesetzt sind. Das System ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Prozesse bzw . Transaktionen gewährleistet wird. Es orientiert sich an den gesetzlichen Normen, der Rechnungslegungsvorschriften und der internen Arbeitsanweisungen zur Rechnungslegung . Änderungen der Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf den Abschluss analysiert und die daraus resultierenden Änderungen in den konzerninternen Arbeitsanweisungen und Systemen angepasst.

Grundlagen des internen Kontrollsystems sind neben definierten Kontrollmechanismen, z. B. systemtechnische und manuelle Abstimmprozesse, die Trennung von Funktionen sowie die Einhaltung von Richtlinien und Arbeitsanweisungen.

Die Abschlüsse der Gesellschaft werden im Finanzbereich der MyHammer AG vorbereitet und erstellt. Der Finanzbereich überwacht auch externe Dienstleister, die in die Rechnungslegungs- und Buchhaltungsprozesse involviert sind, und stellt so die Einhaltung der gültigen Richtlinien und Verfahren sowie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme sicher. Im Rahmen des Rechnungslegungsprozesses sind Maßnahmen implementiert, die die Regelungskonformität der Abschlüsse sicherstellen. Dabei dienen die Maßnahmen der Identifikation und Bewertung der Risiken sowie der Begrenzung erkannter Risiken und deren Überprüfung. Hierzu zählt etwa die Analyse wesentlicher neuer Vertragsbeziehungen.

Die Mitarbeiter im Finanzbereich der MyHammer AG überwachen mittels systemtechnischer Kontrollen die Rechnungslegungsprozesse und ergänzen diese durch manuelle Prüfungen. Grundsätzlich gilt auf jeder Ebene das Vier-Augen-Prinzip. Im gesamten Rechnungslegungsprozess müssen bestimmte Freigabeprozesse durchlaufen werden.

Das im Rahmen des RMS installierte interne Kontrollsystem zur Finanzberichterstattung ist durch klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten und Kontrollen bei der Abschlusserstellung sowie die eindeutige Regelung von Verantwortlichkeiten bei der Einbeziehung externer Spezialisten charakterisiert . Das Vier-Augen-Prinzip, Funktionstrennungen und die enge Einbeziehung des Vorstands in die operative Geschäftstätigkeit sind auch im Rechnungslegungsprozess wichtige Kontrollprinzipien.

Der Vorstand der MyHammer AG kommt für das Berichtsjahr auf Basis der oben geschilderten Maßnahmen zur Risikoerfassung und -bewertung zu dem Ergebnis, dass ein jederzeit aktuelles und unter Berücksichtigung der Unternehmensgröße und der Komplexität des Geschäfts voll umfängliches, den Vorschriften entsprechendes rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem besteht.

17. Risikoübersicht und -beurteilung

17.1 Risikoklassen

Risiken werden gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und dem erwarteten Schaden in Risikoklassen eingestuft.

Eintrittswahrscheinlichkeit
Drohender Schaden Gering Mittel Hoch
Gering 1 2 4
Mittel 3 5
!Hoch 6

In Bezug auf den drohenden Schaden orientiert die Einteilung an den folgenden Werten:

Gering: 500 Tsd. bis 100 Tsd. EUR
Mittel: 1 bis 2 Mio. EUR
Hoch: mehr als 2 Mio. EUR

Risiken mit der Einordnung mit den Werten 7 bis 9 werden dabei als potenziell bestandsgefährdend eingestuft.

Im Rahmen der Risikoerfassung hat die Gesellschaft die folgenden wesentlichen Risiken die folgenden Einordnungen vorgenommen:

a) Marktrisiken

Der Markt für Handwerksleistungen im Internet befindet sich immer noch in der Entwicklung. MyHammer befindet sich im Wettbewerb mit Unternehmen, die ähnliche Leistungen (Verzeichnisdienste und Auftragsplattformen) anbieten . In Zukunft können neue Wettbewerber mit einem neuen, vergleichbaren oder überlegenen Leistungsportfolio in den Markt eintreten. Hierbei kann es sich beispielsweise um Anbieter von Suchmaschinen oder sozialen Netzwerken handeln. Verliert MyHammer Kunden an diese aktuellen oder zukünftigen Wettbewerber, so wären Umsatzeinbußen zu erwarten.

Gerade bei Internet-Angeboten bzw. mobilen Diensten kann das Auftreten innovativer Produkte den Markt innerhalb kurzer Zeit stark verändern und hierdurch Mitbewerber MyHammer durch besonders aggressives und erfolgreiches Marketing Marktanteile abnehmen. Hierdurch können Wachstumsaussichten und Umsatz beeinträchtigt werden.

Diesen Marktrisiken begegnen Vorstand und Management-Team durch regelmäßige Analysen des Marktumfeldes im In- und Ausland, durch Kundenbefragungen sowie durch ständige Verbesserung und Erweiterung der eigenen Produkte und Services. Ferner konnte die Gesellschaft auf von ihr beauftragte, quantitative und qualitative Befragungen durch Marktforschungsunternehmen zurückgreifen. Der Vorstand bewertet dieses Risiko mit der Stufe 8. Allerdings sieht er die Gesellschaft angesichts der Zugehörigkeit zur ANGI HomeServices Gruppe mit ihren weiteren Beteiligungen in den USA und Europa im vergleichbaren Marktsegment und zur finanzstarken IAC Interactive Corp. als gut gerüstet.

b) Risiken durch Ausbreitung des Coronavirus

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Einschätzung der Auswirkungen des Corona-Virus deutlich gewandelt . Die MyHammer Gruppe konnte durch aktive Kostenkontrolle zunächst negative Ergebniseffekte abwenden. In der weiteren Entwicklung der Pandemie hat sich jedoch gezeigt, dass die Effekte auf das Geschäft weitaus geringer sind als zunächst angenommen. Im Gegenteil hat sich die Nachfrage von Verbrauchern deutlich gest eigert. Es bleibt abzuwarten, wie die langfristigen Effekte auf die Bau-, Ausbau- und Renovierungsnachfrage sein werden.

Insofern bewertet der Vorstand die mit der Pandemie verbundenen Risiken mit der Stufe 5.

c) Produktentwicklungsrisiken

Produkte, die an den Bedürfnissen der Nutzer vorbei, in ungenügender Qualität oder zu langsam entwickelt werden, können den Verlust von Kunden und Wettbewerbsvorteilen nach sich ziehen.

Die MyHammer AG setzt im Rahmen ihrer Produktentwicklung moderne agile Methoden des digitalen Projektmanagement wie Serum und Kanban ein. Die Erstellung der Software erfolgt unter Nutzung aktueller Entwicklungsumgebungen wie Symfony oder Angular. Durch Continuous Deployment erfolgt eine automatische Qualitätssicherung im Rahmen der Entwicklung von Software, um Fehler zu begrenzen, die Entwicklung von Produkten zu beschleunigen und die Qualität zu verbessern.

Die Bedürfnisse der Nutzer erfasst die MyHammer AG - soweit möglich - durch Kundenbefragungen und überprüft den Kundennutzen über " a/b Tests" und statistische Auswertung des Nutzerverhaltens. Dieses Risiko bewerten wir derzeit mit einem Wert von 2.

d) Finanzwirtschaftliche Risiken und Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten

MyHammer ist verpflichtet, seine Finanzrisiken gemäß§ 289 Abs. 2 Nr. Ib HGB bzw. § 315 Abs. 2 Nr. Ib HGB zu erläutern.

Die Liquiditätssituation der Gruppe hat sich durch die positive wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2020 weiter grundlegend verbessert.

Die wichtigsten Finanzinstrumente der MyHammer AG zum Stichtag 31. Dezember 2020 sind flüssige Mittel (74 % der Bilanzsumme), Forderungen aus Dienstleistungen (S % der Bilanzsumme) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (einschließlich solcher gegenüber verbundener Unternehmen) (4 % der Bilanzsumme), die im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit entstehen.

Der Hauptzweck dieser Finanzinstrumente ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit der Gesellschaften. Die MyHammer Holding AG und die MyHammer AG lassen ihre Finanzmittel auf Kontokorrentkonten verwalten, um dadurch ihre Liquidität und auch die Sicherheit des Nennwertes sicherzustellen. Es ist Politik der Gesellschaften, dass darüber hinaus kein Handel mit Finanzinstrumenten betrieben wird. Ein Einsatz von Finanzderivaten folgt nicht.

MyHammer ist im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Währungsrisiken ausgesetzt.

Ausfallrisiken

Die Forderungen der MyHammer AG sind unbesichert und die Gesellschaft ist diesbezüglich dem Risiko ausgesetzt, dass die entsprechenden Beträge uneinbringlich werden könnten . Die effiziente und vollständige Abrechnung von erbrachten Leistungen sowie das gesamte Debitorenmanagement sind für die MyHammer AG von wesentlicher Bedeutung. Die Gesellschaft bedient sich dabei eines externen Dienstleisters (vgl. hierzu Outsourcingrisiken weiter unten). Aufgrund der seit Jahren durchgeführten Prüfungen auf Identität und Qualifikationen der Handwerker und Dienstleister sowie das gerichtliche Mahnwesen sind die Zahlungsausfälle weiterhin mit Stufe 1 gering.

Liquiditätsrisiken

Ein wesentliches Risiko betrifft die zeitgerechte und quantitativ ausreichende Verfügbarkeit von Finanzmitteln, um die Erreichbarkeit der gesetzten Unternehmensziele sicherzustellen. Diesem Risiko wird durch die konsequente Kontrolle der Unternehmensentwicklung und deren Integration in die unterjährige Finanzplanung begegnet . MyHammer steuert das Liquiditätsrisiko durch eine regelmäßige Überprüfung der kurz- und mittelfristigen Liquiditätserfordernisse. Die Liquiditätssituation des Konzerns hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. Es liegen zuverlässige und planbare Zuflüsse vor. Dieses Risiko bewertet der Vorstand mit Stufe 1.

Fremdwährungsrisiken

Durch die Aufgabe der Aktivitäten in Großbritannien ist dieses Risiko nahezu vollständig fortgefallen . Fremdwährungsrisiken in Bezug auf den Bezug von Waren oder Leistungen sind ebenfalls unbedeutend.

e) IT-Risiken

Die MyHammer AG ist durch ihre Geschäftstätigkeit maßgeblich von IT-Systemen abhängig. Hierdurch bestehen Risiken aus möglichen Systemausfällen, Fehlfunktionen, Datenverlust oder -missbrauch. Negative Folgen können sich unmittelbar in Umsatzeinbußen etwa durch Ausfälle aber auch mittelbar in Gestalt von schwerwiegenden Imageschädigungen, Schadensersatz oder Bußgeldern realisieren.

infolge dieser hohen Bedeutung von IT-Risiken sind Maßnahmen zur Risikoerfassung und -minimierung eingeführt. Diese bestehen u. a. organisatorisch in der Erstellung und Fortentwicklung des IT-Sicherheitskonzepts, der regelmäßigen Schulung und Fortbildung von Mitarbeitern sowie technisch etwa durch den Einsatz aktueller Soft- und Hardware, den Einsatz redundanter Systeme, die Durchführung von Datensicherungen und den Schutz gegen Computerkriminalität.

Die MyHammer AG kann auf Ressourcen der IAC/InterActiveCorp zur Verbesserung der IT-Sicherheit zurückgreifen. Die Risikosituation wird hier mit 2 bewertet.

f) Kundenstrukturrisiken

Die MyHammer-Internetplattform wendet sich an eine Vielzahl von Handwerkern, Dienstleistern und End künden. Hierdurch steigt das Risiko missbräuchlichen Verhaltens . Insbesondere durch Medienberichte über tatsächliche oder angebliche Missbrauchsfälle kann das Image des Unternehmens in der Öffentlichkeit negativ beeinflusst werden. Um dem möglichen Missbrauch der Plattform entgegenzuwirken, wurden im Berichtsjahr die internen Sicherheitssysteme weiterentwickelt und ausgebaut. Durch die systemischen Zulassungsvoraussetzungen, bei denen Angebote für Handwerksaufträge nur von Handwerksbetrieben mit fachlicher Qualifikation abgegeben werden können, soll die Qualität der erbrachten Leistungen gesichert werden.

Ferner hat die MyHammer AG Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung eingeführt und auch so die Risikosituation verbessert. So werden identifizierte falsche Handwerkerprofile von der Plattform gelöscht und bei Neuanmeldungen erfolgt ein Abgleich von Kundenstammdaten mit den bekannten Stammdaten von gesperrten Profilen. Dieses Risiko bewerten wir mit der Risikoklasse 2.

g) Personalrisiken

Gerade die MyHammer AG bewegt sich als IT-Unternehmen in einem Arbeitskräftemarkt, der hochkompetitiv ist. Es besteht aber ein hoher Wettbewerbsdruck bei der Gewinnung und Bindung qualifizierter Mit arbeiter, besonders im Bereich IT und Vertrieb. Hohe Fluktuation, Know-how-Verlust und geringe Mitarbeiterzufriedenheit sowie Unattraktivität für qualifizierte Arbeitskräfte stellen wesentliche unternehmerische Risiken dar, die wir auch aufgrund der Gegenmaßnahmen mit der Risikoklasse 1 bewerten.

MyHammer stellt sich aktiv den bestehenden Risiken. Ein wesentliches Ziel ist deshalb die Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit, etwa durch Gewährung eines für jeden Mitarbeiter bestehenden Fortbildungsbudgets sowie durch Verbesserung der Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter und Teams.

Dem bestehenden Druck am Arbeitskräftemarkt trägt MyHammer dadurch Rechnung, dass zunehmend auch nicht deutschsprachige Mitarbeiter eingestellt werden. Dies bedeutet auch, dass Englisch zunehmend zur Arbeitssprache einzelner Bereiche wird, was durch Sprachunterricht gefördert wird.

Das Risiko des Know-how-Verlusts wird durch Wissenstransfer und Auflösung von Wissensinseln minimiert. Zur Vermeidung rechtlicher und steuerlicher Risiken im Personalbereich bestehen interne Prozesse, beispielsweise zur Schulung von Mitarbeitern in Bezug auf das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) oder den Datenschutz Ferner bedient sich das Unternehmen externer Unterstützung etwa im Arbeitsrecht und bei Steuer- und Sozialversicherungsfragen.

h) Outsourcing

Der Einsatz externer Dienstleister für Geschäftsprozesse birgt Chancen und Risiken. Einerseits können erhebliche Kosten-, Qualitäts- oder Geschwindigkeitsvorteile durch Auslagern von Tätigkeiten erzielt werden. Andererseits begibt sich das Unternehmen durch Outsourcing seines unmittelbaren Einflusses auf den outgesourcten Geschäftsprozess.

MyHammer prüft laufend, ob und welche Geschäftsprozesse intern oder extern erbracht werden sollen. Soweit wesentliche Geschäftsprozesse extern erbracht werden, hat das Unternehmen vertragliche Vereinbarungen getroffen, in denen der Leistungsumfang und die Kontrollmöglichkeiten definiert sind. Innerhalb des Unternehmens bestehen klare Zuständigkeiten für die Kontrolle der jeweiligen Dienstleister.

Aufgrund der getroffenen Gegenmaßnahmen wird das Outsourcingrisiko mit der Risikoklasse 3 bewertet.

i) Rechtliche Risiken

Für die MyHammer AG resultieren die rechtlichen Risiken auch aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Hierbei handelt es sich um Risiken aus möglichen Verstößen gegen Rechtsvorschriften und aus vertraglichen Beziehungen. Die Rechtsabteilung der MyHammer Holding AG übernimmt hierbei auch die umfassende rechtliche Beratung für die MyHammer AG insbesondere in den Bereichen Vertragsgestaltung, Wettbewerbs-, Marken- und Urheberrecht. Ergänzend bedient sie sich in Spezialfragen auch der Unterstützung externer Rechtsberater in den jeweiligen Bereichen. Folgerisiken wie die finanzielle Belastung durch Rechtsstreitigkeiten werden subsidiär soweit möglich durch Abschluss entsprechender Versicherungen vermindert. Die hiermit verbundenen Risiken werden mit 1 bewertet .

Als wesentliches Risiko ist hier insbesondere auch der Datenschutz zu nennen. Angesichts der hohen Strafen für Rechtsverletzungen wird das Risiko im Bereich Datenschutz mit der Risikoklasse 8 bewertet. Die Gesellschaft hat hier den gesetzlichen Verpflichtungen entsprechend einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten bestellt, datenschutzkonforme Vereinbarungen mit den Dienstleistern abgeschlossen. Ferner wurde im Geschäftsjahr der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs entsprechend der Einwilligungsmechanismus für Cookies überarbeitet . Für den Bereich der Datensicherheit werden regelmäßige Schulungen durchgeführt.

Mit dem Inkrafttreten der Änderung der Handwerksordnung am 14. Februar 2020 haben sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Reihe wichtiger Gewerke geändert (u. a. Fliesenleger, Raumausstatter sowie Parkettleger). Dies wird die Zahl der auf der Plattform tätigen Betriebe möglicherweise beeinflussen. Derzeit sind die entsprechenden Effekte noch nicht spürbar. Das damit verbundene Risiko bewertet die MyHammer Gruppe derzeit mit einer Risikoklasse 5.

j) Sonstige Risiken

Um die finanziellen Auswirkungen möglicher Schäden gering zu halten, werden z. T. Versicherungen abgeschlossen. Umfang und Höhe dieser Versicherungen werden laufend überprüft.

17.2 Risikobeurteilung

Die Gesamtrisikoposition hat sich aus Sicht des Vorstands der MyHammer AG erneut gegenüber dem Vorjahr verbessert. Die geschäftliche Entwicklung ist weiterhin sehr positiv. Die finanzielle Ausstattung der Gesellschaft hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter deutlich verbessert, der Bedarf an liquiden Mitteln ist durch vorhandene Liquidität gedeckt. Für die vorgenannten Risiken sind Gegenmaßnahmen getroffen worden. Neu hinzugetreten sind die möglichen Auswirkungen durch die Veränderung der Handwerksordnung und vor allem durch die Ausbreitung des Coronavirus.

In der Gesamtbetrachtung sieht der Vorstand die Gesellschaft nicht als bestandsgefährdet. Für Details verweisen wir auf die vorstehenden Ausführungen.

18. Chancenmanagementsystem

Die Digitalisierung schreitet weiter in vielen Bereichen des Geschäfts- und Privatlebens fort und fördert das Wachstum digitaler Geschäftsmodelle in Deutschland. Wie im Wirtschaftsbericht im Kapitel "Entwicklung des deutschen Handwerksmarktes" beschrieben, ist davon auszugehen, dass der digitale technologische Megatrend Potenzial hat, Wertschöpfungs- ketten und Geschäftsmodelle im Handwerk zunehmend zu verändern. Gerade in dieser Veränderung besteht nach wie vor ein signifikantes Wachstumspotenzial für MyHammer. MyHammer ist aus Sicht des Vorstands insgesamt gut aufgestellt für das systematische Erkennen und Nutzen von Chancen, die aus den wesentlichen Trends in ihren Märkten resultieren.

Das Chancenmanagement ist Bestandteil des unternehmensinternen Steuerungssystems und hat das Ziel, Chancen möglichst frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen zu nutzen. Durch das Ergreifen von Chancen sollen geplante Ziele abgesichert oder übertroffen werden. Chancen sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für MyHammer positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Das Chancenmanagementsystem ist, wie auch das Risikomanagementsystem, ein integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse und Unternehmensentscheidungen. Im Planungsprozess werden die wesentlichen Chancen jährlich ermittelt und fließen in die Geschäftsjahresplanung ein. Ferner nimmt der Vorstand gemeinsam mit dem Management-Team laufende Analysen sowohl der gesamtwirtschaftlichen als auch sektoraler Trendsvor und leitet daraus chancenorientierte Projekte ab. Dabei werden die relevanten Wachstumsoptionen priorisiert, konkrete Ziele abgeleitet sowie Maßnahmen und Ressourcen zur operativen Zielerreichung festgelegt.

18.1 Chancenübersicht

Neben den oben beschriebenen Risiken bietet das aktuelle Unternehmensumfeld von MyHammer auch zahlreiche Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten. Der Vorstand hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr regelmäßige Befragungen der eigenen Kunden sowie Marktstudien durchgeführt bzw. durchführen lassen. Die Ergebnisse dieser quantitativen und qualitativen Analysen sind Grundlage sowohl der kurz-, mittel und langfristigen Geschäftsentwicklung als auch der Finanzplanung geworden. Im Einzelnen bestehen die folgenden Chancen:

a) Chancen durch Marktentwicklungen und Verbesserung der Marktposition

Das Internetgeschäft ist in Deutschland weiterhin auf Wachstumskurs . Insbesondere bei der Beauftragung von Dienstleistungen u. a. auch von Handwerkern verschieben sich die Geschäftsmodelle immer weiter weg von traditionellen Offline-Angeboten hin zu entsprechenden Online-Angeboten. Als Deutschlands führende Online-Auftragsplattform für Handwerksaufträge mit einer gestützten Markenbekanntheit von über 88 % sind wir operativ und strategisch gut positioniert, um von dieser Dynamik der Märkte zu profitieren und sie als Wachstumschance nutzen zu können. Das Erkennen und Nutzen solcher Chancenpotenziale ist elementarer Teil der zukünftigen Wachstumsstrategie der MyHammer-Gruppe. Eine weitere Verschärfung des Handwerkermangels bei weiterhin stabiler Baukonjunktur könnte beispielsweise die Attraktivität unserer Plattform für Konsumenten weiter steigern. Auf der Suche nach einem Handwerker, der ihren Auftrag erledigen kann, kommen verstärkt Konsumenten auf unsere Plattform, um ihre Ausschreibungen einzustellen, sodass unsere bisherige Planung übertroffen wird. Wir bewerten diese Chance als möglich und mit mittlerem Einfluss .

b) Potenziale durch differenziertes Geschäftsmodell und Innovationsfähigkeit

MyHammer partizipiert mit seinem differenzierten Geschäftsmodell an der Zusammenführung von privaten Auftraggebern sowie Handwerkern und Dienstleistern. Die zusätzliche Monetarisierung der bestätigten Kontakte bei den Handwerkern im letzten Geschäftsjahr zeigen sehr gut unsere Möglichkeiten, weiteres Umsatzwachstum durch Anpassung des Geschäfts- und Preismodells zu erzielen.

Die Chancen des Geschäftsmodells sind damit jedoch noch nicht erschöpft. Vielmehr wird laufend eine weitere Optimierung und Diversifizierung des Geschäftsmodells geprüft. Erweiterte Funktionen bieten dabei stets die Möglichkeit, auch die bestehende Geschäftstätigkeit positiv zu beeinflussen, etwa durch die Entwicklung weiterer Wertschöpfungselemente im Bereich der Auftragsverwaltung und der Auftragsabrechnung von Handwerksbetrieben. Wir bewerten diese Chance als wahrscheinlich und mit hohem Einfluss.

c) Chancen durch schnellere Marktdurchdringung

Die Digitalisierung der Märkte und die damit einhergehende rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik ist ein wichtiger Antriebsmotor des Strukturwandels im Handwerk (Digitalisierung, Handwerkermangel) geworden. Das Internet hat sich nicht nur als schnell wachsender Vertriebsweg etabliert, sondern ist auch ein wirksamer Weg zur Kommunikation mit den Kun den. Durch die schneller als erwartet stattfindende Akzeptanz der Handwerksunternehmen für die Nutzung unserer zielgruppenspezifischen Angebote kann dies positive Effekte auf unsere Umsatz- und Ergebnisentwicklung haben. Wir bewerten diese Chance als möglich und mit mittlerem Einfluss.

d) Stabiles Geschäftsmodell mit steigenden Margen und Cashflows

MyHammer hat es über die letzten Jahre erfolgreich geschafft, ein stabiles Geschäftsmodell aufzustellen: Eine gute Basis für zukünftige Entwicklungen. Die Umsätze sind im Zeitraum von 2017 bis 2020 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 26,2 % gestiegen und erreichten im Berichtszeitraum 2020 einen Betrag von 20,1 Millionen Euro. In den Geschäftsjahren seit 2011 waren die Umsatzerlöse im Wesentlichen von der Anzahl der abgeschlossenen Handwerkerpakten abhängig. Durch unsere zuletzt eingeführte transaktionale Preisgestaltung, insbesondere durch die Einführung der Gebühren für bestätigte Kundenkontakte, konnten wir unser Umsatzpotenzial zunehmend diversifizieren . Unsere operative EBITDA-Marge konnten wir in den letzten Jahren aufgrund von Effizienzgewinnen deutlich verbessern. Wir glauben, dass wir sowohl Umsatz als auch die operative EBITDA-Marge in den nächsten Jahren weiter verbessern können. Der geringe Investitionsbedarf unseres Geschäftsmodells führt gleichzeitig zu einer hohen Cashflow-Generierung.

Wir bewerten diese Chance als möglich und mit hohem Einfluss.

18.2 Chancenbeurteilung

Das Management von MyHammer arbeitet daran, Chancen und Opportunitäten zur Umsatzsteigerung und zur Verbesserung des operativen Ergebnisses zu erkennen und zu nutzen. In der Gesamtbetrachtung hat MyHammer insbesondere aufgrund der noch geringen Penetration in einem zukünftigen Wachstumsmarkt zahlreiche Chancen durch eine schnellere Durchdringung dieser Märkte. Weitere Chancen können sich zusätzlich aus der Etablierung neuer Erlösquellen und verstärkten Vermarktungsaktivitäten ergeben. MyHammer ist aus Sicht des Vorstandes insgesamt gut aufgestellt für das systematische Erkennen und Nutzen von Chancen, die aus den wesentlichen Trends in ihren Märkten resultieren.

Prognosebericht

Die im Kapitel »Prognosebericht« getroffenen Aussagen basieren auf der von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedeten Planung. Grundlage dieser Planung sind die von uns gesetzten Prämissen zu den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und zur Entwicklung des Handwerksmarktes in Deutschland. Dabei handelt es sich um Einschätzungen des Unternehmens, die sich auf Analysen verschiedener renommierter Wirtschaftsforschungsinstitute und Branchenverbände sowie auf interne Marktanalysen stützen. Die dargestellten Einschätzungen für den künftigen Geschäftsverlauf orientieren sich an unseren Zielsetzungen sowie an den Chancen und Risiken, die die erwarteten Marktbedingungen und die Wettbewerbssituation im Planungszeitraum bieten. Vor diesem Hintergrund passen wir unsere Erwartungen für den Geschäftsverlauf jeweils an die aktuellen Prognosen bezüglich der Entwicklung des Handwerkmarktes an. Die im Folgenden getroffenen Aussagen basieren auf unserem Kenntnisstand zu Beginn des Jahres 2021. Die Grundlage unserer Einschätzungen für das Jahr 2021 sind insgesamt stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Erwartung, dass, nach einem sukzessiven Abflauen des Pandemiegeschehens und der damit einhergehenden wirtschaftlichen und sozialen Einschränkungen, die deutsche Wirtschaft wieder deutlich an Fahrt gewinnt. Außerdem gehen wir davon aus, dass die Entwicklung des Handwerkmarktes in Deutschland ab dem Frühjahr ebenfalls deutlich belebt wird und wieder wächst. Die von uns skizzierte Entwicklung unterliegt verschiedenen Chancen und Risiken, die im Risiko- und Chancenbericht detailliert erläutert werden.

19. Konjunkturausblick

Die deutsche Wirtschaft hat ein turbulentes Jahr 2020 hinter sic h. Im Zuge der Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen kam es im zweiten Quartal zu einem historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung in nahezu allen Sektoren der Wirtschaft. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt der deutschen Wirtschaft ging im Jahr 2020 mit einer Rate von 5,0 Prozent zurück. In ihrem Jahreswirtschaftsbericht 2021 erwartet die Bundesregierung eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 3,0 Prozent. Sie geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal noch deutlich durch die Pandemie beeinträchtigt wird . Im weiteren Verlauf nach Stabilisierung der pandemischen Lage durch die Impfung größerer Bevölkerungsgruppen und der Rücknahme der Einschränkungen des öffentlichen Lebens dürfte die Konjunktur wieder Fahrt aufnehmen. Im Jahresverlauf ist mit der allmählichen Überwindung der Corona-Pandemie und einer Erholung der Dienstleistungsbereiche zu rechnen. Die vor dem zweiten Lockdown beobachtete positive Entwicklung am Arbeitsmarkt dürfte sich erst im Frühjahr fortsetzen. Steigende Erwerbstätigkeit und Löhne sorgen dann für Einkommenszuwächse und stützen den privaten Konsum. Die Investitionen in Bauten werden zunehmen und der deutschen Konjunktur Auftrieb geben. Im Jahr 2020 sind die Bauinvestitionen trotz der Corona-Krise um 1,5 Prozent gestiegen. Für das Jahr 2021 erwartet die Bundesregierung einen leicht stärkeren Zuwachs von 1,9 Prozent. Die Bauinvestitionen profitieren weiter von den günstigen Finanzierungsbedingungen und der hohen Nachfrage nach Wohnraum vor allem in den Ballungsräumen. Auf der Angebotsseite dämpfen jedoch bei hoher Kapazitätsauslastung zunehmend Engpässe. Die hohe Zahl der offenen Stellen im Baugewerbe hat sich vor dem Hintergrund der Pandemie nur leicht verringert. Die Auftragseingänge im Bau zeichnen das Bild einer stabil hohen Baunachfrage. Diese Umstände verleihen auch den Baupreisen im Prognosezeitraum einen entsprechend starken Auftrieb. Die Bundesregierung erwartet beim Wohnungsbau einen Zuwachs von 2, 7 Prozent.

Die Bauwirtschaft ist bislang, nach Einschätzung des DIW (Deutsche Institut der Wirtschaft) Berlin, verhältnismäßig gut durch die Corona-Pandemie gekommen und dürfte auch in den kommenden Jahren solide Wachstumsraten verzeichnen. In ihrer aktuellen Berechnung des Bauvolumens geht das DIW davon aus, dass das Bauvolumen in den Jahren 2021 und 2022 um drei beziehungsweise gut fünf Prozent wachsen wird. Dies liegt auch daran, dass - im Gegensatz zu anderen Ländern - die Arbeiten auf den Baustellen hierzulande weitergeführt werden dürfen und die Handwerksbetriebe ihre Aufträge in den Haushalten unter Hygieneauflagen erfüllen können. Dennoch macht sich die Krise auch für die Bauunternehmen bemerkbar: Vor allem der Wirtschaftsbau wird wohl einige Federn lassen. Nach wie vor günstige Immobilienkredite und Stabilisierung der Haushaltseinkommen durch Maßnahmen der Bundesregierung helfen dem privaten Wohnungsbau, der weiterhin wächst. Das Wohnungsbauvolumen wird um voraussichtlich 3,7 Prozent im Jahr 2021 und um 5,8 Prozent im Jahr 2022 steigen. Unternehmen investieren dagegen im Zuge der Wirtschaftskrise deutlich weniger in Bauten. Der Wandel der Arbeitswelt tut sein Übriges: Sowohl private Unternehmen als auch öffentliche Institutionen haben die Möglichkeiten des Horne-Office in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut. Der Wirtschaftsbau wird als Folge im Jahr 2021 um knapp 1 Prozent schrumpfen.

Nach Ansicht des ZDH (Zentralverband des Deutschen Handwerks) hat die Corona-Pandemie Gesellschaft und Wirtschaft im Jahr 2020 maßgeblich beeinflusst und sorgt dafür, dass der Ausblick für 2021 klar negativ ausfällt: Viermal mehr Betriebe erwarteten eine Verschlechterung der eigenen Geschäftslage (34 Prozent) als eine Verbesserung (8 Prozent). Der ZDH-Geschäftsklimaindex, der Lage und Erwartungen der Betriebe bündelt, sank um 25 Zähler auf 92 Punkte. Zudem sind auch die Erwartungen für die Entwicklung von Umsätzen, Auftragsbeständen und Investitionen negativ. Das geschäftliche Umfeld im Jahr 2021 bleibt somit für viele Betriebe eine Herausforderung. Insgesamt dürften nach Einschätzung des ZDH die Umsätze im Handwerk im 1. Quartal 2021 unter dem Niveau von 2020 liegen. Mit dem Fortschreiten der Impfungen, einer flächendeckenden Nutzung von Schnelltests und nicht zuletzt dem milderen Wetter dürfte es aber ab dem Frühjahr wieder aufwärts gehen. Spätestens ab dem 3. Quartal sollten lt. ZDH die Voraussetzungen für einen Konjunkturaufschwung gegeben sein. Tritt dieses Szenario ein, sollte bis zum Jahresende zumindest ein Teil der Umsatzverluste aus dem Vorjahr aufgeholt werden können. Ein ähnlicher Verlauf ist dann für die Entwicklung der Beschäftigung zu erwarten.

20. Erwartete Branchenentwicklung

Die digitale Entwicklung ändert, nach Einschätzung der Studie "Der Digitalisierungsindex für das Handwerk" des Deutschen Handwerksinstituts, die Art und Weise wie wir leben und wirtschaften. Auch Handwerksbetriebe werden vom digitalen Wandel erfasst. Zwar erreicht die Digitalisierung von Tätigkeiten und Prozessen im Handwerk nicht das gleiche Maß wie in der Industrie. Das liegt nach Einschätzung der Studie daran, dass in Handwerksbetrieben immer noch sehr individualisiert gearbeitet wird. Doch auch hier sind die Auswirkungen spürbar. Kommunikationsstrukturen und Organisationsweisen wandeln sich, ebenso Tätigkeitsprofile und erforderliche Qualifikationen. Unter dem Stichwort Digitalisierung wird auch das Aufkommen von internetbasierten Plattformen verstanden. Hiermit verbunden sind neue Geschäftsmodelle, die teilweise das Potenzial haben, herkömmliche Märkte grundlegend umzustrukturieren. Im Handwerk sind in diesem Zusammenhang überwiegend Plattformen der Auftragsvermittlung (z. B. MyHammer), Ausschreibungsauktionen und Kommunikationsforen mit den Endverbrauchern von Bedeutung. Derartige Plattformen bieten für Handwerksbetriebe Chancen (z. B. erweiterter Marktradius, Zugang zu neuen Kundengruppen, etc.), aber auch Herausforderungen, beispielsweise dann, wenn sich nicht-handwerkliche Anbieter Zugang zu traditionell handwerklich dominierten Märkten verschaffen. Derzeit ist der Anteil des über Plattformen abgewickelten Umsatzes gemäß dieser Studie am Gesamtumsatz des Handwerks allerdings noch gering.

Es ist also davon auszugehen, dass der digitale technologische Megatrend Potenzial hat, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle im Handwerk zunehmend zu verändern. Schon jetzt beeinflussen digitale Kommunikationssysteme inner- und zwischenbetriebliche Interaktionsstrukturen. Als Folge der Digitalisierung verändern sich aber auch die Vertriebs- und Wettbewerbsstrukturen im Handwerk. Eine Ursache stellt das veränderte Konsumverhalten dar. Ein wachsender Anteil von Kundengruppen nutzt das Internet für die Informationsbeschaffung und die Nachfrage nach Online-Dienstleistungen steigt. Betriebe müssen auf die neuen Bedürfnisse der Konsumenten reagieren, die Internetpräsenz erhöhen, Möglichkeiten der digitalen Kundenkommunikation finden und einführen. Eine besondere Rolle spielen dabei auch Online-Plattformen, die als Vermittlungsportale zwischen Kundschaft und Betrieben fungieren. Mithilfe der Portale können Betriebe diesem veränderten Konsumverhalten begegnen, den eigenen Marktradius erhöhen und sich somit im überregionalen Wettbewerb stärken. Allerdings erhöht sich damit auch der Wettbewerbsdruck für die Betriebe, da die Kunden aus einer größeren Anzahl von Anbietern wählen können. Neben einem potenziell erhöhten Preisdruck stellt die Qualitätsabbildung im Internet eine weitere Herausforderung dar. Durch Bewertungsmechanismen auf Online-Plattformen können Betriebe durch negative Bewertungen Kundschaft verlieren, aber umgekehrt bei positiven Bewertungen auch neue Kunden gewinnen. Neben der veränderten Form der Auftragsakquise und Initialkommunikation mit Kundengruppen steigt die Nachfrage nach flexiblen und individuellen Serviceleistungen. So möchten viele Kunden stärker in den Arbeitsprozess einbezogen werden und einen ständigen Informationsaustausch über den aktuellen Projektstand erhalten.

21. Erwartete Geschäftsentwicklung

Unser primäres Ziel ist es, MyHammer als führende Internetplattform für die Vermittlung von Handwerks- und Dienstleistungsaufträge an Verbraucher im deutschsprachigen Raum weiter auszubauen. Dabei erwartet der Vorstand, dass die beschriebenen Konjunktur- und Marktentwicklungen sich positiv für die weitere Geschäftsentwicklung nutzen lassen. MyHammer soll auch im Geschäftsjahr 2021 profitabel wachsen, wobei verstärkt in das Wachstum des aktiven Kundennetzwerkes und in die gezielte Erhöhung der Neuausschreibungen investiert wird. Hierfür sollen auch im laufenden Geschäftsjahr unterschiedliche Partnerpakettypen und Preismodelle am Markt getestet werden. Diese werden sowohl über die Webseite als auch durch das eigene Vertriebsteam an interessierte Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe verkauft.

Wie im Kapitel " Steuerungssystem und Leistungsindikatoren" näher beschrieben, wird der finanzielle Erfolg unserer Plattform ganz wesentlich durch die Anzahl unserer aktiven Handwerker sowie durch die Anzahl der eingestellten Aufträge bestimmt. Sie sind ganz entscheidend für die Liquidität des Online-Marktplatzes MyHammer und damit auch für die Attraktivität sowohl für Handwerker als auch für Konsumenten. Bei den eingestellten Neuausschreibung gehen wir von einem Wachstum von 10 bis 15 Prozent aus. Bei der Anzahl der aktiven Handwerker erwarten wir für 2021 ein Wachstum von 15 bis 20 Prozent.

Neben den Umsatzerlösen aus bestätigten Kontakten sind auch weiterhin die Umsatzerlöse aus Partnerpaketen relevant. Wesentlich für die Entwicklung dieser Umsätze ist die durchschnittliche Anzahl der Handwerker und Dienstleister, die im Geschäftsjahresverlauf ein Laufzeitpaket abgeschlossen haben, mit denen wir monatlich wiederkehrende Abonnementumsätze erzielen sowie die durchschnittlichen Erlöse je Laufzeitpaketkunde pro Jahr (Average Revenue per User, "ARPU"). Hier erwarten wir in 2021 einen Rückgang der Laufzeitpaketkunden von 8 bis 12 Prozent. Begründet wird dieser Rückgang durch die verstärkte Vermarktung von Paketen ohne eine monatliche Gebühr. Einen positiven Effekt auf den Umsatz aus Partnerpaketen erwarten wir dagegen aus den in 2021 erwarteten leichten Anstieg des ARPU.

Auf der Basis der prognostizierten Entwicklung der operativen Kennzahlen erwarten wir im Geschäftsjahr 2021 ein Umsatzwachstum in einer Bandbreite von 20 bis 25 Prozent. Für 2021 erwartet der Vorstand bei gegenüber dem Vorjahr höheren Ausgaben für Vermarktung und Vertrieb sowie Produktentwicklung ein operatives Ergebnis (EBIT) das deutlich über dem EBIT des abgelaufenen Geschäftsjahres 2020 liegt.

Die in diesem Lagebericht enthaltenen Aussagen über zukünftige Entwicklungen des Geschäftsverlaufes und des Geschäftsergebnisses sowie die Lage des Konzerns beruhen auf Einschätzungen des Vorstands nach bestem Wissen und Gewissen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses. Die Aussagen sind naturgemäß einer Reihe von Risiken unterworfen. Die tatsächlichen Ergebnisse können daher von den Erwartungen der voraussichtlichen Entwicklung abweichen, wenn eine der genannten oder auch andere Risiken eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen.

 

Berlin, 30. März 2021

Ronald Egas, Vorstand

Thomas Bruns, Vorstand

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der MyHammer AG hat im Geschäftsjahr 2020 die ihm nach Gesetz, Satzung und der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Der Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2020 aus Herrn Dr. Jochen Gutbrod (Vorsitzender), Herrn Jeffrey Kip (stellvertretender Vorsitzender) und Frau Anabela Fernandes Perozek.

Der Aufsichtsrat der MyHammer AG erfüllte seine Aufgaben stets als Gesamtgremium. Die Bildung besonderer Ausschüsse war bei einem Aufsichtsrat dieser Größe weder erforderlich noch zweckmäßig.

Schwerpunkte der Tätigkeit des Aufsichtsrats

Das Jahr 2020 brachte für die MyHammer Gruppe erneut ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr. Der MyHammer Gruppe ist es gelungen, weiterhin nachhaltiges und profitables Wachstum zu erzielen. Hierbei hat der Aufsichtsrat der MyHammer AG das Unternehmen nach Kräften begleitet und unterstützt. Der Vorstand berichtete dem Aufsichtsrat regelmäßig über die Risikolage und das Risikomanagement der Gesellschaft und des Unternehmens.

Der Aufsichtsrat kontrollierte die vom Vorstand entfalteten Tätigkeiten und war in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen unmittelbar eingebunden. Im Rahmen seiner Tätigkeit ließ sich der Aufsichtsrat vom Vorstand sowohl inner- als auch außerhalb von Sitzungen regelmäßig, zeitnah und umfassend über die aktuelle Unternehmensentwicklung berichten. Die vom Vorstand übermittelten Informationen umfassten insbesondere die Geschäftsentwicklung des Internetangebots MyHammer (www.my-hammer.de und myhammer.at) einschließlich der Anzahl und Aktivität der Nutzer des Internetangebots, sowie der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Soweit Entscheidungen des Vorstands der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, wurde der Aufsichtsrat vorab durch Vorlage der entscheidungserheblichen Informationen und Unterlagen unterrichtet. Die Zustimmung wurde sodann nach eingehender Beratung durch Beschlussfassung des Aufsichtsrats erteilt. Bei Entscheidungen von erheblicher wirtschaftlicher Relevanz teilte der Vorstand dem Aufsichtsrat neben der Information im Vorfeld der Entscheidungen regelmäßig auch den Stand der Durchführung erforderlicher Umsetzungsmaßnahmen mit. Der Aufsichtsrat hat seinerseits die Umsetzung der mit ihm beratenen Vorgänge und Maßnahmen nebst der Beachtung etwaiger Empfehlungen überprüft und damit überwacht, ob und inwieweit seine Beschlüsse, Anregungen und Empfehlungen bei der Geschäftsführung Berücksichtigung gefunden haben.

Weiterer Beratungsschwerpunkt war die Corporate Governance des Unternehmens.

Sitzungen des Aufsichtsrats und Beschlussfassungen außerhalb von Sitzungen

Im Geschäftsjahr 2020 fanden vier ordentliche Sitzungen am 31.03., 12.05., 22.09. und 16.12.2020 statt, an denen sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats und die Vorstandsmitglieder - bedingt durch die Corona-Pandemie per Videokonferenz - teilnahmen. In seinen Sitzungen erörterte der Aufsichtsrat ausführlich die Geschäftsentwicklung sowie für das Unternehmen wichtige Entscheidungen und Vorgänge. Bei Bedarf nahm er dazu auch Einsicht in Bücher und Schriften des Unternehmens. Gegenstand der Sitzungen waren u. a. die Überwachung und Beratung des Vorstands und die Erörterung des laufenden Geschäftsbetriebs, der Kosten-, Erlös- und Liquiditätssituation der MyHammer AG sowie die mittelfristige Weiterentwicklung der Strategien der MyHammer AG für den deutschen Markt.

Daneben gab es Telefonkonferenzen und Beschlussfassungen im schriftlichen Verfahren, an denen die Aufsichtsratsmitglieder stets vollständig teilgenommen haben.

Im Rahmen der ordentlichen Sitzung vom 31.03.2020 wurden der Jahresabschluss zum 31.12.2019 erörtert. Der Abschlussprüfer der Gesellschaft, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, nahm an den Beratungen des Aufsichtsrats über den Jahresabschluss 2020 - per Videokonferenz - teil und berichtete über die Schwerpunkte sowie die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung. Daneben berichtete der Abschlussprüfer u. a. über die Prüfungsfeststellungen zum internen Kontroll- und Risikofrüherkennungssystem und zum Abhängigkeitsbericht. Nach eingehender Beratung und Beantwortung von Fragen durch den Abschlussprüfer billigte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss. Der Jahresabschluss 2019 war damit festgestellt.

Ferner berieten Vorstand und Aufsichtsrat über mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Geschäftsverlauf in 2020 und etwaige Maßnahmen.

In seiner ordentlichen Sitzung vom 12.05.2020 erörterte der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand erneut die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Geschäftsentwicklung.

Im Rahmen der ordentlichen Sitzung vom 22.09.2020 berichtete der Vorstand über die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie die Finanzlage mit Schwerpunkt auf das zweite Quartal 2020. Ferner erläuterte der Vorstand den Stand der Budgetplanung 2021. Der Aufsichtsrat verlängerte ferner die Bestellung von Herrn Bruns als Vorstand der Gesellschaft um ein weiteres Jahr, d.h. bis zum 31.12.2021.

In der ordentlichen Sitzung vom 16.12.2020 stand neben der aktuellen Geschäftsentwicklung die Verabschiedung der Planung für das Geschäftsjahr 2021 und die Folgejahre im Fokus. Vorstand und Aufsichtsrat erörterten die der Planung zugrundeliegenden Annahmen intensiv.

Der Aufsichtsrat hat seine Tätigkeit auch außerhalb der ordentlichen Sitzungen wahrgenommen und Umlaufbeschlüsse, z.B. in Vorstandsangelegenheiten, gefasst.

Prüfung des Jahresabschlusses sowie des Abhängigkeitsberichts für das Geschäftsjahr 2020

Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 07.05.2020 die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Stuttgart, Zweigniederlassung Berlin, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 gewählt. Auf Grundlage des Beschlusses hat der Aufsichtsrat den Prüfungsauftrag für den Jahresabschluss erteilt. Der Abschlussprüfer hat eine Unabhängigkeitserklärung abgegeben.

Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts zum 31.12.2020 waren keine Einwendungen des Abschlussprüfers zu erheben. Der Lagebericht vermittelt nach seinen Feststellungen insgesamt eine zutreffende Vorstellung von der Lage der Gesellschaft und stellt die Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dar. Der Jahresabschluss wurden mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, etwaige, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Ferner hat der Abschlussprüfer den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen nach § 312 AktG ("Abhängigkeitsbericht") geprüft. Der Vorstand hat im Hinblick darauf, dass im Berichtsjahr die HomeAdvisor GmbH mehr als 50 % der Stimmrechte über die MyHammer Holding AG hielt, den Abhängigkeitsbericht erstellt, aus dem hervorgeht, welche Rechtsgeschäfte oder Maßnahmen im Sinne von § 312 Abs.1 AktG getätigt wurden.

Aufgrund der Prüfung des Abhängigkeitsberichts sowie des Jahresabschlusses zum 31.12.2020 und der dabei gewonnenen Erkenntnisse hat der Abschlussprüfer die Überzeugung erlangt, dass der Abhängigkeitsbericht die nach § 312 Abs. 1 AktG vorgeschriebenen Angaben enthält und dass die Berichterstattung einer gewissenhaften und getreuen Rechenschaftslegung entspricht.

Da gegen den vorgelegten Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2020 nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung keine Einwendungen zu erheben waren, hat der Abschlussprüfer den in § 313 Abs. 3 AktG vorgeschriebenen Bestätigungsvermerk mit folgendem Wortlaut erteilt:

"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

a.)

die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

b)

bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Der Jahresabschluss, der Lagebericht und der Abhängigkeitsbericht sowie die hierzu erstellten Prüfungsberichte des Abschlussprüfers sind allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig ausgehändigt worden. Der Aufsichtsrat hat diese Unterlagen selbst geprüft und in der Bilanzsitzung vom 31.03.2021 - die auf Grund der anhaltenden COVID-19-Pandemie als Videokonferenz abgehalten wurde - im Beisein des Abschlussprüfers eingehend erörtert. Der Abschlussprüfer berichtete dabei ausführlich über das Ergebnis seiner Prüfungen. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontroll- und Risikomanagement bezogen auf den Rechnungslegungsprozess. Alle Fragen des Aufsichtsrats wurden von Vorstand und Abschlussprüfer umfassend beantwortet.

Nach Erörterung des Jahresabschlusses und des Lageberichts stimmte der Aufsichtsrat den Berichten des Abschlussprüfers und dem Ergebnis dessen Prüfungen zu, erhob nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen und billigte den Jahresabschluss. Der Jahresabschluss der MyHammer AG ist damit festgestellt. Dem Ergebnis der Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch den Abschlussprüfer schloss sich der Aufsichtsrat ebenfalls an. Der Aufsichtsrat erhob nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts.

Die Schlusserklärung des Vorstands zum Abhängigkeitsbericht ist in den Lagebericht aufgenommen (§ 312 Abs. 3. S. 3 AktG).

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat überprüft regelmäßig die Effizienz seiner Tätigkeit. Nähere Ausführungen dazu enthält die Erklärung zur Unternehmensführung. Ferner erörtert der Aufsichtsrat - wenn es im Einzelfall hierzu Anlass gibt-, ob im Rahmen von Beratungen oder Beschlussfassungen des Aufsichtsrats Interessenkonflikte einzelner Mitglieder des Aufsichtsrats bestehen könnten, etwa bei der Behandlung von Geschäftsbeziehungen der Gesellschaft zu Unternehmen, in denen die Mitglieder des Aufsichtsrats andere, insbesondere leitende Tätigkeiten wahrnehmen. Die Gesellschaft unterstützt die Mitglieder des Aufsichtsrats bei ihrer Amtsführung sowie bei Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden über aktuelle legislative Entwicklungen, die die Gesellschaft betreffen, und über Entwicklungen auf dem Gebiet der Corporate Governance, unterrichtet. Sie haben zudem Gelegenheit, in angemessenem Umfang Fortbildungsangebote von Drittanbietern zu nutzen, z.B. im Wege der Teilnahme an Seminaren. Auf Grund der COVID-19-Pandemie wurde im Berichtsjahr allerdings von diesen Möglichkeiten kein Gebrauch gemacht.

Personelle Veränderungen

Die langjährige Vorstandsvorsitzende der MyHammer Gruppe, Frau Claudia Frese, teilte im Juli 2021 mit, dass sie ihre bis zum 31.12.2020 laufende Bestellung zum Vorstand der Gesellschaft und der MyHammer AG nicht verlängern will. Stattdessen entschied sich Frau Frese, sich beruflich verändern und zum Ablauf des 14. August 2020 aus der MyHammer-Gruppe auszuscheiden. Der Aufsichtsrat hat mit Herrn Ronald Egas einen geeigneten Nachfolger finden können, der die Aufgaben von Frau Frese seit dem 15. August 2020 wahrnimmt. Der Aufsichtsrat hat sich bei der Bestellung von Herrn Egas insbesondere von dessen langjähriger Erfahrung als CEO der Werkspot BV, Niederlande, dem führenden Marktplatz für Handwerksdienstleistungen in den Niederlanden, leiten lassen.

Der Aufsichtsrat dankt Frau Frese für die gute und überaus erfolgreiche Zusammenarbeit.

Am 16. Dezember 2020 teilte der langjährige Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Dr. Jochen Gutbrod, der Gesellschaft mit, dass er seine Mandate als Aufsichtsratsmitglied zum 31. Dezember 2020 (MyHammer Holding AG) und zum Ablauf des 16. Januar 2021 (MyHammer AG) niederlegt. Der Aufsichtsrat und der Vorstand sind Herrn Dr. Gutbrod für dessen Tätigkeit, die maßgeblich zum Erfolg der MyHammer-Gruppe beigetragen hat, dankbar.

Herr Christoph Partsch wurde zum Nachfolger für Herrn Dr. Gutbrod gewählt. Der ordentlichen Hauptversammlung 2021 wird ein Vorschlag zur Wahl eines Nachfolgers für Herrn Dr. Gutbrod unterbreitet werden, aus heutiger Sicht wird Herr Partsch zur Wahl vorgeschlagen werden.

Für die im zurückliegenden Geschäftsjahr erfolgreiche Arbeit spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MyHammer-Gruppe seinen Dank aus.

 

Berlin, im März 2021

Der Aufsichtsrat

Christoph Partsch, Vorsitzender

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