Glinicke Service GmbH
Rudolstädter Straße 17, 99099 Erfurt, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Uwe Joachim Norbert Hornemann seit 3.12.2021 | Prokura |
Ralf Dipl.-Oec. Schaub seit 25.1.2019 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KGKasselKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG, KasselI. Grundlagen des Konzerns I.1. Geschäftsmodell des Konzerns Die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG und ihre Tochtergesellschaften sind an 23 Standorten in den Bundesländern Hessen, Niedersachsen, Thüringen und NordrheinWestfalen unternehmerisch aktiv. Gegenstand der unternehmerischen Tätigkeit der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist der Handel mit Neu- und Gebrauchtwagen sowie Ersatzteilen, der Fahrzeugservice und die Vermietung von Fahrzeugen und Immobilien. Die von den Konzernunternehmen vertriebenen Marken umfassen Volkswagen, Audi, Seat, Cupra, Peugeot, Hyundai, Porsche, Land Rover, Jaguar, Jeep, Alfa Romeo, Fiat (Nutzfahrzeuge), Citroën und MG. I.2. Steuerungssystem Die Verantwortung für die strategische Entwicklung und Gesamtsteuerung des Konzerns obliegt der Geschäftsführung der Muttergesellschaft, wohingegen die operative Steuerung durch die Geschäftsleitungen der Tochter- und Enkelgesellschaften erfolgt. Die wirtschaftliche Planung und Steuerung des Konzerns erfolgt über die von der Geschäftsführung der Muttergesellschaft festgelegte Rahmenvorgaben, die im operativen Budgetprozess in konkrete, messbare Ziele umgesetzt werden. Der Planungs- und Steuerungsprozess wird ergänzt durch die permanente und zeitnahe Überprüfung der Geschäftsentwicklung sowie die Einleitung von Maßnahmen zur Gegensteuerung bei etwaigen Planabweichungen. Umsatz- und Ergebnisgrößen bilden die maßgeblichen wirtschaftlichen Leistungsindikatoren im Glinicke Automobil Holding-Konzern. Hier liegt ein besonderes Augenmerk auf den Umsatzerlösen und dem Absatz von Neu- und Gebrauchtwagen, dem Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und dem Ergebnis vor Steuern (EBIT) sowie dem Cashflow (Konzernjahresergebnis + Abschreibungen +/- Veränderung der Rückstellungen +/- zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge). Die Leistungsindikatoren werden sowohl für jedes Konzernunternehmen als auch für den Gesamtkonzern einheitlich ermittelt. II. Wirtschaftsbericht II.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen II.1.1. Gesamtwirtschaft Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland hat sich im Jahr 2022 angesichts der Energiekrise und der Lieferprobleme als widerstandsfähig erwiesen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt expandierte im Vorjahresvergleich um 1,9 %, nachdem es noch in 2021 um 2,7 % expandiert war. Damit hat die deutsche Wirtschaft den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des völkerrechtswidrigen russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 und der damit einhergehenden Energiekrise getrotzt. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die Nachholeffekte nach der Corona-Pandemie, der private Konsum hat sich im Jahr 2022 erholt und ein Wachstum von 4,6 % verzeichnen können. Zu Beginn des Jahres 2022 war die Versorgung mit Gas und Öl ein zentrales Thema. Die Verknappung und Verteuerung der bisher aus Russland importierten Brennstoffe hatte einen starken Einfluss auf die ernüchternde Konjunkturentwicklung Anfang 2022. Die Industrieproduktion wurde vor allem in den energieintensiven Bereichen durch den hohen Preisanstieg gebremst und ist Auslöser für die schwache Entwicklung in der chemischen Industrie und in den Bereichen der Metallerzeugung und -verarbeitung. Die Lieferkettenproblematik wurde durch den Krieg nochmals kurzfristig verstärkt und hatte beispielsweise in der Automobilindustrie fehlende Komponentenlieferungen zur Folge. Angesichts der stark gestiegenen Energiepreise hat die deutsche Industrie ihren Gasverbrauch durch Einsparungen und Wechsel der Brennstoffe im Laufe des Jahres deutlich zurückgefahren. In den energieintensiven Branchen ging dies mit Produktionsrückgängen einher, wobei die ausgefallene Produktion zum Teil durch Importe substituiert wurde. Die privaten Konsumausgaben konnten im Sommer nach der Aufhebung fast aller Corona-Beschränkungen merklich zulegen und das deutsche BIP maßgeblich stützen. Seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine kommt es zu starken Anstiegen beim Verbraucherpreisniveau, der vor allem auf den drastischen Anstieg der Energiepreise zurückzuführen ist. Bislang konnte die Auflösung der während der Corona-Lockdowns bei den Haushalten angefallenen Ersparnisse den Konsum aber abfedern. Der Anstieg der Verbraucherpreise hat zu einer erhöhten Inflationsrate von durchschnittlich 8 % geführt. Zur Abfederung und Stärkung der Einkommen der privaten Haushalte und Unternehmen hat die Bundesregierung, neben der Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde, drei Entlastungspakete seit dem Jahresbeginn auf den Weg gebracht. Die Maßnahmen beinhalten unter anderem den Entfall der EEG-Umlage, die Zahlung eines Heizkostenzuschusses und einer einmaligen Energiepreispauschale sowie die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe. Für eine indirekte Entlastung haben unter anderem die Zahlung eines Kinderbonus, die Erhöhung des Arbeitnehmerpauschbetrags sowie die Einführung eines vergünstigten ÖPNV-Tickets ("9-Euro-Ticket") gesorgt. Die staatlichen Konsumausgaben stiegen um 1,2 % und damit in ähnlicher Größenordnung wie im Vorjahr. [1] Der Fachkräftemangel in Deutschland erreichte Mitte des Jahres 2022 seinen bisherigen Höchststand. Der saisonbereinigte Indikator für die Arbeitskräftenachfrage in Deutschland lag im Mai 2022 bei 139 Punkten, im Vorjahr bei 110 Punkten. Die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten im Laufe des Jahres haben die Kräftenachfrage wieder abgeschwächt. Der saisonbereinigte Indikator für die Arbeitskräftenachfrage in Deutschland lag im Dezember 2022 bei 127 Punkten (2021: 132 Punkte). Im Vergleich zum Dezember 2021 ist die gemeldete Arbeitskräftenachfrage aber in einigen Branchen gestiegen.[2] Die Arbeitslosenzahl sank im Jahresdurchschnitt 2022 gegenüber dem Vorjahr um 195 Tsd. auf rund 2,5 Mio. Menschen. Dies führte zu einem minimalen Rückgang der Arbeitslosenquote von 5,7 % auf 5,3 %. Das im Jahr 2022 erreichte Höchstniveau bei den gemeldeten offenen Stellen von 845.000 zeigt, dass die Arbeitskräfteknappheit zunehmend zur Wachstumsbremse der deutschen Wirtschaft wird. Insbesondere im Dienstleistungssektor suchen fast alle Branchen nach neuen Mitarbeitern.[3] II.1.2. Branchensituation Das Autojahr 2022 hat durch einen starken letzten Zulassungsmonat mit insgesamt 2,65 Millionen Neuwagenzulassungen das Vorjahr um 1,1 % übertroffen. Im Dezember 2022 wurden durch die in Zukunft geringeren Kaufprämien für E-Autos und dem Wegfall der Förderung für Hybrid-Modelle, 38 % mehr Autos abgesetzt als im Vorjahresmonat. Bei den Gebrauchtwagen wechselten 5,6 Millionen Pkw (-15,8 % zum Vorjahr) im Laufe des Jahres die Halterin beziehungsweise den Halter. Eine positive Jahresbilanz weisen dahingegen die alternativen Antriebsarten auf. Im Jahr 2022 wurden 827.321 hybridangetriebene Fahrzeuge in Deutschland zugelassen. Das entspricht einer Steigerung von 9,6 %. Elektrofahrzeuge erreichten ein Wachstum von 32,2 % gegenüber dem Vorjahr. Im Zuge dessen verloren die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren an Boden. Der Anteil benzingetriebener PKW ging um mehr als 11 % zurück, der Anteil dieselbetriebener PKW sank um knapp 10 %.[4] Durch die Kürzung der Förderung für Elektroautos und den Wegfall bei den Hybrid-Modellen gehen Experten davon aus, dass es zu deutlichen Einbrüchen beim Verkauf von Elektroautos kommen kann. Weiterhin verspüren die deutschen Hersteller Gegenwind aus und in China. Im größten Automarkt der Welt setzen BMW und Mercedes-Benz mehr als 30 % ihrer Fahrzeuge ab, bei dem Volkswagen-Konzern sind es mehr als 40 %. Das bisherige Erfolgskonzept der Verbrennungsmotoren lässt sich aber nicht auf die Elektroautos übertragen. Dort stellen Hersteller wie BYD, GAC, Li Auto und Nio eine ernstzunehmende Konkurrenz dar, welche teilweise auch den Schritt in Richtung Europa wagen.[5] Durch das geringe Angebot und die hohe Nachfrage haben sich die Neu- und Gebrauchtwagen im Jahr 2022 enorm verteuert, gegenüber dem Vorjahr ist der Durchschnittspreis für einen Neuwagen um 13 %, für einen Gebrauchtwagen um 19 %, gestiegen. In 2023 wird mit besseren Lieferzeiten und einer höheren Produktion gerechnet, aber gleichzeitig auch mit höheren Rabatten.[6] II.1.3. Entwicklung der Marktanteile der vertriebenen Marken Die von unserer Gruppe vertriebenen Marken haben sich im Geschäftsverlauf 2022 unterschiedlich entwickelt. Die Marktanteile in Deutschland haben sich im Jahr 2022 wie folgt verändert:
* die Prozentangaben beziehen sich auf die Veränderungen bei den abgesetzten Stückzahlen VW bleibt trotz eines Rückgangs der Absatzzahlen mit einem Anteil von 18,1 % (Vj.: 18,7 %) weiterhin Marktführer in Deutschland. Bei den von uns darüber hinaus vertriebenen Marken des Volkswagen Konzerns sind die Marktanteile der Marke Audi und Seat gewachsen. Die Marktanteile von Porsche sind unverändert und Skoda verzeichnet einen leichten Rückgang. Volkswagen hat bei den Neuzulassungen einen über dem Marktdurchschnitt liegenden Rückgang im Jahr 2022 zu verzeichnen, weshalb sich der Marktanteil verringert hat. Während der Zugang bei den Neuzulassungen der Marke Audi mit 17,3 % und der Marke Seat mit 2,7 % über dem Durchschnitt des Gesamtmarktes von 1,1 % lag, verzeichnete der Hersteller Skoda einen Rückgang der Neuzulassungen unterhalb der Marktentwicklung. Der Hersteller Porsche konnte im Einklang mit der Marktentwicklung einen Anstieg der Neuzulassungen um 1,3 % verbuchen. II.2. Geschäftsverlauf der Glinicke-Gruppe Im Geschäftsjahr 2022 haben wir unser gestecktes Umsatzziel von 742 Mio. EUR um 1 Mio. EUR knapp unterschritten. Gründe dafür waren die teilweise stockenden Auslieferungen von Neuwagen durch die Hersteller aufgrund von Lieferschwierigkeiten, die sich auch schon im Vorjahr ausgewirkt haben. Die Auftragseingänge überstiegen auch in 2022 die Auftragsauslieferungen und erhöhten damit den Auftragsbestand. Dadurch wurden unsere Umsatzplanungen bei den Neuwagen um 44,6 Mio. EUR unterschritten. Der Rückgang konnte durch ggü. der Planung höhere Umsätze im Gebrauchtwagenbereich überwiegend ausgeglichen werden. Trotz einer geringeren Stückzahl an Gebrauchtwagen konnte zudem das Umsatzergebnis bei den Gebrauchtwagen um 4,8 Mio. EUR übertroffen werden, da höhere Preise erzielt wurden. Beim Teiledienst und Werkstattservice wurde unsere Planung um 1,4 Mio. EUR bzw. 2,9 Mio. EUR übertroffen. In unseren Werkstätten wurden im abgelaufenen Jahr rund 1.000 Stunden weniger verkauft. Das entspricht einem Rückgang von unter 0,3 %. Trotz der gegenüber unserer Planung geringeren Umsatzentwicklung haben wir unser Ergebnisziel von 11,8 Mio. EUR um 10,4 Mio. EUR übertroffen. Dies begründet sich überwiegend durch höhere als geplante Roherträge beim Verkauf von Gebrauchtwagen, bei denen zum Zeitpunkt der Planungserstellung von eher rückläufigen Margen ausgegangen wurde. Zum Jahresende wurde der Service-Standort in Bad Oeynhausen geschlossen, da dieser nicht ertragreich genug war. Durch die Übergabe des gemieteten Gebäudes und weiteren Abwicklungskosten wurde ein Verlust in Höhe von 743 TEUR erzielt. Nachdem die Betriebe der Marken Jaguar und Land Rover in den Vorjahren in Summe nur negative Ergebnisse erzielen konnten, erreichten sie in 2022 mit 4 TEUR in Summe ein ausgeglichenes Ergebnis. An den Standorten in Göttingen und Kassel wurden zudem die Marken Jeep und Alfa Romeo angeschlossen. Das VW Portfolio Ergebnis (aus Leasing, Versicherungen usw.) hat sich im Jahr 2022 um TEUR 142 verringert. Bei den Volkswagen Kernmarken entwickelten sich die weiterhin Ergebnisse positiv. Die Automobilhandelsgruppe steuern wir mit dem EBIT (earnings before interest and taxes) und dem EBITDA (earnings before interest, taxes, depreciation and amortization), die sich wie folgt entwickelt haben:
In unserer Planung sind wir von einem EBIT in Höhe von 16,7 Mio. EUR und einem EBITDA von 32,2 Mio. EUR ausgegangen. Beide Zielgrößen wurden im Geschäftsjahr 2022 um 12,3 Mio. EUR bzw. 12,0 Mio. EUR übertroffen. Auf die Kennzahlen hat sich die positive Entwicklung der Roherträge beim Verkauf von Gebrauchtwagen ausgewirkt. Die Liquidität der Gruppe wird mittels Cash-Pooling zentral gesteuert. Dadurch können Liquiditätsrisiken frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. II.3. Ertragslage Die Geschäftstätigkeit des Konzerns lässt sich einteilen in Neu- und Gebrauchtwagengeschäft, Werkstattservice, Teiledienst, PKW-Vermietung und Vermietung und Verpachtung von Immobilien. Der Gesamtumsatz des Geschäftsjahres belief sich im Konzern auf 741 Mio. EUR (Vj.: 704 Mio. EUR). Dies entspricht einer Umsatzsteigerung von 38 Mio. EUR oder 5,4 %. Die größten Umsatzträger sind Neufahrzeuge, Gebrauchtfahrzeuge, Werkstattservice sowie die Ersatzteilversorgung. Daneben werden im Konzern noch die Vermietung und Verpachtung betrieben. Mit dem Absatz von 11.544 Neuwagen (Vj.: 11.458 Fahrzeuge) erzielten wir im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz in Höhe von 312 Mio. EUR (Vj.: 300 Mio. EUR). Durch den Verkauf von 10.343 Gebrauchtwagen (Vj.: 12.491 Fahrzeuge) wurde im Geschäftsjahr 2022 ein Umsatz in Höhe von 246 Mio. EUR (Vj.: 244 Mio. EUR) erzielt. Mit 410.827 verkauften Service-Stunden (Vj.: 411.613) erwirtschafteten wir einen Umsatz von 51 Mio. EUR (Vj.: 48 Mio. EUR). Die Umsätze im Teiledienst sind im Geschäftsjahr 2022 um 17 Mio. EUR auf 129 Mio. EUR gestiegen. Der Umsatzanstieg resultiert im Wesentlichen aus Verkäufen an Nicht organisationsgebundene rabattbegünstigte Abnehmer (+ 15 Mio. EUR). Daneben wurden sonstige Umsatzerlöse, überwiegend aus dem Vermietungsgeschäft mit Fahrzeugen, in Höhe von 3,2 Mio. EUR (Vj.: 0,7 Mio. EUR) erzielt. Lediglich 68,4 Mio. EUR (Vj.: 51,5 Mio. EUR) der Umsatzerlöse entfallen überwiegend auf das europäische Ausland. Gegenüber dem Konzernabschluss des Vorjahres haben sich die Umsatzerlöse um 37,7 Mio. EUR erhöht. Alle Bereiche weisen gestiegene Umsätze, jedoch nur zum Teil gestiegene Stückzahlen aus. Die Neuwagen verzeichnen ein Umsatzplus von 12,3 Mio. EUR bei einer Absatzmenge auf Vorjahresniveau, die Gebrauchtwagen verzeichnen ein Umsatzplus von 2,8 Mio. EUR mit einer geringeren abgesetzten Menge. Grund für den gestiegenen Umsatz pro Fahrzeug sind die allgemein gestiegenen Preise durch die Inflation und die Lieferengpässe bei den Herstellern, die die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt in die Höhe haben steigen lassen, da sich somit die Nachfrage nach Gebrauchtwagen erhöht. Im Geschäft mit "Nicht organisationsgebundenen rabattbegünstigten Abnehmern (NORA-Geschäft)" ergab sich ein relativ hoher Anstieg von 37,9 %. Fahrzeughalter mit älteren Fahrzeugen bevorzugen nicht markengebundene Werkstätten, so dass wir unseren Teileabsatz auch wegen des stetigen Anstiegs des durchschnittlichen Alters der PKW (2021: 9,8 Jahre; 2022: 10,1 Jahre) bei den NORA-Kunden erhöhen konnten. Beim Werkstattservice haben sich die Umsätze um 7,1 % erhöht. Aufgrund der im Vorhergehenden beschriebenen Umstände bewerten wir das als positiv. Die Rohertragspanne hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Die gegenüber dem Vorjahr geringfügig gestiegenen sonstigen betrieblichen Erträge betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, geldwerte Vorteile aus der KFZ-Nutzung, Erträge aus abgeschriebenen Forderungen sowie an die Hersteller weiterberechneten Werbekosten. Gegenüber dem Konzernabschluss des Vorjahres haben sich die Personalaufwendungen um 4,5 Mio. EUR = 5,7 % erhöht. Die Erhöhung der Personalaufwendungen steht insbesondere im Zusammenhang mit (tariflichen) Lohn- und Gehaltssteigerungen. Daneben haben sich - da die Kriterien zur Auszahlung der Erfolgsbeteiligung an die Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2022 bei der überwiegenden Anzahl der Autohäuser erreicht wurden - die entsprechenden Aufwendungen erhöht. Zudem wurde Kurzarbeit im Vergleich zum Vorjahr kaum in Anspruch genommen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Glinicke-Gruppe im Durchschnitt insgesamt 1.462 (Vj.: 1.487) Mitarbeiter und 194 Auszubildende (Vj.: 194 Auszubildende) beschäftigt.
Ein wesentlicher Teil unseres Erfolges basiert auf der Qualifikation unserer Mitarbeiter. Unsere Mitarbeiter nehmen an den von den Herstellern vorgegebenen Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen nach den jeweiligen Anforderungen ihres Einsatzgebietes teil. Diese fanden aufgrund der Corona-Pandemie auch im Geschäftsjahr 2022 teilweise in online-Formaten statt. Interne Schulungs- und Weiterbildungskonzepte sichern die ständige Qualifizierung auch der übrigen Mitarbeiter. Beim Erreichen von an der Umsatzrentabilität orientierten, vereinbarten Parametern erhalten die Mitarbeiter bis zu zwei Monatsgehältern zusätzlich ausgezahlt. Dies führt zur Motivation der Mitarbeiter aber auch zu einer Variabilisierung von Gehaltsbestandteilen insbesondere in konjunkturell rückläufigen Phasen. Insbesondere den mit Verwaltungsaufgaben betrauten Mitarbeitern haben wir es seit dem Jahr 2020 überwiegend ermöglicht, im Home-Office ihren Tätigkeiten nachzugehen. Die Abschreibungen haben sich um 0,1 Mio. EUR = 1,0 % erhöht. Dies beruht auf durchschnittlich höheren Beständen an Vorführfahrzeugen. Insgesamt sind die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 8,3 Mio. EUR gestiegen. Sowohl der Betriebsaufwand als auch der Vertriebsaufwand sind um 1,2 Mio. EUR auf 10,2 Mio. EUR bzw. um 4,6 Mio. EUR auf 23,3 Mio. EUR gestiegen. Die sonstigen Aufwendungen und übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 2,3 Mio. EUR auf 1,7 Mio. EUR bzw. um 2,5 Mio. EUR auf 6,0 Mio. EUR gestiegen. Die Verwaltungsaufwendungen haben sich um 2,3 Mio. EUR auf 8,4 Mio. EUR rückläufig entwickelt. Das Betriebsergebnis beläuft sich auf 25,0 Mio. EUR und ist gegenüber dem Vorjahr um 7,4 Mio. EUR = 41,7 % gestiegen. Das negative Zinsergebnis in Höhe von - 0,4 Mio. EUR hat sich gegenüber dem Vorjahr (- 1,2 Mio. EUR) um 0,8 Mio. EUR verbessert. Erträge aus Beteiligungen waren im Geschäftsjahr in Höhe von 0,6 Mio. EUR zu verzeichnen, die nahezu vollständig auf die ArGe OTLG Beteiligungs GmbH & Co. KG entfallen. Der Beteiligungsbuchwert dieser Gesellschaft wurde um 0,9 Mio. EUR im Geschäftsjahr abgeschrieben. Die Zuführungen von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen sowie die Eingänge aus abgeschriebenen Forderungen haben die Auflösungen zu Wertberichtigungen und Forderungsabschreibungen überkompensiert, so dass sich ein mit 43 TEUR (Vj.: - 19 TEUR) negativen Ergebnis aus der Forderungsbewertung ergeben hat. Das neutrale Ergebnis ist per Saldo mit 4,2 Mio. EUR (Vj.: 3,3 Mio. EUR) positiv. Wesentliche Komponente war mit 4,3 Mio. EUR die Auflösung von Rückstellungen. Aus den Einzelabschlüssen der einbezogenen Unternehmen resultieren für das Geschäftsjahr 2022 Ertragsteuern in Höhe von 6,4 Mio. EUR (Vj. 4,5 Mio. EUR). Der Konzernjahresüberschuss ist von 15,6 Mio. EUR auf 22,2 Mio. EUR gestiegen. Die Ertragslage des Konzerns wird von uns trotz der widrigen Umstände als gut angesehen. II.4. Vermögenslage Die wesentlichen Posten des Sachanlagevermögens sind mit 86,4 Mio. EUR (Vj.: 88,5 Mio. EUR) die Grundstücke und Gebäude. Mit diesen im Zusammenhang stehen die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau in Höhe von 3,4 Mio. EUR (Vj.: 2,0 Mio. EUR). Die Zugänge bei den Grundstücken und Gebäuden und den geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau beliefen sich auf 2,8 Mio. EUR (Vj.: 1,4 Mio. EUR). Investitionen wurden in den Umbau eines Fachwerkhauses in ein Bürogebäude in Kassel sowie den Umbau eines Baumarktes in Baunatal und des ehemaligen IWES-Gebäudes in modernisierte Büroräume getätigt. Vereinzelt werden Standorte modernisiert, die Außenanlage der Glinicke Sport- und Geländewagen GmbH in Kassel wird zu einer Gebrauchtwagen-Verkaufsfläche umgewandelt. An Geschäfts-, Vorführ- und Mietwagen waren zum Bilanzstichtag 37,1 Mio. EUR im Bestand. Gegenüber dem Vorjahr haben sich diese Bestände um 7,3 Mio. EUR erhöht. Wesentliche Bestandserhöhungen waren bei dem British Cars Betrieb in Frankfurt (+ 2,1 Mio. EUR), der Autohaus Glinicke GmbH & Co. Vertriebs KG, Erfurt (+ 1,2 Mio. EUR) und die Audi Zentrum Kassel GmbH & Co. KG (+ 0,7 Mio. EUR) zu verzeichnen. Rückläufige Bestände waren insbesondere bei den Peugeot Autohäusern (- 0,8 Mio. EUR) gegeben. Unter den Finanzanlagen sind im Wesentlichen die Beteiligung an der ArGe OTLG Beteiligungs GmbH & Co. KG (1,7 Mio. EUR; Vj.: 2,6 Mio. EUR), die Beteiligung an der Bilster Berg Drive Resort GmbH & Co. KG (0,1 Mio. EUR) sowie die Beteiligung an der GVE-GmbH & Co. KG, Emsdetten, (0,3 Mio. EUR) ausgewiesen. Wie im Vorjahr wurde die typische stille Einlage bei der Mobility Trader GmbH in Höhe von 750 TEUR unter der sonstigen Ausleihung ausgewiesen. Zum Anlagevermögen verweisen wir im Übrigen auf den Konzernanlagenspiegel im Anhang. Die wesentlichen Posten des Umlaufvermögens sind mit 115,8 Mio. EUR (Vj.: 94,7 Mio. EUR) die Vorräte. Sie bestehen überwiegend aus Neu- und Gebrauchtwagenbeständen. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Bestände um 21,1 Mio. EUR erhöht. Angestiegene Bestände waren insbesondere bei der Autohaus Hessenkassel GmbH & Co. Vertriebs-KG (+ 1,9 Mio. EUR), der Audi Zentrum Kassel GmbH & Co. KG (+ 3,0 Mio. EUR), der Autohaus Glinicke GmbH, Kassel (+ 3,0 Mio. EUR), der Glinicke automobilés GmbH & Co. KG, Kassel (+ 1,1 Mio. EUR), der Autohaus Glinicke GmbH, Minden (+ 3,6 Mio. EUR), Autohaus Glinicke GmbH & Co. Vertriebs KG, Weimar (+ 2,4 Mio. EUR) zu beobachten. Der Bestand der vier Betriebe in Erfurt hat um 3,8 Mio. EUR zugelegt, der British Cars Betrieb in Frankfurt um 1,2 Mio. EUR. Dem gegenüber stehen die beiden Sport- und Geländewagen Betriebe (Kassel und Göttingen) mit einer Bestandsminderung von -2,8 Mio. EUR. Auf die Fahrzeuge der Geschäftssparte Classic Cars wurden Abschreibungen in Höhe von insgesamt 4,4 Mio. EUR (Vj.: 4,2 Mio. EUR) vorgenommen. Die Fahrzeuge sind insgesamt entsprechend den Bewertungsgrundsätzen des Konzerns für Gebrauchtwagen bewertet. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich auf 36,1 Mio. EUR. Im Vergleich zum vorjährigen Konzernabschluss ist ein Anstieg in Höhe von 9,6 Mio. EUR zu verzeichnen. Die Entwicklung ist stichtagsbedingt. Die sonstigen Vermögensgegenstände einschließlich der aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 61,7 Mio. EUR (Vj.: 60,8 Mio. EUR) beinhalten Forderungen gegenüber der Glinicke Financial Services GmbH & Co. KG (15,6 Mio. EUR). Daneben enthalten die sonstigen Vermögensgegenstände im Wesentlichen noch Forderungen aus dem Cash-Pooling mit dem Gesellschafter-Geschäftsführer (20,3 Mio. EUR; Vj.: 18,1 Mio. EUR). Weiter wurden Boni Forderungen gegenüber Ersatzteillieferanten in Höhe von 4,5 Mio. EUR (Vj.: 3,0 Mio. EUR) sowie gegenüber den Herstellern ausgewiesen. Die Forderungen gegenüber der Glinicke Financial Services GmbH & Co. KG dienen der Refinanzierung derer Geschäftsaktivitäten. Die Eigenkapitalquote beläuft sich auf 36,4 % (Vj.: 37,9 %). Dabei hat sich die Bilanzsumme um 11,5 %, bei einem Anstieg des Eigenkapitals um 6,9 %, erhöht. Die Kapitalanteile beinhalten die Kommanditeinlage des Gesellschafters beim Mutterunternehmen. Die Rücklagen umfassen die Kapital- und Gewinnrücklagen der Tochterunternehmen. Der auf das Mutterunternehmen entfallende Jahresüberschuss 2022 wurde mit 6,1 Mio. EUR thesauriert. Das variable Kapital veränderte sich daher um den Jahresüberschuss des Mutterunternehmens (6,1 Mio. EUR), dem Entnahmen des Gesellschafters in Höhe von 13,5 Mio. EUR gegenüber standen. Per Saldo sind die Rücklagen im Geschäftsjahr 2022 um 10,9 Mio. EUR gestiegen. Bei den Tochtergesellschaften in der Rechtsform der GmbH & Co. KG wurden Jahresüberschüsse des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von 15,8 Mio. EUR thesauriert. Der Gewinnvortrag beinhaltet die Gewinnvorträge der Tochtergesellschaften in der Rechtsform der GmbH sowie die Verlustvorträge der Tochtergesellschaften in der Rechtsform der GmbH & Co. KG. Der Konzernjahresüberschuss ist von 15,6 Mio. EUR auf 22,2 Mio. EUR gestiegen. Der Konzernjahresüberschuss 2022 wurde in Höhe von 6,1 Mio. EUR in das variable Kapital eingestellt. Für die im Rahmen von Pensionszusagen eingegangenen Pensionsverpflichtungen wurde eine Pensionsrückstellung gebildet. Die Steuerrückstellungen beinhalten in vollem Umfang die aus den Einzelabschlüssen der einbezogenen Unternehmen übernommenen Steuerrückstellungen sowie die Steuern des Mutterunternehmens. Die Steuerrückstellungen 2022 fallen gegenüber dem Vorjahr niedriger aus, weil die laufenden Steuervorauszahlungen aufgrund der höheren Vorjahresergebnisse bereits angepasst waren. Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen aus dem Personalbereich 10,0 Mio. EUR (Vj.: 9,2 Mio. EUR), Leasingrückstellungen 2,2 Mio. EUR (Vj.: 4,2 Mio. EUR) und Rückstellungen für Gewährleistungen 0,9 Mio. EUR (Vj.: 1,0 Mio. EUR). Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 185,8 Mio. EUR haben 10,4 Mio. EUR eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 27,8 Mio. EUR ist insbesondere den gewachsenen Vorräten und den gestiegenen Forderungen geschuldet. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 9,9 Mio. EUR (Vj. 11,7 Mio. EUR) bestehen überwiegend gegenüber den Herstellern. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Steuerverbindlichkeiten (1,4 Mio. EUR) und die Verbindlichkeiten aus der Teilnahme an Leasing-Restwertmodellen (8,4 Mio. EUR). Die Vermögenslage in der Glinicke-Gruppe wird von uns als gut angesehen. II.5. Finanzlage Die Finanzierung des Anlagevermögens erfolgt mit 97,8 % (Vj.: 103,1 %) fast vollständig durch lang- und mittelfristige Mittel. Die Finanzierung der im Anlagevermögen ausgewiesenen Vorführ- und Mietwagen erfolgt daneben im kurzfristigen Bereich über herstellernahe Kreditinstitute. Die Liquidität dritten Grades weist einen negativen Wert in Höhe von 1,2 % gegenüber 4,3 % im Vorjahr aus. In Höhe von 2,8 Mio. EUR (Vj.: 7,7 Mio. EUR) reicht das kurzfristig liquidierbare Umlaufvermögen nicht aus, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten zu decken. Im Anlagevermögen sind mit 37,1 Mio. EUR (Vj.: 29,8 Mio. EUR) Geschäfts-, Vorführ- und Mietwagen enthalten, die kurzfristig liquidiert und zu einer Abdeckung der Liquiditätslücke herangezogen werden können. Daneben bestehen zum Bilanzstichtag freie Linien bei Kreditinstituten in Höhe von 41,6 Mio. EUR. Gegenüber dem Vorjahr ist der Cashflow um 7,0 Mio. EUR auf 36,7 Mio. EUR gestiegen. Diese Entwicklung ist gekennzeichnet durch einen um 6,6 Mio. EUR höheren Jahresüberschuss, um 0,7 Mio. EUR erhöhte Abschreibungen und um 0,7 Mio. EUR geringere Rückstellungen. Negativ beeinflusst wurde der Mittelzufluss insbesondere durch den Anstieg der Vorräte um 21,1 Mio. EUR. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr auf 7,1 Mio. EUR reduziert. Durch die Investitionstätigkeit sind per Saldo Mittel in Höhe von 18,2 Mio. EUR abgeflossen. Sie betreffen per Saldo mit 13,0 Mio. EUR Auszahlungen für Vorführ- und Mietwagen. Daneben wurden Auszahlungen für Zugänge des übrigen Sachanlagevermögens in Höhe von 11,3 Mio. EUR geleistet. Der negative Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 29,5 Mio. EUR beruht im Wesentlichen auf Entnahmen und der Rückzahlung von Darlehen, die die Neuaufnahmen deutlich übersteigen. Der Finanzmittelfonds hat sich von -88,4 Mio. EUR auf -129,0 Mio. EUR verändert. Der Finanzmittelfonds setzt sich aus den liquiden Mitteln und den jederzeit fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zusammen. Die Zahlungsfähigkeit unserer Gruppe war insbesondere durch die eingeräumten Kreditlinien der Institute sowie die gewährten Herstellerlieferantenkredite jederzeit gegeben. III. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Nachfolgend werden die Chancen und Risiken dargestellt, die für den Glinicke Automobil-Gruppe im Berichtsjahr und im Prognosezeitraum von wesentlicher Bedeutung sind, und die entsprechenden Maßnahmen des Risikomanagements erläutert. Die nachfolgend dargestellten Risiken und Chancen betreffen grundsätzlich sämtliche Bereiche, sofern dies nicht abweichend erläutert wird. Die durch das Unternehmensumfeld bedingten Absatzrisiken werden als das höchste Risiko, die Beschaffungsrisiken und alle weiteren Risikofelder als mittleres Risiko klassifiziert. Nach unserer Einschätzung sind - trotz des Russland-Ukraine-Konfliktes und der damit einhergehenden Energieknappheit und Inflationsproblematik - derzeit keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand unserer Unternehmensgruppe in Ihrer Gesamtheit gefährden sollten. Absatzchancen und -risiken Die angebotsseitigen Stolpersteine der vorherigen Jahre, die durch die hohen Fallzahlen während der Corona-Pandemie und dem Beginn der Energiekrise geschaffen wurden, verlieren allmählich an Bedeutung. Seit Herbst 2022 schwächt sich die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen allerdings zunehmend ab. Einerseits hemmt die verhaltene Entwicklung der globalen Konjunktur das deutsche Exportgeschäft in seinem Wachstum, andererseits belasten die hohen Inflationsraten die Konsum- und Baukonjunktur durch sinkende Kaufkraft und steigende Finanzierungskosten. Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft stagniert. [7] Zu Beginn des Jahres 2023 hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft etwas aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Februar 2023 auf 91,1 Punkte gestiegen, nach 90,1 Punkten im Januar 2023 und begibt sich allmählich auf den Kurs zu Beginn des Vorjahres. Insbesondere die Erwartungshaltung der Unternehmen hat sich verbessert, die aktuelle Lage wurde hingegen weniger gut beurteilt. Die deutsche Wirtschaft kämpft sich allmählich aus ihrer Schwächephase heraus. [8] In Deutschland wurden im Februar 2023 206.200 Pkw neu zugelassen. Das sind 3 % mehr als im Vorjahresmonat. In den ersten beiden Monaten des Jahres wurden insgesamt knapp 708.300 Fahrzeuge produziert, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 26 % entspricht. Trotz der sich bessernden Versorgungslage mit Vor- und Zwischenprodukten, verbleibt das Produktionsniveau noch signifikant unterhalb des Vorkrisenniveaus.[9] Wegen der zunehmenden Elektrifizierung und dem damit einhergehenden geringeren Fahrzeugverschleiß könnte sich die Anzahl der Werkstattkunden reduzieren. Allerdings sind Inspektionen weiterhin notwendig und die Hybrid-Fahrzeuge sogar wartungsintensiver. Von einem deutlichen Einbruch gehen wir daher nicht aus. Beschaffungschancen und -risiken Die Schwierigkeiten der vergangenen Krisenjahre hatten die Hersteller, und damit auch den Handel durch die verspätete Verfügbarkeit von Neuwagen stark getroffen. Produktionsunterbrechungen während der Corona-Pandemie bei wichtigen chinesischen Zulieferern von Chips wirken bis heute nach und sind weiterhin ein ernstzunehmendes Problem bei der Neuwagenfertigung aller europäischen Hersteller. Die Situation hat sich seit 2020 leicht entspannt, jedoch befinden wir uns durch die weiterhin hohe Nachfrage an Halbleitern und Chips auch von vielen anderen Branchen, insgesamt in einem Engpass. Die Kriegshandlungen Russlands haben für weitere Lieferprobleme in der Automobilbranche gesorgt. Es besteht weiterhin ein Mangel an Zulieferungen von Kabelbäumen, ein komplexes und teils für jedes Fahrzeugmodell individuell angefertigtes Bauteil. Die Ukraine hatte sich zuletzt zu einem wichtigen Produktionsstandort entwickelt und hat während der Hochphase des Krieges die Autohersteller zur Anpassung und strategischen Diversifikation Ihrer Produktionsstandorte gezwungen. Die verzögerte Fertigung und Auslieferung von Neuwagen sorgt auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt durch eingeschränkte Verfügbarkeit für Verzögerungen. Die krisenbedingten hohen Auftragsbestände führen, trotz einer allmählichen Entspannung in der Liefersituation, weiterhin zur Zurückhaltung bei der Forderung nach Rabattierungen bei Neuwagen und zu hohen Ein- und Verkaufspreisen bei Gebrauchtwagen, sodass wir angemessene Preise erreichen können. Dies wird sich positiv auf unser Ergebnis auswirken und die negativen Folgen insbesondere der Ukraine-Krise für unsere Unternehmensgruppe etwas abmildern. Das Kostensenkungspotential ist nach Überprüfung sämtlicher Kostenpositionen weitgehend ausgeschöpft, wir rechnen insbesondere bei den Energiekosten der gesamten Gruppe mit höheren Belastungen, da sich die erhöhten Energiekosten in 2022 auf die teilweise über mehrere Jahre fixierten Strom- und Gaslieferverträge noch nicht ausgewirkt hat und teilweise noch Tarife mit Preisen aus 2021 bestanden. Der Rohertrag im Neuwagengeschäft, ein wichtiges Standbein unserer Profitabilität, wird maßgebend davon beeinflusst, dass wir die zugesagten Prämien der Hersteller auf der Grundlage bestehender Verträge erhalten und diese bei herstellerseitigen Prüfungen nicht zurückgefordert werden. Der Compliance, auch mit Blick auf die Vorschriften des Geldwäschegesetzes und der Einhaltung sonstiger Vorgaben der Geschäftsführung, haben wir Rechnung durch die personelle Ausstattung unserer Innenrevision und unserer Rechtsabteilung getragen. Technologische Chancen und Risiken Der Volkswagen Konzern will - auch um den Auswirkungen des Klimawandels auf die Mobilität der Zukunft zu begegnen - Weltmarktführer in der E-Mobilität werden und beabsichtigt in diesem Zusammenhang bis 2025 insgesamt 35 Milliarden Euro dafür zu investieren. Beim Absatz von Fahrzeugen wurden weltweit im Jahr 2022 durch den Volkswagen-Konzern 572.100 vollelektrische Fahrzeuge (BEV) ausgeliefert, was einem Anstieg von 26 Prozent entspricht. Bis 2030 soll für jedes Konzernmodell mindestens eine elektrifizierte Variante auf den Markt gebracht werden. Im ersten Schritt bedeutet das 80 neue E-Modelle bis 2025, davon 50 reine E-Fahrzeuge, um bis 2030 eine Anzahl von 300 elektrifizierten Varianten anbieten zu können. Bis 2030 plant die Marke Volkswagen, dass 80 Prozent aller in Europa ausgelieferten Fahrzeuge vollelektrisch sind, ab 2033 will Volkswagen keine Verbrenner mehr in Europa verkaufen. Das technische und wirtschaftliche Rückgrat der E-Offensive ist der Modulare E-Antriebsbaukasten (MEB). Die speziell für den Elektroantrieb konzipierte Fahrzeugarchitektur bietet hohe Reichweiten und viel Platz im Innenraum. [10]) [11]) [12]) [13]) Dies hat bereits jetzt Auswirkungen auf die Struktur des Absatzes von Neuwagen. Künftig wird durch den Umstieg von Kunden auf Elektrofahrzeuge der After-Sales-Bereich nach unserer Einschätzung deutlich an Bedeutung verlieren. Die Glinicke-Gruppe erfüllt wesentliche CI-Vorgaben für den Verkauf von Elektro-Fahrzeugen, was uns insbesondere im Hinblick auf Markteinführung von E-Modellen einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Wir haben alle Glinicke Betriebe auf die Erfordernisse der Elektromobilität vollumfänglich umgerüstet. Finanzrisiken Risiken können sich aus den zugunsten der Unternehmen der Glinicke Finanz Holding GmbH & Co. KG - Gruppe übernommenen Bürgschaften und gesamtschuldnerischen Haftungsverhältnissen gegenüber Kreditinstituten ergeben. Aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Substanzwerte der Unternehmen rechnen wir nicht mit einer Inanspruchnahme daraus. Die Glinicke Finanz Holding GmbH & Co. KG - Gruppe ist in ihrem Neugeschäft stabil. Die Lieferkettenproblematik führt auch hier dazu, dass insbesondere Leasinggegenstände häufig nur zeitlich verzögert beschafft werden können. Derzeit sind keine Preisänderungen auf der Beschaffungs- und Absatzseite erkennbar, die sich nachteilig auf den Geschäftsverlauf auswirken können. Wir gehen davon aus, dass die steigenden Preise der von uns abgesetzten Güter und Dienstleistungen am Markt von uns durchgesetzt werden können. Risiken aus Zahlungsstromschwankungen sind ebenfalls nicht erkennbar. Wir haben ein Forderungsmanagement mit dem Ziel installiert, das Forderungsausfallrisiko zu begrenzen. Bestandsgefährdende Risiken sind derzeit nicht erkennbar. Absicherungsgeschäfte in Form von Finanzinstrumenten werden von uns zurzeit nicht getätigt. Gegen unrentable Geschäfte für Leasingrückläufer wurden in 2022 höhere Restwertabsicherungen getätigt als noch im Vorjahr und damit mittelfristig Risiken minimiert. Weiterhin gut bewährt sich die "Glinicke Card". Sie dient unseren Kunden als Bonuskarte für Werkstattleistungen, Reifen/Räder, Teile, Zubehör und Euromobil-Mietwagen sowie weiteren Service-Leistungen, die der Kundenbindung dienen. IV. Prognose Für das Jahr 2023 erwarten wir aufgrund des Russland-Ukraine-Konflikts und der daraus resultierenden Energieknappheit und Preissteigerungen sowie der Anhebung des Zinsniveaus erhebliche Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Als wahrscheinlichstes Szenario erachten wir aufgrund der Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung und den Anstrengungen der Hersteller zur Behebung der Lieferkettenproblematik eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der zweiten Jahreshälfte. Für das Geschäftsjahr 2023 rechnen wir mit einem Gesamtumsatz von 744 Mio. EUR und einem Ergebnis in Höhe von 16,4 Mio. EUR. Insbesondere bei den Auslieferungen von Neuwagen sind wir bei unserer Planung davon ausgegangen, dass die Lieferkettenproblematik spätestens zur zweiten Jahreshälfte durch die Hersteller weitgehend behoben sein wird und das Bestellvolumen unserer Kunden erfüllt werden kann. Unsere Ergebniserwartung wird von der Einschätzung getragen, dass die Rohertragsentwicklung bei den Gebrauchtwagen gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig ist. Auch die weiteren Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts im Geschäftsjahr 2023 haben wir bei unseren Planungen berücksichtigt. Unsere Planung geht von folgendem EBIT und EBITDA aus:
In Zusammenhang mit den hier dargestellten Einschätzungen und Erwartungen weisen wir darauf hin, dass die tatsächlichen Ereignisse in der Zukunft wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres konnten wir im ersten Quartal 2023 einen Anstieg der Umsätze um 19,3 % und beim Ergebnis um 56,3 % realisieren. Nach wie vor sind die Preise am Gebrauchtwagenmarkt gut. Die Entwicklung wird sich nach unserer Einschätzung in Bezug auf das Umsatzwachstum noch verbessern, in Bezug auf das Ergebnis im restlichen Geschäftsjahr 2023 nicht halten lassen. Die Prognosen für das Geschäftsjahr 2023 unterliegen wie alle Planungen gewissen Unsicherheiten.
Kassel, den 08. Mai 2023 Verwaltungs GmbH Frank Florian Glinicke, Geschäftsführer Glinicke Automobil Holding Thomas Giepen, Geschäftsführer Glinicke Automobil Holding Verwaltungs GmbH Herr Ralf Schaub, Geschäftsführer Glinicke Automobil Holding Verwaltungs GmbH [1] BMWK Pressemitteilung vom 13.01.2023, BMWK Jahreswirtschaftsbericht Stand Januar 2023 [2] Statistik Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsmarktberichterstattung März 2022 und Dezember 2022 [3] Arbeitsmarkt im Dezember: Zahl der Arbeitslosen leicht gestiegen | tagesschau.de vom 03.01.2023 [4] Pressemitteilung vom (04.01.2023) Nr. 01/2023 des Kraftfahrt-Bundesamt [5] Automarkt 2023: Durchwachsene Aussichten | Wirtschaft | DW | 29.12.2022 [6] Inflation und Chipmangel: Autopreise in Deutschland erreichen Rekordhoch (handelsblatt.com) [7] Auswertung ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V veröffentlicht am 15. März 2023 [8] Auswertung ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V veröffentlicht am 22. Februar 2023 [9] Pressemitteilung Verband der Automobilindustrie vom 3. März 2023 [10] Volkswagen Group "E-Mobilität" vom 30. August 2022 [11] Volkswagen AG "Transformation schreitet voran" 4/2023 [12] Auto Motor und Sport "ID-Familie wächst: Zehn neue Modelle bis 2026" vom 16. März 2023 [13] www.volkswagen.de "MEB Technologie Ein Baukasten für nachhaltige Elektromobilität" vom 5. Mai 2023 KonzernbilanzAktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernkapitalflussrechnung nach DRS 21Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KGKonzernabschluss zum 31. Dezember 2022KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG DRS 21 (indirekte Methode)
Konzerneigenkapitalspiegel 31.12.2021
Konzerneigenkapitalspiegel 31.12.2022
Konzernanhang 2022Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG, KasselI. Allgemeine Angaben Der Konzernabschluss der Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG, Kassel, (Amtsgericht Kassel, HRA 17662) für das Geschäftsjahr 2022 ist gemäß § 264a HGB unter Anwendung der Konzernrechnungslegungsvorschriften der §§ 290 ff. HGB unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit erstellt. Gemäß § 297 Abs. 1 HGB besteht der Konzernabschluss aus der Konzernbilanz, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzernanhang, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung. Der Konzernabschluss wird gemäß § 298 Abs. 1 HGB i. V. m. § 244 HGB in Euro aufgestellt. Die Konzernbilanz wurde um Posten A. II.3. Geschäftsfahrzeuge, A. II.5. Vorführwagen und A. II.6. Mietwagen erweitert, die das Automobilhandelsgeschäft der konsolidierten Unternehmen betreffen. Die Gliederung der Gewinn - und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren. Die davon-Angaben in Bezug auf die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung wurden überwiegend in den Anhang aufgenommen. II. Konsolidierungsgrundsätze Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens aufgestellt. Abweichende Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen bestehen nicht. Die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 10. November 2017 gegründet. Mit Einbringungs-Vertrag vom 4. Januar 2018 hat die Gesellschaft die Rechtsnachfolge von Herrn Frank Florian Glinicke in Bezug auf eine Vielzahl von Beteiligungen an Unternehmen der Glinicke-Unternehmensgruppe sowie an einer Vielzahl von betrieblich genutzten Grundstücken und sonstigen Vermögensgegenständen angetreten. Weitere unternehmerische Tätigkeiten entfaltet Herr Frank Florian Glinicke nur in geringem Maße. Mit der oben angeführten Einbringung ist die Pflicht zur Erstellung eines Konzernabschlusses daher auf die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG als Mutterunternehmen übergegangen. Der Erstkonsolidierungszeitpunkt für die zum Zeitpunkt der erstmaligen Pflicht zur Erstellung eines Konzernabschlusses bereits vorhandenen einbezogenen Tochterunternehmen ist daher der 1. Januar 2009. Die Erstkonsolidierung der in der Folgezeit zugegangenen Tochterunternehmen erfolgte zum Erwerbszeitpunkt bzw. zu dem Zeitpunkt, an dem das Mutterunternehmen unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss auf diese Unternehmen ausüben konnte. Die Einbeziehung erfolgte nach den Vorschriften zur Vollkonsolidierung (§§ 300 ff. HGB). Bei der Kapitalkonsolidierung kam die Neubewertungsmethode gem. § 301 Abs. 1 HGB zur Anwendung. Sämtliche bei der Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen wurden im Rahmen der Konsolidierung aufgerechnet. Dabei wurde der Wertansatz der Anteile an den Tochterunternehmen beim Mutterunternehmen mit dem Betrag des Eigenkapitals des jeweiligen Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital des jeweiligen Tochterunternehmens wurde dabei mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten entsprach. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wurde, wenn er auf der Aktivseite entstand, als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn er auf der Passivseite entstand, zunächst als Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung ausgewiesen. Die aktiven Unterschiedsbeträge werden auf der Aktivseite der Bilanz unter der Position Geschäfts- und Firmenwert neben bereits auf Einzelabschlussebene bilanzierter Firmenwerte ausgewiesen. Der aktive Unterschiedsbetrag hat sich wie folgt entwickelt:
Der passive Unterschiedsbetrag in Höhe von EUR 10.312.994,84 resultierte aus nicht ausgeschütteten Überschüssen der Geschäftsjahre vor der erstmaligen Konsolidierung der Tochterunternehmen sowie der im Geschäftsjahr 2017 zugegangenen Glinicke Fuhrparkmanagement Verwaltungs GmbH und der im Geschäftsjahr 2018 erworbenen Stöber und Schmidt GmbH, Bad Sooden-Allendorf, Autohaus Stöber Eschwege GmbH & Co. KG, Eschwege, und der Autohaus Stöber Verwaltungs GmbH, Eschwege. Er hat Eigenkapitalcharakter und wurde daher bereits in Vorjahren entsprechend § 309 Abs. 2 HGB aufgelöst. Im Zuge der Neubewertung im Rahmen der Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2009 wurden bei der Kapitalkonsolidierung TEUR 53 stille Reserven im Grundvermögen und TEUR 580 stille Reserven beim Beteiligungsvermögen der Tochtergesellschaften offengelegt und den entsprechenden Vermögensgegenständen zugeordnet. Im Rahmen der Anschaffung der Autohaus Stöber Eschwege GmbH & Co. KG wurden stille Reserven bei den Grundstücken in Höhe von TEUR 21 und bei den Gebäuden in Höhe von TEUR 422 (Buchwert stille Reserven zum 31. Dezember 2022: TEUR 352) aufgedeckt. Bei der Anschaffung der Autohaus Stöber GmbH & Co. KG, Witzenhausen, waren dem Grund und Boden stille Lasten in Höhe von TEUR 41 und den Gebäuden stille Reserven in Höhe von TEUR 175 (Buchwert stille Reserven zum 31. Dezember 2022: TEUR 146) zuzuordnen. Die Erstkonsolidierung der Glinicke automobilés Erfurt GmbH & Co. KG im Geschäftsjahr 2018 führte zur Aufdeckung von stillen Reserven im Grund und Boden in Höhe von TEUR 1.646. Forderungen und Verbindlichkeiten, Zwischenergebnisse, Umsätze, Aufwendungen und Erträge innerhalb des Konsolidierungskreises wurden eliminiert. Von einem einbezogenen Unternehmen wurden in Vorjahren Fahrzeuge an ein anderes einbezogenes Unternehmen mit Zwischengewinnen in Höhe von insgesamt TEUR 502 veräußert. Diese und die um TEUR 124 zu hohen Abschreibungen wurden im Rahmen der Konsolidierungsmaßnahmen ebenfalls eliminiert. Auch im Geschäftsjahr 2022 fanden entsprechende Verkäufe mit Zwischengewinnen in Höhe von insgesamt TEUR 6 und um TEUR 96 zu hohe Abschreibungen statt, die eliminiert wurden. Da der Jahresüberschuss des Mutterunternehmens in Höhe von TEUR 6.098 entsprechend den Regelungen des Gesellschaftsvertrages bereits dem Variablen Kapital zuzuordnen war, wurde der Konzernjahresabschluss unter Berücksichtigung der teilweisen Gewinnverwendung aufgestellt. Die Gesellschaftsverträge der Tochterunternehmen sehen für die Gewinnverwendung sämtlich Beschlussfassungen der Gesellschafterversammlung vor. Der unverteilte anteilige Konzernjahresüberschuss in Höhe von TEUR 16.077 wurde mit dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von TEUR 16.617 zusammengefasst und mit TEUR 32.694 als Konzernbilanzgewinn ausgewiesen. Der Konzernbilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von TEUR 27.453 setzte sich aus dem Konzernjahresüberschuss in Höhe von TEUR 15.619 abzüglich des Überschusses des Mutterunternehmens des Vorjahres in Höhe von TEUR 3.338, der bereits im Vorjahr dem variablen Kapital zugewiesen wurde, und dem Gewinnvortrag in Höhe von TEUR 15.172 zusammen. III. Angaben zum Konsolidierungskreis A. Einbezogene Unternehmen Mutterunternehmen des Konzerns ist die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG. In den Konsolidierungskreis des Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG-Konzerns werden grundsätzlich alle Unternehmen einbezogen, bei denen die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG in der Lage ist, mittelbar oder unmittelbar einen beherrschenden Einfluss gem. § 290 Abs. 2 Nr. 1-4 HGB auszuüben. Die Komplementärin des Mutterunternehmens, die Glinicke Automobil Holding Verwaltungs GmbH, ist am Kapital der KG nicht beteiligt. Das Recht zur Bestellung der Geschäftsführer der GmbH und damit auch der KG steht dem Alleingesellschafter der GmbH, Herrn Frank Florian Glinicke, zu. Die Glinicke Automobil Holding Verwaltungs GmbH wurde daher nicht in den Konzernabschluss einbezogen, weil die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG an dieser nicht beteiligt ist. Neben dem Mutterunternehmen, Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG, sind die folgenden inländischen Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen worden: a) Operative Unternehmen
b) Inaktive Unternehmen
c) Komplementärunternehmen
An den vorstehenden Tochterunternehmen hält die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG jeweils 100 % der Anteile. Daneben wurden zwei Zweckgesellschaften nach § 290 Abs. 2 Ziffer 4 HGB in den Konzernabschluss einbezogen. Im Zuge der Einbringung von Beteiligungen, Grundstücken und sonstigen Vermögensgegenständen durch Herrn Frank Florian Glinicke in die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG wurden die mit den Vermögensgegenständen im Zusammenhang stehenden Verbindlichkeiten nicht übertragen. Deren Bestand beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf TEUR 15.658 (Vj.: TEUR 28.151). Da bei wirtschaftlicher Betrachtung die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG die Mehrheit der Risiken und Chancen aus diesen unselbständigen Sondervermögen des Privatrechts trägt, wurden die Verbindlichkeiten in zwei Zweckgesellschaften zusammengefasst und nach § 290 Abs. 2 Ziffer 4 HGB in den Konzernabschluss einbezogen. Die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG, Kassel, stellt den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss wird zur Veröffentlichung zum Unternehmensregister eingereicht. Die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG, Kassel, hält 100 % des Kommanditkapitals der Glinicke Sportwagen Verwaltungs GmbH & Co. KG. Die Glinicke Sportwagen Verwaltungs GmbH & Co. KG wird daher in den befreienden Konzernabschluss der Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG gem. § 291 HGB einbezogen und verzichtet demgemäß auf die Aufstellung eines eigenen Konzernabschlusses. Folgende vollkonsolidierte verbundene Unternehmen in der Rechtsform einer Kapital- beziehungsweise gleichgestellten Personenhandelsgesellschaft (§§ 264 bis 288 HGB) haben durch die Einbeziehung in den Konzernabschluss die Bedingungen des § 264 Abs. 3 HGB beziehungsweise § 264b HGB erfüllt und nehmen die Befreiungsvorschriften in Bezug auf die Erweiterung des Jahresabschlusses um einen Anhang, ggf. die Aufstellung eines Lageberichts, ggf. die Prüfung des Jahresabschlusses sowie bzgl. der Offenlegung des Jahresabschlusses (§ 325 ff. HGB) in Anspruch:
B. Endkonsolidierte Unternehmen Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine Tochtergesellschaften endkonsolidiert. C. Erstkonsolidierte Unternehmen Erstkonsolidierungen ergaben sich 2022 nicht, der Konsolidierungskreis hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. IV. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden bei allen Unternehmen des Konsolidierungskreises einheitlich angewendet. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten worden. Das Realisations- und Imparitätsprinzip wurden beachtet. Die aktivischen Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung (Geschäfts- oder Firmenwerte) sowie die bei den Einzelunternehmen aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte werden entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden im Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen bzw. rechtlichen Eigentums zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen über die erwartete Nutzungsdauer (zwischen 3 und 15 Jahren), angesetzt. Das Sachanlagevermögen wird im Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen bzw. rechtlichen Eigentums zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen über die erwartete Nutzungsdauer, angesetzt. Die Abschreibungen aller Neuzugänge wurden ausschließlich nach der linearen Methode monatsgenau vorgenommen. Die Nutzungsdauern betragen:
Geringwertige Sachanlagegegenstände mit Anschaffungskosten bis EUR 800,00 werden im Anschaffungsjahr voll abgeschrieben. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften wurden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Ausleihungen werden zum Nennwert angesetzt. Im Falle von voraussichtlich dauernden Wertminderungen des Finanzanlagevermögens werden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag vorgenommen. Sind die Gründe für Abschreibungen entfallen, werden Zuschreibungen bis maximal zur Höhe der ursprünglichen Anschaffungskosten erfasst. Die Vorräte wurden gem. § 253 HGB einzeln in Höhe ihrer Anschaffungskosten bzw. im Fall von unfertigen und fertigen Erzeugnissen sowie Leistungen mit Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen grundsätzlich neben den Einzelkosten auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Die Bewertung der geleisteten Anzahlungen erfolgt zu Anschaffungskosten. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden soweit sachgerecht offen von den Vorräten abgesetzt. Bestandsrisiken wird durch Abwertungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag Rechnung getragen. Die Bewertung der Forderungen und der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte zum Nennwert. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wurde durch eine Pauschalwertberichtigung zu Forderungen ausreichend Rechnung getragen. Die flüssigen Mittel wurden in allen Fällen mit dem Nennwert angesetzt. Auf fremde Währung lautende liquide Mittel wurden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Als aktive Rechnungsabgrenzung werden gemäß § 250 Abs. 1 HGB Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, abgegrenzt. Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen. Sie wurden mit dem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Preis- und Kostensteigerungen in Höhe der allgemeinen Inflationsrate berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr wurden mit den von der Deutschen Bundesbank bekannt gegebenen Zinssätzen abgezinst. Die Rückstellungen für Pensionen werden nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der "Projected-Unit-Credit-Methode" ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Für die Abzinsung wurde pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt und dafür der von der Deutschen Bundesbank auf den Bilanzstichtag ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 1,78 % (Vj.: 1,87 %) angesetzt. Die Erfolgswirkungen aus der Änderung des Abzinsungssatzes (TEUR 6,7) und der Abzinsung (TEUR 1,7) wurden im operativen Ergebnis ausgewiesen. Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 6,8 (Vj.: TEUR 12). Dieser Unterschiedsbetrag ist für Ausschüttungen gesperrt. Der Rententrend wurde bei der Bildung der Rückstellung mit 1,75 % berücksichtigt. Für die Bewertung der Rückstellung für Rücknahmeverpflichtungen aus dem Fahrzeuggeschäft mit der Volkswagen Leasing GmbH Deutschland wurde eine Portfoliobewertung der Volkswagen Financial Services AG (FS AG) herangezogen. Für die der Verpflichtung unterliegenden Fahrzeuge wurde anhand von Prognosewerten der künftige Marktpreis je Fahrzeug ermittelt und mit dem vereinbarten Rücknahmepreis verglichen. Ergab sich daraus ein Verlust, wurde dieser bei der Bemessung des Rückstellungsbetrages berücksichtigt. Rückstellungen für Rücknahmeverpflichtungen aus Neuwagengeschäften mit Drittanbietern wurden überwiegend in Form einer Transformation der Durchschnittswerte je Fahrzeugtyp aus den Ergebnissen der Volkswagen Financial Services AG bewertet. Daneben kamen vergangenheitsorientierte Schätzverfahren zum Einsatz. Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die sich in den Einzelabschlüssen der einbezogenen Unternehmen ergebenden Überhänge aktiver latenter Steuern wurden entsprechend dem Wahlrecht des § 274 Abs. 1 HGB nicht angesetzt. Bei der Berechnung der sich aus Konsolidierungsmaßnahmen ergebenden latenten Steuern werden diejenigen Steuersätze angewendet, die zum Bilanzstichtag gelten und deren Gültigkeit im Zeitpunkt der Umkehrung der Differenzen erwartet wird. Aktive und passive Steuerabgrenzungen werden saldiert ausgewiesen. V. Erläuterungen zur Konzernbilanz Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in Anlage I, Seite 22 dargestellt. Angaben zum Anteilsbesitz:
Die Beteiligung an der ArGe OTLG Beteiligungs GmbH & Co. KG wurde im Geschäftsjahr um TEUR 878 auf TEUR 1.639 abgeschrieben, mit der Volkswagen AG ist auf den 31.12.2023 eine Call-Option für die von der ArGe OTLG Beteiligungs GmbH & Co. KG gehaltenen Anteile an der OTLG vereinbart worden. Für die ArGe OTLG Beteiligungs GmbH & Co. KG besteht zum Ende der Jahre 2017 bis 2023 eine entsprechende Put-Option. Die Bedingungen der Call-Option rechtfertigen den in der Konzernbilanz angesetzten Beteiligungsbuchwert. Die Beteiligung an der Bilster Berg Drive Resort GmbH & Co. KG wurde in Vorjahren insgesamt mit 1,1 Mio. EUR abgeschrieben. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Antizipative Posten größeren Umfangs enthalten die sonstigen Vermögensgegenstände nicht. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten 15,6 Mio. EUR (Vj.: 22,3 Mio. EUR) Forderungen gegenüber nahestehende Unternehmen. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten mit 20,3 Mio. EUR (Vj. 18,0 Mio. EUR) Forderungen gegenüber einem Gesellschafter-Geschäftsführer. Eigenkapital Die Kapitalanteile des Kommanditisten (TEUR 20) wurden aus dem Jahresabschluss des Mutterunternehmens übernommen. Die Rücklagen (TEUR 108.706) beinhalten unter Berücksichtigung von Konsolidierungsmaßnahmen die aus den Jahresabschlüssen der Tochterunternehmen zu entnehmenden Kapital- und Gewinnrücklagen sowie die passiven Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung. Der Gesellschaftsvertrag des Mutterunternehmens regelt, dass Einlagen und Entnahmen sowie Gewinn- und Verlustanteile im Eigenkapital auszuweisen sind. Dementsprechend wurden die Entnahmen und Einlagen sowie der Gewinn des Mutterunternehmens im Eigenkapital verrechnet, so dass unter dem Posten "variables Kapital" ein Saldo von TEUR -5.975 ausgewiesen wurde. Die Gesellschaftsverträge der Tochterunternehmen sehen für die Gewinnverwendung sämtlich Beschlussfassungen der Gesellschafterversammlung vor. Der unverteilte anteilige Konzernjahresüberschuss in Höhe von TEUR 16.077 wurde mit dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von TEUR 16.617 zusammengefasst und mit TEUR 32.694 als Konzernbilanzgewinn ausgewiesen. Steuerrückstellungen Die Steuerrückstellungen enthalten die Steuern vom Einkommen und Ertrag der einbezogenen Tochterunternehmen. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen aus dem Personalbereich 10,0 Mio. EUR (Vj.: 9,2 Mio. EUR), Leasingrückstellungen 2.2 Mio. EUR (Vj. 4,2 Mio. EUR) und Rückstellungen für Gewährleistungen 0,9 Mio. EUR (Vj.: 1,0 Mio. EUR). Verbindlichkeiten Die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar (Angabe in TEUR):
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von 24,8 Mio. EUR durch Grundpfandrechte gesichert. Daneben sind die zu finanzierenden Fahrzeuge zur Sicherheit übereignet. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gelten die üblichen Eigentumsvorbehalte. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten EUR 45.924,27 (Vj.: EUR 45.442,18) an Verbindlichkeiten gegenüber der Komplementär-GmbH. Latente Steuern Aktive und passive latente Steuern werden entsprechend § 306 HGB gebildet und saldiert in der Konzernbilanz ausgewiesen. Sie sind mit den jeweiligen, einzeln ermittelten Steuersätzen der zugrunde liegenden Sachverhalte bewertet. Der DRS 18 des Deutschen Standardisierungsrates (DSR) wurde beachtet. Auf Ebene der HB I der einzelnen Unternehmen des Konsolidierungskreises ergaben sich aktive latente Steuern von insgesamt TEUR 3.891. Es wurde von dem Wahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht und kein Bilanzansatz vorgenommen. Die aktiven latenten Steuern beruhen hauptsächlich auf Verlustvorträgen von TEUR 12.416, die voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren realisiert werden. Auf unterschiedliche Wertansätze zwischen Handels- und Steuerbilanz, die sich aus Konsolidierungsmaßnahmen ergeben, werden gemäß § 306 HGB latente Steuern angesetzt. Daraus resultieren in Höhe von TEUR 44 aktive latente Steuern aus der Zwischenergebniseliminierung sowie passive latente Steuern auf die im Zuge der Neubewertungsmethode offen gelegten stillen Reserven in Höhe von TEUR 586. Weiterhin wurden passive latente Steuern in Höhe von TEUR 116 im Zusammenhang mit der Auflösung von steuerlichen Sonderabschreibungen im Konzernabschluss angesetzt. Die passiven latenten Steuern wurden mit den aktiven latenten Steuern verrechnet und der Überhang in Höhe von TEUR 658 auf der Passivseite der Konzernbilanz ausgewiesen. Bei der Ermittlung der latenten Steuern wurden unternehmensindividuelle Steuersätze bestehend aus dem gültigen Körperschaftsteuersatz von 15 % unter Berücksichtigung des Solidaritätszuschlages von 5,5 % (bei Kapitalgesellschaften) sowie der Gewerbesteuer nach den Verhältnissen des Einzelfalles (rund 15 %) berücksichtigt. Zins- und Devisentermingeschäfte Sicherungsgeschäfte werden im Konzern seit Oktober 2010 nicht mehr betrieben. VI. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse (inkl. Vorführwagen) gliedern sich wie folgt auf:
Von den Umsatzerlösen wurden TEUR 672.934 (Vj. TEUR 652.102) im Inland, TEUR 64.969 (Vj. TEUR 49.256) in der Europäischen Union und TEUR 3.399 (Vj.: TEUR 2.255) im Drittland erzielt. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Auflösungen von Rückstellungen aus Leasingrücknahmeverpflichtungen, die Kfz-Nutzung der Mitarbeiter und Veränderungen der Wertberichtigungen auf Forderungen. In der Position "sonstige betriebliche Erträge" sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 5.173,01 (Vj. EUR 65.418,53) enthalten. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich aus Verwaltungs-, Betriebs-, Vertriebs- und sonstigen Aufwendungen zusammen. Die übrigen sonstigen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Zuführungen zu Einzel- und Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen, Zuführungen zu Rückstellungen aus Leasingrücknahmeverpflichtungen und Aufwendungen für Fortbildungsaufwendungen. In der Position "sonstige betriebliche Aufwendungen" sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 1.687,73 (Vj.: EUR 3.591,22) enthalten. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens Im Geschäftsjahr erfolgten Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 878 (Vj. TEUR 296). Steuern vom Einkommen und vom Ertrag In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Erträge aus latenten Steuern in Höhe von TEUR 9 (Vj.: TEUR 26) enthalten. Angaben gem. § 314 Abs. 1 Nr. 23 und Nr. 24 HGB In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende periodenfremde Erträge und Aufwendungen gem. § 314 Abs. 1 Nr. 24 HGB enthalten:
Innerhalb der Erträge und Aufwendungen sind keine Erträge oder Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung enthalten. VII. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Im Geschäftsjahr wurden die Grundsätze von DRS 21 zur Aufstellung einer Kapitalflussrechnung angewendet. Der in der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesene Finanzmittelfonds beinhaltet Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände sowie jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die zur Disposition der liquiden Mittel gehören. Die Guthaben unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen. Es haben sich keine wesentlichen zahlungsunwirksamen Investitions- und Finanzierungsvorgänge ergeben. VIII. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Konzernbilanz berücksichtigt sind, haben sich nicht ergeben. IX. Ergebnisverwendung Der Jahresüberschuss des Mutterunternehmens in Höhe von EUR 6.097.757,54 wurde in das variable Kapitalkonto des Kommanditisten eingestellt. Die übrigen Jahresüberschüsse in Höhe von EUR 16.077.204,14 sollen mit den Gewinnvorträgen in Höhe von EUR 16.616.597,51 zusammengefasst und der sich danach ergebende Bilanzgewinn in Höhe von EUR 32.693.801,65 mit EUR 16.699.935,39 in die Rücklagen eingestellt und mit EUR 15.993.866,26 auf neue Rechnung vorgetragen werden. X. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Haftungsverhältnisse Die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG hat für Verbindlichkeiten der Digital Mobility Leasing GmbH bzw. der Glinicke Financial Services GmbH & Co. KG gegenüber Kreditinstituten gesamtschuldnerische Haftungen und Bürgschaften mit einem Umfang von 235,2 Mio. EUR bzw. 5,7 Mio. EUR übernommen. Zu Gunsten der Glinicke Finanz Holding GmbH & Co. KG hat die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG gegenüber Kreditinstituten Bürgschaften in Höhe von 14,3 Mio. EUR übernommen. Mit einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnisse ist wegen der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Substanzwerte der zuvor genannten Unternehmen zurzeit nicht zu rechnen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Zum Bilanzstichtag waren Investitionen von rund 3,0 Mio. EUR beauftragt. XI. Sonstige Angaben Für das Geschäftsjahr 2022 beträgt das Honorar des Konzernabschlussprüfers für Abschlussprüfungsleistungen TEUR 155 (Vj: TEUR 145). Weitere Leistungen wurden nicht erbracht. Alleinige persönlich haftende Gesellschafterin des Mutterunternehmens ist die Glinicke Automobil Holding Verwaltungs GmbH (Amtsgericht Kassel, HRB 17397) mit Sitz in Kassel. Die Gesellschaft verfügt über ein Stammkapital i. H. v. EUR 25.000,00. Die Gesellschaft wird vertreten durch die Geschäftsführer:
Auf die Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 wurde nach § 314 Abs. 3 HGB i. V. m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Mitarbeiter In den Personalaufwendungen sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 1.493 (Vj.: TEUR 1.173) enthalten. Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter betrug 1.462 (Vj. 1.487). Davon waren 335 (Vj: 325) gewerbliche Arbeitnehmer, 1.032 (Vj: 1.073) kaufmännische Mitarbeiter und 95 (Vj: 89) geringfügig Beschäftigte. Daneben wurden 194 (Vj: 194) Auszubildende beschäftigt.
Kassel, den 8. Mai 2023 Frank Florian Glinicke, Geschäftsführer Glinicke Automobil Holding Verwaltungs GmbH Thomas Giepen, Geschäftsführer Glinicke Automobil Holding Verwaltungs GmbH Herr Ralf Schaub, Geschäftsführer Glinicke Automobil Holding Verwaltungs GmbH Konzern-Anlagespiegel gemäß § 313 Abs. 4 i.V.m. § 284 Abs. 3 HGB
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG, Kassel PRÜFUNGSURTEILE Wir haben den Konzernabschluss der Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG, Kassel, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Glinicke Automobil Holding GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERNLAGEBERICHT Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Kassel, 9. Mai 2023 BDO
AG
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