Stammdaten

Register
Amtsgericht Bonn HRB 12937
Vorher
ONEWORLD PUBLISHING Verlag für Faires Handeln GmbHFLO-CERT Certification of Social-Economical Development GmbHFLO-CERT Certification of Social-Economic Development GmbH
Eingetragen
27.7.1998
Branche
Praxen von Wirtschaftsprüferinnen und -prüfern, vereidigten Buchprüferinnen und -prüfern, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und BuchprüfungsgesellschaftenErbringung von Dienstleistungen für Forstwirtschaft und HolzeinschlagTätigkeiten von Strom- und Erdgasmaklerinnen und -maklern
Gegenstand
die Zertifizierung, Inspektion, Verifizierung, Auditierung von Produzenten, Händlern, Handelsbeziehungen und Liefergeschäften im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und der fairen Zusammenarbeit zwischen Handelspartnern auf globalen Märkten sowie die Erhebung und Nutzung von Daten aus den vorgenannten Tätigkeiten in jeglicher Form. Die Leistungen des Unternehmens sollen sich in erster Linie an den Fairtrade International Standards orientieren. Sie kann ihre Leistungen auch in Bezug auf die Standards anderer Organisationen und Unternehmen und andere Beratungsleistungen erbringen, soweit diese dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet sind.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Natalie McLachlan
seit 27.1.2026
Prokura
Thorsten Dr. Niklas
seit 17.3.2025
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Fairtrade Labelling Organizations International e.V.
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Fairtrade Labelling Organizations International e.V.
Germany
25.565 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

FLOCERT GmbH

Bonn

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Aufsichtsratsbericht - Berichtsjahr 2023

- Bericht über die Tätigkeit des Aufsichtsrates im Berichtsjahr 2023 -

ZUSAMMENARBEIT DES AUFSICHTSRATES UND DER GESCHÄFTSFÜHRUNG

Im Berichtsjahr 2023 hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführerin bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Die Geschäftsführerin hat den Aufsichtsrat regelmäßig mündlich und schriftlich über für das Unternehmen relevanten Fragen in Bezug auf Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung, Risikosituation, Risikoentwicklung und Compliance informiert, auch zu Abweichungen in der tatsächlichen Entwicklung von zuvor gemeldeten Zielen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten Gelegenheit, die von der Geschäftsführerin vorgelegten Berichte und Beschlussvorschläge zu prüfen und eigene Vorschläge zu unterbreiten.

SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATES

Im Berichtsjahr fanden insgesamt sechs Aufsichtsratssitzungen statt, nachfolgend mit einigen ausgewählten Schwerpunktthemen und Beschlüssen dieser Sitzungen dargestellt:

18. Januar (SB 1/2023, inkl. Sitzung als Unabhängigkeitsausschuss mit Genehmigung dessen Jahresberichts für 2022),

06. März (SB 2/2023, inkl. Unternehmensziele und Schlüsselinitiativen für 2023, Status des gesonderten Unabhängigkeitsausschuss),

26.-28. April (SB 3/2023; inkl. Besprechung des Jahresabschlusses 2022, Strategie, Risk Management, Compliance Framework),

14. Juli (SB 4/2023; inkl. Strategie bis 2025, Update Rechtsstreit Fresh Fruit),

25./26. September (SB 5/2023; inkl. Budget 2024, Strategie bis 2025 und Fairtrade Data Needs),

21. November (SB 6/2023, inkl. Internal Audit, Risk Management, Compliance Framework, Budget 2024).

Zu den weiteren Themen, mit denen sich der Aufsichtsrat befasste, gehörten die aktuelle Lage des Unternehmens und seiner wichtigsten Tochtergesellschaften, Compliance und Risikomanagement sowie wichtige Geschäftsvorfälle, kritische Rechtsfälle und relevante Veränderungen. Die Geschäftsführerin informierte zudem über ihre Einschätzung der Chancen und Risiken des Unternehmens im weiteren Jahresverlauf sowie über den vierteljährlichen Bericht zur Unternehmensentwicklung.

Der Aufsichtsrat hatte im Berichtsjahr keinen Finanzausschuss eingerichtet, daher befasste sich der gesamte Aufsichtsrat mit den Quartals- und Jahresabschlüssen, insbesondere den Jahresabschlussunterlagen und den Prüfungsberichten für das Geschäftsjahr 2022.

Durch Beschluss des Gesellschafters wurde ein gesonderter Unparteilichkeitsausschusses eingerichtet, um Empfehlungen auf Basis von ISO 17065 zu entsprechen, der im Juli 2023 seine Tätigkeit aufnahm. Bis dahin hat der Aufsicht die Funktion als Unparteilichkeitsausschusses ausgeübt und mit dem der Aufsichtsratsvorsitzende in einen fachlichen Dialog eintrat.

JAHRESABSCHLUSS 2022

Die von der Gesellschafterversammlung zum Abschlussprüfer bestellte dhpg Wirtschaftsprüfer Rechtsanwälte Steuerberater GmbH & Co. KG hat den von der Geschäftsführerin aufgestellten Jahresabschluss der FLOCERT GmbH zum 31. Dezember 2022 einschließlich der dazugehörigen Berichte über die Lage der Gesellschaft geprüft. Der Abschlussprüfer hat festgestellt, dass die Geschäftsführerin ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem unterhalten hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.

Der vorläufige Jahresabschluss wurde dem Aufsichtsrat in der Sitzung am 26./27. April 2023 vorgelegt. Bei den Beratungen über den Jahresabschluss waren die Geschäftsführerin und die Wirtschaftsprüfer anwesend. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und gab Auskunft über seine Beobachtungen zum internen Kontrollsystem und zum Risikomanagement. Er stand dem Aufsichtsrat auch für ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Auf der Grundlage seiner eigenen Prüfung des Jahresabschlusses und der Lageberichte sowie auf der Grundlage des Berichts und der Empfehlung des Finanzausschusses stellte der Aufsichtsrat keine Mängel am Jahresabschluss fest, und stellte diesen wirksam fest. Der Aufsichtsrat erteilte der Geschäftsführerin Entlastung. Bezüglich der Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2022 empfahl der Aufsichtsrat der Gesellschafterversammlung, aus dem Jahresüberschuss einen Betrag von 526.000, - EUR an die Gesellschafter auszuschütten. Dem Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 wurde am 27. April 2023 ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt.

PERSONELLEN VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT UND GESCHÄFTSFÜHRUNG

In der Gesellschafterversammlung am 15. März 2023 wurden Dr. Beate Degen, Catalina Romero Nocua und Christof Gabriel Maetze als unabhängige Mitglieder des Aufsichtsrats ernannt. Ansonsten gab es im Berichtsjahr keine personellen Veränderungen im Aufsichtsrat oder der Geschäftsführung.

Der Aufsichtsrat dankt den Mitarbeitern und Direktoren der GmbH weltweit sowie den Arbeitnehmervertretungen für ihren Einsatz und die erbrachten Leistungen im Jahr 2023.

 

Der Aufsichtsrat,

vertreten durch seinen Vorsitzenden

Frank Harnischfeger

BILANZ zum 31. Dezember 2023

FLOCERT GmbH, Bonn

AKTIVA

31.12.2023 Vorjahr
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 13.379,00 44.148,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.753.086,02 2.892.360,02
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 240.556,99 296.957,15
2.993.643,01 3.189.317,17
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 12.660,73 12.660,73
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.488.414,50 2.635.369,50
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 37.414,07 119.901,27
3. sonstige Vermögensgegenstände 884.868,03 1.280.975,98
3.410.696,60 4.036.246,75
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 8.038.648,96 6.718.528,16
C. Rechnungsabgrenzungsposten 159.576,25 249.019,97
14.628.604,55 14.249.920,78

PASSIVA

31.12.2023 Vorjahr
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.564,59 25.564,59
II. Kapitalrücklage 940.000,00 940.000,00
III. Gewinnvortrag 3.388.393,70 3.055.705,55
IV. Jahresüberschuss 404.496,28 858.688,15
B. Rückstellungen
sonstige Rückstellungen 2.416.978,58 2.213.855,82
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 366.585,03 513.743,52
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 303.838,91 254.709,53
3. sonstige Verbindlichkeiten 215.235,90 136.894,49
885.659,84
- davon aus Steuern € 104.918,94 (€ 82.595,76)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 15.498,27 (€ 11.938,23)
D. Rechnungsabgrenzungsposten 6.567.511,56 6.250.759,13
14.628.604,55 14.249.920,78

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

FLOCERT GmbH, Bonn

Geschäftsjahr Vorjahr
1. Umsatzerlöse 20.041.392,73 19.355.777,74
2. sonstige betriebliche Erträge 788.547,04 762.313,03
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.709.066,21 3.610.655,97
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.859.492,80 6.069.938,48
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.380.444,55 1.213.700,08
8.239.937,35 7.283.638,56
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 327.822,60 331.496,32
6. sonstige betriebliche Aufwendungen 8.094.522,14 7.626.832,79
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 109.205,46 1.458,42
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,00 3.252,33
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 146.770,67 388.455,09
10. Ergebnis nach Steuern 421.026,26 875.218,13
11. sonstige Steuern 16.529,98 16.529,98
12. Jahresüberschuss 404.496,28 858.688,15

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der FLOCERT GmbH (FLOCERT) mit Sitz in Bonn, eingetragen im Handelsregister HRB 12937, wurde zum 31. Dezember 2023 nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des GmbHG und des Gesellschaftsvertrages aufgestellt.

Die Gesellschaft hat als mittelgroße Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 2 HGB von den Erleichterungen nach § 288 Abs. 2 HGB teilweise Gebrauch gemacht.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Die Bilanz ist nach den Vorschriften des § 266 HGB gegliedert.

Die Wertansätze aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 wurden unverändert übernommen.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertung der Vermögens- und Schuldposten entspricht den Vorschriften der §§ 252 bis 256a HGB.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einschließlich Nebenkosten bewertet, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Die Abschreibungen werden nach der voraussichtlich betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear vorgenommen.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis 800,00 € werden übereinstimmend mit steuerlichen Regelungen (§ 6 Abs. 2 EStG) im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben.

Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten bilanziert.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum Nennwert abzüglich angemessener Einzel- und Pauschalwertberichtigungen ausgewiesen.

Die übrigen Forderungen, sonstigen Vermögensgegenstände und liquiden Mittel werden jeweils zum Nennwert angesetzt.

Das Eigenkapital ist zum Nominalwert angesetzt.

Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags passiviert.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Die Rechnungsabgrenzung auf der Aktivseite betrifft Auszahlungen vor dem Stichtag, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag sind und auf der Passivseite Einzahlungen vor dem Stichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen.

Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Periodenfremde Erträge und Aufwendungen gem. § 285 Nr. 32 HGB werden aufgrund der größenabhängigen Erleichterung nach § 288 Abs. 2 Satz 1 HGB im Anhang nicht ausgewiesen.

III. Weitere Angaben zur Bilanz

1. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Die Entwicklung des Anlagevermögens auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten ergibt sich aus dem beigefügten Anlagenspiegel.

2. Finanzanlagen

Angaben zum Anteilsbesitz:

Beteiligung Eigenkapital 31.12.2023 Ergebnis 2023
FLOCERT Quality Services S.A., San José, Costa Rica 100,00% T USD 417 / T € 377 T USD 6 / T € 6
(Vorj.: T USD 358 / T € 336) (Vorj.: T USD 24 / T € 23)
FLOCERT QIS South Africa (Proprietary) Ltd., Kapstadt, Südafrika 100,00% T ZAR 4.499 / T € 221 T ZAR 654 / T €32
(Vorj.: T ZAR 3.845 / T € 212) (Vorj.: T ZAR 573 / T € 32)
FLOCERT Social & Economic Development India Private Limited, Bangalore, Indien 100,00% T INR 11.519 / T € 125 T INR 1.857 / T € 20
(Vorj.: T INR 9.661 / T € 110) (Vorj.: T INR 1.545 / T € 18)
FLOCERT LLC, Dover, Delaware, USA 100,00% T USD 26 / T € 24 T USD -14 / T € -13
(Vorj.: T USD 40 / T € 38) (Vorj.: T USD 24 / T € 23)

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen in Höhe von € 37.414,07 gegen den Gesellschafter enthalten (Vorjahr: € 109.739,19).

In den sonstigen Vermögensgegenstände sind im Wesentlichen Steuerrückforderungen der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer für das Geschäftsjahr 2023 enthalten.

4. Eigenkapital

Das Eigenkapital hat sich wie folgt entwickelt:

Eigenkapital 01.01.2023 € 4.879.958,29
Gewinnausschüttung € -526.000,00
Jahresüberschuss 2023 € 404.496,28
Eigenkapital 31.12.2023 € 4.758.454,57

Die Geschäftsführung schlägt vor, aus dem Jahresüberschuss einen Betrag in Höhe von € 404.496,28 an die Gesellschafterin auszuschütten.

5. Rückstellungen

Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023 31.12.2022
Personal € 592.912,56 € 440.419,65
Ausstehende Rechnungen € 214.800,00 € 257.300,00
Abschluss- und Prüfungskosten € 25.000,00 € 24.600,00
Drohverlustrückstellung € 118.800,00 € 237.600,00
Übrige Rückstellungen € 1.465.466,02 € 1.253.936,17
€ 2.416.978,58 € 2.213.855,82

Aufgrund erhöhter Steuervorauszahlungen in 2023, sind keine Steuerrückstellungen zu bilden.

Die Drohverlustrückstellung betrifft das Business Intelligence Projekt "Fairlens" und wird ratierlich aufgelöst.

Die übrigen Rückstellungen beinhalten einen Betrag in Höhe von rund € 1,4 Mio. für schwebende Rechtstreitigkeiten.

6. Verbindlichkeiten

Alle Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten keine Verbindlichkeiten gegenüber des Gesellschafters (Vorjahr: € 34.856,57).

7. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Bei dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um die Abgrenzungen von Zertifizierungseinnahmen, die regelmäßig Leistungen über einen Zeitraum von einem Jahr betreffen und im Laufe des Jahres 2023 abgerechnet wurden.

IV. Sonstige Angaben

1. Gesellschafter

Alleiniger Gesellschafter ist der Verein Fairtrade Labelling Organizations International e.V., Bonn.

2. Anzahl der Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich 114 Arbeitnehmer (Vorjahr: 104 Arbeitnehmer) bei der FLOCERT GmbH beschäftigt (davon 83 in Vollzeit, 26 in Teilzeit sowie 5 studentische Hilfskräfte).

3. Geschäftsführung

Alleinige Geschäftsführerin im Geschäftsjahr war Frau Katharina Wagner. Die Angabe zu den Bezügen der Geschäftsführung unterbleibt gemäß § 286 Abs. 4 HGB.

4. Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat hatte im Geschäftsjahr folgende Mitglieder:

Frank Harnischfeger, Aufsichtsrat und Interim Manager, Vorsitzender

William Barrett, Geschäftsführer einer Genossenschaft, stellv. Vorsitzender

Merling Preza, Geschäftsführerin einer Produzentenkooperation

Dr. Beate Degen, Unternehmensberaterin (seit 01.04.2023)

Catalina Romero Nocua, stellv. Geschäftsführerin eines Akkreditierers (seit 01.04.2023)

Christof Gabriel Maetze, Unternehmensberater (seit 01.04.2023)

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats beliefen sich im Geschäftsjahr auf € 73.938,09 (Vorjahr: € 104.494,76).

5. Fremdwährungsgewinne / -verluste

Die Fremdwährungserträge betrugen im Geschäftsjahr € 207.560,38 (Vorjahr: € 283.084,20), während sich die Fremdwährungsaufwendungen im Geschäftsjahr auf € 446.598,11 (Vorjahr: € 187.857,48) beliefen.

6. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Im Berichtsjahr gab es keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen.

7. Prüfungshonorar

Das Prüfungshonorar für den Jahresabschluss 2023 betrug T€ 25 (Vorjahr: T€ 24).

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, haben sich nicht ergeben.

 

Bonn, 27. März 2024

Katharina Wagner

Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2023

Flocert GmbH, Bonn

Anschaffungs- und Herstellkosten
Stand 01.01.2023 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.207.047,24 0,00 976.150,99 230.896,25
1.207.047,24 0,00 976.150,99 230.896,25
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten au fremden Grundstücken 4.018.140,50 0,00 0,00 4.018.140,50
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.156.792,46 106.160,35 334.141,82 928.810,99
III. Finanzanlagen 5.174.932,96 106.160,35 334.141,82 4.946.951,49
Anteile an verbundenen Unternehmen 12.660,73 0,00 0,00 12.660,73
12.660,73 0,00 0,00 12.660,73
Anlagevermögen insgesamt 6.394.640,93 106.160,35 1.310.292,81 5.190.508,47
Abschreibungen
Stand 01.01.2023 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.162.899,24 27.224,50 972.606,49 217.517,25
1.162.899,24 27.224,50 972606,49 217.517,25
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten au fremden Grundstücken 1.125.780,48 139.274,00 0,00 1.265.054,48
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 859.835,31 161.324,10 332.905,41 688.254,00
III. Finanzanlagen 1.985.615,79 300.598,10 332.905,41 1.953.308,48
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
Anlagevermögen insgesamt 3.148.515,03 327.822,60 1.305.511,90 2.170.825,73
Buchwerte
Stand 31.12.2023 Stand 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 13.379,00 44.148,00
13.379,00 44.148,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten au fremden Grundstücken 2.753.086,02 2.892.360,02
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 240.556,99 296.957,15
III. Finanzanlagen 2.993.643,01 3.189.317,17
Anteile an verbundenen Unternehmen 12.660,73 12.660,73
12.660,73 12.660,73
Anlagevermögen insgesamt 3.019.682,74 3.246.125,90

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

I) Grundlagen

Die FLOCERT GmbH (FLOCERT) ist einer der international führenden Anbieter von Zertifizierungs- und Verifizierungsleistungen für Sozialstandards in globalen Lieferketten.

Das Unternehmen wurde 2003 gegründet, um Firmen auf Fairtrade-Standards zu auditieren sowie zu zertifizieren.

Der Fairtrade-Standard ist einer der ältesten und bekanntesten Standards für nachhaltigen und fairen Handel. Das Fairtrade-Siegel steht für Waren, bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten werden. Insbesondere geht es um die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie die faire Entlohnung von Kleinbauern und Landarbeitern in Entwicklungsländern. Zu diesem Zweck zertifiziert FLOCERT sämtliche Akteure globaler Fairtrade- Lieferketten, von der Kleinbauernkooperative bis zu den großen Einzelhandelsunternehmen. FLOCERT arbeitet dabei mit einem unabhängigen, transparenten und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem, das nach "ISO/IEC 17065:2013 (Conformity assessment - Requirements for bodies certifying products, processes and services)" akkreditiert ist.

Mit dem stetigen Wachstum der Weltbevölkerung wächst ebenso die Produktion von Lebensmitteln. Im internationalen Handel mit Agrarprodukten stehen oft wenige große Konzerne vielen nicht organisierten Kleinbauern gegenüber. Mehr und mehr Firmen und Konsumenten wollen diesem Ungleichgewicht durch nachhaltigen Einkauf und Konsum aktiv entgegenwirken. Sie legen beim Kauf von Gütern auf ethische Standards Wert, die benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern unterstützen. Ausgehend von der Erfahrung und dem Fachwissen aus der Fairtrade-Zertifizierung, hat sich FLOCERT zu einem gesamtheitlichen Service-Anbieter für die Verifizierung von Standards und firmeneigenen Programmen im Bereich Nachhaltigkeit entwickelt.

Mit rund 160 Mitarbeitern in Bonn und den internationalen Standorten sowie rund 95 externen Auditoren betreut die FLOCERT GmbH gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften rund 6.000 Kunden in über 120 Ländern weltweit, darunter viele Marktführer in der Lebensmittelbranche.

FLOCERTs Vision ist ein fairer globaler Handel, dem jeder vertrauen kann. Das Unternehmen ist seit 2015 als "Social Enterprise" akkreditiert, was das Engagement für soziale Geschäftswerte unterstreicht.

II) Wirtschaftsbericht

Nach Beendigung der Pandemie-Lage kehrte die FLOCERT GmbH in 2023 vollständig zum regulären Betrieb zurück. Audits wurden gemäß des Fairtrade Standards wieder vermehrt in Präsenz durchgeführt, was zu gestiegenen Reisekosten führte. Spürbare Kostensteigerungen aufgrund der gestiegenen Inflation, sowie eines geplanten Aufbaus des Personalbestandes, konnten durch das moderate Umsatzwachstum nicht vollständig aufgefangen werden.

Im Geschäftsjahr 2023 hat FLOCERT Umsatzerlöse von insgesamt T€ 20.041 erwirtschaftet, was einer Erhöhung von rund 3,5% gegenüber dem Vorjahr (T€ 19.356) entspricht. Diese Umsatzsteigerung ist im Wesentlichen auf Preiserhöhungen zurückzuführen.

Das Service-Portfolio von FLOCERT umfasst neben der Fairtrade-Zertifizierung weitere Angebote. Dazu zählen die so genannten "Fairtrade Value-added Services", um den Kunden ein besseres Verständnis ihrer Handelsketten zu verschaffen. Darüber hinaus verifiziert FLOCERT auch weitere Standards, wie zum Beispiel "Economic Dividends for Gender Equality (EDGE)".

Im Jahr 2023 lagen die Erlöse für diese zusätzlichen Serviceangebote mit T€ 1.919 ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres (T€ 2.009).

Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich im Berichtsjahr auf T€ 789 (2022: T€ 762). Die höchsten Positionen in den sonstigen betrieblichen Erträgen sind wie im Vorjahr Fremdwährungserträge aus USD-Beständen sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Die Gesamtaufwendungen inklusive Finanzergebnis und Steuern betrugen für das Geschäftsjahr 2023 T€ 20.425 (2022: T€ 19.260).

Der Aufwand für bezogene Leistungen umfasst die Kosten für die Auditierung der Kunden sowie die externen Kosten der ergänzenden Servicebereiche.

Der Personalaufwand von FLOCERT liegt mit T€ 8.240 über dem Niveau des Vorjahres (T€ 7.395). Der Anstieg resultiert neben regulären Tariferhöhungen hauptsächlich darin begründet, dass der Personalbestand aufgestockt und vakante Positionen wieder besetzt wurden.

Der sonstige betriebliche Aufwand enthält überwiegend die administrativen Kosten, die Aufwendungen für FLOCERT verbundene Unternehmen an ausländischen Standorten, Wertberichtigungen auf Forderungen sowie Kosten für das Gebäude, Projekte und IT. Dieser Aufwand belief sich 2023 auf T€ 8.095 und hat sich im Vergleich zu 2022 (T€ 7.627) um T€ 468 erhöht. Gründe dafür sind gestiegene Kosten in nahezu allen Bereichen.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge konnten in Höhe von T€ 109 erzielt werden, Vorjahr (T€ 1,5). Diese deutliche Erhöhung ist auf das gestiegene Zinsniveau zurückzuführen.

Insbesondere aufgrund der allgemein gestiegenen Aufwendungen, liegt das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) mit T€ 568 um T€ 695 niedriger als im Vorjahr (T€ 1.263). Der Jahresüberschuss nach Steuern (EAT) ergab T€ 405 und lag ebenfalls unter Vorjahr (T€ 858).

Auf der Aktivseite der Bilanz sind insbesondere die Guthaben bei Kreditinstituten gestiegen. Die Hauptgründe dafür sind die Preiserhöhung sowie Rückerstattungen von erhöhten Steuervorauszahlungen. Unter Berücksichtigung der Neuinvestitionen und planmäßigen Abschreibung, ist der Buchwert des Sachanlagevermögens mit rund T€ 3.020 leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Auf der Passivseite fallen die leicht gestiegenen sonstigen Rückstellungen sowie höhere passive Rechnungsabgrenzungen am stärksten ins Gewicht. Das Eigenkapital ist von T€ 4.880 Ende 2022 leicht auf T€ 4.758 Ende 2023 gesunken. Der Rückgang des Eigenkapitals zum Vorjahr ist auf die im Geschäftsjahr erfolgte Gewinnausschüttung an die Gesellschafter zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote sank somit von 34% Ende 2022 auf rund 33% Ende 2023.

Die finanzielle Lage des Unternehmens kann nach derzeitigem Wissensstand weiterhin als solide bezeichnet werden.

Die Planung im Lagebericht des Vorjahres konnte durch Steigerung der Umsatzerlöse zum Vorjahr sowie dem positiven Ergebnis vor Steuern erreicht werden. Aufgrund der Erträge aus Fremdwährung sowie aus der Auflösung von Rückstellungen, haben sich zudem die sonstigen betrieblichen Erträge positiver entwickelt als geplant.

Die Geschäftsführung beurteilt den Geschäftsverlauf 2023 insgesamt als zufriedenstellend. Es ist geplant, den Jahresüberschuss 2023 als Dividende an die Gesellschafterin auszuschütten.

III) Prognose- / Chancen- / Risikobericht

Leistungsindikatoren

Die bedeutendsten finanziellen Leistungsindikatoren von FLOCERT sind der Umsatz und das Ergebnis vor Steuern (EBT). Darüber hinaus sind die Anzahl der Fairtrade-Kunden sowie die Anzahl der Fairtrade-Audits weitere wichtige Leistungsindikatoren.

Prognose

Für das kommende Geschäftsjahr rechnet FLOCERT mit einer positiven Geschäftsentwicklung

Die meisten Länder entwickeln eine wachsende Sensibilität in Bezug auf Nachhaltigkeit in vielen Bereichen des Lebens. Dieses Thema ist - nicht zuletzt aufgrund von Klimaveränderungen - in der Mitte der globalen Gesellschaft angekommen. Der Trend zu nachhaltigem Konsum spiegelt sich im Zertifizierungsmarkt für Lebensmittel wider.

Aus der Kombination der allgemeinen Marktentwicklung, die gestiegene Inflation und der weiterhin geltenden Entscheidung die Aufnahmebedingungen für Neukunden für die Produktgruppen Kaffee, Kakao und zukünftig auch für Bananen vorerst zu ändern, zeigt auch die aktuelle Planung, dass das Umsatzniveau und damit die Anzahl der Fairtrade zertifizierten Kunden im Jahre 2024 stagnieren wird.

Da dieser Trend frühzeitig erkennbar war, hat das Leadership-Team von FLOCERT bereits im Frühjahr des Geschäftsjahres 2023 einen Review der in 2021 verabschiedeten Strategie durchgeführt. In Abstimmung mit dem Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung eine Strategieanpassung vorgenommen, die im Herbst 2023 durch die Gesellschafterversammlung genehmigt wurde.

Die Wesentliche Veränderung zur ursprünglichen Strategie ist der Ausbau des Drittkundengeschäfts im Bereich Auditierung und Verifizierung. Durch diese Maßnahmen sieht das Management die Möglichkeit ein stärkeres Umsatzwachstum und eine höhere Rentabilität erzielen zu können.

Somit sieht die Planung für das Geschäftsjahr 2024 einen positiven Trend beim der Umsatz- und Ergebnisentwicklung vor, sodass das Umsatzniveau für das Geschäftsjahr 2024 moderat über dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Das Ergebnis vor Steuern erwartet die Geschäftsführung auf Vorjahresniveau.

Chancen

Die Tatsache, dass sich das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in den letzten Jahren stetig gesteigert hat, führt zu einer weltweit steigenden Nachfrage nach entsprechenden Produkten und Dienstleistungen, die wiederum mit Zertifizierungsleistungen einhergehen. Ebenso sieht das Unternehmen Chancen in der zunehmenden Digitalisierung und den damit verbundenen Möglichkeiten der Vermarktung von Business Intelligence-Lösungen.

Folgende Chancen werden aus Sicht des Unternehmens als die wesentlichsten angesehen:

Durch die exklusive Stellung der Fairtrade-Zertifizierung auf unbefristete Zeit, partizipiert FLOCERT dauerhaft von der Nachfrage nach Fairtrade-Produkten.

FLOCERT verbindet mit der Stärkung der exklusiven Fairtrade-Auditierung die Verantwortung, die Fairtrade-Zertifizierung stetig weiterzuentwickeln, qualitativ zu verbessern und auf die Veränderungen und Erfordernisse der Zukunft und des Marktes auszurichten.

Die positiven Erfahrungen mit virtuellen Audits während der Corona-Pandemie fließt in die Entwicklung effizienter Zertifizierungsprogramme ein, die die Wettbewerbsfähigkeit von Flocert auch in Zukunft gewährleistet.

Die in 2021 verabschiedete und in 2023 angepasste Strategie beinhaltet u.a. die strategische Entscheidung das Geschäft auf Drittkunden auszuweiten. Durch die zunehmende Bedeutung von Umwelt, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG), sowie strengerer EU- Umweltgesetzgebungen, nimmt die Nachfrage nach hochwertiger Zertifizierung im Markt zu. Diese Nachfrage kann FLOCERT durch seine geschaffene Expertise bedien

Risiken

Aufgrund regelmäßiger interner Betrachtung wird der Geschäftsverlauf der Gesellschaft kontinuierlich überprüft. Dies geschieht sowohl durch das Management als auch durch den Aufsichtsrat.

Ein ganzheitliches Risiko-Management-System, wird regelmäßig aktualisiert und berichtet. Durch kontinuierliches Monitoring werden die Hauptrisiken aller Bereiche betrachtet und mit der Umsetzung entsprechender Maßnahmen gegensteuert.

FLOCERT erzielt den größten Teil seines Umsatzes mit der Zertifizierung der Fairtrade-Standards. Der Einfluss von Nachhaltigkeits-Labeln der Mitbewerber hat sich insgesamt und somit die Konkurrenz zu Fairtrade stetig erhöht. Zudem verändern sich die Bedürfnisse und die Anforderungen der Kunden dahingehend, dass von Nachhaltigkeitsstandards mehr erwartet wird als früher.

Folgende Risiken werden aus Sicht des Unternehmens als die wesentlichsten und gleichrangig angesehen:

Marken- und Einzelhandelsunternehmen entwickeln eigene Nachhaltigkeitsstandards und treten damit in Konkurrenz zu Fairtrade. FLOCERT mitigiert dieses Risiko durch die Entwicklung der Fairtrade Value-added Services, die dem Fairtrade-Kunden attraktiven Zusatznutzen bringen und somit die Konkurrenzfähigkeit erhöhen. Ebenso ist eine stetige Marktbeobachtung gegeben, um Indikatoren frühzeitig zu erkennen. Zudem dient die geplante Ausweitung des Geschäfts auf Kunden außerhalb des Fairtrade-Systems als weitere Maßnahme zur Risikoreduzierung.

Der hohe Bekanntheitsgrad von Fairtrade führt zu einer erhöhten Aufmerksamkeit in den Medien bezüglich der Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit des fairen Handels. FLOCERT reagiert darauf mit der kontinuierlichen Verbesserung seiner Zertifizierungsprozesse und der konsequenten Ausrichtung auf Qualität.

In Fällen von Dezertifizierungen einzelner Kunden aufgrund von Verstößen gegen einzuhaltende Regularien, können eventuelle Rechtstreitigkeiten zu hohen Schadensersatzansprüchen gegen FLOCERT führen. Um dies zu vermeiden, werden die Vertragsinhalte mit unseren Kunden kontinuierlich optimiert und für entsprechenden Versicherungsschutz gesorgt, um FLOCERT so schadfrei wie möglich zu halten.

Die Themen Datensicherheit und IT-Compliance gewinnen auch für FLOCERT immer mehr an Bedeutung. Um hierzu gut aufgestellt zu sein, werden die die personelle Situation sowie Investitionen im Bereich der IT Sicherheit kontinuierlich betrachtet und optimiert sowie Trainings durchgeführt.

Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, sind zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses nicht ersichtlich.

 

Bonn, 27. März 2024

Katharina Wagner

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die FLOCERT GmbH:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der FLOCERT GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der FLOCERT GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bonn, den 2. April 2024

dhpg Wirtschaftsprüfer Rechtsanwälte
Steuerberater GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Berufsausübungsgesellschaft

Arno Abs, Wirtschaftsprüfer

Johannes Spitz, Wirtschaftsprüfer

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