Böllhoff Beteiligungsgesellschaft mbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Julia Neudecker seit 2.12.2025 | Prokura |
Kenan Evren Erkus seit 2.12.2025 | Prokura |
Thomas Josef Pixa seit 2.12.2025 | Prokura |
Eike Krull seit 26.2.2024 | Prokura |
Jens Dr. Bunte seit 1.4.2016 | Geschäftsführer |
Ralf Dr. Adenstedt seit 30.7.2013 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Wilhelm Böllhoff GmbH & Co. KGBielefeldKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022I. Grundlagen des Konzerns 1. Geschäftsmodell des Konzerns Die Böllhoff Gruppe ist weltweit Partner für 360° Verbindungstechnik mit Montage- und Logistiklösungen. Unsere Produkte und Dienstleistungen zielen auf das Verbinden und Fügen moderner Werkstoffe, auf die wirtschaftliche Beschaffung, Bevorratung und Lieferung von Verbindungselementen sowie auf die Reduktion von Montagezeiten und -kosten ab. Zum nationalen und internationalen Kundenkreis gehören Unternehmen aus allen Branchen: von Automotive über Luft- und Raumfahrt bis zu den verschiedensten Unternehmen der allgemeinen Industrie. Im Kern geht es darum, die Kunden nicht nur mit Verbindungselementen zu versorgen, sondern sie entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette zu unterstützen, Prozesse zu optimieren und Kosten zu reduzieren. Wir bieten unseren Kunden deshalb ein umfassendes Portfolio rund um die Verbindungstechnik an - von der anwendungstechnischen Beratung über innovative Verbindungselemente und passende Montagesysteme bis zur wirtschaftlichen Belieferungslösung. Ziel ist es, als strategischer Partner einen Mehrwert für die Kunden zu schaffen und dadurch ihre Wettbewerbspositionen zu stärken. Dieser ganzheitliche Ansatz wird unternehmensweit mit dem Begriff 360° Verbindungstechnik zusammengefasst. Die Wilhelm Böllhoff GmbH & Co. KG mit Sitz in Bielefeld ist die Managementholding der Böllhoff Gruppe. Sie befindet sich zu 100 Prozent in Familienbesitz. Die Geschäftsführung der Wilhelm Böllhoff GmbH & Co. KG ist für die strategische Ausrichtung und operative Führung der Unternehmensgruppe zuständig. Beratungs- und Aufsichtsgremium ist der Beirat. Das Kerngeschäft der Böllhoff Gruppe teilt sich in zwei strategische Hauptgeschäftsfelder auf: Fastener Service Supply (FSS) und Fastening and Assembly Technology (FAT). Im Geschäftsfeld FSS agiert das Unternehmen als Händler für Verbindungselemente - mit einem großen Sortiment an DIN- und Normteilen und Ergänzungsartikeln sowie den passenden technischen und logistischen Dienstleistungen. Im Geschäftsfeld FAT entwickelt und fertigen wir innovative Verbindungstechnik sowie passende Montagesysteme für unterschiedlichste Industrieanwendungen. Seit 2020 ergänzt die Venture-Capital- Gesellschaft Archimedes New Ventures (ANV) das Kerngeschäft der Böllhoff Gruppe. Die ANV investiert in Start-ups, die zum Tätigkeitsfeld des Unternehmens passen, und fördert den Intrapreneurship-Gedanken sowie die digitale Transformation. Ein Netzwerk aus 50 Gesellschaften mit Standorten in 25 Ländern verschafft der Böllhoff Gruppe einen Zugang zu allen relevanten Märkten. Die Fertigung eigener Verbindungselemente und Montagesysteme erfolgt in 14 Produktionsstätten rund um den Globus. Die Umsatzerlöse 2022 und 2021 teilen sich nach Regionen wie folgt auf:
2. Steuerungssystem Zentrale Steuerungsgrößen des Managements der Böllhoff Gruppe sind die Ertragskraft des Unternehmens im Zusammenhang mit der Umsatzentwicklung und der Umsatzrendite. Ergänzend dient der Free Cashflow zur Beurteilung der Fähigkeit der Gruppe, ausreichende Mittel zur Finanzierung der Investitionen zu erwirtschaften. Das Management des Working Capitals und die konsequente Verbesserung aller Geschäftsprozesse werden unterstützt und gesteuert über systematisches Controlling von Kenzahlen in allen Ebenen. 3. Forschung und Entwicklung Das Generieren von Innovationen - und damit verbunden der Fokus auf Forschung und Entwicklung und anschließendem Kundennutzen - ist fest in der Unternehmensstrategie der Böllhoff Gruppe verankert. Durch systematisches Innovationsmanagement treiben wir im Unternehmen kontinuierlich eine Vielzahl an Entwicklungs- und Innovationsprojekten voran. Seit Anfang 2022 setzen wir dabei verstärkt auf agile Methoden: In vier Pilotprojekten haben wir über das Jahr hinweg agile Produktentwicklung getestet und validiert. Dabei haben sich die wesentlichen Vorteile eines solchen Ansatzes für uns bestätigt: Der stetige Austausch mit dem Kunden erlaubt es uns, in Entwicklungsprojekten flexibler zu reagieren, wenn sich die Anforderungen des Marktes ändern. Gleichzeitig setzen wir unsere eigenen Ressourcen zielgerichteter ein, indem wir die Entwicklungsrichtung permanent nachjustieren. Die positiven Erfahrungen in allen vier Pilotprojekten haben uns darin bestärkt, agile Methoden künftig bei weiteren Innovationsprojekten einzusetzen. 2022 haben wir diverse neue Verbindungstechnologien und Montagelösungen in den Markt eingeführt. Darunter befand sich ein neues Verbindungselement für das Widerstandselementschweißen WELTAC® (ein Fügeverfahren, das im modernen Karosserie-Leichtbau zum Einsatz kommt) sowie mehrere Einbauwerkzeuge für unseren bekannten HELICOIL® Gewindeeinsatz. Darüber hinaus haben wir zahlreiche neue Entwicklungsprojekte begonnen. Diese adressieren unter anderem weitere Anwendungsfälle im Bereich der Batteriewanne von Elektroautos und im automobilen Leichtbau sowie neuartige Befestigungslösungen für die Bauindustrie. In einem agilen Pilotprojekt haben wir außerdem die Entwicklung von Smart Fasteners vorangetrieben und unterschiedliche Anwendungsfälle für diese intelligenten Verbindungselemente erarbeitet. Mit Smart Fasteners werden wir sensorische Funktionen direkt in verschiedene Verbindungselemente integrieren - und bündeln so zwei Funktionen in einem einzigen Bauteil. So lässt sich beispielsweise der Füllstand eines Flüssigkeitsbehälters ermitteln, indem ein Verbindungselement den Füllstand des Behälters direkt am Befestigungspunkt misst. Die Zahl unserer Erfindungsmeldungen sowie der angemeldeten Schutzrechte blieb 2022 stabil, verglichen mit dem Vorjahr. Insgesamt haben wir 2022 innerhalb Europas 16,4 Mio. € in Forschung und Entwicklung investiert - im Wesentlichen in Deutschland und Frankreich, den wichtigsten F&E-Standorten der Böllhoff Gruppe. Ergänzend dazu arbeiten wir daran einen Produktionsstandort in China auszubauen. Ziel dieses Ausbaus unserer weltweiten F&E ist es, Produktmodifikationen für den lokalen Markt künftig direkt in Asien vornehmen zu können. Weiteren Input für unsere Entwicklungsarbeit versprechen wir uns vom Ausbau unserer Forschungskooperationen mit Hochschulen und Netzwerken. Neben der bestehenden Zusammenarbeit mit den technischen Fakultäten mehrerer Hochschulen haben wir 2022 die Kooperation im Technologienetzwerk it's OWL intensiviert. Gemeinsam mit anderen Clusterpartnern haben wir dort ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem es um das strategische Management der dualen Transformation von Unternehmen geht. Schließlich werden die beiden Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit die Entwicklungsarbeit von Unternehmen in den kommenden Jahren immer stärker beeinflussen. Unser physikalisch-technisches Labor wurde im November 2022 erfolgreich reakkreditiert. Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) bestätigte uns damit erneut, dass wir in unserem Prüflabor auf höchstem Qualitätsniveau arbeiten. Ergänzend dazu haben wir rund 200.000 € in neue Prüfgeräte, Maschinen und Werkzeuge investiert sowie ein Labor-Informationsmanagementsystem eingeführt. So stellen wir sicher, dass unser Labor als ein wichtiger Eckpfeiler für Qualität gut für die Anforderungen der Zukunft gerüstet ist. 2022 waren weltweit 356 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung beschäftigt (2021: 344), davon 178 im Inland (2021: 178). 4. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Die Böllhoff Gruppe beschäftigte im Jahr 2022 weltweit durchschnittlich 3.322 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In dieser Zahl sind die Zeitarbeitskräfte enthalten; Teilzeitkräfte wurden auf Ganztagskräfte umgerechnet. Im Vergleich zum Durchschnitt des Jahres 2021 stieg die Mitarbeiterzahl um 111 Beschäftigte. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilen sich wie folgt auf die Regionen:
II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Eine hohe Inflation, die anhaltende COVID-19-Pandemie sowie der Einmarsch Russlands in die Ukraine - all diese Faktoren prägten das Jahr 2022. War schon zu Jahresbeginn eine erhöhte Inflationsrate zu beobachten, führte der russische Angriff auf die Ukraine Ende Februar zu einer weiteren Verschärfung des Inflationsgeschehens. Um den Angriff zu sanktionieren, froren viele Länder weltweit ihre Handelsbeziehungen zu Russland ein - und damit auch den Import von russischem Öl oder Gas. Der daraus resultierende Anstieg der Energiepreise machte sich vor allem in der wirtschaftlichen Entwicklung Mittel- und Osteuropas bemerkbar. Hatte sich die Weltwirtschaft 2021 laut Internationalem Währungsfonds (IWF) teils von den Auswirkungen der Pandemie erholt (mit einer Zunahme des internationalen Handels und dem Anstieg der globalen Industrieproduktion um 6,3 %), verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum 2022 wieder. So verzeichnete der IWF im Jahr 2022 einen gedämpften Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts um 3,4 %. Ähnlich stand es 2022 um die Wirtschaftsleistung in der Europäischen Union - mit einem abgeschwächten Wachstum von 3,7 % (2021: deutlicher Anstieg der Wirtschaftsleistung um 5,6 %). Diese Abschwächung des Wirtschaftswachstums zeigte sich bereits zum Jahresende 2021 und setzte sich anschließend über das gesamte Jahr 2022 hinweg fort. Die angespannte internationale Situation, deutliche Preissteigerungen sowie die Energiekrise nahmen auch in Deutschland erheblichen Einfluss auf das volkswirtschaftliche Geschehen. Zwar konnte hierzulande speziell zu Jahresbeginn 2022 noch ein Anstieg des BIP beobachtet werden. Dessen Intensität nahm jedoch zum 4. Quartal ab, unter anderem bedingt durch den Wegfall von Entlastungsmaßnahmen wie dem 9-Euro-Ticket oder der Energiepreispauschale. Insgesamt legte die Wirtschaftsleistung Deutschlands 2022 um 1,8 % zu (2021: +2,6 %). Während die COVID-19-Beschränkungen in Deutschland und in den meisten Ländern Südostasiens Anfang 2022 gelockert wurden, verfolgte China aufgrund des lokalen Infektionsgeschehens weiterhin eine strikte "Null-Covid"-Politik mit Lockdowns und Reiseverboten. Dadurch wuchs nicht nur die chinesische Wirtschaft langsamer als erwartet; die Folgen der Beschränkungen trafen auch viele Länder und Regionen weltweit - etwa Deutschland und die Asien-Pazifik-Region. Eine sinkende Nachfrage nach einigen Gütern sowie Störungen von Liefer- und Produktionsketten rund um den Globus waren die Folge. Die Rücknahme der coronabedingten Restriktionen in China im November und Dezember 2022 führte indes zu einer Erholung der lokalen Wirtschaftsaktivität. Neben der Pandemie belastete die chinesische Immobilienkrise als ein weiterer Faktor sowohl die lokale Wirtschaft als auch die Weltwirtschaft. Insgesamt erzielte China 2022 laut IWF ein BIP-Wachstum von 3,0 % (2021: +8,4 %). Im Vergleich dazu verzeichnete die komplette Asien-Pazifik-Region ein Wirtschaftswachstum von 3,8 % (2021: +6,8 %). Betrachtet man weitere Länder der Asien-Pazifik-Region im Detail, so zeigt sich ein gemischtes Bild. Länder wie Japan und Südkorea wuchsen langsamer als die Region insgesamt - mit einem Wirtschaftswachstum von 1,1 % (Japan) und 2,6 % (Südkorea). Vietnam dagegen verzeichnete 2022 ein starkes Wachstum von 8,0 %. Die US-amerikanische Wirtschaft konnte 2022 ein leichtes Wachstum von 2,1 % erzielen (2021: BIP-Zuwachs von 5,9 %). Dies ist unter anderem zurückzuführen auf rückläufigen Privatkonsum und Zurückhaltung in der Gesamtindustrie. Schwellenländer wie die Türkei, Brasilien und Indien profitierten ebenfalls von einem positiven, wenn auch im Vergleich zum Vorjahr geringeren Wirtschaftswachstum. Das Bruttoinlandsprodukt der Türkei wuchs um 5,6 % (2021: +11,4 %), das brasilianische BIP um 2,9 % (2021: +5,0 %). Indien wiederum zeigte 2022 ein weiterhin starkes Wirtschaftswachstum von 6,8 % (2021: +9,1 %). 2. Geschäftsverlauf Die Umsatzerlöse der Böllhoff Gruppe lagen mit 781,4 Mio. € deutlich über den Vorjahresumsätzen von 668,6 Mio. € (Steigerung um 112,8 Mio. € bzw. +16,9 %). Diese Steigerung ist im Wesentlichen auf die Breite des Kundenspektrums zurückzuführen, insbesondere im Bereich der Allgemeinindustrie. Die Automobilindustrie, die mit etwas über 50 % nach wie vor ein starkes Standbein der Gruppe darstellt, zeigte sich verhaltener, holte aber in den letzten beiden Monaten des Jahres auf. Im Bereich Aerospace zeigten sich die guten Ergebnisse der Akquisitionen in die zwei französischen Hersteller von Spezialverbindungselementen: Gillis Aerospace und SNEP SA. Daneben haben Preiserhöhungen wesentlich zum Anstieg der Umsatzerlöse beigetragen. An der grundlegenden Verteilung unserer Umsatzerlöse auf die Weltregionen hat sich im Vergleich zum Vorjahr wenig geändert. In Europa erzielte Böllhoff 73,8 % des Gesamtumsatzes. Damit lag die Bedeutung Europas für den Gruppenumsatz nur geringfügig unter der des Vorjahres (2021: 76,8 %). Der Anteil Asiens am Gesamtumsatz stieg leicht auf 12,3 % (2021: 11,6 %) und lag damit unter dem 2022 deutlich gestiegenen Umsatzanteil Nord- und Südamerikas (2022: 13,9 %; 2021: 11,6 %). Der Umsatz des Unternehmensbereiches FAT belief sich vor Abzug von Erlösschmälerungen auf 444,6 Mio. € (2021: 379,8 Mio. €). Verglichen mit dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von 17,1 % (2021: 11,3 %). Der Unternehmensbereich FSS erzielte einen Umsatz von 319,9 Mio. € (2021: 273,9 Mio. €) und lag damit 16,8 % über dem Vorjahr (2021: 23,0 %). Der Rohertrag der Gruppe erhöhte sich um 43,0 Mio. € oder 11,8 %. In absoluten Zahlen stieg er auf 407,0 Mio. € an (2021: 364,0 Mio. €). Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren im Wesentlichen die deutlich gestiegenen Umsatzerlöse. Die Abschreibungen sind auf 34,0 Mio. € gestiegen (um 1,6 Mio. € oder 5,0 %). Hier spiegelt sich das höhere Investitionsvolumen der Gruppe im Jahr 2021 wider. Die Personalaufwendungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Vergleich zu 2021 spürbar. Hier zeigt sich eine inflationsbedingte Steigerung in zahlreichen Ländern. Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich leicht erhöht. Das Finanzergebnis erhöhte sich um 4,5 Mio. € auf -2,2 Mio. €. Somit erzielte die Böllhoff Gruppe 2022 ein Ergebnis vor Steuern von 62,2 Mio. € (2021: 46,0 Mio. €). Nach Ertragssteuern erhöhte sich der Jahresüberschuss im Vergleich zum Vorjahr um 12,0 Mio. € auf jetzt 42,5 Mio. € (2021: 30,5 Mio. €). 3. Lage a) Ertragslage
b) Finanzlage Im Geschäftsjahr 2022 entwickelten sich die ermittelten Kennzahlen wie folgt:
Der Kapitalzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist im Berichtsjahr wieder deutlich gesunken: von 15,4 Mio. € auf 9,5 Mio. €. Dies liegt im Wesentlichen darin begründet, dass der Vorratsbestand gestiegen ist, um trotz steigender Unsicherheit in den Lieferketten im Jahresverlauf weiterhin lieferfähig zu bleiben. Insgesamt nahmen die Vorräte um 63,8 Mio. € zu. In dem Zuge stiegen auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände (+25,9 Mio. €). Die Investitionen in Höhe von 38,3 Mio. € konnten nur zum Teil aus dem Kapitalzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit finanziert werden. Neben den Investitionen war der Kapitalabfluss aus der Investitionstätigkeit geprägt durch Neuakquisitionen zur Stärkung der Wettbewerbsposition (insgesamt 4,7 Mio. €). Der Free Cashflow (Kapitalzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Kapitalabfluss aus der Investitionstätigkeit) stieg 2022 von -27,8 Mio. € auf -26,9 Mio. €. Der Kapitalzufluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug 13,3 Mio. €, da 2022 neue Finanzkredite aufgenommen wurden (2021: -35,0 Mio. €). Neben Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten (-2,7 Mio. €) wurden im Wesentlichen gezahlte Zinsen ausgewiesen (-2,9 Mio. €). Der Finanzmittelbestand der Böllhoff Gruppe (liquide Mittel abzüglich kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) sank zum 31.12.2022 um 14,4 Mio. € auf 35,4 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 8,8 Mio. €. Der Böllhoff Gruppe waren per 31.12.2022 Kreditlinien in Höhe von 94,1 Mio. € zugesagt. c) Vermögenslage Die Vermögenslage der Böllhoff Gruppe zeigt sich durch eine Gegenüberstellung der nach der Kapitalstruktur zusammengefassten Zahlen der Konzernabschlüsse zum 31. Dezember 2022 und zum 31. Dezember 2021 wie folgt:
Die Bilanzsumme hat sich um 90,7 Mio. € erhöht auf nun 716,0 Mio. € (+14,5 %). Der Buchwert des Anlagevermögens stieg um 5,0 Mio. €. Im Berichtsjahr wurden 38,3 Mio. € in immaterielle Vermögensgegenstände und in Sachanlagen investiert bei Abschreibungen von 34,0 Mio. €. Die Investitionen teilten sich folgendermaßen auf die verschiedenen Regionen auf:
Im Geschäftsjahr 2022 wurde investiert in die Ausstattung mit technischen Anlagen und Maschinen (8,5 Mio. €), in Betriebs- und Geschäftsausstattung (5,0 Mio. €) sowie in Grundstücke und Bauten (5,8 Mio. €). Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände betrugen 5,2 Mio. € und umfassten vor allem Geschäfts- und Firmenwerte aus Akquisitionen sowie den Erwerb von Markenrechten. Die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau beliefen sich auf insgesamt 13,9 Mio. €. Dabei standen hauptsächlich die Erweiterung und Modernisierung der weltweiten Produktionsstätten im Fokus. Den Anstieg der Vorräte und des Forderungsbestands zum Jahresende 2022 sowie die Gründe hierfür haben wir bereits in Abschnitt b) Finanzlage thematisiert. Das Eigenkapital wurde für eine wirtschaftliche Betrachtung wie folgt fortgeschrieben:
Das Eigenkapital steigerte sich im Geschäftsjahr 2022 um 35,5 Mio. €. Die Eigenkapitalquote sank auf 48,0 % (2021: 49,3 %). Bei Saldierung der Bankverbindlichkeiten mit den flüssigen Mitteln und Wertpapieren des Umlaufvermögens (Nettofinanzschulden) ergeben sich durch die Verlängerung der Bilanzsumme ein Verschuldungsgrad von 40,9 % (2021: 45,6 %) und eine rechnerische Eigenkapitalquote von 59,1 % (2021: 54,4 %). Den Fristigkeiten der Verbindlichkeiten und Rückstellungen liegen folgende Kriterien zugrunde:
Investitionen werden grundsätzlich langfristig finanziert. Die Zinsen sind entweder langfristig festgeschrieben oder durch Sicherungsgeschäfte abgesichert. Generell erfolgt die Finanzierung von Gruppengesellschaften in der lokalen Währung des jeweiligen Landes. Mit ihren liquiden Mitteln und dem hohen Eigenkapitalanteil ist die Böllhoff Gruppe in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit und in voller Höhe nachzukommen.
4. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Konzerns Ein erfolgreiches, jedoch erneut turbulentes Jahr 2022 liegt hinter der Böllhoff Gruppe. Hatten viele Akteure in Politik und Wirtschaft zu Jahresbeginn - nach fast zwei Jahren COVID-19-Pandemie - noch auf ruhigeres Fahrwasser gehofft, erstickte der Angriff Russlands auf die Ukraine diese Hoffnungen im Keim. Ein Krieg in Europa, steigende Geflüchteten-Zahlen, die Energiekrise, hohe Inflation und dazu der allgegenwärtige Klimawandel - 2022 häufte sich die Zahl unterschiedlicher Krisen, die teils offensichtlich, teils versteckter miteinander zusammenhängen. Angesichts dieses volatilen Marktumfelds weltweit lässt sich konstatieren: Die stabilen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Vergangenheit haben sich aufgelöst. Als Unternehmensgruppe haben wir uns im 146. Geschäftsjahr dennoch resilient gezeigt und konnten unsere selbstgesteckten Ziele übertreffen. Für 2022 rechneten wir mit einem Umsatzwachstum von 10 bis 15 % im Vergleich zum Vorjahr. Mit einem tatsächlichen Wachstum von 16,9 % - auf Jahresumsatzerlöse von jetzt 781 Mio. € - lagen wir leicht über unseren Prognosen. Die Umsatzrendite vor Steuern übertraf dabei mit 7,9 % ebenfalls unsere Erwartungen von 3 bis 5 %. Insgesamt betrachtet haben wir davon profitiert, dass wir als Unternehmensgruppe weltweit agieren und dass sich unser Kundenspektrum auf viele Branchen aufteilt - vor allem im Bereich der Allgemeinindustrie. Ein weiterer Grund für die positive Entwicklung der Umsatzerlöse waren die vorgenommenen Preiserhöhungen. Während sich die Nachfrage seitens unserer europäischen Automotive-Kunden im 1. Halbjahr 2022 noch verhaltener zeigte, vor allem aufgrund von Lieferkettenproblemen, setzte die Allgemeinindustrie verstärkt auf Verbindungstechnik von Böllhoff. Im 2. Halbjahr 2022 erholte sich die Nachfrage aus dem Automotive- Sektor innerhalb Europas wieder; außerhalb Europas blieb die Nachfrage der Automobilisten nach unserer Verbindungstechnik das gesamte Jahr über stark. Auch bei Verbindungslösungen für den Luft- und Raumfahrtsektor konnten wir kräftig zulegen. Dies ist unter anderem auf die Akquisition zweier französischer Hersteller von Spezialverbindungselementen für die Luft- und Raumfahrt zurückzuführen: SNEP SA mit Sitz in Montbrison im Juni 2021 und Gillis Aerospace aus Dieupentale im Juni 2022. Aufgeschlüsselt nach Regionen konnten wir 2022 in allen Weltregionen zulegen. Insbesondere in Asien sowie in Nord- und Südamerika setzte sich der starke Aufwärtstrend der Vorjahre fort, quer durch alle Kundensegmente. In Asien stieg unser Umsatz erneut überproportional um 23 % (2021: 29 %) auf jetzt 96 Mio. € (2021: 78 Mio. €). In Nord- und Südamerika konnten wir uns sogar um 42 % steigern (2021: 31 %) auf einen Jahresumsatz von 109 Mio. € (2021: rund 77 Mio. €). Unser Investitionsvolumen bewegte sich 2022 mit 38,3 Mio. € über dem Vorjahresniveau. Die größten Investitionsposten entfielen auf die Erweiterung unserer Fertigungskapazitäten im chinesischen Wuxi (10,2 Mio. €). Das Working Capital (Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) stieg 2022 auf 348,6 Mio. € an (von 269,8 Mio. € im Vorjahr). Dies ist auf einen deutlichen Anstieg unseres Vorratsbestands zurückzuführen, aber auch auf einen Anstieg von Forderungen und Verbindlichkeiten. Das von mannigfaltigen Krisen bestimmte Jahr 2022 zeigt uns, dass wir mit der kontinuierlichen Arbeit an der Resilienz und Anpassungsfähigkeit unserer Unternehmensgruppe in die richtige Richtung gehen. Dadurch haben wir auf herausfordernde Rahmenbedingungen schnell reagieren und das Jahr für unser Unternehmen trotzdem erfolgreich gestalten können. III. Chancen- und Risikobericht Unternehmerisches Handeln erfordert das Eingehen angemessener Risiken. Die erforderliche Kontrolle ist Kernaufgabe der Unternehmensleitung. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine bleibt ein schwer kalkulierbares gesamtwirtschaftliches Risiko. Mit seinen weitreichenden Auswirkungen auf Lieferketten, auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen und auf die globale Preisentwicklung stellt der Krieg die Wirtschaft seit Beginn im Februar 2022 vor große Herausforderungen. Die angespannte Beschaffungssituation bei vielen Rohstoffen und Vorprodukten wird uns weiterhin begleiten. Auch die Absatzmärkte bleiben vor dem Hintergrund des Krieges volatil: Branchen wie die Automotive-Industrie leiden in einigen Bereichen immer noch unter den Rohstoff-Knappheiten, etwa bei Halbleitern. Hinzu kommt das Schrumpfen des russischen Absatzmarkts durch geltende EU-Sanktionen sowie durch den Rückzug vieler internationaler Unternehmensgruppen aus Russland. Als Konsequenz hat auch die Böllhoff Gruppe ihren eigenen Vertriebsstandort in Welikij Nowgorod geschlossen und somit den Vertrieb von Verbindungstechnik innerhalb Russlands eingestellt. Wir bleiben wachsam und beurteilen die Auswirkungen des Krieges auf unser Geschäft sowie entsprechende Gegenmaßnahmen stetig neu. Mit unserem breiten internationalen Lieferantennetzwerk sowie langfristigen Rahmenverträgen sichern wir uns gegen Preis- und Bezugsrisiken ab. Obgleich die WHO den Corona- Gesundheitsnotstand mittlerweile aufgehoben hat, verlieren wir auch das COVID-19-Infektionsgeschehen nicht aus den Augen. Wir haben in unseren Gesellschaften weltweit aus dem Umgang mit einer pandemiebedingten Krise gelernt und sehen uns gut vorbereitet für künftige Entwicklungen. Ein weiteres omnipräsentes Risiko ist die deutliche Steigerung der Inflation in zahlreichen Ländern. In der Folge belasten steigende Materialpreise sowie Lohn-, Energie- und Frachtkosten unser Unternehmensergebnis. Hier haben wir frühzeitig entgegengesteuert und systematisch Preiserhöhungen mit unseren Kunden vereinbart, um die Auswirkungen auf unsere Unternehmensgruppe abzumildern. Die steigenden Preise sowie deren Weitergabe im Absatzmarkt werden jedoch bis auf Weiteres eine der zentralen Herausforderungen bleiben. Den zunehmenden Protektionismus verfolgen wir intensiv und ergreifen konkrete Maßnahmen. So bauen wir unser internationales Netzwerk aus Böllhoff Gesellschaften und Standorten stetig aus, um in verschiedenen Märkten direkt vor Ort vertreten zu sein. Mittlerweile verfügen wir über 50 Gesellschaften mit Standorten in 25 Ländern. Die Expansion in neue Märkte sehen wir auch künftig als Chance, um als Unternehmensgruppe kontinuierlich und profitabel zu wachsen. Die Böllhoff Gruppe ist außerdem branchenspezifischen Risiken ausgesetzt. Dem Wettbewerbsdruck begegnen wir mit innovativen Produkten und Lösungen sowie einer starken Fokussierung auf die spezifischen Anforderungen unserer Kunden und Märkte. Im Rahmen unserer Diversifikationsstrategie arbeiten wir zudem unaufhörlich daran, unsere Verbindungslösungen für neue Anwendungsfälle zu optimieren und so in weitere Branchen und Märkte einzubringen. Durch die Verteilung unseres Geschäfts auf zahlreiche Kunden, Produktgruppen und Märkte minimieren wir das Risiko eventueller Abhängigkeiten. Der Anteil der allgemeinen Industrie am Gesamtumsatz der Böllhoff Gruppe lag 2022 bei 47,2 % (2021: 47,8 %), der Anteil der Automotive-Branche bei 50,1 % (2021: 50,7 %). Die verbleibenden 2,7 % entfielen auf den Aerospace-Sektor, dessen Umsatzanteil wir 2022 mehr als verdoppeln konnten. Diese positive Entwicklung ist auf Akquisitionen rund um unser Kerngeschäft zurückzuführen - ebenfalls ein wichtiger Bestandteil unserer Diversifikationsstrategie. Unsere Produktion überwachen wir mit Hilfe quantitäts- und qualitätsbezogener Kennzahlen und reduzieren so die Wahrscheinlichkeit von Produktionsrisiken. Die Optimierung der Finanzierung und die Begrenzung von finanzwirtschaftlichen Risiken gehören zu den zentralen Aufgabenbereichen des Treasury-Managements. Zur Steuerung und Überwachung der Liquidität werden Instrumente der Finanzplanung und Finanzanalyse eingesetzt. Gegen Währungsrisiken, die sich aus Geschäftsbeziehungen mit ausländischen Unternehmen ergeben, sichern wir uns mittels Devisenswaps, Devisentermingeschäften und Devisenoptionen ab. Am Zinsmarkt erleben wir aktuell eine Zeitenwende. Die Zeit des billigen Geldes wurde beendet durch die Maßnahmen der internationalen Zentralbanken gegen die hohe Inflation. Damit reduziert sich das Risiko einer Ergebnisbelastung aus den Pensionsrückstellungen signifikant. Gleichzeitig erhöht dies jedoch die Kosten für die Finanzierung des Working Capitals. Wir haben zahlreiche Maßnahmen eingeleitet, um die Kapitalbindung durch das Working Capital zu reduzieren. Chancen sehen wir in der fortschreitenden Digitalisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen, die in den vergangenen Jahren an Dynamik gewonnen hat. Hier liefern wir mit unseren Montage- und Belieferungssystemen die passenden Lösungen, um Kunden eine Automatisierung ihrer Produktions- und Beschaffungsprozesse zu ermöglichen. Auch unsere Venture-Capital-Einheit Archimedes New Ventures leistete 2022 mit Investitionen in digitale Geschäftsmodelle und weiteren Beteiligungen einen Beitrag dazu, dass wir uns noch breiter aufstellen konnten. Zugleich arbeiten wir intensiv an der digitalen Transformation unserer eigenen Unternehmensgruppe sowie unserer Prozesse - unter anderem mit der Schaffung einer neuen Position innerhalb der Unternehmensleitung, dem Chief Process Digital Officer. Seit dem 1. März 2023 unterstütztuns hier Dr. Cathrin Wesch-Potente mit ihrem umfassenden Know-how und dem Fokus auf Prozess- und Digitalisierungsthemen. Ein Trend, in dem wir weiterhin große Potenziale für unsere Unternehmensgruppe sehen, ist die Wende hin zur Elektromobilität. Schon heute sind wir in vielen Elektrofahrzeugen namhafter Hersteller mit unseren Verbindungselementen vertreten - etwa im Bereich der Batteriewanne. Mithilfe unseres Innovationsmanagements werden wir auch in Zukunft neue Lösungen hervorbringen, um die Mobilitätsformen von morgen mit unserer Verbindungstechnik zu prägen. IV. Prognosebericht Der folgende Prognosebericht für das Jahr 2023 umfasst Angaben zum erwarteten Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres für die Böllhoff Gruppe. Naturgemäß sind solche Prognosen mit Unsicherheiten behaftet - umso mehr angesichts des volatilen Umfelds, in dem wir uns seit mehreren Jahren bewegen. Wie in Kapitel III (Chancen- und Risikobericht) beschrieben, wird uns der andauernde Krieg in der Ukraine weiter beschäftigen. Zwar erholt sich die Weltwirtschaft langsam von dem Schock des Kriegsbeginns, die Auswirkungen dieser geopolitischen Zäsur sind jedoch vielerorts zu spüren - in Form hoher Inflationsraten und gestiegener Energiepreise. Für das Jahr 2023 wird weltweit eine durchschnittliche Teuerungsrate von 7 % erwartet. Neben Krieg und Inflation beobachten wir zudem Unsicherheiten und Instabilitäten im Bankensektor. Aktuell ist noch unklar, wie sich all diese Faktoren in Summe auf die wirtschaftliche Lage auswirken werden. Der IWF rechnet für 2023 mit einer verlangsamten Erholung der Weltwirtschaft und prognostiziert ein globales Wachstum von 2,8 % (2022: 3,4 %). Ungeachtet der schwierigen Rahmenbedingungen hat das Jahr 2023 für Böllhoff erfreulich begonnen. Beide strategischen Geschäftsfelder unserer Unternehmensgruppe, FSS und FAT, profitierten im 1. Quartal 2023 von einer stabilen Nachfrage aufseiten unserer Kunden sowie dem insgesamt gestiegenen Preisniveau. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Der FSS-Bereich erzielte einen Quartalsumsatz in Höhe von 100,4 Mio. € (2022: 81,1 Mio. €); der FAT-Bereich 129,8 Mio. € (2022: 115,8 Mio. €). Insgesamt lag die Böllhoff Gruppe im 1. Quartal 2023 somit um 5,1 % über Plan. Das entspricht einem Quartalsumsatz von 223,3 Mio. € sowie einer Steigerung von 10,9 % gegenüber dem Vorjahr. Wie sich die kommenden Monate im Hinblick auf das volatile Umfeld weltweit entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Aktuell rechnen wird amit, dass sich die positive Tendenz des 1. Quartals 2023 nur bedingt über das Jahr hinweg fortsetzen wird. Der Auftragseingang ist in verschiedenen Kundensegmenten bereits fragil und weltweit werden die Stimmen lauter, die eine Rezession befürchten. Zudem kommt aufgrund der nachlassenden Preise an den Rohmaterial märkten zunehmend Druck auf die Preise, die wir 2022 zuletzt aus den gleichen Gründen angepasst hatten. In den kommenden Monaten fokussieren wir uns insbesondere auf die Reduzierung unserer hohen Vorratsbestände. Diese haben wir 2022 aufgebaut, um für unsere Kunden trotz angespannter Lieferketten weltweit jederzeit lieferfähig zu bleiben. 2023 arbeiten wir nun an unseren Einkaufsprozessen und damit verbunden an der Optimierung unserer Sicherheitsbestände - mit dem Ziel, die Wareneingänge zu reduzieren und unsere Bestände wieder auf ein Normalniveau zu senken. Durch die erwarteten Umsatz- sowie Preissteigerungen rechnen wir mit einer leichten Erhöhung unserer Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, und somit in Summe mit einer Reduktion des Working Capitals. Der Free Cashflow wird 2023 wieder deutlich positiv sein aufgrund der zu erwartenden Ergebnissteigerung sowie der Verbesserung des Working Capitals. Aus heutiger Sicht geht die Unternehmensleitung für das Jahr 2023 von einer Umsatzsteigerung zwischen 4 und 6 % im Vergleich zum Vorjahr aus. Die Umsatzrendite vor Steuern wird nach aktueller Schätzung zwischen 3 und 5 % liegen; dazu erwarten wir ein Ergebnis auf oder knapp über Vorjahresniveau.
Bielefeld, 26. Mai 2023 Wilhelm Alexander Böllhoff, Geschäftsführer Michael Wolfgang Böllhoff, Geschäftsführer Dr. Jens Bunte, Geschäftsführer Dr. Cathrin Wesch-Potente, Geschäftsführerin Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA
PASSIVA
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzernkapitalflussrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzerneigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022I. Pflichtangaben nach § 297 Abs. 1a HGB
II. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss Die Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Wilhelm Böllhoff GmbH & Co. KG, Bielefeld (kurz: WBH-KG), erfolgte nach den Grundsätzen der §§ 290 bis 315 HGB. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde im Geschäftsjahr nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Die Form der Darstellung, insbesondere die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, ist gegenüber dem Vorjahr beibehalten worden. Die Beteiligungen mit 20 % oder mehr Stimmrechten werden als Anteile an assoziierten Unternehmen ausgewiesen. III. Angaben zum Konsolidierungskreis (einschließlich Anteilsbesitz) 1. Neben der als Mutterunternehmen geltenden WBH-KG, Bielefeld, besteht der Konsolidierungskreis aus 15 inländischen und 33 ausländischen vollkonsolidierten Unternehmen sowie zwei assoziierten Unternehmen im Ausland und einem im Inland:
b) assoziierte Unternehmen
2. Die Jahresabschlüsse der konsolidierten Tochterunternehmen und der assoziierten Unternehmen sind ebenfalls auf den Stichtag des Konzernabschlusses (31. Dezember) aufgestellt worden. 3. Änderungen des Konsolidierungskreises: Im Geschäftsjahr 2022 wurden durch die Böllhoff Beteiligungsgesellschaft mbH weitere 60 % der Anteile an der GILLIS aerospace SAS erworben, sodass nun 100% der Anteile gehalten werden und die Gesellschaft vollkonsolidiert wird. In diesem Zusammenhang wurde die Gesellschaft auf Bollhoff Gillis SAS umfirmiert. Des Weiteren wurde die Bollhoff Fastenings Ltd. in Birmingham/Großbritannien im Berichtszeitraum liquidiert. IV. Angaben zu den Konsolidierungsmethoden 1. Bei der Kapitalkonsolidierung der verbundenen Unternehmen wurde gemäß Artikel 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB die Neubewertungsmethode bzw. bis einschließlich 2003 die Buchwertmethode angewendet. Dabei wurde der Buchwert der Anteile mit dem auf sie entfallenden Eigenkapital des Tochterunternehmens verrechnet, welches dem Buchwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten entspricht. Für die Erstkonsolidierung ab dem Geschäftsjahr 2004 wird die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode durchgeführt. Als Zeitpunkt der Verrechnung des Beteiligungsbuchwertes mit dem anteiligen Eigenkapital wurde der Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss gewählt. 2. Der Saldo der aktivischen und passivischen Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung (Differenz zwischen Beteiligungsbuchwert und anteiligem Eigenkapital) beträgt zum Bilanzstichtag 35.697 T€ und wird neben anderen Positionen in den Konzernrücklagen erfasst. Dieser Saldo enthält aktivische Unterschiedsbeträge von 4.295 T€. 3. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gemäß § 303 Abs. 1 HGB gegeneinander aufgerechnet. 4. Die aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr resultierenden Zwischenergebnisse werden gemäß § 304 Abs. 1 HGB sowohl aus Lieferungen von Gegenständen des abnutzbaren Anlagevermögens als auch aus solchen des Vorratsvermögens eliminiert. 5. Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung folgt den Regeln des § 305 Abs. 1 HGB. Innenumsatzerlöse sowie andere Erträge werden mit dem Materialeinsatz und den entsprechenden übrigen Aufwendungen verrechnet. 6. Die Umrechnung der auf fremde Währung lautenden Abschlüsse erfolgt gemäß § 308a HGB. Dabei werden die Posten der Bilanz sowie die im Anhang enthaltenen Beträge zur Bilanz in Fremdwährung mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs zum Jahresultimo in die Konzernwährung Euro transformiert. Als Ausnahme ist das Eigenkapital zum historischen Kurs in Euro umzurechnen. Die sich aus der Währungsumrechnung ergebenden Währungsdifferenzen werden erfolgsneutral behandelt und unter den Konzernrücklagen ausgewiesen. Die Beträge in Fremdwährung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung aus den auf fremde Währung lautenden Abschlüssen werden mit den jeweiligen Jahresdurchschnittskursen in die Konzernwährung Euro umgerechnet. Differenzen, die bei der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften aus ihrer lokalen Währung in die Konzernwährung Euro entstanden sind, werden erfolgsneutral in einen Ausgleichsposten im Eigenkapital eingestellt. 7. Die Beteiligungen an den assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode mit dem Wert angesetzt, der dem anteiligen Eigenkapital der assoziierten Unternehmen am 31. Dezember 2022 entspricht. Bei der Aufrechnung des Beteiligungsbuchwertes mit dem anteiligen Eigenkapital zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung bei einem assoziierten Unternehmen ergab sich ein passivischer Unterschiedsbetrag in Höhe von 151 T€, der in voller Höhe den Konzernrücklagen zugewiesen wurde. Bei einem anderen assoziierten Unternehmen ergab sich im Vorjahr ein aktivischer Unterschiedsbetrag in Höhe von 1.580 T€, der über die geplante Nutzungsdauer von fünf Jahren gleichmäßig abgeschrieben wurde. Dieses Unternehmen wird nun vollkonsolidiert, da weitere Anteile gekauft worden sind. V. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften aufgestellt (§ 308 HGB). Hierzu werden die nach landesspezifischen Vorschriften erstellten Abschlüsse der Tochtergesellschaften an die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze angepasst, soweit sie nicht den HGB-Grundsätzen entsprechen und die Bewertungsabweichungen wesentlich sind. Im Einzelnen werden Vermögensgegenstände und Schulden im Konzern wie folgt bewertet: 1. Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten bewertet und gleichmäßig unter Berücksichtigung einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben. Im Jahr des Zugangs wird die Abschreibung zeitanteilig ermittelt. Die Anschaffungskosten derivativer Geschäfts- oder Firmenwerte aus den Einzelabschlüssen werden grundsätzlich nach Maßgabe einer Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Die Anschaffungskosten eines derivativen Geschäfts- oder Firmenwertes aus einem ausländischen Einzelabschluss wurden linear auf eine Nutzungsdauer von zehn Jahren verteilt. Die im Zuge des Erwerbs von Anteilen an zwei ausländischen Tochtergesellschaften und einer inländischen Tochtergesellschaft im Konzern aufgedeckten Geschäfts- oder Firmenwerte werden gleichmäßig nach Maßgabe einer Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. 2. Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Selbst erstellte Sachanlagen werden mit den Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen neben den direkt zurechenbaren Aufwendungen auch in angemessenem Umfang Gemeinkosten. Den planmäßigen Abschreibungen, die nach der linearen Methode vorgenommen werden, liegen auf betrieblichen Erfahrungen beruhende Nutzungsdauerschätzungen zugrunde. 3. Mit Ausnahme der Beteiligungen an den assoziierten Unternehmen sind die Finanzanlagen zu Anschaffungskosten abzüglich außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet worden. Die Anschaffungskosten der Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen wurden im Rahmen der Erstkonsolidierung um 151 T€ erhöht und werden bei Folgekonsolidierungen nach Maßgabe der auf die Beteiligung entfallenden Änderungen des Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens entsprechend angepasst. 4. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren werden zu durchschnittlich ermittelten Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Marktpreis bewertet. Die durchschnittlich ermittelten Anschaffungskosten werden um Anschaffungsnebenkosten erhöht und um Skonti, Boni und Rabatte gemindert. Eingeschränkt gängige Handelswaren werden zuvor festgelegten Gängigkeitsklassen zugeordnet und abgeschrieben. Die Höhe der Gängigkeitsabschreibungen wird durch die Reichweite der Bestände unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips (verlustfreie Bewertung) bestimmt. Ungängige Handelswaren werden nach Gängigkeitsklassen auf der Grundlage der Reichweite der Bestände abgewertet. Unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen werden mit den dem jeweiligen Fertigungsgrad entsprechenden Herstellungskosten bewertet, die fertigen Erzeugnisse mit den Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen neben den direkt zurechenbaren Aufwendungen auch anteilige Gemeinkosten der Fertigung. 5. Bei der Bewertung von Forderungen werden erkennbare Risiken durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Den in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ruhenden latenten Risiken wird durch die Bildung ausreichend bemessener Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Im Übrigen werden Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände zum Nennwert angesetzt. 6. Für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und den handelsbilanziellen Wertansätzen (in der Handelsbilanz II) von Vermögensgegenständen und Schulden bzw. Rückstellungen werden für die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften künftige Steuerentlastungen (aktive latente Steuern) und künftige Steuerbelastungen (passive latente Steuern) berechnet. Die aktiven latenten Steuern berücksichtigen grundsätzlich auch künftige Steuerentlastungen, die sich aus der erwarteten künftigen Nutzung eventuell bestehender steuerlicher Verlustvorträge ergeben. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt jeweils auf Basis der Steuersätze, die nach gegenwärtiger Rechtslage zum Realisationszeitpunkt für die jeweilige Gesellschaft gelten bzw. erwartet werden. Ergibt sich in der Gesamtbetrachtung der künftigen Steuerent- bzw. -belastungen ein Überhang aktiver latenter Steuern für eine Gesellschaft, so werden diese grundsätzlich in Ausübung des Wahlrechts nach §§ 274 Abs. 1 Satz 2 und 298 Abs. 1 HGB nicht bilanziert. Darüber hinaus werden latente Steuern nach § 306 HGB für künftige Steuerentlastungen und künftige Steuerbelastungen aufgrund temporärer Differenzen zwischen den steuerlichen und den handelsbilanziellen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten aufgrund von Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Ergibt sich in der Gesamtbetrachtung der künftigen Steuerent- bzw. -belastungen ein Überhang aktiver latenter Steuern, so werden diese nach § 306 HGB bilanziert. Der Bewertung der latenten Steuern im Zusammenhang mit der Zwischenergebniseliminierung wird der maßgebliche Steuersatz desjenigen Unternehmens zugrunde gelegt, das die Lieferung oder Leistung ausgeführt hat. 7. In den Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken sowie ungewissen Verpflichtungen ausreichend Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Wesentlichkeit mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Aufwendungen und Erträge aus der Aufzinsung bzw. der Abzinsung von Rückstellungen werden unter den "Zinsen und ähnlichen Aufwendungen" bzw. den "sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen" ausgewiesen. 8. Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Verwendung eines durchschnittlichen Marktzinssatzes für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren berechnet. Vermögensgegenstände, die als Deckungsvermögen für Pensionsverpflichtungen dienen, werden mit den Pensionsrückstellungen verrechnet. Vermögensgegenstände, die der Erfüllung von Verpflichtungen aus Pensionszusagen und Altersteilzeitverpflichtungen dienen und als Deckungsvermögen im Sinne von § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB anzusehen sind (insolvenzgesicherte Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen), werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Diese Rückdeckungsansprüche werden mit den korrespondierenden Rückstellungen verrechnet. 9. Verbindlichkeiten werden mit ihren Nennbeträgen oder den höheren Erfüllungsbeträgen ausgewiesen. 10. Fremdwährungspositionen werden bei Zugang grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs bzw. einem Sicherungskurs angesetzt. Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr werden mit dem Wert bilanziert, wie er sich aus dem Kurs des Bilanzstichtages ergibt. Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem niedrigeren Wert und Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem höheren Wert bilanziert, wie er sich aus dem Kurs des Bilanzstichtages ergibt. 11. Von der Möglichkeit zur Bildung von Bewertungseinheiten nach § 254 HGB durch Zusammenfassung von Vermögensgegenständen, Schulden, schwebenden Geschäften oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen mit Finanzinstrumenten zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken, wird teilweise Gebrauch gemacht. VI. Erläuterungen zur Konzernbilanz 1. Die Entwicklung des Anlagevermögens gemäß § 313 Abs. 4 i.V.m. § 284 Abs. 3 HGB wird nachstehend dargestellt. Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2022
2. Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich für das Geschäftsjahr 2022 wie folgt zusammen:
Für das Geschäftsjahr 2021 ergaben sich folgende Werte:
3. Die Zusammensetzung und Entwicklung des Eigenkapitals im Geschäftsjahr ist in einem gesonderten Eigenkapitalspiegel als Teil des Konzernabschlusses dargestellt. Die Konzernrücklagen beinhalten u. a. Gewinnrücklagen in Höhe von 261.895 T€ (2021: 242.091 T€). 4. Die Pensionsrückstellungen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und aus laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter sowie deren Hinterbliebene gebildet. Sie entfallen im Wesentlichen auf die inländischen Gruppenunternehmen. Diese Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen der PUC-Methode ("Projected-Unit- Credit-Method") berechnet. Hierbei werden neben den Annahmen zur Lebenserwartung auf der Grundlage der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" folgende Prämissen gesetzt:
Der Renten- und Anwartschaftstrend ergibt sich aus den jeweiligen einzelvertraglichen Regelungen bzw. aus Erwartungen hinsichtlich künftiger Rentensteigerungen. Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 5.005 T€. Für die Pensionsverpflichtungen bestehen teilweise Rückdeckungsversicherungen, die als Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB zu qualifizieren sind, sodass diese zum Zeitwert bewerteten Vermögensgegenstände mit den betreffenden Pensionsverpflichtungen zu verrechnen sind. Der Nettowert der Rückstellungen für Pensionen ergibt sich wie folgt:
Der Zeitwert des Deckungsvermögens entspricht dem versicherungsmathematisch ermittelten Aktivwert (einschließlich Leistungen aus der Gewinnbeteiligung) der abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen. Die unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesenen Erträge aus der Erhöhung des Planvermögens betragen 23 T€ (2021: 35 T€). 5. Für die Anwartschaft auf eine Pension mit einem Teilwert in Höhe von 393 T€, aufgrund einer unmittelbaren Zusage an einen ehemaligen Geschäftsführer, wurde eine Rückstellung im Hinblick auf Artikel 28 EGHGB nicht gebildet, da die Zusage vor dem 1. Januar 1987 erteilt worden ist. 6. Die Steuerrückstellungen beinhalten im Wesentlichen Beträge für Steuerprozesse in Brasilien sowie Rückstellungen für Körperschaft- und Gewerbesteuer. 7. Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Beträge für erfolgsabhängige Vergütungen, Altersteilzeitverpflichtungen, Jubiläen, Gewährleistungen, Jahresabschlusskosten sowie Urlaubsverpflichtungen. 8. Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten setzen sich für das Geschäftsjahr 2022 wie folgt zusammen:
Für das Geschäftsjahr 2021 ergaben sich folgende Werte:
9. Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB bestehen bei zwei konsolidierten Unternehmen aus der Begebung von Bürgschaften und Garantien in Höhe von insgesamt 160 T€ (2021: 160 T€). Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wird aufgrund der Bonität und des Zahlungsverhaltens der begünstigten Unternehmen als sehr gering eingeschätzt. VII. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 1. Die Konzernumsatzerlöse wurden in folgenden Märkten realisiert:
Die Umsätze beziehen sich auf die Unternehmensbereiche Fastening and Assembly Technology (FAT) sowie Fastener Service Supply (FSS). 2. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus der Fremdwährungsumrechnung in Höhe von 4.518 T€ (2021: 3.580 T€). 3. Die Aufwendungen für Altersversorgung, die in den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung enthalten sind, betragen 9.167 T€ (2021: 2.694 T€). 4. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung in Höhe von 6.459 T€ (2021: 2.462 T€). 5. Die Zinsaufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Abzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 3.420 T€ (2021: 8.009 T€). 6. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten Steueraufwendungen aus laufendem Geschäftsbetrieb in Höhe von 19.872 T€ (2021: 15.834 T€) und Erträge aus latenten Steuern in Höhe von 155 T€ (2021: 284 T€). VIII. Sonstige Angaben 1. Die inländischen Tochtergesellschaften, die sämtlich in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 einbezogen worden sind, sehen davon ab, ihre Jahresabschlüsse für 2022 offenzulegen. Insoweit haben sie von folgenden Befreiungsmöglichkeiten Gebrauch gemacht: a) nach § 264 Abs. 3 HGB
sowie b) nach § 264b HGB bezüglich der - Wilhelm Böllhoff GmbH & Co. KG 2. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:
3. Als derivative Finanzinstrumente werden Zinscaps und Zinsswaps sowie Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte zur Steuerung des Zinsänderungs- und Währungsrisikos eingesetzt. Die derivativen Devisen Instrumente dienen der Absicherung des Währungsrisikos aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit ausländischen Kunden und Lieferanten. Die Kontrakte werden nur über Banken abgewickelt, die über höchste Bonität verfügen. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende derivative Finanzpositionen:
Das Nominalvolumen ist das Kontraktvolumen derivativer Finanzgeschäfte. Die Marktwerte ergeben sich aus der Bewertung der ausstehenden Positionen zu Marktpreisen ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt auf Basis der Mark-to-Market-Methode. Der Marktwert gibt an, wie sich eine Glattstellung am Bilanzstichtag auf das Bilanzergebnis ausgewirkt hätte. Gezahlte Prämien werden unter den sonstigen Vermögensgegenständen bzw. den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. 4. Die Zahl der Mitarbeiter (ohne assoziierte Unternehmen) gestaltete sich im Jahresdurchschnitt 2022 wie folgt:
Diese Mitarbeiterzahlen gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB beinhalten keine Auszubildenden und Geschäftsführer und unterscheiden sich von den im Konzernlagebericht genannten Mitarbeiterzahlen. 5. Der Abschlussprüfer hat im Geschäftsjahr insgesamt 107 T€ für Abschlussprüfungsleistungen berechnet. 6. Die Geschäftsführung der WBH-KG wird von der Wilhelm Böllhoff Verwaltungs-GmbH wahrgenommen, die auch persönlich haftende Gesellschafterin ist. Das gezeichnete Kapital der Wilhelm Böllhoff Verwaltungs-GmbH beträgt 250 T€. Geschäftsführer der Wilhelm Böllhoff Verwaltungs-GmbH sind:
8. Dem Beirat gehörten im Geschäftsjahr 2022 die folgenden Personen an: Dr. Markus Miele, Unternehmer (Vorsitzender)
9. Den Mitgliedern der Geschäftsführung wurden im Geschäftsjahr Tätigkeitsvergütungen von insgesamt 1.573 T€ gezahlt. An frühere Mitglieder der Geschäftsführung und deren Hinterbliebene wurden Bezüge in Höhe von 253 T€ gezahlt. Die Pensionsverpflichtungen gegenüber diesem Personenkreis betragen 1.733 T€. 10. Die Beiratsmitglieder haben im Jahr 2022 Tätigkeitsvergütungen von insgesamt 90 T€ erhalten.
Bielefeld, 26. Mai 2023 Wilhelm Alexander Böllhoff, Geschäftsführer Michael Wolfgang Böllhoff, Geschäftsführer Dr. Jens Bunte, Geschäftsführer Dr. Cathrin Wesch-Potente, Geschäftsführerin Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Wilhelm Böllhoff GmbH & Co. KG, Bielefeld Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Wilhelm Böllhoff GmbH & Co. KG, Bielefeld, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Wilhelm Böllhoff GmbH & Co. KG, Bielefeld, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."
Herford, den 30. Mai 2023 PKF
WMS GmbH & Co. KG
Dr. Danne, Wirtschaftsprüfer Herberger, Wirtschaftsprüfer Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 und der Konzernlagebericht 2022 wurden von der Gesellschafterversammlung der Wilhelm Böllhoff GmbH & Co. KG am 11.05.2023 gebilligt. |
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