RWE Vertrieb AktiengesellschaftLiquidiert

Opernplatz 1, 45128 Essen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Dortmund HRB 22089
Vorher
RWE Projekt-Beteiligungsgesellschaft 1 AG
Eingetragen
2.6.2009
Branche
Tätigkeiten von Strom- und Erdgasmaklerinnen und -maklernWärme- und KältehandelSpeichern von Gas zu Versorgungszwecken
Gegenstand
a) die Beschaffung und der Vertrieb von sowie die Versorgung mit Energie (insbesondere Strom und Gas), Wärme, Wasser, Energiedienstleistungen, energienahe Dienstleistungen und daraus entwickelten Produkten sowie der Betrieb und die Vermarktung von Netz- und sonstigen Anlagen für Wärme, Wasser und Abwasser, sowie b) die Erbringung und Vermarktung von Dienstleistungen auf diesen Gebieten.

Historie

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Management

NameRolle
Jürgen Jüttermann
seit 25.8.2015
Prokura
Bastian Reinsdorf
seit 7.8.2015
Prokura
Prokura
Alexander Frohne
seit 8.12.2014
Prokura
Prokura
Carl-Ernst Giesting
seit 10.7.2014
Vorsitzender des Vorstands
Joanna Kepczynska
seit 25.3.2014
Prokura
Michael Stangel
seit 23.8.2013
Prokura
Prokura
Christian Brandl
seit 25.9.2009
Prokura
Ulf Dr. Schwane
seit 25.9.2009
Prokura
Timo Dietrich
seit 25.9.2009
Prokura
Karsten Borkenhagen
seit 25.9.2009
Prokura
Prokura
Thorsten Bomm
seit 25.9.2009
Prokura
Michael Schäfer
seit 25.9.2009
Prokura
Jens Hentschel
seit 25.9.2009
Prokura
Peter Neuhaus
seit 25.9.2009
Prokura
Bernd Dr. Widera
seit 9.9.2009
Vorstandsmitglied
Vorsitzender des Vorstands
Ralf Zimmermann
seit 9.9.2009
Vorstandsmitglied

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Konzern- und Jahresabschlüsse

RWE Vertrieb Aktiengesellschaft

Dortmund

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014

I. Lagebericht

1. Grundlagen

Kundennähe, regionale Identität, innovative Produkte sowie kompetenter Service: Das ist die RWE Vertrieb Aktiengesellschaft mit Sitz in Dortmund (im Folgenden: RWE Vertrieb). Wir sind einer der größten Energiedienstleister in der Bundesrepublik Deutschland und ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für die Region. Zusammen mit unserer Tochtergesellschaft eprimo GmbH, Neu-Isenburg, versorgen wir circa vier Millionen Kunden mit Strom, Gas und Wasser. Dabei verstehen wir uns nicht nur als reiner Energielieferant: Wir bieten ebenfalls maßgeschneiderte Energielösungen für alle Kundengruppen an. Gemeinsam mit der RWE Energiedienstleistungen GmbH, Dortmund, haben wir Angebote im Bereich Wärmeversorgung und dezentraler Energieerzeugung sowie innovative Konzepte für erneuerbare Energien wie Fotovoltaik und Biogas.

Struktur . Die RWE Vertrieb ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Absatz 3 und 4 HGB. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Dortmund unter der Nummer HR B 22089 eingetragen.

Anteilseignerin ist zu 100% die RWE Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen, mit welcher ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag besteht.

Mit Schreiben vom 16. Dezember 2010 hat die RWE Beteiligungsgesellschaft mbH ihre ergebnisverantwortliche Führung unserer Gesellschaft zum 1. Januar 2011 auf die RWE Deutschland AG, Essen, übertragen. Die RWE Vertrieb ist in den Konzernabschluss der RWE AG, Essen, einbezogen.

Kundenservice . Die Call- und Billing-Aktivitäten hatten wir in unsere Tochtergesellschaft RWE Kundenservice GmbH, Bochum, ausgelagert. Bereits in 2013 hatten wir begonnen, die enge Verzahnung der Aktivitäten der RWE Kundenservice GmbH mit den Vertriebsaktivitäten unserer Kundensegmente weiter voranzutreiben. Zum 1. Januar 2013 sind rund 480 Arbeitsverhältnisse der Marktrolle Netz mit einer Vereinbarung zur Funktions- und Personalüberleitung auf die Westnetz GmbH, Dortmund, übergegangen. In einem zweiten Schritt wurde der Unternehmensbereich Marktrolle Lieferant der RWE Kundenservice GmbH mit Wirkung zum 1. April 2013 an die RWE Vertrieb verpachtet. In weiterer Optimierung der Organisation und der internen Prozesse ist zudem der Unternehmensbereich Marktrolle Netz zum 31. Dezember 2013 an die Westnetz GmbH übertragen worden. Mit zum 1. Januar 2014 rückwirkender Verschmelzung der RWE Kundenservice GmbH auf die RWE Vertrieb wurde die Neuausrichtung der Call- und Billing-Aktivitäten nunmehr im Geschäftsjahr 2014 abgeschlossen.

Energiedienstleistungen . Zur Stärkung der Aktivitäten konnte unserer Tochtergesellschaft RWE Energiedienstleistungen GmbH, im Geschäftsjahr 2014 mehrere Akquisitionen erfolgreich vollziehen, darunter auch der Erwerb von 100% der Anteile an der favis GmbH, Essen.

Der Geschäftsbetrieb konnte außerdem dadurch erweitert werden, dass der Teilbetrieb deutsche Biomasse von der RWE Innogy GmbH, Essen, abgespalten und mit Wirkung zum 1. Januar 2014 auf die RWE Energiedienstleistungen GmbH übertragen wurde. Im Zuge dieser Umstrukturierung wurden auch mehrere Beteiligungen, insbesondere an der BTB-Blockheizkraftwerks, Träger- und Betreibergesellschaft mbH, Berlin, (100%) und an der Konsortium Energieversorgung Opel oHG der RWE Innogy GmbH und der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG, Karlstein, (66,7%) auf unser Tochterunternehmen übertragen.

Kundensegmente . Die Steuerung unseres Vertriebs haben wir konsequent auf die Bedürfnisse der jeweiligen Kundengruppen ausgerichtet.

Das Segment Energieversorgungsunternehmen (EVU) bedient dabei die regionalen Stadtwerke und Weiterverteiler mit Strom und Gas. Unseren Partnern bieten wir Dienstleistungen rund um das Thema Portfoliomanagement und Energieeinkauf aus einer Hand an.

Die größten unserer Businesskunden sowie Filialkunden umfasst das Segment Key Accounts und Multisites (KA). Eine persönliche Betreuung sowie die Beratung rund um das Thema Energie stehen dabei im Vordergrund.

Firmen- und Individualkunden fassen wir im Berichtssegment Geschäftskunden (GK) zusammen. Neben einer innovativen Produktpalette liegen auch hier die individuellen Bedürfnisse der Kunden im Fokus. Die Kundengruppen EVU, KA und GK bilden in Summe das Business-to-Business-Segment (B2B).

Eine breite und vielfältige Produktserie bieten wir zudem unseren Privat- und Gewerbekunden (PK bzw. Business-to-Customer, B2C) an. Die Auswahl reicht von den Klassik-Tarifen Strom und Gas in unseren Grundversorgungsgebieten über Produkte mit Festpreisgarantie bis hin zur Versorgung mit klimaneutraler Energie. Ebenso sind Smartline- oder Smartmeter-Tarife ohne Grundgebühr beziehungsweise mit zeitvariablen Preisen erhältlich.

Die RWE Vertrieb bündelt den Energieeinkauf der deutschen Regional- und Vertriebsgesellschaften des RWE-Konzerns. Diese Aufgabe nimmt das Absatzportfoliomanagement (APFM) wahr. Unsere Energie beziehen wir dabei hauptsächlich von der RWE Supply & Trading GmbH, Essen. Dabei erhalten wir jederzeit marktgerechte Preise, die wir durch eine konsequente eigene Marktbeobachtung stets überprüfen.

Absatzmärkte . Unser Vertriebsgebiet umfasst Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen. Das Gesamtgebiet haben wir für den EVU- und GK-Vertrieb in vier Vertriebsregionen unterteilt: Die Region Nord umfasst dabei die Standorte Münster, Osnabrück, Hannover, Hamburg und Bremen. Die Region Ruhrgebiet ist an den Standorten Dortmund und Essen vertreten. In Düren ist die Region West angesiedelt, während die Region Süd aus Bad Kreuznach gesteuert wird. Durch die regionale Präsenz stellen wir einen engen Kontakt zu unseren Kunden sicher und garantieren eine ausgezeichnete persönliche Betreuung durch unsere Energie- und Key-Account-Manager.

NetzrentNer. Im Jahr 2009 wurden im Zuge des Projektes "Neue RWE" alle Rentner der Gesellschaften RWE Energy AG, RWE Westfalen-Weser-Ems AG, Dortmund, und RWE Rhein-Ruhr AG, Essen, der neuen RWE Vertrieb zugeordnet. Eine Unterteilung in Vertrieb und Netz wurde seinerzeit nicht vorgenommen. In den vergangenen Jahren hatte die RWE Vertrieb mehrfach Nachdotierungsverpflichtungen für den Pensionsfonds, welche für die Anteile des Netzes an die RWE Deutschland AG weiter verrechnet wurden. Im Zuge der Neuausrichtung des Netzgeschäftes mit der Gründung der Westnetz GmbH wurde entschieden, die so genannten Netzrentner eindeutig zuzuordnen, so dass zukünftige Aufwendungen direkt verursachungsgerecht allokiert werden können. Hierzu haben wir im Jahr 2014 die entsprechenden Verpflichtungen auf die Westnetz GmbH übertragen. Dies geschah im Zuge der Gesamtrechtsnachfolge durch Abspaltung gemäß Umwandlungsgesetz.

Tätigkeiten . Die RWE Vertrieb ist gemäß § 6b Energiewirtschaftsgesetz ein vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen und in den Bereichen sonstige Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitätssektors, sonstige Tätigkeiten innerhalb des Gassektors sowie sonstige Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors tätig. Für diese Bereiche werden in der Rechnungslegung getrennte Konten geführt.

2. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die globale Wirtschaftsleistung stieg 2014 nach ersten Schätzungen um ca. 2,5% über das Vorjahresniveau an. Demgegenüber dürfte sich im vergangenen Jahr das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone, insbesondere aufgrund der notwendigen Maßnahmen zur Konsolidierung der staatlichen Haushalte, voraussichtlich nur um knapp 1% erhöht haben. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland, der größten Volkswirtschaft des Euro-Währungsgebiets, wird wahrscheinlich im Jahresvergleich um leicht über 1% gestiegen sein. Dabei hatte insbesondere der private Konsum einen positiven Einfluss.

Witterung. Die Witterung spielt für die Energienachfrage und für die regenerative Erzeugung unseres Unternehmens eine wesentliche Rolle. Im vergangenen Jahr lagen die Temperaturen in Deutschland im Mittel deutlich über dem Wert des Vorjahres sowie dem langjährigen Mittelwert. Das Windaufkommen erreichte 2014 an der Küste höhere Werte, im Binnenland hingegen niedrigere Werte als im Vorjahr. Die solare Einstrahlung lag im Jahresverlauf 2014 nur geringfügig über den Werten des Jahres 2013.

Strom- und Gasnachfrage Aus den bisher vorliegenden Daten geht hervor, dass der Stromverbrauch in Deutschland 2014 um schätzungsweise 4% rückläufig war. Hauptgründe dafür sind die relativ schwache Konjunktur energieintensiver Industrien, die im Vergleich zu 2013 insgesamt mildere Witterung sowie generelle Effizienzsteigerungen. Die Gasnachfrage lag mit voraussichtlich 14% deutlich unter dem Vorjahreswert. Grund für den Rückgang dürften im Wesentlichen die milderen Temperaturen und der weiter rückläufige Einsatz von Gas in der Stromversorgung gewesen sein.

Strompreise. Die Strompreise an der Großhandels-Börse EEX sind im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt merklich gesunken und verringerten sich um 13% auf knapp 33 €/MWh (Base-Kontrakt) bzw. um 15% auf rund 37 €/MWh (Peak-Kontrakt). Diese Entwicklung kann in wesentlichen Teilen auf den Preisrückgang bei Steinkohle sowie zunehmende Einspeisungen aus Windkraft- und Solaranlagen zurückgeführt werden. Im Endkundengeschäft zeigte sich im vergangenen Jahr folgende Entwicklung: Haushaltskunden mussten im Durchschnitt knapp über 1% mehr bezahlen, Industriekunden annähernd 2% mehr. Hierin spiegelt sich die Entwicklung der staatlichen Abgaben und der Netzentgelte wider.

Gaspreise. Der Preis für Gasimporte nach Deutschland (BAFA-Preis) betrug 2014 nach ersten Schätzungen rund 24 €/MWh und lag damit etwa 15% unter den Preisen des Jahres 2013. Wesentliche Ursachen für diesen Preisrückgang waren niedrigere Ölpreise (die ölindexierte Verträge verbilligten), Vertragsrevisionen sowie der zunehmend dominierende Anteil von spotpreis-basierten Importen/Verträgen im BAFA-Preis. Die Spotpreise am niederländischen Spotmarkt TTF, dem kontinental-europäischen "Leitmarkt", lagen mit einem Durchschnittswert von rund 21 €/MWh etwa 23% unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Die Tarife für Haushalte lagen nur leicht über dem Vorjahresniveau, während die Preise für Industriekunden um rund 4% sanken.

Öl- und Kohlepreise. Der Preis der international gehandelten Ölsorte Brent lag im Jahr 2014 im Jahresmittel bei 99 $/bbl und damit rund 10 $/bbl unter dem Vorjahresniveau. Insbesondere im letzten Quartal sanken die Preise erheblich aufgrund einer Überversorgung des Marktes als Folge hoher Produktionszuwächse in den USA, unvermindert hoher OPEC-Produktion sowie einer Nachfrageschwäche im asiatischen Raum. Kohle wurde mit rund 75 $/t (API2) im europäischen Spotmarkt gehandelt und verbilligte sich somit um etwa 8%. Hier wirkte sich insbesondere das deutlich ausgeweitete Angebot durch neue Minen und die nur sehr moderat wachsende Nachfrage aus. Der Grenzübergangspreis (BAFA) für Kohle nach Deutschland reduzierte sich nach ersten Schätzungen um knapp 8% auf rund 73 €/t SKE.

CO2-Zertifikate-Preis. Der Preis für diese sog. EUAs (EU Allowance Unit) ist 2014 auf rund 6 €/t CO2 gestiegen und liegt damit rund 33% über dem Durchschnittswert des Vorjahres. Preisstützend wirkte, dass die EU im März damit begonnen hat, den Zertifikatüberschuss durch das vorübergehende Zurückbehalten von Emissionsrechten zu verringern (sogenanntes Backloading). Für positive Impulse sorgte zudem eine Initiative der EU-Kommission, die darauf abzielt, das europäische Emissionshandelssystem durch Flexibilisierung des Zertifikat-Angebots zu stärken. Geplant ist die Einführung einer "Stabilitätsreserve", in der Emissionsrechte vom Staat "geparkt" werden können, wenn im Markt bereits hohe Zertifikatüberschüsse bestehen. Mit einer endgültigen Entscheidung darüber ist jedoch frühestens im zweiten Quartal 2015 zu rechnen.

Unsere Kunden

Privat- und Gewerbekunden . Wir fokussieren uns auf eine nachhaltige Kundenbindung. Wir bewegen uns gegenwärtig im oberen Feld unserer vergleichbaren Wettbewerber und verzeichnen erneut einen Anstieg der Kundenloyalität im Jahr 2014. Aktuell haben die Kunden der RWE Vertrieb eine geringe Absicht zu wechseln und die Bereitschaft zur Weiterempfehlung ist im Vergleich zu 2013 gestiegen.

Die Kunden schätzen RWE als einen sicheren Anbieter, der für Zuverlässigkeit und Leistungsstärke steht. Vor allem durch eine sehr gute Servicequalität und unsere Präsenz vor Ort fühlen sich die Kunden bei uns gut aufgehoben. Auch die RWE Langfristprodukte mit dreijähriger Preisstabilität werden sehr positiv bewertet.

Geschäftskunden und Key Accounts . RWE Vertrieb wird von den Geschäfts- und Key-Account-Kunden als starker, zuverlässiger und kompetenter Partner beurteilt. Dies wird unter anderem durch Versorgungssicherheit, Kalkulations-/Planungssicherheit sowie individuelle Lösungen geprägt.

Ein Schwerpunkt von RWE Vertrieb liegt auch auf Vertriebsprodukten und Dienstleistungen, die Geschäftskunden bei einem effizienten Umgang mit Energie unterstützen.

Die Kunden der RWE Vertrieb sind mit ihrem persönlichen Kundenbetreuer und den hohen Servicemaßstäben zufrieden. Die breit gefächerte regionale Präsenz ist als deutliche Stärke zu werten. RWE Vertrieb gelingt es, dass die Preis-Leistungs-Bilanz aus Kundensicht als angemessen wahrgenommen wird. Besonders unsere großen Geschäftskunden sind sehr zufrieden mit der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Darüber hinaus punktet RWE Vertrieb mit hoher Expertise für diverse Branchen sowie mit Fachkompetenz beispielsweise für Filialisten. Wir unterstützen unsere Kunden bei dem intelligenten Einsatz von Energie. Mit unseren neuen Produktkonzepten helfen wir unseren Kunden, das Thema Energieeffizienz in den Abläufen der Unternehmen nachhaltig zu verankern.

Bei stetig wachsenden Geschäftsfeldern, wie der dezentralen Energieerzeugung sowie individuellen Energielösungen, arbeitet RWE Vertrieb mit der unternehmenseigenen Tochter RWE Energiedienstleistungen GmbH erfolgreich Hand in Hand.

Energieversorgungsunternehmen . Im Segment EVU liegt unsere wesentliche Stärke in der sehr guten persönlichen Betreuung der Kunden. Den Kundenbetreuern wird fachliche Kompetenz und ein hohes Maß an Engagement zugesprochen sowie die Fähigkeit, auf die individuellen Anforderungen von EVUs einzugehen. Auch der fachliche Austausch und die Diskussion mit RWE-Vertretern bei Seminaren und Veranstaltungen werden von den Kunden geschätzt, so dass es lohnenswert ist, den persönlichen Kontakt auf allen Ebenen in den Unternehmen zu pflegen. Dadurch sind die EVU für eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte und Dienstleistungen wichtige Geschäftspartner. Insgesamt wird das Engagement des Vertriebs mit einer recht hohen Kundenbindung belohnt.

Das Onlineportal "RWE WebMarket" wurde nach der erfolgreichen Testphase am Markt mit sehr positiver Kundenresonanz eingeführt; insbesondere die Möglichkeit auch sehr kleine Volumina hiermit handeln zu können, trifft den Bedarf unserer Kunden.

Wettbewerb und Marktumfeld

Der Wettbewerb hat im Privat- und Gewerbekundensegment bei nahezu stabilem gesamtdeutschem Absatz weiter zugenommen. So ist die Zahl der Anbieter weiter gestiegen, aber auch das Produktsortiment der einzelnen Versorger wurde weiter differenziert. Kunden können so unter noch mehr Angeboten auswählen. Das Wechselaufkommen war allgemein bis zur Mitte des Jahres deutlich höher als in den Vorjahren. Gleichzeitig hat eine deutliche Steigerung der staatlichen Abgaben, im speziellen der EEG-Umlage, zu einer zusätzlichen Aufstörung und Wechselbereitschaft der Kunden geführt.

Trotz dieser sich verschärfenden Wettbewerbsbedingungen behauptete sich das Privat- und Gewerbekundensegment mit nahezu stabilen Kundenzahlen erfolgreich am Markt: Die Kundenverluste konnten durch Akquise- und Reakquisemaßnahmen weitestgehend aufgefangen werden.

Der Strom- und Gasabsatz und die Margen sind in diesem Jahr im GK-Segment gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Die rückläufigen Verbrauchsmengen bei Bestandskunden konnten zum Teil durch Abschlüsse mit Neukunden aufgefangen werden. Neben der langfristigen Sicherung des Bestandsgeschäfts werden die Akquisetätigkeiten weiter ausgebaut. Durch die Verzahnung des Commodity-Vertriebs mit neuen innovativen Produkten rund um das Thema Energieeffizienz ist ein wichtiger Baustein geschaffen worden, um den GK-Vertrieb bei unseren Kunden als ganzheitlichen Lösungsanbieter positionieren zu können. Mehr als 50% des Investitionsvolumens unseres Tochterunternehmens RWE Energiedienstleistungen GmbH konnten durch den B2B Vertrieb der RWE Vertrieb akquiriert werden. Dies unterstreicht einmal mehr das zusätzliche Absatzpotenzial durch gute bestehenden Geschäftsbeziehungen zu unseren Bestandskunden im Commodity-Geschäft.

Im EVU-Segment gelang es, die gesetzten Ziel-Werte für den Absatz von Strom und Gas zu übertreffen. Der Mengengewinn bei Gas erfolgte insbesondere durch Steigerung unserer Lieferanteile mit Standardhandelsprodukten und Fahrplänen. Zur Steigerung der Effizienz interner Kalkulations-, Bestell- und Abrechnungsprozesse wurde für die Masse der Standardhandelsprodukte Strom ein online-basiertes Kundenportal (WebMarket) aufgebaut, welches hinsichtlich seiner Funktionalität deutschlandweit seinesgleichen sucht. Die Testphase wurde erfolgreich durchlaufen, so dass im Herbst die Vermarktung starten konnte. Kunden reagieren sehr positiv auf das Angebot; die Erweiterung auf weitere Produkte ist für 2015 beabsichtigt. Die verspätete Inbetriebnahme des Gekko-Kraftwerkes in Hamm wirkt auf die Rohertragsposition des EVU-Segmentes belastend. Dennoch wird das ambitionierte Rohertragsziel erreicht. Dies liegt an der oben genannten Mengenübererfüllung und gleichzeitiger Margensteigerung gegenüber 2013.

Die Rohertragsentwicklung Gas ist wie in jedem Jahr durch erhebliche Sondereffekte geprägt. Dazu gehören diesmal insbesondere die Ausschüttung der Regelenergieumlage vom Vorjahr und die Finalisierung alter Gaswirtschaftsjahre. Dies führt zu einem deutlich über Budget liegenden Rohertrag.

Geschäftsverlauf

Insgesamt konnte sich die RWE Vertrieb im Geschäftsjahr 2014 gut im Markt behaupten. Während unsere Absätze im Strommarkt leicht rückläufig waren, ist es uns im Gasgeschäft gelungen, den Abwärtstrend der Vorjahre zu stoppen. Hier verzeichneten wir sogar Absatzsteigerungen im Terminverkauf, die allerdings durch die sehr milde Witterung in 2014 kompensiert wurden. Insgesamt ist die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft als positiv zu beurteilen.

Stromabsatz in GWh 2014 2013 +/-
Absatzportfoliomanagement 62.183 62.105 77
Energieversorgungsunternehmen 38.999 44.195 -5.196
Key Accounts/Multisites 4.767 4.013 754
Geschäftskunden 9.728 10.223 -495
Privat-/Gewerbekunden 8.178 9.443 -1.265
Summe 123.855 129.979 -6.124

Stromabsatz. Unsere Stromlieferungen verringerten sich gegenüber 2013 um 5% auf 123,9 Mrd. kWh.

Absatzrückgänge mussten wir insbesondere im Segment der Energieversorgungsunternehmen verzeichnen, hier ging der Stromabsatz um rd. 12% gegenüber dem Vorjahr zurück. Ursache hierfür waren geringere Absätze an einige große EVU-Kunden und witterungsbedingte Verbrauchsrückgänge in den Portfolien unserer EVU-Kunden.

Unsere Liefermenge an Privatkunden lag mit rd. 13% ebenfalls deutlich unterhalb des Niveaus des Vorjahres. Unsere hohe Produkt- und Servicequalität hat auch im Geschäftsjahr 2014 dazu beigetragen, die Kundenbasis nahezu auf Vorjahresniveau zu halten. Allerdings führten die sehr milde Witterung in 2014 und Effizienzmaßnahmen unserer Kunden zu allgemein sinkenden Durchschnittsverbräuchen in diesem Marktsegment.

In den Segmenten Geschäftskunden und Key Accounts/Multisites konnten wir unsere Marktposition behaupten und unseren Absatz gegenüber dem Vorjahr im Saldo leicht steigern.

Gasabsatz in GWh 2014 2013 +/-
Absatzportfoliomanagement 23.185 20.761 2.424
Energieversorgungsunternehmen 30.865 30.336 529
Key Accounts/Multisites 4.621 4.503 118
Geschäftskunden 6.246 7.639 -1.394
Privat-/Gewerbekunden 7.351 9.540 -2.189
Summe 72.268 72.779 -512

Gasabsatz. Mit einem Absatz von insgesamt 72,3 Mrd. kWh lagen die Liefermengen im Gasgeschäft in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Hier konnten wir insbesondere im Segment Energieversorgungsunternehmen nach den Absatzverlusten in Vorjahren wieder Neukunden gewinnen und deutlich mehr Gasmengen absetzen. Allerdings wurden diese Mehrabsätze größtenteils durch die sehr milde Witterung in 2014 wieder kompensiert, so dass insgesamt der Absatzanstieg in diesem Segment rd. 2% betrug. Die extrem milde Witterung sorgte auch in den Segmenten Geschäftskunden und Privat-/Gewerbekunden für signifikante Absatzrückgänge von 18% bzw. 23%. Das Absatzportfoliomanagement der RWE Vertrieb konnte den Gasabsatz an die deutschen Regionalgesellschaften des RWE Konzerns aufgrund deren erfolgreicher Neukundenakquise um rd. 12% steigern.

Umsatzerlöse Strom Gas Sonstiges Gesamt
in Mio. € 2014 2013 2014 2013 2014 2013 2014 2013 +/-
Absatzportfoliomanagement 2.942,5 3.372,3 605,2 594,0 0,8 0,4 3.548,5 3.966,7 -418,2
Energieversorgungsunternehmen 1.924,8 2.397,2 831,6 852,3 1,3 1,6 2.757,7 3.251,1 -493,4
Key Accounts/Multisites 625,3 510,4 166,7 167,0 5,3 6,1 797,3 683,5 113,8
Geschäftskunden 1.460,2 1.510,9 269,1 329,5 1,2 10,8 1.730,5 1.851,3 -120,7
Privat-/Gewerbekunden 1.994,1 2.189,4 468,1 569,3 69,1 57,8 2.531,3 2.816,5 -285,3
Sonstiges übergreifend 0,0 0,0 0,0 0,0 9,2 30,4 9,2 30,4 -21,2
Summe 8.946,9 9.980,3 2.340,6 2.512,1 86,9 107,1 11.374,5 12.599,4 -1.224,9

Umsatzerlöse.

Die RWE Vertrieb erwirtschaftete in 2014 einen Gesamtumsatz von 11,4 Mrd. €. Dieser lag um rund 10% unter dem Niveau von 2013. Der Stromumsatz lag mit 8,9 Mrd. € um rd. 1,1 Mrd. € unter dem Vorjahreswert. Neben den bereits genannten Absatzrückgängen wirkte sich hier das gesunkene Großhandelspreisniveau insbesondere auf unsere Umsatzerlöse im Absatzportfoliomanagement und mit Energieversorgungsunternehmen aus. Dies wurde teilweise kompensiert durch den im Verhältnis zum Absatz unterproportionalen Umsatzrückgang bei den Privat- und Gewerbekunden. Die in 2013 vorgenommene Preisanpassung als Weitergabe gestiegener Vorkosten wirkte im Vorjahr nur anteilig, während sie in 2014 in voller Höhe enthalten war.

Im Gasgeschäft zeigt sich ein ähnliches Bild: Hier führten vor allem die witterungsbedingten Absatzrückgänge im Privat- und Gewerbekundensegment mit hohen spezifischen Erlösen zum Rückgang der Umsatzerlöse bei nahezu gleichbleibenden Absatzmengen.

Zudem sind unter "Sonstiges" die Erlöse aus unserem Wasser- und Dienstleistungsgeschäft enthalten. Im Vorjahr waren darüber hinaus noch Erlöse für Personalgestellung an unsere Kundenservicegesellschaft enthalten, diese entfielen 2014 vollständig.

Ertragslage

Zur Beurteilung der Ertragslage der Gesellschaft verwenden wir das "EBIT modifiziert nach IFRS". Die hier verwendete IFRS-Ergebnisgröße wird zur internen Steuerung verwendet und findet auch Berücksichtigung in der RWE-Konzernberichterstattung. In der Überleitung vom Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit fanden einige Modifikationen statt, die wir später erläutern. Neben den generellen HGB-/IFRS-Unterschieden werden Sondereffekte eliminiert, welche auch im Rahmen der Management- und Konzernberichterstattung bereinigt werden.

Das Ergebnis lag in 2014 um 34,2 Mio. € (-15%) unterhalb des Vorjahreswertes. Neben Sondereffekten aus Rückstellungsauflösungen bzw. -zuführungen lag hier die wesentliche Ursache in den verbrauchsbedingten Absatzrückgängen im Stromgeschäft.

  Strom Gas Sonstiges Gesamt
in Mio. € 2014 2013 2014 2013 2014 2013 2014 2013 +/-
EBIT modifiziert nach IFRS 105,1 121,8 92,2 66,8 -9,1 33,8 188,2 222,5 -34,2
in % zu den Umsatzerlösen 1,2 1,2 3,9 2,7 -8,5 31,6 1,7 1,8 -0,1

Strom. Ursache für den Ergebnisrückgang im Strom sind die bereits erwähnten Absatzrückgänge, hier insbesondere in den Kundensegmenten PK und GK. Das APFM profitierte auch 2014 von hohen Portfolioeffekten in den Strombüchern, allerdings in geringerer Höhe als noch in 2013. Das EVU-Segment konnte das Ergebnis des Vorjahres trotz sinkender Absatzmengen halten. Hier konnten wir trotz anhaltend hohem Wettbewerbsdruck die spezifischen Margen gegenüber dem Vorjahr leicht steigern.

Bei den Vertriebskosten erzielten wir in 2014 als Ergebnis unserer durchgeführten Effizienzprogramme weitere Reduktionen.

Gas. Das Ergebnis im Gasgeschäft lag in 2014 mit 25,4 Mio. € deutlich über dem Vorjahresergebnis. Ursächlich hierfür ist die Auflösung einer Rückstellung im Berichtsjahr. Das operative Ergebnis lag trotz der witterungsbedingten Absatzrückgänge nahezu auf Vorjahresniveau. Hier konnten Steigerungen der spezifischen Margen und konsequentes Kostenmanagement die Mengenverluste aus der warmen Witterung kompensieren. Auch die Teilabsicherung der witterungsbedingten Risiken im Privat- und Gewerbekundengeschäft durch entsprechende Absicherungsgeschäfte wirkte hier verlustkompensierend.

Sonstiges. Im Sonstigen Ergebnis führte die Bildung einer Rückstellung im Berichtsjahr zu einer signifikanten Ergebnisverschlechterung gegenüber dem Vorjahr.

Überleitungsrechnung Gesamt
in Mio. € 2014 2013 +/-
EBIT modifiziert nach IFRS 188,2 222,5 -34,3
Modifikationen 17,0 -62,2 79,2
EBIT nach HGB 205,2 160,4 44,8
Zinsergebnis nach HGB -13,2 -10,8 -2,4
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach HGB 192,0 149,5 42,5

Retail-Hedge-Buch. Das Retail-Hedge-Buch (RHB) war ein Beschaffungsverfahren für den deutschen Massenkundenvertrieb, unter dem Anfang 2008 zu damaligen Marktpreisen größere Strommengen für Lieferjahre bis 2013 beschafft wurden. Mit Ablösung des RHB durch ein neues Beschaffungsverfahren wurden die Positionen in den Folgejahren geschlossen. Dadurch ergaben sich für unsere Gesellschaft Terminpositionen, die in den Jahren 2011 bis 2013 zu Verlusten führten. Für diese hatten wir bereits im Jahr 2009 im HGB-Einzelabschluss bilanzielle Vorsorge getroffen. In unserer Rechnungslegung nach IFRS wurden bis zum Jahr 2013 die Verluste als gesonderte Position außerhalb unserer Steuerungsgröße "EBIT modifiziert nach IFRS" ausgewiesen.

Restrukturierungen. Die RWE Vertrieb hatte in den letzten Jahren mehrere Programme für vorzeitige Ruhestandsregelungen für ihre Mitarbeiter aufgelegt, welche in den entsprechenden Jahren zur Bildung von Rückstellungen führten. Restrukturierungsaufwendungen weisen wir in unserer Rechnungslegung nach IFRS nicht im modifizierten EBIT aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgten keine wesentlichen Zuführungen oder Auflösungen.

PENSIONEN. Der Bewertungsunterschied bei den Pensionsrückstellungen zwischen HGB und IFRS wurde in der Modifikationsrechnung ebenso berücksichtigt. Hauptsächlich wirkte sich hier die unterschiedliche bilanzielle Behandlung von Änderungen von Bewertungsparametern aus, die nach IFRS nicht erfolgswirksam erfasst werden.

DERIVATE. Nach IFRS werden die Marktbewertungen von Derivaten in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im handelsrechtlichen Abschluss dagegen werden Commodity-Derivate als schwebendes Geschäft bilanziert, so dass Wertschwankungen grundsätzlich erst bei Realisierung erfasst werden.

Die Überleitungsrechnung enthält die Ergebnisse aus Derivaten, welche wir nach IFRS im EBIT erfassen.

ergebnis aus Finanzanlagen. Die RWE Vertrieb hatte im Vorjahr mit der RWE Aqua GmbH, Mülheim an der Ruhr, eine Sondertilgungsvereinbarungen für zwei Darlehen 2013 geschlossen. Im Rahmen der vorzeitigen Darlehenstilgung haben wir eine Vorfälligkeitsentschädigung erhalten, die wir im Ergebnis aus Finanzanlagen vereinnahmt hatten. Dieser Einmaleffekt wurde im Vorjahr ebenfalls den Modifikationen zugeordnet.

Gewinn- und Verlustrechnung
in Mio. €
2014 2013 +/-
Umsatzerlöse 11.374,5 12.599,4 -1.224,9
Strom- und Erdgassteuer -499,5 -541,7 42,2
sonstige betriebliche Erträge 115,3 113,2 2,1
Materialaufwand -10.396,1 -11.647,5 1.251,4
Personalaufwand -141,9 -176,2 34,4
Abschreibungen -0,6 -0,6 0,0
sonstige betriebliche Aufwendungen -268,3 -250,8 -17,5
Ergebnis aus Finanzanlagen 21,9 64,4 -42,6
Zinsergebnis -13,2 -10,8 -2,5
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 192,0 149,5 42,4
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -31,3 3,9 -35,2
Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführter Gewinn/übernommener Verlust -155,7 -147,2 -8,4
Jahresüberschuss 5,0 6,2 -1,2

Personalaufwand. Der Mitarbeiterbestand in 2014 war durchschnittlich deutlich niedriger als noch ein Jahr zuvor. Durch den Mitarbeiterwechsel im Wesentlichen zur RWE Group Business Services GmbH, Essen, gingen die Aufwendungen für Lohn, Gehalt, Sozialversicherung merklich zurück. Auch der Altersversorgungsaufwand ging stark zurück, insbesondere aufgrund geänderter Erwartungen hinsichtlich einiger Bewertungsparameter.

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt in Mitarbeiteräquivalenten 2014 2013 +/-
kaufmännische Angestellte 1.336 1.439 -103
technische Angestellte/Sonstige 156 179 -23
Auszubildende 83 91 -8
Summe 1.575 1.709 -134

Sonstige betriebliche Aufwendungen. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist insbesondere auf gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Zuführungen zu sonstigen Rückstellungen zurückzuführen.

Ergebnis aus Finanzanlagen. Das Ergebnis aus Finanzanlagen ist gegenüber 2013 um 42,6 Mio. € zurückgegangen. In Wesentlichen ist der Rückgang auf gesunkene Erträge aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen zurückzuführen. Diese enthielten im Vorjahr eine Vorfälligkeitsentschädigung der RWE Aqua GmbH in Höhe von insgesamt 40,4 Mio. €.

ErtragSteuern. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag werden an die RWE Beteiligungsgesellschaft mbH entrichtet. Grundlage hierfür ist die Organschaftsvereinbarung vom 21. Dezember 2009. Während im Vorjahr Steuergutschriften insgesamt zu einem Steuerertrag führten, stieg der Steueraufwand in 2014 infolge eines höheren körperschaftsteuerlichen Ergebnisses und Belastungen aus der Nachversteuerung früherer Veranlagungszeiträume um 35,2 Mio. € auf 31,3 Mio. € an.

Gewinnverwendung . Unser Gewinn wurde im Rahmen des Gewinnabführungsvertrages an die RWE Beteiligungsgesellschaft mbH abgeführt. Abführungsgesperrte Beträge gemäß § 268 Absatz 8 HGB in Verbindung mit § 301 Aktiengesetz wurden entsprechend berücksichtigt. Diese resultieren aus der Marktbewertung des Fondsvermögens der fondsgedeckten Pensionen. Wir werden der Hauptversammlung vorschlagen, den so verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 16,3 Mio. € auf neue Rechnung vorzutragen.

Vermögens- und Finanzlage

Bilanz zum 31.12.
in Mio. €
2014 in % 2013 in %
Anlagevermögen 175,1 8,9 176,2 8,6
Immaterielle Vermögensgegenstände 0,1 0,0 0,0 0,0
Sachanlagen 3,3 0,2 3,0 0,1
Finanzanlagen 171,7 8,7 173,1 8,4
Umlaufvermögen 1.801,0 91,1 1.875,8 91,3
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.799,6 91,0 1.875,1 91,3
Flüssige Mittel 1,4 0,1 0,7 0,0
Rechnungsabgrenzungsposten 1,7 0,1 2,2 0,1
Aktiva 1.977,8 100,0 2.054,1 100,0
Eigenkapital 27,3 1,4 22,3 1,1
Sonderposten mit Rücklageanteil 0,1 0,0 0,1 0,0
Rückstellungen 539,0 27,3 528,6 25,7
Verbindlichkeiten 1.410,9 71,3 1.502,8 73,2
Rechnungsabgrenzungsposten 0,5 0,0 0,4 0,0
Passiva 1.977,8 100,0 2.054,1 100,0

Anlagevermögen. Die RWE Vertrieb besitzt - wie für eine Vertriebsgesellschaft typisch - ein vergleichsweise niedriges Sachanlagevermögen. Das Finanzanlagevermögen umfasst im Wesentlichen die Beteiligungsbuchwerte unserer Tochtergesellschaften.

Investitionen (ohne Verschmelzung) in Mio. € 2014 2013 +/-
Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände 0,3 0,1 0,2
Finanzanlagen 0,0 0,0 0,0
Summe 0,3 0,1 0,2

Investitionen. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Liquidität. Die RWE Vertrieb verfügte jederzeit über eine ausreichende Liquidität, um alle fälligen Zahlungsverpflichtungen im Berichtsjahr termingerecht regulieren zu können. Darüber hinaus war die Gesellschaft in das sogenannte Cash-Pooling des RWE-Konzerns eingebunden und konnte über diesen Weg überschüssige Finanzmittel zum jeweils marktüblichen Zinssatz anlegen. Über die bilanzierten Verbindlichkeiten hinaus bestehen Haftungsverhältnisse, welche im Anhang genannt sind. Hierbei handelt es sich unter anderem um Gewährleistungsverpflichtungen für holdingbilanzierte Pensionsrückstellungen.

Nettovermögen . Unser Nettovermögen ist im Berichtsjahr deutlich angestiegen.

Begründet ist der Anstieg im Wesentlichen durch den mit dem starken Forderungsabbau verbundenen Zahlungsmittelzufluss, den wir kurzfristig innerhalb des RWE-Konzerns anlegen. Es ergab sich daher eine Erhöhung des Nettofinanzvermögens.

Gegenläufig wirkt der leichte Anstieg der Pensionsrückstellungen. Trotz des gesunkenen Mitarbeiterbestandes führten insbesondere die niedrigeren Zinssätze zu einer Erhöhung des Verpflichtungsbarwerts.

Nettovermögen
in Mio. €
2014 2013
Finanzvermögen 732,4 586,7
Finanzverbindlichkeiten -140,9 -131,9
Nettofinanzvermögen 591,5 454,9
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -133,0 -123,4
Fondsvermögen 64,1 56,6
Nettovermögen 522,6 388,0

Kapitalflussrechnung. Unser Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit erhöhte sich stark. Neben einer deutlichen Verbesserung des um zahlungsunwirksame Effekte bereinigten Ergebnisses trug insbesondere der starke Abbau des Nettoumlaufvermögens dazu bei.

Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr stark reduziert. Während uns im Vorjahr insbesondere aus der Rückzahlung einer Ausleihung durch die RWE Aqua GmbH hohe Zahlungsmittel zuflossen, führte in 2014 die Anlage von Barmittel bei der RWE Deutschland AG im Wege des Cash Poolings zu einem negativen Cash Flow aus der Investitionstätigkeit.

Unser Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit hat sich nur moderat verändert. Während der Wegfall der vorjährigen Rückführung eines Darlehens der RWE Deutschland AG zu einer positiven Veränderung führte, haben wir aus Ergebnisübernahmen und Steuerumlagen im Berichtsjahr insgesamt höhere Zahlungen an unser Mutterunternehmen geleistet.

Kapitalflussrechnung
in Mio. €
2014 2013
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 341,2 -61,6
davon: Veränderung Nettoumlaufvermögen 150,6 -158,3
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -153,7 253,2
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -186,8 -191,4
Veränderung der flüssigen Mittel 0,7 0,2

FORDERUNGEN. Zum 31. Dezember 2014 ergibt sich ein Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen von 737,9 Mio. €. Dieser ist im Vergleich zum Vorjahr um 223,8 Mio. € gesunken. Grund hierfür sind im Wesentlichen die rückläufigen Umsatzerlöse

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
in Mio. €
2014 2013 +/-
Energieversorgungsunternehmen 262,1 303,6 -41,5
Key Accounts/Multisites 93,4 109,7 -16,3
Geschäftskunden 115,0 145,8 -30,8
Privat-/Gewerbekunden 265,7 401,8 -136,1
sonstige 1,7 0,8 0,9
Summe 737,9 961,7 -223,8

AUSBUCHUNGEN UND WERTBERICHTIGUNGEN. Trotz strenger Bonitätsprüfung bei Vertragsabschluss führten einige größere Insolvenzen bei unseren Geschäftskunden im Jahr 2014 zu erhöhten Forderungsausfällen. Dies führte zu einem leichten Anstieg der Ausbuchungsquote (Ausbuchungen im Verhältnis zu den Umsatzerlösen).

Im Bereich der Wertberichtigungen ergab sich ein unterschiedliches Bild. Während die Einzelwertberichtigungen um mehr als 4 Mio. € stiegen, kam es bei der Pauschalwertberichtigung aufgrund des deutlichen Forderungsabbaus bei den Erlösabgrenzungen zu einer Auflösung von 11,9 Mio. €.

Ausbuchungs-/Wertberichtigungsquote in % 2014 2013
Energieversorgungsunternehmen 0,00 0,06
Key Accounts/Multisites 0,04 0,00
Geschäftskunden 0,40 0,23
Privat-/Gewerbekunden 0,81 0,76
Gesamt 0,35 0,33

Nachhaltigkeit

Unsere Verantwortung Für unsere Mitarbeiter. Unsere Mitarbeiter sind unsere wertvollste Ressource. Deshalb steht die RWE Vertrieb für ein nachhaltiges Personalmanagement. Unter anderem soll die Verschiedenheit und soziale Vielfalt unserer Mitarbeiter als Ziel des Diversity Managements zum Vorteil für die RWE Vertrieb aktiv genutzt werden. Dabei liegt der Schwerpunkt neben "Cross Culture", "Age", "Inclusive Culture" auch auf dem Thema "Gender". Die Gesamt-Frauenquote der RWE Vertrieb konnte bereits von gut 40% in 2010 auf über 48% in 2014 gesteigert werden. Dabei hat sich die RWE Vertrieb das ambitionierte Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Vertrieb-Gruppe von 6,3% in 2010 auf 18% in 2015 zu steigern. Mit einer Vielzahl von Maßnahmen wie z.B. Mentoringprogrammen oder dem Sub-Network Women wird auf dieses Ziel hingearbeitet. Seit Ende 2013 nehmen zusätzlich weibliche Führungskräfte an einem Förderprogramm teil, mit dem Frauen auf die Übernahme einer Aufsichtsratstätigkeit vorbereitet werden.

Um unter dem steigenden Wettbewerbsdruck als Unternehmen konkurrenzfähig und attraktiv zu bleiben, wird sich die RWE Vertrieb weiterhin verändern müssen. Dafür wird NWoW (New Way of Working) in der RWE Vertrieb eingeführt, das zu den Schlüsselelementen dieses Wandels gehört und neue Denk- und Arbeitsweisen etablieren soll. Dabei verknüpft NWoW das "was" mit dem "wie". Langfristig wird hierdurch die gesamte Arbeitskultur verändert. Dabei ist NWoW mehr als ein Effizienzprogramm, vielmehr gibt es dem Denken und täglichen Handeln im Unternehmen eine neue Richtung. Es leistet damit einen fundamentalen Beitrag zur Erreichung des Ziels, glaubwürdiger und leistungsstarker Partner für die Umgestaltung des europäischen Energiesystems zu werden.

Hierfür benötigt die RWE Vertrieb auch zukünftig qualifizierte und motivierte Mitarbeiter. Schon heute werden zahlreiche Möglichkeiten genutzt, um junge Talente wie unsere ehemaligen Auszubildenden für unser Unternehmen zu gewinnen. Dabei schaffen wir ein Arbeitsumfeld, das ihren Erwartungen entspricht. Darüber hinaus bemüht sich die RWE Vertrieb, Leistungsträger aus den eigenen Reihen an den Konzern zu binden. Der quantitative und qualitative Personalbedarf des Unternehmens wird langfristig geplant, dabei werden die Auswirkungen des demografischen Wandels auf verschiedene Berufsgruppen berücksichtigt.

Aber auch eine gesundheitserhaltende und gesundheitsfördernde Unternehmenskultur ist für die RWE Vertrieb eine wichtige Investition in die Zukunft. Die Arbeitswelt wandelt sich ständig und das Tempo nimmt zu. Immer komplexere Informations- und Kommunikationskanäle verändern fortlaufend die Gestaltungsmöglichkeiten. Dieser Wandel führt zu neuen Belastungsformen und konfrontiert sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter im Arbeitsalltag mit hohen psychischen und physischen Anforderungen.

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement der RWE Vertrieb erweiterte auf Grundlage der gesetzlichen Anpassungen im Arbeitsschutzgesetz die Gefährdungsbeurteilung um die Erhebung von psychischen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz. Das dazu ausgewählte BAAM®-Verfahren stellt den Prozess der Erhebung von Belastungsfaktoren, der Maßnahmenumsetzung und daraus resultierende Wirkungskontrolle sicher. Die Abkürzung "BAAM®" steht dabei für die Beurteilung psychischer Belastungen aufgrund von Arbeitsinhalten, Arbeitsorganisation, Mitarbeiterführung und sozialen Beziehungen. Es beurteilt Kriterien, die nach arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen wichtig für gesunde und effektive Arbeit sind. Ziel ist es, Bedingungen aufzuzeigen, die psychisch belastend wirken und die Arbeit erschweren. Dabei werden Lösungsvorschläge und Maßnahmen zum Abbau belastender Bedingungen unter Einbeziehung der betroffenen Mitarbeiter und Führungskräfte entwickelt, umgesetzt und mit einer anschließenden Wirkungskontrolle evaluiert.

"Jeder Mitarbeiter soll so gesund nach Hause gehen, wie er gekommen ist!" Dieses strategische Ziel hat weiterhin höchste Priorität im Arbeits- und Gesundheitsschutz der RWE Vertrieb.

Niedrige Unfallzahlen sind ein Indiz für den sicheren Betrieb, abgestimmte Prozessabläufe sowie für das hohe Verhaltens- und Sicherheitsbewusstsein unserer qualifizierten Mitarbeiter. Die Unfallhäufigkeit liegt bei 0,6 LTIF (Lost Time Incident Frequency; Zahl der Unfälle mit mindestens einem Ausfalltag je einer Million geleisteter Arbeitsstunden, Vorjahr 0,3). Unverändert zum Vorjahr streben wir auch für 2015 einen Zielwert von 0,3 LTIF an.

Unsere Verantwortung Für die Umwelt. Die RWE Vertrieb bietet ihren Kunden ökologische, nachhaltige und effiziente Energieprodukte an. Zudem können die Kunden auf ein breites und weitestgehend kostenfreies Beratungsangebot zugreifen. Mit der RWE Energiedienstleistungen GmbH betreibt die RWE Vertrieb ein eigenes Unternehmen, das sich der Energieeffizienz und Schonung der Ressourcen verpflichtet hat.

Die RWE Vertrieb hat einen Ökostromtarif, den "RWE Naturstrom", im Angebot. Der Strom stammt dabei zu 100% aus erneuerbaren Energien. Er ist preisgleich mit unserer Grundversorgung. Mit dem Tarif "RWE EDL21Meter Strom" können Kunden ein Strompaket aus zeitvariablem Tarif und elektronischem Zähler abschließen und ihre Stromkosten durch gezielte Verbrauchsverlagerung reduzieren. Gleichzeitig können Einsparpotentiale leichter identifiziert und der Stromabsatz vergleichmäßigt werden.

Ökostrom- und Ökogasprodukte treffen vor allem auf großes Interesse im Geschäft der eprimo GmbH. Etwa jeder zweite bis dritte Neukunde von eprimo entschied sich im vergangenen Jahr für einen Ökotarif. Die Zahl der der Strom- und Gaskunden die sich für Ökoprodukte entschieden haben lag bei fast 220.000.

Über das Internetportal www.energiewelt.de können unsere Kunden - aber auch interessierte Kunden anderer Anbieter - auf ein breites, kostenfreies Beratungsangebot rund um einen effizienten Energieeinsatz zugreifen. Zudem bietet RWE Vertrieb in mehr als 90 Energieläden und -punkten in vier Bundesländern im persönlichen Gespräch Angebote zum Energiesparen.

3. Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag und vor Erstellung dieses Lageberichts haben sich keine berichtspflichtigen Vorgänge von besonderer Bedeutung ergeben, die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der RWE Vertrieb von Bedeutung gewesen wären.

4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Chancen- und Risikobericht

Organisation und Ablauf des Risikomanagements der RWE Vertrieb folgen den Vorgaben der entsprechenden RWE-Konzernrichtlinie, mit der die Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich umgesetzt wurden. Dabei wird das Risikomanagement kontinuierlich an die neuen Organisationsstrukturen der RWE Vertrieb und der von ihr geführten Unternehmen angepasst.

Das Risikomanagementsystem umfasst den kontinuierlichen Risikocontrolling-Prozess. Mögliche Risiken werden laufend von den verantwortlichen Gremien und Personen identifiziert, systematisch erfasst, in ihrem Schadenspotenzial und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet und in regelmäßigen Abständen überprüft. Im Rahmen eines regelmäßigen Risikoreportings oder auch einzelfallbezogen werden Vorstand und Aufsichtsrat der RWE Vertrieb umfassend informiert. Die Risikobewertung erfolgt für das aktuelle Geschäftsjahr und alle Planjahre. Aus allen genannten Sachverhalten sind gegenwärtig keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden.

Chancen UND RISIKEN . Jedes unternehmerische Handeln birgt neben Chancen auch Risiken. Ziel der RWE Vertrieb ist es, Chancen erfolgsorientiert zu nutzen und möglichst frühzeitig Informationen über Risiken und die daraus resultierenden Auswirkungen zu gewinnen, um mit geeigneten Maßnahmen gegensteuern zu können. Zur Berichterstattung über Chancen verweisen wir auf unseren Prognosebericht.

Risiken aus der Bonität unserer Kunden. Aus unseren Geschäftsbeziehungen mit Kunden und Lieferanten ergeben sich Kreditrisiken. Wir begrenzen diese, indem wir vom Umfang der Geschäftsabschlüsse abhängige Bonitätsprüfungen durchführen. Dabei achten wir darauf, dass bei der Messung und Steuerung von Kreditrisiken die konzernweit gültigen Standards eingehalten werden. Die Limitierung von Kreditrisiken erfolgt für Einzelkunden des B2B-Segments i. W. mit Hilfe der Kennzahl Total Exposure. Das Total Exposure beschreibt das potenzielle Kreditrisiko mit einem Geschäftspartner, bestehend aus Zahlungsausfall- sowie Wiederverkaufsrisiko für bereits eingedeckte und noch nicht abgenommene Energiemengen. Im B2C-Segment sind standardisierte Maßnahmen zur Minderung der Kreditrisiken eng mit den operativen Prozessen der Kundenakquisition und -abrechnung sowie des Forderungsmanagements verzahnt. Als Kenngröße für die Bestimmung des Gesamtkreditrisikos im Unternehmen nutzen wir das Risikokapital. Dieses misst den maximalen Verlust, der mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit zusätzlich zu den mit Hilfe der Bonitätsbewertungen ermittelten Erwartungswerten für Kreditrisiken im Portfolio eintritt. Aktuell beträgt das Risikokapital auf Jahresbasis 57 Mio. €. Erwartete Verluste und Risikokapital werden in unserer Preiskalkulation berücksichtigt.

Marktrisiken. Den Risiken aus Mengen- und Marktpreisänderungen wird mit dem Einsatz risikominimierender Beschaffungsverfahren sowie durch vertragliche Vereinbarungen mit den belieferten Kunden begegnet.

Offene Commodity-Positionen aus kundenseitigen Verträgen der Vertriebssegmente werden dabei durch unser Absatzportfoliomanagement gebündelt und am Beschaffungsmarkt eingedeckt, so dass der Vertrieb daher grundsätzlich keine offenen Commodity-Positionen hält.

Das Portfoliomanagement geht nur im Rahmen genehmigter Limite Commodity-Positionen ein, um durch aktives Handeln Portfolioeffekte zur Beschaffungskostenoptimierung zu realisieren. Die eingesetzten Limite sind sowohl über Exposure-Begrenzungen (Mengenlimite) als auch über potenzielle Schadensmaxima (Value-at-Risk-Limite) definiert und unterliegen einem engen Monitoring durch unser Risikocontrolling.

Weitere Ergebnisrisiken entstehen durch Abweichungen zwischen den prognostizierten Kundenbedarfsmengen, die Basis der Beschaffung sind, und dem tatsächlichen Ist-Bedarf der Kunden. Soweit diese durch Temperatur-Effekte begründet sind, werden sie mittels physischen und Finanztermingeschäften weitgehend abgesichert.

Mengenabweichungen aus anderen Gründen, wie z.B. bei Einzelkunden im B2B-Segment konjunkturell oder produktionsbedingt bzw. bei B2C-Kunden durch generelle Verringerung der Durchschnittsverbräuche verursacht, werden kontinuierlich überwacht und bei Bedarf werden die beschafften Strom- und Gasmengen zur Risikoreduktion angepasst.

Als Kenngröße zur Messung des Abweichungsrisikos wird das Risikokapital herangezogen. Dieses beschreibt den Verlust, der mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit maximal über den Erwartungswert der Bewirtschaftungskosten des Portfolios hinaus eintritt. Aktuell beträgt das entsprechende Risikokapital, soweit quantifizierbar, auf Jahresbasis 33 Mio. €. Die Berücksichtigung in der Preisbildung erfolgt analog zum Kreditrisiko.

Operationelle Risiken. Unsere Geschäftsprozesse sind durch starke Arbeitsteilung und hohe Anforderungen an Datenhaltung und -verarbeitung gekennzeichnet. Den hieraus entstehenden Risiken von Informationsverlusten und Prozessstörungen begegnen wir durch ständige Weiterentwicklung unserer Informationsverarbeitungssysteme sowie durch hohe Sicherheitsstandards bezüglich Datenschutz und Beschränkung von Zugriffs- und Zugangsrechten. Wir erwarten aus dem Risiko keine schwerwiegenden Ergebnisbelastungen.

Regulatorische und rechtliche Risiken. Energieversorger sind Risiken aufgrund äußerer Eingriffe, insbesondere aufgrund von Gesetzesänderungen, behördlichen Maßnahmen oder gerichtlichen Entscheidungen ausgesetzt. Änderungen, die der Gesetzgeber am Energiewirtschaftsgesetz und den Strom- und Gas-Grundversorgungsverordnungen vornimmt, wie zum Beispiel die Änderung von Netzentgelten oder gesetzlicher Umlagen, wirken sich für uns als Vorkostenänderungen aus. Diese Risiken begrenzen wir durch entsprechende Gestaltungen in unseren Absatzverträgen. Im Falle von Rechtsstreitigkeiten wurde mit der Bildung von Rückstellungen eine angemessene Risikovorsorge getroffen.

Liquiditätsrisiken. Die RWE Vertrieb verfügt aus heutiger Sicht über eine ausreichende finanzielle Ausstattung, um auch in den Planjahren jederzeit alle Verbindlichkeiten termingerecht regulieren zu können.

Darüber hinaus könnten unvorhergesehene Mittelbedarfe jederzeit über das Cash-Pooling-System des RWE-Konzerns abgedeckt werden. Hierbei werden werktäglich die bestehenden Kontensalden (Soll und Haben) ausgeglichen, um eine jederzeitige Optimierung der Finanzressourcen auf Konzernebene sicherzustellen. Zudem besteht ein Gewinnabführungsvertrag mit der RWE Beteiligungsgesellschaft mbH, über den etwaige Fehlbeträge ausgeglichen werden könnten. Das Liquiditätsrisiko schätzen wir demnach als gering ein.

Internes Kontrollsystem. In der Finanzberichterstattung besteht grundsätzlich das Risiko, dass die Jahres- und Quartalsabschlüsse Falschdarstellungen enthalten, die möglicherweise einen wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen ihrer Adressaten haben. Unser rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem (IKS) zielt darauf ab, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren und die daraus resultierenden Risiken zu begrenzen.

So können wir mit hinreichender Sicherheit gewährleisten, dass ein den gesetzlichen Vorschriften entsprechender Jahresabschluss erstellt wird. Die Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen IKS ergibt sich aus der Organisation unseres Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsprozesses. Eine der Kernfunktionen dieses Prozesses ist die Steuerung unserer Gesellschaft mit ihren operativen Einheiten. Ausgangspunkt hierfür sind die Zielvorgaben des Vorstands. Aus ihnen und aus unseren Erwartungen im Hinblick auf die operative Geschäftsentwicklung erarbeiten wir einmal im Jahr unsere Mittelfristplanung. Diese umfasst Budgetwerte für das jeweils bevorstehende Geschäftsjahr und Planzahlen für die Folgejahre. Für laufende Geschäftsjahre erstellen wir Prognosen, die an das Budget anknüpfen. Der Vorstand kommt vierteljährlich zusammen, um Quartals- und Jahresabschlüsse auszuwerten und die Prognosen zu aktualisieren.

Bestimmte Verarbeitungsprozesse wie beispielsweise die Personalabrechnung oder Rechnungswesen sind bei Dienstleistern wie der RWE Service GmbH, Dortmund, oder der RWE Group Business Services GmbH, gebündelt und unterliegen definierten Qualitätsstandards.

Im Rahmen der Berichterstattung zum Halbjahr und zum Gesamtjahr hat u.a. der Vorstandsvorsitzende und Finanzvorstand einen internen Bilanzeid gegenüber der RWE AG zu leisten. Er bestätigt damit, dass die vorgeschriebenen Rechnungslegungsstandards eingehalten wurden und dass die Zahlen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln.

Wir identifizieren Risiken der Finanzberichterstattung anhand quantitativer, qualitativer und prozessbezogener Kriterien. Wir stellen Mindestanforderungen an die wesentlichen Verarbeitungsprozesse sowie eine integre Datenerhebung und -verwaltung sicher. Risiken bei einzelnen Bilanzpositionen infolge subjektiver Ermessensspielräume oder komplexer Transaktionen werden in einer qualitativen Risiko- und Kontrollmatrix erfasst. Einmal im Jahr erbringen wir den Nachweis, dass die notwendigen Kontrollen tatsächlich stattfanden und korrekt vorgenommen wurden. Dies geschieht durch das für die Durchführung der Kontrollen verantwortliche Management. Die verbleibenden Risiken in diesem Bereich schätzen wir als gering ein.

Risikoberichterstattung zu derivativen Finanzinstrumenten

Die RWE Vertrieb setzt im Rahmen der Risikomanagementstrategie der Gesellschaft vereinzelt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von vorhandenen Commodity-Preisrisiken ein. Unsere originären Energieliefer- und Bezugsverträge stellen in der Regel keine derivativen Finanzinstrumente dar, da diese einen für den Erwerb, die Veräußerung oder den eigenen Gebrauch erwarteten Bedarf darstellen oder absichern. Insofern derartige Verträge jedoch Rückandienungsrechte enthalten oder Optionen darstellen, die auf Basis einer marktrationalen Einschätzung ausgeübt werden, handelt es sich auch bei diesen Verträgen um derivative Finanzinstrumente.

Derivative Finanzinstrumente . Zur Absicherung von Preisrisiken setzen wir unter anderem Swap-Geschäfte ein. Hierbei handelt es sich um Preisabsicherungen für Ölpositionen, welche aus originären Liefer- und Bezugsverträgen mit entsprechenden Preisindexierungen oder aus finanziellen Transaktionen resultieren. Eine finanzielle Absicherung ist der physischen Glattstellung wirtschaftlich und operationell überlegen. Des Weiteren sichern wir die Temperaturabhängigkeit des Gas- und Strombedarfs unserer Kunden über geeignete Wetterderivate ab. Alle Absicherungsgeschäfte werden mit der RWE Supply & Trading GmbH getätigt.

Bei Energielieferverträgen mit Energieversorgungsunternehmen sowie mit Key Accounts und großen Geschäftskunden werden dem Kunden oftmals Rückandienungsmöglichkeiten gewährt. In den Fällen, in denen der Kunde Termingeschäfte auf Basis der aktuellen Marktkonditionen an uns zurückvermarkten kann, werden die Verträge netto in bar ausgeglichen und daher als Finanzinstrumente klassifiziert. Wirtschaftliche Risiken entstehen hierbei nicht.

Stromoptionen und Volumenoptionen in Voll- oder Teilversorgungsverträgen für Strom und Gas, die vom Kunden oder von der RWE Vertrieb auf Basis einer marktrationalen Motivation ausgeübt werden, stellen ebenfalls Finanzinstrumente dar. Diese Verträge werden von uns direkt gesichert, so dass für die Gesellschaft keine wirtschaftliche Position entsteht.

Sämtliche derivativen Finanzinstrumente sind als Grund- oder Sicherungsgeschäfte in Bewertungseinheiten integriert.

Bewertungseinheiten. Wir setzen Bewertungseinheiten ein, um die wirtschaftliche Absicherung der Risikopositionen auch bilanziell dokumentieren zu können. Dies ist deswegen notwendig, weil die Absicherung der Positionen in der Regel auf Basis von Portfolien durchgeführt wird und daher eine Vielzahl von Einzeltransaktionen zu einer wirtschaftlichen Sicherungsbeziehung zusammengesetzt wird. Die Bewertungseinheiten umfassen dabei sowohl physische als auch finanzielle Geschäfte sowie derivative Finanzinstrumente und schwebende Warentermingeschäfte, welche nicht als derivative Finanzinstrumente klassifiziert sind. Im Privatkundensegment sind zudem antizipative Grundgeschäfte auf Basis der Absatzerwartungen des Segmentes Bestandteil der Bewertungseinheit.

Prognosebericht

Nach ersten Prognosen wird die globale Wirtschaftsleistung 2015 voraussichtlich um etwa 3% steigen. Im Euro-Raum werden die notwendigen Maßnahmen zur Konsolidierung der staatlichen Haushalte das Wachstum wahrscheinlich weiter gedämpft halten. Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone könnte somit um rund 1% steigen. Vergleichbar dazu scheinen die Perspektiven für die deutsche Volkswirtschaft zu sein: Nach einem Wachstum von rund 1% im vergangenen Jahr hält der Sachverständigenrat auch für 2015 einen Anstieg der Wirtschaftsleistung von 1% für möglich. Stimulierende Impulse werden insbesondere durch die robuste Beschäftigungssituation und die gestiegenen verfügbaren Einkommen erwartet.

Strom- und Gasnachfrage. Nachdem die Temperaturen in der Heizperiode des Jahres 2014 deutlich über dem langjährigen Mittel lagen, dürfte im Fall eines Jahres 2015 mit normalen Temperaturen der witterungsabhängige Gas- und Stromverbrauch über den Werten des Vorjahres liegen. Der konjunkturabhängige Teil der Strom- und Gasnachfrage sollte aufgrund der Wirtschaftswachstumsaussichten das Vorjahresniveau überschreiten.

Steigende Absatzmengen mit Privatkunden; konstanter absatz mit B2B-Kunden geplant. In den Kundensegmenten rechnen wir beim Stromabsatz im Privatkundengeschäft trotz Konsolidierungstendenzen mit einem leicht höheren Niveau als in 2014, dagegen rechnen wir bei den Geschäftskunden in 2015 wettbewerbsbedingt mit Mengenrückgängen im einstelligen Prozentbereich. Bei den EVU-Kunden planen wir das Absatzniveau zu halten. Damit erwarten wir im Jahr 2015 beim Strom insgesamt einen Absatzanstieg im unteren einstelligen Prozentbereich. Dagegen erwarten wir bei den entsprechenden Stromerlösen der Kundensegmente vor allem durch sinkende Preise im B2B-Geschäft einen Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Im Gasgeschäft streben wir bei den Privatkunden einen deutlichen Ausbau unseres Kundenbestandes an. Da das Jahr 2014 sehr warm war, gehen wir für das Jahr 2015 von Normaltemperaturen und daher von deutlich höheren Absatzmengen aus. Einen Anstieg sehen wir auch für die Absatzentwicklung mit unseren Geschäftskunden, nur bei den EVU-Kunden rechnen wir mit weiter rückläufigen Gasmengen. Insbesondere das B2B-Geschäft ist weiterhin durch Überkapazitäten und einen harten Wettbewerb geprägt. Im Jahr 2015 erwarten wir damit im Gasgeschäft insgesamt einen Absatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich, vor allem unter der Prämisse eines niedrigeren Temperaturmittelwerts für 2015 als im vergangenen Jahr. Für die entsprechende Entwicklung der Gaserlöse in den Kundensegmenten rechnen wir insgesamt sogar mit einem Anstieg im höheren einstelligen Prozentbereich.

Rohertragsanstieg mit Privatkunden erwartet; Roherträge mit B2B-Kunden bleiben unter Druck. Für das Privatkundensegment gehen wir für 2015 sowohl im Strom- als auch im Gasbereich von einer deutlichen Steigerung des Rohertrags aus.

Im B2B-Geschäft sind die erzielbaren Margen weiterhin einem starken Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Infolgedessen werden dort die Roherträge in 2015 nach aktuellen Erkenntnissen insgesamt deutlich unter dem Niveau von 2014 bleiben. Dabei erwarten wir im B2B-Bereich bei Strom eine deutlich höhere Marge, die aber durch höhere Margenrückgänge im Gasbereich, insbesondere im EVU-Segment, überkompensiert wird.

Aufgrund des höheren Geschäftsanteils des Privatkundensegments rechnen wir für die RWE Vertrieb insgesamt im Jahr 2015 mit einem Rohertragsanstieg im einstelligen Prozentbereich.

Ergebnis. Für das Jahr 2015 erwarten wir für das Gesamtunternehmen insgesamt eine weitgehend stabile Ergebnissituation. Operativer Treiber ist nach wie vor das Privatkundensegment; im B2B-Geschäft herrschen weiterhin schwierige Wettbewerbsbedingungen. Unser Kundenwachstumsprogramm, mit dem wir nachhaltig positive Ergebniseffekte erzielen möchten, führt in 2015 zunächst zu Anlaufkosten. In Summe wird ein EBIT modifiziert nach IFRS erwartet, welches auf dem Niveau des Jahres 2014 liegen wird.

Investitionen. In 2015 wird für die Anschaffung von Betriebs- und Geschäftsausstattung von einem Investitionsbedarf von rund 1 Mio. € ausgegangen.

CUSTOMER GROWTH. Mit dem Ziel, den Privatkunden-bestand im Strom- und Gasbereich bis zum Jahresende 2016 nachhaltig zu erhöhen, haben wir im Jahr 2014 das Kundenwachstumsprogramm "Customer Growth" aufgelegt. Hintergrund ist es, auf Basis eines erhöhten Kundenbestandes Commodity- und Non-Commodity-Produkte verkaufen zu können.

Bis 2016 belastet das Programm unser Ergebnis noch durch verstärkte Investitionen in unseren Kundenbestand. Um den Kundenbestand zu stärken, werden neben Kundenbindungsmaßnahmen auch zusätzliche Einzelmaßnahmen eingesetzt. So haben wir entschieden, in der Grundversorgung auf eine Preiserhöhung in 2014 zu verzichten. Weitere Maßnahmen dienen der Kündigungsprävention, wie z. B. sofortige Reakquiseversuche. Außerdem werden Inhalte und Themen für potenzielle Kunden in Suchmaschinen, Social Media, Blogs oder Online-Presse gezielt platziert, um so Kunden zur Nachfrage nach unseren Produkten zu animieren sowie das Angebot um weitere Serviceleistungen erweitert (z. B. Abschlagsplaner, Umzugsservice). Ab 2017 erwarten wir durch "Customer Growth" eine nachhaltige Ergebnissteigerung im deutlich zweistelligen Millionenbereich.

Kunden und strategie. Chancen liegen für RWE Vertrieb im Rahmen der Energiewende klar in der Positionierung als "voRWEg Geher" und zukunftsorientierter Anbieter. Die RWE Vertrieb verfügt über sehr gute Service- und Beratungsqualität. Hier gilt es, diesen Standard zu halten und die energienahen Leistungen auszubauen. Wir wollen bei unseren Privatkunden weiterhin für Qualität, Sicherheit und Kundenorientierung stehen.

Die RWE Vertrieb kann mit ganzheitlicher Betreuung und vorhandenem Know-How die unter anderem durch die Energiewende erweiterten Kundenbedürfnisse bedienen. Hierzu zählen insbesondere bei unseren größeren B2B-Kunden die Komplexitätsreduktion rund um die Energiebeschaffung sowie partnerschaftliche Beteiligungsmodelle bei der regenerativen und dezentralen Energieerzeugung. Laufende interne Optimierungen zielen auf die Steigerung der Flexibilität mit einhergehender Prozessverschlankung ab. Gleichzeitig sollen zukünftig verstärkt komplexe und ganzheitliche Beratungsleistungen durchgeführt werden. Kooperationen zwischen größeren B2B-Kunden und RWE Vertrieb bieten Chancen auf neue Geschäftsfelder und zur Kundenbindung. Hierbei spielt das Geschäftsfeld Energiedienstleistungen eine wichtige Rolle.

 

Dortmund, den 28. Januar 2015

RWE Vertrieb Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Achim Südmeier

Carl-Ernst Giesting

Ralf Zimmermann

1. Bilanz

Aktiva

in Mio. € (s. Anhang) 31.12.14 31.12.13
A. Anlagevermögen (1)    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände      
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten   0,1 0,0
    0,1 0,0
II. Sachanlagen      
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken   2,4 2,5
2. Technische Anlagen und Maschinen   0,0 0,0
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung   0,9 0,5
    3,3 3,0
III. Finanzanlagen      
1. Anteile an verbundenen Unternehmen   167,7 167,8
2. Sonstige Ausleihungen   4,0 5,4
    171,7 173,1
    175,1 176,2
B. Umlaufvermögen      
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (2)    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   737,9 961,7
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen   1.016,2 905,0
3. Sonstige Vermögensgegenstände   45,5 8,5
    1.799,6 1.875,1
II. Flüssige Mittel (3) 1,4 0,7
    1.801,0 1.875,8
C. Rechnungsabgrenzungsposten (4) 1,7 2,2
Aktiva   1.977,8 2.054,1

Passiva

     
in Mio. € (s. Anhang) 31.12.14 31.12.13
A. Eigenkapital (5)    
I. Gezeichnetes Kapital   1,0 1,0
II. Kapitalrücklage   10,0 10,0
III. Bilanzgewinn   16,3 11,3
    27,3 22,3
B. Sonderposten mit Rücklageanteil (6) 0,1 0,1
C. Rückstellungen (7)    
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen   68,9 66,8
II. Sonstige Rückstellungen   470,1 461,7
    539,0 528,6
D. Verbindlichkeiten (8)    
I. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen   30,8 21,5
II. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   336,7 302,9
III. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen   807,9 883,1
IV. Sonstige Verbindlichkeiten   235,5 295,3
    1.410,9 1.502,8
E. Rechnungsabgrenzungsposten (9) 0,5 0,4

Passiva

  1.977,8 2.054,1

2. Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio. € (s. Anhang) 2014 2013
Umsatzerlöse (13) 11.374,5 12.599,4
Stromsteuer/Erdgassteuer (13) -499,5 -541,7
Umsatzerlöse ohne Steuern (13) 10.875,0 12.057,8
sonstige betriebliche Erträge (14) 115,3 113,2
Materialaufwand (15) -10.396,1 -11.647,5
Personalaufwand (16) -141,9 -176,2
Abschreibungen (17) -0,6 -0,6
sonstige betriebliche Aufwendungen (18) -268,3 -250,8
Ergebnis aus Finanzanlagen (19) 21,9 64,4
Zinsergebnis (20) -13,2 -10,8
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   192,0 149,5
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (22) -31,3 3,9
Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführter Gewinn (23) -155,7 -147,2
Jahresüberschuss   5,0 6,2
Gewinnvortrag   11,3 5,1
Bilanzgewinn   16,3 11,3

3. Anhang zum 31. Dezember 2014

Allgemeine Grundlagen

Die RWE Vertrieb AG (RWE Vertrieb oder Gesellschaft) mit Sitz in Dortmund ist mit ihren Tochtergesellschaften für die Beschaffung und den operativen, segmentorientierten Vertrieb von Strom, Gas, Wärme und Wasser und für damit verbundene Dienstleistungen sowie für die Vermarktung von Netz- und sonstigen Anlagen für Wärme, Wasser und Abwasser verantwortlich.

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der RWE AG, Essen, (größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Konzernabschluss und Konzernlagebericht der RWE AG werden im Bundesanzeiger elektronisch veröffentlicht. Die RWE Vertrieb ist gemäß § 291 HGB (Handelsgesetzbuch) von der Verpflichtung befreit, einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufzustellen. Für den kleinsten Konsolidierungskreis auf Ebene der RWE Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen, wird kein gesonderter Konzernabschluss aufgestellt.

Zwischen der RWE Beteiligungsgesellschaft mbH und der RWE Vertrieb besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Dem Vertrag vom 19. Mai 2009 hat die Hauptversammlung am gleichen Tag zugestimmt. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 2. Juni 2009.

Alleinige Aktionärin der RWE Vertrieb ist die RWE Beteiligungsgesellschaft mbH. In 2009 hat die RWE Beteiligungsgesellschaft mbH der Gesellschaft gemäß § 20 AktG mitgeteilt, dass ihr unmittelbar und der RWE AG somit mittelbar eine Mehrheitsbeteiligung gehört.

Der vorliegende Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des HGB unter Beachtung der ergänzenden Vorschriften für große Kapitalgesellschaften und des Aktiengesetzes (AktG) sowie den branchenspezifischen Vorschriften (EnWG) aufgestellt worden. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Zur Klarheit der Darstellung sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Bilanz wurde nach § 265 Abs. 5 HGB um den "Sonderposten mit Rücklageanteil" ergänzt. Der Jahresabschluss wird in Euro (€) aufgestellt, die Beträge werden grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. €) angegeben.

Im Zuge der Gründung der RWE Vertrieb im Jahr 2009 sind durch Abspaltungen der einzelnen Unternehmensbereiche auch den Verteilnetzaktivitäten zugeordnete Rentner, Frühpensionäre und ehemalige Mitarbeiter mit unverfallbaren Versorgungsanwartschaften zunächst der RWE Vertrieb zugeordnet worden. Durch den notariell beurkundeten Abspaltungs- und Übernahmevertrag vom 4. August 2014 wurden die Rechtsbeziehungen, die im Zusammenhang mit denjenigen inaktiven Netzmitarbeitern stehen, die vor dem 01. September 2009 ausgeschieden sind, im Wege der Abspaltung nach dem Umwandlungsgesetz auf die Westnetz GmbH, Dortmund, mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31. Dezember 2013, 24 Uhr, übertragen. Ab dem 1. Januar 2014, 0 Uhr (Abspaltungsstichtag) gelten im Innenverhältnis alle Handlungen und Geschäfte des übertragenden Rechtsträgers (RWE Vertrieb) hinsichtlich des abzuspaltenden Vermögens als für Rechnung des übernehmenden Rechtsträgers vorgenommen. Die Abspaltungsbilanz betraf die Bilanzpositionen Forderungen gegen verbundene Unternehmen und sonstige Verbindlichkeiten jeweils in Höhe von 8,2 Mio. €.

Mit dem Verschmelzungsvertrag vom 21. März 2014 zwischen RWE Vertrieb und RWE Kundenservice GmbH, Bochum, wurde das Tochterunternehmen mit Wirkung zum 1. Januar 2014 auf die RWE Vertrieb verschmolzen. Die RWE Vertrieb (übernehmender Rechtsträger) hat die in der Schlussbilanz der RWE Kundenservice GmbH, Bochum, (übertragender Rechtsträger) angesetzten handelsrechtlichen Werte der übertragenen Aktiva und Passiva übernommen und fortgeführt (Buchwertfortführung). Die Summe der übertragenen Aktiva/Passiva laut Schlussbilanz der RWE Kundenservice GmbH, Bochum, belief sich zum 31. Dezember 2013 auf 6,6 Mio. €.

Aktiva

in Tsd. € 31.12.13
Anlagevermögen 698,4
Umlaufvermögen 5.928,9
  6.627,3
Passiva  
in Tsd. € 31.12.13
Rückstellungen 1.403,2
Verbindlichkeiten 5.199,1
Nettovermögen 25,0
  6.627,3

Eine Gegenleistung wurde nicht gewährt.

Mit Übertragungsvertrag vom 5. Mai 2014 zwischen der RWE Vertrieb und der RWE Group Business Services GmbH, Essen, wurden im Rahmen der konzernweiten Umstrukturierungsmaßnahme "RWE 2015" 48 Mitarbeiter der RWE Vertrieb auf die RWE Group Business Services GmbH, Essen, als Dienstleistungsunternehmen übertragen. Die Übertragung der Mitarbeiter erfolgte in mehreren Stufen jeweils zum Quartalsbeginn im Zuge eines Betriebsübergangs nach § 613a BGB sowie durch einzelvertragliche Vereinbarungen.

Aufgrund der Neustrukturierung des Unternehmens beziehungsweise des RWE-Konzerns sind die Vorjahreszahlen mit denen des Berichtsjahres bei einigen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung nur eingeschränkt vergleichbar. In den Erläuterungen der einzelnen Posten werden dort, wo es zur besseren Klarheit und Verständlichkeit notwendig ist, zusätzliche Anmerkungen gemacht.

Die RWE Vertrieb ist ein im Sinne von § 3 Nr. 38 EnWG vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen mit der Folge der internen Kontentrennungspflicht nach § 6b Abs. 3 EnWG.

Den Anforderungen des § 6b Abs. 2 EnWG - den Ausweis von Geschäften größeren Umfangs mit verbundenen oder assoziierten Unternehmen betreffend - wurde im Anhang unter Punkt (25) Rechnung getragen.

Die RWE Vertrieb ist zudem vertraglich in das zentrale Cash-Management-System des RWE-Konzerns eingebunden, das unter anderem einen Liquiditätsausgleich (Pooling) auf Basis banküblicher Übertragungsverfahren beinhaltet.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

AKTIVA

Entgeltlich erworbene IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE DES ANLAGEVERMÖGENS sind zu Anschaffungskosten erfasst und werden linear entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen.

SACHANLAGEN werden zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen enthalten neben den Material-, Fertigungs- und Sonderkosten der Fertigung angemessene Teile der notwendigen Material-, Fertigungsgemeinkosten, angemessene Teile allgemeiner Verwaltungskosten, angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung. Die planmäßigen Abschreibungen basieren auf den betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern. Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen, die im Geschäftsjahr 2008 und ab dem Geschäftsjahr 2010 angeschafft oder hergestellt wurden, werden linear vorgenommen. Auf Sachanlagen, die bis 2007 oder im Geschäftsjahr 2009 angeschafft oder hergestellt wurden, erfolgt - soweit zum damaligen Zeitpunkt steuerlich zulässig - die planmäßige Abschreibung degressiv; der Wechsel zur linearen Abschreibungsmethode tritt ein, sobald diese zu höheren Abschreibungsbeträgen führt.

Durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz sind die umgekehrte Maßgeblichkeit sowie die entsprechenden handelsrechtlichen Öffnungsklauseln aufgehoben worden. Es wird das Wahlrecht gemäß Art. 67 Abs. 4 S. 1 EGHGB in Anspruch genommen, die im Handelsrecht bis 2009 aufgrund von steuerlichen Vorschriften gebildeten Wertansätze fortzuführen. Dies schließt auch die Fortführung der degressiven Abschreibungsmethode mit ein. Im Vergleich zur Anwendung der linearen Abschreibungsmethode ergeben sich im Geschäftsjahr 2014 keine Mehraufwendungen.

Geringwertige Anlagengüter mit Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten unter 150 € werden im Zugangsjahr aufwandswirksam erfasst; zwischen 150 € und 410 € erfolgt eine Aufnahme in das Anlagevermögen mit voller Abschreibung im Zugangsjahr und darauffolgender Abgangsbuchung.

Soweit notwendig erfolgen bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen.

Die in den FINANZANLAGEN enthaltenen Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten beziehungsweise bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

AUSLEIHUNGEN sind zum Nominalwert beziehungsweise mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.

WERTPAPIERE DES ANLAGEVERMÖGENS, die ausschließlich aus der Dotierung eines Contractual Trust Arrangement (CTA) zur Absicherung von Pensionsverpflichtungen dienen, werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den dazugehörigen Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen saldiert.

FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE werden mit dem Nennwert nach Abzug der erforderlichen Wertberichtigungen bilanziert. Alle erkennbaren Einzelrisiken und das allgemeine Kreditrisiko werden berücksichtigt.

Innerhalb der Forderungen aus Strom-, Gas- und Wasserlieferungen sind erhaltene Abschlagszahlungen auf den abgegrenzten, noch nicht abgelesenen Verbrauch unserer Kunden verrechnet.

Die in den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Emissionsrechte dienen ausschließlich zu Handelszwecken und werden mit ihren Anschaffungskosten beziehungsweise mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Diejenigen sonstigen Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen (Kassenvermögen einer Unterstützungskasse und Rückdeckungsversicherungsansprüche), werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den dazugehörigen Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen saldiert.

Die FLÜSSIGEN MITTEL sind zum Nennwert bilanziert.

Als AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN werden geleistete Zahlungen abgegrenzt, soweit diese auf das Folgejahr entfallen.

PASSIVA

Das GEZEICHNETE KAPITAL ist zum Nennwert bilanziert.

Unter Ausübung des Beibehaltungswahlrechts gemäß Art. 67 Abs. 3 EGHGB werden unter SONDERPOSTEN MIT RÜCKLAGEANTEIL ausschließlich steuerliche Rücklagen gemäß § 6b EStG auf Grund und Boden ausgewiesen.

RÜCKSTELLUNGEN werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen unter Berücksichtigung der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck - die eine generationenabhängige Lebenserwartung berücksichtigen - nach der Projected-Unit-Credit-Methode gebildet. Der versicherungsmathematische Barwert der Pensionsverpflichtungen wird von den Mitarbeitern bis zu diesem Zeitpunkt gemäß Rentenformel und Unverfallbarkeitsregelung aufgrund ihrer in der Vergangenheit geleisteten Dienstzeiten erdient. Sie werden mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Der Zinssatz im Dezember 2014 beträgt 4,53% p. a. (Vorjahr: 4,88% p. a.). Im Rahmen weiterer Rechnungsannahmen wurden für Pensionen Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,35% p. a. (Vorjahr: 2,75% p. a.) und Rentensteigerungen von 1,60% p. a. (Vorjahr: 1,75% p. a.) unterstellt. Für die Ermittlung der Entgeltumwandlungen von Mitarbeitern in Versorgungsansprüche im Rahmen der RWE-Entgeltumwandlungs-Versorgungsordnung 2004 wurden abweichend zu Pensionen keine Gehaltssteigerungen und Rentensteigerungen von 1,00% p. a. angesetzt. In Ausübung des Bilanzierungswahlrechtes nach Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB wurden alle unterdeckten mittelbaren Pensionsverpflichtungen passiviert. Dabei wurde das Kassenvermögen vom Verpflichtungswert abgesetzt.

Bei der Bemessung der SONSTIGEN RÜCKSTELLUNGEN wird allen erkennbaren Risiken, ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Die Bewertung der Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften erfolgt auf Vollkostenbasis. Die Abzinsung erfolgt nach der Durationsmethode unter Berücksichtigung der von der Deutschen Bundesbank im November 2014 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen sieben Jahre.

Die Bewertung der Jubiläumsrückstellungen wurde nach den handelsrechtlichen Bestimmungen mittels Projected-Unit-Credit-Methode durchgeführt. Als Rechnungsgrundlagen dienen die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit einem Rechnungszinssatz von 4,54% p. a. (Vorjahr: 4,90% p. a.) und die Annahme von Gehaltssteigerungen von 2,10% p. a. (Vorjahr: 2,75% p. a.).

Die Ermittlung der Höhe der Rückstellung für Verpflichtungen zur Erbringung von Leistungen nach dem Altersteilzeitgesetz wurde nach den handelsrechtlichen Bestimmungen durchgeführt. Sie enthält Aufstockungsbeträge und bis zum Bilanzstichtag aufgelaufene Erfüllungsverpflichtungen der Gesellschaft. Als Rechnungsgrundlagen dienen die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit einem unter der Anwendung der Durationsmethode ermittelten Rechnungszinssatz von 3,09% p. a. (Vorjahr: 3,65% p. a.) und die Annahme von Gehaltssteigerungen von 2,10% p. a (Vorjahr: 2,75% p. a.).

Die Bewertung der Rückstellung für Abfindungszahlungen wurde nach den handelsrechtlichen Bestimmungen durchgeführt. Die Rückstellung wurde zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen dienen die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit einem unter Anwendung der Durationsmethode ermittelten Rechnungszinssatz von 3,09% p. a. (Vorjahr: 3,82% p. a.) und die Annahme von Gehalts- und Rentensteigerungen von 2,10% p. a. (Vorjahr: 2,30% p. a.) beziehungsweise 1,00% p. a.

Darüber hinaus werden bei der Abzinsung der übrigen langfristigen sonstigen Rückstellungen die von der Deutschen Bundesbank im November 2014 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen sieben Jahre sowie die individuellen Laufzeiten der Rückstellungen herangezogen.

Die VERBINDLICHKEITEN werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Erhaltene Anzahlungen werden mit dem Nennwert angesetzt. Die in den erhaltenen Anzahlungen enthaltene Umsatzsteuer wird gesondert unter den erhaltenen Anzahlungen ausgewiesen.

Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehendem Haftungsumfang.

Die Verbindlichkeiten aus Frühpensionierungsverpflichtungen sind auf Grundlage der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit dem Barwert angesetzt. Die Abzinsung erfolgte mit einem unter Anwendung der Durationsmethode ermittelten Zinssatz von 2,82% p. a. (Vorjahr: 3,41% p. a.). Außerdem liegt der Berechnung die Annahme eines Gehaltstrends in Höhe von 1,00% p. a. zugrunde.

Als PASSIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN werden erhaltene Zahlungen im Wesentlichen für Commodity-Swaps und Stromoptionen abgegrenzt, soweit diese auf das Folgejahr entfallen.

BEWERTUNGSEINHEITEN

Die Bewertungseinheiten werden unter Anwendung der Einfrierungsmethode bilanziell abgebildet.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit dem historischen Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls erfasst. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden stets zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenbriefkurs bei Entstehung der Forderung oder zum niedrigeren beizulegenden Wert unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag angesetzt. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisengeldkurs bei Entstehung der Verbindlichkeit oder zum höheren Stichtagskurswert unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag bewertet.

LATENTE STEUERN

Aufgrund der bestehenden steuerlichen Organschaft mit der RWE AG werden bei der RWE Vertrieb keine latenten Steuern ausgewiesen.

ENERGIESTEUERN

In der Gewinn- und Verlustrechnung sind die Stromsteuer und die Energiesteuer auf Erdgas in einem gesonderten Posten nach den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Bilanzerläuterungen

(1) Anlagevermögen

Es wurden keine selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert.

Mit dem Verschmelzungsvertrag vom 21. März 2014 zwischen RWE Vertrieb und RWE Kundenservice GmbH, Bochum, wurde das 100%-ige Tochterunternehmen mit Wirkung zum 1. Januar 2014 auf die RWE Vertrieb verschmolzen.

Die sonstigen Ausleihungen beinhalten im Wesentlichen Wohnungsbaudarlehen an Mitarbeiter in Höhe von 4,0 Mio. € (Vorjahr: 5,4 Mio. €).

Im Folgenden ist die Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2014 dargestellt.

Aufstellung des Anteilbesitzes Beteiligungsanteil    
Firma und Sitz direkt (%) gesamt (%) Eigenkapital (Tsd. €) Ergebnis (Tsd. €)
Verbundene Unternehmen, die in den RWE-Konzernabschluss einbezogen sind        
RWE Energiedienstleistungen GmbH, Dortmund* 100 100 49.223 -
eprimo GmbH, Neu-Isenburg* 100 100 4.600 -
BTB-Blockheizkraftwerks, Träger- und Betreibergesellschaft mbH Berlin, Berlin* 0 100 18.094 -
ENB Energienetze Berlin GmbH, Berlin* 0 100 25 -
Verbundene Unternehmen, die nicht in den RWE-Konzernabschluss einbezogen sind        
RWE Wärme Berlin GmbH, Berlin** 0 100 1.770 81
T.B.E. TECHNISCHE BERATUNG ENERGIE für wirtschaftliche Energieanwendung GmbH, Duisburg* 0 100 337 -
favis GmbH, Essen** 0 100 2.202 1.012
Beteiligungen        
DES Dezentrale Energien Schmalkalden GmbH, Schmalkalden** 0 33 92 94
ESG Energie Schmallenberg GmbH, Schmallenberg** 0 44 126 -3
Objektverwaltungsgesellschaft Dampfkraftwerk Bernburg mbH, Hannover** 0 48 568 56
Thermago Berliner Siedlung GmbH, Mainz** 0 51 k. A k. A
Konsortium Energieversorgung Opel oHG der RWE Innogy GmbH und der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG, Karlstein 0 67 41.223 15.017

* Ergebnisabführungsvertrag

** Ergebnis Geschäftsjahr 2013

k. A Keine Angabe

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2014 ist aus dem nachfolgenden Anlagespiegel ersichtlich.

Entwicklung des Anlagevermögens:

  Anschaffungs- und Herstellungskosten
in Mio. € Stand 01.01.14 Zugänge aus Verschmelzung Zugänge Abgänge Stand 31.12.14
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9,4 0,8 0,0 0,0 10,1
  9,4 0,8 0,0 0,0 10,1
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5,8 0,0 0,0 0,0 5,8
2. Technische Anlagen und Maschinen 0,1 0,4 0,0 0,0 0,5
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5,3 3,8 0,3 -0,2 9,2
  11,2 4,2 0,3 -0,2 15,4
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 167,8 0,0 0,0 0,0 167,7
2. Sonstige Ausleihungen 5,4 0,0 0,0 -1,4 4,0
  173,1 0,0 0,0 -1,4 171,7
  193,7 4,9 0,3 -1,6 197,3
  Kumulierte Abschreibungen
in Mio. € Stand 01.01.14 Zugänge aus Verschmelzung Zugänge Abgänge Stand 31.12.14
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -9,3 -0,7 -0,1 0,0 -10,1
  -9,3 -0,7 -0,1 0,0 -10,1
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -3,3 -0,1 0,0 0,0 -3,4
2. Technische Anlagen und Maschinen -0,1 -0,4 0,0 0,0 -0,5
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -4,8 -3,2 -0,4 0,1 -8,3
  -8,2 -3,7 -0,4 0,1 -12,1
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
2. Sonstige Ausleihungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
  0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
  -17,5 -4,3 -0,5 0,1 -22,2
  Buchwerte
in Mio. € Stand 31.12.14 Stand 31.12.13
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,1 0,0
  0,1 0,0
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2,4 2,5
2. Technische Anlagen und Maschinen 0,0 0,0
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,9 0,5
  3,3 3,0
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 167,7 167,8
2. Sonstige Ausleihungen 4,0 5,4
  171,7 173,1
  175,1 176,2

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
in Mio. €
31.12.14 davon RLZ 1>1 Jahr 31.12.13 davon RLZ 1>1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 737,9 0,0 961,7 0,0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.016,2 156,6 905,0 200,5
sonstige Vermögensgegenstände 45,5 0,0 8,5 0,0
  1.799,6 156,6 1.875,1 200,5

1 RLZ = Restlaufzeit

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen 255,0 Mio. € (Vorjahr: 322,4 Mio. €) auf Lieferungen und Leistungen. Des Weiteren enthalten die Forderungen gegen verbundene Unternehmen Forderungen aus Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen sowie Steuerumlagen in Höhe von 34,1 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €).

Ein weiterer Bestandteil der Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind die Finanzmittelkonten mit der RWE Deutschland AG in Höhe von 726,5 Mio. € (Vorjahr: 544,9 Mio. €) und der RWE Aqua GmbH in Höhe von 0,5 Mio. € (Vorjahr: 35,7 Mio. €).

Die Forderungen gegenüber der Gesellschafterin betragen 18,7 Mio. € (Vorjahr Verbindlichkeit: 7,4 Mio. €).

Die langfristigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen ausschließlich geleistete Anzahlungen auf langfristige Strombezugsverträge.

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden im Geschäftsjahr unter anderem die Forderungen gegen das Hauptzollamt aus Energiesteuern gezeigt.

Erkennbare Ausfallrisiken wurden durch Einzelwertberichtigungen sowie darüber hinaus durch angemessene Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt.

(3) Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel beinhalten mit 1,4 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €) Guthaben bei Kreditinstituten.

(4) Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Hierin sind in Höhe von 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €) geleistete Zahlungen für Commodity-Swaps enthalten, die im Rahmen der handelsrechtlich gebildeten Bewertungseinheit bis zur im Folgejahr stattfindenden Ergebnisrealisation aus dem physischen Grundgeschäft abgegrenzt wurden.

(5) Eigenkapital

Eigenkapital
in Mio. €
31.12.14 31.12.13
Gezeichnetes Kapital 1,0 1,0
Kapitalrücklage 10,0 10,0
Bilanzgewinn 16,3 11,3
  27,3 22,3

Das gezeichnete Kapital ist unverändert in 1.001.000 Stückaktien zum Wert von einem Euro eingeteilt. Die Stückaktien lauten auf den Inhaber und gehören zu 100% der RWE Beteiligungsgesellschaft mbH.

Die Kapitalrücklage ist im Geschäftsjahr 2009 gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB in Höhe von 10,0 Mio. € und gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in Höhe von 1.000 € gebildet worden.

Der Bilanzgewinn in Höhe von 16,3 Mio. € (Vorjahr: 11,3 Mio. €) resultiert aus abführungsgesperrten Beträgen aus der Aufdeckung von stillen Reserven bei der Bewertung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Zeitwert.

Gemäß Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag wurde der abführungsfähige Gewinn in Höhe von 155,7 Mio. € (Vorjahr: 147,2 Mio. €) an die RWE Beteiligungsgesellschaft mbH abgeführt.

(6) Sonderposten mit Rücklageanteil

Im Sonderposten mit Rücklageanteil sind steuerrechtliche Rücklagen gemäß § 6b EStG ausgewiesen.

(7) Rückstellungen

Rückstellungen
in Mio. €
31.12.14 31.12.13
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 68,9 66,8
davon fondsgedeckt (Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung) 13,0 14,3
davon nicht fondsgedeckt 55,9 52,6
sonstige Rückstellungen 470,1 461,7
  539,0 528,6

Für Pensionszusagen aus der RWE-Versorgungsordnung 2003, für mittelbare Pensionszusagen sowie Verpflichtungen aus den übernommenen Versorgungswerken der Thyssengas GmbH, der Westfälischen Ferngas AG und weiteren RWE-Alt-Richtlinien wird eine Rückstellung in Höhe von 113,1 Mio. € (Vorjahr: 105,6 Mio. €) bilanziert. Bei der RWE-Versorgungsordnung 2003 handelt es sich um eine beitragsorientierte betriebliche Altersversorgung. Hierin enthalten sind auch die Verpflichtungen für Stromdeputate an Pensionäre. Für die mittelbare Pensionsverpflichtung wurde eine Unterstützungskasse zwischengeschaltet und vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, die Unterdeckung zu passivieren. Für Entgeltumwandlungen von Mitarbeitern in Versorgungsansprüche im Rahmen der RWE-Entgeltumwandlungs-Versorgungsordnung 2004 wurden Rückstellungen in Höhe von 15,9 Mio. € (Vorjahr: 13,3 Mio. €) gebildet.

Darüber hinaus besteht für leitende Angestellte die Möglichkeit der Entgeltumwandlung im Rahmen einer Deferred-Compensation-Regelung. Dafür wurde eine Rückstellung in Höhe von 4,0 Mio. € (Vorjahr: 4,5 Mio. €) gebildet.

Aufgrund des Saldierungsgebotes des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden fondsgedeckte Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 77,1 Mio. € (Vorjahr: 70,8 Mio. €) mit dem Planvermögen aus dem Contractual Trust Arrangement in Höhe von 59,2 Mio. € (Vorjahr: 52,1 Mio. €), dem Kassenvermögen der Unterstützungskasse in Höhe von 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) sowie dem verpfändeten Deckungsvermögen aus Rückdeckungsversicherungsansprüchen in Höhe von 4,0 Mio. € (Vorjahr: 4,5 Mio. €) verrechnet.

Der beizulegende Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände basiert auf dem Marktpreis zum 31. Dezember 2014.

Verrechnete Vermögensgegenstände und Schulden historische Anschaffungskosten beizulegender Zeitwert Erfüllungs- betrag
in Mio. € 31.12.14 31.12.13 31.12.14 31.12.13 31.12.14 31.12.13
Verrechnete Vermögensgegenstände            
Wertpapiere des Anlagevermögens 42,9 40,8 59,2 52,1 - -
sonstige Vermögensgegenstände 4,9 4,5 4,9 4,5 - -
  47,8 45,3 64,1 56,6 - -
Verrechnete Schulden            
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen - - - - 77,1 70,8
  - - - - 77,1 70,8
Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung - - 13,0 14,3 - -

Die entsprechende Verrechnung von Aufwendungen und Erträgen ist unter Punkt (21) dargestellt.

Mit den Personalübergängen im Rahmen des Projektes RWE 2015 sind von der RWE Vertrieb im Geschäftsjahr 2014 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen und sonstige Rückstellungen in Höhe von 2,4 Mio. € auf die RWE Group Business Services GmbH, Essen, übertragen worden.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Absatz- und Vertragsrisiken in Höhe von 259,0 Mio. € (Vorjahr: 242,3 Mio. €) sowie Rückstellungen für personalnahe Aufwendungen in Höhe von 139,8 Mio. € (Vorjahr: 151,1 Mio. €).

(8) Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten
in Mio. €
31.12.14 davon RLZ 1 <= 1 Jahr davon RLZ 1> 5 Jahre 31.12.13 davon RLZ 1 <= 1 Jahr
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 30,8 30,8 0,0 21,5 21,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 336,7 327,8 2,6 302,9 299,6
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 807,9 945,4 53,7 883,1 813,8
sonstige Verbindlichkeiten 235,5     295,3 160,2
davon aus Steuern (33,2) (33,2) (0,0) (84,7) (84,7)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (3,6) (3,6) (0,0) (14,4) (8,1)
  1.410,9 1.304,0 56,3 1.502,8 1.295,1

1 RLZ = Restlaufzeit

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen 666,4 Mio. € (Vorjahr: 742,8 Mio. €) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und 0,6 Mio. € (Vorjahr: 8,5 Mio. €) auf Verbindlichkeiten aus Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen sowie Steuerumlagen.

Des Weiteren enthalten die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen die Finanzmittelkonten mit der eprimo GmbH, Neu-Isenburg, in Höhe von 117,6 Mio. € (Vorjahr: 97,4 Mio. €) und mit der RWE Energiedienstleistungen GmbH, Dortmund, in Höhe von 23,3 Mio. € (Vorjahr: 32,8 Mio. €).

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind erhaltene Anzahlungen auf langfristige Stromlieferverträge in Höhe von 128,5 Mio. € (Vorjahr: 134,1 Mio. €) enthalten.

Die Verbindlichkeiten aus Steuern beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Energiesteuern in Höhe von 14,7 Mio. € (Vorjahr: 68,1 Mio. €) sowie Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer in Höhe von 14,1 Mio. € (Vorjahr: 11,6 Mio. €).

Die Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit betreffen mit 2,5 Mio. € (Vorjahr: 13,5 Mio. €) Verpflichtungen aus Frühpensionierung. Im Zuge der Abspaltung der dem Netz zuzuordnenden Pensionsverpflichtungen und sonstigen Verpflichtungen wurden 8,2 Mio. € für die Übertragung von Verbindlichkeiten aus Frühpensionierung auf die Westnetz GmbH, Dortmund, übertragen.

Es bestehen keine Verbindlichkeiten, die - außer durch übliche Sicherungseinbehalte - durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind.

(9) Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten umfassen ausschließlich erhaltene Zahlungen für Commodity-Swaps in Höhe von 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €), die im Rahmen der handelsrechtlich gebildeten Bewertungseinheit bis zur im Folgejahr stattfindenden Ergebnisrealisation aus dem physischen Grundgeschäft abgegrenzt werden.

(10) Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse
in Mio. €
31.12.14 31.12.13
Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen 312,7 492,6
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften 0,0 1,2
  312,7 493,8

Aus den Pensionsverpflichtungen der RWE Vertrieb in Höhe von 312,7 Mio. € (Vorjahr: 492,6 Mio. €), die bei der RWE AG bilanziert sind, ergibt sich eine Gewährleistungsverpflichtung in genannter Höhe. Der jährliche Personalaufwand wird an die RWE Vertrieb weiterbelastet. Die Abspaltung der inaktiven Netzmitarbeiter auf die Westnetz GmbH, Dortmund, verursachte einen starken Rückgang der Verbindlichkeit aus Pensionen gegenüber der RWE AG und somit der Gewährleistungsverpflichtung.

Aufgrund der erfolgten Übertragungen von bestimmten Altersversorgungsverpflichtungen auf die RWE Pensionsfonds AG, Essen, besteht für den Fall einer möglichen zukünftigen Unterdeckung des Pensionsfonds eine gesetzliche Nachschussverpflichtung in unserer Eigenschaft als ehemaliger Arbeitgeber.

Darüber hinaus bestehen Bürgschaften in Höhe von 34.994 € (Vorjahr: 34.994 €).

Im Rahmen des zentralen Finanzmittelausgleichs des RWE-Konzerns besteht eine Mithaftung für die von der RWE Vertrieb verursachten Mittelaufnahmen.

Die hier genannten Haftungsverhältnisse wurden im Wesentlichen zugunsten von verbundenen Unternehmen in Höhe von 312,7 Mio. € (Vorjahr: 493,7 Mio. €) abgegeben. Die zugrunde liegenden Verpflichtungen können von den betreffenden Gesellschaften nach unseren Erkenntnissen in allen Fällen erfüllt werden; mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.

(11) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement wurden zum 1. November 2008 Vermögenswerte auf einen Treuhänder, den RWE Pensionstreuhand e. V., Essen, zur externen Finanzierung von Teilen der betrieblichen Altersversorgung übertragen. Darüber hinaus bestehen Rückdeckungsversicherungen bei der Allianz Lebensversicherung-AG. Im aktuellen Jahr ist eine mittelbare Pensionszusage hinzugekommen, deren Vermögenswerte von einer Unterstützungskasse gehalten werden. Der beizulegende Zeitwert des mit den Pensionsverpflichtungen zu verrechnenden treuhänderisch gebundenen Vermögens, der Rückdeckungsversicherungen sowie des Kassenvermögens beträgt zum Bilanzstichtag 64,1 Mio. € (Vorjahr: 56,6 Mio. €).

Aus mehrjähriger Anmietung von Immobilien bestehen nicht abgezinste finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 90,9 Mio. € (Vorjahr: 101,3 Mio. €) einschließlich Nebenkosten. Davon entfallen 14,5 Mio. € auf das Jahr 2015.

Bei allen Mietverträgen handelt es sich um Operating-Lease, das zu keiner Bilanzierung der Objekte bei der Gesellschaft führt. Der Vorteil dieser Verträge liegt in der geringeren Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb und im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden können, wozu es derzeit keine Anzeichen gibt.

Die Verpflichtungen aus Bezugsverträgen gegenüber der RWE Supply & Trading GmbH, Essen, für Strom- und Gaslieferungen sowie CO2-Zertifikate für die Jahre 2015 bis 2019 betragen zum Stichtag 10.352,7 Mio. € (Vorjahr: 14.686,4 Mio. €). Die Verpflichtungen aus konzerninternen Dienstleistungsverträgen betragen zum 31. Dezember 2014 82,4 Mio. € (Vorjahr: 72,9 Mio. €).

(12) Bewertungseinheiten

Im Rahmen der operativen, segmentorientierten Geschäftstätigkeit im Vertrieb von Strom, Gas und CO2 werden externe Absatzverträge abgeschlossen, die im Aggregat oder back-to-back intern beim Absatzportfoliomanagement der RWE Vertrieb beschafft werden. Das Absatzportfoliomanagement schließt diese Positionen in der Regel durch Verträge mit der RWE Supply & Trading GmbH, vereinzelt aber auch durch konzernexterne Beschaffungen. Ein Eigenhandel ist nur im Rahmen enger, klar definierter Limite erlaubt.

Die Bewertung der in den Geschäftsbereichen abgeschlossenen Verträge erfolgt im Rahmen von Bewertungseinheiten, die neben Commodity-Swaps und Commodity-Optionen insbesondere Termingeschäfte beinhalten. Verträge über den Erwerb oder die Veräußerung von Waren, die einen für den Erwerb, die Veräußerung oder den eigenen Gebrauch erwarteten Bedarf absichern, stellen in der Regel keine Commodity-Derivate im Sinne des § 285 HGB dar. Sofern derartige Verträge jedoch Rückandienungsrechte enthalten und damit ein Ausgleich in bar nicht ausgeschlossen ist, fallen die Verträge oder Anteile dieser Verträge in den Anwendungsbereich des § 285 Satz 1 Nr. 19 HGB. Zur Unterscheidung der Zweckbestimmung beider Arten von Verträgen sind bei der RWE Vertrieb geeignete Buchstrukturen vorhanden, die einen entsprechenden Nachweis des Vertragszweckes über den gesamten Lebenszyklus des Vertrages gewährleisten. Währungsabsicherungen sind gegenwärtig nicht erforderlich, sind aber grundsätzlich Bestandteil der Bewertungseinheit. Dasselbe gilt für Indexierungen der Verträge an Kohle.

Die inhaltliche Definition einer Bewertungseinheit wird durch die Richtlinien hinsichtlich Management und Monitoring der Geschäftsbereiche vorgegeben.

Entsprechend der Ausgestaltung der jeweiligen Bewertungseinheiten handelt es sich entweder um Makro-Hedges (mehrere Risikoarten), Portfolio-Hedges (Absicherung von Nettopositionen, Zusammenfassung von Grundgeschäften) oder Mikro-Hedges (Absicherung des Risikos aus einem einzelnen Grundgeschäft durch ein einzelnes Sicherungsgeschäft).

Zum Jahresabschluss werden bei RWE Vertrieb die folgenden Makrohedges (Gas- bzw. Stromverträge mit Indexierung an Öl bzw. CO2) eingesetzt: Gas Retail Hedge EVU, Gas Retail Hedge KA, Gas Retail Hedge GK, Gas Wholesale Hedge, Power Retail Hedge EVU, Power Wholesale Hedge. Portfoliohedges werden für die Bewertungseinheiten Gas Retail Hedge PK, Power Retail Hedge KA, Power Retail Hedge GK, Power Retail Hedge PK sowie den Carbon Hedge eingesetzt. Bei den Power Option Hedges handelt es sich um Mikro-Hedges.

Bei den Grundgeschäften der Bewertungseinheiten handelt es sich um die Absatzseite des Geschäftsbereichs, die isoliert betrachtet zum Entstehen von Risikopositionen im Commoditybereich geführt hat. Zur Bestimmung und Beurteilung der Positionen aus derartigen Geschäften ist ein geeignetes Risikomanagement in der Gesellschaft eingerichtet, welches auch zum Nachweis der prospektiven Effektivität verwendet wird. Die Risikopositionen werden im Rahmen des Risikomanagements regelmäßig bestimmt und bei Überschreitung von Positionslimits durch Transaktionen (Sicherungsgeschäfte) mit der RWE Supply & Trading GmbH sowie vereinzelt auch mit konzernexternen Partnern geschlossen. Bei sämtlichen Retail Hedges werden die Positionen durch Transaktionen (Sicherungsgeschäfte) mit dem Absatzportfoliomanagement geschlossen. Diese internen Beschaffungen gelten für die Wholesale Hedges gleichzeitig als Grundgeschäfte.

Die Bewertungseinheiten bestehen aufgrund der rollierenden Durchführung der Sicherungstransaktionen für einen unbegrenzten Zeitraum. Aktuell sind Zeiträume bis zum Lieferjahr 2020 betroffen.

Zur bilanziellen Abbildung der wirksamen Teile der Bewertungseinheiten wird die Einfrierungsmethode angewendet.

Aufgrund der negativen Korrelation von Grund- und Sicherungsgeschäften wird es künftig zu gegenläufigen, sich nahezu vollständig ausgleichenden Marktwertentwicklungen kommen. Sollte der Saldo aller beizulegenden Zeitwerte einer Bewertungseinheit zum Stichtag negativ sein, so wird imparitätisch eine Rückstellung für drohende Verluste aus Bewertungseinheiten gebildet. Über die bereits bilanzierten Rückstellungen hinausgehende Verlustüberhänge können nicht entstehen.

Bewertungseinheiten Nominalvolumen Buchwerte 31.12.14
in Mio. € Grund- geschäft (Absatz) Sicherungsgeschäft (Bezug) Netto- position Aktiva Passiva
Strom          
Vermögensgegenstände 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Schulden 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
schwebende Geschäfte 11.612,4 -12.204,8 -592,3 0,0 0,0
mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen 1.129,1 -* 1.129,1 0,0 0,0
Gas (inkl. Öl, Kohle, Finanzderivate)          
Vermögensgegenstände 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Schulden 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
schwebende Geschäfte 3.473,9 -3.806,0 -332,1 0,0 0,0
mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen 508,6 -* 508,6 0,0 0,0
CO2          
Vermögensgegenstände 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Schulden 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
schwebende Geschäfte 16,4 -16,8 -0,4 0,0 0,0
mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen 0,0 -* 0,0 0,0 0,0
  16.740,5 -16.027,5 712,9 0,0 0,0

* Angabe gesetzlich ausgeschlossen

Als mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen sind die antizipativen, noch nicht kontrahierten Grundgeschäfte mit Endkunden der RWE Vertrieb ausgewiesen. Bei diesen Geschäften handelt es sich um routinemäßig durchgeführte Transaktionen, die im Rahmen des vertrieblichen Endkundengeschäfts regelmäßig in den vergangenen Geschäftsjahren eingetreten sind und daher als hochwahrscheinlich eingestuft werden.

Durch die Bildung der Bewertungseinheiten wurde die Bildung einzelvertraglicher Drohverlustrückstellungen zum Abschlussstichtag vermieden. Bei alternativer einzelvertraglicher Drohverlustermittlung hätten im Strombereich Drohverlustrückstellungen in Höhe von 1.283,1 Mio. €, im Gasbereich von 262,2 Mio. € und im CO2-Bereich von 6,3 Mio. € gebildet werden müssen.

Da sämtliche derivative Finanzinstrumente seit 2014 in die Bewertungseinheiten integriert sind, entfallen separate Angaben zu derivativen Finanzinstrumenten.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(13) Umsatzerlöse

Umsatzerlöse
in Mio. €
2014 2013
Strom 8.946,9 9.980,3
Stromsteuer -407,1 -428,8
Gas 2.340,6 2.512,1
Erdgassteuer -92,4 -112,9
Wasser 20,2 22,1
Energienahe Dienstleistungen, Wärme und Dampf 5,1 5,9
Sonstiges 61,6 79,1
  10.875,0 12.057,8

Die Umsatzerlöse Strom und Gas beinhalten hauptsächlich die Absatzverträge mit Kunden der Gesellschaft.

Die sonstigen Umsatzerlöse sind zum Teil den konzerninternen Verrechnungen zuzuordnen, insbesondere der RWE Deutschland AG in Höhe von 16,6 Mio. € (Vorjahr: 15,2 Mio. €).

Die Umsatzerlöse wurden ausschließlich in Deutschland erwirtschaftet.

Im Rahmen der energiewirtschaftlichen Mengenabgrenzung ergaben sich im Geschäftsjahr 2014 periodenfremde Umsatzerlöse in Höhe von -53,7 Mio. € (Vorjahr: 42,1 Mio. €).

(14) Sonstige betriebliche Erträge

sonstige betriebliche Erträge
in Mio. €
2014 2013
Erträge aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten 42,1 63,5
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 33,9 28,0
Erträge aus in Vorjahren ausgebuchten Forderungen, Auflösung Pauschalwertberichtigungen 18,5 5,6
Steuerumlage verbundene Unternehmen 10,1 6,5
Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten 3,8 7,8
Übrige 6,9 1,8
  115,3 113,2

Den Erträgen aus dem Verkauf von CO 2-Zertifikaten stehen Aufwendungen unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in ähnlicher Höhe gegenüber.

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen betreffen mit 21,4 Mio. € Rückstellungen für Absatz- und Vertragsrisiken (Vorjahr: 1,1 Mio. €).

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von 56,4 Mio. € (Vorjahr: 40,9 Mio. €), im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen, enthalten.

Im Geschäftsjahr entstanden keine Erträge aus der Währungsumrechnung.

(15) Materialaufwand

Materialaufwand
in Mio. €
2014 2013
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -9.155,1 -10.288,3
Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.241,0 -1.359,1
  -10.396,1 -11.647,5

Der Materialaufwand beinhaltet hauptsächlich Belastungen für Strom- und Gasbezüge in Höhe von 9.143,3 Mio. € (Vorjahr: 10.268,9 Mio. €).

In den Aufwendungen für bezogene Leistungen sind überwiegend Aufwendungen für Netznutzung in Höhe von 1.171,9 Mio. € (Vorjahr: 1.261,9 Mio. €) ausgewiesen.

Im Rahmen der energiewirtschaftlichen Mengenabgrenzung ergaben sich im Geschäftsjahr 2014 periodenfremde Materialaufwendungen in Höhe von -114,0 Mio. € (Vorjahr: -30,7 Mio. €).

(16) Personalaufwand

Personalaufwand
in Mio. €
2014 2013
Löhne und Gehälter -120,3 -130,0
soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -21,5 -46,2
davon für Altersversorgung (-3,6) (-27,2)
  -141,9 -176,2

Die von der RWE AG belasteten Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 1,9 Mio. € (Vorjahr: 16,0 Mio. €) betreffen die Veränderung der bei der RWE AG bilanzierten Altersversorgungsverpflichtungen.

Neben den Effekten aus Änderungen von Bewertungsparametern für die Rückstellungen wurde der Personalaufwand des Berichtsjahres durch die Abspaltung der inaktiven Netzmitarbeiter an die Westnetz GmbH, Dortmund, und den Rückgang der Mitarbeiteranzahl beeinflusst.

Mitarbeiter

Mitarbeiter in MÄ 2014 2013
kaufmännische Angestellte 1.336 1.439
technische Angestellte 154 175
Meister, Angestellte 0 2
Arbeiter, Sonstige 2 2
  1.492 1.618

Die Angabe der Mitarbeiter (ohne Auszubildende) im Jahresdurchschnitt erfolgt in Mitarbeiteräquivalenten entsprechend dem prozentualen Beschäftigungsgrad.

Der Rückgang der Mitarbeiterzahl resultiert insbesondere aus dem Übergang von Arbeitsverhältnissen auf die RWE Group Business Services GmbH, Essen.

(17) Abschreibungen

Die Zusammensetzung der Abschreibungen ist aus dem Anlagespiegel unter Punkt (1) ersichtlich.

(18) Sonstige betriebliche Aufwendungen

sonstige betriebliche Aufwendungen in Mio. € 2014 2013
Konzerninterne Dienstleistungen -71,7 -68,1
Veränderung Rückstellungen -47,3 -11,3
Aufwendungen aus dem Ankauf von CO2-Zertifikaten -42,5 -63,0
Verluste aus Wertminderungen oder dem Abgang von Gegenständen des Umlaufvermögens -37,9 -37,5
Provisionen -17,5 -16,4
Werbung und Öffentlichkeitsarbeit -12,7 -15,8
Beratungs- und Prüfungskosten -5,5 -7,8
Steuerumlage verbundene Unternehmen -0,7 0,0
Übrige -32,6 -31,0
  -268,3 -250,8

Die konzerninternen Dienstleistungen entfallen in Höhe von 43,2 Mio. € (Vorjahr: 39,2 Mio. €) auf die RWE IT GmbH, Essen, und in Höhe von 22,2 Mio. € (Vorjahr: 27,4 Mio. €) auf die RWE Service GmbH, Dortmund.

Den Aufwendungen aus dem Ankauf von CO 2-Zertifikaten stehen Erträge unter den sonstigen betrieblichen Erträgen in ähnlicher Höhe gegenüber.

Die Zuführung zu der Rückstellung für Absatz- und Vertragsrisiken belastet das laufende Ergebnis in Höhe von 38,1 Mio. €.

Die Verluste aus Wertminderung oder dem Abgang von Gegenständen des Umlaufvermögens resultieren im Wesentlichen aus den Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die Position Provisionen beinhaltet im Wesentlichen die Aufwendungen für die vertriebliche Akquise.

Die übrigen Aufwendungen umfassen u. a. Mieten, Materialien, Reisekosten sowie sonstige Kosten.

Wesentliche periodenfremde Aufwendungen sind im Geschäftsjahr nicht angefallen.

Im Geschäftsjahr entstanden keine Aufwendungen aus der Währungsumrechnung.

(19) Ergebnis aus Finanzanlagen

Ergebnis aus Finanzanlagen
in Mio. €
2014 2013
Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen 21,8 21,1
davon aus verbundenen Unternehmen (21,8) (21,1)
Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen 0,0 0,0
davon an verbundene Unternehmen (0,0) (0,0)
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0,1 43,4
davon aus verbundenen Unternehmen (0,0) (43,3)
  21,9 64,4

Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens des Vorjahres enthalten in Höhe von 43,3 Mio. € die Vorfälligkeitsentschädigung aufgrund der Sondertilgung der Darlehen an die RWE Aqua GmbH.

(20) Zinsergebnis

Zinsergebnis
in Mio. €
2014 2013
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1,0 2,2
davon aus verbundenen Unternehmen (0,4) (1,8)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -14,3 -13,0
davon an verbundene Unternehmen (-0,1) (-0,3)
davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen (-13,7) (-11,6)
  -13,2 -10,8

(21) Verrechnete Aufwendungen und Erträge

Die Erträge aus dem Deckungsvermögen in Höhe von 7,2 Mio. € wurden mit den Aufwendungen aus Zinszuführungen in Höhe von 7,8 Mio. € gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB saldiert. Der sich ergebende Aufwandssaldo in Höhe von 0,6 Mio. € ist in dem Posten Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten.

(22) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

An den Organträger wurden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von 31,3 Mio. € abgeführt (Vorjahr Erstattung: 3,9 Mio. €).

(23) Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführter Gewinn

Der Gewinn in Höhe von 155,7 Mio. € (Vorjahr: 147,2 Mio. €) wurde nach Maßgabe des bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags an die RWE Beteiligungsgesellschaft mbH abgeführt.

(24) Abführungsgesperrte Beträge

Aus der Bewertung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Zeitwert oberhalb der Anschaffungskosten ergibt sich ein abführungsgesperrter Betrag in Höhe von 16,3 Mio. €.

abführungsgesperrte Beträge
in Mio. €
2014 2013
Gewinn/Verlust laut Gewinn- und Verlustrechnung vor Gewinnabführung/Verlustübernahme 160,7 153,4
frei verfügbare Rücklagen 0,0 0,0
Gewinnvortrag/noch nicht verwendeter Gewinn 11,3 5,1
maximaler Abführungsbetrag ohne Berücksichtigung der Abführungssperre 172,0 158,5
gesperrter Betrag 16,3 11,3
davon Ertrag aus der Bewertung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Zeitwert oberhalb der Anschaffungskosten 16,3 11,3
unter Berücksichtigung der Abführungssperre maximal abführbarer Betrag 155,7 147,2

(25) Angaben zu Geschäften größeren Umfangs gemäß § 6b Abs. 2 EnWG

Im Berichtsjahr wurden folgende Geschäfte größeren Umfangs, die aus dem Rahmen der gewöhnlichen Energieversorgungstätigkeit herausfallen und die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens nicht von untergeordneter Bedeutung sind, mit verbundenen oder assoziierten Unternehmen des RWE-Konzerns getätigt:

Binnendienstleistungen an Konzernunternehmen im Wesentlichen aus Personalgestellung, Dienstleistungen für Querschnittsfunktionen und Ausstattungsüberlassung in Höhe von 29,0 Mio. € (Vorjahr: 44,6 Mio. €).

Die RWE Vertrieb ist in das zentrale Cash-Management-System des RWE-Konzerns eingebunden. Zum Bilanzstichtag beträgt die Forderung aus dem Finanzmittelkonto mit der RWE Deutschland AG 726,5 Mio. € (Vorjahr: 544,9 Mio. €). Die Anlagen werden zu üblichen Marktkonditionen verzinst. Gleichzeitig hat die RWE Vertrieb Finanzmittelkonten mit den eigenen Tochterunternehmen und mit der RWE Aqua GmbH.

Übertragung von Vermögensgegenständen, Pensionsverpflichtungen, sonstigen Verpflichtungen und Rechtsverhältnissen gegenüber inaktiven Netzmitarbeitern auf die Westnetz GmbH, Dortmund, mit dem Ziel einer transparenten und verursachungsgerechten Zuordnung.

Mit dem Verschmelzungsvertrag vom 21. März 2014 zwischen RWE Vertrieb und RWE Kundenservice GmbH, Bochum, wurde das Tochterunternehmen mit Wirkung zum 1. Januar 2014 auf die RWE Vertrieb verschmolzen. Die Summe der übertragenen Aktiva/Passiva laut Schlussbilanz der RWE Kundenservice GmbH, Bochum, belief sich zum 31. Dezember 2013 auf 6,6 Mio. €.

Sonstige Angaben

(26) Angaben zu Gesellschaftsorganen

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der RWE Vertrieb AG setzten sich wie folgt zusammen:

Vorstand

Carl-Ernst Giesting, Kaufmann, Vorstandsvorsitz und Finanzvorstand, seit dem 1. Juli 2014

Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller, Kaufmann, Vorstandssprecher und Finanzvorstand, bis zum 31. März 2014

Achim Südmeier, Diplom-Ingenieur, Vorstand Vertrieb B2B und Absatzportfoliomanagement

Ralf Zimmermann, Kaufmann, Vorstand Vertrieb B2C und Personal

Aufsichtsrat

Dr. Bernd Widera (Vorsitzender), Mitglied des Vorstands der RWE Deutschland AG

Arno Hahn* (stellvertretender Vorsitzender), Gesamtbetriebsratsvorsitzender der RWE Vertrieb AG

Sven-Georg Adenauer, Landrat des Kreises Gütersloh, Mitglied seit dem 20. Februar 2014

Hermann Bröring, Landrat a. D. des Kreises Emsland, Mitglied bis zum 20. Februar 2014

Ira Demitri*, Betriebsratsvorsitzende des Standorts Essen der RWE Vertrieb AG

Dr. Bernhard Görgens, ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der Stadtwerke Essen AG

Dr. Wolfgang Kirsch, Landesdirektor a. D., Geschäftsführer der VkA RWE Aktionäre Westfalen GmbH

Jörg Koburg*, Gewerkschaftssekretär im ver.di Landesbezirk NRW, Ver- und Entsorgung, Mitglied seit dem 9. Januar 2014

Monika Krebber*, stellvertretende Gesamtbetriebsratsvorsitzende der RWE Vertrieb AG

Dr. Ansgar Müller, Landrat des Kreises Wesel, Mitglied seit dem 20. Februar 2014

Dr. Arndt Neuhaus, Vorsitzender des Vorstands der RWE Deutschland AG

Guntram Pehlke, Vorsitzender des Vorstands der DSW21

Axel Redmer, Landrat a. D. des Landkreises Birkenfeld, Mitglied bis zum 20. Februar 2014

Michael Roelofs*, Vertreter der Leitenden Angestellten der RWE Vertrieb AG, Mitglied bis zum 31. März 2014

Ulrike Stauber*, Betriebsrat des Standorts Brühl der RWE Vertrieb AG

Beate Weber*, Gewerkschaftssekretärin im ver.di Landesbezirk NRW, Ver- und Entsorgung

Frank Wegling*, Betriebsratsvorsitzender des Standorts Dortmund der RWE Vertrieb AG

Ingo Wiehe*, Leiter Operatives Portfoliomanagement der RWE Vertrieb AG; seit dem 1. April 2014

Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland

 

* Arbeitnehmervertreter

Die Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2014 betragen 3.222,9 Tsd. € (Vorjahr: 1.678,8 Tsd. €). Im Rahmen des Long Term Incentive Plan (Beat) der RWE AG wurden dem Vorstand 24.073 Stück Performance-Shares mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 179,1 Tsd. € gewährt. Darüber hinaus hält der Vorstand am Bilanzstichtag aus der Tranche 2013 47.837 Stück und aus der Tranche 2012 62.009 Stück Performance-Shares. Des Weiteren wurden im Rahmen des Mid Term Incentive Plan der RWE AG Rechte in Höhe von 806,0 Tsd. € gewährt.

Frühere Mitglieder des Vorstands der RWE Vertrieb und ihre Hinterbliebenen erhielten 2.113,7 Tsd. € (Vorjahr: 2.129,6 Tsd. €). Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung wurden nicht gewährt. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind 29.892,2 Tsd. € (Vorjahr: 27.709,0 Tsd. €) zurückgestellt.

Für Aufsichtsratsmitglieder bestehen zum Stichtag Mitarbeiterdarlehen in Höhe von 2,0 Tsd. € (Vorjahr: 8,6 Tsd. €). Die Tilgung inklusive Sondertilgung betrug im Geschäftsjahr 6,3 Tsd. €.

Die Vergütung des Aufsichtsrats einschließlich der Sitzungsgelder beträgt 362,5 Tsd. € (Vorjahr: 358,1 Tsd. €).

Auf die Angabe der Honorare des Abschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGB wird verzichtet, weil diese Angabe im Konzernabschluss des einbeziehenden Mutterunternehmens enthalten ist.

 

Dortmund, den 28. Januar 2015

RWE Vertrieb Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Carl-Ernst Giesting

Achim Südmeier

Ralf Zimmermann

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der RWE Vertrieb Aktiengesellschaft, Dortmund, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Nach § 6b Abs. 5 EnWG umfasste die Prüfung auch die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften sowie die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht sowie über die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden und dass mit hinreichender Sicherheit beurteilt werden kann, ob die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt sind. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht sowie für die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands, die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung des Jahresabschlusses unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, hat zu keinen Einwendungen geführt.

 

Essen, den 29. Januar 2015

PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Reuther, Wirtschaftsprüfer

ppa. Gerd Tolls, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und die Geschäftsführung durch den Vorstand laufend überwacht. Er wurde vom Vorstand mündlich und schriftlich regelmäßig und umfassend über die Lage und Entwicklung der Gesellschaft, die beabsichtigte Geschäftspolitik, grundsätzliche Fragen der zukünftigen Geschäftsführung sowie über bedeutsame Geschäftsvorfälle eingehend unterrichtet. Er hat hierüber mit dem Vorstand beraten und die erforderlichen Entscheidungen getroffen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates hat darüber hinaus auch außerhalb der Sitzungen des Aufsichtsrates in Gesprächen mit dem Vorstand wichtige Einzelvorgänge beraten und Fragen der Unternehmensstrategie und der Geschäftspolitik erörtert.

Im Berichtszeitraum haben drei ordentliche Aufsichtsratssitzungen stattgefunden. Beratungsschwerpunkte waren u. a.:

Jahresabschluss 2013

Kennzahlen der RWE Vertrieb AG-Gruppe

Energiepolitische Lage

Strategie

Energiepreise und -produkte

Budget 2015

Am 20. Februar 2014 und 3. Dezember 2014 haben Personalausschusssitzungen stattgefunden, in denen die dem Personalausschuss übertragenen Aufgaben wahrgenommen wurden. Des Weiteren ist am 3. April 2014 eine schriftliche Beschlussfassung des Personalausschusses durchgeführt worden.

Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014 sind unter Einbeziehung der Buchführung von dem durch die Hauptversammlung am 20. Februar 2014 gewählten und auf Grund des Beschlusses des Aufsichtsrates vom 20. Februar 2014 beauftragten Abschlussprüfer, der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Zweigniederlassung Essen, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der aufgestellte Jahresabschluss, der Lagebericht und der Bericht des Abschlussprüfers sind allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vor der Bilanzsitzung am 18. Februar 2015 ausgehändigt und in dieser Sitzung umfassend beraten worden. Der Abschlussprüfer hat an den Beratungen des Aufsichtsrates über den Jahresabschluss teilgenommen und über wesentliche Ergebnisse seiner Prüfung berichtet sowie für ergänzende Erläuterungen zur Verfügung gestanden. Von dem Prüfungsergebnis hat der Aufsichtsrat zustimmend Kenntnis genommen. Er hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht seinerseits geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014 gebilligt, der damit festgestellt ist.

Mit Beendigung der am 20. Februar 2014 durchgeführten Hauptversammlung der RWE Vertrieb Aktiengesellschaft hat die Amtszeit der bisherigen Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat geendet. In der vorgenannten Hauptversammlung sind die Herren Sven-Georg Adenauer, Dr. Bernhard Görgens, Dr. Wolfgang Kirsch, Dr. Ansgar Müller, Dr. Arndt Neuhaus, Guntram Pehlke, Dr. Bernd Widera und Prof. Dr. Jürgen Wilhelm als Anteilseignervertreter zu Mitgliedern des Aufsichtsrats der RWE Vertrieb Aktiengesellschaft gewählt bzw. wiedergewählt. In der konstituierenden Aufsichtsratssitzung am 20. Februar 2014 wurde Herr Dr. Widera zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Weiterhin wurden Herr Dr. Arndt Neuhaus als Vertreter der Anteilseigner in den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz und Herr Pehlke als weiteres Mitglied der Anteilseignervertreter in den Personalausschuss gewählt.

In der ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 20. Februar 2014 wurde die Bestellung von Herrn Prof. Dr. Müller zum ordentlichen Mitglied des Vorstandes und seine Ernennung zum Sprecher einvernehmlich zum Ablauf des 31. März 2014 beendet. Mit Wirkung ab dem 1. Juli 2014 wurde Herr Carl-Ernst Giesting für die Dauer von fünf Jahren, d.h. bis zum Ablauf des 30. Juni 2019, zum ordentlichen Mitglied des Vorstands bestellt und für denselben Zeitraum zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt.

Der Aufsichtsrat bedankt sich bei den ausgeschiedenen Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der RWE Vertrieb Aktiengesellschaft für ihre im Geschäftsjahr 2014 geleistete Arbeit Dank und Anerkennung aus.

 

Dortmund, 18. Februar 2015

Der Aufsichtsrat

Dr. Bernd Widera, Vorsitzender

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