Ferrari Financial Services AGLiquidiert

Wolfratshauser Straße 42, 82049 Pullach im Isartal, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 128558
Vorher
A.I.L. Autofinanz AGFFS Financial Services AGFFIS Financial Services AG
Eingetragen
7.12.1999
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von KraftwagenInstitute für Factoring-GeschäfteVermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger mittels Carsharing
Gegenstand
Aufbau und Durchführung eines europaweiten Ferrari Financial Services Konzepts für Herstellerabsatzfinanzierungen von Fahrzeugen im Auftrag der Ferrari S.p.A mit Sitz in Maranello, Italien. Einführung und Vertrieb von Leasingmodellen und Autokauffinanzierungen unter dem Label Ferrari Financial Services durch die autorisierten Vertragspartner der Ferrari S.p.A; Verwaltung und Servicing der Verträge unter dem Label Ferrari Financial Services, Kauf von Mobilien aller Art, insbesondere Fahrzeugen der Marke Ferrari zum Zwecke des Finance-Leasing, des Operate-Leasing, des Mietkaufs, der Vermietung und des Abzahlungsverkaufs als Autokauffinanzierung;das Betreiben des Factoring-Geschäfts; Gründung von Niederlassungen und Gesellschaften in europäischen Ländern, sowie Kauf, Übernahme oder Beratung von anderen Unternehmen zum Zwecke der Durchführung des Ferrari Financial Services Konzepts; Erstellung und Durchführung von Marketingkonzepten unter diesem Label.

Historie

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Management

NameRolle
Andreas Dr. Russ
seit 28.5.2015
Prokura
Fabrizio Battaglia
seit 28.5.2015
Vorsitzender des Vorstands
Thomas Rinn
seit 18.9.2014
Vorstandsmitglied

Konzern- und Jahresabschlüsse

Ferrari Financial Services AG

Pullach i. Isartal

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014

Lagebericht

1) Grundlagen des Unternehmens

2) Wirtschaftsbericht

3) Ertragslage

4) Finanzlage

5) Vermögenslage

6) Nachtragsbericht

7) Risikobericht

8) Prognosebericht: Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

9) Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

1) Grundlagen des Unternehmens

Gesellschaftsstruktur:

Die Ferrari Financial Services AG (im Folgenden: "FFS AG") ist die werkseigene Leasinggesellschaft der Ferrari Gruppe. Ziel der Gesellschaft ist es, in den nachfolgend bezeichneten Märkten das komplette Leasing- und Finanzierungsgeschäft der Marke Ferrari in den eigenen Büchern zu realisieren. Zusätzlich werden auch Fahrzeuge anderer Marken der Ferrari-Vertragshändler ("Multibrand") sowie in Zahlung genommene Fahrzeuge der Händler finanziert.

Die Aktien der Ferrari Financial Services AG werden zu 100 % von der Ferrari Financial Services S.p.A. (im Folgenden: "FFS S.p.A."), Maranello, Italien, gehalten. Diese wiederum gehört zu 90 % der Ferrari S.p.A., Maranello, Italien, und zu 10 % der Aldasa Vermögensverwaltungs GmbH, Grünwald.

Organisatorische Leitung/Personal:

Die Gesellschaft wird von den Vorständen Herbert Hütter (CEO), Marc-Oliver Bucksch (CFO) und Thomas Rinn (Operations Director) geleitet und beschäftigt zum Bilanzstichtag 31.12.2014 27 eigene Mitarbeiter für die Bereiche Markt (10), Marktfolge (6), Verwaltung (8), Risikomanagement (1), interne Revision (1) und Personal (1).

Standort:

FFS AG hat als einzigen Standort Grünwald (bei München), an dem die Gesellschaft Räumlichkeiten angemietet hat. Am 26.1.2015 wurde der Sitz der Gesellschaft von Grünwald nach Pullach i. Isartal verlegt. Das Geschäft wird sowohl für den heimischen, deutschen Markt als auch Cross Border für folgende Auslandsmärkte abgewickelt: Frankreich, Belgien, Schweiz und United Kingdom. Zur Bearbeitung des UK-Marktes verfügt die Gesellschaft außerdem über eine Zweigniederlassung in Rochdale, Großbritannien.

Produkte:

FFS AG bietet folgende Produkte an:

- Leasing für gewerbliche und private Kunden

- Autokauffinanzierungsverträge für Fahrzeuge ohne ausweisbare USt. in Deutschland

- Für den englischen Markt wird Hire-Purchase mit oder ohne Ballonrate angeboten

Außerdem bietet die Gesellschaft Factoring an. Dieses Geschäft wird ausschließlich mit der Ferrari Fnancial Services S.p.A. durchgeführt.

Märkte:

FFS AG ist operativ in Deutschland, Frankreich, Belgien, der Schweiz und UK tätig und ist in diesen Märkten Marktführer für Leasing und Finanzierungen der Marke Ferrari.

Rechtliche Einflussfaktoren:

Seit Inkrafttreten des Jahressteuergesetzes 2009 am 25. Dezember 2008 sowie den damit verbundenen Änderungen im Kreditwesengesetz (KWG) gehören das Factoringgeschäft (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 9 KWG) und das Finanzierungsleasing (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 10 KWG) zu den erlaubnispflichtigen Finanzdienstleistungsgeschäften. Seither zählt auch die Ferrari Financial Services AG zu den Finanzdienstleistungsinstituten (§ 1 Abs. 1a KWG) und unterliegt der laufenden (eingeschränkten) Beaufsichtigung durch die BaFin und die Deutsche Bundesbank.

2) Wirtschaftsbericht

Entwicklung Gesamtwirtschaft und Branche:

Ferrari als exklusive Automarke bietet auf die Kundenbedürfnisse abgestimmte Leasing- und Finanzierungsprodukte an. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Leasingbranche und der FFS AG besteht nicht, denn die Performance der FFS AG beruht großteils auf den Auslieferungszahlen von Neufahrzeugen an die Ferrari-Händler.

Überblick über den Geschäftsverlauf 2014:

Die Geschäftsentwicklung für das Jahr 2014 kann hinsichtlich Neugeschäft und Marktpenetration in den Schlüsselmärkten UK, Deutschland, Schweiz und Frankreich als überaus positiv bezeichnet werden. Die Konzernzugehörigkeit der Gesellschaft und die damit verbundene Unterstützung durch die Muttergesellschaft in Maranello sowie die europäischen Filialen Ferrari Central Europe (zuständig für Deutschland und Schweiz), Ferrari West Europe (Frankreich und Belgien) und Ferrari North Europe (UK) haben im Berichtsjahr sehr gute Ergebnisse bei Neuabschlüssen der FFS AG in Europa ergeben. Daraus resultierte über alle Länder ein Zuwachs von gut 27% gegenüber dem Vorjahr bzgl. des finanzierten Gesamtvolumens der FFS AG.

Gegenüberstellung der in 2013 und 2014 realisierten Verträge und Finanzierungssummen (inkl. Verlängerungen):

Realisiert 2013 Realisiert 2014 Veränderung
Anzahl Verträge 1.603 1.628 + 1,6 %
Finanzierungssumme € 228,1 Mio. € 291,1 Mio. + 27,6 %
davon      
Ferrari Neufahrzeuge 524 525 + 0,2 %
Finanzierungssumme € 86,1 Mio. € 108,5 Mio. + 26,0 %
Andere Marken /      
Gebrauchtfahrzeuge 1.079 1.103 + 2,2 %
Finanzierungssumme € 142,0 Mio. € 182,6 Mio. + 28,6 %

3) Ertragslage

Grundsätzliches:

Die FFS AG schließt das Geschäftsjahr 2014 mit einem Jahresfehlbetrag von T€ 9.817 ab (Vorjahr: Jahresüberschuss von T€ 8.860).

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Ertragslage im Wesentlichen wie folgt verändert:

Das Ergebnis aus Leasingerträgen (T€ 345.304; Vorjahr: T€ 257.865) abzüglich Leasingaufwendungen (T€ 295.775; Vorjahr: T€ 205.096) abzüglich Abschreibungen auf das Leasingvermögen (T€ 42.528; Vorjahr: T€ 42.098), abzüglich der Veränderung der Rückstellung für Restbuchwertrisiken (-T€ 83; Vorjahr: +T€ 1.122) verringerte sich von T€ 11.793 um T€ 4.875 auf T€ 6.918.

Im Berichtsjahr werden die Erlöse aus Anlageabgängen in den Leasingerträgen und die Abgänge der korrespondierenden Restbuchwerte in den Leasingaufwenden gezeigt. Im Vorjahr wurden die Abgangsgewinne unter den Leasingerträgen und die Abgangsverluste unter den Leasingaufwendungen ausgewiesen. Bei einer Darstellung des Vorjahres entsprechend der Vorgehensweise in 2014 würden sich um T€ 61.029 höhere Leasingerlöse und um T€ 61.029 höhere Leasingaufwendungen ergeben.

Das Zinsergebnis hat sich von T€ 8.462 um T€ 1.686 auf T€ 10.148 erhöht. Dies ist in erster Linie auf die Steigerung im UK-Markt zurückzuführen.

Die Veränderung des Provisionsergebnisses um -T€ 1.347 auf -T€ 3.861 (Vorjahr: -T€ 2.514) ist auf den Anstieg des in 2014 gesteigerten Finanzierungsvolumens und den damit einhergehenden Provisionsaufwendungen - im Wesentlichen im UK-Markt - zurückzuführen.

Das sonstige betriebliche Ergebnis (ohne Veränderung der Rückstellung für Restbuchwertrisiken) beträgt -T€ 6.298 nach +T€ 2.017 im Vorjahr. Die Veränderung resultiert i.H.v. T€ 5.996 aus Währungskurseffekten.

2014 wurde der Euro gegenüber dem GBP und dem CHF schwächer. Bei den zur Kurssicherung abgeschlossenen Währungsderivaten ergab sich dadurch ein Aufwand, dem aufgrund des Imparitätsprinzips keine Erträge gegenüberstehen. Dieser Effekt wird sich in den Folgejahren bei Abgang der entsprechenden Aktivpositionen wieder ausgleichen.

Der Saldo aus den Zuführungen zu den Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und den Zuschreibungen auf Forderungen betrug im Berichtsjahr T€ 1.852 nach T€ 1.270 im Vorjahr.

Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen stiegen um T€ 4.800 auf T€ 12.814 (Vorjahr T€ 8.014). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus um T€ 3.890 erhöhten Aufwendungen für Altersversorgung.

Zusammengefasst ergeben sich durch die o. g. wesentlichen Veränderungen des Leasingergebnisses (-€ 4,9 Mio.), des sonstigen betrieblichen Ergebnisses (-€ 8,3 Mio.), des Provisionsaufwandes (-€ 1.3 Mio.), der Verwaltungsaufwendungen (-€ 4,8 Mio.) sowie des Risikoaufwandes (-€ 0,6 Mio.) negative Ergebniseffekte von insgesamt € 19,9 Mio. Der wesentliche positive Effekt betrifft den Zinsertrag, der sich im Geschäftsjahr 2014 um € 1,7 Mio. erhöht hat.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit fiel um € 18.5 Mio. auf -€ 8.5 Mio. im Geschäftsjahr 2014.

Nach einem von € 1.1 Mio. um € 0,2 Mio. auf € 1.3 Mio. gestiegenen Steueraufwand beträgt der Jahresfehlbetrag € 9.8 Mio. (Vorjahr: Jahresüberschuss € 8.9 Mio.).

4) Finanzlage

Refinanzierungspolitik:

Wie in den Vorjahren hat sich die Gesellschaft in 2014 im Wesentlichen über zwei verschiedene Wege refinanziert. Einerseits wurden Darlehen der Holdinggesellschaft (Ferrari Financial Services S.p.A.) und - im Rahmen eines Cash-Pooling - der Fiat Chrysler Finance Europe S.A. in Anspruch genommen.

Durch eine mit einem festen Zinssatz vereinbarte Kreditlinie mit Ferrari Financial Services S.p.A. in Höhe von € 250 Mio. und darüber hinausgehender einzelvertraglicher Refinanzierungen standen der Gesellschaft ausreichende Refinanzierungsmittel für den Bestand und das komplette Neugeschäft 2014 zur Verfügung. Durch die bestehenden Verträge geht die Geschäftsführung auch für das Geschäftsjahr 2015 davon aus, dass sowohl für das Neugeschäft als auch für das Bestandsgeschäft ausreichende Refinanzierungsmittel zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus besteht weiterhin ein CHF-, GBP- und EUR-Cash-Pooling-System mit Fiat Chrysler Finance Europe S.A., über das wesentliche Teile des Zahlungsverkehrs abgewickelt werden und das die laufende Liquidität 2014 sichergestellt hat bzw. für 2015 sicherstellt.

Liquiditätsteuerung:

Im FCA-Konzern wurde eine Verzinsung mit dem jeweiligen 1-Monats-Euribor zuzüglich eines angemessenen Zinsaufschlags vereinbart (= Cash Pool). Einzelne Tranchen werden je nach Finanzbedarf und Cash-Plan abgerufen und mit einer monatlichen Euribor-Anpassung abgeschlossen.

Der Cash Pooling-Vertrag mit Fiat Chrysler Finance Europe S.A. schließt ein EUR-Konto, ein GBP-Konto und ein CHF-Konto mit ein, die jeweils für sämtliche Zahlungsaus- und Zahlungseingänge dienen. Die Cash-Pooling-Konten werden täglich geleert und liquide Mittel für den täglichen Finanzierungsbedarf nach Meldung bereitgehalten.

Diverse Kontroll- und Meldungsinstrumente geben täglich Auskunft sowie wöchentlich Überblick über alle Zahlungsströme.

Zinssicherung/Derivate:

Im Geschäftsjahr 2014 und zum Bilanzstichtag waren keine Zins-Derivate im Bestand.

Für die in EUR finanzierten und in CHF und GBP abgeschlossenen Verträge werden zur Währungssicherung entsprechende Währungsswaps abgeschlossen.

Zur Absicherung gegen Wechselkursschwankungen aus von der Ferrari Financial Services S.p.A. angekauften Forderungsportfolien in USD hat die Gesellschaft entsprechende Währungsswaps abgeschlossen.

5) Vermögenslage

Die Bilanzsumme beläuft sich zum 31.12.2014 auf € 480,5 Mio. (Vorjahr: € 453,4 Mio.). Auf der Aktivseite werden im Wesentlichen das Leasingvermögen mit € 159,9 Mio. (Vorjahr: € 128,1 Mio.) und die Forderungen gegenüber Kunden von € 254,0 Mio. (Vorjahr: € 292,5 Mio.) ausgewiesen. Diese beinhalten in erster Linie die Forderungen aus Autokauffinanzierung von € 228,6 Mio. (Vorjahr: € 182,1 Mio.), davon UK € 194,9 Mio. (Vorjahr: € 157,9 Mio.), Forderungen aus dem Factoring mit der Ferrari Financial Services S.p.A. von € 9,1 Mio. (Vorjahr: € 79,0 Mio.), Forderungen gegenüber Konzerngesellschaften von € 6,7 Mio. (Vj. € 14,6 Mio.) sowie offene Forderungen aus laufenden und gekündigten Verträgen von € 9,7 Mio.

Die Refinanzierung erfolgt überwiegend über Konzerndarlehen, die auf der Passivseite in den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt € 418,1 Mio. (Vorjahr: € 391,4 Mio.) ausgewiesen sind. In den passiven Rechnungsabgrenzungsposten mit € 34,1 Mio. (Vorjahr: € 29,2 Mio.) werden insbesondere abgegrenzte Leasingsonderzahlungen sowie verkaufte Leasingraten und Restwerte ausgewiesen. Die Rückstellungen von € 19,0 Mio. (Vorjahr: € 12,8 Mio.) enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Pensionen (€ 7,6 Mio.), für Restbuchwertrisiken (€ 5,4 Mio.) und für negative Marktwerte der Währungsswaps aus der Währungssicherung (€ 1,8 Mio.).

Der Jahresabschluss weist zum 31. Dezember 2014 ein Jahresergebnis 2014 von -€ 8,5 Mio. sowie einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von € 6,4 Mio. aus. Die zum Bilanzstichtag bestehende bilanzielle Überschuldung stellt keine wirtschaftliche Überschuldung dar, da die Gesellschaft über ausreichende stille Reserven verfügt. Insbesondere aufgrund der Leasingbilanzierung nach HGB sowie der Währungsumrechnung mittel- und langfristiger Fremdwährungspositionen, die in wirtschaftlich geschlossene Positionen eingebunden sind, kommt es jedoch aufgrund des Imparitätsprinzips zum Ausweis buchmäßiger Verluste. Des Weiteren ist die Finanzierung der Gesellschaft durch die Einbindung in das Cash-Pooling des Konzerns gewährleistet.

Die Vermögens- und Finanzlage war im Berichtszeitraum jederzeit geordnet.

6) Nachtragsbericht

Es gibt keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind.

7) Risikobericht

A. Strategie und Grundsätze

Die laufende Überwachung der Risiken, eine transparente und direkte Kommunikation mit dem Vorstand sowie die Einbindung gewonnener Erkenntnisse in das operative Risikomanagement sind die Grundlage für eine bestmögliche Ausnutzung der Marktpotentiale auf Basis einer bewussten und effektiven Steuerung des Gesamtrisikos der FFS AG. Zur Gewährleistung eines angemessenen und konsequenten Umgangs mit den Risiken innerhalb der Gesellschaft dienen risikopolitische Leitlinien unter Berücksichtigung der Geschäfts- sowie der daraus abgeleiteten Risikostrategie. Aufgrund der Änderung der gesetzlichen Regelungen für Leasingunternehmen durch das Jahressteuergesetz 2009 unterliegt die FFS AG seit dem 25.12.2008 als Finanzdienstleistungsinstitut den Regelungen des § 25a KWG und deren Konkretisierung durch die MaRisk. In Erfüllung dieser Verpflichtung hat der Vorstand der FFS AG eine MaRisk-konforme und zur Geschäftsstrategie konsistente Risikostrategie erarbeitet. Diese wird mindestens einmal jährlich überprüft, gegebenenfalls angepasst und mit dem Aufsichtsrat erörtert. Neben Adressenausfall- und Marktpreis- werden auch Liquiditätsrisiken, operationelle sowie sonstige Risiken näher betrachtet. Anhand dieser risikopolitischen Grundsätze werden risikobehaftete Geschäfte beurteilt und gesteuert. Rahmengebend für die Risikopositionierung der FFS AG sind die in der Geschäftsstrategie vorgegebenen strategischen Ziele:

· Wachstum

· Rentabilität

· Kosteneffizienz

· Risikoorientierung

Die Risikostrategie des Instituts ist darüber hinaus von den folgenden Grundsätzen geprägt:

· Die Risikoneigung wird in Abhängigkeit der verfügbaren Risikodeckungsmasse durch den Vorstand bestimmt und ist als moderat einzustufen.

· Risiken aus neuen und modifizierten Produkten, neuen Vertriebswegen und/oder neuen Märkten durchlaufen einen im Organisationshandbuch festgelegten, MaRisk-konformen Genehmigungsprozess und werden entsprechend ihrer Bewertung in das Gesamtrisiko des Instituts eingefügt.

· Die Differenzierung zwischen sonstigem Bezug von Dienstleistungen und Outsourcing sowie die Überprüfung der Wesentlichkeit des Outsourcings durchlaufen ebenfalls einen fest vorgegebenen und im Organisationshandbuch dokumentierten Prozess.

· IT-Strategie der FFS AG ist es, IT-Aktivitäten (insbesondere IT-Infrastruktur und IT-Organisation) weitgehend an die Konzernmutter Ferrari S.p.A. auszulagern.

· Eine Risikostreuung erfolgt hinsichtlich Kunden sowie Ländern und - soweit es im Rahmen der "Captive Strategy" möglich ist - hinsichtlich der Produkte.

· Es wird eine risikoorientierte Wertberichtigungspolitik zur Risikovorsorge angewendet.

· Die Zuständigkeiten zur Finanzierungs- und Leasingvergabe sind im Organisationshandbuch geregelt. Die Vergabeprozesse unterliegen in den verschiedenen Bereichen entsprechenden Richtlinien und werden gemäß einem volumenabhängigen Genehmigungsverfahren pro Fall entschieden.

· Nur nach vorhergehender, sorgfältiger Legitimations- und Bonitätsprüfung erfolgt der Vertragsabschluss. Zur Unterstützung des Entscheidungsprozesses bzgl. dem Eingehen, Begrenzen oder Vermeiden von Risiken werden entsprechende Steuerungsinstrumente (wie z.B. Bonitätsbeurteilungsverfahren, Sicherheitenbewertung) eingesetzt. Die eingesetzten Instrumente werden regelmäßig auf ihre Wirksamkeit hin überprüft.

Wesentliche Aufgaben des Risikomanagements sind hierbei die Identifikation und Analyse potentieller Risiken, ihre Bewertung und Messung sowie die Festlegung von Maßnahmen zu deren Bewältigung und Steuerung. Als Entscheidungsalternativen stehen hierfür die Möglichkeiten die Risiken zu tragen, zu vermeiden, abzuwälzen oder durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren zur Verfügung. Dem Risikomanagement liegt dabei als zentrales Element ein Risikohandbuch zugrunde. Mindestens einmal im Jahr werden alle Risiken auf ihre Wesentlichkeit überprüft, gegebenenfalls überarbeitet sowie um neue Risikoaspekte erweitert. Die Berichterstattung an den Vorstand erfolgt aufgrund der Größe der Gesellschaft operationell separiert und entsprechend der Wesentlichkeit bzw. der aufsichtsrechtlichen Anforderung in jeweils unterschiedlichen Zeitintervallen für die Adressenausfall-, Marktpreis-, Liquiditäts-, operationellen sowie sonstigen Risiken.

Die risikopolitischen Leitlinien legt der Vorstand der FFS AG fest. Die eigene Interne Revision prüft unabhängig und risikoorientiert verschiedene Betriebs- und Geschäftsabläufe der FFS AG.

B. Risikoarten

Unter Risiko versteht die FFS AG die Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen, die die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft negativ beeinträchtigen können. Dieses Risiko kann je nach Ursprung in verschiedene Risikoarten gegliedert werden. Gleichzeitig analysiert und bewertet die Gesellschaft stets auch die Chancen, welche sich aus den bewusst eingegangenen Risiken ergeben. Die Risiken, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist, gliedern sich in die Gruppen:

Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken, Liquiditätsrisiken, operationelle und sonstige Risiken

a) Adressenausfallrisiko (Kreditrisiko)

Unter Adressenausfallrisiken werden mögliche Forderungsverluste aufgrund des Ausfalls oder der Bonitätsverschlechterung eines Kunden oder einer Kundengruppe verstanden. Darüber hinaus schließt das Kreditrisiko Objekt- und Verwertungsrisiken (Restwertrisiken) mit ein. Diese bestehen, sobald der prognostizierte Marktwert bei einer aufgrund von Zahlungsstörungen notwendigen Verwertung des Leasinggegenstands / Sicherungsobjekts nach Kündigung geringer ist als der bei Vertragsabschluss für diesen Zeitpunkt kalkulierte Restwert. Demgegenüber besteht die Chance, durch die Verwertung des Leasinggegenstands mehr als den kalkulierten Restwert zu erhalten.

Zielsetzung und strategischer Fokus

Die konsequente Steuerung, Limitierung und Überwachung von Kreditrisiken sind unerlässlich für eine nachhaltige strategische Ausrichtung der FFS AG.

Ziel ist die Optimierung des Chancen- und Risikoverhältnisses.

Daraus ergeben sich folgende Leitplanken für die Kreditrisikostrategie:

· Beurteilung von Bonitäten und der damit verbundenen Einschätzung der Bedienbarkeit eines Leasing- oder Autokaufinanzierungsvertrags.

· Einerseits muss die Genehmigungspolitik restriktiv genug sein, um die Risiken so gering wie möglich zu halten, andererseits müssen Ertragschancen genutzt werden.

· Die Prozesse der FFS AG sind im Kredithandbuch (Credit Manual) dokumentiert, gewährleisten eine Trennung von Markt und Marktfolge und bilden die Basis für objektivierte Finanzierungsentscheidungen. Durch sie ist im Angebots-, Antrags- und Annahmeprozess eine gleichartige Bearbeitung von Leasinganfragen/-anträgen gewährleistet.

· Die initiale Risikobeurteilung wird durch ein Scoringverfahren unterstützt.

· Grundsätzlich werden Leasing- und Finanzierungsgeschäfte entsprechend der Bonität risikoangemessen besichert.

· Das Restwertrisiko wird in nahezu allen Fällen vertraglich auf den Leasingnehmer übertragen. Direkte Restwertrisiken liegen aufgrund des Geschäftsmodells der FFS AG nur in geringem Umfang vor.

Steuerung und Limitierung

Zur Umsetzung der Leitplanken für die Kreditrisikostrategie werden insbesondere folgende Steuerungsparameter und Limite festgelegt:

· allokiertes Kapital für Kreditrisiken

· Limite / Zielwerte für Einzeladressen

· Budgetierung des Neugeschäfts

· Risikoadjustierte Bepreisung

· Analyse und Steuerung des Bestandsgeschäfts anhand Key Risk Indicators (insbesondere Mahnstufen)

· Risikobewertung im Rahmen der Einzelwertberichtigungen

Die Zielwerte zeigen den strategischen Schwerpunkt auf. Die Limite begrenzen das Leasinggeschäft der FFS AG.

Das Setzen von Zielwerten bzw. Limiten stellt die Umsetzung der Geschäftsstrategie der FFS AG in Bezug auf die Kreditrisiken dar.

Überwachung

Alle Kredite bzw. Finanzierungen werden hinsichtlich ihrer

· wirtschaftlichen Verhältnisse,

· Sicherheiten,

· genehmigter interner Kreditlinien,

· vertraglichen Verpflichtungen sowie

· externen und internen Auflagen

im Rahmen entsprechender Prozesse überwacht.

Im Rahmen des Restwertrisikomanagements werden seitens des Herstellers und der Gesellschaft regelmäßige Wertanalysen der einzelnen Modelle erstellt und die Restwerttabellen für neue Vertragskalkulationen regelmäßig angepasst. Die Werte der Restwerttabellen stellen grundsätzlich die Wertobergrenze in den Vertragskalkulationen dar.

Stresstests mit Bezug auf Kreditrisiken werden regelmäßig durchgeführt.

Risikokommunikation

Aufgrund der Größe der Gesellschaft ist die Geschäftsleitung operativ in dargestellte Prozesse einbezogen und laufend informiert. Dies betrifft sowohl die Einzelengagements als auch Portfolien. Ereignisse mit wesentlichen Auswirkungen auf die Risikosituation werden anhand von ad-hoc-Mitteilungen an die Vorstände berichtet.

b) Marktpreisrisiko

Das Marktpreisrisiko bezeichnet den potentiellen Verlust aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern. Es beinhaltet im Wesentlichen das Zinsänderungs- sowie das Währungsrisiko.

Zinsänderungsrisiken umfassen potentielle Verluste aufgrund der Veränderung von Marktzinsen. Sie resultieren im Wesentlichen aus fristeninkongruenter Refinanzierung und aus unterschiedlichen Zinselastizitäten der Leasingaktiva (feste Verzinsung) und deren Refinanzierung (feste und variable Verzinsung). Zuletzt hat sich die Gesellschaft überwiegend mit einem Festzins finanziert. Der Vorstand plant, die grundsätzliche Struktur der Finanzierung beizubehalten. Die vom Konzern gestellten Kreditlinien bestimmen im Übrigen die Refinanzierung der Gesellschaft.

Währungsrisiken sind potentielle Verluste aufgrund nachteiliger Veränderungen von Wechselkursen in nicht EUR-Märkten, in denen die Gesellschaft in der jeweiligen Landeswährung tätig ist. Aktuell ist die Gesellschaft in den Währungen CHF, GBP und USD engagiert.

Zielsetzung und strategischer Fokus

Ziel der Gesellschaft ist es

· Zinsänderungsrisiken laufend zu bewerten und zu überwachen.

· Währungsrisiken durch geeignete Sicherungsinstrumente zu vermeiden oder zumindest zu minimieren.

Steuerung und Limitierung

Der Vorstand informiert sich laufend über die aktuelle Lage der Zinsänderungsrisiken und entscheidet über gegebenenfalls notwendige Maßnahmen zur Zinssicherung.

Durch die derzeit vorhandene Währungssicherung über Währungsswaps liegen Währungsrisiken nur in sehr geringem Umfang vor. Bei der Absicherung der Währungsrisiken berät sich der Vorstand gegebenenfalls mit Fiat Chrysler Finance Europe S.A.

Die Gesellschaft refinanziert ihre Forderungen in CHF, GBP und USD mit Konzernkrediten in EUR. Währungsrisiken werden von der Gesellschaft wie folgt kompensiert: Zur Absicherung von Währungsverlusten schließt die Gesellschaft Währungsswaps in entsprechender Höhe ab. Da keine Bewertungseinheiten gebildet werden, können in diesem Fall zum Abschlussstichtag Buchverluste aufgrund des Imparitätsprinzips entstehen, die sich aber in den Folgejahren wieder ausgleichen.

Überwachung

Zinsänderungsrisiken werden vom Vorstand laufend anhand beobachtbarer Parameter an den Kapitalmärkten überwacht.

Hinsichtlich der Währungsrisiken überwacht die FFS AG, ob nicht abgesicherte Transaktionen im laufenden Geschäftsbetrieb anstehen und sorgt bei deren Durchführung für eine entsprechende Währungssicherung. Die Fiat Chrysler Finance Europe S.A. führt die Konzernverrechnungskonten in verschiedenen Währungen. Sobald beabsichtigt wird, das Volumen der Verpflichtung in eine nicht abgesicherte Höhe zu erweitern, erfolgt zudem eine Meldung an den Vorstand der Gesellschaft mit Vorschlägen, wie die zusätzlichen Risiken zu kompensieren sind.

Risikokommunikation

Die Risikokommunikation erfolgt für anstehende, nicht gesicherte Geschäfte durch das Risikomanagement an den Vorstand der Gesellschaft. Der Vorstand leitet den Abschluss von Sicherungsgeschäften über Fiat Chrysler Finance Europe S.A. ein.

c) Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko einer Gesellschaft, ihren Zahlungsverpflichtungen nicht termingerecht oder nicht in voller Höhe nachkommen zu können. Zu unterscheiden sind hierbei das Abrufrisiko durch unerwartet in Anspruch genommene Leasingzusagen sowie das Refinanzierungsrisiko, welches berücksichtigt, dass erforderliche Anschlussfinanzierungen nicht durchgeführt werden können.

Rahmenvorgaben/Risikostrategie

Oberstes Ziel des Liquiditätsmanagements der FFS AG ist die Gewährleistung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Die Refinanzierung der Gesellschaft erfolgt im Wesentlichen mittels Kreditgewährungen seitens der Muttergesellschaft Ferrari Financial Services S.p.A. sowie durch seitens der Fiat Chrysler Finance Europe S.A. im Rahmen des bestehenden Cash-Pooling gewährte Finanzierungsmöglichkeiten.

Risikobeurteilung

Für die Identifikation von Liquiditätsrisiken und für die Liquiditätsplanung ist der Vorstand der FFS AG verantwortlich, der sich dabei der Konzernabteilung FCA-Treasury bedient. Die erwarteten Liquiditätsströme werden in der Abteilung Treasury gebündelt und ausgewertet. Die Identifikation und Erfassung von Liquiditätsrisiken erfolgten auf Basis der täglichen Liquiditätsanforderungen, der Liquiditätsplanung auf Tages-, Monats- und Jahressicht sowie der zur Verfügung stehenden Liquiditätsreserven. Die Determinanten der Liquiditätsplanung berücksichtigen zum einen die bereits bekannten Zahlungsverpflichtungen und zum anderen die Cashflow-Prognosen, welche regelmäßig auf Basis historischer Werte verifiziert werden.

Risikosteuerung und -überwachung/Risikokommunikation

Die Liquiditätsrisiken steuert und überwacht der Vorstand in regelmäßigen Sitzungen und entscheidet über Refinanzierungsmaßnahmen.

d) Operationelle Risiken

Die operationellen Risiken werden als die Gefahr von Verlusten definiert, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Prozessen (Prozessrisiken), Mitarbeitern (Personalrisiken), Technologie (Infrastruktur und IT-Risiken) oder infolge externer Ereignisse (externe Risiken) eintreten. Die Definitionen dieser vier Risikokategorien schließen die jeweiligen Rechtsrisiken ein. Strategische Risiken und Reputationsrisiken werden unter operationellen Risiken nicht betrachtet.

Zielsetzung und strategischer Fokus

Der Vorstand verantwortet die Weiterentwicklung von Leitlinien, Verfahren, Methoden und Systemen zur Identifizierung, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Kommunikation von operationellen Risiken.

Ziel ist es, ermittelte und bewertete Risiken bewusst zu machen, Maßnahmen zur Gegensteuerung zu veranlassen und Vorkehrungen zu treffen, so dass derartige oder ähnliche Schadensfälle möglichst nicht (mehr) eintreten.

Das Management von operationellen Risiken muss gemäß den aktuellen Regeln der FFS AG erfolgen. Dabei sind alle operationellen Risiken zu identifizieren, bei Wesentlichkeit zu dokumentieren, mit Maßnahmen zu mitigieren und deren aktuelle Bedeutung über ein Monitoring sicherzustellen. Hierbei unterstützten ein Self Assessment und eine Schadensfalldatenbank, welche zuverlässig zu befüllen und zu führen ist.

Steuerung, Überwachung und Risikokommunikation

Das Self Assessment und die Schadensfalldatenbank sind Grundpfeiler des Managements der operationellen Risiken.

Im Self Assessment werden im Rahmen einer jährlichen Selbsteinschätzung Verlustdaten nach Verlusthöhe- und Verlusthäufigkeitsschätzungen erfasst und sowohl quantitativ als auch qualitativ bewertet.

In der Schadensfalldatenbank werden die internen Schadensfälle und die monetären operationellen Verluste erfasst und die relevanten Daten historisch ausgewertet.

Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt durch die Gesellschaft auf Grundlage der in Kraft gesetzten Arbeitsanweisungen/Handbücher sowie durch unternehmenseigene Vorgaben. Die Schadensfalldatenbank ermöglicht die systematische Analyse eingetretener Schadensfälle und die Überwachung eingeleiteter Maßnahmen.

Bei der Steuerung und Überwachung der operationellen Risiken werden u.a. folgende Risikoparameter berücksichtigt:

· Geschäftsunterbrechung

· Informationstechnologie

· Betrug

· Geldwäsche

· Kredit-/Marktrisiko

· Projektrisiken

· Outsourcing

e) Sonstige Risiken

Unter den sonstigen Risiken werden im Wesentlichen die Reputationsrisiken und die strategischen Risiken zusammengefasst.

Ziele und strategischer Fokus

Die sonstigen Risiken werden mindestens einmal jährlich identifiziert und unter Berücksichtigung der Möglichkeiten zur Risikoreduzierung hinsichtlich ihrer potentiellen Schadenshöhe und Eintrittshäufigkeit beurteilt.

Steuerung und Überwachung

Die Risikosteuerung und -überwachung der sonstigen Risiken erfolgt prozessual analog zu den operationellen Risiken.

C. Risikodeckungspotential

Zur Ermittlung des Risikodeckungspotentialswerden in den MaRisk keine konkreten Vorgaben gemacht, sodass die FFS AG unter Berücksichtigung ihrer Risikoneigung selbst entscheidet, welche Positionen als Risikodeckungspotential zur Abdeckung der gesamten Risiken des Instituts herangezogen werden. Aus Sicht der FFS AG wurde das Risikodeckungspotential plausibel und entsprechend den tatsächlichen Gegebenheiten aus der Substanzwertrechnung (einschließlich Eigenkapital) abgeleitet.

Die Risiken werden anhand des bestehenden Geschäftsvolumens sowie der erwarteten Planung/ Ausweitung dieser Geschäfte bewertet. Damit nicht nur die Risiken aus den laufenden Geschäften im Risikotragfähigkeitskonzept Berücksichtigung finden, sondern auch die darin enthaltenen Vermögenswerte, leitet das Institut das Risikodeckungspotential vermögenswertbasiert ab. Dazu wird der Substanzwert der FFS AG herangezogen, der aufgrund seines Charakters eine betriebswirtschaftlich realistische Darstellung der Risikodeckungsmasse ermöglicht.

Risikodeckungspotenzial 2014:

Als Risikodeckungspotential zur Verfügung stehende betriebswirtschaftliche Kapital: T€ 43.800

D. Risikobewertung und Kapitalallokation

Die Ermittlung des allokierten Risikokapitals sowie der Inanspruchnahmen des allokierten Risikokapitals erfolgt für die einzelnen Risikokategorien unterschiedlich und berücksichtigt dabei die Bedeutung der einzelnen Risikokategorien für das Institut. Für die Adressausfallrisiken wurde eine quantitative Bewertung implementiert, um damit dem vermögenswertorientierten Risikotragfähigkeitskonzept Rechnung zu tragen. Für die anderen Risikokategorien - im Einzelnen für die Marktpreis-, Liquiditäts-, operationellen und sonstigen Risiken - wird die Allokation von Risikokapital anhand von Standardindikatoren oder Risikotoleranzen vorgenommen, ergänzt um die Selbst- bzw. Expertenschätzung im Rahmen der jährlich durchzuführenden Risikoinventur. Das unter diesen Voraussetzungen berechnete Risikokapital (Limit) begrenzt die jeweiligen Risiken der einzelnen Bereiche. Die Kumulation des auf die einzelnen Bereiche bezogenen Risikokapitals stellt das zulässige Gesamtrisikokapital des Instituts dar und darf nicht überschritten werden. Bei Erreichen von Limitobergrenzen für eine Risikokategorie besteht die Möglichkeit von einer anderen, weniger beanspruchten Risikokategorie umzuwidmen oder der Limiterweiterung, sofern nicht das gesamte Risikodeckungspotential bereits allokiert wurde. Beides ist per Vorstandsbeschluss zu fassen.

Das Institut verzichtet auf die Nutzung von Diversifikationseffekten und unterstellt, dass die in den Hauptkategorien definierten Risiken gleichzeitig eintreten können (und das allokierte Risikokapital gleichzeitig in Anspruch nehmen). Das Gesamtrisiko des Instituts ist somit die Summe der Einzelrisiken der jeweiligen Risikokategorie.

Der als Risikodeckungspotential zur Verfügung stehende Anrechnungsbetrag wird den jeweiligen Risikokategorien zum Bilanzstichtag für das Jahr 2014 wie folgt allokiert:

Adressausfallrisiken € 5.000.000
Marktpreisrisiken € 6.750.000
Liquiditätsrisiken € 3.750.000
Operationelle Risiken € 4.100.000
Sonstige Risiken € 750.000
Als Risikodeckungsmasse allokiertes Risikodeckungspotential € 20.350.000

E. Risikotragfähigkeit

Auf der Grundlage des Gesamtrisikoprofils stellt die FFS AG sicher, dass die wesentlichen Risiken des Instituts durch das Risikodeckungspotenzial (Risikodeckungsmasse), unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen, laufend abgedeckt sind und damit die Risikotragfähigkeit gegeben ist.

Die Risiken wurden - soweit möglich - quantifiziert und ein entsprechender Risikobetrag (Verlustpotenzial, allokiertes Risikokapital) festgelegt, teilweise unter Berücksichtigung von Plausibilisierungen durch qualifizierte Expertenschätzungen oder anhand aufsichtsrechtlich vorgegebener Methoden. Die Auslastung des allokierten Kapitals je Risikoart wird regelmäßig ermittelt.

Zu den jeweiligen, monatlichen Berichtsstichtagen wird durch Quantifizierung der Auslastung der einzelnen Risiken die Risikotragfähigkeit ermittelt und berichtet. Die Angemessenheit der Methoden wird mindestens jährlich durch die Abteilung Risikomanagement geprüft.

Die Festlegung wesentlicher Elemente der Risikotragfähigkeitssteuerung sowie wesentlicher zugrunde liegender Annahmen wird von der Abteilung Risikomanagement verantwortet und vom Vorstand genehmigt.

Darüber hinaus analysiert die Abteilung Risikomanagement bei beabsichtigten Veränderungen der Geschäftstätigkeit oder der strategischen Ziele oder erwarteten Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds die Art und den Umfang der Auswirkungen auf die Risikotragfähigkeit der FFS AG. Die Ergebnisse der Analyse werden im Risikobericht beschrieben.

Die zum Bilanzstichtag 31.12.2014 quantifizierten Risiken konnten bereits mit dem zu Anfang des Geschäftsjahres vorhanden Risikodeckungspotential abgedeckt werden. Im Berichtsjahr betrug die Auslastung der Risikotragfähigkeit € 2.423 Mio. (5,5%). Die Risikotragfähigkeit war im Berichtsjahr jederzeit gegeben.

8) Prognosebericht: Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

Aussichten für das Geschäftsjahr 2015:

Die renommierten Wirtschaftsforschungsinstitute sagen für das Jahr 2015 eine weitere konjunkturelle Besserung voraus. Laut Ifo-Prognose vom Dezember 2014 dürfte trotz einer Stagnation im Sommerhalbjahr 2014 die deutsche Wirtschaft allmählich wieder an Schwung gewinnen. Im Jahr 2015 dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt um 1,5% zulegen. Auch für den wichtigen Markt in Großbritannien sind die konjunkturellen Prognosen positiv mit einem erwarteten Wachstum von 2,6%. Selbst auf Ebene des europäischen Wirtschaftsraums insgesamt wird ein leichtes Wachstum von 0,9% prognostiziert, obwohl mehrere Mitgliedstaaten immer noch erhebliche Strukturprobleme aufweisen. In den Prognosen sind bereits Sondereffekte wie der politische Konflikt in der Ukraine und im Nahen Osten berücksichtigt worden.

Business Plan 2015 Realisiert 2014
Anzahl Verträge 1.510 1.628
Finanzierungssumme € 275,3 Mio. € 291,1 Mio.
Ferrari Neufahrzeuge 584 525
Finanzierungssumme € 111,1 Mio. € 108,5 Mio.
Andere Marken/Gebrauchtfahrzeuge 926 1.103
Finanzierungssumme € 164,2 Mio. € 182,6 Mio.

Sowohl in Bezug auf die Absatzzahlen als auch das Finanzierungsvolumen und die Marktpenetration wurde durch enormes Wachstum in den vergangenen Jahren ein sehr hohes Niveau erreicht. Folglich sind die Aussichten, bei den o. g. Größen nennenswert weiter zu wachsen, eher verhalten. Der Vorstand geht daher auch für die Folgejahre von einem dem Businessplan 2015 entsprechenden Niveau aus.

Preisentwicklung und Refinanzierung:

Das weiterhin niedrige Zinsniveau wird sich im nächsten Jahr auf die Kundenzinsen auswirken, auch wenn der Vorstand davon ausgeht, dass dies nicht in nennenswertem Umfang erfolgt. Das niedrige Zinsniveau hat die Gesellschaft dazu genutzt, einen Großteil ihrer Refinanzierung auf einen Festzins umzustellen, wodurch die Margen insgesamt in 2015 nicht weit unter den Margen 2014 liegen sollten. Bei einem Anstieg des Zinsniveaus ergibt sich dadurch auch die Chance, zukünftig höhere Margen zu erzielen, aber auch das Risiko, bei einem weiteren Absinken des Zinsniveaus Marge abzugeben.

Risiken der globalen Finanz- und Absatzmärkte:

Die FFS AG ist als Finanzdienstleistungsgesellschaft der Ferrari-Gruppe direkt vom Absatzerfolg der Ferrari S.p.A. und vom Absatz gebrauchter Fahrzeuge des Premiumsegments abhängig. Sinken die Absatzzahlen bzw. die Autoverkäufe, kann dies Auswirkungen auf das Kerngeschäft der Gesellschaft mit der Folge sinkender Leasing- und Zinserträge haben.

Das wirtschaftliche Umfeld sieht der Vorstand für 2015 als stabil an. Störungen im wirtschaftlichen Umfeld, die zu Einkommensminderungen bzw. -verlusten oder Insolvenzen führen, könnten die Zahl von Zahlungsverzögerungen und Zahlungsausfällen erhöhen. Dies könnte steigende Einzelwertberichtigungen und - im Falle vollständiger Zahlungsausfälle - höhere Abschreibungen auf Forderungen erforderlich machen und somit das Verlustrisiko des Unternehmens vergrößern. Demgegenüber besteht jedoch auch die Chance, dass sich, bei einer Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds, die Risikokosten verringern.

Ergebnisprognose:

Die Gesellschaft erwartet für das Jahr 2015 ein Geschäftsvolumen, das nahezu das hohe Vorjahresniveau erreicht und ein weiteres Bestandswachstum. Für 2015 wird die Konsequenz daraus ein Abbau der durch leasingtypische Aufwands- und Ertragsverläufe aufgebauten Aufwandsüberhänge sein. Dies wird in 2015 zu einem positiven handelsrechtlichen Ergebnis führen.

9) Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Der Vorstand der FFS AG hat nach § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zur Ferrari Financial Services S.p.A., Maranello, Italien, und den mit dieser verbundenen Unternehmen erstellt und dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Vorstand erklärt am Schluss des Berichts: "Nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die vorstehenden Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, hat die Gesellschaft bei allen Rechtsgeschäften eine angemessene Gegenleistung erhalten."

 

Pullach, den 4. März 2015

Ferrari Financial Services AG

Herbert Hütter

Marc-Oliver Bucksch

Thomas Rinn

Bilanz

Aktiva

31.12.2014
EUR
31.12.2013
EUR
1. Barreserve    
a) Kassenbestand 1.677,61 444,50
3. Forderungen an Kreditinstitute    
a) täglich fällig 5.268.739,96 6.392.218,37
4. Forderungen an Kunden 254.028.905,73 292.493.733,49
darunter: an Finanzdienstleistungsinstitute EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 0,00)    
7. Beteiligungen 33.000,00 33.000,00
10a. Leasingvermögen 159.859.663,85 128.054.317,36
11. Immaterielle Anlagewerte    
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.204.938,37 2.287.489,72
12. Sachanlagen 482.485,69 540.678,90
14. Sonstige Vermögensgegenstände 52.137.472,81 23.575.165,81
15. Rechnungsabgrenzungsposten 34.822,06 1.846,56
18. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 6.441.850,42 0,00
  480.493.556,50 453.378.894,71

Passiva

   
  31.12.2014
EUR
31.12.2013
EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten    
a) täglich fällig 727.645,96 3.946.310,24
5. Sonstige Verbindlichkeiten 426.667.486,36 404.054.690,64
6. Rechnungsabgrenzungsposten 34.072.942,96 29.244.373,82
7. Rückstellungen    
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.624.093,00 2.740.021,00
b) Steuerrückstellungen 895.000,00 1.876.300,00
c) andere Rückstellungen 10.506.388,22 8.142.116,37
  19.025.481,22 12.758.437,37
12. Eigenkapital    
a) gezeichnetes Kapital 1.777.600,00 1.777.600,00
b) Kapitalrücklage 5.211.720,00 5.211.720,00
c) Gewinnrücklage    
ca) gesetzliche Rücklage 3.355,42 3.355,42
d) Bilanzverlust -13.434.525,84 -3.617.592,78
  -6.441.850,42 3.375.082,64
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag (Ausweis unter Aktiva 18.) 6.441.850,42 0,00
  0,00 3.375.082,64
  480.493.556,50 453.378.894,71

Gewinn- und Verlustrechnung

EUR EUR 2014
EUR
Vorjahr
EUR
1. Leasingerträge   345.304.018,39   257.865.154,42
2. Leasingaufwendungen   295.775.495,62   205.095.737,83
      49.528.522,77 52.769.416,59
1. Zinserträge aus        
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften   15.958.095,26   13.565.682,55
2. Zinsaufwendungen   5.809.661,98   5.103.824,67
      10.148.433,28 8.461.857,88
5. Provisionserträge   56.683,98   142.337,67
6. Provisionsaufwendungen   3.917.285,80   2.656.250,07
      -3.860.601,82 -2.513.912,40
8. Sonstige betriebliche Erträge     10.230.257,03 10.598.119,59
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen        
a) Personalaufwand        
aa) Löhne und Gehälter 3.912.673,14     2.391.914,33
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 4.661.023,10 8.573.696,24   722.674,10
darunter: für Altersversorgung EUR 4.395.572,69 (Vorjahr: TEUR 506)        
b) andere Verwaltungsaufwendungen   4.239.828,50   4.898.962,96
      12.813.524,74 8.013.551,39
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf        
a) Leasingvermögen   42.527.896,79   42.098.359,49
b) Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen   757.946,35   495.944,70
      43.285.843,14 42.594.304,19
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen     16.610.856,73 7.459.722,50
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft     2.087.028,29 1.297.929,69
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft     234.546,87 28.153,47
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit     -8.516.094,77 9.978.127,36
21. Außerordentliche Aufwendungen   26.425,00   26.425,00
22. Außerordentliches Ergebnis     26.425,00 26.425,00
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag     1.270.091,29 1.084.039,02
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12. ausgewiesen     4.322,00 7.276,00
27. Jahresfehlbetrag (Vorjahr: Jahresüberschuss)     -9.816.933,06 8.860.387,34
28. Verlustvortrag aus dem Vorjahr     3.617.592,78 12.477.980,12
34. Bilanzverlust     13.434.525,84 3.617.592,78

Anhang

A. ALLGEMEINE ANGABEN

1. Aufstellungsgrundsätze und Gliederung

Durch das am 25. Dezember 2008 in Kraft getretene Jahressteuergesetz 2009 wurde der Abschluss von Finanzdienstleistungsverträgen als Leasinggeber (§ 1 Abs. 1a S. 2 Nr. 10 KWG) und das Factoring (§ 1 Abs. 1a S. 2 Nr. 9 KWG) neu als erlaubnispflichtige Finanzdienstleistungen in das Kreditwesengesetz (KWG) aufgenommen. Die Gesellschaft hat zum 8. Januar 2009 ihre Tätigkeit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemäß § 64j Abs. 2 KWG angezeigt. Die Erlaubnis gilt damit rückwirkend als erteilt. Somit ist die Ferrari Financial Services AG, Grünwald, nach § 340 Abs. 4 S. 1 HGB verpflichtet, einen Jahresabschluss nach den für Kreditinstitute geltenden Regelungen des § 340 ff. HGB i.V.m. der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufzustellen. Demzufolge stellt die Gesellschaft zum 31. Dezember 2014 einen Jahresabschluss nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des HGB sowie unter Beachtung der für Finanzdienstleistungsinstitute geltenden Regelungen des § 340 ff. HGB i.V.m. RechKredV auf.

Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage des Handelsgesetzbuchs und der Vorschriften des Aktiengesetzes erstellt.

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung werden im Anlagenspiegel, in der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung zusätzliche Posten gemäß § 265 Abs. 5 HGB im Zusammenhang mit dem Leasinggeschäft ausgewiesen.

Die Posten der Aktivseite sind mit Ausnahme der USt-Forderungen und -Verbindlichkeiten für die jeweiligen Länder nicht mit Posten der Passivseite, Aufwendungen sind nicht mit Erträgen verrechnet worden.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

a) Barreserve und Forderungen an Kreditinstitute

Die Barreserve und die Forderungen an Kreditinstitute wurden zum Nennwert angesetzt.

b) Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden werden grundsätzlich mit dem Nennbetrag angesetzt. Soweit erforderlich, wurden auf die Forderungen Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Noch nicht fällige Forderungen aus Autokauffinanzierungen werden abgezinst zum Barwert bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Factoring-Forderungen werden unter Berücksichtigung der Zinsabgrenzung ausgewiesen.

c) Beteiligungen

Die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten abzüglich Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag bewertet.

d) Leasingvermögen

Die Gegenstände des Leasingvermögens werden mit den Anschaffungskosten vermindert um die planmäßigen Abschreibungen bilanziert. Die Abschreibungen auf das Vermietvermögen erfolgen linear, im Jahr des Zugangs pro rata temporis, über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 6 Jahren bei Neufahrzeugen und über die entsprechend bemessene Restnutzungsdauer bei Gebrauchtfahrzeugen.

e) Immaterielle Anlagewerten und Sachanlagen

Die Bilanzierung und Bewertung der immateriellen Anlagewerte sowie der Sachanlagen erfolgt zu historischen Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Die Zugänge zum Anlagevermögen des Geschäftsjahres 2014 werden linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer - pro rata temporis - abgeschrieben. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von € 150,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens mit einem Wert von € 150,00 bis € 1.000,00 werden dem Steuerrecht entsprechend in einem Pool über 5 Jahre linear abgeschrieben.

f) Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind grundsätzlich mit ihrem Nennbetrag angesetzt.

Unter diesem Posten ausgewiesene Waren werden mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die ebenfalls unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesenen Aktivwerte der Rückdeckungsversicherungen werden mit dem beizulegenden Wert angesetzt.

g) Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen im Voraus bezahlte Aufwendungen des Folgejahres.

h) Forderungen in fremder Währung

Forderungen in fremder Währung werden mit dem Kurs am Tage des Geschäftsvorfalls umgerechnet und unter Berücksichtigung des § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag angesetzt. Zum Bilanzstichtag in Fremdwährung lautende Vermögensgegenstände belaufen sich auf T€ 187.935 (Vj. T€ 178.862).

i) Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

j) Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Einnahmen, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen. Die Auflösungen erfolgen linear über die den Abgrenzungen zugrunde liegenden Verträge.

k) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen wurde nach den Vorschriften des BilMoG durchgeführt. Die Bewertung erfolgte nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der sog. Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode). Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck und ein Rechnungszinssatz von p.a. 4,54 % verwendet.

Aufgrund der ratierlichen Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen über 15 Jahre nach Art. 67 Abs. 1 EGHGB sind zum 31. Dezember 2014 Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 264 nicht in der Bilanz enthalten.

l) Steuerrückstellungen und andere Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen und anderen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten auf der Grundlage einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung.

m) Eigenkapital

Der Ansatz und Ausweis des Eigenkapitals erfolgt gemäß § 272 HGB i.V.m. § 150 AktG.

n) Verbindlichkeiten in fremder Währung

Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Kurs am Tage des Geschäftsvorfalls umgerechnet und unter Berücksichtigung des § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag angesetzt. Zum Bilanzstichtag in Fremdwährung lautende Verbindlichkeiten belaufen sich auf T€ 3.351 (Vj. T€ 4.819).

o) Latente Steuern

Zum Bilanzstichtag bestehen temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Handels- und Steuerbilanz bei den sonstigen Rückstellungen und den Pensionsrückstellungen, welche zu aktiven latenten Steuern führen würden. Dieser Aktivüberhang wurde unter Nutzung des Wahlrechtes nach § 274 Abs. 1 HGB nicht aktiviert.

Die sich darüber hinaus zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 auf bestehende körperschaft- und gewerbesteuerliche Verlustvorträge ergebenden aktiven latenten Steuern wurden ebenfalls unter Nutzung der Wahlrechtes nach § 274 Abs. 1 HGB nicht angesetzt.

Der Ermittlung der latenten Steuern lag in Deutschland ein kombinierter Steuersatz für Körperschaft- und Gewerbesteuer von 24,23 %, in England für Körperschaftsteuer von 21,5 % zugrunde.

p) Leasingergebnis

Leasingerträge aus laufenden Leasingraten werden periodengerecht entsprechend den vereinbarten Zahlplänen vereinnahmt. Leasingsonderzahlungen werden über den passiven Rechnungsabgrenzungsposten linear über die Leasinglaufzeit verteilt oder ggf. vorzeitig in voller Höhe vereinnahmt, wenn der zugrunde liegende Vertrag bzw. das Fahrzeug verkauft wird. Leasingerträge im Zusammenhang mit dem Verkauf von Leasingobjekten werden mit Übergang von Nutzen und Lasten realisiert.

Leasingaufwendungen werden verursachungs- bzw. periodengerecht zu den entsprechenden Leasingerträgen erfasst.

q) Zinsergebnis

Zinsen werden mit dem zeitanteiligen Betrag, der auf das Geschäftsjahr entfällt, erfasst.

r) Provisionsergebnis

Die Provisionserträge enthalten Einmalzahlungen, die nach vollständiger Leistungserbringung vereinnahmt werden.

Provisionsaufwendungen werden entsprechend der in Anspruch genommenen Leistung als Aufwand verbucht.

s) Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen werden verursachungs- bzw. periodengerecht erfasst.

B.ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

1. Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von T€ 5.269 (Vj. T€ 6.392) beinhalten ausschließlich täglich fällige Bankguthaben.

2. Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden in Höhe vonT€ 254.029 (Vj. T€ 292.494) sind im Wesentlichen Forderungen aus Autokauffinanzierungen in Höhe von T€ 228.550 (Vj. T€ 182.113), Factoringforderungen in Höhe von T€ 9.074 (Vj. T€ 78.982), sowie Forderungen aus dem Leasinggeschäft in Höhe von T€ 9.745(Vj. T€ 16.808) enthalten. Daneben enthält der Posten Forderungen gegenüber Konzerngesellschaften in Höhe von T€ 6.660 (Vj. T€ 14.590). Diese resultieren aus Teiltilgungen der Factoringforderungen durch die Forderungsschuldner gegenüber der Konzerngesellschaft.

Zur Erfassung der mit den Forderungen verbundenen Ausfallrisiken wurden Einzelwertberichtigungen auf den Forderungsbestand in Höhe von T€ 5.863 (Vj. T€ 5.875) vorgenommen.

Die Restlaufzeit der Forderungen an Kunden gemäß § 9 Abs. 1 und 2 RechKredV stellt sich wie folgt dar:

Restlaufzeit
bis zu 3 Monaten mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren mehr als 5 Jahre Gesamt
Aktiva 3. Forderungen T€ 38.489 T€ 46.945 T€ 168.595 € 0,00 T€ 254.029
an Kunden (Vj. T€ 126.736) (Vj. T€ 32.944) (Vj. T€ 132.184) (Vj. T€ 0) (Vj. T€ 292.494)

3. Beteiligungen

Zum 31.12.2014 besteht eine 49 %ige Beteiligung am Stammkapital der Senator Software GmbH, Grünwald (Eigenkapital zum 31.12.2013: T€ 63; Jahresüberschuss 2013: T€ 8).

4. Leasingvermögen, immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die Zusammensetzung und die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr sind im Anlagengitter (Anlage zum Anhang) dargestellt.

5. Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen überwiegend Forderungen aus Cash-Pooling gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 39.937 (Vj. T€ 19.033) sowie das Vorratsvermögen in Höhe von T€ 540 (Vj. T€ 987). Weiterhin werden im Wesentlichen ausländische Steuerforderungen in Höhe von T€ 5.552 (Vj. T€ 2.430), Aktivwerte von Rückdeckungsversicherungen in Höhe von T€ 468 (Vj. T€ 419) und Kautionen in Höhe von T€ 153 (Vj. T€ 73) ausgewiesen. T€ 5.202 bestehen für Zahlungausgänge an Händler für Fahrzeugkäufe im Zusammenhang mit Neuverträgen im Jahr 2015. Die Forderungen aus Cash-Pooling mit verbundenen Unternehmen beruhen auf einem zwischen der Ferrari Financial Services AG, Grünwald, und Fiat Chrysler Finance Europe S.A. abgeschlossenen Vertrag zur Einbeziehung der Gesellschaft in das Cash-Pooling-System der FCA-Gruppe.

6. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 728 (Vj. T€ 3.946) sind täglich fällig.

7. Sonstige Verbindlichkeiten

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 418.088 (Vj. T€ 391.435) enthalten. Diese beinhalten im Wesentlichen Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Ferrari Financial Services S.p.A, Maranello/Italien, in Höhe von T€ 417.783 (Vj. T€ 390.981). Diese Refinanzierungsverbindlichkeiten wurden den sonstigen Verbindlichkeiten und nicht den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden zugeordnet, da sie nicht dem Leasinggeschäft i.e.S. zuzuordnen sind. Die weiteren Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren in Höhe von T€ 304 (Vj. T€ 448) aus Lieferungen und Leistungen.

Ein Anteil von T€ 1.406 (Vj. T€ 4.619) an den sonstigen Verbindlichkeiten betreffen Verbindlichkeiten aus USt-Zahllasten saldiert mit den USt-Forderungen für die jeweiligen Länder. Forderungen aus den USt-Geschäften sind in entsprechender Höhe unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen. Wir verweisen auf Abschnitt B.5.

Außerdem beinhalten die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 543 (Vj. T€ 965) erhaltene Kautionen sowie in Höhe von T€ 541 (Vj. T€ 807) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

8. Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 35 (Vj. T€ 2) betreffen vorausbezahlte Aufwendungen des folgenden Geschäftsjahres.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen abzugrenzende Leasingsonderzahlungen in Höhe von T€ 33.992 (Vj. T€ 28.004) und Forfaitierungen von zukünftigen Leasingzahlungen und Restwerten in Höhe von T€ 81 (Vj. T€ 1.089). Im Berichtsjahr wurden abgegrenzte Zinsen aus Forderungskäufen im Posten Forderungen an Kunden berücksichtigt, während sie im Vorjahr passivisch abgegrenzt wurden.

9. Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen sind für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 3.328 (Vj. T€ 1.486) und drohende Verluste in Höhe von T€ 7.178 (Vj. T€ 6.656) gebildet worden. Die Drohverlustrückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen, die auf das Leasinggeschäft für Restbuchwertunterdeckung in Höhe von T€ 5.425 (Vj. T€ 5.343) entfallen.

10. Eigenkapital

Das Grundkapital der Ferrari Financial Services AG ist zum 31. Dezember 2014 in 1.777.600 auf den Inhaber lautende Stückaktien aufgeteilt.

Die Kapitalrücklage betrifft andere Zuzahlungen in das Eigenkapital nach § 272 Abs.2 Nr.4 HGB.

C.ANGABEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt gemäß Formblatt 3 zur RechKredV in Staffelform.

1. Leasingerträge

Die Leasingerträge beinhalten im Wesentlichen laufende Leasingerträge und die Auflösung von passiven Rechnungsabgrenzungsposten für Mietsonderzahlungen (laufend sowie bei Vertragsverkäufen) und Vermittlungsprovisionen sowie die Gewinne und Verluste aus den Anlagenabgängen des Leasingvermögens bei vorzeitigen Vertragsablösen sowie bei Verkäufen ganzer Portfolien von Leasingverträgen bzw. Leasingobjekten. Das wirtschaftliche Gesamtergebnis bei vorzeitigen Vertragsablösungen ergibt sich aus der Gesamtbetrachtung der Gewinne bzw. Verluste aus Anlagenabgängen und der Erträge aus der sofortigen Auflösung der abgegrenzten Leasingsonderzahlungen.

Im Berichtsjahr werden die Erlöse aus Anlageabgängen in den Leasingerträgen und die Abgänge der korrespondierenden Restbuchwerte in den Leasingaufwenden gezeigt. Im Vorjahr wurden die Abgangsgewinne unter den Leasingerträgen und die Abgangsverluste unter den Leasingaufwendungen ausgewiesen. Bei einer Darstellung des Vorjahres entsprechend der Vorgehensweise in 2014 würden sich um T€ 61.029 höhere Leasingerlöse und um T€ 61.029 höhere Leasingaufwendungen ergeben.

2. Leasingaufwendungen

Die Leasingaufwendungen betreffen im Wesentlichen Objekteinkäufe für Autokauffinanzierungen und Restwertabgänge aus verkauften Leasingobjekten.

3. Zinserträge

Die Zinserträge betreffen im Wesentlichen die laufenden Zinserträge aus dem Mietkaufgeschäft.

4. Zinsaufwendungen

Die Zinsaufwendungen betreffen im Wesentlichen die Zinszahlungen für das Intercompany Darlehen durch die Ferrari Financial Services S.p.A. Maranello.

5. Provisionsaufwendungen

Die Provisionsaufwendungen entstehen gegenüber dem Ferrari Händlernetz für die Vermittlung von Leasing- und Mietkaufverträgen.

6. Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind folgende Erträge aus der Währungsumrechnung (insgesamt in Höhe von T€ 9.710) enthalten:

Realisierte Kursgewinne: T€ 7.400

Erträge aus der Währungsumrechnung von Fremdwährungspositionen zum Abschlussstichtag (§ 256a HGB): T€ 2.310

Weitere wesentliche Einzelbeträge sind in dieser Position nicht enthalten.

7. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten in Höhe von T€ 522 (Vj. T€ 105) Zuführungen zu Drohverlustrückstellungen.

Zudem sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen folgende Aufwendungen aus der Währungsumrechnung (insgesamt in Höhe von T€ 15.351) enthalten:

Realisierte Kursverluste: T€ 15.038

Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von Fremdwährungspositionen zum Abschlussstichtag (§ 256a HGB): T€ 313

8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen betreffen Personal- und Sachaufwendungen des laufenden Geschäftsbetriebes.

9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Leasingvermögen

Die Abschreibungen auf das Leasingvermögen betreffen den finanzierten Bestand an Leasingfahrzeugen. Die Abschreibung wurde linear unter Berücksichtigung gängiger Nutzungsdauern ermittelt.

10. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen betreffen die Bildung und Auflösung von Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Wertberichtigungen.

11. Außerordentlicher Aufwand

Der außerordentliche Aufwand entspricht der Zuführung zur Pensionsrückstellung aus dem Unterschiedsbetrag, der aus der Bewertungsumstellung zum 1. Januar 2010 resultiert. Unter der Voraussetzung, dass dieser Unterschiedsbetrag auf 15 Jahre verteilt wird, ergibt sich ein Aufwand in Höhe von T€ 26 für 2014.

12. Ertragssteuern

Die Steuern von Einkommen und Ertrag (T€ 1.270) setzen sich im Wesentlichen aus dem Ertragssteueraufwand für UK von T€ 1.182 (2014) bzw. T€ 83 (für Vorjahre) zusammen.

D.SONSTIGE ANGABEN

1. Angaben zu derivativen Finanzinstrumenten

FX-Swaps

Die Berichtsgesellschaft hat zum Abschlussstichtag vier Währungsswaps (FOREX Swaps) im Bestand. Die Eckdaten zu diesen FOREX Swaps sind wie folgt:

1) Aussteller: Fiat Finance S.p.A, Turin/Italien
Beginn: 30.09.2014
Ende: 30.04.2015
Währung: USD
Betrag: USD 0,35 Mio.
Forward Rate: 1,27338 USD/EUR
Marktwert per 31.12.2014: T€ -13
2) Aussteller: Fiat Finance S.p.A, Turin/Italien
Beginn: 30.12.2014
Ende: 06.05.2015
Währung: USD
Betrag: USD 0,44 Mio.
Forward Rate: 1,2211840 USD/EUR
Marktwert per 31.12.2014: T€ -2
3) Aussteller: Fiat Finance S.p.A, Turin/Italien
Beginn: 31.12.2014
Ende: 30.03.2015
Währung: GBP
Betrag: GBP 165 Mio
Forward Rate: 0,7863010 GBP/EUR
Marktwert per 31.12.2014: T€ -1.734
4) Aussteller: Fiat Finance S.p.A, Turin/Italien
Beginn: 31.12.2014
Ende: 30.03.2015
Währung: CHF
Betrag: CHF 71 Mio
Forward Rate: 1,2020940 CHF/EUR
Marktwert per 31.12.2014: T€ -4

Die aufgeführten Fremdwährungsswaps wurden nicht in Bewertungseinheiten einbezogen. Für die negativen Marktwerte zum 31.12.2014 wurde eine entsprechende Drohverlustrückstellung gebildet. Positive Marktwerte wurden nicht berücksichtigt. Die Markwerte wurden der Gesellschaft vom Aussteller der Swaps mitgeteilt.

2. Angaben zum Abschlussprüferhonorar

Für den Abschlussprüfer sind für das Geschäftsjahr 2014 Aufwendungen in folgender Höhe berücksichtigt:

- Abschlussprüfungsleistungen: T€ 67

- andere Bestätigungsleistungen: T€ 5

3. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse i.S.d. § 251 HGB bestehen - wie im Vorjahr - nicht.

An sonstigen finanziellen Verpflichtungen von Bedeutung sind zu nennen:

Verpflichtungen aus langfristigen Mietverträgen T€ 1.177 (Vj. T€ 627) davon werden in 2015 fällig: T€ 223.

4. Angaben zu nahestehenden Personen

Nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommene Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden im Geschäftsjahr nicht vorgenommen.

5. Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand

Herr Dr. Darius Ahrabian, einzelvertretungsberechtigt

Kaufmann, bis 28. August 2014

CEO

Herr Herbert Hütter, gesamtvertretungsberechtigt

Kaufmann, ab 28. August 2014

CEO

Herr Marc-Oliver Bucksch, gesamtvertretungsberechtigt

Diplom - Ökonom

CFO

Herr Thomas Rinn, gesamtvertretungsberechtigt

Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH), ab 28. August 2014

Operations Director

Die Angabe der Vorstandsbezüge entfällt gemäß § 286 Abs. 4 HGB.

Aufsichtsrat

Herr Herbert Hütter, Vorsitzender

Kaufmann, bis 28. August 2014

Herr Klaus Albert Bentz, Vorsitzender

CEO FGA Bank Germany GmbH, seit 28. August 2014

Herr Enrico Galliera

Vorstand Marketing & Sales Ferrari S.p.A.

Herr Italo Valenti

CFO Ferrari S.p.A., bis 10. Februar 2014

Herr Matteo Anversa

CFO Ferrari S.p.A., seit 10. Februar 2014

Für die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates entstehen der Gesellschaft keine Aufwendungen.

6. Arbeitnehmer

Die Gesellschaft beschäftigte außer dem Vorstand im Jahresdurchschnitt 27 (Vj. 20) Arbeitnehmer.

7. Verwendung des Jahresergebnisses

Der Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2014 in Höhe von € 9.816.933,06 wird auf neue Rechnung vorgetragen.

8. Konzernverbindung

Die Gesellschaft ist ein direktes Tochterunternehmen der Ferrari Financial Services S.p.A., Maranello/Italien, sowie indirektes Tochterunternehmen der Ferrari S.p.A., Maranello/Italien, sowie der Fiat Chrysler Automobiles N.V., Amsterdam/Niederlande, in deren Konzernabschluss sie einbezogen wird. Der Konzernabschluss der Fiat Chrysler Automobiles N.V. ist an deren Sitz in Amsterdam erhältlich. Die Ferrari Financial Services AG ist somit verbundenes Unternehmen sämtlicher Konzernunternehmen des FCA-Konzerns.

 

Pullach, den 4. März 2015

Der Vorstand

Herbert Hütter

Marc-Oliver Bucksch

Thomas Rinn

Anlage zum Anhang

Entwicklung des Anlagevermögens vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014

Anschaffungskosten
1.1.2014
EUR
Zugang
EUR
Abgang
EUR
31.12.2014
EUR
I. Beteiligungen 950.248,00 0,00 0,00 950.248,00
II. Leasingvermögen        
1. Fahrzeuge (PKW + LKW) 205.545.561,11 108.347.337,66 68.442.843,05 245.450.055,72
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
  205.545.561,11 108.347.337,66 68.442.843,05 245.450.055,72
III. Immaterielle Anlagewerte        
Konzessionen und ähnliche Rechte 51.148,34 386.809,83 0,00 437.958,17
EDV Software 2.776.354,81 135.652,02 0,00 2.912.006,83
Anzahlungen (noch nicht fertiggestellt) 0,00 0,00 0,00 0,00
  2.827.503,15 522.461,85 0,00 3.349.965,00
IV. Sachanlagen        
Fuhrpark 351.150,31 305.261,49 219.528,45 436.883,35
Betriebs- und Geschäftsausstattung 311.121,11 15.827,62 85.877,80 241.070,93
Mietereinbauten 135.796,37 9.327,93 114.906,80 30.217,50
Anzahlungen Mietereinbauten 0,00 0,00 0,00 0,00
Betriebs- und Geschäftsausstattung (Pool) 42.685,12 1.033,86 6.023,18 37.695,80
Geringwertige Wirtschaftsgüter 0,00 0,00 0,00 0,00
  840.752,91 331.450,90 426.336,23 745.867,58
  210.164.065,17 109.201.250,41 68.869.179,28 250.496.136,30
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2014
EUR
Zugang
EUR
Abgang
EUR
31.12.2014
EUR
I. Beteiligungen 917.248,00 0,00 0,00 917.248,00
II. Leasingvermögen        
1. Fahrzeuge (PKW + LKW) 77.491.243,75 42.527.896,79 34.428.748,67 85.590.391,87
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
  77.491.243,75 42.527.896,79 34.428.748,67 85.590.391,87
III. Immaterielle Anlagewerte        
Konzessionen und ähnliche Rechte 40.150,29 42.341,15 0,00 82.491,44
EDV Software 499.863,14 562.672,05 0,00 1.062.535,19
Anzahlungen (noch nicht fertiggestellt) 0,00 0,00 0,00 0,00
  540.013,43 605.013,20 0,00 1.145.026,63
IV. Sachanlagen        
Fuhrpark 94.453,59 71.019,03 77.879,66 87.592,96
Betriebs- und Geschäftsausstattung 145.665,19 46.942,32 50.961,91 141.645,60
Mietereinbauten 37.351,13 28.195,45 55.479,98 10.066,60
Anzahlungen Mietereinbauten 0,00 0,00 0,00 0,00
Betriebs- und Geschäftsausstattung (Pool) 22.604,10 6.776,35 5.303,72 24.076,73
Geringwertige Wirtschaftsgüter 0,00 0,00 0,00 0,00
  300.074,01 152.933,15 189.625,27 263.381,89
  79.248.579,19 43.285.843,14 34.618.373,94 87.916.048,39
Buchwerte
31.12.2014
EUR
Vorjahr
EUR
I. Beteiligungen 33.000,00 33.000,00
II. Leasingvermögen    
1. Fahrzeuge (PKW + LKW) 159.859.663,85 128.054.317,36
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00
  159.859.663,85 128.054.317,36
III. Immaterielle Anlagewerte    
Konzessionen und ähnliche Rechte 355.466,73 10.998,05
EDV Software 1.849.471,64 2.276.491,67
Anzahlungen (noch nicht fertiggestellt) 0,00 0,00
  2.204.938,37 2.287.489,72
IV. Sachanlagen    
Fuhrpark 349.290,39 256.696,72
Betriebs- und Geschäftsausstattung 99.425,33 165.455,92
Mietereinbauten 20.150,90 98.445,24
Anzahlungen Mietereinbauten 0,00 0,00
Betriebs- und Geschäftsausstattung (Pool) 13.619,07 20.081,02
Geringwertige Wirtschaftsgüter 0,00 0,00
  482.485,69 540.678,90
  162.580.087,91 130.915.485,98

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014 wurde am 12. März 2015 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Ferrari Financial Services AG, Grünwald, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

München, 6. März 2015

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Frey, Wirtschaftsprüfer

Seifert, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Ferrari Financial Services AG, Grünwald (im Folgenden "Gesellschaft" genannt) hat im Geschäftsjahr 2014 in insgesamt 4 Sitzungen am 10. Februar, 12. März, 28. August und 26. November alle die ihm gemäß Gesetz und Satzung der Gesellschaft obliegenden Aufgaben wahrgenommen und Beschlüsse gefasst.

Der Aufsichtsratsvorsitzende hat die Hauptversammlung am 12. März 2014 geleitet.

Der Aufsichtsrat bestand im Jahr 2014 aus folgenden Mitgliedern: Herbert Hütter (Vorsitzender, bis 28. August 2014), Klaus Bentz (Vorsitzender, ab 28. August 2014), Italo Valenti (Stellvertretender Vorsitzender, bis 10. Februar 2014), Matteo Anversa (Stellvertretender Vorsitzender, ab 10. Februar 2014), Enrico Galliera.

Der Aufsichtsrat wurde während der oben genannten Sitzungen und quartalsweise vom Vorstand über die Geschäftsentwicklung und Risikosituation unterrichtet, daneben stand der Vorstand den Mitgliedern des Aufsichtsrates zu Fragen der Geschäftspolitik der Gesellschaft und zur Entwicklung der Geschäfte jederzeit zur Verfügung. Neben der Geschäfts- und der Risikostrategie wurden auch finanzielle und organisatorische Fragen erörtert.

Die Gesellschaft hat, wie bereits in den Jahren zuvor, ihre Geschäftstätigkeit als konzerneigene Leasinggesellschaft mit Leasing- und Autokauffinanzierungen über das Ferrari Händlernetz erfolgreich weiter ausgebaut. Mit insgesamt 1.628 neuen Verträgen, hiervon 525 über Ferrari Neufahrzeuge und 1.103 über andere Marken oder Ferrari Gebrauchtfahrzeuge, und damit Neuabschlüssen im Gesamtvolumen von insgesamt rund € 291,1 Millionen, war die Gesellschaft wieder erfolgreich tätig.

Die Gesellschaft ist in den letzten Jahren durch Wahrnehmung ihrer Marktchancen stark gewachsen. Der Aufsichtsrat schließt sich daher der Einschätzung des Vorstandes an, dass die Aussichten auf ein zukünftiges Wachstum in ähnlicher Größenordnung eher verhalten sind.

Das Jahr 2014 endete nach HGB mit einem Jahresverlust von rund € 9,8 Millionen und nach IFRS mit einem Verlust vor Steuern von rund € 1,0 Million. Der Aufsichtsrat geht davon aus, dass die Bewertung nach IFRS, wie von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in der Aufsichtsratssitzung vom 12. März 2015 bestätigt, die Geschäftsentwicklung realistischer bewertet.

Während des Geschäftsjahres wurde die Tätigkeit der Gesellschaft und des Vorstandes überwacht und der Vorstand beratend begleitet. Der Aufsichtsrat hat im Rahmen seiner satzungsmäßigen Zuständigkeit an Beschlussfassungen der Gesellschaft mitgewirkt.

Ausschüsse hat der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2014 keine gebildet.

Der Prüfungsauftrag ist gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 12. März 2014 vom Aufsichtsrat der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erteilt worden.

Die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes lässt die Gesellschaft gemäß den gesetzlichen Bestimmungen durchführen. Die Gesellschaft war im Jahr 2014 uneingeschränkt prüfungspflichtig. Die Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2014 hat zu keinen materiellen Einwendungen durch die Abschlussprüfer geführt, die den Jahresabschluss mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen haben.

Jahresabschluss, Lagebericht und die Mitteilung des Vorstandes zur Verwendung des Bilanzgewinns wurden dem Aufsichtsrat rechtzeitig ausgehändigt. Die Besprechung mit den Abschlussprüfern hat am 12. März 2015 stattgefunden und den positiven Eindruck des Aufsichtsrates von der ordnungsgemäßen Geschäftsführung durch den Vorstand bestätigt. Auch der Aufsichtsrat hat keine materiellen Beanstandungen festgestellt.

Der Aufsichtsrat hat daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss gebilligt, der damit festgestellt ist.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren persönlichen Einsatz und die erzielten Ergebnisse und wünscht ihnen eine weiterhin erfolgreiche Tätigkeit für unsere Gesellschaft.

 

Pullach, 12. März 2015

Der Aufsichtsrat

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