Stammdaten

Register
Amtsgericht Aschaffenburg HRB 7526
Vorher
Duesmann Recycling GmbHDuesmann & Hensel Recycling GmbH
Eingetragen
18.1.2000
Branche
Sammlung gefährlicher AbfälleRückgewinnung sortierter WerkstoffeEnergetische Verwertung von Abfällen
Gegenstand
das Sammeln, Transportieren und Recyceln von edelmetallhaltigen Materialien und Abfällen.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Andreas Friesen
seit 7.5.2025
Geschäftsführer
Oliver Krestin
seit 7.6.2013
Geschäftsführer
Peter Lenz
seit 3.5.2010
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

5 Gesellschafter

GmbH-Struktur

2 von 5 angezeigt

T. Hensel Holding GmbH
Germany
150.000 €
50.00%
Hensel Recycling GmbH
Germany
50.000 €
16.67%

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Hensel Recycling GmbH

Aschaffenburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.09.2022 bis zum 31.08.2023

Bilanz zum 31. August 2023

AKTIVA

31.08.2023 Vorjahr
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 300.712,00 311.192,00
2. Geleistete Anzahlungen 112.968,37 1.009.439,92
413.680,37 1.320.631,92
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.064.330,26 3.651.562,26
2. technische Anlagen und Maschinen 1.159.174,00 1.424.882,00
3. andere Anlagen, Betriebs- u. Geschäftsausstatt. 1.936.388,00 1.594.528,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 895.028,81 322.264,22
8.054.921,07 6.993.236,48
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 335.000,00
8.468.601,44 8.648.868,40
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 9.828,60 17.514,00
2. In Arbeit befindliche Aufträge 131.309.499,32 193.961.089,07
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 473.882,88 346.039,59
4. Geleistete Anzahlungen 28.868,20 239.189,58
131.822.079,00 194.563.832,24
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 768.055,25 767.707,92
2. sonstige Vermögensgegenstände 3.730.461,95 6.241.456,86
4.498.517,20 7.009.164,78
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.056.447,34 3.429.834,13
139.377.043,54 205.002.831,15
C. Rechnungsabgrenzungsposten 870.718,57 1.109.427,74
148.716.363,55 214.761.127,29

PASSIVA

31.08.2023 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 300.000,00 300.000,00
Nennbetrag eigener Anteile -50.000,00 -50.000,00
II. Kapitalrücklage 1.000,00 1.000,00
III. Bilanzgewinn 52.729.477,42 49.372.508,73
52.980.477,42 49.623.508,73
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 22.573.816,83 23.851.740,83
2. Sonstige Rückstellungen 19.191.089,94 26.095.754,62
41.764.906,77 49.947.495,45
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.307.685,00 65.369.225,00
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 171.919,78
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen 5.537.135,23 7.935.404,19
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 9.400.000,00 1.900.000,00
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 318.377,36
6. sonstige Verbindlichkeiten 24.651.176,97 39.394.259,25
davon aus Steuern EUR 145.977,89 (Vorjahr EUR 99.810,81) 53.895.997,20 115.089.185,58
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 16.004,97 (Vorjahr EUR 18.470,07)
D. Rechnungsabgrenzungsposten 74.982,16 100.937,53
148.716.363,55 214.761.127,29

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022/23

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 649.518.423,72 1.011.668.400,48
2. Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen -62.531.431,86 1.398.472,80
3. sonstige betriebliche Erträge 435.173,65 785.122,03
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- u. Betriebsstoffe und für bezogene Waren -521.833.705,61 -936.295.144,25
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -14.154.629,80 -16.195.897,19
-535.988.335,41 -952.491.041,44
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -12.669.011,99 -11.943.949,92
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -1.881.116,26 -1.631.861,70
-14.550.128,25 -13.575.811,62
6. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -2.049.959,56 -964.656,99
7. sonstige betriebliche Aufwendungen -9.222.259,65 -7.881.349,18
8. Gewinn aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages 0,00 8.925,60
9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.055.379,56 945.965,58
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -3.103.964,15 -4.521.761,02
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -7.198.206,36 -10.070.109,81
12. Ergebnis nach Steuern 16.364.691,69 25.302.156,43
13. sonstige Steuern -7.723,00 -9.291,00
14. Jahresüberschuss 16.356.968,69 25.292.865,43
15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 40.372.508,73 24.079.643,30
16. Vorabausschüttung -4.000.000,00 0,00
17. Bilanzgewinn 52.729.477,42 49.372.508,73

Anhang zum Geschäftsjahr 2022/2023

A. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Hensel Recycling GmbH hat ihren Sitz in Aschaffenburg und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Aschaffenburg (HRB 7526).

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer großen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB auf.

Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den Bestimmungen der §§ 266 und 275 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

B. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Hensel Recycling GmbH übt das Wahlrecht gemäß § 248 Abs. 2 HGB zur Aktivierung selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände nicht aus.

Fremdwährungskonten wurden, sofern keine Bewertungseinheit vorlag, gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen, bewertet. Diesen liegen betriebsindividuelle Nutzungsdauern zu Grunde.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Bei der Bemessung der planmäßigen Abschreibungen wurde von der voraussichtlichen Nutzungsdauer ausgegangen. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung. Zugänge von Vermögensgegenständen im Einzelwert bis zu EUR 250,00 wurden im Zugangsjahr analog zu § 6 Abs. 2 EStG sofort in voller Höhe abgeschrieben. Für Zugänge von abnutzbaren, beweglichen und selbständig nutzbaren Wirtschaftsgütern, deren Anschaffungskosten EUR 250,00, aber nicht EUR 1.000,00 übersteigen, wurde analog zu § 6 Abs. 2a EStG ein Sammelposten gebildet, der auf fünf Jahre abgeschrieben wird.

In den Herstellungskosten werden Fremdkapitalzinsen sowie Kosten der allgemeinen Verwaltung nicht aktiviert.

Die Finanzanlagen wurden zu den Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die Bewertung der Rohmaterialien und der in Arbeit befindlichen Aufträge erfolgte zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Der Unterschiedsbetrag zwischen den aktivierten Anschaffungskosten und den bislang geleisteten Zahlungen wird in die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen eingestellt. Da für Rohmaterialien und in Arbeit befindliche Aufträge dieser Bewertungsmaßstab gleichermaßen angewendet wird und eine Separierung nur kalkulatorisch erfolgen könnte, wird auf einen getrennten Ausweis verzichtet und alle Bestände als in Arbeit befindliche Aufträge ausgewiesen.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind mit den Materialeinzelkosten zuzüglich angemessener Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten und des Wertverzehrs des Anlagevermögens bewertet. Kosten der allgemeinen Verwaltung und Zinsen werden nicht angesetzt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt. Alle erkennbaren Risiken werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt.

Die Bankguthaben wurden zum Nominalwert angesetzt.

Aktive latente Steuern wurden unter Ausnutzung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB nicht angesetzt.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Im Übrigen sind die auf den Vorjahresabschluss angewandten Bewertungsmethoden beibehalten worden.

C. Angaben zu Bilanzposten

I. Anlagevermögen

Die Aufgliederungen der Positionen des Anlagevermögens und ihre Entwicklung sind aus dem in der Anlage zum Anhang dargestellten Anlagenspiegel ersichtlich.

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weisen, wie im Vorjahr, eine erwartete Restlaufzeit von unter einem Jahr auf.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten, wie im Vorjahr, keine Forderungen gegen Gesellschafter.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind TEUR 425 (Vorjahr TEUR 850) Darlehensforderungen mit einer erwarteten Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. Die erwarteten Restlaufzeiten der übrigen sonstigen Vermögensgegenstände liegen unter einem Jahr.

III. Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet, wie bereits im Vorjahr, keine Disagio-Beträge.

IV. Angaben zu latenten Steuern

Es bestehen Differenzen zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz bei den sonstigen Rückstellungen, die grundsätzlich zu aktiven latenten Steuern führen. Bei der Berechnung wurde ein Steuersatz von 30 % zugrunde gelegt. Auf den Ansatz dieser aktiven latenten Steuern wurde unter Anwendung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB verzichtet.

V. Eigenkapital

Nach einer Ausschüttung von EUR 9,0 Mio. aus dem Bilanzgewinn zum 31.08.2022, verbleibt ein in den Bilanzgewinn einbezogener Gewinnvortrag von TEUR 40.373.

VI. Rückstellungen

Die Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Stand 31.08.2023 Stand 31.08.2022
TEUR TEUR
Steuerrückstellungen 22.574 23.852
ausstehende Umarbeitungskosten 13.937 20.417
Personalbereich 4.129 4.667
Übrige Rückstellungen 1.125 1.012
Summe sonstige Rückstellungen 19.191 26.096

VII. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten weisen die folgenden erwarteten Restlaufzeiten auf:

Art der Verbindlichkeit Restlaufzeit (Vorjahreswert)
bis 1 Jahr über 1 Jahr davon über 5 Jahre Summe
EUR EUR EUR EUR
Verbindlichk. gegenüber Kreditinstituten 14.061.540,00 246.145,00 0,00 14.307.685,00
(Vorjahr) (65.000.000,00) (369.225,00) (61.525,00) (65.369.225,00)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 0,00 0,00 0,00
(Vorjahr) (171.919,78) 0,00 0,00 (171.919,78)
Verbindlichk. aus Lieferungen und Leistungen 5.537.135,23 0,00 0,00 5.537.135,23
(Vorjahr) (7.935.404,19) 0,00 0,00 (7.935.404,19)
Verbindlichkeiten gegenüber verb.Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
(Vorjahr) (318.377,36) 0,00 0,00 (318.377,36)
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 9.400.000,00 0,00 0,00 9.400.000,00
(Vorjahr) (1.900.000,00) 0,00 0,00 (1.900.000,00)
Sonstige Verbindlichkeiten 24.574.093,02 77.083,95 0,00 24.651.176,97
(Vorjahr) (39.292.534,72) (101.724,53) 0,00 (39.394.259,25)
Summe 53.572.768,25 323.228,95 0,00 53.895.997,20
(Vorjahr) (114.618.236,05) (470.949,53) (61.525,00) (115.089.185,58)

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind keine, wie auch im Vorjahr, durch eine Grundschuld besichert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 14.000 (VJ TEUR 64.500) sind erstrangig durch Globalabtretung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Sicherungsrechte an den Vorräten, der Ansprüche aus Warentermingeschäften, Ansprüche aus Exportakkreditiven und Ansprüche auf Entschädigungen aus Versicherung des Warenbestandes abgesichert.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 146 (VJ TEUR 100) und im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von TEUR 16 (VJ TEUR 18) enthalten. Weiterhin enthalten die sonstigen Verbindlichkeiten einen Betrag in Höhe von 23 Mio. EUR (VJ 30 Mio. EUR), welcher aus verfügbarer Liquidität aus dem Handelskonto des wichtigsten Händlers eingesetzt wurde.

D. Angaben zu GuV-Posten

I. Personalaufwand

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 65 (VJ TEUR 112) enthalten.

II. Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 36 (VJ TEUR 14) enthalten. Sonstige Währungsdifferenzen wurden in Höhe von TEUR 1.408 (VJ 855 TEUR) in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Der Umrechnungsertrag aus den Edelmetall-Kontrakten in Höhe von TEUR 5.293 (VJ Umrechnungsaufwand TEUR 637) wurde im Materialaufwand erfasst.

III. Aufgliederung der Umsatzerlöse

Die Erlöse der Gesellschaft gliedern sich wie folgt auf:

Deutschland 4,2% (VJ 4,0%)
Europäische Union 5,0% (VJ 11,8%)
Drittland 90,8% (VJ 84,2%)

Die Umsatzerlöse resultieren aus dem Recycling von edelmetallhaltigen Rückständen und Reststoffen, insbesondere aus Katalysatoren, Dieselpartikelfiltern, Lambdasonden, Industriekatalysatoren sowie Elektroschrott.

IV. Abschreibungen

In den Abschreibungen sind außerplanmäßige Abschreibungen im Anlagevermögen über TEUR 981 auf eine IT-Anwendung enthalten.

V. Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Nebenkosten des Geldverkehrs in Höhe von TEUR 782 (VJ TEUR 578) enthalten.

VI. Erträge aus Gewinnabführungsvertrag

In den Erträgen aus dem Ergebnisabführungsvertrag ist kein Ertrag (Vorjahr TEUR 9) der VINO Plasma GmbH enthalten. Zum 21.04.2023 wurde ein Verschmelzungsvertrag zwischen der Hensel Recycling GmbH und der VINO Plasma GmbH geschlossen. Zum Bilanzstichtag 31.08.2022 ist die Vino Plasma GmbH in die Hensel Recycling GmbH übergegangen.

VII. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist ein periodenfremder Ertrag in Höhe von TEUR 65 (VJ TEUR 887) aus der Auflösung einer Steuerrückstellung enthalten.

E. Haftungsverhältnisse und nicht bilanzielle Geschäfte nach § 285 Nr.3 HGB

I. Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestanden, wie bereits im Vorjahr, keine Haftungsverhältnisse i. S. d. § 251 HGB.

Dabei wurde für einen Darlehensrahmen über EUR 3 Mio., der im Rahmen einer Kontokorrentfinanzierung auch einem weiteren Unternehmen der Hensel Recycling Gruppe gewährt wurde, eine gesamtschuldnerische Haftung übernommen. Das Darlehen wurde zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 0 in Anspruch genommen. Aufgrund der aktuellen Finanz- und Ertragslage der Darlehensnehmerin wird derzeit nicht mit einer Inanspruchnahme aus der Bürgschaft gerechnet.

II. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen Verträge in Bezug auf Leasing von Fahrzeugen, Maschinen und Geschäftsausstattung. Zweck und Vorteil dieser Geschäfte ist die Vermeidung der Bindung finanzieller Mittel durch die Beschaffung der Wirtschaftsgüter. Das Leasing der Wirtschaftsgüter ermöglicht das flexible Anpassen an den notwendigen Bedarf, darüber hinaus erfolgt kein Abfluss liquider Mittel (Kaufpreis) für den Erwerb dieser Wirtschaftsgüter. Die Wirtschaftsgüter müssen allerdings nach der vereinbarten Mietzeit zurückgegeben werden und stehen dem Unternehmen dann nicht mehr zur Verfügung. Hierfür wären dann alternativ Ersatzbeschaffungen notwendig.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus den Leasingverträgen verteilen sich insgesamt wie folgt:

Leasingverpflichtungen TEUR
Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 273
Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren: 364
Restlaufzeit von über fünf Jahren: 19
Gesamtbetrag: 656

Finanzielle Verpflichtungen bestehen zudem aus Mietverträgen und verteilen sich folgendermaßen:

Mietverpflichtungen TEUR
Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 212
Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren: 71
Restlaufzeit von über fünf Jahren: 0
Gesamtbetrag: 283

Für bestehende Kontrakte sind zum Teil vom Lieferanten des Materials noch nicht alle Edelmetallpreise fixiert, obwohl das gelieferte Material bereits in das Eigentum der HRD übergegangen und möglicherweise bereits verarbeitet ist. Bei Fixierung durch den Lieferanten besteht hier für HRD eine Zahlungsverpflichtung, der jedoch in gleicher Höhe Ansprüche aus dem dann möglichen Verkauf des Edelmetalls gegenüberstehen. Zum Stichtag bestanden hieraus noch Zahlungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 11.009 (VJ TEUR 23.144).

Insgesamt ergeben sich somit sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von EUR 11,9 Mio. (VJ EUR 24,1 Mio.).

III. Bewertungseinheiten

Um Preisrisiken zu vermeiden, werden Ein- und Verkäufe von Material zeitgleich - unter Berücksichtigung erwarteter Liefertermine - abgeschlossen. Soweit Preisfestlegungen im Ein- und Verkauf in unterschiedlichen Währungen erfolgen müssen, werden auch diese durch ein entsprechendes Devisentermingeschäft glattgestellt. Durch die gleichzeitige Preisfestlegung im Ein- und Verkauf sind die Bedingungen zur Bildung einer Bewertungseinheit gegeben (Micro-Hedge); ihre Wirksamkeit ist nach der Critical Terms Match-Methode dokumentiert. Alle Metallein- und -verkaufskontrakte werden jedoch durch Lieferung der entsprechenden Materialien erfüllt und sind damit nicht als "derivative Finanzinstrumente" zu bezeichnen.

Zum Stichtag bestanden Devisentermingeschäfte mit einem Volumen von TEUR 1.061.

Diese Geschäfte werden in keinem Bilanzposten separat aufgeführt, da sie Teile von Bewertungseinheiten darstellen; sie werden nach der sog. Einfrierungsmethode abgebildet.

F. Sonstige Angaben

I. Angaben über Arbeitnehmer

Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) Anzahl
Gewerbliche Arbeitnehmer 84
Angestellte 69
Auszubildende 3
Gesamt 156

II. Geschäftsführungsorgane

Im Berichtsjahr wurden die Geschäfte der Gesellschaft von folgenden Personen geführt:

Oliver Krestin, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb

Clemens Hensel, technischer Geschäftsführer

Thomas Hensel, kaufmännischer Geschäftsführer

Die Gesamtbezüge der Geschäftsführer betrugen im Geschäftsjahr 2022/2023 insgesamt TEUR 3.270.

III. Anteilsbesitz

Die Hensel Recycling GmbH als alleinige Gesellschafterin der VINO Plasma GmbH hat am 21.04.2023, rückwirkend auf den Bilanzstichtag 31.08.2022 die Verschmelzung der Hensel Recycling GmbH mit der VINO Plasma GmbH beschlossen.

IV. Angaben über Abschlussprüferhonorar

TEUR
a) Abschlussprüfungsleistungen 52,0
b) andere Bestätigungsleistungen 16,0
c) Steuerberatungsleistungen, sowie 54,0
d) sonstige Leistungen 14,0
Gesamthonorar (ohne USt) 136,0

V. Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2022/2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

VI. Ergebnisverwendung

Das Geschäftsjahr 2022/2023 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 16.357 ab. Unter Berücksichtigung der Vorabausschüttung in Höhe von EUR 4,0 Mio. schlägt die Geschäftsführung vor, den verbleibenden Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Aschaffenburg, den 24. November 2023

Clemens Hensel, Geschäftsführer

Thomas Hensel, Geschäftsführer

Oliver Krestin, Geschäftsführer

Entwicklung des Analgevermögens im Geschäftsjahr 2022/23

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Wert 31.08.2022 Zugang Umbuchung Abgang \ Wert 31.08.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.268.661,09 99.654,93 31.234,50 39.426,48 1.360.124,04
2. Geleistete Anzahlungen 1.009.439,92 115.982,48 -31.234,50 0,00 1.094.187,90
2.278.101,01 215.637,41 0,00 39.426,48 2.454.311,94
II. Sachanlagen
1. Grundstücke,grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.736.625,38 0,00 536.352,27 0,00 5.272.977,65
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.902.187,84 0,00 0,00 14.816,74 3.887.371,10
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.605.937,71 963.336,33 0,00 188.850,73 6.380.423,31
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 322.264,22 1.109.116,86 -536.352,27 0,00 895.028,81
14.567.015,15 2.072.453,19 0,00 203.667,47 16.435.800,87
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 335.000,00 0,00 0,00 335.000,00 0,00
17.180.116,16 2.288.090,60 0,00 578.093,95 18.890.112,81
Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen
Wert 31.08.2022 Zugang Umbuchung Abgang Wert 31.08.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 957.469,09 141.349,43 0,00 39.406,48 1.059.412,04
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 981.219,53 0,00 0,00 981.219,53
957.469,09 1.122.568,96 0,00 39.406,48 2.040.631,57
II. Sachanlagen
1. Grundstücke,grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.085.063,12 123.584,27 0,00 0,00 1.208.647,39
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.477.305,84 265.707,00 0,00 14.815,74 2.728.197,10
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.011.409,71 538.099,33 0,00 105.473,73 4.444.035,31
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
7.573.778,67 927.390,60 0,00 120.289,47 8.380.879,80
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
8.531.247,76 2.049.959,56 0,00 159.695,95 10.421.511,37
Bilanzwerte
31.08.2023 31.08.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 300.712,00 311.192,00
2. Geleistete Anzahlungen 112.968,37 1.009.439,92
413.680,37 1.320.631,92
II. Sachanlagen
1. Grundstücke,grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.064.330,26 3.651.562,26
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.159.174,00 1.424.882,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.936.388,00 1.594.528,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 895.028,81 322.264,22
8.054.921,07 6.993.236,48
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 335.000,00
8.468.601,44 8.648.868,40

Lagebericht Für das Geschäftsjahr 2022/2023 (31.08.)

1. Grundlagen

1.1 Geschäftsmodell des Unternehmens

Die Hensel Recycling GmbH (HRD) befasst sich mit dem Recycling von edelmetallhaltigen Rückständen und Reststoffen, insbesondere dem Recycling von Automobilabgaskatalysatoren, Dieselpartikelfiltern, Lambdasonden und Industriekatalysatoren, aber zunehmend auch Elektro-Schrott. Der größte Teil dieses Materials enthält die Platingruppenmetalle (PGM) Platin (Pt), Palladium (Pd) und Rhodium (Rh), die bestimmend für den Wert nach erfolgtem Recycling sind. In kleineren Mengen fallen auch Gold (Au) und Silber (Ag) an. Es werden grundsätzlich zwei Geschäftsmodelle verfolgt:

a)

Ankauf von Partien nach Inspektion (telquel), bzw. nach Wertermittlung durch Analyse und Verkauf der enthaltenen Edelmetalle in eigenem Namen.

b)

Umarbeitung von Partien; der Kunde erhält nach Verarbeitung und Analyse die in den Waren enthaltenen Edelmetalle gegen Zahlung einer (Dienstleistungs-) Gebühr zurück.

Dabei nimmt die Be- und Verarbeitung der angelieferten Ware insofern eine untergeordnete Rolle ein, als sie vor allem der möglichst exakten Ermittlung des Edelmetallgehaltes dient. Das Geschäft entspricht somit mehr einem Handelsgeschäft als dem einer industriellen Ver- oder Aufarbeitung. Der Ertrag der HRD liegt dabei in Unterschieden in den Abrechnungskonditionen in Ein- und Verkauf (Bruttomarge).

Eine Spekulation auf Preisbewegungen der enthaltenen Edelmetalle wird dadurch ausgeschlossen, dass alle Fixierungen im Einkauf gleichzeitig durch Terminverkäufe abgesichert werden. Das Geschäftsrisiko liegt somit nicht primär in der Preisbewegung von Edelmetallen sondern in der mengenmäßigen Auswirkung, die diese Bewegungen auf das Andienen von Ware durch die Kunden hat. Dennoch haben die Edelmetallpreise eine Auswirkung auf den Teil der Marge, der sich über Vergütungsquoten direkt am Preis bemisst.

Seit die Notierungen für Rh und Pd im April 2021 historische Rekordstände erreichten, sind sie rückläufig. Die außergewöhnlichen Ergebnisse aus dieser Zeit konnten nicht wieder eingefahren werden. Und dennoch profitierte das abgelaufene Geschäftsjahr noch von Nachwirkungen auf dem Weg in eine neue Normalität.

1.2 Ziele und Strategien

Die Anforderungen internationaler Refiner sind in den letzten Jahren noch einmal deutlich gestiegen. Dies betrifft die Aufarbeitung von - aus Refiner-Sicht - besonders schwierig zu verarbeitender Ware, aber auch die Auswahl von Lieferbeziehungen hinsichtlich Compliance. Beides sind Kernleistungen der Gesellschaft, die es dadurch geschafft hat, ihre Wettbewerbsstellung auf Basis dieser Kompetenzen auszubauen.

Auf Refinerseite geht es um die geschickte, weil in vielfachen Variationen mögliche, Zusammenstellung von Kundenmaterial zu Refinergebinden. Für den Kunden zählen die Ermittlung und Verwaltung der Metall- und Geldwerte auf Basis repräsentativer Proben. Ein wesentlicher Mehrwert entsteht durch die Bereitstellung der Edelmetall- und/oder entsprechender Geldwerte zu einem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt, einschließlich einer frühzeitigen Finanzierung dieser. Auch hier hat sich die Gesellschaft durch den Abschluss entsprechender Handels- und Kreditverträge zusätzlichen und skalierbaren Spielraum verschafft.

Nicht vorhergesehen war die positive Entwicklung der Edelmetallpreise über den Zeitraum von 2020 bis 2022. Sie wirkte noch einmal deutlich verstärkend auf alle operativen Maßnahmen und erlaubte eine weitere, substanzielle Stärkung des Eigenkapitals und somit der Robustheit der Gesellschaft.

Die kurz- und mittelfristigen Ziele orientieren sich weiterhin am Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit im angestammten Markt der Katalysatoren für Verbrenner-Motoren. Die Gesellschaft arbeitet mit exklusiven Partnern an einer Weiterentwicklung der Materialaufarbeitungsprozesse. Eingebettet werden diese Maßnahmen in eine horizontale Erweiterung durch Diversifizierung des Produktangebots. Dies betrifft im Wesentlichen die Rückgewinnung von Edelmetallen aus Industriekatalysatoren, Lastkraftwagen und einer zunehmend breiten Palette an Elektroschrott.

Langfristig wird dieses Geschäft jedoch bestimmt durch die Entwicklung von alternativen Antrieben. Dabei werden Brennstoffzellen in ihrer Bedeutung als Energiewandler eine zunehmende Rolle spielen und dies insbesondere im Last- und Güterverkehr. Die Gesellschaft beteiligt sich an international geförderten Forschungsprojekten in der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie und nutzt die Zeit und den gegenwärtigen wirtschaftlichen Erfolg für Investitionen in die Zukunft.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Ende 2019 führten Zyklen der Verknappung von Platingruppenmetallen zu spekulativen Übertreibungen. Diese endeten im Frühjahr 2021. Krisenherde, Inflation und steigende Zinsen rauben seitdem weltweit Konsumenten das Vertrauen und der Wirtschaft den Schwung. Zu Ende des Geschäftsjahres 2022/23 ist der Durchschnittspreis für den Warenkorb der Platingruppen Metalle (PGM) wieder auf dem Niveau von 2019 angekommen.

01.09.2022 Tief-/Höchststand 31.08.2023
Pd 2.087 USD/troz 1.213 / 2.314 USD/troz 1.235 USD/troz
Pt 840 USD/troz 836 / 1.106 USD/troz 978 USD/troz
Rh 12.150 USD/troz 2.850 / 13.900 USD/troz 3.560 USD/troz
USD 1,0004 USD/EUR 0,9565 / 1,1255 USD/EUR 1,0868 USD/EUR

Die Weltautomobilproduktion (leichte Nutzfahrzeuge inkl. Light Trucks) hat in 2022 den Chip-Mangel überwunden und setzte ihre Erholung fort; nicht jedoch in Europa. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) weist eine weltweite Automobilproduktion von 72,1 Mio. Einheiten aus (+ 8% ggü. Vorjahr). Die großen Regionen waren davon unterschiedlich betroffen. In China, bei einem Weltmarktanteil von 32,6% (23,5 Mio. Stück), wuchs die Automobilproduktion um 12%. In Amerika stieg sie um 10% auf 16,9 Mio. Stück (Anteil 23,5%). Nur die europäische PKW-Produktion verlor ein weiteres Prozent auf 13,3 Mio. Einheiten (Anteil 18,4%).

Dieselskandal, Brexit, der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine, Inflation und Zinsängste hinterlassen ihre Spuren in den Automobilmärkten, zuletzt auch wieder in China. Die Industriepolitik in Europa wirkt zusätzlich erodierend. In Expertenkreisen wird diskutiert, ob die Peak-Weltautomobilproduktion von 2017 (84,8 Mio. Einheiten) jemals wieder erreicht werden wird.

Der Platinpreis hat begonnen, seine langjährige, Diesel-Gate getriebene Schwäche abzulegen. 47% der Pt-Nachfrage entfällt auf Automobilanwendungen und innerhalb dieses Sektors verstärkt auf Dieselfahrzeuge. Der Pt-Bedarf im Auto-Kat Segment fiel zwischen 2016 und 2020 um knapp 30%. Zuletzt erhielt Pt Rückenwind, weil es in China als Teil- Ersatz für das deutlich teure Pd eingesetzt wurde. Eine gewisse Auffanglinie gibt es für Pt bei den gegenwärtigen Preisen und Währungskonstellationen (US$ - ZAR). Die Cash- Kosten zwingen die Minengesellschaften, die Förderung bei weiterem Preisverfall zu drosseln. Bis 2022 war der Platinmarkt überversorgt. In 2023 könnte der Markt sogar eine leichte Unterdeckung aufweisen.

Die Zukunft von Platin liegt in der Wasserstofftechnologie. Sowohl bei der H2-Gewinnung als auch bei der Energieumwandlung (Brennstoffzelle) spielt das Edelmetall als Katalysator eine wichtige Rolle. Die langfristigen Aussichten für Pt sind positiv.

Lange profitierte Palladium von Dieselgate. Pd wird hauptsächlich als Katalysator in Benzinfahrzeugen eingesetzt. Zwischen 2015 und 2019 ist der Pd-Bedarf für diese Anwendung um 14% gewachsen, bevor er bis 2022 pandemiebedingt um 9% fiel. Inzwischen ist eine leichte Erholung eingetreten. Daten von SFA Oxford zeigen, dass sich der Pd Markt zwischen 2012 und 2020 in einem Defizit befand und nur der Verkauf aus ETF-Beständen eine weitere Verknappung verhinderte. Entsprechend scharf war die Preisreaktion. Der Wassereinbruch in der Pd-reichen Nornickel-Mine in Russland Anfang 2021 führte dann zu spekulativen Übertreibungen. Langfristig sind die Aussichten für Pd wegen seiner extremen Abhängigkeit vom Auto-Kat Markt (82,5%) nicht positiv. Der Pd Preis ist seit 2021 rückläufig.

Die Rhodium-Preise erzielten im Frühjahr 2021 Höchststände von knapp 30.000 USD/troz. Diese wurden selbst im Rekordjahr 2007 nicht erreicht. Seit dem Peak im April 2021 sind die Rh-Preise aber rückläufig. Während die Nachfrage stabil blieb, stieg der Primärausstoß in 2021 gegenüber dem knappen Vorjahr um 29%. Bei fallenden Notierungen entledigten sich industrielle Anwender wieder ihrer spekulativ aufgebauten Bestände. Der Rhodiumpreis kehrte zur Jahresmitte 2023 auf sein Niveau von 2018/19 zurück. Auch wenn 92% der Nachfrage auf Automobilkatalysatoren entfällt, bleibt Rh perspektivisch knapp. Das treibt das Potential für Spekulation. Der scharfe Preiseinbruch zwischen März und September 2021 ($ 28.450 auf $ 9.000/troz) zeigt die Schattenseite dieser Spekulation.

Kurzfristig leiden die Preise aller PGMs unter der Vertrauenskrise im Konsumbereich und der Industrie. Mittelfristig sprechen die Fundamentaldaten für eine Nachfrage-bedingte Erholung. In der zweiten Hälfte der Dekade könnte sich die Situation dann nachhaltig ändern, wenn der Einsatz von rein batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen (BEV) weiterhin zunimmt. Politisch haben sich inzwischen führende Wirtschaftsnationen zur reinen E-Mobilität bekannt. Norwegen hat sich festgelegt, ab 2030 keine Verbrenner-Motoren auf fossiler Basis mehr zuzulassen. Die EU und Kalifornien wollen bis 2035 folgen. Auch die Automobilisten haben ihre strategischen Planungen entsprechend angepasst. Bis 2030 wollen Jaguar, Opel, Bentley, Fiat, Ford (Europa), Mercedes-Benz, Porsche (nicht 911) Volvo und Mini in Europa aus dem Vertrieb von Verbrennern aussteigen. Nur die UK hat zuletzt eine relative Kehrtwende bekannt gegeben und das 2030 Verbrenner-aus auf 2035 korrigiert.

Der Anteil der neu zugelassenen BEVs wird nach allgemeiner Einschätzung in den wesentlichen Automärkten (Europa, USA, China, Japan) bis 2025 eine eher untergeordnete Größenordnung erreichen. Zwischen 2030 und 2040 gehen die Prognosen der Experten aber weit auseinander. Die Diskussion wird stark ideologisch geführt. Ladenetze, Stromversorgung und Recycling von Batterien sind ungeklärt. Die Anwendbarkeit scheint auf hochentwickelte Länder des globalen Nordens begrenzt. Der weit weniger ideologisierte globale Süden verfolgt keine BEV-Ziele. In Europa wird der Euro-7-Standard die hochgesteckten Emissionsziele weiter festigen. Die Industrie kommt an leistungsfähigen Katalysatoren nicht vorbei. Kurz- und mittelfristig bauen wir deshalb weiterhin auf hochbeschichtete Katalysatoren für Hybrid- und Verbrenner-Motoren.

2.2 Geschäftsverlauf

Nach den starken Anstiegen bis 2021 fiel der Wert eines Durchschnittskatalysators im Vorjahr um 10% und im Durchschnitt des Berichtjahres um weitere 23%. Die Treiber waren Rh (-64%) und Pd (-20%). Im Vergleich dazu erholte sich Pt leicht um 3%.

Geschäftsjahr Index: Wert Durchschnittskatalysator
2013/14 100%
2014/15 101%
2015/16 84%
2016/17 92%
2017/18 97%
2018/19 115%
2019/20 180%
2020/21 302%
2021/22 271%
2022/23 210%

Insgesamt ist das Geschäftsjahr 2022/23 bezogen auf das Ergebnis unter unseren Erwartungen verlaufen. Die Gesellschaft hat einen Preisrückgang des Warenkorbs für PGMs in der Planung antizipiert, aber nicht den frühen Zeitpunkt und die Geschwindigkeit.

2.3 Wirtschaftliche Lage

2.3.1 Ertragslage

Der Wareneingang lag unter dem Vorjahr. Zusammen mit dem Rückgang der PGM-Preise führte das auch zu Umsatzerlösen, die mit EUR 649,5 Mio. unter dem Vorjahr (EUR 1.011,7 Mio.) lagen.

Preis- und mengenbedingt fielen die Umsätze mit Partnern im Inland um EUR 13,3 Mio. auf EUR 27,5 Mio. Das entspricht einem Umsatzanteil von 4,2%. Der Umsatz mit Partnern in EU-Ländern fiel um weitere EUR 86,6 Mio. auf EUR 32,4 Mio., der Umsatzanteil ging auf 5,0% zurück. Preis- und Mengenbedingt war aber auch der Umsatz mit Ländern außerhalb der EU rückläufig und sank entsprechend um EUR 262,2 Mio. auf EUR 589,6 Mio. (Umsatzanteil 90,8%).

Analog der Leistung in Höhe von EUR 587,4 Mio. (Vorjahr EUR 1.013,9 Mio.) fiel der Wareneinsatz um 44% auf EUR 536,0 Mio. (Vorjahr EUR 952,5 Mio.). Der absolute Rohertrag ging um EUR 10,0 Mio. auf EUR 51,4 Mio. zurück. Die Rohertragsmarge stieg auf 8,8% (Vorjahr 6,0%).

Die relative Schwankung der Rohertragsmarge stellt nicht grundsätzlich eine Veränderung der Qualität des Grundgeschäftes dar. Im Typus analog einer Handelsmarge ist sie ebenso von den begleitenden Finanzierungsformen beeinflusst. Der Umsatz (und die Zinsaufwendungen) werden in erster Linie zwar stark von Edelmetallpreisen getrieben, letztlich aber auch von dem Einsatz von vorzeitigen Verkäufen, Swap-Geschäften und Edelmetallleihen als zusätzliche Finanzierungsinstrumente. Diese sind notwendig, um den großen Finanzierungsbedarf zu decken.

Im Jahresdurchschnitt sank die Mitarbeiteranzahl leicht auf 156 (Vorjahr 161). Der Anstieg des Personalaufwands um EUR 1,0 Mio. auf EUR 14,6 Mio. ist auf höhere Prämienauszahlungen zurückzuführen. Ebenso hat die Belegschaft Lohn- und Gehaltserhöhungen erhalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um EUR 1,3 Mio. auf EUR 9,2 Mio. Den größten Anteil an dieser Steigerung hatten Aufwendungen für Währungsumrechnungen. Sowohl die Anzahl als auch die Kosten für Swaps erhöhten sich. Ein weiterer Schwerpunkt waren Investitionen in die Instandhaltung betrieblicher Räume. Zinsen und ähnliche Aufwendungen sanken um EUR 1,4 Mio. auf EUR 3,1 Mio. Veränderung im Mix zugunsten der Bankfinanzierung, rückläufige Metallzinsen und sinkender Finanzierungsbedarf unserer Kunden senkten die Belastung.

Das Ergebnis vor Steuern fiel von EUR 35,4 Mio. auf EUR 23,6 Mio. Mit EUR 16,4 Mio. lag der Jahresüberschuss um EUR 8,9 Mio. unter dem Vorjahr (EUR 25,3 Mio.).

2.3.2 Finanzlage

Aufgrund des hohen Wertes der Materialien besteht prinzipiell auch ein hoher Finanzbedarf für die Geschäftsabwicklung. Zum einen benötigen reine Sammler beziehungsweise Händler schnelle Vergütungen zum weiteren Ankauf von neuer Ware, andererseits dauert die physische Rückgewinnung der Edelmetalle mehrere Monate. Refiner verlängerten in den vergangenen Jahren mehrmals die Rückgewinnungszeiten. Dazu kamen in den Vorjahren stark gestiegene Notierungen für Edelmetalle, die den Finanzierungsbedarf weiter in die Höhe trieben. Letzterer Effekt kehrte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich um.

Ein Teil dieser Finanzierung wird durch die Edelmetallhändler abgedeckt, bei denen preisgesicherte Metallmengen bereits vor Abschluss der Raffinierung vorzeitig abgerechnet werden können (vorfällige Verkäufe). Dementsprechend sinken die in der Bilanz ausgewiesenen Vorräte. Das zweite wesentliche Standbein besteht aus der Finanzierung durch Hausbanken. Es handelt sich um Kreditlinien im Rahmen eines Betriebsmitteldarlehens durch eine variable Finanzierung des Umlaufvermögens (Borrowing Base) und durch einen Kontokorrentkredit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lagen die Metallzinsen (Pd, Pt und Rh) über den Geldzinsen. Als Konsequenz daraus wurde der Finanzierungsmix deutlich zugunsten der Borrowing Base angepasst. Die dritte Finanzierungsquelle ist das gestiegene Eigenkapital.

Mit zunehmendem Momentum fielen Mengen und Preise in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres. Als Resultat, bei steigendem Eigenkapital, wurde sowohl die Händlerfinanzierung als auch die Borrowing Base zurückgefahren. Stichtagsbezogen (31.08.2023 ggü. 31.08.2022) verminderten sich die Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten auf EUR 14,3 Mio. (Vorjahr 65,4 Mio.). Das Eigenkapital konnte im selben Zeitraum um EUR 3,4 Mio. auf EUR 53,0 Mio. gesteigert werden. Bei der Zunahme des Eigenkapitals sank die Fremdkapitalquote auf 64,4% (Vorjahr 76,9%).

Die Kapitalflussrechnung spiegelt die stabile Finanzierungstruktur wider: Im Berichtszeitraum betrug der Zufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit EUR 65,6 Mio., hauptsächlich aus der Abnahme der Vorräte. Der Abfluss von Mitteln im Rahmen der Investitionstätigkeit ist mit EUR 1,8 Mio. leicht gestiegen. Im Wesentlichen handelte es sich um Optimierung von bestehenden Anlagen, sowie Ersatzinvestitionen im produktiven Bereich und der IT. Der Abfluss der Finanzmittel aus Finanzierungstätigkeit betrug EUR 64,1 Mio. Tilgung von Finanzmitteln und Gewinnausschüttungen waren der Grund.

Für das Berichtsjahr ergibt sich eine leichte Reduzierung des Finanzmittelfonds um 374 TEUR auf 3.056 TEUR (Vorjahr 3.430 TEUR).

2.3.3 Vermögenslage

Im Vermögen der Gesellschaft übertrifft der Warenbestand zzgl. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und vergleichbaren sonstige Vermögensgegenständen (zusammen EUR 136,3 Mio.) erheblich das Sachanlagevermögen (EUR 8,1 Mio.). Darin spiegelt sich der Charakter des Geschäftes mit hohem Handels- und Dienstleistungsanteil bei typischerweise geringer Anlagenintensität deutlich wider.

Gegenüber dem Vorjahr haben die Vorräte von EUR 194,6 Mio. auf EUR 131,8 Mio. deutlich abgenommen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken gleichzeitig um EUR 51,1 Mio. auf EUR 14,3 Mio. Bei fallenden Edelmetallpreisen konnte die Gesellschaft weiterhin einen Teil der verfügbaren Liquidität auf dem Handelskonto des wichtigsten Händlers zusätzlich zur Finanzierung angekaufter Ware einsetzen. Doch auch dieser Liquiditätsbedarf war rückläufig. Die Sonstigen Verbindlichkeiten fielen um EUR 14,7 Mio. auf EUR 24,7 Mio.

Der Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten verminderten sich leicht auf EUR 3,1 Mio. (Vorjahr EUR 3,4 Mio.).

Auf der Passivseite ist ergebnisbedingt insbesondere das Eigenkapital um EUR 3,4 Mio. auf EUR 53,0 Mio. angewachsen. Die Eigenkapitalquote stieg von 23,1% auf 35,6%.

Die Steuerrückstellungen sind insgesamt um EUR 1,3 Mio. auf EUR 22,6 Mio. leicht gefallen.

2.4 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Als finanzielle Leistungsindikatoren werden insbesondere Rohertrag und EBITDA betrachtet. Wie im Vorjahr prognostiziert, ging der Rohertrag zurück. Der Rohertragsmarge stieg dabei auf 8,8% (Vorjahr 6,0%).

Entsprechend der Vorjahresprognose ist der EBITDA (Nebenkosten des Geldverkehrs aus dem sonstigen betrieblichen Aufwand werden hierbei dem Zinsaufwand zugeordnet) rückläufig, aber noch immer auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Er verminderte sich von EUR 40,5 Mio. auf EUR 28,4 Mio. Die für das Geschäftsjahr 2022/23 prognostizierten Mengen wurden nicht erreicht. Die Preise lagen unter der Erwartung.

Im Durchschnitt des Berichtsjahres waren 156 Mitarbeitende, davon 3,25 Auszubildende anteilsmäßig, im Unternehmen beschäftigt (Vorjahr 161/4). Personalabgang wurde zum größten Teil ersetzt. Auszubildende wurden im Geschäftsjahr nicht übernommen.

Für externe Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bei Bildungsträgern wurden 149 TEUR aufgewendet (Vorjahr 68 TEUR). Schwerpunkte lagen auf der Führungskräfteentwicklung und im Bereich IT.

Außerhalb des Geschäftsbetriebs bietet das Unternehmen eine Reihe regelmäßiger Aktivitäten zum Ausgleichssport an, die von den Mitarbeitern gut angenommen werden.

Das hohe Engagement der Hensel-Mitarbeiter ermöglichte es, die Herausforderungen der vergangenen Jahre für die Weiterentwicklung des Unternehmens zu nutzen und auch den Umschwung in den Märkten 2022/23 zu meistern. Dafür danken Gesellschafter, Geschäftsführung und Führungskräfte allen Mitarbeitenden ganz besonders.

3. Prognosebericht

Die hohe inhärente Volatilität der Edelmetallpreise, verbunden mit den vorherrschenden Krisenherden, erschwert Prognosen. Für 2023/24 erwartet die Gesellschaft ein Anhalten der Hemmnisse.

Die Planungen des Unternehmens liegen auf der vorsichtigen Seite. Dabei werden sich die Ergebnisse von 2022/23 nicht wiederholen lassen. Die Geschäftsführung geht grundsätzlich von einer leicht verminderten Abgabebereitschaft für Altfahrzeuge und Katalysatoren aus. Volumenwachstum ist, entsprechend der Strategie, aus Neugeschäften in Märkten mit besonders schwierig zu verarbeitenden Materialien geplant.

Rohertrag und der resultierende EBITDA werden gegenüber dem Jahr 2022/23 deutlich rückläufig sein. Der Markt hat die spekulativen Übertreibungen der Vorjahre hinter sich gelassen und normalisiert. Die Ertragskraft des Unternehmens bleibt dabei befriedigend.

Die mittelfristige Planung (Geschäftsjahr 2025/26) sieht eine Erholung bei den Mengen vor. Auf der Preisseite werden keine grundlegenden Veränderungen bei Angebot und Nachfrage für die Platingruppenmetalle antizipiert. Mitte der Dekade könnten die Notierungen nachgeben, wenn der Einsatz von BEVs weiterhin zunimmt. Auch bei diesem Szenario ist die Gesellschaft rentabel und in der Lage, ausreichend Liquidität zu generieren.

4. Chancen- und Risikobericht

4.1 Risiken

Welthandel: Krieg, Chipmangel, Rohstoffknappheit, eskalierende Energiepreise und Inflation sind ein hohes Risiko für die Weltwirtschaft. Geopolitische Blockbildung und Sanktionen schränken den Handel weiter ein. Das ausgesprochen international geprägte Geschäft der Gesellschaft wird dadurch stark beeinflusst. Chancen und Risiken sind dabei nicht eindeutig trennbar, wie am Beispiel der phasenweisen stark gestiegenen Preise für Rh und Pd zu sehen war. Die Risiken überwiegen jedoch, wenn die Fertigung in der Automobilindustrie durch Halbleiter- oder Magnesiumknappheit ins Stocken gerät, oder eskalierende Energiepreise die Wirtschaft in eine Rezession treiben. Die Folge ist ein Rückgang der Edelmetallpreise bei gleichzeitigem Mengenrückgang durch die geringere Verfügbarkeit von Alt-Fahrzeugen. Die Gesellschaft begegnet diesem Risiko durch straffes Kostenmanagement und einer flexibel skalierbaren Finanzierungsstruktur (Händler und Banken).

Pandemie: Die Risiken durch eine Pandemie bewegen sich auf verschiedenen Ebenen.

Was die Gesundheit der Mitarbeitenden betrifft, kann ein weitreichendes Hygienekonzept entwickelt werden, das Vorgaben und Vorschläge der Gesundheitsämter, des RKI und von Industrieverbänden aufgreift und umsetzt. Nicht zuletzt ist die Belegschaft selbst intensiv involviert. Ziel ist es, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu gewährleisten und den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Eine weitere Ebene ist die internationale Verfügbarkeit von Ware und die Fähigkeit, diese zu transportieren. Beides war im Falle von Corona leidlich durch alle drei "Wellen" gegeben. Der Wareneingang war rückläufig, versiegte aber nie.

Eine Megaebene darüber ist die gesamtwirtschaftliche, weltweite Entwicklung. Diese wirkte im Falle der jüngsten Krise sogar positiv auf das Unternehmen (Entwicklung der Edelmetallpreise in Krisenzeiten). Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben dann die realen wirtschaftlichen Fakten die Oberhand gewonnen. Schutz gegen großflächige Verwerfungen in den Märkten bietet nur die Fähigkeit des Unternehmens, Eigenkapital aufzubauen und die Kostenstrukturen so flexibel wie möglich zu halten. Beides ist weitgehend gegeben.

Durch den Geschäftsbetrieb ist das Unternehmen den folgenden geschäftstypischen Risiken ausgesetzt:

Refiner: Die meisten Refiner sind börsennotierte Unternehmen, die den Märkten nun, nach den hochprofitablen Jahren 2020-22, Ergebnisrückgänge erklären müssen. Das Risiko hier liegt in möglichen Strategiewechseln, die von Umstellungen in Vertragskonditionen bis hin zu Kapazitätsanpassungen reichen können. In Zeiten eskalierender Energiepreise könnte zusätzlicher Druck auf die gesamte Lieferkette entstehen. Außerdem werden Refiner zunehmend selektiv und legen strenge Maßstäbe an ihre Lieferanten. Diese gelten sowohl für wirtschaftliche als auch für Compliance Kriterien.

HRD hat sich von Gründung an hoher Transparenz verschrieben und profitiert von der damit verbundenen Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit. Im Power-Play zwischen Refinern und großen Sammlern, die Konditionen betreffend, bestehen jedoch Risiken für die Gesellschaft, Kostenerhöhungen nicht vollumfänglich weiterzureichen. Das Risiko ist in Zeiten eskalierender Energiepreise erhöht.

Der Ausfall eines Refiners birgt in der gegenwärtigen Marktlage ein geringes Risiko. Es ist ausreichend Kapazität am Markt vorhanden.

Menge: Infolge der im Verhältnis zum Umsatz relativ geringen Rohmarge liegt das größte Risiko für die HRD in der Mengenentwicklung. Eine Reduzierung der Bezugsmengen führt, vereinfachend ausgedrückt, zu einer anteilig in gleicher Höhe Verringerung des Rohertrages. Diese Verringerung schlüge, ohne Gegenmaßnahmen, direkt auch auf das Gesamtergebnis durch. Unerwartete Mengenrückgänge sind daher als ein hohes Risiko für die HRD einzustufen.

HRD versucht, durch Abschluss längerfristiger Rahmenverträge mit Großkunden, den Ausbau des internationalen Netzwerkes und Neugeschäfte mit besonders schwierig zu verarbeitenden Materialien die Mengenbezüge weiter zu stabilisieren. Ebenso soll die horizontale Diversifizierung (E-Schrott, Industrie) die Abhängigkeit von den Haupt-Volumenströmen (Autokat) reduzieren. Ferner versucht die Gesellschaft die Kosten so variabel wie möglich zu gestalten, um auf Rohertragsrückgänge schnell reagieren zu können.

Edelmetallpreise: Aufgrund der vollständigen Absicherung der Edelmetallpreisfixierungen wirkt sich eine Reduzierung der Edelmetallpreise zwar erheblich auf den auszuweisenden Umsatz, aber in vergleichsweisem geringerem Maße auf den Rohertrag und damit auf den Jahresüberschuss aus.

Um dem Risiko von Edelmetallpreisschwankungen angemessen zu begegnen, werden bereits parallel zur Preisfestlegung im Einkauf Sicherungsgeschäfte in Form von Terminverkäufen der im angekauften Material enthaltenen Edelmetallmengen abgeschlossen. Die Laufzeit der jeweiligen Terminverkäufe ist dabei auf die erwartete Produktionsdauer abgestellt. Aufgrund der Absicherung jedes einzelnen Ankaufgeschäfts zu dessen speziellen Konditionen ist das Risiko aus Kursschwankungen von Edelmetallen bis auf die bei HRD verbleibende Marge vollständig eliminiert.

Die außergewöhnlich hohen Edelmetallpreise der letzten Jahre hatten einen überproportionalen Effekt auf diese beim Unternehmen verbleibende Marge. Ein Unternehmensergebnis auf dem Niveau der letzten Geschäftsjahre ist nicht wiederholbar. Dennoch ist das Unternehmen bewiesenermaßen auch bei niedrigeren Notierungen wirtschaftlich stabil. Insofern ist das wirtschaftliche Risiko als mittel einzustufen.

Das Risiko extremer Kursschwankungen am Markt ist dennoch stets gegeben, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Liefer- und Verkaufsbereitschaft der Kunden. Insofern liegt das mittelbare Risiko von Edelmetallpreisschwankungen in der Abgabebereitschaft der Kunden und ist daher ein Risiko für die Menge (siehe oben).

Währungsrisiko: Weltweit erfolgen Edelmetallnotierungen auf US-Dollar-Basis, insofern ist das Unternehmen grundsätzlich einem Währungsrisiko ausgesetzt.

Im Regelfall versucht das Unternehmen, Preisfestlegungen in Ein- und Verkauf für einzelne Kontrakte in der gleichen Währung abzuschließen und Währungsrisiken insofern von vornherein auszuschließen. Termindifferenzen werden durch Fremdwährungskonten bei den finanzierenden Banken ausgeglichen, ohne dass zusätzliche Währungsrisiken entstehen können. Sofern eine Währungskongruenz nicht möglich ist, werden für jedes Einzelgeschäft Devisentermingeschäfte zur Absicherung des Währungsrisikos unter Berücksichtigung der Fristenkongruenz abgeschlossen. Gleiches erfolgt für Umarbeitungskosten, soweit diese nicht in der Kontraktwährung anfallen. Das Risiko aus Währungskursschwankungen ist mit mittel einzustufen.

Zinssatz: Geldzinsen: Aufgrund unterschiedlicher Fälligkeiten von Zahlungen in Ein- und Verkauf benötigt das Unternehmen kurzfristige Finanzierungen in erheblichem Umfang. Zum Teil werden diese durch Kredite von Banken bereitgestellt.

Grundsätzlich werden die Kosten der benötigten Finanzierung bei der Berechnung der Marge gegenüber den Kunden berücksichtigt. Weiterhin müssen bei der Ermittlung der Sensitivität gegenüber dem Zinssatz auch die Zinserträge bei vorfälligen Zahlungen an Kunden einbezogen werden. In Summe wirkt sich eine Veränderung des Zinssatzes nur geringfügig auf den Jahresüberschuss aus.

Die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssteigerungen hat zugenommen. Doch auch vor der Zinswende hat das Unternehmen bereits für einen Sockelbetrag Zinssicherungsverträge abgeschlossen.

Metallzinsen und Terminabschläge: In ähnlichem Umfang wie die Bankenkredite erfolgen vorfällige Verkäufe von Metallen zu den gesicherten Preisen mit entsprechenden Zinsabschlägen. Die Volatilität von Metallzinsen, bzw. Terminabschlägen kann deutlich höher sein als bei Geldzinsen. Sie wird direkt bestimmt durch Angebot und Nachfrage von Metallen, manchmal sogar durch die unterschiedliche Verfügbarkeit von Barren ggü. Schwamm. Diesen Schwankungen ist nicht durch Sicherungsgeschäfte zu begegnen. In erster Linie werden sie direkt an die Kunden weitergegeben und können dadurch die Abgabebereitschaft beeinflussen. In zweiter Linie begegnet das Unternehmen diesen Schwankungen durch ein variables Finanzierungskonzept.

Das Risiko von Schwankungen in Metallzinsen bzw. Terminabschlägen ist als hoch, die Auswirkung auf das Unternehmen als mittel einzustufen.

Finanzierung: Ein ausgewogenes Finanzierungskonzept bestehend aus Banken, Refiner- und Händlerfinanzierung ist Voraussetzung für die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft. Der komplette Ausfall eines dieser drei Elemente stellt ein bestandsgefährdendes Risiko dar. Aufgrund der gegenwärtigen Gespräche mit den bestehenden und potenziellen neuen Finanzierungspartnern wird die Wahrscheinlichkeit eines Komplettausfalls als gering eingeschätzt. So wurde von Bankenseite die Borrowing-Base Finanzierungslinie erheblich ausgeweitet.

Ein hohes Risiko besteht auf Seiten der Handelsfinanzierung. In 2019 gelang die Komplettumstellung der Edelmetallfinanzierung. Ein etwaiger Ausfall dieser neuen Finanzierungslösung wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einfach zu ersetzen. Aus diesem Grunde arbeitet das Unternehmen permanent an Alternativen.

Diebstahl und Betrug: Trotz vorhandener umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen können Diebstähle oder Betrug durch Dienstleister und/oder Mitarbeiter nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Video-Überwachung der Werksgelände und Hallen wurden an vielen Standorten weiter ausgebaut. Transportrisiken werden permanent überwacht und die Risiken gemeinsam zwischen Spedition, Versicherung und der Gesellschaft analysiert und minimiert. Entsprechende Versicherungspolicen sind vorhanden. Permanente Kontrollen der Bestände und Bestandbewertung in Verbindung mit einem durchgehenden 4- Augen-Prinzip schützen das Unternehmen weiterhin. Die Geschäftsführung wirkt durch Reisen und Dialog unmittelbar auf die verantwortlichen Mitarbeiter in Deutschland und den Niederlassungen ein.

Diebstahl und Betrug bergen zu Zeiten hoher Notierungen für Edelmetalle ein erhöhtes Risiko.

Arbeitskräftemangel: Bei der Vollbeschäftigung in Bayern sind Ersatz und die Neugewinnung von Arbeitskräften, vor allem im gewerblichen Bereich, eine große Herausforderung für das Unternehmen und ein zunehmendes wirtschaftliches Risiko. Selbst Ausbildungsplätze sind immer schwerer zu besetzen. Die Gesellschaft reagiert mit einer Vielzahl von Maßnahmen: Personalmarketing, Vergütung, Incentive-Pakete, Verbesserung an Arbeitsplätzen, Training. Mittelfristig entwickelt die Gesellschaft Aggregate mit höherer Automatisierung. Noch ist das wirtschaftliche Risiko als gering, aber als zunehmend einzustufen.

Behördliche Auflagen: Zusätzliche behördliche Auflagen für den Transport und die Verarbeitung von Abfallstoffen können zu zusätzlichen Kosten führen, die kaum an die Geschäftspartner weiter belastet werden könnten. Die detailreichen, notwendigen Notifizierungen führen zusätzlich oft zu einer zeitlichen Verzögerung von Versandmengen. Auch die damit verbundenen Mehrkosten sind in den meisten Fällen vom Unternehmen zu absorbieren.

Auf einer gänzlich anderen Ebene belasten immer neue behördliche Auflagen und politische Zugeständnisse den Arbeitsalltag und treiben Kosten. Die jüngsten Beispiele sind elektronische Krankmeldung und die erneute Ausweitung von Krankentage für Erziehende. Das Unternehmen beteiligt sich aktiv an Verbandsarbeit. Der politische Einfluss des Mittelstands ist gering. Die politisch-behördlichen Risiken steigen.

Forderungen: Das Risiko von Ausfällen ist aufgrund des niedrigen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gering.

Zum Zeitpunkt der Berichterstellung konnten, abgesehen von den gewöhnlichen sowie den vorstehend dargestellten unternehmerischen Risiken, keine besonderen Risiken erkannt werden.

4.2 Chancen

Chancen der zukünftigen Entwicklung liegen insbesondere in einer zunehmenden kommerziellen und strategischen Attraktivität der Sekundärrohstoffe aus dem Recycling im Vergleich zu Primärrohstoffen.

Ursächlich hierfür ist, neben signifikant gestiegenen Explorationskosten für die Erschließung neuer Minen, der deutlich höhere Anteil von Edelmetall im Sekundärrohstoff. Dieser führt in der Raffination zu einer besseren Prozesseffizienz und CO 2 Bilanz. Die zunehmende Attraktivität führt bereits aktuell zu einer spürbar anziehenden Nachfrage von Großabnehmern.

Auch langfristig sieht das Unternehmen einer positiven Entwicklung entgegen. Umweltauflagen in den großen Industrienationen fördern Technologien wie Partikelfilter für Diesel und Benzin betriebene Fahrzeuge. Zusammen mit steigenden Produktionszahlen werden sich strengere Abgasverordnungen wie EURO 7, TIER4 oder China-6 positiv auf die Nachfrage auswirken. Die Komplexität der Abgasreinigungssysteme nimmt dabei ständig zu. Es werden mit Edelmetallen beschichtete, aber auch unbeschichtete Systemkomponenten eingesetzt. Durch aufwendige, selbsterstellte Kataloge und Fachwissen erarbeitet sich die Gesellschaft tendenziell einen Wettbewerbsvorteil.

Der Dieselskandal hat diesen Trend zu komplexer Abgasreinigung eher verstärkt, aber auch neue Dynamik in alternative Antriebstechnologien gebracht. Hybrid und (langfristig) Brennstoffzellen als neue Antriebstechnologien sind allesamt mit edelmetallhaltigen Katalysatoren ausgestattet.

Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Jahr weitere Erfolge bei der wirtschaftlich sinnvollen Aufarbeitung von LKW-Kats erzielt. Die Zerlegung dieser komplexen Systeme und Aufbereitung der besonders schwierig zu verarbeitenden Materialien bietet die Chance, sich weiter vom Wettbewerb abzuheben.

Die Umkehrung der Machtverhältnisse zugunsten von Refinern birgt auch Chancen für das Unternehmen. Die Verarbeiter, die sich am besten auf die Qualität der bereitgestellten, edelmetallhaltigen Ware verstehen, die entsprechenden Kosten an die Kunden weitergeben und sich zu den Vorzeigebetrieben in Sachen Compliance zählen können, werden Wettbewerbsvorteile haben. HRD hat sich seit Gründung diesen Werten verschrieben.

Hand in Hand mit stetig steigenden Compliance Anforderungen von Refinern und Händlern ist auch die Fähigkeit, große Edelmetallströme zu finanzieren ein Unterscheidungsmerkmal. Hier gelten dieselben Regeln, verbunden mit Solidität und Transparenz.

Die Internationalisierungsstrategie der Gesellschaft birgt weiterhin Chancen. Die lokalen Gesellschaften in Asien haben noch großes Marktpotential. Selbst in USA sind die Marktanteile vergleichsweise gering.

Weitere Chancen liegen in der Diversifizierung des Recycling-Angebots (Elektroschrott, Industrie). Langfristig liegen sie im Recycling neuer Antriebstechnologien.

 

Aschaffenburg, den 24. November 2023

Thomas L. Hensel

Clemens Hensel

Oliver Krestin

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Hensel Recycling GmbH, Aschaffenburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Hensel Recycling GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. August 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. September 2022 bis zum 31. August 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Hensel Recycling GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. September 2022 bis zum 31. August 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. August 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. September 2022 bis zum 31. August 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 24. November 2023

Nexia GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

S. Varughese, Wirtschaftsprüfer

A. Kramer, Wirtschaftsprüfer

Sonstige Berichtsbestandsteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 11.12.2023 festgestellt. Gleichzeitig wurde beschlossen, den Jahresüberschuss des laufenden Jahres auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

6 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.