Bernhauser Bank eG

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart GnR 220067
Eingetragen
7.8.1908
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsBeteiligungsgesellschaftenKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: die Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften, insbesondere a) die Pflege des Spargedankens, vor allem durch Annahme von Spareinlagen; b) die Annahme von sonstigen Einlagen; c) die Gewährung von Krediten aller Art; d) die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften; e) die Durchführung des Zahlungsverkehrs; f) die Durchführung des Auslandsgeschäfts einschließlich des An- und Verkaufs von Devisen und Sorten; g) die Vermögensberatung, Vermögensvermittlung und Vermögensverwaltung; h) der Erwerb und die Veräußerung sowie die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten; i) die Vermittlung oder der Verkauf von Bausparverträgen, Versicherungen und Reisen; j) der Bau und Erwerb, sowie die Vermietung, Verwaltung und der Verkauf von Immobilienvermögen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Ivica Culap
seit 2.1.2025
Prokura
Joachim Rapp
seit 13.6.2024
Vorstandsmitglied
Thomas Fröhle
seit 1.6.2018
Prokura
Thomas Gruber
seit 16.1.2017
Prokura
Thomas Fröhle
seit 16.1.2017
Prokura
Andreas Gienger
seit 23.7.2015
Vorstandsmitglied
Karlheinz Pitter
seit 15.5.2014
Vorstandsmitglied
Ute Fischer
seit 3.12.2009
Prokura
Rolf Semle
seit 10.5.2006
Prokura

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Bernhauser Bank eG

Filderstadt

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Gliederung des Lageberichts

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

b) Finanzlage

c) Vermögenslage

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

C. Risiko- und Chancenbericht

D. Prognosebericht

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Geschäftsgebiet und Geschäftsaktivitäten

Die Bernhauser Bank eG ist eine genossenschaftliche Bank. Wir verfolgen das Ziel, durch ganzheitliche Beratung und Betreuung die wirtschaftliche Förderung unserer Mitglieder und Kunden sicherzustellen (Förderauftrag). Durch unsere Leistungen für den gewerblichen Mittelstand wollen wir auch die Wirtschaft in unserer Region nachhaltig stärken. Für unsere Privatkunden möchten wir erstklassige Qualität in der Betreuung zur finanziellen Lebensplanung bieten und bedarfsorientierte Finanzpartner in allen Lebensphasen sein.

Ausgehend von unserem Sitz in Filderstadt haben wir unser Geschäftsgebiet definiert, das sich aus dem Verband Region Stuttgart und der Region Neckar-Alb zusammensetzt. Zusätzlich stehen wir mit unseren Produkten und Dienstleistungen grundsätzlich auch für Kunden außerhalb unseres Geschäftsgebietes zur Verfügung.

Die Bernhauser Bank eG ist nach ihrer Geschäftsstrategie in erster Linie eine Kundenbank und damit eine Vertriebsbank, d.h. die wesentlichen Geschäftsaktivitäten zielen auf das Kredit- und Einlagengeschäft mit Firmen- und Privatkunden ab. Darüber hinaus nimmt das Provisionsgeschäft mit dem Vermittlungsgeschäft und dem Zahlungsverkehr einschließlich Kontoführung einen breiten Raum ein. Im Bereich der Eigenanlagen spielen die Investition in "Rendite-Immobilien" eine zentrale Rolle. Den stationären Vertrieb in unserer Hauptstelle sehen wir weiter als zentralen Baustein bei den Vertriebswegen. Wir sehen uns aber auch als Omnikanalbank und möchten dahingehend insbesondere den Bedarfslagen unserer digital-affinen Mitglieder und Kunden mit den entsprechenden Angeboten Rechnung tragen. Wir nutzen dabei grundsätzlich das Leistungsangebot innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken.

Im April 2023 haben die Vorstände der Bernhauser Bank eG und der Scharnhauser Bank eG im Einvernehmen mit den Aufsichtsräten Verhandlungen mit der Absicht einer Verschmelzung beider Institute aufgenommen. Mit dem Zusammenschluss soll der Region eine Genossenschaft erhalten bleiben und die Marktposition dort gesichert werden. Der Verschmelzung haben im Oktober 2023 die Generalversammlung der Scharnhauser Bank eG sowie die Vertreterversammlung der Bernhauser Bank eG jeweils mit 100 % der abgegebenen Stimmen zugestimmt. Die Verschmelzung, rückwirkend zum 1. Januar 2024, wurde mit Datum vom 13. Juni 2024 in das Genossenschaftsregister eingetragen. Die Scharnhauser Bank eG wurde als Zweigniederlassung im Sinne von § 14 Genossenschaftsgesetz im Genossenschaftsregister eingetragen. Sie firmiert unter "Scharnhauser Bank Zweigniederlassung der Bernhauser Bank eG, 73760 Ostfildern".

Personal- und Sozialbereich

Die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten (gemessen in Vollzeitäquivalenten nach Monatsendbeständen) hat sich mit 35,2 gegenüber dem Vorjahr (34,9) geringfügig erhöht.

Zum Stichtag 31. Dezember 2023 stellt sich unserer Personalbestand wie folgt dar: Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter liegt bei 45,3 Jahren. Diese sind im Durchschnitt seit 9,1 Jahren bei der Bank beschäftigt. Die Fluktuation liegt bei 10 Mitarbeitern (Vorjahr 11 Mitarbeiter). Die Frauenquote liegt bei 48,9 % (Vorjahr 43,2 %).

Zur Förderung der fachlichen und sozialen Kompetenz unserer Mitarbeiter, die wir als Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung der Bank sehen, haben wir 60 TEUR in die Weiterbildung investiert.

Mitgliedschaft in der Sicherungseinrichtung des BVR

Unsere Bank ist der Sicherungseinrichtung (Garantieverbund des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V.) angeschlossen. Diese Sicherungseinrichtung hat nach § 1 ihres Statuts die Aufgabe, drohende oder bestehende wirtschaftliche Schwierigkeiten bei den angeschlossenen Instituten abzuwenden oder zu beheben (Institutsschutz). Mit der Zugehörigkeit zum Garantieverbund und durch Abgabe einer Garantieerklärung haben wir eine Garantieverpflichtung gegenüber dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) übernommen.

Ferner sind wir Mitglied der BVR Institutssicherung GmbH (BVR-ISG), welche von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als Einlagensicherungssystem gemäß dem Einlagensicherungsgesetz (DGSD-Umsetzungsgesetz) amtlich anerkannt ist. Gemäß § 7 der Beitritts- und Verpflichtungserklärung zum BVR ISG ist damit eine Beitragsgarantie gegenüber dem BVR-ISG verbunden. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen sowie Auffüllungsverpflichtungen nach Deckungsmaßnahmen.

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland

Quelle: Hintergrundmaterial zur Erstellung der Geschäftsberichte der Volksbanken und Raiffeisenbanken des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken vom 4. März 2024

Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Zu Jahresbeginn wurde die Konjunktur vor allem durch die nur langsam schwindenden Belastungen durch die hohe Inflation, die Materialengpässe und die teilweise noch bestehenden Coronaschutzmaßnahmen gedämpft. Im weiteren Jahresverlauf belasteten dann verstärkt die von den westlichen Notenbanken in Reaktion auf die Inflation vorgenommenen kräftigen Leitzinsanhebungen die wirtschaftliche Situation in Deutschland und weltweit. Überlagert wurden diese Einflüsse auch von dem andauernden Arbeits- und Fachkräftemangel hierzulande und den hohen Unsicherheiten, beispielsweise über die Folgen des Ende 2023 eskalierenden Nahostkonflikts und den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November. Aufgrund der Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (+1,8 %).

Nach einem durch die Erholung von der Coronakrise getriebenen kräftigen Zuwachs im Vorjahr um 3,9 % gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,7 % zurück. Die Investitionskonjunktur zeigte sich wie bereits im Vorjahr gespalten. Einerseits legten die Investitionen in Ausrüstungen wie Fahrzeuge und Maschinen erneut zu, andererseits gaben die Bauinvestitionen abermals nach. Alles in allem ging von den Bruttoanlageinvestitionen ein leicht negativer Impuls (-0,1 %-Punkte) für das preisbereinigte Wirtschaftswachstum aus. Der grenzüberschreitende Handel der deutschen Wirtschaft konnte 2023 nicht an die deutlichen Zuwächse während der Erholung von der Coronakrise im Jahr 2022 anknüpfen. Sowohl die Exporte als auch die Importe sanken um 2,2 % beziehungsweise 3,4 %, nachdem sie im Vorjahr noch um 3,3 % und 6,6 % gestiegen waren.

Im Verarbeitenden Gewerbe belasteten die trotz der nachlassenden Preisdynamik insgesamt noch immer sehr hohen Energiepreise, die nur langsam schwindenden Materialengpässe und die globale Nachfrageschwäche die Lage. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs gab daher nochmals leicht nach. Sie sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % und damit in gleichem Umfang wie 2022 (-0,3 %). Auch die Baukonjunktur präsentierte sich abermals schwach. Nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr (-3,3 %) verminderte sich die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Baugewerbes 2023 nochmals, wenngleich mit einer Veränderungsrate von -0,2 % weniger stark als zuvor. Hemmend auf die Aktivitäten des Wirtschaftsbereichs wirkten vor allem die weiterhin hohen Baukosten, der anhaltende Mangel an Arbeitskräften und die, wegen der gestiegenen Zinsen, verschlechterten Finanzierungsbedingungen.

Trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche blieb der Arbeitsmarkt in einer soliden Grundverfassung. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl in der Statistik, auch wegen der verstärkten Erfassung Geflüchteter, von 2,4 Mio. Menschen im Vorjahr auf 2,6 Mio. Menschen. Die Arbeitslosenquote befand sich mit 5,7 % aber nach wie vor auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und nur leicht über dem Stand von 2022 (5,3 %). Die Erwerbstätigenzahl kletterte im Vorjahresvergleich um rund 300.000 auf einen neuen Rekordwert von gut 45,9 Mio. Menschen.

Nachdem die jährliche Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex 2022 mit 6,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte, ging sie 2023 etwas zurück. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 5,9 %, wobei die Monatswerte einen klar rückläufigen Trend zeigten. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Die Preise für Energieprodukte verteuerten sich 2023 um unterdurchschnittliche 5,3 %, nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Vorjahr. Bei Nahrungsmitteln hielt hingegen der hohe Preisauftrieb nahezu ungebremst an. Sie verteuerten sich um 12,4 %, nach einer Erhöhung um 13,4 % im Vorjahr.

Die Notenbanken setzten ihre geldpolitischen Straffungen aus dem Vorjahr fort und erhöhten ihre Leitzinsen weiter. Die beiden Notenbanken, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve der USA (Fed), erreichten 2023 die höchsten Leitzinsniveaus seit der globalen Finanzkrise von 2008 bzw. seit der Einführung des Euro. Die US-Notenbank Fed beendete Mitte 2023 ihren geldpolitischen Straffungskurs bei einem Leitzinskorridor von 5,25 bis 5,5 %. Der Leitzins im Euroraum erreichte mit 4,5 % für die Hauptrefinanzierungsfazilität den vorläufigen Höhepunkt.

Die Anleihenmärkte waren im Jahr 2023 von hoher Volatilität geprägt. Das Jahr begann, nach den starken Kursverlusten im Jahr 2022 mit einer Erholung von den starken Kursverlusten durch Kriegs-, Inflations- und Zinsschocks im Jahr 2022. Die zehnjährige Bundesanleihe erreichte ihre maximale Rendite von 2,97 % am 28. September 2023. Zum Jahresende erbrachte sie mit 2,03 % ein Fünftel weniger Rendite als zum Jahresanfang.

Die Aktienmärkte setzten zum Jahresauftakt die Erholung von Ende 2022 fort. Der DAX stieg vom 01. Januar bis zum 09. März 2023 um 12,3 % auf 15.633 Punkte. Anschließend erschütterte jedoch die Krise der US-Regionalbanken die Finanzmärkte, insbesondere die plötzliche Zahlungsunfähigkeit der Silicon Valley Bank. Die Verluste konzentrierten sich dabei auf Finanzwerte. Die Krise kulminierte mit der Fusion der Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS am 19. März 2023, die die Schweizer Behörden zur Abwicklung der erstgenannten Bank organisiert hatte. Dieser Akt konnte die Märkte beruhigen und ermöglichte eine Erholung der Aktienmärkte von dem kurzzeitigen Einbruch. Ende Juli notierte der DAX bei 16.447 Punkten und damit 18,1 % über seinem Jahreseinstandswert. Zum Jahresende verstärkte sich die Erholung aufgrund sinkender Inflationszahlen und damit verbundener Hoffnungen auf Leitzinssenkungen der Notenbanken, womit eine Belebung der Konjunktur im Jahr 2024 verbunden wurde. Dadurch schloss er das Jahr mit 16.752 Punkten und auf Jahressicht um 20,3 % im Plus ab.

Geschäftsentwicklung der Kreditgenossenschaften in Baden-Württemberg

Nach den Veröffentlichungen des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes e.V. (BWGV) blieb die Bilanzsumme der 129 (Vorjahr 137) Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg im Jahr 2023 bei rund 208,8 Mrd. Euro. Im gleichen Zeitraum haben sich die Kundenforderungen um 2,7 % auf 136,4 Mrd. Euro sowie die Kundeneinlagen um 1,2 % auf 157,2 Mrd. Euro erhöht.

Das Betriebsergebnis vor Risiko stieg 2023 um 17,1 % auf 1,7 Mrd. Euro. Dahinter standen ein um 11,1 % auf 3,2 Mrd. Euro gestiegener Zinsüberschuss sowie ein um 1,6 % auf 1,3 Mrd. Euro erhöhter Provisionsüberschuss. Das Betriebsergebnis nach Risiko stieg um 730,4 % auf 1,6 Mrd. Euro. Das haftende Eigenkapital erhöhte sich um 3,3 % auf 19,9 Mrd. Euro.

Die Volks- und Raiffeisenbanken im Südwesten zählen aktuell mehr als 6,5 Mio. Kunden, rund 3,6 Mio. Mitglieder und beschäftigen 19.892 Mitarbeitende (umgerechnet auf Vollzeitstellen).

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Über unsere strategische Eckwert- und Kapitalplanung planen und steuern wir die Entwicklung unseres Institutes auf Grundlage von Kennzahlen und Ambitionsniveaus. Dabei verwenden wir die folgenden bedeutsamsten finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen:

Als bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator für die Rentabilität der Bank wird die Relation des Betriebsergebnisses vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme (nachfolgend: "BE vor Bewertung/dBS") festgelegt. Die Kennzahl BE vor Bewertung/dBS misst die Ertragskraft der Bank in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme. Das BE vor Bewertung/dBS ist die Summe aus dem ordentlichen Zins- und Provisionsüberschuss abzüglich der ordentlichen Verwaltungsaufwendungen. Darüber hinaus fließen die ordentlichen sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen mit ein. Bestimmte, unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten, außerordentliche Erträge und Aufwendungen werden dabei herausgerechnet. Die durchschnittliche (Brutto-)Bilanzsumme (dBS) ist die Bilanzsumme vor Kürzung von Wertberichtigungen/Vorsorgereserven bei täglicher Gewichtung.

Als bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit/Effizienz oder Produktivität unseres Instituts wurde die Cost-Income-Ratio (nachfolgend: "CIR") bestimmt. Sie stellt das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zum Zins- und Provisionsergebnis sowie dem Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen dar. Auch hier werden bestimmte, betriebswirtschaftlich außerordentliche, Faktoren nicht berücksichtigt.

Das Wachstum der bilanziellen Kundeneinlagen und Kundenkredite definieren wir als bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator für die zukünftige Ertragskraft. Auf Basis des Jahresendbestandes eines abgelaufenen Geschäftsjahrs ermitteln wir unter Berücksichtigung von definierten Wachstumszielen absolute Zielwerte für die Jahresdurchschnittsbestände der Folgejahre und legen diese als Zielgrößen fest. Bei den Kundenkrediten werden dabei die Aktivposten 4 und 9 (Forderungen an Kunden - vor Abzug von Wertberichtigungen und Treuhandkredite) und bei den Kundeneinlagen die Passivposten 2 und 9 berücksichtigt. Die Durchschnittsbestände werden auf Basis täglicher Gewichtung ermittelt. Bei den Ausgangsgrößen finden hierzu in geringem Umfang Saldierungen zwischen dem Aktivposten 4 und Passivposten 2 statt, um die entscheidungsrelevanten Volumina zu erhalten, die sich auf die Durchschnittsvolumina auswirken.

Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bank durch nachhaltiges Wachstum werden im Kontext steigender Kapitalanforderungen angemessene Eigenmittel benötigt. Als bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator für die Kapitalausstattung unserer Bank dient uns die aufsichtsrechtlich festgelegte Gesamtkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 c) CRR, die sich ermittelt aus den Eigenmitteln der Bank, ausgedrückt als Prozentsatz des Gesamtrisikobetrags.

Im Kontext des Indikators Gesamtkapitalquote ist der bedeutsamste finanzielle Leistungsindikator Dotierung des Eigenkapitals (einschließlich des Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB und den Vorsorgereserven nach § 340f HGB) aus dem Ergebnis zu sehen. Als wesentliches Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung spiegelt sie die Ertragskraft der Bank im Ganzen wider.

Darüber hinaus überwachen wir regelmäßig nachfolgende finanzielle Leistungsindikatoren:

Zinsüberschuss

Provisionsüberschuss

Verwaltungsaufwendungen

Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio, LCR)

Die Darstellung, Analyse und Beurteilung der einzelnen finanziellen Leistungsindikatoren erfolgt in den nächsten Abschnitten.

Daneben haben wir die Anzahl der Mitglieder als bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikator definiert.

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Bilanzsumme 433.858 429.256 4.602 1,1
Außerbilanzielle Geschäfte *) 31.308 49.728 -18.420 -37,0

*) Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten), und 2 (Andere Verpflichtungen)

Ursächlich für den leichten Anstieg der Bilanzsumme waren insbesondere gestiegene Forderungen an Kunden und die höheren Kundeneinlagen. Auf die Zuwächse bei den Forderungen an Kunden hatte dabei insbesondere die Inanspruchnahme von unwiderruflichen und widerrufliche Kreditzusagen der Vorjahre erhöhenden Einfluss.

Die außerbilanziellen Geschäfte bewegen sich unter Vorjahresniveau. Sowohl die Eventualverbindlichkeiten, als auch die Anderen Verpflichtungen waren um 6.878 TEUR beziehungsweise 11.542 TEUR rückläufig. Die Position Andere Verpflichtungen enthält bei der Bank ausschließlich unwiderrufliche Kreditzusagen. Hier spiegelt sich sowohl die höhere Inanspruchnahme von Kreditlinien als auch die rückläufige Nachfrage nach Krediten insbesondere aufgrund der stark angestiegenen Kreditzinsen wider.

Die durchschnittliche Bilanzsumme (dBS) erhöhte sich um 3,7 % auf 444,5 Mio. EUR.

Aktivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Kundenforderungen 360.906 351.075 9.831 2,8
Wertpapieranlagen 922 1.242 -320 -25,8
Forderungen an Kreditinstitute 44.028 3.596 40.432 ***. *

Im Geschäftsjahr konnte das Kundenkreditgeschäft auf Basis des bilanziellen Ausweises um 9.831 TEUR bzw. 2,8 % ausgebaut werden. Unter Berücksichtigung der Entwicklung der Eventualverbindlichkeiten und der offenen Kreditzusagen (diese waren in Summe um 28.758 TEUR rückläufig) hat sich das Bruttokundenkreditvolumen um 3,8 % (vor Wertberichtigungen) reduziert. Bei den unter dem Aktivposten 4 ausgewiesenen Krediten (vor Abzug von Wertberichtigungen) haben im Berichtszeitraum die Kredite an Unternehmen und wirtschaftlich selbständige Privatpersonen um 0,8 % abgenommen und die der unselbständigen Privatpersonen um 7,3 % zugenommen. Bei unseren Branchenschwerpunkten ergab sich ein deutlicher Rückgang beim Baugewerbe, während sich die Finanzierungen beim Wohnungs- und Grundstückswesen erhöht haben.

Das Kundenkreditgeschäft war im Geschäftsjahr von gleichlaufenden Entwicklungen im Kontokorrent- und Darlehensbereich gekennzeichnet. Während die kurzfristigen Kontokorrentfinanzierungen um 9.184 TEUR gesteigert werden konnten, stieg das Volumen im Darlehensbereich nur vergleichsweise gering um 2.332 TEUR an (jeweils vor Wertberichtigungen).

Unser bedeutsamster Leistungsindikator Wachstum im Kundenkreditgeschäft hat sich wie folgt entwickelt: Ausgehend von der Vorjahresprognose gingen wir davon aus, das durchschnittliche Kundenkreditvolumen im Geschäftsjahr 2023 um 3,0 % auf 376,2 Mio. EUR zu steigern. Die erzielten durchschnittlichen Bestände der Aktivposten 4 und 9 (vor Wertberichtigungen) lagen mit 367,8 Mio. EUR unter dem Niveau der Zielgröße. Die Durchschnittsbestände haben sich gegenüber den Durchschnittsbeständen des Vorjahres um 6,6 % erhöht.

Der Bestand an Wertpapieranlagen hat sich nur unwesentlich verändert. Die Forderungen gegenüber Kreditinstituten waren deutlich höher auszuweisen, da wir zum Bilanzstichtag Gelder in Höhe von 39.283 TEUR (ohne Zinsabgrenzung) als Einlagenfazilität bei der Deutschen Bundesbank angelegt haben. Die Barreserven haben sich dadurch entsprechend verringert und waren insgesamt 47.431 TEUR unter dem Vorjahreswert auszuweisen.

Passivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 34.398 38.352 -3.954 -10,3
Spareinlagen 35.273 43.847 -8.575 -19,6
andere Einlagen 304.734 286.010 18.725 6,5
verbriefte Verbindlichkeiten 0 2.655 -2.655 -100,0
Nachrangige Verbindlichkeiten 5.270 5.270 0 0,0

Unser bedeutsamster Leistungsindikator des Wachstums bei den Kundeneinlagen hat sich wie folgt entwickelt: Ausgehend von der Vorjahresprognose gingen wir davon aus, das durchschnittliche Kundeneinlagenvolumen um 2,0 % auf 338,2 Mio. EUR zu steigern. Die erzielten durchschnittlichen Bestände der Passivposten 2 und 9 lagen mit 338,9 Mio. EUR auf dem Niveau unseres Zielwerts. Die Durchschnittsbestände haben sich gegenüber den Durchschnittsbeständen des Vorjahres um 5,4 % erhöht.

Die bilanziellen Kundeneinlagen des Passivpostens 2 haben sich zum Berichtsstichtag um 10.150 TEUR erhöht. Mit dem Zuwachs haben wir Teile des bilanziellen Wachstums bei den Kundenkrediten finanziert. Während die Spareinlagen mit 8.575 TEUR oder 19,6 % rückläufig waren, haben sich die anderen Einlagen um 18.175 TEUR bzw. 6,5 % erhöht. In der Struktur der anderen Einlagen ergab sich eine gegensätzliche Entwicklung. Die täglich fälligen Einlagen haben sich um 39.707 TEUR reduziert. Dem gegenüber haben sich die Einlagen mit vereinbarter Laufzeit um 58.432 TEUR erhöht. Hier zeigt sich das geänderte Anlegerverhalten aufgrund der nunmehr gewährten Verzinsung für Termineinlagen.

Die verbrieften Verbindlichkeiten waren endfällig und wurden vollständig zurückbezahlt. Die Verbindlichkeiten mit Nachrang sind gegenüber dem Vorjahr unverändert. Eine Neubegebung bzw. Endfälligkeit einer Serie war im vergangenen Geschäftsjahr nicht zu verzeichnen.

Die Geschäfte, die sich bilanziell nicht auswirken, werden in unserer Verbundbilanz abgebildet. Das betreute Kundenanlagevolumen betrug zum Jahresende 490,1 Mio. Euro, das entspricht einem Zuwachs von 31,3 Mio. EUR oder 6,8 %. Das betreute Kundenkreditvolumen konnte ebenfalls gesteigert werden, es belief sich zum Jahresende auf 429,7 Mio. EUR, rund 1,7 % mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt hat sich das in der Verbundbilanz aufgeführte betreute Kundenvolumen im zurückliegenden Jahr um rund 38,4 Mio. EUR auf 919,8 Mio. EUR erhöht. Daneben betreuen wir in geringem Umfang auch verbundfremdes Kundengeschäft.

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften 599 562 37 6,6
Vermittlungserträge 322 488 -166 -34,0
Erträge aus Zahlungsverkehr 858 834 24 2,9

Die Erträge aus dem Dienstleistungsgeschäft waren gegenüber dem Vorjahr insgesamt rückläufig. Positiv entwickelten sich die Erträge aus dem Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäft, die im Berichtsjahr um 6,6 % gesteigert werden konnten. Etwas geringer fiel mit 2,9 % der Zuwachs bei den Erträgen aus dem Zahlungsverkehr aus. Der hohe Rückgang bei den Vermittlungserträgen resultiert insbesondere aus den rückläufigen Provisionen für verbürgte Fremdwährungsdarlehen und im Geschäftsjahr vermittelte Kredite. Bei den verbürgten Fremdwährungsdarlehen erfolgten planmäßige Tilgungen, die sich reduzierend auf die Provisionserträge aus diesen Geschäften auswirkten.

Die Anzahl unserer Mitglieder hat sich von 4.763 auf 4.781 erhöht. Gemessen an unserem strategisch ausgerichteten Ziel (bedeutsamster nichtfinanzieller Leistungsindikator) für 2023 von 4.900 Mitgliedern wurde dieses nicht erreicht.

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft haben sich im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

Erfolgskomponenten Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Zinsüberschuss 1) 9.285 6.766 2.518 37,2
Provisionsüberschuss 2) 1.802 1.837 -35 -1,9
Verwaltungsaufwendungen 7.041 6.444 597 9,3
a) Personalaufwendungen 3.414 3.322 92 2,8
b) andere Verwaltungsaufwendungen 3.627 3.121 506 16,2
Betriebsergebnis vor Bewertung 3) 4.185 2.927 1.258 43,0
Bewertungsergebnis 4) -692 -328 -364 110,9
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 3.493 2.599 894 34,4
Steueraufwand 1.250 875 374 42,8
Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 1.658 1.179 479 40,6
Jahresüberschuss 586 545 41 7,5

1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3

2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6

3) Saldo aus den GuV-Posten 1 bis 12

4) Saldo aus den GuV-Posten 13 bis 16

Die Kapitalrendite (Jahresüberschuss nach Steuern/Bilanzsumme) betrug im Geschäftsjahr 0,14 % (Vorjahr 0,13 %).

Der Zinsüberschuss hat sich im Berichtsjahr deutlicher erhöht, als wir in unserer letztjährigen Prognose angenommen hatten. Unter der Annahme eines konstanten Zinsniveaus waren wir von einem Zinsüberschuss in Höhe von 7.582 TEUR ausgegangen. Aufgrund des unterjährig weiter stark angestiegenen Zinsniveaus stieg der Zinsüberschuss weit über unseren Erwartungen und liegt mit 9.285 TEUR um 37,2 % über dem Vorjahr. Ursächlich für die Entwicklung waren insbesondere die aufgrund des stark angestiegenen Zinsniveaus höheren Zinserträge aus variabel verzinsten Kundenkrediten, die rund 28,6 % unserer Kundenforderungen ausmachen, sowie die Zinserträge aus Eigenanlagen bei der Deutschen Bundesbank und der DZ BANK AG Deutsche Zentral Genossenschaftsbank (DZ BANK). Durch die Bindung an den Referenzzins 3-Monats-EURIBOR beziehungsweise dem Zinssatz für die Einlagenfazilität hat sich der Zinssatz für diese Kredite und Geldanlagen deutlich erhöht. In Folge dessen konnten wir im Geschäftsjahr 2023 höhere Zinserträge vereinnahmen, welche die höheren Zinsaufwendungen für Kundeneinlagen und Refinanzierungen nennenswert überstiegen haben. Gleichwohl haben sich die Zinsaufwendungen für Kundeneinlagen ebenfalls über unseren Erwartungen entwickelt. Der Zinsüberschuss enthält wie im Vorjahr einen erwähnenswerten Anteil an Kreditbearbeitungsentgelten (4,9 %).

Der erreichte Provisionsüberschuss liegt im Ergebnis mit 1.802 TEUR um 35 TEUR bzw. 1,9 % unter dem Vorjahresergebnis. Der erzielte Provisionsüberschuss liegt über der im vergangenen Lagebericht dargestellten Erwartung von 1.702 TEUR. Höheren Zahlungsverkehrsentgelten und Erlösen aus dem Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäft standen geringere Erträge aus dem Vermittlungsgeschäft gegenüber. Die Provisionsaufwendungen sind wegen dem geringeren Umfang und Aufwand für an uns vermittelte Kredite um 147 TEUR bzw. 35,2 % zurückgegangen.

Der Verwaltungsaufwand (ohne Abschreibungen) ist um 597 TEUR (9,3 %) höher und beträgt zum Bilanzstichtag 7.041 TEUR. Er liegt über unserer letztjährigen Prognose, die von einem Anstieg auf 6.628 TEUR ausgegangen war. Dabei haben sich die Personalaufwendungen gegenüber dem Vorjahr nur leicht erhöht und liegen unter der letztjährigen Erwartung. Der Anstieg der anderen Verwaltungsaufwendungen liegt hingegen über den Erwartungen; sie haben sich um 506 TEUR oder 16,2 % erhöht. Dabei mussten wir in nahezu allen Bereichen Kostensteigerungen hinnehmen. Die höchsten Kostensteigerungen waren bei der Personalbeschaffung zu verzeichnen. Zudem wurden die anderen Verwaltungsaufwendungen durch Kosten der Verschmelzung (203 TEUR) zusätzlich belastet.

Für die weitere Beurteilung ist die Entwicklung der in der Tabelle nicht abgebildeten Abschreibungen sowie der sonstigen betrieblichen Erträge von Bedeutung. Nach der Fertigstellung einer Renditeimmobilie im Juni 2023 haben sich die planmäßigen Abschreibungen aufgrund der erstmaligen (anteiligen) Abschreibung dieser um 143 TEUR auf 307 TEUR erhöht. Durch die Vermietung dieser Immobilie haben sich die sonstigen betrieblichen Erträge, die im Wesentlichen auf Erträge aus der Vermietung von Rendite-Immobilien entfallen, um 68 TEUR erhöht.

Der bedeutsamste finanzielle Leistungsindikator CIR (Zielwert 75 %) wurde im Vorjahr für das Jahr 2023 mit 68,6 % prognostiziert. Mit einem Verhältnis von 63,9 % (Vorjahr 73,5 %) liegen wir günstiger als die letztjährige Prognosen und unter dem Vorjahreswert.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung hat sich gegenüber dem Vorjahr um 1.776 TEUR bzw. 74,5 % auf 4.160 TEUR erhöht. Damit wurde unsere letztjährige Prognose i.H.v. 3.030 TEUR wegen der positiven Planabweichung im Zinsüberschuss trotz der negativen Planabweichungen bei den Verwaltungsaufwendungen deutlich übertroffen.

Das in der Strategie formulierte Mindestziel für den bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikator BE vor Bewertung/dBS von 0,50 % konnte mit dem Ergebnis 2023 in Höhe von 0,94 % gut erreicht werden. Es liegt über dem Vorjahreswert von 0,56 % und über dem Prognosewert von 0,68 %. Diese relative Größe ergibt sich aus dem erzielten ordentlichen Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 4.160 TEUR und einer durchschnittlichen Bilanzsumme von 445,0 Mio. EUR. Das höhere Betriebsergebnis vor Bewertung laut Gewinn- und Verlustrechnung mit 4.185 TEUR ist auf betriebswirtschaftlich außerordentliche Faktoren zurückzuführen.

Das saldierte Bewertungsergebnis belief sich im Jahr 2023 auf -692 TEUR. Der Bewertungsaufwand hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 364 TEUR erhöht. Während der Gesamtbeitrag aus dem Kreditgeschäft das Bewertungsergebnis belastet hat, hat die Auflösung der Drohverlustrückstellung aus der verlustfreien Bewertung des Zinsbuchs nach den Grundsätzen des IDW RS BFA 3 n. F. entlastend gewirkt.

Der saldierte Gesamtbeitrag aus dem Kreditgeschäft war aufgrund von höheren Zuführungen zu Einzelwertberichtigungen und -rückstellungen mit -1.389 TEUR negativ (Vorjahr positiv mit 369 TEUR). Dabei schließt das Bewertungsergebnis aus dem Kreditgeschäft 300,7 TEUR Aufwendungen für die Abschreibung von minderverzinslichen Forderungen, die nach den Grundsätzen des IDW RS HFA 22 auf ihren niedrigeren beizulegenden Zeitwert abgeschrieben wurden, mit ein. Eingänge aus abgeschriebenen Forderungen (474,4 TEUR) aus der Verwertung von Sicherheiten (Garantieerklärung) für Finanzierungen von Fondsanteilen haben gleichwohl entlastend gewirkt.

Der Gesamtbeitrag aus dem Kreditgeschäft liegt deutlich ungünstiger als unsere letztjährige Prognose, bei der wir auf der Grundlage kalkulatorischer Ansätze (erwarteter Verlust) von einem Bewertungsaufwand im Kreditgeschäft von 668 TEUR ausgegangen waren.

Unsere Ermittlung der Nettoreserven des Zinsbuchs im Rahmen der verlustfreien Bewertung nach den Grundsätzen des IDW RS BFA 3 n. F. zeigt, dass unser Zinsbuch aufgrund des Zinsniveaus am 31. Dezember 2023 nicht mehr mit drohenden Verlusten belastet ist. Die im Vorjahr gebildete Drohverlustrückstellung in Höhe von 697 TEUR konnte vollständig aufgelöst werden und entlastete das Bewertungsergebnis.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 3.493 TEUR ermöglicht uns eine Thesaurierung zur Stärkung des wirtschaftlichen Eigenkapitals. Neben der Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken mit 1.658 TEUR sieht der Gewinnverwendungsvorschlag eine Stärkung der Rücklagen in Höhe von 450 TEUR vor. Beide Positionen stellen hartes Kernkapital dar. Bei diesem bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikator wurde das strategische Ziel einer Mindestzuführung zum Eigenkapital von 800 TEUR sowie der Prognosewert von 1.607 TEUR deutlich übertroffen.

b) Finanzlage

Kapitalstruktur

Die Kapitalstruktur der Bank ist durch Kundeneinlagen geprägt, die 78,4 % der Bilanzsumme entsprechen. Von den Kundeneinlagen entfallen 53,6 % auf täglich fällige Gelder, 10,4 % auf Spareinlagen und 36,0 % auf Termin- und Kündigungsgelder. Die Refinanzierung unserer Aktiva erfolgt weiterhin über nachrangige Verbindlichkeiten, auf die 1,2 % der Bilanzsumme entfallen, über Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (inklusive Treuhandkredite), auf die 8,3 % der Bilanzsumme entfallen, sowie über unser Eigenkapital (10,9 %).

Der aktuellen Zinsstruktur geschuldet sind bei den Kundeneinlagen hohe Anteile mit kurzfristigen Verfügungsmöglichkeiten vorhanden. Der Anteil der Kundeneinlagen mit einer Verfügungsmöglichkeit von bis zu 3 Monaten beträgt 84,0 %.

Von den Kundeneinlagen entfallen 56,4 % auf Einlagen pro Kunde von unter 500 TEUR (davon 45,2 % von je unter 250 TEUR). Der Anteil von 43,6 % an Kundeneinlagen in einer Größenordnung von über 500 TEUR ist hoch. Größere Einlagen und damit verbundene Abrufrisiken bestehen entsprechend. Die größte Einlage entspricht 9,2 % der Kundeneinlagen. Die hieraus resultierenden Abrufrisiken sind nach unserer Einschätzung aufgrund der Liquiditätsausstattung der Bank und des bisherigen Kundenverhaltens vertretbar.

Neben den Kundeneinlagen stehen uns primär Refinanzierungsmöglichkeiten bei der DZ BANK zur Verfügung. Die Refinanzierungen bei Kreditinstituten bestehen nahezu ausschließlich gegenüber dieser. Mit 62,9 % betrifft der größte Anteil davon weitergeleitete Förderkredite.

Investitionen

Die Erwirtschaftung zusätzlicher Erträge aus Immobilien zur Stabilisierung des Gesamtbankergebnisses ist als weiteres strategisches Ziel definiert. Dafür haben wir wesentliche Investitionen in Renditeimmobilien vorgenommen. Zum Bilanzstichtag sind wir mit 13,0 Mio. EUR investiert. Das Investitionsvolumen hat sich gegenüber dem Vorjahr durch Investitionen in das Renditeobjekt Volmarstraße in Filderstadt (Bernhausen) um 2,1 Mio. EUR erhöht.

Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung im Rahmen von Ersatzbeschaffungen vorgenommen. Sie waren nicht von wesentlicher Bedeutung.

Liquidität

Die Zahlungsbereitschaft unserer Bank war im abgelaufenen Geschäftsjahr stets gegeben. Die aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen Liquidity Coverage Ratio - LCR und Net Stable Funding Ratio - NSFR, die jeweils mindestens bei 100,0 % liegen müssen, haben wir eingehalten. Die LCR lag zum Jahresende bei 172,1 %; unterjährig lag der niedrigste Monatsultimowert bei 107,7%. Die NSFR lag zum Jahresende bei 113,4 %; der niedrigste Quartalsendstand lag im Geschäftsjahr bei 104,9 %.

Aufgrund unserer Liquiditätsplanung und -steuerung, der Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund und der unterhaltenen Bankguthaben erwarten wir keine Beeinträchtigung der Zahlungsbereitschaft.

c) Vermögenslage

Angemessene Eigenmittel, auch als Bezugsgröße für eine Reihe von Aufsichtsnormen, bilden neben einer stets ausreichenden Liquidität die unverzichtbare Grundlage für unsere Geschäftstätigkeit. Die vorgegebenen Anforderungen der Capital Requirements Regulation (CRR) und des Kreditwesengesetz (KWG) wurden von uns im Geschäftsjahr 2023 eingehalten.

Unter Berücksichtigung der vorgenommenen Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken mit 1.658 TEUR sowie weiteren Zuführungen aus dem Bilanzgewinn, die noch der Zustimmung der Vertreterversammlung bedürfen, beträgt unser Kernkapital 47.349 TEUR; das sind 10,9 % der Bilanzsumme.

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital laut Bilanz 1) 52.899 50.603 2.296 4,5
Eigenmittel (Art. 72 CRR) 50.569 49.848 721 1,4
Harte Kernkapitalquote 13,7 % 13,4 %
Kernkapitalquote 13,7 % 13,4 %
Gesamtkapitalquote 15,4 % 15,4 %

1) Hierzu rechnen die Passivposten 9 (Nachrangige Verbindlichkeiten), 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital).

Die Gesamtkapitalquote haben wir als bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator mit einer Mindestgröße von 14,0 % definiert. Die Gesamtkapitalquote liegt gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 15,4 %. Mit der Quote haben wir unseren Zielwert erreicht und liegen auch über unserer letztjährigen Prognose, die von einem leichten Rückgang der Gesamtkapitalquote auf 15,3 % ausgegangen war.

Kundenforderungen

Auf Basis der Kennziffern zum 31. Dezember 2023 weist unser Kundenkreditportfolio folgende wesentlichen Strukturen auf:

54,6 % des Risikovolumens (d.h. einschließlich offener Kreditzusagen) entfallen auf Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen.

Die Kredite in den Branchen Baugewerbe sowie dem Grundstücks- und Wohnungswesen von zusammen 33,2 % des Risikovolumens stellen einen besonderen Branchenschwerpunkt dar.

Der Anteil an Krediten außerhalb des Geschäftsgebietes beläuft sich auf 20,7 % des Risikovolumens.

Es bestehen Kundenkredite in Fremdwährung in Höhe von 6,0 Mio. EUR, die im Wesentlichen Avale für vermittelte Kredite in Schweizer Franken der DZ PRIVATBANK S.A. betreffen.

Auf Kredite bis zu 2,5 Mio. EUR Risikovolumen entfallen 65,1 % des Portfolios. Das Risikovolumen des größten Kundenkredits liegt bei 5,7 Mio. EUR.

Der Anteil der ungesicherten Kredite am Kundenkreditvolumen - bezogen auf das Risikovolumen - beträgt 22,9 %. Die wesentlichste Sicherheitenart bilden Grundpfandrechte.

Die ungesicherten Kreditteile der Kredite mit akuten Ausfallrisiken sind vollständig mit Risikovorsorge unterlegt.

Der unerwartete Verlust des bestehenden Kundenkreditportfolios beträgt auf Jahressicht und bei einem Konfidenzniveau von 99,9 % 3,1 Mio. EUR.

Strukturelle Besonderheiten und bedeutsame Einzelengagements stehen unter besonderer Beobachtung im Rahmen des Risikomanagements. Die Steuerungssysteme für bestehende Risikokonzentrationen werden laufend überprüft mit dem Ziel, die Steuerungswirkung der einzelnen Systeme weiter zu optimieren, um die Risiken angemessen zu begrenzen.

Die durch die Vertreterversammlung festgesetzten Kredithöchstgrenzen für die einzelnen Kreditnehmer sowie sämtliche Kreditgrenzen der CRR wurden während des gesamten Berichtszeitraumes eingehalten.

Die Forderungen an unsere Kunden haben wir auch zum Jahresende 2023 wieder mit kaufmännischer Vorsicht entsprechend den Grundsätzen des HGB bewertet. Die für erkennbare bzw. latente Risiken in angemessener Höhe gebildeten Einzel- und Pauschalwertberichtigungen wurden von den entsprechenden Aktivposten abgesetzt bzw. als Rückstellungen erfasst. Darüber hinaus sind ausweislich der Ergebnisse unserer Stresstests die latenten Kreditrisiken ausreichend durch Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB, dem Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB sowie der laufenden Ertragskraft abgeschirmt.

Wertpapieranlagen

Die Wertpapieranlagen der Genossenschaft entwickelten sich wie folgt:

Wertpapieranlagen Berichtsjahr 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 922 1.242 -320 -25,8

Im Rahmen der Kreditrisikosteuerung hat die Bank in geringem Umfang an einem Risikotausch in der Genossenschaftlichen Finanzgruppe teilgenommen und hierzu im Tausch ein Wertpapier (Credit Linked Note) der DZ BANK erworben.

Aufgrund des geringen Volumens und der variablen Verzinsung ist der Einfluss auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bank unwesentlich.

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die Geschäftsentwicklung der Bank war im Geschäftsjahr durch gestiegene Kundenforderungen sowie höhere Kundeneinlagen geprägt. Unsere Wachstumsziele haben wir bei den Kundeneinlagen erreicht. Das Wachstum der Kreditausleihungen lag hingegen unter unseren Erwartungen und ist zudem durch die Valutierung von offenen Kreditzusagen der Vorjahre begünstigt. Die Bilanzsumme ist um 1,1 % auf 433,9 Mio. EUR gestiegen.

Insbesondere mit dem Blick auf die Entwicklung des Zinsüberschusses, der über unseren Erwartungen lag, sowie die vorgenommene Thesaurierung sind wir mit der Entwicklung der Bank im Jahr 2023 zufrieden. Mit dem weiteren unterjährigen Anstieg der Marktzinsen im Zuge der Anhebung der Leitzinsen hat sich unser Zinsüberschuss gegenüber dem Vorjahr um 2.518 TEUR erhöht, da wir höhere Nettozinsmargen erzielen konnten. Die positive Entwicklung des Zinsüberschusses bildet die Grundlage für die Dotierung der Reserven der Bank über unseren Erwartungen.

Aus dem Dienstleistungsgeschäft wurden aufgrund des rückläufigen Vermittlungsgeschäfts geringere Ergebnisbeiträge erzielt, wobei wir das Prognose-Niveau aufgrund einer gestiegenen Geschäftstätigkeit im Wertpapier- und Depotgeschäft erreicht haben. Im Verwaltungsaufwand mussten wir in nahezu allen Bereichen Kostensteigerungen über unseren Erwartungen hinnehmen. Dabei haben insbesondere die Aufwendungen für die Personalbeschaffung und Kosten der Verschmelzung das Ergebnis belastet.

Der saldierte Bewertungsaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr nennenswert erhöht. Dabei haben höhere Zuführungen zu Einzelwertberichtigungen- und rückstellungen das Ergebnis belastet. Die Auflösung der Drohverlustrückstellung aus der verlustfreien Bewertung des Zinsbuchs nach den Grundsätzen des IDW RS BFA 3 n. F. hat entlastend gewirkt.

Die im Kundenkreditgeschäft bestehenden akuten Risiken sind zum Bilanzstichtag vollständig durch Einzelwertberichtigungen und Einzelrückstellungen abgedeckt. Für das latente Kreditrisiko bestehen Pauschalwertberichtigungen, Vorsorgereserven nach § 340f HGB sowie der Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB in angemessenem Umfang.

Zur rechtzeitigen Erkennung von entstehenden Adressenausfall-, Marktpreis- und Liquiditätsrisiken stehen uns entsprechende Steuerungsinstrumente zur Verfügung. Die aus den Steuerungsinstrumenten erkennbaren Risiken liegen in allen Szenarien im Rahmen der Risikodeckungsmasse unserer Bank. Bestandsgefährdende Risiken sind nicht erkennbar.

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Bank sind geordnet. Die Finanzlage und die Liquiditätsausstattung entsprechen den aufsichtsrechtlichen und betrieblichen Erfordernissen.

C. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem und -prozess

Ziele des Risikomanagementprozess

Die Ausgestaltung des Risikomanagements ist bestimmt durch unsere Geschäfts- und Risikostrategie. Hierin sind die strategischen Unternehmensziele unserer Bank und unsere geplanten Maßnahmen zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs beschrieben sowie das Grundverständnis des Vorstandes zu den wesentlichen Fragen der Geschäftspolitik dokumentiert.

Die Unternehmensleitung trägt für das Risikomanagement die Gesamtverantwortung. Dabei wird sie durch den Bereich Gesamtbanksteuerung bei risikopolitischen Fragen, insbesondere bei der Entwicklung und Umsetzung der Geschäfts- und Risikostrategie sowie bei der Ausgestaltung eines Systems zum Controlling und Management von Risiken, unterstützt. Der Bereich Gesamtbanksteuerung ist zuständig für die Entwicklung von Grundsätzen, Methoden und Standards des Risikocontrollings, das sich auf die Verfahrensentwicklung in der genossenschaftlichen Finanzgruppe (gFG) stützt. Die Leitung der Risikocontrolling-Funktion im Sinne der MaRisk wurde der Bereichsleitung Gesamtbanksteuerung übertragen.

Ziel unserer Risikostrategie ist nicht die vollständige Vermeidung von Risiken, sondern das bewusste Eingehen von Risiken unter der Wahrung eines angemessenen Chancen-Risiko-Profils unserer Risikopräferenz entsprechend. Dabei beachten wir die folgenden Grundsätze:

Risiken müssen einen angemessenen Ergebnisbeitrag bringen,

Risiken werden nur im Rahmen definierter Risikolimite eingegangen, die aus dem Risikoappetit des Vorstandes abgeleitet wurden,

Verwendung rechtlich geprüfter Verträge.

Wir haben ein System zur Früherkennung von Risiken implementiert. Die Kontrolle und das Management der Risiken sind für uns zentrale Aufgaben und an dem Grundsatz ausgerichtet, die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken zu identifizieren, zu messen, zu beurteilen, zu steuern und zu überwachen sowie negative Abweichungen von der Erfolgs-, Kapital- und Liquiditätsplanung zu vermeiden.

Risikoidentifizierung

Als Risiko definieren wir die negative Abweichung vom erwarteten Ergebnis bzw. Planwert aufgrund von Unsicherheit. Zur Beurteilung der Wesentlichkeit von möglichen Risiken verschaffen wir uns einmal im Jahr im Rahmen der Risikoinventur sowie anlassbezogen einen Überblick über die Risiken unserer Bank. Als wesentliche Risiken werden diejenigen Risiken eingestuft, die aufgrund von Art und Umfang, eventuell auch durch deren Zusammenwirken, die Ertrags-, Liquiditäts- und Vermögenslage sowie die Kapitalausstattung wesentlich beeinträchtigen können. Dabei werden auch übergreifende Risiken wie das Modell-, Reputations- und Nachhaltigkeitsrisiko sowie Risikokonzentrationen in der Wesentlichkeitsbewertung der einzelnen Risikoklassen berücksichtigt.

Bei unserer Bank werden aktuell das Kreditrisiko, das Marktrisiko, das operationelle Risiko, das Liquiditätsrisiko sowie das Immobilienrisiko als wesentliche Risiken bewertet.

Risikobeurteilung

Mit Ausnahme des Liquiditätsrisikos, das wir qualitativ bewerten, werden alle in der Risikoinventur als wesentlich bewertete Risiken anhand von Risikomessverfahren quantifiziert. Dabei verwenden wir vor allem Value-at-Risk-basierte Verfahren.

Die laufende Quantifizierung potenzieller Verluste unter normalen Marktbedingungen wird zusätzlich um Szenarien für außergewöhnliche Ereignisse ergänzt (Stresstests). Dabei werden die aktuelle Portfoliosituation sowie unsere Geschäfts- und Risikostrategie berücksichtigt.

Für die einzelnen Risikoarten findet in regelmäßigen Abständen eine Überprüfung der eingesetzten Methoden in Form von Validierungen, Angemessenheitsprüfungen und Backtestings statt. In diesem Kontext befassen wir uns auch mit den Annahmen und Grenzen der verwendeten Modelle.

Risikoberichterstattung

Für die Risikoberichterstattung bestehen feste Kommunikationswege und ein festgelegter Empfängerkreis. Das regelmäßige Berichtswesen umfasst unter anderem die Risiko- und Liquiditätstragfähigkeitsberechnung, Informationen zur Limitauslastung sowie Detailansichten zu den wesentlichen Risiken und bildet die Basis für Abweichungsanalysen (Soll-Ist-Vergleiche). Es dient als Grundlage für die Ableitung und Bewertung von Handlungsalternativen sowie für die Entscheidung und Umsetzung von Maßnahmen zur Risikosteuerung.

Zusätzlich werden beim Überschreiten von Limiten bzw. beim Vorliegen von unter Risikogesichtspunkten wesentlichen Sachverhalten umgehend Analysen über mögliche Auswirkungen auf die Risiko-, Ertrags- bzw. Liquiditätslage der Bank durchgeführt und wesentliche Informationen unverzüglich an den jeweils Zuständigen berichtet (anlassbezogene Berichterstattung).

Der Aufsichtsrat trägt in seiner Gesamtheit die Verantwortung für die Überwachung der Geschäftsführung des Vorstandes. Unter Risikogesichtspunkten wesentliche Informationen werden dem Aufsichtsrat unverzüglich weitergeleitet.

Die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems wird jährlich durch die interne und externe Revision überprüft.

Risikotragfähigkeit und Liquiditätstragfähigkeit

Die Planung und Steuerung der Risiken erfolgt auf Basis der Risiko- und Liquiditätstragfähigkeit der Bank unter Berücksichtigung der Geschäfts- und Risikostrategie. Es wird dabei unterschieden, ob die Risiken adäquat durch Kapital im Sinne des Risikodeckungspotenzials (Risikotragfähigkeit) bzw. durch hochliquide Aktiva als Liquiditätsdeckungspotenzial (Liquiditätstragfähigkeit) gedeckt werden können.

Zur Bestimmung unserer Risikotragfähigkeit haben wir zum 1. Januar 2023 auf die normative und ökonomische Perspektive gemäß dem Leitfaden zur aufsichtlichen Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Bundesbank vom 24. Mai 2018 umgestellt.

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive, die einen periodischen Steuerungskreis darstellt, zielt auf die Fortführung der operativen Geschäftstätigkeit. In der normativen Perspektive werden die Eigenmittelanforderungen (Kapitalbedarf) den regulatorischen Eigenmitteln gegenübergestellt. Die Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, sofern der ermittelte Kapitalbedarf durch die regulatorischen Eigenmittel abgedeckt ist und dadurch die Einhaltung der Kapitalquoten bewirkt und sämtliche Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals erfüllt werden. Die normative Perspektive bilden wir ausgehend von der Gesamtbankplanung über einen Zeithorizont von fünf Jahren ab. In dieser wird die Entwicklung des regulatorischen Kapitalbedarfs und der Eigenmittel im Rahmen einer mehrjährigen Kapitalplanung bestimmt. Neben einem Planszenario werden mögliche abweichende Entwicklungen wie Bonitätsverschlechterungen im Kundenkreditgeschäft in einem adversen Szenario berücksichtigt. Darüber hinaus werden in der normativen Perspektive auch Stressbetrachtungen vorgenommen.

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive war auf Grundlage der verwendeten Verfahren gegeben. Die Mindestanforderungen an die Kapitalausstattung waren auch unter Berücksichtigung des adversen Szenarios eingehalten.

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zielt auf den Schutz der Gläubiger ab. Die ökonomische Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, wenn die barwertigen Risiken durch das barwertige Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sind. Darüber hinaus besteht unser Anspruch darin das aus den geschäftspolitischen Zielen abgeleitete ökonomische Gesamtrisikolimit, welches unserem Risikoappetit entspricht, ebenfalls zu decken. Ausgangspunkt bei der barwertigen Ermittlung des Risikodeckungspotenzials ist der Barwert (Marktwert) sämtlicher Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Dabei werden auch außerbilanzielle Größen berücksichtigt. Die Ermittlung des Risikodeckungspotenzials erfolgt losgelöst von Rechnungslegungskonventionen und aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen.

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive war auf der Grundlage der verwendeten Verfahren und des vorhandenen Risikodeckungspotenzials gegeben und stellte sich zum Berichtsstichtag wie folgt dar:

Ökonomische Risikotragfähigkeit 2023
Risikodeckungspotenzial in Mio. EUR 55,1
Gesamtbankrisikolimit in Mio. EUR 28,6
Gesamtbankrisiko in Mio. EUR 23,0
Gesamtbankrisikolimits in % 80,4
Auslastung des Risikodeckungspotenzials in % 41,7

Die ermittelten Werte sind aufgrund der geänderten Konzeption nicht mit denen des Vorjahres vergleichbar. Auf die Angabe der Vorjahreszahlen wurde daher verzichtet.

Die Ermittlung der Liquiditätstragfähigkeit erfolgt ebenfalls in einer normativen und einer ökonomischen Perspektive anhand von aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen sowie einer Überwachung des Überlebenshorizonts.

In der normativen Perspektive wird das Ziel verfolgt, kurzfristig und in unserer mehrjährigen Geschäftsplanung die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsanforderungen einzuhalten. Dazu werden hochliquide Vermögenswerte den aufsichtsrechtlichen Nettomittelabflüssen gegenübergestellt. Für die Steuerung der normativen Liquiditätstragfähigkeit verwendet die Bank die aufsichtsrechtlich vorgegebene Kennzahl LCR. Das bankintern festgelegte Mindestniveau der LCR beträgt 110,0 %. Die LCR betrug zum Berichtsstichtag 172,1 %. Zusätzlich wird die Net Stable Funding Ratio (NSFR) als normative Mindestgröße in der Banksteuerung berücksichtigt. Diese zeigt das Verhältnis von verfügbarer zur erforderlichen stabilen Refinanzierung auf. Die NSFR betrug zum Berichtsstichtag 113,4 %. Die erforderlichen aufsichtsrechtlichen Mindestgrößen wurden für beide Kennzahlen auf Grundlage der verwendeten Verfahren im gesamten Berichtsjahr eingehalten. Entsprechend unserer Gesamtbankplanung halten wir diese beiden Kennzahlen auch in unserem Planungszeitraum über fünf Jahre ein.

In der ökonomischen Perspektive werden neben der Plan-Liquiditätsablaufbilanz Stress-Liquiditätsablaufbilanzen vierteljährlich erstellt. Diese berücksichtigen die Liquiditätsauswirkungen von institutseigenen und marktweiten Ursachen sowie eine Kombination daraus. Wir haben einen Mindest-Überlebenshorizont von 4 Monaten für die Plan-Liquiditätsablaufbilanz sowie die Stress-Liquiditätsablaufbilanzen definiert; dieser wurde im Berichtszeitraum nicht unterschritten.

Risikoarten und Risikomessung

Wir unterscheiden folgende Risikoarten in der ökonomischen Risikotragfähigkeitsermittlung, deren Limithöhe sowie Risikoauslastung in der nachstehenden Tabelle aufgeführt sind.

Risiko 2023
Limit
in Mio. EUR
Auslastung
in %
Kreditrisiko 4,6 67,3
Marktrisiko 17,5 85,5
Operationelles Risiko 1,5 65,4
Immobilienrisiko 5,0 78,9
Gesamtbankrisiko 28,6 80,4

Die ermittelten Werte sind aufgrund der geänderten Konzeption nicht mit denen des Vorjahres vergleichbar. Auf die Angabe der Vorjahreszahlen wurde daher verzichtet.

Für unsere Risikobeurteilung zum Abschlussstichtag legen wir konsistent zum Prognosezeitraum einen Zeitraum von einem Jahr zugrunde, in dem auch das Vorliegen von bestandsgefährdenden Risiken beurteilt wird.

Bestandsgefährdende Risiken (wesentliche Risiken mit hohen Auswirkungen) liegen für den hier zugrunde gelegten Beurteilungszeitraum von einem Jahr nicht vor.

Die Risikoartenlimite wurden auf Grundlage der verwendeten Verfahren eingehalten.

Die Risikomessung für die in der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit berücksichtigten Risikoklassen erfolgt grundsätzlich mithilfe geeigneter Value-at-Risk (VaR)-Modelle mit einem Konfidenzniveau von 99,9 %. Bei den Risikoklassen, für die kein statistisches Verlustverteilungsmodell verwendet wird, erfolgt eine expertenbasierte Risikoeinschätzung, die dem Ausmaß nach dem 99,9 %-Quantil entspricht.

Adressenausfallrisiken bzw. Kreditrisiko

Das Kreditrisiko beschreibt die Gefahr, dass Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls von Geschäftspartnern, der Ratingmigration und / oder der adressbezogenen Spreadveränderung entstehen. Es umfasst das Kreditrisiko im Kundengeschäft sowie im Eigengeschäft.

Das Kreditrisiko stufen wir als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich hoch ein. Auf Grundlage der Risikoinventur unseres Instituts kann das Risiko mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eintreten und hat ein hohes Schadenspotenzial mit entsprechend wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Zur Steuerung des Kreditrisikos setzen wir im Kundengeschäft Ratingsysteme zur Beurteilung der Bonität einzelner Engagements ein. Dabei verwenden wir vorrangig die Verfahren der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Um die Spezifika der einzelnen Kundensegmente abbilden zu können, sind für unterschiedliche Kundensegmente separate Ratingverfahren im Einsatz. Zum Bilanzstichtag sind nahezu 100 % des ratingrelevanten Bestandes geratet. Mit Hilfe der Steuerungssoftware VR-Control können wir ungünstige Entwicklungen im Kreditportfolio rechtzeitig identifizieren und frühzeitig Maßnahmen einleiten.

Bei den Eigenanlagen wird für Wertpapiere die Risikoentwicklungen im Rahmen von VR-Control über ein Spread-Shift-Verfahren überwacht. Der Bestand an eigenen Wertpieren ist unwesentlich.

Gemäß unseren Grundsätzen zur Risikosteuerung nehmen wir zur Absicherung von Kreditrisiken werthaltige Sicherheiten herein. Das Kreditvolumen war im Kundengeschäft zu 77,1 % mit werthaltigen Sicherheiten unterlegt.

Daneben stellen die Mindestanforderungen an die Kreditvergabe risikobegrenzende Maßnahmen beim Einzelgeschäft dar. Kreditentscheidungen werden in Abhängigkeit vom Risikogehalt über unterschiedliche Kompetenzstufen getroffen. Die Bewertung der Kreditengagements und gegebenenfalls die Bildung einer Risikovorsorge erfolgen in Übereinstimmung mit den handelsrechtlichen Vorschriften. Als zentrales Kriterium für die Prüfung der akuten Ausfallrisiken wird die Nachhaltigkeit der Kapitaldienstfähigkeit herangezogen. Die Bank prüft die Bildung von Risikovorsorge bei Vorliegen von Frühwarnsignalen und Ausfallkriterien. Notleidende Engagements werden in einem marktunabhängigen Bereich betreut bzw. überwacht.

Neben der Steuerung von Kreditrisiken auf Kundenebene nehmen wir die Steuerung auch auf Portfolioebene vor. Zu diesem Zweck ist ein Limitsystem, unter anderem bezogen auf die Risikokonzentration im Bereich der Branchen implementiert. Im Rahmen der Kreditrisikosteuerung wird das Portfolio sowohl nach Bonitätsklassen, Größenklassen, Branchen, Sicherheiten und weiteren Risikotreibern sowie deren Entwicklung analysiert und die Einhaltung des Limitsystems überwacht.

Wir ermitteln vierteljährlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Kundengeschäfte (KPM-KG) barwertig unter VR-Control einen unerwarteten Verlust (Credit-Value-at-Risk für 12 Monate) aus dem Kundenkreditgeschäft. Die Berechnung erfolgt auf Basis von Kreditrisikoprämien in einem mehrstufigen Verfahren, dem sowohl die modellierten Verluste auf Basis des LGD-Modells als auch Ausfallwahrscheinlichkeiten und Sektorparameter zugrunde liegen. Auf dieser Basis ist unser Risikolimit (anteilig 4,5 Mio. EUR) zum 31. Dezember 2023 zu 67,8 % ausgelastet.

Das Kreditrisiko bei Eigenanlagen wird im Rahmen der Risikotragfähigkeitskonzeption der Bank vierteljährlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Eigengeschäfte (KPM-EG) ermittelt. Die Ermittlung des in der Risikomessung angesetzten unerwarteten Verlustes (Risikoszenario) basiert auf einer Haltedauer von 250 Tagen. Auf dieser Basis ist unser Risikolimit (Anteilig 0,1 Mio. EUR) zum 31. Dezember 2023 zu 42,8 % ausgelastet.

Marktpreisrisiken

Das Marktpreisrisiko beschreibt die Gefahr, dass aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern Verluste entstehen können. Marktpreisrisiken umfassen Zins-, Aktien- und Währungsrisiken sowie sonstige Marktrisiken.

Das Marktpreisrisiko stufen wir auf Basis der Risikoinventur als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich hoch ein, mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und einem hohen potenziellen Schaden, der sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich auswirken kann.

Im Rahmen der ökonomischen Risikomessung des Zinsrisikos berechnen wir vierteljährlich einen Value-at-Risk, der auf einem historischen Zeitraum basiert. Als Szenariotechnik verwenden wir eine Skalierung über eine eintägige Verbarwertung mittels Resampling. Auf dieser Basis ist unser Risikolimit zum 31. Dezember 2023 zu 85,5 % ausgelastet.

Ergänzend werden weitere barwertige und periodische Berichtsgrößen als zusätzliche Informationen ermittelt. Der "Zinsrisikokoeffizient", der das Vermögenswertrisiko bei einem Zinsschock von +200 Basispunkten im Verhältnis zu den Eigenmitteln darstellt, lag zum 31. Dezember 2023 bei 14,8 %.

Liquiditätsrisiko

Unter dem Liquiditätsrisiko verstehen wir die Gefahr, den Zahlungsverpflichtungen nicht uneingeschränkt und fristgerecht nachzukommen bzw. Finanzmittel nur zu erhöhten Kosten beschaffen zu können. Risikotreiber sind insbesondere das Refinanzierungskosten- und Zahlungsunfähigkeitsrisiko.

Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stufen wir als aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Das Refinanzierungskostenrisiko wird auch aufgrund der Einbindung in den genossenschaftlichen FinanzVerbund als aufsichtsrechtlich und betriebswirtschaftlich unwesentlich eingestuft und daher in der Risikotragfähigkeit nicht limitiert.

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur der Bank wird maßgeblich durch das Kundengeschäft bestimmt. Sie stellt die Basis der Liquiditätsausstattung dar. Zur Begrenzung von Abrufrisiken sind Strukturlimite insbesondere für Großeinleger implementiert.

Im Rahmen der Liquiditätssteuerung ermitteln wir kurz-, mittel- und langfristige Liquiditätsablaufbilanzen für verschiedene Szenarien. Diese dienen als Frühwarnindikator für eine mögliche Zahlungsunfähigkeit und stellen dabei insbesondere den Überlebenshorizont dar. Stresstests für einen Zeitraum von 5 Jahren führen wir anhand institutseigener, marktweiter und kombinierter Szenarien für Liquiditätsrisiken durch. Durch die Anrechnung auf die Liquiditätspuffer wird auf dieser Grundlage der Überlebenshorizont ermittelt. Dabei werden auch adverse Entwicklungen außerhalb unseres Erwartungshorizontes reflektiert.

Operationelle Risiken

Operationelle Risiken betreffen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unzulänglichkeit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein.

Anhand der Risikoinventur stufen wir das operationelle Risiko als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich gering ein. Das Risiko hat eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit und ein geringes Schadenspotenzial.

Die Bank hat eine einheitliche Festlegung und Abgrenzung der operationellen Risiken zu den anderen betrachteten Risikokategorien vorgenommen und diese in den Organisationsrichtlinien fixiert und kommuniziert. Die Abgrenzung umfasst auch den Umgang mit nicht eindeutig zuordenbaren Schadensfällen, Beinaheverlusten und damit zusammenhängenden Ereignissen.

Wesentliche operationelle Risiken werden jährlich identifiziert und analysiert. Hierzu wird auf eine Schadensfalldatenbank zurückgegriffen, in die eingetretene Schäden eingestellt werden.

Rechtlichen Risiken begegnen wir durch die Verwendung der im Verbund entwickelten Formulare, die Inanspruchnahme juristischer Beratung im Fall von Rechtsstreitigkeiten und durch den Abschluss von Versicherungen unter Abwägung der Kosten und der versicherbaren Risiken. Für Systemausfälle haben wir ein Notfallmanagementkonzept eingeführt.

Für die Risikomessung operationeller Risiken verwenden wir ein Microsoft-Excel-Tool mit einem vereinfachten Verfahren in Form einer qualifizierten Expertenschätzung auf Basis historischer Poolwerte. Bezogen auf historische Poolwerte wird damit ein auf die Bilanzsumme normierter unerwarteter Verlust errechnet. Auf dieser Basis ist unser Risikolimit zum 31. Dezember 2023 zu 65,4 % ausgelastet.

Immobilienrisiken

Das Immobilienrisiko entsteht aus der betrieblichen Nutzung eigener Immobilien sowie aus Investitionen in Renditeimmobilien. Risiken in Form von negativen Abweichungen vom Erwartungs- bzw. Planwert resultieren sowohl aus Preisentwicklungen der Immobilien, welche schlechter sind als erwartet, als auch aus Mietausfällen.

Anhand der Risikoinventur stufen wir das Immobilienrisiko als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich als hoch ein. Das Risiko hat eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit. Es ist mit einem hohen Schadenpotenzial verbunden, das sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich auswirken kann.

Das Immobilienrisiko wird hinsichtlich des Wertänderungsrisikos differenziert nach Immobilienarten (gewerblich / Wohnungsbau) mittels pauschaler Abschläge ermittelt. Für die Ableitung der für die Risikoermittlung verwendeten Risikofaktoren werden öffentlich zugängliche Zeitreihen herangezogen. Diese werden jährlich aktualisiert. Das Mietausfallrisiko wird im Rahmen des Ertragswertverfahrens bei der Ermittlung des Immobilienwerts berücksichtigt.

Ermittelte Marktwerte werden mit den aktuellen Risikofaktoren multipliziert. Die Marktwerte werden externen Wertgutachten zum Bewertungsstichtag entnommen. Diese werden jährlich überprüft und ggf. aktualisiert.

Zum 31. Dezember 2023 beläuft sich der Risikowert für den kompletten Immobilienbestand auf 3,9 Mio. Euro mit einer Limitauslastung von 78,9 %.

Nachhaltigkeitsrisiken

Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, deren Eintritt sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Unternehmensreputation auswirken können, stellen ein Nachhaltigkeitsrisiko dar.

Auf Basis unserer Risikoinventur ist das Nachhaltigkeitsrisiko keine eigenständige Risikoklasse, sondern wirkt querschnittlich über alle Risikoklassen. Nachhaltigkeitsrisiken werden von uns im Rahmen der Risikoinventur identifiziert, analysiert und bewertet. Angelehnt an das Projekt der Genossenschaftlichen FinanzGruppe "Nachhaltige Finanzen" haben wir für die Folgezeit weitere Maßnahmen zur Steuerung des Risikos innerhalb der identifizierten Risikoarten vorgesehen.

Weitere Risiken

Unter dieser Kategorie analysieren wir alle nicht bankspezifischen Risiken. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dabei potenziellen Beteiligungsrisiken, dem strategischen und Geschäftsrisiko sowie den Pensionsrisiken. Die Wesentlichkeit dieser Risiken überprüfen wir regelmäßig und anlassbezogen. Aktuell stufen wir alle sonstigen Risiken als unwesentlich ein.

Gesamtbild der Risikolage

Auf Grundlage unserer Verfahren des Risikomanagements zur Ermittlung der Risiken sowie des Risikodeckungspotenzials ist die Risikotragfähigkeit in beiden Perspektiven (ökonomisch und normativ) in den von uns simulierten Risiko- bzw. Plan- und Stressszenarien zum Stichtag 31. Dezember 2023 auch im Berichtszeitraum 2024 gegeben. Die internen Simulationen kommen darüber hinaus zum Ergebnis, dass die Liquidität sichergestellt und die Eigenmittelanforderungen erfüllt werden. Zum 31. Dezember 2023 ist das Gesamtrisikolimit der Bank zu 80,4 % ausgelastet, der Anteil des Gesamtrisikos am gesamten Risikodeckungspotential beträgt 41,7 %.

Ein Vergleich der Risikolage zum Vorjahr ist aufgrund der Umstellung der Risikotragfähigkeitskonzeption zum 1. Januar 2023 nicht möglich. Insgesamt hat sich die Risikolage im Jahresverlauf jedoch erhöht. Dabei waren insbesondere beim Marktrisiko und beim Kreditrisiko zunehmende Risiken zu beobachten. Die Risikolimitauslastung bewegte sich im Jahresverlauf zwischen einem Auslastungsgrad von 77,8 % - 81,8 %.

Für den Liquiditätsbedarf stehen verschiedene strategische Refinanzierungsinstrumente zur Verfügung, so dass wir nach unserer Planung davon ausgehen, dass die Liquiditätstragfähigkeit auch für 2024 gegeben ist.

Die bestehenden anhaltenden Unsicherheiten am Zins- und Kapitalmarkt sowie aus dem geopolitischen Umfeld und die hohe Inflation können sich auf die Risikolage der Bank auswirken. Kurzfristig gehen wir daher von einem zurückhaltenden Investitionsverhalten unserer Kunden und steigenden Ausfallwahrscheinlichkeiten im Kreditportfolio (Segment Bauträger) aus. Wir erwarten jedoch nicht, dass sich die möglicherweise steigenden Ausfallwahrscheinlichkeiten im Kreditportfolio wesentlich auf unser bilanzielles Bewertungsergebnis auswirken werden. Gleichwohl ist im Hinblick auf unseren Branchenschwerpunkt im Baugewerbe und Grundstücks- und Wohnungswesen bei einem weiter rückläufigen Investitionsklima am Immobilienmarkt mit höheren Risiken für unseren bilanziellen Bewertungsaufwand aus dem Kreditgeschäft zu rechnen. Durch mögliche Kreditausfälle aufgrund der höheren Zinslast bei variabel verzinsten Krediten können Belastungen mit wesentlichem Einfluss für unser Haus auftreten.

Bei einer gegenüber dem Planszenario deutlich ungünstigeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die wir im risikoartenübergreifenden, adversen Szenario simulieren, ergeben sich für die Planjahre 2024 und 2025 insbesondere durch die Verschlechterung des Kreditportfolios (höhere Ausfallwahrscheinlichkeiten, sinkende Sicherheitenwerte) deutlich höhere Bewertungsaufwendungen für das Kreditgeschäft. Wir gehen in diesem Szenario von einem Bewertungsaufwand im Kreditgeschäft von 2.285 TEUR in 2024 und 2.627 TEUR in 2025 aus. Die Gesamtkapitalquote würde in diesem Szenario auf 14,9 % in 2024 und 14,2 % in 2025 sinken. Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen wären weiter eingehalten.

Die ermittelten Zinsänderungsrisiken sind insbesondere bei dem Szenario fallende Zinsen stark ausgeprägt. Das höchste Risiko für unseren bilanziellen Zinsüberschuss für die Jahre 2024 und 2025 besteht entsprechend bei stark fallenden Zinsen. Im Szenario eines Kurzfristschocks abwärts nach dem aufsichtsrechtlichen Ausreißertest (SOT) würde sich der Zinsüberschuss im Vergleich zu unserer Prognose um 1.818 TEUR in 2024 und 1.729 TEUR in 2025 reduzieren. Die größte Chance für den bilanziellen Zinsüberschuss sehen wir bei steigenden Zinsen.

Chancen für die geschäftliche Entwicklung und die Ertragslage bestehen bei einer gegenüber unseren Erwartungen günstigeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. In diesem Umfeld könnten die in unserer Planung berücksichtigten Bewertungsaufwendungen für das Kundenkreditgeschäft nicht in der prognostizierten Höhe erforderlich werden. Zudem könnte ein Wirtschaftswachstum über den unserer Prognose zugrundeliegenden Annahmen zu einer höheren Kreditnachfrage und Wachstum im Kredit- und Dienstleistungsgeschäft mit positiven Auswirkungen auf den Zins- und Provisionsüberschuss führen.

D. Prognosebericht

Mit der Scharnhauser Bank eG wurde am 23. Juni 2023 ein Verschmelzungsvertrag abgeschlossen. Dieser wurde von der Generalversammlung der Scharnhauser Bank eG und der Vertreterversammlung der Bernhauser Bank eG jeweils einstimmig genehmigt. Die Verschmelzung der beiden Genossenschaften erfolgt mit Wirkung zum 01. Januar 2024 auf der Grundlage des festgestellten Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023. Aus der Verschmelzung erwarten wir eine Diversifikation unserer Risiken, insbesondere im Hinblick auf unsern Branchenschwerpunkt im Baugewerbe und Grundstücks- und Wohnungswesen. Zudem gehen wir von einer Verbesserung unserer Finanzlage aus, was sich in leicht steigenden aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen zeigen wird. Dahingegen erwarten wir keine wesentlichen Auswirkungen auf die Ertragslage und eine, gemessen an der aufsichtsrechtlichen Gesamtkapitalquote, leicht rückläufige Vermögenslage.

Ungeachtet dessen haben wir die Mehrjahresplanung der Bernhauser Bank eG aufbauend auf der strategischen Geschäftsausrichtung der Bank und unabhängig von der Verschmelzung durchgeführt. Die nachstehende Prognose für die Jahre 2024 und 2025 basiert auf der Überprüfung und Anpassung unserer Eckwertplanung vom November 2023.

Bei dieser Überprüfung gingen wir von folgenden Rahmenbedingungen auf Basis des Jahresgutachten 2023/24 des Sachverständigenrats aus. Demnach wird für das Jahr 2024 ein Wirtschaftswachstum des Bruttoinlandsprodukts in kalenderbereinigter Betrachtung von 0,7 % erwartet. Die Inflation wird mit 2,6 % für das Jahr 2024 angenommen. Für das Jahr 2025 sind wir von einer leichten Erholung des Wirtschaftswachstums und einer weiter rückläufigen Inflation ausgegangen. Das Beschäftigungsniveau erwarten wir aufgrund der absehbaren Verknappung des Arbeitsvolumens für die Jahre 2024 und 2025 konstant. Bezüglich der Zinsstruktur und des Zinsniveaus erwarten wir in diesem Umfeld auf Basis des stark gestiegenen Zinsniveaus in den relevanten Jahren 2024 und 2025 keine wesentlichen Veränderungen. Dementsprechend sind wir in unserer Planung von einem konstanten Zinsniveau ausgegangen.

Eine wesentliche Grundlage der Planung ist die Erwartungshaltung in Bezug auf die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren Wachstum der Kundenkredite und der Kundeneinlagen gegenüber dem vorhergehenden Bilanzstichtag. Die Planung nehmen wir jeweils auf Basis der durchschnittlichen Volumina gegenüber diesen Stichtagswerten vor. Für das Jahr 2024 planen wir aufgrund des gedämpften Wirtschaftswachstums sowie der Herausforderungen der Verschmelzung mit der Scharnhauser Bank eG mit einer konstanten Entwicklung im Kundeneinlagen- und Kreditgeschäft. Für das Jahr 2025 planen wir ein Wachstum im Kundenkreditgeschäft von 2,0 % p.a. Für die Kundeneinlagen gehen wir für das Jahr 2025 von einem Wachstum von 1,0 % p.a. aus. Ausgehend von unseren Wachstumsannahmen rechnen wir mit einem durchschnittlichen Kundeneinlagenvolumen von 349 Mio. EUR im Jahr 2024 und 350 Mio. EUR im Jahr 2025 sowie einem durchschnittlichen Kundenkreditvolumen von 376 Mio. EUR im Jahr 2024 und 379 Mio. EUR im Jahr 2025. Die Wachstumsprognosen, insbesondere bei den Kundenkrediten, haben einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Zinsüberschusses.

Aufgrund des hohen Anteils am Gesamtergebnis ist der Zinsüberschuss von zentraler Bedeutung für die Bank. Die geplanten Wachstumsannahmen für das Kundenkreditgeschäft werden sich ab dem Jahr 2025 positiv auf den Zinsertrag auswirken. Die Zinsaufwendungen werden jedoch bereits im Jahr 2024 höher ausfallen und den Zinsüberschuss zunächst reduzieren. Auf Basis der aktuellen Zins- und Geschäftsstruktur rechnen wir in 2024 mit einem Zinsüberschuss in Höhe von 8.429 TEUR aus. Für 2025 planen wir mit einem Zinsüberschuss von 8.770 TEUR.

Den Provisionsüberschuss planen wir mit etwas rückläufigen Ergebnissen von 1.741 TEUR in 2024 und 1.738 TEUR in 2025. Wir gehen vorsichtig davon aus, dass wir das hohe Niveau der Erlöse aus dem Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäft des vergangenen Jahres nicht mehr erreichen können. Darüber hinaus erwarten wir durch Tilgungen rückläufige Provisionserträge aus vermittelten und verbürgten Krediten.

Im Prognosezeitraum rechnen wir mit einem im wesentlichen stabilen Kostenblock (ordentlicher Verwaltungsaufwand einschließlich Abschreibungen) in Höhe von 7.116 TEUR im Jahr 2024 und 7.032 TEUR im Jahr 2025. Dabei liegt der Planwert bei den Personalaufwendungen leicht über dem Vorjahreswert. Bei den anderen Verwaltungsaufwand erwarten wir hingegen leicht rückläufige Aufwendungen.

Positiven Einfluss auf das Ergebnis bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen werden die weiter leicht steigenden Erlöse aus den Rendite-Immobilien haben, nachdem die im Bau befindliche Renditeimmobilie im Sommer 2023 fertiggestellt wurde.

Der bedeutsamste finanzielle Leistungsindikator Cost-Income-Ratio haben wir mit einem Zielwert von 75 % definiert. Auf Basis der Planung erreichen wir in 2024 mit 66,2 % und 2025 mit einem Wert von 63,5 % das Ziel.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung liegt auf Basis der genannten Planungsprämissen in 2024 bei 3.626 TEUR und 2025 bei 4.048 TEUR. In Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme ergeben sich bei einem Ziel von 0,50 % (bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator) Werte von 0,81 % bzw. 0,90 %.

Der in unserer Planung berücksichtigte Bewertungsaufwand im Kreditgeschäft von 785 TEUR in 2024 und 801 TEUR in 2025 wird auf der Basis kalkulatorischer Ansätze (erwarteter Verluste) inklusive Wachstumsannahmen ermittelt. Negative Einflüsse auf das Bewertungsergebnis können durch vermehrte Kreditausfälle aufgrund der stark angestiegenen Zinsen für variabel verzinste Kredite entstehen. In diesem Zusammenhang besteht die Gefahr, dass Kreditnehmer den dadurch höheren Kapitaldienst nicht mehr erbringen können. Weitere Risiken aus dem Kundenkreditgeschäft sehen wir darüber hinaus in den möglichen negativen Einschnitten in den Branchen Baugewerbe sowie Grundstücks- und Wohnungswesen. Nach derzeitiger Einschätzung haben diese jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung unserer Bank.

Aus der verlustfreien Bewertung des Zinsbuchs nach den Grundsätzen des IDW RS BFA 3 n. F. erwarten wir in den Jahren 2024 und 2025 keine Belastung des Bewertungsergebnisses.

Als bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator haben wir die Zuführung zum Eigenkapital definiert. Diese soll mindestens 800 TEUR betragen. Für 2024 und 2025 erfüllen wir der Planung nach dieses Ziel mit Werten von 1.907 TEUR bzw. 2.199 TEUR.

Die Gesamtkapitalquote als bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator wurde mit einer Zielgröße von 14,0 % festgelegt. Dieses Ziel wurde im Jahr 2023 mit einer Quote von 15,4 % erreicht. Für 2024 und 2025 wird diese Mindestzielgröße mit 15,6 % im Jahr 2024 und 15,5 im Jahr 2025 ebenfalls erreicht werden.

Als bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikator haben wir die Anzahl der Mitglieder bestimmt. Diese lag zum Jahresende 2023 bei 4.781 Mitgliedern. Als langfristiges Ziel wurde eine Anzahl von 5.000 Mitgliedern in 2024 festgelegt, das nur schwer zu erreichen sein wird.

Bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts hat sich das wirtschaftliche Umfeld weiter eingetrübt. Der Sachverständigenrat geht in seinem Frühjahrsgutachten 2024 von einer weiteren Verzögerung der Erholung der deutschen Wirtschaft aus und erwartet für das Jahr 2024 nunmehr nur ein geringes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 % und ein Wachstum von 0,9 % in 2025. Die Inflation hat sich hingegen weiter verlangsamt, sodass mit einer Inflation von 2,4 % bzw. 2,1 % im Prognosezeitraum gerechnet wird. Dies hat zu der Erwartung am Kapitalmarkt geführt, dass die geldpolitische Straffung ihren Höhepunkt erreicht hat und es im Jahresverlauf zu ersten Zinssenkungen kommen wird.

Diese geänderten Rahmenbedingungen haben auf unsere Planung bislang keinen wesentlichen Einfluss, weshalb wir auf eine anlassbezogene Anpassung von dieser verzichtet haben. Nach aktueller Einschätzung führen diese jedoch insbesondere zu höheren Risiken im Zinsüberschuss, da ein niedrigeres Zinsniveau zu geringeren Zinserträgen aus unseren variabel verzinsten Positionen führt. Auch im Personalaufwand lassen Tarifabschlüsse im Bankgewerbe höhere Personalaufwendungen erwarten. Darüber hinaus wird uns auch die Verschmelzung mit der Scharnhauser Bank eG vor Herausforderungen stellen. Entsprechend sind unsere Prognosen mit erhöhten Unsicherheiten behaftet.

Bei planmäßigem Verlauf erwartet uns eine - gemessen am Betriebsergebnis nach Bewertung - um rund 18,0 % rückläufige Ertragslage auf auskömmlichem Niveau. Diese ermöglicht es uns, eine Dividende an unsere Mitglieder auszuschütten, unser Eigenkapital zu stärken und die aufsichtsrechtlichen Anforderungen einzuhalten.

 

Filderstadt, 26. Juni 2024

Bernhauser Bank eG

Der Vorstand

Karlheinz Pitter

Andreas Gienger

Joachim Rapp

1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Bernhauser Bank eG, Filderstadt

Genossenschaftsregisternummer 220067 beim Amtsgericht Stuttgart

Aktivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 1.016.594,57 924
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 3.416.028,88 50.940
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 3.416.028,88 (50.940)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 4.432.623,45 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0,00 (0)
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 42.866.422,09 2.444
b) andere Forderungen 1.161.526,22 44.027.948,31 1.152
4. Forderungen an Kunden 360.906.153,33 351.075
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 144.271.559,15 (131.093)
Kommunalkredite 2.600.785,55 (4.021)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
bb) von anderen Emittenten 922.072,26 922.072,26 1.242
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 922.072,26 0
Nennbetrag 0,00 (0)
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0,00 0
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften
a) Beteiligungen 5.811.444,09 5.811
darunter:
an Kreditinstituten 99.018,00 (99)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 8.800,00 5.820.244,09 9
darunter:
bei Kreditgenossenschaften 750,00 (1)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
bei Wertpapierinstituten 0,00 (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
9. Treuhandvermögen 1.881.299,62 2.789
darunter: Treuhandkredite 1.881.299,62 (2.789)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 0
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0
12. Sachanlagen 14.046.541,79 11.915
13. Sonstige Vermögensgegenstände 1.821.364,61 955
Summe der Aktiva 433.858.247,46 429.256

Passivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 26.989,52 119
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 34.371.129,03 34.398.118,55 38.233
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 35.134.298,26 43.649
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 138.354,92 35.272.653,18 199
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 182.289.483,21 221.997
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 122.444.842,01 304.734.325,22 340.006.978,40 64.013
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 2.655
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 1.881.299,62 2.789
darunter: Treuhandkredite 1.881.299,62 (2.789)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.072.374,65 373
6. Rechnungsabgrenzungsposten 275.911,71 322
6a. Passive latente Steuern 0,00 0
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 2.008.131,00 2.027
b) Steuerrückstellungen 0,00 570
c) andere Rückstellungen 1.316.244,42 3.324.375,42 1.707
8. [gestrichen] 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 5.270.000,00 5.270
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 24.639.000,00 22.981
darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 (0)
12. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 4.064.099,43 3.920
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Ergebnisrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 5.240.000,00 5.170
cb) andere Ergebnisrücklagen 13.099.000,00 18.339.000,00 12.717
d) Bilanzgewinn 587.089,68 22.990.189,11 545
Summe der Passiva 433.858.247,46 429.256
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 14.331.422,32 21.209
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 14.331.422,32 0
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- u. Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 16.976.951,83 16.976.951,83 28.519
darunter: Lieferverpflichtungen aus zinsbezogenen Termingeschäften 0,00 (0)

2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 12.003.294,20 6.860
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 35.705,55 12.038.999,75 0
darunter: in a) und b) angefallene negative Zinsen 0,00 (121)
2. Zinsaufwendungen 2.908.100,71 9.130.899,04 243
darunter: erhaltene negative Zinsen 10.292,32 (164)
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 0,00 0
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 153.636,59 150
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 153.636,59 0
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 2.073.559,34 2.256
6. Provisionsaufwendungen 271.601,43 1.801.957,91 419
7. Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 529.436,95 978
9. [gestrichen] 0,00 0
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 2.829.961,91 2.779
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 583.597,52 3.413.559,43 543
darunter: für Altersversorgung 94.816,45 (75)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 3.627.249,07 7.040.808,50 3.121
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 306.587,67 163
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 83.484,47 47
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 691.686,59 278
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 -691.686,59 0
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 0,00 50
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 0,00 0,00 0
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. [gestrichen] 0,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 3.493.363,26 2.599
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 (0)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.238.897,85 863
darunter: latente Steuern 0,00 (0)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 10.733,42 1.249.631,27 12
24a. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 1.658.000,00 1.179
25. Jahresüberschuss 585.731,99 545
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.357,69 1
587.089,68 545
27. Entnahmen aus Ergebnisrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
587.089,68 545
28. Einstellungen in Ergebnisrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 0,00 0
b) in andere Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
29. Bilanzgewinn 587.089,68 545

3. Anhang

A. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Bernhauser Bank eG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden angewandt:

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Barreserve

Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden wurden grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt, wobei der Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag - sofern Zinscharakter vorliegt - in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt wurde. Dieser Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich planmäßig, und zwar zinsanteilig, aufgelöst. Minderverzinsliche Forderungen wurden im Hinblick auf die Minderverzinslichkeit auf den beizulegenden Wert abgeschrieben.

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Bonitätsrisiken und dem allgemeinen latenten Risiko wird durch Einzelwertberichtigungen, Rückstellungen und Pauschalwertberichtigungen ausreichend Rechnung getragen.

Den latenten Risiken im Kreditgeschäft wurde durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 Rechnung getragen. Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung erfolgt zum 31. Dezember 2023 über ein Expected-Credit-Loss-Modell, bei dem ein erwarteter Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne Anrechnung von Bonitätsprämien ermittelt wird. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt unter Berücksichtigung der Ausfallwahrscheinlichkeit, der Verlustquote bei Ausfall, der erwarteten Kredithöhe zum Ausfallzeitpunkt sowie der erwarteten zukünftigen Zahlungen für alle unter den Bilanzpositionen Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden ausgewiesenen Geschäfte sowie für unter der Bilanz auszuweisende Eventualverpflichtungen und anderen Verpflichtungen (einschließlich unwiderruflicher Kreditzusagen sowie weitere nicht beanspruchte Kreditzusagen). Nicht beanspruchte Kreditzusagen (Kreditlinien) werden berücksichtigt, soweit ungeachtet vertraglicher Kündigungsrechte mit einer Inanspruchnahme zu rechnen ist. Die Pauschalwertberichtigungen werden von dem Aktivposten in der Bilanz abgesetzt, für den sie gebildet wurden. Im Hinblick auf widerrufliche und unwiderrufliche Kreditzusagen und Eventualverpflichtungen erfolgt die bilanzielle Erfassung in Form einer Rückstellung. Im Geschäftsjahr 2023 waren im Bereich der Bauträger- und Aufteilerfinanzierungen höhere Ausfallraten zu beobachten, als modellkonform zu erwarten waren. Diesem Umstand haben wir durch Parameteranpassungen außerhalb der Regelprozesse Rechnung getragen. Die Pauschalwertberichtigungen haben sich dadurch um etwa TEUR 150 erhöht.

Zusätzlich bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB. Ein geringer Teil der Forderungen ist durch Credit Default Swaps abgesichert.

Das Wahlrecht gemäß § 340f Abs. 3 HGB wurde in Anspruch genommen.

Wertpapiere

Die Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen.

Derivative Finanzinstrumente

Erhaltene Credit Linked Notes werden getrennt bilanziert. Die eingebetteten Credit Default Swaps werden dabei als gestellte Kreditsicherheiten behandelt. Die Positionen sollen bis zur Endfälligkeit gehalten werden. Als gestellte Kreditsicherheiten werden sie nach den für das Bürgschafts- und Garantiekreditgeschäft entwickelten Grundsätzen bilanziert. Bei ernsthaft drohender Inanspruchnahme wurden hierfür Verbindlichkeitsrückstellungen in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. verlustfrei bewertet. Hierzu werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende positive Differenzbetrag wird anschließend um den Barwert der direkt aus den Zinsprodukten des Bankbuchs resultierenden Gebühren- und Provisionserträge erhöht und um den Risikokostenbarwert und den Bestandsverwaltungskostenbarwert vermindert. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird.

Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2023 war keine Rückstellung zu bilden. Die Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit der Zuführung oder Auflösung einer Rückstellung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten 13 oder 14 erfasst.

Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Einzelwertberichtigung auf Grund dauerhafter Wertminderung bilanziert.

Treuhandvermögen

Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zum Nennwert.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen wurden zu den Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen wurden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, die sich grundsätzlich an den von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen orientiert, bei Gebäuden und beim beweglichen Sachanlagevermögen linear vorgenommen.

Bei einer Immobilieninvestition wurde neben den bezahlten Anschaffungs- und Herstellungskosten Forderungen aus Abrechnungen, über die keine Einigkeit herrscht, sowie noch nicht ausbezahlte Sicherheitseinbehalte aktiviert. Die Verbindlichkeiten werden unter dem Bilanzposten Passiv 7 Rückstellungen und im Bilanzposten Passiv 5 Sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Einzelwert bis zu EUR 250 wurden in voller Höhe als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Sie wurden in voller Höhe abgeschrieben, sofern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut über EUR 250, aber nicht über EUR 800 lagen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte nach dem strengen Niederstwertprinzip.

Aktive latente Steuern

Über die Höhe der passiven Steuerlatenzen hinausgehende aktive latente Steuern wurden in Ausübung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB nicht aktiviert (vgl. Erläuterungen im Abschnitt D.).

Verbindlichkeiten

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag. Der Belastung aus Einlagen mit Zuschlägen sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

In den Sonstigen Verbindlichkeiten sind auch Verbindlichkeiten für noch nicht ausbezahlte Sicherheitseinbehalte aus einer Immobilieninvestition über TEUR 188 enthalten.

Treuhandverbindlichkeiten

Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen Bearbeitungsentgelte enthalten, die bei Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden. Die Unterschiedsbeträge werden planmäßig auf die Laufzeit der Forderungen verteilt.

Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem Rechnungszins der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) abgezinst.

Die erstmalige Einbuchung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr erfolgt mit dem abgezinsten Betrag (Nettomethode).

Den Pensionsrückstellungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck Richttafeln 2018 G" zugrunde. Laufende Rentenverpflichtungen und Altersversorgungsverpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern wurden mit dem Barwert bilanziert.

Für die Pensionsrückstellungen wurden eine Rentendynamik in Höhe von 2,20 % zugrunde gelegt. Der bei der Abzinsung der Pensionsrückstellungen angewendete Zinssatz von 1,82 % wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren festgelegt. Dieser beruht auf einem Rechnungszinsfuß gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV).

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt TEUR 17.

Eine Rückstellung für Jubiläumsverpflichtungen wurde gebildet. Die Ansammlung der Jubiläumsgelder erfolgt im Rahmen einer linearen Verteilung über die zu Grunde zu legende Dienstzeit. Unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB wurde zur Ermittlung der Jubiläumsrückstellungen ein Zinssatz von 1,74 % p.a. bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren herangezogen.

In den Rückstellungen sind auch solche für ungewisse Verbindlichkeiten aus strittigen Rechnungen bei einer Immobilieninvestition über TEUR 443 enthalten.

Im Übrigen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet.

Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden mit dem Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtages umgerechnet.

Die sich aus der Währungsumrechnung ergebenden Aufwendungen wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Soweit die Restlaufzeit der auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten bis zu einem Jahr betrug oder die Anforderungen an eine besondere Deckung vorlagen, wurden Erträge aus der Währungsumrechnung in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt. Als besonders gedeckt wurden gegenläufige Fremdwährungspositionen angesehen, soweit sie sich betragsmäßig und hinsichtlich ihrer Fristigkeit entsprechen.

Angaben zur Behandlung von negativen Zinsen

Negative Zinsen auf finanzielle Verbindlichkeiten wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung bei den betreffenden Zinsaufwendungen in Abzug gebracht. Der Umfang negativer Zinsen bei den Zinsaufwendungen wird in Form von Darunter-Vermerken in der Gewinn- und Verlustrechnung angegeben.

Verwendung des Jahresergebnisses

Der Jahresabschluss wurde vor Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

C. Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- / Herstellungskosten zu Beginn des Zugänge (a) Zuschreibungen (b) Umbuchungen (a) Abgänge (b) Anschaffungs- / Herstellungskosten am Ende des
Geschäftsjahres im Geschäftsjahr Geschäftsjahres
EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 0 (a) 0 (a) 0
0 (b) 0 (b)
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.686 0 (a) 0 (a) 9.686
0 (b) 0 (b)
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 (a) 0 (a) 0
0 (b) 0 (b)
d) geleistete Anzahlungen 0 0 (a) 0 (a) 0
0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 18.369.206 2.314.984 (a) 0 (a) 20.684.191
0 (b) 0 (b)
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.791.850 179.657 (a) 0 (a) 1.757.401
0 (b) 214.106 (b)
Summe a 20.170.742 2.494.641 (a) 0 (a) 22.451.278
0 (b) 214.106 (b)
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit
Abschreibungen zu Beginn des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr (a) Zuschreibungen Geschäftsjahr (b)
EUR
Zugängen (a) Zuschreibungen (b)
EUR
Umbuchungen (a) Abgängen (b)
EUR
Abschreibungen am Ende des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Buchwerte Bilanzstichtag
EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
0 (b) 0 (b) 0 (b)
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.686 0 (a) 0 (a) 0 (a) 9.686 0
0 (b) 0 (b) 0 (b)
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
0 (b) 0 (b) 0 (b)
d) geleistete Anzahlungen 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
0 (b) 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 6.756.986 214.843 (a) 0 (a) 56.628 (a) 7.028.457 13.655.734
0 (b) 0 (b) 0 (b)
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.488.954 91.745 (a) 0 (a) 0 (a) 1.366.593 390.808
0 (b) 0 (b) 214.106 (b)
Summe a 8.255.626 306.588 (a) 0 (a) 56.628 (a) 8.404.736 14.046.542
0 (b) 0 (b) 214.106 (b)
Anschaffungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres
EUR
Veränderungen (saldiert)
EUR
Buchwerte am Bilanzstichtag
EUR
Wertpapiere des Anlagevermögens 1.239.848 -321.309 918.539
Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 5.820.244 0 5.820.244
Anteile an verbundenen Unternehmen 600.000 -600.000 0
Summe b 7.660.092 -921.309 6.738.783
Summe a und b 27.830.834 20.785.325

D. Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 3.525.886 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 5.153.874 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Von den in der Bilanz ausgewiesenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren (A 5) werden im auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahr EUR 172.041 fällig.

In folgenden Posten sind enthalten:

börsenfähig davon:
EUR börsennotiert
EUR
nicht börsennotiert
EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 922.072 0 922.072

Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den Forderungen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Forderungen an
verbundene Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kreditinstitute (A 3) 0 0 48.892 36.384
Forderungen an Kunden (A 4) 512.592 1.240.119 0 0

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Beteiligungen von nicht untergeordneter Bedeutung bestehen zum 31. Dezember 2023 wie folgt:

Anteil am Gesellschaftskapital Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses
Name und Sitz % Jahr TEUR Jahr TEUR
a) Zweite DZ Beteiligungs-GmbH & Co. KG Baden-Württemberg, Stuttgart 0,16 2023 2.496.063 2023 62.817
b) DZ Beteiligungs-GmbH & Co. KG Baden-Württemberg, Stuttgart 0,02 2023 3.209.879 2023 97.404
c) BB Immobilien GmbH, Filderstadt 100,00 2023 95 2023 -60
d) Atruvia Beteiligungs-GmbH & Co. KG Baden-Württemberg, Stuttgart 0,38 08/2023 91.010 08/2023 1.948

Mit dem unter Buchstabe c) genannten Unternehmen besteht ein Konzernverhältnis. Ein Konzernabschluss wurde nicht aufgestellt, weil aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (§ 296 Abs. 2 HGB) auf die Aufstellung verzichtet werden konnte.

Darüber hinaus bestehen weitere Beteiligungen im Sinne des § 271 Abs. 1 HGB, auf deren Angabe jedoch aufgrund der insgesamt untergeordneten Bedeutung verzichtet wurde.

Treuhandvermögen

Im Bilanzposten "Treuhandvermögen" (A 9) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Im Bilanzposten "Sachanlagen" (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 659.735 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 337.058 enthalten.

Sonstige Vermögensgegenstände

In dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" (A 13) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2023
EUR
Fördermittel als Tilgungszuschuss für das neu errichtete Gewerbegebäude 646.555
Anteile an geschlossenen Immobilienfonds 411.675
Steuererstattungsansprüche 381.166

Fremdwährungsposten

In den Vermögensgegenständen sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 579.346 enthalten.

Restlaufzeitenspiegel für Forderungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Forderungen an Kunden (A 4) 9.796.740 27.609.598 111.578.408 206.764.257

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Restlaufzeitenspiegel für Verbindlichkeiten

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b) 689.860 1.704.836 14.136.388 17.775.995
Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten (P 2a ab) 18.199 58.181 61.974 0
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2b bb) 68.089.119 46.322.977 7.509.810 159.094

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 34.371.129 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Treuhandverbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Treuhandverbindlichkeiten" (P 4) sind ausschließlich Refinanzierungsmittel für Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden.

Sonstige Verbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Sonstige Verbindlichkeiten" (P 5) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2023
EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 738.153
Steuerverbindlichkeiten 208.043

Passive latente Steuern

Latente Steuern sind nicht bilanziert. Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde. Den passiven Steuerlatenzen der sonstigen Vermögensgegenstände sowie des Sachanlagevermögens stehen höhere aktive Steuerlatenzen insbesondere aus Kundenforderungen und Rückstellungen gegenüber.

Nachrangige Verbindlichkeiten

Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten (P 9) in Höhe von EUR 104.400 an.

Mittelaufnahmen, die 10 % des Gesamtbetrages der nachrangigen Verbindlichkeiten übersteigen, erfolgen zu folgenden Bedingungen:

Betrag Währung Zinssatz
in %
Fälligkeit
2.000.000 EUR 2,0 März 2025
2.000.000 EUR 1,95 Februar 2026

Für die weiteren nachrangigen Verbindlichkeiten gelten die folgenden wesentlichen Bedingungen:

Diese nachrangigen Verbindlichkeiten sind mit einem Zinssatz von 2,00 % ausgestattet. Sie sind im Zeitraum April 2025 bis August 2026 fällig.

Die mit den Gläubigern der nachrangigen Verbindlichkeiten getroffenen Nachrangabreden erfüllen die Voraussetzungen für die Anerkennung als Eigenmittel gemäß Art. 63 CRR. Eine vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung ist ausgeschlossen. Die Verbindlichkeiten sind im Falle des Insolvenzverfahrens oder der Liquidation der Bank erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückzuzahlen. Eine Umwandlung in andere Eigenkapitalformen ist nicht möglich.

Eigenkapital

Die unter dem Passivposten "Gezeichnetes Kapital" (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

EUR
Geschäftsguthaben
a) der verbleibenden Mitglieder 3.993.349
b) der ausscheidenden Mitglieder 68.500
c) aus gekündigten Geschäftsanteilen 2.250
Rückständige fällige Pflichteinzahlungen auf Geschäftsanteile EUR 1.365

Die Ergebnisrücklagen (P 12c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Gesetzliche Rücklage
EUR
andere Ergebnisrücklagen
EUR
Stand 01.01.2023 5.170.000 12.717.000
Einstellungen
- aus Bilanzgewinn des Vorjahres 70.000 382.000
Stand 31.12.2023 5.240.000 13.099.000

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

In Bezug auf die Gesamttätigkeit der Bank sind folgende Eventualverbindlichkeiten (P 1 unter dem Bilanzstrich) von wesentlicher Bedeutung:

Art der Eventualverbindlichkeit EUR
Fremdwährungsavale CHF 5.975.489
Avale für Eurokredite 2.949.876

Die in den Posten 1b) und 2c) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und -steuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung der Risiken gewährleisten.

Akute und latente Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind durch Rückstellungen gedeckt. Die in den Posten 1b) und 2c) der unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen überwiegend vorstehende Avale für Kredite und breit gestreute Bürgschafts- und Gewährleistungsverträge für bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden sowie im geringen Umfang Haftungsverhältnisse aus Credit Default Swaps.

Die Risiken wurden im Zuge einer Einzelbewertung der Bonität dieser Kunden beurteilt. Die ausgewiesenen Beträge unter 1b) zeigen nicht die zukünftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen werden.

Durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesicherte Verbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:

Passivposten Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögenswerte
in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 21.623.973

Fremdwährungsposten

In den Schulden sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 6.554.835 enthalten.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Provisionserträge

Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für Depotverwaltung und Vermittlung, insbesondere von Krediten, Bausparverträgen, Versicherungen und Fonds nehmen in der Ertragsrechnung einen festen Bestandteil ein.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen (GuV 8) ist folgender nicht unwesentlicher Einzelbetrag enthalten:

Art EUR
Mieterträge 323.561

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen mit EUR 4.600 (Vorjahr EUR 1.900) Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 35.096 (Vorjahr EUR 37.405) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Periodenfremde Erträge bzw. Aufwendungen

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 70.454 und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 776 enthalten. Die periodenfremden Erträge entfallen mit EUR 55.476 auf Steuererstattungen für Vorjahre.

F. Sonstige Angaben

Vorstand und Aufsichtsrat

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen EUR 51.225.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Die früheren Mitglieder des Vorstands erhielten EUR 109.605.

Für frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen bestehen zum 31. Dezember 2023 Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 1.942.418.

Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 3.721 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 1.392.945.

Ausschüttungsgesperrte Beträge

Der aus der Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag beträgt EUR 16.843, dem ausreichend frei verfügbare Rücklagen gegenüberstehen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Form von Garantieverpflichtungen gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (Garantieverbund) in Höhe von EUR 1.203.024.

Ferner besteht eine Beitragsgarantie gegenüber dem institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Sonstige wichtige Vorgänge im abgelaufenen Geschäftsjahr

Im April 2023 haben die Vorstände der Bernhauser Bank eG und der Scharnhauser Bank eG im Einvernehmen mit den Aufsichtsräten Verhandlungen mit der Absicht einer Verschmelzung beider Institute aufgenommen. Mit dem Zusammenschluss soll der Region eine Genossenschaft erhalten bleiben und die Marktposition weiter gestärkt und gesichert werden. Der Verschmelzung haben im Oktober 2023 die Generalversammlung der Scharnhauser Bank eG sowie die Vertreterversammlung der Bernhauser Bank eG jeweils mit 100 % der abgegebenen Stimmen zugestimmt. Die Verschmelzung, rückwirkend zum 1. Januar 2024, wurde mit Datum vom 13. Juni 2024 in das Genossenschaftsregister eingetragen.

Personalstatistik

Die Zahl der 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Prokuristen 4 1
Sonstige kaufmännische Mitarbeiter 21 13
Nicht kaufmännische Mitarbeiter 0 2
25 16

Außerdem wurden durchschnittlich 2 Auszubildende beschäftigt.

Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr

Anzahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile Haftsummen
EUR
Anfang 2023 4.763 15.359 7.679.500
Zugang 2023 145 931 391.500
Abgang 2023 127 310 8.071.000
Ende 2023 4.781 15.980 0

In der Vertreterversammlung vom 26. Juni 2023 wurde die Satzung in § 40 dahingehend geändert, dass die beschränkte Nachschusspflicht aufgehoben wurde. Mit Eintragung der Aufhebung der beschränkten Nachschusspflicht in das Genossenschaftsregister am 30. Oktober 2023 ist damit die Nachschusspflicht entfallen. Für den Fall einer möglichen Insolvenz der Genossenschaft besteht nach § 120 Abs. 2 GenG ein 2-jähriger Nachhaftungszeitraum für die Mitglieder, die zum Zeitpunkt der Eintragung dieser Änderung Mitglied bei der Genossenschaft waren. Diese Frist beginnt mit der Bekanntmachung dieser Eintragung vom 30. Oktober 2023 zu laufen.

Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermehrt um EUR 154.873
Die Haftsummen haben sich im Geschäftsjahr vermindert um EUR 7.679.500
Höhe des Geschäftsanteils EUR 250

Besondere Offenlegungspflichten

Gemäß Teil 8 der CRR (Art. 435 bis 455) offenzulegende Inhalte sind zum Teil im Lagebericht enthalten. Wir beabsichtigen, die weiteren Angaben in einem separaten Offenlegungsbericht zu machen und auf unserer Homepage zu veröffentlichen.

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes

Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten:

Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband e. V.

Am Rüppurrer Schloss 40

76199 Karlsruhe

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Mitglieder des Vorstands, ausgeübter Beruf

Pitter, Karlheinz, - Vorsitzender - , Geschäftsleiter, Markt- und Handelsvorstand

Gienger, Andreas, Geschäftsleiter, Marktfolge- und Überwachungsvorstand

Rapp, Joachim, Geschäftsleiter, Marktvorstand, (seit 13.06.2024)

Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf, ggf. Arbeitgeber

Hirschmann, Wolf Rüdiger, - Vorsitzender - , Geschäftsführer, SLOGAN Werbung Marketing Consulting GmbH i.L.

Müller, Jürgen, - stellvertretender Vorsitzender - , selbstständiger Malermeister

Raff, Fritz, Geschäftsführer, Fritz Raff Gemüse OHG

Bührer, Dr. Reiner, Professor, Hochschule Pforzheim

Haug, Sandra, Rechtsanwältin, Adam Rechtsanwälte, Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Böpple, Sieglinde, Steuerberaterin, Geschäftsführerin, LGG Steuerberatung GmbH

Bäuerle, Helmut, Steuerberater, BÄUERLE . Steuerberatungsgesellschaft mbH

Holzwarth, Jochen, selbständiger Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, (seit 26.6.2023)

Durst, Thomas, Geschäftsführer, Autohaus Durst GmbH, (seit 13.06.2024)

Deutsch, Axel, Holztechniker und Schreinermeister, Walter Knoll & Co. KG, (seit 13.06.2024)

Kaiser, Katharina, selbstständige Rechtsanwältin und Rechtsdozentin, (seit 13.06.2024)

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 585.731,99 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von EUR 1.357,69 (Bilanzgewinn von EUR 587.089,68) - wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende von 3,50 % 135.928,06
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen
a) Gesetzliche Rücklage 70.000,00
b) Andere Ergebnisrücklagen 380.000,00
Vortrag auf neue Rechnung 1.161,62
587.089,68

 

Filderstadt, 26. Juni 2024

Bernhauser Bank eG

Der Vorstand

Karlheinz Pitter

Andreas Gienger

Joachim Rapp

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Bernhauser Bank eG, Filderstadt

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Bernhauser Bank eG, Filderstadt (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

a) Sachverhalt und Problemstellung

Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Risikovorsorgen, belaufen sich auf 360,9 Mio. EUR. Dies entspricht 83,2 % der Bilanzsumme. Zudem bestehen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 14,3 Mio. EUR und unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von 17,0 Mio. EUR. Innerhalb des Postens nehmen die gewerblichen Kredite eine herausragende Rolle ein.

Die Identifizierung von Wertminderungen und die Ermittlung von Einzelwertberichtigungen sowie die Bemessung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und offene Kreditzusagen unterliegen wesentlichen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass Wertberichtigungsbedarf nicht rechtzeitig identifiziert wird bzw. die Höhe der Wertberichtigung von der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der jeweiligen Kreditnehmer sowie von der Bewertung der Kreditsicherheiten beeinflusst wird. Daher ist die zutreffende Bewertung der Kundenforderungen insbesondere im gewerblichen Kreditgeschäft für den Jahresabschluss und insbesondere die Ertragslage von entscheidender Bedeutung und stellt nach unserer Einschätzung einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben zunächst beurteilt, ob die für die Bewertung der Kundenforderungen relevanten Prozesse der Genossenschaft derart ausgestaltet sind, dass akute Risiken mit hinreichender Sicherheit rechtzeitig erkannt werden und gegebenenfalls eine Risikovorsorge in ausreichendem Umfang gebildet wird. Unsere Prüfungshandlungen umfassten die für die Bewertung der Kundenforderungen relevanten Bereiche.

In der Folge haben wir uns von der Funktionsfähigkeit der Regelungen bzw. Prozesse durch Prüfung in Stichproben überzeugt. Hierbei haben wir insbesondere auf die eingerichteten relevanten Kontrollen der Bank abgestellt.

Auf Basis der Erkenntnisse der Aufbau-, Prozess- und Funktionsprüfungen haben wir umfangreiche analytische Prüfungshandlungen durchgeführt, um Kreditengagements zu identifizieren, bei denen es Anhaltspunkte für ein akutes Ausfallrisiko gibt. Dabei wurde der Datenbestand der Genossenschaft in Hinblick auf vordefinierte Prüfkriterien ausgewertet. In diesem Zuge wurden neben den Ratingeinstufungen insbesondere die Höhe der ungesicherten Kreditteile, die Gesamtzusage und Kreditengagements, die direkt oder indirekt von den Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs, von der Zinsentwicklung, dem rückläufigen Transaktionsvolumen am Immobilienmarkt sowie den rückläufigen Immobilienpreisen oder von der Preisentwicklung (z. B. Energie) betroffen sind oder durch Gewerbeimmobilien besichert sind, berücksichtigt .

Aufbauend auf den vorstehend genannten verschiedenen Prüfungshandlungen haben wir bewusst ausgewählte Kreditengagements hinsichtlich der Notwendigkeit und - soweit erforderlich - der Angemessenheit einer Risikovorsorge einer Einzelfallprüfung unterzogen. Bei der Auswahl haben wir insbesondere Kreditengagements berücksichtigt, bei welchen auf Grund des makroökonomischen Umfelds negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation, u. a. durch die erheblichen Preissteigerungen bei Energie und energieintensiven Produktionsprozessen insbesondere im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Kriegs und Lieferkettenproblemen, zu befürchten bzw. eingetreten sind. Ferner haben wir bei der Auswahl insbesondere Kreditengagements berücksichtigt, die mit Gewerbeimmobilien besichert sind oder die von strukturellen Anpassungen in Folge der Covid-19 Pandemie betroffen sind bzw. bei denen Auswirkungen infolge des geänderten Zins- und Kostenumfelds sowie durch konjunkturelle Risiken zu befürchten bzw. eingetreten sind.

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Weitere Angaben der Bank zur Bilanzierung und Bewertung von Forderungen im Kreditgeschäft sind im Anhang im Abschnitt Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden enthalten.

Im Lagebericht sind Ausführungen zu den Kreditstrukturen, den Verfahren der Risikoerkennung sowie den Auswirkungen der Zinsentwicklung und der Entwicklungen am Immobilienmarkt auf das Kreditgeschäft enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen:

- die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

- wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht der geprüften Genossenschaft angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft bzw. für die von dieser beherrschten Unternehmen erbracht:

- Sonstige separate Bestätigungsleistungen gegenüber der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

- Prüfung des Depot- und Wertpapierdienstleistungsgeschäftes nach § 89 Abs. 1 Satz 1 und 2 WpHG

- Prüfung nach § 89 WpHG in Bezug auf die Erfüllung der Pflichten nach § 84 WpHG

- Erstellung eines Verschmelzungsgutachtens

- Einreichung rechnungslegungsbezogener Informationen beim Betreiber des Unternehmensregisters

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Beatrix Keuntje.

 

Stuttgart, 23. Juli 2023

Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband e. V.

Beatrix Keuntje, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat der Bernhauser Bank eG hat im Berichtsjahr 2023 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit größter Sorgfalt erfüllt. Als Aufsichtsrat haben wir den Vorstand der Bernhauser Bank eG in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit beraten und überwacht. Es ist uns ein Anliegen, mit unserer Arbeit dazu beizutragen, dass sich die Bank erfolgreich entwickelt. So haben wir die uns nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit größter Sorgfalt erfüllt. Der Aufsichtsrat nahm seine Überwachungsfunktion wahr und fasste die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse

Der Aufsichtsrat befasste sich mit der Durchführung der Prüfung nach§ 53 GenG, mit den Berichten der Internen Revision sowie denen der Compliance- und Geldwäschebeauftragten. Zudem hat der Aufsichtsrat die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers überwacht. Insbesondere beinhaltet die Überprüfung, dass keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen von Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, erbracht wurden.

Im Kalenderjahr 2023 wurden elf ordentliche Aufsichtsratssitzungen mit Beteiligung des Vorstands einberufen. In diesen Sitzungen wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand ausführlich, umfassend, schriftlich und mündlich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens , Finanz- und Ertragslage sowie die Risikosituation im Kreditgeschäft informiert.

Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand. Er wurde auch zwischen den Sitzungen über aktuelle Entwicklungen, wesentliche Geschäftsvorfälle oder anstehende Entscheidungen informiert bzw. beratend einbezogen.

Satzungsgemäß hat der Aufsichtsrat der Bank Ausschüsse gebildet. Zeitnah und detailliert wurde aus den Ausschüssen heraus über die Inhalte und Ergebnisse im Gesamtplenum berichtet. Der Personalausschuss hat sich im Rahmen seiner Beratungsaufgabe zu drei Sitzungen zusammengefunden, der Bauausschuss zu einer Sitzung. Dem Kreditbewilligungsausschuss wurden in zwölf Sitzungen nach Gesetz und Satzung der Bank vorlagepflichtige Engagements vorgetragen und zur Entscheidung vorgelegt.

Der vorliegende Jahresabschluss 2023 mit Lagebericht wurde vom Baden Württembergischen Genossenschaftsverband e. V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Vertreterversammlung berichtet.

Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag zur Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und für in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses - unter Einbeziehung des Gewinnvortrags - entspricht den Vorschriften der Satzung. Der Aufsichtsrat empfiehlt der Vertreterversammlung, den vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2023 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

Die Amtszeit unserer Aufsichtsräte Wolf Rüdiger Hirschmann und Fritz Raff endet gemäß § 24 Abs. 3 unserer Satzung mit Ablauf der diesjährigen Vertreterversammlung. Wir schlagen beide Mitglieder zur Wiederwahl vor. Für die im vergangenen Geschäftsjahr erbrachten Leistungen und die engagierte Arbeit bedankt sich der Aufsichtsrat an dieser Stelle beim Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bank.

 

Filderstadt, im Juli 2024

Der Aufsichtsrat

Vorsitzender

Wolf Rüdiger Hirschmann

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Bernhauser Bank eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Bernhauser Bank eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die Bernhauser Bank eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 TEUR 11.616.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 32,9.

Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 3.493.

Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR 1.239 und betreffen laufende Steuern.

Die Bernhauser Bank eG hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung

Die Vertreterversammlung vom 13.08.2023 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2023 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 585.731,99 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages in Höhe von EUR 1.357,69 - wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen.

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