thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH

Heidbergsweg 102, 47809 Krefeld, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Krefeld HRB 13014
Vorher
ThyssenKrupp Stahl-Service-Center GmbH
Eingetragen
21.12.1972
Branche
Großhandel mit Eisenerzen, Eisen, Stahl, Eisen- und StahlhalbzeugHerstellung von Rohrform-, Rohrverschluss- und Rohrverbindungsstücken aus StahlHerstellung von Maschinen für die Metallerzeugung, von Walzwerkseinrichtungen und Gießmaschinen
Gegenstand
Die Gesellschaft betreibt im thyssenkrupp Konzern in der Business Area Materials Services die Anarbeitung und Weiterveräußerung sowie den Vertrieb von Stahlerzeugnissen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Linda Jecker
seit 10.3.2026
Prokura
Daniela Koll
seit 10.3.2026
Prokura
Marijana Kreische
seit 19.2.2026
Prokura
Oliver Kobuß
seit 2.6.2025
Prokura
Jürgen Nosbüsch
seit 15.4.2025
Geschäftsführer
Tobias Wirsich
seit 17.2.2025
Prokura
Prokura
Prokura
Prokura
Jochen Krämer
seit 8.12.2023
Prokura
Burkhard Sich
seit 11.4.2023
Prokura
Amber Nina Altenhofen
seit 11.4.2023
Prokura
Günter Malinowski
seit 1.6.2022
Prokura
Marcus Mattekat
seit 15.3.2021
Prokura
Frank Wörsdörfer
seit 20.5.2020
Prokura
Steffen Kleinert
seit 20.5.2020
Prokura
Sascha Marzini
seit 9.10.2019
Prokura
Prokura
Prokura
Martin Jacobs
seit 28.6.2018
Prokura
Thomas Wölk
seit 22.11.2017
Prokura
Jutta Olbertz
seit 23.1.2017
Prokura
Gunnar Mätzelt
seit 8.7.2016
Prokura
Madeleine Schlünz
seit 22.6.2015
Prokura
Ralf Reimann
seit 22.6.2015
Prokura
Henk Käßberg
seit 22.1.2015
Prokura
Thomas Grohs
seit 22.1.2015
Prokura
Michael Schappach
seit 16.1.2013
Prokura
Oliver Hadwiger
seit 16.1.2013
Prokura
Marcus Wöhl
seit 23.10.2012
Geschäftsführer
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Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (6)

Gesellschafter

3 Gesellschafter

GmbH-Struktur

2 von 3 angezeigt

Germany
8.812.320 €
94.89%
Germany
432.740 €
4.66%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

thyssenkrupp AG

Duisburg und Essen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023

Konzernlagebericht

- mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst -

Vorbemerkungen

Zusammengefasster Lagebericht

Der vorliegende Lagebericht fasst den Lagebericht des thyssenkrupp Konzerns und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht im Kapitel "Jahresabschluss der thyssenkrupp AG" mit Angaben nach HGB enthalten. Wir berichten nach dem Deutschen Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht". Bereits seit einigen Jahren wenden wir die integrierte Berichterstattung an; dabei ist die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b HGB im zusammengefassten Lagebericht enthalten. Eine Übersichtstabelle ist im Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" zu finden.

Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp im Geschäftsjahr 2022 / 2023. Die beiden Segmente Bearings und Forged Technologies, die im Vorjahr als Segment Industrial Components ausgewiesen wurden, werden nunmehr separat dargestellt; das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Im Zuge der im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2022 / 2023 beschlossenen und zum 1. Oktober 2023 wirksamen Neustrukturierung der Segmente des thyssenkrupp Konzerns wird die Business Unit Bearings in das Segment Decarbon Technologies und die Business Unit Forged Technologies in das Segment Automotive Technology transferiert.

Im Geschäftsjahr 2020 / 2021 wurden im Segment Multi Tracks die Verkäufe von Mining, Infrastructure und des Edelstahlgeschäfts eingeleitet. Der Verkauf des Edelstahlgeschäfts wurde Ende Januar 2022 abgeschlossen. Im Zusammenhang mit dem Verkauf wurde vereinbart, dass thyssenkrupp Anteile in Höhe von 15 % an der italienischen Gesellschaft Acciai Speciali Terni S.p.A. (AST) behält. Diese Anteile werden in der Segmentberichterstattung der "Überleitung" zugeordnet. Ende Januar 2022 wurde zudem der Verkauf von Infrastructure sowie Ende August 2022 der Verkauf von Mining abgeschlossen.

Seit dem Verkauf des Aufzuggeschäfts Elevator Technology Ende Juli 2020 hält thyssenkrupp eine Beteiligung, die Bestandteil der für den Verkauf erhaltenen Gegenleistung war; die Beteiligung ist dem Segment Multi Tracks zugeordnet. Zu weiteren Einzelheiten hinsichtlich der Beteiligung siehe auch Anhang-Nr. 03 (Nicht fortgeführte Aktivität, Veräußerungsgruppen und einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte) und Anhang-Nr. 22 (Finanzinstrumente). Ungeachtet der bereits durchgeführten Entkonsolidierung wurden im Vorjahr noch anfallende nachlaufende Aufwendungen und Erträge sowie Cashflows, die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf der Aufzugaktivitäten stehen, weiterhin separat in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 ergaben sich nachlaufende Aufwendungen und Cashflows, die wegen Unwesentlichkeit nicht mehr separat dargestellt wurden.

Das Hedge Accounting für CO 2 -Termingeschäfte im Segment Steel Europe wurde mit Beginn des Geschäftsjahres 2022 / 2023 aufgegeben. Marktwertschwankungen werden damit nicht mehr erfolgsneutral im Eigenkapital, sondern erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der Umsatzkosten erfasst. Im Berichtsjahr ergaben sich insgesamt Erträge aus der Derivatebewertung der CO 2 -Termingeschäfte in Höhe von 58 Mio €; hierin waren im 4. Quartal Aufwendungen in Höhe von 37 Mio € enthalten. Die entsprechenden Erträge bzw. Aufwendungen stellen Sondereffekte dar, die das Bereinigte EBIT des Segments Steel Europe und des thyssenkrupp Konzerns nicht beeinflussen.

Die Darstellung des Geschäftsverlaufs ist nach Segmenten gegliedert. Den jeweiligen Abschnitten ist stets eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells vorangestellt.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) sieht vor, dass Unternehmen Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem machen, die über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinausgehen und somit von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen sind (lageberichtsfremde Angaben). Diese werden nachfolgend thematisch der Erklärung zur Unternehmensführung zugeordnet; sie sind zudem von den inhaltlich zu prüfenden Angaben durch separate Absätze abgegrenzt und entsprechend gekennzeichnet.

Die weiterführenden Links sind nicht Bestandteil des Lageberichts und nicht Teil der Abschlussprüfung.

Grundlagen des Konzerns

Profil und Organisation

Leistungsversprechen

thyssenkrupp ist ein internationaler Industrie- und Technologiekonzern. Gemeinsam mit unseren Kunden möchten wir auf der Grundlage unserer umfassenden Engineering- und Innovationskompetenzen wirtschaftliche sowie ressourcen- und umweltschonende Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft entwickeln. Unter einer starken Dachmarke wollen wir mit unseren innovativen Produkten, Technologien und Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag für eine bessere, lebenswertere und nachhaltigere Zukunft leisten und damit Verantwortung für künftige Generationen übernehmen. Dabei verfolgen wir zum einen ambitionierte Klimaschutzziele und verbessern unsere eigene Energie- und Klimaeffizienz. Zum anderen wollen wir unsere Kunden auf Basis unserer vielfältigen Fähigkeiten entlang der relevanten Wertschöpfungsketten bei der grünen Transformation entscheidend unterstützen. Dadurch wollen wir die grundlegende Erneuerung der gesamten Industrie ermöglichen und die grüne Transformation aktiv mitgestalten. Unser Markenversprechen und unser hoher Anspruch an uns selbst bringen wir in unserem Claim "engineering.tomorrow.together." zum Ausdruck. Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Wir wollen Leistungsorientierung mit unternehmerischer und sozialer Verantwortung verbinden.

Unseren Anspruch und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgehalten; Sie finden es auf unserer Website.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmenskultur

Organisations- und Führungsstruktur

Um künftig die Leistungsfähigkeit von thyssenkrupp als Wegbereiter und Gestalter der grünen Transformation sichtbarer zu machen und den Geschäften in diesem Wachstumsmarkt einen neuen Stellenwert innerhalb des Konzerns einzuräumen, haben wir im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2022 / 2023 beschlossen, unser Portfolio zum 1. Oktober 2023 neuzuordnen. Konkret haben wir unsere Schlüsseltechnologien für die Dekarbonisierung der Industrie in dem neuen Segment Decarbon Technologies zusammengeführt. In diesem Zusammenhang wurden die im Vorjahr im Segment Industrial Components zusammengefassten Geschäftseinheiten Bearings und Forged Technologies auf das neue Segment Decarbon Technologies bzw. auf das Segment Automotive Technology übertragen. Bearings und Forged Technologies werden in diesem Bericht als jeweils eigenes Segment separat dargestellt. Details zur Neuausrichtung des Portfolios finden Sie im folgenden Abschnitt "Strategie".

Im Sinne der Segmentberichterstattung waren unsere Geschäftsaktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr in sieben Segmenten zusammengefasst: Materials Services, Bearings, Forged Technologies, Automotive Technology, Steel Europe, Marine Systems sowie Multi Tracks.

Die Segmente sind grundsätzlich in Business Units und weiter in Operating Units untergliedert. Marine Systems sowie Bearings und Forged Technologies wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr als Business Units unmittelbar von der thyssenkrupp AG geführt. Zum 30. September 2023 sind in den Konzernabschluss 320 Unternehmen sowie 20 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, einbezogen; insgesamt konsolidieren wir Gesellschaften aus 48 Ländern.

Unsere Service-Einheiten sind in den zwei Gesellschaften thyssenkrupp Services GmbH und thyssenkrupp Information Management GmbH gebündelt und erbringen übergreifende Dienstleistungen für die Geschäfte und die Zentrale. Darüber hinaus bieten vier regionale Plattformen Dienstleistungen an, die von den operativen Geschäften in den jeweiligen Regionen benötigt werden. Details dazu finden Sie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Bereich Corporate Headquarters".

48 Für den Abschluss des Konzerns konsolidieren wir Gesellschaften aus 48 Ländern.

Unternehmenszentrale

thyssenkrupp AG

Die strategische Führung des Konzerns liegt bei der thyssenkrupp AG. Die einzelnen Segmente agieren insbesondere bei operativen Managemententscheidungen dezentral, aber weiterhin unter der starken Dachmarke thyssenkrupp. Damit sollen die Geschäfte den Spielraum nutzen, der erforderlich ist, um sich bestmöglich auf ihre Kunden und ihre Märkte zu spezialisieren und damit für ihre Produkte und Dienstleistungen ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Wir wollen ein unternehmerisches Klima fördern, das Entscheidungen beschleunigt, die Effizienz erhöht und die Kunden in den Mittelpunkt stellt. Die Zentrale konzentriert sich neben der Steuerung der Performance auf das Portfoliomanagement, Governance-Aufgaben, die Führungskräfteentwicklung und die Allokation von Investitionsmitteln.

Strategie

Fortsetzung des Transformationsprozesses

In einem herausfordernden und sich rasant verändernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld treibt thyssenkrupp seine Transformation weiter voran. Das Ziel ist, thyssenkrupp zu einem leistungsstarken und nachhaltigen Unternehmen mit schlanken Führungsstrukturen und einem klar konturierten und auf profitables Wachstum ausgerichteten Portfolio umzubauen. Den Rahmen dafür bilden unsere Marke und unsere Werte.

Um die Geschäfte der thyssenkrupp AG bestmöglich weiterzuentwickeln, richtet sich das Unternehmen bei seiner Transformation weiterhin gezielt auf Chancen aus, die sich aus den Zukunftsthemen für unsere Technologien bieten. Insbesondere in der grünen Transformation sehen wir schon jetzt, aber insbesondere mittel- und langfristig ein enormes Potenzial für weiteres profitables Wachstum, etwa in den Bereichen Wasserstoff, grüne Chemikalien, erneuerbare Energien, Elektromobilität und nachhaltige Lieferketten.

Gleichzeitig wollen wir unsere Leistungsfähigkeit in allen Segmenten steigern. Die Erwirtschaftung eines dauerhaft positiven Wert- und Cashflow-Beitrags für den Konzern sowie eine verlässliche Dividendenzahlung an unsere Aktionäre sind das erklärte Ziel.

Um all diese Ziele zu erreichen, wird thyssenkrupp den eingeschlagenen Weg konsequent verfolgen. Den Orientierungsrahmen bilden dabei die drei Handlungsstränge "Portfolio", "Performance" und "Grüne Transformation".

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Strategie

Portfolio

Die Richtungsentscheidung von thyssenkrupp ist klar: Wir wollen, dass sich jedes einzelne Geschäft bestmöglich weiterentwickelt und eine nachhaltige Wettbewerbsposition - sowohl wirtschaftlich als auch im Hinblick auf den Umwelt- und Klimaschutz - erreicht. Deshalb überprüfen und bewerten wir die individuellen Entwicklungspotenziale aller Geschäfte kontinuierlich dahingehend, in welcher Konstellation die Einheiten die besten Zukunftsperspektiven aus Sicht aller Stakeholder haben.

Für die bestmögliche Entwicklung unserer Geschäfte und die Fokussierung unseres Portfolios auf wachstumsstarke Märkte gehen wir weiterhin auch Wege, die eine Änderung der Eigentümerstruktur bedeuten können. Nach den seit Beginn der Transformation abgeschlossenen Verkäufen einzelner Geschäfte sowie der Schließung von Grobblech im Segment Muti Tracks haben wir im Juli 2023 unser Elektrolysegeschäft, thyssenkrupp nucera, erfolgreich an die Börse gebracht. Damit haben wir unserer Wasserstoff-Tochter neuen finanziellen Spielraum verschafft, sodass sie weiter wachsen und ihre führende Marktposition ausbauen kann.

Zu Beginn des aktuellen Geschäftsjahres 2023 / 2024 stand der nächste Schritt zur nachhaltigen Neuausrichtung des Konzerns an: Unser Großwälzlagergeschäft Rothe Erde (zum 30. September 2023 berichtet als eigenes Segment Bearings) sowie Uhde, Polysius und thyssenkrupp nucera, (alle drei bis 30. September 2023 berichtet im Segment Multi Tracks) werden seit 1. Oktober 2023 im neuen Segment Decarbon Technologies gebündelt. Alle vier Geschäfte verfügen jeweils über Schlüsseltechnologien für die Dekarbonisierung der Industrie. Mit der Etablierung des neuen Segments positioniert sich thyssenkrupp als ein Technologieführer für die Energiewende und verschafft seinen umfassenden Kompetenzen für die grüne Transformation volle Sichtbarkeit. Das bisherige Segment Multi Tracks wird aufgelöst. Die in Multi Tracks verbliebenen Geschäfte Automation Engineering und Springs & Stabilizers werden dem Segment Automotive Technology zugeordnet. Und auch Forged Technologies (zum 30. September 2023 berichtet als eigenes Segment) gehört nun aufgrund der gleichen Endkundenstruktur zu Automotive Technology.

SEGMENT DECARBON TECHNOLOGIES ALS "GRÜNES INDUSTRIE-POWERHOUSE" UND VEREINFACHUNG DER PORTFOLIOSTRUKTUR

1) bis 30. September 2023 Bearings
2) Beteiligung TK Elevator wird ab 1. Oktober 2023 im Rahmen der Segmentberichterstattung der "Überleitung" zugeordnet.

Folglich sind die Aktivitäten von thyssenkrupp in fünf Segmente gegliedert: Automotive Technology Decarbon Technologies, Materials Services, Steel Europe und Marine Systems.

PORTFOLIO AB GESCHÄFTSJAHR 2023 / 2024

Automotive Technology (pro forma) Decarbon Technologies (pro forma) Materials Services Steel Europe Marine Systems (pro forma) 2)
2022 / 2023 2022 / 2023 2022 / 2023 2022 / 2023 2022 / 2023
Umsatz 7.910 Mio € Umsatz 3.438 Mio € Umsatz 13.613 Mio € Umsatz 12.375 Mio € Umsatz 1.832 Mio €
Bereinigtes EBIT 266 Mio € Bereinigtes EBIT 28 Mio € Bereinigtes EBIT 178 Mio € Bereinigtes EBIT 320 Mio € Bereinigtes EBIT 73 Mio €
Mitarbeiter 1) 31.689 Mitarbeiter 1) 15.101 Mitarbeiter 1) 16.329 Mitarbeiter 1) 26.822 Mitarbeiter 1) 7.745

1) 30. September 2023
2) ohne Transrapid GmbH, ab 1. Oktober 2023 im Rahmen der Segmentberichterstattung der "Überleitung" zugeordnet

Automotive Technology werden wir innerhalb des Konzerns weiterführen; dem Branchentrend zu übergreifender Zusammenarbeit folgend sind selektiv aber auch Allianzen oder Entwicklungspartnerschaften vorstellbar. Die unter der Führung des Segments Multi Tracks eingeleiteten Veräußerungsprozesse für die beiden Einheiten Automation Engineering und Springs & Stabilizers verfolgen wir weiter.

Im neuen Segment Decarbon Technologies - unserem "Grünen Industrie-Powerhouse" - wollen wir das große Potenzial der grünen Transformation konsequent erschließen und in werthaltiges Wachstum umsetzen. Nach dem Vorbild von thyssenkrupp nucera streben wir einen Turnaround hin zu nachhaltig profitablen Geschäftsmodellen an. Das gilt insbesondere für Polysius und Uhde, die in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich mit der technologischen Transformation hin zu grünen Produkten und Dienstleistungen begonnen haben. Im nächsten Schritt gilt es nun, die Transformation der Geschäftsmodelle voranzutreiben - etwa durch eine verstärkte Modularisierung und Standardisierung der Produkte sowie den Ausbau des profitablen Servicegeschäfts. Wir sehen darüber hinaus auch ein gemeinsames Positionierungs- und Cross-Selling-Potenzial, denn die Geschäfte von Decarbon Technologies haben einiges gemeinsam: langjährige Erfahrung, tiefgreifendes Know-how im internationalen Anlagenbau, eine umfangreiche installierte Basis und enge Kundenbeziehungen.

Bei Materials Services sieht thyssenkrupp aufgrund der eigenen Marktposition und Wettbewerbsstärke ein unverändert gutes Entwicklungspotenzial. Hier haben wir nicht nur an der Leistungsverbesserung gearbeitet, sondern auch verstärkt in die Zukunft investiert.

Bei Steel Europe treiben wir mit der Umsetzung der Strategie 20-30 die operative Leistungsfähigkeit weiter voran. Zudem haben wir Ende Juli die Zusage der Förderung entsprechender Investitionen für den Bau der ersten Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg durch Bund und Land erhalten. Die damit eingeleitete grüne Transformation eröffnet dem Stahl eine vielversprechende Zukunftsperspektive. Zudem ist sie eine wichtige Voraussetzung für die weiterhin angestrebte eigenständige Aufstellung von Steel Europe.

Marine Systems zeigt sowohl bei den Kostensenkungs- und den Performance-Maßnahmen als auch bei der Auftragslage eine positive Entwicklung. Zusätzliche Wachstumschancen für das Segment ergeben sich aufgrund der weltweit wachsenden Nachfrage und der langfristigen strukturellen Erhöhungen von Verteidigungshaushalten. Wegen der spezifischen Markt- und Branchensituation verfolgen wir parallel zu den weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Leistungskraft weiterhin den eingeschlagenen Pfad der Verselbstständigung. Wir sind davon überzeugt, dass die geplante Dekonsolidierung der Sparte die bestmöglichen Chancen für die Weiterentwicklung bietet.

Performance

Das übergeordnete Ziel des Transformationsprozesses ist weiterhin die Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit all unserer Geschäfte. Sie ist nicht nur maßgeblich für die weitere strategische Stärkung des Konzerns, sondern auch notwendige Voraussetzung dafür, einen nachhaltig positiven Free Cashflow vor M & A für den Konzern zu erwirtschaften und verlässliche Dividendenzahlungen zu gewährleisten.

Das setzt unter anderem voraus, dass die Geschäfte ihre auf dem Kapitalmarkttag im Dezember 2021 kommunizierten - und inzwischen an die neue Struktur angepassten - Finanzziele rasch und nachhaltig erreichen - auch in einem anhaltend herausfordernden Umfeld. Um dies, aber auch die langfristige Verbesserung der Leistungsfähigkeit zu unterstützen, hat der Konzern im September 2023 ein ganzheitliches Performance-Programm ausgerollt. Dabei sollen die Geschäfte zum einen ihre Rentabilität auf Wettbewerbsniveau steigern und zum anderen ihre Marktchancen bestmöglich nutzen. Der Fokus im Programm mit dem Namen "APEX" ("Spitze") liegt neben der Optimierung des Nettoumlaufvermögens und einer strikteren Ausrichtung aller Geschäfte am Wettbewerbsniveau auch auf strengeren Rendite- und Wertschöpfungskriterien für Investitionsentscheidungen sowie auf der Weiterentwicklung unserer Geschäftsmodelle und der Verbesserung der Leistungskultur. Mehr zu den Finanzzielen erfahren Sie im Abschnitt "Ziele".

Verantwortlich für den Erfolg und die Umsetzung von Maßnahmen bleiben die Geschäfte. Zur Steuerung des Programms setzen wir zudem ein Transformations-Office bei der thyssenkrupp AG ein, das Folgendes bereitstellt: erprobte Methodenkompetenz und Prozessunterstützung, Plattform für den Austausch und den Wissenstransfer sowie ganzheitliche Wettbewerbsanalysen und Best-Practice-Vergleiche. Inzwischen haben Experten der Geschäfte in zahlreichen Workshops in den fünf Handlungsfeldern "Vermögenswerte/CAPEX", "Geschäftsmodelle und Vertrieb", "Materialkosten", "Betriebliches Nettoumlaufvermögen" und "Organisation" zusätzliche Cash- und Performance-Maßnahmen identifiziert. Diese befinden sich zum Teil schon in der segmentspezifischen Umsetzung.

Der Fortschritt von "APEX" wird vom Vorstand der thyssenkrupp AG anhand definierter Meilensteine nachgehalten. Falls erforderlich wird das Programm zur Sicherstellung der Zielerreichung um Zusatzmaßnahmen erweitert.

Grüne Transformation

Wir haben uns das Ziel gesetzt, mit unseren Produkten und Technologien ein Wegbereiter für die grüne Transformation unserer Kunden zu sein. Durch vorhandene Kompetenzen für nachhaltige Lösungen innerhalb der verschiedenen Branchen sind wir hervorragend positioniert, um die Dekarbonisierung der Industrie voranzutreiben und von den damit verbundenen unternehmerischen Chancen zu profitieren.

Insbesondere die Geschäfte im neuen Segment Decarbon Technologies verfügen über innovative Technologien, um einen großen Teil der heutigen CO 2 -Emissionen zu reduzieren:

Rothe Erde ist der weltweite Marktführer im Bereich Großwälzlager und zugleich einer der größten Hersteller von nahtlos gewalzten Ringen und trägt damit dazu bei, die Energiewende möglich zu machen. Die weltweiten Ausbaupläne für Windkraft haben ein enormes Volumen - entsprechend groß sind die zukünftigen Wachstumschancen für Rothe Erde.

Grüner Wasserstoff wird künftig vor allem in den Weltregionen produziert werden, in denen grüner Strom günstig verfügbar ist. Um ihn dorthin zu bringen, wo er gebraucht wird, bietet sich Ammoniak als Transportmedium an. Uhde ist ein weltweit agierender Anlagenbauer für die Herstellung von grünem Ammoniak und synthetischem Erdgas (SNG) zur flexiblen, CO 2 -freien Nutzung als Energieträger, als Brennstoff oder als Basischemikalie in vielen energieintensiven Industriezweigen.

Einer der größten Hebel für eine signifikante Reduzierung der weltweiten CO 2 -Emissionen ist neben der Stahl- und Chemieindustrie die Zementherstellung. Polysius ist mit seinen grünen Technologien einschließlich der patentierten Oxyfuel-Anlagen einer der Wegbereiter für den klimaneutralen Umbau der Zementindustrie. Das Marktpotenzial ist hoch, da Zementproduzenten unter großem Druck stehen, ihre CO 2 -Emissionen zu verringern.

thyssenkrupp nucera kann als einer von wenigen Anbietern weltweit schon heute Technologien für die Produktion von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab anbieten. Nach dem erfolgreichen Börsengang will die thyssenkrupp AG als langfristig orientierter Ankeraktionär die Entwicklung von thyssenkrupp nucera weiter begleiten und von den Wachstumschancen profitieren. Mit mehr als 600 abgeschlossenen Projekten ist das Unternehmen ein Marktführer im ChlorAlkali-Geschäft.

Darüber hinaus haben wir weitere erfolgversprechende Produkte und Lösungen im Portfolio, die für das Gelingen der grünen Transformation maßgeblich sind, etwa unsere antriebsunabhängigen Komponenten im Automobilbau, die eine nachhaltige Mobilität ermöglichen und dabei stark von der Elektrifizierung des Automobils profitieren, oder die mit Hilfe der Digitalisierung verbesserten Lieferketten bei Materials Services.

Neben den Produkten und Lösungen, die wir für unsere Kunden und Partner vorantreiben, arbeiten wir selbst mit Hochdruck an der Dekarbonisierungsstrategie des Konzerns. Mit der Freigabe der von uns beantragten Fördermittel für das Projekt "tkH2Steel" in Höhe von rund 2 Mrd € ist ein entscheidender Schritt getan: thyssenkrupp wird zum Vorreiter für eine klimaneutrale Stahlproduktion. Die zu 100 % wasserstofffähige Direktreduktionsanlage mit einer Produktionskapazität von 2,5 Mio t direkt reduziertem Eisen pro Jahr ermöglicht eine Einsparung von bis zu 3,5 Mio t CO 2 jährlich. thyssenkrupp wird damit zu einem bedeutenden Akteur der europäischen Wasserstoffwirtschaft und der Standort Duisburg bzw. das Land Nordrhein-Westfalen zum Ankerpunkt für Investitionen in den Aufbau einer grenzübergreifenden Wasserstoffinfrastruktur.

Unternehmenssteuerung

Unsere Leistungsindikatoren für Profitabilität, Gewinn, Wertbeitrag und Liquidität, die wir konzernweit verwenden, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir nutzen sie, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte - neben weiteren Faktoren - festzulegen. Die für uns wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) des thyssenkrupp Konzerns, der thyssenkrupp Value Added (tkVA) bzw. der Return on Capital Employed (ROCE) und der FCF vor M & A (Free Cashflow vor Mergers & Acquisitions).

Der Vorstand definiert auch für die Geschäfte langfristige Ziele. Diese bilden den Rahmen für die kurz- und mittelfristigen finanziellen Ziele sowie für die Budget- und Mittelfristplanung, die alle Einheiten erstellen.

THYSSENKRUPP - KERNSTEUERUNGSGRÖSSEN

Bereinigtes EBIT

Das EBIT gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es umfasst alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können. Das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Der thyssenkrupp Konzern hält eine wesentliche Beteiligung an dem ehemaligen Segment Elevator Technology. Diese Beteiligung hat keinen strategischen oder operativen Bezug zu den fortgeführten Aktivitäten. Daher sind die Ergebnisse definitionsgemäß nicht den Bestandteilen des Finanzergebnisses mit operativem Charakter zuzurechnen und folglich nicht im EBIT enthalten. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Sondereffekten. Bereinigt werden Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen bzw. Erträge aus Zuschreibungen, Veräußerungsgewinne bzw. -verluste sowie Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit CO 2 -Termingeschäften. Es ist im Vergleich zum EBIT besser dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Bereinigte EBIT des Konzerns und der Segmente sowie die Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten" des Kapitels "Wirtschaftsbericht". Darüber hinaus verweisen wir auf die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)

Der Jahresüberschuss entspricht dem Gewinn, den der Konzern innerhalb des Geschäftsjahres erwirtschaftet hat, und errechnet sich als positiver Saldo sämtlicher Erträge und Aufwendungen. Bei der Berechnung werden, anders als beim EBIT, auch nicht operative Bestandteile - zum Beispiel Zinsen und Steuern - berücksichtigt. Der Jahresüberschuss gibt somit gesamthaft Auskunft über die Ertragskraft des Konzerns. Ein negatives Jahresergebnis wird als Jahresfehlbetrag bezeichnet.

Den Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) des thyssenkrupp Konzerns erläutern wir ausführlich im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Kapitels "Wirtschaftsbericht".

tkVA / ROCE

Der tkVA ist der in einem Berichtsjahr geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht uns, den finanziellen Erfolg von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität zu vergleichen. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT abzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht zinstragende Passivpositionen wie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Um die Kapitalkosten zu ermitteln, wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert; dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz zusammen. Anhand der Kennzahl Return on Capital Employed (ROCE) ermitteln wir die erwirtschaftete relative Verzinsung. Der ROCE ergibt sich als Verhältnis von EBIT zu Capital Employed. Übersteigt der ROCE den WACC, d.h. den Verzinsungsanspruch der Eigen- und Fremdkapitalgeber, haben wir Wert geschaffen.

Über die Entwicklung des tkVA / ROCE im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt "Geschäftsentwicklung im Konzern" des Kapitels "Wirtschaftsbericht".

Capital Employed x WACC = Kapitalkosten

FCF vor M & A

Der FCF vor M & A ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquiditätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzu- oder -abfluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzu- und -abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen.

Eine Überleitungsrechnung sowie Details zur Entwicklung des FCF vor M & A enthält die Analyse der Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Kapitels "Wirtschaftsbericht".

Ziele

Finanzielle Ziele

An unseren finanziellen Zielen halten wir trotz des weiterhin herausfordernden Marktumfelds fest. Unser klares Ziel ist, dass alle Geschäfte ihre deutlichen Fortschritte bei der Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit weiter ausbauen und dauerhaft einen positiven Wert- und Cashflow-Beitrag für thyssenkrupp erwirtschaften. Insbesondere streben wir mit der Umsetzung des zum Ende des Berichtsjahres ausgerollten ganzheitlichen Performance-Programms "APEX" an, dass die Geschäfte ihre auf dem Kapitalmarkttag im Dezember 2021 kommunizierten - und inzwischen an die neue Struktur angepassten - mittelfristigen finanziellen Ziele zügig und nachhaltig erreichen und Marktchancen bestmöglich nutzen.

Auf Konzernebene soll die Bereinigte EBIT-Marge mittelfristig auf 4 bis 6 % gesteigert werden. Zudem arbeiten wir mit Nachdruck daran, einen signifikant positiven Free Cashflow vor M & A zu erreichen. Ebenso hat die weiterhin verlässliche Dividendenzahlung für uns höchste Priorität.

Die mittelfristigen Ziele für die einzelnen Geschäfte und für Corporate Headquarters ergeben sich unter Berücksichtigung der Neuordnung des Portfolios zum 1. Oktober 2023 im Einzelnen wie folgt:

Automotive Technology 1) - Umsatz von über 7,5 Mrd € pro Jahr, Bereinigte EBIT-Marge von 7 bis 8 % sowie Cash Conversion Rate von mindestens 0,5

Decarbon Technologies - Umsatz von über 5,0 Mrd € pro Jahr, Bereinigte EBIT-Marge von über 5 % sowie Cash Conversion Rate von über 0,6

Materials Services - Steigerung der Versandmengen auf über 6 Mio t, Bereinigte EBIT-Marge von 2 bis 3 %, Cash Conversion Rate von ca. 0,8 im Mehrjahresdurchschnitt sowie ROCE-Wert von über 9 %

Steel Europe - Steigerung der Versandmengen auf rund 11 Mio t, Bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 7 %, Cash Conversion Rate von über 0,4 sowie Bereinigtes EBITDA pro Tonne von etwa 100 € über den Stahlzyklus

Marine Systems - Jährliches Umsatzwachstum von rund 7 %, Bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 7 % sowie Cash Conversion Rate von ca. 1,0

Corporate Headquarters - Weitere Reduktion der Verwaltungskosten

Weitere Informationen zu unseren Segmenten sowie entsprechenden Maßnahmen zur Zielerreichung finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Segmenten".

Weitere Informationen zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"; Details zur Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem Prognosebericht.

1) Ohne Automation Engineering und Springs & Stabilizers

Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele

Für thyssenkrupp ist Nachhaltigkeit ein wesentliches Element seines Leitbilds und integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Unser Ziel ist, weltweit innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen anzubieten, die zum nachhaltigen Erfolg unserer Kunden beitragen. Das strategische Nachhaltigkeitsmanagement wird vom Bereich Technology, Innovation & Sustainability koordiniert, die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt beim Vorstandsvorsitzenden. Gemeinsam mit den Konzernfunktionen, Service Lines und Segmenten werden kontinuierlich die Anforderungen unserer Stakeholder ermittelt und entsprechende Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung unserer Nachhaltigkeits-Performance abgeleitet. Gesteuert werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten bei thyssenkrupp vom Sustainability Committee, das sich aus dem Vorstand unseres Konzerns, den CEOs der Segmente und den Leitern der Konzernfunktionen sowie Experten zusammensetzt. Das Sustainability Committee entscheidet über die Weiterentwicklung bestehender und die Umsetzung innovativer Maßnahmen sowie über die sogenannten Indirekt Finanziellen Ziele (Indirect Financial Targets, IFTs). Für die Umsetzung der Maßnahmen sind die Konzernfunktionen, Service Lines und Segmente verantwortlich; sie berichten regelmäßig über den Fortschritt.

Zu unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten in den Bereichen Klima, Energie und Umwelt, Einkauf, Mitarbeiter, Gesundheits- und Arbeitsschutz, Soziale Verantwortung und Compliance informieren wir ausführlich in den jeweiligen Kapiteln des Geschäftsberichts sowie auf unserer Website. Zusätzlich hat thyssenkrupp im Berichtsjahr im Rahmen der neuen Arbeitgeberkampagne "Be active. Join GENERATIONTK." mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit die Kommunikation zu Themen wie Klimaschutz verstärkt. Ziel der Kampagne ist, sowohl in unserer Belegschaft als auch bei potenziellen Bewerbern das Bewusstsein dafür zu steigern, dass wir als industrielles Unternehmen über einen großen Hebel im Hinblick auf den Klimaschutz verfügen. Wir bieten die Möglichkeit, gemeinsam an effizienten Lösungen und innovativen Produkten zur Reduktion von Treibhausgasen sowie klimafreundlichen Technologien zu arbeiten und somit die Voraussetzungen für eine bessere Zukunft für die nachfolgenden Generationen und für thyssenkrupp im industriellen Maßstab voranzutreiben. Ein weiterer Fokus lag auch im abgelaufenen Geschäftsjahr auf der Weiterentwicklung einer zukunftsorientierten Arbeitskultur, die wir unter anderem in segmentübergreifenden "Lean& Agile" Projekten zur Optimierung von Abläufen unter breiter Beteiligung der Beschäftigten unterstützen. Die Bandbreite der Projektthemen reichte von "Smart investieren in Photovoltaik" bis hin zu "Rolle der Führungskraft bei der Mitarbeitergewinnung". Im Rahmen des Programms "New Ways of Working" werden Beschäftigte und Vorgesetzte weiterhin mit umfassenden Angeboten rund um das hybride Arbeiten und Zusammenarbeit begleitet. Im nächsten Schritt wird Mitarbeitern in Deutschland zusätzlich mobiles Arbeiten im Ausland ermöglicht. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Mitarbeiter" in den jeweiligen Abschnitten.

Das Sustainability Committee hat in den Bereichen Klima, Energie und Umwelt, Technologie und Innovationen, Mitarbeiter und Einkauf IFTs beschlossen. Die Jahresziele werden in Absprache mit den Segmenten festgelegt, die die Zielerreichung verantworten und gemeinsam mit den Geschäften die Umsetzung vorantreiben. Seit dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten über die IFTs schrittweise in der Langfristvergütung des Vorstands und der Führungskräfte berücksichtigt. Bereits geschehen ist das im Hinblick auf den Anteil von Frauen in Führungspositionen und die Unfallhäufigkeit. Seit dem Geschäftsjahr 2021 / 2022 haben wir zur Abbildung unserer Klimaziele die CO 2 -Emissionsintensität des Konzerns, die sich aus der Summe unserer direkten Emissionen (Scope 1) und der Emissionen aus Energiebezug (Scope 2) bezogen auf den Umsatz berechnet, ohne das Segment Steel Europe in die Langfristvergütung integriert. Für das Segment Steel Europe wurde entsprechend die Menge bilanziell CO 2 -reduzierten Stahls in die Langfristvergütung übernommen. Die Menge bilanziell CO 2 -reduzierten Stahls bestimmt sich durch reduzierten Kohlenstoffeinsatz am Standort Duisburg und so realisierte CO 2 -Einsparungen, die auf die Produktionsmenge allokiert werden. Für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 haben wir die Verbesserung unseres employee Net Promoter Score (eNPS) erstmalig und die Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen erneut in die Langfristvergütung integriert. Der thyssenkrupp eNPS ist Teil des jährlichen Employee Pulse Checks zur Mitarbeiterbefragung, ausgedrückt in der Bereitschaft, thyssenkrupp als Arbeitgeber weiterzuempfehlen. Für das laufende Geschäftsjahr 2023 / 2024 haben wir über die neu entwickelte Kennzahl "High Risk Supplier Reduction (HSR)" die jährliche Reduzierung des relativen Anteils von Lieferanten an der Grundgesamtheit der potenziell risikobehafteten Lieferanten, die gemäß der im Rahmen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) erstmalig durchgeführten Risikoanalyse als risikobehaftet gelten, in die Langfristvergütung implementiert. Damit möchten wir das Risiko für Verletzungen der im LkSG beschriebenen Rechtspositionen mit Blick auf Umweltschutz, Menschenrechte und Arbeitssicherheit innerhalb unseres Lieferantenportfolios generell reduzieren. Soweit ferner bei der einmal jährlich sowie anlassbezogen durchgeführten Risikoanalyse Risiken festgestellt werden, sind diese durch unverzüglich aufgesetzte Maßnahmen im Einklang mit den Vorgaben des Gesetzes schnellstmöglich zu reduzieren. (Näheres dazu finden Sie auch im "Vergütungsbericht"). Alle bestehenden IFTs werden mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung verfolgt und im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung stetig angepasst und erweitert.

Mit Blick auf die Erreichung der jährlichen Zielwerte unserer IFTs können wir wie folgt berichten: Den Zielwert für Energieeffizienz haben wir im Geschäftsjahr 2022 / 2023 deutlich übertroffen. Für die Emissionsintensität des Konzerns ohne das Segment Steel Europe lautete das Ziel im Berichtsjahr, die Emissionsintensität um 1 t CO 2 pro Mio € Umsatz auf 36,5 t CO 2 pro Mio € Umsatz zu senken. Dieses Ziel wurde mit einer Emissionsintensität von 31,2 t CO 2 pro Mio € Umsatz übertroffen. Bezogen auf das Segment Steel Europe lautete das Ziel im Berichtsjahr, 50.000 t bilanziell CO 2 -reduzierten Stahl zu produzieren; dieser Zielwert wurde mit der Produktion von 76.000 t übererfüllt. Die bereinigte F&E-Quote ist bei erhöhten F&E-Ausgaben auf 2,8 % gestiegen und lag somit im Bereich des Unternehmensziels von rund 3,0 %. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen wurde kontinuierlich gesteigert und die Zielvorgabe von 14 % erfüllt. Das jährliche Stimmungsbild zur Mitarbeiterzufriedenheit, basierend auf der Bereitschaft, thyssenkrupp als Arbeitgeber weiterzuempfehlen (eNPS) zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Unfallhäufigkeitsrate konnte mit 2,4 das selbst gesteckte Ziel erfüllen. Der bisher für den Planungszeitraum festgelegte Zielwert des Konzerns wurde aufgrund der vorzeitigen Erfüllung der Ziele in den letzten Jahren um 0,1 Punkte gesenkt. Die Anzahl der durchgeführten Nachhaltigkeitsaudits lag deutlich über dem Zielwert.

Unser Nachhaltigkeitsverständnis

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit

ÜBERSICHT INDIREKT FINANZIELLE ZIELE

Konzern Stand 30.09.2022 Stand 30.09.2023 Veränderung Kapitel
Energieeffizienzgewinne von 85 GWh im GJ 2022 / 2023 GWh 255 340 +33 % Klima, Energie und Umwelt
Jährliche Senkung der Emissionsintensität 1) um 1 t CO 2 pro Mio € Umsatz auf 34,5 t CO 2 pro Mio € Umsatz im GJ 2024 / 2025 t CO 2 pro Mio € Umsatz 28,9 31,2 +8 %
Bereinigte F&E-Quote von rund 3,0 % % 2,4 2,8 +0,4 %-Pkte. Technologie und Innovationen
Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen um mindestens 1 % pro Jahr auf insgesamt 17 % bis 2025 / 2026 % 13,1 14,6 +1,5 %-Pkte. Mitarbeiter
Reduktion der Unfallhäufigkeitsrate um mindestens 0,1 pro Jahr auf insgesamt 2,2 bis 2023 / 2024 Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden 2,3 2,4 + 4 % Mitarbeiter
Jährlich mindestens 60 Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten 108 104 -4 % Einkauf

1) Bezogen auf den Konzern ohne das Segment Steel.

Für das laufende Geschäftsjahr 2023 / 2024 streben wir Energieeffizienzgewinne in Höhe von mindestens 205 GWh an. Die Emissionsintensität des Konzerns ohne das Segment Steel Europe soll jährlich um 1 t CO 2 pro Mio € Umsatz auf 34,5 t CO 2 pro Mio € Umsatz im Geschäftsjahr 2024 / 2025 gesenkt werden. Bezogen auf das Segment Steel Europe soll die Menge bilanziell CO 2 -reduzierten Stahls bis zum Geschäftsjahr 2024 / 2025 auf 500.000 t und somit deutlich erhöht werden. Die bereinigte F&E-Quote soll im laufenden Geschäftsjahr 2023 / 2024 bei rund 3,0 % liegen; die Unfallhäufigkeit soll auf insgesamt 2,2 verbessert werden. Zur Stärkung von Frauen in Führungspositionen im gesamten Unternehmen streben wir für das laufende Geschäftsjahr eine Steigerung ihres Anteils auf 15 % und bis zum Geschäftsjahr 2025 / 2026 auf 17 % an. Als Indikator für die Mitarbeiterzufriedenheit streben wir beim employee Net Promoter Scores (eNPS) bis zum Geschäftsjahr 2025 / 2026 eine kontinuierliche Verbesserung auf einen positiven Wert an. Über die neu entwickelte Kennzahl "High Risk Supplier Reduction (HSR)", die ab dem laufenden Geschäftsjahr auf Konzernebene analog zur Integration in die Langfristvergütung als neues IFT implementiert wird, berichten wir künftig, wie wir Nachhaltigkeitsrisiken mithilfe unserer Maßnahmen in unserem Lieferantenportfolio reduzieren und ersetzen damit das bisherige IFT zur Anzahl der durchgeführten Nachhaltigkeitsaudits. Bei der HSR soll im Geschäftsjahr 2023 / 2024 eine Reduktion auf 68,9 % des Anteils der Lieferanten an der Grundgesamtheit der potenziell risikobehafteten Lieferanten, die gemäß der im Rahmen des LkSG erstmalig durchgeführten Risikoanalyse als risikobehaftet gelten und bis zum Geschäftsjahr 2026 / 2027 ein Wert von 36,4 % erreicht werden, was einer Verbesserung um insgesamt knapp 50 %-Punkte entspricht.

Wirtschaftsbericht

Makro- und Branchenumfeld

Schleppende Erholung der Weltwirtschaft - Deutschland hängt zunehmend hinterher

Der Krieg in der Ukraine, weiterhin hohe Inflationsraten, anhaltende Lieferengpässe und der Facharbeitermangel in den Industrienationen bremsen nach wie vor die Expansion der Weltwirtschaft und verlangsamen deren Erholung. Die zahlreichen Belastungsfaktoren für das gesamtwirtschaftliche Umfeld dämpfen sowohl die Investitions- als auch die Konsumbereitschaft. Nachdem sich die globale Wirtschaftsleistung 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 % erhöht hatte, dürfte sie in diesem Jahr mit 2,6 % weniger stark wachsen. 2024 wird die Wachstumsrate weltweit voraussichtlich nur bei 2,3 % liegen. Die Industrieländer werden in diesem Jahr vermutlich ein BIP-Wachstum von 1,6 % und 2024 lediglich 1,2 % erreichen. Die Wirtschaftsleistung der Schwellenländer wird 2023 voraussichtlich um 3,8 % und im kommenden Jahr um 4,2 % expandieren.

Der Ausblick zur weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft ist nach wie vor mit großen Unsicherheiten behaftet. Zwar scheint sich der weitere Anstieg der Inflationsraten vorerst verlangsamt zu haben, die Teuerung bleibt aber absehbar auf sehr hohem Niveau und belastet sowohl Investitions- als auch private Konsumausgaben. Es ist unklar, ob und wann die Notenbanken weitere Leitzinserhöhungen vornehmen. Diese könnten zu Instabilitäten im Finanzsektor bzw. zur Schieflage einzelner Banken führen. Auch eine mögliche Zuspitzung der Verschuldungsproblematik, insbesondere in einigen Ländern Europas, als Folge der Zinspolitik der Notenbanken könnte dazu führen, dass wesentliche Länder der Eurozone in eine Rezession abrutschen. Eine weitere Eskalation des Kriegs in der Ukraine könnte die konjunkturelle Entwicklung insbesondere in Westeuropa stark beeinträchtigen. Auch eine mögliche Verschärfung zahlreicher weiterer geo- oder handelspolitischer Konflikte würde zu starken Verwerfungen der Konjunkturentwicklung führen, etwa eine Eskalation des China-Taiwan-Konflikts. Darüber hinaus bestehen Risiken für verschiedene Schlüsselbranchen, weil die Versorgungssituation bei Halbleitern weiterhin angespannt ist. Hohe Energie-, Material- und Rohstoffpreise insbesondere in den Industrieregionen bergen große Risiken für die weltweiten Wachstumsperspektiven. Flut- bzw. Naturkatastrophen als Folge des globalen Klimawandels stellen in vielen Regionen eine jederzeit mögliche Gefahr dar.

Der hauptsächlich vom Dienstleistungssektor bestimmte Aufschwung der Wirtschaft in der Europäischen Union hat sich 2023 merklich verlangsamt. Nach einer Steigerungsrate von 0,4 % im 2. Quartal 2023 wuchs die Wirtschaft im 3. Quartal 2023 nur noch um 0,1 % (jeweils im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Insbesondere die schwache Entwicklung in energieintensiven Industriebranchen belastet die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Die Teuerungsraten, die auf hohem Niveau stagnieren, und der zunehmende Fachkräftemangel in vielen Wirtschaftssektoren stellen signifikante Risiken für die weitere Entwicklung dar. Die Erwartungen hinsichtlich des BIP-Wachstums liegen vor diesem Hintergrund für 2023 daher nur noch bei 0,4 %; für 2024 wird mit einer etwas höheren Steigerungsrate von 0,8 % gerechnet.

Für das Jahr 2023 wird in Deutschland derzeit ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 % prognostiziert. Damit hinkt Deutschland der Entwicklung in den europäischen Nachbarländern deutlich hinterher. Bereits im 3. Quartal 2023 schrumpfte die deutsche Wirtschaft um 0,7 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, nach einem leichten Rückgang um 0,1 % im 2. Quartal 2023. Auch der Ausblick bleibt deutlich getrübt. Zu den Belastungsfaktoren zählen die Kosteninflation insbesondere in energieintensiven Industrien, der zunehmende Facharbeitermangel und die anhaltend hohe Inflation, die sich negativ auf das Investitions- und das Konsumverhalten auswirkt. Für das Jahr 2024 wird mit einer leichten Erholung der Wirtschaft und einem Wachstum von 0,5 % gerechnet.

In den USA wird die Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 vermutlich um 2,5 % zulegen. Im 3. Quartal 2023 lag dort das BIP-Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 3,0 %, nach einem Plus von 2,4 % im 2. Quartal 2023. Insgesamt zeigt sich die Konjunktur sowie der US-amerikanische Arbeitsmarkt insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2023 unerwartet robust. Dies führt zu ebenfalls stabilen Entwicklungen bei Investitionen der Unternehmen sowie privaten Konsumausgaben. Es wird erwartet, dass die US-Notenbank das Zinsniveau weiter anheben wird. Dies könnte sich dämpfend auf die weiteren Wachstumsaussichten auswirken. Für 2024 wird aktuell nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,6 % erwartet.

Der Konjunkturausblick für China bleibt für das Jahr 2023 mit einem Plus der Wirtschaftsleistung von 5,0 % weiterhin deutlich unter den Wachstumsraten aus den Jahren vor der Corona-Pandemie. Auch im 3. Quartal 2023 verlief die konjunkturelle Erholung mit einem Plus von 4,4 % (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) schleppend; im 2. Quartal 2023 war die chinesische Wirtschaft noch um 6,3 % gewachsen. Schwächelnde Exporte, eine deutliche Kaufzurückhaltung der Konsumenten sowie eine drohende Verschärfung der Immobilienkrise bremsen die chinesische Konjunktur nachhaltig. Für das Jahr 2024 wird aktuell nur noch ein BIP-Wachstum von 4,6 % erwartet.

Die Wirtschaft in Indien wächst weiterhin robust, prognostiziert für das Gesamtjahr 2023 wird ein Plus des BIP von 6,6 %. Im 3. Quartal 2023 erhöhte sich die Wirtschaftsleistung um 6,2 % (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), im 2. Quartal 2023 sogar um 7,8 %. Insgesamt zeigte sich die indische Wirtschaft resilient gegenüber negativen Einflüssen; wichtige Faktoren bleiben der private Konsum und die positive Entwicklung im Dienstleistungssektor. Belastend auf die weitere Entwicklung könnten sich die hohe Inflation mit negativen Auswirkungen wie den stark gestiegenen Lebensmittelkosten auf den privaten Konsum sowie eine schwächere Nachfrage nach Exportgütern wegen der schwachen weltweiten Konjunktur auswirken. Dennoch wird mit Blick auf 2024 weiterhin mit einem Zuwachs des BIP von 6,2 % gerechnet.

Im Jahr 2023 wuchs die brasilianische Wirtschaftsleistung um voraussichtlich 3,2 %. Im 3. Quartal 2023 erreichte das BIP-Wachstum ebenfalls 3,0 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im 2. Quartal hatte das Plus sogar bei 3,3 % gelegen. Auch in Brasilien wird das wirtschaftliche Wachstum überwiegend vom Dienstleistungssektor bestimmt. Allerdings wird erwartet, dass sich die hohen Inflationsraten negativ auf das private Konsumverhalten auswirken werden. Die insgesamt schwache Konjunktur im verarbeitenden Gewerbe, insbesondere in der Lkw-Produktion, lässt sich auf strengere Umweltregulierungen zurückführen. Insgesamt wird für das Jahr 2024 nur noch ein Wachstumsplus von 2,0 % prognostiziert.

→ 2,6 % 2023 wird die Weltwirtschaft voraussichtlich um 2,6 % wachsen und 2024 ebenfalls 2,3 % expandieren.

BIP-Wachstum in Deutschland 2023 mit einem Minus von 0,4 %, leichte Erholung 2024

BRUTTOINLANDSPRODUKT

reale Veränderung zum Vorjahr
in %
2023 1) 2024 1)
Europäische Union 0,4 0,8
Deutschland - 0,4 0,5
Osteuropa und Zentralasien 2,9 2,8
USA 2,5 1,6
Brasilien 3,2 2,0
Japan 1,7 0,9
China 5,0 4,6
Indien 6,6 6,2
Naher Osten & Nordafrika 1,8 2,7
Welt 2,6 2,3

1) Kalenderjahr, Prognosen (teilweise)

Quelle: S&P Global Market Intelligence, Global Economy (Oktober 2023)

Entwicklung der Industriekonjunktur durch diverse Unwägbarkeiten gekennzeichnet

Automobilbau - Die weltweite Automobilproduktion kann ihren Erholungskurs im Jahr 2023 voraussichtlich fortsetzen. Der Jahresverlauf wurde dabei weiterhin von sich zunehmend entspannenden Versorgungsengpässen mit Einfluss auf die globalen Lieferketten begleitet. Das Produktionsniveau von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen nähert sich in 2023 der Größenordnung des letzten Vor-Pandemie-Jahres 2019 an.

Für den weltgrößten Automarkt China wird auch 2023 mit sich fortsetzendem Produktions- und Absatzwachstum gerechnet. Die westeuropäische Automobilproduktion wird im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich wachsen. Dennoch: Die erheblichen Rückgänge aus den Vorjahren lassen sich nicht kompensieren, sodass die Produktion deutlich unter dem Niveau von 2019 bleibt. Der Absatz wird sich im Vergleich zum Jahr 2022 voraussichtlich positiv entwickeln, aber ebenfalls signifikant niedriger als 2019 sein.

Die deutsche Inlandsproduktion wird 2023 voraussichtlich den Vorjahreswert übersteigen, trotz weiterer Wachstumserwartung jedoch auch im kommenden Jahr noch hinter dem Vor-Pandemie-Niveau von 2019 zurückbleiben. Der deutsche Inlandsabsatz wird vermutlich über dem des Vorjahres liegen. Die nordamerikanische Automobilproduktion wird 2023 ihren Wachstumskurs aller Voraussicht nach fortsetzen und könnte im Rahmen weiterer Wachstumserwartung 2024 die Größenordnung von vor der Pandemie erreichen. Der Absatz in Nordamerika dürfte 2023 höher sein als im Vorjahr.

Rezessionssorgen, hohe Teuerungsraten, steigende Zinsen und eine schwächelnde Weltkonjunkturstehen einem noch immer vergleichsweise niedrigen Absatz- und Produktionsniveau gegenüber. Insgesamt wird von einer Seitwärtsbewegung der Automobilproduktion im Jahr 2024 ausgegangen.

Automobilproduktion 2023 trotz Erholungskurs immer noch deutlich unterhalb früherer Produktionsrekorde

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

2022 2023 1) 2024 1)
Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge 2)
Welt 82,3 88,6 89,1
Westeuropa (inkl. Deutschland) 9,9 11,1 11,0
Deutschland 3,6 4,3 4,5
Nordamerika (USA, Mexiko, Kanada) 14,3 15,2 16,3
USA 9,8 9,9 11,2
Mexiko 3,3 3,8 3,8
Japan 7,4 8,6 8,2
China 26,2 27,6 27,8
Indien 5,1 5,5 5,5
Brasilien 2,2 2,2 2,3
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Welt 2,2 2,2 3,3
Europäische Union 4,0 1,3 1,3
Deutschland 0,7 1,1 0,7
USA 1,9 - 1,8 - 0,3
Japan 8,0 - 2,9 0,2
China 0,7 4,3 5,2
Indien 6,2 6,0 6,1
Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr
Welt 2,5 3,0 3,3
Europäische Union 3,0 0,2 0,5
Deutschland - 1,9 - 1,4 0,9
USA - 8,2 - 1,2 1,3
Japan - 4,0 1,7 1,2
China 7,0 5,4 5,4
Indien 8,8 9,7 7,5
Stahlnachfrage, in % gegenüber Vorjahr
Welt - 3,3 1,8 1,9
Deutschland - 8,8 - 10,0 10,6
EU(27) - 6,9 - 5,5 6,0
USA - 2,6 - 1,1 1,6
China - 3,5 2,0 0,0

1) Kalenderjahr, Prognosen (teilweise)
2) Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 6t

Quellen: S&P Global Market Intelligence, Comparative Industry (Oktober 2023), S&P Global Mobility, LV Production (Oktober 2023), Oxford Economics, worldsteel

Maschinenbau - Der Umsatz im weltweiten Maschinenbau wird sich 2023 im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um 2,2 % erhöhen. Dämpfend wirken die allgemeine Konjunkturschwäche, das weiterhin hohe Zinsniveau sowie eine nachhaltige Konjunkturschwäche in den Industrienationen. Für das Jahr 2024 wird mit einem Wachstum von 3,3 % gerechnet. In China deutet sich für 2023 ein Zuwachs von 4,3 % an, nach einem schwachen Jahr 2022. Auch für 2024 wird mit verhaltener Dynamik und einem Plus von 5,2 % gerechnet. Nach einem starken Auftakt in der ersten Jahreshälfte 2023 kühlt sich die Konjunktur im US-amerikanischen Maschinenbau derzeit stark ab. Insgesamt wird ein Rückgang um 1,8 % und nur eine Stagnation für 2024 erwartet. Auch der Maschinenbau in der Europäischen Union verliert aktuell stark an Dynamik. Hier wird für 2023 sowie 2024 lediglich ein moderates Wachstum von jeweils 1,3 % prognostiziert. Hier sind es insbesondere Engpässe bei Fachkräften sowie die Schwäche des deutschen Maschinenbaus, die sich dämpfend auf den Ausstoß in Europa auswirken.

Im deutschen Maschinenbau ist momentan keine positive Trendwende in Sicht. Zwar profitiert die Branche noch von gut gefüllten Auftragsbüchern aus den Vorjahren; allerdings sind die Auftragseingänge seit Sommer 2023 stark rückläufig. Allein im August 2023 gingen die Aufträge um real 21 % zurück im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Daher bleiben auch die Wachstumsaussichten deutlich hinter dem innereuropäischen Durchschnitt zurück. Zu den wesentlichen Gründen der schwachen Branchenentwicklung zählen Höchstwerte bei den Energiepreisen, zunehmend negative Auswirkungen des Arbeitskräftemangels sowie schwächelnde internationale Absatzmärkte. Für das gesamte Jahr 2023 wird daher nur noch mit einem Plus von 1,1 % gerechnet; für 2024 mit einem Zuwachs von 0,7 %.

Bauwirtschaft - Nach einem insgesamt schwachen Vorjahr wird für 2023 weltweit ein Wachstum des Ausstoßes der Bauindustrie von 3,0 % erwartet. Wachstumstreiber bleibt die Dynamik in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie staatlich geförderte Investitionen im Infrastruktursektor. Die schwächere Entwicklung im Wohnungsbau dämpft in den meisten Regionen das Wachstum. Für das Jahr 2024 ist eine Steigerung von 3,3 % prognostiziert. In der Europäischen Union bleibt die Bauindustrie deutlich hinter der weltweiten Entwicklung zurück. Für 2023 wird von einem leichten Plus von 0,2 % ausgegangen. Auch 2024 wird das Wachstum mit 0,5 % verhalten bleiben. In Deutschland belasten weiterhin diverse Faktoren die Bauwirtschaft. Zum einen verschlechtern nach wie vor hohe Finanzierungskosten die Nachfrage privater Bauherren. Rekordwerte bei Energie- und Lebenshaltungskosten sorgen für zusätzliche Zurückhaltung bei Investitionen im Wohnungsbau. Stark gestiegene Baukosten dämpfen auch den Bau von Gewerbeimmobilien. Hier kommt es insbesondere im Straßenbau und bei Bürogebäuden zu deutlichen Rückgängen bei Neuaufträgen. Insgesamt haben sich in der Baubranche das Geschäftsklima und die Erwartungen an die Auftragslage im kommenden Jahr deutlich eingetrübt. Nach einem Rückgang um 1,4 % im Jahr 2023 wird für 2024 ein Zuwachs um 0,9 % erwartet.

In China wird die Bauwirtschaft 2023 voraussichtlich um 5,4 % wachsen; sollte sich die Krise auf dem Immobilienmarkt allerdings zuspitzen, stellt dies ein massives Risiko für den Sektor dar. Eingriffe des chinesischen Staates zur Stützung der Branche sowie weitere Ausgabenprogramme, insbesondere im Infrastrukturbereich, könnten dagegen wachstumsfördernd wirken. Für 2024 wird vorläufig ein ähnlicher Zuwachs von 5,4 % erwartet. Die US-Bautätigkeit ist nach einem sehr schwachen Jahr 2022 derzeit im Aufwärtstrend. Zwar belasten immer noch hohe Zinsen und Baukosten den privaten Wohnungsbau; allerdings sorgen staatliche Ausgabenprogramme für eine hohe Dynamik insbesondere im Infrastruktur- und Energiesektor. Für 2023 kommt es voraussichtlich noch zu einem Minus von -1,2 %; für das Jahr 2024 ist ein leichtes Wachstum von 1,3 % prognostiziert.

Stahlmarkt - Die globale Walzstahlnachfrage ist im Jahr 2022 um 3,3 % zurückgegangen. Nahezu alle größeren Volkswirtschaften haben zu dieser negativen Entwicklung beigetragen. Für das aktuelle Jahr 2023 erwartet der Welt-Branchenverband der Stahlindustrie zwar einen leichten Anstieg der Walzstahlnachfrage um 1,8 %, die anhaltend hohe Inflation, gestiegene Zinssätze und die lahmende Weltwirtschaft könnten jedoch eine deutlichere Erholung verhindern. Mit einem Anstieg von voraussichtlich 2,0 % steuert auch die Nachfrage in China nur moderate Impulse zum Gesamtwachstum bei. Für die übrigen asiatischen Märkte wird im Vergleich zu China ein deutlicherer Zuwachs erwartet. In den USA wird die Nachfrage nach dem Rückgang im Vorjahr um 2,6 % im laufenden Jahr durch die gestiegene Inflation und hohe Zinsen weiterhin belastet und um 1,1 % sinken. In der Türkei trägt der Wiederaufbau nach den Erdbeben im Frühjahr 2023 maßgeblich zur Steigerung der Stahlnachfrage um 19,0 % bei. Im Zuge des Kriegs in der Ukraine und wegen hoher Energiekosten ist die Walzstahlnachfrage in der EU27 im Jahr 2022 um 6,9 % gesunken. In Kombination mit der restriktiven Geldpolitik werden diese Faktoren auch im laufenden Jahr einen Rückgang der Nachfrage bewirken, und zwar voraussichtlich um 5,5 %. Die weltweite Entwicklung des Stahlmarktes ist auch 2023 mit hohen Risiken behaftet, die durch die zwar abnehmende, aber immer noch hohe Inflation, das stark gestiegene Zinsniveau und die Finanzierungskonditionen der Unternehmen geprägt sind. Zudem trüben der Krieg in der Ukraine und weitere geopolitische Konflikte den Ausblick.

Der EU-Markt für Qualitätsflachstahl ist im Jahr 2022 - nach dem Wiederanstieg im Jahr zuvor - um 8,1 % auf 79,2 Mio t eingebrochen. Die Hauptursachen waren die anhaltenden Störungen in den Lieferketten, die Folgen des Kriegs in der Ukraine sowie die Belastungen durch die Energiekrise. Dabei starteten die Lieferungen der EU-Werke gut in das Jahr 2022, nahmen dann jedoch stetig ab. Die Flachstahlimporte aus Drittländern blieben noch im gesamten 1. Halbjahr 2022 auf sehr hohem Niveau, brachen danach aber spürbar ein. Im Gesamtjahr 2022 wurden 18,6 Mio t Flachstahlerzeugnisse in die EU eingeführt. Ihr Anteil am EU-Markt lag mit 23,5 % nur leicht unter dem Vorjahresniveau (23,7 %). Anfang 2023 erholte sich die Flachstahlnachfrage zeitweise wieder, weil sich die Konjunkturaussichten verbesserten und Lagerergänzungen notwendig waren. Infolgedessen stiegen die Lieferungen der EU-Werke wieder an. Ab dem 2. Quartal 2023 zogen dann die Importe mit hoher Dynamik nach. Aktuell treffen die hohen Importvolumina jedoch auf einen während der Sommermonate traditionell schwächeren EU-Markt, für den zudem - gemäß aktuellen Konjunkturprognosen - eine Verschiebung der wirtschaftlichen Erholung auf 2024 vorhergesagt wird. Dennoch wird für die Stahlverarbeiter in der EU eine leicht positive Entwicklung in diesem Jahr unterstellt. Allerdings leben viele von ihnen - darunter auch die Automobilindustrie - von ihrem hohen Auftragsbestand, den sie derzeit abbauen. Wegen rückläufiger Auftragseingänge ist der Ausblick jedoch eher von Pessimismus geprägt.

Im EU Flachstahlmarkt gaben ab Beginn des 2. Quartals 2022 sowohl die Nachfrage als auch die Preise angesichts hoher Bestände und einer sich abkühlenden Konjunktur nach. Erst Ende 2022 stoppte der Preisverfall auf dem niedrigsten Niveau seit Ende 2020. Ein vorübergehender Nachfrageanstieg infolge verbesserter Konjunkturaussichten Anfang dieses Jahres, notwendige Lagerergänzungen sowie eine reduzierte Verfügbarkeit aus lokaler Produktion unterstützten eine positive Preisentwicklung im europäischen Flachstahlmarkt im 1. Quartal 2023. Danach stieg der Preisdruck wieder; Gründe waren die geringere Nachfragedynamik und pessimistischere Konjunkturprognosen für den weiteren Jahresverlauf. Die Preise für Eisenerz und Kokskohle lagen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres - trotz eines Zwischenhochs im Frühjahr - um 13,0 % bzw. 34,3 % unter dem Niveau der vergleichbaren Vorjahresperiode.

Für 2024 wird zwar erneut ein Wachstum der weltweiten Stahlnachfrage erwartet, es wird mit 1,9 % jedoch nur geringfügig höher ausfallen als in diesem Jahr. Insbesondere China bremst mit einem Nullwachstum die Dynamik. Dabei wird unterstellt, dass staatliche Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft die Schwächen im Immobilienmarkt und im Exportgeschäft ausgleichen. Für die EU wird eine spürbare Nachfrageerholung um 6,0 % prognostiziert, die im Wesentlichen durch notwendige Lagerergänzungen gestützt wird. Deutschland allein trägt in der Prognose mit einem Plus von 10,6 % zum Wachstum in der EU bei. In den USA wird die Nachfrage voraussichtlich um 1,6 % steigen. Insgesamt werden die anhaltende Inflation und das damit gestiegene Zinsniveau auch 2024 ein hohes Abwärtsrisiko für die globale Walzstahlnachfrage darstellen.

Die internationale Maschinenproduktion wird 2023 um 2,2 % zulegen.

→ 1,8 % Die weltweite Nachfrage nach Walzstahl wird 2023 voraussichtlich nur leicht zunehmen.

Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand

Wichtige strategische Meilensteine sowie positiver FCF vor M & A erreicht

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir weitere wichtige Meilensteine bei der Transformation von thyssenkrupp erreicht: Auf den erfolgreichen Börsengang der Wasserstofftochter thyssenkrupp nucera am 7. Juli 2023 folgte ebenfalls im Juli die Zusage der Fördermittel von rund 2 Mrd € für das Dekarbonisierungsprojekt "tkH2Steel" am Stahlstandort Duisburg. Die erste wasserstoffbetriebene Direktreduktionsanlage soll bis Ende 2026 in Betrieb genommen werden. Im September 2023 haben wir zudem mit der Entscheidung, das Portfolio ab dem Geschäftsjahr 2023 / 2024 neu zu strukturieren, einen wichtigen Grundstein für die weitere Transformation des Konzerns gelegt. Mit der Schaffung des neuen Segments Decarbon Technologies will sich thyssenkrupp als einer der Technologieführer für die Energiewende positionieren und seinen umfassenden Kompetenzen für die grüne Transformation der Industrie volle Sichtbarkeit verleihen. Gleichzeitig hat thyssenkrupp ein ganzheitliches Performance-Programm mit dem Titel "APEX" auf den Weg gebracht. Mehr Informationen finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Strategie" sowie im Kapitel "Wirtschaftsbericht" in den einzelnen Abschnitten zu den Segmenten.

Unsere Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und FCF vor M & A haben sich in einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld im Geschäftsjahr 2022 / 2023 im Rahmen unserer Erwartungen entwickelt. Der mit dem Rückgang der Materialpreise einhergehende Margendruck bei Materials Services und die zusätzlich hohen Rohstoff- und Energiekosten sowie niedrigeren Erlöse bei Steel Europe hatten einen erheblichen Einfluss auf das Bereinigte EBIT von thyssenkrupp, das mit 703 Mio € deutlich unter dem des Vorjahres lag. Ergebnisverbesserungen bei Automotive Technology, Marine Systems und Multi Tracks konnten diese Entwicklung nur zum Teil kompensieren. Den weiterhin hohen Faktorkosten haben wir unverändert mit Maßnahmen zur Performance- und Effizienzsteigerung entgegengewirkt, die sich ebenfalls unterstützend auf die Ergebnisentwicklung von thyssenkrupp auswirkten.

Der FCF vor M & A erreichte bei einer starken Verbesserung des Nettoumlaufvermögens - insbesondere bei Materials Services und Steel Europe - mit 363 Mio € einen Wert deutlich über dem des Vorjahres (- 476 Mio €). Unser zuletzt formuliertes Ziel, einen leicht positiven FCF vor M & A zu erwirtschaften, haben wir damit erreicht.

Der Jahresfehlbetrag lag mit 2,0 Mrd € deutlich unter dem Wert des Jahresüberschusses im Vorjahr. Neben der vorstehend beschriebenen operativen Entwicklung belasteten beträchtliche außerplanmäßige Wertminderungsaufwendungen, im Wesentlichen bei Steel Europe infolge höherer Kapitalkosten sowie verminderter kurz-, mittel- und langfristiger Ertragserwartungen aufgrund der zunehmend eingetrübten Konjunkturlage vor dem Hintergrund eines stahlindustriespezifischen Konjunkturzyklus, die Entwicklung der Steuerungskennzahl.

Das Netto-Finanzguthaben lag im Wesentlichen durch positive Effekte aus dem Free Cashflow (0,5 Mrd €) wie auch aus dem erfolgreich abgeschlossenen Börsengang der thyssenkrupp nucera, aus dem ein Mittelzufluss von 0,6 Mrd € generiert werden konnte, mit 4,3 Mrd € über dem Vorjahresniveau.

Mit liquiden Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien in Höhe von insgesamt 8,8 Mrd € (30. September 2023) verfügte thyssenkrupp zum Bilanzstichtag über eine sehr gute Liquiditätsposition.

Details zu unserer Zielerreichung im Berichtsjahr können Sie dem Abschnitt "Prognose-Ist-Vergleich" entnehmen. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahres finden Sie in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten". Einzelheiten zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sowie zu den Chancen und Risiken enthält der "Prognose-, Chancen- und Risikobericht".

In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Konzern insgesamt
2021/2022 2022/2023 Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 44.297 37.060 - 7.238 - 16
Umsatzerlöse Mio € 41.140 37.536 - 3.604 - 9
EBITDA Mio € 3.248 1.679 - 1.570 - 48
EBIT 2) Mio € 1.827 - 1.431 - 3.258 -
EBIT-Marge % 4,4 -3,8 - 8,3 -
Bereinigtes EBIT 1),2) Mio € 2.062 703 - 1.359 - 66
Bereinigte-EBIT-Marge % 5,0 1,9 - 3,1 - 63
Ergebnis vor Steuern Mio € 1.396 - 1.583 - 2.979 -
Jahresüberschuss/ (-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 1.220 - 1.986 - 3.207 -
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 1.136 - 2.072 - 3.208 -
Ergebnis je Aktie 1,82 - 3,33 - 5,15 -
Operating Cashflow Mio € 617 2.064 1.447 ++
Cashflow für Investitionen Mio € - 1.304 - 1.607 - 304 - 23
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 1.027 25 - 1.002 - 98
Free Cashflow 3) Mio € 340 482 141 41
Free Cashflow vor M & A 3) Mio € - 476 363 839 ++
Netto-Finanzguthaben (30.9.) Mio € - 3.667 - 4.325 - 658 - 18
Eigenkapital (30.9.) Mio € 14.742 12.693 - 2.050 - 14
Gearing (30.9.) % - 4) - 4) - -
ROCE % 11,3 -9,3 - 20,5 -
thyssenkrupp Value Added Mio € 529 - 2.818 - 3.348 -
Dividende je Aktie 0,15 0,15 5) - -
Ausschüttung Mio € 93 93 5) - -
Mitarbeiter (30.9.) 96.494 99.981 3.487 4
Konzern - Fortgeführte Aktivitäten 1)
2021/2022 2022/2023 Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 44.297 37.060 - 7.238 -16
Umsatzerlöse Mio € 41.140 37.536 - 3.604 - 9
EBITDA Mio € 3.240 1.679 -1.561 - 48
EBIT 2) Mio € 1.819 - 1.431 - 3.249 -
EBIT-Marge % 4,4 - 3,8 - 8,2 -
Bereinigtes EBIT 1),2) Mio € 2.062 703 -1.359 - 66
Bereinigte-EBIT-Marge % 5,0 1,9 - 3,1 - 63
Ergebnis vor Steuern Mio € 1.387 - 1.583 - 2.970 -
Jahresüberschuss/ (-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 1.212 - 1.986 - 3.198 -
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 1.127 - 2.072 - 3.199 -
Ergebnis je Aktie 1,81 - 3,33 - 5,14 -
Operating Cashflow Mio € 618 2.064 1.446 ++
Cashflow für Investitionen Mio € - 1.304 - 1.607 - 304 - 23
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 1.027 25 -1.002 - 98
Free Cashflow 3) Mio € 341 482 141 41
Free Cashflow vor M & A 3) Mio € - 476 363 839 ++
Netto-Finanzguthaben (30.9.) Mio €
Eigenkapital (30.9.) Mio €
Gearing (30.9.) %
ROCE %
thyssenkrupp Value Added Mio €
Dividende je Aktie
Ausschüttung Mio €
Mitarbeiter (30.9.)

1) Siehe auch Vorbemerkungen.
2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).
3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.
4) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Aussage der Gearing-Kennzahl bedeutungslos.
5) Vorschlag an die Hauptversammlung

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Konzern insgesamt
4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 10.391 8.305 - 2.086 - 20
Umsatzerlöse Mio € 10.568 8.812 - 1.756 - 17
EBITDA Mio € 715 283 - 432 - 60
EBIT 2) Mio € 432 - 1.779 - 2.211 -
EBIT-Marge % 4,1 - 20,2 - 24,3 -
Bereinigtes EBIT 1),2) Mio € 161 88 - 73 - 45
Bereinigte- EBIT-Marge % 1,5 1,0 - 0,5 - 35
Ergebnis vor Steuern Mio € 294 - 1.788 - 2.082 -
Jahresüberschuss/ (-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 419 - 1.989 - 2.408 -
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 389 - 2.008 - 2.397 -
Ergebnis je Aktie 0,63 - 3,23 - 3,85 -
Operating Cashflow Mio € 1.884 1.396 - 488 - 26
Cashflow für Investitionen Mio € - 502 - 698 - 196 - 39
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 434 - 30 - 464 -
Free Cashflow 3) Mio € 1.816 668 - 1.148 - 63
Free Cashflow vor M & A 3) Mio € 1.565 597 - 968 - 62
Netto-Finanzguthaben (30.9.) Mio € - 3.667 - 4.325 - 658 - 18
Eigenkapital (30.9.) Mio € 14.742 12.693 - 2.050 - 14
Gearing (30.9.) % - 4) - 4) - -
Mitarbeiter (30.9.) 96.494 99.981 3.487 4
Konzern - Fortgeführte Aktivitäten 1)
4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 10.391 8.305 - 2.086 - 20
Umsatzerlöse Mio € 10.568 8.812 -1.756 -17
EBITDA Mio € 715 283 - 432 - 60
EBIT 2) Mio € 432 - 1.779 - 2.211 -
EBIT-Marge % 4,1 - 20,2 - 24,3 -
Bereinigtes EBIT 1),2) Mio € 161 88 - 73 - 45
Bereinigte- EBIT-Marge % 1,5 1,0 - 0,5 - 35
Ergebnis vor Steuern Mio € 294 - 1.788 - 2.082 -
Jahresüberschuss/ (-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 419 - 1.989 - 2.408 -
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 389 - 2.008 - 2.397 -
Ergebnis je Aktie 0,63 - 3,23 - 3,85 -
Operating Cashflow Mio € 1.884 1.396 - 488 - 26
Cashflow für Investitionen Mio € - 502 - 698 - 196 - 39
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 434 - 30 - 464 -
Free Cashflow 3) Mio € 1.816 668 -1.148 - 63
Free Cashflow vor M & A 3) Mio € 1.565 597 - 968 - 62
Netto-Finanzguthaben (30.9.) Mio €
Eigenkapital (30.9.) Mio €
Gearing (30.9.) %
Mitarbeiter (30.9.)

1) Siehe auch Vorbemerkungen.
2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).
3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.
4) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Aussage der Gearing-Kennzahl bedeutungslos.

Prognose-Ist-Vergleich

Die zu Beginn des Berichtsjahres formulierten Ziele für die Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT sowie FCF vor M & A haben wir erreicht; die Ziele für den Jahresüberschuss, thyssenkrupp Value Added (tkVA) und ROCE (Return on Capital Employed) haben wir unterschritten.

Das Bereinigte EBIT entwickelte sich im Jahresverlauf erwartungsgemäß. Die ursprüngliche Prognose haben wir auf Basis der Geschäftsentwicklung mit der Veröffentlichung des 9-Monats-Berichts präzisiert und einen im Bereich eines hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrags liegenden Wert in Aussicht gestellt. Die Prognose berücksichtigte insbesondere den Wegfall der im Vorjahreszeitraum stark unterstützenden dynamischen Preiseffekte bei Materials Services und Steel Europe sowie erhöhte Rohstoff- und Energiekosten, die sich maßgeblich auf die Ergebnisentwicklung des Stahlgeschäfts auswirkten. Mit 703 Mio € lag das Bereinigte EBIT schlussendlich im Rahmen unserer Erwartungen.

Zu Beginn des Geschäftsjahres hatten wir uns - unter Berücksichtigung erhöhter Investitionen (inklusive IFRS-16-Effekte) sowie einer deutlichen Verbesserung des Nettoumlaufvermögens - das Ziel gesetzt, einen mindestens ausgeglichenen FCF vor M & A zu erwirtschaften. Diese Zielsetzung haben wir mit der Veröffentlichung des Halbjahresberichts verfestigt und eine Steigerung auf einen leicht positiven Wert in Aussicht gestellt. Bei einem positiven FCF vor M & A im 3. und 4. Quartal lag dieser für das gesamte Geschäftsjahr mit 363 Mio € im Rahmen der zuletzt formulierten Prognose und deutlich über dem Vorjahreswert.

Das zu Beginn des Geschäftsjahres formulierte Ziel für den Jahresüberschuss haben wir im Verlauf des Geschäftsjahres beibehalten und mit einem Jahresfehlbetrag von 2,0 Mrd € infolge beträchtlicher außerplanmäßiger Wertminderungsaufwendungen, insbesondere bei Steel Europe, deutlich unterschritten.

Die kommunizierten Zielwerte für den tkVA und den ROCE wurden in Folge der vorstehend beschriebenen Entwicklungen ebenfalls nicht erreicht. Die beiden Kennzahlen lagen mit -2,8 Mrd € bzw. -9,3 % deutlich unter den Vorjahreswerten.

Weitere Informationen zu den Einflussfaktoren auf unsere Ergebnisentwicklung enthalten die Abschnitte "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsentwicklung in den Segmenten".

Die folgende Tabelle zeigt Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte zum 1. Quartal, zum 1. Halbjahr und zu den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres jeweils aktualisiert wurden, sowie die finalen Zahlen 2022 / 2023:

Die Ziele für das Bereinigte EBIT sowie den FCF vor M & A wurden erreicht

PROGNOSE UND IST FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022 / 2023 1 )

Prognose im Geschäftsbericht 2021 / 2022 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Quartal 2022 / 2023 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2022 / 2023 Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2022 / 2023 Ist Geschäftsjahr 2022/2023
Materials Services Umsatz Deutlich unter Vorjahr -17 %; auf vergleichbarer Basis: -17 %
Bereinigtes EBIT Rückläufig; Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich Rückgang um 659 Mio € auf 178 Mio €
Industrial Components (Bearings und Forged Technologies) Umsatz Leicht über Vorjahr -1 %; auf vergleichbarer Basis: -1 %
Industrial Components (Bearings und Forged Technologies) Bereinigtes EBIT Rückläufig; Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich Rückgang um 31 Mio € auf 203 Mio € (davon Bearings um 19 Mio € auf 101 Mio € und Forged Technologies um 12 Mio € auf 102 Mio €)
Automotive Technology Umsatz Deutlich über Vorjahr + 14 %; auf vergleichbarer Basis: +14 %
Bereinigtes EBIT Steigerung; Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich Verbesserung um 114 Mio € auf 223 Mio €
Steel Europe Umsatz Leicht unter Vorjahr Deutlich unter Vorjahr -6 %; auf vergleichbarer Basis: -6 %
Bereinigtes EBIT Rückläufig; Wert im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich Rückgang um 880 Mio € auf 320 Mio €
Marine Systems Umsatz Deutlich über Vorjahr +0 %; auf vergleichbarer Basis: +0 %
Bereinigtes EBIT Steigerung; Wert im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich Verbesserung um 49 Mio € auf 80 Mio €
Multi Tracks Umsatz Deutlich unter Vorjahr -23 %; auf vergleichbarer Basis: +16 %
Bereinigtes EBIT Steigerung; negativer Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich Verbesserung um 41 Mio € auf -132 Mio €
Corporate Headquarters Bereinigtes EBIT Rückläufig; negativer Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich Rückgang um 14 Mio € auf -169 Mio €
Konzern Umsatz Deutlicher Rückgang -9 %; auf vergleichbarer Basis: -5 %
Bereinigtes EBIT Rückläufig auf einen Wert im mittleren bis hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich Rückläufig auf einen Wert im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich Rückgang um 1.359 Mio € auf 703 Mio €
Investitionen inkl. IFRS 16 Über Vorjahr Anstieg um 351 Mio € auf 1.823 Mio €
Free Cashflow vor M & A Steigerung auf einen mindestens ausgeglichenen Wert Steigerung auf einen leicht positiven Wert Anstieg um 839 Mio € auf 363 Mio €
Jahresüberschuss 2) Rückläufig auf einen mindestens ausgeglichenen Wert Rückgang um 3,2 Mrd € auf -2,0 Mrd €
tkVA 2) Rückläufig bis auf einen negativen Wert im höheren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich Rückgang auf einen negativen Wert im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich Rückgang um 3,3 Mrd € auf -2,8 Mrd €
ROCE 2) Rückläufig bis auf einen Wert im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich Rückgang um 20,5 Prozentpunkte auf -9,3 %

1) Siehe auch Vorbemerkungen
2) Prognose jeweils inkl. aufgelaufener Effekte aus der Derivatebewertung von CO 2 -Termingeschäfte

Geschäftsentwicklung im Konzern

Geschäftsverlauf

Auftragseingang, Umsatz und Bereinigtes EBIT blieben im Berichtsjahr hinter den Vorjahreswerten zurück

AUFTRAGSEINGANG

Mio € 2021/2022 2022/2023 Veränderung
in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis 1)
in %
Materials Services 16.021 13.684 - 15 - 15
Bearings 2) 1.240 1.151 - 7 - 5
Forged Technologies 2) 1.552 1.607 4 2
Automotive Technology 4.866 5.428 12 12
Steel Europe 11.811 12.189 3 3
Marine Systems 4.232 959 - 77 - 77
Multi Tracks 2) 6.499 3.735 - 43 - 16
Corporate Headquarters 4 6 63 60
Überleitung - 1.927 - 1.700 12 -
Konzern fortgeführte Aktivitäten 2) 44.297 37.060 - 16 - 13
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 2) 0 0 - -
Konzern insgesamt 44.297 37.060 - 16 - 13
Mio € 4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung
in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis 1)
in %
Materials Services 3.671 3.163 - 14 -12
Bearings 2) 324 283 - 13 - 9
Forged Technologies 2) 440 277 - 37 - 34
Automotive Technology 1.468 1.315 - 10 - 6
Steel Europe 2.844 2.243 - 21 - 20
Marine Systems 320 572 78 78
Multi Tracks 2) 1.724 756 - 56 - 44
Corporate Headquarters -1 0 22 54
Überleitung - 400 - 303 24 -
Konzern fortgeführte Aktivitäten 2) 10.391 8.305 - 20 - 16
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 2) 0 0 - -
Konzern insgesamt 10.391 8.305 - 20 - 16

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.
2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Auftragseingang insgesamt deutlich unter Vorjahr

Während Forged Technologies, Automotive Technology und Steel Europe gestiegene Auftragseingänge verzeichneten, waren diese in den übrigen Segmenten in Summe stark rückläufig. Bei Materials Services lag der Auftragseingang deutlich unter dem Rekordniveau des Vorjahres. Grund dafür waren vor allem stark gesunkene Werkstoffpreise in nahezu allen Produktgruppen, was sich insbesondere auf den europäischen lagerführenden Werkstoffhandel und das Streckengeschäft auswirkte. Die rückläufige Entwicklung bei Bearings resultierte im Wesentlichen aus niedrigeren Auftragseingängen im Bereich Großwälzlager und hier insbesondere bei den Anwendungsbereichen Windenergie und Baumaschinen. Bei Forged Technologies führten Preisanpassungen aufgrund gestiegener Faktorkosten und positiver Wechselkurseffekte zu einem insgesamt höheren Auftragseingang. Automotive Technology verzeichnete bei erhöhter Nachfrage und positiven Entwicklungen in nahezu allen Business Units einen deutlichen Anstieg des Auftragseingangs, der zusätzlich durch positive Effekte aus der Weitergabe von Preissteigerungen unterstützt war. Auch bei Steel Europe lag der Auftragseingang bei deutlich höheren Bestellmengen über dem des Vorjahres. Hierzu trug insbesondere die gestiegene Nachfrage aus der Automobilindustrie und dem Bausektor bei. Bei Marine Systems blieb der Auftragseingang deutlich hinter dem hohen Niveau des Vorjahres zurück; Grund war ein Großauftrag im Geschäftsjahr 2021 / 2022. Bei Multi Tracks lag der Auftragseingang transaktionsbedingt sowie wegen der starken Nachfrage im Anlagenbau im vorherigen Berichtszeitraum ebenfalls deutlich unter dem des Vorjahres.

Vorjahreszeitraum zusätzlich durch Großauftrag bei Marine Systems geprägt

UMSATZERLÖSE

Mio € 2021/2022 2022/2023 Veränderung
in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis 1)
in %
4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023
Materials Services 16.444 13.613 - 17 - 17 3.916 3.124
Bearings 2) 1.178 1.149 - 2 -1 308 276
Forged Technologies 2) 1.588 1.598 1 -1 446 380
Automotive Technology 4.825 5.479 14 14 1.369 1.373
Steel Europe 13.156 12.375 - 6 - 6 3.538 2.864
Marine Systems 1.831 1.839 0 0 567 349
Multi Tracks 2) 4.101 3.167 - 23 16 839 829
Corporate Headquarters 6 7 9 7 1 2
Überleitung - 1.990 - 1.691 15 - - 416 - 386
Konzern fortgeführte Aktivitäten 2) 41.140 37.536 - 9 - 5 10.568 8.812
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 2) 0 0 - - 0 0
Konzern insgesamt 41.140 37.536 - 9 - 5 10.568 8.812
Mio € Veränderung
in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis 1)
in %
Materials Services - 20 -18
Bearings 2) - 10 - 6
Forged Technologies 2) - 15 -11
Automotive Technology 0 5
Steel Europe - 19 -18
Marine Systems - 38 - 38
Multi Tracks 2) -1 16
Corporate Headquarters 12 17
Überleitung 7 -
Konzern fortgeführte Aktivitäten 2) - 17 - 14
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 2) - -
Konzern insgesamt - 17 - 14

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.
2) Siehe auch Vorbemerkungen.

UMSATZERLÖSE NACH ABSATZGEBIETEN 1 ) in Mio € (Vorjahreswert in Klammern)

1) Umsatzerlöse aus fortgeführten Aktivitäten
2) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

UMSATZERLÖSE NACH KUNDENGRUPPEN 2022/2023 1 ) in %

1) Umsatzerlöse aus fortgeführten Aktivitäten

Umsatz geringer als im Vorjahr

Der deutliche Umsatzanstieg bei Automotive Technology konnte die niedrigeren Preise bei Materials Services und Steel Europe sowie den transaktionsbedingten Rückgang im Segment Multi Tracks nicht ausgleichen. Während bei Materials Services die gesunkenen Materialpreise zu einem deutlichen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr führten, legten die Versandmengen des Segments insgesamt leicht zu. Der Umsatzrückgang bei Bearings resultierte im Wesentlichen aus niedrigeren Erlösen in den Anwendungsbereichen Windenergie und Baumaschinen. Forged Technologies verzeichnete bei positiven Effekten aus der Weitergabe von Preissteigerungen einen leicht gestiegenen Umsatz. Bei Automotive Technology folgte der Umsatz dem Auftragseingang und lag bei gestiegener Nachfrage deutlich über dem des Vorjahres. Während sich die Versandmengen bei Steel Europe im Vergleich zum Vorjahr stabil entwickelten, führten rückläufige Spotmarktpreise zu einem Umsatzrückgang. Bei Marine Systems entwickelte sich der Umsatz stabil gegenüber dem Vorjahr. Grund dafür waren im Wesentlichen die Schlussrechnungen für die Ablieferungen zweier Fregatten und eines U-Boots. Strukturbereinigt lag der Umsatz bei Multi Tracks aufgrund des höheren Auftragseingangs in der Vorperiode deutlich über dem des Vorjahres.

Die regionale Umsatzverteilung der Gruppe war weitgehend stabil. Der bedeutendste Absatzmarkt blieb mit einem geringfügig gesunkenen Umsatzanteil von rund 35 % der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein). Es folgten das Geschäft mit Nordamerika, das mit 21 % leicht zunahm, sowie das Geschäft mit Kunden in Westeuropa, das mit 18 % stabil blieb. Der Umsatzanteil des Großraums China blieb mit 5 % ebenfalls unverändert.

Die Automobilindustrie blieb mit einem leicht gestiegenen Umsatzanteil von 33 % die wichtigste Kundengruppe; sie ist entscheidend insbesondere für unser Geschäft mit Komponenten für Automobile und Nutzfahrzeuge sowie für das Stahlgeschäft. Es folgte die Stahl- und stahlnahe Verarbeitung mit einem leicht rückläufigen Umsatzanteil. Der Umsatzanteil des Handels lag ebenfalls leicht unter dem des Vorjahres, während der Maschinen- und Anlagenbau unverändert blieb.

Bereinigtes EBIT deutlich rückläufig

BEREINIGTES EBIT

Mio € 2021/2022 2022/2023 Veränderung
in %
Materials Services 837 178 - 79
Bearings 1) 120 101 -16
Forged Technologies 1) 113 102 -10
Automotive Technology 108 223 ++
Steel Europe 1) 1.200 320 - 73
Marine Systems 32 80 ++
Multi Tracks 1) - 173 - 132 24
Corporate Headquarters - 154 - 169 - 9
Überleitung - 22 0 100
Konzern fortgeführte Aktivitäten 1) 2.062 703 - 66
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 0 0 -
Konzern insgesamt 2.062 703 - 66
Mio € 4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung
in %
Materials Services - 104 23 ++
Bearings 1) 26 22 - 14
Forged Technologies 1) 38 25 - 34
Automotive Technology 61 55 - 10
Steel Europe 1) 221 54 - 76
Marine Systems 20 30 54
Multi Tracks 1) - 77 - 58 24
Corporate Headquarters - 36 - 47 - 33
Überleitung 12 - 16 -
Konzern fortgeführte Aktivitäten 1) 161 88 - 45
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 0 0 -
Konzern insgesamt 161 88 - 45

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

In einem herausfordernden Marktumfeld blieb das Bereinigte EBIT insbesondere wegen der rückläufigen Entwicklungen bei Materials Services und Steel Europe deutlich hinter dem Vorjahreswert zurück. Durch den Wegfall der stark unterstützenden Preiseffekte aus dem Geschäftsjahr 2021 / 2022 lag das Bereinigte EBIT von Materials Services deutlich unter dem des Vorjahres. Positive Effekte aus fortlaufenden Effizienzsteigerungsprogrammen sowie aus der Vorratsbewertung konnten den Ergebnisrückgang nur in Teilen kompensieren. Bei Bearings belasteten insbesondere die gestiegenen Energie- und Personalkosten sowie rückläufige Preise im Windenergiebereich in China das Ergebnis. Bei Forged Technologies führten vor allem geringere Kundenabrufe im Bereich Antriebsstrang-Komponenten für Pkw sowie Anlagenstillstände und Instandhaltungsmaßnahmen zu einem rückläufigen Ergebnis. Die bei Bearings und Forged Technologies eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung konnten die Ergebnisrückgänge in Teilen abfedern. Automotive Technology hingegen verzeichnete einen deutlichen Ergebnisanstieg, unter anderem gestützt durch ein höheres Absatzvolumen, Preis- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen sowie positive Einmaleffekte. Bei Steel Europe blieb das Bereinigte EBIT deutlich hinter dem des Vorjahres zurück. Insbesondere im 1. Halbjahr belasteten die hohen Rohstoff- und Energiekosten die Ergebnisentwicklung. Im Jahresverlauf konnte das Ergebnis deutlich gesteigert werden, blieb jedoch wegen der rückläufigen Erlöse deutlich unter dem des Vorjahres. Unterstützend wirkten Effekte aus fortschreitenden Restrukturierungen und dem laufenden Performance-Programm. Bei Marine Systems lag das Bereinigte EBIT deutlich über dem des Vorjahres, unter anderem dank der stabilen Umsatzentwicklung sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Performance und Kostenreduktion. Multi Tracks konnte sein Ergebnis trotz des Wegfalls der deutlich positiven Ergebnisbeiträge des Edelstahlgeschäfts und Minings deutlich steigern. Grund dafür waren im Wesentlichen positive Entwicklungen im Anlagenbau, bei thyssenkrupp nucera und Springs & Stabilizers.

Corporate Headquarters verzeichnete gegenüber dem Vorjahr ein verringertes Bereinigtes EBIT in Höhe von -169 Mio €; der Hauptgrund dafür waren höhere Aufwendungen infolge von Anpassungen von Rückstellungen für aktienbasierte Vergütung.

Stark rückläufige Ergebnisentwicklung bei Materials Services und Steel Europe belasteten Bereinigtes EBIT von thyssenkrupp

Sondereffekte belasteten das Ergebnis

Das EBIT war im Berichtsjahr durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 2.134 Mio € belastet.

EBIT durch Sondereffekte belastet

SONDEREFFEKTE

Mio € 2021/2022 2022/2023 Veränderung
Materials Services - 133 - 26 107
Bearings 1) 0 - 5 - 5
Forged Technologies 1) -17 - 1 16
Automotive Technology 56 77 21
Steel Europe 1) 313 2.015 1.701
Marine Systems 8 3 - 5
Multi Tracks 1) - 29 28 58
Corporate Headquarters 38 13 - 25
Überleitung 8 30 22
Konzern fortgeführte Aktivitäten 1) 244 2.134 1.890
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) - 9 0 9
Konzern insgesamt 235 2.134 1.899
Mio € 4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung
Materials Services - 131 11 142
Bearings 1) 0 - 5 - 5
Forged Technologies 1) - 9 0 9
Automotive Technology 26 59 33
Steel Europe 1) - 62 1.770 1.832
Marine Systems -1 1 1
Multi Tracks 1) - 105 2 107
Corporate Headquarters 8 7 -1
Überleitung 3 22 19
Konzern fortgeführte Aktivitäten 1) - 271 1.867 2.138
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 0 0 0
Konzern insgesamt - 271 1.867 2.138

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Bei Materials Services ergaben sich im Berichtszeitraum positive Sondereffekte vor allem in Form von Erträgen aus dem Verkauf von Immobilien in Deutschland und Frankreich. Bei Bearings gab es geringfügige positive Sondereffekte; sie resultierten aus der teilweisen Rücknahme einer in den Vorjahren vorgenommenen Sonderabschreibung auf Sachanlagen. Bei Automotive Technology resultierten die Sondereffekte im Wesentlichen aus Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen insbesondere aufgrund reduzierter Ertragserwartungen infolge der eingetrübten Konjunkturlage. Bei Steel Europe ergaben sich im Wesentlichen Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen, insbesondere aufgrund erhöhter Kapitalkosten sowie reduzierter kurz-, mittel- und langfristiger Ertragserwartungen infolge der zunehmend eingetrübten Konjunkturlage vor dem Hintergrund eines stahlindustriespezifischen Konjunkturzyklus. Bei Marine Systems resultierten die Sondereffekte im Wesentlichen aus der Wertminderung des Buchwerts einer Joint-Venture-Beteiligung. Bei Multi Tracks ergaben sich unter anderem Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Börsengang der thyssenkrupp nucera sowie Wertminderungen im Zuge der Entflechtung des vormals integrierten Anlagenbaus. Im Bereich Corporate Headquarters fielen vor allem Aufwendungen im Zusammenhang mit M & A-Transaktionen an.

thyssenkrupp Value Added (tkVA) deutlich unter Vorjahreswert

Im Berichtsjahr lag der tkVA des Konzerns deutlich unter dem Wert des Vorjahres. Der starke Rückgang resultierte insbesondere aus beträchtlichen außerplanmäßigen Wertminderungsaufwendungen bei Steel Europe sowie den deutlich niedrigeren operativen Ergebnisbeiträgen von Materials Services und Steel Europe. Sowohl bei Bearings als auch bei Forged Technologies sank der tkVA infolge der Ergebnisrückgänge im Vergleich zum Vorjahr, blieb jedoch weiterhin positiv. Der Wertbeitrag von Automotive Technology nahm trotz eines gestiegenen WACCs insbesondere in Folge des höheren EBITs im Vergleich zum Vorjahr zu, blieb jedoch negativ. Bei Marine Systems wirkte sich die Ergebnissteigerung positiv auf den tkVA aus, der jedoch leicht negativ blieb. Multi Tracks verzeichnete ein niedrigeres operatives Ergebnis bei einer insgesamt geringeren Kapitalbindung, wodurch der Wertbeitrag auf dem Niveau des Vorjahres blieb.

Folglich lag auch der ROCE des Konzerns mit -9,3 % deutlich unter dem Wert des Vorjahres.

Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle.

THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA)

2021/2022 2022/2023
EBIT 1)
(Mio €)
Capital employed
(Mio €)
ROCE
(%)
WACC
(%)
tkVA
(Mio €)
EBIT 1)
(Mio €)
Konzern insgesamt 1.827 16.224 11,3 8,0 529 - 1.431
Davon:
Materials Services 970 3.921 24,7 8,0 657 204
Bearings 2) 120 1.013 11,8 8,5 34 106
Forged Technologies 2) 130 613 21,2 8,5 78 102
Automotive Technology 53 2.603 2,0 8,5 - 169 146
Steel Europe 887 5.636 15,7 8,5 408 - 1.694
Marine Systems 24 1.218 2,0 8,0 - 73 77
Multi Tracks 2) - 143 650 - 22,1 8,0 - 195 - 160
2022/2023
Capital employed
(Mio €)
ROCE
(%)
WACC
(%)
tkVA
(Mio €)
Veränderung tkVA
(Mio €)
Konzern insgesamt 15.415 - 9,3 9,0 - 2.818 - 3.348
Davon:
Materials Services 3.668 5,6 8,5 - 108 - 764
Bearings 2) 1.009 10,5 9,0 15 -19
Forged Technologies 2) 639 16,0 9,0 45 - 33
Automotive Technology 2.635 5,5 10,5 - 131 38
Steel Europe 5.413 - 31,3 9,0 - 2.181 - 2.590
Marine Systems 1.042 7,4 8,0 - 6 67
Multi Tracks 2) 405 - 39,6 9,0 - 197 - 1

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).
2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Details zur Bedeutung von tkVA, ROCE und EBIT für die Unternehmenssteuerung finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".

Geschäftsverlauf in den Segmenten

Materials Services

Materials Services ist einer der weltweit führenden werksunabhängigen Werkstoffhändler und -dienstleister. Als Gestalter komplexer Liefernetzwerke haben wir Gewicht im Markt - und übernehmen gleichzeitig Verantwortung, indem wir ein besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklung digitaler nachhaltiger Lösungen legen.

13,6 Mrd € Umsatz

16.329 Mitarbeiter weltweit

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN

2021/2022 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 16.021 13.684 -15
Umsatzerlöse Mio € 16.444 13.613 -17
EBITDA Mio € 1.102 333 - 70
EBIT Mio € 970 204 - 79
Bereinigtes EBIT Mio € 837 178 - 79
Bereinigte-EBIT-Marge % 5,1 1,3 -
Investitionen Mio € 101 148 46
Mitarbeiter (30.9.) 15.914 16.329 3
4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 3.671 3.163 - 14
Umsatzerlöse Mio € 3.916 3.124 - 20
EBITDA Mio € 62 41 - 34
EBIT Mio € 27 12 - 56
Bereinigtes EBIT Mio € - 104 23 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % -2,7 0,7 -
Investitionen Mio € 52 95 81
Mitarbeiter (30.9.) 15.914 16.329 3

Materials Services ist einer der weltweit führenden werksunabhängigen Werkstoffhändler und -dienstleister. Unser Leistungsspektrum reicht von qualitativ hochwertigen Roh- und Werkstoffen über technische Dienstleistungen bis hin zu intelligenten Prozessen in den Bereichen Automatisierung, verlängerte Lieferkette sowie Lager- und Bestandsmanagement.

Auf der Grundlage unserer Strategie "Materials as a Service" wollen wir uns sowohl im smarten Werkstoffhandel als auch im integrierten Supply-Chain-Geschäft fortwährend weiterentwickeln. Dabei konzentrieren wir uns in regionaler Hinsicht auf unsere Kernmärkte Nordamerika und Europa. Um resiliente Lieferketten zu schaffen, arbeiten wir kontinuierlich an einer starken Lieferperformance basierend auf einem hohen Maß an Flexibilität und Handlungsspielräumen in allen Teilen der Supply Chain - vom Multi-Sourcing-Ansatz bei der Beschaffung bis hin zur Omnichannel-Architektur im Vertrieb. Gleichzeitig streben wir die Branchenführerschaft in Sachen Nachhaltigkeit an; hier lautet eines unserer Ziele, ab 2030 klimaneutral 1) zu arbeiten. Die digitale Transformation sowohl unserer internen Prozesse als auch der Lieferketten spielt dabei eine wichtige Rolle.

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 lag der Schwerpunkt unserer Initiativen auf profitablem Wachstum in Nordamerika sowie auf der Fokussierung unseres Standortnetzes in Europa. Bei unseren großen Investitionsprojekten in den USA und Mexiko haben wir wichtige Fortschritte erzielt. Gleichzeitig haben wir Standorte in Deutschland und der Schweiz geschlossen, einen Geschäftszweig in Frankreich verkauft sowie Niederlassungen in den USA konsolidiert. Darüber hinaus stand bei Materials Services die Weiterentwicklung unseres Portfolios digitaler und nachhaltiger Lösungen mittels eines systematischen Innovationsprozesses auf der Agenda. Zu den wichtigen Meilensteinen in dieser Hinsicht zählen der Start des Online-Marktplatzes SteelBuy, die Markteinführung des Voluntary Carbon Credit Desk für den Verkauf von CO 2 -Zertifikaten, die Entwicklung einer Control-Tower-Lösung für das Monitoring und Steuern gesamter Lieferketten sowie die Gründung des 3D-Druck Joint Ventures Pelagus zusammen mit Partner Wilhelmsen.

1) Scope 1 & 2, Kompensation nur von unvermeidbaren Emissionen, die z.B. durch den Einsatz von Lkws entstehen, für die 2030 voraussichtlich noch kein ausreichendes Angebot elektrischer Fahrzeuge inklusive ausreichender Ladeinfrastruktur und Grünstrom vorhanden sein wird

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Materials Services

Auftragseingang und Umsatz preisbedingt deutlich unter Vorjahr

Auftragseingang und Umsatz sind im Berichtszeitraum im Vergleich zum Rekordniveau des Vorjahres deutlich gesunken. Der Hauptgrund hierfür waren die gesunkenen Werkstoffpreise in nahezu allen Produktgruppen. Dies wirkte sich vor allem auf den europäischen lagerführenden Werkstoffhandel und das Streckengeschäft aus. Weniger stark betroffen waren dagegen die nordamerikanischen Einheiten sowie die Servicecenter. Wegen der konjunkturell bedingt insgesamt schwachen Nachfrage insbesondere in Deutschland war der Lagerabsatz im Berichtszeitraum ebenfalls rückläufig. Deutlich gestiegene Versandmengen im Streckengeschäft konnten die Rückgänge beim Lagerabsatz allerdings überkompensieren. Insgesamt verkaufte Materials Services im Berichtszeitraum 8,9 Mio t Werk- und Rohstoffe und damit 2,6 % mehr als im Vorjahr.

Konjunkturelle Lage führt zu rückläufigen Preisen und geschäftsmodellbedingt schwacher Nachfrage.

Bereinigtes EBIT stark rückläufig, aber deutlich positiv

Aufgrund der starken Rückgänge bei den Werkstoffpreisen und den Margen lag das Bereinigte EBIT von Materials Services im Berichtszeitraum deutlich unter dem Rekordwert des vergangenen Geschäftsjahres. Dennoch erzielte das Segment ein Ergebnis deutlich im positiven Bereich, zu dem insbesondere die nordamerikanischen Einheiten und das weltweite Streckengeschäft beigetragen haben. Unterstützend wirkten die positiven Effekte aus den fortlaufenden Effizienzsteigerungsprogrammen und aus der Vorratsbewertung. Wichtige Fortschritte bei der strategischen Transformation erzielten wir unter anderem durch die weitere Netzwerkoptimierung; beispielsweise wurden Standorte in Deutschland und den USA sowie ein Geschäftszweig in Frankreich geschlossen. Darüber hinaus haben wir im Berichtsjahr weitere Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt.

Sondereffekte

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergaben sich insgesamt positive Sondereffekte. Diese sind im Wesentlichen auf Erträge aus dem Verkauf von Immobilien in Deutschland und Frankreich zurückzuführen. Dem gegenüber stehen Aufwendungen hauptsächlich im Zusammenhang mit Schließungen und Restrukturierungen von Gesellschaften und Geschäftsbereichen.

Investitionen

Gemäß den Zielen des Segments haben wir im Berichtsjahr in hohem Maße in nordamerikanische Wachstumsprojekte investiert, unter anderem in Form von Fortschrittszahlungen beim Bau der beiden nordamerikanischen Servicecenter in Texas, USA, und San Luis Potosí Mexiko. Des Weiteren haben wir an bestehenden Standorten in Nordamerika und Europa Investitionen in Anarbeitungsaggregate getätigt, um die Wertschöpfungstiefe weiter auszubauen. Im Rahmen der Vertragsverlängerung mit zwei nordamerikanischen Flugzeugherstellern flossen weitere Investitionen in die Modernisierung der Lagerausstattung und des Maschinenparks. Darüber hinaus haben wir im Dezember 2022 das Datenanalyse- und Data-Science-Unternehmen Westphalia DataLab erworben; dies dient der Stärkung unseres Know-hows im Bereich digitaler Supply-Chain-Services sowie der beschleunigten Weiterentwicklung KI-gestützter Forecasting-Lösungen. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt bestand in der Harmonisierung und dem Update unserer ERP-Systeme im Zuge unserer digitalen Transformation entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zusätzlich wurden Ersatzinvestitionen bei verschiedenen Lager- und Service-Einheiten getätigt.

Bearings

rothe erde® Großwälzlager, psi® Wälzlager und nahtlos gewalzte Ringe kommen weltweit zum Einsatz. In unserem globalen Produktionsnetzwerk mit Standorten in zwölf Ländern entwickeln und produzieren wir kundenindividuelle Lösungen unter anderem für die Windindustrie und den Maschinen- und Anlagenbau.

1,1 Mrd € Umsatz

5.996 Mitarbeiter weltweit

BEARINGS IN ZAHLEN

2021/2022 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 1.240 1.151 - 7
Umsatzerlöse Mio € 1.178 1.149 - 2
EBITDA Mio € 189 174 - 8
EBIT Mio € 120 106 -12
Bereinigtes EBIT Mio € 120 101 -16
Bereinigte-EBIT-Marge % 10,2 8,8 -
Investitionen Mio € 115 75 - 35
Mitarbeiter (30.9.) 6.211 5.996 - 3
4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 324 283 - 13
Umsatzerlöse Mio € 308 276 - 10
EBITDA Mio € 45 42 - 6
EBIT Mio € 26 27 5
Bereinigtes EBIT Mio € 26 22 - 14
Bereinigte- EBIT-Marge % 8,4 8,0 -
Investitionen Mio € 45 36 - 20
Mitarbeiter (30.9.) 6.211 5.996 - 3

Im Bereich Großwälzlager, einer Nische des Wälzlagermarktes, sind wir weltweiter Marktführer und zugleich einer der größten Hersteller von nahtlos gewalzten Ringen. Unsere Produkte werden für Kunden individuell entwickelt und hergestellt. Sie erfüllen erfolgskritische Funktionen in den eingesetzten Maschinen; für die störungsfreie Aufrechterhaltung des Betriebs sind sie unverzichtbar. Unsere Großwälzlager und Ringe werden in den verschiedensten, oft zukunftsorientierten Anwendungsbereichen eingesetzt. Neben Kunden im Windenergiemarkt, der das größte Wachstum verspricht, bedienen wir auch Kunden in den unterschiedlichsten Industriemärkten - von Baumaschinen über Krane und Tunnelbohrmaschinen bis hin zu Fördergeräten und dem allgemeinen Maschinenbau sowie viele andere. Unsere technische Kompetenz ist ein wesentliches Differenzierungskriterium im Wettbewerb und ein wichtiger Faktor für unsere Reputation als ein Qualitäts- und Technologieführer. Mit unseren Fertigungsstandorten sind wir in vielen wichtigen Regionen der Welt vertreten und können unsere global agierenden Kunden somit bestmöglich unterstützen.

Unser Ziel ist die langfristige Sicherung der weltweiten Marktführerschaft im dynamisch wachsenden Marktsegment Großwälzlager. Um das zu erreichen und unsere Leistungsfähigkeit zu erhöhen, setzen wir kontinuierlich Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzverbesserung um. Unter anderem haben wir im Geschäftsjahr 2022 / 2023 die Anzahl der Mitarbeiter im mittleren einstelligen Prozentbereich reduziert. Begleitet wird die Effizienzsteigerung von einer langfristigen Investitionsstrategie mit dem Ziel, vom anhaltenden Marktwachstum im Windenergiebereich zu profitieren.

Im Zuge der Neuausrichtung des Portfolios wurde Bearings zum 1. Oktober 2023 neu zugeordnet.

Weitere Informationen finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Strategie".

Auftragseingang und Umsatz unter Vorjahr

Das Großwälzlagergeschäft verzeichnete insgesamt einen niedrigeren Auftragseingang, im Wesentlichen bedingt durch eine rückläufige Tendenz der Auftragseingänge im zweiten Geschäftshalbjahr. Signifikante Rückgänge gegenüber dem Vorjahr gab es in den Anwendungsbereichen Baumaschinen und Windenergie, und zwar vor allem in der derzeit durch wirtschaftliche Stagnation geprägten Absatzregion China. Deutlich positiv entwickelte sich die Auftragslage hingegen im Anwendungsbereich Exploration. Die Auftragseingänge in den Anwendungsbereichen Allgemeiner Maschinenbau und Kranbau lagen geringfügig über bzw. leicht unter dem Vorjahresniveau.

Der Umsatz bei den Großwälzlagern ging weniger stark zurück als die Auftragseingänge. Im Anwendungsbereich Windenergie sanken die Erlöse im Vorjahresvergleich insgesamt nur geringfügig. Deutlich negativer war die Umsatzentwicklung im Bereich Baumaschinen. Der Anwendungsbereich Exploration verzeichnete wegen des anziehenden Geschäfts mit Lagern für Tunnelvortriebsmaschinen deutlich gestiegene Umsätze. In den Anwendungsbereichen Kranbau und Allgemeiner Maschinenbau lagen die Umsätze leicht über denen des Vorjahres. Stärker als im Vorjahr war die Nachfrage vor allem in Europa (insbesondere Deutschland), aber auch in Nordamerika, jedoch wurden diese positiven Entwicklungen vom starken Rückgang des Geschäftsvolumens in der Absatzregion China überlagert.

Rückgang im Auftragseingang vor allem durch schwächere Nachfrage aus dem Windenergiebereich

Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr

Die Hauptursachen für den deutlichen Ergebnisrückgang waren gestiegene Energie- und Personalkosten sowie rückläufige Preise im Windenergiebereich in China. Die Faktorkostensteigerungen konnten wegen des nach wie vor starken Absatzpreisdrucks im Windenergiebereich nur in den Industrie-Anwendungsbereichen an die Kunden weitergegeben werden. Außerdem entfielen positive Einmaleffekte aus dem Vorjahr. Auf der Agenda von Bearings standen auch im Berichtsjahr deutlich ergebnisverbessernde Maßnahmen zur Kostensenkung, Effizienzsteigerung und strukturellen Verbesserung (u.a. Personalmaßnahmen).

Sondereffekte

Es gab geringfügige positive Sondereffekte (u.a. die teilweise Rücknahme einer in den Vorjahren vorgenommenen Sonderabschreibung auf Sachanlagen).

Investitionen

Wir haben Wachstumsinvestitionen getätigt, um die Produktionskapazität anzupassen und zu erhöhen, vor allem im Anwendungsbereich Windenergie und dort hauptsächlich an europäischen und asiatischen Fertigungsstandorten.

Forged Technologies

Forged Technologies als Spezialist für das Schmiedegeschäft gehört weltweit zu einem der führenden Hersteller von Motoren-, Fahrwerks- und Baumaschinenkomponenten und beliefert mit seinem hochautomatisierten Maschinenpark und technischem Know-how Kunden in der Lkw-, Automobil- und Baumaschinenbranche.

1,6 Mrd € Umsatz

5.612 Mitarbeiter weltweit

FORGED TECHNOLOGIES IN ZAHLEN

2021/2022 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 1.552 1.607 4
Umsatzerlöse Mio € 1.588 1.598 1
EBITDA Mio € 174 150 -14
EBIT Mio € 130 102 - 21
Bereinigtes EBIT Mio € 113 102 -10
Bereinigte-EBIT-Marge % 7,1 6,4 -
Investitionen Mio € 37 42 15
Mitarbeiter (30.9.) 5.808 5.612 - 3
4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 440 277 - 37
Umsatzerlöse Mio € 446 380 - 15
EBITDA Mio € 60 38 - 37
EBIT Mio € 47 25 - 46
Bereinigtes EBIT Mio € 38 25 - 34
Bereinigte- EBIT-Marge % 8,5 6,6 -
Investitionen Mio € 15 18 25
Mitarbeiter (30.9.) 5.808 5.612 - 3

Forged Technologies als Spezialist für das Schmiedegeschäft gehört weltweit zu einem der führenden Hersteller von Motoren-, Fahrwerks- und Baumaschinenkomponenten und beliefert Kunden in der Lkw-, Automobil- und Baumaschinenbranche. Wir sind der Überzeugung, dass unsere Kunden die hohe Qualität unserer Komponenten, unser technisches Know-how und unseren hochautomatisierten Maschinenpark schätzen. Unsere Stärke sehen wir in unserer ausgeprägten Leistungskultur und unserem klaren Fokus auf der kontinuierlichen Verbesserung unserer Performance.

Mittelfristig ist es unser Ziel, unseren Marktanteil zu steigern und mit neuen Produkten zu wachsen. Im Anwendungsbereich Fahrwerke für Baumaschinen arbeiten wir konsequent an der Weiterentwicklung unseres Angebots für Endkunden. Um der Marktentwicklung im Bereich Motorkomponenten hin zu einem höheren E-Mobility-Anteil zu begegnen, wollen wir unser Produktportfolio um Fahrwerkskomponenten erweitern. Die Schwerpunkte im abgelaufenen Geschäftsjahr lagen weiterhin auf der Steigerung unserer Personaleffizienz und der Optimierung unserer Produktions- und Logistikprozesse. Beim Thema Nachhaltigkeit lag unser Fokus weiterhin auf der stetigen Verbesserung unserer Energieeffizienz. Dies wollen wir durch Einsparprogramme, unterstützt durch gezielte Investitionen in unsere Maschinen und Anlagen, erreichen. Ein wichtiger Fokus lag im Berichtsjahr außerdem auf der erfolgreichen Umsetzung der Investitionsvorhaben im Zuge der Transformation der Business Unit. Unter anderem konnten wir zu Beginn des Geschäftsjahres den erfolgreichen Start der Serienproduktion von Lkw-Chassis-Komponenten begleiten.

Im Zuge der Neuausrichtung des Portfolios wurde Forged Technologies zum 1. Oktober 2023 neu zugeordnet.

Weitere Informationen finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Strategie".

Auftragseingang und Umsatz mit Steigerungen gegenüber Vorjahr

Der Auftragseingang erreichte - unterstützt durch Preisanpassungen aufgrund gestiegener Faktorkosten (vor allem Material-, Energie- und Frachtkosten) sowie positiver US-Dollar Wechselkurseffekte - einen höheren Stand als im Vorjahr. Im Bereich Lkw-Antriebsstrang-Komponenten war das Auftragsniveau anhaltend hoch. Rückläufig entwickelte sich hingegen der Bereich Pkw, vor allem in Europa. Wesentliche Faktoren waren hier die Halbleiterproblematik, gestörte Lieferketten und die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine. Im Anwendungsbereich Fahrwerke für Baumaschinen zeigte sich eine rückläufige Entwicklung in Europa, kompensiert durch ein unverändert hohes Nachfrageniveau in Nordamerika. Unterstützt wurde der Absatz in diesem Bereich auch durch die Erweiterung unseres Produktangebots sowie die Erschließung neuer Märkte und Geschäftsfelder.

Der Umsatz folgte dem Auftragseingang und verzeichnete einen leichten Anstieg. Positive Effekte ergaben sich dabei insbesondere aus der Weitergabe gestiegener Faktorkosten sowie aus der Wechselkursentwicklung des US-Dollars.

Preisanpassungen aufgrund gestiegener Faktorkosten wirkten sich positiv auf den Auftragseingang und Umsatz aus

Bereinigtes EBIT unter Vorjahr

Das Bereinigte EBIT lag insbesondere wegen geringerer Abrufe unserer Kunden im Bereich Antriebstrang-Komponenten für Pkw und wegen Anlagenstillständen und Instandhaltungsmaßnahmen unter dem Wert des Vorjahres. Dies wurde teilweise kompensiert durch Einmaleffekte sowie fortgesetzte Kostensenkungsmaßnahmen mit einhergehender Optimierung der Personalkostenquote.

Sondereffekte

Keine wesentlichen Sondereffekte im Berichtszeitraum

Investitionen

Wir haben weiter in den Bau einer vollautomatischen Schmiedepresse für Lkw-Vorderachsen am Standort Homburg (Saarland) investiert sowie in die weitere Lokalisierung des Baumaschinengeschäfts in Nordamerika.

Automotive Technology

Automotive Technology ist einer der größeren deutschen Zulieferer und Engineering-Partner der internationalen Automobilindustrie. Das Produkt- und Serviceangebot umfasst Hightech-Komponenten, Systeme und Automatisierungslösungen für den Fahrzeugbau, mechatronische Lösungen auf Basis von Elektronik und Software aus Eigenentwicklungen.

5,5 Mrd € Umsatz

21.563 Mitarbeiter weltweit

AUTOMOTIVE TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2021/2022 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 4.866 5.428 12
Umsatzerlöse Mio € 4.825 5.479 14
EBITDA Mio € 336 448 33
EBIT Mio € 53 146 ++
Bereinigtes EBIT Mio € 108 223 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,2 4,1 -
Investitionen Mio € 230 262 14
Mitarbeiter (30.9.) 20.266 21.563 6
4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 1.468 1.315 - 10
Umsatzerlöse Mio € 1.369 1.373 0
EBITDA Mio € 121 110 - 9
EBIT Mio € 35 - 4 -
Bereinigtes EBIT Mio € 61 55 - 10
Bereinigte- EBIT-Marge % 4,5 4,0 -
Investitionen Mio € 97 91 - 6
Mitarbeiter (30.9.) 20.266 21.563 6

Automotive Technology ist einer der größeren deutschen Zulieferer und Engineering-Partner der internationalen Automobilindustrie. Das Produkt- und Serviceangebot umfasst Hightech-Komponenten, Systeme und Automatisierungslösungen für den Fahrzeugbau sowie mechatronische Lösungen auf der Basis von Elektronik und Software aus Eigenentwicklungen. Unser Wachstums- und Leistungsanspruch lautet, zu den Besten in unserem Wettbewerbsumfeld zu gehören. Dabei konzentrieren wir uns auf die Durchsetzung von Preismaßnahmen, die Verbesserung der Produktionseffizienz und Maßnahmen im Bereich Einkauf.

Neben zahlreichen Energiesparmaßnahmen im Rahmen unseres kontinuierlichen Energieeffizienzprogramms und der Installation von regenerativen Energieerzeugungsanlagen haben wir einen Grünstromvertrag abgeschlossen, der die Stromversorgung aller deutschen Standorte aus erneuerbaren Energiequellen sichert.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war bei erhöhter Kundennachfrage weiterhin durch Herausforderungen in unserem Marktumfeld geprägt. Hierzu zählen zum Beispiel anhaltende Versorgungsengpässe bei elektronischen Halbleitern, damit verbundene erhöhte Beschaffungskosten, Preissteigerungen bei Zukaufteilen sowie gestiegene Energie- und Personalkosten. Diesen Herausforderungen sind wir mit einem strikten Kostenmanagement, der Verhandlung neuer Preiskonditionen und der Fortführung von Effizienzmaßnahmen begegnet. Des Weiteren haben wir im automobilen Seriengeschäft langfristige Rahmenaufträge gewonnen, die die zukünftige Auslastung unserer Werke weiter absichern und den Umsatz des Segments erhöhen werden.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Automotive Technology

Informationen zur Zusammensetzung des Segments im Zuge der Neuausrichtung des Portfolios zum 1. Oktober 2023 finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Strategie".

Auftragseingang und Umsatz deutlich gesteigert

Automotive Technology erzielte bei erhöhter Nachfrage einen deutlichen Anstieg des Auftragseingangs und des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr. Hierzu trugen positive Entwicklungen in nahezu alle Business Units bei. Hinzu kamen positive Effekte aus der Weitergabe von Preissteigerungen. Weiterhin begrenzend wirkte die eingeschränkte Verfügbarkeit elektronischer Vorprodukte.

Bereinigtes EBIT deutlich über Vorjahr

Das Bereinigte EBIT ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Diese Entwicklung wurde durch ein höheres Absatzvolumen, Preis- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen, Kostenentlastungen bei Transport und Einsatzmaterial sowie positive Einmaleffekte, unter anderem Settlement mit einem Lieferanten zu einem Qualitätsfall aus Vorjahren, gestützt. Gegenläufig wirkten Faktorkostenanstiege, insbesondere bei Zukaufteilen, Personal und Energie sowie Bildung einer Rückstellung für Qualitätskosten.

Höhere Nachfrage, Preis- und Effizienzmaßnahmen sowie positive Einmaleffekte unterstützen Ergebnisanstieg

Sondereffekte

Im Berichtszeitraum wurden Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen im Wesentlichen im Bereich Steering, insbesondere aufgrund reduzierter Ertragserwartungen infolge der eingetrübten Konjunkturlage, vorgenommen. Hinzu kamen Restrukturierungsaufwendungen bei Bilstein.

Investitionen

Im Bereich Steering haben wir weiter in auftragsbezogene Projekte für elektrisch unterstützte Lenksysteme investiert, unter anderem in China, Mexiko und Europa, und hier speziell in Ungarn. Bei Bilstein lag der Schwerpunkt des Ausbaus bei auftragsbezogenen Fertigungskapazitäten in Rumänien und Mexiko. Des Weiteren haben wir auftragsbezogen in die Produktion von Schiebenockenwellen und Zylinderkopfhauben investiert. Durch unsere Investitionen in zukunftsgerichtete Produkte und kundennahe Fertigungen in wirtschaftlich attraktiven Regionen wollen wir Wachstumschancen wahrnehmen und das Erreichen unserer Kosten- und Profitabilitätsziele unterstützen.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Automotive Technology

Steel Europe

Als größter deutscher Stahlproduzent konzentriert sich Steel Europe auf das Marktsegment für hochwertigen Qualitätsflachstahl und gehört hier zu den bedeutsamen Anbietern. Im Rahmen seiner Transformation hin zu einer klimaneutralen Stahlherstellung plant Steel Europe, Ende 2026 seine erste wasserstofffähige Direktreduktionsanlage in Betrieb zu nehmen.

12,4 Mrd € Umsatz

26.822 Mitarbeiter weltweit

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Steel Europe

STEEL EUROPE IN ZAHLEN

2021/2022 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 11.811 12.189 3
Umsatzerlöse Mio € 13.156 12.375 - 6
EBITDA Mio € 1.579 687 - 56
EBIT Mio € 887 - 1.694 -
Bereinigtes EBIT 1) Mio € 1.200 320 - 73
Bereinigte-EBIT-Marge % 9,1 2,6 -
Investitionen Mio € 630 911 45
Mitarbeiter (30.9.) 26.304 26.822 2
4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 2.844 2.243 - 21
Umsatzerlöse Mio € 3.538 2.864 - 19
EBITDA Mio € 348 114 - 67
EBIT Mio € 283 - 1.716 -
Bereinigtes EBIT 1) Mio € 221 54 - 76
Bereinigte-EBIT-Marge % 6,2 1,9 -
Investitionen Mio € 193 388 ++
Mitarbeiter (30.9.) 26.304 26.822 2

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Steel Europe ist der größte deutsche Stahlproduzent. Das Segment konzentriert sich auf attraktive Teilmärkte für hochwertigen Qualitätsflachstahl und gehört hier zu den bedeutsamen Anbietern im Kernmarkt Europa. Unsere Produktpalette umfasst Warmband, Feinblech, Premium-Bandbleche, oberflächenveredelte Produkte, Weißblech, Mittelband sowie kornorientiertes und nicht kornorientiertes Elektroband in einem breiten Gütespektrum - jeweils in einer herkömmlichen und einer CO 2 -reduzierten Variante. Die wichtigsten Abnehmer der Produkte sind der Automobil- und der Maschinenbau, der Energiesektor, die metallverarbeitende Industrie und die Bauwirtschaft. Unsere Stärken sehen wir in der Erarbeitung kundenspezifischer Lösungen sowie in unserem technischen Know-how, das auf langjähriger Erfahrung beruht. Ein kontinuierliches Qualitätsmanagement und vielfältige Initiativen zur Verbesserung unserer Prozesse sind integrale Bestandteile unserer Arbeit.

Mit der weiteren Umsetzung der Stahlstrategie 20-30 wollen wir ein noch werthaltigeres Produktportfolio bei gleichzeitig optimierter Kostenstruktur erreichen. Ziel ist es, dadurch unsere operative Leistungsfähigkeit deutlich zu steigern und zu den Besten im Wettbewerb zu gehören. Wir investieren in die effizientere Ausgestaltung der Kernaggregate unseres Produktionsnetzes und unserer Standorte generell; dabei berücksichtigen wir insbesondere die wachsenden Anforderungen der Automobilkunden und einzelner Industriebereiche - von crashrelevanten Blechen für die Sicherheitsarchitektur der Fahrzeuge über verbesserte Oberflächen bis hin zu dünneren und leistungsfähigeren Stählen für die Elektromobilität und die Energiewende.

Im Rahmen der Transformation hin zu einer klimaneutralen Stahlherstellung planen wir, bis Ende 2026 unsere erste perspektivisch mit grünem Wasserstoff betriebene Direktreduktionsanlage mit einer Kapazität von 2,5 Mio t direkt reduziertem Eisen in Betrieb zu nehmen. Bis spätestens 2030 wollen wir die Produktionskapazität für klimafreundliche Stähle auf 5 Mio t erweitern. Dies entspräche einer CO 2 -Minderung von deutlich mehr als 30 % gegenüber dem Referenzjahr 2018. Im Juli 2023 haben wir die Zusage zur Förderung der ersten Direktreduktionsanlage einschließlich Einschmelzaggregate erhalten. Von der Gesamtförderung in Höhe von rund 2 Mrd € übernimmt die Bundesregierung 70 %, das Land Nordrhein-Westfalen 30 %. Damit ist der Grundstein für unseren Einstieg in die grüne Transformation gelegt.

Rückläufige Marktpreise belasten Umsatzentwicklung

Unter dem Eindruck des Kriegs in der Ukraine und der Energiekrise startete Steel Europe - ausgehend von einem niedrigen Niveau - mit Aufwärtstendenzen beim Auftragseingang und beim Umsatz in das Berichtsjahr. Während die allgemeine Wirtschaftsentwicklung das Bild zunächst noch trübte, stieg die Nachfrage insbesondere aus der Automobilindustrie angesichts abnehmender Liefer- und Materialengpässe zeitweise an. Im weiteren Verlauf des 1. Halbjahres 2022 / 2023 lösten verbesserte Konjunkturprognosen sowie notwendige Lagerergänzungen kurzfristige Nachfragesteigerungen aus. Dies wirkte sich auch positiv auf die Entwicklung der Spotmarktpreise in der EU aus. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres gaben die Preise unter dem Eindruck der konjunkturellen Eintrübung und der entsprechend sinkenden Nachfrage wieder nach. Zusätzlich belasteten die ab April 2023 deutlich gestiegenen Flachstahleinfuhren aus Drittländern die Preisentwicklung.

Beim Auftragseingang wurde im Geschäftsjahr 2022 / 2023 das Vorjahresvolumen um 15 % und damit deutlich übertroffen. Insbesondere im 1. Halbjahr profitierte er von der allgemeinen Nachfragebelebung in der Automobilindustrie und im Bausektor. Die Auftragseingänge aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie aus dem Energiesektor blieben hingegen unter den zum Teil hohen Vorjahreswerten. Der Wert der Bestellungen war im Geschäftsjahr 2022 / 2023 insgesamt höher als im Vorjahr. Wegen abnehmender Durchschnittserlöse fiel der Zuwachs im Gesamtjahr mit 3 % moderater aus als beim Auftragseingang. Im Jahresverlauf ist insgesamt ein rückläufiger Trend zu verzeichnen.

Beim Umsatz verzeichnete Steel Europe einen Rückgang um 6 % auf 12,4 Mrd €. Eine wesentliche Ursache war das Erlösniveau, das aufgrund deutlich gefallener Spotmarktpreise 5 % niedriger war als im Vorjahr. Dank des hohen Anteils langfristiger Kontraktgeschäfte konnte ein stärkerer Erlösrückgang jedoch verhindert werden. Die Versandmengen blieben hingegen mit 9,4 Mio t stabil auf Vorjahresniveau. Dabei gelang es, den Absatz sowohl an die Automobilindustrie als auch an Industriekunden nach einem schwachen 1. Quartal in den nachfolgenden Quartalen zu steigern, sodass für beide Branchen im Gesamtjahr ein Plus gegenüber dem Vorjahr verbucht werden konnte. Dagegen haben eine schwache Nachfrage in der EU und stark gestiegene Importe insbesondere im 4. Quartal zu deutlichen Absatzeinbußen im Bereich Packaging Steel geführt. Ausgehend von einem hohen Vorjahresniveau gingen auch die Lieferungen von Electrical Steel im Berichtsjahr zurück.

Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen der Hüttenwerke Krupp Mannesmann lag mit 10,4 Mio t um 2 % unter dem Wert des Vorjahres. Dabei fiel die Ausbringung lediglich im 1. Quartal 2022 / 2023 unter das vergleichsweise hohe Vorjahresvolumen. In den übrigen Quartalen konnte die Produktion sukzessive gesteigert werden. Während die Rohstahlproduktion durch keine größeren Störungen beeinträchtigt wurde, kam es bei einigen Anlagen nachgelagerter Wertschöpfungsstufen im Jahresverlauf wegen technischer Störungen zu vorübergehenden Produktionsbeschränkungen. Dementsprechend ging die Walzstahlerzeugung für Kunden leicht zurück, um 1 % auf 9,4 Mio t.

Versandmengen stabil trotz konjunktureller Eintrübung

Bereinigtes EBIT signifikant unter Vorjahr

Ausgehend von einem Vorjahresergebnis auf Rekordniveau verzeichnete Steel Europe im Berichtsjahr einen signifikanten Ergebnisrückgang. Im 1. Halbjahr belasteten insbesondere noch hohe in den Beständen gebundene nachlaufende Rohstoff- und Energiekosten. Im weiteren Jahresverlauf konnte das Ergebnis dann deutlich gesteigert werden, blieb allerdings auch wegen der rückläufigen Erlöse, insbesondere ab dem 2. Halbjahr, signifikant unter dem Vorjahresniveau. Effekte aus den fortschreitenden Restrukturierungen und dem laufenden Performanceprogramm wirkten nach wie vor unterstützend.

Sondereffekte

Aus der Bewertung der CO 2 -Termingeschäfte wurden im Berichtsjahr Erträge in Höhe von 58 Mio € berücksichtigt. Mit Beginn des Geschäftsjahres 2022 / 2023 wurde das Hedge Accounting für CO 2 -Termingeschäfte aufgegeben. Die bei diesen Termingeschäften angefallenen Marktwertschwankungen werden nunmehr erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Eine Bereinigung als Sondereffekt erfolgte erstmals mit Beginn des Geschäftsjahres 2022 / 2023. Des Weiteren wurden Sondereffekte für Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen von insgesamt 2.111 Mio € berücksichtigt; sie resultierten im Wesentlichen aus höheren Kapitalkosten sowie aus den Implikationen der zunehmend eingetrübten Konjunkturlage auf die kurz-, mittel-, und langfristigen Ertragserwartungen vor dem Hintergrund eines stahlindustriespezifischen Konjunkturzyklus.

Investitionen

Nach Genehmigung des vorzeitigen Beginns der Maßnahme und Vergabe des Auftrags für den Bau einer wasserstoffbetriebenen Direktreduktionsanlage mit zwei integrierten elektrischen Einschmelzern und zugehörigen Nebenaggregaten am Standort Duisburg im 2. Quartal 2022 / 2023, haben wir im Juli 2023 die Förderungszusage durch Bund und Land für das Gesamtprojekt erhalten. Die Rückbauarbeiten und Vorbereitung des Baufelds verlaufen nach Plan und werden voraussichtlich weitestgehend im 1. Quartal 2023 / 2024 abgeschlossen. Der Baubeginn ist im 2. Quartal 2023 / 2024 vorgesehen.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Feuerbeschichtungsanlage (FBA 10) am Standort Dortmund im Geschäftsjahr 2022 / 2023 folgen wir der Nachfrage der Automobilhersteller nach höherwertigen feuerbeschichteten Produkten. Darüber hinaus befindet sich die neue Veredelungsanlage (VA 13) des Bereichs Packaging Steel in Andernach, mit der spezialverchromtes Weißblech nach höheren Umweltstandards produziert werden soll, in der Hochlaufphase.

Bei den Großinvestitionen der Stahlstrategie 20-30 schreiten die Vorbereitungen des Baufelds für den Umbau der Gießwalzanlage in Duisburg-Bruckhausen voran. Beim Neubau des Doppelreversiergerüsts in Bochum wurde die Montage zum Ende des Geschäftsjahres 2022 / 2023 bis auf Restarbeiten abgeschlossen und die Inbetriebnahme gestartet. Beim Neubau der Glüh-Isolierlinie in Bochum haben die Montagetätigkeiten begonnen. Mit den Großinvestitionen in Bochum schaffen wir aus unserer Sicht gute Voraussetzungen dafür, die Entwicklungen des Marktes für Elektromobilität zu begleiten und der steigenden Nachfrage nach hochwertigem Elektroband nachzukommen.

Marine Systems

thyssenkrupp Marine Systems ist eines der weltweit führenden Marineunternehmen und Systemanbieter im Unter- und Überwasserschiffbau sowie im Bereich maritimer Elektronik und Sicherheitstechnologie. Seinen Kunden bietet Marine Systems weltweit maßgeschneiderte Lösungen für hochkomplexe Herausforderungen in einer sich verändernden Welt.

1,8 Mrd € Umsatz

7.772 Mitarbeiter weltweit

MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN

2021/2022 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 4.232 959 - 77
Umsatzerlöse Mio € 1.831 1.839 0
EBITDA Mio € 89 141 59
EBIT Mio € 24 77 ++
Bereinigtes EBIT Mio € 32 80 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,7 4,4 -
Investitionen Mio € 131 124 - 5
Mitarbeiter (30.9.) 6.943 7.772 12
4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 320 572 78
Umsatzerlöse Mio € 567 349 - 38
EBITDA Mio € 37 48 30
EBIT Mio € 20 29 46
Bereinigtes EBIT Mio € 20 30 54
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,4 8,6 -
Investitionen Mio € 77 57 - 26
Mitarbeiter (30.9.) 6.943 7.772 12

Marine Systems ist ein weltweit führender Hersteller von konventionellen U-Booten, Marineschiffen und Marineelektronik und bietet Services für die Marinen über den gesamten Produktlebenszyklus an. Als vollintegriertes Systemhaus (Plattform, Elektronik, Integration sowie Dienstleistungen) entwickeln und fertigen wir ganzheitliche Lösungen aus einer Hand für unsere Kunden, sowohl in Deutschland als auch im Land des Kunden. Darüber hinaus arbeiten wir an der Weiterentwicklung und am Ausbau unseres Portfolios - insbesondere im zivilen Bereich, hier wollen wir die von uns entwickelten Technologien und unser Marine-Know-how zur Anwendung bringen. Die für die kommenden zehn Jahre prognostizierte steigende Nachfrage in unseren Kernsegmenten, die langfristigen geostrategischen Entwicklungen, die "Zeitenwende" sowie die aktuelle politische Lage sehen wir als Wachstumschance für unsere bestehende Produktpalette, aber auch als Chance für die Vermarktung neuer Produkte in hohen Reifestadien.

In den vergangenen Jahren haben wir bereits konsequent auf die Weiterentwicklung und Optimierung unserer Projektabwicklung und Profitabilität gesetzt. Dazu investieren wir unter anderem umfangreich in die Modernisierung des Werftstandorts Kiel. Mit der Akquise der Fertigungsstätte in Wismar haben wir die Weichen gestellt, um dem Marktwachstum in allen Bereichen gerecht zu werden. Gleichzeitig wollen wir unsere Abläufe, Instrumente und Strukturen entlang der gesamten Wertschöpfungskette optimieren und uns effizienter aufstellen. Um auch das sich abzeichnende Auftragswachstum bedienen zu können, haben wir ein Transformations- und Wachstumsprogramm entwickelt, mit dem wir das gesamte Unternehmen auf die zukünftigen Aufgaben ausrichten.

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 haben wir auf die systematische Erreichung der ESG-Ziele durch Förderung verschiedener Einzelmaßnahmen gesetzt. Unter anderem haben wir unsere Energieverbräuche und CO 2 -Emissionen durch Energieeffizienzsteigerungen weiter reduziert. Zudem setzen wir auf hohe Transparenz unserer ethischen und moralischen Geschäftsstandards im Exportgeschäft und investieren in nachhaltige Innovationen und Technologien im maritimen Sektor.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Marine Systems

Stabile Umsatzentwicklung durch abgelieferte und schlussgerechnete Einheiten -Auftragseingang deutlich unter Vorjahr

Im Gegensatz zu den beiden sehr starken Vorjahren konnten wir im Berichtszeitraum keinen Auftragseingang im Neubau verzeichnen, sondern lediglich Erweiterungen der Bestandsaufträge. Der Bereich Services konnte hingegen seine Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahr stark verbessern, im Bereich Marineelektronik befanden sich die Auftragseingänge auf Vorjahresniveau.

Der Umsatz lag im Berichtszeitraum auf dem Niveau des Vorjahres. Dazu trug bei, dass wir unsere Schlussrechnungen für die Ablieferung von zwei Fregatten an einen nordafrikanischen Kunden im 1. und 3. Quartal sowie für die Ablieferung eines U-Bootes an einen asiatischen Kunden, ebenfalls im 3. Quartal, gestellt haben. Zudem konnten die Bereiche Services und Marineelektronik leicht zulegen. Der Auftragsbestand betrug zum Bilanzstichtag dank der starken Auftragseingänge der vergangenen Jahre 12,6 Mrd € - weiterhin ein sehr solides Fundament für unseren Wachstumskurs.

Bereinigtes EBIT erneut deutlich über Vorjahr

Das Bereinigte EBIT ist im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr erneut stark gestiegen und setzte somit seine positive Entwicklung fort. Dazu beigetragen haben vor allem die oben erwähnten Schlussrechnungen für Ablieferungen, eine robuste Entwicklung in den Bereichen Services und Marineelektronik sowie Maßnahmen zur Verbesserung der operativen Performance und zur Kostenreduktion.

Erneute Steigerung des Bereinigten EBIT

Sondereffekte

Die Sondereffekte ergaben sich im Wesentlichen aus der Wertminderung des Buchwerts einer Joint-Venture-Beteiligung sowie aus Rückstellungen für Restrukturierungen. Darüber hinaus wurden Aufwendungen im Rahmen der geplanten Verselbstständigung berücksichtigt.

Investitionen

Die Modernisierung der Werft am Standort Kiel mit dem Ziel der Optimierung der Projektabwicklung, Erhöhung der Effizienz, Schaffung der technischen Voraussetzung für die Fertigung größerer Boote entsprechend dem Markttrend sowie einer nachhaltigen Verbesserung der Profitabilität haben wir fortgesetzt. Zudem konnte mit der Übergabe der neuen Schiffbauhalle an den Fertigungsbereich im Juli ein großer Meilenstein erreicht werden. Darüber hinaus haben wir am Standort Wismar damit begonnen, die Werft in unseren Werftenverbund zu integrieren und auf den Regelbetrieb vorzubereiten.

Multi Tracks

Geschäfte mit unterschiedlichen Potenzialen und Entwicklungspfaden: Im Geschäftsjahr 2022/2023 befanden sich sechs Geschäfte im Portfolio von Multi Tracks: zwei Anlagenbauer, zwei Automobilzulieferer und thyssenkrupp nucera, ein Tochterunternehmen im Zukunftsmarkt Wasserstoff sowie die Elevator-Beteiligung.

3,2 Mrd € Umsatz

13.619 Mitarbeiter weltweit

MULTI TRACKS IN ZAHLEN

2021/2022 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 6.499 3.735 - 43
Umsatzerlöse Mio € 4.101 3.167 - 23
EBITDA Mio € -17 - 88 -
EBIT Mio € - 143 - 160 -12
Bereinigtes EBIT Mio € - 173 - 132 24
Bereinigte-EBIT-Marge % - 4,2 - 4,2 -
Investitionen Mio € 59 52 -12
Mitarbeiter (30.9.) 12.892 13.619 6
4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 1.724 756 - 56
Umsatzerlöse Mio € 839 829 -1
EBITDA Mio € 71 - 42 -
EBIT Mio € 28 - 61 -
Bereinigtes EBIT Mio € - 77 - 58 24
Bereinigte-EBIT-Marge % - 9,1 - 7,0 -
Investitionen Mio € 24 24 -1
Mitarbeiter (30.9.) 12.892 13.619 6

Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2022 / 2023

Ein Schwerpunkt unserer Aktivitäten war die Weiterentwicklung des Wasserstoffgeschäfts thyssenkrupp nucera, einem der weltweit führenden Anbieter von Elektrolyseanlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Mit der Zulassung zum regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse haben wir thyssenkrupp nucera am 7. Juli 2023 erfolgreich an die Börse gebracht. Aus dem Börsengang floss thyssenkrupp nucera ein Bruttoerlös in Höhe von rund 526 Mio € zu. Der Erlös wird in das weitere Wachstum des Wasserstoffgeschäfts investiert. Durch die Ausübung der Greenshoe-Option flossen thyssenkrupp im Zusammenhang mit dem Börsengang zusätzliche Bruttoerlöse von rund 52 Mio € zu. thyssenkrupp bleibt mit 50,2 % an der Wasserstofftochter beteiligt.

Darüber hinaus bestimmten zwei Handlungsfelder der thyssenkrupp Strategie die Aktivitäten des Segments Multi Tracks: Portfolio und Performance.

Portfolio: Sowohl für die Business Unit Automation Engineering als auch für die Business Unit Springs & Stabilizers sind wir mit potenziellen Kaufinteressenten im Gespräch. Unsere Anlagenbauer, die Business Units Uhde und Polysius, streben eine Ausweitung des Geschäftsvolumens mit grünen Technologien an und fokussieren sich weiterhin auf den Ausbau nachhaltiger Technologien und Projekte. Insgesamt hat das Segment Multi Tracks seit seiner Gründung mit den getätigten Transaktionen die Nettofinanzposition von thyssenkrupp um mehr als 1,4 Mrd € gestärkt.

Performance: Im Berichtsjahr wurden die eingeleiteten Maßnahmen zur Performancesteigerung konsequent weiterverfolgt und führten in der Mehrzahl der Geschäftsbereiche zu einer Ergebnisverbesserung. Der gegenüber dem Vorjahr deutlich reduzierte Verlust beim Bereinigten EBIT des Segments Multi Tracks beinhaltet außerordentliche Belastungen in Form von Fehlleistungskosten bei Großprojekten und einen negativen Einfluss der sich nur langsam erholenden Automobilkonjunktur auf die Ergebnisentwicklung.

Im Zuge der Neuausrichtung des Portfolios wurde das Segment zum 1. Oktober 2023 aufgelöst und die Business Units neu zugeordnet.

Weitere Informationen finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Strategie".

Strukturbereinigt niedrigerer Auftragseingang bei höherem Umsatz als im Vorjahr

Der Auftragseingang der weiterverfolgten Geschäftsbereiche von Multi Tracks lag im Berichtsjahr deutlich unter dem des Vorjahres. Diese Entwicklung ist insbesondere auf die im Vorjahr stark ausgeprägte Nachfrage im Anlagenbau zurückzuführen. Der Auftragseingang von Uhde lag trotz eines guten Niveaus unter dem des Vorjahres, das von einem Großauftrag für den Bau einer Ammoniakproduktionsanlage in Katar geprägt war. Polysius konnte durch den Ausbau des Servicegeschäfts und einen in den USA gewonnenen Großauftrag den Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr steigern. Der Auftragseingang bei thyssenkrupp nucera lag erwartungsgemäß unter dem Rekordniveau des Vorjahres, welches durch die Vergabe größerer Wasserstoff-Projekte in Saudi-Arabien und in den Niederlanden besonders positiv beeinflusst war. Springs & Stabilizers erzielte aufgrund der Weitergabe von Faktorpreiserhöhungen einen Auftragseingang über dem Vorjahresniveau. Automation Engineering erreichte beim Auftragseingang ein gutes Niveau, blieb aber unter dem sehr guten Auftragseingang des Vorjahres.

Strukturbereinigt lag der Umsatz von Multi Tracks im Berichtsjahr aufgrund des höheren Auftragseingangs in der Vorperiode deutlich über dem des Vorjahres. Der deutliche Umsatzanstieg bei Uhde resultierte im Wesentlichen aus laufenden (Groß-)Projekten. Auch Polysius wies im Berichtsjahr einen deutlichen Umsatzanstieg aus, der insbesondere durch das Neuanlagengeschäft in Indien und das Wachstum des Servicegeschäftes getrieben war. thyssenkrupp nucera verzeichnete dank des dynamischen Wachstums im Bereich Wasserelektrolyse erneut einen deutlichen Umsatzanstieg. Der Umsatz im Geschäftsbereich Springs & Stabilizers lag durch die Weitergabe von Faktorpreiserhöhungen deutlich über dem des Vorjahres. Auch Automation Engineering erzielte deutlich höhere Umsätze als im Vorjahr; Grund war der im Vorjahr gestiegene Auftragseingang.

Deutlich geringeres Minus beim Bereinigten EBIT

Im Berichtsjahr blieb das Bereinigte EBIT negativ, allerdings verbesserte es sich im Vergleich zum Vorjahr in der Mehrzahl der Geschäftseinheiten. Trotz des Entfalls der positiven Ergebnisbeiträge der im Vorjahr veräußerten Geschäfte konnte das Bereinigte EBIT insgesamt verbessert werden.

Uhde konnte dank geringerer Fehlleistungskosten und eines höheren Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr das Ergebnis verbessern, es blieb aber negativ. Polysius schloss das Berichtsjahr mit einem positiven Bereinigten EBIT und somit deutlich besser als im Vorjahr ab. Positive Umsatzeffekte und deutlich reduzierte Fehlleistungskosten stellten neben dem Entfall negativer Einmaleffekte im Vorjahr sowie positiver Einmaleffekte im Berichtsjahr die wesentlichen Gründe der Verbesserung dar.

Der Ergebnisbeitrag von thyssenkrupp nucera ist weiterhin positiv und lag deutlich über dem des Vorjahres. Wesentliche Gründe für die Verbesserung waren die profitable Verumsatzung des wachsenden Neugeschäfts sowie die verbesserte Projektabwicklung, die teilweise durch die Kosten für den Aufbau der Strukturen für ein börsennotiertes Unternehmen sowie höhere Entwicklungskosten zur Absicherung des angestrebten Wachstums kompensiert wurden.

Das Bereinigte EBIT von Automation Engineering lag unter dem des Vorjahres. Höhere Fehlleistungskosten in einzelnen Großprojekten übertrafen die positiven Umsatz- und Beschäftigungseffekte. Der Geschäftsbereich Springs & Stabilizers verbesserte sein negatives Ergebnis signifikant, wesentlich beeinflusst durch die Weitergabe inflationsbedingter Material- und Energiepreissteigerungen sowie durch die Verbesserung der operativen Effizienz. Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen wirkten in nahezu allen Einheiten weiter verlustreduzierend.

Die Mehrzahl der Geschäftseinheiten konnten ihr Bereinigtes EBIT im Vergleich zum Vorjahr verbessern

Sondereffekte

Wesentliche Sondereffekte ergaben sich aus Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Börsengang der thyssenkrupp nucera, Wertminderungen im Zuge der Entflechtung des vormals integrierten Anlagenbaus sowie Restrukturierungsrückstellungen. Hinzu kamen Aufwand aus einer im Nachgang zum Verkauf des Edelstahlgeschäfts getroffenen vertraglichen Vereinbarung mit dem Erwerber sowie Wertminderungen im Anlagevermögen bei Springs & Stabilizers. Zusätzlich wurde ein Ertrag aus der finalen Kaufpreisberechnung des Mininggeschäfts erzielt.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Multi Tracks waren im Vergleich zum Vorjahr strukturbereinigt höher. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen bei thyssenkrupp nucera die Investitionen, um das angestrebte Wachstum zu begleiten. In allen Geschäften wurden fortlaufend Investitionen für den Substanzerhalt und die Absicherung der Marktposition getätigt.

Bereich Corporate Headquarters der thyssenkrupp AG

Der Konzern wird zentral von der thyssenkrupp AG geführt. Hier sind die wesentlichen Verwaltungseinheiten gebündelt. Im Bereich Corporate Headquarters sind die Verwaltungseinheiten der Hauptverwaltung in Deutschland mit den einzelnen Konzernfunktionen und die ausländischen Plattformen (Regions) zusammengeführt. Der Bereich Regions umfasst vier große regionale Plattformen: APA (Asien/Pazifik/Afrika), Nordamerika, Südamerika und den Großraum China.

Das Bereinigte EBIT von Corporate Headquarters belief sich im Geschäftsjahr 2022 / 2023 auf -169 Mio € und hat sich somit gegenüber dem Vorjahreswert verringert. Dies resultierte im Wesentlichen aus höheren Aufwendungen infolge von Anpassungen von Rückstellungen für aktienbasierte Vergütung. Die sonstigen Verwaltungskosten lagen auf Vorjahresniveau.

Corporate Headquarters mit geringerem Bereinigten EBIT

Sondereffekte

Sondereffekte ergaben sich bei Corporate Headquarters im Wesentlichen aus Aufwendungen im Zusammenhang mit M & A-Transaktionen.

Investitionen

Bei Corporate Headquarters wurden im Geschäftsjahr 2022 / 2023 keine wesentlichen Investitionen getätigt.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im Berichtsjahr insgesamt um 9 % deutlich unter dem Vorjahr. Hier standen Rückgängen insbesondere als Folge der im Vorjahr noch enthaltenen Umsatzerlöse aus den entkonsolidierten Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Mining sowie der deutlichen, überwiegend preisbedingten Umsatzverringerung bei den Geschäften in den Segmenten Materials Services und Steel Europe Umsatzsteigerungen hauptsächlich bei den Geschäften im Segment Automotive Technology sowie den verbliebenen Geschäften im Segment Multi Tracks gegenüber. Gleichzeitig verminderten sich die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten unter Berücksichtigung der erwähnten Entkonsolidierungen und darüber hinausgehend gesunkener Materialaufwendungen, hier erfasster positiver Effekte aus CO 2 -Termingeschäften sowie der im 4. Quartal des Berichtsjahres in Höhe von 1.634 Mio € im Segment Steel Europe und in der Einheit Special Units berücksichtigten Wertminderungsaufwendungen im Vergleich zur Umsatzentwicklung mit 2 % insgesamt deutlich unterproportional. Entsprechend lagen im Berichtsjahr der Bruttogewinn vom Umsatz mit 2.658 Mio € sowie die Brutto-Umsatzmarge mit 7,1 % jeweils sehr deutlich unter Vorjahr.

Die Abnahme der Forschungs- und Entwicklungskosten resultierte vor allem aus gesunkenen Beratungsaufwendungen; erhöhend wirkten Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 7 Mio € im 4. Quartal des Berichtsjahres im Segment Steel Europe. Der Rückgang der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten betraf im Wesentlichen gesunkene verkaufsbezogene Fracht-, Versicherungs- und Zollaufwendungen sowie geringere Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte; gegenläufig wirkten insbesondere im 4. Quartal des Berichtsjahres im Segment Steel Europe in Höhe von 22 Mio € erfasste Wertminderungsaufwendungen. Die Zunahme der allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten war hauptsächlich durch Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 125 Mio € im 4. Quartal des Berichtsjahres im Segment Steel Europe sowie höhere Personal- und Beratungsaufwendungen beeinflusst; gegenläufig wirkten insbesondere rückläufige IT-Aufwendungen. Wesentliche Ursachen für den Rückgang der sonstigen Erträge der fortgeführten Aktivitäten waren verminderte Versicherungsentschädigungen und Zuschüsse sowie gesunkene Erträge aus der Absicherung operativer Wechselkursrisiken. Die Abnahme der sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten resultierte insbesondere aus ergebniswirksamen Veränderungen von sonstigen Rückstellungen sowie aus niedrigeren Aufwendungen aus der Absicherung operativer Wechselkursrisiken. Zur deutlichen Verminderung der sonstigen Gewinne und Verluste der fortgeführten Aktivitäten trugen vor allem der Entfall der im Vorjahr enthaltenen Gewinne aus dem Verkauf der Veräußerungsgruppe Mining sowie niedrigere Gewinne aus dem Verkauf von Sachanlagen bei.

Das insgesamt deutlich rückläufige negative Finanzergebnis der fortgeführten Aktivitäten war hauptsächlich beeinflusst durch das verbesserte Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen der fortgeführten Aktivitäten, im Wesentlichen als Folge deutlich niedrigerer Verluste der Elevator-Beteiligung und höherer Gewinne bei einer chinesischen Beteiligung, das stark verbesserte Zinsergebnis für Netto-Finanzguthaben sowie die insgesamt höheren Erträge für die im Zusammenhang mit dem Verkauf der Aufzugaktivitäten erworbenen zinslosen Darlehen; gegenläufig wirkten insbesondere die gestiegenen Netto-Pensionsaufwendungen.

Die Zunahme der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der fortgeführten Aktivitäten war hauptsächlich Folge im Berichtsjahr erfasster Wertminderungsaufwendungen bei den aktiven latenten Steuern.

Unter Berücksichtigung von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich der Verlust aus fortgeführten Aktivitäten auf 1.986 Mio €, nach einem Gewinn von 1.212 Mio € im Vorjahr. Das den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Ergebnis je Aktie bezogen auf das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten verminderte sich entsprechend sehr stark um 5,14 € auf einen Verlust von 3,33 €. Der Rückgang des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten war Folge des Wegfalls der im 2. Quartal des Vorjahres erfassten nachlaufenden Erträge aufgrund einer Vereinbarung mit dem Erwerber der im Geschäftsjahr 2019 / 2020 veräußerten Aufzugaktivitäten über die Auflösung gegenseitiger Ansprüche und Verpflichtungen aus Steuergarantien. Unter Berücksichtigung des Ergebnisses der nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) ergab sich im Berichtsjahr ein Jahresfehlbetrag von 1.986 Mio €, gegenüber einem Jahresüberschuss von 1.220 Mio € im Vorjahr. Entsprechend verminderte sich das Ergebnis je Aktie sehr stark um 5,15 € auf einen Verlust von 3,33 €.

thyssenkrupp Konzern - Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie
in €
2021/2022 2022/2023
Umsatzerlöse 41.140 37.536
Umsatzkosten - 35.479 - 34.878
Bruttoergebnis vom Umsatz 5.660 2.658
Forschungs- und Entwicklungskosten - 246 - 239
Vertriebskosten - 2.518 - 2.417
Allgemeine Verwaltungskosten - 1.537 - 1.686
Sonstige Erträge 375 303
Sonstige Aufwendungen - 191 - 88
Sonstige Gewinne und Verluste 230 12
Betriebliches Ergebnis 1.772 - 1.457
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen - 245 - 38
Finanzierungserträge 1.291 896
Finanzierungsaufwendungen - 1.431 - 984
Finanzergebnis - 385 - 126
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 1.387 - 1.583
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 175 - 403
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 1.212 - 1.986
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 9 0
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 1.220 - 1.986
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 1.136 - 2.072
Nicht beherrschende Anteile 85 86
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 1.220 - 1.986
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 1,81 - 3,33
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 1,82 - 3,33

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Analyse der Bilanz

Die langfristigen Vermögenswerte lagen insgesamt sehr deutlich unter Vorjahr. Die Abnahme der immateriellen Vermögenswerte resultierte hauptsächlich aus den im 4. Quartal des Berichtsjahres im Segment Steel Europe in Höhe von 31 Mio € berücksichtigten Wertminderungsaufwendungen. Der starke Rückgang bei den Sachanlagen resultierte hauptsächlich aus den im Berichtsjahr in Höhe von 2.099 Mio € erfassten Wertminderungsaufwendungen im Segment Steel und in der Einheit Special Units sowie aus der Währungsumrechnung. Der Rückgang der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen betraf im Wesentlichen die auch durch wesentliche Wechselkurseffekte beeinflusste Fortschreibung der im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung hier erfassten mit Stimmrechten ausgestatteten Stammaktien an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Die Zunahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte resultierte insbesondere aus der Fortschreibung der im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung hier erfassten zinslosen Darlehen. Der Anstieg der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte war hauptsächlich Folge höherer geleisteter Anzahlungen auf Sachanlagen. Die Abnahme der latenten Steuern betraf insbesondere Wertminderungsaufwendungen.

Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen ebenfalls sehr deutlich unter Vorjahr. Die hier enthaltene starke Abnahme der Vorräte war insbesondere durch die Geschäfte im Segment Steel Europe verursacht; darüber hinaus ergaben sich wesentliche Verminderungen bei den Geschäften im Segment Materials Services. Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultierte hauptsächlich aus den Geschäften im Segment Materials Services; hinzu kamen insbesondere Abnahmen bei den Geschäften im Segment Steel Europe. Der Rückgang der Vertragsvermögenswerte war vor allem Folge der Abwicklung von Fertigungsaufträgen in den Marinegeschäften. Die Verminderung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte betraf im Wesentlichen die Bilanzierung von Währungs- und Warenderivaten sowie gesunkene Rabattansprüche. Der Anstieg der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte betraf hauptsächlich erhöhte Vorauszahlungen und gestiegene Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern. Die Abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente war im Wesentlichen Folge der im März 2023 erfolgten Rückzahlung einer Anleihe sowie der Investitionsauszahlungen der fortgeführten Aktivitäten; gegenläufig wirkte vor allem der im Berichtsjahr stark positive Operating Cashflow der fortgeführten Aktivitäten sowie die Einzahlungen im Zusammenhang mit dem Börsengang von thyssenkrupp nucera im Juli 2023.

Das Eigenkapital verringerte sich zum 30. September 2023 gegenüber dem Vorjahr insgesamt sehr deutlich auf 12.693 Mio €. Hauptursache war der sehr hohe Jahresfehlbetrag im Berichtsjahr. Minderungen ergaben sich darüber hinaus insbesondere durch im sonstigen Ergebnis erfasste Verluste aus der Währungsumrechnung und aus Wertminderungen bei Finanzinstrumenten sowie die Dividendenzahlungen der thyssenkrupp AG; gegenläufig wirkten vor allem die Einzahlungen im Zusammenhang mit dem Börsengang von thyssenkrupp nucera sowie im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne aus der Neubewertung der Pensionen als Folge gestiegener Zinssätze insbesondere in Deutschland, USA und UK. Die Eigenkapitalquote lag mit 38 % leicht unter Vorjahr.

Für die sehr deutliche Abnahme der langfristigen Verbindlichkeiten waren hauptsächlich zwei Effekte verantwortlich: Einerseits ergab sich eine Verringerung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen vor allem durch über den Zuführungen liegende Pensionsauszahlungen sowie die aus der Neubewertung der Pensionen resultierenden Gewinne als Folge der gestiegenen Zinssätze insbesondere in Deutschland, USA und UK. Andererseits gingen die Finanzschulden insbesondere durch die Umgliederung einer im Februar 2024 fälligen Anleihe in kurzfristige Finanzschulden deutlich zurück.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten lagen insgesamt unter Vorjahr. Der Rückgang bei den sonstigen Rückstellungen wurde insbesondere durch über den Zuführungen liegende Inanspruchnahmen und Auflösungen beeinflusst. Die eingetretene Zunahme der Finanzschulden war hauptsächlich Folge der erwähnten Umgliederung einer Anleihe aus den langfristigen Finanzschulden; gegenläufig wirkte die Rückzahlung einer Anleihe im März 2023. Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betraf vor allem die Geschäfte in den Segmenten Materials Services und Steel Europe. Die Abnahme der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten resultierte hauptsächlich aus der Bilanzierung von Währungs- und Warenderivaten. Der Anstieg der Vertragsverbindlichkeiten war insbesondere Folge der Abwicklung von Fertigungsaufträgen im Segment Multi Tracks. Der insgesamt eingetretene Rückgang der sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten resultierte hauptsächlich aus geringeren Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern verbunden mit gesunkenen Verbindlichkeiten, die den Personalbereich betreffen.

Konzern - Bilanz

thyssenkrupp

AKTIVA

Mio € 30.9.2022 30.9.2023
Immaterielle Vermögenswerte 1.872 1.828
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 6.748 4.954
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 642 382
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 863 980
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 304 634
Aktive latente Steuern 732 495
Langfristige Vermögenswerte 11.161 9.272
Vorräte 8.889 7.553
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.298 4.765
Vertragsvermögenswerte 1.895 1.758
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 701 568
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.745 1.867
Laufende Ertragsteueransprüche 159 168
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7.638 7.339
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 8 0
Kurzfristige Vermögenswerte 26.331 24.019
Summe Vermögenswerte 37.492 33.291

PASSIVA

Mio € 30.9.2022 30.9.2023
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen 4.777 2.972
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 1.167 608
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 14.202 11.838
Nicht beherrschende Anteile 540 854
Eigenkapital 14.742 12.693
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 5.812 5.474
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 226 258
Sonstige Rückstellungen 431 407
Passive latente Steuern 53 16
Finanzschulden 2.786 1.313
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 41 13
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 15 0
Langfristige Verbindlichkeiten 9.363 7.482
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 168 159
Sonstige Rückstellungen 1.268 1.112
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 150 144
Finanzschulden 1.195 1.712
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.807 4.270
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 980 906
Vertragsverbindlichkeiten 3.098 3.255
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1.722 1.558
Kurzfristige Verbindlichkeiten 13.387 13.117
Verbindlichkeiten 22.750 20.599
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 37.492 33.291

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Finanzierung

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Die Finanzierung des Konzerns, die grundsätzlich zentral in der Verantwortung der thyssenkrupp AG liegt und somit einen einheitlichen Auftritt auf den Kapitalmärkten ermöglicht, basiert auf einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Konzernunternehmen die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dadurch verringert sich das Fremdfinanzierungsvolumen und somit der Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Zudem kommen bei Bedarf auch derivative Finanzinstrumente zu Absicherungszwecken zum Einsatz. Ferner verfügen wir über fest zugesagte Kreditlinien, die wir in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch nehmen können; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 17 zu finden.

Im Rahmen der zentralen Finanzierung verfolgen wir das Ziel, unsere Verhandlungsposition gegenüber Banken und anderen Marktteilnehmern zu stärken und Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.

Netto-Finanzguthaben und verfügbare Liquidität

Das Netto-Finanzguthaben berechnet sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder sowie der kurzfristigen Fremdkapitalinstrumente (nachfolgend liquide Mittel) und der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Zum 30. September 2023 weist der Konzern bei liquiden Mitteln von 7,3 Mrd € abzüglich Brutto-Finanzschulden von 3,0 Mrd € ein Netto-Finanzguthaben in Höhe von 4,3 Mrd € aus. Das Netto-Finanzguthaben lag im Wesentlichen durch positive Effekte aus dem Free Cashflow (0,5 Mrd €) wie auch aus dem erfolgreich abgeschlossenen Börsengang der thyssenkrupp nucera, aus dem ein Mittelzufluss von 0,6 Mrd € (0,5 Mrd € Kapitalzuführung thyssenkrupp nucera; 0,1 Mrd € Ausübung Greenshoe-Option zu Gunsten thyssenkrupp) generiert werden konnte, über Vorjahresniveau (30. September 2022: 3,7 Mrd €).

Eine Anleihe über 1,0 Mrd € wurde bei Fälligkeit im März 2023 zurückgezahlt.

Die verfügbare Liquidität des Konzerns belief sich zum 30. September 2023 auf 8,8 Mrd €. Sie umfasste liquide Mittel in Höhe von 7,3 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 1,5 Mrd €. Damit bietet sie ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 / 2024 auf 1,6 Mrd €.

Die Finanzierung und die Liquidität des Konzerns waren im Berichtsjahr stets gesichert.

thyssenkrupp ist weiterhin solide finanziert.

Rating

Wir verfügen über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade.

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B stable
Moody's Ba3 Not Prime stable
Fitch BB- B positive

Die Ratingagenturen Standard & Poor's wie auch Moody's haben im Dezember 2022 das Rating heraufgestuft. Standard & Poor's von BB- auf BB und Moody's von B1 auf Ba3. Der Ausblick ist bei beiden Agenturen "stable". Im September 2023 verbesserte Fitch den Ausblick für das BB- Rating von "stable" auf "positive".

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente".

Operating Cashflow

Im Berichtsjahr ergab sich ein hoher positiver und gegenüber dem Vorjahr stark verbesserter Operating Cashflow der fortgeführten Aktivitäten. Die Hauptursache für diese Entwicklung war insbesondere der im Vergleich zum Vorjahr insgesamt eingetretene starke Abbau von Nettoumlaufvermögen. Gegenläufig wirkte insbesondere der wesentlich verschlechterte Jahresüberschuss vor Abschreibungen und Wertminderungen auf langfristige Vermögenswerte.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Anstieg beim Cashflow aus Investitionstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten resultierte vor allem aus deutlich geringeren Desinvestitionseinzahlungen der fortgeführten Aktivitäten hauptsächlich als Folge des Wegfalls der Einzahlungen aus dem Verkauf der Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Mining im Vorjahr. Gleichzeitig lagen die Investitionsauszahlungen der fortgeführten Aktivitäten unter Berücksichtigung von Einzahlungen aus Zuwendungen der öffentlichen Hand im Zusammenhang mit der Umsetzung der Errichtung einer Direktreduktionsanlage im Segment Steel Europe über Vorjahr.

Die Investitionen lagen im Berichtjahr mit 1,6 Mrd € über dem Vorjahreswert, insbesondere infolge höherer Investitionen bei Materials Services, Automotive Technology und Steel Europe.

INVESTITIONEN

Mio € 2021/2022 2022/2023 Veränderung
in %
4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung
in %
Materials Services 101 148 46 52 95 81
Bearings 1) 115 75 - 35 45 36 - 20
Forged Technologies 1) 37 42 15 15 18 25
Automotive Technology 230 262 14 97 91 - 6
Steel Europe 630 911 45 193 388 ++
Marine Systems 131 124 - 5 77 57 - 26
Multi Tracks 1) 59 52 -12 24 24 -1
Corporate Headquarters 1 0 - 9 0 0 -
Überleitung 1 - 7 - - 2 - 10 -
Konzern fortgeführte Aktivitäten 1) 1.304 1.607 23 502 698 39
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 0 0 - 0 0 -
Konzern insgesamt 1.304 1.607 23 502 698 39

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Free Cashflow

Im Berichtsjahr war der Free Cashflow der fortgeführten Aktivitäten deutlich positiv und gegenüber dem positiven Vorjahreswert verbessert.

Der Free Cashflow vor M & A der fortgeführten Aktivitäten, also der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen, lag bei einer starken Verbesserung des Nettoumlaufvermögens signifikant über dem Vorjahr.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich insgesamt eine deutliche Verbesserung beim Cashflow aus Finanzierungstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten, die vor allem aus Einzahlungen in das Eigenkapital im Zusammenhang mit dem Börsengang von thyssenkrupp nucera, verringerten Auszahlungen für Tilgungen von Anleihen sowie aus den im Vorjahr enthaltenen Rückzahlungen von Schuldscheindarlehen resultierte.

ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M & A

Mio € 2021/2022 2022/2023 Veränderung 4. Quartal 2021/2022 4. Quartal 2022/2023 Veränderung
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) 618 2.064 1.446 1.884 1.396 - 488
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) - 277 - 1.582 - 1.306 - 68 - 728 - 660
Free Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (FCF) 1) 341 482 141 1.816 668 - 1.148
-/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen - 699 93 792 - 209 49 258
Anpassung w/IFRS 16 - 118 - 211 - 93 - 42 - 120 - 78
Free Cashflow vor M & A - fortgeführte Aktivitäten (FCF vor M & A) 1) - 476 363 839 1.565 597 - 968
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 0 0 0 0 0 0
Free Cashflow vor M & A - insgesamt (FCF vor M & A) - 476 363 839 1.565 597 - 968

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

THYSSENKRUPP KONZERN - KAPITALFLUSSRECHNUNG

Mio € 2021/2022 2022/2023
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 1.220 - 1.986
Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) - 9 0
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) - 184 146
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.421 3.121
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte - 72 - 90
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam 245 38
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte - 243 - 13
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte - 1.570 1.191
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 767 270
- Vertragsvermögenswerte - 330 54
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen - 268 - 170
- Sonstige Rückstellungen - 330 - 127
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 408 - 403
- Vertragsverbindlichkeiten 694 184
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit 403 - 150
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 618 2.064
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Operating Cashflow 617 2.064
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte - 7 - 2
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -1 - 3
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - 1.247 - 1.698
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) - 49 - 59
Einzahlungen aus Zuwendungen der öffentlichen Hand 0 154
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 0 1
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 855 - 6
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 171 30
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten - 277 - 1.582
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 277 - 1.582
Tilgung von Anleihen - 1.250 - 1.000
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 186 92
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 136 - 157
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen - 141 - 147
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen - 196 38
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG 0 - 93
Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung 0 517
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile - 40 - 51
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften - 40 0
Einzahlungen aus dem Verkauf von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften 0 52
Sonstige Finanzierungsvorgänge - 174 34
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten - 1.792 - 716
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 1.791 - 716
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 1.451 - 234
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 72 - 64
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 9.017 7.638
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 7.638 7.339
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 29 167
Zinsauszahlungen - 131 - 116
Erhaltene Dividenden 35 25
(Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag - 381 - 275

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählt auch der regresslose Verkauf von Forderungen, die der Konzern insgesamt im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 0,6 Mrd € (Vorjahr: 0,6 Mrd €) veräußert hat. Für einen Teil dieser Forderungen mit einem Buchwert in Höhe von 0,5 Mrd € besteht ein anhaltendes Engagement, Einzelheiten sind unter Anhang-Nr. 09, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, zu entnehmen. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend liquide Mittel und freie Kreditlinien.

Jahresabschluss der thyssenkrupp AG

Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft des thyssenkrupp-Konzerns. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und des Konzerns verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfteentwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wird nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt; der Lagebericht ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst. Der Einzelabschluss dient der Ermittlung des Bilanzgewinns und damit der möglichen Ausschüttungshöhe.

Die thyssenkrupp AG unterliegt als Energieversorgungsunternehmen den Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Die thyssenkrupp AG ist ein im Sinne von § 3 Nr. 38 EnWG vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen mit der Folge der Kontentrennungspflicht nach § 6b Abs. 3 EnWG.

Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage

Geschäftsverlauf 2022 / 2023

Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg des Konzerns bestimmt. Darüber wird ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern", "Geschäftsverlauf in den Segmenten" sowie "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Wirtschaftsberichts berichtet.

Voraussichtliche Entwicklung 2023 / 2024 mit wesentlichen Chancen und Risiken

Die thyssenkrupp AG ist unter anderem durch Finanzierungstätigkeiten und Haftungsübernahmen durch Bürgschaften oder Garantien weitgehend mit den Konzernunternehmen verbunden. Daher ist auch die voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2023 / 2024 sowie die Risikosituation wesentlich von der Entwicklung des Gesamtkonzerns und dessen Chancen- und Risikolage abhängig. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie zur Risikolage des Konzerns auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG.

Abweichend von der konzernweiten Betrachtung ist der handelsrechtliche Jahresüberschuss der wichtigste finanzielle Leistungsindikator der thyssenkrupp AG. Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 hatte die thyssenkrupp AG einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 1.783 Mio € erzielt. Somit hatte die thyssenkrupp AG ihre Erwartungen von einem Jahresüberschuss im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich deutlich unterschritten. Grund dafür war vor allem das Beteiligungsergebnis in Höhe von -1.466 Mio €, das die Aufwendungen aus Verlustübernahmen in Höhe von 2.450 Mio € beinhaltete. Enthalten war hier unter anderem der Verlust der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen, in Höhe von 2.338 Mio €, der vor allem auf eigene Verlustübernahmen durch die Gesellschaft zurückzuführen war. Hintergrund waren auf unteren Ebenen durchgeführte außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von voraussichtlich dauernder Wertminderung auf die Anteile an der Thyssen Stahl GmbH sowie auf die Anteile an der thyssenkrupp Steel Europe AG.

Als Obergesellschaft des Konzerns erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Tochtergesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer, sowie Ausschüttungen vor allem ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Demnach sollte sich die für 2023 / 2024 erwartete Geschäftsentwicklung im Konzern auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2023 / 2024 einen Jahresüberschuss im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich und somit ein gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 / 2023 signifikant besseres Ergebnis.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 verzeichnete die thyssenkrupp AG einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 1.783 Mio €; während der Jahresüberschuss im Vorjahr 2.103 Mio € betrug.

In den Umsatzerlösen waren insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke in Höhe von 455 Mio € (i. Vj. 243 Mio €) erfasst. Die Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr war vor allem auf die Verbesserung der Kennzahlen zurückzuführen, die der Berechnung der Nutzungsentgelte zu Grunde lagen. Ferner waren Umsatzerlöse aus Miet- und Pachtverträgen in Höhe von 15 Mio € enthalten.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sanken um 22 Mio € auf 304 Mio €. Dies war insbesondere begründet durch geringeren Personalaufwand aufgrund einer im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Zuführung zu den Pensionsrückstellungen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 146 Mio € (i. Vj. 157 Mio €) umfassten vor allem die Zuschreibungen auf den Buchwert für die Anteile an der thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, in Höhe von 31 Mio € und für die Anteile an der thyssenkrupp Italia S.r.l., Italien, in Höhe von 24 Mio € bedingt durch eine positive Geschäftsentwicklung. Zudem waren Erträge aus Zuschreibungen im Sachanlagevermögen in Höhe von 34 Mio € enthalten. Diese betrafen die Wertaufholung einer im Geschäftsjahr 2019 / 2020 vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibung auf Bürogebäude des thyssenkrupp Quartiers.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um 219 Mio € auf 211 Mio €. Sie enthielten insbesondere eine Einzelwertberichtigung auf die Tagesgeldforderungen gegen die thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Liechtenstein, in Höhe von 173 Mio € aufgrund von zugesagten Sanierungsbeiträgen. Zudem fielen Aufwendungen für Instandhaltungen und andere Dienstleistungen bei den nicht betriebsnotwendigen Grundstücken in Höhe von 12 Mio € an.

Das Beteiligungsergebnis verringerte sich um 4.328 Mio € auf -1.466 Mio €. Im Vorjahr waren 2.862 Mio € ausgewiesen.

Die Erträge aus Gewinnabführungen sanken um 1.450 Mio € auf 9 Mio €, während die Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 2.428 Mio € auf 2.450 Mio € stiegen. Insbesondere die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen, wies nach einem Gewinn im Vorjahr in Höhe von 1.066 Mio € nunmehr einen Verlust in Höhe von 2.338 Mio € aus. Zurückzuführen war dies auf zu übernehmende Verluste von Tochtergesellschaften aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen. Die thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen, hatte nach einem Gewinn im Vorjahr in Höhe von 379 Mio € einen Verlust in Höhe von 60 Mio € zu verzeichnen.

Beteiligungserträge konnten in Höhe von 974 Mio € (i. Vj. 1.425 Mio €) vereinnahmt werden. Diese betrafen insbesondere eine Dividende der thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, in Höhe von 700 Mio €. Zusätzlich hat die thyssenkrupp AG als Komplementärin der thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG, Essen, eine Gewinnentnahme in Höhe von 140 Mio € vorgenommen.

Im Zinsergebnis in Höhe von -58 Mio € wurden Erträge aus Ausleihungen in Höhe von 23 Mio €, Zinserträge in Höhe von 424 Mio € und Zinsaufwendungen in Höhe von 505 Mio € ausgewiesen.

Im Geschäftsverlauf 2022 / 2023 wurden mit 331 Mio € um 19 Mio € höhere außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von voraussichtlich dauernder Wertminderung auf Finanzanlagen vorgenommen als im Vorjahr. Hierbei entfielen auf die Anteile an der thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg, 225 Mio €, auf die Anteile an der Vertical Topco I S.A., Luxemburg, 99 Mio € sowie auf die Anteile an vier weiteren Gesellschaften insgesamt 7 Mio €.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern. Sie umfassten Aufwendungen für Vorjahre sowie die laufenden Steuern des Berichtszeitraums. Latente Steuern waren im Steueraufwand nicht enthalten.

974 Mio € Beteiligungserträge

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 1.182 Mio € auf 23.057 Mio €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 30. September 2023 erhöhte sich von 51 % auf 52 %.

Das Anlagevermögen sank um 258 Mio € auf 12.056 Mio €. Dabei erhöhte sich das Sachanlagevermögen um 24 Mio € auf 148 Mio €, während sich das Finanzanlagevermögen um 278 Mio € auf 11.907 Mio € verringerte. Die Erhöhung des Sachanlagevermögens war insbesondere auf eine Zuschreibung auf Gebäude des thyssenkrupp Quartiers in Höhe von 34 Mio € zurückzuführen.

Im Finanzanlagevermögen verringerten sich die Anteile an verbundenen Unternehmen um 223 Mio € auf 10.457 Mio €. Durch eine Kapitalrückzahlung reduzierte sich der Beteiligungsbuchwert der thyssenkrupp Finance CA Corp., Kanada, um 55 Mio €.

Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen wurden in Höhe von 59 Mio € und außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von voraussichtlich dauernder Wertminderung auf die Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 232 Mio € vorgenommen. Diese sind unter "Ertragslage" detaillierter erläutert.

Bei der Veräußerung des Elevator Technology Geschäftes im Geschäftsjahr 2019 / 2020 hatte die thyssenkrupp AG eine Beteiligung sowie eine unverzinsliche Ausleihung als Teile des Gesamtkaufpreises erhalten. Bei der Beteiligung kam es zu einer außerplanmäßigen Abschreibung auf die Anteile aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung in Höhe von 99 Mio €, so dass die Beteiligung zum Bilanzstichtag mit 470 Mio € ausgewiesen wurde. Die Ausleihung wurde mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von 815 Mio € angesetzt.

Die Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des konzernweiten Finanzverkehrs wider.

Zum 30. September 2023 erhöhten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 15 Mio € auf 5.098 Mio €, wobei höhere Forderungen auf den Konzernfinanzkonten und geringere Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen ausgewiesen wurden.

Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Der aufgrund der Erfüllungsübernahme bestehende Freistellungsanspruch, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert wurde, verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 21 Mio € auf 181 Mio €. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.

Zum Bilanzstichtag wurden Geldmarktfonds in Höhe von 2.660 Mio € (i. Vj. 3.318 Mio €), die vormals unter dem Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten ausgewiesen waren, unter den Sonstigen Wertpapieren ausgewiesen. Aufgrund der im März 2023 fälligen Anleihetilgung wurde der Bestand an Geldmarktfonds reduziert, wodurch sich maßgeblich die Verringerung in Höhe von 658 Mio € begründete.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sanken zum 30. September 2023 um 3.563 Mio € auf 2.998 Mio € insbesondere aufgrund der vorgenannten Ausweisänderung der Geldmarktfonds sowie der Rückführung einer Anleihe in Höhe von 1.000 Mio €.

Das Eigenkapital verringerte sich zum 30. September 2023 um 1.876 Mio € auf 6.064 Mio €. Der Bilanzgewinn reduzierte sich dabei von 581 Mio € im Vorjahr auf 95 Mio € nach Verrechnung des Jahresfehlbetrages in Höhe von 1.783 Mio € mit dem Gewinnvortrag in Höhe von 488 Mio € sowie der Auflösung von Anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 1.390 Mio € durch Vorstand und Aufsichtsrat. Die Eigenkapitalquote sank auf 26 % (Vorjahr: 33 %).

Die Verringerung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 26 Mio € resultierte insbesondere aus den Inanspruchnahmen in Höhe von 48 Mio € sowie der Veränderung der bereits angeführten im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 21 Mio €. Gegenläufig wirkten vor allem die Zuführung zur Pensionsrückstellung in Höhe von 28 Mio € sowie die Aufzinsung in Höhe von 15 Mio €. Bei den übrigen Rückstellungen hatte sich insbesondere die Steuerrückstellung um 15 Mio € verringert.

Eine Anleihe der thyssenkrupp AG über 1.000 Mio € wurde am 6. März 2023 fristgerecht zurückgezahlt.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelte es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Finanzclearings sowie um Verlustübernahmen aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen. Die Erhöhung um 1.863 Mio € im Vergleich zum Vorjahr resultierte mit 2.428 Mio € aus höheren Verlustübernahmen. Gegenläufig sanken die Verbindlichkeiten auf den Konzernfinanzkonten um 601 Mio €. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Einzelabschlusses enthalten.

26 % Eigenkapitalquote

Bilanzgewinn und Gewinnverwendungsvorschlag

Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG. Er bestimmt sich aus dem nach HGB ermittelten Jahresfehlbetrag der thyssenkrupp AG in Höhe von 1.783 Mio € zuzüglich des Gewinnvortrages aus dem Vorjahr und der von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossenen Auflösung der Anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 1.390 Mio €. Der Jahresabschluss weist somit einen Bilanzgewinn in Höhe von 95 Mio € aus.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2022 / 2023 in Höhe von 95 Mio € wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende von 0,15 € je dividendenberechtigter Stückaktie und Vortrag des verbleibenden Betrags auf neue Rechnung.

Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

der thyssenkrupp AG

AKTIVA

Mio € 30.09.2022 30.09.2023
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 4 2
Sachanlagen 124 148
Finanzanlagen 12.185 11.907
12.314 12.056
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 5.355 5.341
Sonstige Wertpapiere 0 2.660
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 6.561 2.998
11.915 10.999
Rechnungsabgrenzungsposten 10 2
Summe der Aktiva 24.239 23.057

PASSIVA

Mio € 30.09.2022 30.09.2023
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 2.703 2.703
Andere Gewinnrücklagen 3.062 1.672
Bilanzgewinn 581 95
7.940 6.064
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.083 1.057
Übrige Rückstellungen 124 118
1.207 1.175
Verbindlichkeiten
Anleihen 3.100 2.100
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 21 3
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 11.656 13.519
Übrige Verbindlichkeiten 314 195
15.092 15.817
Rechnungsabgrenzungsposten 0 1
Summe der Passiva 24.239 23.057

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Mio € 2021/2022 2022/2023
Umsatzerlöse 280 471
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen - 46 - 12
Bruttoergebnis vom Umsatz 234 460
Allgemeine Verwaltungskosten - 326 - 304
Sonstige betriebliche Erträge 157 146
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 430 - 211
Beteiligungsergebnis 2.862 - 1.466
Zinsergebnis 3 - 58
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens - 312 - 331
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 85 - 18
Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss/-fehlbetrag 2.103 - 1.783
Ergebnisverwendung
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 2.103 - 1.783
Verlustvortrag/Gewinnvortrag - 940 488
Entnahme aus Anderen Gewinnrücklagen 0 1.390
Einstellung in Andere Gewinnrücklagen 581 0
Bilanzgewinn 581 95

Klima, Energie und Umwelt

Klima- und Umweltschutz sowie Energieeffizienz haben bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert - und das auf allen Wertschöpfungsstufen: von den vorgeschalteten Lieferketten über die internen Produktions- und Fertigungsprozesse bis hin zu unseren Produkten. Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, den vor allem global steigenden Bedarf an Gütern und Dienstleistungen auf eine ressourcenschonende Art und Weise zu befriedigen. Klima- und Umweltschutz sind Kernbestandteile unseres Nachhaltigkeitsansatzes und damit der Unternehmensstrategie von thyssenkrupp, aber auch eine Grundlage für den nachhaltigen Erfolg in unseren Märkten.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Umwelt >Umwelt- & Energiemanagement

thyssenkrupp Climate Action Program for Sustainable Solutions (CAPS)

thyssenkrupp hat sich ambitionierte Ziele auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität gesetzt. Unser Langfristziel ist, bis spätestens zum Jahr 2050 klimaneutral zu sein, in einzelnen Geschäften und Ländern streben wir dies bereits deutlich früher an. Die Zwischenziele haben wir wie folgt definiert: Bis 2030 wollen wir die Summe unserer direkten Emissionen (Scope 1) und der Emissionen aus Energiebezug (Scope 2), gemessen am Stand von 2018, um 30 % reduzieren. Indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette (Scope 3), wie sie sowohl in der Lieferkette als auch bei der Nutzung unserer Produkte durch unsere Kunden entstehen, wollen wir um mindestens 16 % senken. Die Science-Based-Targets initiative (SBTi) hat unsere Ziele intensiv geprüft und deren Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaschutzabkommen und wissenschaftlichen Erkenntnissen offiziell bestätigt. Unsere Geschäfte haben Roadmaps und Maßnahmenpläne entwickelt, um diese Ziele zu erreichen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussion und wegen der Festlegungen im deutschen Klimaschutzgesetz, das in Deutschland Klimaneutralität bereits 2045 vorsieht, planen wir ein früheres Erreichen der Klimaneutralität sowie eine noch schnellere Reduktion unserer Emissionen auf dem Weg dorthin. Der Erfolg bei der Umsetzung der Klimaziele von thyssenkrupp wurde bereits im Geschäftsjahr 2021 / 2022 als ein Kriterium in der Langfristvergütung des Vorstands und der Führungskräfte verankert. Weitere Informationen dazu finden Sie auch im Vergütungsbericht sowie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns" im Abschnitt "Ziele" unter "Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele".

Umgesetzt werden unsere Klimaziele auch weiterhin im Zuge unseres thyssenkrupp Programms CAPS (Climate Action Program for Sustainable Solutions). Bei den Emissionen, die mit unserer eigenen Produktion verbunden sind, setzen wir auf die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz in allen Geschäften und wegen des prozessbedingten hohen Anteils der Emissionen aus der Stahlerzeugung hier vor allem auf zwei Technologiepfade: die Vermeidung von CO 2 durch den Einsatz von Wasserstoff (Carbon Direct Avoidance, CDA) und die Nutzung des noch unvermeidbaren CO 2 (Carbon Capture and Usage, CCU). In der Stahlerzeugung wollen wir mithilfe von CDA-Technologien schrittweise Kohlenstoff durch Wasserstoff als Reduktionsmittel ersetzen und so bereits die Entstehung von CO 2 vermeiden. Hierfür haben wir ein innovatives Verfahren entwickelt: Wir kombinieren eine zu 100 % wasserstofffähige Direktreduktionsanlage mit zwei integrierten elektrischen Einschmelzern, um so CO 2 -reduziertes Roheisen zu erzeugen. Die Direktreduktionsanlage mit einer Kapazität von 2,5 Mio t direkt reduziertem Eisen wird im Wasserstoffbetrieb bereits bis zu 3,5 Mio t CO 2 jährlich vermeiden. Durch das innovative Konzept können wir unseren Kunden weiterhin das gesamte Spektrum qualitativ hochwertiger Stahlgüten anbieten und damit auch zur Klimaneutralität der nachgelagerten Wertschöpfungsstufen beitragen. Darüber hinaus kann die in den Einschmelzern anfallende Schlacke äquivalent zum Hüttensand des Hochofens in der Zementherstellung eingesetzt werden und ist somit ein Baustein bei der Dekarbonisierung der Bau- und Zementindustrie. Mit dem sogenannten CCU-Pfad wollen wir das noch entstehende CO 2 einfangen und mit dem von unseren Ingenieuren entwickelten und erprobten Verfahren Carbon2Chem in klimafreundliche Basischemikalien umwandeln.

Des Weiteren arbeiten wir kontinuierlich an Lösungen für die grüne Transformation verschiedener Industrien, insbesondere im Bereich der Windenergie und Anlagen zur Erzeugung sogenannter grüner Chemieprodukte, beispielsweise Ammoniak. Weitere Lösungen umfassen Anlagen zur nachhaltigeren Erzeugung von Zementprodukten sowie Elektrolyseanlagen im Rahmen des Hochlaufs einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft. Darüber hinaus arbeiten wir kontinuierlich an innovativen Lösungen für eine nachhaltige Mobilität. Weitere Informationen zu unseren innovativen Lösungen finden Sie in den Kapiteln "Technologie & Innovationen", "Grundlagen des Konzerns" (Abschnitt "Strategie") und "Wirtschaftsbericht" (Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Segmenten") sowie auf unserer Website.

Ambitionierte Klimaziele bis 2030 und 2050 in Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen

THYSSENKRUPP CLIMATE ACTION PROGRAM FOR SUSTAINABLE SOLUTIONS (CAPS)

Im Berichtszeitraum beliefen sich die Treibhausgasemissionen von thyssenkrupp - d.h. Scope-1- und Scope-2-Emissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol - auf knapp 24 Mio t.

Schon seit vielen Jahren arbeiten wir daran, die Energie- und Klimaeffizienz unserer Produktion systematisch zu verbessern, und entwickeln für und in Zusammenarbeit mit unseren Kunden effiziente Lösungen zur Reduktion von Treibhausgasen. Der Erfolg unserer Klimaanstrengungen wird regelmäßig auch extern bestätigt. Im Jahr 2022 wurde thyssenkrupp bereits zum siebten Mal in Folge in die A-List der Non-Profit-Organisation CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) aufgenommen; damit gehören wir laut CDP zur Riege der international führenden Unternehmen in Bezug auf Klimatransparenz und -management.

Zum siebten Mal in Folge vom CDP für herausragende Klimaperformance ausgezeichnet

Umweltmanagement an unseren Standorten

Unser Umwelt-, Klima- und Energiemanagement basiert auf der weltweit geltenden Umwelt- und Energiepolitik des Konzerns sowie auf einer entsprechenden Konzernrichtlinie. Nach dieser Richtlinie müssen alle Unternehmen mit umweltrelevanten Aktivitäten, beispielsweise aufgrund des Betriebs umweltrechtlich genehmigungspflichtiger Anlagen, ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 implementieren und aufrechterhalten. Mithilfe zertifizierter Umweltmanagementsysteme verbessern wir fortlaufend die Umweltleistung der Standorte durch Erfüllung unserer ambitionierten Umweltziele. Entlang des Lebenswegs unserer Produkte und Prozesse steigern wir die Effizienz in der Nutzung von Ressourcen und minimieren den Ausstoß schädlicher Emissionen. Wir sind uns unserer ökologischen und sozialen Verantwortung bewusst. Die Einhaltung rechtlicher und behördlicher Anforderungen ist dabei ebenso Teil unserer bindenden Verpflichtungen wie die Beachtung umweltrelevanter Sorgfaltspflichten.

Was wir unter umweltrelevanten Aktivitäten verstehen, ist in unserer Konzernrichtlinie definiert. Seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 haben im Sinne dieser Richtlinie alle umweltrelevanten Unternehmen bei thyssenkrupp ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem. Im Berichtsjahr konnten etwa 73 % aller thyssenkrupp Standorte - bezogen auf die Gesamtbelegschaft - ein Umweltmanagementsystem vorweisen, das gemäß ISO 14001 implementiert und zertifiziert wurde.

International anerkannte Standards zum Umweltmanagement weltweit umgesetzt

Fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz und des Energiemanagements

Der Energieverbrauch von thyssenkrupp belief sich im Geschäftsjahr 2022 / 2023 auf rund 68 Terawattstunden (TWh).

Energieeffizienz spielt bei thyssenkrupp eine wichtige Rolle. Bereits seit neun Jahren läuft unser weltweites Energieeffizienzprogramm GEEP (Groupwide Energy Efficiency Program), das Maßnahmen wie Prozessoptimierungen, die bessere Nutzung von Abwärme sowie die Erneuerung von Anlagenkomponenten und Beleuchtungssystemen umfasst. Für das Berichtsjahr haben wir uns bei GEEP das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz des Konzerns um 85 GWh zu steigern. Dieses Ziel haben wir mit rund 340 GWh deutlich übertroffen. Unter Berücksichtigung der spezifischen Emissionen der jeweiligen Energieträger errechnet sich aus diesen Effizienzgewinnen eine Vermeidung von rund 110.000 t Treibhausgasemissionen. Für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 streben wir weitere Effizienzgewinne in Höhe von mindestens 205 GWh an. Seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 haben alle Konzernunternehmen mit energierelevanten Aktivitäten ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 implementiert und extern zertifizieren lassen. Das heißt unter anderem, dass für jedes entsprechende Unternehmen konkrete Energieverbrauchsziele gesetzt, Energieverbräuche gemessen und die organisatorischen und technischen Abläufe optimiert werden. Bezogen auf den konzernweiten Energieverbrauch im Geschäftsjahr 2022 / 2023 entspricht das Energiemanagement bei thyssenkrupp damit zu rund 99 % dem ISO-50001-Standard.

Weitere Informationen zu Klima-, Energie- und Umweltthemen finden Sie im Kapitel "Technologie & Innovationen", im "Chancen- und Risikobericht" und auf unserer Website.

Deutliche Steigerung der Energieeffizienz durch das weltweite Energieprogramm GEEP

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie & -ziele

Technologie und Innovationen

Innovationsstrategie

Mit ihrer Erfahrung und ihrem Know-how können die Unternehmen des thyssenkrupp Konzerns Lösungen für die wesentlichen Herausforderungen der Zukunft bereitstellen. Schwerpunkte sind dabei Technologien für die grüne Transformation, die Digitalisierung und die Mobilität der Zukunft.

Unser weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz umfasst rund 75 Standorte mit insgesamt etwa 4.000 Beschäftigten. Hinzu kommen Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Forschungsinstituten sowie anderen Industrieunternehmen. Im Berichtszeitraum haben wir rund 1.200 Patente und Gebrauchsmuster neu angemeldet - damit umfasst das Patentportfolio von thyssenkrupp gegenwärtig etwa 14.630 Patente und Gebrauchsmuster, im Markenbereich etwa 9.060 Schutzrechte.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf insgesamt 698 Mio €, das sind 12 % mehr als im Vorjahr (624 Mio €). Die bereinigte F&E-Quote betrug 2,8 % (Vorjahr: 2,4 %); sie bezeichnet den Anteil der Aufwendungen für F&E am Umsatz ohne Handel und Distribution und lag somit im Bereich des Unternehmensziels von rund 3,0 %.

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 26 Mio € aktiviert (Vorjahr: 13 Mio €). Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten F&E-Kosten - die Aktivierungsquote - liegt damit bei 10 % (Vorjahr 5 %).

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Innovation

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Mio € 2021/2022 2022/2023 Veränderung
in %
Forschungs- und Entwicklungskosten 246 239 - 3
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 11 12 9
Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten 367 447 22
Konzern fortgeführte Aktivitäten 1) 624 698 12

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Grüne Transformation

Wir treiben die grüne Transformation im Bereich unserer eigenen Prozesse weiter voran, darüber hinaus liefern wir zahlreiche innovative Lösungen, die unsere Kunden maßgeblich dabei unterstützen, auch ihrerseits ressourcen- und klimaschonende Prozesse zu implementieren und nachhaltigere Produkte auf den Markt zu bringen.

Prominentestes Beispiel für unsere grüne Transformation ist das Ziel der klimaneutralen Stahlproduktion bis spätestens 2045. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir Anfang März 2023 den Auftrag für den Bau unserer ersten Direktreduktionsanlage sowie zweier innovativer Einschmelzer vergeben.

Durch die beiden strombetriebenen Einschmelzaggregate kann die Direktreduktionsanlage nahtlos in den bestehenden Hüttenverbund eingegliedert werden. Das hat den großen Vorteil, dass alle bestehenden und erprobten Prozesse in den Duisburger Oxygen-Stahlwerken beibehalten werden können. Dort wird das flüssige Produkt zu den bewährten Stahlgüten weiterverarbeitet. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Kapitel "Geschäftsverlauf in den Segmenten" im Abschnitt "Steel Europe".

Windenergie ist ein zentraler Baustein bei der Dekarbonisierung der Energiesysteme weltweit. Dabei spielt der effiziente Betrieb von Windenergieanlagen für die wirtschaftliche Energieproduktion eine wichtige Rolle. In modernen Multi-Megawatt Windenergieanlagen werden die Anstellwinkel der Rotorblätter flexibel verstellt, um die dynamische Strukturbelastung zu reduzieren und den Ertrag pro Rotorumdrehung zu verbessern. Die für diese Funktion von thyssenkrupp rothe erde gemeinsam mit dem Unternehmen HAWE entwickelte Extenderlagereinheit Pitch Bearing Unit (PBU) ermöglicht dies. Darüber hinaus erlaubt diese Lösung die Modularisierung des gesamten Pitch-Systems und damit den Einsatz als Standardlösung in unterschiedlichen Anlagengrößen. Bei gleicher Nabengröße der Windenergieanlage werden größere Blattdurchmesser möglich, dadurch kann der Ertrag der Anlage gesteigert werden. Dies erweitert das Spektrum für Anlageninstallationen auch auf Schwachwindbereiche.

Grüne Ammoniak-Anlagen stoßen weiterhin auf Interesse. thyssenkrupp Uhde wurde im Rahmen des Han-Ho H2-Konsortiums mit der Durchführung einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Die Studie im Rahmen dieses wegweisenden grünen Energieprojektes zum Aufbau einer grünen Ammoniak-Lieferkette zwischen Australien und Südkorea beinhaltet eine umfassende techno-ökonomische Analyse der Power-to-Ammonia-Wertschöpfungskette unter Anwendung einer von thyssenkrupp Uhde eigens entwickelten Methode. Ziel der Studie ist, den Einfluss verschiedener Faktoren auf die Gesamtwirtschaftlichkeit der grünen Ammoniakanlage zu bewerten und das beste Anlagenkonzept zu identifizieren. Uhde wird darüber hinaus Technologie-, Engineering- und Integrationskompetenz für die grüne Ammoniakanlage auf Basis der uhde®-Ammoniaksynthese-Technologie bereitstellen.

Ein US-amerikanischer Zementhersteller ist unter den ersten Kunden, die auf unsere polysius ® booster mill setzen - eine von thyssenkrupp Polysius neu entwickelte Mühle für eine feinere Vermahlung von Zementklinker. Sie ermöglicht es, Ultrahochleistungszemente oder nachhaltige Zemente mit einem niedrigeren Klinkerfaktor herzustellen, ohne dabei Mahlkapazität einzubüßen. Die Reduktion des Klinkerfaktors hat ein erhebliches Potenzial zur Verringerung der CO 2 -Emissionen in der Zementproduktion. Der modulare Aufbau und der geringere Platzbedarf der neu entwickelten Mühle ermöglichen auch die Integration in bestehende Mahlanlagen.

Mit der Wasserelektrolyse-Technologie zur Erzeugung von grünem Wasserstoff bietet thyssenkrupp nucera eine innovative Lösung im industriellen Maßstab für grüne Wertschöpfungsketten. Im Fokus der F&E-Aktivitäten stehen hier die Entwicklung und die Erprobung von Technologien für die Großserienproduktion von Elektrolyseuren. Ein Schwerpunkt liegt auf der Stack- und Zellentwicklung sowie der Optimierung und Automatisierung von Fertigung und Montage. In Dortmund wurde ein Entwicklungslabor für die Automatisierung des Montageprozesses errichtet, dadurch wird die Serienproduktion von Zellen und die Herstellung von Modulen im Gigawatt-Umfang komplementiert. Auch im Rahmen des Projekts Install AWE haben wir weitere Fortschritte bei der Automatisierung der Zellmontage erzielt. Dies ist notwendig, um die Fertigungskapazitäten von 1 GW auf 5 GW zu erhöhen und damit die wachsende Nachfrage nach Anlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff bei gleichzeitig niedrigeren Herstellungskosten zu befriedigen.

Damit Solarparks wirtschaftlich und dauerhaft grüne Energie erzeugen, benötigen sie ein robustes Ständerwerk mit effektivem Korrosionsschutz. Mit ZM Ecoprotect ® Solar bietet thyssenkrupp Steel nun Zink-Magnesium-beschichtete Stähle für Photovoltaik-Montagesysteme an. ZM Ecoprotect ® Solar erhalten Kunden auch als bluemint ® Steel mit einer deutlichen CO 2 -Reduktion in der Herstellung.

Ziel: Klimaneutrale Stahlproduktion bis spätestens 2045

Digitalisierung von Lieferketten, Prozessen und Produkten

thyssenkrupp Materials Services hat im Rahmen der Strategie "Materials as a Service" weitere Fortschritte bei der Erweiterung seiner Supply Chain-Kapazitäten erzielt und im Rahmen der Corporate Venture Aktivitäten in neue Geschäftsmodelle investiert; außerdem hat Materials Services digitale Lösungen im Bereich Nachhaltigkeit vorangetrieben.

Im Dezember 2022 ist der Online Marktplatz SteelBuy in Großbritannien an den Start gegangen. Die Plattform reduziert den Aufwand für Geschäftsabschlüsse, Zahlungen und Logistik. Die Technologie hinter SteelBuy bietet nahtlosen, effizienten Handel mit Metallen für Werke, Servicezentren, Händler und Endverbraucher. Algorithmen vernetzen Käufer und Verkäufer unmittelbar, Dashboards liefern anonymisierte Angebots-, Nachfrage- und Verkaufsdaten in Echtzeit, sodass Verkäufern eine dynamische Preisgestaltung ermöglicht wird.

Materials Services hat das Datenanalyse- und Data Science-Unternehmen Westphalia DataLab GmbH erworben. Die Akquisition stärkt das eigene Know-how im Bereich digitaler Supply Chain-Services und wird die Entwicklung konkreter Lösungen wie die Prognoselösung "pacemaker" beschleunigen. Pacemaker hat das Ziel, auf Basis künstlicher Intelligenz das Servicelevel für Kunden zu verbessern und Lagerbestände zu reduzieren.

Auch im Rahmen der Nachhaltigkeitsaktivitäten setzen wir auf digitale Plattformen. Gemeinsam mit dem Maschinenbauhersteller Trumpf und dem Fraunhofer Institut IPA erforscht Materials Services im Forschungsprojekt de:karb, wie sich die CO 2 -Emissionen in der Blechfertigung senken lassen. Ziel ist eine frei zugängliche Online-Plattform, mit der Unternehmen den CO 2 -Fußabdruck ihres Bauteils genau ermitteln können.

Auch bei Baumaschinenkomponenten, die wir bei thyssenkrupp Forged Technologies unter dem Namen Berco vertreiben, wird die Digitalisierung weiter vorangetrieben. Dank smarter Komponenten, ausgestattet mit entsprechender Sensorik, haben die Kunden in Zukunft die Möglichkeit, den Abnutzungsgrad von Schlüsselkomponenten zu überwachen, um die Wartung entsprechend vorzuplanen und so Stillstandszeiten zu reduzieren. Im Bereich Berco Aftermarket hat sich darüber hinaus unsere E-Commerce-Plattform etabliert, sie bietet Kunden Vorteile beim Bezug von Berco Komponenten.

Digitale Plattformen bieten Mehrwert im Werkstoffhandel

Mobilität der Zukunft

Der Geschäftsbereich Dynamic Components bei Automotive Technology macht weitere Fortschritte bei der Transformation vom Hersteller für klassische Antriebskomponenten zum Anbieter von Lösungen für die Elektromobilität.

An den Standorten Chemnitz und Ilsenburg ist die Fertigung von Rotorwellen für die Motoren von Elektrofahrzeugen bereits seit einigen Jahren etabliert. Nun haben wir mit der weltweiten Expansion des Produktionsnetzwerks begonnen und es um Standorte in China und Mexiko erweitert.

Unsere Kernkompetenzen und die jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung gebauter Nockenwellen haben wir auf die Fertigung von Rotorwellen für leistungsfähige Elektromotoren zum Antrieb von Elektrofahrzeugen übertragen. Rotorwellen sind zentraler Bestandteil des Elektromotors. Hier werden Drehmomente übertragen, die um ein Vielfaches höher sind als bei konventionellen Pkw-Nockenwellen. Die Rotorwelle von thyssenkrupp zeichnet sich durch ihre mehrteilige Bauform aus. Ein Vorteil dieser Bauweise ist, dass die Welle hohl ausgeführt ist. Dadurch kann bei besonders leistungsfähigen Elektromotoren der Hohlraum für zusätzliche Funktionen genutzt werden, beispielsweise zur Kühlung des Rotors, wodurch die Performance des Elektroantriebs gesteigert werden kann. Durch die Aufnahme der Rotorwelle in unser Produktportfolio machen wir uns schrittweise unabhängig vom klassischen Verbrennungsmotor.

Auch im Schmiedegeschäft bei thyssenkrupp Forged Technologies läuft die Diversifizierung hin zu Produkten, die unabhängig vom Verbrennungsmotor sind. Am Standort Homburg (Saarland) haben wir die Produktion von Vorderachskörpern auf einer der modernsten und größten Schmiedelinien der Welt gestartet. Die neue, energieeffiziente Schmiedelinie, mit einer 16.000 Tonnen Presse als Herzstück, verfügt über einen hohen Automatisierungsgrad und ermöglicht so eine produktive Fertigung der neu ins Portfolio aufgenommenen Komponenten.

Transformation von Geschäftsaktivitäten im Bereich der Mobilität

Einkauf

thyssenkrupp kauft unterschiedlichste Produkte, Produktgruppen und Dienstleistungen zu. Dabei streben wir ein ausgeglichenes Verhältnis verschiedener Aspekte, wie Qualität, Preis, und Lieferantenbewertungen, an.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Einkauf

Materialaufwand

Der Materialaufwand umfasst die Gesamtaufwendungen des Konzerns für Produkte und Dienstleistungen. Im Berichtsjahr ist er im Vergleich zu 2021 / 2022 um 8 % auf 26 Mrd € gesunken. Hier standen Preissteigerungen bei einigen Vormaterialien insbesondere Rückgänge als Folge der im Vorjahr bis zu ihrer Veräußerung noch enthaltenen Materialaufwendungen der Veräußerungsgruppen Edelstahl, Infrastructure und Mining entgegen. Somit entsprach der Materialaufwand einem Anteil am Umsatz von 70 % (Vorjahr: 69 %); in den einzelnen Geschäften bewegte sich dieser Wert - bedingt durch ihr jeweiliges Geschäftsmodell - zwischen 32 % (Marine Systems) und 85 % (Materials Services). Die folgende Tabelle zeigt den Materialaufwand der einzelnen Geschäfte in absoluten Zahlen:

70 % Anteil des Materialaufwands am Umsatz

MATERIALAUFWAND

Mio € 2021/2022 2022/2023 Veränderung
in %
Materials Services 13.561 11.523 - 15
Bearings 1) 580 545 - 6
Forged Technologies 1) 1.030 1.061 3
Automotive Technology 2.887 3.311 15
Steel Europe 8.873 8.824 -1
Marine Systems 900 597 - 34
Multi Tracks 1) 2.788 2.063 - 26
Corporate Headquarters 1 1 - 58
Überleitung - 2.128 - 1.727 19
Konzern fortgeführte Aktivitäten 1) 28.490 26.198 - 8
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 0 0 -
Konzern insgesamt 28.490 26.198 - 8

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Materialaufwand der Segmente

in % ihres Umsatzes im Geschäftsjahr 2022/2023

Der Einkauf in unseren Gesellschaften hat die Fertigungen und Projekte im Berichtsjahr weitestgehend zuverlässig mit Materialien und Dienstleistungen in erforderlichem Umfang versorgt - trotz eingeschränkter Verfügbarkeiten bei einzelnen Materialgruppen. Weitere Informationen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" unter "Beschaffungsrisiken".

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement

Als internationales Unternehmen entwickeln wir Technologien und Lösungen für künftige Markt- und Kundenbedürfnisse. Um mit innovativen Produkt- und Servicelösungen den nachhaltigen Erfolg unserer Kunden zu sichern, beziehen wir Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen weltweit. Um eine verantwortungsvolle und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung sicherzustellen, binden wir Lieferanten direkt in unsere Nachhaltigkeitsstrategie ein.

Zur Erfüllung der Anforderungen des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG), das zum 1. Januar 2023 in Kraft getreten ist, wurde ein Risikomanagementsystem für bestimmte menschen- und umweltrechtliche Risiken bei thyssenkrupp aufgesetzt.

Auf Grundlage der LkSG-Risiken unterziehen wir unsere unmittelbaren Lieferanten einer Basisrisikoanalyse und identifizieren bei ihnen ein Risikopotenzial. Neben einer unterschiedlichen Gewichtung von LkSG-Risiken berücksichtigen wir bei unserer laufenden Risikoanalyse unter anderem externe Risikoindizes, den Standort und die Branche der Lieferanten, den Umfang der Geschäftstätigkeit (Einkaufsvolumen), die Art der gelieferten Waren, aber auch die Schwere und Umkehrbarkeit potenzieller Ereignisse. Auf Basis der Ergebnisse der Risikoanalyse zu konkreten Lieferanten wird eine Risikokategorie je Lieferant festgelegt. Diese Risikokategorie nutzen unsere Konzernunternehmen als Grundlage für die Ergreifung geeigneter Präventionsmaßnahmen, um das Risiko der Lieferanten zu mitigieren. Dabei erfolgt eine Priorisierung auf Basis des ermittelten Risikos, unseres Verursachungsbeitrags, des Grads unseres Einflussvermögens und unter Berücksichtigung der Charakteristik des jeweiligen Geschäfts. Erkenntnisse zu mittelbaren Lieferanten werden anlassbezogen in unsere Risikoanalyse eingebunden. 1)

Basierend auf den LkSG-Risiken der Risikoanalyse hat thyssenkrupp einen angemessenen Maßnahmenkatalog erarbeitet. Mithilfe dieser Maßnahmen können wir das Risiko potenzieller Verstöße gegen menschenrechtliche- und umweltbezogene Rechte und Rechtsgüter bei unseren Lieferanten mitigieren. 1)

Zu unseren Präventionsmaßnahmen gehört beispielsweise der Supplier Code of Conduct (Lieferanten-Verhaltenskodex). Der Supplier Code of Conduct adressiert mögliche Risiken und negative Auswirkungen entlang der Lieferkette und fordert von unseren Lieferanten insbesondere den Schutz der Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen, einen aktiven Umweltschutz und die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen durch Umweltschäden, die Bekämpfung von Korruption sowie Transparenz über die Herkunft bestimmter Rohstoffe (der sogenannten Konfliktmineralien).

Wir erwarten von allen unseren Lieferanten, dass sie den Supplier Code of Conduct zur Kenntnis nehmen und die dort genannten Erwartungen erfüllen. Bei Lieferanten, bei denen wir ein erhöhtes Risikopotenzial festgestellt haben, erwarten wir, dass sie vertraglich zusichern, unseren menschenrechts- und umweltbezogenen Erwartungen zu entsprechen, und vereinbaren individuelle Präventions- oder Abhilfemaßnahmen, beispielsweise Lieferantenaudits. 1)

1) Vergleiche thyssenkrupp Grundsatzerklärung zur Einhaltung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten

In den Nachhaltigkeitsaudits soll bei den Lieferanten vor Ort geprüft werden, ob sie die Anforderungen des Supplier Code of Conduct erfüllen und ob somit unsere nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen erfüllt sind.

Dabei liegt neben der Überprüfung von Integrität im geschäftlichen Umfeld ein besonderer Fokus auf dem Schutz von Menschenrechten, etwa mit Blick auf Arbeitsbedingungen, und auf dem Umweltschutz im Hinblick auf beispielsweise Abfall- und Abwasserbeseitigung oder Schadstoffmessung. Die zu prüfenden Lieferanten werden überwiegend anhand länder- bzw. branchenbezogener Risikokriterien oder anlassbezogen ausgewählt, etwa wenn wir Kenntnis über potenzielle Risikothemen erhalten. Wenn nötig, werden im Zuge der Nachhaltigkeitsaudits Verbesserungsmaßnahmen mit den Lieferanten vereinbart, deren Umsetzung und Effektivität nachgehalten wird. Damit möchten wir die Weiterentwicklung der Lieferanten unterstützen und gleichzeitig das Risikopotenzial in Bezug auf nachhaltigkeitsrelevante Aspekte entlang unserer Lieferkette reduzieren.

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 wurden mehr als 100 Nachhaltigkeitsaudits durchgeführt. In diesen Audits sind grundsätzlich Arbeitszeiten, Arbeitssicherheit sowie die Dokumentation der Geschäftsprozesse wichtige Themen im Hinblick auf mögliche Verbesserungen.

Im Falle von bekannt gewordenen Verletzungen einer menschenrechts- bzw. umweltbezogenen Pflicht bei einem unmittelbaren oder mittelbaren Lieferanten wird thyssenkrupp unverzüglich angemessene Maßnahmen einleiten, die das Ziel haben, diese Verletzungen zu beenden. 1)

1) Vergleiche thyssenkrupp Grundsatzerklärung zur Einhaltung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten

Mitarbeiter

Beschäftigte in Zahlen

Zum 30. September 2023 waren bei thyssenkrupp 99.981 Mitarbeiter beschäftigt. Das entspricht einem Aufbau um 3.487 Personen oder 3,6 % im Vergleich zum 30. September 2022.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Soziale Verantwortung > Mitarbeitende bei thyssenkrupp

MITARBEITER

30.9.2022 30.9.2023 Veränderung
in %
Materials Services 15.914 16.329 3
Bearings 1) 6.211 5.996 - 3
Forged Technologies 1) 5.808 5.612 - 3
Automotive Technology 20.266 21.563 6
Steel Europe 26.304 26.822 2
Marine Systems 6.943 7.772 12
Multi Tracks 1) 12.892 13.619 6
Corporate Headquarters 615 625 2
Überleitung 1.541 1.643 7
Konzern insgesamt 96.494 99.981 4
Deutschland 51.649 53.238 3
Übrige Länder 44.845 46.743 4

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

MITARBEITER NACH REGIONEN

(Vorjahreswert in Klammern)

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, davon Deutschland 53.238 (51.649)

Prioritäten der Personalarbeit im Geschäftsjahr 2022 / 2023

Auch im zurückliegenden Geschäftsjahr waren die Arbeitssicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten wichtige Bestandteile der Personalarbeit bei thyssenkrupp. Ein weiteres wichtiges Thema waren personalpolitische Maßnahmen, mit denen wir die Transformation der Geschäfte und die strategische Weiterentwicklung von thyssenkrupp begleitet haben. Zunehmend bedeutend für den zukünftigen Geschäftserfolg von thyssenkrupp sind die Veränderungen des Arbeitsmarktes und die entsprechend steigenden Anforderungen an die Personalarbeit. Den im zurückliegenden Geschäftsjahr verstärkten Aktivitäten, Mitarbeiter zu gewinnen, zu entwickeln und zu halten wird ein eigener Abschnitt gewidmet.

Keine Kompromisse bei der Arbeitssicherheit und Gesundheit. Das ist unser Wert. Because we care

Arbeitssicherheit und Gesundheit haben bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert. Unser Ziel ist, Arbeitsunfälle, arbeitsbedingte Erkrankungen und Fehlbeanspruchungen zu vermeiden. Wir nehmen deshalb unsere Führungskräfte in die Pflicht, die Arbeit so zu gestalten, dass niemand zu Schaden kommt. Das zu Beginn des Geschäftsjahres 2021 / 2022 entwickelte Konzept zum Gesundheitsschutz und zur Gesundheitsförderung für die Zeit nach der Pandemie legt einen Schwerpunkt auf das Thema Resilienz von Mitarbeitern und Führungskräften; es steht damit zunächst für drei Jahre im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheit weltweit im Fokus. Hierbei kommt den Führungskräften eine besondere Aufgabe zu - Die Initiative "Leaders care" unterstützt die Führungskräfte dabei, dieser Verantwortung gerecht zu werden.

Ein wichtiges Instrument der direkten Kommunikation mit den Beschäftigten sind die "Safety Gemba Walks", die unsere Top-Führungskräfte durchführen. Diese sind aufgerufen, bei ihren Standortbesuchen Rundgänge einzuplanen, um sich selbst einen Eindruck von den Arbeitsplätzen zu verschaffen und mit den Beschäftigten über Sicherheit zu sprechen. Denn mit guten Arbeitsbedingungen allein geben wir uns nicht zufrieden. Wir wollen Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Motivation durch einen guten Umgang miteinander fördern. Die Safety Gemba Walks wurden im Berichtszeitraum sehr gut angenommen: Die Zielzahl für das Gesamtjahr wurde von zwei Business Segmenten bereits zur Jahresmitte erfüllt.

Der Gradmesser für die Arbeitssicherheit ist bei thyssenkrupp die Entwicklung der Unfallzahlen. Der Vorstand setzt sich in seinen regelmäßigen Sitzungen mit dem Unfallgeschehen auseinander. Die zentrale Kennzahl ist dabei die Unfallhäufigkeitsrate 1). Sie wird monatlich von allen Einheiten weltweit erhoben und erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 2,4 das selbst gesteckte Ziel. Mit diesem Ergebnis hat thyssenkrupp das für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 anvisierte Ziel von 2,3 bereits fast erreicht. Dieser Zielwert wurde deshalb auf 2,2 gesenkt.

Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle eigener Mitarbeiter konnte auf 0 gehalten werden: Das Berichtsjahr war das zweite Jahr in Folge, in dem kein thyssenkrupp Beschäftigter infolge eines Arbeitsunfalls tödlich verunglückte. Dennoch gab es ungeplante Ereignisse, an deren Vermeidung wir auch mit unseren Partnerfirmen weiterhin arbeiten.

1) Arbeitsunfälle eigener Beschäftigter mit mindestens einem Tag Arbeitsausfall bezogen auf eine Mio Arbeitsstunden

Mit Blick auf die Gesundheit und die Gesunderhaltung werden weltweit weitere Kennzahlen erhoben. Dazu gehören neben Angeboten zur Gesundheitsförderung, die Ersthelferquote mit aktuell 17,4 % und der Zugang zu einem "Employee Assistance Program", einem Angebot zur vertraulichen Beratung durch externe Psychologen, Mediziner und Pädagogen, zu dem derzeit 87 % der Mitarbeiter Zugang haben.

Auch in diesem Jahr wurden die "we care"-Tage genutzt, um auf Schwerpunktthemen der Arbeitssicherheit und der Gesundheit aufmerksam zu machen. Unter dem Motto "Deine Gesundheit zählt!" wurden gleich fünf Themen in den Fokus gerückt: medizinische Screenings & Vorsorgeuntersuchungen, Ernährung, Bewegung, Resilienz & Stressmanagement sowie "we stop reloaded" als Thema der Arbeitssicherheit. Mit einer Beteiligung in 25 Ländern waren die "we care-Tage" erneut ein großer Erfolg. Mit dem "we care-Award" wurden auch in diesem Jahr Teams ausgezeichnet, die über die "we care-Tage" hinaus die Arbeitssicherheits- und Gesundheitskultur durch herausragende Initiativen stärken. Aus 40 Bewerbern gingen drei Gewinner hervor.

Bei thyssenkrupp stehen nicht nur die eigenen Mitarbeiter im Fokus. In puncto Arbeitssicherheit behalten wir auch die für uns tätigen Subunternehmen im Blick. Das erklärte Ziel lautet hier, die geltenden Standards auch auf Partnerfirmen anzuwenden. Um das Partnerfirmenmanagement weiter zu verbessern, haben wir im vergangenen Geschäftsjahr einen segmentübergreifenden Fokusdialog aufgesetzt. Unser Ziel dabei war, mögliche Verbesserungspotenziale im Auswahl- und Vergabeprozess sowie bei der Kontrolle der Partnerfirmentätigkeit vor Ort zu finden. Die Ergebnisse lieferten Ansatzpunkte für Maßnahmen auf Gesamtunternehmens- und auf Segmentebene, die nun spezifiziert und umgesetzt werden.

Schwerpunktthema: Resilienz von Mitarbeitern und Führungskräften

Unfallhäufigkeit erreicht mit 2,4 selbstgestecktes Ziel

We-care-Tage waren mit Beteiligung von 25 Ländern erneut ein großer Erfolg

Personalpolitische Maßnahmen im Rahmen der Transformation

Ein weiterer Schwerpunkt der Personalarbeit war auch im Geschäftsjahr 2022 / 2023 die operative Umsetzung der Fokussierung des Portfolios von thyssenkrupp sowie die im Geschäftsjahr 2019 / 2020 begonnenen, umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen, die in den Geschäften des Unternehmens fortgeführt wurden. Der insgesamt erforderliche Personalabbau umfasst laut Planung rund 13.000 Beschäftigte; Schwerpunkt der Restrukturierungen ist Deutschland. Bis zum 30. September 2023 hatte thyssenkrupp mehr als 85 % des vorgesehenen Personalabbaus plangemäß umgesetzt, das entspricht mehr als 11.000 Beschäftigten. Der Großteil der Maßnahmen entfiel im abgelaufenen Geschäftsjahr auf die Segmente Steel Europe, Automotive Technology und Materials Services. Regionaler Schwerpunkt mit mehr als 50 % war auch im Berichtsjahr Deutschland.

Im Zusammenhang mit der Portfoliofokussierung wurden im Geschäftsjahr 2022 / 2023 verschiedene M & A- sowie Restrukturierungs- und Reorganisationsmaßnahmen in den Fokus genommen und vorbereitet sowie teilweise umgesetzt. Um im Sinne der Konzernunternehmen und der Beschäftigten zukunftsfähige Lösungen zu finden, stand für alle Maßnahmen ein geschäfts- und funktionsübergreifendes Expertennetzwerk beratend zur Verfügung.

Unsere Antworten auf die Veränderung der Arbeitswelt

Fast alle Geschäfte von thyssenkrupp haben aufgrund der demografischen Entwicklung und der Fluktuation einen großen Personalbedarf. Insbesondere im deutschsprachigen und im nordamerikanischen Raum, in dem thyssenkrupp rund zwei Drittel aller Mitarbeiter beschäftigt, ist diese Situation für thyssenkrupp in mehrfacher Hinsicht eine große Herausforderung. Gerade dort erfordert der Personalbeschaffungsmarkt, der vom demographischen Wandel, einer höheren Wechselbereitschaft und einem gestiegenen Wettbewerb um Fachkräfte geprägt ist, ein höheres Engagement von thyssenkrupp, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Verschärft wird diese Situation durch die wirtschaftlich herausfordernde Lage von thyssenkrupp in den vergangenen Jahren und dem damit einhergehenden Risiko einer belasteten Arbeitgeberattraktivität.

Im Folgenden zeigen wir unsere Antworten auf die Veränderungen der Arbeitswelt auf: angefangen von den verstärkten Aktivitäten hinsichtlich Gewinnung neuer Mitarbeiter, über neue Ansätze berufslebenslangen Lernens bis hin zur kontinuierlichen Verbesserung der Produktivität der Arbeitsumgebung.

Mitarbeiter gewinnen und binden

Das Gewinnen und Binden von Mitarbeitern ist eine der zentralen Herausforderungen am Arbeitsmarkt. Wir begegnen ihr mit einer Vielzahl von Maßnahmen, die thyssenkrupp als attraktiven Arbeitgeber positionieren und somit die Arbeitgebermarke stärken.

Employer Branding: thyssenkrupp als fortschrittliches Unternehmen

Im aktuellen Jahr 2023 unterstützen Imagekampagnen rund um die Themen Nachhaltigkeit und Diversity die Arbeitgeberpositionierung von thyssenkrupp. Diese beiden Zukunftsthemen bilden wir im Employer Branding mit dem Ziel ab, thyssenkrupp auf dem externen Bewerbermarkt weiterhin als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren sowie die Identifikation in der Belegschaft kontinuierlich zu stärken.

Die grüne Transformation von thyssenkrupp steht im Fokus der Weiterentwicklung unseres Unternehmens. Schon heute wird in den Geschäften vieles bewegt und vorangetrieben - nicht nur für die Geschäfte selbst, sondern auch für die Umwelt und die nächsten Generationen. Wir wollen aber nicht nur Wegbereiter der grünen Transformation sein, sondern auch Menschen die Möglichkeit geben, aktiv daran mitzuwirken - bei einem der größten Arbeitgeber der Industrie in vielfältigen Jobs für die Zukunft - das zeigt die im Sommer 2023 gestartete "grüne" Arbeitgeberkampagne "Be active. Join GENERATIONTK.". Sie spricht insbesondere jüngere Zielgruppen an, die die Zukunft von morgen tatkräftig mitgestalten wollen.

Die grüne Arbeitgeberpositionierung bringt thyssenkrupp nicht nur in Form von Kampagnen auf die Straße, sondern auch ganz unmittelbar und anfassbar durch Fahrradleasing bei thyssenkrupp. Unter dem Motto: "Auf grünere Wege umsatteln" haben wir im Frühjahr 2023 ein deutschlandweites Fahrradleasing-Angebot angestoßen. Jeder Mitarbeiter soll für einen Leasing-Zeitraum von jeweils drei Jahren ein Fahrrad - egal welcher Marke und welchen Typs - steuerbegünstigt in Anspruch nehmen können. Neben der Stärkung unseres Profils als attraktiver Arbeitgeber kommt das neue Angebot auch der Gesundheit der Mitarbeiter zugute; zugleich unterstützt es nachhaltige Mobilität als Teil der Unternehmensstrategie.

Ein weiterer Fokus im Employer Branding liegt auf Diversity. Wir arbeiten stetig an einer Unternehmenskultur bei thyssenkrupp, die sich durch Offenheit, Chancengleichheit und gegenseitige Wertschätzung auszeichnet. Hierauf wird insbesondere mit der Kampagne "Diversity is GENERATIONTK" aufmerksam gemacht. Sie vermittelt die klare Botschaft, dass Stereotypisierung keinen Platz bei thyssenkrupp hat.

Diversity-Kampagne mit klarer Botschaft: kein Platz für Stereotypisierung bei thyssenkrupp

Tech Talente für die Konzernunternehmen begeistern

Ein besonderer Fokus im abgelaufenen Geschäftsjahr lag auf der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern mit technischem Hintergrund. Die thyssenkrupp-weite Initiative tech@tk bündelt- Formate zur Gewinnung und Bindung dieser Mitarbeiter. tech@tk bietet eine Plattform für den Austausch von Best Practices und die Nutzung von Synergieeffekten - über die Segmente hinweg.

Zu den segmentübergreifenden Aktivitäten gehörten im abgelaufenen Geschäftsjahr zielgruppenspezifische Employer-Branding-Kampagnen und verstärkte Social-Media-Aktivitäten. In den Segmenten wurden mit Blick auf die verstärkten Herausforderungen bei der Mitarbeitergewinnung die Recruiting-Organisationen gestärkt.

Im Rahmen des etablierten Formats "Lean& Agile" wurden weitere Initiativen zur Mitarbeitergewinnung in mehreren wichtigen Regionen von thyssenkrupp durchgeführt. Dazu gehörten die Entwicklung von Maßnahmen zur Gewinnung insbesondere weiblicher Tech-Talente in China und der Ausbau des TechCenters in Indien.

Nach vorne gehen: Wir wollen Innovation und Wachstum fördern

Eine wichtige Überzeugung bei thyssenkrupp ist, dass alle Mitarbeiter Potenziale haben, die gefördert und weiterentwickelt werden sollten - und zwar ein Berufsleben lang. Nur wenn uns das gelingt, kann thyssenkrupp ein innovatives Unternehmen bleiben. Im Folgenden geben wir einen Einblick in einige der Schwerpunktthemen mit Hinblick auf Innovation und Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr.

thyssenkrupp Academy: Verlässlicher Partner bei aktuellen Herausforderungen

Die thyssenkrupp Academy war auch im Geschäftsjahr 2022 / 2023 mit 289 Angeboten aus dem offenen Curriculum und bei spezifischen Lösungen für einzelne interne Teams ein verlässlicher Partner, der die Transformation von thyssenkrupp unterstützt. 4.581Teilnehmer besuchten im vergangenen Geschäftsjahr Programme der thyssenkrupp Academy. Der deutliche Anstieg der Teilnehmerzahl wie auch die erhöhte Nachfrage nach spezifischen Lösungen für Teams und ganze Geschäftsbereiche mit 196 Angeboten und 2.701 Teilnehmern unterstreicht die Rolle der thyssenkrupp Academy als Wegbereiter in der Transformation.

Ein wichtiges Thema in Zeiten eines grundsätzlichen Wandels ist der Umgang mit der zunehmend "dynaxen" (dynamisch + komplexen) Arbeitswelt. 620 Führungskräfte wurden in Formaten wie Impulse Sessions, Präsenz- und virtuellen Veranstaltungen sowie Lernexpeditionen geschult und die Geschäfte in ihren Transformationsinitiativen unterstützt, mit dem Ziel, die Performance-Kultur zu stärken.

Der hohe Schulungsbedarf rund um agile Methoden, neue Formen der Zusammenarbeit und Lean Management zeigte sich mit 694 Teilnahmen auch deutlich im Curriculum für alle Mitarbeiter. Um die kritischen Herausforderungen der neuen Arbeitswelt zu adressieren, galt im Geschäftsjahr 2022 / 2023 unsere besondere Aufmerksamkeit den Themen Gesund führen und Resilienz mit insgesamt 298 Teilnahmen. Zudem standen entsprechende Inhalte den 12.651 aktivierten Nutzern der digitalen Lernbibliothek unterstützend zur Verfügung.

Die hohe Qualität der Angebote der thyssenkrupp Academy spiegelt sich in der erneuten ISO-Zertifizierung 29993 wider. Damit entsprechen die Produkte und Angebote der thyssenkrupp Academy weiterhin höchsten internationalen Standards im Bereich der Aus- und Weiterbildung jenseits der formalen Bildung. Erstmalig begrüßte die thyssenkrupp Academy im vergangenen Geschäftsjahr Mitarbeiter eines externen Unternehmens als Teilnehmer an unterschiedlichsten Programmen.

Talententwicklung und spezifische Vernetzungsformate

Im zurückliegenden Geschäftsjahr wurden weltweit erneut mehr als 1.500 Talente (d.h. Mitarbeiter mit dem Potenzial für eine weiterführende Fach- und Führungsaufgabe) in den thyssenkrupp Unternehmen identifiziert. Wir wollen diese Mitarbeiter mit Potenzial weiterentwickeln und in anspruchsvolle Positionen bringen. Die Hauptverantwortung für die Entwicklung ihrer Talente tragen die Geschäfte. Ein intensiver Best-Practice-Austausch sowie verschiedene Vernetzungsformate innerhalb der Personalentwicklungs-Community ermöglichen Synergien und sichern einen hohen Standard der Angebote. Für die Talente ergibt sich somit eine vielfältige Entwicklungslandschaft mit Angeboten für die Vernetzung, die Erhöhung der internen Sichtbarkeit und die Vorbereitung auf zukünftige Fach- und Führungsaufgaben. Regelmäßige Entwicklungsdialoge, Feedback und der Einsatz von diagnostischen Verfahren zur Standortbestimmung unterstützen eine zielgerichtete Entwicklung.

Auch geschäftsübergreifende Vernetzungsformate wie der Talent Summit, verschiedene Foren und Workshops tragen zur Entwicklung und Bindung dieser wichtigen Zielgruppe bei.

Ausbildung - weiterhin zentral für die Sicherung von Fachkräften

Ein zentraler Wert bei thyssenkrupp ist und bleibt die Ausbildung. Daher fanden auch in diesem Jahr die unternehmensweiten Tage der Ausbildung 2023 in Essen statt, mit dem übergreifenden Ziel, die Ausbildung bei thyssenkrupp noch attraktiver zu gestalten. Im Berichtsjahr arbeiteten bei thyssenkrupp in Deutschland insgesamt mehr als 2.600 Auszubildende (Vorjahr: mehr als 2.500) in 63 verschiedenen Berufen. Die Ausbildungsquote - das Verhältnis von Ausbildungsplätzen zu Arbeitsplätzen - blieb hierzulande konstant bei 4,9 % (Vorjahr: 5,0 %). thyssenkrupp eröffnet jungen Menschen die Möglichkeit, sowohl eine klassische Ausbildung als auch ein duales Studium zu absolvieren. Tarifverträge bieten den Geschäften einen einheitlichen Rahmen für Qualitätsstandards in Ausbildung und dualem Studium. Da die Anzahl der Bewerbungen für Ausbildungsberufe insgesamt rückläufig ist, ergreifen wir eine ganze Palette von Maßnahmen, um Jugendliche für einen Ausbildungsberuf zu begeistern. Dazu gehören Employer-Branding-Werbekampagnen, Vereinfachungen des Bewerbungsprozesses und die Durchführung sogenannter Digitaler Elternabende in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit. Auch der regelmäßige Austausch mit Unternehmen außerhalb des Konzerns - beispielsweise im Rahmen der "Allianz der Chancen", einer Initiative von derzeit 55 Mitgliedsunternehmen unter anderem zum Thema "Stärkung der Ausbildung" - unterstützt alle Aktivitäten, die dazu dienen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

An den deutschen Standorten: 2.600 Auszubildende in 63 verschiedenen Berufen

Schaffung einer produktiven Arbeitsumgebung

Auch im Berichtsjahr haben wir im Rahmen des "Employee Pulse Check" um Feedback zur Mitarbeiterzufriedenheit und zu Erfolgsfaktoren von Veränderung gebeten, um daraus Maßnahmen zur Verbesserung abzuleiten. Ein weiteres wichtiges Thema zur Schaffung einer produktiven Arbeitsumgebung ist Diversity und Inklusion. Antworten auf die stetige Veränderung des Arbeitsmarktes und die Bedeutung von Arbeit geben die Programme "New Ways of Working" und "Lean& Agile", in denen thyssenkrupp den Wissensaustausch und die Vernetzung fördert, die Möglichkeiten, mobil zu arbeiten, erweitert und agile Arbeitsweisen stärker verankert.

Employee Pulse Check: Befragung der Mitarbeiter zeigt insgesamt Verbesserungen auf

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 haben wir zum dritten Mal den konzernweiten "Employee Pulse Check" bei thyssenkrupp durchgeführt. Dieser umfasst eine kurze Online-Umfrage zur Mitarbeiterzufriedenheit und zu Erfolgsfaktoren von Veränderungen, wie Führung und Kommunikation. Der Employee Pulse Check hat sich als ein wichtiges Feedback-Instrument etabliert, um regelmäßig ein globales Stimmungsbild der thyssenkrupp Mitarbeiter zu erhalten. Im vergangenen Geschäftsjahr haben sich alle Segmente am Pulse Check beteiligt; die Mitarbeiter hatten während des vierwöchigen Befragungszeitraums die Gelegenheit, teilzunehmen. An identifizierten Verbesserungspotenzialen zu arbeiten und die Umfragewerte durch unterschiedliche Maßnahmen in den kommenden Jahren weiter zu verbessern, ist insbesondere in Zeiten eines angespannten Arbeitsmarktes ein wichtiges Ziel, auch wenn das Stimmungsbild zeigt, dass wir insgesamt auf dem richtigen Weg sind. Entsprechend werden die Ergebnisse des Employee Pulse Checks als Anstoß für weitere Gespräche und zur Ableitung von Handlungsfeldern genutzt und die Gesellschaften arbeiten bis zur nächsten Befragung lokal an Maßnahmen zu diesem Zweck.

Diversity und Inclusion

Zu den zentralen Werten unserer Unternehmenskultur zählen Offenheit, Chancengleichheit und gegenseitige Wertschätzung. Das haben wir im zurückliegenden Jahr unter anderem mit der großen Employer-Branding-Kampagne zum Themenschwerpunkt Diversity hervorgehoben (vgl. Abschnitt "Employer Branding" oben).

Dass wir für Toleranz und Vielfalt auch öffentlich einstehen, haben wir mit unserer erneuten Teilnahme am Christopher Street Day in Köln mit der bisher höchsten Anmeldungsquote gezeigt: Mehr als 121 Kollegen waren beteiligt. Es ist und bleibt wichtig für thyssenkrupp, dass wir als Gesellschaft und Unternehmen immer wieder klare Zeichen gegen Diskriminierung setzen. Deswegen sind uns auch unsere unterschiedlichen internen Mitarbeiter-Netzwerke so wichtig und werden von uns unterstützt - sei es der Relaunch des thyssenkrupp-weiten LGBTI-Netzwerks oder die Neugründung des lgbtiq&friends@steel Netzwerks bei der thyssenkrupp Steel Europe AG. Außerdem ist unser Anspruch, in allen Bereichen eine gendergerechte Sprache zu sprechen.

Auch im vergangenen Geschäftsjahr wurden wieder verschiedenste Formate veranstaltet, um die Aufmerksamkeit für Diversity intern und extern zu erhöhen und Inclusiveness, psychologische Sicherheit und Zugehörigkeit zu stärken, zum Beispiel anlässlich des Diversity Day und des Weltfrauentags. Alle Beschäftigten sollen sich bei uns frei fühlen und mit ihrem vollen Potenzial entfalten können - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, religiösem Bekenntnis, politischen oder sonstigen Überzeugungen, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität oder anderen Merkmalen.

Mit Blick auf die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen hat sich thyssenkrupp bereits im Jahr 2011 freiwillig ein Ziel zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen gesetzt (Anteil der Positionsinhaberinnen innerhalb der Führungsebenen A bis L3; dies sind abgestuft die oberen 1300 Fach- und Führungspositionen bei thyssenkrupp). Mit einer Steigerung von nur 8 % im Jahr 2011 auf inzwischen 14,6 % zum 30. September 2023 hat thyssenkrupp hier eine Verbesserung erreicht. Trotz anhaltend großer Herausforderungen und absehbarer struktureller Veränderungen strebt thyssenkrupp weltweit einen Frauenanteil in Führungspositionen von 16 % an und will dieses Ziel bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024 / 2025 erreichen. Dieser Zielwert spiegelt den Anteil der Frauen in der Gesamtbelegschaft wider. Um der Bedeutung des Themas Rechnung zu tragen, ist es mit einem Zielwert von 17 % Frauen in Führungspositionen bis zum Geschäftsjahr 2025 / 2026 erneut in die Langfristvergütung des Vorstands der thyssenkrupp AG integriert. Mehr dazu ist auf Seite 173 unter dem "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen" zu finden. Diese selbst gesteckten und auch die gesetzlich geforderten Ziele unterfüttern wir mit verschiedenen Maßnahmen, überwiegend in Deutschland. Wir wollen insbesondere auch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen, etwa in Form von Unterstützung bei der Kinderbetreuung mit betriebseigenen Kindertagesstätten an zwei Standorten, der Vermittlung familiennaher Dienstleistungen und des Angebots von Nachhilfe per App.

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen konnte von 13,1 % im Vorjahr auf 14,6 % zum 30. September 2023 gesteigert werden

New Ways of Working: Weg in die neue Arbeitswelt wird fortgeführt

Unternehmensweite Vernetzung, übergreifende Zusammenarbeit und Wissensaustausch sind zentrale Themen, mit denen thyssenkrupp sich intensiv beschäftigt. Im zurückliegenden Geschäftsjahr wurde "we.match" gestartet - eine unternehmensinterne Plattform für genau diese Zwecke. Die Plattform ist modular aufgebaut und umfasst derzeit zwei Module. Die erste Anwendung "people2projects" ermöglicht unternehmensweite, temporäre Projekteinsätze. Das zweite Modul "Call a Colleague" schafft einen einfach zugänglichen und geschützten Raum, in dem Mitarbeiter Unterstützung in konkreten Fragestellungen erhalten und Erfahrungen austauschen können.

Ein weiterer Schwerpunkt in der sich wandelnden Arbeitswelt ist das mobile Arbeiten. Mit Einführung der Agenda "Hybrides Arbeiten" im vergangenen Geschäftsjahr in Deutschland wurde Mitarbeitern mit dafür geeigneten Tätigkeiten mobiles Arbeiten ermöglicht.

Um in Zeiten des Fachkräftemangels ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben und gefragte Talente zu gewinnen und zu binden, wird die Möglichkeit, mobil zu arbeiten, nun auf weitere Länder ausgeweitet. Derzeit wird eine digitale Lösung entwickelt, um Risiken der teilweise komplexen rechtlichen Regelungen zu bewerten. Künftig sollen Mitarbeiter bis zu 20 Arbeitstage im Jahr mobil im Ausland arbeiten können: im ersten Schritt innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, der Schweiz, dem Vereinigtem Königreich und der Türkei.

Launch von we match - der unternehmensinternen Plattform für Vernetzung und Wissensaustausch

Mobiles Arbeiten in Zukunft auch im Ausland möglich

"Lean& Agile": Verankerung schlanker und agiler Arbeitsweisen

Auch im Geschäftsjahr 2022 / 2023 haben die Segmente und Corporate im Sinne eines gemeinsamen kontinuierlichen Verbesserungsprozesses im Rahmen der "Lean& Agile"-Projekte zusammengearbeitet. Das Ziel der "Lean& Agile"-Projekte ist die unmittelbare Verbesserung von Abläufen, die Verankerung von schlanken und agilen Arbeitsweisen im Unternehmen sowie die positive Erfahrung einer erfolgreichen fachbereichsübergreifenden Zusammenarbeit.

Mit Themen von "Smart investieren in Photovoltaik" bis hin zu "Rolle der Führungskraft bei der Mitarbeitergewinnung" orientierten sich Projekte auch im Berichtsjahr an den Prioritäten von thyssenkrupp; zum ersten Mal wurden auch internationale Projekte durchgeführt.

Soziale Verantwortung

thyssenkrupp versteht sich als aktives Mitglied der Gesellschaft. Das Unternehmen will das gesellschaftliche Umfeld an seinen Standorten positiv gestalten und sich für die dort lebenden Menschen einsetzen. Es möchte an der Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen mitwirken und setzt seine unternehmerischen Kompetenzen für das Gemeinwohl ein. Entsprechend sind Gesellschaften des Konzerns in verschiedenen lokalen Projekten, Kooperationen, Multi-Stakeholder-Initiativen und Verbänden aktiv.

Wir orientieren uns bei unserem gesellschaftlichen Engagement an unserem Claim "engineering.tomorrow.together". thyssenkrupp fördert deshalb Technik- und Innovationsbegeisterung, Bildung und Engagement im Umfeld unserer Standorte. In unserer Arbeit setzen wir konsequent die hohen Compliance-Standards des Unternehmens um, die wir unter anderem über ein globales Erfassungs- und Freigabesystem für Aktivitäten des gesellschaftlichen Engagements steuern. Weltweit wurden dort im Berichtsjahr rund 270 Maßnahmen erfasst.

Im Berichtsjahr haben erneut Konzernunternehmen an unterschiedlichen Standorten Projekte sowie gemeinnützige Vereine und Organisationen entsprechend den Möglichkeiten und Bedürfnissen vor Ort unterstützt. Beispielsweise ermöglichte thyssenkrupp Forged Technologies im brasilianischen Campo Limpo wieder Theater- und Chorworkshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. thyssenkrupp Industries India unterstützte das Government Industrial Training Institute in Mallepally bei der Berufsausbildung von Arbeitssuchenden. Beim zweiten "Social Day" von Steel Europe in Duisburg konnten sich Mitarbeiter während ihrer Arbeitszeit sozial engagieren. Innerhalb von sechs Wochen in den Monaten August und September organisierte das Unternehmen mit verschiedenen Partnern 45 Aktivitäten, an denen sich über 300 Helfende beteiligten.

Das schwere Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet Anfang Februar 2023 hat auch bei thyssenkrupp und seinen Mitarbeitern Betroffenheit und Hilfsbereitschaft ausgelöst. Mehrere Konzernunternehmen aus Deutschland und der Schweiz spendeten spontan an Hilfsorganisationen zugunsten der Erdbebenopfer. thyssenkrupp Steel Europe - hier haben besonders viele Kollegen Wurzeln in der Region - verdoppelte den Erlös einer Spendenaktion der Belegschaft. Neben Sofortmaßnahmen wie Sucheinheiten wurden auch langfristige Hilfen wie mobile Gesundheitseinrichtungen und professionelle Werkzeugkisten für unterschiedliche Gewerke finanziert, um den Wiederaufbau zu unterstützen.

Auch im Geschäftsjahr 2022 / 2023 engagierte sich thyssenkrupp für die Linderung des Leids infolge des Kriegs in der Ukraine. Automotive Technology und Materials Services unterstützten verschiedene Hilfsprojekte in Ungarn respektive der Ukraine selbst. Materials Services bedachte zudem die Tafeln Essen und Dortmund, deren Angebot verstärkt unter anderem auch durch Geflüchtete aus der Ukraine genutzt wurde. thyssenkrupp Bilstein übernahm die Kosten für Ausbildung, Unterbringung und Verpflegung zweier junger Kfz-Mechaniker und -Mechatroniker in dem vom Krieg betroffenen Land.

Mit dem Werteverständnis von thyssenkrupp generell unvereinbar und daher unzulässig sind Zuwendungen an politische Parteien im In- und Ausland, parteinahe oder parteiähnliche Organisationen, einzelne Mandatsträger oder Kandidaten für politische Ämter.

Engagement vor Ort sowie für Opfer von Krieg und Erdbeben

Compliance

thyssenkrupp hat ein umfassendes Verständnis von Compliance: Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist für uns selbstverständlich und Teil unserer Unternehmenskultur. Compliance schafft den Rahmen für unternehmerisches Handeln und dient der nachhaltigen Absicherung des Geschäftserfolgs. Neben der umfassenden Betreuung der Compliance-Kernthemen Antikorruption, Kartellrecht, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht war die Compliance-Arbeit im Geschäftsjahr 2022 / 2023 im Wesentlichen von folgenden Themen geprägt:

Kommunikation von starken Werten als Fundament unserer Zusammenarbeit auch in einem wirtschaftlich weiterhin schwierigen Umfeld,

Bekräftigung des thyssenkrupp Compliance Commitment und der unternehmerischen Compliance-Verantwortung durch den Vorstand als Tone-from-the-Top und neuerliches Bekenntnis zum Compliance-Programm,

kartellrechtliche Begleitung von Portfoliomaßnahmen,

kontinuierliche Steigerung des Reifegrades der Compliance-Management-Systeme für den Datenschutz und die Geldwäscheprävention,

weiterhin besonderer Fokus auf dem Bereich Außenwirtschaftsrecht aufgrund der verschärften internationalen Sanktionen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine,

Begleitung der Weiterentwicklung der sogenannten Weiteren Compliance-Themen im Konzern, insbesondere Vorbereitung auf und Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes,

Umsetzung der Anforderungen des neuen Hinweisgeberschutzgesetzes,

Durchführung anlassabhängiger Untersuchungen aufgrund von Hinweisgebermeldungen sowie anlassunabhängiger Compliance-Audits.

Verankerung von Compliance in der Unternehmenskultur

Unsere Compliance-Strategie verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Wertekultur im Unternehmen zu verankern - eine Kultur, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler des Handelns sind. Denn Compliance bedeutet für uns weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz: Compliance ist eine Frage der Haltung. Dazu gehört auch das klare Bekenntnis, dass thyssenkrupp ausschließlich für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft und das Erreichen interner Ziele, als gegen Gesetze zu verstoßen. Dies bringt der Vorstand insbesondere im thyssenkrupp Compliance Commitment zum Ausdruck, das er im Berichtsjahr erneut bekräftigt hat. Eine besondere Funktion übernehmen dabei unsere Führungskräfte, die eine unternehmerische Compliance-Verantwortung tragen. Den Beschluss zur unternehmerischen Compliance-Verantwortung hat der Vorstand im Berichtsjahr ebenfalls erneut verabschiedet. Demnach haben alle Führungskräfte im thyssenkrupp-Konzern die Pflicht und Verantwortung, in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich für die Einhaltung von Recht und Gesetz sowie der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und auf die Sicherstellung von Compliance hinzuwirken.

In einer gesunden Unternehmens- und Führungskultur gehen die Leistungsbereitschaft und das Handeln auf Basis eines gemeinsamen Werteverständnisses Hand in Hand. Verstöße gegen Rechtsvorschriften und interne Regeln sind mit unserem Compliance-Verständnis nicht vereinbar. Daher gilt unmissverständlich:

Hinweisen auf Rechtsverstöße gehen wir konsequent nach und klären den Sachverhalt auf.

Eingehende Hinweise behandeln wir vertraulich und schützen Hinweisgeber mit allen gebotenen Mitteln gegen etwaige aus einer Meldung resultierende Nachteile. Im Rahmen der Aufklärung der Hinweise tragen wir den schutzwürdigen Interessen der von einer Meldung betroffenen Personen Rechnung.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Compliance

Compliance-Programm

thyssenkrupp hat mit dem Leitbild, dem Code of Conduct und dem Compliance Commitment ein eindeutiges Bekenntnis zur Einhaltung der internen und externen rechtlichen Vorgaben abgegeben. Diese Pflicht gilt für alle Konzernunternehmen, jede Führungskraft und jeden Mitarbeiter.

Besondere Risikofelder werden vom thyssenkrupp Compliance-Programm abgedeckt, das in der Verantwortung der Zentralfunktion Legal & Compliance liegt und auf den drei Säulen "Informieren und Beraten", "Identifizieren" sowie "Berichten und Handeln" ruht.

Dieses Programm ist eng mit dem Risikomanagement und unserem internen Kontrollsystem verzahnt. Damit wollen wir erreichen, dass Compliance fester Bestandteil eines jeden Geschäftsprozesses wird. Inhaltliche Schwerpunkte des Programms sind die Kernthemen Antikorruption, Kartellrecht, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht.

thyssenkrupp hat ein eindeutiges Bekenntnis zur Einhaltung der internen und externen rechtlichen Vorgaben abgegeben.

Schwerpunkte der Compliance-Arbeit

Das Geschäftsjahr 2022 / 2023 war insbesondere geprägt durch die kartellrechtliche Begleitung verschiedener Portfoliomaßnahmen sowie die weitere Stärkung und Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems.

Für die Bekräftigung des Tone-from-the-Top innerhalb des Konzerns ist das Compliance Commitment des Vorstands ein wesentlicher Baustein. Das Compliance Commitment des Vorstands spiegelt das Selbstverständnis wider, dass wir uns entsprechend unserer positiven Haltung gegenüber Compliance aus Überzeugung an die Regeln halten, auch wenn wir hierdurch wirtschaftliche Ziele verfehlen. Die aktive Mitwirkung aller Führungskräfte und Mitarbeiter an der Umsetzung des thyssenkrupp Compliance-Programms im jeweiligen Verantwortungsbereich ist unverzichtbar, um das Vertrauen von Kunden, Lieferanten, Aktionären und der Zivilgesellschaft in thyssenkrupp weiter zu festigen.

Auch im abgelaufenen Jahr stand der Datenschutz im Fokus unserer Compliance-Arbeit. Wir haben weiter intensiv an der kontinuierlichen Steigerung des Reifegrades des Compliance-Management-Systems im Hinblick auf den Datenschutz gearbeitet.

Ferner haben wir durch die Umsetzung von Maßnahmen zur Abgabe von Verdachtsmeldungen die Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gestärkt.

Zudem wurde im Berichtsjahr der Bereich Außenwirtschaftsrecht weiter in das Compliance-Programm integriert. Eine besondere Bedeutung kam dem Außenwirtschaftsrecht wegen des Kriegs in der Ukraine zu: Sanktions- und exportkontrollrechtliche Vorgaben wurden fortlaufend aktualisiert und waren tagesaktuell zu berücksichtigen.

Darüber hinaus steht die Compliance-Funktion den konzernweit jeweils unmittelbar zuständigen Bereichen bei den sogenannten Weiteren Compliance-Themen Arbeitssicherheit, Fremdpersonaleinsatz, Gleichbehandlung, Informationssicherheit, Lieferanten-Compliance und Umweltschutz beratend, koordinierend und konsolidierend zur Seite. Die inhaltliche Verantwortung trägt dabei jeweils die zuständige Fachfunktion oder das jeweilige Segment. Compliance-Funktion und inhaltlich Verantwortliche tauschen sich intensiv aus und nutzen Synergien, die dadurch insbesondere in der Organisation sowie bei Prozessen und Methoden entstehen. Das bedeutet auch, dass die Compliance-Funktion gemeinsam mit den Verantwortlichen in den jeweiligen Fachfunktionen die Berichterstattung und die Zuständigkeiten für die jeweiligen Themenfelder mitgestaltet.

Weitere Aktivitäten des Berichtsjahres lassen sich, geordnet nach den drei Elementen des Compliance-Programms, wie folgt zusammenfassen:

"Informieren & Beraten": Unsere Compliance Officer haben die Mitarbeiter weltweit über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen, konzernweite interne Richtlinien sowie in konkreten Einzelfällen informiert, geschult und beraten. Im Berichtsjahr wurden mehr als 5.000 Teilnehmer im Rahmen von Schulungen sensibilisiert, die zum Teil physisch und zum Teil aufgrund der neuen Formen des Zusammenarbeitens virtuell stattfanden. Die Schulungen umfassen alle Kernthemen des thyssenkrupp Compliance-Programms. Es läuft die nunmehr fünfte Runde des Compliance-E-Learning-Programms zu den Themen Antikorruption und Kartellrecht. Bis zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres haben Mitarbeiter, bereinigt um Abgänge, insgesamt über 23.200 Kurse einschließlich der E-Learning-Formate zu Compliance im Einkauf und zum Datenschutz absolviert. Der E-Learning-Kurs Compliance@thyssenkrupp umfasst grundsätzliches Basiswissen zu Compliance bei thyssenkrupp und ist allen Mitarbeitern mit E-Mail-Adresse zugewiesen. Die Teilnahme ist, anders als bei den vorgenannten Kursen, freiwillig; mehr als 7.100 Mitarbeiter haben ihn im Berichtsjahr absolviert.

"Identifizieren": Unsere Compliance Officer führten auch im Berichtsjahr auf die Kernthemen bezogene anlassunabhängige und verdachtsbedingte Compliance-Audits und -Untersuchungen durch. Diese dienen dazu, kritische Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz regelmäßig zu überprüfen. Wesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind das Whistleblower-System sowie der direkte Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Funktion als Kanäle, über die Mitarbeiter und Externe auf eventuelle Gesetzes- oder Richtlinienverstöße hinweisen können. Dafür stehen auch eine zentrale Hotline und eine zentrale E-Mail-Adresse zur Verfügung. Der Hinweis auf eventuelle Gesetzes- oder Richtlinienverstöße ist auf Wunsch des Hinweisgebers auch ohne Offenlegung der Identität möglich.

"Berichten & Handeln": Die intensive Compliance-Berichterstattung umfasst neben den regelmäßigen Berichten an Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss alle Ebenen unseres Konzerns - den Vorstand der thyssenkrupp AG, die Vorstände der Segmente und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen sowie die regional Verantwortlichen und Projektleiter mit Marktverantwortung. Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die Betroffenen werden, sofern erforderlich, konsequent Sanktionen verhängt.

Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes

Ein besonderer Fokus beim Weiteren Compliance-Thema Lieferanten-Compliance lag im Berichtsjahr auf dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), das am 1. Januar 2023 in Kraft getreten ist. Das Gesetz soll die Einhaltung der Menschenrechte national und international verbessern, indem es die zu beachtenden menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten festlegt. Daraus abgeleitet definiert es Anforderungen an ein verantwortliches Management der Lieferketten und des sogenannten Eigenen Geschäftsbereichs für Unternehmen.

thyssenkrupp hat im Rahmen eines funktions- und segmentübergreifenden Projekts ein konzernweites Konzept und eine entsprechende Organisationsstruktur entwickelt, um eine nachhaltige Kultur für die Einhaltung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten zu schaffen. Damit dies gelingt, arbeiten verschiedene Konzernfunktionen interdisziplinär zusammen; gemeinsam mit weiteren Experten sind sie für die Umsetzung der Sorgfaltspflichten in der Lieferkette und im Eigenen Geschäftsbereich zuständig.

Das Supply Chain Act (SCA) Council Group steuert die Umsetzung des Konzepts zur Einhaltung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten im Konzern. Dieses Gremium kommt regelmäßig und bei Bedarf zusammen. Die Koordination des SCA Council Group wird vom SCA Officer Group übernommen, der als Sprecher des SCA Council Group fungiert und direkt an den Konzernvorstand berichtet. Mitglieder im SCA Council Group sind verschiedene Konzernfunktionen und Bereiche sowie Vertreter aus dem Kreis der Segmente. Die gesetzlich vorgegebene Überwachung des Risikomanagements verantwortet für die thyssenkrupp AG als berichtspflichtige Gesellschaft nach dem LkSG die Konzernfunktion Legal & Compliance. Für die Wahrnehmung dieser Aufgaben wurde der Group General Counsel und Chief Compliance Officer benannt.

Um Verstößen gegen Gesetze und konzerninterne Regelungen oder möglichen Verletzungen menschenrechtlicher und umweltbezogener Rechte und Rechtsgüter frühzeitig entgegenzuwirken und Schäden für Mitarbeiter und Geschäftspartner zu reduzieren, hat thyssenkrupp ein Beschwerdeverfahren für alle Konzernunternehmen etabliert. Dieses Verfahren ermöglicht, dass diesbezügliche Hinweise, die von Mitarbeitern des thyssenkrupp Konzerns und von Externen, wie unseren unmittelbaren und mittelbaren Lieferanten oder deren Mitarbeitern, gemeldet werden, entgegengenommen und bearbeitet werden können. Das Beschwerdeverfahren bietet ein weltweites Einreichen von Beschwerden an, anonym und barrierefrei.

Compliance-Organisation

Unsere Compliance-Funktion hat neben der Steuerung und der stetigen Weiterentwicklung des Compliance-Programms die wichtige Aufgabe, als strategischer Businesspartner Fachfunktionen und Geschäfte frühzeitig bei relevanten strategischen Entscheidungen zu beraten. Das erfordert eine bedarfsorientierte Organisation mit klarer Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten, eine effektive und effiziente Steuerung, eine angemessene Ausstattung und insbesondere eine Aufgabenzuweisung, die strukturell den Bedürfnissen innerhalb des Konzerns entspricht.

thyssenkrupp beschäftigt weltweit mehr als 90 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter, von denen rund 40 auch teilweise mit Legal-Aufgaben betraut sind. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk aus über 240 Compliance-Managern. Letztere sind in der Regel Geschäftsführer eines Konzernunternehmens und sorgen für die operative Umsetzung des Compliance Programms in ihrem Verantwortungsbereich. Sie schaffen gemeinsam die Voraussetzung für eine nachhaltige Verankerung von Compliance in der Tiefe des thyssenkrupp Konzerns und stehen ihren Mitarbeitern als Ansprechpartner zur Verfügung.

240 Über 240 Compliance Manager vertreten das Thema Compliance unternehmerisch und fungieren als Sprachrohr in den Geschäftseinheiten weltweit.

EU-Taxonomie

Die Taxonomie-Verordnung der Europäischen Union (EU-Taxonomie) ist eine Schlüsselkomponente des Grünen Deals und des Aktionsplans "Finanzierung nachhaltigen Wachstums" zur Verwirklichung verabschiedeter Umweltziele bis zum Jahr 2050. Das Ziel der EU-Taxonomie ist, durch standardisierte Bewertungskriterien Transparenz über ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten für Teilnehmer des Kapitalmarkts zu schaffen, um auf Basis eines gemeinsamen Verständnisses Finanzströme bzw. Investitionen in die für den Übergang, hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise, am dringendsten erforderlichen Tätigkeiten zu lenken.

Gemäß Artikel 8 Absatz 1 der EU-Taxonomie berichtet thyssenkrupp, im Rahmen der nichtfinanziellen Erklärung, welche in diesen Lagebericht integriert ist, Informationen über Art und Umfang ökologisch nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten auf Basis des Klassifizierungssystems der EU-Taxonomie. Für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 bezieht sich die Berichterstattung auf die Umweltziele "Klimaschutz" und "Anpassung an den Klimawandel" und weist erstmalig den Anteil taxonomiekonformer Umsatzerlöse, Investitionen und Betriebsausgaben aus.

Erste thyssenkrupp Berichterstattung zum Anteil taxonomiekonformer Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben

ECKDATEN ZUR EU-TAXONOMIE 2022 / 2023

Mio € Umsatzerlöse in % Investitionsausgaben in % Betriebsausgaben in %
thyssenkrupp insgesamt 37.536 100 1.779 100 1.562 100
Taxonomiefähig 11.380 30 909 51 1.154 74
davon taxonomiekonform 262 1 266 15 23 1
davon nicht taxonomiekonform 11.117 30 643 36 1.132 72
Nicht taxonomiefähig 26.156 70 870 49 408 26

Aufgrund von ungeklärten Rechtsbegriffen in der EU-Taxonomie ergeben sich gegenwärtig noch Unklarheiten in der Auslegung der Verordnung.

Taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten

Wirtschaftstätigkeiten sind taxonomiefähig, wenn sie in den delegierten Rechtsakten zu den Umweltzielen der EU-Taxonomie erfasst sind. Tätigkeiten, die dort nicht gelistet sind, können indes nicht als taxonomiefähig klassifiziert werden. Im Rahmen einer konzernweiten Analyse wurden nachfolgende Wirtschaftstätigkeiten (Nummerierung gemäß Anhang der delegierten Rechtsakte) von thyssenkrupp identifiziert, die in den delegierten Rechtsakten zu den Umweltzielen der EU-Taxonomie erfasst sind:

3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie

3.2 Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff

3.6 Herstellung anderer CO 2 -armer Technologien

3.9 Herstellung von Eisen und Stahl

5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen

6.6 Güterbeförderung im Straßenverkehr

Die taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten des thyssenkrupp Konzerns umfassen die Fertigung von Großwälzlagern für Windenergieanlagen (3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie) im Segment Bearings, die Konzeption und Fertigung von Anlagen zur Wasserelektrolyse (3.2 Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff) von thyssenkrupp nucera im Segment Multi Tracks, die Stahlproduktion (3.9 Herstellung von Eisen und Stahl) im Segment Steel Europe sowie Aktivitäten im Gebiet der Schlackenaufbereitung (5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen) und der Logistik (6.6 Güterbeförderung im Straßenverkehr) der MillServices & Systems GmbH, einem Anbieter von Industriedienstleistungen aus dem Segment Materials Services. Ferner wurden die Oxygen-Depolarized-Cathode-Technologie (ODC) für die Chloralkali-Elektrolyse zur Chlorherstellung von thyssenkrupp nucera und die EnviNOx ® -Technologie zur Reduzierung von Lachgas- und Stickoxidemissionen der Business Unit Uhde, jeweils aus Multi Tracks, als taxonomiefähig (3.6 Herstellung anderer CO 2 -armer Technologien) eingeordnet.

Der Kraftwerksbetrieb der Hüttenwerke Krupp Mannesmann wurde im Berichtszeitraum aufgrund des unmittelbaren, technischen und wirtschaftlichen Zusammenhangs zwischen der Stahlherstellung und dem Entstehen von Nebenprodukten, die im Rahmen des Kraftwerksbetriebes verwertet werden, der Kernaktivität (3.9 Herstellung von Eisen und Stahl) zugeordnet und nicht als gesondert zu berichtende Kraftwerksaktivität laut dem delegierten Rechtsakt (EU) 2022 / 1214 klassifiziert (4.30 Hocheffiziente Kraft-Wärme / Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen). Die Entscheidung wurde auch aufgrund der Unwesentlichkeit der zugrundliegenden Beträge getroffen. Infolgedessen werden keine separaten Meldebögen in Bezug auf Wirtschaftstätigkeiten in bestimmten Energiesektoren in diesem Berichtszeitraum berichtet.

Viele Elemente des Produktportfolios des thyssenkrupp Konzerns sind derzeitig nicht im delegierten Rechtsakt der EU-Taxonomie erfasst und deswegen in diesem Berichtszeitraum nicht taxonomiefähig. Davon berührt sind die Wirtschaftsaktivitäten der Segmente Automotive Technology, Marine Systems sowie Forged Technologies und darüber hinaus nahezu sämtliche Produkte und Dienstleistungen der Segmente Materials Services sowie Multi Tracks.

Zahlreiche Wirtschaftsaktivitäten von thyssenkrupp sind taxonomiefähig

Taxonomiefähige Anteile der Wirtschaftsaktivitäten

Die taxonomiefähigen Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben werden mittels der gleichen Rechengrößen quantifiziert, die der Berechnung des Nenners der jeweiligen Leistungsindikatoren zur EU-Taxonomie zugrunde liegen. Ferner werden Beträge den Wirtschaftsaktivitäten nach den gleichen Prinzipien zugeordnet, vergleiche Abschnitt "Ermittlung der Leistungsindikatoren der EU-Taxonomie".

Im Berichtsjahr 2022 / 2023 beliefen sich die Umsatzerlöse der oben dargestellten, taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten auf 11.380 Mio €, das entspricht einem Anteil von 30 % der gesamten Umsätze des Konzerns. Im Vorjahresvergleich ist der Anteil taxonomiefähiger Umsatzerlöse trotz struktureller Entwicklungen des Konzernportfolios - Verkauf der Edelstahlherstellung im Segment Multi Tracks zu Beginn des Jahres 2022 - um zwei Prozentpunkte gestiegen. Der Anstieg ist im Wesentlichen bedingt durch höhere taxonomiefähige Umsatzerlöse im Segment Steel Europe und bei thyssenkrupp nucera. Die taxonomiefähigen Investitionsausgaben in der Höhe von 909 Mio € entsprechen im Berichtsjahr einem Anteil von 51 % der gesamten Investitionsausgaben, ein Anstieg von zwei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr, vornehmlich bedingt durch höhere Investitionsausgaben im Stahlbereich. Die taxonomiefähigen Betriebsausgaben betragen für das Berichtsjahr 1.154 Mio €, das sind 74 % der gesamten Betriebsausgaben des Konzerns und damit neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Dies ist vor allem auf höhere Betriebsausgaben ebenfalls im Stahlbereich zurückzuführen.

30 % der Umsatzerlöse von thyssenkrupp sind taxonomiefähig

Taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivitäten

Wirtschaftstätigkeiten sind taxonomiekonform, wenn sie die in den delegierten Rechtsakten erklärten technischen Bewertungskriterien erfüllen und dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung eines oder mehrerer der Umweltziele der EU-Taxonomie leisten ohne signifikante Beeinträchtigungen gemäß Artikel 17 der EU-Taxonomie für eines oder mehrere der Umweltziele zu bewirken (sog. DNSH-Kriterien, "Do no significant harm") und zudem Mindestschutzanforderungen nach Artikel 18 erfüllen.

Für das Berichtsjahr 2022 / 2023 weist thyssenkrupp für drei von insgesamt sechs taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten taxonomiekonforme Umsatzerlöse, Investitions- oder Betriebsausgaben aus:

3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie

3.9 Herstellung von Eisen und Stahl

5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen

Da für die Wirtschaftsaktivitäten, die im Berichtszeitraum als taxonomiefähig klassifiziert wurden, die Leistung eines wesentlichen Beitrags zum Umweltziel "Anpassung an den Klimawandel" auf der Umsetzung von Adaptionsmaßnahmen beruht, die aus den Ergebnissen einer robusten Klimarisiko- und Vulnerabilitätsbewertung abzuleiten sind, eine solche Analyse seitens thyssenkrupp im Geschäftsjahr 2022 / 2023 jedoch erstmalig umgesetzt wurde, können hierzu im Berichtszeitraum, für keine dieser Aktivitäten, Umsatzerlöse, Investitions- sowie Betriebsausgaben als taxonomiekonform ausgewiesen werden. Daher wird nachfolgend nur das Vorgehen zur taxonomischen Konformitätsprüfung in Bezug auf das Umweltziel "Klimaschutz" dargelegt. Eine Doppelzählung von Rechengrößen in der Ermittlung der Leistungsindikatoren entsprechend Anhang I Nummer 1.2.2.2 der delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2178 über diverse Umweltziele hinweg ist für den Berichtszeitraum dadurch ausgeschlossen.

Die Einhaltung der in den delegierten Rechtsakten zur EU-Taxonomie spezifizierten qualitativen sowie quantitativen Bewertungskriterien wird durch ein interdisziplinäres Expertenteam mit Vertretern aus Konzernfunktionen und operativen Geschäftsbereichen von thyssenkrupp geprüft und dokumentiert. Die Prüfung umfasst sowohl die Voraussetzungen zur Leistung eines wesentlichen Beitrags zu einem oder mehreren der Umweltziele durch Wirtschaftsaktivitäten als Grundlage der Taxonomiekonformität als auch die Vermeidung von erheblichen Beeinträchtigungen für eines oder mehrere der Umweltziele durch diese Aktivitäten einhergehend mit der Erfüllung von sozialen Mindestschutzanforderungen als notwendige Bedingungen der Taxonomiekonformität. Eine Besonderheit in diesem Prüfungsprozess sind laufende CapEx-Projekte von thyssenkrupp (Investitionsausgaben, die im Rahmen eines CapEx-Plans getätigt werden, siehe Abschnitt "CapEx-Plan zum Ausbau der Taxonomiekonformität" dieses Kapitels). Für diese werden die vollständigen Nachweise für die Prüfung der Bewertungskriterien erst zukünftig zur Verfügung stehen.

Für drei Wirtschaftstätigkeiten weist thyssenkrupp im Berichtsjahr taxonomiekonforme Beträge aus Systematische Prüfung der Einhaltung der Bewertungskriterien der EU-Taxonomie

Erfüllung eines wesentlichen Beitrags zum Umweltziel "Klimaschutz"

Für Wirtschaftsaktivitäten nach 3.1, Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie, erfordert der delegierte Rechtsakt für die Erfüllung eines wesentlichen Beitrags zum Umweltziel "Klimaschutz", dass die durch diese Aktivität hergestellten Technologien der Erzeugung erneuerbarer Energie gemäß Artikel 2 Nummer 1 der Richtlinie (EU) 2018 / 2001, folglich Energie aus regenerativen, nicht-fossilen Quellen wie Wind, Sonne, Erdwärme, Umgebungs- und Meeresenergie, Wasserkraft, Biomasse oder Deponie-, Klär- bzw. Biogas dienen. Die Aktivitäten des Konzerns gemäß dieser Wirtschaftskategorie leisten einen wesentlichen Beitrag zu diesem Umweltziel, da die im Zuge dieser Tätigkeit hergestellten Großwälzlager in Anlagen zur Erzeugung von Windenergie eingesetzt werden. Ausgangsrechnungen bestimmter Kundengruppen dienen hierfür als Nachweis.

Wirtschaftsaktivitäten nach 3.9, Herstellung von Eisen und Stahl, tragen laut delegiertem Rechtsakt wesentlich zum Umweltziel "Klimaschutz" bei, wenn die für die unterschiedlichen Fertigungsschritte der Eisen- und Stahlherstellung spezifizierten Emissionsgrenzwerte in Tonne CO 2 -Äquivalent je Tonne Produkt sowie verfahrensabhängige Vorgaben für den Einsatz von Sekundärrohstoffen laut Anhang I Nummer 3.9 des delegierten Rechtsakts (EU) 2021 / 2139 eingehalten werden. Für Aktivitäten dieser Wirtschaftskategorie in Zusammenhang mit den Flachstahlprodukten bluemint ® pure sowie bluemint ® recycled wird bezogen auf das Umweltziel "Klimaschutz" die Erbringung eines wesentlichen Beitrags festgestellt, da die Emissionsgrenzwerte in der Herstellung der Produkte bilanziell eingehalten werden. Die Feststellung basiert auf einer Emissionsberechnung, für die produktspezifische Bescheinigungen eines unabhängigen Verifizierers vorliegen. Die Vorgaben für den Einsatz von sekundären Rohstoffen in der Herstellung sind verfahrensbedingt für die beiden bluemint © Flachstahlprodukte nicht relevant.

Wirtschaftsaktivitäten gemäß Kategorie 5.9, Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen, leisten dem delegierten Rechtsakt zufolge einen wesentlichen Beitrag zum Umweltziel "Klimaschutz", wenn im Zuge dieser Aktivität mindestens 50 % des Gewichts der verwerteten, getrennt gesammelten nicht gefährlichen Abfälle in Sekundärrohstoffe umgewandelt werden und diese dafür geeignet sind, Primärmaterialien in Herstellungsprozessen zu ersetzen. Die Wirtschaftsaktivitäten des thyssenkrupp Konzerns nach Kategorie 5.9 der EU-Taxonomie tragen wesentlich zum Umweltziel "Klimaschutz" bei, da die Recyclingquoten der Schlackenaufbereitung den geforderten Grenzwert übertreffen und durch die gewonnenen Sekundärrohstoffe Primärbaustoffe sowie -düngemittel substituiert werden können. Die Feststellung der Einhaltung dieser Kriterien basiert auf einer Analyse zur Produktion und Nutzung von Eisenhüttenschlacken eines auf Baustoffe spezialisierten Forschungsinstituts.

Für nachfolgende, taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten des Konzerns wurden die Voraussetzungen zur Erfüllung eines wesentlichen Beitrags zum Umweltziel "Klimaschutz" geprüft, die Einhaltung jener Kriterien jedoch nicht festgestellt. Aus diesem Grund werden diese in der nachfolgenden Erläuterung der Prüfung der DNSH-Kriterien nicht berücksichtigt. Die Voraussetzungen zur Taxonomiekonformität werden für diese Wirtschaftstätigkeiten im Geschäftsjahr 2023 / 2024 erneut geprüft.

3.2 Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff

3.6 Herstellung anderer CO 2 -armer Technologien

3.9 Herstellung von Eisen und Stahl (ausgenommen bluemint ® Steel)

6.6 Güterbeförderung im Straßenverkehr

Erneute Prüfung der Kriterien für taxonomiefähige aber derzeit nicht taxonomiekonforme Aktivitäten im Geschäftsjahr 2023 / 2024

DNSH-Kriterien "Anpassung an den Klimawandel"

Für die Wirtschaftsaktivitäten, für die der Konzern im Geschäftsjahr 2022 / 2023 taxonomiekonforme Kennzahlen ausweist, verlangt der delegierte Rechtsakt die Durchführung einer robusten Klimarisiko- und Vulnerabilitätsbewertung, um erhebliche Beeinträchtigungen für das Umweltziel "Anpassung an den Klimawandel" zu vermeiden. Diese wurde im Berichtsjahr durchgeführt, indem auf der Basis von Klimaszenarien - die repräsentativen Konzentrationspfade RCP2.6 und RCP8.5 -Risikopotenziale für Klimagefahren für die im Berichtszeitraum relevanten Standorte von thyssenkrupp analysiert wurden. Die Standorte, für die erhöhte Risikopotenziale festgestellt werden konnten, wurden über potenzielle Klimagefahren informiert, um diese anhand lokaler Sensitivitätsanalysen validieren bzw. die faktische Vulnerabilität eines Produktionsstandorts gegenüber diesen einordnen zu können. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wurden Anpassungslösungen zur Reduktion potenzieller Klimagefahren bewertet.

Im Kontext dieser DNSH-Prüfung wurden im Hinblick auf die Wirtschaftsaktivität 3.1, Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie, einige Produktionsländer für die Durchführung der Klima- und Vulnerabilitätsbewertung im Berichtszeitraum aus Wesentlichkeitsgründen priorisiert. Dazu zählen die Länder Deutschland und Frankreich. Für den kommenden Berichtszeitraum wird diese Untersuchung für alle Produktionsländer durchgeführt, die für diese Wirtschaftsaktivität relevant sind.

DNSH-Kriterien "Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen"

Der delegierte Rechtsakt verlangt für Wirtschaftsaktivitäten gemäß 3.1, Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie, und 3.9, Herstellung von Eisen und Stahl, die Durchführung einer Analyse von Risken für die Erhaltung von Wasserqualität und Vermeidung von Wasserknappheit sowie deren Behebung, falls diese Risiken nicht bereits im Rahmen von Umweltverträglichkeitsprüfungen laut der Richtlinie 2011 / 92 / EU identifiziert und beseitigt wurden, um erhebliche Beeinträchtigungen für das Umweltziel "Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen" auszuschließen. Bei Tätigkeiten in Drittländern sind derartige Risikoanalysen im Einklang mit den geltenden nationalen Rechtsvorschriften oder internationalen Normen durchzuführen. Und das unter der Bedingung, dass diese ein im Vergleich zur europäischen Regulierung gleichwertiges Anspruchsniveau für einen guten Zustand von Gewässern aufweisen. Für Wirtschaftsaktivitäten nach 5.9, Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen, enthält der Rechtsakt keine Vorgaben hierüber. Für Produktionsstandorte von thyssenkrupp werden Umweltverträglichkeitsprüfungen oder äquivalente Beurteilungen, die eine vergleichbare Entscheidungsgrundlage schaffen, den jeweils gültigen, nationalen Rechtsvorschriften oder internationalen Normen entsprechend durchgeführt, da diese häufig eine Grundvoraussetzung zur Erteilung oder Ausweitung von Betriebsgenehmigungen sind. Ferner werden Anforderungen, den Schutz von Wasserressourcen betreffend, bei thyssenkrupp durch betriebliche Umweltmanagementsysteme adressiert. Die Einhaltung der wasserbezogenen DNSH-Kriterien wurde im Berichtszeitraum anhand der Nachweisführung dieser Prozesse geprüft und für die Produktionsstandorte der Aktivität 3.9, Herstellung von Eisen und Stahl (bluemint ® Steel), nicht hinreichend festgestellt. Im Hinblick auf die Aktivitäten nach 3.1, Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie, wurde die Einhaltung der DNSH-Kriterien für Produktionsstandorte in Deutschland und Frankreich nachgewiesen.

Prüfung der Einhaltung eines nachhaltigen Umgangs mit Wasserressourcen für relevante Standorte von thyssenkrupp

DNSH-Kriterien "Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft"

Für Wirtschaftstätigkeiten nach 3.1, Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie, sind im delegierten Rechtsakt zur Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen im Hinblick auf das Umweltziel "Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft" folgende Vorgaben spezifiziert: Bewertung der Verfügbarkeit und gegebenenfalls Anwendung von Verfahren zur Förderung des Einsatzes von Sekundärrohstoffen und der Wiederverwendung von Komponenten in Produkten; eines Produktdesigns zur Erhöhung von Haltbarkeit, Recycling-, Demontage- sowie Anpassungsfähigkeiten; einer Abfallbewirtschaftung, die Recycling gegenüber der Entsorgung in Herstellungsprozessen priorisiert und, darüber hinaus, eines lebenszyklusübergreifendes Informations- und Rückverfolgbarkeitskonzepts für bedenkliche Stoffe in Produkten. Im delegierten Rechtsakt sind hingegen für Aktivitäten gemäß 3.9, Herstellung von Eisen und Stahl und 5.9, Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen, keine Vorgaben hierüber erfasst. Die im Zuge dieses DNSH-Kriteriums angeführten Punkte werden bei thyssenkrupp prinzipiell durch die Umweltrichtlinie und die Richtlinie zum Produktlebenszyklus-Management reglementiert, welche vorschreiben, dass die lebenszyklusübergreifenden Umweltauswirkungen von Produkten und Prozessen minimiert und Anforderungen des Lebenszyklusende bereits in deren Entwicklungsphase integriert werden. Für die Wirtschaftsaktivität des Konzerns gemäß 3.1, Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie, wurde ferner anhand von Dokumentationen zu umweltbezogenen Prüfungen festgestellt, dass die Entstehung von Abfällen im Rahmen der Tätigkeit möglichst reduziert wird bzw. entstehende Abfälle ordnungsgemäß und soweit möglich einer Verwertung zugeführt werden.

DNSH-Kriterien "Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung"

Die nachfolgende Prüfung der DNSH-Kriterien dieses Umweltziels ist bereits für den Berichtszeitraum auf der Grundlage der überarbeiteten Anlage C, gemäß den Ergänzungen zur delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2139 mit Wirkung zum 1. Januar 2024 bzw. 2025 für Teilaspekte, durchgeführt worden.

Für die Wirtschaftstätigkeiten gemäß 3.1, Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie, und 3.9, Herstellung von Eisen und Stahl, werden im delegierten Rechtsakt im Hinblick auf das Umweltziel "Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung" folgende Vorgaben zur Vermeidung von erheblichen Beeinträchtigungen spezifiziert: Vermeidung der Herstellung, des Inverkehrbringens oder der Verwendung bestimmter Stoffe bzw. Stoffgruppen, die europäischer Regulierung unterliegen, wie persistente organische Schadstoffe entsprechend Anhang I und II der Verordnung (EU) 2019 / 1021, Quecksilber, Quecksilberverbindungen oder Quecksilbergemische laut Artikel 2 der Verordnung (EU) 2017 / 852, ozonabbauende Stoffe gemäß dem Anhang I und II der Verordnung (EG) Nr. 1005 / 2009, gefährliche Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten nach Anhang II der Richtlinie 2011 / 65 /EU sowie chemische Stoffe gemäß Artikel 57 bzw. Anhang XVII der Verordnung (EG) Nr. 1907 / 2006. Für beide Wirtschaftsaktivitäten wurde die Einhaltung der DNSH-Kriterien im Berichtszeitraum festgestellt. Als Nachweis dienten Sicherheitsdatenblätter, schriftliche Bestätigungen sowie Konformitätserklärungen.

Überdies verlangt der delegierte Rechtsakt speziell für Wirtschaftsaktivitäten gemäß 3.9, Herstellung von Eisen und Stahl, zur Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen für das Umweltziel "Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung" die Einhaltung assoziierter Emissionsgrenzwerte, die in den neuesten Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT), einschließlich der BVT-Schlussfolgerungen für die Eisen- und Stahlerzeugung, definiert sind. Außerdem darf die Wirtschaftsaktivität keine erheblichen medienübergreifenden Auswirkungen bewirken. Die Einhaltung assoziierter Emissionsgrenzwerte auf der Grundlage der BVT-Schlussfolgerungen für die Eisen- und Stahlerzeugung wurde für den relevanten Produktionsstandort von thyssenkrupp auf Basis der bestehenden Betriebsgenehmigung festgestellt, da die Einhaltung dieser Grenzwerte für die Erteilung bzw. Aufrechterhaltung einer solchen Erlaubnis eine Grundvoraussetzung gemäß europäischen und nationalen Richtlinien zu Industrieemissionen darstellt. Die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte wird auch im Rahmen regelmäßiger Betriebsprüfungen verifiziert. Der Produktionsstandtort verfügt zudem über ein Überwachungssystem, durch das Emissionsdaten zentral ausgewertet und der zuständigen staatlichen Aufsichtsbehörde weitergeleitet werden. Im Berichtszeitraum konnten keine wesentlichen, medienübergreifenden Umweltauswirkungen festgestellt werden, die durch den Produktionsstandort herbeigeführt wurden.

Verwendung der überarbeiteten Anlage C zur DNSH-Prüfung bereits im Berichtsjahr

DNSH-Kriterien "Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme"

Für die Wirtschaftsaktivitäten, für die der Konzern im Geschäftsjahr 2022 / 2023 taxonomiekonforme Beträge ausweist, ist im delegierten Rechtsakt die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung oder Bewertung laut Richtlinie 2011 / 92 /EU einhergehend mit der Umsetzung erforderlicher Abhilfe- und Ausgleichsmaßnahmen, deren Erfordernis sich aus solchen Prüfungen bzw. Bewertungen ergibt, zur Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen in Bezug auf das Umweltziel "Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme" vorgeschrieben. Darüber hinaus sind für Aktivitäten in oder in der Nähe von biodiversitätssensiblen Gebieten (z.B. Natura-2000-Netz von Schutzgebieten, UNESCO-Welterbestätten, Biodiversitäts-Schwerpunktgebiete oder andere Schutzgebiete) bei Bedarf geeignete Verträglichkeitsprüfungen nach den Richtlinien 2009 / 147 /EG und 92 / 43 /EWG oder, bei Tätigkeiten in Drittländern, laut gleichwertiger nationaler Rechtsvorschriften bzw. internationaler Normen durchzuführen und anlassbezogen Abhilfemaßnahmen zur Vermeidung negativer Auswirkungen auf die Erhaltungsziele von Schutzgebieten zu ergreifen. Für Produktionsstandorte von thyssenkrupp werden Umweltverträglichkeitsprüfungen oder äquivalente Beurteilungen, die eine vergleichbare Entscheidungsgrundlage schaffen, den jeweils gültigen Rechtsvorschriften oder internationalen Normen entsprechend durchgeführt, da diese häufig eine Grundvoraussetzung zur Erteilung oder Ausweitung von Betriebsgenehmigungen sind. Außerdem werden Anforderungen den Erhalt der Biodiversität und Ökosysteme betreffend bei thyssenkrupp durch betriebliche Umweltmanagementsysteme adressiert. Die Einhaltung biodiversitätsbezogener DNSH-Kriterien wurde im Berichtszeitraum anhand der Nachweisführung dieser Prozesse geprüft und für die Produktionsstandorte der Aktivität 3.9, Herstellung von Eisen und Stahl (bluemint ® Steel), nicht ausreichend festgestellt. Für die Wirtschaftsaktivitäten gemäß 3.1, Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie, wurde die Einhaltung der DNSH-Kriterien für Produktionsstandorte in Deutschland und Frankreich nachgewiesen.

Einhaltung der Mindestschutzanforderungen

Die EU-Taxonomie spezifiziert in Artikel 18 Mindestschutzanforderungen, die von Unternehmen erfüllt werden müssen, um taxonomiekonforme Umsätze, Investitionen sowie Betriebsausgaben ausweisen zu können. Diese bedingen, dass in Unternehmen Verfahren implementiert wurden, die sicherstellen, dass die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen einschließlich der Anforderungen für einen verantwortungsvollen unternehmerischen Umgang in den Bereichen Besteuerung, Wettbewerb sowie Korruptionsbekämpfung, die Grundsätze der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte, einschließlich derer, die in der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation über die Rechte bei der Arbeit sowie der Internationalen Charta der Menschenrechte festgelegt sind, eingehalten werden. Die durch die EU-Taxonomie adressierten Mindeststandards für Menschen- und Arbeitnehmerrechte sowie gute Unternehmensführung sind bei thyssenkrupp in verbindlichen Konzernrichtlinien wie dem Code of Conduct, der Grundsatzerklärung zur Einhaltung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten sowie der Erklärung zur Unternehmensführung verankert. Zudem sind im Konzern verschiedene Mechanismen wie das Compliance-, Risikomanagement- oder interne Kontrollsystem implementiert, die der Einhaltung dieser Mindeststandards bzw. der Einleitung von anlassbezogenen Abhilfemaßnahmen dienen (vergleiche dazu die Kapitel "Compliance" und "Prognose-, Chancen und Risikobericht" dieses Geschäftsberichts). Diese Verfahren unterliegen ferner regelmäßiger Prüfung.

Governance-Mechanismen von thyssenkrupp dienen der Einhaltung sozialen Mindestschutzanforderungen der EU-Taxonomie

Ermittlung der Leistungsindikatoren der EU-Taxonomie

Die Ermittlung der Leistungsindikatoren der EU-Taxonomie erfolgt auf Grundlage von Artikel 2 sowie Artikel 8 der delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2178, entsprechend den im Anhang I des Rechtsakts spezifizierten Offenlegungsregeln. Die Leistungsindikatoren werden im weiteren Verlauf einschließlich der zusätzlichen Angaben in Tabellenform, gemäß den Meldebögen zur EU-Taxonomie, ausgewiesen.

Um die Leistungsindikatoren der EU-Taxonomie ermitteln zu können, analysiert ein interdisziplinäres Expertenteam mit Vertretern aus den Konzernfunktionen und den operativen Geschäftsbereichen von thyssenkrupp relevante Umsätze, Investitions- und Betriebsausgaben sowie Erfassungsprozesse und Buchungskonten. Die Informationen werden anfangs auf Geschäftsebene erhoben und anschließend auf Konzernebene zusammengeführt und validiert. Eine Doppelzählung von Beträgen im Rahmen der Kennzahlenberechnung über unterschiedliche Wirtschaftsaktivitäten hinweg, nach Anhang I Nummer 1.2.2.1 der delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2178, wird vermieden, dadurch dass Umsatzerlöse, Investitions- sowie Betriebsausgaben Wirtschaftsaktivitäten grundsätzlich direkt zugeordnet werden. Ist eine direkte Zuordnung nicht möglich, werden taxonomiekonforme Beträge anhand sachgerechter Verteilungsschlüssel ermittelt. Für alle drei Leistungsindikatoren können die Umsätze mit bestimmten Kundengruppen ein Allokationskriterium sein. In Bezug auf den umsatzbezogenen Leistungsindikator können Verteilungen auch auf Grundlage repräsentativer Stichproben unter der Berücksichtigung von lokalen Marktbedingungen erfolgen. Zuordnungen von Beträgen im Hinblick auf die investitions- und betriebsausgabenbezogenen Leistungsindikatoren können indes auch mittels stückzahlenorientierter Verteilungsschlüssel durchgeführt werden. In der momentanen Herangehensweise von thyssenkrupp sind die Umsatzerlöse überdies die führende Größe, anhand der die technischen Bewertungskriterien für die Taxonomiekonformität von Investitions- und Betriebsausgaben abgeleitet werden, auch wenn diese anderweitigen, der in den delegierten Rechtsakten gelisteten Wirtschaftskategorien zugeordnet werden könnten, welche wiederum abweichende Bewertungskriterien beinhalten können. Außerdem werden Wirtschaftsaktivitäten von Berichtseinheiten, welche nicht vollkonsolidiert bzw. nicht anteilig in den Konzernabschluss von thyssenkrupp einbezogen werden, wie nach Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, gemäß Wahlrecht der EU-Taxonomie in der Analyse nicht berücksichtigt.

Vermeidung von Doppelzählungen durch direkte Zuordnung oder sachgerechte Allokationsschlüssel

Umsatzerlöse

Die gesamten Umsatzerlöse entsprechen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung von thyssenkrupp ausgewiesenen Betrag (siehe Kapitel "Gewinn- und Verlustrechnung" dieses Geschäftsberichts), der gemäß dem Anhang I Nummer 1.1.1 der delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2178 als Nenner in der Kalkulation des umsatzbezogenen Leistungsindikators fungiert. Die gesamten Umsätze des Konzerns basieren auf den externen Erlösen aus Verträgen mit Kunden nach IFRS 15 und aus Leasingverträgen gemäß IFRS 16. Von diesen wird der Anteil ermittelt, der nach EU-Taxonomie, unter Berücksichtigung technischer Bewertungskriterien und Einhaltung von Mindestschutzvorgaben, als taxonomiekonform ausgewiesen werden kann. Der Betrag dieses Anteils wird nach der delegierten Verordnung im Zähler des umsatzbezogenen Leistungsindikators eingesetzt.

Investitionsausgaben (CapEx)

Die gesamten Investitionsausgaben des thyssenkrupp Konzerns gemäß der EU-Taxonomie umfassen die externen Zugänge im Berichtszeitraum von Sachanlagen gemäß IAS 16 und Immobilien, welche nach IAS 40 als Finanzinvestition gehalten werden, immateriellen Vermögenswerten nach IAS 38 und Nutzungsrechten aus Leasingverträgen gemäß IFRS 16 abzüglich planmäßiger Abschreibungen und Neubewertungen inklusive solcher aus Wertaufholungen und Wertminderungen, vgl. Anhang-Nr. 04 Immaterielle Vermögenswerte und Anhang-Nr. 05 Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) des Konzernabschlusses. Außerdem werden Zugänge im Zusammenhang mit den zuvor genannten Vermögenswerten aus Unternehmenszusammenschlüssen berücksichtigt. Der Betrag dieser Investitionsausgaben wird nach Anhang I Nummer 1.1.2.1 der delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2178 im Nenner des investitionsbezogenen Leistungsindikators eingesetzt. Auf der Basis der gesamten Investitionsausgaben werden jene Anteile ermittelt, welche nach EU-Taxonomie, unter Berücksichtigung der technischen Bewertungskriterien und Einhaltung von Mindestschutzvorgaben, als taxonomiekonform ausgewiesen werden können, deren Betrag nach der delegierten Verordnung im Zähler des investitionsbezogenen Leistungsindikators eingesetzt wird. Der Zähler kann neben den Investitionsausgaben für bereits taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivitäten, z.B. für Maschinen oder Gebäude für die Produktion bzw. Erbringung von Dienstleistungen, auch solche einschließen, die der Ausweitung taxonomiekonformer oder der Überführung von taxonomiefähigen in taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivitäten dienen und somit Teil eines "CapEx-Plans" gemäß Anhang I Nummer 1.1.2.1 der Verordnung sind, oder für Einzelmaßnahmen anfallen, die bestimmte Wirtschaftsaktivitäten dazu befähigen, CO 2 -ärmer zu werden oder Treibhausgas-Minderungen zu bewirken.

Betriebsausgaben (OpEx)

Die gesamten Betriebsausgaben von thyssenkrupp im Sinne der EU-Taxonomie umfassen bestimmte Aufwendungen, die gemäß IFRS nicht aktivierungsfähig sind. Darunter Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, Gebäudesanierungen, kurzlaufende oder geringwertige Leasingverhältnisse sowie regelmäßige und ungeplante Wartungs- und Reparaturmaßnahmen oder sonstige Aufwendungen für die laufende Wartung von Sachanlagen zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit. Der Gesamtbetrag der Betriebsausgaben wird Anhang I Nummer 1.1.3.1 der delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2178 zufolge im Nenner des betriebsausgabenbezogenen Leistungsindikators eingefügt. Von diesem wird der Anteil ermittelt, der nach EU-Taxonomie, unter Berücksichtigung technischer Bewertungskriterien und Erfüllung von Mindestschutzvorgaben, als taxonomiekonform ausgewiesen werden kann. Dieser wird laut der delegierten Verordnung im Zähler des betriebsausgabenbezogenen Leistungsindikators eingesetzt. Neben den Betriebsausgaben für bereits taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten, kann der Zähler auch solche einschließen, die der Ausweitung taxonomiekonformer oder der Überführung taxonomiefähiger in taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivitäten dienen, und daher Teil eines "CapEx-Plans" laut Anhang I Nummer 1.1.3.2 der Verordnung sind, oder für Einzelmaßnahmen anfallen, die Wirtschaftsaktivitäten befähigen, CO 2 -ärmer zu werden oder Treibhausgas-Minderungen zu bewirken.

Taxonomiekonforme Anteile der Wirtschaftsaktivitäten

Die taxonomiekonformen Umsatzerlöse belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 / 2023 auf 262 Mio €, das entspricht einem Anteil von 1 % der gesamten Umsatzerlöse von thyssenkrupp. Diese umfassen ausschließlich externe Erlöse und keine Erlöse resultierend aus Tätigkeiten, die dem Eigenbedarf des Konzerns dienen. Mit einem Betrag in der Höhe von 266 Mio € entsprechen die taxonomiekonformen Investitionsausgaben im Berichtsjahr einem Anteil von 15 % der gesamten Investitionsausgaben des Konzerns. Die taxonomiekonformen Betriebsausgaben summieren sich im Berichtsjahr auf 23 Mio € und damit auf 1 % der gesamten Betriebsausgaben des Konzerns. Die sonstigen Betriebsausgaben für die laufende Wartung von Sachanlagen umfassen im Berichtsjahr insbesondere Aufwendungen für Wirtschaftsaktivitäten gemäß 3.1, Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie. Weitere Hintergrundinformationen zu den Leistungsindikatoren sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Da die Leistungsindikatoren für das Berichtsjahr 2022 / 2023 erstmalig ausgewiesen werden, können diesbezüglich keine Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr erläutert werden.

15 % der Investitionen von thyssenkrupp sind taxonomiekonform

HINTERGRUNDINFORMATIONEN ZUM INVESTITIONS- UND BETRIEBSAUSGABENBEZOGENEN LEISTUNGSINDIKATOR

Mio € 2022/2023
Investitionsausgaben
Zugänge bei Sachanlagen 266
Zugänge bei immateriellen Vermögenswerten 0
Zugänge bei Nutzungsrechten (IFRS 16) 0
Zugänge bei als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 0
Gesamtsumme 266
Betriebsausgaben
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung und sonstiges 6
Aufwendungen für Sanierungs-, Wartungs- und Reparaturmaßnahmen 15
Aufwendungen für kurzlaufende oder geringwertige Leasingverhältnisse 2
Gesamtsumme 23

CapEx-Plan zum Ausbau der Taxonomiekonformität

Der folgende CapEx-Plan von thyssenkrupp zielt nach der delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2178 darauf ab, die Taxonomiekonformität des Konzerns auszuweiten. Dies kann durch Umwandlung von taxonomiefähigen in taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten erfolgen oder durch Ausweitung von bereits taxonomiekonformen Tätigkeiten. Gemäß den Bestimmungen der Verordnung wird der CapEx-Plan auf der Ebene von Wirtschaftstätigkeiten berichtet. Überdies ist dieser direkt vom Leitungsorgan von thyssenkrupp bzw. in dessen Auftrag gebilligt worden.

CAPEX-PLAN ZUM AUSBAU DER TAXONOMIEKONFORMITÄT

Mio € Umweltziel Hebel 2022/2023 2023/24 - 2026/27 Summe
Wirtschaftstätigkeiten
3.9 Herstellung von Eisen und Stahl Klimaschutz Umwandlung 255 509 764

Der CapEx-Plan von thyssenkrupp beinhaltet im Berichtszeitraum Investitionsausgaben, die eine Umwandlung taxonomiefähiger Aktivitäten des Konzerns im Bereich der Kategorie 3.9, Herstellung von Eisen und Stahl, in taxonomiekonforme Tätigkeiten im Hinblick auf das Umweltziel "Klimaschutz" bezwecken. Die Investitionsausgaben dienen dem Aufbau und der Funktionsfähigkeit einer 100 % wasserstofffähigen Direktreduktionsanlage (DR), welche thyssenkrupp eine CO 2 -arme Eisen- und Stahlherstellung ermöglichen wird. Die Inbetriebnahme der Direktreduktionsanlage ist bis Ende 2026 vorgesehen, die Taxonomiekonformität der mit dem Anlagenbetrieb verbundenen Wirtschaftsaktivitäten wird voraussichtlich im Geschäftsjahr 2026 / 2027 erreicht. Die ausgewiesenen Investitionsausgaben, sowohl für den Berichtszeitraum als auch über die gesamte Laufzeit des CapEx-Plans, sind gemindert um öffentliche Zuwendungen, die thyssenkrupp im Zuge dieses Projekts erhält, siehe Anhang-Nr. 05 Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) und Anhang-Nr. 12 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte des Konzernabschlusses.

Direktreduktionsanlage für CO 2 -arme Eisen- und Stahlherstellung derzeit Kernelement des CapEx-Plans von thyssenkrupp

Meldebögen zu den Leistungsindikatoren der EU-Taxonomie

Nachfolgend sind die Meldebögen für die Leistungsindikatoren der EU-Taxonomie nach Anhang II der delegierten Verordnung EU) 2021 / 2178 aufgeführt.

ANTEIL DER UMSATZERLÖSE AUS WAREN ODER DIENSTLEISTUNGEN, DIE MIT TAXONOMIEKONFORMEN WIRTSCHAFTSTÄTIGKEITEN VERBUNDEN SIND - OFFENLEGUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022 / 2023

Wirtschaftstätigkeiten Absolute Umsatzerlöse
Mio €
Anteil Umsatzerlöse
%
Klimaschutz
%
Anpassung an den Klimawandel
%
DNSH-Kriterien J/N Mindestschutz J/N
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie 248 1 1 0 J J
5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen 15 0 0 0 J J
Umsatzerlöse ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 262 1 1 0
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform)
3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie 252 1
3.2 Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff 321 1
3.6 Herstellung anderer CO 2 -armer Technologien 35 0
3.9 Herstellung von Eisen und Stahl 10.407 28
5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen 3 0
6.6 Güterbeförderung im Straßenverkehr 98 0
Umsatzerlöse taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) 11.117 30
Gesamt (A.1 + A.2) 11.380 30
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
Umsatzerlöse nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) 26.156 70
Gesamt (A + B) 37.536 100
Wirtschaftstätigkeiten Taxonomiekonformer Anteil Umsatzerlöse, Jahr N-1
%
Ermöglichende oder Übergangstätigkeiten E/T
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie -
5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen -
Umsatzerlöse ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1)
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform)
3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie
3.2 Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff
3.6 Herstellung anderer CO 2 -armer Technologien
3.9 Herstellung von Eisen und Stahl
5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen
6.6 Güterbeförderung im Straßenverkehr
Umsatzerlöse taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2)
Gesamt (A.1 + A.2)
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
Umsatzerlöse nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B)
Gesamt (A + B)

CAPEX-ANTEIL AUS WAREN ODER DIENSTLEISTUNGEN, DIE MIT TAXONOMIEKONFORMEN WIRTSCHAFTSTÄTIGKEITEN VERBUNDEN SIND - OFFENLEGUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022 / 2023

Wirtschaftstätigkeiten Absoluter CapEx
Mio €
Anteil CapEx
%
Klimaschutz
%
Anpassung an den Klimawandel
%
DNSH-Kriterien J/N Mindestschutz J/N
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie 11 1 1 0 J J
3.9 Herstellung von Eisen und Stahl (CapEx-Plan) 255 14 14 0 J J
5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen 0 0 0 0 J J
CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 266 15 15 0
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform)
3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie 41 2
3.2 Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff 4 0
3.6 Herstellung anderer CO 2 -armer Technologien 0 0
3.9 Herstellung von Eisen und Stahl 598 34
5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen 0 0
6.6 Güterbeförderung im Straßenverkehr 1 0
CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) 643 36
Gesamt (A.1 + A.2) 909 51
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) 870 49
Gesamt (A + B) 1.779 100
Wirtschaftstätigkeiten Taxonomiekonformer CapEx-Anteil, Jahr N-1
%
Ermöglichende oder Übergangstätigkeiten E/T
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie -
3.9 Herstellung von Eisen und Stahl (CapEx-Plan) -
5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen -
CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1)
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform)
3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie
3.2 Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff
3.6 Herstellung anderer CO 2 -armer Technologien
3.9 Herstellung von Eisen und Stahl
5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen
6.6 Güterbeförderung im Straßenverkehr
CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2)
Gesamt (A.1 + A.2)
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B)
Gesamt (A + B)

OPEX-ANTEIL AUS WAREN ODER DIENSTLEISTUNGEN, DIE MIT TAXONOMIEKONFORMEN
WIRTSCHAFTSTÄTIGKEITEN VERBUNDEN SIND - OFFENLEGUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022 / 2023

Wirtschaftstätigkeiten Absoluter OpEx
Mio €
Anteil OpEx
%
Klimaschutz
%
Anpassung an den Klimawandel
%
DNSH-Kriterien J/N Mindestschutz J/N
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie 18 1 1 0 J J
5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen 4 0 0 0 J J
OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 23 1 1 0
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform)
3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie 12 1
3.2 Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff 15 1
3.6 Herstellung anderer CO 2 -armer Technologien 1 0
3.9 Herstellung von Eisen und Stahl 1.093 70
5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen 1 0
6.6 Güterbeförderung im Straßenverkehr 11 1
OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) 1.132 72
Gesamt (A.1 + A.2) 1.154 74
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) 408 26
Gesamt (A + B) 1.562 100
Wirtschaftstätigkeiten Taxonomiekonformer OpEx-Anteil, Jahr N-1
%
Ermöglichende oder Übergangstätigkeiten E/T
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie -
5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen -
OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1)
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform)
3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie
3.2 Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff
3.6 Herstellung anderer CO 2 -armer Technologien
3.9 Herstellung von Eisen und Stahl
5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen
6.6 Güterbeförderung im Straßenverkehr
OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2)
Gesamt (A.1 + A.2)
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B)
Gesamt (A + B)

Übersicht der nichtfinanziellen Angaben

Die nichtfinanzielle Erklärung gemäß §§ 289b ff. und §§ 315b ff. HGB ist vollständig in die verschiedenen Kapitel des Lageberichts integriert, da diese Informationen für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder der Lage des Konzerns von Bedeutung sind. Die thyssenkrupp AG ist seit dem Geschäftsjahr 2021 / 2022 als Einzelgesellschaft von der Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung befreit, die Angaben in der nichtfinanziellen Erklärung gelten dennoch weiterhin für den Konzern und für die thyssenkrupp AG gleichermaßen. Im Berichtsjahr sind wir erstmalig zu erweiterten Angaben im Rahmen der EU-Taxonomie im Sinne der Konformität unserer Wirtschaftsaktivitäten verpflichtet; diese Angaben sind als Teil unserer nichtfinanziellen Erklärung ebenfalls in den Lagebericht integriert. Bei der Zusammenstellung der nichtfinanziellen Erklärung wurden Elemente verschiedener Rahmenwerke als Orientierung verwendet, unter anderem des UN Global Compact. In den verschiedenen Abschnitten des Lageberichts werden außerdem Risiken aufgrund negativer Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von thyssenkrupp auf nichtfinanzielle Aspekte, wie Umwelt und Gesellschaft, adressiert. Auf Basis unserer Risikoanalyse ergeben sich keine zusätzlich zu berichtenden wesentlichen nichtfinanziellen Risiken gemäß § 289c HGB. Die Aspekte "Achtung der Menschenrechte" und "Sozialbelange" werden als Querschnittsthemen betrachtet; hier kommt es zu großen Überschneidungen der Themen sowohl miteinander als auch mit dem Aspekt "Arbeitnehmerbelange". Der Aspekt "Sozialbelange" ist für thyssenkrupp von Bedeutung, wurde aber nicht als wesentlich im Sinne der nichtfinanziellen Erklärung identifiziert. Über nichtfinanzielle Angaben zum Aspekt "Sozialbelange" berichten wir daher freiwillig.

ÜBERSICHT NICHTFINANZIELLE ANGABEN

Umweltbelange Arbeitnehmerbelange Achtung der Menschenrechte
Kapitel Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Klima, Energie und Umwelt Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement EU-Taxonomie Chancen- und Risikobericht Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Mitarbeiter EU-Taxonomie Chancen- und Risikobericht Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Mitarbeiter EU-Taxonomie Chancen- und Risikobericht
Sozialbelange Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Kapitel Soziale Verantwortung Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Compliance EU-Taxonomie Chancen- und Risikobericht Wesentliche Unternehmensführungsgrundsätze und -praktiken

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Gesamtjahresprognose 2023 / 2024

Rahmenbedingungen und wesentliche Annahmen

Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 liegt der übergeordnete Fokus - bei weiterhin bestehenden makroökonomischen Unsicherheiten - auf den Themen Performance, Portfolio sowie grüne Transformation.

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2023 / 2024 wurde die Neuausrichtung des Portfolios umgesetzt und die Struktur von thyssenkrupp signifikant vereinfacht. Der Konzern besteht damit seit dem 1. Oktober 2023 aus den Segmenten Automotive Technology, Decarbon Technologies, Materials Services sowie den Einheiten Marine Systems und Steel Europe (vgl. auch Abschnitt "Strategie" im Kapitel "Grundlagen des Konzerns"). Diese Struktur gilt auch für die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 / 2024. Die Vorjahreswerte bei Umsatz und Bereinigtem EBIT der Segmente Automotive Technology und Decarbon Technologies werden pro forma angegeben. Die Prognose unterstellt keine Effekte aus zusätzlichen Portfoliomaßnahmen.

Parallel zur Neuausrichtung des Portfolios wird das zum Ende des Berichtsjahres gestartete ganzheitliche Performance-Programm "APEX" weiter vorangetrieben, um die Erreichung der auf dem Kapitalmarkttag im Dezember 2021 kommunizierten - und inzwischen an die neue Struktur angepassten - Finanzziele auch in einem anhaltend herausfordernden Umfeld zu unterstützen (vgl. auch Abschnitt "Strategie" im Kapitel "Grundlagen des Konzerns").

Zu den erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den wesentlichen Annahmen, die der Prognose zugrunde liegen, vgl. Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" im Kapitel "Wirtschaftsbericht". Bzgl. der entsprechenden Chancen und Risiken vgl. den anschließenden "Chancen- und Risikobericht". Wir erwarten zudem ein anhaltend herausforderndes Marktumfeld sowie weiterhin volatile Preisniveaus auf Absatz- und Beschaffungsmärkten (z.B. bei Rohstoffen oder Energie). Dies kann dazu führen, dass Umsatz- und Ergebnisentwicklungen entsprechenden Schwankungen unterliegen.

Diese Rahmenbedingungen werden sich im Geschäftsjahr 2023 / 2024 voraussichtlich insbesondere bei Steel Europe zeigen. Hier erwarten wir vor diesem Hintergrund eine stabile Entwicklung der Versandmengen gegenüber dem Vorjahr. Zusätzliche strukturelle Verbesserungen erwarten wir infolge der weiterhin konsequenten Umsetzung der Stahlstrategie 20-30, mit der wir unsere Produktivität und Performance steigern werden und makroökonomischen Herausforderungen begegnen. Mit dem Bau der größten deutschen Direktreduktionsanlage für CO 2 -armen Stahl setzen wir unseren Weg zur grünen Transformation weiter um.

Für unsere weiteren Geschäfte gehen wir von folgenden spezifischen Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2023 / 2024 aus:

Bei Marine Systems sehen wir unter anderem den aus steigenden Verteidigungshaushalten prognostizierten Nachfrageanstieg als Wachstumschance für unsere Kernsegmente. Darüber hinaus setzen wir neben der Herstellung von konventionellen U-Booten, Marineschiffen, Marineelektronik und Services für die Marinen auf die Weiterentwicklung und den Ausbau des zivilen Bereiches. Zudem gehen wir weiterhin von positiven Effekten aus dem aufgesetzten Transformations- und Wachstumsprogramm aus.

Bei Automotive Technology erwarten wir im neuen Geschäftsjahr in einem stabilen Marktumfeld eine erweiterte Geschäftstätigkeit, die unter anderem durch den Hochlauf neuer Projekte begründet ist. Strukturelle Probleme in den Lieferketten, unter anderem in der Halbleiterversorgung, können dazu führen, dass die marktseitigen Bedarfe nicht vollständig abgedeckt werden können. Steigenden Faktorkosten werden wir mit fortgesetzten Preis- und Effizienzmaßnahmen begegnen.

Für die Geschäfte im Segment Decarbon Technologies stellen sich die erwarteten Rahmenbedingungen wie folgt dar: Im Bereich Großwälzlager erwarten wir für die Windenergie trotz teilweiser Projektverschiebungen insgesamt eine Belebung der Nachfrage. In einigen Industrie-Anwendungsbereichen deuten sich konjunkturell bedingte Abschwächungen an; insgesamt gehen wir weiterhin von einem anhaltend guten Nachfrageniveau aus. Im Anlagenbau erwarten wir eine wachsende Investitionsbereitschaft unserer Kunden für das Ammoniakgeschäft der Uhde sowie ein steigendes Volumen im Service-Geschäft des Zementanlagenbaus der Polysius. thyssenkrupp nucera geht von einem weiter stark wachsenden Markt für das Wasserstoffgeschäft aus. Den steigenden Faktorkosten wird mit ambitionierten Maßnahmenprogrammen entgegengewirkt.

Bei Materials Services erwarten wir einen erhöhten Gesamtabsatz sowie eine stetige Produktivitätserhöhung. Zusammen mit unseren weiter fortgesetzten Effizienzmaßnahmen rechnen wir somit mit einer Margenverbesserung. Des Weiteren erwarten wir keine nennenswerten Einschränkungen in der Materialverfügbarkeit auf der Beschaffungsseite.

Erwartung 2023 / 2024

Vor dem Hintergrund der zum Zeitpunkt der Prognose erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und zugrundeliegenden Annahmen halten wir folgenden Blick auf das Geschäftsjahr 2023 / 2024 für angemessen.

ERWARTUNGEN DER SEGMENTE UND DES KONZERNS

Geschäftsjahr 2022/2023 Prognose Geschäftsjahr 2023/2024
Steel Europe Umsatz Mio € 12.375 Leicht unter Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 320 Steigerung; Wert im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich
Marine Systems Umsatz Mio € 1.832 1) Deutlich über Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 73 1) Steigerung; Wert im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich
Automotive Technology Umsatz Mio € 7.910 2) Leicht über Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 266 2) Steigerung; Wert im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich
Decarbon Technologies Umsatz Mio € 3.438 2) Deutlich über Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 28 2) Weitgehend stabil
Materials Services Umsatz Mio € 13.613 Auf Vorjahresniveau
Bereinigtes EBIT Mio € 178 Steigerung; Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich
Corporate Headquarters Bereinigtes EBIT Mio € -169 Rückgang; negativer Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich
Konzern Umsatz Mio € 37.536 Leicht über Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 703 Steigerung auf einen Wert im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich
Investitionen inkl. IFRS 16 Mio € 1.823 Deutlich unter Vorjahr
Free Cashflow vor M & A Mio € 363 Rückgang; Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich
Jahresüberschuss Mio € -1.986 Steigerung auf einen positiven Wert im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich
tkVA Mio € -2.818 Steigerung auf einen negativen Wert im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich
ROCE % -9,3 % Steigerung auf einen Wert im mittleren einstelligen Prozentbereich

Anmerkung zur Prognose beim Umsatz und den Investitionen inkl. IFRS 16: "Deutlich" entspricht einer Veränderung ab +/- 5 %

1) Ohne Transrapid GmbH, ab 1. Oktober 2023 im Rahmen der Segmentberichterstattung der "Überleitung" zugeordnet
2) Pro forma

Der Umsatz wird voraussichtlich, trotz Rückgängen bei Steel Europe, leicht ansteigen. Hierzu werden insbesondere deutliche Anstiege bei Decarbon Technologies sowie bei Marine Systems beitragen. Auch bei Automotive Technology wird mit einem leichten Umsatzanstieg gerechnet.

Für das Bereinigte EBIT erwarten wir eine Steigerung auf einen Wert im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, zu dem Steel Europe plant, trotz anhaltend herausforderndem Marktumfeld, mit einem Wert im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich maßgeblich beizutragen. Die Entwicklung der einzelnen Geschäfte wird insbesondere auch unterstützt durch Maßnahmen im Rahmen des Performance-Programms "APEX", welches sich im Geschäftsjahr 2023 / 2024 positiv auswirkt und den bestehenden makroökonomischen Unsicherheiten und Herausforderungen begegnet.

Die Investitionen werden voraussichtlich deutlich unter Vorjahr liegen. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus Verschiebungen beim Erhalt von Fördermittelzahlungen sowie weiteren antizipierten Fördermittelzahlungen im Zusammenhang mit dem Bau der Direktreduktionsanlage bei Steel Europe. Darüber hinaus sind Investitionen für gezielte Wachstumsinitiativen in unseren weiteren Geschäften geplant. Die Freigabe der Investitionen wird insgesamt restriktiv und in Abhängigkeit der Entwicklung der Geschäfte sowie des Konzerns erfolgen.

Für den Free Cashflow vor M & A, welcher im Vorjahr insbesondere durch Verbesserungen des Nettoumlaufvermögens gestützt wurde, streben wir einen Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich an. Auch im Geschäftsjahr 2023 / 2024 gehen wir von weiteren - allerdings deutlich geringeren - Verbesserungen des Nettoumlaufvermögens aus, die auch aus dem Performance-Programm "APEX" resultieren. Zudem haben insbesondere das wirtschaftliche Umfeld bei Steel Europe sowie das Zahlungsprofil in den Projektgeschäften (im Wesentlichen Anzahlungen bei Marine Systems) maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung.

Beim Jahresüberschuss erwarten wir einen Anstieg auf einen positiven Wert im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Für den tkVA, der im Vorjahr maßgeblich durch Wertminderungsaufwendungen bei Steel Europe belastet wurde, wird - infolge der vorstehend genannten Entwicklungen bei gleichzeitig gestiegenen Kapitalkosten - ein Anstieg auf einen negativen Wert im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erwartet. Entsprechend wird auch der ROCE voraussichtlich auf einen Wert im mittleren einstelligen Prozentbereich ansteigen.

Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen werden wir - auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit - bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.

Chancen- und Risikobericht

Chancen

Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche positive Abweichung von der Prognose oder einem anderen Ziel aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Chancenmanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen. Durch die Verknüpfung mit den Strategie-, Planungs- und Berichtsprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.

Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen als Wegbereiter für die grüne Transformation

Für thyssenkrupp eröffnen sich Chancen, wenn wir unser Unternehmen bei der Transformation gezielt an den Zukunftsthemen für unsere Technologien ausrichten. Insbesondere in der grünen Transformation sehen wir schon jetzt, aber insbesondere mittel- und langfristig ein enormes Potenzial für weiteres Wachstum, etwa in den Bereichen Wasserstoff, grüne Chemikalien, erneuerbare Energien, Elektromobilität und nachhaltige Lieferketten.

Chancenmanagement-Prozess

Im jährlichen Planungsprozess beschreiben die Segmente unter anderem Bandbreiten für ihre Ergebnis- und Liquiditätsziele (Bereinigtes EBIT, Free Cashflow vor M & A), bezogen jeweils auf das folgende Geschäftsjahr, und berücksichtigen somit die Chancen und Risiken ihrer Geschäfte im Rahmen der Planungsgespräche. Bei ihrer Einschätzung spielen unter anderem Markt- und Techniktrends eine Rolle, deren Relevanz teilweise weit über den jeweiligen Prognosezeitraum hinausreicht. In der unterjährigen, monatlichen Berichterstattung stellen die Segmente die Hochrechnung für das Ergebnis und die Liquidität sowie für die Chancen und Risiken im laufenden Geschäftsjahr jeweils aktualisiert dar. Wie diese Elemente in die Standardberichterstattung eingebettet sind, können Sie der Grafik "Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp" im Abschnitt "Risiken" entnehmen.

In das Management unserer Chancen sind alle relevanten Entscheidungsträger eingebunden - vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Segmente und die Geschäftsführungen der Unternehmen bis hin zu Verantwortlichen und Projektleitern mit Marktverantwortung vor Ort. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung innerhalb des Konzerns gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.

Chancen des Konzerns

Chancen ergeben sich, wenn wir thyssenkrupp zu einem leistungsstarken und nachhaltigen Unternehmen mit einem schlanken Führungsmodell und einem klar strukturierten und auf Wachstumschancen ausgerichteten Portfolio umbauen und die geplanten Verbesserungen bei der Performance unserer Geschäfte erreichen. Den Rahmen dafür bilden unsere Marke und unsere Werte sowie die drei Handlungsstränge "Portfolio", "Performance" und "Grüne Transformation".

Mit der Etablierung des neuen Segments Decarbon Technologies und den dort gebündelten Schlüsseltechnologien für die Dekarbonisierung der Industrie positioniert sich thyssenkrupp als Technologieführer für die Energiewende. Wir haben uns das Ziel gesetzt, mit unseren Produkten und Technologien ein Wegbereiter für die grüne Transformation unserer Kunden zu sein. Durch vorhandene Kompetenzen für nachhaltige Lösungen innerhalb der verschiedenen Branchen sind wir hervorragend positioniert, um die Dekarbonisierung der Industrie voranzutreiben und von den damit verbundenen unternehmerischen Chancen zu profitieren.

Im nächsten Schritt gilt es nun, die Transformation der Geschäftsmodelle voranzutreiben. Durch eine verstärkte Modularisierung und Standardisierung der Produkte sowie den Ausbau des profitablen Servicegeschäfts ergeben sich weitere Chancen für unsere Geschäfte.

Das übergeordnete Ziel des Transformationsprozesses ist weiterhin die Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit all unserer Geschäfte. Um unsere Finanzziele rasch und nachhaltig zu erreichen, aber auch um die langfristige Verbesserung der Performance zu unterstützen, hat der Konzern im September 2023 das ganzheitliche Performance-Programm "APEX" ausgerollt. In einer konsequenten Umsetzung des Programmes sehen wir Chancen, die Rentabilität unserer Geschäfte auf Benchmark-Niveau zu steigern und Marktchancen bestmöglich zu nutzen.

Neben den Produkten und Lösungen, die wir für unsere Kunden und Partner vorantreiben, arbeiten wir selbst mit Hochdruck an der Dekarbonisierungsstrategie des Konzerns. Durch die Investition in eine zu 100 % wasserstofffähige Direktreduktionsanlage wird thyssenkrupp zum Vorreiter für eine klimaneutrale Stahlproduktion und zum Motor der europäischen Wasserstoffwirtschaft, woraus sich weitere unternehmerische Chancen ergeben.

Weitere Einzelheiten zu unserer Unternehmensstrategie und unseren weltweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie den damit verbundenen Chancen finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Strategie" und im Kapitel "Technologie und Innovationen".

Bei unseren Initiativen und Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten des Konzerns. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nicht unmittelbar oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen hierzu und zu anderen Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiken".

Die grüne Transformation als große Chance für thyssenkrupp

Operative Chancen der Geschäfte

Automotive Technology - Die zukünftige Geschäftsentwicklung bei Automotive Technology ist wesentlich von der Entwicklung der weltweiten Konjunktur und speziell der individuellen Mobilität bestimmt. Trotz gestiegener Rohstoffpreise, deutlich erhöhter Inflationsraten, den Problemen bei der Halbleiterverfügbarkeit und der hohen Unsicherheit im Hinblick auf Gaslieferungen und Energiepreise erwarten wir aufgrund des gebuchten Neugeschäfts eine wachsende Nachfrage nach unseren Produkten und Technologien. Im Zuge der gegenwärtigen Transformation der Automobilbranche werden Größe und Innovationskraft zunehmend zu wesentlichen Erfolgsfaktoren im Wettbewerb.

Neben Maßnahmen zur Steigerung der Performance und Wettbewerbsfähigkeit prüft, bewertet und verfolgt Automotive Technology auch strategische Optionen zur Weiterentwicklung des Zuliefergeschäfts durch Allianzen und Entwicklungsgemeinschaften.

Automotive Technology ist nach unserer Überzeugung in der Lage, künftige Kundenanforderungen zu erfüllen. Grundlage dafür sind weitere Investitionen, eine verstärkte Standardisierung und Fokussierung im Bereich Forschung und Entwicklung, neue Produkte und eine zunehmende Digitalisierung, auch an den Produktionsstandorten.

Als Entwicklungs- und Fertigungspartner für Komponenten, Module und Systeme der Automobilbranche sind wir weltweit vertreten. Den globalen Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Mobilität, die auch die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen erfüllt, möchten wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. In den dabei relevanten Bereichen wie Leichtbau oder Optimierung und Weiterentwicklung der unterschiedlichen Antriebstechnologien wollen wir unseren Kunden Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik bieten und arbeiten daran, unsere Position stetig auszubauen. Mit der Weiterentwicklung unserer Chassis-Systeme schaffen wir die Voraussetzungen für neue Ansätze und Lösungen bei innovativen Fahrwerkskonzepten. Damit wollen wir den Weg hin zu stärker automatisiertem bzw. autonomem Fahren aktiv mitgestalten und einen Beitrag zum noch sichereren Fahren leisten. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir hier in allen Fahrzeugklassen.

Die zukünftige Geschäftsentwicklung des zum 1. Oktober 2023 dem Segment Automotive Technology zugeordneten Schmiedegeschäfts (Forged Technologies) hängt wesentlich von der Entwicklung des weltweiten Lkw-Marktes und des Baumaschinensektors ab. Sollte das Marktumfeld der genannten Branchen stärker wachsen als erwartet, bestehen Chancen, die Prognosen moderat zu übertreffen.

Im automobilen Anlagenbau sind wir anerkannter Partner für anspruchsvolle Montagelösungen, unter anderem für den elektrischen Antriebsstrang und Batteriemodule. Angesichts des erforderlichen Kapazitätsaufbaus in der Automobilindustrie sowie der vielfältigen technischen Herausforderungen bietet sich hier ein attraktives Wachstumspotenzial.

Sollte sich das relevante Markt- und Branchenumfeld - insbesondere die Automobilmärkte - besser entwickeln als erwartet, besteht die Chance, dass wir unsere Prognosewerte für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Decarbon Technologies - Das zum 1. Oktober 2023 neu gegründete Segment umfasst unter anderem das Geschäft mit Großwälzlagern (Rothe Erde). Dieses bietet insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung des Windenergiemarktes (onshore und offshore) positive Wachstumsperspektiven, bedingt durch die weltweiten langfristigen Klimaziele. Trotz kurzfristiger Schwankungen der Nachfrage, die unter anderem im Zusammenhang mit dem Auslaufen einzelner staatlicher Förderprogramme stehen, bleibt der Wachstumstrend mittel- und langfristig bestehen, zum Teil unterstützt durch neu anlaufende staatliche Förderprogramme. Der Großteil des Wachstums beruht auf der zunehmenden Größe der Windenergieanlagen, die verstärkt offshore installiert werden.

Wir sind der Überzeugung, dass Rothe Erde durch seine maschinelle Ausstattung, sein technisches Fachwissen und sein weltweites Produktionsnetzwerk gut auf diese Marktentwicklung vorbereitet ist. Bei den Industrieanwendungen unserer Großwälzlager hat sich die Nachfrage nach dem coronabedingten Einbruch stabilisiert. Mittel- bis langfristig gehen wir dort weiterhin von einem moderaten Wachstum aus. Kostenseitig können sich Chancen ergeben, unsere Prognose moderat zu übertreffen, wenn sich die Vormaterialpreise günstiger entwickeln als derzeit erwartet.

Das Ziel unseres Anlagenbaus ist, zum grünen Wandel der Industrie beizutragen und diesen durch technologische Entwicklungen mitzugestalten. Hierzu forschen wir an Technologien und Innovationen, mit denen sich die im jeweiligen Produktionsprozess entstehenden Treibhausgase wesentlich verringern lassen. Auf diese Weise wollen wir unsere Position als führender Partner für Planung, Bau und Service rund um industrielle Anlagen und Systeme sichern und weiter ausbauen.

Im Chemieanlagenbau bei Uhde bestehen insbesondere Chancen im Bereich grüner Ammoniak, der als notwendiger Infrastrukturbaustein in der Wasserstoff-Wertschöpfungskette ebenso benötigt wird wie im Bereich Düngemittelproduktion mit nachhaltigen Verfahren. Weitere Chancen ergeben sich durch den kontinuierlichen Ausbau des margenstarken Servicegeschäfts.

Im Zementanlagenbau bei Polysius wurden im Berichtsjahr die Grundlagen geschaffen, um unsere Lösungen zur CO 2 -Reduktion (Oxyfuel) erfolgreich in eine Vielzahl von Projekten einzubringen. Wir sehen große Chancen, diese CO 2 -Vermeidungstechnologien im Markt zu verankern. Zudem wollen wir unsere Marktposition im Bereich Service und Automation weiter ausbauen und sehen große Chancen, den margenstarken Serviceanteil am Umsatz weiter zu steigern.

Dank unserer Technologien im Bereich der Wasserelektrolyse, die wir in der eigenständigen Einheit thyssenkrupp nucera gebündelt haben, stehen die Chancen gut, dass wir von der starken Nachfrage nach Herstellungsverfahren für grünen Wasserstoff profitieren können. Diesen Startvorteil wollen wir nutzen. Deshalb haben wir thyssenkrupp nucera im Juli 2023 erfolgreich an die Börse gebracht; die Gesellschaft ist im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Der Bruttoerlös aus dem Börsengang in Höhe von rund 526 Mio € wird in das weitere Wachstum des Wasserstoffgeschäfts von thyssenkrupp nucera investiert.

Sofern sich das relevante Markt- und Branchenumfeld in den verschiedenen Geschäften, die Investitionsneigung unserer Kunden oder die Auftragsabwicklung besser als erwartet entwickeln, besteht die grundsätzliche Chance, dass das Segment Decarbon Technologies die Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertrifft.

Materials Services - Im Zuge der sukzessiv fortschreitenden Transformation der Weltwirtschaft beinhalten drei Veränderungstrends Chancen für unser Segment Materials Services: erstens die (Rück-) Verlagerung von Wertschöpfungsstufen in strategische Nachbarländer, zweitens die Notwendigkeit starker, resilienter Lieferketten und drittens die wachsende Nachfrage nach nachweisbar nachhaltigen Produkten und Lösungen. Wir haben mit unserer Unternehmensstrategie "Materials as a Service" frühzeitig die Weichen gestellt, um das Potenzial aus diesen Trends für das eigene Geschäft zu heben, indem wir skalierbare Antworten erarbeiten und uns vom Netzwerkpartner zum Netzwerkgestalter entwickeln.

Wir nutzen dabei unseren Vorteil, dass unser Standortnetz in Europa und Nordamerika bereits geografisch klug verteilt ist. Für die Zielsetzung resilienter Lieferketten ist die intelligente Vernetzung aller relevanten Partner und Parameter ein kritischer Erfolgsfaktor. Dank unseres weltweiten Marktzugangs sowie unseres umfassenden Branchen- und Prozess-Know-hows verfügen wir von der Beschaffung über die Anarbeitung bis hin zum Lieferketten-Management über ein hohes Maß an Flexibilität und Handlungsspielräumen. Zudem entwickeln wir neue Ökosysteme, um auch komplexe Warenströme intelligent und ressourcenschonend managen zu können. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch unsere innovative Herangehensweise eine höhere Profitabilität und ein stärkeres Marktwachstum erreichen werden als im klassischen Materialgroßhandel.

Insbesondere im Supply Chain Management eröffnen sich für das Segment aufgrund der wachsenden Kundenanforderungen vielfältige Chancen. Bereits heute bauen wir für unsere Kunden digitale Supply-Chain-Lösungen, in deren Rahmen wir ein großes Datenbild generieren, das alle Bausteine der Werkstoffversorgung erfasst, für Transparenz sorgt und so Anpassungen in Echtzeit ermöglicht, sobald diese erforderlich werden. Indem Materials Services unseren Kunden passgenaue Lösungen anbietet und ihnen die Möglichkeit gibt, über Kundenportale, Onlineshops und Bestell-Apps weltweit und rund um die Uhr auf unsere Produkte und Dienstleistungen zuzugreifen, wollen wir auch eine höhere Kundenbindung erreichen. Auf der Grundlage eines systematischen Innovationsprozesses treibt Materials Services seine digitale Transformation kontinuierlich und entlang seiner gesamten Wertschöpfungskette voran. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz können sowohl spezifische Kundenanforderungen, beispielsweise an Liefergeschwindigkeit, Materialqualität oder Preisgestaltung, erfüllt als auch interne Logistik- und Produktionsprozesse optimiert werden.

Gleichzeitig streben wir an, Branchenführer in puncto Nachhaltigkeit zu sein. Unser Manifest BEYOND zeigt, dass wir über die bestehenden Standards hinausgehen und unter anderem bereits 2030 operativ klimaneutral sein wollen. Diesen Anspruch unterstreichen wir beispielsweise mit der Veröffentlichung unseres ersten eigenen Nachhaltigkeitsberichts, ohne dass wir dazu verpflichtet wären. Darüber hinaus baut Materials Services sein Portfolio nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen konsequent aus. Dadurch sollen physische Güter in den Lieferketten reduziert, Transportwege ohne Effizienzverluste gestaltet und damit CO 2 -Emissionen verringert werden. Zudem bieten wir seit diesem Jahr Emissionsminderungszertifikate an, mit denen bislang nicht vermeidbare Emissionen entlang der eigenen Produktions- und Wertschöpfungskette ausgeglichen werden können. Materials Services begreift Nachhaltigkeit als Chance für eine noch engere Zusammenarbeit mit seinen Kunden und für weitere Innovationen. Für unseren strategischen Angang an das Thema wurden wir im Berichtsjahr 2022 / 2023 vom Berlin Institute Supply Chain Management mit dem Sustainability Award ausgezeichnet.

Materials Services hat vernetztes digitales Arbeiten weiter professionalisiert und interaktive Prozesse in allen Geschäftsbereichen - vom Lager über die Produktion bis hin zur Verwaltung - intensiviert. Dadurch baut Materials Services seine Leistungsfähigkeit bei der Projektabwicklung weiter aus. Das gelingt unter anderem durch die vermehrte Anwendung agiler Methoden.

Im Rahmen seiner Transformations- und Effizienzprogramme arbeitet Materials Services daran, seine Kosten- und Ergebnissituation weiter zu verbessern. Da wir die identifizierten Optimierungspotenziale nach und nach umsetzen, sind wir zuversichtlich, die gesteckten Ziele zu erreichen. Wenn wir diese Optimierungen schneller als erwartet realisieren können, besteht zudem die Chance, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

Steel Europe - Das Segment Steel Europe ist auf den Markt des hochwertigen Qualitätsflachstahls in Europa fokussiert; seine Entwicklung hängt wesentlich von der europäischen Konjunktur ab.

Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen unserer Kunden, neuer Marktentwicklungen und struktureller Probleme im Markt haben wir im Jahr 2019 mit der Ausarbeitung der Strategie 20-30 begonnen. Im Projektzeitraum bis 2030 wollen wir das durchschnittliche Jahres-EBIT um mehr als 600 Mio € steigern. Schwerpunkte der Strategie sind eine konsequente Ausrichtung auf attraktive Zukunftsmärkte und profitable Stahlgüten, eine verbesserte Produktionsperformance und Produktqualität sowie eine klimaneutrale Stahlproduktion. Die forcierte digitale Transformation des Unternehmens bietet insbesondere Chancen, interne Prozesse weiter zu verbessern. Zusätzlich wurde ein Performance-Programm aufgesetzt, um weitere Maßnahmen kurz- bis mittelfristig umzusetzen. Dies wird die Ertragskraft des Unternehmens weiter stärken. Wenn es uns gelingt, diese Maßnahmen schneller als erwartet umzusetzen, bestehen Chancen, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

Einer der Schwerpunkte unserer Strategie 20-30 ist das Investitionsprogramm. Im Verlauf des Programms sollen durch umfangreiche Neu- und Erhaltungsinvestitionen gezielt Marktpotenziale erschlossen und gleichzeitig die Voraussetzungen für kostensenkende strukturelle Maßnahmen geschaffen werden. Die Kerninvestitionen des Programms befinden sich mittlerweile alle in der Umsetzung. Mit der Inbetriebnahme des zusätzlichen Hubbalkenofens im Warmbandwerk 2 in Duisburg sowie der Feuerbeschichtungsanlage 10 in Dortmund Ende 2022 wurde die Umsetzung der ersten Bausteine des Programms bereits erfolgreich abgeschlossen. Mit diesen Investitionen wollen wir den Bedarf des Marktes an Premiumblechen mit höchster Oberflächenqualität bedienen, zum Beispiel für Außenhautteile von Automobilen.

Weitere Chancen eröffnen sich im Bereich Elektromobilität. Hier wird voraussichtlich der Bedarf an hochwertigem, nicht kornorientierten Elektroband steigen, dessen Erlösstruktur attraktiv ist. Diese Marktentwicklung möchten wir durch gezielte Investitionen in ein Doppelreversiergerüst (Inbetriebnahme Ende 2023) sowie eine Glüh- und Isolierlinie begleiten und dadurch unsere Kompetenzen bei Stählen für die Elektromobilität weiter ausbauen. In diesem Zusammenhang ebenfalls zu nennen ist die Herstellung des vom Markt besonders nachgefragten, technologisch anspruchsvollen kornorientierten Elektrobandes in Spitzengüten der Marke powercore ® , das sich durch besonders geringe Ummagnetisierungsverluste auszeichnet und dadurch hohe Wirkungsgrade bei der Stromwandlung erzielt.

Insgesamt sind wir der Überzeugung, dass das Investitionsprogramm unsere Markt- und Wettbewerbsposition in puncto Technologie und Qualität deutlich stärken wird.

Darüber hinaus bietet auch die Transformation in Richtung Klimaneutralität attraktive Möglichkeiten. Viele unserer Kunden signalisieren ein starkes Interesse an klimafreundlichen Stahlprodukten. Hintergrund dafür sind zum einen ihre eigenen Dekarbonisierungsziele, zum anderen die Erwartung ihrer Endkunden im Hinblick auf CO 2 -reduzierte Produkte. Mit bluemint ® Steel haben wir im vorangegangenen Geschäftsjahr unsere ersten zertifizierten Stähle mit reduzierter CO 2 -Intensität erfolgreich im Markt eingeführt. Inzwischen sind bluemint ® -Produkte bereits in der Anwendung. Die Produktionsmengen wollen wir in den nächsten Jahren deutlich erhöhen.

Im Rahmen des Dekarbonisierungsprojekts "tkH2Steel" investieren wir in eine Direktreduktionsanlage mit zwei Einschmelzern, die für uns die Chance bietet, am neu wachsenden und profitablen Markt für grüne Produkte langfristig zu partizipieren und diesen aktiv mitzugestalten. Mit einer Vielzahl von Kunden haben wir bereits Absichtserklärungen für künftige Lieferungen von bluemint ® Steel aus der Direktreduktionsanlage abgeschlossen. Zusätzlich ist mit dem European Green Deal und dem Ziel der Dekarbonisierung bis 2045 in Deutschland die regenerative Energie aus Photovoltaikanlagen deutlich in den Fokus gerückt. Für die Montagesysteme dieser Anlagen sehen wir mit unserer Zinkmagnesium-Variante ZM Ecoprotect ® Solar wegen seiner Langlebigkeit, Robustheit und Nachhaltigkeit beste Marktchancen.

Marine Systems - Auf der Grundlage eines insgesamt guten Auftragsbestands, der langfristig die Beschäftigung sichert, verfolgt Marine Systems mehrere Optionen, um in einem günstigen Marktumfeld seine Markt- und Wettbewerbsposition weiter zu festigen. Zwar blieb der Auftragseingang unter dem außergewöhnlich hohen Niveau des Vorjahres, relevante weitere Projektabschlüsse sind aber kurz- und mittelfristig zu erwarten. Die Reichweite des Auftragsbestands beträgt ca. sechs Jahre und sichert Marine Systems in der U-Boot-Fertigung mittelfristig eine Auslastung an der Kapazitätsgrenze.

Die strukturelle Erhöhung des Verteidigungsetats in Deutschland und anderen potenziellen Kundenländern bietet gute Absatzchancen insbesondere bei U-Booten. Aber auch für Überwasser-Marinefahrzeuge, Elektronik und den Service bieten sich national und international gute Projektaussichten. Nach dem Erwerb der MV Werft Wismar haben wir mit der Integration ausgewählten Know-hows des ehemaligen Personals dieses Standorts begonnen, um die gute Auftragslage bei Marine Systems zu sichern und abzuarbeiten. Am Standort Wismar werden je nach Auftragseingang Projekte aus dem U-Boot-Bereich, dem Überwasserbereich oder für zivile Vorhaben vorbereitet.

Zivile maritime Geschäftsfelder werden durch Projekte in den Bereichen Offshore-Energieerzeugung, Munitionsräumung und autonome Unterwasserfahrzeuge erschlossen.

Das umfangreiche Standortkonzept für Kiel haben wir mit der Fertigstellung der großen Schiffbauhalle für U-Boote, aber auch mit der Fertigung für Brennstoffzellenmodule planmäßig weiter vorangetrieben. Dadurch werden die Wachstumsmöglichkeiten in diesen Geschäftsfeldern wirksam unterstützt. Wenn wir diese Optimierungen schneller umsetzen können als erwartet, bestehen Chancen, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Allen Geschäften bieten sich operative Chancen in ihren spezifischen Märkten.

Risiken

Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche negative Prognose- bzw. andere Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Dabei umfasst unsere ganzheitliche Risikodefinition auch mögliche negative Auswirkungen auf nichtfinanzielle Aspekte wie Umwelt und Klima.

Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken. Durch seine Verknüpfung mit den Planungs- und Berichtsprozessen im Controlling ist es ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit auch den Interessen unserer Kapitalgeber und anderer Stakeholder.

Gesamtaussage des Vorstands: Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp

Unser transparentes und systematisches Risikomanagement trägt mit seinen strukturierten Prozessen zu einer effizienten Steuerung der Gesamtrisiken im Konzern bei. Aus heutiger Sicht und unterstützt durch das Ergebnis einer Risikotragfähigkeitsanalyse auf Konzernebene liegen unverändert keine Risiken vor, die den Bestand des Unternehmens gefährden.

Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp

Risikostrategie und Risikopolitik

Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand von thyssenkrupp langfristig zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Denn wenn wir als Unternehmen erfolgreich sein wollen, setzt das voraus, dass wir Risiken erkennen und bewerten und dass alle Mitarbeiter diese Risiken bestmöglich steuern. Bestandsgefährdende Risiken sind grundsätzlich zu vermeiden.

In unserer Governance, Risk and Compliance Policy (GRC-Policy) haben wir die Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung bei thyssenkrupp definiert. Allgemeingültige und übergreifende risikopolitische Grundsätze des Konzerns als Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, unternehmensweit einheitliches und aktives Risikomanagement sind in der Konzernrichtlinie "Risk und Internal Control" beschrieben. Zu den in den Grundsätzen verankerten Zielen des Risikomanagements bei thyssenkrupp gehört, das Risikobewusstsein in allen Konzernunternehmen zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Dafür ist es wichtig, Risiken und Chancen transparent aufzubereiten und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einzubeziehen.

Grundlagen der Risikostrategie und Risikopolitik verbindlich festgelegt

Risikomanagement-Prozess

Wir entwickeln das Risikomanagementsystem von thyssenkrupp kontinuierlich weiter, richten es am international anerkannten COSO-Modell aus und verzahnen es mit unserem internen Kontrollsystem sowie anderen Managementsystemen. Das Zusammenspiel der einzelnen Governance-Systeme bei thyssenkrupp gemäß unserer GRC-Policy können Sie dem Kapitel "Erklärung zur Unternehmensführung" entnehmen. Details zu einzelnen Verantwortlichkeiten im Risikomanagementprozess sowie weitere Vorgaben haben wir in der Konzernrichtlinie "Risk und Internal Control" einheitlich und verbindlich definiert.

Die verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sind effizient so ausgestaltet, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Prozess eingebunden sind. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung haben wir im gesamten Konzern implementiert; wir entwickeln sie im Falle neuer Anforderungen fortlaufend weiter.

Die organisatorische Verankerung des Risikomanagements im Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Berichtsprozesse integrierte, ganzheitliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Die folgende Grafik skizziert unsere Ansätze:

Risikomanagement umfasst konzernweit einheitliche Teilprozesse und folgt standardisierten Prozessvorgaben.

CHANCEN- UND RISIKOREPORTING BEI THYSSENKRUPP

Risikoidentifikation

Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung bzw. in der jährlichen Budgetplanung berücksichtigten operativen Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Segmente. Die regelmäßige Diskussion über Chancen und Risiken in den etablierten Controlling-Gesprächen unter Einbindung des Finanzvorstands trägt wesentlich zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung bei, denn hier werden Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A bezogen auf das aktuelle bzw. das folgende Geschäftsjahr aufgezeigt.

Im Planungsprozess und bei besonderen Anlässen betrachten wir darüber hinaus gesamtwirtschaftliche Risiken unter Berücksichtigung zentral vorgegebener Risikoprämissen. Diese konzernweiten Risikoszenarien beinhalten vor allem Wachstumseinbrüche in wesentlichen Volkswirtschaften sowie andere exogene Schocks und deren Auswirkungen auf thyssenkrupp.

Um relevante Ereignisrisiken strukturiert zu erfassen und die Risikoinventur durchzuführen, nutzen alle konsolidierten Einheiten weltweit eine einheitliche IT-Risikomanagement-Anwendung. Der Betrachtungszeitraum der Risikoinventur geht über den der Prognose hinaus und umfasst den gesamten dreijährigen operativen Planungszeitraum; dadurch ist eine Transparenz der dezentralen Risikoeinschätzungen über mehrere Jahre gegeben. Mit der regelmäßigen Erhebung und Aktualisierung der Risiken vor Ort stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein bei thyssenkrupp flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.

Auch Risiken, die in Form von Rückstellungen bereits bilanziell berücksichtigt wurden, sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im konzernweiten Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Steuerung sicher.

Unser internes Kontrollsystem ist darauf ausgerichtet, prozessuale Risiken in den Geschäftsabläufen zu verringern. Näheres dazu finden Sie im übernächsten Abschnitt "Risikosteuerung".

Risiken werden in maßgeschneiderten Verfahren identifiziert.

Risikobewertung

Identifizierte Risiken werden nach zentralen Vorgaben einheitlich bewertet. Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen - gemessen an den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A im Planungszeitraum - leiten wir Risikoklassen ab. Sollten die Ergebnis- und die Liquiditätsperspektive bei einzelnen Risiken voneinander abweichen, fließt die jeweils höhere Bewertung in die Gesamt-Risikobewertung ein. Die wesentlichen Einzelrisiken bündeln wir auf Konzernebene zum Ende eines Geschäftsjahres in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen und die wir gemäß der folgenden Grafik in die Risikoklassen "hoch", "mittel" oder "gering" einordnen.

Mögliche negative Auswirkungen unseres eigenen Handelns auf nichtfinanzielle Aspekte wie Umwelt und Klima bewerten wir darüber hinaus auch qualitativ.

Die Risikobewertung folgt klar definierten Kriterien.

Risikosteuerung

Alle konsolidierten Unternehmen sind verpflichtet, Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen Risiken zu formulieren sowie deren Umsetzung anschließend systematisch nachzuverfolgen und auf Wirksamkeit zu prüfen.

Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, das heißt, sie berücksichtigt bereits realisierte wirksame Maßnahmen der Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren.

Maßnahmen zur Risikosteuerung für alle Risiken hinterlegt

RISIKOSTEUERUNGSMASSNAHMEN BEI THYSSENKRUPP

Wir verhindern die Entstehung von Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, wenn sie gegen Verhaltensgrundsätze und andere konzernweit relevante Richtlinien verstoßen.

Wir übertragen Risiken, wenn das finanzielle Risiko durch Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen minimiert werden kann. Näheres können Sie dem folgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.

Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen und beispielsweise auch unser internes Kontrollsystem stetig verbessern. Näheres zu den einzelnen Initiativen können Sie den Abschnitten "Internes Kontrollsystem" und "Operative Risiken der Geschäfte" in diesem Kapitel entnehmen.

Risikotransfer

Der Risikotransfer auf Versicherungen ist zentral bei der thyssenkrupp AG angesiedelt. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab. Mit ihnen werden in den Konzernunternehmen versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte verringert oder beseitigt. Das ausgewogene Anbieterportfolio stellt eine adäquate Risikoverteilung im Versicherungsmarkt sicher.

Für alle Konzernunternehmen gelten verbindliche Standards, damit die Risikoprävention stets ein angemessen hohes Niveau erreicht. Diese Standards werden von Experten aus allen Teilen des Konzerns unter Leitung der thyssenkrupp AG entwickelt und nach Bedarf aktualisiert. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.

Unsere interne Versicherungsabteilung managt den Risikotransfer.

Internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten hat das Ziel, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Ein effektives und effizientes internes Kontrollsystem ist entscheidend, um Risiken in unseren Geschäftsprozessen erfolgreich zu steuern. In seiner Ausgestaltung betrachtet das interne Kontrollsystem bei thyssenkrupp alle wesentlichen Geschäftsprozesse und geht über Kontrollen im Rechnungslegungsprozess hinaus.

Im Rechnungslegungsprozess selbst tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen beispielsweise dazu bei, dass der Konzernabschluss regelungskonform erstellt wird. Für die Konsolidierung nutzen wir ein System, das auf Standardsoftware basiert, und gewährleisten dadurch ein einheitliches Vorgehen. Dies minimiert zugleich das Risiko von Falschaussagen in der Rechnungslegung und der externen Berichterstattung. Angemessene Funktionstrennungen und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko betrügerischer Handlungen. Die aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen hinreichend sicher, dass der Rechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.

Bei relevanten IT-Systemen führen wir regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.

Wir entwickeln die Anforderungen an das interne Kontrollsystem auch auf Basis neuer regulatorischer Vorgaben kontinuierlich weiter, passen die Kontroll-Landschaft an sich ändernde Prozesse an und nutzen dafür eine standardisierte Risiko-Kontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess. Im Interesse einer konzernweit vergleichbaren Transparenz des jeweils vor Ort implementierten internen Kontrollsystems ist die Nutzung einer einheitlichen IT-Anwendung verpflichtend.

Als Abschluss ihrer unterjährigen Kontrollen und Überwachungsaktivitäten bestätigen die Segmente am Ende des Geschäftsjahres in einem sogenannten In Control Statement die Richtigkeit und Vollständigkeit der Dokumentation zum internen Kontrollsystem für ihren jeweiligen Verantwortungsbereich.

Das interne Kontrollsystem reduziert prozessuale Risiken.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Wir haben das Risikomanagement bei thyssenkrupp als kombinierten Top-down-/Bottom-up-Prozess organisiert. Die verbindlichen Prozess- und Systemvorgaben werden auf Konzernebene zentral formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt dezentral bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.

Die wesentlichen Konzernrisiken präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten Risk and Internal Control Committee (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Das ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risikoberichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen die wesentlichen Governance- bzw. Risiko- und Compliance-Verantwortlichen des Konzerns teil. Durch diese Verzahnung von Disziplinen auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, die Corporate-Governance-Prozesse bei thyssenkrupp auf hohem Niveau weiter zu stärken.

Bei Bedarf schulen wir die mit dem Risikomanagement und dem internen Kontrollsystem betrauten Mitarbeiter und nutzen unter anderem unsere konzernweiten internetbasierten Anwendungen, um die passenden Informationen und entsprechendes Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Internal Auditing ist in den Gesamtprozess eingebunden und prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse der Risikoinventur, der Risiko-Kontroll-Matrix und des Selbstbewertungsprozesses nutzt Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen sollen dazu beitragen, das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem effizient zu überwachen, und sie liefern Erkenntnisse, mit denen wir den Umgang mit Risiken bei thyssenkrupp weiter verbessern können.

Unsere standardisierten Risikomanagement-Prozesse sind wesentlich, um Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die jeweils aktuelle Risikosituation des Konzerns zu informieren. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken lässt sich deren Eintreten jedoch nicht gänzlich ausschließen. Zu unserer Einschätzung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems verweisen wir auf die Ausführungen in der Erklärung zur Unternehmensführung.

Das Risikomanagement beinhaltet Top-down- und Bottom-up-Elemente.

Risikokategorisierung

Die für thyssenkrupp relevanten Risiken haben wir in den folgenden Kategorien gebündelt:

Risiken aus externen Rahmenbedingungen,

finanzwirtschaftliche Risiken,

rechtliche Risiken und Compliance-Risiken,

Risiken aus operativer Tätigkeit.

In den folgenden Abschnitten gehen wir detailliert auf diese Kategorien ein und geben eine Risikobewertung ab. Gegenüber dem Vorjahr haben sich keine wesentlichen Veränderungen bei den Risikoeinschätzungen ergeben.

Risiken aus externen Rahmenbedingungen

Zu den externen Risiken zählen wir im Wesentlichen Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie regulatorische Risiken.

Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - Konjunkturelle Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben sich, wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und aus den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hinter den volkswirtschaftlichen Prognosen zurückbleibt.

Der Ausblick zur weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft ist nach wie vor mit großen Unsicherheiten behaftet. Zwar erscheint der weitere Anstieg der Inflationsraten vorerst verlangsamt, die Teuerung verbleibt aber absehbar auf sehr hohem Niveau und belastet sowohl Investitions- als auch private Konsumausgaben. Es ist unklar, ob und wann die Notenbanken weitere Leitzinserhöhungen vornehmen. Diese könnten zu Instabilitäten im Finanzsektor bzw. zur Schieflage einzelner Banken führen. Auch eine mögliche Zuspitzung der Verschuldungsproblematik insbesondere in einigen Ländern Europas als Folge der Zinspolitik der Notenbanken könnte ein Abrutschen wesentlicher Länder der Eurozone in eine Rezession auslösen.

Eine weitere Eskalation des Kriegs in der Ukraine könnte die konjunkturelle Entwicklung insbesondere in Westeuropa stark beeinträchtigen. Auch eine mögliche Verschärfung zahlreicher weiterer geo- oder handelspolitischer Konflikte würde zu starken Verwerfungen der Konjunkturentwicklung führen, etwa eine Eskalation des China-Taiwan-Konflikts.

Weiterhin bestehen Risiken für verschiedene Schlüsselbranchen wegen der anhaltend schwierigen Versorgungssituation bei Halbleitern. Hohe Energie-, Material- und Rohstoffpreise insbesondere in den Industrieregionen bergen große Risiken für die weltweiten Wachstumsperspektiven.

Flut- bzw. Naturkatastrophen als Folge des globalen Klimawandels stellen in vielen Regionen eine jederzeit mögliche Gefahr dar.

Falls sich die Wirtschaft aufgrund der genannten Risiken schwächer als in der Planung berücksichtigt entwickelt, sind die einzelnen Konjunkturrisiken für thyssenkrupp aufgrund der weiterhin großen Unsicherheiten in einem höchst volatilen Umfeld aktuell als "hoch" einzuschätzen.

Die wirtschaftliche Entwicklung und die entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten wir kontinuierlich anhand umfangreicher Frühwarnindikatoren. Wir simulieren in einem im Planungsprozess integrierten Negative-Case-Szenario die Effekte einer sich weiter abschwächenden Konjunktur für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.

Unsere ausführliche aktuelle Konjunktureinschätzung können Sie dem Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" entnehmen. Weitere Einzelheiten zu spezifischen Marktrisiken in unseren Geschäften finden Sie im Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte".

Regulatorische Risiken - Neue Gesetze und andere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten bedeuten, wenn sie für thyssenkrupp im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für thyssenkrupp unverändert als "mittel" ein.

In unseren energieintensiven Geschäften sehen wir bei energie- und klimabezogenen Regularien Risiken, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können oder unsere Produkte oder Technologien langfristig nicht mehr nachgefragt werden. thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten entsprechende Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten nationalen und internationalen Institutionen und kooperieren mit den Wirtschaftsverbänden auf allen Ebenen, um mögliche Risiken zu reduzieren. Konkrete Risiken, die sich in diesem Zusammenhang insbesondere für Steel Europe ergeben, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Die Konjunkturprognosen sind aufgrund vielschichtiger Unwägbarkeiten von großer Unsicherheit geprägt.

Anforderungen aus neuen Gesetzen können Risiken für unsere Geschäftsmodelle mit sich bringen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG zählt es, den Finanzbedarf innerhalb des Konzerns zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Damit verbunden sind die Optimierung der Finanzierung und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken.

Ausfallrisiken - Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit und aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Vertragspartnern abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert die Mindestvorgaben für die Auswahl von Vertragspartnern. Die ermittelten Bonitätsinformationen unterliegen einer angemessenen fortlaufenden Überwachung, die das Kreditrisikomanagement in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Außenstände und Ausfallrisiken im Liefer- und Leistungsgeschäft werden fortlaufend von den Tochterunternehmen überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden. Über weitere Details dazu berichten wir im Anhang (Nr. 22).

Liquiditätsrisiken - Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung fest zugesagte Kreditlinien und liquide Mittel vor. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht an die Konzernunternehmen weitergeleitet.

Marktrisiken - Zur Begrenzung von Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken) schließen wir derivative Sicherungsinstrumente ab.

Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, zu begrenzen, bestehen konzernweit einheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement. Grundsätzlich müssen alle Konzernunternehmen Fremdwährungspositionen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern. Dazu nutzen sie im Wesentlichen unsere zentrale Sicherungsplattform. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.

Das zentrale Zinsmanagement konzentriert sich auf die Steuerung und Optimierung von Zinsänderungsrisiken aus Geldanlagen und -aufnahmen. Für die Steuerung erstellen wir regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.

Die vorgenannten finanzwirtschaftlichen Risiken sind nach Berücksichtigung der gewählten Steuerungsmaßnahmen weiterhin als "gering" zu bewerten.

Bewertungsrisiken - Für den Erfolg unserer strategischen Neuausrichtung ist eine Aufstellung unserer Geschäfte entscheidend, in der sie sich bestmöglich entwickeln können. Somit sind Portfoliomaßnahmen und Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten denkbar und grundsätzlich mit Abwicklungsrisiken verbunden; zudem werden unsere strategischen Geschäftseinheiten regelmäßig auf die Notwendigkeit von Wertberichtigungen hin überprüft. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken, die nicht die beiden Kernsteuerungsgrößen-Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A beeinflussen, sondern erst im Jahresüberschuss wirksam werden, bewerten wir als "mittel" und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.

Finanzielle Risiken werden durch zentral gesteuerte Maßnahmen begrenzt.

Portfoliomaßnahmen und Restrukturierungen sind mit Abwicklungsrisiken verbunden.

Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken

Zu den rechtlichen und den Compliance-Risiken zählen wir Prozessrisiken, Compliance-Risiken sowie Risiken aus Handelsbeschränkungen.

Prozessrisiken - Als Prozessrisiken definieren wir passive anhängige oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten oder passive behördliche oder verwaltungsgerichtliche Verfahren gegen thyssenkrupp. Bei thyssenkrupp werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines Software-Tools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen der etablierten Risikomanagement-Prozesse an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob diese begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von unseren eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf mandatieren wir externe Anwälte.

Die Prozessrisiken stufen wir derzeit im Einzelfall und kumuliert unverändert als "mittel" ein. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten mehrerer Anspruchstellern/Kläger und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und einheitlich klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Nr. 16 und 21).

Compliance-Risiken - Mit unserem strikten Compliance-Programm begegnen wir insbesondere den Risiken in den Bereichen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung, Datenschutz und Außenwirtschaftsrecht, da diese sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden ein enormes Schadenspotenzial haben. Details zum Compliance-Programm sowie weitere Informationen zur Compliance-Organisation können Sie dem Kapitel "Compliance" entnehmen.

Die allgemeinen Compliance-Risiken stufen wir insgesamt unverändert als "hoch" ein.

Risiken aus Handelsbeschränkungen - Die weltweite Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt es mit sich, dass sich aus Handelsbeschränkungen wie Antidumping-/Antisubventionszöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Überwachungsmaßnahmen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie aus anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen Risiken ergeben können.

Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten und sehen eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit.

Ein striktes Compliance-Programm wirkt potenziell hohen Schäden bei Verstößen entgegen.

Risiken aus operativer Tätigkeit

Zu den Risiken aus operativer Tätigkeit zählen wir Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken, Absatzrisiken, Auftragsrisiken und auch Risiken der Informationssicherheit sowie Personalrisiken.

Beschaffungsrisiken - Um unsere Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien, und wir benötigen Energie. Wesentliche Einkaufspreise sind aktuell auf einem hohen Niveau; sie können je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen auch zukünftig stark belasten. Die Verfügbarkeit einzelner Energieträger (z.B. Gas), Vormaterialien (z.B. Halbleiterprodukte) oder Transportwege für Rohstoffe können eingeschränkt sein. Lieferanten oder Transportkapazitäten können ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken bewerten wir als "mittel".

Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen sollen den Beschaffungsrisiken entgegenwirken. Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir mit einer strukturierten Energiebeschaffung. Wir arbeiten darüber hinaus in allen Geschäften daran, unsere Abhängigkeit von Gas zu reduzieren, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten.

Sollten dennoch Energie oder Vormaterialien nicht oder nicht fristgerecht verfügbar sein, haben wir im Rahmen unseres Business-Continuity-Managements geschäftsspezifische Notfallpläne entwickelt, um die Folgen möglichst gering zu halten. Weitere Einzelheiten zu spezifischen Beschaffungsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Das im Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz adressierte Risiko möglicher menschenrechtlicher und umweltbezogener Verletzungen in der Zulieferkette adressieren wir mit einer systematischen Risikoanalyse für unsere Lieferanten. Bei einer erhöhten Risikoeinschätzung einzelner Lieferanten können geeignete Präventionsmaßnahmen getroffen werden.

Produktionsrisiken - In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir arbeiten daran, diesen Risiken mit regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen entgegenzuwirken. Darüber hinaus schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir unverändert als "mittel" ein.

Im Rahmen der Produktion, aber auch der Installation, Wartung und Nutzung unserer Produkte können Unfallrisiken und damit verbundene Personenschäden nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur sowie ein umfassendes Maßnahmenbündel unserer Arbeitssicherheitsorganisation zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz sollen dazu beitragen, die Unfallrisiken für unsere Mitarbeiter und Subunternehmer zu minimieren.

In unseren produzierenden Werken und auf Transportwegen entstehen teilweise verfahrensbedingt Umweltrisiken im Zusammenhang mit der Verunreinigung von Luft oder Wasser. Darüber hinaus können auf eigenen heute nicht mehr genutzten Grundstücken Risiken aus Altlasten und Bergschäden durch frühere Geschäftsaktivitäten auftreten. thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für den Umgang mit Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Produktionsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Absatzrisiken - Die im Abschnitt "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere geschäftlichen Perspektiven in einzelnen Märkten einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei sich verfestigenden Entwicklungen nehmen wir marktorientierte Anpassungen oder Kapazitätsverlagerungen vor.

Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen begegnen wir durch eine konsequente Ausrichtung unserer Geschäfte auf die Märkte der Zukunft. Als Konzern mit hoher technischer Kompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Unsere diversifizierten Produkt- und Kundenstrukturen tragen dazu bei, dass wir weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf unseren Absatzmärkten sind.

Die Produkt- und Prozessqualität sowie die Erfüllung entsprechender Qualitätsanforderungen unserer Kunden haben für uns höchste Priorität. Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir diese Qualitätsstandards nicht immer einhalten können. Daraus entstehende Risiken schätzen wir unverändert als "gering" ein und begegnen ihnen mit umfangreichen Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Absatzrisiken in unseren Geschäften sowie zu unserem Debitorenmanagement, das der Begrenzung von Forderungsausfällen dient, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Auftragsrisiken - Zu den zentralen Herausforderungen insbesondere im Anlagenbau und im Marinegeschäft gehört die Abwicklung hochkomplexer Großaufträge mit langer Projektlaufzeit. Kosten- und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Bearbeitungsphasen oder unterschiedliche Auslegungen der abgeschlossenen Verträge sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken bewerten wir zusammengenommen weiterhin als "mittel".

Im Rahmen der Vertragsgestaltung von Neuaufträgen versuchen wir, bereits bei Auftragsvergabe mögliche Risiken im Projektablauf zu antizipieren, um flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können. Wir entwickeln unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter, um noch besser über den jeweiligen aktuellen Auftragsstand informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller projektspezifische Maßnahmen ergreifen zu können.

Bei allen Großaufträgen überprüfen wir vor Vertragsabschluss sorgfältig die Bonität unserer Kunden und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstands stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und so Zahlungsausfälle minimiert werden.

Risiken der Informationssicherheit - Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir - gemessen an unseren Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A - unverändert als "mittel" bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Gesellschaften und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn sich mit fortschreitender Digitalisierung komplette Wertschöpfungsketten verändern.

Die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur deutscher Unternehmen und auch auf thyssenkrupp nimmt weiter zu. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Management der Informationssicherheit und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt ist dabei der Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen mit dem Ziel der Spionage oder Sabotage. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine Gruppe segmentübergreifend arbeitender EDV-Sicherheitsfachleute unterstützend; sie wird kontinuierlich personell aufgestockt. Zusätzlich überprüft das thyssenkrupp eigene Cyber Defense Center regelmäßig die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen und ergreift notwendige Korrekturmaßnahmen.

Sehr wichtig ist für uns auch die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen. In diesem Zusammenhang führen wir interne Kommunikations- und Schulungskampagnen durch und arbeiten daran, dass die Vertraulichkeit von Informationen dank entsprechender technischer Unterstützung gewahrt bleibt.

Gemeinsam mit den Datenschutzbeauftragten und -koordinatoren des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass personenbezogene Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und den jeweils anwendbaren lokalen Gesetzen verarbeitet werden.

Alle diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Geschäftsinformationen bei thyssenkrupp sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.

Personalrisiken - In allen Geschäftseinheiten benötigen wir engagierte und motivierte Mitarbeiter und Führungskräfte, um unsere gesetzten Performance-Anforderungen und strategischen Ziele zu erreichen. Dabei besteht das Risiko, entsprechende Leistungsträger und Fachkräfte nicht in ausreichendem Maße bzw. nicht in der erforderlichen Qualifikation zu finden, um offene Stellen zu besetzen, oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren. Auch Extrem-Ereignisse, wie Naturkatastrophen, Pandemien, Terroranschläge oder schwere Unfälle, können zu einem Mitarbeiterausfall führen. Die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken stufen wir insgesamt unverändert als "gering" ein.

thyssenkrupp positioniert sich auf den sehr dynamischen Arbeitsmärkten weiterhin als attraktiver Arbeitgeber - auch durch adressatengerechte Employer-Branding-Kampagnen - und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an den Konzern. Dazu gehören eine zielgerichtete Führungskräfteentwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme einschließlich betrieblicher Sozialleistungen sowie zeitgemäße Arbeitsbedingungen. Interessierte junge Menschen informieren wir frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben. Durch die Zusammenarbeit mit Schwerpunkt-Universitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt zu qualifizierten Studenten auf, um Nachwuchs für uns in ausreichender Anzahl und Qualität zu gewinnen.

Das im Zusammenhang mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz betrachtete Risiko von Menschenrechtsverletzungen in den Unternehmen von thyssenkrupp adressieren wir mit einer systematischen Risikoanalyse für den eigenen Geschäftsbereich, mit deren Hilfe bei einer erhöhten Risikolage geeignete Präventionsmaßnahmen getroffen werden können. Um den gesetzlichen Sorgfaltspflichten nachzukommen, führen wir verpflichtende Schulungen für definierte Beschäftigtengruppen durch. Zusätzlich haben wir ein Whistleblowing-System für Hinweise bezüglich möglicher Menschenrechtsverletzungen in unseren eigenen Unternehmen implementiert.

Risiken in der Lieferkette und insbesondere die Verfügbarkeit von Energie und Vormaterialien sind kontinuierlich unter Beobachtung.

Mit regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen und Anlageninvestitionen beugen wir Betriebsunterbrechungen vor.

Cyberrisiken bleiben eine permanente Herausforderung.

Operative Risiken der Geschäfte

Automotive Technology - Die Entwicklung von Automotive Technology ist direkt an die weltweite Entwicklung der Automobilmärkte gekoppelt. Der Automobilsektor konnte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie weiter erholen, allerdings ohne insbesondere in Europa das Vor-Krisenniveau zu erreichen; zudem haben Versorgungsengpässe bei Vormaterialien und -produkten sowie Corona-Lockdowns in China den Fahrzeugmarkt stark beeinflusst.

Die durch Krieg und Pandemie verursachten Versorgungsengpässe - vor allem die weiterhin anhaltende Halbleiterknappheit - führen zu massiven Lieferverzögerungen und erhöhten Transportkosten. Zudem tragen der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland dazu bei, dass sich die Preise von Rohstoffen und Zwischenprodukten erhöhen.

Möglichkeiten, diese Risiken zu minimieren, sind verstärkte Lokalisierungen sowohl auf Lieferanten als auch auf Produktionsseite, die weitere Diversifizierung bei den Lieferanten und Vertriebswegen, der Aufbau von direkten strategischen und langfristigen Beziehungen zu den Chip-Produzenten sowie die Erhöhung der eigenen Sicherheitsbestände.

Wir besetzen weltweit führende Wettbewerbspositionen unter anderem im Bereich der Komponenten für den Antriebsstrang. Diese Marktstellung ist jedoch durch die fortschreitende Elektrifizierung gefährdet. Dem begegnen wir mit der Entwicklung alternativer Produkte in neuen Geschäftsfeldern.

Zusätzliche Risiken können sich aus künftigen weiteren Beschränkungen des multinationalen Handels ergeben, etwa aus Zöllen für Automobilexporte oder für Zulieferteile. Mit Ausweitung seiner Kundenbasis, der technischen Innovationen und einer verstärkten internationalen Präsenz versucht Automotive Technology, der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegenzuwirken.

Neben diesen Risiken ergeben sich sowohl in der Automobilzulieferindustrie als auch im Automobilanlagenbau Risiken durch Konzentrationsprozesse, eine hohe Wettbewerbsintensität und einen weiter zunehmenden Preisdruck. Diesem Preisdruck wollen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und langfristigen Effizienzsteigerungen begegnen.

Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die wir nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergeben können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge streben wir an, diesem Risiko entgegenzuwirken. Neben dem Preisrisiko sehen wir auch Risiken aus Störungen in der Logistik- und Lieferkette. Bei der Beschaffung können Lieferanteninsolvenzen, mangelhafte Qualität, Ausbringungsprobleme einzelner Lieferanten sowie ein genereller Mangel bestimmter Vormaterialien und Bauteile, etwa von Gas und Halbleiterprodukten, auch zu Produktionsstillständen bei uns und in der Folge bei unseren Kunden führen.

Zudem bestehen Risiken hinsichtlich der Verfügbarkeit von Transportkapazitäten (Lkw, Schiffe, Container) sowie von Infrastruktureinrichtungen. Diesen Risiken wirken wir durch ein systematisches Lieferanten- und Logistikmanagement unter Berücksichtigung der Anforderungen in puncto Nachhaltigkeit entgegen.

Im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen sowie Hochläufe neuer Werke sind Risiken durch ungeplante Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Darüber hinaus bergen neu implementierte oder veränderte Prozesse das Risiko organisatorischer Schwachstellen. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsprobleme sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Automotive Technology ergreift umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen. Selbstverständlich werden alle unsere Produktionswerke unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten geführt.

In unserem Schmiedegeschäft bedeuten veränderte Wechselkursrelationen Risiken für Umsatz und Ergebnis, und zwar sowohl bezogen auf Translations- als auch auf Transaktionseffekte, insbesondere beim US-Dollar und beim brasilianischen Real. Eine deutlich schnellere als bereits in der eigenen Planung unterstellte Elektrifizierung im Bereich Pkw und Lkw kann ein temporäres Risiko für einzelne Standorte bedeuten. Parallel zum Hochlauf einer neuen Linie für geschmiedete Vorderachsen arbeiten wir an der weiteren Ausweitung und Lokalisierung unseres verbrennerunabhängigen Industriegeschäfts sowie an der Entwicklung neuer Produkte. Letztlich stellt neben der Energiewende hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem auch die Entwicklung der Strom- und Gaspreise die gesamte energieintensive Industrie und damit auch unsere Schmiedestandorte in Deutschland und Italien vor große Herausforderungen.

Bei Springs & Stabilizers bestehen weiterhin Unsicherheiten, wie hoch Abrufvolumen künftig sein werden, weil Lieferengpässe in der Automobilindustrie anhalten und die Nachfrage sich abschwächt. Risiken bestehen zudem aufgrund der zuletzt dynamischen Entwicklungen bei Material- und Energiepreisen.

Im Bereich Automation Engineering haben wir umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt, um die Kapazität anzupassen. Der Markt im Bereich Antriebsmontage bleibt mit Unsicherheiten behaftet. Die operative Entwicklung ist weiterhin abhängig von der Stabilität der Lieferketten und der Effizienz der Auftragsbearbeitung.

Automotive Technology sieht sich auch vor dem Hintergrund des Wandels der Autoindustrie in Richtung Elektromobilität und Digitalisierung dem Risiko eines zunehmenden Arbeits- und speziell Fachkräftemangels ausgesetzt. Wir begegnen dem durch die konsequente Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter sowie durch Maßnahmen der Mitarbeiterbindung. Neben Modellen der systematischen Nachfolgeregelung und Talentförderung betrifft dies vor allem die Ausbildung einer ausreichenden Zahl junger Nachwuchskräfte. Darüber hinaus erhöhen wir unsere Attraktivität als Arbeitgeber kontinuierlich mit den sich verändernden Marktbedingungen und haben weitreichende Modelle hybriden Arbeitens sowie weitere Zusatzleistungen, etwa das tk Bike, in Deutschland eingeführt. Die Besetzung offener Stellen wird durch das konzerninterne Jobportal sowie moderne Recruiting-Prozesse unterstützt, die wir kontinuierlich entsprechend den Bedingungen am Arbeitsmarkt optimieren.

Die Geschäfte von Automotive Technology intensivieren ihre Digitalisierungsaktivitäten in der Verwaltung und der Produktion. Dadurch werden die Angriffsflächen für Cyberangriffe größer. Das interne Programm "Accelerate IT Security" unterstützt die Reduzierung der Risiken für unautorisierte Zugriffe von Fremden auf die IT-Systeme; es umfasst die Einführung einer Richtlinie zur Informationssicherheit und umfangreiche Zertifizierungen nach dem TISAX-Standard (Trusted Information Security Assessment Exchange), die jeweils auf die speziellen Anforderungen im Automotive-Bereich abgestimmt sind, sowie die konsequente Abarbeitung definierter Maßnahmenpläne.

Decarbon Technologies - Für unser Geschäft mit Großwälzlagern ergeben sich Risiken vor allem durch die Volatilität des wirtschaftlichen Umfelds, die wegen politischer Krisen gestiegen ist. Infolgedessen könnte sich die Konjunkturerwartung in den Hauptabsatzmärkten Deutschland, Europa und China eintrüben. Im Anwendungsbereich Windenergie gibt es darüber hinaus Nachfragerisiken, da deren Entwicklung teilweise abhängt von nationalen Förderprogrammen für erneuerbare Energien bzw. durch Verzögerungen bei der Umsetzung von Dekarbonisierungsinitiativen gehemmt wird. Die hohe Wettbewerbsintensität und die Auktionierung bei Projektvergaben können die Preisentwicklung in den relevanten Absatzmärkten belasten. Weitere Risiken ergeben sich aus potenziellen zeitlichen Verschiebungen bei einzelnen Großaufträgen. Störungen des globalen Investitionsklimas insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und allgemeiner Maschinenbau könnten das Erreichen unserer Ziele in diesen Märkten gefährden. Markt-, Preis- und Kostenrisiken begegnen wir, soweit möglich, mit kontinuierlichen Verbesserungen, Effizienzsteigerungen und einer höheren Flexibilisierung unserer Prozesse. Zudem investieren wir in den Ausbau unserer Technologieführerschaft und optimieren unser weltweites Produktionsnetzwerk.

In unserem Anlagenbau ist das Marktumfeld und vor allem dessen Volatilität herausfordernd. Ein Grund dafür ist, dass die Lieferketten nicht stabil genug sind. Das Servicegeschäft dagegen ist weitgehend stabil.

Den Risiken in der Abwicklung langfristiger und technisch komplexer Aufträge im Anlagenbau begegnen wir durch professionelles und ergebnisorientiertes Projektmanagement sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen. Technologische Risiken bestehen insbesondere bei einem kleineren Anteil von Aufträgen, die die ersten ihrer Art sind ("First of its kind"-Aufträge). Um das Risiko bei laufenden Aufträgen oder bei der Anbahnung neuer Großaufträge zu minimieren, lassen wir uns bei Bedarf auch extern beraten.

Materials Services - Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- und auf der Absatzseite. Dies beeinflusst die Ergebnissituation sowie das Nettoumlaufvermögen des Segments. In diesem Berichtsjahr hat sich die Konjunktur beispielsweise stark abgekühlt, ablesbar unter anderem an nachlassender Nachfrage, fallenden Preisen und geringeren Margen.

Risiken auf der Nachfrageseite begegnen wir durch unsere breite internationale Kundenbasis - bezogen zum einen auf die Gesamtzahl der Kunden, zum anderen aber auch auf deren Geschäftszweige - sowie durch unseren hohen Diversifizierungsgrad. Somit kann Materials Services Nachfragerückgänge sowohl bei einzelnen Kunden als auch von bestimmten Branchen abfedern, und es ergibt sich insgesamt eine signifikante Risikostreuung. Durch die Ausweitung unserer Dienstleistungen mit höherem Komplexitätsgrad wiederum wollen wir uns unabhängiger von den Materialmarktschwankungen machen und ein höheres Margenniveau erzielen.

Darüber hinaus werden Supply-Chain-Disruptionen immer häufiger und vielfältiger - seien sie bedingt durch den Krieg in der Ukraine, Sanktionen, Marktabschottung oder den Klimawandel.

Umso deutlicher zeigt sich, wie essenziell strategische Partnerschaften mit unseren Lieferanten für die Stabilität des Beschaffungsprozesses sind. Dank seiner Multi-Sourcing-Strategie kann Materials Services kurzfristig auf mögliche Störungen in der Lieferkette reagieren. Die schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Geschäftsmodells; deshalb arbeiten wir permanent daran, unsere Logistikprozesse und die gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren und zu digitalisieren.

Außerdem will Materials Services seine Absicherung gegen Schwankungen von Rohstoffpreisen und Wechselkursen auf Basis von Big Data weiter verbessern. Dem Risiko von Forderungsausfällen wiederum begegnen wir durch systematisches Management des Netto-Umlaufvermögens und ein effizientes Forderungsmanagement. Die Bedeutung dieser Instrumente ist vor dem Hintergrund der aktuell herrschenden schwachen konjunkturellen Lage unverändert hoch.

Steel Europe - Unser Stahlgeschäft ist dem Risiko schwankender Nachfragen aufgrund der konjunkturbedingten Nachfrageentwicklung und dem Risiko von Verwerfungen in der Supply Chain unserer Kunden ausgesetzt. Zusätzlich belasten Preissteigerungen unsere gesamte Produktionskette. Diesen Absatzrisiken begegnet das Segment Steel Europe mit vertrieblichen Maßnahmen, Kostenoptimierungen in allen Bereichen und der Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit einer geringeren Abhängigkeit von Nachfragezyklen.

Den Handelsrisiken auf unseren Exportmärkten und dem unfairen Wettbewerb durch gedumpte und/oder subventionierte Importe begegnet Steel Europe mit entsprechenden Monitoringsystemen.

Der erhöhten Wettbewerbsintensität im Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse setzt Steel Europe seine Technologiekompetenz entgegen, die uns ermöglicht, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und zeitnah auf den Markt zu bringen. Ein Qualitätsmanagement, das auf die weiter steigenden Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet ist, soll darüber hinaus die stetige Weiterentwicklung der Produktqualität gewährleisten und so maßgeblich dazu beitragen, eine wettbewerbsfähige Marktposition abzusichern.

Risiken aus Kundeninsolvenzen reduziert Steel Europe durch intensives Monitoring der Geschäftspartner und durch geeignete Absicherungsinstrumente.

Dem Risiko steigender Rohstoffpreise will Steel Europe mit risikomindernden Beschaffungsstrategien sowie Maßnahmen zur Margensicherung begegnen. Risiken in der Vormaterialversorgung wegen zunehmend extremer Wetterbedingungen, die grundsätzlich alle Verkehrsträger betreffen können, reduziert Steel Europe mit vielfältigen Kompensationsmaßnahmen, zum Beispiel der Verlagerung eines Teils der Warenströme auf jeweils nicht betroffene Verkehrsträger oder dem Einsatz zusätzlicher Umschlagsaggregate beim Be- und Entladen.

Während sich die Gasspeicherfüllstände wie erwartet positiv entwickeln und sogar die gesetzlichen Vorgaben deutlich übertreffen, bleibt die Gefahr einer Gasmangellage auch im Winter 2023 / 2024 im Falle extrem niedriger Temperaturen bestehen. Selbst wenn die Gasspeicher vor dem Winter erneut vollständig befüllt würden, könnte die Gasnachfrage bei aktuellem Verbrauchsverhalten und extremer Kälte vermutlich nicht vollständig gedeckt werden. Wegen der möglichen Verknappung der Erdgasversorgung (Notfallstufe bzw. Gasmangellage) und da eine Umstellung der Produktionsprozesse von Steel Europe auf Erdöl oder Kohle (Fuel Switch) nicht möglich ist, besteht das Risiko der Produktionseinschränkung und bei Unterschreitung eines Erdgas-Mindestbezugs das Risiko von Stilllegungen oder sogar technischen Schäden an unseren Aggregaten. Insbesondere weil wir unsere Produktionsprozesse - auch hinsichtlich des Energieeinsatzes - bereits kontinuierlich optimieren, gibt es bei Erdgas nur noch geringe zusätzliche Einsparpotenziale. Diese Risiken lassen sich nur eingeschränkt bewältigen. Den Prozess einer möglichen Abschaltung von Industrieanlagen infolge einer Gasmangellage gestaltet Steel Europe als Stahlbranchenvertreter im Rahmen einer Arbeitsgruppe der Bundesnetzagentur aktiv mit.

Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom begrenzen wir durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung. Hinsichtlich der Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt thyssenkrupp eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.

Das Kostenrisiko durch den Preisanstieg bei Emissionszertifikaten wird auch in der 4. Handelsperiode (2021 bis 2030) weiterbestehen, etwa durch Verknappung der Zertifikate und die Umsetzung der EU-Klimaziele bis 2030. Dem begegnen wir mit unserer Strategie der Sicherungsgeschäfte. Um Risiken aus Anpassungen im EU-Emissionshandel - insbesondere dem 2026 beginnenden Auslaufen der Freizuteilung bei gleichzeitiger Einführung eines CO 2 -Grenzausgleichs - signifikant zu senken, beschleunigen wir die Transformation, unter anderem indem wir die erste Direktreduktionsanlage größer dimensioniert haben und Wasserstoff früher einsetzen als ursprünglich geplant. Sollte es beim Bau der Direktreduktionsanlage zu Verzögerungen kommen, besteht das Risiko höherer CO 2 -Kosten insbesondere im Jahr der geplanten Inbetriebnahme.

Mit dem Ziel, Betriebsunterbrechungsrisiken zu verringern und den Brandschutz zu verbessern, stellen wir Mittel für die laufende präventive Instandhaltung sowie für Modernisierungen und Investitionen bereit. Für den Fall einer möglichen Betriebsunterbrechung existieren Business-Continuity- sowie Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadenbeseitigung festgeschrieben sind. Das Segment hat ein sachversicherungsbezogenes, wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert.

Zusätzliche, große Herausforderungen und Kostenbelastungen ergeben sich für die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen durch die Energiewende in Deutschland hin zu regenerativ dominierten Energiesystemen. Bei ihrer grünen Transformation ist die Stahlindustrie jederzeit auf ausreichend verfügbare erneuerbare Strom- und Wasserstoffmengen zu wettbewerbsfähigen Preisen angewiesen. Das vorgelegte Konzept eines zeitlich befristeten Industriestrompreises, mit dem der energieintensiven Industrie ausreichend erneuerbarer Strom für die Transformation zur Verfügung stehen soll, könnte geeignet sein, etwaige Risiken auf dem Weg zu einer CO 2 -neutralen Stahlerzeugung zu minimieren. Die dazu laufenden haushalts-, ordnungs- und verteilungspolitischen Diskussionen begleiten wir aktiv.

Im Zuge der kürzlich verabschiedeten überarbeiteten Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung ist bis Ende 2023 die Umsetzung zahlreicher Initiativen geplant. In der H2-Importstrategie muss erreicht werden, dass nicht nur außereuropäische Partnerschaften, sondern auch leicht zu erschließende europäische Importquellen in den Blick genommen werden. Im H2-Kernnetz gilt es, möglichst alle relevanten Anbindungs- und Versorgungsleitungen zu realisieren und etwaige Ausfallrisiken staatlich zu besichern. Diese Absicherung kann entweder auf der Seite der Wasserstoffnetzbetreiber oder der H2-Abnehmer stattfinden. Die Stahlindustrie steht hier in engem Austausch mit den zuständigen Akteuren.

Die EU und die USA verhandeln seit November 2021 über ein sektorspezifisches Handelsabkommen zu Stahl und Aluminium. Die USA fordern ein neues, CO 2 -basiertes Zollregime, das die Märkte der Vertragspartner vor Überkapazitäten aus Drittstaaten schützt. Die EU zweifelt an der Wirkung von Zöllen und hält die gegenwärtigen Handelsschutzinstrumente in Verbindung mit dem neuen CO 2 -Grenzausgleichsmechanismus für ausreichend. Sollte keine tragbare Lösung für die Industrie gefunden werden, werden US-Zölle fällig, während Schutzmaßnahmen der EU voraussichtlich 2024 auslaufen. Dadurch verteuern sich Exporte zulasten der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Die EU-Stahlindustrie ist hierüber im engen Austausch mit den politischen Entscheidern.

Zudem gilt, dass Unternehmen nur dann energie- und CO 2 -bezogene EU-Beihilfen erhalten, wenn sie tatsächlich in Energieeffizienz- und/oder Klimaschutzmaßnahmen investieren; alle Maßnahmen müssen von einer externen prüfungsbefugten Stelle bestätigt werden. Für uns bedeutet das, dass wir unsere Prozesse im betrieblichen Energiemanagementsystem anpassen müssen. Bei der Umsetzung lassen wir uns extern beraten und sind im engen Austausch mit dem zuständigen Zertifizierer. Werden unsere Maßnahmen in der behördlichen Verwaltungspraxis und/oder vom Zertifizierer nicht anerkannt, droht der Verlust bereits erhaltener Beihilfen.

Marine Systems - Bei der Begrenzung technischer und terminlicher Risiken in Bestandsaufträgen stand im Berichtsjahr die Erweiterung der Basis möglicher Unterlieferanten im Mittelpunkt. Für die im Geschäftsmodell von Marine Systems als notwendig definierte Entwicklung neuer Systeme und Komponenten werden eigene Mitigationsmaßnahmen und ein strukturiertes Lieferantenmanagement kombiniert.

Im Exportgeschäft von Marine Systems entstehen wegen möglicher politischer Entwicklungen in Kundenländern oder benachbarten Regionen Risiken in Form entzogener oder nicht erreichbarer Exportgenehmigungen. Die bereits im Vorjahr berichtete Verzögerung bei der Erteilung einer Exportgenehmigung für ein Bestandsprojekt dauert an, Marine Systems hat jedoch weiterhin keine Anhaltspunkte dafür, dass die Bundesregierung diese Genehmigung dauerhaft oder generell versagt.

Die Knappheit von Rohstoffen und Komponenten sowie Störungen in den Lieferketten sind inzwischen Alltag in einer insgesamt veränderten Marktumgebung, die Marine Systems und seine Wettbewerber gleichermaßen dazu zwingt, sich auf veränderte Preis- und Terminvoraussetzungen für die Versorgung mit Zulieferungen einzustellen. Die Auswirkungen dieser Risiken sind im Rahmen des langfristig angelegten Projektgeschäfts von Marine Systems weiterhin beherrschbar.

Im Exportgeschäft verlangen Aufträge mit relevanten Wertschöpfungsanteilen im Kundenland oder in anderen Nicht-Euro-Währungsräumen wegen der zum Teil weiterhin erhöhten Marktvolatilität eine sorgfältige Beobachtung von und Reaktion auf wechselkurs- und inflationsbedingte Risiken.

Marine Systems konnte sich in den schwieriger werdenden Märkten für Fachkräfte bisher gut behaupten. Trotz des intensivierten Recruitings wird das Risiko einer zeitgerechten Versorgung mit dem benötigten Personal aufmerksam verfolgt. Signifikante Störungen durch fehlendes Know-how oder Fachpersonal sind bisher erfolgreich abgewehrt worden.

Weitere Diversifizierung bei Lieferanten und Vertriebswegen von Automotive Technology

Eine breite Kundenbasis und eine hohe Diversifizierung federn Nachfragerisiken ab.

Erdgas-Mindestbezug bei Steel Europe zum Aufrechterhalten der Produktion notwendig

Übernahmerechtliche Angaben

In diesem Kapitel sind die nach §§ 289a und 315a HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2023 dargestellt. Tatbestände der §§ 289a und 315a HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.593.681.256,96 € und ist in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.

10 % der Stimmrechte überschreitende direkte Kapitalbeteiligungen

Zum 30. September 2023 bestand laut einer freiwilligen Information vom September 2023 eine direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, an der thyssenkrupp AG in Höhe von rund 21 % der Stimmrechtsanteile.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Zuletzt hat die Hauptversammlung die Satzung in § 17 erweitert und beschlossen, den Vorstand zu ermächtigen, vorzusehen, dass Hauptversammlungen, die innerhalb von zwei Jahren nach Satzungsänderung stattfinden, als virtuelle Hauptversammlung abzuhalten.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Mit Beschluss der Hauptversammlung der thyssenkrupp AG vom 4. Februar 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 3. Februar 2027

das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 300 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 117.187.500 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch - mit Zustimmung des Aufsichtsrats - ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen und in definierten Grenzen auszuschließen, unter anderem bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen und bei Barkapitalerhöhungen, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien nicht wesentlich unterschreitet.

Der anteilige Betrag der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegebenen Aktien darf insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten. Auf diese Grenze wird angerechnet, wenn (i) unter Ausschluss des Bezugsrechts während der Laufzeit dieser Ermächtigung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien Gebrauch gemacht wird oder (ii) Aktien zur Bedienung von aus anderen Ermächtigungen begebenen Rechten, die zum Bezug von Aktien berechtigen oder verpflichten, ausgegeben werden oder auszugeben sind.

mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und bei Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen deren Inhabern oder Gläubigern Options- oder Wandlungsrechte bzw. Options- oder Wandlungspflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der thyssenkrupp AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzulegen. Die Ausgabe kann gegen Bar- oder Sachleistungen erfolgen. Der Vorstand ist - mit Zustimmung des Aufsichtsrats - ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen und in definierten Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, unter anderem bei Ausgabe gegen Sacheinlagen und bei Barzahlung, wenn der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen den ermittelten theoretischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet.

Der anteilige Betrag der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre aufgrund der Options- oder Wandlungsrechte bzw. Options- oder Wandlungspflichten auszugebenden Aktien darf insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten. Auf diese Grenze wird angerechnet, wenn (i) unter Ausschluss des Bezugsrechts während der Laufzeit dieser Ermächtigung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien Gebrauch gemacht wird oder (ii) Aktien zur Bedienung von aus anderen Ermächtigungen begebenen Rechten, die zum Bezug von Aktien berechtigen oder verpflichten, ausgegeben werden oder auszugeben sind.

Darüber hinaus wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 250 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs- und/oder Optionsrechten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der thyssenkrupp AG zu gewähren, an die Inhaber oder Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten, Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente, die bis zum 3. Februar 2027 von der thyssenkrupp AG oder einem Konzernunternehmen ausgegeben werden.

zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder, falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Der Vorstand wurde ermächtigt, bei dem Erwerb eigener Aktien das Andienungsrecht und bei der Verwendung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Beschlussfassung umfasst auch die Ermächtigung zum Einsatz von Derivaten (Put-Optionen, Call-Optionen, Terminkäufe oder deren Kombination) im Rahmen des Erwerbs eigener Aktien sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts. Als Verwendung eigener Aktien ist der Vorstand beispielsweise ermächtigt, diese mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barleistung zu veräußern, wenn der Veräußerungspreis den Börsenpreis von Aktien der zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet und deren rechnerischer Anteil am Grundkapital insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreitet.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen

Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:

Die Gesellschaft hat fest zugesagte, bilateral vereinbarte Kreditlinien in Höhe von 1,5 Mrd €. Die Banken haben unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, ihre Kreditlinie sowie die darunter ausstehenden Kredite zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50 % der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten.

Die Gesellschaft hat Anleihen und Privatplatzierungen im Nominalwert von insgesamt 2,2 Mrd € ausstehen. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50 % des Grundkapitals bzw. mehr als 50 % der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen.

In den Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg sind Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung des Anstellungsvertrags durch das Vorstandsmitglied infolge eines Kontrollwechsels vereinbart worden (sog. Change-of-Control-Regelung). Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) erworben hat, (ii) mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Unternehmensvertrag nach § 291 AktG geschlossen wurde oder (iii) die Gesellschaft gemäß § 2 Umwandlungsgesetz (UmwG) mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Wertes der Gesellschaft. Im Falle eines Kontrollwechsels haben Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg das Recht, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten ab dem Kontrollwechsel mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende ihr Amt als Mitglied des Vorstands aus wichtigem Grund niederzulegen und ihren Dienstvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht). Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts durch die Vorstandsmitglieder haben diese Anspruch auf eine Abfindung in Höhe des Jahresfestgehalts und der voraussichtlichen STI-Leistungen für die Restlaufzeit des Vorstandsdienstvertrags, jedoch begrenzt auf maximal zwei Jahresvergütungen, bestehend aus Festgehalt und STI. Das Sonderkündigungsrecht und der Anspruch auf Abfindung bestehen nicht, wenn es sich um einen Kontrollwechsel durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung handelt. Die vorgenannte Change-of-Control-Regelung ist für Oliver Burkhard ab Beginn der neuen Bestellperiode zum 1. Oktober 2023 ersatzlos entfallen.

Erklärung zur Unternehmensführung

Corporate Governance steht bei thyssenkrupp für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -überwachung. Gute Corporate Governance umfasst sämtliche Bereiche des thyssenkrupp Konzerns . Dabei werden sowohl nationale Regelungen wie die Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" eingehalten als auch weitere gängige Standards mitberücksichtigt. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289 f Abs. 1 Satz 2 und 315 d HGB ist das zentrale Instrument der Corporate-Governance-Berichterstattung. Vorstand und Aufsichtsrat geben die Erklärung zur Unternehmensführung gemeinsam ab und sind jeweils für die sie betreffenden Berichtsteile zuständig.

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben gemäß § 161 Abs. 1 AktG folgende Erklärung abgegeben, die am 1. Oktober 2023 auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht wurde:

Erklärung des Vorstands und Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG

1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 27. Juni 2022 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 28. April 2022 ("Kodex") und wird diesen auch künftig entsprechen.

2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 1. Oktober 2022 sämtlichen Empfehlungen des Kodex entsprochen.

 

Duisburg/Essen, 1. Oktober 2023

Für den Aufsichtsrat Russwurm

Für den Vorstand López

Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind auf unserer Website dauerhaft zugänglich.

Unsere börsennotierten Tochterunternehmen thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA (nucera) und Eisen- und Hüttenwerke AG (EHW AG) entsprechen ebenfalls dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Die Entsprechenserklärung der thyssenkrupp nucera wurde im September abgegeben, die der EHW AG am 1. Oktober 2023. Einzelne Abweichungen, die sich auf den Börsengang bzw. die Besonderheiten der Einbindung in den Konzern beziehen, sind in den Entsprechenserklärungen dargelegt und begründet. Diese sind auf der jeweiligen Website der Tochterunternehmen veröffentlicht.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance

Vergütungssystem und Bezüge der Vorstandsmitglieder

Das geltende Vorstandsvergütungssystem, das die Hauptversammlung am 5. Februar 2021 mit einer Mehrheit von 96,70 % des vertretenen Grundkapitals gebilligt hat, sowie die Vergütungsberichte der letzten Geschäftsjahre einschließlich des jeweils zugehörigen Vermerks des Abschlussprüfers und der letzten Beschlüsse der Hauptversammlung zum Vergütungssystem und zum Vergütungsbericht sind auf unserer Website verfügbar. Den Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 finden Sie zudem im gleichnamigen Kapitel des vorliegenden Geschäftsberichts.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management> Corporate Governance > Vergütungsbericht

Wesentliche Unternehmensführungsgrundsätze und -praktiken

thyssenkrupp Verhaltenskodex

Während das Leitbild des Konzerns Auskunft über unsere Ziele und Ansprüche gibt, enthält der thyssenkrupp Verhaltenskodex die konkreten Prinzipien und Grundregeln unseres Handelns sowie unseres Verhaltens gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit. Er bietet Mitarbeitern, Führungskräften und Vorstand gleichermaßen einen Orientierungsrahmen zu Themen wie Anforderungen bezüglich der Einhaltung von Recht und Gesetz, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung, Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Umwelt- und Klimaschutz sowie Datenschutz und Informationssicherheit. Anforderungen an Lieferanten sind im thyssenkrupp Verhaltenskodex für Lieferanten festgehalten. Zudem hat thyssenkrupp den Global Compact der Vereinten Nationen, die Verhaltensrichtlinie des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) und die Charta der Vielfalt unterzeichnet.

All diese Grundsätze werden mithilfe der bestehenden Programme und Managementsysteme sowie der Indirekt Finanziellen Ziele umgesetzt. thyssenkrupp verfolgt zudem die Strategie, in den einzelnen Unternehmensbereichen nachhaltig und verantwortungsvoll zu wirtschaften. Über unsere umfassende Nachhaltigkeitsagenda informieren wir ausführlich im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung, die in den Geschäftsbericht integriert ist (Kapitel "Grundlagen des Konzerns" im Abschnitt "Ziele" und Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben") sowie auf unserer Website.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie & -ziele

Integrierter Governance-, Risiko- und Compliance Ansatz

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Risiken ist Teil der Corporate Governance von thyssenkrupp, denn für eine professionelle Unternehmensführung ist ein kontinuierliches und systematisches Management der unternehmerischen Risiken, aber auch der Chancen, von grundlegender Bedeutung. Dem konzernweiten Risikomanagement liegt ein integriertes Governance-, Risiko- und Comliance-Modell (GRC-Modell) zugrunde, das in der für alle Unternehmen des thyssenkrupp-Konzerns gültigen GRC-Policy verankert ist.

Der organisatorische Rahmen des integrierten GRC-Modells ist bei thyssenkrupp das Three-Lines-Modell (Modell der 3 Linien). Es veranschaulicht, auf welcher Ebene (Linie) welche Verantwortlichkeiten für das Risikomanagement im weiteren Sinne im Konzern liegen. Es hilft Organisationen, Strukturen und Prozesse zu identifizieren, die eine starke Governance und ein starkes Risikomanagement ermöglichen.

Die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems orientiert sich an internationalen Standards.

MODELL DER 3 LINIEN

In der ersten Linie (First Line) werden die Tätigkeiten (einschließlich des Managements von Risiken) und der Einsatz von Ressourcen unter Berücksichtigung externer und interner Vorgaben geleitet und gelenkt, dorthin wo sie erforderlich sind. Risiken sollen dort verhindert bzw. erfasst und reduziert werden, wo sie entstehen können, d.h. auf operativer Ebene in den Geschäften.

Dies geschieht, indem die Risiko- und Kontrollverantwortlichen vor Ort konkrete Maßnahmen des Risikomanagements und der Compliance ergreifen und die Vorgaben des internen Kontrollsystems umsetzen. Alle Mitarbeiter in der First Line sind dazu aufgefordert, bewusst und eigenverantwortlich mit Risiken im Rahmen ihrer Kompetenzen und unter Einhaltung der Gesetze und der von thyssenkrupp vorgegebenen internen verbindlichen Regelungen umzugehen und somit Risiken angemessen zu steuern. Über die Leitungsebene der Segmente erfolgt ein ständiger Dialog mit dem Vorstand der thyssenkrupp AG über geplante, tatsächliche und erwartete Ergebnisse im Zusammenhang mit den Zielen der Organisation sowie über Risiken.

Die zweite Linie (Second Line) gestaltet die konkrete Governance für den thyssenkrupp Konzern und legt entsprechende Mindestvorgaben für Systeme und Prozesse zur Anwendung in der First Line fest.

Sie setzt den Rahmen für die Zusammenarbeit bei thyssenkrupp und formuliert konzernweit gültige Vorgaben für die Ausgestaltung des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Compliance, etwa durch verbindliche interne Regelwerke. Die spezifische Ausgestaltung der Governance erfolgt risikoorientiert und liegt im Ermessen des Vorstands. Die Verantwortung des Managements für das Erreichen der Organisationsziele umfasst sowohl Rollen der ersten als auch der zweiten Linie.

Durch eine enge Verzahnung von internem Kontrollsystem, Risikomanagementsystem und Compliance soll ein möglichst hoher Wirkungsgrad im Hinblick auf die Vermeidung und das Management von Risiken gewährleistet werden.

Wesentliche Merkmale unseres Risikomanagement- und internen Kontrollsystems können Sie dem Kapitel "Chancen- und Risikobericht" entnehmen.

Compliance als Gesamtheit der konzernweiten Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und verbindlichen internen Regelwerken ist bei thyssenkrupp eine wichtige Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Eine besondere Verantwortung übernehmen unsere Führungskräfte, die eine unternehmerische Compliance-Verantwortung tragen. Der Beschluss des Vorstands zur unternehmerischen Compliance-Verantwortung (zuletzt aktualisiert am 11. Juli 2023) umfasst, dass alle Führungskräfte bei thyssenkrupp die Pflicht und die Verantwortung haben, in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich für die Einhaltung von Recht und Gesetz sowie der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und auf die Sicherstellung von Compliance hinzuwirken (Vorbildfunktion, Compliance als wesentliche Leitungsaufgabe). Aufgedeckte Verstöße gegen Gesetze oder interne verbindliche Regelungen, insbesondere in Bezug auf unsere Compliance-Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht, werden umgehend abgestellt. Um gleichartige zukünftige Verstöße zu vermeiden, werden unverzüglich geeignete risikominimierende Abhilfemaßnahmen angewendet. Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die Betroffenen werden, sofern erforderlich, konsequent Sanktionen verhängt. Gleichzeitig bringt das Compliance-Commitment aber auch unsere positive Grundhaltung zu Compliance zum Ausdruck: Wir halten uns aus Überzeugung an die Regeln.

Der Group General Counsel und zugleich Chief Compliance Officer, der das Compliance-Programm verantwortet, berichtet an den Vorstandsvorsitzenden (CEO) der thyssenkrupp AG.

Mehr über Compliance bei thyssenkrupp erfahren Sie im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Compliance".

Als dritte Linie (Third Line) überwacht die Konzernfunktion Internal Auditing durch unabhängige Prüfungen die Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit, Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Prozesse, der internen Kontrollen und des Risikomanagements. Sie unterstützt die Unternehmensleitung und das Management bei der Wahrnehmung ihrer Überwachungsfunktion und berichtet direkt und unabhängig an den Vorstand der thyssenkrupp AG sowie bei Bedarf an den Aufsichtsrat. Die Unabhängigkeit von Internal Auditing gewährleistet, dass sie in ihrer Planung und bei der Durchführung ihrer Arbeit frei von Behinderungen und Voreingenommenheit ist sowie ungehinderten Zugang zu den erforderlichen Personen, Ressourcen und Informationen hat. Die Leiterin der Funktion Internal Auditing berichtet halbjährlich bzw. bei Bedarf über die Revisionsfunktion im Prüfungsausschuss. Internal Auditing selbst wird alle fünf Jahre einer externen Qualitätsprüfung (Quality Assessment) unterzogen; das jüngste Quality Assessment wurde im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 / 2021 erfolgreich abgeschlossen.

Ergänzt wird das Modell der drei Linien in Bezug auf die Rechnungslegung durch die Tätigkeit des externen Abschlussprüfers.

Mit dem integrierten Governance-, Risiko- und Compliance-Ansatz hat der Vorstand einen Steuerungsrahmen für thyssenkrupp geschaffen und implementiert, der auf ein angemessenes und wirksames internes Kontroll- und Risikomanagement abzielt. Die im Rahmen dieses Ansatzes umgesetzten Maßnahmen zielen ebenfalls auf die Wirksamkeit und Angemessenheit des internen Kontroll- und Risikomanagements ab und werden beispielsweise im Chancen- und Risikobericht näher erläutert. Im Rahmen der Verankerung des Modells der drei Linien und der gesetzlichen Rahmenbedingungen finden zugleich unabhängige Überwachungen und Prüfungen statt, insbesondere durch die Prüfungen der Funktion Internal Auditing und deren Berichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats sowie durch sonstige externe Prüfungen. 1)

Aus der Befassung mit dem internen Kontroll- und Risikomanagement sowie der Berichterstattung der Funktion Internal Auditing sind dem Vorstand keine Umstände bekannt, die gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme sprechen. 1)

Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise ihrer Ausschüsse

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand leitet das Unternehmen innerhalb der von ihm beschlossenen Organisationsstruktur in eigener Verantwortung im Unternehmensinteresse, d.h. unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, der Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Gruppen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der verbindlichen unternehmensinternen Regelwerke und wirkt darauf hin, dass die Unternehmen im thyssenkrupp Konzern sie beachten. Wesentliche Geschäftsvorgänge bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats; sie sind in § 7 Abs. 1 der Satzung und Anlage 2 der Geschäftsordnung für den Vorstand aufgelistet.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG muss aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen. Als Altersgrenze für die Vorstandsmitglieder wurde das Erreichen der für das jeweilige Vorstandsmitglied einschlägigen Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (oder ersatzweise in einer auf das Vorstandsmitglied anwendbaren berufsständischen Versorgungsordnung) festgelegt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung; sie entscheiden über wesentliche Leitungsmaßnahmen wie die Unternehmensstrategie und die Unternehmensplanung. Dem Vorstandsvorsitzenden obliegt die Koordination aller Ressorts des Vorstands und die Federführung in der Kommunikation mit dem Aufsichtsrat; zudem repräsentiert er den Vorstand. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Vorstands und ihre Aufgabenbereiche (Ressorts) finden sich auf der Website des Unternehmens. Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Er wird regelmäßig von den CEOs der Segmente, den Leitern der Konzernfunktionen und den Vertretern der Regionen beraten.

1) Bei den Angaben in diesem Absatz handelt es sich um sogenannte lageberichtsfremde Angaben im Sinne der Erläuterungen in den Vorbemerkungen zu diesem Lagebericht.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Vorstand

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestimmt die Anzahl der Mitglieder des Vorstands über die Mindestzahl hinaus, bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands und legt deren Ressorts fest. Er regelt auch die Vergütung der Vorstandsmitglieder. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung finden sich im Vergütungsbericht. Der Aufsichtsrat prüft den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss- und Konzernabschluss nebst dem zusammengefassten Lagebericht der thyssenkrupp AG, stellt den Jahresabschluss fest und billigt den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht. Er prüft den Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns und legt ihn zusammen mit dem Vorstand der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vor. Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung auf Basis der begründeten Empfehlung des Prüfungsausschusses den Abschlussprüfer zur Wahl vor. Nach entsprechender Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt der Prüfungsausschuss dem Abschlussprüfer den Prüfungsauftrag und überwacht die Abschlussprüfung einschließlich der Unabhängigkeit, Qualifikation, Rotation und Effizienz des Abschlussprüfers. Einzelheiten zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2022 / 2023 sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wird von der Hauptversammlung festgelegt. Sie wurde zuletzt von der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 mit einer Mehrheit von 99,71 % des vertretenen Kapitals ebenfalls gebilligt. Damit wurde das am 17. Januar 2014 von der Hauptversammlung beschlossene System ohne Veränderungen bestätigt. Die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung ist im Vergütungsbericht dargestellt.

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG ist gesetzlich vorgegeben und im Einzelnen in § 9 der Satzung geregelt. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz setzt er sich paritätisch aus zehn Vertretern der Aktionäre und zehn Vertretern der Arbeitnehmer zusammen. Der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung steht ein in der Satzung geregeltes Entsendungsrecht zu.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wird nach Maßgabe des § 27 Abs. 1 MitbestG aus der Mitte des Aufsichtsrats gewählt. Aufgabe des Aufsichtsratsvorsitzenden ist die Koordination der Arbeit des Aufsichtsrats und die Leitung der Aufsichtsratssitzungen. Erklärungen des Aufsichtsrats gegenüber der Öffentlichkeit werden vom Aufsichtsratsvorsitzenden abgegeben. Bei thyssenkrupp muss mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und ein weiteres Mitglied über Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats unterliegen einer gesetzlichen Verschwiegenheitsverpflichtung. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats und seiner sechs Ausschüsse finden sich auf der Website des Unternehmens.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance > Vergütungsbericht

→ www.thyssenkrupp.com >Unternehmen > Management > Aufsichtsrat

Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Ausschüsse gebildet. Diese sind bis auf den Nominierungsausschuss paritätisch zu besetzen. Dem nach § 27 Abs. 3 MitbestG zu bildenden Vermittlungsausschuss müssen der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein von den Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zu wählendes Mitglied angehören. Entsprechend der Empfehlung des DCGK ist der Vorsitz des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses nicht identisch besetzt.

Dem Präsidium und dem Personalausschuss gehören dieselben vier Mitglieder an, namentlich Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (jeweils Vorsitzender), Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Tekin Nasikkol. Der Personalausschuss befasst sich im Rahmen seiner Tätigkeit unter anderem mit der Nachfolgeplanung, die auch vom Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Vorstand behandelt wird. Auf diese Weise sorgt der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Vermittlungsausschuss besteht aus vier Mitgliedern (Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Tekin Nasikkol). Dem Prüfungsausschuss gehören sechs Mitglieder an (Dr. Verena Volpert [Vorsitzende], Dr. Wolfgang Colberg, Dr. Bernhard Günther, Tanja Jacquemin, Tekin Nasikkol und Ulrich Wilsberg), dem Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss acht Mitglieder (Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Stefan E. Buchner, Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Daniela Jansen, Jürgen Kerner, Thorsten Koch, Dr. Ingo Luge und Tekin Nasikkol). Der Nominierungsausschuss besteht aus bis zu fünf Aktionärsvertretern (Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Birgit A. Behrendt, Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Dr. Bernhard Günther und Dr. Ingo Luge), die ausschließlich von den Aktionärsvertretern im Aufsichtsrat gewählt werden. Einzelheiten zu den Aufgaben finden sich in den vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnungen für die Ausschüsse. Diese sowie die aktuellen Mitglieder sind auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht.

Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Sitzungen der Ausschüsse und deren Tätigkeiten. Diese umfassen überwiegend die Vorbereitung bestimmter Themen für die Behandlung und Beschlussfassung im Gesamtaufsichtsrat, soweit der Aufsichtsrat den Ausschüssen die Aufgaben nicht abschließend übertragen hat. Vorbereitende und abschließende Aufgaben sind in den Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Einzelheiten zu den Tätigkeiten der Ausschüsse und deren Arbeitsweise im Berichtsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.

Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam er selbst als Gesamtgremium und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Gegenstand der Beurteilung sind neben den vom Aufsichtsrat festzulegenden qualitativen Kriterien insbesondere die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat und der Informationsfluss zwischen den Ausschüssen und dem Plenum sowie die rechtzeitige und inhaltlich ausreichende Informationsversorgung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Die jüngste Selbstbeurteilung hat 2020 stattgefunden; noch in 2023 wird eine weitere Selbstbeurteilung durchgeführt und von externer, unabhängiger Seite begleitet.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Aufsichtsrat > Ausschüsse des Aufsichtsrats

Vermeidung von Interessenkonflikten

Zwischen den Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtsjahr keine Berater- oder sonstigen Dienstleistungs- und Werkverträge. Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen wären, gab es nicht. Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, die von den Vorstands- und den Aufsichtsratsmitgliedern wahrgenommen werden, sind in den gleichnamigen Kapiteln unter "Weitere Informationen" aufgeführt. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang zum Abschluss des thyssenkrupp-Konzerns unter Nr. 23 dargestellt.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zu ihnen in enger Beziehung stehende Personen sind verpflichtet, Geschäfte in Aktien und Schuldtiteln der thyssenkrupp AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres die Summe von 20.000 € erreicht oder übersteigt. Die im Geschäftsjahr 2022 / 2023 gemeldeten bisher getätigten Geschäfte wurden auf der Website veröffentlicht und sind dort einsehbar. Der Gesamtbesitz der von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern gehaltenen Aktien der thyssenkrupp AG betrug zum 30. September 2023 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre der thyssenkrupp AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr. Der Vorstand ist gemäß § 17 Abs. 6 der Satzung ermächtigt, vorzusehen, dass Hauptversammlungen, die innerhalb von zwei Jahren nach Satzungsänderung stattfinden, ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten am Ort der Hauptversammlung abgehalten werden (virtuelle Hauptversammlung).

In der ordentlichen Hauptversammlung beschließen die Aktionäre regelmäßig über die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Wahl des Abschlussprüfers sowie über die Billigung des Vergütungsberichts. Grundsätzlich können Aktionäre ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung entweder selbst oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben. Ferner haben sie die Möglichkeit, ihre Stimmen online im Internet oder per elektronischer Briefwahl abzugeben. Auf der Website der Gesellschaft kann jedermann die Hauptversammlung - auch und insbesondere im Falle einer Präsenz-Hauptversammlung - in voller Länge live verfolgen. Dort stehen den Aktionären frühzeitig auch alle rechtlich erforderlichen Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung. Auf der Website haben Aktionäre darüber hinaus auch unterjährig Zugang zu einer Vielzahl von Informationen über ihr Unternehmen.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats führt einmal im Jahr in einem strukturierten Governance-Dialog Gespräche mit institutionellen Investoren über Themen, die den Aufsichtsrat und dessen Arbeit betreffen. Die Präsentation, die für diesen Zweck erstellt wird, kann als ein Element der vielfältigen Informationen über Nachhaltigkeitsaspekte (Environment = Umwelt, Social = Soziales und Goverance = Unternehmensführung, zusammen: ESG-Informationen) für den Kapitalmarkt ebenfalls auf der Website heruntergeladen werden. Darüber hinaus steht der Vorsitzende des Aufsichtsrats Investoren fallweise oder bei besonderem Anlass für Gespräche zur Verfügung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden zum Beispiel Gespräche mit Investoren über den Vorstandsvorsitz der Gesellschaft geführt.

Angesichts der zum Zeitpunkt der Beschlussfassung unsicheren Lage der Corona-Pandemie, den damit verbundenen Unwägbarkeiten bei der Planung von Großveranstaltungen und zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch für die Hauptversammlung 2023 gemäß § 118a Abs. 1 Satz 1 AktG in Verbindung mit § 26 n Abs. 1 EGAktG entschieden, sie ohne physische Präsenz der Aktionäre und ihrer Bevollmächtigten abzuhalten. Diese konnten ihre Rechte wie bisher schriftlich über das InvestorPortal auf der Website von thyssenkrupp ausüben. Die Hauptversammlung wurde in voller Länge auf der Website der Gesellschaft bzw. parallel im InvestorPortal übertragen. Dort standen den Aktionären frühzeitig alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung. Das Rede- und Auskunftsrecht konnten die Aktionäre erstmals per Video-Kommunikation in der Hauptversammlung ausüben. Damit wurde die virtuelle Hauptversammlung inhaltlich und bezüglich der Wahrung der Rechte der Aktionäre weitestgehend an das Format der Präsenz-Hauptversammlung angeglichen. Außerdem hatten Aktionäre wieder die Möglichkeit, Stellungnahmen als Textbeiträge einzureichen, die im Vorfeld der Hauptversammlung ebenfalls auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht wurden.

→ www.thyssenkrupp.com > Investoren > Hauptversammlung

→ www.thyssenkrupp.com > Investoren > esg-informationen-fuer-den-kapitalmarkt

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

thyssenkrupp stellt den Abschluss des thyssenkrupp-Konzerns und die Zwischenberichte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der für die Dividendenzahlung maßgebliche Einzelabschluss der thyssenkrupp AG wird hingegen nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt.

Der Abschlussprüfer wird entsprechend den gesetzlichen Regeln von der Hauptversammlung für jeweils ein Geschäftsjahr gewählt. In der Hauptversammlung am 3. Februar 2023 wählte die Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats die KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG), Düsseldorf, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 / 2023, zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenberichten für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 sowie zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenberichten für das Geschäftsjahr 2023 / 2024, die vor der ordentlichen Hauptversammlung 2024 erstellt werden.

Die Bestellung erfolgte 2022 nach externer Ausschreibung. Die unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer für den Einzelabschluss der thyssenkrupp AG und den Abschluss des thyssenkrupp Konzerns zum 30. September 2023 sind Marc Ufer als Linksunterzeichner sowie Dr. Markus Zeimes als verantwortlicher Wirtschaftsprüfer und Rechtsunterzeichner. Die gesetzlichen Vorgaben und Rotationsverpflichtungen werden erfüllt.

KPMG ist seit dem Geschäftsjahr 2022 / 2023 Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG.

Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen

Für den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzen muss. Die gesetzlich vorgegebene und die vom Aufsichtsrat festgelegte Mindesthöhe des Frauenanteils von 30 % ist seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 überschritten worden. Zum 30. September 2023 gehörten dem Aufsichtsrat auf Anteilseignerseite und auf Arbeitnehmerseite jeweils vier weibliche Mitglieder an; daraus ergibt sich ein Frauenanteil von 40 %.

Für den Frauenanteil im Vorstand der thyssenkrupp AG hat der Aufsichtsrat im Mai 2022 eine Zielgröße von 33 % (eine Person) und eine Zielerreichungsfrist bis zum 30. Juni 2027 beschlossen.

Die Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG hat der Vorstand im Juni 2022 für die erste Führungsebene mit 33 % (fünf Personen) und mit 30 % (vierzehn Personen) für die zweite Führungsebene und eine Zielerreichungsfrist bis jeweils zum 30. Juni 2027 festgelegt. Zudem haben weitere mitbestimmte Gesellschaften im Konzern Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, in der Geschäftsleitung und in deren beiden nachfolgenden Führungsebenen sowie eine Frist für die Erreichung dieser Ziele beschlossen und beides entsprechend den gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht.

KPMG ist Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG.

Diversitätskonzept im Hinblick auf die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG

Als börsennotierte Gesellschaft hält sich die thyssenkrupp AG an die Vorgaben zur Vielfalt in Vorstand und Aufsichtsrat wie insbesondere im Aktiengesetz, im DCGK und in den anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften dargelegt. Die dort beschriebenen unterschiedlichen Anforderungen an die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat sind auch im vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzept berücksichtigt. Das Konzept beinhaltet zudem die Ziele des Aufsichtsrats für dessen Zusammensetzung und das Kompetenzprofil des Gesamtaufsichtsrats. Hinsichtlich des Frauenanteils und der festgelegten Zielgröße wird auf den vorhergehenden Abschnitt verwiesen.

Vorstand

Das Diversitätskonzept ist auf eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt im Vorstand ausgerichtet. Die Bewertung, Auswahl und Ernennung von Bewerbern erfolgt nach den Regeln und allgemein anerkannten Grundsätzen der Nichtdiskriminierung. Bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand berücksichtigt der Aufsichtsrat darüber hinaus weitere Diversitätskriterien: die Persönlichkeit des Kandidaten, seine Sachkenntnis und Erfahrung, die Internationalität, den Bildungs- und Berufshintergrund sowie Alter und Geschlecht.

Die Gewichtung der Diversitätskriterien richtet sich nach dem im Einzelfall zu besetzenden Vorstandsressort und den Aufgaben. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats berücksichtigt die genannten Kriterien bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand. Das Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands ist im Berichtszeitraum erfüllt. Insbesondere verfügen die Vorstandsmitglieder über langjährige Erfahrung in den ihnen zugewiesenen Ressorts.

Aufsichtsrat

Das Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat soll sicherstellen, dass dessen Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können.

Für die Zielsetzung zum Frauenanteil im Aufsichtsrat befolgt die thyssenkrupp AG die gesetzlichen Vorgaben. Danach ist der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammenzusetzen. Daneben umfasst das Diversitätskonzept zwei weitere wesentliche Elemente: die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und das Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat. Beide enthalten bereits Anforderungen an das Diversitätskonzept des Aufsichtsrats, beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund.

Umgesetzt wird das Diversitätskonzept im Zuge der Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern erfüllen; sie sollen die selbstgesetzten Ziele berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Dies gilt auch für die Nachbestellung von Kandidaten in den Aufsichtsrat. Der Nominierungsausschuss berücksichtigt bei seiner Suche nach Kandidaten für den Aufsichtsrat auf Seiten der Aktionärsvertreter das Diversitätskonzept.

Nach dem DCGK ist der Aufsichtsrat so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können. Die vom Aufsichtsrat entsprechend den Anforderungen des DCGK beschlossenen Ziele hinsichtlich seiner Zusammensetzung sowie das Kompetenzprofil sind wie folgt:

ausreichende Besetzung des Aufsichtsrats mit Mitgliedern mit besonderen internationalen Erfahrungen, insbesondere in den Expansionsmärkten;

industrielle Kompetenz / Sektorenkenntnis in Geschäftsfeldern von thyssenkrupp in globaler Perspektive, Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie und Management von Beteiligungsunternehmen (Portfoliomanagement) in globaler Perspektive, Personalführung, Personalentwicklung, Personalarbeit (Human Resources), Digitalisierung und IT, Nachhaltigkeit, Finanzierung und Kapitalmarkt, Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Recht, Compliance und Corporate Governance;

Vermeidung wesentlicher und nicht nur vorübergehender (bereits bestehender oder künftig zu erwartender) Interessenkonflikte und angemessener Umgang mit sonstigen Interessenkonflikten;

maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder von drei Amtsperioden sowie eine Amtszeitaltersgrenze von 75 Jahren (d.h. Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat mit Ablauf der Hauptversammlung nach Vollendung des 75. Lebensjahres des Aufsichtsratsmitglieds);

mindestens sechs Anteilseignervertreter sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;

folgende Kriterien zur Beurteilung der Unabhängigkeit der Anteilseignervertreter wurden festgelegt:

keine persönliche oder geschäftliche Beziehung zur thyssenkrupp AG oder deren Vorstand, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann;

das Aufsichtsratsmitglied selbst oder ein naher Familienangehöriger des Aufsichtsratsmitglieds war in den zwei Jahren vor Ernennung kein Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG, unterhält aktuell oder in dem Jahr bis zur Ernennung weder direkt oder als Gesellschafter noch in verantwortlicher Funktion eines konzernfremden Unternehmens eine wesentliche geschäftliche Beziehung mit der thyssenkrupp AG oder einem von dieser abhängigen Unternehmen (z.B. als Kunde, Lieferant, Kreditgeber oder Berater) oder hat eine solche unterhalten, ist kein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds und gehört dem Aufsichtsrat nicht mehr als zwölf Jahre an;

keine Wahrnehmung einer Organfunktion oder von Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der thyssenkrupp AG und ihrer Konzernunternehmen und keine persönliche Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber;

dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder angehören;

die Vorsitzenden des Aufsichtsrats, des Prüfungs- und des Personalausschusses sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;

die maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder soll nicht mehr als zwölf Jahre betragen (bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Entlastung für das elfte Amtsjahr des Aufsichtsratsmitglieds regulär entscheidet);

der Aufsichtsrat setzt sich zu jeweils mindestens 30 % aus Frauen und Männern zusammen.

Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den Zielsetzungen und dem Kompetenzprofil. Die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung werden in den Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigt, gleichzeitig wird die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium angestrebt, zuletzt bei der Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm, Birgit A. Behrendt, Dr. Patrick Berard, Dr. Wolfgang Colberg, Angelika Gifford, Dr. Bernhard Günther und Dr. Ingo Luge in der Hauptversammlung 2023. Nach Auffassung des Aufsichtsrats verfügt er in seiner derzeitigen Zusammensetzung über die im Kompetenzprofil enthaltenen fachlichen und persönlichen Qualifikationen:

STAND DER UMSETZUNG DES KOMPETENZPROFILS - ANTEILSEIGNERVERTRETER

Russwurm Behrendt Berard Buchner
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2019 2020 2023 2021
Diversität
Geburtsjahr 1963 1959 1953 1960
Geschlecht m w m m
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch französisch deutsch
Ausbildungshintergrund Ingenieur Betriebswirtin Wirtschaftswissenschaftler Wirtschaftsingenieur
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle 1) X X X X
Personal 2) / HR X - - -
Finanzierung und Kapitalmarkt - - - -
Nachhaltigkeit X X - X
Digitalisierung und IT X - X -
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - - -
Recht/Compliance/ Corporate Governance X X -
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X X - X
Material Services - X X -
Bearings / Forged Technologies X X - X
Automotive Technology X X - X
Marine Systems - - - -
Colberg Gather
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2018 2018
Diversität
Geburtsjahr 1959 1953
Geschlecht m w
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Betriebswirt/ Wirtschaftsinformatiker Mathematikerin/ Betriebswirtin
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle 1) X X
Personal 2) / HR X X
Finanzierung und Kapitalmarkt X -
Nachhaltigkeit - X
Digitalisierung und IT X X
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung X -
Recht/Compliance/ Corporate Governance - X
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X X
Material Services - -
Bearings / Forged Technologies X -
Automotive Technology X -
Marine Systems X -
Gifford Günther Luge Volpert
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2019 2020 2019 2020
Diversität
Geburtsjahr 1965 1967 1957 1960
Geschlecht w m m w
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Bankbetriebswirtin Diplom Volkswirt Jurist Betriebswirtin
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle 1) X X X -
Personal 2) / HR - X X -
Finanzierung und Kapitalmarkt X X - X
Nachhaltigkeit X X - X
Digitalisierung und IT X X - -
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - X X X
Recht/Compliance/ Corporate Governance X X X -
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe - X - -
Material Services X X X -
Bearings / Forged Technologies - - X -
Automotive Technology X - - -
Marine Systems - - - -

1) Unternehmensführung und -kontrolle umfasst die Bereiche Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie, Management von Beteiligungsunternehmen (Portfoliomanagement) sowie operative Exzellenz.
2) Personal / HR umfasst die Bereiche Personalführung, Personalentwicklung und Personalarbeit (Human Resources).

STAND DER UMSETZUNG DES KOMPETENZPROFILS - ARBEITNEHMERVERTRETER

Hass Jacquemin Jansen Julius
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2017 2016 2021 2022
Diversität
Geburtsjahr 1965 1972 1977 1968
Geschlecht m w w m
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Energieanlagenelektroniker Betriebswirtin Politikwissenschaftlerin Schlosser
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle 1) X - - -
Personal 2) / HR X - - -
Finanzierung und Kapitalmarkt - - X -
Nachhaltigkeit X X X -
Digitalisierung und IT X - - -
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - X - -
Recht/Compliance/ Corporate Governance X - - -
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X - X -
Material Services X - X -
Bearings / Forged Technologies X - X X
Automotive Technology X - X X
Marine Systems X - - -
Kerner Koch
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2020 2022
Diversität
Geburtsjahr 1969 1977
Geschlecht m m
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Informationselektroniker Werkzeugmechaniker
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle 1) X X
Personal 2) / HR X X
Finanzierung und Kapitalmarkt X -
Nachhaltigkeit X -
Digitalisierung und IT - -
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - -
Recht/Compliance/ Corporate Governance - -
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X -
Material Services - -
Bearings / Forged Technologies - -
Automotive Technology - X
Marine Systems - -
Krawinkel Nasikkol Wilsberg Zeidler
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2023 2020 2023 2023
Diversität
Geburtsjahr 1987 1968 1964 1968
Geschlecht w m m w
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Juristin Betriebswirt Kaufmann im Groß- und Außenhandel technische Zeichnerin Fachrichtung Maschinenbau
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle 1) X X - -
Personal 2) / HR X X X X
Finanzierung und Kapitalmarkt - X - -
Nachhaltigkeit X - - -
Digitalisierung und IT - - - X
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - - - -
Recht/Compliance/ Corporate Governance X X - X
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe - X - X
Material Services - - X -
Bearings / Forged Technologies - - - -
Automotive Technology - - - -
Marine Systems - - - -

1) Unternehmensführung und -kontrolle umfasst die Bereiche Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie, Management von Beteiligungsunternehmen (Portfoliomanagement) sowie operative Exzellenz.
2) Personal/HR umfasst die Bereiche Personalführung, Personalentwicklung und Personalarbeit (Human Resources).

Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat werden die festgelegten Unabhängigkeitskriterien von sämtlichen Anteilseignervertretern erfüllt, namentlich Birgit A. Behrendt, Dr. Patrick Berard, Stefan Erwin Buchner, Dr. Wolfgang Colberg, Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Angelika Gifford, Dr. Bernhard Günther, Dr. Ingo Luge, Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm und Dr. Verena Volpert.

Aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit in Leitungsfunktionen im Finanzbereich börsennotierter Aktiengesellschaften und Aufsichtsratsfunktionen von Kapitalgesellschaften sowie ihrer Tätigkeit als Steuerberaterin ist insbesondere Dr. Verena Volpert (Vorsitzende des Prüfungsausschusses) mit Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung anzusehen. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als CFO und Finanzvorstand börsennotierter Unternehmen ist insbesondere Dr. Bernhard Günther als Mitglied des Prüfungsausschusses mit Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung anzusehen. Der Sachverstand bezieht sich jeweils auch auf die in diesen Lagebericht integrierte nichtfinanzielle Erklärung und deren Prüfung. Die Aufsichtsratsmitglieder sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem thyssenkrupp tätig ist, vertraut.

Konzernabschluss

thyssenkrupp Konzern - Bilanz

AKTIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.9.2022 30.9.2023
Immaterielle Vermögenswerte 04 1.872 1.828
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 05 6.748 4.954
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 06 642 382
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 863 980
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 12 304 634
Aktive latente Steuern 31 732 495
Langfristige Vermögenswerte 11.161 9.272
Vorräte 08 8.889 7.553
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 09 5.298 4.765
Vertragsvermögenswerte 10 1.895 1.758
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 701 568
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 12 1.745 1.867
Laufende Ertragsteueransprüche 159 168
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 34 7.638 7.339
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 03 8 0
Kurzfristige Vermögenswerte 26.331 24.019
Summe Vermögenswerte 37.492 33.291

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

PASSIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.9.2022 30.9.2023
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen 4.777 2.972
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 1.167 608
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 14.202 11.838
Nicht beherrschende Anteile 540 854
Eigenkapital 13 14.742 12.693
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 15 5.812 5.474
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 16 226 258
Sonstige Rückstellungen 16 431 407
Passive latente Steuern 31 53 16
Finanzschulden 17 2.786 1.313
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19 41 13
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 20 15 0
Langfristige Verbindlichkeiten 9.363 7.482
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 16 168 159
Sonstige Rückstellungen 16 1.268 1.112
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 150 144
Finanzschulden 17 1.195 1.712
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 18 4.807 4.270
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19 980 906
Vertragsverbindlichkeiten 10 3.098 3.255
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 20 1.722 1.558
Kurzfristige Verbindlichkeiten 13.387 13.117
Verbindlichkeiten 22.750 20.599
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 37.492 33.291

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Konzern -Gewinn- und Verlustrechnung

thyssenkrupp

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie
in €
Anhang-Nr. 2021/2022 2022/2023
Umsatzerlöse 24, 25 41.140 37.536
Umsatzkosten 04, 05 -35.479 -34.878
Bruttoergebnis vom Umsatz 5.660 2.658
Forschungs- und Entwicklungskosten -246 -239
Vertriebskosten -2.518 -2.417
Allgemeine Verwaltungskosten -1.537 -1.686
Sonstige Erträge 26 375 303
Sonstige Aufwendungen 27 -191 -88
Sonstige Gewinne und Verluste 28 230 12
Betriebliches Ergebnis 1.772 -1.457
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 06 -245 -38
Finanzierungserträge 1.291 896
Finanzierungsaufwendungen -1.431 -984
Finanzergebnis 29 -385 -126
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 1.387 -1.583
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 31 -175 -403
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 1.212 -1.986
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 03 9 0
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 1.220 -1.986
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 1.136 -2.072
Nicht beherrschende Anteile 85 86
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 1.220 -1.986
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 32
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 1,81 -3,33
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 1,82 -3,33

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

thyssenkrupp

Mio € 2021/2022 2022/2023
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 1.220 -1.986
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden:
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 1.847 160
Steuereffekt 31 -60
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, insgesamt 1.878 100
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 0 13
Steuereffekt 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 0 13
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 11 2
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden 1.889 115
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden können:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 532 -350
Realisierte (Gewinne)/Verluste 14 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 545 -350
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 10 12
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0
Steuereffekt 0 -2
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 10 11
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Wertminderungen Finanzinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) -5 -84
Realisierte (Gewinne)/Verluste 59 -16
Steuereffekt -8 20
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 47 -80
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Cashflow-Hedges 1)
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 30 2
Realisierte (Gewinne)/Verluste 36 25
Steuereffekt -19 19
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 47 46
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 229 -208
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden können 1) 877 -582
Sonstiges Ergebnis 1) 2.766 -467
Gesamtergebnis 1) 3.986 -2.454
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 1) 3.852 -2.510
Nicht beherrschende Anteile 135 56
Der den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf:
Fortgeführte Aktivitäten 1) 3.843 -2.510
Nicht fortgeführte Aktivitäten 9 0

1) Der Vorjahresausweis wurde hinsichtlich der Darstellung des Basis Adjustments angepasst.

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

thyssenkrupp

Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Aktienanzahl im Umlauf Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen
Stand am 30.9.2021 622.531.741 1.594 6.664 1.771
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 1.136
Sonstiges Ergebnis 1) 1.880
Gesamtergebnis 1) 3.016
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen -9
Stand am 30.9.2022 622.531.741 1.594 6.664 4.777
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -2.072
Sonstiges Ergebnis 100
Gesamtergebnis -1.972
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -93
Kapitalerhöhung nucera 259
Anteilsveränderungen bei nucera (bereits konsolidierte Gesellschaft) 1
Stand am 30.9.2023 622.531.741 1.594 6.664 2.972
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente
Stand am 30.9.2021 19 10
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 1) 505 5
Gesamtergebnis 1) 505 5
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.9.2022 524 15
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis -312 6
Gesamtergebnis -312 6
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG
Kapitalerhöhung nucera
Anteilsveränderungen bei nucera (bereits konsolidierte Gesellschaft)
Stand am 30.9.2023 211 21
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Cashflow-Hedges
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente Wertminderungen Finanzinstrumente Designierte Risikokomponente Kosten der Absicherung
Stand am 30.9.2021 8 33 217 -37
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 1) 0 46 38 11
Gesamtergebnis 1) 0 46 38 11
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment -40
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.9.2022 7 79 215 -26
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 13 -79 60 -17
Gesamtergebnis 13 -79 60 -17
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment -21
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG
Kapitalerhöhung nucera
Anteilsveränderungen bei nucera (bereits konsolidierte Gesellschaft)
Stand am 30.9.2023 21 0 253 -43
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Anteil der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt Insgesamt
Stand am 30.9.2021 123 10.400
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 1.136
Sonstiges Ergebnis 1) 229 2.716
Gesamtergebnis 1) 229 3.852
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment -40
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0
Sonstige Veränderungen -9
Stand am 30.9.2022 352 14.202
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -2.072
Sonstiges Ergebnis -208 -438
Gesamtergebnis -208 -2.510
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment -21
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -93
Kapitalerhöhung nucera 259
Anteilsveränderungen bei nucera (bereits konsolidierte Gesellschaft) 1
Stand am 30.9.2023 144 11.838
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital
Stand am 30.9.2021 445 10.845
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 85 1.220
Sonstiges Ergebnis 1) 50 2.766
Gesamtergebnis 1) 135 3.986
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment -40
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -40 -40
Sonstige Veränderungen 0 -9
Stand am 30.9.2022 540 14.742
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 86 -1.986
Sonstiges Ergebnis -30 -467
Gesamtergebnis 56 -2.454
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment -21
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -51 -51
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -93
Kapitalerhöhung nucera 257 517
Anteilsveränderungen bei nucera (bereits konsolidierte Gesellschaft) 51 52
Stand am 30.9.2023 854 12.693

1) Der Ausweis wurde hinsichtlich der Darstellung des Basis Adjustments angepasst.

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Konzern-Kapitalflussrechnung

thyssenkrupp

Mio € 2021/2022 2022/2023
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 1.220 -1.986
Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -9 0
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) -184 146
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.421 3.121
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte -72 -90
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam 245 38
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte -243 -13
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte -1.570 1.191
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -767 270
- Vertragsvermögenswerte -330 54
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -268 -170
- Sonstige Rückstellungen -330 -127
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 408 -403
- Vertragsverbindlichkeiten 694 184
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit 403 -150
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 618 2.064
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Operating Cashflow 617 2.064
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte -7 -2
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -1 -3
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -1.247 -1.698
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) -49 -59
Einzahlungen aus Zuwendungen der öffentlichen Hand 0 154
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 0 1
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 855 -6
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 171 30
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -277 -1.582
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit -277 -1.582
Tilgung von Anleihen -1.250 -1.000
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 186 92
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -136 -157
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -141 -147
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen -196 38
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG 0 -93
Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung 0 517
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -40 -51
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften -40 0
Einzahlungen aus dem Verkauf von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften 0 52
Sonstige Finanzierungsvorgänge -174 34
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -1.792 -716
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.791 -716
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -1.451 -234
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 72 -64
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 9.017 7.638
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 7.638 7.339
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 29 167
Zinsauszahlungen -131 -116
Erhaltene Dividenden 35 25
(Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag -381 -275

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Konzern - Anhang

thyssenkrupp

Unternehmensinformation

Die thyssenkrupp Aktiengesellschaft ("thyssenkrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Die Anschrift lautet: thyssenkrupp AG, thyssenkrupp Allee 1, 45143 Essen. Die Gesellschaft ist eingetragen beim Registergericht in Duisburg, HR B 9092 und in Essen, HR B 15364. Der vorliegende Konzernabschluss der thyssenkrupp AG und ihrer Tochterunternehmen zum 30. September 2023 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 16. November 2023 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Anwendung von § 315e HGB ("Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards") im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606 / 2002 des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind.

01 Grundsätze der Rechnungslegung

Der Konzernabschluss wird in Euro (€) aufgestellt, da dies die Währung ist, in der die Mehrzahl der Transaktionen des Konzerns durchgeführt wird. Alle Beträge werden, soweit nicht anders dargestellt, in Millionen Euro (Mio €) angegeben. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben.

Konsolidierung

In den Konzernabschluss sind die thyssenkrupp AG sowie alle wesentlichen Unternehmen einbezogen, die die thyssenkrupp AG mittelbar oder unmittelbar beherrscht (Tochterunternehmen). Dies ist in der Regel gegeben, wenn die thyssenkrupp AG über mehr als die Hälfte der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt. Bei strukturierten Unternehmen resultiert die Beherrschungsmöglichkeit nicht aus einer Stimmrechtsmehrheit, sondern aus vertraglichen Vereinbarungen.

Die Abschlüsse werden vom Tag der Erlangung der Beherrschung bis zur Beendigung der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei werden im Rahmen der Kapitalkonsolidierung die Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital verrechnet. Bei einem Unternehmenserwerb werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens grundsätzlich zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag bewertet.

Anteile von anderen Gesellschaftern (Nicht beherrschende Anteile) werden entsprechend ihrer Anteile an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Gemeinsame Vereinbarungen (Joint Arrangements), bei denen zwei oder mehr Parteien gemeinschaftliche Führung über eine Aktivität ausüben, sind entweder als gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) oder als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) zu klassifizieren. Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge anteilig in den Konzernabschluss der thyssenkrupp AG einbezogen. Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Soweit der Konzern Transaktionen mit einer gemeinschaftlichen Tätigkeit oder einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns eliminiert.

Assoziierte Unternehmen werden ebenfalls nach der Equity-Methode bilanziert. Hier übt der Konzern maßgeblichen Einfluss aus, der grundsätzlich angenommen wird, wenn der Konzern einen Stimmrechtsanteil zwischen 20% und 50% hält. Soweit ein Konzernunternehmen mit einem assoziierten Unternehmen Transaktionen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert.

Tochterunternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden innerhalb der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen. Ein aus einem Unternehmenserwerb resultierender Firmenwert wird als Vermögenswert bilanziert und jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen, sofern nicht darüber hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise bestehen oder Ereignisse eintreten, die eine Wertminderung vermuten lassen.

Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Gemeinschaftsunternehmens oder eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den jeweiligen fortgeführten Beteiligungsbuchwerten enthalten. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens oder einer gemeinschaftlichen Tätigkeit resultieren, werden in den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Währungsumrechnung

Die funktionale Währung und die Berichtswährung der thyssenkrupp AG und der relevanten europäischen Tochterunternehmen ist der Euro (€). Transaktionen in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt der Transaktion mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Wechselkurs erfasst. Nominal in Fremdwährung gebundene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden jeweils mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden auf Basis ihrer funktionalen Währung, welche in der Regel der Landeswährung entspricht, in die Konzernwährung Euro umgerechnet. Die Umrechnung erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Nettogewinne oder -verluste aus der Währungsumrechnung werden zusammengefasst und innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Scheidet das betreffende Tochterunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, werden diese Umrechnungsdifferenzen ergebniswirksam aufgelöst.

Bei Gesellschaften, die ihre Absatz- und Beschaffungsgeschäfte sowie ihre Finanzierung im Wesentlichen nicht in der Landeswährung abwickeln, ist die funktionale Währung die Währung des primären Wirtschaftsumfeldes der Gesellschaft. Die Umrechnung der in Landeswährung aufgestellten Abschlüsse in die funktionale Währung erfolgt in diesen Fällen nach der Zeitbezugsmethode. Entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam in den sonstigen Erträgen oder Aufwendungen erfasst. Anschließend werden die Abschlüsse in der funktionalen Währung nach der Stichtagskursmethode in die Berichtswährung umgerechnet.

Die Wechselkurse der für den thyssenkrupp Konzern wesentlichen Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

WÄHRUNGEN

Stichtagskurs Basis 1
Jahresdurchschnittskurs Basis 1
30.9.2022 30.9.2023 2021/2022 2022/2023
US-Dollar 0,97 1,06 1,09 1,07
Chinesische Renminbi Yuan 6,94 7,74 7,10 7,53
Schweizerische Franken 0,96 0,97 1,02 0,98
Polnische Zloty 4,85 4,63 4,66 4,62

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert und abhängig von ihrer geschätzten Nutzungsdauer planmäßig über einen Zeitraum von in der Regel 3 bis 15 Jahren linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den zukünftigen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden überwiegend in den Umsatzkosten der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und jährlich auf Werthaltigkeit überprüft sowie zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise auf eine mögliche Wertminderung vorliegen. Wertminderungsaufwendungen werden in den sonstigen Aufwendungen erfasst.

Sachanlagen

Abnutzbare Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Aktivierte Herstellungskosten für selbst erstellte Sachanlagen umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten. Ist für die Herstellung eines Vermögenswertes ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchsfertigen Zustand zu versetzen, werden direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten bis zur Erlangung des gebrauchsfertigen Zustandes als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswertes aktiviert. Verwaltungskosten werden nur aktiviert, sofern ein direkter Herstellungsbezug besteht. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Sofern abnutzbare Sachanlagen aus wesentlichen identifizierbaren Komponenten mit jeweils unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten separat über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Abnutzbare Sachanlagen werden planmäßig linear über ihre betriebsübliche Nutzungsdauer abgeschrieben; dabei werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Nutzungsdauer
Gebäude inklusive als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 10 bis 50 Jahre
Grundstückseinrichtungen, Einbauten in Gebäude 15 bis 25 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 8 bis 25 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Immobilien sind unter Anhang-Nr. 05 dargestellt.

Wertminderungen nicht finanzieller Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag sowie unterjährig beim Vorliegen von Anhaltspunkten überprüft der Konzern die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dahingehend, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt, um den Umfang einer gegebenenfalls vorzunehmenden Wertberichtigung zu bestimmen. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (Cash Generating Unit) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann.

Aus Unternehmenserwerben resultierende Firmenwerte werden den identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten (Cash Generating Units) zugeordnet, die aus den Synergien des Erwerbs Nutzen ziehen sollen. Solche Gruppen stellen die niedrigste Berichtsebene im thyssenkrupp Konzern dar, auf der Firmenwerte durch das Management für interne Steuerungszwecke überwacht werden. Der erzielbare Betrag einer Cash Generating Unit, die einen Firmenwert enthält, wird regelmäßig jährlich zum 30. September auf Werthaltigkeit überprüft und zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 04.

Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes niedriger als der Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertberichtigung des Vermögenswertes. Bei der Zuordnung des Wertminderungsaufwands wird der Buchwert nicht unter den höchsten Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, Nutzungswert und Null herabgesetzt (Wertuntergrenze des IAS 36.105).

Im Falle von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit Cash Generating Units, die einen Firmenwert enthalten, werden zunächst bestehende Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Firmenwertes, wird die Differenz in der Regel proportional auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der Cash Generating Units verteilt.

Ergibt sich nach einer vorgenommenen Wertminderung zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer erzielbarer Betrag des Vermögenswertes oder der Cash Generating Unit, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal zur Höhe des erzielbaren Betrages. Die Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne die Wertberichtigung in der Vergangenheit ergeben hätte. Die vorzunehmende Zuschreibung erfolgt ergebniswirksam. Wertaufholungen von vorgenommenen Wertberichtigungen auf Firmenwerte sind nicht zulässig.

Leasing

Ein Vertrag begründet ein Leasingverhältnis, wenn der Vertrag dazu berechtigt,

die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts (des Leasinggegenstandes)

für einen bestimmten Zeitraum

gegen Zahlung eines Entgelts

zu kontrollieren.

Als Leasingnehmer bilanziert der Konzern grundsätzlich für sämtliche Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Dabei handelt es sich vor allem um die Anmietung von Grundstücken und Gebäuden, technischen Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die in den Sachanlagen ausgewiesenen Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bilanziert. Zahlungen für Nicht-Leasingkomponenten werden bei der Ermittlung der Leasingverbindlichkeit nicht berücksichtigt. Die in den Finanzschulden ausgewiesenen Leasingverbindlichkeiten sind der Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen zum Zeitpunkt der Bereitstellung des Vermögenswertes zur Nutzung. Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz, der im Grundsatz Anwendung findet. Die Ableitung des Zinssatzes unterstellt eine laufzeitadäquate Aufnahme von Finanzmitteln unter Berücksichtigung des jeweiligen Währungsraums und eines Abschlags für die Besicherung des zugrundeliegenden Vermögenswerts.

Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses:

Feste Zahlungen, abzüglich vom Leasinggeber zu leistender Leasinganreize,

variable Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind,

erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien,

den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wurde und

Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in dessen Laufzeit berücksichtigt ist, dass eine Kündigungsoption in Anspruch genommen wird.

Nutzungsrechte werden mit den Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:

Leasingverbindlichkeit,

bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize,

anfängliche direkte Kosten und

Rückbauverpflichtungen.

Die Folgebewertung des Nutzungsrechts erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses vorgenommen, es sei denn, die Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes ist kürzer. Enthält der Leasingvertrag hinreichend sichere Kaufoptionen, wird das Nutzungsrecht über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswertes abgeschrieben.

Im Rahmen der Folgebewertung wird die Leasingverbindlichkeit aufgezinst und der entsprechende Zinsaufwand im Finanzergebnis erfasst. Die geleisteten Zahlungen vermindern den Buchwert der Leasingverbindlichkeit.

Für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) und Leasinggegenstände von geringem Wert wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. thyssenkrupp hat bestimmte Anlagenklassen (z. B. PCs, Telefone, Drucker, Kopierer) identifiziert, in denen regelmäßig Leasinggegenstände von geringem Wert enthalten sind. Außerhalb dieser Anlagenklassen werden nur Leasinggegenstände mit einem Neuwert bis zu 5.000 € als Leasinggegenstände von geringem Wert klassifiziert. Des Weiteren werden die Vorschriften nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, ist jede Leasingkomponente getrennt von den Nicht-Leasingkomponenten als Leasingverhältnis zu bilanzieren. Dabei hat der Leasingnehmer das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis des relativen Einzelveräußerungspreises der Leasingkomponente und des aggregierten Einzelveräußerungspreises der Nicht-Leasingkomponenten auf die einzelnen Leasingkomponenten aufzuteilen. Daneben werden konzerninterne Leasingverhältnisse gemäß IFRS 8 in der Segmentberichterstattung grundsätzlich als konzerninterner Aufwand bzw. Ertrag dargestellt.

Die Laufzeit des Leasingverhältnisses wird unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses ermittelt. Insbesondere für eine Reihe von Immobilienleasingverträgen bestehen Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen bieten dem Konzern eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind und auf einem Ereignis beruhen, das in der Kontrolle des Leasingnehmers liegt.

Als Leasinggeber bei einem Operating Lease weist der Konzern das Leasingobjekt als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Sachanlagen aus. Die Summe der Leasingzahlungen wird als Miet- und Pachterträge in den Umsatzerlösen ausgewiesen und linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses verteilt.

Als Leasinggeber bei einem Finance Lease weist der Konzern Forderungen in Höhe des Barwertes der abgezinsten Leasingzahlungen zuzüglich des ungarantierten Restwertes aus dem Leasingverhältnis aus.

Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. In der Regel werden Vorräte nach der Durchschnittskostenmethode bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch auf Basis einer üblichen Kapazitätsauslastung zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald thyssenkrupp Vertragspartei des Finanzinstrumentes wird. Wenn Handelstag und Erfüllungstag auseinanderfallen, ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung bzw. den bilanziellen Abgang bei originären Finanzinstrumenten der Erfüllungstag maßgeblich; bei derivativen Finanzinstrumenten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein unbedingtes Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte beinhalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, derivative finanzielle Vermögenswerte sowie gehaltene Eigen- und Fremdkapitalinstrumente. Der erstmalige Ansatz der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt zum Transaktionspreis, der erstmalige Ansatz der übrigen finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte.

Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum einen anhand der Charakteristika der mit dem finanziellen Vermögenswert einhergehenden Zahlungsströme und zum anderen anhand des Geschäftsmodells nach dem thyssenkrupp die finanziellen Vermögenswerte steuert. Für separate Portfolios gleichartiger Fremdkapitalinstrumente können unterschiedliche Geschäftsmodelle gelten, z.B. wenn für bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungsverkaufsprogramme bestehen.

Wird ein Fremdkapitalinstrument mit dem Ziel gehalten, die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen und stellen die Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen dar, erfolgt eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Bei thyssenkrupp sind dies im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ohne Geldmarktfonds sowie die zinslosen Darlehen aus der Elevator-Beteiligung (vgl. Anhang-Nr. 03).

Geldmarktfonds werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Werden die Zahlungsstrombedingungen erfüllt, das Fremdkapitalinstrument jedoch sowohl zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme als auch zu Verkaufszwecken gehalten, erfolgt eine erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (mit Recycling). Im Wesentlichen sind dies bei thyssenkrupp Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die ggf. verkauft werden, sowie Wertpapiere.

Für nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente hat thyssenkrupp mit Ausnahme der Vorzugsaktien aus der Elevatorbeteiligung das Wahlrecht einheitlich ausgeübt, die zukünftigen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam zu erfassen. Die Wertänderungen der Vorzugsaktien werden hingegen erfolgsneutral im Eigenkapital (ohne Recycling) ausgewiesen. Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Fremdkapitalinstrumente, Leasingforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden unter Berücksichtigung der künftig erwarteten Verluste (Expected Loss Modell) bewertet. Dabei erfolgt die Ermittlung des zukünftig zu erwartenden Kreditausfalls unter Berücksichtigung von zukunftsorientierten Informationen grundsätzlich durch Multiplikation der drei Parameter Buchwert des finanziellen Vermögenswertes, Ausfallwahrscheinlichkeit und Schadensquote. thyssenkrupp wendet das vereinfachte Wertminderungsmodell des IFRS 9 an und berücksichtigt die über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verluste aus allen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aktiven Vertragspositionen. Für alle anderen finanziellen Vermögenswerte ist der erwartete Kreditverlust anzusetzen, der innerhalb der nächsten 12 Monate zu erwarten ist. Aufgrund der kurzen Laufzeiten entspricht dieser bei thyssenkrupp im Wesentlichen dem über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verlust, mit Ausnahme der langfristigen Darlehen aus der Elevator-Beteiligung.

Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp folgendes Modell entwickelt, in dem sich die erwarteten Ausfallraten im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent ableiten. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Die Vermutung, dass sich das Ausfallrisiko bei einer Überfälligkeit von mehr als 30 Tagen signifikant erhöht hat, sieht thyssenkrupp als widerlegt an. Weiterhin zeigt sich, dass bei einer 90 Tage währenden Überfälligkeit kein Ausfall vorliegt.

Finanzielle Vermögenswerte werden weiterhin im Rahmen von Ausfällen ganz oder teilweise abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung z.B. aufgrund langer Überfälligkeit, Insolvenz- oder vergleichbarer Verfahren nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass eine vollständige Realisierung möglich ist.

Un- oder unterverzinsliche Forderungen mit einer erwarteten Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Der Diskontierungsbetrag wird ratierlich bis zur Fälligkeit der Forderung im Zinsertrag vereinnahmt.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel, Sichteinlagen, Termingelder und finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur geringen Wertschwankungen unterliegen sowie kurzfristige Geldmarktfonds mit einer maximalen Laufzeit von 3 Monaten. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (ohne Geldmarktfonds) sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, Geldmarktfonds ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen eine Verpflichtung, die in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert zu begleichen ist. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Bei Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden die Transaktionskosten einschließlich Agio, welches im Rahmen von Tilgungen oder Rückzahlungen zu erstatten ist, periodisch nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt und erhöhen den Buchwert der Verbindlichkeit.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente, im Wesentlichen Devisentermingeschäfte, Zinsswaps und Warentermingeschäfte, werden grundsätzlich zur Reduzierung des Währungs-, Zins- und Warenpreisrisikos eingesetzt. Solche derivativen Finanzinstrumente und sogenannte eingebettete derivative Finanzinstrumente, die integraler Bestandteil von bestimmten Verträgen sind und gesondert ausgewiesen werden müssen, werden sowohl bei erstmaliger Bilanzierung als auch in Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Soweit der beizulegende Zeitwert positiv ist, erfolgt ein Ausweis als finanzieller Vermögenswert, andernfalls als finanzielle Verbindlichkeit. Wenn keine bilanzielle Sicherungsbeziehung besteht, werden sie als erfolgswirksam zum beizulegendem Zeitwert kategorisiert und die Gewinne oder Verluste aus den Zeitwertschwankungen werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Bilanzielle Sicherungsbeziehungen bestehen vor allem zur Absicherung von Währungsrisiken aus festen vertraglichen Verpflichtungen in Fremdwährung sowie zukünftiger Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, zur Absicherung von Warenpreisrisiken aus Absatz- und Beschaffungsgeschäften und zur Absicherung von Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Besteht eine Sicherungsbeziehung im Rahmen eines Cashflow Hedges, wird zwischen einem effektiven und einem ineffektiven Teil der Zeitwertschwankungen unterschieden. Der effektive Teil der Zeitwertschwankung wird zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis erfasst. thyssenkrupp macht von dem Wahlrecht Gebrauch, Sicherungskosten (Terminkomponente und Währungsbasisspread) im Zusammenhang mit designierten Fremdwährungsderivaten zunächst als Kosten der Absicherung ebenfalls im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital separat zu erfassen. Eine Umgliederung beider Komponenten in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt dann, wenn das Grundgeschäft ergebniswirksam erfasst wird. Der ineffektive Teil der Zeitwertschwankungen wird direkt ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt.

Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Neben den Zeitwertänderungen des Derivates werden auch die gegenläufigen Zeitwertschwankungen des Grundgeschäftes, soweit sie auf das gesicherte Risiko entfallen, erfolgswirksam erfasst.

Der Ausweis der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Ausweis der abgesicherten Grundgeschäfte. Werden Devisen- oder Warentermingeschäften zur Absicherung von Absatzrisiken abgeschlossen, erfolgt der Ausweis innerhalb der Umsatzerlöse. Dienen die Sicherungsgeschäfte der Absicherung von Beschaffungsrisiken erfolgt ein Ausweis in den Herstellungskosten des Umsatzes und bei einer Absicherung von Finanzierungsrisiken entsprechend innerhalb des Finanzergebnisses.

Weitere Ausführungen zu den derivativen Finanzinstrumenten enthält Anhang-Nr. 22.

Ertragsteuern

Ertragsteuern umfassen alle laufenden und latenten Steuern. In ihre Berechnung werden die gültigen gesetzlichen Regelungen in den Ländern, in denen thyssenkrupp tätig ist, einbezogen. Zinsen und sonstige Zuschläge im Zusammenhang mit Ertragsteuern werden nicht im Ertragsteueraufwand erfasst, es sei denn länderspezifische Gegebenheiten würden dies erfordern.

In diesem Rahmen sind Beurteilungen durch das Management erforderlich, die von den Interpretationen lokaler Steuerbehörden abweichen können. Wenn sich hieraus für die Vergangenheit Änderungen der Ertragsteuern ergeben, werden diese in der Periode nachgeholt, in der ausreichende Hinweise für eine Anpassung vorliegen.

Soweit Sachverhalte innerhalb des Eigenkapitals erfasst werden, werden auch die darauf entfallenden Ertragsteuern dort berücksichtigt, soweit die Sachverhalte im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst werden, gilt dies ebenfalls für die Ertragsteuern.

Laufende Ertragsteuern werden grundsätzlich auf Basis des steuerpflichtigen Gewinns ermittelt. Sie werden in der Höhe erfasst, in der davon ausgegangen wird, dass sie zukünftig gegenüber den Finanzbehörden bezahlt werden. Hierbei wird im Falle etwaiger Unsicherheiten eine bestmögliche Schätzung zu Grunde gelegt.

Latente Steuern werden aufgrund von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und der Bilanz angesetzt. Sie umfassen auch Wertansätze für steuerliche Verlustvorträge und Steuerguthaben. Insoweit aktive latente Steuern entstehen, werden diese hinsichtlich ihrer zukünftigen Realisierbarkeit unter Einbezug von Planungsrechnungen und realisierbarer Steuerstrategien bewertet und angepasst. Zur Bewertung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist.

Kumuliertes sonstiges Ergebnis

In dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Marktbewertung von Fremd- und Eigenkapitalinstrumenten und von derivativen Finanzinstrumenten im Cashflow-Hedge, Sicherungskosten im Zusammenhang mit designierten Fremdwährungsderivaten, Wertminderungen auf Finanzinstrumente der Bewertungskategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" sowie der Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen entfällt, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen wird in der Periode, in der sie als sonstiges Ergebnis erfasst wird, unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für leistungsorientierte Pensionspläne zu bildende Pensionsrückstellungen sowie Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Quartalsweise erfolgt eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens.

Soweit ein zur Refinanzierung von Pensionsverpflichtungen und ähnlichen Verpflichtungen aufgebautes Fondsvermögen die Verpflichtung übersteigt, ist die Aktivierung des Überhangs begrenzt. Soweit im Zusammenhang mit dem Fondsvermögen Zahlungsverpflichtungen aufgrund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen bestehen, kann dies auch zum Ansatz einer zusätzlichen Rückstellung führen, wenn der wirtschaftliche Nutzen eines sich unter Berücksichtigung der noch zu leistenden Mindestdotierungen ergebenden Finanzierungsüberhangs für das Unternehmen begrenzt ist. Determinanten für die Begrenzung sind der Barwert von künftigen Rückerstattungen aus dem Plan oder von Minderungen zukünftiger Beitragszahlungen (asset ceiling).

Im Rahmen der Bilanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne werden mit Ausnahme des Nettozinsaufwands sämtliche Aufwendungen und Erträge innerhalb des betrieblichen Ergebnisses ausgewiesen. Der in den Netto-Pensionsaufwendungen enthaltene Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Verpflichtungen des Konzerns aus beitragsorientierten Versorgungsplänen werden ergebniswirksam innerhalb des betrieblichen Ergebnisses erfasst.

Wertänderungen aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Sie setzen sich aus den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, dem Ertrag aus dem Planvermögen und den Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensobergrenze (asset ceiling) abzüglich der bereits jeweils im Nettozinsaufwand enthaltenen Beträge zusammen. Latente Steuern auf die Wertänderungen aus der Neubewertung werden ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst.

Der Konzern verfügt auch über Pensionspläne, die gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten werden (multi-employer-plans). Dabei handelt es sich im Grundsatz sowohl um leistungs- als auch um beitragsorientierte Versorgungspläne. Soweit im Zusammenhang mit gemeinschaftlich unterhaltenen leistungsorientierten Versorgungsplänen die erforderlichen Informationen zur Verfügung stehen, werden diese Pläne wie jeder andere leistungsorientierte Plan bilanziert, andernfalls wie beitragsorientierte Pläne. Insbesondere in den Niederlanden gibt es gemeinschaftlich unterhaltene leistungsorientierte Versorgungspläne, die wie beitragsorientierte Pläne bilanziert werden, da eine Zuordnung der Pensionsverpflichtungen und des Planvermögens zu den teilnehmenden Unternehmen nicht möglich ist.

Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat, diese Verpflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag, wobei erwartete Erstattungen Dritter nicht saldiert, sondern als separater Vermögenswert angesetzt werden, sofern die Realisation so gut wie sicher ist. Ist der Zinseffekt wesentlich, wird die Rückstellung mit dem Marktzins abgezinst.

Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen gebildet. Die Höhe der Rückstellung basiert auf der historischen Entwicklung von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist.

Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.

Aktienbasierte Vergütung

Der Konzern verfügt über Incentivepläne, in deren Rahmen ausgewählten Führungskräften Wertrechte gewährt werden, die nach dem Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums ausschließlich in bar abgegolten werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Rechte wird zum Zeitpunkt der Gewährung (grant date) und zu jedem Bilanzstichtag berechnet und als Aufwand linear über den Erdienungszeitraum (vesting period) verteilt sowie eine entsprechende Rückstellung ausgewiesen. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag und zum Zeitpunkt der Auszahlung neu bewertet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes der Rückstellung werden innerhalb des betrieblichen Ergebnisses berücksichtigt.

Seit dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 unterhält der Konzern einen Vergütungsplan mit Ausgleich durch Aktien. Hiernach erhalten die Vorstände einen Teil der kurz- und langfristigen erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile (STI und LTI) in Form von Aktien. Die hieraus resultierende Verpflichtung stellt eine anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente dar und wird somit im Eigenkapital ausgewiesen, im Übrigen wird der Aufwand linear über den Erdienungszeitraum verteilt.

Hierzu wird auch auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 14 verwiesen.

Umsatzrealisierung

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die enthaltenen abgrenzbaren Leistungsverpflichtungen, d.h. die vertraglich zugesagten Güter oder Dienstleistungen, auf den Kunden übertragen werden. Die Übertragung erfolgt hierbei mit Erlangung der Kontrolle über die zugesagten Güter oder Dienstleistungen durch den Kunden. Dies ist grundsätzlich dann der Fall, wenn der Kunde die Fähigkeit hat, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen zu ziehen. Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden entsprechen dem Transaktionspreis. Der Transaktionspreis enthält nur dann auch variable Gegenleistungen, sofern eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass es bei einem tatsächlichen Eintreten der variablen Gegenleistung nicht zu einer wesentlichen Stornierung von Umsatzerlösen kommt. Variable Gegenleistungen können z.B. Volumenrabatte, Vertragsstrafen wegen Terminüberschreitung, Erfolgsprämien wegen Terminunterschreitung oder Gutschriften im Zusammenhang mit Bonusvereinbarungen umfassen. Eine Anpassung des Transaktionspreises um eine Finanzierungskomponente erfolgt nicht, da insbesondere der Zeitraum zwischen der Übertragung von Gütern und Dienstleistungen und der Zahlung des Kunden hierfür grundsätzlich unter 12 Monaten liegt.

Enthält ein Kundenvertrag mehrere unterscheidbare Leistungsverpflichtungen, erfolgt eine Aufteilung des Transaktionspreises auf Grundlage der relativen Einzelveräußerungspreise. Die Einzelveräußerungspreise werden hierbei aus direkt beobachtbaren Marktpreisen abgeleitet oder anhand anerkannter Schätzmethoden bestimmt. Werden unterscheidbare Leistungsverpflichtungen im Rahmen einer Agententätigkeit erbracht, wird nicht das vom Kunden zu entrichtete Bruttoentgelt als Umsatzerlöse erfasst, sondern nur das netto als kommissionsähnliche Provision verbleibende Entgelt für die jeweilige Leistungsverpflichtung.

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern und Waren werden zeitpunktbezogen mit Übergang der Kontrolle auf den Kunden erfasst. Die Bestimmung des Zeitpunkts des Kontrollübergangs erfolgt hierbei auch unter Berücksichtigung der mit dem Kunden vereinbarten Lieferklauseln. Im Falle von Gütern und Waren, die im Rahmen von Konsignationslager-Vereinbarungen geliefert werden, erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel in dem Zeitpunkt, in dem die entsprechenden Güter vom Kunden aus dem Konsignationslager entnommen werden.

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden im Anlagengeschäft werden zeitraumbezogen unter Verwendung des erreichten Fertigstellungsgrads erfasst. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich in der Regel aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten (sog. Cost-to-Cost-Method). Auftragsverluste werden sofort aufwandswirksam berücksichtigt und in der Bilanz innerhalb der sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die zeitraumbezogene Umsatzerfassung aus der Erbringung von Dienstleistungen erfolgt grundsätzlich durch eine lineare Verteilung des Transaktionspreises über den Zeitraum der Erbringung der Dienstleistung.

Zusätzliche Kosten für die Anbahnung eines Vertrages mit einem Kunden werden nur dann innerhalb der langfristigen nicht-finanziellen Vermögenswerte aktiviert, wenn sie Verträge mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als 12 Monaten betreffen. Sie werden planmäßig über die Vertragslaufzeit linear abgeschrieben.

Übersteigt die Leistungserbringung gegenüber dem Kunden die erhaltenen oder fälligen Zahlungen des Kunden, werden in der Bilanz in Höhe des übersteigenden Betrages Vertragsvermögenswerte angesetzt, soweit der Zahlungsanspruch gegenüber dem Kunden noch weiteren Bedingungen unterliegt. Unbedingte Zahlungsansprüche werden innerhalb der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst und die Fälligkeit tritt ab diesem Zeitpunkt automatisch mit Zeitablauf ein. Übersteigen die erhaltenen oder fälligen Zahlungen des Kunden die Leistungserbringung, werden in der Bilanz in Höhe des übersteigenden Betrages Vertragsverbindlichkeiten erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Investitionszuwendungen werden als Reduzierung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der betreffenden Vermögenswerte erfasst und führen zu einer entsprechenden Reduzierung der planmäßigen Abschreibungen in Folgeperioden. Zuwendungen, die nicht auf Investitionen bezogen sind, werden als Reduktion der entsprechenden Aufwendungen erfolgswirksam in den Zeiträumen erfasst, in denen die Aufwendungen anfallen, die durch die Zuwendung kompensiert werden sollen. Alle erhaltenen Zuwendungen werden im Cashflow aus Investitionstätigkeit ausgewiesen.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Aufwendungen für Forschung werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes oder Prozesses abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Absicht besteht, die Entwicklung fertigzustellen, die Entwicklung vermarktbar ist, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und der Konzern über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügt. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) ergibt sich aus der Division des auf die Aktionäre der thyssenkrupp AG entfallenden Anteils am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der ausgegebenen Aktien. Während einer Periode neu ausgegebene Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung des thyssenkrupp Konzerns ist gemäß dem sogenannten "Management Approach" an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. Die der Ermittlung der internen Steuerungsgrößen zugrunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss abgeleitet mit der Ausnahme, dass konzerninterne Leasingverhältnisse als konzerninterner Aufwand bzw. Ertrag abgebildet werden.

Einzelne zur Veräußerung vorgesehene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)

Ein einzelner langfristiger Vermögenswert wird als zur Veräußerung vorgesehen eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Der Konzern weist Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als Veräußerungsgruppe aus, wenn diese als Gruppe in einer Transaktion verkauft oder auf andere Weise abgegeben werden sollen und insgesamt die in IFRS 5 "Non-current Assets held for Sale and Discontinued Operations" definierten Kriterien erfüllen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe werden in der Bilanz gesondert in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" und "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" ausgewiesen. Die Aufwendungen und Umsätze einer Veräußerungsgruppe sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten, es sei denn, die Veräußerungsgruppe qualifiziert sich für die Berichterstattung als eine "Nicht fortgeführte Aktivität" (Discontinued Operation). Der Konzern weist die Ergebnisse einer Veräußerungsgruppe, die die Voraussetzungen für eine sogenannte gesonderte Komponente der Gruppe (Component of the Group) erfüllt, als nicht fortgeführte Aktivitäten aus, wenn diese einen wesentlichen Geschäftszweig repräsentiert oder sämtliche Aktivitäten einer geografischen Region beinhaltet. Ergebnisse aus nicht fortgeführten Aktivitäten werden in der Periode berücksichtigt, in der sie anfallen, und gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)" ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Vorperiode wird entsprechend angepasst, indem die Ergebnisse der Komponente des Konzerns in den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen werden. In der Kapitalflussrechnung werden die Cashflows der nicht fortgeführten Aktivitäten getrennt von den Cashflows der fortgeführten Aktivitäten dargestellt und der Ausweis der Vorperiode wird entsprechend angepasst.

Bei erstmaliger Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden langfristige Vermögenswerte zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, eine planmäßige Abschreibung wird nicht mehr vorgenommen. Eine Veräußerungsgruppe wird zunächst nach den für sie einschlägigen IFRS-Standards bewertet und danach wird der sich daraus ergebende Buchwert der Gruppe dem Nettozeitwert gegenübergestellt, um den niedrigeren anzusetzenden Wert zu bestimmen. Wertminderungen aufgrund der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden ebenso wie spätere Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen bis zur Höhe des kumulierten Wertminderungsaufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Abschlussgliederung

Einzelne Posten in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung sind zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen.

In der Regel klassifiziert der Konzern Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Konzernunternehmen, deren normaler Geschäftszyklus mehr als zwölf Monate umfasst, weisen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig aus, wenn diese innerhalb des normalen Geschäftszyklus realisiert oder ausgeglichen werden.

Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Beurteilungen

Zur Erstellung des Konzernabschlusses muss der Vorstand Ermessensentscheidungen treffen sowie Schätzungen und Beurteilungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, und fortlaufend überprüft; dies gilt insbesondere im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine, weiterer geo- oder handelspolitscher Konflikte sowie des Klimawandels. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden sind Ermessensentscheidungen zu treffen, die die im Abschluss erfassten Beträge wesentlich beeinflussen: Hierzu zählt die Identifizierung bzw. Abgrenzung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten; dies gilt insbesondere im Hinblick auf einen möglichen Verbund von verschiedenen, auch überregionalen Produktionsanlagen bzw. Produktionsstandorten bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten.

Schätzungen und Annahmen des Vorstands in der Anwendung der IFRS, die einen wesentlichen Effekt auf den Konzernabschluss haben, sind insbesondere bei folgenden Sachverhalten erforderlich:

Werthaltigkeit der Firmenwerte

Wie in den Grundsätzen der Rechnungslegung dargestellt, überprüft der Konzern jährlich und zusätzlich unterjährig, sofern irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des Nutzungswertes beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cashflows (vgl. Anhang-Nr. 04). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrages verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte. Aufgrund des Verhältnisses von Marktkapitalisierung zum Buchwert des Eigenkapitals des thyssenkrupp Konzerns wurden insbesondere die wesentlichen Firmenwerte einer Überprüfung der Werthaltigkeit unterzogen.

Werthaltigkeit der Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag hat der Konzern einzuschätzen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert einer Sachanlage, einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie oder eines immateriellen Vermögenswertes wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen, insbesondere bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze (vgl. Anhang-Nr. 04 und 05). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen der Konzern tätig ist, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten. Aufgrund des Verhältnisses von Marktkapitalisierung zum Buchwert des Eigenkapitals des thyssenkrupp Konzerns wurden die sonstigen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen einer Überprüfung der Werthaltigkeit unterzogen.

Zu jedem Bilanzstichtag werden die erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis eines vom thyssenkrupp Konzern erstellten Modells bestimmt. Die erwarteten Ausfallraten leiten sich dabei im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent ab. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Finanzielle Vermögenswerte werden darüber hinaus im Rahmen von Ausfällen ganz oder teilweise abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung z.B. aufgrund langer Überfälligkeit, Insolvenz- oder vergleichbarer Verfahren nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass eine vollständige Realisierung möglich ist.

Leasing

Einige Leasingverträge enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Diese Vertragskonditionen bieten thyssenkrupp als Leasingnehmer eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeit eines entsprechenden Leasingvertrags werden sämtliche Fakten und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung einer Verlängerungs- bzw. zur Nicht-Ausübung einer Kündigungsoption haben. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeit werden etwaige Optionen nur berücksichtigt, sofern sie als hinreichend sicher eingeschätzt werden. Im Falle sich im Zeitablauf ändernder Fakten und Umstände erfolgt eine Neueinschätzung der Optionsausübung.

Sonstige Rückstellungen

Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgen auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Der später tatsächlich eintretende Nutzenabfluss kann insofern von den sonstigen Rückstellungen abweichen, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 16.

Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden

Bestimmte Konzerngesellschaften, insbesondere in den Segmenten Marine Systems und Multi Tracks, tätigen einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, bei denen die Umsatzerfassung zeitraumbezogen unter Verwendung des Fertigstellungsgrades erfolgt. Die Umsätze werden hier entsprechend dem Fertigstellungsgrad ausgewiesen. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich in der Regel aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten (sog. Cost-to-Cost-Method). Diese Methode erfordert eine exakte Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschrittes. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Das Management der operativen Einheiten überprüft kontinuierlich alle Schätzungen, die im Rahmen der Fertigungsaufträge erforderlich sind, und passt diese gegebenenfalls an.

Der Betrag von erwarteten variablen Gegenleistungen wird zu Beginn des Vertrages mit einem Kunden geschätzt. Die Schätzung erfolgt entweder mit dem wahrscheinlichkeitsgewichteten Erwartungswert oder mit dem wahrscheinlichsten Wert. Es wird hierbei die Schätzmethode stetig angewendet, die für den jeweiligen Kundenvertrag die bessere Prognose erwarten lässt. Der zu Vertragsbeginn geschätzte Betrag variabler Gegenleistungen wird zu jedem Bilanzstichtag neu geschätzt und falls erforderlich entsprechend angepasst.

Ertragsteuern

Der Ansatz und die Bewertung von laufenden und latenten Steuerforderungen bzw. -verbindlichkeiten sind von Einschätzungen des Managements über steuerliche Unwägbarkeiten, wie auch über die künftige Geschäftsentwicklung abhängig. Dies umfasst sowohl die Auslegung bestehender steuerlicher Vorschriften als auch die Werthaltigkeitsprüfung latenter Steuerforderungen. Diese Schätzungen werden angepasst, wenn ausreichende Hinweise für die Notwendigkeit einer solchen Änderung vorliegen.

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen u.a. versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, Gehaltsdynamik und Sterbewahrscheinlichkeit. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen, des Eigenkapitals sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen; vgl. auch die Ausführungen unter Anhang-Nr. 15.

Rechtliche Risiken

Wie unter Anhang-Nr. 21 dargestellt, sind thyssenkrupp Unternehmen in einigen Fällen Parteien in Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen thyssenkrupp Unternehmen oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist.

Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sowie weiterer geo- oder handelspolitscher Konflikte

Auch vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine sowie weiterer geo- oder handelspolitischer Konflikte wurden die kritischen Sachverhalte Firmenwerte, sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (vgl. Anhang-Nr. 04 und 05), Beteiligungen (vgl. Anhang-Nr. 06), aktive latente Steuern (vgl. Anhang-Nr. 31), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte (vgl. Anhang-Nr. 09 und 10) einer Überprüfung der Werthaltigkeit unterzogen.

Die Unsicherheiten bei der Beurteilung der Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sowie zahlreicher weiterer geo- oder handelspolitischer Konflikte auf die aktuelle Geschäftsentwicklung einschließlich der Ertragsaussichten bleiben unverändert bestehen. Die weiteren Entwicklungen und die Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung, wie beispielsweise durch weiterhin hohe Inflationsraten, anhaltende Lieferengpässe und Facharbeitermangel in den Industrienationen, Unsicherheiten bezüglich weiterer Leitzinserhöhungen, Gefahr von Instabilitäten im Finanzsektor bzw. von Schieflagen einzelner Banken, wiederkehrende Flut- bzw. Naturkatastrophen als Folge des globalen Klimawandels, mögliche Zuspitzung der Verschuldungsproblematik insbesondere in einigen Ländern Europas als Folge der Zinspolitik der Notenbanken, Engpässe in der Versorgung mit Halbleitern sowie weiterhin hohe Energie-, Material- und Rohstoffpreise, sind aus heutiger Sicht mit großen Unsicherheiten verbunden; vgl. hierzu auch ergänzend die ausführliche Darstellung des Makro- und Branchenumfelds im Wirtschaftsbericht des Lageberichts.

Auswirkungen des Klimawandels

Generell steht die Stahlindustrie als eine der größten CO 2 -Emittenten zukünftig vor großen strukturellen Herausforderungen, um ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Erste Meilensteine wurden mit dem Vertragsabschluss zum Bau der ersten Direktreduktionsanlage im Februar 2023 und dem Erhalt der Förderzusage durch die Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen im Juli 2023 erreicht. Die aus dem Bau der ersten Direktreduktionsanlage zu erwartenden wirtschaftlichen Effekte auf den zukünftigen Geschäftsverlauf wurden ebenso wie die aktuellen und zukünftig zu erwartenden gesetzlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der grünen Transformation in den Werthaltigkeitstests berücksichtigt. Dazu gehören u.a. eine abnehmende CO 2 -Zertifikatezuteilung, damit einhergehend steigende CO 2 -Zertifikatepreise, ein steigender Anteil der Energiekosten an der Stahlproduktion und somit insgesamt höhere Produktionskosten, damit verbunden die Durchsetzbarkeit von höheren Stahlpreisen in Europa (CBAM) und letztendlich auch die ausreichende Verfügbarkeit von Wasserstoff an den Produktionsstandorten.

Automotive Technology ist als Entwicklungs- und Fertigungspartner für Komponenten, Module und Systeme der Automobilbranche weltweit von dem globalen Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität abhängig. Die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen sollen im Produktportfolio von Automotive Technology nachhaltig erfüllt und ausgebaut werden. Die Produkte von Automotive Technology sind weitgehend unabhängig von der Antriebsart des Autos; in der Business Unit Dynamic Components haben wir bereits erste Produkte entwickelt und vermarktet, die die Transformation zur Elektromobilität unterstützen. Die Kosten der grünen Transformation sind in den jeweiligen Planungen der Werthaltigkeitstests der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Segments berücksichtigt. Darüber hinaus wurden im Rahmen eines kontinuierlichen Energieeffizienzprogramms Energiesparmaßnahmen nachhaltig umgesetzt. Darunter fallen u.a. die Installation von regenerativen Energieerzeugungsanlagen sowie der Abschluss eines Grünstromvertrag, der die Stromversorgung aller deutschen Standorte aus erneuerbaren Energiequellen sichert.

Im Segment Bearings ist grundsätzlich der Ausbau erneuerbarer Energien der Schlüssel für die Erreichung überstaatlicher Klimaziele. Zur Erreichung der angestrebten CO 2 -Neutralität wird ein zügiger Ausbau der Windenergie als eine wesentliche Quelle klimaneutraler Energie unabdingbar. Bearings liefert mit ihren Großwälzlagern systemkritische Komponenten für Windenergieanlagen und leistet daher einen Beitrag zur Energiewende. CO 2 -Zertifikate beeinflussen im Geschäftsmodell im Wesentlichen die Beschaffungspreise im Bereich Stahl und Energie. Eine Überwälzung gestiegener Faktorkosten ist daher jederzeit Gegenstand von Preisverhandlungen mit Kunden. Bearings ist darüber hinaus bemüht, die CO 2 -Emission der eigenen Produktion sukzessive und nachhaltig zu senken, etwa durch fortlaufende Steigerung der Produktionseffizienz durch Reduzierung des eigenen Energiebedarfs. Die hieraus zu erwartenden Implikationen wurden in sämtlichen wirtschaftlichen Betrachtungen berücksichtigt, soweit möglich planerisch als auch bei der Beurteilung bilanzieller Sachverhalte wie dem Werthaltigkeitstest.

Grundsätzlich werden die Auswirkungen des Klimawandels auf Nutzungsdauern, Werthaltigkeiten, potentielle Rückstellungsbildungen sowie für thyssenkrupp relevante Märkte fortlaufend evaluiert.

Auswirkungen der geplanten Einführung einer globalen Mindestbesteuerung

Im Dezember 2021 hat die OECD Leitlinien für einen neuen globalen Mindeststeuerrahmen herausgegeben. Zu dessen Umsetzung einigten sich die EU-Mitgliedstaaten im Dezember 2022 auf eine EU-Richtlinie. Am 16. August 2023 hat das Bundeskabinett den Regierungsentwurf zur Umsetzung der globalen Mindestbesteuerung in nationales Recht beschlossen. Gemäß diesem Gesetzentwurf wäre der thyssenkrupp Konzern ab dem Geschäftsjahr 2024 / 2025 von den deutschen Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung betroffen.

Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 hat thyssenkrupp die nachfolgenden Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet, die keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hatten:

Änderungen an IFRS 3, IAS 16, IAS 37 und Annual-Improvements-Process-Projekt für den Zyklus 2018-2020, Veröffentlichung im Mai 2020

Veröffentlichte, aber 2022 / 2023 noch nicht anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften

Das IASB hat folgende Standards bzw. Änderungen von Standards herausgegeben, deren Anwendung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verpflichtend ist und deren Anwendbarkeit teilweise noch die Übernahme in das EU-Recht ("Endorsement") erfordert. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendungen dieser Standards und Änderungen von Standards einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben werden:

Änderungen an IFRS 10 "Consolidated Financial Statements" und IAS 28 "Investments in Associates and Joint Ventures (2011)": "Sale or Contribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture", Veröffentlichung im September 2014, erstmalige Anwendung auf unbestimmte Zeit verschoben

IFRS 17 "Insurance Contracts", Veröffentlichung im Mai 2017, einschließlich Änderungen an IFRS 17 "Amendments to IFRS 17", Veröffentlichung im Juni 2020, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023 / 2024

Änderungen an IAS 1 "Presentation of Financial Statements: Classification of Liabilities as Current or Non-current", Veröffentlichung im Januar 2020 bzw. Oktober 2022, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2024 / 2025

Änderungen an IAS 1 "Presentation of Financial Statements and IFRS Practice Statement 2: Disclosure of Accounting Policies", Veröffentlichung im Februar 2021, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023 / 2024

Änderungen an IAS 8 "Accounting policies, Changes in Accounting Estimates and Errors: Definition of Accounting Estimates", Veröffentlichung im Februar 2021, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023 / 2024

Änderungen an IAS 12 "Income Taxes: Deferred Tax related to Assets and Liabilities arising from a Single Transaction", Veröffentlichung im Mai 2021, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023 / 2024

Änderungen an IFRS 17 "Insurance Contracts: Initial Application of IFRS 17 and IFRS 9 - Comparative Information", Veröffentlichung im Dezember 2021, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023 / 2024

Änderungen an IFRS 16 "Leases: Lease Liability in a Sale and Leaseback", Veröffentlichung im September 2022, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2024 / 2025

Änderungen an IAS 12 "Income Taxes: International Tax Reform - Pillar Two Model Rules", Veröffentlichung im Mai 2023, erstmalige Anwendung für die Angabepflichten im Anhang im Geschäftsjahr 2023 / 2024

Änderungen an IAS 7 "Statement of Cash Flows and IFRS 7 "Financial Instruments Disclosures: Supplier Finance Arrangements", Veröffentlichung im Mai 2023, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2024 / 2025

Änderungen an IAS 21 "The Effects of Changes in Foreign Exchange Rates Lack of Exchangeability", Veröffentlichung im August 2023, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2025 / 2026

02 Konsolidierte Unternehmen und Beteiligungen

Zusammensetzung des Konsolidierungskreises

Die nachfolgende Tabelle stellt die Veränderung des Konsolidierungskreises in den Geschäftsjahren 2021 / 2022 und 2022 / 2023 dar:

VERÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS

Anzahl konsolidierter Unternehmen Inland Ausland Gesamt
Stand am 30.9.2021 94 241 335
Zugänge 5 15 20
Abgänge -7 -36 -43
Stand am 30.9.2022 92 220 312
Zugänge 7 6 13
Abgänge -2 -3 -5
Stand am 30.9.2023 97 223 320

Die Zugänge in 2022 / 2023 resultieren im Wesentlichen aus Gründungen, während die Abgänge im Wesentlichen auf Verschmelzungen zurückzuführen sind.

2 (Vorjahr: 2) Tochterunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden nicht konsolidiert; ihr Umsatz beträgt 0,007% des gesamten Konzernumsatzes, ihr Ergebnis 0,016% des gesamten Konzernergebnisses (vor Steuern) und ihr Eigenkapital 0,007% des Konzerneigenkapitals.

9 (Vorjahr: 8) assoziierte Unternehmen und 11 (Vorjahr: 11) Joint Ventures werden im Konzern nach der Equity-Methode bewertet. Darüber hinaus werden 5 (Vorjahr: 5) assoziierte Unternehmen wegen der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht nach der Equity-Methode bewertet; das anteilige Ergebnis dieser assoziierten Unternehmen von untergeordneter Bedeutung beträgt -0,273% des gesamten Konzernergebnisses (vor Steuern) und ihr anteiliges Eigenkapital 0,098% des Konzerneigenkapitals.

Die vollständige Aufstellung gemäß § 313 Abs. 2 HGB über den Anteilsbesitz des Konzerns und der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften ist Bestandteil des testierten und im Bundesanzeiger eingereichten Konzernabschlusses. Die vollständige Anteilsbesitzliste ist zudem im Internet auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com/de/investoren/berichterstattung- und-publikationen/ veröffentlicht.

Strukturierte Unternehmen

thyssenkrupp bezieht 3 (Vorjahr: 3) strukturierte Unternehmen im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss ein. Bei einem dieser strukturierten Unternehmen handelt es sich um eine Leasingobjektgesellschaft, die zur Realisierung des zweiten Bauabschnittes des thyssenkrupp Quartiers gegründet wurde. Das Leasingobjekt und die entsprechenden Verbindlichkeiten sind im Konzernabschluss enthalten. Verpflichtungen zur finanziellen Unterstützung bestehen nicht. Die zwei anderen strukturierten Unternehmen sind von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Darüber hinaus unterhält thyssenkrupp vertragliche Beziehungen zu 2 (Vorjahr: 2) nicht beherrschten strukturierten Unternehmen. Im Rahmen von Asset-Backed-Securities-Programmen bestehen vertragliche Beziehungen zu einem strukturierten Unternehmen, an dem der Konzern keine Anteile hält. thyssenkrupp verkauft Handelsforderungen an das strukturierte Unternehmen. Dieses refinanziert den Kaufpreis über die Ausgabe von Wertpapieren; zu weiteren Details vgl. Anhang-Nr. 09. Zu dem anderen, nicht beherrschten strukturierten Unternehmen, an dem der Konzern ebenfalls keine Anteile hält, besteht ein Dienstleistungsvertrag mit einem Konzernunternehmen. Aus diesem Vertrag potenziell entstehende Verluste aus eingegangenen Verpflichtungen sind bereits in den sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten (vgl. Anhang-Nr. 21).

Erwerbe und Verkäufe

Geschäftsjahr 2022 / 2023

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 tätigte der Konzern mit dem Kauf der Westphalia DataLab GmbH nur einen kleineren Erwerb im Segment Materials Services.

Geschäftsjahr 2021 / 2022

Im Geschäftsjahr 2021 / 2022 tätigte der Konzern nur einen kleineren Erwerb bei Marine Systems. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr neben kleineren Verkäufen bei Materials Services die Verkäufe der drei Veräußerungsgruppen Infrastructure, Edelstahlgeschäft und Mining (vgl. Anhang-Nr. 03) vollzogen, die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Abgangszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

ABGÄNGE

Mio € 2021/2022
Firmenwert 93
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 25
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 342
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 17
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 7
Aktive latente Steuern 75
Vorräte 727
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 678
Vertragsvermögenswerte 42
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 35
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 53
Laufende Ertragsteueransprüche 14
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 228
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 2.337
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 63
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 5
Sonstige langfristige Rückstellungen 16
Passive latente Steuern 19
Langfristige Finanzschulden 29
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 19
Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 10
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 41
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 12
Kurzfristige Finanzschulden 257
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 773
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 54
Vertragsverbindlichkeiten 185
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 129
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 1.613
Abgehendes Reinvermögen 724
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 2
Nicht beherrschende Anteile -3
Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen 96
Verkaufspreis / Erhaltene Gegenleistung 819
Verkauf Tagesgeldforderung 317
Verkaufspreis / Erhaltene Gegenleistung einschließlich Verkauf Tagesgeldforderung 1.136
Davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 1.083
Davon: durch Forderungsabtretung aus Gewinnabführungsvertrag beglichen -6
Davon: durch Fremdkapitalinstrumente beglichen 60

03 Nicht fortgeführte Aktivität, Veräußerungsgruppen und einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte

Nicht fortgeführte Aufzugaktivität

thyssenkrupp hatte Ende Februar 2020 mit einem Bieterkonsortium um Advent International und Cinven eine Vereinbarung zum vollständigen Verkauf seines Aufzuggeschäfts Elevator Technology unterzeichnet. Nach der Freigabe durch die zuständigen Behörden erfolgte der Vollzug der Transaktion (Closing) verbunden mit der Entkonsolidierung von Elevator Technology am 31. Juli 2020. Die Transaktion erfüllte die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis von Elevator Technology als nicht fortgeführte Aktivität. Sie umfasste Elevator Technology und einzelne Einheiten aus Corporate Headquarters. Ungeachtet der bereits erfolgten Entkonsolidierung wurden im Vorjahr gemäß IFRS 5 die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf stehenden noch anfallenden nachlaufenden Aufwendungen und Erträge sowie Cashflows weiterhin separat in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen; in 2022 / 2023 ergaben sich nur noch nachlaufende Aufwendungen und Cashflows, die aufgrund Unwesentlichkeit nicht mehr separat dargestellt werden.

Die in 2021 / 2022 angefallenen nachlaufenden Aufwendungen und Erträge sind in der nachfolgenden Tabelle ausgewiesen; sie resultieren daraus, dass in Bezug auf die gegenseitigen Ansprüche und Verpflichtungen aus Steuergarantien im 2. Quartal 2021 / 2022 eine neue Vereinbarung mit dem Erwerber getroffen wurde, die dazu führte, dass die insoweit bisher bilanzierten Ansprüche und Verpflichtungen vollständig aufgelöst werden konnten.

NICHT FORTGEFÜHRTE AUFZUGAKTIVITÄTEN

Mio € 2021/2022
Umsatzerlöse 0
Andere Erträge 0
Aufwendungen 9
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 9
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 9
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 0
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 9
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 9
Nicht beherrschende Anteile 0

Im Zuge der Veräußerung des Aufzuggeschäfts Elevator Technology am 31. Juli 2020 hält thyssenkrupp eine Beteiligung, die Bestandteil der für den Verkauf erhaltenen Gegenleistung war. Diese Beteiligung setzt sich aus mehreren Finanzierungsinstrumenten zusammen, die wie folgt bilanziert werden:

Stammaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Aufgrund des Vorliegens von maßgeblichem Einfluss werden die Stammaktien nach den Vorgaben des IAS 28 als nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung behandelt und ausgewiesen. Die Fortschreibung der Anschaffungskosten nach der Equity-Methode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb des Finanzergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen enthalten. Angaben nach den Regeln des IFRS 12 sind in Anhang-Nr. 06 enthalten. Zur Behandlung im Rahmen der Segmentberichterstattung verweisen wir auf Anhang-Nr. 24.

Vorzugsaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Die Vorzugsaktien werden als Eigenkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im Eigenkapital (ohne Recycling) erfasst werden. Zur Behandlung im Rahmen der Segmentberichterstattung verweisen wir auf Anhang-Nr. 24.

Zinslose Darlehen (Darlehensnehmer: Vertical Topco I S.A., Luxembourg). Die zinslosen Darlehen werden als Fremdkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und ebenfalls in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, wobei die Ergebniseffekte aus der Folgebewertung in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis in den Finanzierungserträgen bzw. -aufwendungen gezeigt werden. Die Anhangangaben nach IFRS 7 sind in Anhang-Nr. 22 enthalten. Zur Behandlung im Rahmen der Segmentberichterstattung verweisen wir auf Anhang-Nr. 24.

Veräußerungsgruppen

Die im Rahmen der Fokussierung des Portfolios von thyssenkrupp im 4. Quartal 2020 / 2021 eingeleiteten Verkäufe von Mining, Infrastructure und dem Edelstahlgeschäft, die die Kriterien von IFRS 5 für den Ausweis als Veräußerungsgruppe in der Bilanz erfüllten, konnten alle im Geschäftsjahr 2021 / 2022 abgeschlossen werden. Daneben gab es keine weiteren Verkäufe, die sich als Veräußerungsgruppen klassifizierten, sodass weder in der Bilanz zum 30. September 2022 noch zum 30. September 2023 ein entsprechender Ausweis erfolgt.

Veräußerungsgruppe Mining

Am 29. Juli 2021 hatte thyssenkrupp den Verkauf des Mining-Geschäfts aus dem Segment Multi Tracks mit dem dänischen Unternehmen FLSmidth vereinbart (Signing). Die Veräußerungsgruppe war Anbieter von Technologien für die Miningindustrie. Nach Erhalt aller fusionskontrollrechtlichen Freigaben und dem Abschluss der umfangreichen Carve out-Aktivitäten wurde der Verkauf am 31. August 2022 vollzogen. Hieraus resultierte ein Gewinn in Höhe von 118 Mio €, der im 4. Quartal 2021 / 2022 in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wird. Darüber hinaus resultierte aus der Finalisierung der vertraglich vereinbarten Prozesse zur Kaufpreisabstimmung im 4. Quartal 2022 / 2023 ein Gewinn in Höhe von 10 Mio €, der in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wird.

Veräußerungsgruppe Infrastructure

Am 5. August 2021 hatte thyssenkrupp mit der FMC Beteiligungs KG einen Vertrag zum Verkauf der Infrastructure aus dem Segment Multi Tracks unterzeichnet. Die Veräußerungsgruppe war im Tief-, Hafen- und Spezialtiefbau sowie im Ingenieurbau tätig. Das Produktportfolio umfasste die Bereiche Profile und Ankertechnik, Hochwasserschutz, Ramm- und Ziehtechnik, Bohrtechnik, Grabenverbau und Traggerüstbau. Nach Erhalt aller fusionskontrollrechtlichen Freigaben wurde der Verkauf der Infrastructure an die FMC Beteiligungs KG mit Ausnahme der australischen Aktivitäten am 30. November 2021 vollzogen. Hieraus resultierte ein Verlust von 6 Mio €, der im 1. Quartal 2021 / 2022 in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wurde. Für die australischen Aktivitäten erfolgte der Vollzug mit Abschluss der IT-Carve-Out-Aktivitäten am 31. Januar 2022. Hieraus resultierte ein Verlust von 0,2 Mio €, der im 2. Quartal 2021 / 2022 in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wurde.

Veräußerungsgruppe Edelstahlgeschäft

Am 16. September 2021 hatte thyssenkrupp mit der italienischen Arvedi Gruppe einen Vertrag zum Verkauf des Edelstahlgeschäfts (Edelstahlwerk im italienischen Terni (AST) inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation in Deutschland, Italien und der Türkei) aus dem Segment Multi Tracks unterzeichnet. Nach Erhalt aller fusionsrechtlichen Freigaben wurde der Verkauf des Edelstahlgeschäfts (Edelstahlwerk im italienischen Terni (AST) inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation in Deutschland, Italien und der Türkei) an die italienische Arvedi Gruppe am 31. Januar 2022 vollzogen (Closing). Nach der Finalisierung der vertraglich vereinbarten Prozesse zur Kaufpreisabstimmung resultierte hieraus ein Abgangsverlust von insgesamt 15 Mio €, der in 2021 / 2022 in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wird und wovon bereits 8 Mio € im 2. Quartal 2021 / 2022 realisiert wurden.

Im Rahmen des Verkaufs wurde vereinbart, dass thyssenkrupp Anteile in Höhe von 15% an AST behält, um die schon heute bestehende operative Zusammenarbeit mit Arvedi zu stärken; diese Anteile behandelt thyssenkrupp als Fremdkapitalinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Im Nachgang zu dem am 31. Januar 2022 vollzogenen Verkauf des Edelstahlgeschäfts wurde mit dem Erwerber am 27. Juni 2023 eine vertragliche Vereinbarung geschlossen, durch die alle aus dem Verkauf resultierenden bisherigen und potentiellen zukünftigen Ansprüche abgegolten wurden. Dies führte zu einer Kaufpreisminderung in Höhe von 6 Mio €, die im 3. Quartal 2022 / 2023 in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wird.

Einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte

Zum 30. September 2022 wurden in der Bilanz in der Zeile "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" Sachanlagen in Höhe von 8 Mio € des Segments Steel Europe ausgewiesen, die zwei Grundstücke im Raum Dortmund betrafen, die im 1. Quartal 2022 / 2023 veräußert wurden.

Erläuterungen zur Bilanz

04 Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

ENTWICKLUNG IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Mio € Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Entwicklungskosten, eigenentwickelte Software und Website Firmenwerte Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 1.10.2021 1.346 916 2.585 4.847
Währungsunterschiede 27 30 46 103
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Zugänge 25 17 0 42
Umbuchungen 16 3 0 18
Abgänge -22 -373 0 -395
Stand am 30.9.2022 1.392 592 2.630 4.614
Währungsunterschiede -18 -5 -20 -44
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 2 2
Zugänge 21 28 0 49
Umbuchungen 37 1 0 38
Abgänge -74 -41 0 -115
Stand am 30.9.2023 1.358 575 2.612 4.545
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2021 934 823 1.197 2.955
Währungsunterschiede 20 29 41 90
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 -2 -2
Abschreibungen 60 18 0 78
Wertminderungsaufwendungen 2 8 0 11
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 1 3 0 5
Abgänge -21 -373 0 -393
Stand am 30.9.2022 997 509 1.236 2.743
Währungsunterschiede -13 -4 -14 -31
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Abschreibungen 52 17 0 68
Wertminderungsaufwendungen 9 40 0 49
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 0 2 0 2
Abgänge -73 -41 0 -114
Stand am 30.9.2023 972 523 1.222 2.717
Nettowerte
Stand am 1.10.2021 412 92 1.387 1.892
Stand am 30.9.2022 395 82 1.394 1.872
Stand am 30.9.2023 386 52 1.390 1.828

Firmenwerte

Die Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) sind 8 Cash Generating Units (CGUs) bzw. Gruppen von CGUs (Vorjahr: 7 CGUs) zugeordnet, die auf Basis von Business Units oder Segmenten definiert werden. Der höhere Wert von Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bestimmt gemäß IFRS den erzielbaren Betrag einer CGU. Im Rahmen des Konzernabschlusses wurde der Wert für die CGUs auf Basis des Nutzungswertes mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Dabei werden die geplanten Nach-Steuer-Cashflows aus der von den Geschäften erstellten Planung inklusive des vom Management der thyssenkrupp AG für das folgende Geschäftsjahr genehmigten Budgets verwendet. Grundannahme der Planung ist ein moderates, regional unterschiedliches Wachstum der Weltwirtschaft in 2024. Diese Grundannahme gilt auch für die Jahre 2025 und 2026. Für die Cashflows jenseits der Planungsperiode wird das dritte Planjahr unter Berücksichtigung geschäftsspezifischer Annahmen um zwei weitere Jahre fortgeschrieben und dann in der Regel über eine nachhaltige Wachstumsrate von maximal 1,5% (Vorjahr: 1,4%) in die ewige Rente überführt. Der zur Diskontierung verwendete Gesamtkapitalkostensatz basiert auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 2,5% (Vorjahr: 1,5%) sowie auf einer Marktrisikoprämie von 7,0% (Vorjahr: 7,5%). Darüber hinaus werden der Beta-Faktor, die Fremdkapitalkosten sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt, die jeweils individuell für jede CGU auf Basis einer entsprechenden Peer-Group abgeleitet wurden. Zusätzlich werden CGU-spezifische Steuersätze und Länderrisikoprämien angesetzt. Zur Diskontierung der Cashflows werden Nach-Steuer-Diskontierungssätze zugrunde gelegt.

Per 30. September 2023 beträgt der Gesamtfirmenwert im thyssenkrupp Konzern 1.390 Mio € (Vorjahr: 1.394 Mio €). Dieser entfällt im Wesentlichen auf die Gruppe von CGUs des Segments Marine Systems. Die verbleibenden, in Relation zum Gesamtfirmenwert als unwesentlich eingestuften Firmenwerte, betreffen die CGUs Supply Chain Services, Bearings, Dynamic Components, Uhde, Polysius, nucera sowie Corporate und belaufen sich auf insgesamt 347 Mio €.

WESENTLICHE FIRMENWERTE

CGU (Segment) Buchwert des der CGU zugeordneten Firmenwertes (Vorjahreswert)
in Mio €
Anteil am Gesamtfirmenwert
in %
Diskontierungssatz (vor Steuern) (Vorjahr)
in %
Diskontierungssatz (nach Steuern) (Vorjahr)
in %
Marine Systems 1.043 75 11,2 8,2
(Marine Systems) (1.043) (9,9) (7,3)
CGU (Segment) Wachstumsrate (Vorjahr)
in %
Wesentliche Prämissen für den Werthaltigkeitstest
Marine Systems 1,4 - Profitable Abarbeitung des Auftragsportfolios
(Marine Systems) (1,3) - Realisierung des geplanten Auftragseingangs, insbesondere im Unterwasserbereich, und damit auch einer Margenverbesserung im abzuarbeitenden Auftragsportfolio
- Effizienzsteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf Basis des implementierten Performance-Programms
- Ableitung Cashflow und Operating Income-Marge in der ewigen Rente in Höhe von 6,8% (Vorjahr: 8,8%) basiert auf Annahmen zum geplanten zukunftsorientierten Auftragsportfolio im letzten Planungsjahr (5. Planjahr)

Der erzielbare Betrag der CGU Marine Systems übersteigt den Buchwert um ca. 196 Mio €. Folgende Änderungen von jeweils einer der in der Tabelle aufgeführten Bewertungsannahmen könnten eine Reduzierung des erzielbaren Betrages der CGU Marine Systems unter dessen Buchwert zur Folge haben:

SENSITIVITÄTEN

in % Notwendige Änderung der Bewertungsannahmen, um ein Absinken des erzielbaren Betrags unter den Buchwert auszulösen 30.9.2023
Anstieg des Diskontierungssatz (nach Steuern) auf 9,9
Absinken der Operating Income-Marge in der ewigen Rente auf 5,6

Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte

Wertminderungsaufwendungen auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte sind im Wesentlichen in den Umsatzkosten enthalten.

Zu den in 2022 / 2023 und 2021 / 2022 erfolgten Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte vgl. die Ausführungen zum Segment Steel Europe in der nachfolgenden Anhang-Nr. 05.

05 Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien)

Die Sachanlagen des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

ENTWICKLUNG SACHANLAGEN

Mio € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Nutzungsrechte
Bruttowerte
Stand am 1.10.2021 5.360 18.988 1.985 852
Währungsunterschiede 108 432 31 56
Veränderung Konsolidierungskreis -6 -16 0 -3
Zugänge 72 298 91 120
Umbuchungen 107 491 36 -4
Abgänge -55 -461 -79 -36
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -8 0 0 0
Stand am 30.9.2022 5.579 19.732 2.065 985
Währungsunterschiede -66 -271 -19 -28
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Zugänge 24 282 104 205
Umbuchungen 115 534 36 -1
Abgänge -63 -195 -86 -20
Stand am 30.9.2023 5.589 20.080 2.100 1.142
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2021 3.505 16.413 1.679 292
Währungsunterschiede 56 344 24 28
Veränderung Konsolidierungskreis -7 -17 0 -3
Abschreibungen 99 505 101 126
Wertminderungsaufwendungen 55 265 25 0
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 32 49 0 -2
Abgänge -49 -453 -76 -16
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 0 0 0
Stand am 30.9.2022 3.693 17.106 1.752 424
Währungsunterschiede -34 -217 -15 -16
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Abschreibungen 95 502 102 131
Wertminderungsaufwendungen 386 1.011 107 0
Wertaufholungen -1 -9 0 -3
Umbuchungen 34 90 3 -4
Abgänge -49 -192 -85 -17
Stand am 30.9.2023 4.123 18.292 1.865 516
Nettowerte
Stand am 1.10.2021 1.855 2.575 307 560
Stand am 30.9.2022 1.886 2.626 313 561
Stand am 30.9.2023 1.466 1.788 236 626
Mio € Verleaste Sachanlagen (Operating Lease) Anlagen im Bau
Bruttowerte
Stand am 1.10.2021 39 1.292
Währungsunterschiede 0 44
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0
Zugänge 0 683
Umbuchungen 4 -532
Abgänge -18 -3
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 0
Stand am 30.9.2022 25 1.485
Währungsunterschiede 0 -30
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0
Zugänge 0 688
Umbuchungen 38 -676
Abgänge -1 -7
Stand am 30.9.2023 62 1.461
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2021 17 99
Währungsunterschiede 0 1
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0
Abschreibungen 0 0
Wertminderungsaufwendungen 0 132
Wertaufholungen 0 -1
Umbuchungen 8 -93
Abgänge -13 -2
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 0
Stand am 30.9.2022 12 136
Währungsunterschiede 0 -1
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0
Abschreibungen 2 0
Wertminderungsaufwendungen 0 668
Wertaufholungen 0 0
Umbuchungen -3 -130
Abgänge 0 0
Stand am 30.9.2023 11 674
Nettowerte
Stand am 1.10.2021 22 1.193
Stand am 30.9.2022 13 1.349
Stand am 30.9.2023 51 787
Mio € Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 1.10.2021 28.518
Währungsunterschiede 672
Veränderung Konsolidierungskreis -26
Zugänge 1.265
Umbuchungen 102
Abgänge -651
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -8
Stand am 30.9.2022 29.871
Währungsunterschiede -415
Veränderung Konsolidierungskreis 0
Zugänge 1.304
Umbuchungen 46
Abgänge -372
Stand am 30.9.2023 30.435
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2021 22.005
Währungsunterschiede 454
Veränderung Konsolidierungskreis -26
Abschreibungen 832
Wertminderungsaufwendungen 476
Wertaufholungen -2
Umbuchungen -7
Abgänge -608
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0
Stand am 30.9.2022 23.123
Währungsunterschiede -283
Veränderung Konsolidierungskreis 0
Abschreibungen 832
Wertminderungsaufwendungen 2.173
Wertaufholungen -13
Umbuchungen -9
Abgänge -343
Stand am 30.9.2023 25.481
Nettowerte
Stand am 1.10.2021 6.513
Stand am 30.9.2022 6.748
Stand am 30.9.2023 4.954

Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen werden zum größten Teil in den Umsatzkosten ausgewiesen und in geringerem Umfang in den sonstigen Funktionsbereichen.

Geschäftsjahr 2022 / 2023

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Im 4. Quartal 2022 / 2023 sind Investitionszuwendungen, die von der Bundesregierung und dem Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Baus der Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg im Segment Steel Europe zugesagt wurden, in Höhe von 154 Mio € dem Konzern zugeflossen; hiervon reduzierten 47 Mio € die Herstellungskosten für Anlagen in Bau und 107 Mio € die geleisteten Anzahlungen auf Sachanlagen, die unter den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten (vgl. Anhang-Nr. 12) ausgewiesen werden.

Wertminderungen

Im 1. Quartal 2022 / 2023 erfolgte im Segment Automotive Technology in der Business Unit Steering im globalen Produktbereich elektrischer Lenkgetriebe eine Wertminderung in Höhe von 14 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen; ursächlich hierfür war die Steigerung der Kapitalkosten (Diskontierungssatz) zum 31. Dezember 2022. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der insgesamt 554 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 8,9% angesetzt wurde.

Im 2. Quartal 2022 / 2023 wurden im Segment Steel Europe aufgrund von gestiegenen Kapitalkosten Wertminderungen erforderlich. Unter Anwendung eines Diskontierungssatzes (nach Steuern) von 8,1% für die zukünftigen Cashflows ergab sich bei einem Gesamtbuchwert per 31. März 2023 von in Summe 6.142 Mio € ein relevanter Nutzungswert von 5.793 Mio €. Der sich hieraus bei Steel Europe ergebende Wertminderungsbedarf beträgt rund 346 Mio €. Hiervon entfallen 162 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 125 Mio € auf Anlagen im Bau, 33 Mio € auf Bauten, 18 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, 6 Mio € auf Entwicklungskosten und 2 Mio € auf übrige immaterielle Vermögenswerte. Darüber hinaus entstand ein Wertminderungsbedarf in Höhe von rund 4 Mio € auf Corporate Assets, die der Einheit Special Units zugeordnet sind. Der zugrundeliegende Nutzungswert basiert auf unterschiedlichen Szenarien für den zukünftigen Geschäftsverlauf. Die Ergebnisse der Szenarien wurden mit Wahrscheinlichkeiten gewichtet, welche die aktuelle Management-Einschätzung reflektieren. Das aktuelle Bewertungsumfeld bleibt von Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und auch der dynamischen Entwicklung der Kapitalkosten geprägt.

Die Wertberichtigung in Höhe von 4 Mio € der im thyssenkrupp Konzern gemeinschaftlich genutzten Vermögenswerte (sogenannte Corporate Assets) erfolgte in der Einheit Special Units. Diese Vermögenswerte werden für Zwecke der Werthaltigkeitstests anteilig auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten allokiert, da sie keine eigenständigen Mittelzuflüsse erzeugen. Die Wertberichtigung ergibt sich aus einer reduzierten Tragfähigkeit der Corporate Assets insbesondere durch die zahlungsmittelgenerierende Einheit Steel Europe in Zusammenhang mit den dort erfolgten Wertberichtigungen im 2. Quartal 2022 / 2023.

Im 3. Quartal 2022 / 2023 erfolgte im Segment Multi Tracks bei der thyssenkrupp Industrial Solutions AG eine vollständige Wertminderung von aktivierten Software-Entwicklungskosten in Höhe von 8 Mio €.

Im 4. Quartal 2022 / 2023 wurden im Segment Steel Europe weitere Wertminderungen im Anlagevermögen von 1.765 Mio € erfasst. Darüber hinaus entstand hieraus ein Wertminderungsbedarf auf Corporate Assets, die der Einheit Special Units zugeordnet sind, in Höhe von 23 Mio €. Einem Gesamtbuchwert per 30. September 2023 von 5.434 Mio € stand ein relevanter Nutzungswert von 3.646 Mio € gegenüber; hierbei kam bei der Diskontierung der zukünftigen Cashflows ein Kapitalkostensatz (nach Steuern) von 8,3% zur Anwendung. Insbesondere die zunehmend eingetrübte Konjunkturlage in Deutschland und Europa mit nachhaltig hohen Energiekosten im internationalen Vergleich sowie die sich daraus ergebenden negativen Implikationen auf die kurz-, mittel- und langfristigen Ertragserwartungen führten zu einer Anpassung des Nutzungswertes. Die bisherigen mit Wahrscheinlichkeiten gewichteten Szenarien für den Geschäftsverlauf wurden in ein führendes Szenario überführt. Dieses basiert auf den aktuellen und konkretisierten Prämissen für den Geschäftsverlauf bis 2034 / 2035 unter Berücksichtigung der Effekte der eingeleiteten Grünen Transformation. Danach erfolgt eine vereinfachte Fortschreibung bis 2063. Zusätzlich reflektieren Risikoabschläge negative Effekte aus stahlindustrietypischen Konjunkturzyklen, die unter dem Eindruck der bereits genannten eingetrübten Konjunkturlage sowie der sich verstärkenden Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen wirtschaftlichen und stahlmarktspezifischen Rahmenbedingungen überprüft und aktualisiert wurden. Die wirtschaftlichen und stahlmarktspezifischen Rahmenbedingungen führten zu einer Anpassung der kurz- und mittelfristigen Ertragsaussichten sowie zu einer konkreten Anpassung der Parameter (u.a. Versandmenge und Marge) für die Ermittlung der pauschalen Risikoabschläge. Im Wesentlichen aufgrund der hohen Sensitivität des Nutzungswerts gegenüber Anpassungen in der nachhaltigen Marge über einen Zeitraum von 40 Jahren hinweg ergab sich daraus der signifikante Wertminderungsbedarf. In Bezug auf die Grüne Transformation wurden konkret die aus dem Bau der ersten Direktreduktionsanlage zu erwartenden wirtschaftlichen Effekte auf den zukünftigen Geschäftsverlauf wie auch die aktuellen und zukünftig zu erwartenden gesetzlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen (z. B. CO 2 -Zertifikatehandel) in den Zahlungsströmen des Werthaltigkeitstests berücksichtigt. Dazu gehören u.a. eine abnehmende CO 2 -Zertifikatezuteilung, damit einhergehend steigende CO 2 -Zertifikatepreise, ein steigender Anteil der Energiekosten an der Stahlproduktion und somit insgesamt höhere Produktionskosten, damit verbunden die Durchsetzbarkeit von höheren Stahlpreisen in Europa (CBAM) und letztendlich auch die ausreichende Verfügbarkeit von Wasserstoff an den Produktionsstandorten. Es ist nicht auszuschließen, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres Entwicklungen eintreten, die weitere Wertberichtigungen der Buchwerte im Segment Steel Europe erforderlich machen könnten.

Vom Wertminderungsbedarf von 1.765 Mio € entfallen 778 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 541 Mio € auf Anlagen im Bau, 185 Mio € auf Bauten, 143 Mio € auf Grundstücke, 88 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, 25 Mio € auf Entwicklungskosten und 5 Mio € auf übrige immaterielle Vermögenswerte.

Darüber hinaus entstand ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 23 Mio € auf Corporate Assets, die der Einheit Special Units zugeordnet sind. Die Wertberichtigung in Höhe von 23 Mio € der im thyssenkrupp Konzern gemeinschaftlich genutzten Vermögenswerte (sogenannte Corporate Assets) erfolgte in der Einheit Special Units. Diese Vermögenswerte werden für Zwecke der Werthaltigkeitstests anteilig auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten allokiert, da sie keine eigenständigen Mittelzuflüsse erzeugen. Die Wertberichtigung ergibt sich aus einer reduzierten Tragfähigkeit der Corporate Assets insbesondere durch die zahlungsmittelgenerierende Einheit Steel Europe in Zusammenhang mit den dort erfolgten Wertberichtigungen im 4. Quartal 2022 / 2023.

Darüber hinaus wurde im Segment Automotive Technology im Rahmen einer erneuten Werthaltigkeitsprüfung im 4. Quartal 2022 / 2023 Wertminderungsbedarf in den Business Units Steering, Bilstein und Automotive Body Solutions identifiziert. In der Business Unit Steering wurden weitere Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen im Produktbereich der elektrischen Lenkbetriebe (Steering Gear) in Höhe von 39 Mio € erforderlich; ursächlich hierfür waren im Wesentlichen reduzierte Ertragserwartungen infolge der eingetrübten Konjunkturlage. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der insgesamt 359 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 8,7% angesetzt wurde. Auch im Produktbereich der Lenkunterstützung mittels elektro-mechanischer Antriebe (Column EPS) der gleichen Business Unit sind aus gleichen Gründen Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 20 Mio € festgestellt worden. Analog zu Steering Gear entspricht der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag dem Nutzungswert, der bei einem zugrunde gelegten Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 8,7% insgesamt 167 Mio € beträgt. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten jedoch vom so ermittelten Wertminderungsaufwand 11 Mio € nicht erfasst werden.

In der Business Unit Bilstein wurden am Standort Mandern ebenfalls Wertminderungen identifiziert. Die aus dem Werthaltigkeitstest abgeleitete Unterdeckung beläuft sich auf insgesamt 62 Mio €, die aufgrund erreichter Wertuntergrenzen nicht als Wertminderungsaufwand erfasst wird. Grund für die Unterdeckung ist ebenfalls die eingetrübte Konjunkturlage und die daraus resultierenden reduzierten Ertragserwartungen. Der im Rahmen des Werthaltigkeitstests abgeleitete erzielbare Betrag in Höhe von -21 Mio € entspricht dem Nutzungswert. Der zugrunde gelegte Diskontierungszinssatz (nach Steuern) beträgt 7,5%.

Darüber hinaus wurden Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen auch in der Business Unit Automotive Body Solutions in Höhe von 9 Mio € erforderlich; ursächlich hierfür waren u. a. gestiegene Kapitalkosten infolge einer neu definierten Zusammensetzung der Vergleichsunternehmen sowie weitere technische Parameter des Werthaltigkeitstests. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht auch hier dem Nutzungswert, der insgesamt 114 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 7,9% angesetzt wurde.

Geschäftsjahr 2021 / 2022

Im 1. Quartal 2021 / 2022 war im Segment Steel Europe eine Wertminderung in Höhe von 13 Mio € auf eine Anlage im Bau aufgrund von vom Vorlieferanten verursachten Baumängeln erforderlich. Im Segment Multi Tracks erfolgten in einem chinesischen Werk von Springs & Stabilizers infolge von unwetterbedingten Schäden Wertminderungen in Höhe von 12 Mio €, die im Wesentlichen technische Anlagen und Maschinen sowie Bauten betreffen.

Nachdem im Segment Automotive Technology in der Business Unit Steering bereits im 2. Quartal 2021 / 2022 Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen im globalen Produktbereich elektrischer Lenkgetriebe in Höhe von 6 Mio € aufgrund reduzierter Absatzerwartungen erfolgten, wurden in diesem Bereich im 3. Quartal 2021 / 2022 weitere Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen im globalen Produktbereich elektrischer Lenkgetriebe in Höhe von 23 Mio € erforderlich; ursächlich hierfür waren im Wesentlichen erhöhte Material- und Logistikkosten sowie gestiegene Kapitalkosten. Der anhaltende Halbleiter-Engpass und die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs führen auch weiterhin zu reduzierten Abrufen der Kunden in der Automobilindustrie. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der insgesamt 565 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 8,40% angesetzt wurde.

Aufgrund der im 3. Quartal 2021 / 2022 deutlich gestiegenen Kapitalkosten ("Triggering Event" gem. IAS 36.12) wurden zum 30. Juni 2022 alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des thyssenkrupp Konzerns einer erneuten Werthaltigkeitsprüfung gemäß IAS 36 unterzogen; hieraus resultierte ein Wertberichtigungsbedarf im Segment Steel Europe. Unter Anwendung eines Diskontierungssatzes (nach Steuern) von 7,67% für die zukünftigen Cashflows ergab sich bei einem Gesamtbuchwert per 30. Juni 2022 von in Summe 6.869 Mio € ein relevanter Nutzungswert von 6.475 Mio €. Der sich hieraus bei Steel Europe ergebende Wertminderungsbedarf beträgt 390 Mio €. Hiervon entfallen 204 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 109 Mio € auf Anlagen im Bau, 46 Mio € auf Bauten, 21 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, 8 Mio € auf Entwicklungskosten sowie 2 Mio € auf übrige immaterielle Vermögenswerte. Darüber hinaus entstand hieraus ein Wertminderungsbedarf auf Corporate Assets, die der Einheit Special Units zugeordnet sind, in Höhe von 4 Mio €. Der zugrundeliegende Nutzungswert basiert auf unterschiedlichen Szenarien für den zukünftigen Geschäftsverlauf. Neben den bereits für vorherige Bewertungsanlässe herangezogenen stahlspezifischen zyklischen Risiken wurde nunmehr auch eine mögliche temporäre Einschränkung der Gasversorgung (für die eigenen Produktionsstätten und die der Kunden) und damit verbunden eine temporäre Minderauslastung von Steel Europe bezogen auf das Winterhalbjahr 2022 / 2023 als Szenario berücksichtigt, welches die kurzfristige Cashflow-Erwartung im nächsten Geschäftsjahr belastet. Die Ergebnisse der Szenarien wurden mit Wahrscheinlichkeiten gewichtet, welche die aktuelle Management-Einschätzung reflektieren. Das aktuelle Bewertungsumfeld bleibt von Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und auch der dynamischen Entwicklung der Kapitalkosten geprägt. Aus heutiger Sicht kann es daher nicht ausgeschlossen werden, dass sich die weitere Entwicklung negativ auf die Wertentwicklung der Vermögenswerte von Steel Europe auswirkt.

Die im 3. Quartal 2021 / 2022 erfolgte Wertberichtigung in Höhe von 4 Mio € der im thyssenkrupp Konzern gemeinschaftlich genutzten Vermögenswerte (sogenannte Corporate Assets) erfolgte in der Einheit Special Units. Diese Vermögenswerte werden für Zwecke der Werthaltigkeitstests anteilig auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten allokiert, da sie keine eigenständigen Mittelzuflüsse erzeugen. Die Wertberichtigung ergibt sich aus einer reduzierten Tragfähigkeit der Corporate Assets insbesondere durch die zahlungsmittelgenerierende Einheit Steel Europe in Zusammenhang mit den dort erfolgten Wertberichtigungen im 3. Quartal 2021 / 2022.

Im Rahmen der erneuten Werthaltigkeitsprüfungen wurde im 4. Quartal 2021 / 2022 weiterer Wertminderungsbedarf im Segment Automotive Technology identifiziert. So wurden in der Business Unit Steering weitere Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen im globalen Produktbereich elektrischer Lenkgetriebe in Höhe von 14 Mio € erforderlich. Dies ist im Wesentlichen auf weitere Kostensteigerungen in den Bereichen Rohmaterial, Logistik und Energien zurückzuführen. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der insgesamt 583 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 8,21% angesetzt wurde. Darüber hinaus wurden im Segment Automotive Technology in der Business Unit Bilstein im Erstausrüstergeschäft in Deutschland im 4. Quartal 2021 / 2022 Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 8 Mio € und auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 3 Mio € erforderlich; ursächlich hierfür waren im Wesentlichen der Verlust eines Folgeauftrags sowie die Anpassung der Geschäftsstrategie an die Marktgegebenheiten. Zur Ermittlung des Nutzungswertes, der insgesamt -7 Mio € beträgt, wurde ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 7,88% angesetzt. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten jedoch vom so ermittelten Wertminderungsaufwand 66 Mio € nicht erfasst werden. Darüber hinaus wurden im 4. Quartal 2021 / 2022 im Segment Multi Tracks weitere Wertminderungen in der Business Unit Springs & Stabilizers erfasst. An den deutschen und ungarischen Standorten wurden somit für das Geschäftsjahr 2021 / 2022 insgesamt Wertminderungen in Höhe von 6 Mio € auf Anlagen im Bau, technische Anlagen und Maschinen sowie weitere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung erforderlich. Zur Ermittlung des Nutzungswertes, der insgesamt 18 Mio € beträgt, wurde ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 7,48% (Deutschland) bzw. 9,84% (Ungarn) angesetzt. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten jedoch vom so ermittelten Wertminderungsaufwand 25 Mio € nicht erfasst werden.

Im 4. Quartal 2021 / 2022 wurde auch im Segment Steel Europe eine erneute Überprüfung der Werthaltigkeit vorgenommen, woraus sich kein Anpassungsbedarf ergab.

Darüber hinaus erfolgten Wertminderungen bei den Veräußerungsgruppen, die unter Anhang-Nr. 03 dargestellt sind.

Die Sachanlagen enthalten auch Nutzungsrechte, deren Zusammensetzung und Entwicklung nachfolgend dargestellt ist:

ENTWICKLUNG NUTZUNGSRECHTE

Mio € Grundstücke Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 1.10.2021 156 563 46 86 0 852
Währungsunterschiede 0 48 5 3 0 56
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -3 0 0 0 -3
Zugänge 8 89 6 17 0 120
Umbuchungen 0 -3 0 0 0 -4
Abgänge 0 -27 -1 -8 0 -36
Stand am 30.9.2022 164 667 56 98 1 985
Währungsunterschiede 0 -24 -2 -2 0 -28
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0
Zugänge 6 170 6 23 0 205
Umbuchungen 2 -2 0 0 0 -1
Abgänge -1 -11 -3 -5 0 -20
Stand am 30.9.2023 172 800 56 113 0 1.142
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2021 12 216 17 46 0 292
Währungsunterschiede 0 24 3 2 0 28
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -3 0 0 0 -3
Abschreibungen 6 88 10 21 0 126
Wertminderungsaufwendungen 0 0 0 0 0 0
Wertaufholungen 0 0 0 0 0 0
Umbuchungen 0 -2 0 0 0 -2
Abgänge 0 -8 -1 -6 0 -16
Stand am 30.9.2022 19 314 29 62 0 424
Währungsunterschiede 0 -14 -1 -1 0 -16
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0
Abschreibungen 7 94 10 20 0 131
Wertminderungsaufwendungen 0 0 0 0 0 0
Wertaufholungen 0 -3 0 0 0 -3
Umbuchungen 0 -3 0 0 0 -4
Abgänge 0 -9 -3 -5 0 -17
Stand am 30.9.2023 26 380 34 76 0 516
Nettowerte
Stand am 1.10.2021 144 347 29 40 0 560
Stand am 30.9.2022 145 353 27 36 0 561
Stand am 30.9.2023 146 420 22 38 0 626

Der thyssenkrupp Konzern mietet als Leasingnehmer im Wesentlichen Grundstücke und Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die aus den Leasingverhältnissen resultierenden Verbindlichkeiten werden innerhalb der Finanzschulden ausgewiesen (vgl. Anhang-Nr. 17).

Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzschulden in Höhe von 64 Mio € (Vorjahr: 89 Mio €).

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die beizulegenden Zeitwerte der in Deutschland gelegenen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden primär anhand von intern erstellten Gutachten nach dem Ertragswertverfahren auf Grundlage der in Deutschland geltenden "Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (Immobilienwertermittlungsverordnung - ImmoWertV)" bewertet. Außerhalb von Deutschland gelegene, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden grundsätzlich von externen Gutachtern bewertet.

Zum 30. September 2023 beträgt der Buchwert der von thyssenkrupp als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 12 Mio € (Vorjahr: 14 Mio €). Der beizulegende Zeitwert dieser Immobilien beläuft sich auf 23 Mio € (Vorjahr: 32 Mio €); davon wurden 4 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 2 und 19 Mio € (Vorjahr: 25 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 3 der Bewertungshierarchie zuzuordnen sind, ermittelt. Vom beizulegenden Zeitwert basieren 3 Mio € (Vorjahr: 11 Mio €) auf einer Bewertung durch externe Gutachter.

06 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation)

Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sind mit Ausnahme des Anteils der Beteiligung an TK Elevator, der nach der Equity-Methode bilanziert wird (vgl. Anhang-Nr. 03) alle einzeln für sich genommen nicht wesentlich. Die Buchwerte der assoziierten Unternehmen belaufen sich auf 267 Mio € (Vorjahr: 523 Mio €) und die der Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) auf 114 Mio € (Vorjahr: 119 Mio €).

Mit dem Vollzug des Verkaufs von Elevator Technology am 31. Juli 2020 hat thyssenkrupp 18,95% an der Vertical Topco I S.A. mit Sitz in Luxembourg in Form von mit Stimmrechten ausgestatteten Stammaktien erhalten (vgl. Anhang-Nr. 03). Diese Beteiligung wird aufgrund des Vorliegens von maßgeblichem Einfluss nach der Equity-Methode bilanziert und ist als wesentlich für thyssenkrupp zu betrachten. Maßgeblicher Einfluss liegt insbesondere vor, da thyssenkrupp einen Sitz im Board der Vertical TopCo S.à.r.l. hat und an wesentlichen Entscheidungsprozessen teilnimmt. Die Elevator-Beteiligung hat für thyssenkrupp ausschließlich einen finanzstrategischen Charakter.

Die Anschaffungskosten der Beteiligung an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg zum 31. Juli 2020 betrugen 606 Mio €. Der Buchwert dieser Beteiligung zum 1. Oktober 2022 betrug 518 Mio € (Vorjahr: 544 Mio €). Durch die Equity-Fortschreibung reduzierte sich der Buchwert um 257 Mio € auf 261 Mio € zum 30. September 2023 (Vorjahr: 518 Mio €).

Darin enthalten ist eine zum 31. März 2023 erfasste Zuschreibung (Rücknahme von früheren Wertminderungsaufwendungen) in Höhe von 3 Mio € die aufgrund des gegenüber dem 30. September 2022 leicht gestiegenen beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten zustande kam. Der für die Bestimmung des Zuschreibungsbetrags relevante beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, für dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 12,02% angesetzt wurde, belief sich zum 31. März 2023 auf insgesamt 521 Mio €.

Weiterhin ergab sich zum 30. Juni 2023 eine weitere Zuschreibung (Rücknahme von früheren Wertminderungsaufwendungen) in Höhe von 28 Mio €. Diese resultierte aus dem im Vergleich zum 31. März 2023 erneut gestiegenen beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Der für die Bestimmung dieser Zuschreibung relevante beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten betrug zum 30. Juni 2023 insgesamt 549 Mio €. Für die Ermittlung wurde ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 12,01% angesetzt.

Zum 30. Juni 2022 wurde ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 63 Mio € erfasst, der aufgrund des gestiegenen Buchwerts (vor Wertminderung) der Beteiligung sowie gleichzeitig sinkendem beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten aufgrund von Entwicklungen des Diskontierungszinssatzes sowie des Kursverhältnisses von USD zu EUR zustande kam. Der für die Bestimmung dieses Wertminderungsaufwands relevante beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, für dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 11,48% angesetzt wurde, belief sich zum 30. Juni 2022 auf insgesamt 519 Mio €.

Darüber hinaus ergab sich zum 30. September 2022 ein weiterer Wertminderungsbedarf in Höhe von 73 Mio €. Der buchwerterhöhenden Auswirkung der Equity-Fortschreibung, die im Wesentlichen aufgrund der Veränderung des Kursverhältnisses von USD zu EUR zustande gekommen ist, stand ein nahezu unveränderter beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten gegenüber. Der für die Bestimmung dieses Wertminderungsaufwands relevante beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten beträgt zum 30. September 2022 insgesamt 518 Mio €. Für die Ermittlung wurde ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 11,79% angesetzt.

Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wurde jeweils unter Berücksichtigung der erwarteten Cashflows auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle sowie unter Verwendungen der zum Bilanzstichtag vorliegenden beobachtbaren und nicht beobachtbaren Inputfaktoren abgeleitet und ist in Level 3 der Bemessungshierarchie gemäß IFRS 13 einzustufen.

Nachfolgend sind die wesentlichen Finanzinformationen des Konzerns der Vertical Topco I S.A. dargestellt. Die Werte beziehen sich nicht auf die Anteile, welche der thyssenkrupp AG zurechenbar sind, sondern stellen die Werte auf Basis eines fiktiven Anteilsbesitzes von 100% dar und werden anschließend auf den Buchwert, der in die thyssenkrupp Konzernbilanz einbezogen wird, übergeleitet.

FINANZINFORMATIONEN DER NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN VERTICAL TOPCO I S.A.

Mio € 30.9.2022 2021/2022 1) 30.9.2023 2022/2023 2)
Langfristige Vermögenswerte 21.745 20.752
Kurzfristige Vermögenswerte 3.574 3.616
davon: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 467 423
Langfristige Verbindlichkeiten 17.406 17.827
Kurzfristige Verbindlichkeiten 4.692 4.794
Umsatzerlöse 8.285 8.803
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -646 -468
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 0
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -646 -468
Sonstiges Ergebnis 1.234 -1.005
Gesamtergebnis 588 -1.473

1) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.6.2022; Fortschreibung zum 30.9.2022 wurde geschätzt.
2) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.6.2023; Fortschreibung zum 30.9.2023 wurde geschätzt.

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG AUF DEN BUCHWERT, DER IN DIE KONZERN-BILANZ EINBEZOGEN WURDE

Mio € 30.9.2022 30.9.2023
2021/2022 1) 2022/2023 2)
Netto-Vermögenswerte zum 1.10. 2.633 3.221
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -646 -468
Sonstiges Ergebnis (Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung) 1.174 -1.000
Übriges sonstiges Ergebnis 60 -5
Netto-Vermögenswerte zum 30.9. 3.221 1.748
Anteil der Netto-Vermögenswerte zum 30.9., die auf den thyssenkrupp Konzern entfallen 610 331
Wertminderungsaufwendungen -136 -105
Sonstige Überleitungseffekte 43 35
Buchwert zum 30.9. 518 261

1) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.6.2022; Fortschreibung zum 30.9.2022 wurde geschätzt.
2) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.6.2023; Fortschreibung zum 30.9.2023 wurde geschätzt.

Nachfolgend werden die aggregierten Finanzinformationen der zum jeweiligen Stichtag nach der Equity-Methode bilanzierten nicht wesentlichen Beteiligungen dargestellt, wobei sich die Werte jeweils auf den Konzernanteil beziehen.

AGGREGIERTE FINANZINFORMATIONEN DER NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN UNWESENTLICHEN BETEILIGUNGEN

Assoziierte Unternehmen Gemeinschaftsunternehmen
Mio € 2021/2022 2022/2023 2021/2022 2022/2023
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 -1 20 39
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 9 -14
Gesamtergebnis 1 -1 29 25

In 2022 / 2023 gab es anteilige Gewinne von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 2 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €), die nicht erfasst wurden; kumuliert gab es nicht erfasste Verluste von 8 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €).

Die assoziierten Unternehmen und die Gemeinschaftsunternehmen sind in der vollständigen Aufstellung gemäß § 313 Abs. 2 HGB über den Anteilsbesitz des Konzerns und der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften enthalten, die Bestandteil des testierten und im Bundesanzeiger eingereichten Konzernabschlusses ist. Die vollständige Anteilsbesitzliste ist zudem im Internet auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com/de/investoren/berichterstattung- und-publikationen/ veröffentlicht.

Gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation)

Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) ist für den thyssenkrupp Konzern eine wesentliche gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation).

HKM, an der die im thyssenkrupp Konzern vollkonsolidierte thyssenkrupp Steel Europe GmbH einen Anteil in Höhe von 50,0% hält, liefert ausschließlich Brammen als Vormaterial an seine Gesellschafter. Die Belieferung anderer Kunden durch die HKM ist ausgeschlossen, um eine eigene Vormaterialbasis ohne Knowhow-Verlustrisiko zu erhalten. Damit verbunden ist die Abnahmeverpflichtung einer Basisvertragsmenge, um eine wirtschaftliche Auslastung zu gewährleisten.

Die Finanzierung von HKM erfolgt in der Regel durch Bankdarlehen, für die die Gesellschafter keine Garantie zur Besicherung abgegeben haben. Allerdings werden die Zins- und Tilgungsverpflichtungen durch eine Kostenübernahmeverpflichtung der Gesellschafter faktisch finanziert.

Die gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation) ist in der vollständigen Aufstellung gemäß § 313 Abs. 2 HGB über den Anteilsbesitz des Konzerns und der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften enthalten, die Bestandteil des testierten und im Bundesanzeiger eingereichten Konzernabschlusses ist. Die vollständige Anteilsbesitzliste ist zudem im Internet auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com/de/investoren/berichterstattung- und-publikationen/ veröffentlicht.

07 Vermietete Gegenstände (Operating Lease)

Der Konzern vermietet als Leasinggeber unter Operating Lease im Wesentlichen gewerblich genutzte Immobilien.

Die zukünftigen Mieterträge aus unkündbaren Operating-Lease-Verträgen betragen zum Stichtag:

MIETERTRÄGE

Mio € 30.9.2022 30.9.2023
Bis zu einem Jahr 8 8
Über einem bis zwei Jahre 7 5
Über zwei bis drei Jahre 5 4
Über drei bis vier Jahre 3 3
Über vier bis fünf Jahre 2 2
Über fünf Jahre 9 10
Insgesamt 34 31

08 Vorräte

VORRÄTE

Mio € 30.9.2022 30.9.2023
Rohstoffe 2.425 1.786
Hilfs- und Betriebsstoffe 430 465
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 2.133 1.967
Fertige Erzeugnisse und Waren 3.901 3.334
Insgesamt 8.889 7.553

Von den Vorräten haben 23 Mio € (Vorjahr: 17 Mio €) eine Lagerdauer von mehr als einem Jahr. Vorräte in Höhe von 32.848 Mio € (Vorjahr: 34.998 Mio €) sind als Aufwand des Berichtsjahres erfasst worden. Im Berichtsjahr ergaben sich preisbedingte Zuschreibungen bei den Vorräten in Höhe von 65 Mio €, die in den Umsatzkosten enthalten sind (Vorjahr: Wertminderungen von Vorräten von 107 Mio €).

09 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 2 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2023 bestehen Wertberichtigungen auf Forderungen von insgesamt 241 Mio € (Vorjahr: 240 Mio €); zu weiteren Details vgl. die Darstellung in der Anhang-Nr. 22 Finanzinstrumente.

thyssenkrupp hat über Asset-Backed-Securities-Programme Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft. thyssenkrupp trägt in den einzelnen Transaktionen geringe Anteile am Kreditrisiko. Die übrigen kreditrisikobedingten Ausfälle übernehmen die jeweiligen Käufer. thyssenkrupp bilanziert die verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weiterhin in Höhe ihres anhaltenden Engagements, d.h. in Höhe des Maximalbetrags, mit dem sie weiterhin für das den verkauften Forderungen innewohnende Kreditrisiko haftet und passiviert eine korrespondierende finanzielle Verbindlichkeit.

Der Teil der verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der zum Stichtag noch nicht durch Kundenzahlungen ausgeglichen ist, hat einen Buchwert in Höhe von 472 Mio € (Vorjahr: 462 Mio €). Es existieren Forderungen im Rahmen des anhaltenden Engagements mit einem Buchwert und einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 7 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) und eine korrespondierende finanzielle Verbindlichkeit mit einem Buchwert und einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 14 Mio € (Vorjahr: 15 Mio €) sowie eine Nettoposition zwischen beiden in Höhe von 6 Mio € (Vorjahr: 8 Mio €).

10 Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden

Der Konzern weist zum 30. September 2023 innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte Vertragsvermögenswerte in Höhe von 1.758 Mio € (Vorjahr: 1.895 Mio €) aus; davon haben 1.152 Mio € (Vorjahr: 1.252 Mio €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 wurden Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte in Höhe von -10 Mio € (Vorjahr: 14 Mio €) innerhalb der Vertriebskosten erfasst. Die im Berichtsjahr eingetretene Abnahme der Vertragsvermögenswerte resultierte insbesondere aus geringeren Auftragskosten bei gleichzeitig weniger stark gesunkenen Anzahlungen im Marineschiffbaugeschäft.

Der Konzern weist zum 30. September 2023 innerhalb der kurzfristigen Verbindlichkeiten Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 3.255 Mio € (Vorjahr: 3.098 Mio €) aus; davon haben 2.125 Mio € (Vorjahr: 1.879 Mio €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Erhöhung der Vertragsverbindlichkeiten betraf überwiegend die verbliebenen Anlagenbaugeschäfte im Segment Multi Tracks; hier stand einer Zunahme der Kundenanzahlungen eine leicht überproportionale Abnahme der Auftragskosten gegenüber. Darüber hinaus ergaben sich insbesondere bei den Geschäften des Segments Steel Europe höhere Kundenanzahlungen. Im Laufe des Geschäftsjahres 2022 / 2023 wurden Umsatzerlöse von 2.145 Mio € (Vorjahr: 1.810 Mio €) erfasst, die zu Beginn des Geschäftsjahres im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. In 2022 / 2023 ergaben sich Umsatzerlöse in Höhe von 143 Mio € (Vorjahr: 82 Mio €) aus Leistungsverpflichtungen, die in früheren Perioden erfüllt oder teilweise erfüllt worden sind.

Der gesamte Transaktionspreis, der zum 30. September 2023 nicht oder teilweise nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen zugeordnet war, die - unter entsprechender Inanspruchnahme der Erleichterungsvorschrift in IFRS 15.121a - eine ursprüngliche Laufzeit von mehr als 12 Monaten haben, belief sich auf 19.921 Mio € (Vorjahr: 19.075 Mio €). Die erwartete zeitliche Verteilung der Erfassung entsprechender Umsatzerlöse stellt sich wie folgt dar:

KÜNFTIGE UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN 30.9.2023

Mio €
(für die Geschäftsjahre)
2023/2024 4.400
2024/2025 -2027/2028 14.082
nach 2027 / 2028 1.439
Insgesamt 19.921

Im Vorjahr stellten sich die erwarteten künftigen Umsatzerlöse wie folgt dar:

KÜNFTIGE UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN 30.9.2022

Mio €
(für die Geschäftsjahre)
2022/2023 4.414
2023/2024 -2026/2027 9.581
nach 2026 / 2027 5.079
Insgesamt 19.075

11 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

30.9.2022 30.9.2023
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 547 764 477 858
Eigenkapitalinstrumente 0 71 0 85
Fremdkapitalinstrumente 11 27 11 37
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 117 - 48 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 27 - 32 -
Insgesamt 701 863 568 980

Die sonstigen übrigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlich Forderungen im Zusammenhang mit Agententätigkeiten, Ansprüche aus Boni und Rabatten sowie Forderungen aus Preisanpassungen.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 992 Mio € (Vorjahr: 873 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2023 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 3 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) für kurzfristige und 18 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €) für langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte.

12 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

30.9.2022 30.9.2023
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - 14 - 23
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen - 275 - 595
Geleistete Anzahlungen auf Nutzungsrechte - 0 - 0
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte und sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.015 - 1.082 -
Vorauszahlungen 234 - 219 -
Übrige 497 15 566 15
Insgesamt 1.745 304 1.867 634

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 902 Mio € (Vorjahr: 650 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2023 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 33 Mio € (Vorjahr: 30 Mio €) für kurzfristige und 7 Mio € (Vorjahr: 5 Mio €) für langfristige sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte.

Im 4. Quartal 2022 / 2023 sind Investitionszuwendungen, die von der Bundesregierung und dem Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Baus der Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg im Segment Steel Europe zugesagt wurden, in Höhe von 154 Mio € dem Konzern zugeflossen; hiervon reduzierten 47 Mio € die Herstellungskosten für Anlagen in Bau, die in den Sachanlagen ausgewiesen werden (vgl. Anhang-Nr. 05) und 107 Mio € die geleisteten Anzahlungen auf Sachanlagen.

13 Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Zum 30. September 2023 ist das gezeichnete Kapital wie im Vorjahr in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Die Aktien sind alle ausgegeben und voll eingezahlt; zum Bilanzstichtag befanden sich wie im Vorjahr 622.531.741 Aktien im Umlauf. Rechnerisch entfällt auf jede Aktie ein Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 €.

Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die Effekte aus der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses von Thyssen und Krupp.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Konzernergebnisse, soweit diese nicht ausgeschüttet worden sind. Darüber hinaus beinhaltet diese Position die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie die Eigenkapitaleffekte aus aktienbasierter Vergütung. Diese Position erhöhte sich um 260 Mio € im Zusammengang mit dem Börsengang einschließlich Kapitalerhöhung von thyssenkrupp nucera im Juli 2023.

Nicht beherrschende Anteile

Diese Position erhöhte sich um 309 Mio € im Zusammengang mit dem Börsengang einschließlich Kapitalerhöhung von thyssenkrupp nucera im Juli 2023.

Angaben zum Kapitalmanagement

Zum 30. September 2023 lag die Eigenkapitalquote bei 38,1% (Vorjahr: 39,3%). Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen des thyssenkrupp Konzerns zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes und die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Große Bedeutung in diesem Zusammenhang hat die Schaffung von ausreichenden Liquiditätsreserven.

Der thyssenkrupp Konzern verfügt derzeit über folgende Ratings:

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B stable
Moody's Ba3 Not Prime stable
Fitch BB- B positive

Aktuell befinden sich alle Ratings unterhalb der Grenze zum Investment-Grade. Für die Finanzierung des thyssenkrupp Konzerns führt ein Investment-Grade-Rating in den Kategorien des "BBB"-Bereichs zum Optimum der Kapitalkosten. Das Kapitalmanagement basiert bei thyssenkrupp auf den durch die Ratingagenturen publizierten Verschuldungskennziffern. Satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen unterliegt thyssenkrupp nicht.

Ermächtigungen

Durch den Beschluss der Hauptversammlung der thyssenkrupp AG vom 4. Februar 2022 wurden die nachfolgenden Ermächtigungen erteilt:

Der Vorstand der thyssenkrupp AG wurde ermächtigt, das Grundkapital der thyssenkrupp AG bis zum 3. Februar 2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 300 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 117.187.500 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmen Fällen auszuschließen, wobei die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss auf insgesamt 10% des Grundkapitals beschränkt ist.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Februar 2027 einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und bei Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen deren Inhabern oder Gläubigern Options- oder Wandlungsrechte beziehungsweise Options- oder Wandlungspflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der thyssenkrupp AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzulegen. Die Ausgabe kann gegen Bar- oder Sachleistungen erfolgen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, wobei die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss auf insgesamt 10% des Grundkapitals beschränkt ist.

Darüber hinaus wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 250 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs- und/oder Optionsrechten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der thyssenkrupp AG zu gewähren, an die Inhaber oder Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten, Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente, die bis zum 3. Februar 2027 von der thyssenkrupp AG oder einem Konzernunternehmen ausgegeben werden.

Der Vorstand wurde bis zum 3. Februar 2027 ermächtigt, zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Der Vorstand wurde ermächtigt, bei dem Erwerb eigener Aktien das Andienungsrecht und bei der Verwendung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Beschlussfassung umfasst auch die Ermächtigung zum Einsatz von Derivaten (Put-Optionen, Call-Optionen, Terminkäufe oder deren Kombination) im Rahmen des Erwerbs eigener Aktien sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts. Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG kann seine Zustimmung für Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Hauptversammlungsbeschlüsse vorsehen.

Dividende

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, aus dem nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) ermittelten Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 eine Dividende in Höhe von 0,15 € je dividendenberechtigter Stückaktie auszuschütten. Hieraus würde sich eine Dividendenausschüttung von insgesamt 93 Mio € ergeben. Für das Geschäftsjahr 2021 / 2022 wurde eine Dividende von 0,15 € gezahlt.

14 Aktienbasierte Vergütung

Management Incentivepläne

Der Long Term Incentiveplan (LTI) ist eine langfristig orientierte Vergütungskomponente, in deren Rahmen Wertrechte an die Begünstigten ausgegeben werden. Zum Teilnehmerkreis gehören neben den Vorstandsmitgliedern weitere ausgewählte Führungskräfte des Konzerns. Zum 30. September 2023 sind für den LTI in der 11. Tranche 5.018.262 Wertrechte, in der 12. Tranche 3.531.097 Wertrechte und in der 13. Tranche 6.536.840 Wertrechte ausgegeben.

Der LTI wird in jährlichen Tranchen gewährt. Zu Beginn jeder Tranche wird eine bestimmte Anzahl virtueller Aktien zunächst vorläufig zugeteilt. Die Anzahl virtueller Aktien, die den Planteilnehmern am Ende der Laufzeit einer Tranche final zugeteilt wird, ist abhängig von der Entwicklung der zugrundeliegenden Leistungskriterien über den jeweiligen vierjährigen Performance-Zeitraum. Die finale Anzahl an Wertrechten kann daher von der vorläufig gewährten Anzahl nach oben und unten abweichen. Die Erdienung erfolgt für die Vorstandsmitglieder zeitanteilig über das Geschäftsjahr, für welches die jeweilige Tranche gewährt wird, für die weiteren teilnehmenden Führungskräfte zeitanteilig über den vierjährigen Performance-Zeitraum.

Bis einschließlich der für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 ausgegebenen 10. Tranche des Incentiveplans, die im Geschäftsjahr 2021 / 2022 ausgezahlt wurde, wird als Leistungskriterium die Entwicklung des tkVA herangezogen, indem die Anzahl der ausgegebenen LTI-Wertrechte am Ende des jeweils dreijährigen Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen tkVA über diesen Zeitraum mit einem im Vorhinein festgelegten tkVA-Zielwert angepasst wird. Die Höhe der Auszahlung für eine Tranche ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den ersten drei Monaten nach Ende des Performance-Zeitraums, so dass sich die Laufzeit einer jeden Tranche über insgesamt vier Geschäftsjahre erstreckt.

Beginnend mit der im Geschäftsjahr 2020 / 2021 ausgegebenen 11. Tranche des Incentiveplans wurde das Plandesign für die Vorstandsmitglieder sowie für die weiteren teilnahmeberechtigten Führungskräfte angepasst.

Für die Vorstandsmitglieder bestimmt sich die finale Anzahl an virtuellen Aktien am Ende des Performance-Zeitraums anhand der drei additiv verknüpften Leistungskriterien relativer Total Shareholder Return (TSR - Maßzahl für die Entwicklung des Werts eines Aktienengagements, bezogen auf Kursentwicklung und Dividenden, über einen bestimmen Zeitraum), Return on Capital Employed (ROCE - Renditekennzahl, die sich aus der Division von EBIT durch durchschnittliches Capital Employed errechnet) und Nachhaltigkeit, für die der Aufsichtsrat vor Beginn eines jeden Geschäftsjahres Ziel- und Schwellenwerte für die jeweils neue Tranche beschließt, die über die gesamte vierjährige Laufzeit der Tranche Gültigkeit haben. Der tkVA ist damit beginnend mit der im Geschäftsjahr 2020 / 2021 ausgegebenen 11. Tranche als Leistungskriterium nicht mehr relevant. Die Höhe der Auszahlung ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den letzten 30 Börsenhandelstagen vor Ende des vierjährigen Performance-Zeitraums.

Die Vorstandsmitglieder der thyssenkrupp AG sind zudem verpflichtet, thyssenkrupp-Aktien im Wert insgesamt eines Jahresfestgehalts (brutto) zu erwerben und diese für die Dauer ihrer Bestellung zu halten. Es gilt ein jährlicher Mindestinvestitionsbetrag in Höhe von 25% der Nettoauszahlung aus den erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteilen (Short Term Incentive und LTI), bis das vollständige Investitionsvolumen erreicht ist. Maßgeblich für die Erfüllung der Aktienerwerbs- und Haltepflicht ist der Kaufpreis zum Zeitpunkt des Erwerbs. Für die weiteren teilnahmeberechtigten Führungskräfte in den Segmenten Materials Services, Bearings, Forged Technologies, Automotive Technology, Steel Europe und Marine Systems gilt ein am weiterentwickelten Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder orientiertes LTI Plandesign, jedoch in segmentspezifischer Ausgestaltung. Die finale Anzahl an Wertrechten bestimmt sich dabei nach Ablauf eines ebenfalls vierjährigen Performance-Zeitraums und stellt schwerpunktmäßig auf den Erfolg des jeweiligen Segments ab, bestimmt anhand von bis zu drei additiv verknüpften Leistungskriterien (Bereinigte EBIT-Marge, ROCE und Nachhaltigkeit). Auch hier stellt der tkVA beginnend mit der im Geschäftsjahr 2020 / 2021 ausgegebenen 11. Tranche kein relevantes Leistungskriterium mehr dar. Die Höhe der Auszahlung ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den letzten 30 Börsenhandelstagen vor Ende des vierjährigen Performance-Zeitraums.

Für die teilnahmeberechtigten Führungskräfte im Bereich Corporate Headquarters und im Segment Multi Tracks gilt das LTI Plandesign des Vorstands, im Falle von Multi Tracks zuzüglich eines diskretionären Faktors, mit dem der Vorstand die sich auf Basis der drei oben genannten, additiv verknüpften Leistungskriterien ergebende Anzahl an Wertrechten zur zusätzlichen Berücksichtigung der spezifischen Performance des Segments um bis zu 50% anheben oder absenken kann. Dem diskretionären Faktor liegen dabei keine vorab definierten Kriterien zugrunde, sondern dieser dient lediglich der Anpassung ex post, wenn der Vorstand nach Ablauf der Tranche unter Würdigung der Gesamtumstände zu dem Ergebnis kommt, dass die Übernahme der Zielerreichung des Vorstands für die teilnehmenden Führungskräfte bei Multi Tracks zu unangemessenen Ergebnissen führen würde. Entsprechend beläuft sich der Faktor im Normalfall auf 1,0.

Eine Verpflichtung wie für den Vorstand der thyssenkrupp AG zum Erwerb und Halten von thyssenkrupp-Aktien besteht für die weiteren am LTI teilnahmeberechtigten Führungskräfte nicht.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der in bar abzugeltenden Wertrechte, die die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag sind, werden Forward-Preise der thyssenkrupp Aktie unter Berücksichtigung der bestehenden Deckelungen berechnet. Die Forward-Ermittlung erfolgt für im Voraus definierte Perioden (Mittelungsperioden) unter Berücksichtigung des Aktienkurses der thyssenkrupp Aktie und der Euro-Zinsstrukturkurve zum Stichtag sowie der angenommenen Dividendenzahlungen der thyssenkrupp AG bis zur Fälligkeit der Wertrechte. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen:

INCENTIVEPLÄNE 2022 / 2023

11. Tranche LTI 12. Tranche LTI 13. Tranche LTI
Fälligkeit 30.9.2024 30.9.2025 30.9.2026
Mittelungsperiode 20.8.-30.9.2024 20.8.-30.9.2025 20.8.-30.9.2026
thyssenkrupp Aktienkurs zum Stichtag 7,23 € 7,23 € 7,23 €
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit 0,15 € zum 7.2.2024 0,15 € zum 7.2.2024 0,15 € zum 5.2.2025 0,15 € zum 7.2.2024 0,15 € zum 5.2.2025 0,15 € zum 11.2.2026
Durchschnittliche Dividendenrendite 2,21 % 2,13 % 2,09 %
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) 4,23 % 3,88 % 3,64 %
Beizulegender Wert per 30.9.2023
- ungedeckelt 7,07 € 6,93 € 6,79 €
- gedeckelt 7,07 € 6,93 € 6,79 €

Im 2. Quartal 2022 / 2023 ist die 10. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 5,37 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 12,1 Mio € abgerechnet worden, nachdem im 2. Quartal 2021 / 2022 die 9. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 9,29 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 36,5 Mio € abgerechnet worden war. Gleichzeitig wurde im Geschäftsjahr 2022 / 2023 dem Vorstand und weiteren Führungskräften die 13. Tranche des LTI gewährt.

Insgesamt enthält das Ergebnis 2022 / 2023 einen Aufwand aus anteilsbasierter Vergütung mit Abgeltung in bar in Höhe von 42 Mio € (Vorjahr: 14 Mio € Ertrag) und einen Aufwand aus anteilsbasierter Vergütung mit Abgeltung in thyssenkrupp Aktien in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 2 Mio € Ertrag). Zum 30. September 2023 beträgt die aus dem LTI resultierende Verpflichtung 63 Mio € (Vorjahr: 32 Mio €). Darüber hinaus werden für die aktienbasierte Vergütung der Mitglieder des Vorstands 0 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €) im Eigenkapital ausgewiesen.

Hintergrund für den Ausweis im Eigenkapital ist, dass alle Vorstandsmitglieder verpflichtet sind, thyssenkrupp Aktien insgesamt im Wert eines Jahresfestgehalts (brutto) zu erwerben und diese für die Dauer ihrer Bestellung zu halten. Dabei handelt es sich um eine anteilsbasierte Vergütung mit Abgeltung in Eigenkapitalinstrumenten. Der jährliche Mindestinvestitionsbetrag beträgt ab dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 25% der Nettoauszahlung aus den erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteilen (STI und LTI) bis das vorgesehene Investitionsvolumen erreicht ist. Maßgeblich für die Erfüllung der Aktienerwerbs- und Haltepflicht ist der Kaufpreis zum Zeitpunkt des Erwerbs. Vgl. dazu auch die Ausführungen zur Vergütung des aktiven Vorstands in Anhang-Nr. 23.

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 wurden den Vorstandsmitgliedern der thyssenkrupp AG 777.171 Wertrechte der 13. Tranche des LTI gewährt, deren Aufteilung nachfolgend dargestellt ist.

Bedingt durch die Tatsache, dass zum Zeitpunkt der Auszahlung dieser Tranche zwei Vorstandsmitglieder nicht mehr dem Vorstand angehören werden, wird die Abgeltung für diese beiden Vorstandsmitglieder komplett in bar erfolgen (Modifikation gemäß IFRS 2). Der Ausweis erfolgt damit nicht mehr im Eigenkapital, sondern in den Rückstellungen.

13. TRANCHE LTI

Anzahl an Wertrechten Durchschnittsgewichteter beizulegender Zeitwert
Abgeltung in thyssenkrupp Aktien (= equity settled) 39.086 3,85 € zum Gewährungszeitpunkt
Abgeltung in bar (= cash settled) 738.085 5,27 € zum Bilanzstichtag

Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts für die 13. Tranche des LTI erfolgte mittels einer Monte-Carlo-Simulation.

Die bewertungsrelevanten Annahmen für die thyssenkrupp Aktie für die Bewertung der 13. Tranche des LTI zum Gewährungszeitpunkt am 13. Oktober 2022 wurden anhand von Marktwerten festgelegt und stellen sich wie folgt dar:

Aktienkurs 4,95 €
Risikoloser Zinssatz 2,80 %
Erwartete Dividendenrendite 2,05 %
Volatilität 62,00 %
Restlaufzeit 3,97 Jahre

Bei der Bewertung wurden für die Berechnung des relativen Total Shareholder Returns die Aktienkurse der Vergleichsunternehmen simuliert. Die hierfür verwendeten Annahmen sind in der folgenden Tabelle enthalten:

Volatilität 22,99% -48,89 %
Risikoloser Zinssatz 2,80 %
Erwartete Dividendenrendite 2,13% -10,64 %
Korrelation mit der thyssenkrupp Aktie -75,18% -75,11 %

Weiterhin wurde eine Zielerreichung für die Ziele ROCE und Nachhaltigkeit sowie die vertraglich festgelegten Auszahlungshöchstgrenzen berücksichtigt.

Die Bewertung des in bar abzugeltenden Anteils erfolgte mittels der Monte-Carlo-Simulation anhand von Annahmen zum Bilanzstichtag, die in der folgenden Tabelle enthalten sind:

INCENTIVEPLÄNE 2022 / 2023

11. Tranche LTI 12. Tranche LTI 13. Tranche LTI
Aktienkurs 7,23 € 7,23 € 7,23 €
Risikoloser Zinssatz 3,91 % 3,55 % 3,34 %
Erwartete Dividendenrendite 2,07 % 2,43 % 2,82 %
Volatilität 44,00 % 44,00 % 44,00 %
Restlaufzeit 1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre

15 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Mio € 30.9.2022 30.9.2023
Pensionen 5.573 5.294
Altersteilzeit 206 150
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 33 30
Insgesamt 5.812 5.474

Pensionen

Die Unternehmen im thyssenkrupp Konzern gewähren Leistungen der betrieblichen Altersversorgung in Form von Leistungs- oder Beitragsplänen in Deutschland sowie in Abhängigkeit von den gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen teilweise auch im Ausland.

Beitragspläne werden regelmäßig durch die (gesetzlich/vertraglich) verpflichtende oder freiwillige Beitragsbereitstellung durch den Arbeitgeber und / oder den Arbeitnehmer finanziert. Die Beiträge werden an eine rechtlich vom Arbeitgeber getrennte Einheit angeführt. Der Arbeitgeber trägt bei dieser Form der Plangestaltung keine, über die Beitragsabführung hinausgehenden, Risiken. Die Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Leistungszusagen werden grundsätzlich unter Berücksichtigung landesspezifischer Regulierung (z.B. lokale Gesetzgebung) oder auf freiwilliger Basis angeboten. Die Leistungen dieser Pläne werden entweder durch vom Arbeitgeber getrennt gehaltenes Pensionsvermögen ("Planvermögen") oder über Pensionsrückstellungen finanziert, wobei der bilanziell ausgewiesene Rückstellungsbetrag den bereits um das jeweilige Planvermögen reduzierten Wert der Pensionsverpflichtungen abbildet.

Die wesentlichen Verpflichtungen aus Leistungsplänen bestehen in Deutschland, in den USA, Großbritannien und Liechtenstein. Auf diese Länder entfallen rd. 96% (Vorjahr: 96%) der konzernweiten Pensionsverpflichtung und 89% (Vorjahr: 90%) des entsprechenden Planvermögens.

In Deutschland bestehen aufgrund historischer Gegebenheiten verschiedenste Versorgungssysteme auf Basis freiwilliger Leistungspläne, welchen unterschiedliche Risikoprofile zugrunde liegen. Die Versorgungspläne sehen regelmäßig Leistungen bei Eintritt eines Invaliditäts- und / oder Todesfalls sowie bei Erreichen der spezifischen Altersgrenze vor und basieren im Wesentlichen auf individuellen oder kollektivrechtlichen Regelungen. In der Vergangenheit wurden die arbeitgeberfinanzierten Versorgungszusagen in Deutschland regelmäßig in Form einer lebenslangen Rentenzahlung auf Basis eines definierten Leistungsversprechens erteilt.

Diese Versorgungszusagen (u.a. endgehaltsabhängige Pläne, Karrieredurchschnittspläne, etc.) wurden schon vor vielen Jahren geschlossen und zum Jahrtausendwechsel durch beitragsorientierte Leistungszusagen mit risikooptimierter Auszahlungsform (Kapital- oder Ratenzahlung bzw. lebenslange Rentenzahlung) ersetzt. Insbesondere für neue Mitarbeiter im Fach- und Führungskräftebereich wurde zum 1. Januar 2017 der "flexplan" eingeführt, welcher die letzte offene "Rentenzusage" bei thyssenkrupp abgelöst hat. Der "flexplan" ist als wertpapiergebundene Versorgungszusage konzipiert, bei der eine jährliche Mindestverzinsung in Höhe von 1% durch den Arbeitgeber garantiert wird.

Ein wichtiger Baustein für mehr Eigenverantwortung bei der betrieblichen Altersversorgung ist die Entgeltumwandlung, die über arbeitgeberfinanzierte Matchingbeiträge gefördert und in allen aktuell offenen Versorgungssystemen angeboten wird. Zum 1. Januar 2020 wurde zur Stärkung der Altersversorgung zudem ein zum "flexplan" identisches Modell nur für die Entgeltumwandlung eingeführt (DC2020), welches durch alle Mitarbeiter genutzt werden kann, die nicht bereits an einer Zusage mit integrierter Entgeltumwandlung teilnehmen können. In Bezug auf die Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung ist insbesondere für den "flexplan" und "DC2020" eine Kapitaldeckung über das konzerneigene Contractual Trust Agreement (CTA) vorgesehen, wodurch die Ausfinanzierungsquote positiv beeinflusst wird. Gleichzeitig sind auch Leistungen aus den Altzusagen über das CTA finanziert, soweit diese über die Sicherungsgrenzen des Pensionssicherungsvereins a.G. (PSV) hinausgehen.

Die Konzerngesellschaften außerhalb Deutschlands gewähren ihren Mitarbeitern größtenteils ebenfalls Zusagen auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung. Diese Zusagen beruhen zum Teil auf gesetzlichen Verpflichtungen oder tarifvertraglichen Regelungen, teilweise wurden diese aber auch freiwillig durch die Konzernunternehmen erteilt. Das Leistungsspektrum der Zusagen ist je nach länderspezifischer Ausgestaltung und Grundlage sehr unterschiedlich und reicht von Beitragsplänen bis hin zu endgehaltsabhängigen Leistungszusagen mit laufender Rentenzahlung.

Außerhalb von Deutschland bestehen wesentliche Pensionsverpflichtungen in Form von Leistungsplänen in den USA, Großbritannien und Liechtenstein. Die Pensionszusagen in Liechtenstein werden aufgrund gesetzlicher Vorschriften für alle sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter angeboten und stehen somit auch neuen Mitarbeitern bei thyssenkrupp zur Verfügung. Demgegenüber wurden die im Wesentlichen freiwillig angebotenen Leistungspläne in Großbritannien und den USA inzwischen für Neueintritte geschlossen und hinsichtlich zukünftiger Dienstzeiten durch Beitragspläne abgelöst.

Die Zusagen außerhalb Deutschlands sind zur Sicherstellung der Zahlungsverpflichtung zu einem wesentlich größeren Ausmaß durch extern separierte Vermögenswerte hinterlegt. Dies ist teilweise bedingt durch rechtliche Mindestfinanzierungsvorschriften, die eine vollständige Ausfinanzierung der Verpflichtung bzw. eine Finanzierung im Kapitaldeckungsverfahren vorsehen. Für weitere Informationen zur Zusammensetzung und Anlagestrategie des Planvermögens verweisen wir auf die Ausführungen zum Planvermögen.

Wesentliche, mit den Versorgungszusagen in unterschiedlicher Konstellation verbundene Risiken sind, neben vor allem finanziellen Risiken, regelmäßig im Bereich der Inflation sowie der Biometrie zu finden.

Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der Verpflichtungen aus Leistungsplänen führen können, bestehen, da es sich bei einigen Plänen um (end-)gehaltsabhängige Zusagen handelt bzw. jährliche Versorgungsbausteine unmittelbar an die aktuellen Gehälter gekoppelt sind (beitragsorientierte Zusagen). Ein Anstieg der Gehälter oberhalb des bei der Bewertung der Verpflichtung unterstellten Gehalts-/ Karrieretrends würde insoweit auch eine direkte Erhöhung der Rückstellungen (Past-Service-Effekt bei (End-)Gehaltsbezug) oder der künftigen Dienstzeitaufwendungen (beitragsorientierte Zusagen) bedingen.

Zum anderen können zusätzliche Belastungen aus der Notwendigkeit eines über dem unterstellten Rententrend liegenden tatsächlichen Inflationsausgleichs während der Rentenzahlungsphase resultieren, welche zu einer sofortigen Erhöhung der Rückstellung führen. Eine entsprechende Verpflichtung zum Ausgleich des Kaufkraftverlustes besteht auf Basis einer gesetzlichen Regelung bei wesentlichen Teilen der Versorgungszusagen in Deutschland. Die Verpflichtung zum Inflationsausgleich kann aber auch durch (tarif-)vertragliche Vereinbarungen geregelt sein oder freiwillig bzw. diskretionär getroffen werden.

Biometrische Risiken können hingegen entweder durch vorzeitige Versorgungsfälle (Bilanzsprungrisiko nach Tod bzw. Invalidität) oder die Unterschätzung der unterstellten Lebenserwartung bei Rentenzusagen (Langlebigkeitsrisiko) ausgelöst werden und führen ebenfalls zu einer Belastung des Unternehmens aufgrund unerwarteter Rückstellungserhöhungen sowie gegebenenfalls vorzeitiger Mittelabflüsse.

Risiken aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes sind rein bilanziell, d.h. es erfolgt eine erfolgsneutrale Anpassung der Rückstellungen gegen das sonstige Ergebnis im Eigenkapital. Die Mittelabflüsse bleiben hiervon jedoch unberührt.

Die Pensionszusagen in Deutschland berücksichtigen in Teilen eine mehrfache Zählung einzelner Begünstigter aufgrund von Anwartschaften in unterschiedlichen Bausteinen der Versorgungssysteme. Die Gesamtzahl der Pensionszusagen teilt sich wie folgt auf:

AUFTEILUNG DER PENSIONSZUSAGEN NACH BEGÜNSTIGTENGRUPPEN

30.9.2022 30.9.2023
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
Aktive 98.157 21.790 119.947 99.759 23.965 123.724
Mit unverfallbaren Ansprüchen ausgeschiedene Mitarbeiter 29.629 3.367 32.996 30.375 3.039 33.414
Rentner 83.008 7.642 90.650 78.810 7.626 86.436
Insgesamt 210.794 32.799 243.593 208.944 34.630 243.574

Veränderung des Anwartschaftsbarwerts und des Planvermögens

Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

VERÄNDERUNG ANWARTSCHAFTSBARWERT UND PLANVERMÖGEN

30.9.2022 30.9.2023
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes:
Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres 7.638 2.324 9.962 5.624 1.888 7.512
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 139 35 174 85 30 115
Zinsaufwand 66 35 102 198 69 266
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/ Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen 179 28 208 107 4 111
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/ Verluste aus Veränderungen der demografischen Annahmen 0 -3 -3 4 -17 -13
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/ Verluste aus Veränderungen bei den finanziellen Annahmen -1.991 -582 -2.573 -265 -19 -284
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 -24 -24 1 -1 0
Planabgeltungen 0 0 0 0 0 0
Kursdifferenzen 0 190 190 0 -47 -47
Beiträge der Arbeitnehmer 0 22 22 0 25 25
Rentenzahlungen -364 -118 -482 -373 -112 -485
Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen 0 0 0 0 -25 -25
Veränderung Konsolidierungskreis -45 -18 -63 0 0 0
Sonstiges 0 0 0 0 0 0
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 5.624 1.888 7.512 5.381 1.794 7.174
Veränderung des Planvermögens:
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Anfang des Geschäftsjahres 242 2.258 2.500 200 1.884 2.084
Zinsertrag 2 36 38 7 70 78
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge -25 -514 -539 8 -44 -36
Kursdifferenzen 0 171 171 0 -40 -40
Beiträge der Arbeitgeber 6 28 34 7 32 39
Beiträge der Arbeitnehmer 7 22 29 7 25 32
Rentenzahlungen -30 -113 -143 -32 -105 -137
Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen 0 0 0 0 -25 -25
Veränderung Konsolidierungskreis -3 0 -3 0 0 0
Verwaltungskosten 0 -4 -4 0 -3 -3
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres 200 1.884 2.084 197 1.795 1.992

Die Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen in 2022 / 2023 betrafen ein Abfindungsprogramm in den USA. Der Ertrag aus dem nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand in 2021 / 2022 resultiert aus der Reduktion des Umwandlungssatzes bei den Pensionszusagen in Liechtenstein. Der Stiftungsrat des Pensionsplans hat hiermit auf das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie die im Grundsatz zu beobachtende Längerlebigkeit der Mitarbeiter reagiert.

Vom Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres in Höhe von insgesamt 7.174 Mio € (Vorjahr: 7.512 Mio €) beziehen sich 4.530 Mio € (Vorjahr: 4.784 Mio €) auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden, und 2.644 Mio € (Vorjahr: 2.727 Mio €) auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden.

Veränderung der Nettoschuld und des Asset Ceiling

Die Nettoschuld aus Leistungsplänen hat sich wie folgt entwickelt:

VERÄNDERUNG NETTOSCHULD

30.9.2022 30.9.2023
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
Nettoschuld am Anfang des Geschäftsjahres 7.396 115 7.511 5.424 38 5.461
Dienstzeitaufwand zuzüglich Nettozinsaufwand 203 35 238 276 30 305
Effekte aus der Neubewertung -1.787 -59 -1.846 -162 1 -160
Kursdifferenzen 0 19 19 0 -8 -8
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 -24 -24 1 -1 0
Beiträge der Arbeitgeber -6 -28 -34 -7 -32 -39
Beiträge der Arbeitnehmer -7 0 -7 -7 0 - 7
Rentenzahlungen -334 -5 -339 -341 -7 -348
Veränderung Konsolidierungskreis -42 -18 -61 0 0 0
Verwaltungskosten 0 4 4 0 3 3
Nettoschuld am Ende des Geschäftsjahres 5.424 38 5.461 5.183 24 5.208
davon: Rückstellungen für Pensionen 5.424 149 5.573 5.183 110 5.294
davon: Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 0 -112 -112 0 -86 -86

Der nach den Regelungen zur Begrenzung eines Vermögenswertes (Asset Ceiling) und auf Grund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen zu ermittelnde Betrag hat sich wie folgt entwickelt:

VERÄNDERUNG ASSET CEILING (EINSCHL. MINDESTDOTIERUNGEN)

30.9.2022 30.9.2023
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
Betrag am Anfang des Geschäftsjahres 0 49 49 0 34 34
Zinsaufwand/-ertrag(-) 0 1 1 0 2 2
Neubewertung: Begrenzung auf die Obergrenze für den Vermögenswert ohne die im Zinsaufwand/-ertrag enthaltenen Beträge 0 -16 -16 0 -10 - 10
Kursdifferenzen 0 0 0 0 0 0
Betrag am Ende des Geschäftsjahres 0 34 34 0 25 25

Netto-Pensionsaufwendungen

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungspläne setzen sich wie folgt zusammen:

NETTO-PENSIONSAUFWENDUNGEN

2021/2022 2022/2023
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 139 35 174 85 30 115
Nettozinsaufwand 64 0 64 191 0 190
Verwaltungskosten 0 4 4 0 3 3
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 -24 -24 1 -1 0
Netto-Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Pläne 203 14 218 276 32 308

Der Ertrag aus dem nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand in 2021 / 2022 resultiert aus der Reduktion des Umwandlungssatzes bei den Pensionszusagen in Liechtenstein. Der Stiftungsrat des Pensionsplans hat hiermit auf das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie die im Grundsatz zu beobachtende Längerlebigkeit der Mitarbeiter reagiert.

Bewertungsannahmen

Die Ansätze für die Diskontierungssätze, die Gehaltssteigerungsraten und den Rententrend, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zugrunde liegen, wurden nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet und pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgesetzt. Zur Ableitung der jeweiligen Diskontierungssätze wird dabei grundsätzlich auf Renditen festverzinslicher, laufzeit- und währungsadäquater Unternehmensanleihen zurückgegriffen, die von den Ratingagenturen mit einem Rating von "AA" bewertet werden. Zum 30. September 2023 lag der Diskontierungssatz bei den Pensionsverpflichtungen in Deutschland bei 4,2% (Vorjahr: 3,7%).

Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen (= gewichteter Durchschnitt) zugrunde gelegt:

DURCHSCHNITTLICHE BEWERTUNGSFAKTOREN

30.9.2022 30.9.2023
in % Deutschland Übrige Länder Insgesamt Deutschland Übrige Länder Insgesamt
Diskontierungssatz 3,70 3,93 3,76 4,20 3,83 4,11
Gehaltsdynamik 3,00 1,42 2,76 3,00 1,63 2,77
Rentendynamik 2,20 1,66 2,13 2,20 1,62 2,14

Die Bewertung der deutschen Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis der an die konzernspezifischen Verhältnisse angepassten "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck. In den übrigen Ländern wurden im Wesentlichen folgende biometrische Rechnungsgrundlagen verwendet: USA: Für Planteilnehmer mit lebenslanger Rente: planspezifische Sterbetafel, für Planteilnehmer ohne lebenslange Rente: PRI-2012 modifiziert gemäß MP-2021 für Blue Collars (Arbeiter); Großbritannien: Series Tables angepasst auf das CMI2022 Model; Liechtenstein: BVG2020 Gen (bei Invalidität 80% BVG2020).

Alternative Annahmen (jeweils gewichteter Durchschnittssatz über sämtliche in- und ausländische Pensionsverpflichtungen) würden zu den in der folgenden Übersicht dargestellten Veränderungen des Anwartschaftsbarwertes und damit zu entgegengesetzten Veränderungen des Eigenkapitals führen. Bei der Darstellung der Effekte ist jeweils die Änderung einer Annahme bei Konstanz aller weiteren Annahmen unterstellt:

SENSITIVITÄTSANALYSE

30.9.2022 30.9.2023
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes
(Mio €)
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes
(Mio €)
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Diskontierungssatz Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte -275 -108 -252 -104
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte 297 119 270 113
Gehaltsdynamik Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte 5 5 4 5
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte -5 -5 -4 -5
Rentendynamik Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 83 20 82 22
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -82 -20 -81 -22
Sterbewahrscheinlichkeit Verringerung um 10,0 Prozentpunkte 176 65 168 63

Zur Untersuchung der Sensitivität des Anwartschaftsbarwertes gegenüber einer Veränderung der angenommenen Sterblichkeit bzw. Lebenserwartung wurden die Sterbewahrscheinlichkeiten für das Alter ab Rentenbeginn in einer Vergleichsberechnung um 10% abgesenkt. Dies entspricht für heute 63- bis 65-jährige Leistungsempfänger etwa einer Erhöhung der Lebenserwartung bei Übergang in den Ruhestand um ein Jahr.

Planvermögen

Der Großteil des Planvermögens des Konzerns befindet sich in den USA, in Großbritannien, in Liechtenstein und zu einem geringeren Umfang in Deutschland sowie einigen anderen europäischen Ländern. Das Planvermögen ist in diversifizierte Portfolios investiert, die jeweils verschiedene Anlageklassen umfassen. Hiermit soll eine unter Risiko- und Renditeaspekten optimale Aufteilung der Anlageklassen erreicht werden. Die Anlageklassen des Planvermögens umfassen im Wesentlichen nationale und internationale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere staatlicher und nichtstaatlicher Emittenten, Immobilienvermögen sowie Anteile an hochdiversifizierten Fonds. Das Planvermögen der Pensionspläne enthält keine Gläubigerpapiere oder eigenen Aktien sowie kein selbstgenutztes Immobilienvermögen von thyssenkrupp.

Bei der Anlage des Planvermögens bedient sich der Konzern professioneller Investmentmanager, die auf Basis spezifischer Anlagerichtlinien agieren. Die Anlageausschüsse des jeweiligen Plans setzen sich aus leitenden Mitarbeitern des Finanzbereichs und anderen qualifizierten Führungskräften zusammen. Sie tagen regelmäßig, um die Risiken und die Performance wesentlicher Vermögenswerte zu überprüfen; darüber hinaus bewilligen sie die Auswahl bzw. die Vertragsverlängerung externer Fondsmanager.

Für die wesentlichen Teile des Planvermögens des Konzerns werden des Weiteren regelmäßig Asset-Liability-Studien durchgeführt. Hierbei wird die Struktur der Pensionsverpflichtungen durch Aktuare im Detail analysiert (u.a. im Hinblick auf Altersstruktur, Duration, mögliche Zins-/Inflationsrisiken) und daraus die jeweilige Anlagestrategie sowie das Zielportfolio des Planvermögens abgeleitet bzw. aktualisiert. Für Zwecke des Risikomanagements können im Rahmen der Kapitalanlage Strategien zur Anwendung kommen, bei denen sich die Vermögensanlage an den Pensionsverpflichtungen orientiert (Liability Driven Investment).

Durch die oben erläuterten, etablierten Prozesse zur Steuerung und Überwachung des Planvermögens wird den im Zusammenhang mit der Vermögensanlage am Kapitalmarkt üblichen Risiken - Kontrahenten-, Liquiditäts-/Markt- und sonstigen Risiken - begegnet.

Wie oben beschrieben, bestehen die wesentlichen Pensionszusagen in den Ländern Deutschland, USA, Großbritannien und Liechtenstein. Das Planvermögen dieser Länder beträgt zum Stichtag 89% (Vorjahr: 90%) des gesamten Planvermögens. Das Portfolio dieser wesentlichen Planvermögenswerte umfasst zum Bilanzstichtag folgende Anlageklassen:

PORTFOLIOSTRUKTUR DES WESENTLICHEN PLANVERMÖGENS

30.9.2022
Beizulegender Zeitwert
(Mio €)
Anlageklassen Insgesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Anteil am wesentlichen Planvermögen
(in %)
Aktien 508 477 31 27
Anleihen 982 970 12 53
Derivate 6 6 0 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 105 105 0 6
Sonstige 265 189 76 14
Insgesamt 1.866 1.747 119 100
30.9.2023
Beizulegender Zeitwert
(Mio €)
Anlageklassen Insgesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt
Aktien 525 497
Anleihen 909 892
Derivate 5 5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 65 65
Sonstige 265 197
Insgesamt 1.768 1.656
30.9.2023
Beizulegender Zeitwert
(Mio €)
Anlageklassen Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Anteil am wesentlichen Planvermögen
(in %)
Aktien 28 30
Anleihen 17 51
Derivate 0 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 4
Sonstige 67 15
Insgesamt 112 100

Grundsätzlich führt der Konzern dem Planvermögen lediglich Beträge zu, die zur Erfüllung der gesetzlichen Minimalzuführungserfordernisse des jeweiligen Landes erforderlich sind. In den USA richten sich die Minimaldotierungen teilweise nach gewerkschaftlichen Regelungen. Darüber hinaus leistet der Konzern von Zeit zu Zeit nach eigenem Ermessen zusätzliche Zuführungen. Für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 erwartet thyssenkrupp Zuführungen zum Planvermögen durch den Arbeitgeber in Höhe von 46 Mio € (Vorjahr: 43 Mio €).

Pensionszahlungen

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 wurden Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland von 373 Mio € (Vorjahr: 364 Mio €) im Wesentlichen aus den Rückstellungen und für Pläne in den übrigen Ländern von 112 Mio € (Vorjahr: 118 Mio €) im Wesentlichen aus dem Planvermögen geleistet. In den kommenden zehn Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet:

KÜNFTIGE PENSIONSZAHLUNGEN

Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt
(für die Geschäftsjahre)
2023/2024 470 128 599
2024/2025 408 126 534
2025/2026 397 127 524
2026/2027 411 128 539
2027/2028 401 131 532
2028/2029-2032/2033 1.822 652 2.474
Insgesamt 3.909 1.293 5.201

Die durchschnittliche gewichtete Laufzeit der leistungsorientierten Pläne beträgt in Deutschland 10 Jahre (Vorjahr: 10 Jahre) und für die übrigen Länder 12 Jahre (Vorjahr: 12 Jahre).

Beitragspläne

Für die im In- und Ausland über Pensionskassen/-fonds bzw. vergleichbare Versorgungseinrichtungen bereitgestellte Pläne erbringen Unternehmen des thyssenkrupp Konzerns Beitragsleistungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Einkommen der Mitarbeiter oder in Abhängigkeit von der Höhe der Beitragsleistungen der Mitarbeiter. Der Gesamtaufwand aus als beitragsorientierte Pläne bilanzierten Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 28 Mio € (Vorjahr: 23 Mio €). Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger von 462 Mio € (Vorjahr: 454 Mio €) gezahlt.

Altersteilzeit

Insbesondere bei deutschen Gesellschaften bestehen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen. Hierbei erbringt der Arbeitnehmer Vorleistungen durch Mehrarbeit, die nach dem Ausscheiden durch ratierliche Zahlungen entgolten werden. Zusätzlich wird den Mitarbeitern eine Aufstockung auf die gezahlten Entgelte gewährt. Für die Verpflichtungen wurden Rückstellungen nach IAS 19 "Employee Benefits" angesetzt.

16 Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen

RÜCKSTELLUNGEN FÜR LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER UND SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Mio € Leistungen an Arbeitnehmer Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen Sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken Restrukturierungen
Stand am 30.9.2022 393 392 264 176
Währungsunterschiede -5 -10 -3 -1
Veränderung Konsolidierungskreis 8 32 -2 2
Zuführungen 230 101 118 33
Aufzinsung 7 0 0 0
Umgliederung 1 -8 0 0
Inanspruchnahmen -190 -54 -93 -90
Auflösungen -28 -29 -73 -26
Stand am 30.9.2023 417 425 211 94
Mio € Entfernungsverpflichtungen Sonstige
Stand am 30.9.2022 307 560
Währungsunterschiede 0 -4
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -7
Zuführungen 40 261
Aufzinsung -4 0
Umgliederung 0 0
Inanspruchnahmen -5 -265
Auflösungen -26 -69
Stand am 30.9.2023 312 476
Mio € Insgesamt
Stand am 30.9.2022 2.092
Währungsunterschiede -22
Veränderung Konsolidierungskreis 33
Zuführungen 784
Aufzinsung 3
Umgliederung -7
Inanspruchnahmen -697
Auflösungen -250
Stand am 30.9.2023 1.936

Vom Gesamtbetrag der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und der sonstigen Rückstellungen zum 30. September 2023 sind 1.271 Mio € (Vorjahr: 1.436 Mio €) kurzfristig und 665 Mio € (Vorjahr: 657 Mio €) langfristig. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen in Höhe von 1.047 Mio € (Vorjahr: 1.030 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die Auflösungen für Rückstellungen für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken betreffen insbesondere das Segment Multi Tracks. Die Auflösungen für sonstige Rückstellungen ergaben sich im Wesentlichen bei den Segmenten Materials Services und Steel Europe.

Mit den Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden vor allem Jubiläumszuwendungen und Verpflichtungen aus den Management Incentiveplänen erfasst, während Sozialplan- und ähnliche Aufwendungen in der Rückstellung für Restrukturierungen innerhalb der Personalstrukturmaßnahmen berücksichtigt sind. Pensionsähnliche Verpflichtungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, die zum Teil auch im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen entstanden sind, sind Bestandteil der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Die Rückstellung für Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen umfasst sowohl die Haftung des Konzerns für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte (Gewährleistung) als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden zu ersetzen (Produkthaftung).

Die Rückstellung für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken besteht im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Die Restrukturierungsrückstellung umfasst neben den rückstellungsfähigen Personalstrukturmaßnahmen auch Rückstellungen für Sachstrukturmaßnahmen, die im Rahmen der Aufgabe von betrieblichen Bereichen für Kosten gebildet werden, die aus Maßnahmen resultieren, die keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren. In allen Segmenten wurden Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Von den im Berichtsjahr erfassten Zuführungen zu Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 33 Mio € entfallen 11 Mio € auf Multi Tracks, 6 Mio € auf Steel Europe, 5 Mio € auf Automotive Technology, 4 Mio € auf Materials Services, 3 Mio € auf Marine Systems, jeweils 1 Mio € auf Bearings und Forged Technologies sowie 2 Mio € auf die Einheit Service Units.

Die Rückstellung für Entfernungsverpflichtungen besteht im Wesentlichen aus Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden und für Rekultivierungsmaßnahmen. Die Abwicklung von Bergschäden und Rekultivierungsverpflichtungen erstreckt sich typischerweise über lange Zeiträume von teilweise mehr als 30 Jahren. Die technischen Rahmenbedingungen sind als sehr komplex einzuschätzen. Entsprechend bestehen Unsicherheiten über den zeitlichen Anfall und die konkrete Höhe der Aufwendungen. Die Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden mit einer Laufzeit von mehr als 30 Jahren betragen zum 30. September 2023 124 Mio € (Vorjahr: 118 Mio €). Für die Ermittlung wurde ein laufzeitadäquater Diskontierungszinssatz in Höhe von 3,75% (Vorjahr: 3,9%) zugrunde gelegt. Die Veränderung der Verpflichtung resultiert insbesondere aus der Zinssenkung.

Unter den sonstigen Rückstellungen werden die Rückstellungen für Prozessrisiken, die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen und die Rückstellungen für sonstige Risiken ausgewiesen, die aus Einzelsachverhalten resultieren, die sich keiner anderen Position zuordnen lassen.

17 Finanzschulden

FINANZSCHULDEN

Buchwerte
Mio €
30.9.2022 30.9.2023
Anleihen 2.095 599
Schuldscheindarlehen 12 12
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 79 53
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 497 555
Sonstige Darlehen 104 94
Langfristige Finanzschulden 2.786 1.313
Anleihen 999 1.499
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 57 36
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 133 123
Sonstige Darlehen 6 53
Kurzfristige Finanzschulden 1.195 1.712
Finanzschulden 3.981 3.025

Die kurzfristigen Finanzschulden beinhalten Finanzschulden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, während die langfristigen Finanzschulden eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.

Finanzschulden in Höhe von 64 Mio € (Vorjahr: 89 Mio €) sind durch Grundpfandrechte besichert.

Per 30. September 2023 sind von den Finanzschulden insgesamt Disagien in Höhe von 3 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €) abgesetzt und wie im Vorjahr keine Agien aufgeschlagen. Die Verrechnung der Disagien und Agien ist im Finanzergebnis enthalten.

ANLEIHEN UND SCHULDSCHEINDARLEHEN

30.9.2022 Buchwert
in Mio €
30.9.2023 Buchwert
in Mio €
Nominalwert 30.9.2023 Zinssatz
in %
Beizulegender Zeitwert in Mio € 30.9.2023 Fälligkeit
Anleihe thyssenkrupp AG (600 Mio €) 2015 / 2025 598 599 600 2,500 585 25.2.2025
Anleihe thyssenkrupp AG (1.500 Mio €) 2019/ 2024 1.497 1.499 1.500 2,875 1.489 22.2.2024
Anleihe thyssenkrupp AG (1.000 Mio €) 2019/ 2023 999 - - - 6.3.2023
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (4 Mio €) 2019 / 2024 4 4 4 2,300 3 30.12.2024
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (8 Mio €) 2022 / 2025 8 8 8 2,500 8 30.6.2025
Insgesamt 3.106 2.110 2.112 2.085

Am 6. März 2023 wurde die Anleihe der thyssenkrupp AG über 1.000 Mio € fristgerecht zurückgezahlt.

Die thyssenkrupp AG hat mit ihren Finanzpartnern bilaterale Kreditvereinbarungen über insgesamt 1,5 Mrd € getroffen, denen zufolge sie Kredite in Euro oder US-Dollar revolvierend in Anspruch nehmen kann (Roll-Over-Finanzierungen). Zum 30. September 2023 waren diese fest zugesagten Kreditvereinbarungen in Höhe von 1,5 Mrd € nicht in Anspruch genommen.

Die Fälligkeiten der Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) verteilen sich wie folgt auf die nächsten fünf Jahre und die Zeit danach:

FÄLLIGKEITEN FINANZSCHULDEN (OHNE VERBINDLICHKEITEN AUS LEASINGVERHÄLTNISSEN)

Mio € (für die Geschäftsjahre) Gesamte Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) Davon: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2023/2024 1.589 36
2024/2025 628 17
2025/2026 107 13
2026/2027 8 8
2027/2028 8 8
nach 2027 / 2028 7 7
Insgesamt 2.347 90

Darüber hinaus bestehen Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von 678 Mio € (Vorjahr: 629 Mio €).

18 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 257 Mio € (Vorjahr: 275 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

19 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

30.9.2022 30.9.2023
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 724 41 774 13
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 107 - 111 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 148 - 21 -
Insgesamt 980 41 906 13

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 25 Mio € (Vorjahr: 57 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

20 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

30.9.2022 30.9.2023
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Absatz- und beschaffungsmarktbezogene Verbindlichkeiten 289 - 277 -
Verbindlichkeiten aus Put-Optionen 0 15 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft 797 - 765 -
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 89 82
Rechnungsabgrenzungsposten 11 - 11 -
Verbindlichkeiten aus Steuern (ohne Ertragsteuern) 298 241
Übrige 238 0 183 0
Insgesamt 1.722 15 1.558 0

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 17 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

21 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Die thyssenkrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochterunternehmen haben Bürgschaften oder Garantien zugunsten von Geschäftspartnern ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Maximale Haftungsvolumen Rückstellung
Mio € 30.9.2022 30.9.2023 30.9.2022 30.9.2023
Anzahlungsgarantien 10 3 0 0
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 385 17 1 0
Zahlungsgarantien 58 20 0 1
Sonstige Haftungserklärungen 6 5 0 0
Insgesamt 459 45 1 1

Der Rückgang der Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien resultiert im Wesentlichen aus Haftungsentlassungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Mining-Geschäfts.

Der thyssenkrupp Konzern hat für die TK Elevator GmbH und deren Tochtergesellschaften Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von deren Auftraggebern über 14 Mio € (Vorjahr: 21 Mio €) ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Das Erwerberkonsortium hat sich verpflichtet, thyssenkrupp von Aufwendungen im Zusammenhang mit den Bürgschaften und Garantien bis zu deren vollständigen Ablösung schadlos zu halten. Darüber hinaus hat thyssenkrupp als zusätzliche Sicherheit Garantien in gleichlautender Höhe von dem Erwerber erhalten.

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von drei Monaten bis zu fünf Jahren.

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung oder die Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern.

Alle durch die thyssenkrupp AG oder durch die Tochterunternehmen ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen, aus dem zugrundeliegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

thyssenkrupp haftet aus Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Personengesellschaften und Arbeitsgemeinschaften gesamtschuldnerisch.

thyssenkrupp hat Eventualverbindlichkeiten bei den folgenden wesentlichen Rechtsstreitigkeiten:

Die Firma SysCo hat 2012 vor dem High Court of Sindh at Karachi in Pakistan gegen thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Atlas Elektronik GmbH sowie sieben weitere Beklagte aus dem thyssenkrupp Konzern Klage erhoben auf Zahlung von 139 Mio €. SysCo macht vertragliche Ansprüche und Schadenersatz aus einem erfolglos beendeten Vertriebsprojekt geltend. Aus prozessualen Gründen hatte das Gericht 2014 zwei der weiteren Beklagten aus dem Verfahren entlassen. Im September 2023 wurde, noch ohne Ergebnis, über die Entlassung weiterer Beklagter aus dem Verfahren verhandelt. Eine Verhandlung in der Sache hat bisher nicht stattgefunden; ein Termin wird von Amts wegen anberaumt.

Die Republik Korea macht vor dem ICC schiedsgerichtlich Schadensersatz in Höhe von 201 Mio € gegen thyssenkrupp Marine Systems GmbH wegen verzögerter Ablieferung von U-Booten geltend, die aus Materialpaketen von thyssenkrupp Marine Systems von koreanischen Werften gebaut und an die Republik Korea geliefert wurden. Da die Materialpakete pünktlich an die Werften geliefert wurden, sieht thyssenkrupp Marine Systems die Verantwortung bei den koreanischen Werften, die aufgrund eigener bilateraler Verträge gegenüber der Republik Korea in der Bau- und Lieferverpflichtung waren. Die Republik Korea nimmt die Bauwerften in separaten Verfahren in Anspruch.

Im Zusammenhang mit der früheren Mehrheitsbeteiligung von Industrial Solutions an der griechischen Werft Hellenic Shipyards (HSY) und dem Bau von U-Booten für die griechische Marine verlangt die griechische Regierung (schieds-)gerichtlich Schadenersatz in Höhe von 2,2 Mrd € von der thyssenkrupp Industrial Solutions AG und der thyssenkrupp Marine Systems GmbH sowie von HSY und den jetzigen Mehrheitsgesellschaftern von HSY. Alle vertraglichen Verpflichtungen von thyssenkrupp Marine Systems und anderen thyssenkrupp Gesellschaften gegenüber der griechischen Regierung sind seit 2010 erfüllt, so dass die gegen thyssenkrupp Unternehmen geltend gemachten Ansprüche seitens thyssenkrupp als unbegründet eingestuft wurden. Das Schiedsgericht ist dem gefolgt und hat mit einem Teilschiedsurteil im September 2023 die gegen thyssenkrupp Unternehmen erhobenen Ansprüche abgewiesen. Das Schiedsverfahren erstreckt sich daher in der Sache nur noch auf Ansprüche, die gegen weitere Beklagte gerichtet sind. Da über die Verteilung der Prozesskosten erst einheitlich am Schluss entschieden wird, sind die thyssenkrupp Unternehmen formal noch Beteiligte des Verfahrens.

Die Al-Jafr Trading Contracting Company, Mitgesellschafterin einer Gesellschaft in Saudi-Arabien, macht anwaltlich Schadenersatz in Höhe von 74 Mio € gegenüber der thyssenkrupp Industrial Solutions AG wegen Verletzung von Gesellschafterrechten geltend. thyssenkrupp schätzt die Erfolgsaussichten der Ansprüche als gering ein.

Die Nissan Mexicana S.A. de C.V. hat im 3. Quartal 2022 / 2023 gegen die thyssenkrupp Components Technology de Mexico, S.A. de C.V. (tk CT) Klage auf Schadenersatz in Höhe von 74 Mio € wegen angeblich fehlerhafter zwischen 2006 und 2012 gelieferter Schraubenfedern eingereicht. tk CT bestreitet eine Haftung aus verfahrens- und tatsächlichen Gründen und hat fristgerecht Klageerwiderung eingereicht.

Darüber hinaus sind gegen thyssenkrupp Konzernunternehmen weitere gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüche geltend gemacht worden oder können zukünftig eingeleitet oder geltend gemacht werden. Aus dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen oder Unternehmensteilen ergeben sich Auseinandersetzungen, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Leistung von Schadenersatz oder zu steuerlichen Belastungen führen können. Ferner werden beispielsweise aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern oder Subunternehmern Ansprüche erhoben. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet thyssenkrupp jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat genannten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich zum 30. September 2023 auf 2.372 Mio € (Vorjahr: 898 Mio €) und betrifft in Höhe von 1.450 Mio € den Bau der Direktreduktionsanlage im Segment Steel Europe, die zu wesentlichen Teilen von den von der Bundesregierung und dem Land Nordrhein-Westfalen gewährten Investitionszuschüssen gedeckt sind.

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 2.258 Mio € (Vorjahr: 3.357 Mio €). Diese betreffen im Wesentlichen die Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Strom- und Gaslieferverträgen im Konzern. Darüber hinaus enthalten die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in 2022 / 2023 Verpflichtungen aus eingegangenen Leasingverhältnissen, für die gemäß IFRS 16 noch kein Nutzungsrecht bzw. keine Leasingverbindlichkeit bilanziert wurde, in Höhe von 3 Mio € (Vorjahr: 11 Mio €). Daneben bestehen bei Steel Europe langfristige Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets, aus denen Abnahmeverpflichtungen bis maximal zum 31. März 2026 resultieren. Aufgrund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz wurden für die Bewertung der gesamten Abnahmeverpflichtungen die zum Berichtszeitpunkt gültigen Erzpreise zugrunde gelegt; hieraus ergeben sich Abnahmeverpflichtungen von 936 Mio € (Vorjahr: 1.327 Mio €).

Abgestellt auf die Risikotragfähigkeit des Konzerns bzw. der einzelnen Konzernunternehmen bestehen in den verschiedenen Versicherungssparten angemessene Selbstbeteiligungen. Der Eintritt eines oder mehrerer Schadensfälle kann zu einer Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns führen.

22 Finanzinstrumente

In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte, Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Klassen dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen aus Finance Lease und Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen, die Vertragsvermögenswerte sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IFRS 9 angehören.

FINANZINSTRUMENTE 30.9.2022

Bewertungskategorie nach IFRS 9
Mio € Buchwert lt. Bilanz 30.9.2022 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.277 2.869 2.408
Vertragsvermögenswerte 1.895
Forderungen aus Finance Lease 21
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.563 1.311 130 64
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.311
Eigenkapitalinstrumente 13
Fremdkapitalinstrumente 38
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 117
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 1 26
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7.638 7.638
Summe finanzielle Vermögenswerte 16.393 -
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 3.352 3.352
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 629
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.807 4.807
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.020 765 107 148
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 765
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 107
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 148
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 9.808
Bewertungskategorie nach IFRS 9 Bewertung nach IFRS 16/ IFRS 15
Mio € Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling) Fortgeführte Anschaffungskosten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease)
Vertragsvermögenswerte 1.895
Forderungen aus Finance Lease 21
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 59
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte
Eigenkapitalinstrumente 59
Fremdkapitalinstrumente
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen)
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 629
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
Mio € Beizulegender Zeitwert 30.9.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.376
Vertragsvermögenswerte 0
Forderungen aus Finance Lease 21
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.584
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.331
Eigenkapitalinstrumente 71
Fremdkapitalinstrumente 38
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 117
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 27
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7.638
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 3.191
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 629
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.807
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.020
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 765
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 107
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 148
Summe finanzielle Verbindlichkeiten

FINANZINSTRUMENTE 30.9.2023

Bewertungskategorie nach IFRS 9
Mio € Buchwert lt. Bilanz 30.9.2023 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 4.748 3.567 1.181
Vertragsvermögenswerte 1.758
Forderungen aus Finance Lease 17
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.548 1.335 61 80
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.335
Eigenkapitalinstrumente 13
Fremdkapitalinstrumente 48
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 48
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 32
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7.339 4.679 2.660
Summe finanzielle Vermögenswerte 15.411 -
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 2.347 2.347
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 678
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.270 4.270
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 919 787 111 21
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 787
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 111
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 21
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 8.215
Bewertungskategorie nach IFRS 9 Bewertung nach IFRS 16/ IFRS 15
Mio € Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling) Fortgeführte Anschaffungskosten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease)
Vertragsvermögenswerte 1.758
Forderungen aus Finance Lease 17
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 72
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte
Eigenkapitalinstrumente 72
Fremdkapitalinstrumente
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen)
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 678
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
Mio € Beizulegender Zeitwert 30.9.2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 4.748
Vertragsvermögenswerte 0
Forderungen aus Finance Lease 17
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.579
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.366
Eigenkapitalinstrumente 85
Fremdkapitalinstrumente 48
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 48
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 32
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.679
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 2.324
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 678
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.270
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 919
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 787
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 111
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 21
Summe finanzielle Verbindlichkeiten

Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Für die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Geldmarktfonds sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.

Für die Vorzugsaktien im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung, welche als Eigenkapitalinstrument klassifiziert sind, wurde aufgrund der Bedeutung das Wahlrecht ausgeübt, diese erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (ohne Recycling) zu bilanzieren. In den sonstigen übrigen finanziellen Vermögenswerten sind die Darlehen aus der Elevator-Transaktion enthalten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden; vgl. dazu auch Anhang-Nr. 03. Die übrigen Eigenkapitalinstrumente und Fremdkapitalinstrumente werden grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert, soweit vorhanden, auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor, erfolgt eine Bewertung der Eigen- und Fremdkapitalinstrumente durch Diskontierung der zukünftigen Cashflows auf Basis der aktuellen marktüblichen Zinsen über die Restlaufzeit der Finanzinstrumente.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrundeliegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrundeliegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/ Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cashflows stattfinden.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen. Das Hedge Accounting für CO 2 -Termingeschäfte wurde mit Beginn des Geschäftsjahres 2022 / 2023 aufgegeben. Marktwertschwankungen werden damit nicht mehr erfolgsneutral im Eigenkapital, sondern erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der Umsatzkosten erfasst.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen langfristigen Finanzverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte annähernd den beizulegenden Zeitwerten.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.9.2022

Mio € 30.9.2022 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 117 0 117 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 1 0 1 0
Eigenkapitalinstrumente 13 7 5 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.408 2.408
Eigenkapitalinstrumente 59 59
Fremdkapitalinstrumente (bewertet zum beizulegenden Zeitwert) 38 38 0 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 26 0 26 0
Insgesamt 2.661 45 149 2.467
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 107 0 107 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 148 0 148 0
Insgesamt 255 0 255 0

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.9.2023

Mio € 30.9.2023 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 48 0 48 0
Eigenkapitalinstrumente 13 8 5 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.181 1.181
Eigenkapitalinstrumente 72 72
Fremdkapitalinstrumente (bewertet zum beizulegenden Zeitwert) 48 48 0 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 32 0 32 0
Insgesamt 1.394 56 1.266 72
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 111 0 111 0
Zahlungsmitteläquivalente 2.660 2.660
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 21 0 21 0
Insgesamt 2.792 2.660 132 0

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden aufgrund von beobachtbaren Marktdaten, z.B. anhand von Währungskursen, ermittelt. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten auf Basis anerkannter Bewertungsmodelle bewertet wird.

Im Berichtsjahr gab es keine Umgliederungen zwischen Level 1 und Level 2. Die bisher in Level 3 eingestuften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum 30. September 2023 Level 2 zugeordnet.

Nachfolgend ist die Entwicklung der in Level 3 erfassten Eigenkapitalinstrumente dargestellt:

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG FINANZINSTRUMENTE LEVEL 3

Mio €
Stand am 30.9.2022 59
Ergebnisneutrale Veränderungen 13
Stand am 30.9.2023 72

Die auf individuellen Bewertungsparametern basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Eigenkapitalinstrumente beinhalten ausschließlich die Vorzugsaktien an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg aus der Beteiligung an TK Elevator. Der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Vorzugsaktien liegt ein finanzmathematisches Bewertungsmodell (Discounted Cashflow Verfahren) zugrunde, das die auf die Vorzugsaktien vertraglich entfallenden erwarteten zukünftigen Cashflows berücksichtigt. Dabei wurde ein risikoadäquater Diskontierungszinssatz in Höhe von 11,05% (Vorjahr: 11,42%) angewendet.

Der aus der Bewertung resultierende Effekt wird erfolgsneutral im Eigenkapital im sonstigen Ergebnis innerhalb der Position "Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente" ausgewiesen.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten mit einem Buchwert von 7.405 Mio € (Vorjahr: 8.923 Mio €) haben einen beizulegenden Zeitwert von 7.382 Mio € (Vorjahr: 8.763 Mio €), der nach Bewertungsmethoden ermittelt wurde, die Level 2 zuzuordnen sind.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

Im thyssenkrupp Konzern bestehen grundsätzlich Rahmenverträge mit Aufrechnungsvereinbarungen nur für derivative Finanzinstrumente, die jedoch die Aufrechnungskriterien des IAS 32 entweder ganz oder zum Teil nicht erfüllen.

Ein Aufrechnungsanspruch ist in diesen Fällen lediglich bei Beendigung des Vertrages aufgrund einer wesentlichen Vertragsverletzung oder Insolvenz eines der Vertragspartner durchsetzbar. Daher werden die Bruttowerte dieser Derivate separat in der Bilanz dargestellt. Potenzielle Saldierungsmöglichkeiten bestehen in Höhe von 42 Mio € (Vorjahr: 65 Mio €). Eine Ausnahme hiervon bilden die sogenannten Futures, für die ein täglicher Ausgleich von Marktwerten im Rahmen von Margin Calls vorgenommen wird. Diese Derivate erfüllen die Aufrechnungskriterien des IAS 32 und werden somit saldiert in der Bilanz ausgewiesen; sie belaufen sich auf 32 Mio € (Vorjahr: 56 Mio €). Finanzielle Sicherheiten bestehen in Höhe von 31 Mio € (Vorjahr: 51 Mio €).

Die folgenden Tabellen stellen das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 dar:

NETTOERGEBNIS AUS FINANZINSTRUMENTEN

Mio € 2021/2022 2022/2023
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 277 142
Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling) -55 8
Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling) 0 0
Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam -59 192
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten -324 -90

Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten" resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen aus finanziellen Forderungen, Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Kursgewinnen und Kursverlusten aus Fremdwährungsforderungen.

In der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)" sind im Wesentlichen Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ergebnisse aus dem Verkauf von Forderungen enthalten.

In der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling)" sind die Wertänderungen der Vorzugsaktien aus der Elevator-Beteiligung enthalten.

Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IFRS 9 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam" enthalten. Zudem werden die laufenden Erträge und Aufwendungen aus Eigenkapitalinstrumenten in dieser Bewertungskategorie ausgewiesen.

Die Kategorie "Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten" umfasst im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kursgewinne und Kursverluste aus Fremdwährungsverbindlichkeiten.

Im Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten sind insgesamt Umrechnungsdifferenzen in Höhe von -58 Mio € (Vorjahr: 34 Mio €) enthalten.

Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten

Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte einschließlich Vertragsvermögenswerte sowie Forderungen aus Finance Lease wird eine Wertminderung für erwartete Verluste erfasst.

Die Bruttobuchwerte sowie die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie Vertragsvermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN BEWERTET ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE

Mio € Bruttobuchwert Erwartete Wertminderungen Ausfälle Summe Wertberichtigungen Buchwert lt. Bilanz
Stand am 30.9.2021 4.015 -25 -146 -171 3.845
Währungsunterschiede 252 -2 -6 -8 244
Veränderung Konsolidierungskreis 39 0 0 0 38
Zuführungen -17 -84 -101 -101
Inanspruchnahmen 1 35 36 36
Auflösungen 11 65 76 76
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 625 0 0 0 625
Stand am 30.9.2022 4.931 -31 -136 -167 4.764
Währungsunterschiede -191 1 5 6 -185
Veränderung Konsolidierungskreis -39 0 -2 -2 -41
Zuführungen -21 -61 -82 -82
Inanspruchnahmen 0 24 24 24
Auflösungen 14 35 49 49
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 796 0 0 0 796
Stand am 30.9.2023 5.497 -36 -135 -172 5.325

Die Bruttobuchwerte sowie die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bewertet zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral entwickelten sich wie folgt:

WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN BEWERTET ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT ERFOLGSNEUTRAL

Mio € Buchwert lt. Bilanz Erwartete Wertminderungen Ausfälle Summe Wertberichtigungen
Stand am 30.9.2021 1.891 - 5 -40 -45
Währungsunterschiede 59 0 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis -7 0 0 0
Zuführungen -10 -62 -73
Inanspruchnahmen 0 5 6
Auflösungen 9 4 13
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 0
Sonstige Veränderungen 464 0 0 0
Stand am 30.9.2022 2.408 -6 -93 -99
Währungsunterschiede -33 0 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Zuführungen -11 -12 -23
Inanspruchnahmen 0 2 2
Auflösungen 15 24 39
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 0
Sonstige Veränderungen -1.194 0 0 0
Stand am 30.9.2023 1.181 -3 -80 -83

Für die Darlehen aus der Elevator-Beteiligung wurden zum Bilanzstichtag Wertminderungen in Höhe von 35 Mio € (Vorjahr: 37 Mio €) bilanziert. Die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit basiert auf dem Credit Spread, der bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der Darlehen im Diskontierungssatz enthalten war.

Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie bei den Forderungen aus Finance Lease ergaben sich für das Geschäftsjahr 2021 / 2022 und das Geschäftsjahr 2022 / 2023 keine signifikanten Veränderungen der Wertberichtigungen.

Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp grundsätzlich folgendes Modell angewendet: Die erwarteten Ausfallraten werden im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent abgeleitet, was im Vergleich zur Bildung von Ratingklassen eine genauere Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit ermöglicht. Hierbei werden zum einen die durch Warenkreditversicherer vergebenen Risikonummern der Kunden und zum anderen die von Auskunfteien erteilten Bonitätsinformationen mittels eines zentralen Zuordnungssystems in eine individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde übersetzt. Diese individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde wird einheitlich im thyssenkrupp Konzern verwendet. Es erfolgt eine quartalsweise Aktualisierung der Informationen. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Für den Konzernabschluss zum 30. September 2023 wurden die aktuellen externen Kreditinformationen und Ratings verwendet, welche die derzeitigen Erwartungen der möglichen Auswirkungen aus dem Ukraine-Krieg bereits berücksichtigen. Somit ist in diesem Modell keine zusätzliche Anpassung der Wertberichtigung notwendig.

Die Ausfälle betreffen im Wesentlichen Insolvenzfälle, die im Vorjahr nicht aus den Rating-Informationen ableitbar waren.

Die Bruttobuchwerte, Wertberichtigungen und durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeiten pro Segment sind nachfolgend dargestellt.

STAND WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE NACH SEGMENTEN 30.9.2022

Mio € Bruttobuchwert Erwartete Wertminderungen Ausfälle Summe Wertberichtigungen Durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit
(in %)
Materials Services 1.809 -5 -62 -67 0,77
Bearings 396 -3 -9 -12 0,96
Forged Technologies 256 -4 0 -4 0,96
Automotive Technology 1.095 -6 -1 -6 0,35
Steel Europe 1.338 -3 -61 -64 0,59
Marine Systems 1.453 -3 -20 -23 1,13
Multi Tracks 972 -14 -73 -87 2,09
Corporate Headquarters 4 0 -1 -1 0,70
Überleitung 17 0 -2 -2 0,70

STAND WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE NACH SEGMENTEN 30.9.2023

Mio € Bruttobuchwert Erwartete Wertminderungen Ausfälle Summe Wertberichtigungen Durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit
(in %)
Materials Services 1.481 -4 -55 -59 0,77
Bearings 333 -3 -3 -6 0,82
Forged Technologies 253 -3 0 -4 0,82
Automotive Technology 1.095 -6 -2 -8 0,44
Steel Europe 1.146 -2 -69 -72 0,51
Marine Systems 1.405 -9 -19 -28 0,82
Multi Tracks 946 -11 -65 -76 1,37
Corporate Headquarters 0 0 0 0 0,65
Überleitung 18 0 -1 -1 0,65

Das maximale Kreditrisikoexposure der finanziellen Vermögenswerte, die den Wertminderungsmodellen unterliegen, entspricht den Bruttobuchwerten abzüglich der bilanzierten Wertberichtigungen. Die Bruttobuchwerte waren durch Akkreditive, Warenkreditversicherungen, Bürgschaften und Garantien in Höhe von 2.569 Mio € (Vorjahr: 2.984 Mio €) besichert.

Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern setzt verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken. Teilweise werden die Derivate als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting designiert.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der im Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dar:

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Mio € Nominalwert 30.9.2022 Beizulegender Zeitwert 30.9.2022 Nominalwert 30.9.2023 Beizulegender Zeitwert 30.9.2023
Aktiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.452 45 1.049 20
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 379 26 266 6
Eingebettete Derivate 163 11 137 7
Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 8 0 2 0
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 448 61 292 21
Warenderivate im Cashflow-Hedge 9 0 264 26
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 40 1 0 0
Insgesamt 2.499 143 2.011 80
Passiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.353 48 1.148 22
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 394 50 289 7
Eingebettete Derivate 435 41 375 48
Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 13 1 10 1
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 187 16 714 41
Warenderivate im Cashflow-Hedge 642 99 146 14
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 3 0 0 0
Insgesamt 3.026 255 2.683 132

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

Fair-Value-Hedges

Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Die Ergebnisse aus diesen Sicherungsinstrumenten und den gesicherten Grundgeschäften werden i.d.R. in der gleichen Gewinn- und Verlust Position abgebildet

Cashflow-Hedges

Cashflow-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung künftiger Zahlungsströme gegenüber Fremdwährungs- und Warenpreisrisiken aus zukünftigen Umsätzen und Beschaffungsgeschäften sowie Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Auch bei Cash-flow-Hedges wird der Ergebniseffekt der Sicherungsinstrumente i.d.R. in der gleichen Gewinn- und Verlust Position wie das gesicherte Grundgeschäft abgebildet.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte der Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung, der designierte Teil der Sicherungsinstrumente sowie die Marktwertänderungen der Grundgeschäfte nach abgesicherten Risikoarten und Art der Absicherung dargestellt. Die derivativen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten sind Bestandteil der sonstigen finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten.

ANGABEN ZU SICHERUNGSINSTRUMENTEN IM ZUSAMMENHANG MIT CASHFLOW-HEDGES UND FAIR-VALUE-HEDGES

Buchwert lt. Bilanz 30.9.2022
Mio € Derivative Vermögenswerte Derivative Verbindlichkeiten Designierter Teil der Sicherungsinstrumente Marktwertveränderung Grundgeschäft
Absicherung des Währungsrisikos 26 50 -24 24
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 26 50 -24 24
Absicherung des Zinsrisikos 1) 0 0 0 0
Zinsderivate im Cashflow-Hedge 1) 0 0 0 0
Zinsderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0
Absicherung des Warenrisikos 1 99 234 -234
Warenderivate im Cashflow-Hedge 0 99 234 -234
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 1 0 1 -1

1) Inklusive Zins-/Währungsderivate

ANGABEN ZU SICHERUNGSINSTRUMENTEN IM ZUSAMMENHANG MIT CASHFLOW-HEDGES UND FAIR-VALUE-HEDGES

Buchwert lt. Bilanz 30.9.2023
Mio € Derivative Vermögenswerte Derivative Verbindlichkeiten Designierter Teil der Sicherungsinstrumente Marktwertveränderung Grundgeschäft
Absicherung des Währungsrisikos 6 7 - 8 8
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 6 7 -8 8
Absicherung des Zinsrisikos 1) 0 0 0 0
Zinsderivate im Cashflow-Hedge 1) 0 0 0 0
Zinsderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0
Absicherung des Warenrisikos 26 14 256 -256
Warenderivate im Cashflow-Hedge 26 14 256 -256
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0

1) Inklusive Zins-/Währungsderivate

Die maximale Zeitdauer, für die Cashflows aus zukünftigen Transaktionen gesichert werden, beträgt 33 Monate.

Im Berichtsjahr wurden infolge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften -15 Mio € (Vorjahr: -44 Mio €) aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ergebniswirksam in die Umsatzerlöse umgegliedert. Zusätzlich wurden 21 Mio € anschaffungskostenmindernd (Vorjahr: 40 Mio € anschaffungskostenmindernd) aus der Rücklage für Cashflow-Hedges in die Vorräte umgegliedert, da die gesicherten Rohstoffe bilanziert wurden, aber noch keine ergebniswirksame Realisation des Grundgeschäftes stattgefunden hatte. Hieraus resultierte eine Erhöhung der Aufwendungen in Höhe von 27 Mio € (Vorjahr: 30 Mio €). Darüber hinaus werden 5 Mio € in 2023 / 2024 als Ertrag ergebniswirksam.

Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung des sonstigen Ergebnisses aus Cashflow-Hedges nach Risikoarten dar:

ENTWICKLUNG DES SONSTIGEN ERGEBNISSES AUS CASHFLOW-HEDGES NACH RISIKOARTEN

Mio € Gesamt Währungsrisiko Zinsrisiko 1) Warenpreisrisiko
Stand am 1.10.2021 173
Unrealisierte Veränderung aus designierter Risikokomponente 2) 25 -38 0 63
Unrealisierte Veränderung aus Kosten der Absicherung 2) 4 4 - -
Realisierte Gewinne / Verluste 2) 36 36 0 0
Steuereffekt -19
Stand am 30.9.2022 220
Unrealisierte Veränderung aus designierter Risikokomponente 13 4 0 8
Unrealisierte Veränderung aus Kosten der Absicherung -11 -11 - -
Realisierte Gewinne / Verluste 25 25 0 0
Steuereffekt 19
Stand am 30.9.2023 225

1) Inklusive Zins-/Währungsderivate
2) Der Ausweis wurde hinsichtlich der Darstellung des Basis Adjustments angepasst

Zum 30. September 2023 resultiert aus ineffektiven Bestandteilen der als Cashflow-Hedges klassifizierten derivativen Finanzinstrumente ein Nettoergebnis in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €).

Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Erträge aus den zum Stichtag in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten betragen 83 Mio €. Im Geschäftsjahr 2024 / 2025 werden Erträge in Höhe von 82 Mio €, im Geschäftsjahr 2025 / 2026 Erträge in Höhe von 74 Mio € und in den folgenden Geschäftsjahren Erträge in Höhe von 2 Mio € erwartet.

Der Abbruch von Cashflow-Hedges führte im laufenden Geschäftsjahr durch Umgliederung aus den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung zu einem Ergebnis von -11 Mio € (Vorjahr: -3 Mio €). Diese ursprünglich ergebnisneutral behandelten Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten wurden zu dem Zeitpunkt ergebniswirksam realisiert, als die Durchführung der abgesicherten zukünftigen Transaktionen in Form währungsgesicherter Umsatzerlöse nicht länger als wahrscheinlich angesehen wurde.

Die Absicherungskurse und Restlaufzeiten für die wesentlichen jeweils zum Jahresende bestehenden Derivate, die in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung stehen, sind in den nachfolgenden beiden Tabellen dargestellt.

ABSICHERUNGSKURSE UND RESTLAUFZEITEN DER DERIVATE IN EINER BILANZIELLEN SICHERUNGSBEZIEHUNG 30.9.2022

Mio € Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit 1 bis 2 Jahre Restlaufzeit über 2 Jahre Nominalwert 30.9.2022 Durchschnittlicher Sicherungskurs
Absicherung des Währungsrisikos 751 18 3 772
davon:
Währungsderivate USD 696 12 3 711 1,11 USD/€
Währungsderivate GBP 23 0 0 23 0,87 GBP/€
Währungsderivate PLN 17 0 0 17 4,90 PLN/€
Absicherung des Warenpreisrisikos 693 0 0 693
davon:
CO 2 -Termingeschäfte 554 0 0 554 85,2 €/to
Zinn-Termingeschäfte 97 0 0 97 29.444 €/to
Eisenerz-Termingeschäfte 43 0 0 43 98,3 €/to

ABSICHERUNGSKURSE UND RESTLAUFZEITEN DER DERIVATE IN EINER BILANZIELLEN SICHERUNGSBEZIEHUNG 30.9.2023

Mio € Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit 1 bis 2 Jahre Restlaufzeit über 2 Jahre Nominalwert 30.9.2023 Durchschnittlicher Sicherungskurs
Absicherung des Währungsrisikos 552 4 0 556
davon:
Währungsderivate USD 496 3 0 499 1,09 USD/€
Währungsderivate GBP 17 0 0 17 0,88 GBP/€
Währungsderivate PLN 20 0 0 20 4,81 PLN/€
Absicherung des Warenpreisrisikos 410 0 0 410
davon:
Zinn-Termingeschäfte 55 0 0 55 22.820 €/to
Eisenerz-Termingeschäfte 355 0 0 355 102,2 €/to

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung

Werden die Voraussetzungen für die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting gemäß IFRS 9 nicht erfüllt oder ist die Anwendung von Hedge Accounting ökonomisch nicht sinnvoll, erfolgt ein Ausweis der derivativen Finanzinstrumente als Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung. Die hieraus resultierenden Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sind in der Tabelle zu den Nettoergebnissen aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dargestellt. In dieser Position sind auch die eingebetteten Derivate enthalten. Sie bestehen im thyssenkrupp Konzern grundsätzlich in der Ausprägung, dass gewöhnliche Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden im Ausland nicht in der funktionalen Währung (Landeswährung) eines der beiden Vertragspartner geschlossen wurden.

Finanzwirtschaftliche Risiken

thyssenkrupp ist als weltweit agierender Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit finanzwirtschaftlichen Risiken in Form von Kreditrisiken (Ausfallrisiko), Liquiditätsrisiken und Marktrisiken (Währungsrisiken, Zinsrisiken und Warenpreisrisiken) ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen. Finanzielle Risiken und Kreditrisiken sind im Rahmen des Risikomanagements weitestgehend zu vermeiden, durch ein Risikoportfolio zu kompensieren, an Dritte weiterzugeben oder zu begrenzen (Prinzip der Risikoaversion). Zu den Details vgl. die Ausführungen zu den Risiken im Chancen- und Risikobericht des Lageberichts.

Kreditrisiko

Als Kreditrisiko (Ausfallrisiko) wird das Risiko bezeichnet, dass aufgrund von Nicht- oder Teilerfüllung bestehender Forderungen thyssenkrupp finanzielle Verluste entstehen. Das Kreditrisikomanagement ist in einer zentralen Richtlinie vorgegeben. Die Segmente und Konzerngesellschaften sind verpflichtet, ein Kreditrisikomanagement gemäß Vorgaben dieser Richtlinie zu implementieren.

Um Ausfallrisiken (Kreditrisiken) aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Kontrahenten abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert Mindestvorgaben für die Auswahl von Kontrahenten, so dass Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundsätzlich nur mit Kontrahenten abgeschlossen werden, die über eine gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Die Überwachung der Bonität erfolgt anhand von Beurteilungen durch anerkannte Ratingagenturen sowie zusätzlich unter Berücksichtigung kurzfristiger Frühwarnindikatoren. Eine fortlaufende und standardisierte Überwachung der Ratings und Frühwarnindikatoren ermöglicht uns, frühzeitig risikominimierend zu agieren. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich auf Basis von Standardverträgen abgeschlossen, bei denen eine Aufrechnung (Netting) offener Transaktionen mit den jeweiligen Geschäftspartnern möglich ist.

Grundsätzlich werden Ausfallrisiken mit geeigneten Instrumenten abgesichert. Hierzu zählen insbesondere private und staatliche Kreditversicherungen sowie Akkreditive und Garantien von Banken, Versicherungen und Führungsgesellschaften. Bei Langfristaufträgen erfolgt eine zusätzliche Absicherung durch erhaltene Anzahlungen. Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit weiter zu minimieren, sieht die zentrale Richtlinie die Bewertung des Ausfallrisikos basierend auf dem Risikoprofil des Geschäftspartners anhand geeigneter interner und soweit vorliegend externer Informationen, wie z.B. Ratings und Wirtschaftsauskünften, vor. Unter Verwendung dieser Bonitätseinstufung erfolgt eine Kreditlimitvergabe pro Geschäftspartner. Die Bewertung des Risikoprofils unterliegt einer angemessenen, fortlaufenden Überwachung, welche thyssenkrupp in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Die jeweiligen Segmente legen unter Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten ihrer Kundenstrukturen und Geschäftsmodelle eindeutige Prozessregeln fest, welche Maßnahmen bei sich verschlechternder Bonität oder Zahlungsstörung ergriffen werden, um das maximale Ausfallrisiko weitgehend zu mindern.

Geschäfte, deren Wert vorgegebene Wesentlichkeitsgrenzen überschreitet, insbesondere im Bereich der Großprojekte, bedürfen zudem der vorherigen Zustimmung auf Ebene der thyssenkrupp AG. Hierbei werden unter anderem die Höhe und Absicherung der Ausfallrisiken bewertet.

Fälligkeitsanalyse

Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann.

Die folgende Tabelle zeigt die künftigen undiskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten:

KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.9.2022

Mio € Buchwerte 30.9.2022 Cashflows 2022/2023 Cashflows 2023/2024
Anleihen 3.094 1.075 1.558
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 136 61 25
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 629 155 113
Übrige Finanzschulden 122 11 6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.807 4.532 255
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 107 71 5
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 148 147 1
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 765 709 57
Mio € Cashflows 2024/2025 bis 2026/2027 Cashflows nach 2026/2027
Anleihen 615 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 45 16
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 197 318
Übrige Finanzschulden 123 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13 7
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 4 29
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 0 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0

KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.9.2023

Mio € Buchwerte 30.9.2023 Cashflows 2023/2024 Cashflows 2024/2025
Anleihen 2.098 1.558 615
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 90 39 19
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 678 152 132
Übrige Finanzschulden 159 58 16
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.270 4.014 237
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 111 70 6
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 21 21 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 787 763 12
Mio € Cashflows 2025/2026 bis 2027/2028 Cashflows nach 2027/2028
Anleihen 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 33 7
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 259 313
Übrige Finanzschulden 98 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19 1
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 2 33
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 0 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 13 0

Den Zahlungsmittelflüssen aus derivativen Finanzinstrumenten stehen Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften gegenüber, die in der Fälligkeitsanalyse nicht berücksichtigt wurden. Bei Berücksichtigung auch der Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften würden die in der Übersicht gezeigten Zahlungsmittelflüsse entsprechend geringer ausfallen.

Sensitivitätsanalysen

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes aufgrund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Zu den für thyssenkrupp relevanten Marktrisiken zählen das Währungsrisiko, das Zinsrisiko sowie das Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko), insbesondere das Rohstoffpreisrisiko. Aus diesen Risiken können Ergebnis-, Eigenkapital- und Cashflow-Schwankungen resultieren.

Die nachstehend beschriebenen Analysen sowie die mithilfe von Sensitivitätsanalysen ermittelten Beträge stellen hypothetische, zukunftsorientierte Angaben dar, die sich aufgrund unvorhersehbarer Entwicklungen an den Finanzmärkten von den tatsächlichen Ereignissen unterscheiden können. Zudem sind hier nicht die Risiken berücksichtigt, die nicht finanzieller Natur oder nicht quantifizierbar sind, wie z.B. Geschäftsrisiken.

Währungsrisiko - Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungsschwankungen. Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäfts. Die Laufzeit der abgeschlossenen Devisenderivate beträgt in der Regel bis zu 12 Monate und kann in einzelnen Ausnahmefällen bis zu fünf Jahre betragen.

Als relevante Risikovariablen für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Da die Sicherungsgeschäfte grundsätzlich zur Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt werden, gleichen sich die gegenläufigen Effekte der Grund- und Sicherungsgeschäfte über die Totalperiode nahezu aus. Das hier dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert somit aus Sicherungsbeziehungen mit bisher noch bilanzunwirksamen Grundgeschäften, d.h. Sicherungen von festen vertraglichen Verpflichtungen sowie von Planumsätzen. Analysiert man das US-Dollar-Währungsrisiko, ergibt sich zum 30. September 2023 folgendes Bild:

Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2023 um 10% stärker gewesen wäre, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 1 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €) höher und der ergebniswirksame Effekt aus der Stichtagsbewertung um 2 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €) niedriger gewesen. Wäre der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2023 um 10% schwächer gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 2 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €) niedriger und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 2 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) höher gewesen.

Zinsrisiko - Zur Absicherung des Zinsrisikos werden fallweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Instrumente werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zugrundeliegenden Grundgeschäfte zu minimieren.

Per 30. September 2023 sind wie zum Vorjahresstichtag sämtliche Zinsderivate direkt und unmittelbar bestimmten Finanzierungen zugeordnet. Zins-/Währungsswaps wurden im Zusammenhang mit der Finanzierung von Auslandsaktivitäten abgeschlossen.

Bei Zinsinstrumenten ergeben sich Cashflow-Risiken, Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken. Variable Finanzinstrumente einschließlich flüssiger Mittel unterliegen einem Cashflow-Risiko, das die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinszahlungen zum Ausdruck bringt. Die Messung des Cashflow-Risikos erfolgt mit einer Cashflow-Sensitivität. Opportunitätseffekte ergeben sich bei originären Finanzinstrumenten, da diese im Gegensatz zu Zinsderivaten nicht zum beizulegenden Zeitwert, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Dieser Unterschiedsbetrag, der sogenannte Opportunitätseffekt, schlägt sich weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Bilanzwirksame Zinsrisiken, die sich im Eigenkapital auswirken, ergeben sich aus der Bewertung von als Cashflow-Hedge abgeschlossenen Zinsderivaten. Ergebniswirksame Zinsrisiken resultieren aus nicht im Hedge Accounting bilanzierten Zinsderivaten. Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken werden mit einer Sensitivitätsberechnung der beizulegenden Zeitwerte und deren Veränderung ermittelt.

Die Zinsanalyse unterstellt zum 30. September 2023 eine Parallelverschiebung der Zinskurven für alle Währungen um + 100 /-100 (Vorjahr: + 100 /-50) Basispunkte. Die Parallelverschiebung nach unten wurde zum aktuellen Stichtag von -50 Basispunkten auf -100 Basispunkte erhöht, um dem inzwischen wieder deutlich gestiegenen Zinsniveau Rechnung zu tragen. Es ergeben sich die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte):

ZINSANALYSE

Veränderung aller Zinskurven zum
30.9.2022 um 30.9.2023 um
Mio € + 100 Basispunkte -50 Basispunkte + 100 Basispunkte -100 Basispunkte
Cashflow-Risiko 69 -35 63 -63
Opportunitätseffekte 43 -22 17 -17
Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 0 0 0 0
Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 0 0 0 0

Wenn alle Zinskurven am 30. September 2023 um 100 Basispunkte höher gewesen wären, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate nahezu unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 63 Mio € (Vorjahr: 69 Mio €) höher gewesen. Wären die Zinskurven am 30. September 2023 um 100 Basispunkte (Vorjahr: 50 Basispunkte) niedriger gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate nahezu unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 63 Mio € (Vorjahr: 35 Mio €) niedriger gewesen.

Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko) - Um die Risiken aus Rohstoffpreisvolatilitäten zu minimieren, setzt der Konzern zusätzlich auch derivative Finanzinstrumente, insbesondere für Zinn, Eisenerz, Kupfer, Nickel, Zink und Aluminium, ein.

Um die Risiken aus schwankenden Frachtpreisen zu minimieren, setzt der Konzern u.a. langfristige Festpreisverträge ein.

In die nach IFRS 7 für Finanzinstrumente geforderte Szenarioanalyse fließen nur hypothetische Veränderungen der Marktpreise für derivative Finanzinstrumente ein. Die gegenläufigen Effekte aus den Grundgeschäften sind nicht berücksichtigt und würden den Effekt deutlich verringern.

Die Szenarioanalyse für Warenpreisrisiken unterstellt zum 30. September 2023 eine Preisvarianz der NE-Metalle um + 20%/-20%. Wird ein Preisanstieg der jeweiligen NE-Metalle um + 20% angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung -29 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €) und auf das Eigenkapital 27 Mio € (Vorjahr: -24 Mio €). Wird ein Preisrückgang der jeweiligen NE-Metalle um 20% angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung 21 Mio € (Vorjahr: 55 Mio €) und auf das Eigenkapital -2 Mio € (Vorjahr: -30 Mio €).

23 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (related parties)

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist gemäß Mitteilung nach § 21 Abs. 1 WpHG vom 3. Dezember 2013 mit 23,03% an der thyssenkrupp AG beteiligt; gemäß freiwilliger Information der Stiftung von September 2023 beläuft sich die Beteiligung zum 30. September 2023 auf rund 21%. Es bestanden keine wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen.

In den Geschäftsjahren 2021 / 2022 und 2022 / 2023 hatte der Konzern Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures. Transaktionen mit diesen nahestehenden Unternehmen resultieren grundsätzlich aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch; der Umfang der Geschäftsbeziehungen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN

Umsatz Bezogene Leistungen Forderungen
Mio € 2021/2022 2022/2023 2021/2022 2022/2023 30.9.2022 30.9.2023
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 0 2 2 0 0
Assoziierte Unternehmen 98 18 4 4 25 6
Joint Ventures 11 9 3 4 2 1
Verbindlichkeiten
Mio € 30.9.2022 30.9.2023
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 0
Assoziierte Unternehmen 29 22
Joint Ventures 0 1

Im Rahmen des Verkaufs von Elevator wurden mehrere befristete Serviceverträge mit thyssenkrupp Gesellschaften abgeschlossen (sog. Transitional Service Agreements). Diese betreffen im Wesentlichen IT- und personalbezogene Dienstleistungen, die von der thyssenkrupp AG und anderen Konzerngesellschaften im In- und Ausland für Elevator übergangsweise erbracht wurden. Das Volumen über die Gesamtlaufzeit, die im Geschäftsjahr 2022 / 2023 endete, liegt insgesamt im niedrigen zweistelligen Mio €-Bereich. Darüber hinaus beziehen Elevator-Gesellschaften weiterhin Rohstoffe von Materials Services und sonstige kleinere Dienstleistungen von Konzerngesellschaften. Die daraus resultierenden Umsätze sind im Umsatz mit assoziierten Unternehmen für 2021 / 2022 und 2022 / 2023 enthalten.

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potenziell Geschädigte in der Vergangenheit gegen die thyssenkrupp AG und Unternehmen des Konzerns Schadensersatzansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend gemacht. Ein Großteil der Verfahren ist mittlerweile vergleichsweise, durch Klagerücknahmen oder durch Klageabweisungen erledigt. Durch den Verkauf von Elevator sind betroffene Unternehmen aus dem Konzern ausgeschieden. thyssenkrupp hat sich verpflichtet, die Erwerber bis zu einem Höchstbetrag von den Ansprüchen Dritter im Zusammenhang mit noch anhängigen Gerichtsverfahren in Österreich und Belgien freizustellen. Für diese Freistellung, die nach Einschätzung von thyssenkrupp wahrscheinlich zu Mittelabflüssen führen wird, hat thyssenkrupp eine Risikovorsorge durch Rückstellungen getroffen. Der Höchstbetrag der Freistellung und die entsprechende Rückstellung entsprechen im Wesentlichen den bisherigen Rückstellungen für die Gerichtsverfahren.

Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology wurde gegen eine Einmalzahlung ein zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht an der Marke "TK" zur Nutzung von "TK Elevator" und "TKE" in bestimmten Markenklassen gewährt. Darüber hinaus bestehen im Konzern Eventualverbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology stehen; vgl. dazu Anhang-Nr. 21.

Vergütung des im Geschäftsjahr aktiven Vorstands und Aufsichtsrates

Die Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands nach § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB betrugen für die Tätigkeit im Berichtsjahr 8.482 Tausend € (Vorjahr: 9.005 Tausend €). Darin enthalten sind neben Fixum, Nebenleistungen/Sachbezügen und Short-Term Incentive (STI) auch der Long-Term Incentive (LTI) als aktienbasierte erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung. Für den STI sind im Geschäftsjahr 2022 / 2023 vorläufige Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt 167 Tausend € (Vorjahr: 326 Tausend €) beträgt. Auf die Angabe der Anzahl der gewährten Wertrechte wird verzichtet, da diese erst im nächsten Geschäftsjahr feststeht. Für den LTI sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt sich auf 2.830 Tausend € (Vorjahr: 4.276 Tausend €) belief. Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt.

Zum 30. September 2023 besteht für die im Geschäftsjahr aktiven Mitglieder des Vorstands eine Verbindlichkeit in Höhe von 1.469 Tausend € (Vorjahr: 912 Tausend €) für den STI. Der Anspruch ist mit der Tätigkeit im Berichtsjahr vollständig erdient, wobei sich die tatsächliche Auszahlung anhand der vom Aufsichtsrat auf Grundlage des geltenden Vorstandsvergütungssystems festgelegten Zielerreichung bemisst und im Dezember nach dem jeweiligen Geschäftsjahresende erfolgt. Diese Festlegung erfolgt auf Basis finanzieller (70% Gewichtung) sowie individueller Leistungskriterien (30% Gewichtung). Es besteht die Verpflichtung, bis zum Erreichen eines individuellen Investitionsziels 25% der Nettoauszahlung aus dem STI in thyssenkrupp Aktien zu investieren und diese über die Dauer der Vorstandsbestellung zu halten. Zum 30. September 2023 werden aus dem STI für die aktienbasierte Vergütung 310 Tausend € (Vorjahr: 326 Tausend €) im Eigenkapital ausgewiesen.

Für einen Teil der aktiven Mitglieder des Vorstands bestehen Pensionszusagen, die zugehörigen Rückstellungen belaufen sich auf 6.118 Tausend € (Vorjahr: 6.021 Tausend €). Die Pensionen werden ab Vollendung des 60. bzw. 63. Lebensjahrs als lebenslanges monatliches Ruhegeld gezahlt, sofern zu diesem Zeitpunkt kein aktives Dienstverhältnis mit der Gesellschaft mehr besteht. Die Hinterbliebenenversorgung beläuft sich auf 60% des Ruhegelds für den Ehe- bzw. Lebenspartner und von 20% für jedes unterhaltsberechtigte Kind; sie beträgt insgesamt maximal 100% des regulären Ruhegeldanspruchs. Zusätzlich besteht zum 30. September 2023 eine Verbindlichkeit von 389 Tausend € (Vorjahr: 612 Tausend €) für das Versorgungsentgelt, welches einem Teil der aktiven Mitglieder des Vorstands vertraglich zugesichert ist und als Geldbetrag für die Eigenvorsorge pro Kalenderjahr jeweils im Dezember ausgezahlt wird.

Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates.

Die im Geschäftsjahr aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:

VORSTANDSVERGÜTUNG

Tausend € 2021/2022 2022/2023
Kurzfristig fällige Leistungen (ohne aktienbasierte Vergütung) 4.598 5.169
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 161 562
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses - 387
Aktienbasierte Vergütungen -4.564 8.191
Insgesamt 196 14.309

Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (service cost) und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand (past service cost) ausgewiesen. Bei den Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Berichtsjahr handelt es sich um die nach Beendigung des Mandats fortgewährte Vergütung eines ehemaligen Vorstandsmitglieds.

Zum 30. September 2023 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.

Zum 30. September 2023 sind für den LTI für die im Geschäftsjahr aktiven Mitglieder des Vorstands in der 11. Tranche 728.242 Wertrechte, in der 12. Tranche 452.539 Wertrechte und in der 13. Tranche 777.171 Wertrechte ausgegeben (Vorjahr: 10. Tranche 328.000 Wertrechte, in der 11. Tranche 728.242 Wertrechte und in der 12. Tranche 452.539 Wertrechte). Die daraus resultierende Rückstellung beträgt 12.808 Tausend € (Vorjahr: 5.477 Tausend €). Darüber hinaus werden zum 30. September 2023 aus dem LTI für die aktienbasierte Vergütung 470 Tausend € (Vorjahr: 1.255 Tausend €) im Eigenkapital ausgewiesen, da für die aktiven Mitglieder des Vorstands die Verpflichtung besteht, bis zum Erreichen eines individuellen Investitionsziels 25% der Nettoauszahlung aus dem LTI ebenfalls in thyssenkrupp Aktien zu investieren und diese über die Dauer der Vorstandsbestellung zu halten. Hinsichtlich der Bedingungen und Konditionen vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 14.

Die im Geschäftsjahr aktiven Mitglieder des Aufsichtsrates wurden wie folgt vergütet:

AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG

Tausend € 2021/2022 2022/2023
Fixe Vergütung (einschließlich Sitzungsgeld) 1.688 1.728

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder umfasst eine jährliche Grundvergütung sowie Funktionszuschläge für die Tätigkeit in Ausschüssen und darüber hinaus ein Sitzungsgeld. Mit Ausnahme des Sitzungsgelds, das unmittelbar am jeweiligen Monatsende ausbezahlt wird, ist die Aufsichtsratsvergütung insgesamt erst nach Ablauf des Geschäftsjahres fällig. Zum 30. September 2023 besteht eine Rückstellung in Höhe von 739 Tausend € (Vorjahr: 1.572 Tausend €) für die Aufsichtsratvergütung, die im nächsten Geschäftsjahr ausgezahlt werden.

Darüber hinaus wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrates der thyssenkrupp AG für Aufsichtsratsmandate bei Tochterunternehmen für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 Vergütungen von 55 Tausend € (Vorjahr: 47 Tausend €) gewährt. Daneben erhalten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ein reguläres Gehalt aus dem jeweiligen Arbeitsverhältnis im Konzern, wobei die Höhe einer angemessenen Vergütung für die ausgeübte Funktion bzw. Tätigkeit im Konzern entspricht.

Zum 30. September 2023 sind Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.

Vergütung ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 16.726 Tausend € (Vorjahr: 16.965 Tausend €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 201.950 Tausend € (Vorjahr: 211.095 Tausend €) zurückgestellt; nach HGB beträgt die Rückstellung 261.360 Tausend € (Vorjahr: 262.287 Tausend €).

24 Segmentberichterstattung

thyssenkrupp ist in die nachfolgend beschriebenen Segmente gegliedert, die die Aktivitäten des Konzerns rund um Industriegüter und Werkstoffe bündeln. Die Segmente entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur und stellen die Segmente gemäß IFRS 8 dar.

Die beiden Segmente Bearings and Forged Technologies, die im Vorjahr als Segment Industrial Components ausgewiesen wurden, werden nunmehr separat dargestellt; das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Im Zuge der im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2022 / 2023 beschlossenen und zum 1. Oktober 2023 wirksamen Neustrukturierung der Segmente des thyssenkrupp Konzerns wird die Business Unit Bearings in das Segment Decarbon Technologies und die Business Unit Forged Technologies in das Segment Automotive Technology transferiert.

Materials Services

Das Segment betreibt den weltweiten Handel von Werk- und Rohstoffen sowie technische Dienstleistungen für produzierende und verarbeitende Unternehmen.

Bearings

Hier erfolgt die Fertigung von Großwälzlagern, Wälzlagern und nahtlos gewalzten Ringen für die Windenergie und den Baumaschinensektor.

Forged Technologies

Hier erfolgt die Herstellung von geschmiedeten Komponenten und Systemlösungen für den Ressourcen-, Bau- und Mobilitätssektor.

Automotive Technology

Im Segment erfolgt die Entwicklung und Fertigung von Hightech-Komponenten und -Systemen für die Automobilindustrie.

Steel Europe

In dem Segment sind die Aktivitäten für hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte zusammengefasst, die von intelligenten Werkstofflösungen bis zum fertigen Bauteil reichen.

Marine Systems

Die Einheit ist Systemanbieter im Unter- und Überwasserschiffbau sowie im Bereich maritimer Elektronik und Sicherheitstechnologie.

Multi Tracks

Das Segment beinhaltet die Elevator-Beteiligung sowie die Geschäfte, für die thyssenkrupp kurz- bis mittelfristig andere Eigentumsverhältnisse in Erwägung zieht und für die teilweise schon die Veräußerungsprozesse eingeleitet bzw. abgeschlossen wurden; vgl. hierzu auch die Ausführungen zu den Veräußerungsgruppen in Anhang-Nr. 03.

Corporate Headquarters

Corporate Headquarters umfasst die Verwaltungseinheiten des Konzerns in der Hauptverwaltung in Deutschland sowie in den regionalen Zentralen.

Überleitung

Hier werden die Einheiten der Service Units und Special Units zusammengefasst mit den Konsolidierungssachverhalten abgebildet. Zu den Service Units gehören tk Services, die im Wesentlichen Teilprozesse für den Einkauf, das Personalwesen und das Rechnungswesen für den thyssenkrupp Konzern anbieten und tk Information Management als IT-Ansprechpartner aller Einheiten des thyssenkrupp Konzerns. Unter Special Units wird das Asset Management geführt. Außerdem gehören hierzu Einheiten ohne operative Tätigkeiten, die aber beispielsweise für die Konzernfinanzierung benötigt werden.

Elevator Technology (nicht fortgeführte Aktivität)

Bis zur Entkonsolidierung zum 31. Juli 2020 hat das Segment den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften sowie Fluggastbrücken betrieben. Das Leistungsspektrum umfasste die gesamte Produktpalette von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenindividuellen Lösungen nach Maß. Nach der Entkonsolidierung werden hier in der Zeile "EBIT" die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf stehenden, noch anfallenden Aufwendungen und Erträge ausgewiesen, die sich in 2021 / 2022 auf insgesamt 9 Mio € belaufen und zum EBIT des Konzerns überleiten.

Die Konsolidierung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Zwischengewinnen im Vorratsvermögen sowie die Rücknahme konzerninterner Zinsverrechnungen.

Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind mit der Ausnahme, dass konzerninterne Leasingverhältnisse als konzerninterner Aufwand bzw. Ertrag abgebildet werden. Gemäß dem für die Segmentberichterstattung relevanten sogenannten "Management Approach" erfolgen alle Angaben einschließlich der als Veräußerungsgruppen bzw. als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifizierten Einheiten. Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.

Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente ist die Ertragskennzahl EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) bzw. Bereinigtes EBIT. Die Abgrenzung des EBIT richtet sich nach wirtschaftlichen Kriterien und ist unabhängig von den IFRS-Vorschriften. Es gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten und enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können; das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Im Zuge der Veräußerung der Aufzugaktivitäten hält thyssenkrupp eine Beteiligung, die u.a. nach der Equity-Methode bilanziert wird (vgl. Anhang-Nr. 03). Diese Beteiligung hat keinen strategischen oder operativen Bezug zu den fortgeführten Aktivitäten. Dementsprechend sind sämtliche Ergebnisauswirkungen einschließlich des Equity-Ergebnisses nicht im EBIT enthalten. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten, die in 2021 / 2022 Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen bzw. Erträge aus Zuschreibungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste umfassten. In 2022 / 2023 wurde die Definition der zu berücksichtigenden Sondereffekte angepasst, die jetzt auch Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit CO 2 -Termingeschäften umfassen. Ursächlich hierfür war, dass das Hedge Accounting für CO 2 -Termingeschäfte im Segment Steel Europe mit Beginn des Geschäftsjahres 2022 / 2023 aufgegeben wurde. Marktwertschwankungen werden damit nicht mehr erfolgsneutral im Eigenkapital, sondern erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der Umsatzkosten erfasst. Die hieraus resultierenden Effekte in der Gewinn- und Verlustrechnung werden als Sondereffekt behandelt und beeinflussen somit nicht mehr die Steuerungskennzahl Bereinigtes EBIT. Insgesamt ist das Bereinigte EBIT besser als das EBIT dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Maß für das für die operative Tätigkeit gebundene Kapital ist das Capital Employed. Es umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht zinstragende Passivposten wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen; vgl. dazu auch die nachfolgende Überleitungsrechnung.

SEGMENTINFORMATIONEN 2021 / 2022

Mio € Materials Services Bearings Forged Technologies Automotive Technology Steel Europe Marine Systems
2021/2022
Außenumsätze 16.132 1.177 1.572 4.814 11.687 1.828
Konzerninterne Umsätze 313 1 16 10 1.469 3
Umsatzerlöse 16.444 1.178 1.588 4.825 13.156 1.831
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 4 0 0 0 16 -6
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 19 0 0 0 102 3
EBIT 970 120 130 53 887 24
Bereinigtes EBIT 837 120 113 108 1.200 32
Durchschnittliches Capital Employed 3.921 1.013 613 2.603 5.636 1.218
Abschreibungen 133 69 44 230 288 65
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 1 0 56 403 0
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 2 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -46 -14 -25 -1 -160 -71
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 101 115 37 230 630 123
Mio € Multi Tracks Corporate Headquarters Überleitung Elevator Technology 1) Konzern
2021/2022
Außenumsätze 3.910 1 18 0 41.140
Konzerninterne Umsätze 190 5 -2.008 0 0
Umsatzerlöse 4.101 6 -1.990 0 41.140
Ergebnis aus der Equity-Bewertung -259 0 0 0 -245
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 518 0 0 0 642
EBIT -143 -193 -29 9 2) 1.827
Bereinigtes EBIT -173 -154 -22 0 2.062
Durchschnittliches Capital Employed 300 -58 623 355 16.224
Abschreibungen 78 2 2 0 910
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 48 0 5 0 513
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0 2
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -92 -3 65 -104 -450
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 59 1 1 0 1.296

1) Nicht fortgeführte Aktivität (vgl. Anhang-Nr. 03).
2) Es handelt sich um nachlaufende Aufwendungen bzw. Erträge, die zum EBIT der Gruppe überleiten (vgl. Anhang-Nr. 03).

SEGMENTINFORMATIONEN 2022 / 2023

Mio € Materials Services Bearings Forged Technologies Automotive Technology Steel Europe Marine Systems
2022/2023
Außenumsätze 13.335 1.146 1.588 5.474 11.025 1.840
Konzerninterne Umsätze 278 2 10 6 1.351 -1
Umsatzerlöse 13.613 1.149 1.598 5.479 12.375 1.839
Ergebnis aus der Equity-Bewertung -5 0 0 0 29 2
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 13 0 0 0 102 5
EBIT 204 106 102 146 -1.694 77
Bereinigtes EBIT 178 101 102 223 320 80
Durchschnittliches Capital Employed 3.668 1.009 639 2.635 5.413 1.042
Abschreibungen 132 76 47 231 270 63
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1 0 0 72 2.111 1
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 3 9 0 1 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -24 -25 -36 -74 -200 -45
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 145 75 42 262 1.065 124
Mio € Multi Tracks Corporate Headquarters Überleitung Elevator Technology 1) Konzern
2022/2023
Außenumsätze 3.110 1 17 0 37.536
Konzerninterne Umsätze 56 6 -1.708 0 0
Umsatzerlöse 3.167 7 -1.691 0 37.536
Ergebnis aus der Equity-Bewertung -63 0 0 0 -38
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 261 0 1 0 382
EBIT -160 -182 -30 0 -1.431
Bereinigtes EBIT -132 -169 0 0 703
Durchschnittliches Capital Employed 405 -62 666 0 15.415
Abschreibungen 57 2 22 0 900
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 15 0 23 0 2.222
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0 13
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -102 -21 -11 0 -537
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 52 0 -8 0 1.757

1) Nicht fortgeführte Aktivität (vgl. Anhang-Nr. 03).

Die Spalte "Überleitung" lässt sich wie folgt unterteilen:

AUFRISS ÜBERLEITUNG 2021 / 2022

Mio € Service Units Special Units Konsolidierung Überleitung
2021/2022
Außenumsätze 17 2 0 18
Konzerninterne Umsätze 225 33 -2.265 -2.008
Umsatzerlöse 241 34 -2.265 -1.990
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 0 0 0
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 0 0 0
EBIT 0 -31 2 -29
Bereinigtes EBIT 4 -27 2 -22
Durchschnittliches Capital Employed -29 851 -200 623
Abschreibungen 13 14 -25 2
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 5 0 5
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -5 67 3 65
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 3 2 -5 1

AUFRISS ÜBERLEITUNG 2022 / 2023

Mio € Service Units Special Units Konsolidierung Überleitung
2022/2023
Außenumsätze 19 3 -6 17
Konzerninterne Umsätze 239 31 -1.978 -1.708
Umsatzerlöse 258 34 -1.984 -1.691
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 0 0 0
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 1 0 1
EBIT 13 -66 23 -30
Bereinigtes EBIT 15 -33 18 0
Durchschnittliches Capital Employed -24 858 -168 666
Abschreibungen 11 13 -2 22
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1 27 -5 23
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -5 -4 -1 -11
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 5 0 -12 -8

Nachfolgend wird die Überleitungsrechnung der Ertragskennzahl EBIT zum EBT gemäß der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:

ÜBERLEITUNG BEREINIGTES EBIT ZUM ERGEBNIS AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN (VOR STEUERN)

Mio € 2021/2022 2022/2023
Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung 2.062 703
Sondereffekte -235 -2.134
EBIT gemäß Segmentberichterstattung 1.827 -1.431
+ Nicht operatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -259 -63
+ Finanzierungserträge 1.291 896
- Finanzierungsaufwendungen -1.431 -984
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden -4 -7
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden -28 6
Ergebnis Konzern (vor Steuern) 1.396 -1.583
- Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) -9 0
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 1.387 -1.583

In 2022 / 2023 entfallen die Sondereffekte mit 2.015 Mio € im Wesentlichen auf das Segment Steel Europe; sie resultieren überwiegend aus Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen (vgl. Anhang-Nr. 05). In 2021 / 2022 betrafen die Sondereffekte im Wesentlichen Wertminderungsaufwendungen in den Segmenten Steel Europe, Multi Tracks sowie Automotive Technology, Veräußerungsgewinne/-verluste aus der Entkonsolidierung von Infrastructure und des Edelstahlgeschäfts sowie Beratungskosten im Zusammenhang mit einem möglichen Börsengang der thyssenkrupp nucera bei Multi Tracks sowie Projektaufwand im Zusammenhang mit M&A-Transaktionen bei Corporate Headquarters.

Die Summe der Vermögenswerte gemäß der Bilanz lässt sich wie folgt auf das durchschnittliche Capital Employed überleiten:

ÜBERLEITUNG AKTIVA ZUM CAPITAL EMPLOYED

Mio € 30.9.2022 30.9.2023
Summe Vermögenswerte (Aktiva) 37.492 33.291
Aktive latente Steuern -732 -495
Laufende Ertragsteueransprüche -159 -168
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -7.638 -7.339
Anpassungen von Aktiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile -1.124 -1.083
Passivische Abzugsposten im Capital Employed:
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer -226 -258
Sonstige Rückstellungen, langfristig -431 -407
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig -15 0
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer -168 -159
Sonstige Rückstellungen, kurzfristig -1.268 -1.112
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -4.807 -4.270
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig -980 -906
Vertragsverbindlichkeiten -3.098 -3.255
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig -1.722 -1.558
Anpassungen von Passiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile 266 188
Anpassungen Aktiva/Passiva durch Ausweis von Veräußerungsgruppen -568 -325
Stichtags-Capital Employed 14.825 12.144
Effekt aus der Anpassung von Durchschnitts- auf Stichtags-Capital Employed 432 2.301
Durchschnittliches Capital Employed (5-Punkte-Durchschnitt) 15.258 14.444
Korrekturfaktoren mit erhöhender Wirkung auf Leistungsanforderungen für einen positiven Wertbeitrag 967 971
Durchschnittliches Capital Employed gemäß Segmentberichterstattung 16.224 15.415

Bei der nachfolgenden Darstellung der Informationen nach Regionen erfolgt die Länderzuordnung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden, während die Zuordnung des Segmentvermögens und der Investitionen nach dem jeweiligen Standort vorgenommen wird. Die Bestimmung der Investitionen erfolgt nach der für die Kapitalflussrechnung geltenden Abgrenzung.

Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Konzernumsatz wesentlich ist.

AUSSENUMSÄTZE NACH REGIONEN

Mio € Deutschland USA China Übrige Länder Konzern
Außenumsätze (Sitz des Kunden)
2021/2022 13.894 6.362 1.973 18.910 41.140
2022/2023 12.420 6.197 1.872 17.047 37.536

LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH REGIONEN

Mio € Deutschland USA China Übrige Länder Konzern
Langfristige Vermögenswerte (= immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte) (Standort der Vermögenswerte)
30.9.2022 1) 5.638 470 612 2.205 8.924
30.9.2023 4.285 530 528 2.073 7.416

1) Einschließlich einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

25 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse bzw. die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden sind nachfolgend dargestellt:

UMSATZERLÖSE

Mio € Materials Services Bearings Forged Technologies Automotive Technology Steel Europe Marine Systems
2021/2022
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 2.170 1.016 1.262 3.712 12.143 50
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 13.668 124 252 359 278 5
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 620 8 1 214 215 52
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 8 0 0 528 0 1.624
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 1 31 70 19 556 97
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 16.466 1.179 1.585 4.832 13.192 1.829
Sonstige Umsatzerlöse -22 0 3 -8 -36 2
Insgesamt 16.444 1.178 1.588 4.825 13.156 1.831
2022/2023
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 1.849 989 1.262 4.188 11.438 41
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 11.193 128 262 415 199 16
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 713 8 0 228 207 60
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 12 0 0 593 0 1.715
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 1 25 67 54 532 5
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 13.767 1.150 1.590 5.477 12.376 1.837
Sonstige Umsatzerlöse -154 -1 8 2 0 2
Insgesamt 13.613 1.149 1.598 5.479 12.375 1.839
Mio € Multi Tracks Corporate Headquarters Überleitung Konzern
2021/2022
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 1.583 0 -1.602 20.334
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 260 0 -309 14.637
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 516 6 -141 1.490
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 1.681 0 -21 3.820
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 63 0 -20 818
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 4.103 6 -2.093 41.098
Sonstige Umsatzerlöse -3 0 103 41
Insgesamt 4.101 6 -1.990 41.140
2022/2023
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 618 0 -1.313 19.073
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 57 0 -143 12.127
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 347 6 -160 1.409
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 2.077 0 -21 4.375
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 68 0 -16 734
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 3.166 7 -1.652 37.718
Sonstige Umsatzerlöse 0 0 -39 -183
Insgesamt 3.167 7 -1.691 37.536

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH KUNDENGRUPPEN

Mio € Materials Services Bearings Forged Technologies Automotive Technology Steel Europe Marine Systems
2021/2022
Automobilindustrie 2.026 25 1.021 4.515 3.029 0
Handel 2.328 4 249 273 3.014 6
Maschinen- und Anlagenbau 1.763 1.015 277 25 356 19
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 3.009 30 18 3 3.379 0
Bauwirtschaft 989 33 0 0 68 0
Öffentliche Hand 92 7 0 0 6 1.783
Verpackungsindustrie 158 1 0 0 1.841 0
Energie und Versorgung 186 15 0 0 618 0
Übrige Kundengruppen 5.916 48 20 16 881 21
Insgesamt 16.466 1.179 1.585 4.832 13.192 1.829
2022/2023
Automobilindustrie 2.141 31 1.044 5.127 3.345 0
Handel 1.937 6 100 301 2.914 2
Maschinen- und Anlagenbau 1.209 976 404 22 286 0
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 2.329 32 4 3 2.716 0
Bauwirtschaft 695 30 0 0 45 0
Öffentliche Hand 71 12 0 0 8 1.814
Verpackungsindustrie 135 1 0 0 1.655 0
Energie und Versorgung 225 8 0 0 650 0
Übrige Kundengruppen 5.025 53 39 24 758 20
Insgesamt 13.767 1.150 1.590 5.477 12.376 1.837
Mio € Multi Tracks Corporate Headquarters Überleitung Konzern
2021/2022
Automobilindustrie 943 2 -79 11.482
Handel 219 2 -1.165 4.929
Maschinen- und Anlagenbau 62 0 -28 3.489
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 619 0 -618 6.441
Bauwirtschaft 28 0 -8 1.110
Öffentliche Hand 0 0 0 1.888
Verpackungsindustrie 0 0 -7 1.992
Energie und Versorgung 15 0 -3 831
Übrige Kundengruppen 2.218 2 -185 8.936
Insgesamt 4.103 6 -2.093 41.098
2022/2023
Automobilindustrie 826 2 1 12.517
Handel 33 2 -1.034 4.262
Maschinen- und Anlagenbau 58 1 -13 2.944
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 55 1 -458 4.682
Bauwirtschaft 0 0 -9 761
Öffentliche Hand 0 0 5 1.910
Verpackungsindustrie 0 0 7 1.799
Energie und Versorgung 0 0 2 885
Übrige Kundengruppen 2.193 1 -154 7.959
Insgesamt 3.166 7 -1.652 37.718

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH REGIONEN

Mio € Materials Services Bearings Forged Technologies Automotive Technology Steel Europe Marine Systems
2021/2022
Deutschsprachiger Raum 1) 5.688 306 284 1.533 7.605 477
Westeuropa 2.522 226 275 603 2.731 257
Zentral- und Osteuropa 2.520 20 35 213 945 6
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 33 2 24 9 36 2
Nordamerika 4.552 63 679 1.262 977 13
Südamerika 39 17 217 68 141 188
Asien / Pazifik 719 54 15 54 55 373
Großraum China 103 456 12 964 106 6
Indien 126 28 22 14 98 17
Naher Osten & Afrika 164 9 22 113 496 490
Insgesamt 16.466 1.179 1.585 4.832 13.192 1.829
2022/2023
Deutschsprachiger Raum 1) 4.685 326 280 1.764 6.804 442
Westeuropa 2.116 265 275 751 2.817 431
Zentral- und Osteuropa 1.967 20 32 315 942 0
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 10 0 18 6 11 0
Nordamerika 4.213 69 704 1.427 1.003 6
Südamerika 41 9 206 83 113 266
Asien / Pazifik 361 54 19 59 38 215
Großraum China 138 372 11 936 75 4
Indien 126 28 24 25 108 18
Naher Osten & Afrika 109 8 23 111 463 454
Insgesamt 13.767 1.150 1.590 5.477 12.376 1.837
Mio € Multi Tracks Corporate Headquarters Überleitung Konzern
2021/2022
Deutschsprachiger Raum 1) 629 3 -1.558 14.967
Westeuropa 932 0 -260 7.286
Zentral- und Osteuropa 239 0 -116 3.862
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 110 0 -2 214
Nordamerika 446 3 -133 7.862
Südamerika 235 0 -2 904
Asien / Pazifik 300 0 -5 1.565
Großraum China 403 0 -14 2.036
Indien 384 0 -2 687
Naher Osten & Afrika 425 0 -3 1.716
Insgesamt 4.103 6 -2.093 41.098
2022/2023
Deutschsprachiger Raum 1) 351 2 -1.283 13.370
Westeuropa 366 0 -175 6.846
Zentral- und Osteuropa 158 0 -88 3.345
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 8 0 0 55
Nordamerika 494 4 -122 7.798
Südamerika 211 0 3 932
Asien / Pazifik 144 0 0 890
Großraum China 413 0 0 1.948
Indien 472 0 2 805
Naher Osten & Afrika 550 0 10 1.728
Insgesamt 3.166 7 -1.652 37.718

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

Von den Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden resultieren 5.076 Mio € (Vorjahr: 5.120 Mio €) aus langfristigen Verträgen und 32.642 Mio € (Vorjahr: 35.978 Mio €) aus kurzfristigen Verträgen bzw. 6.292 Mio € (Vorjahr: 6.241 Mio €) aus zeitraumbezogen erfassten Umsatzerlösen und 31.426 Mio € (Vorjahr: 34.858 Mio €) aus zeitpunktbezogen erfassten Umsatzerlösen.

26 Sonstige Erträge

SONSTIGE ERTRÄGE

Mio € 2021/2022 2022/2023
Erträge aus Zulagen und Zuschüssen 28 24
Versicherungsentschädigungen 67 30
Übrige 280 250
Insgesamt 375 303

In den übrigen sonstigen Erträgen sind Erträge aus der Absicherung operativer Wechselkursrisiken in Höhe von 22 Mio € (Vorjahr: 38 Mio €) sowie eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 320 (Vorjahr: 312) konsolidierten Unternehmen enthalten.

27 Sonstige Aufwendungen

SONSTIGE AUFWENDUNGEN

Mio € 2021/2022 2022/2023
Zuführungen/Auflösungen von Rückstellungen 40 -19
Sonstige Steuern 21 7
Übrige 130 99
Insgesamt 191 88

Die übrigen sonstigen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Absicherung operativer Wechselkursrisiken in Höhe von 15 Mio € (Vorjahr: 51 Mio €) sowie eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 320 (Vorjahr: 312) konsolidierten Unternehmen.

28 Sonstige Gewinne und Verluste

SONSTIGE GEWINNE UND VERLUSTE

Mio € 2021/2022 2022/2023
Ergebnis aus dem Abgang immaterieller Vermögenswerte 0 0
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen (ohne als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 142 9
Ergebnis aus dem Abgang von Nutzungsrechten 1 0
Ergebnis aus dem Abgang von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 4 0
Ergebnis aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften 96 4
Übrige -13 -1
Insgesamt 230 12

29 Finanzergebnis

FINANZERGEBNIS

Mio € 2021/2022 2022/2023
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -245 -38
Zinserträge aus Finanzguthaben 30 167
Erträge aus Beteiligungen 4 6
Sonstige Finanzierungserträge 1.257 722
Finanzierungserträge 1.291 896
Zinsaufwendungen aus Finanzschulden -113 -93
Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -66 -195
Sonstige Finanzierungsaufwendungen -1.252 -697
Finanzierungsaufwendungen -1.431 -984
Insgesamt -385 -126

Zu den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen vgl. auch Anhang-Nr. 06.

In den Zinserträgen aus Finanzguthaben und in den sonstigen Finanzierungserträgen sind Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 168 Mio € (Vorjahr: 31 Mio €) bzw. in den Zinsaufwendungen aus Finanzschulden und in den sonstigen Finanzierungsaufwendungen sind Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 92 Mio € (Vorjahr: 112 Mio €) enthalten.

Die sonstigen Finanzierungserträge bzw. die sonstigen Finanzierungsaufwendungen enthalten Erträge bzw. Aufwendungen aus Währungsderivaten sowie Kursgewinne bzw. Kursverluste aus Finanztransaktionen in Fremdwährung.

Im Berichtsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 20 Mio € (Vorjahr: 15 Mio €) aktiviert; hierdurch verbesserte sich das übrige Finanzergebnis entsprechend. Soweit einer bestimmten Investition eine Finanzierung konkret zugerechnet werden kann, werden die tatsächlichen Fremdfinanzierungskosten aktiviert. Sofern kein direkter Bezug hergeleitet werden kann, wird der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns des Berichtsjahrs berücksichtigt.

30 Leasing in der Gewinn- und Verlustrechnung

Die nachfolgende Tabelle zeigt die aus den Leasingverhältnissen resultierenden Aufwendungen und Erträge:

LEASING IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Mio € 2021/2022 2022/2023
Sonstige Umsatzerlöse
Erträge aus Operating-Lease-Verhältnissen 3 7
Leasingaufwendungen
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 35 42
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte 1 1
Aufwendungen aus nicht bilanzierten variablen Leasingzahlungen 2 2
Abschreibungen
Abschreibungen auf Nutzungsrechte 126 131
Wertminderungen auf Nutzungsrechte 0 0
Sonstige Gewinne und Verluste
Ergebnis aus dem Abgang von Nutzungsrechten -1 0
Finanzergebnis
Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 22 25

Erträge aus Untermietverträgen fielen in Höhe von 5 Mio € (Vorjahr: 1 Mio €) an. Aus Sale and Leaseback-Transaktionen ergab sich für den Konzern ein Gewinn von -1 Mio € (Vorjahr: 89 Mio €) sowie ein Verlust von 1 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €).

31 Ertragsteuern

Die Ertragsteuern des Konzerns teilen sich wie folgt auf:

AUFTEILUNG ERTRAGSTEUERN

Mio € 2021/2022 2022/2023
Laufender Steueraufwand/(-ertrag) für das aktuelle Geschäftsjahr 363 269
Laufender Steueraufwand/(-ertrag) für Vorjahre -3 -12
Latenter Steueraufwand/(-ertrag) -184 146
Insgesamt 175 403

Die im Eigenkapital berücksichtigten Steuern verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Bereiche:

ERTRAGSTEUERN IM EIGENKAPITAL

Mio € 2021/2022 2022/2023
Steueraufwand/(-ertrag) laut GuV-Ausweis 175 403
Erfolgsneutraler Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis
Fortgeführte Aktivitäten -3 24
Nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Unmittelbar dem Eigenkapital belastete/(gutgeschriebene) Steuereffekte 0 -4
Insgesamt 172 423

Zum 30. September 2023 belaufen sich die zu versteuernden temporären Differenzen aus Tochterunternehmen im Konzern, für die keine passiven latenten Steuern gebildet werden, auf 156 Mio € (Vorjahr: 166 Mio €). Der Konzern bestimmt die Ausschüttungspolitik dieser Tochtergesellschaften, d.h. es besteht Kontrolle über den Zeitpunkt der Umkehr dieser zu versteuernden temporären Differenzen, und eine Umkehr ist in der absehbaren Zukunft nicht vorgesehen.

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Positionen:

VERZEICHNIS AKTIVER UND PASSIVER LATENTER STEUERN

30.9.2022 2022/2023 30.9.2023
Mio € Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Latenter Steuerertrag (+)/ -aufwand (-) Übrige Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Latente Steuern auf langfristige Positionen
Immaterielle Vermögenswerte 164 106 75 -10 218 95
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 225 128 736 -4 936 108
Finanzielle Vermögenswerte 81 13 0 0 82 13
Übrige Aktiva 1 75 -100 0 4 178
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 653 11 -75 -47 536 15
Sonstige Rückstellungen 96 30 -62 0 68 63
Übrige Passiva 88 377 329 -3 132 95
Latente Steuern auf kurzfristige Positionen
Vorräte 418 79 76 -2 464 51
Übrige Aktiva 540 751 -191 28 443 817
Übrige Passiva 737 486 -191 -13 693 646
Wertberichtigungen - temporäre Differenzen (lang- und kurzfristig) -535 - -571 0 -1.106 -
Zwischensumme 2.468 2.056 28 -52 2.470 2.081
Steuerliche Verlustvorträge 2.028 - 145 -13 2.159 -
Zinsvorträge 145 - -27 0 118 -
Ausländische Steuergutschriften 3 - -2 0 1 -
Wertberichtigungen - steuerliche Verlustvorträge u.a. -1.909 - -290 10 -2.188 -
Zwischensumme 267 0 -174 -3 90 0
Summe vor Saldierung 2.735 2.056 -146 -55 2.560 2.081
Saldierung -2.003 -2.003 - - -2.065 -2.065
Bilanzansatz 732 53 - - 495 16

Die Entwicklung der latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:

ENTWICKLUNG DER AKTIVEN (+)/PASSIVEN (-) LATENTEN STEUERN PER SALDO

Mio € 2021/2022 2022/2023
Vortrag 412 679
Latenter Steuerertrag (+)/-aufwand (-) 200 -146
Erfolgsneutraler Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis
Neubewertung der Pensionen u.ä. 35 -60
Marktbewertung von Eigenkapitalinstrumenten 0 0
Marktbewertung von Fremdkapitalinstrumenten 0 -2
Wertminderungen von Finanzinstrumenten -8 20
Cashflow-Hedges -18 19
Währungsunterschiede 55 -35
Veränderung Konsolidierungskreis 4
Unmittelbar dem Eigenkapital (belastete)/gutgeschriebene Steuereffekte 0 4
Endstand 679 479

Zum 30. September 2023 werden für im Konzern bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 8.345 Mio € (Vorjahr: 7.825 Mio €, angepasst) keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Von diesen steuerlichen Verlustvorträgen ist ein Teilbetrag von 8.217 Mio € (Vorjahr: 7.709 Mio €, angepasst) nach der bestehenden Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig, während Verlustvorträge in Höhe von 128 Mio € (Vorjahr: 116 Mio €) innerhalb der nächsten 20 Jahre verfallen, soweit sie nicht genutzt werden. Außerdem werden zum 30. September 2023 für im Konzern bestehende abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 3.448 Mio € (Vorjahr: 1.698 Mio €), davon 3.083 Mio € (Vorjahr: 1.529 Mio €) im deutschen ertragsteuerlichen Organkreis, sowie für den Zinsvortrag der thyssenkrupp AG in Höhe von 420 Mio € (Vorjahr: 50 Mio €) keine aktiven latenten Steuern angesetzt.

Die Nutzung nicht angesetzter aktiver latenter Steuern für steuerliche Zins- und Verlustvorträge reduzierte den laufenden Steueraufwand im Geschäftsjahr 2022 / 2023 um 18 Mio € (Vorjahr: 275 Mio €). Der Ansatz bislang nicht angesetzter aktiver latenter Steuern für steuerliche Zins- und Verlustvorträge führte im Geschäftsjahr 2022 / 2023 zu einem latenten Steuerertrag von 14 Mio € (Vorjahr: 189 Mio €). Aus der Abwertung aktiver latenter Steuern für steuerliche Zins- und Verlustvorträge ergab sich im Geschäftsjahr 2022 / 2023 ein latenter Steueraufwand von 192 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €).

Zum 30. September 2023 werden aktive latente Steuern in Höhe von 103 Mio € (Vorjahr: 363 Mio €) von Gesellschaften angesetzt, die im laufenden oder vorigen Jahr mit einem negativen Ergebnis in den Konzernabschluss eingegangen sind. Davon entfallen aktive latente Steuern von 25 Mio € (Vorjahr: 28 Mio €) auf eine deutsche Konzerngesellschaft außerhalb des ertragsteuerlichen Organkreises der thyssenkrupp AG und eine ungarische Konzerngesellschaft, die beide jeweils nur im Geschäftsjahr 2021 / 2022 negative Beiträge zum Konzernergebnis geleistet haben, für die aber keine Verlusthistorie besteht und die beide künftig positive Ergebnisse planen. Aktive latente Steuern in Höhe von 13 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €) entfallen auf Konzerngesellschaften in den Niederlanden und Spanien, deren aktuelle Ergebnisse durch Sonderabschreibungen im Bereich Steel Europe belastet sind, die aber ansonsten keine Verlusthistorie und zum 30. September 2023 auch keine steuerlichen Verlustvorträge aufweisen und künftig positive Ergebnisse planen. Aktive latente Steuern von 21 Mio € (Vorjahr: 20 Mio €) entfallen auf eine mexikanische Konzerngesellschaft, die zum 30. September 2023 wie schon im Vorjahr keine steuerlichen Verlustvorträge aufweist und sich im laufenden und im vorigen Jahr in einer Steuerzahlerposition befindet und künftig positive Ergebnisse plant. Aktive latente Steuern in Höhe von 21 Mio € (Vorjahr: 21 Mio €) entfallen auf eine weitere mexikanische Konzerngesellschaft, die künftig positive Ergebnisse plant, die im Wesentlichen aus einem Geschäftsbereich stammen, der bereits in der Vergangenheit positive operative Ergebnisse erwirtschaftet hat. Die steuerlichen Ergebnisse der beiden mexikanischen Gesellschaften werden durch lokale Regelungen zur Inflationsanpassung der Finanzergebnisse permanent wesentlich erhöht. Im Vorjahr entfielen aktive latente Steuern von 220 Mio € auf den ertragsteuerlichen Organkreis der thyssenkrupp AG, für deren Ansatz im Vorjahr überzeugende substanzielle Hinweise vorlagen. Außerdem entfielen im Vorjahr 58 Mio € auf drei Konzerngesellschaften, die nun im laufenden und im vorigen Jahr mit einem positiven Ergebnis in den Konzernabschluss eingegangen sind.

Zum 30. September 2023 werden in Deutschland aktive latente Steuern auf temporäre abzugsfähige Differenzen (v.a. in Zusammenhang mit Sachanlagevermögen und Pensionsrückstellungen) in Höhe von 997 Mio € (Vorjahr: 495 Mio €) nicht angesetzt, da das Management nicht mit hinreichender Sicherheit davon ausgehen kann, dass künftig genügend steuerliche Ergebnisse in Deutschland zur Verfügung stehen werden.

Die Abwertung der zum 30. September 2022 noch angesetzten aktiven latenten Steuern für steuerliche Zins- und Verlustvorträge sowie abzugsfähiger temporärer Differenzen in Deutschland führte im Geschäftsjahr 2022 / 2023 zu latentem Steueraufwand von 191 Mio € und zu einem erfolgsneutralen Steuereffekt im sonstigen Ergebnis, der das Eigenkapital um 29 Mio € verringert hat. Im Vorjahr führte der Ansatz aktiver latenter Steuern für steuerliche Zins- und Verlustvorträge sowie abzugsfähiger temporärer Differenzen in Deutschland zu latentem Steuerertrag von 182 Mio € und zu einem erfolgsneutralen Steuereffekt im sonstigen Ergebnis, der das Eigenkapital um 38 Mio € erhöht hat.

Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 / 2023 anzuwendende deutsche Steuerrecht sieht, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gewerbesteuersätze, einen Steuersatz von 32,3% (Vorjahr: 32,4%) vor. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen länderspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 9,0% und 37,5% (Vorjahr: 9,0% und 37,5%).

STEUERLICHE ÜBERLEITUNGSRECHNUNG

Mio € 2021/2022 in % 2022/2023 in %
Erwarteter Steueraufwand/(-ertrag) 449 32,4 -512 32,3
Abweichungen zum inländischen Gesamtsteuersatz -31 -2,2 -32 2,0
Änderung von Steuersätzen oder -gesetzen 9 0,6 6 -0,4
Veränderung der Wertberichtigungen auf latente Steuern und nicht angesetzte latente Steuern -467 -33,7 847 -53,5
Einkommenskorrekturen 135 9,7 11 -0,7
Besteuerung von Veräußerungsergebnissen -32 -2,3 -1 0,1
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 79 5,7 12 -0,8
Nicht anrechenbare Quellensteuern 40 2,9 71 -4,5
Periodenfremder Steueraufwand/(-ertrag) -2 -0,1 -3 0,2
Sonstiges -5 -0,4 4 -0,3
Ausgewiesener Steueraufwand/(-ertrag) 175 12,6 403 -25,5

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden im Zusammenhang mit Säule-2-Ertragsteuern werden nicht angesetzt.

32 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) berechnet sich wie folgt:

ERGEBNIS JE AKTIE

2021/2022 2022/2023
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je Aktie
in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je Aktie
in €
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 1.127 1,81 -2.072 -3,33
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 9 0,01 0 0,00
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 1.136 1,82 -2.072 -3,33
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 622.531.741 622.531.741

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

33 Zusätzliche Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Folgender Personalaufwand ist in den Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

PERSONALAUFWAND

Mio € 2021/2022 2022/2023
Löhne und Gehälter 5.292 5.543
Soziale Abgaben 951 970
Netto-Pensionsaufwendungen - Leistungszusage 1) 153 118
Netto-Pensionsaufwendungen - Beitragszusage 23 28
Abfindungen, vorzeitiges Ausscheiden u.Ä. -2 42
Aufwendungen für Unterstützung 86 99
Insgesamt 6.502 6.800

1) Ohne Nettozinsaufwand aus Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen, der in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen wird.

Im Jahresdurchschnitt waren im Konzern beschäftigt:

BELEGSCHAFT IM JAHRESDURCHSCHNITT

2021/2022 2022/2023
Materials Services 15.638 16.166
Bearings 6.365 6.116
Forged Technologies 5.965 5.745
Automotive Technology 19.881 21.027
Steel Europe 26.058 26.267
Marine Systems 6.645 7.399
Multi Tracks 15.673 13.293
Corporate Headquarters 618 609
Überleitung 1.553 1.594
Insgesamt 98.396 98.216
Davon:
Arbeiter 48.055 48.044
Angestellte 47.491 47.370
Auszubildende 2.850 2.802

Die Jahresdurchschnittsbelegschaft enthält in 2022 / 2023 anteilig 1.476 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.492 Mitarbeiter) der gemeinschaftlichen Tätigkeit (Joint Operation) Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM).

Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2022 / 2023 Abschlussprüfer des Konzernabschlusses. Für die in 2022 / 2023 erbrachten Dienstleistungen der KPMG AG sowie von Gesellschaften des internationalen KPMG-Netzwerks erbrachten Dienstleistungen sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:

ABSCHLUSSPRÜFER-HONORARE

2022/2023
Mio € Gesamt davon KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Abschlussprüfungsleistungen 16 11
Andere Bestätigungsleistungen 3 3
Steuerberatungsleistungen 0 0
Sonstige Leistungen 1 0
Insgesamt 20 14

Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die Abschlussprüfung des Konzerns, die prüferische Durchsicht der Zwischenabschlüsse sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der thyssenkrupp AG und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen entfallen im Wesentlichen auf Leistungen im Zusammenhang mit Verkaufsprojekten zu einzelnen Geschäften im Rahmen des Umbaus von thyssenkrupp sowie auf Leistungen im Zusammenhang mit der Vorbereitung und der Durchführung des Börsengangs von thyssenkrupp nucera. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen überwiegend die Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.

Für die im Vorjahr erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der Gesellschaften des weltweiten PwC-Verbundes sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:

ABSCHLUSSPRÜFER-HONORARE

2021/2022
Mio € Gesamt davon Deutschland
Abschlussprüfungsleistungen 15 10
Andere Bestätigungsleistungen 3 3
Steuerberatungsleistungen 0 0
Sonstige Leistungen 0 0
Insgesamt 18 13

Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die Abschlussprüfung des Konzerns, die prüferische Durchsicht der Zwischenabschlüsse sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der thyssenkrupp AG und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen entfallen wie im Wesentlichen auf Leistungen im Zusammenhang mit den Verkäufen einzelner Geschäfte im Rahmen des Umbaus von thyssenkrupp sowie auf Leistungen im Zusammenhang mit der Vorbereitung des geplanten Börsengangs von thyssenkrupp nucera. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen überwiegend die Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

34 Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds lässt sich wie folgt aus der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" herleiten:

HERLEITUNG ZAHLUNGSMITTELFONDS

Mio € 30.9.2022 30.9.2023
Zahlungsmittel 1.907 2.641
Zahlungsmitteläquivalente 5.730 4.699
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gemäß Bilanz 7.638 7.339
Zahlungsmittelfonds gemäß Kapitalflussrechnung 7.638 7.339

Die Erträge aus Geldmarktfonds sind für das Folgebewertungsprinzip heranzuziehen, obwohl die daraus resultierenden Veränderungen nur marginal sein können. Im Zuge der Konkretisierung in der Bilanzierungspraxis zeigt sich - neben der bisher auch im thyssenkrupp Konzern erfolgten Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten - zunehmend eine Bewertung von Geldmarktfonds zum beizulegenden Zeitwert. Dieser Entwicklung wird hiermit gefolgt (vgl. Anhang-Nr. 22, Tabellen Finanzinstrumente 30.9.2023 und Bewertungshierarchie 30.9.2023).

Die Höhe des Wertes selbst ändert sich dadurch nicht und der Ausweis erfolgt weiterhin als Zahlungsmitteläquivalent.

Per 30. September 2023 stammen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 104 Mio € (Vorjahr: 19 Mio €) von der Joint Operation HKM.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 resultiert ein zahlungsunwirksamer Zugang von Nutzungsrechten nach IFRS 16 von 205 Mio € (Vorjahr: 120 Mio €).

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 resultiert aus Entkonsolidierung ein Abgang von Brutto-Finanzschulden von 0 Mio € (Vorjahr: 286 Mio €).

Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeit

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeiten einschließlich der Veränderungen durch Cashflows und nicht zahlungswirksame Veränderungen:

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG GEMÄSS IAS 7 - 2021 / 2022

30.9.2021 Cashflows aus Finanzierungstätigkeit 1) Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Veränderung Konsolidierungskreis Währungsunterschiede
Anleihen 4.339 -1.250 0 0
Schuldschein- /sonstige Darlehen 319 -196 -270 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 149 53 -1 -66
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 633 -142 -15 34
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 5.440 -1.535 -286 -31
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 43 -178 -30 32
Insgesamt 5.483 -1.713 -317 1
Nicht zahlungswirksame Veränderungen 30.9.2022
Mio € Marktwertänderungen Sonstige Veränderungen
Anleihen 0 5
Schuldschein- /sonstige Darlehen 0 269
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 119
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 0 393
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 215 0
Insgesamt 215 393
Mio € 30.9.2022
Anleihen 3.094
Schuldschein- /sonstige Darlehen 122
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 136
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 629
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0
Zwischensumme Finanzschulden 3.981
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 81
Insgesamt 4.062

1) Soweit Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeiten betroffen sind.

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG GEMÄSS IAS 7 - 2022 / 2023

30.9.2022 Cashflows aus Finanzierungstätigkeit 1) Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Veränderung Konsolidierungskreis Währungsunterschiede
Anleihen 3.094 -1.000 0 0
Schuldschein- /sonstige Darlehen 122 38 1 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 136 -65 0 19
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 629 -147 0 -15
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 3.981 -1.174 1 4
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 109 35 0 -8
Insgesamt 4.090 -1.139 1 -4
Nicht zahlungswirksame Veränderungen 30.9.2023
Mio € Marktwertänderungen Sonstige Veränderungen
Anleihen 0 4
Schuldschein- /sonstige Darlehen 0 -1
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 211
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 0 214
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen -96 0
Insgesamt -96 214
Mio € 30.9.2023
Anleihen 2.098
Schuldschein- /sonstige Darlehen 159
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 90
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 678
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0
Zwischensumme Finanzschulden 3.025
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 41
Insgesamt 3.066

1) Soweit Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeiten betroffen sind.

Leasing in der Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung wird die Zinskomponente der bilanzierten Leasingverhältnisse im Operating Cashflow und die Tilgungskomponente im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 betrugen die gesamten Zahlungsmittelabflüsse des Konzerns als Leasingnehmer 210 Mio € (Vorjahr: 207 Mio €).

Die folgenden möglichen Zahlungsmittelabflüsse beim Leasingnehmer wurden nicht in die Leasingverbindlichkeit einbezogen und werden nur dann in der Kapitalflussrechnung enthalten sein, sofern sie in künftigen Perioden auch tatsächlich zu Auszahlungen führen:

MÖGLICHE ZUKÜNFTIGE LEASINGZAHLUNGEN

Mio € 30.9.2022 30.9.2023
Verlängerungs- und/oder Kündigungs- sowie Kaufoptionen -140 -87
Variable Zahlungen 0 -3
Eingegangene Leasingverpflichtungen -11 -3
Insgesamt -151 -92

Mögliche zukünftige Leasingzahlungen des Leasingnehmers aus der Ausübung von Optionen wurden nicht in die Leasingverbindlichkeit einbezogen, wenn die Ausübung der entsprechenden Optionen nicht als hinreichend sicher eingeschätzt wurde. Diese Optionen beinhalten Leasingzahlungen aus Mietverlängerungsoptionen, Strafzahlungen aus der Ausübung von Kündigungsoptionen und Zahlungen aus Kaufoptionen. Nur bei einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit werden die Optionen als ausübbar angesehen und als Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen angesetzt. Im Falle veränderter Fakten und Umstände erfolgt eine Neueinschätzung der Optionsausübung.

Bestehen in Einzelfällen unendlich revolvierende Mietverlängerungsoptionen oder sich automatisch verlängernde Mietverträge sind deren Zahlungen nicht in den möglichen zukünftigen Leasingzahlungen enthalten. Eine Einschätzung der Laufzeit wurde bei der Ermittlung der entsprechenden Leasingverbindlichkeit vorgenommen.

Einzelne Leasingverträge können mehrere Optionen enthalten. Der thyssenkrupp Konzern verwendet Optionen, um eine größtmögliche betriebliche Flexibilität zu erhalten. Solche Optionen können grundsätzlich nur durch den thyssenkrupp Konzern als Leasingnehmer ausgeübt werden. Ferner sind in den abgeschlossenen Leasingverträgen keine Klauseln enthalten, die den Konzern durch die Einhaltung bestimmter Zusagen wesentlich beschränken.

Sonstige Angaben

35 Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG am 1. Oktober 2023 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

Die Entsprechenserklärung der börsennotierten Tochtergesellschaft thyssenkrupp nucera AG & KGaA ist im September 2023 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht worden.

Die Entsprechenserklärung der börsennotierten Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG ist am 1. Oktober 2023 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht worden.

36 Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften nach § 264 Abs. 3 und § 264b HGB

Nachfolgende inländische Tochterunternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft bzw. Personengesellschaft im Sinne des § 264a HGB haben in Teilen von der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 und § 264b HGB Gebrauch gemacht:

A
ATLAS ELEKTRONIK GmbH Bremen
B
Becker & Co. GmbH Neuwied
BERCO Deutschland GmbH Ennepetal
Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH Hamburg
C
CarValoo GmbH Essen
D
DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH Andernach
E
EH Güterverkehr GmbH Duisburg
G
German Marine Systems GmbH Hamburg
H
Hagenuk Marinekommunikation GmbH Flintbek
J
Jacob Bek GmbH Ulm
M
Max Cochius GmbH Berlin
P
PSL Wälzlager GmbH Dietzenbach
R
Rasselstein Verwaltungs GmbH Andernach
Reisebüro Dr. Tigges GmbH Essen
T
Thyssen Stahl GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Academy GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH Essen
thyssenkrupp AT.Pro tec GmbH Essen
thyssenkrupp Automation Engineering GmbH Essen
thyssenkrupp Automotive Body Solutions GmbH Essen
thyssenkrupp Automotive Systems GmbH Essen
thyssenkrupp Bilstein GmbH Ennepetal
thyssenkrupp Components Tech GmbH Essen
thyssenkrupp DeliCate GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH Duisburg
thyssenkrupp Dynamic Components GmbH Ilsenburg
thyssenkrupp Dynamic Components Chemnitz GmbH Chemnitz
thyssenkrupp Dynamic Components Ilsenburg GmbH Ilsenburg
thyssenkrupp Electrical Steel GmbH Gelsenkirchen
thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH Gelsenkirchen
thyssenkrupp Facilities Services GmbH Essen
thyssenkrupp Federn GmbH Hagen
thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH Hagen
thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH Dortmund
thyssenkrupp Gerlach GmbH Homburg/Saar
thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH Essen
thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH Essen
thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH Hagen
thyssenkrupp Hohenlimburg Kompetenzwerkstatt GmbH Hagen
thyssenkrupp Holding Germany GmbH Essen
thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH Essen
thyssenkrupp Industrial Crankshafts GmbH Homburg/Saar
thyssenkrupp Industrial Solutions AG Essen
thyssenkrupp Information Management GmbH Essen
thyssenkrupp Intellectual Property GmbH Essen
thyssenkrupp Management Consulting GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Marine Systems GmbH Kiel
thyssenkrupp Materials Business Services GmbH Essen
thyssenkrupp Materials DataflowWorks GmbH Essen
thyssenkrupp Materials IoT GmbH Essen
thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH Krefeld
thyssenkrupp Materials Services GmbH Essen
thyssenkrupp Materials Trading GmbH Essen
thyssenkrupp nucera Participations GmbH Dortmund
thyssenkrupp Plastics GmbH Essen
thyssenkrupp Polysius GmbH Essen
thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH Mülheim
thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH Schönebeck
thyssenkrupp Projekt 1 GmbH Essen
thyssenkrupp Rasselstein GmbH Andernach
thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH Dortmund
thyssenkrupp Schulte GmbH Essen
thyssenkrupp Senior Experts GmbH Essen
thyssenkrupp Services GmbH Essen
thyssenkrupp smart steel GmbH Duisburg
thyssenkrupp Stainless GmbH Essen
thyssenkrupp Steel Business Services GmbH Duisburg
thyssenkrupp Steel Europe AG Duisburg
thyssenkrupp Steel Logistics GmbH Duisburg
thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH Essen
thyssenkrupp Transrapid GmbH Kassel
thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH Dortmund
thyssenkrupp Uhde GmbH Essen
thyssenkrupp USA Holding AG & Co KG Essen
U
Uhde High Pressure Technologies GmbH Hagen
Uhde Inventa-Fischer GmbH Berlin

Nachfolgende niederländische Tochterunternehmen haben von der Befreiungsvorschrift gemäß Artikel 2:403 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches (Civil Code of the Netherlands) Gebrauch gemacht:

T
thyssenkrupp Nederland Holding B.V. Roermond
thyssenkrupp Veerhaven B.V. Rotterdam

37 Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die vollständige Aufstellung gemäß § 313 Abs. 2 HGB über den Anteilsbesitz des Konzerns und der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften ist Bestandteil des testierten und im Bundesanzeiger eingereichten Konzernabschlusses. Die vollständige Anteilsbesitzliste ist zudem im Internet auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com/de/investoren/berichterstattung- und-pulikationen veröffentlicht.

Aufstellung des Anteilsbesitzes des thyssenkrupp-Konzerns gemäß §313 Abs. 2 HGB zum 30.09.2023

Lfd. Nr Name und Sitz Anteil am Kapital
%
gehalten über lfd. Nr. Quote
%
A. Voll konsolidierte Tochterunternehmen
Ägypten
1 thyssenkrupp Marine System-Egypt SAE , Alexandria, Ägypten 100,00 57 1,00
110 98,00
67 1,00
2 thyssenkrupp Uhde Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten 100,00 106
Algerien
3 Blohm+Voss El Djazair S.à.r.l., Algier, Algerien 100,00 271
Argentinien
4 thyssenkrupp Industrial Solutions Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien 100,00 106
Australien
5 SONARTECH ATLAS PTY LIMITED, Macquarie Park/Sysney, Australien 100,00 57
6 thyssenkrupp Materials Australia Pty. Ltd., Chatswood NSW , Australien 100,00 179
7 thyssenkrupp nucera Australia Pty Ltd , Perth WA, Australien 100,00 121
8 thyssenkrupp Uhde Australia Pty. Ltd., Melbourne VIC, Australien 100,00 146
Belgien
9 thyssenkrupp Materials Belgium N.V., Lokeren, Belgien 100,00 94 65,59
118 34,41
10 thyssenkrupp Plastics Belgium N.V./S.A., Lokeren, Belgien 100,00 94 100,00
124 0,00
11 thyssenkrupp Steel Heavy Plate Antwerp N.V., Antwerpen, Belgien 100,00 76 0,00
141 100,00
Brasilien
12 Águas Azuis Construcao Naval SPE Ltda., Itaja / Santa Catarina, Brasilien 75,00 110
13 BercoSul Ltda., Campo Limpo Paulista-São Paulo, Brasilien 100,00 17 0,00
195 100,00
14 RIP Serviços Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 100,00 17 0,00
24 100,00
15 Thyssen Trading Ltda., São Paulo, Brasilien 100,00 17 0,00
118 100,00
16 thyssenkrupp Autômata Industria de Peças Ltda., São Paulo, Brasilien 80,00 24
17 thyssenkrupp Brasil Ltda., Diadema, Brasilien 100,00 83 0,68
143 83,11
164 5,96
85 10,26
18 thyssenkrupp Comércio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 99,48 119
19 thyssenkrupp Estaleiro Brasil Sul Ltda., Itajai, Brasilien 100,00 21
20 thyssenkrupp Infrastructure Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 100,00 17 0,00
118 100,00
21 thyssenkrupp Marine Systems do Brasil Indústria e Comércio Ltda. , Itajai, Brasilien 100,00 17 1,00
110 99,00
22 thyssenkrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien 59,77 235
23 thyssenkrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien 100,00 13 0,00
22 100,00
24 thyssenkrupp Servicos Siderurgicos Ltda., São Paulo, Brasilien 100,00 17 0,00
118 100,00
25 thyssenkrupp Uhde Brasil Ltda., Nova Lima, Brasilien 100,00 146
Brunei
26 thyssenkrupp Industrial Solutions BRN SDN BHD, Brunei, Brunei 100,00 269 99,00
145 1,00
Bulgarien
27 Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien 100,00 195
28 thyssenkrupp Materials Bulgaria OOD , Sofia, Bulgarien 80,00 118
China
29 Chengdu thyssenkrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, China 100,00 38
30 Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Qingdao, China 100,00 143
31 thyssenkrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Suzhou, China 100,00 143
32 thyssenkrupp Automotive Body Solutions (Suzhou) Co. Ltd., Kunshan City, China 100,00 34
33 thyssenkrupp Bilstein Changzhou Ltd., Changzhou, China 100,00 34
34 thyssenkrupp (China) Ltd., Beijing, China 100,00 79
35 thyssenkrupp Dynamic Components Changzhou Ltd., Changzhou, China 100,00 34
36 thyssenkrupp Dynamic Components Dalian Co. Ltd., Dalian, China 100,00 34
37 thyssenkrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China 100,00 143
38 thyssenkrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, China 60,00 34
39 thyssenkrupp Industrial Solutions (China) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 34
40 thyssenkrupp Materials Trading Tianjin Co., Ltd. , Tianjin, China 100,00 119
41 thyssenkrupp nucera (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 202
42 thyssenkrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China 60,00 164
43 thyssenkrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China 60,00 164
44 thyssenkrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China 100,00 34
45 thyssenkrupp Presta Steering Gear Changzhou Co., Ltd., Changzhou, China 100,00 49
46 thyssenkrupp rothe erde (Xuzhou) Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China 100,00 143
47 thyssenkrupp Springs and Stabilizers (Pinghu) Ltd., Pinghu, Jiaxing, China 100,00 34
48 thyssenkrupp Steel (Beijing) Co., Ltd., Beijing, China 100,00 236
49 thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd., Changzhou, China 100,00 34
50 thyssenkrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 34
51 Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China 60,00 34
Curacao
52 Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Curacao 100,00 232
Dänemark
53 ATLAS Maridan ApS, Rungsted, Dänemark 100,00 57
54 RIAS A/S, Roskilde, Dänemark 54,15 94
55 thyssenkrupp Stål Danmark A/S, Hundested, Dänemark 100,00 236
Deutschland
56 ALSE Deutschland GmbH, Bremen 100,00 57
57 ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Bremen 100,00 143 89,90
79 10,10
58 Becker & Co. GmbH, Neuwied 100,00 73
59 BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal 100,00 143
60 Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg 100,00 143
61 Decarb Concept GmbH, Essen 70,00 141
62 Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz 94,00 79
63 DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach 100,00 134
64 EH Güterverkehr GmbH, Duisburg 100,00 141
65 Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach 87,98 141
66 German Marine Systems GmbH, Hamburg 100,00 143
67 Hagenuk Marinekommunikation GmbH, Flintbek 100,00 57
68 Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel 100,00 110
69 IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel 100,00 110
70 Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm 79,96 118
71 Max Cochius GmbH, Berlin 75,00 118
72 PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach 100,00 276
73 Rasselstein Verwaltungs GmbH, Andernach 100,00 141 59,23
65 40,77
74 Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen 100,00 118
75 SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 100,00 143 89,90
79 10,10
76 Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf 100,00 88
77 thyssenkrupp Academy GmbH, Düsseldorf 100,00 143
78 thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH, Essen 100,00 118 89,90
79 10,10
79 thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen 100,00
80 thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, Essen 100,00 119
81 thyssenkrupp Automation Engineering GmbH, Essen 100,00 143 89,90
79 10,10
82 thyssenkrupp Automotive Body Solutions GmbH, Essen 100,00 103 89,90
79 10,10
83 thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, Essen 100,00 143
84 thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal 100,00 143 89,99
79 10,01
85 thyssenkrupp Components Tech GmbH, Essen 100,00 96
86 thyssenkrupp Decarbon Technologies GmbH, Essen 100,00 79
87 thyssenkrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf 100,00 138
88 thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg 100,00 143 89,90
79 10,10
89 thyssenkrupp Dynamic Components Chemnitz GmbH, Chemnitz 100,00 143 89,90
79 10,10
90 thyssenkrupp Dynamic Components GmbH, Ilsenburg 100,00 143 89,98
79 10,02
91 thyssenkrupp Dynamic Components Ilsenburg GmbH, Ilsenburg (Harz) 100,00 143 89,90
79 10,10
92 thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen 99,58 93 87,62
76 11,96
93 thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen 100,00 141 62,46
65 37,54
94 thyssenkrupp Facilities Services GmbH, Essen 100,00 118
95 thyssenkrupp Federn GmbH, Hagen 100,00 84 89,99
79 10,01
96 thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen 100,00 143
97 thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH, Dortmund 100,00 106
98 thyssenkrupp Gerlach GmbH, Homburg/Saar 100,00 143 90,00
79 10,00
99 thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen 100,00 118
100 thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen 100,00 79 89,90
138 10,10
101 thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen 100,00 141
102 thyssenkrupp Hohenlimburg Kompetenzwerkstatt GmbH, Hagen 100,00 101
103 thyssenkrupp Holding Germany GmbH, Essen 100,00 79
104 thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH, Essen 100,00 100 89,90
138 5,00
107 5,10
105 thyssenkrupp Industrial Crankshafts GmbH, Homburg 100,00 98
106 thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Essen 100,00 143 89,90
79 10,10
107 thyssenkrupp Information Management GmbH, Essen 100,00 79
108 thyssenkrupp Intellectual Property GmbH, Essen 100,00 143
109 thyssenkrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf 100,00 138
110 thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel 100,00 79 10,10
143 89,90
111 thyssenkrupp Marine Systems Services GmbH, Kiel 100,00 110
112 thyssenkrupp Marine Systems Wismar GmbH, Kiel 100,00 103 10,10
110 89,90
113 thyssenkrupp Materials Business Services GmbH, Essen 100,00 118
114 thyssenkrupp Materials DataflowWorks GmbH, Essen 100,00 118
115 thyssenkrupp Materials IoT GmbH, Essen 100,00 118
116 thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH, Krefeld 99,58 79 10,34
118 89,24
117 thyssenkrupp Materials Services Digital Innovations GmbH, Essen 100,00 118
118 thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen 99,84 79 89,74
138 10,10
119 thyssenkrupp Materials Trading GmbH, Essen 100,00 79 10,10
118 89,90
120 thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg 68,00 88
121 thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA, Dortmund 50,19 128
122 thyssenkrupp nucera Management AG, Dortmund 66,00 128
123 thyssenkrupp nucera Participations GmbH, Dortmund 100,00 121
124 thyssenkrupp Plastics GmbH, Essen 100,00 94
125 thyssenkrupp Polysius GmbH, Essen 100,00 143
126 thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr 100,00 79 10,01
143 89,99
127 thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck 100,00 126
128 thyssenkrupp Projekt 1 GmbH, Essen 100,00 103
129 thyssenkrupp Projekt 10 GmbH, Essen 100,00 79
130 thyssenkrupp Projekt 2 GmbH, Essen 100,00 79
131 thyssenkrupp Projekt 3 GmbH, Essen 100,00 79
132 thyssenkrupp Projekt 4 GmbH, Essen 100,00 81
133 thyssenkrupp Projekt 9 GmbH, Essen 100,00 79
134 thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach 99,50 73
135 thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH, Dortmund 100,00 79 10,10
143 89,90
136 thyssenkrupp Schulte GmbH, Essen 100,00 79 10,10
118 89,90
137 thyssenkrupp Senior Experts GmbH, Essen 100,00 143
138 thyssenkrupp Services GmbH, Essen 100,00 79
139 thyssenkrupp smart steel GmbH, Duisburg 100,00 88
140 thyssenkrupp Steel Business Services GmbH, Duisburg 100,00 88
141 thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg 100,00 79 10,10
76 89,90
142 thyssenkrupp Steel Logistics GmbH, Duisburg 100,00 141
143 thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen 100,00 79
144 thyssenkrupp Transrapid GmbH, Essen 100,00 143
145 thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH, Dortmund 100,00 79 10,10
106 89,90
146 thyssenkrupp Uhde GmbH, Essen 100,00 143
147 thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG, Essen 100,00 79 100,00
143 0,00
148 TKMS Business Partnership, GbR, Kiel 100,00 110 95,00
175 5,00
149 Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen 100,00 79 10,50
106 89,50
150 Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin 100,00 79 10,10
106 89,90
151 Westphalia DataLab GmbH, Münster 100,00 118
Finnland
152 ATLAS ELEKTRONIK Finland OY, Espoo, Finnland 100,00 57
153 thyssenkrupp Aerospace Finland Oy, Jämsä, Finnland 100,00 179
Frankreich
154 Defontaine S.A.S., La Bruffière, Frankreich 100,00 157
155 thyssenkrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Hambach, Frankreich 100,00 157
156 thyssenkrupp Electrical Steel UGO S.A.S., Isbergues, Frankreich 100,00 236
157 thyssenkrupp France S.A.S., Florange, Frankreich 100,00 233
158 thyssenkrupp Industrial Solutions (France) S.A.S., Les Pennes-Mirabeau , Frankreich 100,00 157
159 thyssenkrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich 100,00 157
160 thyssenkrupp Materials Processing Europe (France) SAS, Fosses, Frankreich 100,00 157
161 thyssenkrupp Mavilor S.A., Villeurbanne, Frankreich 100,00 157
162 thyssenkrupp Metal Industries France SAS, Maurepas, Frankreich 100,00 159
163 thyssenkrupp Plastics France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich 100,00 157
164 thyssenkrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich 100,00 157
165 thyssenkrupp Steel France S.A.S., Maurepas, Frankreich 100,00 236
166 thyssenkrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich 100,00 157
Griechenland
167 Advanced Lithium Systems Europe S.A., Athen, Griechenland 100,00 57
168 Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland 100,00 68
Großbritannien
169 ATLAS ELEKTRONIK UK (Holding) Ltd., Dorset Innovation Park, Großbritannien 100,00 57
170 ATLAS ELEKTRONIK UK Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien 100,00 169
171 Polysius Ltd., Shirley, Solihull, Großbritannien 100,00 179
172 Steelbuy Limited, Solihull, Großbritannien 100,00 179
173 thyssenkrupp Automotive (UK) Ltd., Solihull, Großbritannien 100,00 179
174 thyssenkrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien 100,00 179
175 thyssenkrupp Marine Systems LLP, Dorchester, Dorset, Großbritannien 100,00 110 99,50
143 0,50
176 thyssenkrupp Materials (UK) Ltd., Cradley Heath, Großbritannien 100,00 179
177 thyssenkrupp rothe erde UK Ltd., Peterlee, Großbritannien 100,00 179
178 thyssenkrupp System Engineering Ltd., East Grinstead , West Sussex, Großbritannien 100,00 179
179 thyssenkrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien 100,00 103 100,00
143 0,00
180 thyssenkrupp UK 2006 Pension Trustees Limited, Shirley, Solihull, Großbritannien 100,00 179
Guatemala
181 Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala 100,00 224 99,98
225 0,02
Indien
182 Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien 100,00 59 0,08
98 8,96
135 72,39
143 0,00
195 18,57
199 0,00
183 thyssenkrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien 100,00 172 0,00
179 100,00
184 thyssenkrupp Automotive Body Solutions Private Limited, Pune, Indien 100,00 82 99,90
143 0,10
185 thyssenkrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien 100,00 92 100,00
156 0,00
186 thyssenkrupp India Private Limited, Mumbai, Indien 100,00 233 100,00
235 0,00
187 thyssenkrupp Industrial Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien 80,43 106
188 thyssenkrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien 54,73 143
189 thyssenkrupp Marine Systems (India) Private Limited, New Delhi, Indien 100,00 57 94,70
175 5,29
67 0,01
190 thyssenkrupp Materials IT Services India Pvt. Ltd., Thane MH, Indien 100,00 94 0,00
118 100,00
191 thyssenkrupp nucera India Private Limited, Mumbai, Indien 100,00 123 100,00
198 0,00
Indonesien
192 PT. thyssenkrupp Industrial Solutions Indonesia, Jakarta, Indonesien 67,00 106
193 PT thyssenkrupp Polysius Indonesia, Jakarta, Indonesien 100,00 125 75,00
269 25,00
Italien
194 Berco Aftermarket S.r.l., Bologna, Italien 100,00 195
195 Berco S.p.A., Copparo, Italien 100,00 79 0,05
197 99,95
196 thyssenkrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien 100,00 236
197 thyssenkrupp Italia S.r.l., Copparo, Italien 100,00 79
198 thyssenkrupp nucera Italy srl, Milan, Italien 100,00 121
199 thyssenkrupp rothe erde Italy S.p.A., Visano, Italien 100,00 197
200 thyssenkrupp System Engineering S.r.l., Torino, Italien 100,00 81 2,00
197 98,00
Japan
201 thyssenkrupp Automotive Japan K.K., Yokohama-city, Japan 100,00 203
202 thyssenkrupp nucera Japan Ltd., Tokyo, Japan 100,00 121
203 thyssenkrupp rothe erde Japan Ltd. , 3-5, Hacchobori 4-Chome, Chuo-ku, Tokyo, Japan 100,00 106
204 thyssenkrupp Steel Japan GK, Tokyo, Japan 100,00 236
205 thyssenkrupp Uhde Japan Ltd, Nihonbashi-Kayabacho, Japan 100,00 146
Kanada
206 Budcan Holdings Inc., Toronto, Ontario, Kanada 100,00 233
207 thyssenkrupp Aerospace CA, Ltd., Ottawa, Kanada 100,00 210
208 thyssenkrupp Finance CA Corp., Ottawa, Kanada 100,00 79
209 thyssenkrupp Marine Systems Canada, Ltd., Victoria BC, Kanada 100,00 57
210 thyssenkrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada 100,00 304
211 thyssenkrupp Materials Trading CA, Ltd., Toronto, Ontario, Kanada 100,00 210
212 thyssenkrupp Supply Chain Services CA, Inc., Windsor/Ontario, Kanada 100,00 210
Korea, Rep.
213 ATLAS Naval Engineering Company Ltd., Busan, Korea, Rep. 100,00 57
214 ThyssenKrupp Korea Ltd., SUWON-si, Gyeonggi-do, Korea, Rep. 100,00 273
215 thyssenkrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, Korea, Rep. 70,00 118
Liechtenstein
216 thyssenkrupp Dynamic Components TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein 100,00 90
217 thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein 100,00 143
Malaysia
218 Polysius Engineering Sdn. Bhd., Petaling Jaya, Selangor, Malaysia 100,00 106
219 thyssenkrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN. BHD., Seksyen 13, Petaling Jaya, SELANGOR, Malaysia 100,00 106
220 thyssenkrupp Industries (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 100,00 188
221 thyssenkrupp Malaysia Sdn. Bhd., Petaling Jaya, SELANGOR, Malaysia 100,00 79
Mexico
222 thyssenkrupp Automotive Systems de Mexico S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 228 0,00
83 100,00
223 thyssenkrupp Components Technology de Mexico, S.A. de C.V., San Luis Potosí, Mexico 100,00 143 0,00
85 100,00
224 thyssenkrupp Industrial Solutions (Mexico) S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico 100,00 143 0,01
106 99,99
225 thyssenkrupp Industrial Solutions Services (Mexico), S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico 100,00 224 99,98
106 0,02
226 thyssenkrupp Materials de Mexico, S.A. de C.V., Cuautlancingo, State of Puebla, Mexico 100,00 118 100,00
94 0,00
227 thyssenkrupp Metalúrgica de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 228 0,00
223 100,00
228 thyssenkrupp Presta de Mexico S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 164 50,00
83 50,00
229 thyssenkrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Querétaro, Mexico 100,00 143 0,00
81 100,00
Niederlande
230 B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande 75,00 237 50,00
141 25,00
231 Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande 75,25 141 24,75
230 0,99
237 49,50
232 thyssenkrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande 100,00 233
233 thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande 100,00 79
234 thyssenkrupp Netherlands Project B.V., Veghel, Niederlande 100,00 143
235 thyssenkrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande 100,00 233
236 thyssenkrupp Second Participations B.V., Veghel, Niederlande 100,00 143
237 thyssenkrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande 100,00 236
Österreich
238 thyssenkrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich 100,00 240
239 thyssenkrupp Austria GmbH, Wien, Österreich 100,00 79
240 thyssenkrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich 100,00 79
241 thyssenkrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich 100,00 238
Peru
242 thyssenkrupp Polysius Peru S.A.C., Lima, Peru 100,00 282 99,90
125 0,10
Polen
243 ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen 100,00 99
244 thyssenkrupp Group Services Gdansk Sp. z o.o., Gdansk, Polen 100,00 107
245 thyssenkrupp Materials Poland S.A., Torun, Polen 94,00 118
246 thyssenkrupp Materials Processing Europe Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen 100,00 116
247 ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen 100,00 126
Portugal
248 PALMETAL Armazenagem e Servicos S.A., Palmela, Portugal 90,00 280
Puerto Rico
249 Carolina Building Materials, Corp., Carolina, Puerto Rico 100,00 119
Rep. Südafrika
250 Ninafor 2 (Pty.) Ltd., Gauteng, Rep. Südafrika 0,00 2) 253
251 The Umvuso Education Trust, Sunninghill Johannesburg, Rep. Südafrika 0,00 2) 106
252 thyssenkrupp Uhde Africa (Pty.) Ltd., Gauteng, Rep. Südafrika 100,00 146
253 thyssenkrupp Uhde South Africa (Pty.) Ltd., Gauteng, Rep. Südafrika 70,00 252
Rumänien
254 thyssenkrupp Bilstein S.A., Sibiu, Rumänien 100,00 95 0,18
84 99,82
255 thyssenkrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien 100,00 118
Russland
256 OOO thyssenkrupp Industrial Solutions (RUS), Dzerzhinsk, Russland 100,00 106
257 OOO thyssenkrupp System Engineering, Kaluga, Russische Föderation, Russland 100,00 82
258 thyssenkrupp rothe erde RUS LLC, Moscow, Russland 100,00 276 99,00
72 1,00
Saudi Arabien
259 thyssenkrupp nucera Arabia for Contracting LLC, Riyadh, Saudi Arabien 100,00 121
260 thyssenkrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien 100,00 166 5,00
158 95,00
261 Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien 60,00 106
Schweiz
262 Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz 100,00 106
263 Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz 100,00 232
264 Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz 100,00 232
265 thyssenkrupp Materials Schweiz AG, Wil, Schweiz 100,00 118
266 thyssenkrupp Steel Switzerland AG, Bronschhofen, Schweiz 100,00 236
267 Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz 100,00 106
Serbien
268 ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien 100,00 118
Singapur
269 thyssenkrupp Industrial Solutions (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapore, Singapur 100,00 273
270 thyssenkrupp Innovations Pte. Ltd., Singapore, Singapur 100,00 273
271 thyssenkrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 273
272 thyssenkrupp Materials Trading Asia Pte. Ltd., Singapore, Singapur 100,00 273
273 thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 79
274 thyssenkrupp Steel Singapore Pte. Ltd. i.L., Singapur, Singapur 100,00 236
Slowakei
275 thyssenkrupp Materials Slovakia spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakei 100,00 118
276 thyssenkrupp rothe erde Slovakia a.s., Povazská Bystrica, Slowakei 100,00 135
Spanien
277 thyssenkrupp Galmed S.A.U., Sagunto, Spanien 100,00 236
278 thyssenkrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien 100,00 143
279 thyssenkrupp Materials Processing Europe, S.L.U., Valencia, Spanien 100,00 143
280 thyssenkrupp Materials Processing Lamincer S.A.U., Mungia, Spanien 100,00 118
281 thyssenkrupp Plastic Ibérica SLU, Massalfassar (Valencia), Spanien 100,00 143
282 thyssenkrupp Polysius Ibérica S.A.U, Madrid, Spanien 100,00 143
283 thyssenkrupp Rothe Erde Spain S.A., Zaragoza, Spanien 100,00 143
284 thyssenkrupp Steel Ibérica S.L., Barcelona, Spanien 100,00 236
285 thyssenkrupp System Engineering S.A., Casellbisbal (Barcelona), Spanien 100,00 143
Thailand
286 Atlas Naval Support Centre (Thailand) Limited i. L., Huaykwang, Bangkok, Thailand 100,00 57
287 thyssenkrupp Industrial Solutions (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand 75,00 146
Tunesien
288 Defontaine Tunisie S.A., Fouchana - Ben Arous, Tunesien 100,00 154
289 thyssenkrupp Aerospace Tunisia S.A.R.L., Fouchana, Tunesien 99,98 159
Türkei
290 thyssenKrupp Marine Systems Gemi Sanayi ve Ticaret A.S., Ankara, Türkei 100,00 110
291 thyssenkrupp Polysius Teknolojik Ürünler Insaat Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi, Istanbul, Türkei 100,00 125
Ungarn
292 thyssenkrupp Components Technology Hungary Kft., Budapest, Ungarn 100,00 126
293 thyssenkrupp Materials Hungary Zrt., Budapest, Ungarn 100,00 118
USA
294 Atlas North America, LLC, Dover, Delaware, USA 100,00 57
295 Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA 100,00 307
296 thyssenkrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington/Delaware, USA 100,00 307
297 thyssenkrupp Automotive Technology NA, LLC, Michigan, USA 100,00 307
298 thyssenkrupp Bilstein of America Inc., Wilmington, Delaware, USA 100,00 307
299 thyssenkrupp Crankshaft Co. LLC, Wilmington, Delaware, USA 100,00 307
300 thyssenkrupp Dynamic Components Danville, LLC, Wilmington, Delaware, USA 100,00 307
301 thyssenkrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA 100,00 307
302 thyssenkrupp Logistics, Inc., Wilmington/Delaware, USA 100,00 304
303 thyssenkrupp Materials, LLC, Southfield/Michigan, USA 100,00 304
304 thyssenkrupp Materials NA, Inc., East Lansing,Michigan, USA 100,00 307
305 thyssenkrupp Materials Trading NA, LLC , East Lansing/MI, USA 100,00 304
306 thyssenkrupp NA Holding Corp., East Lansing/Michigan, USA 100,00 147
307 thyssenkrupp North America, LLC, Delaware, USA 100,00 306
308 thyssenkrupp nucera USA Inc. , Wilmington/Delaware, USA 100,00 202
309 thyssenkrupp OnlineMetals, LLC, Southfield/Michigan, USA 100,00 304
310 thyssenkrupp Polysius North America, Inc., Milwaukee/Wisconsin, USA 100,00 307
311 thyssenkrupp Presta North America, LLC, Wilmington, DE, USA 100,00 307
312 thyssenkrupp rothe erde USA Inc., Coumbus, Ohio, USA 100,00 307
313 thyssenkrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA 100,00 236
314 thyssenkrupp Supply Chain Services NA, Inc., Southfield/Michigan, USA 100,00 304
315 thyssenkrupp System Engineering, Inc., Wilmington, Delaware, USA 100,00 307
316 thyssenkrupp Uhde USA, LLC, East Lansing/Michigan, USA 100,00 307
Vereinigte Arabische Emirate
317 ATLAS ELEKTRONIK L.L.C., Abu-Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate 49,00 57
Vietnam
318 thyssenkrupp Industrial Solutions (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam 100,00 106
319 thyssenkrupp Materials Vietnam LLC i. L., Thu Duc City, Ho Chi Minh City, Vietnam 100,00 118

B. Quotal in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen ( * =Joint Operation)

Lfd. Nr Name und Sitz Anteil am Kapital
%
gehalten über lfd. Nr. Quote
%
Deutschland
320 Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg * 50,00 141
C. At equity bewertete Beteiligungen ( * =Joint Venture)
Belgien
321 Haeger & Schmidt Logistics Belgium N.V., Antwerpen, Belgien 38,54 141
China
322 TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China * 50,00 141
323 TKAS (Chongqing) Auto Steel Co., Ltd., Chongqing, China * 12,50 141
Deutschland
324 BOBBY&CARL GmbH i. L., Düsseldorf * 50,00 79
325 cap-on GmbH, Elchingen 15,00 82
326 carValoo GmbH, Essen 22,50 143
327 COMUNITHY Immobilien GmbH i. L., Düsseldorf 49,00 107
328 HFS Hotforming Solutions GmbH i. L., Heilbronn * 50,00 81
329 Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf 40,00 134
330 MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg 49,00 57 10,00
110 39,00
331 Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen * 50,00 141
Finnland
332 Polarputki Oy, Helsinki, Finnland * 50,00 118
Katar
333 Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar * 40,00 110
Korea, Rep.
334 KEPCO-Uhde Inc., Daejeon, Korea, Rep. * 26,93 106
Luxemburg
335 Vertical Topco I S.A., Luxembourg, Luxemburg 19,32 79
Norwegen
336 KTA Naval Systems AS, Kongsberg, Nonwegen * 50,00 57 33,33
110 16,67
Puerto Rico
337 Aceros de America Corp., San Juan, Puerto Rico * 50,00 119
Rep. Südafrika
338 Cybicom Atlas Defence (Pty.) Ltd., Tokai, Cape Town, Rep. Südafrika 40,00 57
Singapur
339 Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapore, Singapur 30,00 118
340 Pelagus 3D Pte. Ltd., Singapore, Singapur * 50,00 117

D. Nicht einbezogene verbundene Unternehmen

Lfd. Nr Name und Sitz Eigenkapital
in TEUR
Jahresergebnis
in TEUR
Anteil am Kapital
%
gehalten über lfd. Nr. Quote
%
Rumänien
341 Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien 709 62 1) 100,00 262
Tschechische Republik
342 ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s.r.o., Brno, Tschechische Republik 242 -290 1) 100,00 106

E. Sonstige assoziierte Beteiligungen ( * = Joint Venture)

Lfd. Nr Name und Sitz Anteil am Kapital
%
gehalten über lfd. Nr. Quote
%
Deutschland
343 Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen 21,71 141
344 Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen 33,33 88
345 Grundstücksgesellschaft Schlossplatz 1 mbH & Co.KG, Berlin 20,00 79
346 NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf 94,76 143
Japan
347 JEVISE Corporation, Tokyo, Japan * 50,00 141
Portugal
348 LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Setúbal, Portugal 20,00 143
F. Andere Beteiligungsunternehmen
Brasilien
349 Susin, Francescutti Metalurgica Ltda., Caxias do Sul / RS, Brasilien 12,50 22
Deutschland **) ***)
350 Digital Sales Hub GmbH, Dormagen 5,00 138
351 Gründerfonds Ruhr GmbH & Co. KG, Essen 7,14 143
352 Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH, Hamburg 20,42 110
353 Holcim HüttenZement GmbH, Dortmund 25,01 141
354 Institut für angewandte Systemtechnik Bremen GmbH, Bremen 10,00 57
355 LEWA Attendorn GmbH, Olpe 19,20 141
356 PEAG Holding GmbH, Dortmund 13,72 79
357 Studiengesellschaft für Eisenerzaufbereitung GmbH & Co. KG, Liebenburg 16,67 141
Frankreich
358 Bionext S.A.S., Venette, Frankreich 18,96 106
Italien
359 Acciai Speciali Terni S.p.A., Terni, Italien 3) 15,00 233
1)Jahresabschluss nicht 30.09.
2)Beherrschung aufgrund vertraglicher Vereinbarungen
3)gem. IFRS keine Beteiligung, sondern Darlehen
**) ARGE K 130 (BGB Gesellschaft) / LOS II, Hamburg 25,00 136
***) Consortium IDAS (BGB Gesellschaft), Kiel 50,00 136

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Essen, den 16. November 2023

thyssenkrupp AG

Der Vorstand

López

Burkhard

Keysberg

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der thyssenkrupp AG einschließlich der integrierten zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung der Gesellschaft und des Konzerns nach §§ 289b Abs.1, 289c HGB und §§ 315b Abs. 1, 315c HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 geprüft.

Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537 / 2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts - Immanentes Risiko aufgrund von Unsicherheiten bezüglich der Rechtskonformität der Auslegung der EU-Taxonomieverordnung

Wir verweisen auf die Ausführungen des Vorstands in Abschnitt "EU-Taxonomie" der im zusammengefassten Lagebericht integrierten zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung der Gesellschaft und des Konzerns nach §§ 289b Abs.1, 289c HGB und §§ 315b Abs. 1, 315c HGB. Dort wird beschrieben, dass die EU-Taxonomieverordnung und die hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte Formulierungen und Begriffe enthalten, die noch erheblichen Auslegungsunsicherheiten unterliegen und für die noch nicht in jedem Fall Klarstellungen veröffentlicht wurden. Die gesetzlichen Vertreter legen dar, wie sie die erforderlichen Auslegungen der EU-Taxonomieverordnung und der hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte vorgenommen haben. Aufgrund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, ist die Rechtskonformität der Auslegung mit Unsicherheiten behaftet. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht ist diesbezüglich nicht modifiziert.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Die Werthaltigkeit des Firmenwertes der thyssenkrupp Marine Systems

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sowie den verwendeten Annahmen verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 01. Angaben zur Höhe des Firmenwertes der thyssenkrupp Marine Systems finden sich im Konzernanhang unter Ziffer 04. Erläuterungen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Geschäftssegments thyssenkrupp Marine Systems finden sich im zusammengefassten Lagebericht unter "Geschäftsverlauf in den Segmenten" im Abschnitt Wirtschaftsbericht.

Das Risiko für den Abschluss

Der Firmenwert des Geschäftssegments thyssenkrupp Marine Systems beträgt zum 30. September 2023 EUR 1.043 Mio und hat mit 8% des Konzerneigenkapitals eine große Bedeutung für die Vermögenslage.

Die Werthaltigkeit des Firmenwertes der thyssenkrupp Marine Systems wird jährlich anlassunabhängig überprüft. Ergeben sich unterjährig Anhaltspunkte, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte, wird zudem unterjährig anlassbezogen die Werthaltigkeit des Firmenwertes überprüft. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag des Geschäftssegments thyssenkrupp Marine Systems verglichen. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, ergibt sich ein Abwertungsbedarf. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert des Geschäftssegments thyssenkrupp Marine Systems.

Die Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwertes ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Hierzu zählen unter anderem die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung für die nächsten fünf Jahre, die unterstellten langfristigen Wachstumsraten und der verwendete Abzinsungssatz.

Im Geschäftsjahr 2022 / 23 war der Buchwert des Nettovermögens von thyssenkrupp durchgängig größer als deren Marktkapitalisierung. Infolgedessen wurde die Werthaltigkeit des Firmenwertes zu jedem Quartals- sowie zum Bilanzstichtag anlassbezogen überprüft. Als Ergebnis der durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen hat die thyssenkrupp AG keinen Wertminderungsbedarf festgestellt. Im Rahmen der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung zum 30. September 2023 wurde ebenfalls kein Wertminderungsbedarf festgestellt.

Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass eine bestehende Wertminderung nicht erkannt wurde. Außerdem besteht das Risiko, dass die damit zusammenhängenden Anhangangaben nicht sachgerecht sind.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir sowohl für die anlassbezogene als auch die jährliche Werthaltigkeitsprüfung unter anderem die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Berechnungsmethode der Gesellschaft beurteilt. Dazu haben wir die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung sowie die unterstellte langfristige Wachstumsrate mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Außerdem haben wir Abstimmungen mit dem vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget vorgenommen. Darüber hinaus haben wir die Konsistenz der Annahmen mit externen Markteinschätzungen beurteilt.

Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben. Wir haben die dem Abzinsungssatz zugrunde liegenden Annahmen und Daten, insb. den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.

Zur Beurteilung der methodisch und mathematisch sachgerechten Umsetzung der Bewertungsmethode haben wir die von der Gesellschaft vorgenommene Bewertung anhand eigener Berechnungen nachvollzogen und Abweichungen analysiert.

Um der bestehenden Prognoseunsicherheit Rechnung zu tragen, haben wir die Auswirkungen möglicher Veränderungen des Abzinsungssatzes, der Ergebnisentwicklung bzw. der langfristigen Wachstumsrate auf den Nutzungswert untersucht, indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Werten der Gesellschaft verglichen haben (Sensitivitätsanalyse).

Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zur Werthaltigkeit des Firmenwertes sachgerecht sind. Dies umfasste auch die Beurteilung der Angemessenheit der Anhangangaben nach IAS 36.134(f) zu Sensitivitäten bei einer für möglich gehaltenen Änderung wesentlicher der Bewertung zugrunde liegender Annahmen.

Unsere Schlussfolgerungen

Die den anlassbezogenen Werthaltigkeitsprüfungen als auch der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwertes des Geschäftssegments thyssenkrupp Marine Systems zugrunde liegende Berechnungsmethode steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen.

Die der Bewertung zugrunde liegenden Annahmen und Daten der Gesellschaft sind angemessen.

Die damit zusammenhängenden Anhangangaben sind sachgerecht.

Die Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte der thyssenkrupp Steel Europe

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 01. Weitere Angaben zur Werthaltigkeitsprüfung finden sich in Abschnitt 05 des Konzernanhangs. Im Lagebericht wird im Abschnitt "Wirtschaftsbericht" berichtet.

Das Risiko für den Abschluss

In der Konzern - Gewinn- und Verlustrechnung sind Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit thyssenkrupp Steel Europe in Höhe von insgesamt EUR 2,1 Mrd enthalten. Hiervon wurden EUR 0,3 Mrd im zweiten und EUR 1,8 Mrd im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022 / 23 erfasst. Die erfassten Wertminderungsaufwendungen haben einen erheblichen Einfluss auf die Ertragslage von thyssenkrupp.

Die Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte der thyssenkrupp Steel Europe wird anlassbezogen bei Vorliegen von Anhaltspunkten überprüft. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, ergibt sich eine Wertminderung. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der Nutzungswert wird anhand des Discounted Cashflow-Verfahrens ermittelt.

Die Werthaltigkeitsprüfung der Sachanlagen ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Hierzu zählen insbesondere die prognostizierten Zahlungsmittelflüsse, die verwendeten Abzinsungssätze sowie die Einschätzung, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen.

Zum Bilanzstichtag war der Buchwert des Nettovermögens von thyssenkrupp größer als deren Marktkapitalisierung. Infolgedessen wurde die Werthaltigkeit u.a. der langfristigen Vermögenswerte der thyssenkrupp Steel Europe anlassbezogen überprüft. Dabei basierte die Werthaltigkeitsprüfung auf der aktuellen, von den gesetzlichen Vertretern verabschiedeten Planungsrechnung sowie auf den aktuellen und konkretisierten Prämissen für den Geschäftsverlauf bis 2034 / 2035 unter Berücksichtigung der Effekte der eingeleiteten Grünen Transformation. Danach erfolgt eine vereinfachte Fortschreibung bis 2063.

Als Ergebnis der durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen hat die thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr Wertminderungen in Höhe von EUR 2,1 Mrd auf die immateriellen Vermögenswerte sowie Sachanlagen der thyssenkrupp Steel Europe vorgenommen.

Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass eine bestehende Wertminderung nicht in angemessener Höhe erfasst wurde. Außerdem besteht das Risiko, dass die damit zusammenhängenden Anhangangaben nicht sachgerecht sind.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir neben der rechnerischen Richtigkeit und IFRS-Konformität der Bewertungsmethode der Gesellschaft die Angemessenheit der darin einfließenden wesentlichen Annahmen beurteilt. Dazu haben wir die erwarteten Zahlungsmittelflüsse mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Durch Abstimmung der Planungsrechnung mit dem vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget haben wir deren interne Konsistenz sichergestellt. Die Angemessenheit der Annahmen wurde auch mit externen Markteinschätzungen beurteilt. Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den später tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben.

Die dem Abzinsungssatz zugrunde liegenden Annahmen und Daten, insb. den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie, die spezifischen Risikozuschläge und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.

Um der bestehenden Prognoseunsicherheit Rechnung zu tragen, haben wir darüber hinaus die Auswirkungen möglicher Veränderungen des Abzinsungssatzes und der erwarteten Zahlungsmittelflüsse auf den erzielbaren Betrag untersucht, indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Bewertungsergebnissen der Gesellschaft verglichen haben (Sensitivitätsanalyse).

Abschließend haben wir beurteilt, ob der sich ergebende Wertminderungsbedarf zutreffend im Abschluss erfasst wurde.

Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben in Bezug auf die Werthaltigkeitsprüfung sachgerecht sind.

Unsere Schlussfolgerungen

Die der Werthaltigkeitsprüfung für langfristige Vermögenswerte der thyssenkrupp Steel Europe zugrunde liegende Berechnungsmethode steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen. Die der Bewertung zugrunde gelegten Annahmen und Daten sind sachgerecht und insgesamt ausgewogen.

Die damit zusammenhängenden Anhangangaben sind sachgerecht.

Sonstige Informationen

Der Vorstand bzw. der Aufsichtsrat ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts:

die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft und des Konzerns, die in Abschnitt "Erklärung zur Unternehmensführung" des zusammengefassten Lageberichts enthalten ist.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei "thyssenkrupp_AG_KA+KLB_ESEF-2023-09-30 (1).zip"

(SHA256-Hashwert: 1fb7f64ed7c819fd98bdf8c92e266643ae15c8e69148c5a88d4cfb3b9999e7cb)

enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Der Vorstand der Gesellschaft ist verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner ist der Vorstand der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.

beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende bereitgestellte Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019 / 815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.

beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts ermöglichen.

beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019 / 815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 3. Februar 2023 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 10. März 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2022 / 2023 als Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und zusammengefasste Lagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dr. Markus Zeimes.

 

Düsseldorf, den 21. November 2023

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Ufer, Wirtschaftsprüfer

gez. Dr. Zeimes, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre!

Bevor ich Sie nachfolgend über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2022 / 2023 informiere, möchte ich kurz auf dieses Jahr und die vielfältigen Themen zurückblicken, die uns beschäftigt haben. Das Jahr stand erneut stark unter dem Eindruck geopolitischer Krisen und Unwägbarkeiten. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hält an und sein weiterer Verlauf ist ungewiss. Das Verhältnis zwischen den demokratischen Industrieländern und autokratischen Ländern ist im Wandel und beschäftigt Politik und Unternehmen intensiv. Im Oktober dieses Jahres ist durch den Terror der Hamas der Krisenherd Naher Osten wieder entflammt. Aufatmen konnten wir, dass Corona nun wohl weitgehend überwunden bzw. einigermaßen beherrschbar geworden ist. Aber die multiplen Krisen auf der Welt sind Anlass zu erheblicher Sorge und verlangen hohe Aufmerksamkeit. Eine Bedrohung, Cyberkriminalität, ist für uns bei thyssenkrupp Ende 2022 vom abstrakten Szenario zur konkreten Erfahrung geworden. Das Unternehmen wurde Opfer eines gezielten Angriffs auf seine IT-Infrastruktur. Die Angreifer konnten rechtzeitig entdeckt und isoliert werden, und so konnte erheblicher Schaden vom Unternehmen und seinen Mitarbeitern abgewendet werden. Gezeigt hat sich aber, wie wachsam wir sein müssen und wie ernst die Bedrohung ist.

Ein Thema ganz oben auf der Agenda von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ist der Kampf gegen den Klimawandel. Für unser Unternehmen hat dieses Thema besondere Dimensionen. Ein wichtiger Meilenstein für uns selbst und zum Erreichen der Klimaziele in Deutschland und Europa war die Genehmigung der EU-Kommission, dass Bundesregierung und nordrhein-westfälische Landesregierung den Bau der ersten Direktreduktionsanlage bei thyssenkrupp Steel in Duisburg mit rund 2 Mrd € fördern können. Zum Transformationsprozess von thyssenkrupp zählt auch der erfolgreiche Börsengang unseres Wasserstoffgeschäftes thyssenkrupp nucera in einem anspruchsvollen Kapitalmarktumfeld und die Gründung unseres neuen Geschäftssegments Decarbon Technologies, die das Unternehmen im vierten Quartal vorbereitet hatte und dann zum Beginn des neuen Geschäftsjahres vollzogen hat. Damit rücken wir Kompetenzen und Potenziale des Portfolios von thyssenkrupp in unseren eigenen Fokus und in das Licht der Aufmerksamkeit von potenziellen Kunden in aller Welt. Wir können mit unseren Technologien und Lösungen wesentliche Beiträge zur Dekarbonisierung der Welt leisten.

Ein besonderes Augenmerk möchte ich auf die Vorstandspersonalien der thyssenkrupp AG lenken: Im November 2022 hat der Aufsichtsrat die Bestellung von Personalvorstand Oliver Burkhard, der seit 2013 Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor der thyssenkrupp AG ist, um weitere fünf Jahre bis Ende September 2028 verlängert. Er leistet in schwierigen Zeiten exzellente Arbeit und setzt seit Mai 2022 auch als Vorstandsvorsitzender von thyssenkrupp Marine Systems klare Akzente.

Als Nachfolger von Martina Merz als CEO der thyssenkrupp AG, die Ende April um Gespräche über eine zeitnahe Auflösung ihres Vorstandsdienstvertrags gebeten hatte und die einvernehmlich zum 31. Mai 2023 aus dem Unternehmen ausgeschieden ist, konnte Miguel Ángel López Borrego zum 1. Juni 2023 gewonnen werden. An dieser Stelle danke ich Martina Merz im Namen des Aufsichtsrats herzlich für ihr enormes Engagement für thyssenkrupp in weltwirtschaftlich, für unser Land und speziell auch für das Unternehmen außerordentlich schwierigen Jahren. Sie hat den notwendigen Umbau von thyssenkrupp in einer für das Unternehmen entscheidenden Phase mit großer Besonnenheit und strategischer Rationalität strukturiert und angestoßen. Herr López hat den eingeleiteten Veränderungsprozess aufgenommen und setzt ihn konsequent um. Im Mittelpunkt steht die folgerichtige Ausrichtung der Geschäfte auf Zukunftsfähigkeit.

Weiterhin hat sich Dr. Klaus Keysberg nach fast 28 Jahren Tätigkeit in verschiedenen Top-Managementpositionen im thyssenkrupp Konzern und seit Oktober 2019 Vorstandsmitglied und CFO der thyssenkrupp AG entschieden, für eine Verlängerung seines bis zum 31. Juli 2024 laufenden Vertrags nicht zur Verfügung zu stehen. Auch Dr. Klaus Keysberg danke ich bereits jetzt für sein langjähriges Engagement für das Unternehmen in den verschiedensten Funktionen, ganz besonders für seinen Einsatz als Vorstandsmitglied der thyssenkrupp AG in den vergangenen vier Jahren. Er hat den umfassenden Veränderungsprozess des Unternehmens in dieser Zeit klug und mit großer Umsicht eng begleitet und damit maßgeblich zu den bislang erreichten Fortschritten der Transformation von thyssenkrupp beigetragen.

Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung des Vorstands im Geschäftsjahr 2022 / 2023 kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen. Er hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung, der Compliance und der Nachhaltigkeitsstrategie unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Des Weiteren hat der Vorstand eine regelmäßige Berichterstattung über die Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsthemen aufgenommen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den Zielen des Unternehmens, der Risikosituation - hier insbesondere auch der Cybersicherheit -, der Refinanzierungs- und der Liquiditätsplanung sowie der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Aufbauend auf der Analyse der Wertpotenziale der Geschäfte des Konzerns sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen zur Beratung vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.

Aufsichtsrat und Vorstand haben intensiv zusammengearbeitet und Informationen ausgetauscht. In 14 Sitzungen hat das Präsidium, überwiegend unter Teilnahme von Vorstandsmitgliedern und vereinzelt auch externen Beratern, alle Themen intensiv erörtert und die Gremien- und Aufsichtsratssitzungen vor- und nachbereitet.

Darüber hinaus standen die Vorsitzenden des Aufsichtsrats und der Aufsichtsrats-Ausschüsse auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und haben sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse wurde spätestens in den jeweils folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzungen berichtet. Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind per Gesetz und nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) dazu angehalten, unverzüglich offenzulegen, wenn bei ihnen Interessenkonflikte auftreten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen gewesen wären.

Bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt thyssenkrupp die Mitglieder des Aufsichtsrats bei grundsätzlich eigenverantwortlich wahrzunehmenden Aus- und Fortbildungsmaßnahmen organisatorisch und mit der Übernahme der Kosten. Ergänzend dazu bietet das Unternehmen themenspezifische Informations- und Fortbildungsveranstaltungen an. Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 hat der Aufsichtsrat mit externer Unterstützung eine Fortbildung zum Thema "ESG-Regulierung und Rahmenwerke mit Relevanz für den Aufsichtsrat" durchgeführt. Weitere Fortbildungen mit externer Begleitung sowie Werksbesichtigungen an thyssenkrupp Standorten sind für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 bereits geplant. Neue Aufsichtsratsmitglieder werden im Rahmen eines etablierten Onboarding-Prozesses mit dem Geschäftsmodell von thyssenkrupp, den Strukturen des Konzerns und Spezialthemen vertraut gemacht. Das Corporate Office übernimmt dabei eine koordinierende Funktion. Außerdem informiert es über Rechte und Pflichten, unterstützt durch persönliche Gespräche und sorgt für die Bereitstellung notwendiger Unterlagen und Berechtigungen zum digitalen Informationsaustausch.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Die Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden in aller Regel als Präsenzveranstaltungen mit der Möglichkeit der Videozuschaltung statt; auf ausschließliche Telefon- bzw. Videokonferenzen wird nur bei Vorliegen besonderer Umstände zurückgegriffen. Im Berichtsjahr fanden von insgesamt 39 Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lediglich sieben Sitzungen als Videokonferenz statt, die übrigen Sitzungen in Präsenz. Bei den als Videokonferenz durchgeführten Sitzungen handelte es sich um kurzfristig anberaumte Sitzungen von nur geringer Dauer.

Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, die als Präsenzsitzungen mit Möglichkeit der Videozuschaltung durchgeführt wurden, lag bei 98,3%. In der nachfolgenden Tabelle wird die Teilnahme in individualisierter Form offengelegt:

PRÄSENZ BEI DEN SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATS UND SEINER AUSSCHÜSSE IM GESCHÄFTSJAHR 2022 / 2023

Aufsichtsratssitzungen Ausschusssitzungen
Sitzungen Teilnahme Anwesenheit
in %
Sitzungen Teilnahme Anwesenheit
in %
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm, Vorsitzender 7 7 100,00% 27 27 100,00%
Jürgen Kerner, stellv. Vorsitzender 7 7 100,00% 26 24 92,31%
Birgit A. Behrendt 7 7 100,00% ./. ./. ./.
Dr. Patrick Berard (seit 03.02.2023) 5 5 100,00% ./. ./. ./.
Stefan Erwin Buchner 7 7 100,00% ./. ./. ./.
Dr. Wolfgang Colberg 7 7 100,00% 4 3 75,00%
Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather 7 7 100,00% 5 5 100,00%
Angelika Gifford 7 7 100,00% ./. ./. ./.
Dr. Bernhard Günther 7 7 100,00% 27 27 100,00%
Achim Hass 7 7 100,00% ./. ./. ./.
Friederike Helfer (bis 03.02.2023) 2 2 100,00% 2 2 100,00%
Tanja Jacquemin 7 7 100,00% 5 5 100,00%
Daniela Jansen 7 7 100,00% 7 7 100,00%
Christian Julius 7 7 100,00% ./. ./. ./.
Thorsten Koch 7 7 100,00% 1 1 100,00%
Katrin Krawinkel (seit 01.01.2023) 3 3 100,00% ./. ./. ./.
Dr. Ingo Luge 7 7 100,00% 6 6 100,00%
Tekin Nasikkol 7 7 100,00% 31 30 96,77%
Peter Remmler (bis 03.02.2023) 2 2 100,00% 1 1 100,00%
Dirk Sievers (bis 20.06.2023) 5 5 100,00% 20 19 95,00%
Dr. Verena Volpert 7 7 100,00% 5 5 100,00%
Ulrich Wilsberg (seit 03.02.2023) 5 5 100,00% 4 3 75,00%
Isolde Würz (bis 31.12.2022) 1 1 100,00% ./. ./. ./.
Kirstin Zeidler (seit 07.07.2023) 1 1 100,00% ./. ./. ./.

Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen teilgenommen; regelmäßig hat der Aufsichtsrat aber auch ohne den Vorstand getagt.

Im Berichtsjahr fanden insgesamt sieben Sitzungen des Aufsichtsrats sowie eine Fortbildungssitzung statt. Das Themenspektrum, mit dem sich der Aufsichtsrat befasste, beinhaltete unter anderem die jeweils aktuelle Geschäftslage und die Ergebnisentwicklung sowie den Jahres- und den Konzernabschluss zum 30. September 2022. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 / 2022 und stellte damit den Jahresabschluss fest.

Weitere Themen waren die Corporate Governance, der thyssenkrupp Ansatz zum Internen Kontrollsystem (IKS), die Compliance und die EMIR-Pflichtprüfung 2022 gemäß § 32 WpHG sowie die regelmäßigen Berichte zu allen Segmenten.

Die Berichte des Vorstands zur Lage des thyssenkrupp Konzerns und zur Umsetzung von dessen Weiterentwicklung wurden ergänzt um detaillierte Berichte zur CO 2 -Roadmap sowie um Status-Updates zu den Wert- und Weiterentwicklungsplänen der einzelnen Segmente. Auf dieser Grundlage wurden die Beratungen zur Performance-Steigerung, zu den Portfolio-Maßnahmen und zu den kurz- und mittelfristigen Ergebniszielen aller Segmente intensiv fortgeführt. Der Aufsichtsrat erörterte regelmäßig auf Basis einer fokussierten Werthebelbetrachtung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Segmente die Performance-Ziele und den Stand der Zielerreichung, verbunden mit Empfehlungen für eine schnellere Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen. Auch die in der Septembersitzung verabschiedete Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 hat der Aufsichtsrat ausführlich erörtert. Zu den intensiv behandelten Portfoliothemen zählten der Börsengang von thyssenkrupp nucera sowie die angestrebte Verselbstständigung der Segmente Marine Systems und Steel Europe. Insbesondere bei Steel Europe waren die erforderlichen Maßnahmen für die grüne Transformation - etwa die Entscheidung über den Bau der ersten Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg sowie die damit verbundenen nicht unerheblichen Investitionen - Gegenstand ausführlicher Erörterungen. Ein weiteres Schwerpunktthema war die Gründung des neuen Segments Decarbon Technologies durch Portfolioumstrukturierung, um thyssenkrupp klar als Technologieführer für die Energiewende zu positionieren.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2022 / 2023 jeweils nach Prüfung der Empfehlungen und Anregungen des DCGK die Abgabe und Veröffentlichung der Entsprechenserklärung beschlossen. Die aktuelle, zum 1. Oktober 2023 abgegebene Entsprechenserklärung ist auf der Website von thyssenkrupp abrufbar. Darüber hinaus berichten Vorstand und Aufsichtsrat in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.

Bericht über die Arbeit der Ausschüsse

Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Einzelne Entscheidungsbefugnisse sind - soweit gesetzlich zulässig - vom Aufsichtsrat auf die Ausschüsse übertragen worden. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Die Ausschussvorsitzenden standen auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern ihrer Ausschüsse, um sich über besonders wichtige Themen auszutauschen. Die personelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse mit Stand 30. September 2023 ist im Kapitel "Aufsichtsrat" dargestellt.

Das Präsidium ist aufgrund der aktuellen Lage und der Vorbereitung der wegweisenden Sitzungen des Aufsichtsrats im vergangenen Geschäftsjahr zu 14 Sitzungen zusammengekommen. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowie alle Themen im Zusammenhang mit der Transformation von thyssenkrupp im Fokus dieses Ausschusses.

Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2022 / 2023 in sieben Sitzungen die Personalthemen der Vorstandsmitglieder der thyssenkrupp AG für den Aufsichtsrat vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Im Zentrum der Beratungen standen neben der personellen Veränderung im Vorstand auch Entscheidungen zu Vergütungsthemen, wie insbesondere die Festsetzung der variablen Vergütungen und die unterjährige Überprüfung der festgelegten individuellen Ziele und die Darstellung im Vergütungsbericht nach § 162 AktG, sowie die Vorbereitung des Abschlusses und der Beendigung von Vorstandsverträgen. Daneben wurden allgemeine Vorstandsangelegenheiten, teilweise auch im Kontext von Leistungen für ehemalige Vorstandsmitglieder, sowie die Nachfolgeplanung für den Vorstand behandelt.

Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2022 / 2023 zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl der KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG) zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2023 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch deren Vertreter an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und eine Honorarvereinbarung mit ihm abgeschlossen. Des Weiteren wurde eine im Umfang reduzierte Befragung zur Zufriedenheit mit dem Abschlussprüfer durchgeführt; die Ergebnisse wurden -ebenso wie die von KPMG neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbrachten Leistungen - im Prüfungsausschuss diskutiert.

Dr. Verena Volpert als Prüfungsausschuss-Vorsitzende stand auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen zusätzlich die Leiter relevanter Konzernfunktionen in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung.

Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2021 / 2022 samt zusammengefasstem Lagebericht einschließlich der vollintegrierten nichtfinanziellen Erklärung und der zusammengefassten Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats zur Unternehmensführung sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenberichte des Geschäftsjahres 2022 / 2023 (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit KPMG hat der Ausschuss die Festlegung des Katalogs der genehmigungsfähigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und das Budget für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 beschlossen.

Der Prüfungsausschuss hat sich in mehreren Sitzungen mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung sowie mit der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss ausführlich mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und der Compliance im Unternehmen beschäftigt und ausgiebig die Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert.

Als Prüfungsschwerpunkt hat der Prüfungsausschuss folgenden Auftrag festgelegt: "Prüfung wesentlicher Maßnahmen im internen Kontrollsystem und im Risikomanagementsystem zur Unterstützung der Wirksamkeitsaussage des Vorstands nach DCGK A.5". Der Abschlussprüfer hat dem Prüfungsausschuss in dessen Sitzung am 16. November 2023 über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtet.

Darüber hinaus hat sich der Ausschuss im Beisein der Leiterin der Konzernrevision mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Revision für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 inklusive der revisorischen Begleitung der Investition für die erste Direktreduktionsanlage von Steel Europe auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die vollständig in den Lagebericht integrierte nichtfinanzielle Erklärung, die Eigenkapital- und Ratingsituation, die EMIR-Pflichtprüfung für das Geschäftsjahr 2021 / 2022 gemäß § 32 WpHG, der aktuelle Umsetzungsstand der Performance-Entwicklung in allen Segmenten sowie die Implementierung der Berichtsanforderungen aus der EU-Taxonomie-Verordnung.

Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2022 / 2023 fünfmal zusammengetreten. Im Mittelpunkt der Erörterungen stand die Vorbereitung von Entscheidungsempfehlungen aus seinem Verantwortungsbereich an den Aufsichtsrat. In jeder Sitzung befasste sich der Ausschuss mit der operativen und wirtschaftlichen Lage von thyssenkrupp und seiner Weiterentwicklung. Zu den weiteren behandelten Themenschwerpunkten gehörten - wie im Vorjahr auch - das Fortschreiten auf dem Pfad zur Verselbstständigung der Segmente Marine Systems und Steel Europe. Mit Blick auf das Segment Steel Europe hat sich der Ausschuss intensiv mit dem Investitionsantrag zur Errichtung der ersten Direktreduktionsanlage und der zugehörigen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung befasst. Weitere thematische Schwerpunkte waren die Risikoeinschätzung zu Cyber-Angriffen sowie die Abwehr eines konkreten Angriffs auf die IT-Infrastruktur einzelner Bereiche des thyssenkrupp Konzerns sowie Maßnahmen der weitergehenden IT-Sicherheit, die Finanzierungs- und Liquiditätsplanung sowie die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit einzelner realisierter Investitionsprojekte. Im September 2023 hat sich der Ausschuss schließlich ausführlich mit der Unternehmens- und Investitionsplanung des Konzerns für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 befasst und diese beschlossen. Ebenfalls in seiner Septembersitzung hat der Ausschuss eine teilweise Neuordnung seiner Konzernstruktur beraten und dem Aufsichtsrat zum Beschluss empfohlen: Mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2023 werden im neuen Segment Decarbon Technologies die Business Units Rothe Erde (bis 30. September 2023: Business Unit Bearings), Uhde, Polysius und thyssenkrupp nucera, zusammengefasst. Mit der Schaffung dieses neuen Segments positioniert sich thyssenkrupp als Technologieführer für die Energiewende und unterstreicht damit seine umfassenden Kompetenzen für die grüne Transformation.

Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer Sitzung zusammengekommen. Mit Blick auf die anstehenden Neuwahlen auf der Anteilseignerseite in der Hauptversammlung 2023 wurde festgestellt, dass der Aufsichtsrat im Hinblick auf Diversität, finanzielle Expertise und Erfüllung des Kompetenzprofils angemessen besetzt sei. Bezüglich einer ausscheidenden Vertreterin bei den Anteilseignern haben die Mitglieder des Nominierungsausschusses einen Nachfolger zur Wahl durch die Hauptversammlung benannt.

Für eine Sitzung des gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschusses bestand auch in diesem Berichtsjahr kein Anlass.

Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses

Die von der Hauptversammlung am 3. Februar 2023 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2022 / 2023 gewählte KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht von thyssenkrupp zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 und der Lagebericht des thyssenkrupp Konzerns wurden gemäß § 315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von KPMG. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 16. November 2023 und des Aufsichtsrats am 21. November 2023 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess sowie das Risikofrüherkennungssystem und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzende in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Der Aufsichtsrat hat den Jahres- und den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht einschließlich der vollständig in den Lagebericht integrierten nichtfinanziellen Erklärung sowie den Vergütungsbericht nach § 162 AktG geprüft und keine Einwendungen erhoben. Jahres- und Konzernabschluss wurden gebilligt. Damit ist der vom Vorstand der thyssenkrupp AG aufgestellte Jahresabschluss festgestellt.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 2. Februar 2024 vor, für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 eine Dividende in Höhe von 0,15 € je Stückaktie auszuschütten.

Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat

Im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat es im Berichtsjahr die folgenden personellen Veränderungen gegeben:

Auf Seiten der Anteilseignervertreter schied Friederike Helfer mit Ablauf der Hauptversammlung am 3. Februar 2023 aus dem Aufsichtsrat aus. Zu ihrem Nachfolger wurde Dr. Patrick Berard gewählt.

Auf Seiten der Vertreter der Arbeitnehmer schieden Isolde Würz mit Ablauf des 31. Dezember 2022, Peter Remmler mit Ablauf der Hauptversammlung 2023 und Dirk Sievers mit Ablauf des 20. Juni 2023 aus dem Aufsichtsrat aus. In deren Nachfolge wurden Katrin Krawinkel zum 1. Januar 2023, Ulrich Wilsberg zum 3. Februar 2023 und Kirstin Zeidler zum 7. Juli 2023 durch gerichtliche Bestellung zu Aufsichtsratsmitgliedern für die Dauer der restlichen Amtszeit der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bestellt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den ausgeschiedenen Mitgliedern ihren herzlichen Dank für die gute, langjährige und konstruktive Zusammenarbeit ausgesprochen.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitern des thyssenkrupp Konzerns weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften für die erheblichen Anstrengungen und erbrachten Leistungen im Geschäftsjahr 2022 / 2023.

 

Essen, 21. November 2023

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm, Vorsitzender

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Stand: 30. September 2023

Präsidium

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther

Jürgen Kerner

Tekin Nasikkol

Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther

Jürgen Kerner

Tekin Nasikkol

Personalausschuss

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther

Jürgen Kerner

Tekin Nasikkol

Prüfungsausschuss

Dr. Verena Volpert (Vorsitzende)

Dr. Wolfgang Colberg

Dr. Bernhard Günther

Tanja Jacquemin

Tekin Nasikkol

Ulrich Wilsberg

Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Stefan E. Buchner

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather

Daniela Jansen

Jürgen Kerner

Thorsten Koch

Dr. Ingo Luge

Tekin Nasikkol

Nominierungsausschuss

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Birgit A. Behrendt

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather

Dr. Bernhard Günther

Dr. Ingo Luge

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG

1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 27. Juni 2022 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 28. April 2022 ("Kodex") und wird diesen auch künftig entsprechen.

2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 1. Oktober 2022 sämtlichen Empfehlungen des Kodex entsprochen.

 

Duisburg/Essen, den 1. Oktober 2023

Für den Aufsichtsrat

Russwurm

Für den Vorstand

López

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

1 nahegelegene Organisation

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
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