Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 94361
Eingetragen
2.8.2012
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsBeteiligungsgesellschaftenKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Betrieb von Bankgeschäften, das Erbringen von Finanz- und sonstigen Dienstleistungen und Zahlungsdiensten sowie die Förderung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Ausgenommen hiervon sind die in § 1 des Kapitalanlagegesetzbuches bezeichneten Geschäfte. Soweit gesetzlich zulässig, ist die Gesellschaft zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die geeignet erscheinen, den Gesellschaftszweck zu fördern, insbesondere zum Erwerb und zur Veräußerung von Grundstücken, zur Errichtung von Zweigniederlassungen im In- und Ausland, zur Beteiligung an anderen Unternehmen gleicher und verwandter, in Sonderfällen auch anderer Art, sowie zum Abschluss von Unternehmens- und Joint-Venture-Verträgen. Sie kann Unternehmen, an denen sie beteiligt ist, strukturell verändern, unter einheitlicher Leitung zusammenfassen oder sich auf deren Verwaltung beschränken sowie über ihren Beteiligungsbesitz verfügen. Sie kann ihren Betrieb ganz oder teilweise in Beteiligungsunternehmen ausgliedern. Die Gesellschaft ist insbesondere auch berechtigt, sich für gewährte Darlehen zu ihren Gunsten Hypotheken und Grundschulden im In- und Ausland zu bestellen und eintragen zu lassen bzw. zu ihren Gunsten eingetragene Hypotheken und Grundschulden im In- und Ausland löschen zu lassen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Gamze Yalçin
seit 16.7.2024
Vorsitzender des Vorstands
Deniz Filis
seit 5.2.2024
Prokura
Ali Atalay
seit 5.2.2024
Prokura
Ergün Akkoc
seit 5.2.2024
Prokura
Ömer Zülfü Ubuz
seit 5.2.2024
Prokura
Zeynep Aksay-Murr
seit 5.2.2024
Prokura
Ayse Dogan
seit 10.5.2021
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Isbank AG

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Isbank AG

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Isbank AG, Frankfurt am Main - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Isbank AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst, f) EU-APrVO, dass wir keine verbotene Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt:

Identifizierung und Bewertung von wertgeminderten Forderungen an Kunden aus den Branchen herstellendes Gewerbe, Baugewerbe, Transport/Logistik sowie Energieversorgung

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die Identifizierung und Bewertung der Forderungen an Kunden aus den Branchen herstellendes Gewerbe, Baugewerbe, Transport/Logistik sowie Energieversorgung ist ein wesentlicher Bereich, in dem das Management Ermessensentscheidungen trifft.

Die Identifizierung von wertgeminderten Engagements sowie die Ermittlung gegebenenfalls notwendiger Einzelwertberichtigungen dieser Forderungen sind mit Unsicherheiten verbunden und beinhalten verschiedene Annahmen und Ermessensspielräume, insbesondere zur Finanzlage des Kunden, Erwartungen zu künftigen Cashflows sowie zur Verwertung von Sicherheiten. Als Folge der nicht abschließend beurteilbaren direkten und indirekten Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Energiepreisanstieg, der Inflation und dem nachhaltig höheren Zinsniveau sind diese Unsicherheiten im Geschäftsjahr erhöht. Bereits geringe Veränderungen in den Annahmen und Schätzparametern können zu deutlich voneinander abweichenden Bewertungen führen. Vor diesem Hintergrund war die Identifizierung und Bewertung der Forderungen an Kunden aus den Branchen herstellendes Gewerbe, Baugewerbe, Transport/Logistik sowie Energieversorgung innerhalb des Kundenkreditvolumens ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben die Ausgestaltung und Wirksamkeit ausgewählter Kontrollen in Bezug auf die Identifizierung und Bewertung der Forderungen an Kunden aus den Branchen herstellendes Gewerbe, Baugewerbe, Transport/Logistik sowie Energieversorgung untersucht und diese Kontrollen getestet. Schwerpunkt unserer Prüfungshandlungen war dabei der Prozess zur regelmäßigen Auswertung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer unter Anwendung von internen Risikoklassifizierungsverfahren, der Prozess der Überwachung von Frühwarnindikatoren sowie die Ermittlung einer Länderrisikovorsorge in Bezug auf Kunden mit Sitz in der Türkei.

Darüber hinaus haben wir auf Stichprobenbasis aussagebezogene Prüfungshandlungen vorgenommen und im Rahmen unserer Krediteinzelfallprüfung analysiert, ob für die Kreditengagements unserer Stichprobe ein Wertminderungsbedarf besteht. Darüber hinaus haben wir die Bewertung von wertgeminderten Forderungen untersucht. Die Stichprobe haben wir risikoorientiert, insbesondere anhand von Kriterien wie der Höhe der Engagements und/oder dem Führen von Krediten auf Überwachungslisten für latente und akute Ausfallrisiken sowie der Ratingklasse, ausgewählt.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich der Identifizierung und Bewertung der Forderungen an Kunden aus den Branchen herstellendes Gewerbe, Baugewerbe, Transport/Logistik sowie Energieversorgung keine Einwendungen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Die Angaben der Gesellschaft zur Identifikation und Bewertung von wertgeminderten Forderungen an Kunden, die auch die Branchen herstellendes Gewerbe, Baugewerbe, Transport/Logistik sowie Energieversorgung umfassen, sind in den Abschnitten "B. Allgemeine Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" und "C. Erläuterungen zur Bilanz" des Anhangs enthalten.

Weitere Erläuterungen zum Bestand der Forderungen an Kunden und der Entwicklung der Risikovorsorge im Geschäftsjahr sind im Lagebericht der Gesellschaft im Abschnitt "Kreditrisiken" enthalten.

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für die "Message from the Chairperson of Supervisory Board" sowie den "Report of the Supervisory Board", die für den Geschäftsbericht vorgesehen sind, verantwortlich. Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen "Key Figures", "Türkiye iş Bankası A.Ş. at a Glance", "Message from the Chairman of the Management Board", "Report of the Supervisory Board", "Management", "Message from the Chairperson of Supervisory Board" und "Offices".

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 12. Juni 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 13. Juni 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2017 als Abschlussprüfer der Isbank AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Carsten Rothermel.

 

Eschborn/Frankfurt am Main, 30. April 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Rothermel, Wirtschaftsprüfer

Hoffmann, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat hat auch im vergangenen Geschäftsjahr die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Der Aufsichtsrat konnte sich hierbei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat den Aufsichtsrat kontinuierlich, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Bank relevanten Fragen der Strategie, der kurz- und langfristigen Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements, der Compliance sowie Themen herausragender Bedeutung unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung. Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere hat der Aufsichtsrat alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit der Risikosituation des Unternehmens, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.

Tätigkeiten des Aufsichtsrats

Es fanden im Geschäftsjahr 2023 vier Sitzungen des Aufsichtsrates statt, die jeweils am 23.03.2023 in Istanbul/Türkei, am 06.06.2023, am 15.09.2023 und am 15.12.2023 in Frankfurt/Deutschland abgehalten wurden.

Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte heraus nachfolgende Ausschüsse gebildet:

• Prüfungsausschuss

• Risikoausschuss

• Corporate Governance und Vergütungskontrollausschuss

• Kreditlimitrevisionsausschuss

Im Geschäftsjahr fanden jeweils eine Sitzung des Corporate Governance und Vergütungsausschusses sowie des Kreditlimitrevisionsausschusses, zwei Sitzungen des Prüfungsausschusses und vier Sitzungen des Risikoausschusses statt.

Zudem hat am 10.05.2023 für die Feststellung des Jahresabschlusses eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung stattgefunden, dessen Thematik sich auf die Präsentation des Jahresabschlusses und der Ergebnisse der Jahresabschlussprüfung von Ernst & Young GmbH fokussierte.

Jahresabschlussprüfung

Die von der Hauptversammlung 2023 zum Abschlussprüfer gewählte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Ernst & Young GmbH, Eschborn, wurde mit der Jahresabschlussprüfung der İșbank AG beauftragt. Der beauftragte Jahresabschlussprüfer hat dem Aufsichtsrat eine Erklärung über seine Unabhängigkeit vorgelegt, die vom Aufsichtsrat entgegengenommen wurde. Der Aufsichtsrat hat keine Zweifel an der Richtigkeit des Inhalts dieser Unabhängigkeitserklärung.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Ernst & Young GmbH, Eschborn, hat den Jahresabschluss der İșbank AG einschließlich des Lageberichtes für das Geschäftsjahr 2023 ordnungsgemäß geprüft und auf Basis der Ergebnisse der Prüfung den Jahresabschluss mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der entsprechende Prüfungsbericht einschließlich des Anhanges und Lageberichtes der İşbank AG standen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat sämtliche Dokumente geprüft. In der Aufsichtsratssitzung am 06. Mai 2024 wurden unter Einbeziehung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die wesentlichen Bestandteile der Jahresabschlussprüfung mit dem Vorstand verhandelt. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nahm an der Sitzung teil, stellte die wesentlichen Prüfungsergebnisse vor und hat ergänzende Auskünfte erteilt. Alle Fragen wurden zur Zufriedenheit des Aufsichtsrates beantwortet. Der Aufsichtsrat hat nach eigener Prüfung gegen das abschließende Ergebnis der Jahresabschlussprüfung keine Einwendungen erhoben und ihm zugestimmt. Damit hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss der İşbank AG festgestellt.

Mit dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands erklärt sich der Aufsichtsrat einverstanden.

Verbundene Unternehmen (Abhängigkeitsbericht)

Der Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) wurde ebenfalls durch die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Eschborn, geprüft.

Der Aufsichtsrat stimmte in seiner Aufsichtsratssitzung vom 06. Mai 2024 ebenso dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen zu und erhob nach eigener Prüfung keine weiteren Einwendungen.

Veränderungen im Vorstand

Herr Tolga Ünal Esgin ist am 31.01.2024 von seinem Amt als Vorsitzender des Vorstands der İșbank AG ausgeschieden.

Frau Gamze Yalçın tritt ab dem 28.04.2024 ihr Amt als Vorsitzende des Vorstands der İșbank AG an.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Im Laufe des Geschäftsjahres 2023 ergaben sich keine Veränderungen im Aufsichtsrat.

Aufsichtsrat

Hakan Aran, Aufsichtsratsvorsitzender, Vorsitzender des Vorstands der Türkiye Îş Bankası A.Ş.,

Hasan Cahit Çinar, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, Vorsitzender des Vorstands der Trakya Yatırım Holding A.Ş.,

Yavuz Ergin, Mitglied des Aufsichtsrates, Berater der Türkiye Îş Bankasi A.Ş.,

Sabri Gökmenler, Mitglied des Aufsichtsrates, Mitglied des Vorstands der Türkiye Îş Bankası A.Ş.,

Ali Tolga Ünal, Mitglied des Aufsichtsrates, Bereichsleiter der Financial Management Abteilung der Türkiye Îş Bankası A.Ş.,

Utku Ünsal, Mitglied des Aufsichtsrates, Bereichsleiter der Strategy & Corporate Performance Management der Türkiye Îş Bankası A.Ş.,

Banu Altun, Mitglied des Aufsichtsrates, Filialleiterin der Großfirmenkunden der Türkiye Îş Bankası A.Ş.,

Hakan Kartal, Mitglied des Aufsichtsrates, Bereichsleiter der Treasury Abteilung der Türkiye Îş Bankası A.Ş.,

Emre Ölçer, Mitglied des Aufsichtsrates, Bereichsleiter der Digital Banking Abteilung der Türkiye Îş Bankası A.Ş.,

Dank an Vorstand und Mitarbeiter

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die enormen Anstrengungen in einem ereignisreichen und herausfordernden Geschäftsjahr.

 

Frankfurt, den 07.05.2024

Für den Aufsichtsrat

Hakan Aran, Vorsitzende des Aufsichtsrates

Bilanz zum 31.12.2023

der Ișbank AG, Frankfurt am Main

Aktivseite

31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 3.120.400,59 2.515.602,54
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 7.998.726,43 10.772.244,59
darunter:
bei der Deutschen Bundesbank EUR 7.998.176,40 (Vorjahr: EUR 10.771.242,16 )
11.119.127,02 13.287.847,13
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 5.757.181,11 2.630.775,01
b) andere Forderungen 790.158.924,40 509.595.389,00
795.916.105,51 512.226.164,01
3. Forderungen an Kunden 1.119.079.574,59 987.778.144,25
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert: EUR 33.039.040,13 (Vorjahr: EUR 52.610.746,00)
Kommunalkredite: EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 0,00)
4. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von anderen Emittenten 0,00 0,00
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 0,00)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 32.302.967,81 25.612.973,96
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 0,00)
bb) von anderen Emittenten 65.402.244,50 87.822.586,87
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 7.048.570,12 ) 97.705.212,31 113.435.560,83
5. Anteile an verbundenen Unternehmen 9.552.000,00 9.552.000,00
6. Immaterielle Anlagewerte
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.231.143,00 7.989.846,95
6.231.143,00 7.989.846,95
7. Sachanlagen 365.618,85 609.316,64
8. Sonstige Vermögensgegenstände 2.853.017,47 5.618.115,41
9. Rechnungsabgrenzungsposten 947.929,15 987.493,51
Summe der Aktiva 2.043.769.727,90 1.651.484.488,73

Passivseite

31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 5.192.456,61 13.230.014,72
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 226.006.648,64 131.284.193,87
231.199.105,25 144.514.208,59
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 24.590.335,65 30.886.149,94
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 367.019,59 730.346,57
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 307.349.580,72 355.985.911,04
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 1.050.424.982,93 726.717.586,68
1.382.731.918,89 1.114.319.994,23
3. Sonstige Verbindlichkeiten 2.711.104,32 2.711.104,32 2.467.415,79
4. Rechnungsabgrenzungsposten 1.558.348,44 1.558.348,44 1.219.753,10
5. Rückstellungen
a) Steuerrückstellungen 6.073.904,13 515.951,54
b) Andere Rückstellungen 3.590.040,53 2.786.094,85
9.663.944,66 3.302.046,39
6. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 335.000.000,00 335.000.000,00
b) Kapitalrücklage 315.292,40 315.292,40
c) Gewinnrücklagen
ca) Gesetzliche Rücklagen 4.299.848,68 2.787.636,89
cb) Andere Gewinnrücklagen 47.558.141,34 40.051.866,60
d) Bilanzgewinn 28.732.023,92 7.506.274,74
415.905.306,34 385.661.070,63
Summe der Passiva 2.043.769.727,90 1.651.484.488,73
1. a) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 60.053.172,97 15.795.558,26
2. a) Unwiderrufliche Kreditzusagen 0,00 0,00
60.053.172,97 15.795.558,26

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31 Dezember 2023

31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR EUR EUR EUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften abzgl. 105.038.827,50 43.564.062,46
negative Zinsen aus Geldmarktgeschäften 0,00 -658.620,53
105.038.827,50 42.905.441,93
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 5.991.194,21 8.199.652,85
111.030.021,71 51.105.094,78
2. Zinsaufwendungen 39.570.295,00 12.125.941,41
a) negative Zinsen aus Geldmarktgeschäften -28.335,88 -229.035,89
39.541.959,12
71.488.062,59 39.208.189,26
3. Provisionserträge 7.772.406,12 6.928.324,03
4. Provisionsaufwendungen 547.136,54 439.800,82
7.225.269,58 6.488.523,21
5. Sonstige betriebliche Erträge 3.481.681,33 594.290,80
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter (mit Rückstellung) 13.068.516,87 11.594.787,86
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.983.569,41 1.826.426,95
darunter: für Altersversorgung EUR 66.229,98 (Vorjahr: EUR 55.944,41)
15.052.086,28 13.421.214,81
b) Andere Verwaltungsaufwendungen 11.443.296,54 10.478.922,76
26.495.382,82 23.900.137,57
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen 2.881.632,93 2.703.089,86
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 167.581,68 131.661,10
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 9.813.818,77 10.236.043,31
10. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 3.812.635,18 2.254.904,78
6.001.183,59 7.981.138,53
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 0,00 0,00
12. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 0,00 0,00
13. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 46.649.232,48 11.574.976,21
14. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0,00
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 16.394.071,30 4.319.787,91
16. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 8 ausgewiesen 10.925,47 -646.153,53
16.404.996,77 3.673.634,38
17. Jahresüberschuss 30.244.235,71 7.901.341,83
18. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 1.512.211,79 395.067,09
b) in die Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen 0,00 0,00
c) in satzungsmäßige Rücklagen 0,00 0,00
d) in andere Gewinnrücklagen 0,00 0,00
1.512.211,79 395.067,09
19. Bilanzgewinn 28.732.023,92 7.506.274,74

(HRB 94361, Amtsgericht Frankfurt am Main)

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

A. Vorbemerkung

Die İșbank AG hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und ist im Handelsregister B mit der Nummer HRB 94361 beim Amtsgericht Frankfurt am Main eingetragen. Der Jahresabschluss der İșbank AG zum 31. Dezember 2023 ist in Übereinstimmung mit den Vorschriften des Handelsgesetzbuches entsprechend den §§ 242 ff. und 340 ff. HGB sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) und unter Beachtung der aktienrechtlichen Regelungen (AktG) aufgestellt worden. Neben dem Jahresabschluss - bestehend aus Gewinn- und Verlust-Rechnung, Bilanz und Anhang - wurde nach § 289 HGB ein Lagebericht erstellt. Alle Beträge sind, soweit nicht gesondert darauf hingewiesen wird, in Tausend Euro angegeben. Die İșbank AG wendet im Geschäftsjahr 2023 die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie im vorhergehenden Geschäftsjahr an.

B. Allgemeine Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die in den einzelnen Posten enthaltenen Forderungen wurden einschließlich der abgegrenzten Zinsen mit dem Nennbetrag bilanziert. Für erkennbare Bonitätsrisiken im Kreditgeschäft hat die İșbank AG Einzelwertberichtigungen, Pauschalwertberichtigungen nach BFA7 sowie Rückstellungen gebildet.

Für die Übertragung von Kreditengagements zu den notleidenden Krediten sind Einstufungskriterien, auch im Rahmen des Frühwarnsystems definiert, die eine Übertragung der Kredite in die Problemkreditverarbeitung zwingend vorgeben. Grundsätzlich werden Kreditengagements mit Leistungsstörungen zwischen 60 und 90 Tagen und Ratenkredite ab 3 Raten im Verzug seitens der Abteilung Abwicklungskredite hinsichtlich der Notwendigkeit der Bildung von Wertberichtigungen einer Prüfung unterzogen. Für die Ermittlung der erforderlichen Einzelwertberichtigung erfolgt bei der Übertragung der Kredite in die Abwicklung eine Neubewertung der bestehenden Sicherheiten. Die Zuführung und Auflösung der dazugehörigen Risikovorsorge wird zeitnah in angemessener und ausreichender Höhe berechnet und gebucht.

Die Anleihen und Schuldverschreibungen werden wie Anlagevermögen bewertet. Der Gesamtbestand wird nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Zum Bilanzstichtag bestehen stille Reserven und stille Lasten. Außerplanmäßige Abschreibungen sind nicht vorgenommen worden, da von einer nicht bonitätsbedingten und damit nicht dauerhaften Wertminderung ausgegangen wird. Unter Pari erworbene festverzinsliche Wertpapiere werden periodengerecht auf den Nennwert zugeschrieben. Über Pari erworbene festverzinsliche Wertpapiere werden periodengerecht auf den Nennwert abgeschrieben.

Die Bilanzierung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgt im Anlagevermögen gemäß § 266 Abs. 2 A. III. 1. HGB. Sie werden zu deren Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert gemäß § 253 Abs. 3 HGB angesetzt.

Die Sachanlagen und immateriellen Anlagewerte, deren Nutzung zeitlich begrenzt sind, werden planmäßig über die erwartete Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Nutzungsdauer des Kernbankensystems wurde im Geschäftsjahr 2016 auf 10 Jahre festgelegt. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu EUR 800 netto werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben. Vermögensgegenstände, deren Anschaffungskosten zwischen EUR 800 und EUR 1.000 netto liegen, werden in einen Sammelposten aufgenommen und über fünf Jahre linear abgeschrieben.

Die Verbindlichkeiten wurden zu ihrem Erfüllungsbetrag zuzüglich abgegrenzter Zinsen ausgewiesen. Ist der Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit höher als der Ausgabebetrag, wird der Unterschiedsbetrag gemäß § 250 Abs. 3 HGB i.V.m. § 340e Abs. 2 Satz 3 HGB in den Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite aufgenommen. Die Rechnungsabgrenzungsposten werden planmäßig linear über die Laufzeit der Verbindlichkeit aufgelöst.

Steuerrückstellungen und andere Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und sind gemäß § 253 Abs. 1 HGB in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt worden, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Das gezeichnete Kapital in Höhe von TEUR 335.000 wird zum Nennwert angesetzt.

Die Eventualverbindlichkeiten und unwiderrufliche Kreditzusagen werden mit dem Nominalwert nach Abzug von in der Bilanz berücksichtigten Barsicherheiten und Rückstellungen gebildet. Für Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr besteht eine Abzinsungspflicht mit einem restlaufzeitbezogenen durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre gemäß § 253 Abs. 2 HGB. Die Archivierungsrückstellungen werden ebenso mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst.

Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres werden periodengerecht gemäß § 252 Abs. 1 HGB erfasst. Die Kontoführungsgebühren werden vierteljährlich und die zulässigen Bearbeitungsgebühren sofort bei Abschluss vereinnahmt.

Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge, die auf fremde Währung lauten, werden gemäß § 256a HGB i.V.m. § 340h HGB zu den am Bilanzstichtag festgestellten Devisenkurs der Europäischen Zentralbank in EUR umgerechnet.

Die Aufwendungen und Erträge aus der Fremdwährungsumrechnung werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen erfasst.

Die Umrechnungsergebnisse aus Geschäften, die in die besondere Deckung gemäß § 340h HGB einbezogen werden, werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen saldiert bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Für Kredite, bei denen keine objektiven Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, wird eine Pauschalwertberichtigung in Höhe des 1-jährigen expected loss gemäß dem Kreditrisikomodell ermittelt und gebildet. Darüber hinaus wird eine gesonderte Risikovorsorge in Höhe des lifetime expected loss für alle Engagements gebildet, deren Rückzahlung aufgrund von erhöhten Transferrisiken gefährdet ist, d.h. das relevante Country-Ceiling Rating befindet im non-Investmentgrade Bereich. Dies traf im Berichtsjahr neben dem Kernmarkt Türkei auch auf das Land Aserbaidschan zu. Die in diesem Zusammenhang in 2022 eingeführte Methode zur Bestimmung eines individualisierten PD-Aufschlags für das Länderrisiko wurde im Laufe des Jahres 2023 überarbeitet. Konkret wird die in 2022 eingeführte Methode nicht mehr für Forderungen an Kreditinstitute angewendet. Stattdessen wird bei Forderungen an Kreditinstitute wieder auf die sogenannte Länder-Cap Methode abgestellt, bei der das Rating einer Bank nicht besser als das des Sitzlandes sein kann. Hintergrund ist, dass die mit dem neuen Verfahren ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten bzw. Ratings im Falle von Forderungen an Kreditinstitute nicht mit dem existierenden Shadow-Rating-Verfahren validiert werden können. Diese führte zu einem Erhöhung der Pauschalwertberichtigung zum 31. Dezember 2023 um TEUR 2.177. Zum Bilanzstichtag wurde somit eine Gesamtrisikovorsorge insgesamt in Höhe von TEUR 21.950 (Vorjahr: TEUR 21.079) gebildet.

Bei der verlustfreien Bewertung von zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs (BFA3) wurde die periodische (GuV- orientierte) Methode angewendet. Hierbei wurden barwertigen Periodenergebnissen aus zinsbezogenen Geschäften, die Verwaltungsaufwendungen für das Bestandsgeschäft, die auf Basis der GuV des abgelaufenen Geschäftsjahres ermittelt wurden, sowie die noch bis zur Endfälligkeit der Geschäfte zu erwartenden Risikokosten basierend auf den erwarteten Zahlungsausfällen gegenübergestellt. Eine Drohverlustrückstellung ist nach IDW RS BFA 3 per 31.12.2023 nicht zu bilden.

Negative Zinsen aus Geldmarktgeschäften werden ertragsmindernd in den Zinserträgen und aufwandsmindernd in den Zinsaufwendungen erfasst.

C. Erläuterungen zur Bilanz

Die liquiden Mittel sind zum Nennwert bilanziert. Die anteiligen Zinsen werden gem. § 11 Satz 3 RechKredV nicht mit in die Restlaufzeitengliederung einbezogen sondern separat ausgewiesen.

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an Kreditinstitute
- täglich fällig 5.757 2.631
- bis 3 Monate 533.122 345.307
- 3 Monate bis 1 Jahr 259.844 162.161
- 1 Jahr bis 5 Jahre 0 10.000
Zinsabgrenzungen 8.692 1.620
Pauschalwertberichtigung -11.499 (*) -9.492 (*)

(*) hiervon entfallen auf Länderwertberichtigung TEUR 11.497 (Vorjahr : TEUR 9.488)

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an Kunden
- bis 3 Monate 130.933 108.330
- mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 326.606 361.142
- mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 583.855 435.958
- mehr als 5 Jahre 41.623 50.944
- mit unbestimmter Laufzeit 31.396 35.580
Zinsabgrenzungen 16.201 7.004
Pauschalwertberichtigung -11.535 (*) -11.180 (*)

(*) hiervon entfallen auf Länderwertberichtigung TEUR 8.441 (Vorjahr: TEUR 10.186)

31.12.2023 Vorjahr
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind in folgenden Positionen enthalten TEUR TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 18.791 7.872
- davon gegenüber der Alleinaktionärin 18.791 7.872
Forderungen an Kunden 10.073 13.541
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 7.879 8.149
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa)Von anderen Emittenten 0 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 31.012 24.605
- davon in Pension gegeben 31.012 0
bb) Von anderen Emittenten 64.424 86.537
- davon in Pension gegeben 25.427 2.990
- davon im Folgejahr fällig 23.913 20.100
c) Zinsabgrenzungen 2.269 2.294

Sämtliche Anleihen und Schuldverschreibungen sind börsenfähig und börsennotiert.

Zum Bilanzstichtag bestehen aus den Anleihen und Schuldverschreibungen stille Reserven in Höhe von TEUR 940 (Vorjahr: TEUR 85) sowie stille Lasten in Höhe von TEUR 420 (Vorjahr: TEUR 3.167).

Die Höhe der börsenfähigen Wertpapiere im Bestand der Anleihen und Schuldverschreibungen beträgt TEUR 41.250 (Vorjahr: TEUR 95.231). Zum Bilanzstichtag wurden keine außerplanmäßige Abschreibung oder Zuschreibung durchgeführt.

Die Forderungen an Kunden sind in Höhe von TEUR 33.039 (Vorjahr: TEUR 52.611) durch Grundpfandrechte gesichert.

Analog zum Vorjahr bestehen Anteile an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 9.552 (Vorjahr: TEUR 9.552) für das Unternehmen Maxi Digital GmbH. Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2023 eine Bilanzsumme von TEUR 1.871 (Vorjahr: TEUR 4.064) und einen Umsatz von TEUR 205 (Vorjahr: TEUR 308) realisiert. Unter Berücksichtigung dieser Angaben ist die Maxi Digital GmbH für den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Îsbank AG von untergeordneter Bedeutung. Die Maxi Digital GmbH ist die einzige Tochtergesellschaft der Îsbank AG. Aus diesem Grund wird kein Konzernabschluss erstellt.

Die immateriellen Vermögensgegenstände beinhalten die aktivierten Aufwendungen, vermindert um planmäßige Abschreibungen, für das in 2016 erworbene Kernbankensystem der Isbank AG. Zum 31. Dezember 2023 beträgt der Buchwert der immateriellen Vermögensgegenstände insgesamt TEUR 6.231 (Vorjahr: TEUR 7.990). Die Îşbank AG betreibt keine Forschung im Rahmen von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen, weshalb keine Kosten in diesem Zusammenhang angefallen sind.

Der Gesamtbetrag der sonstigen Vermögensgegenstände beläuft sich auf TEUR 2.853 (Vorjahr: TEUR 5.618). Davon entfallen auf Forderungen aus derivativen Geschäften wegen Devisenbewertungen TEUR 2.149 (Vorjahr: TEUR 4.587) und auf Steuererstattungsansprüchen aus der Körperschaftsteuer aus Vorjahren TEUR 326 (Vorjahr: TEUR 143). Ebenso entfallen auf Steuerforderungen an das Finanzamt bzgl. der Umsatzsteuer TEUR 176 (Vorjahr: TEUR 688), auf Mietkautionen TEUR 106 (Vorjahr: TEUR 110), auf Forderungen an Kunden TEUR 70 sowie auf Zwischenkonten der Bank TEUR 26 (Vorjahr: TEUR 87).

Auf die Position der aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 948 (Vorjahr: TEUR 987) entfallen allein TEUR 575 (Vorjahr: TEUR 669) auf Vorauszahlungen aus dem Mietvertrag der Hauptverwaltung. Weiterhin kommen TEUR 373 (Vorjahr: TEUR 313) aus im Voraus bezahlten Rechnungen hinzu.

Anlagenspiegel zum 31.12.2023

AHK
Stand 01.01.2023 Zugänge Abgänge
TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Software (****) 26.749 826 0
26.749 826 0
II. Sachanlagen
1. Betriebs und Geschäftsausstattung 4.794 53 31
31.543 879 31
III. Wertpapiere (***) 103.153 6.531 18.154
IV Beteiligungen an verbundene Unternehmen 9.552
Gesamtsumme 144.248 7.410 18.185
AHK Kumulierte Abschr. Kumulierte Abschr.
Umb. Stand 31.12.2023 Stand 01.01.2022 Stand 31.12.2023
TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Software (****) 0 27.576 18.759 21.345
0 27.576 18.759 21.345
II. Sachanlagen
1. Betriebs und Geschäftsausstattung 0 4.816 4.184 4.450 (*)
0 32.392 22.943 25.795 (*)
III. Wertpapiere (***) 0 91.531 7.989 3.905 (**)
IV Beteiligungen an verbundene Unternehmen 9.552
Gesamtsumme 0 133.475 30.932 21.890
31.12.2023 31.12.2023
Zuschreibung des Geschäftsjahres Abschreibung des Geschäftsjahres
TEUR TEUR
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Software (****) 0 2.585
0 2.585
II. Sachanlagen
1. Betriebs und Geschäftsausstattung 0 296
0 2.881
III. Wertpapiere (***) 4 4.087
IV Beteiligungen an verbundene Unternehmen
Gesamtsumme 4 6.968
Buchwerte
Stand 31.12.2022 Stand 31.12.2023
TEUR TEUR
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Software (****) 7.990 6.231
7.990 6.231
II. Sachanlagen
1. Betriebs und Geschäftsausstattung 609 366
8.599 6.597
III. Wertpapiere (***) 113.436 97.705 (**)
IV Beteiligungen an verbundene Unternehmen 9.552
Gesamtsumme 122.035 113.854

(*) Zugänge und Umbuchungen des Geschäftsjahres sind in den Abschreibungen in Höhe von TEUR 65 (Software und Betriebs- und Geschäftausstattung) enthalten.
(**) einschließlich Zinsabgrenzungen in Höhe von TEUR 2.269 TEUR. In den Wertpapier Zuschreibungen sind Währungseffekte i.H.v. TEUR 2.706 enthalten.
(***) Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere; Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere.
(****) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten.

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
- täglich fällig 5.192 13.230
- bis 3 Monate 151.126 42.232
- mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 71.292 76.609
- mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 570 12.027
- Zinsabgrenzungen 3.018 416
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Spareinlagen)
- bis 3 Monate 24.590 30.886
- mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 66 446
- mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 19 30
- mehr als 5 Jahre 283 254
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (andere Verbindlichkeiten)
- täglich fällig 307.350 355.986
- bis 3 Monate 477.074 329.454
- mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 301.636 238.161
- mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 218.754 112.730
- mehr als 5 Jahre 46.198 43.993
- Zinsabgrenzungen 6.763 2.380

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind in folgenden Positionen enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.001 7.338
- davon gegenüber der Alleinaktionärin 3.988 7.319
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 55.680 3.819

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten TEUR 35.575 (Vorjahr: TEUR 572) Pensionsgeschäfte. Die restlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute sind nicht besichert.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2.711 (Vorjahr: 2.467) enthalten bewegungslose Konten in Höhe von TEUR 1.075 (Vorjahr: TEUR 1.209) und noch zu leistende Zahlungen (Kundenaufträge, die von der Clearing-Stelle noch nicht verarbeitet wurden) in Höhe von TEUR 1.195 (Vorjahr: TEUR 381). Des Weiteren beinhaltet diese Position Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften wegen Devisenbewertungen in Höhe von TEUR 122 (Vorjahr: TEUR 485), Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern wegen noch abzuführender Lohn-und Kirchensteuer in Höhe von TEUR 162 (Vorjahr: TEUR 161) sowie Rückläufe aus nicht zustellbaren Türkeiüberweisungen in Höhe von TEUR 106 (Vorjahr: TEUR 105). Ebenso entfallen auf noch abzuführende Kapitalertragssteuern TEUR 51 (Vorjahr: TEUR 42).

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 1.558 (Vorjahr: TEUR 1.220) bestehen im wesentlichen aus abgegrenzten Upfront-Fee-Zahlungen und aus Transaktionsgebühren für Konsortialkredite in Höhe von TEUR 1.196 (Vorjahr: TEUR 1.192).

Die Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 6.074 (Vorjahr: TEUR 516) enthalten Ertragssteuernachzahlungen in Höhe von TEUR 4.673 (Vorjahr: TEUR 196) sowie Körperschaftsteuernachzahlungen aus Vorjahren in Höhe von TEUR 1.401 (Vorjahr: TEUR 285).

Zum Jahresende wurden andere Rückstellungen in Höhe von TEUR 3.590 (Vorjahr: TEUR 2.786) gebildet. Im Wesentlichen bestehen diese aus Bonusrückstellungen in Höhe von TEUR 1.735 (Vorjahr: TEUR 1.335). Daneben entfallen auf Rückstellungen für Avale TEUR 716 (Vorjahr: TEUR 407), auf Rückstellungen für Prüfungs- und Jahresabschlusskosten TEUR 280 (Vorjahr: TEUR 250) sowie auf Rückstellungen für andere Zahlungsverpflichtingen TEUR 259 (Vorjahr: TEUR 277). Zudem sind Rückstellungen für Rechts- und Beratungskosten in Höhe von TEUR 171 (Vorjahr: TEUR 157) enthalten. Des Weiteren beinhaltet diese Position Rückstellungen für Prozesskosten in Höhe von TEUR 119 (Vorjahr: 86), Rückstellungen für Beiträge in Höhe von TEUR 115 (Vorjahr: TEUR 120), Archivierungsrückstellungen in Höhe von TEUR 105 (Vorjahr: TEUR 105) und Urlaubsrückstellungen in Höhe von TEUR 90 (Vorjahr: TEUR 49).

Das gezeichnete Kapital beträgt insgesamt TEUR 335.000 und hat sich gegenüber zum Vorjahr nicht verändert.

Das Grundkapital der İșbank AG ist in 33.500.000 nennwertlose auf den Inhaber lautenden Stückaktien eingeteilt und beläuft sich auf TEUR 335.000. Andere Aktiengattungen bestehen nicht.

Das Eigenkapital gliedert sich wie folgt:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Gezeichnetes Kapital 335.000 335.000
Kapitalrücklage 315 315
Gesetzliche Rücklagen 4.300 2.788
Gewinnrücklagen 47.558 40.052
Bilanzgewinn 28.732 7.506
415.905 385.661

Gemäß § 150 Abs. 2 AktG sind in die gesetzliche Rücklage jährlich um 5 % des Jahresüberschusses anzupassen. Somit wurde die gesetzliche Rücklage um TEUR 1.512 aufgestockt.

Die Wertberichtigung für die Länderrisiken der Forderungen an Kunden und Kreditinstitute beträgt insgesamt TEUR 21.950 (Vorjahr: TEUR 21.079) hiervon entfallen TEUR 716 auf außerbilanzielle Rückstellungen.

Die Gesamtrisikovorsorge teilt sich wie folgt auf die einzelnen Bilanzpositionen auf:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 11.499 9.492
Forderungen an Kunden 9.735 11.180
Außerbilanzielle Rückstellungen 716 407

Auf Fremdwährung lautende Positionen:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Vermögensgegenstände 456.373 332.793
Schulden 549.436 259.506

Die Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen setzen sich nach Absetzung der Pauschalwertberichtigungen wie folgt zusammen:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Bürgschaften und Gewährleistungsverträge 4.896 5.203
Akkreditive 55.873 11.000
60.769 16.203

Von den Akkreditiven, Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen entfallen auf die Alleinaktionärin TEUR 7.253 (Vorjahr: TEUR 1.641).

Die barbesicherten Bürgschaften belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 7.027 (Vorjahr: TEUR 4.498). Analog zum Vorjahr bestehen keine unwiderrufliche Kreditzusagen.

Die Risiken aus der Inanspruchnahme der Eventualverbindlichkeiten und der anderen Verpflichtungen werden seitens der Isbank AG aufgrund bestehender Sicherheiten als gering eingeschätzt.

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach der Staffelform gemäß § 275 Abs. 1 HGB erstellt.

Der Vorstand der İșbank AG schlägt nach § 170 Abs. 2 AktG dem Aufsichtsrat vor, den Bilanzgewinn aus 2023 in Höhe von TEUR 28.732 in vollem Umfang zu thesaurieren und umgehend in die Gewinnrücklage einzustellen.

Die Erträge gliedern sich nach der geographischen Herkunft der Betriebsstätten wie folgt:

Deutschland Niederlande Gesamt
TEUR TEUR TEUR
Zinserträge 105.126 5.904 111.030
Provisionserträge 7.248 524 7.772
Sonstige betriebliche Erträge 3.485 -3 3.482
Jahresüberschuss 27.260 2.984 30.244

In den Zinserträgen werden die gesamten Zinserträge die aus den Kredit- und Geldmarktgeschäften in Höhe von TEUR 105.039 sowie aus den festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen in Höhe von TEUR 5.991 resultieren ausgewiesen. Des Weiteren beinhaltet diese Position Zinserträge aus den Geldmarktgeschäften mit der Deutschen Bundesbank in Höhe von TEUR 8.631.

In den Zinsaufwendungen sind positive Zinsen in Höhe von TEUR 28 (Vorjahr: TEUR 229) enthalten. Diese ergeben sich aus den Geldmarktgeschäften bei der Deutschen Bundesbank der GLRG III Geschäften.

In den sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 3.482 (Vorjahr: TEUR 594) sind im Wesentlichen Fremdwährungsumrechnungen in Höhe von TEUR 3.095 (Vorjahr: TEUR 243), Erträge aus von Kunden nicht aufgesuchten Beträgen aus Vorjahren in Höhe von TEUR 218 sowie Erträge aus sonstigen Rückstellungsauflösungen in Höhe von TEUR 69 (Vorjahr: TEUR 304) enthalten. Des Weiteren beinhaltet diese Position Erträge aus sonstigen Verwaltungsaufwendungen in Höhe von TEUR 67 (Vorjahr: TEUR 41), Erträge aus dem Verkauf eines Anlagegutes in Höhe von TEUR 25 und Zinserstattungen aus Steuern aus Vorjahren in Höhe von TEUR 8 (Vorjahr: TEUR 6).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 167 (Vorjahr: TEUR 132) ergeben sich im Wesentlichen aus Umsatz- und Ertragssteuernachzahlungen aus Vorjahren in Höhe von TEUR 64 sowie aus Aufwendungen aus Mietanpassungen der einzelnen Betriebsstätten in Höhe von TEUR 46. Zusätzlich fielen allgemeine Verwaltungsaufwendungen in Höhe von TEUR 36 (Vorjahr: TEUR 112) sowie der Abgabe des Schwerbehindertenbeitrages in Höhe von TEUR 21 (Vorjahr: TEUR 20) an.

Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen beinhaltet die Jahresabschlussprüfung der İșbank AG für Deutschland in Höhe von TEUR 335 (Vorjahr: TEUR 250). In den anderen Bestätigungsleistungen sind insbesondere Honorare für Bescheinigungen gegenüber der Deutschen Bundesbank für das Krediteinreichungsverfahren (KEV) in Höhe von TEUR 5 (Vorjahr: TEUR 14) enthalten.

Im aktuellen Geschäftsjahr erfolgte, wie auch im Vorjahr, keine Abschreibungen und Wertberichtigungen sowie Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere.

Ebenso lag im Geschäftsjahr, wie auch im Vorjahr, kein außerordentlicher Aufwand vor.

Zum 31. Dezember 2023 sind Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von TEUR 16.394 (Vorjahr: TEUR 4.320) angefallen.

Verrechnung des Bilanzgewinns des Vorjahres:

Mit dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 12.06.2023 wurde beschlossen, den Bilanzgewinn aus dem Jahr 2022 i. H. v. TEUR 7.506 in vollem Umfang zu thesaurieren und umgehend in die anderen Gewinnrücklage einzustellen.

E. Sonstige Angaben

Es bestehen keine Geschäfte mit nahestehenden Personen oder Unternehmen, die nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommen sind.

Das MinBestRL-UmsG ist am 10.11.2023 vom Deutschen Bundestag beschlossen worden. Der Bundesrat hat am 15.12.2023 zugestimmt. Am 27.12.2023 ist das Gesetz im Bundesgesetzblatt verkündet worden. Die Regelungen gelten erstmalig für Wirtschaftsjahre, die nach dem 30. Dezember 2023 beginnen. Ziel der globalen Mindeststeuer ist es, multinational agierende Unternehmen weltweit einheitlich zu besteuern und damit das wachsende Problem der Steuervermeidung zu bekämpfen.

Nach der EU-Richtlinie gilt die Mindestbesteuerung für alle international tätigen Unternehmen und große inländische Gruppen, welche in mindestens zwei der vier vorangegangenen Geschäftsjahre konsolidierte Umsatzerlöse von mindestens 750 Mio. Euro jährlich ausweisen. Die Berechnung der Mindeststeuer erfolgt unter Zugrundelegung eines weltweit eineitlichen Mindeststeuersatzes von 15 Prozent auf Basis der handelsrechtlichen Rechnungslegung und bestimmter erforderlicher Anpassungen und zwar unabhängig vom Standort des Unternehmens.

Die globale Steuerreform der OECD- und der Inclusive Framework-Mitglieder fußt auf einen Zwei-Säulen-Modell. Es soll gewährleisten, dass Steuern gerechter verteilt werden und der bisherige Steuersenkungswettbewerb ausbleibt.

Das neue Mindeststeuergesetz hat keine Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeiten der İșbank AG. Zum einen besitzt die İșbank AG nur eine ausländische Zweigniederlassung in Niederlande deren effektive Steuerbelastung über 15 Prozent liegt. Zum Anderen sind Ansatz und Bewertung von latenter Steuern aus der Anwendung des Mindeststeuergesetzes gem § 274 Abs. 3 Nr. 2 HGB nicht zu berücksichtigen.

Länderspezifische Berichterstattung (Country-by-Country Reporting) der İșbank AG nach § 26a KWG zum 31. Dezember 2023

Die Angaben zur länderspezifischen Berichterstattung (Country by Country Reporting) aus Artikel 89 EU-Richtlinie 2013/36/EU bzw. § 26a KWG werden in unserer "Länderspezifischen Berichterstattung (Country by Country Reporting) zum 31. Dezember 2023" im Detail dargestellt. Nach Feststellung des Jahresabschlusses erfolgt eine Veröffentlichung der länderspezifischen Berichterstattung zusammen mit dem Jahresabschluss sowie dem Lagebericht im Bundesanzeiger.

Offenlegungsbericht

Die İșbank AG unterliegt den Offenlegungsvorschriften gemäß den Artikeln 431 ff. der Verordnung (EU) Nr.575/2013. Die Veröffentlichung eines entsprechenden Offenlegungsberichts erfolgt auf der Internetseite der İșbank AG (www.Isbank.de).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen teilt sich wie folgt auf:

2024 2025-2026 ab 2027 Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Mietverträge 2.598 4.943 2.264 9.805
Leasingverträge 64 47 17 128
Sonstige Verträge 732 1.433 684 2.849

Zur Deckung von Kreditgewährungen in USD und TRY hatte die Bank zum Jahresende acht Devisenswapgeschäfte (Nominalwert: TEUR 195.784 ) und vier Crosscurrency Swapgeschäfte (Nominalwert: TEUR 67.120) im Bestand. Zum Bilanzstichtag ergeben sich aus diesen Währungsswaps ein negativer Betrag in Höhe von TEUR 122 sowie ein positiver Betrag in Höhe von TEUR 2.149.

Die folgende Tabelle stellt die Nominalbeträge der Fremdwährungsswaps dar, die zur Deckung von Fremdwährungsrisiken aus dem Kundengeschäft geschlossen wurden:

Restlaufzeit Nominal - Marktwert + Marktwert
(TEUR) (TEUR) (TEUR)
Bis 1 Jahr 203.134 -122 884
Über 1 Jahr 59.770 - 1.265

Aufgrund der Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfond beim Bundesverband deutscher Banken e.V. ist die İșbank AG unter bestimmten Umständen dazu verpflichtet, Nachschüsse zu leisten. Die Nachschussverpflichtung ist derzeit nicht gegeben.

Mitarbeiter

In den Zahlen der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der İşbank AG sind Vollzeit- und Teilzeitkräfte enthalten.

2022 2023
Vollzeit Teilzeit Gesamt Vollzeit Teilzeit Gesamt
Deutschland 117 26 143 117 25 142
Niederlande 6 0 6 5 2 7
Prokuristen 0 0 2 0 0 1

Die İșbank AG bietet Ihren Vorstandsmitglieder keine Leistungen für die Zeit nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, im folgenden Pensionszusagen, an. Aus diesem Grund wird seitens der İșbank AG keine Pensionsrückstellungen für Mitglieder des Vorstandes gebildet.

Bezüglich der Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wurde die Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen.

An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden im Geschäftsjahr 2023 Aufwandsentschädigungen gemäß § 285 Nr. 9a HGB in Höhe von TEUR 22 (Vorjahr: TEUR 41) gezahlt.

Organe der Gesellschaft

Vorstand:

 

Ünal Tolga Esgin, Frankfurt am Main, Vorsitzender des Vorstands

 

Ayșc Doğan, Frankfurt am Main, Mitglied des Vorstands

 

Emir Serdar Gülpinar, Frankfurt am Main, Mitglied des Vorstands

 

Herr Tolga Ünal Esgin ist am 31. Januar 2024 von seinem Amt als Vorsitzender des Vorstands der İșbank AG ausgeschieden.

Aufsichtsrat

 

Hakan Aran, İstanbul/Türkei, Aufsichtsratsvorsitzender, Vorsitzender des Vorstands der Türkiye İş Bankası A.Ş.,

 

Hasan Cahit Çınar, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, Vorsitzender des Vorstands der Trakya Yatırım Holding A.Ș.,

 

Yavuz Ergin, İstanbul/Türkei, Mitglied des Aufsichtsrates, Berater der Türkiye İș Bankası A.Ș.,

 

Sabri Gökmenler, İstanbul/Türkei, Mitglied des Aufsichtsrates, Mitglied des Vorstands der Türkiye İş Bankası A.Ş.,

 

Ali Tolga Ünal, İstanbul/Türkei, Mitglied des Aufsichtsrates, Bereichsleiter Financial Management der Türkiye İş Bankası A.Ş.,

 

Utku Ünsal, İstanbul/Türkei, Mitglied des Aufsichtsrates, Bereichsleiter der Strategy & Corporate Performance Management der Türkiye İş Bankası A.Ş.,

 

Banu Altun, İstanbul/Türkei, Mitglied des Aufsichtsrates, Filialleiterin der Zentrale Corporate Filiale der Türkiye İș Bankasi A.Ș.,

 

Hakan Kartal, Mitglied des Aufsichtsrates, Bereichsleiter der Treasury der Türkiye İş Bankası A.Ş.,

 

Emre Ölçer, Mitglied des Aufsichtsrates, Bereichsleiter der Digital Banking der Türkiye İş Bankası A.Ş.,

Konzernbeziehungen

Die İşbank AG, Frankfurt am Main, ist eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der Türkiye İş Bankası A.§., Büyükdere Cad. Pembegül Sok, 34330, Levent - Istanbul, Türkei. Zum 31. Dezember 2023 wird von der Muttergesellschaft Türkiye İş Bankası A.Ş. ein Konzernabschluss erstellt, der auch am Sitz der Gesellschaft erhältlich ist.

 

Frankfurt am Main, den 26.04.2024

Vorstand

Ayșe Doğan, Mitglied des Vorstands

Emir Serdar Gülpinar, Mitglied des Vorstands

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

a) Grundlagen zur İșbank AG

Basisinformationen

Die İșbank AG ist ein deutsches Kreditinstitut mit Hauptsitz in Frankfurt/ Main. Sie unterhält acht Niederlassungen in Deutschland sowie eine weitere in den Niederlanden. Seit ihrer Gründung im Jahr 1992 ist die Bank für die nachhaltige Unterstützung von Handels- und Geschäftsverbindungen zwischen Europa und der Türkei tätig. Die İșbank AG operiert zum einen als eine Universalbank, die ihren Kunden in der Türkei und in Europa ein ausgewähltes Produkt- und Dienstleistungsspektrum in den Bereichen des Corporate- sowie Privat- und Firmenkundengeschäfts anbietet, und zum anderen fungiert sie als Spezialbank im Bereich der Außenhandelsfinanzierung. In diesem Geschäftsfeld stellt das Türkei bezogene Handelsgeschäft eine besondere Nische dar, und diese Nischenfunktion wird die Bank auch in der Zukunft einnehmen.

Alleingesellschafterin der İşbank AG ist die Türkiye İş Bankası A.Ş., das größte private Finanzinstitut der Türkei. Seit ihrer Gründung im Jahr 1924 spielt sie eine bedeutende Rolle in der Weiterentwicklung der türkischen Wirtschaft. Mit ihrer einzigartigen Aktionärsstruktur, welche geprägt ist durch den 38,2-prozentigen Kapitalanteil der Bankmitarbeiter durch deren Pensionsfonds, zählt die Türkiye İş Bankası A.Ş. zu den umsatzstärksten und größten Unternehmen der Türkei.

Die Muttergesellschaft Türkiye İș Bankası A.Ș., die seit ihrem Bestehen eine bedeutende Rolle in der Weiterentwicklung der türkischen Wirtschaft spielt, gründete als erstes Institut des Landes eine Filiale außerhalb der Türkei. Die ersten Auslandsfilialen der Bank wurden im Jahre 1932 in Hamburg und Alexandria eröffnet.

Die Vision der Bank ist es basierend auf ihrer Strategie des nachhaltig profitablen Wachstums, ihre Geschäftsaktivitäten als europäischer Arm ihrer Muttergesellschaft fortzuführen und ihre Marktanteile zu steigern. Das in der Vergangenheit realisierte Wachstum basiert hauptsächlich auf einem adäquaten Wachstum im Kreditgeschäft in Zusammenhang mit dem Corporate Banking Segment. Dieses Kerngeschäft wird begleitet durch sukzessive Anpassungen in den Bereichen Zahlungsverkehr, Trade Finance sowie digitalen Produkterweiterungen im Privat- und Firmenkundengeschäft.

Länder und Segmente sowie Marktbereiche

Das Geschäftsgebiet der İșbank AG erstreckt sich im Wesentlichen auf Europa sowie die Türkei.

Die im Privat- und Geschäftskundengeschäft tätigen Filialen in Deutschland sind verteilt auf bedeutende Städte mit einem hohen türkischen Bevölkerungsanteil, welche ihren Kunden klassische Bankdienstleistungen anbieten. Das Segment Geschäftskunden definiert sich hierbei aus lokalen kleinen und mittleren Unternehmen mit geringem Außenhandelsbezug. Die Filiale Amsterdam ist auf das Außenhandelsgeschäft spezialisiert. Der Fokus liegt hierbei auf institutionellen Kunden, die Bankendienstleistungen in Bezug auf das grenzüberschreitende kurzfristige Finanzierungsgeschäft bedürfen.

Die Vertriebsaktivitäten liegen in der Verantwortung des Bereichs Sales & Business Development. Das Geschäftsfeld erstreckt sich einerseits auf das Segment Corporate-Kunden, und in diesem Zusammenhang fallen in den Zuständigkeitsbereich Unternehmen mit Trade Finance Kontext sowie in der Türkei oder in Europa ansässige Konzerne aus dem Corporate-Segment. Des Weiteren ist der Bereich verantwortlich für die Vertriebsteuerung der lokalen Filialen sowie Implementierung und Weiterentwicklung von Bankenprodukten.

Für den Aufbau und die Aufrechterhaltung von Bankenbeziehungen ist der Bereich Financial Institutions zuständig. Parallel kooperiert die Abteilung Treasury mit europäischen Brokern im Bereich Einlagengeschäft zur Optimierung der Refinanzierungsstruktur der Bank, und sie steuert bzw. verwaltet das internationale Wertpapier-Portfolio der Bank.

Organisationsstruktur

Das Berichtssegment Markt unterlag im Berichtsjahr unverändert dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Ünal Tolga Esgin und die Marktfolge ab dem 01.04.2024 dem Vorstandsmitglied Herrn Emir Serdar Gülpınar. Interne Revision, Geldwäsche, Compliance, Recht, und Human Resources sind Frau Ayşe Doğan zugeordnet, die ebenfalls Mitglied des Vorstands ist.

Herr Ünal Tolga Esgin hat zum 31.01.2024 sein Amt als Vorstandsvorsitzender niedergelegt.

Absichtsanzeige der Vorstandsvorsitzbestellung von Frau Gamze Yalçin wurde am 18.01.2024 durch die Bankenaufsicht entsprochen. Die Vollzugsanzeige wurde am 26.04.2024 mit Wirkung zum 28.04.2024 an die Aufsicht versandt. Es ist beabsichtigt, dass Frau Yalçin das Marktsegment übernimmt.

Steuerungssystem

Die Gesamtbanksteuerung der İșbank AG ist darauf ausgerichtet, das Verhältnis zwischen den finanziellen Leistungsindikatoren in einem ausgeglichenen Verhältnis zu halten. Zentrale Steuerungsinstrumente der Bank bilden die Bilanz bzw. die Gewinn- und Verlustrechnung, die Liquiditätsrechnung sowie die Risikotragfähigkeitsrechnung für die Risikosteuerung (siehe Abschnitt Risikobericht). Ein weiteres Kernelement des Steuerungssystems der İșbank AG bilden die Berichte der internen Führungskomitees wie z.B. das Risikokomitee, Kreditkomitee oder das Aktiv-Passivkomitee der Bank, mittels welcher der Vorstand regelmäßig über wichtige Entwicklungen und Prognosen informiert wird und notwendige Beschlüsse initiiert werden.

b) Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die weltwirtschaftliche Gesamtsituation 2023 ist weiterhin geprägt durch die Folgen der Corona- Pandemie und dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Die mit dem Krieg verbundene Energiekrise ist wesentlicher Treiber für die Konjunkturverlangsamung in Europa. Mit ihren energieintensiven Industriezweigen stellt die Energiekrise in besonderem Maße Deutschland vor große wirtschaftliche Herausforderungen.

Die globale Wirtschaftstätigkeit konnte sich im Jahr 2023 dennoch stabilisieren. Die in fast allen Weltregionen vorherrschende hohe Inflation konnte durch eine straffe Geldpolitik gesenkt werden und der erzeugt Kaufkraftentzug wird durch Lohnsteigerungen kompensiert. Parallel hat die Stabilisierung der Rohstoffpreise positiv dazu beigetragen, dass die Gesamtinflation sich weiter positiv entwickelt hat. Im Jahr 2022 ist die durchschnittliche Inflationsrate weltweit ca. 8,7% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Für das Jahr 2023 wird die Inflationsrate auf 6,9% gegenüber dem Vorjahr geschätzt.

Nach einem globalen Wirtschaftswachstum in Höhe von 3,5% in 2022 wird für 2023 ein leicht gesenktes Wachstum in Höhe von 3,1% geschätzt. Hierbei zeigen sich die Entwicklungsländer mit nahezu gleichbleibendem Wachstum in Höhe von 4,0% robuster als die Industriestaaten, deren Wachstum sich von 2,6% auf 1,5% reduziert hat. In den USA hat sich die Konjunktur positiver entwickelt als erwartet. Mit hoher Unterstützung der privaten Konsumausgaben konnte die Wirtschaftsleistung gegenüber 2022 sogar gesteigert werden und wuchs im Jahr 2023 um 3,1% (2022: 0,7%).

Während sich durch die Corona-Pandemie und dem Kriegskonflikt in der Ukraine unterbrochenen Lieferketten nahezu wieder normalisiert bzw. erneuert haben, führen ein schwaches Produktionswachstum bzw. gestiegene Finanzkonditionen und damit verbundene Investitionszurückhaltungen zu einer Verlangsamung in der Industrieproduktion. Insbesondere in den Industrieländern ergab sich bei der Industrieproduktion keine Belebung und entsprach dem Niveau von Anfang 2022.

Nach Ende der strikten Null-Covid-Politik zeichnete sich für China eine zügige Wirtschaftserholung an. Jedoch bleibt das Expansionstempo im Jahr 2023 unter den bisherigen Erwartungen. Die strukturelle Krise im Bausektor dauert an und geht einher mit sinkenden Investitionen und hohe Jugendarbeitslosigkeit. Erhöhte Unsicherheiten in diesem Zusammenhang belasten das Konsumklima. Laut dem Einkaufsmanagerindex ist die Produktionstätigkeit im Dezember 2023 mittlerweile auf 49,0 geschrumpft und liegt damit weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 50.

Mit der Verlangsamung der Wirtschaft in Deutschland, die als Wachstumstreiber für die europäische Wirtschaft gilt, hinkt ebenfalls die europäische Wirtschaft hinter den Erwartungen. Nach einem zufriedenstellenden Wachstum in den ersten drei Quartalen des Jahres 2022 schrumpfte dieses zum Jahresende und erholte sich in 2023 kaum. Die europäische Wirtschaft hat in diesem Zusammenhang vor dem Hintergrund der hohen Lebenshaltungskosten, eine schwachen Auslandsnachfrage und der straffen Geldpolitik an Dynamik verloren. Die Europäische Zentralbank bestätigte zum Ende des Jahres 2023 den Leitzins bei 4,5% und ist insgesamt mit der Inflationsentwicklung in Europa zufrieden. Im Dezember 2023 verzeichnete die Inflation im Euroraum einen Wert von 2,9%, während sie im Herbst 2022 noch bei über 10% lag.

Investitionshemmende Zinserhöhungen und erhöhte Unsicherheiten im europäischen Wirtschaftsraum deuten für 2023 auf ein gedämpftes Konjunkturwachstum in Höhe von 0,6% hin.

Deutschland

Nach der Corona-Krise bzw. anhalten einer fragilen Konjunkturentwicklung und dem wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 erhoffte sich die deutsche Wirtschaft eine Regeneration in den Folgejahren. Während die deutsche Wirtschaft trotz Energiekrise und Lieferkettenproblemen sich im Jahr 2022 noch als erfreulich widerstandsfähig erwies und um 1,8% wachsen konnte, sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in 2023 um 0,3%. Im ersten Quartal wuchs die Wirtschaftsleistung noch um 0,1% zum Vorquartal. Im zweiten und dritten Quartal stagnierte die Konjunktur in Europas größter Volkswirtschaft bevor im letzten Quartal die Wirtschaftsleistung um 0,3% sank.

Hauptverantwortlich für die labile deutsche Wirtschaft ist insbesondere die lahmende Weltkonjunktur und Konsumzurückhaltung im privaten Sektor hervorgerufen durch hohe Inflationsraten. Als exportabhängiger Industriestandort ist Deutschland angewiesen auf globalem Wachstum. Gegenmaßnahmen zur Eindämmung der Inflation und der damit hervorgerufene Zinsanstieg dämpften wiederum die Investitionen und führten zu einer Einschränkung der Finanzierungen. Hinzu kommen Fachkräftemangel und hohe Bürokratiehürden für Investitionsvorhaben, welche die wirtschaftliche Dynamik bremsen. Bei der Bekämpfung der Inflation wurden Fortschritte gemacht. Mit Erhöhung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank auf mittlerweile 4,5% haben sich die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt um 5,9% erhöht, im Januar 2024 verzeichnete die Inflation einen Wert von lediglich 2,9%. Im Jahr 2022 lag die durchschnittliche Inflationsrate noch bei 6,9%.

Während die deutschen Exporte im Jahr 2023 noch relativ stabil blieben, implizierte hauptsächlich eine schwächelnde Wirtschaft in China einen Rückgang der Importe um 37 Mrd. Euro. Die Exporte sanken im Vergleich zum Vorjahr um 2% und die Importe sanken um 10%. Durch den größeren Einbruch der Import-Volumina hat sich das Außenhandelsüberschuss um 209 Mrd. Euro erhöht.

Türkei

In den ersten beiden Quartalen 2023 wuchs die türkische Wirtschaft um 4,0% bzw. 3,9%, ist jedoch im dritten Quartal noch einmal kräftig um 6,1% angezogen. Nach einer starken ersten Jahreshälfte wird das Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 wohl 4,5% erreichen. Zwar dämpfen hohe Zinssteigerungen und Inflation den Verbrauch der privaten Haushalte, das Investitionswachstum wird jedoch aufgrund des Wiederaufbaus des Erdbebengebietes hoch bleiben. Trotz einem verlangsamten Wirtschaftswachstum im Vergleich zum Vorjahr (5,6%) kann in Anbetracht der Belastungen durch die Inflation und angehobenem Zinsniveau von einem zufriedenstellenden Wachstum gesprochen werden.

Die Türkei vollzog nach den Parlamentswahlen im Mai 2023 einen Kurswechsel hin zu einer restriktiveren Fiskalpolitik. Der Fokus des neu eingesetzten Wirtschaftsteams liegt damit verbunden insbesondere in einer straffen Haushaltsdisziplin. Die türkische Zentralbank hat im Jahr 2023 die Zinssätze von 8,5% auf 42,5% angehoben und damit ihre geldpolitischen Maßnahmen wieder ausgeweitet. Dennoch stieg die Inflation im Dezember 2023 auf 65% und wurde befeuert durch Anhebung der Mindestlöhne, um den Verbrauch zu stärken. Daher sind auch im Jahr 2024 mit weiteren Zinsanhebungen zu rechnen. Die Währungsreserven haben sich seit dem Frühjahr des Jahres positiv entwickelt und haben im Dezember 2023 einen Wert von 93 Mrd. USD erreicht und sich damit um ca. 38 Mrd. USD erhöht. Andererseits ist das Leistungsbilanzdefizit Türkei weiterhin hoch und liegt 2023 bei 4,7% des Bruttosozialproduktes. Im Vergleich zu 2022 konnte das Leistungsbilanzdefizit um 0,7% reduziert werden. Die öffentlichen Schulden weisen zum Ende des dritten Quartals 2023 einen Wert von 30,5% des Bruttosozialproduktes auf und sind somit weit unter dem Maastricht-Kriterium von 60%. Die jährliche Neuverschuldung des türkischen Staates im Vergleich zum Bruttosozialprodukt liegt bei 5,4%.

Deutschland ist einer der größten Investoren in der Türkei. Trotz herausfordernder Bedingungen ist die Türkei für deutsche Unternehmen weiterhin ein wichtiger Investitionsstandort. Die in den letzten Jahren verzeichneten Investitionszuflüsse beziehen sich größtenteils auf den Erhalt bzw. auf die Ausweitung bestehender Engagements. 2023 waren ca. 8.000 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in der Türkei registriert.

Die Summe der Exporte erreichten im Jahr 2023 eine Höhe von 256 Mrd. USD, während sich die Importe auf 362 Mrd. USD beliefen. Die Außenhandelsbilanz schloss damit das Jahr mit einem Defizit von 106 Mrd. USD ab, während dieser 2022 noch bei 110 Mrd. USD lag. Mit einem Anteil von 8% ist Deutschland der wichtigste Exportmarkt und substanzieller Handelspartner aus türkischer Perspektive.

Bankenbranche in Deutschland

Die grundlegende Veränderung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes durch den Ausbruch der Corona-Pandemie und militärischen Konflikten in Europa führten zu einer großen Unsicherheit hinsichtlich zukünftiger makroökonomischer Entwicklungen. Nichtsdestotrotz erweist sich das deutsche Bankensystem als solide und krisenresistent; auch wegen den in den letzten Jahren vorangetriebenen Reformen, implementierten regulatorischer Vorgaben und generierten Sicherheitspuffer.

Die anhaltenden Lieferkettenprobleme sowie die erhöhten Energie- und Rohstoffpreise verteuern die Produktionsprozesse deutlich und belasten damit insbesondere den Unternehmenssektor. Nachdem die Neukreditvergabe an Unternehmen im Zeitraum 2021-2022 stark anstieg, ist sie seit Ende 2022 rückläufig. Beigetragen hierzu haben das steigende Zinsniveau aber auch verschärfte Kreditvergabestandards der Finanzinstitute. Hinzu kamen Belastungen durch Inflation, deutliche Lohnerhöhungen und die kostenintensive Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft bei unzufriedener Nachfrage. Eine Kredit-/BIP-Lücke liegt im Jahr 2023 nicht vor, was wiederum angibt, dass sich das Kreditwachstum parallel zum Wirtschaftswachstum entwickelt und somit keine Risiken in Bezug auf Finanzstabilität zu erkennen sind. Dank Stabilitätspakete vom Bund hatten Insolvenzen im Jahr 2022 nur marginal zugenommen und lagen noch unter dem Vorkrisenniveau. Nach dem Auslaufen der Unterstützungspakete nahmen die Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2023 deutlich zu. So stiegen die Unternehmensinsolvenzen im Juli, August und September des Jahres 2023 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 37,4%, 35,6%

und 26,7% an. Die Gefahr aufgrund anhaltender Krisen und Rezession für einen Anstieg der Insolvenzwelle ist weiterhin vorhanden, da wegen der restriktiven geldpolitischen Maßnahmen und damit verbundenen angestiegenen Zinsen bei hoch verschuldeten Unternehmen der Realwirtschaft es zu Ratingherabstufungen und damit erhöhten Ausfallraten kommen kann.

Insgesamt bewegen sich die notleidenden Kredite deutscher Kreditinstitute im europäischen Vergleich noch auf einem niedrigen Niveau. Im Zeitraum September 2022-2023 erhöhte sich die Quote notleidender Kredite um 13 Basispunkte auf 1,38%.

Dem rapiden Zinsanstieg konnte das deutsche Finanzsystem aufgrund einer soliden Liquiditätssituation stabil entgegenwirken. Der Zinsanstieg während des Geschäftsjahres birgt jedoch Risiken aufgrund von Wertminderungspotentialen bei Wertpapieren. Zwar handelt es sich dabei um einen Verlust mit temporär und rechnungslegungsbedingten Charakter, der nicht durch gestiegene Bonitätsrisiken verursacht wird. Nichtdestotrotz kann dies bei kleinen Banken mit wesentlichem Wertpapier-Portfolio die Profitabilität unter Druck setzen. Daraus kann abgeleitet werden, dass durch den Zinsanstieg ausgelöste Kursverluste bei Wertpapieren negative Effekte auf die Kapitalausstattung haben könnten, soweit diese nicht durch Risikomanagementmaßnahmen abgesichert sind oder Überschusskapital als Puffer zur Verfügung steht. Hierbei konnten bisher durch die Zinsanstiege einhergehende Bewertungsverluste durch stille Reserven kompensiert werden. Der Zinsanstieg hätte des Weiteren eine belastende Wirkung, wenn die Verzinsung der Einlagen schneller als die Kreditrendite ansteigt oder Kunden ihre Einlagen wegen anderweitig besserer Konditionen abziehen. Parallel können steigende Zinsen kurzfristig zu einer Senkung des Zinsüberschusses führen, sollten die Refinanzierungskosten nicht durch Zinseinnahmen mit Zusatzgeschäft kompensiert werden können. Langfristig ist jedoch davon auszugehen, dass die Banken von steigenden Zinsen profitieren werden.

Dabei haben sich die gestiegenen Zinserträge aufgrund gestiegener Zinsmargen im Jahr 2023 bisher positiv auf die Profitabilität ausgewirkt, insbesondere weil die gestiegenen Zinsen bisher noch nicht vollständig an die Einlagenprodukte weitergegeben wurden. In diesem Zusammenhang stieg die Eigenkapitalrendite der deutschen Banken von 3,7% im vierten Quartal 2022 auf 6,9% im dritten Quartal 2023.

Standard & Poor's geht auch für das Jahr 2024 davon aus, dass sich die Gewinne deutscher Banken leicht erhöhen werden. Gehemmt werden die Gewinnerwartungen durch ineffiziente Kostenstrukturen sowie bestehenden Überkapazitäten in der deutschen Bankenlandschaft.

Durch das Bankenpaket 2021 der europäischen Kommission werden neue EU-Richtlinien zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Banken gewährleistet und mit diesen die Umsetzung der Basel III Vereinbarung vollständig abgeschlossen. Mit den aktuellen Vorschriften wird sichergestellt, dass Banken der Europäischen Union besser gegenüber wirtschaftlichen Schocks gewappnet sind und zur Erholung Europas von der Corona-Pandemie und letztendlich einen Beitrag zum Übergang zur Klimaneutralität leisten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht verkündete im Januar 2022 ein weiteres Maßnahmenpaket, um die Resilienz des deutschen Bankensystems weiter zu stärken und die Widerstandsfähigkeit präventiv zu erhöhen. In diesem Zusammenhang ist der antizyklische Kapitalpuffer ab Februar 2023 auf 0,75% der inländischen Risikopositionen erhöht worden. Des Weiteren wurde ein sektoraler Systemrisikopuffer von 2% für Kredite eingeführt, die mit im Inland belegenen Wohnimmobilien besichert sind. Durch diese Maßnahmen zur Erhöhung der Eigenmittelanforderungen soll Kapitalpuffer für Stressphasen sukzessive aufgebaut werden, um damit in diesen Phasen Verluste zu absorbieren.

Gemessen an der Kernkapitalquote weisen die deutschen Banken eine hohe Widerstandsfähigkeit auf. Im Jahr 2023 sind die Kernkapitalquoten der deutschen Finanzinstitute angestiegen und die Quote erhöhte sich bei den systemrelevanten Banken von 17,1% (2022) auf 17,4% (1. Hj. 2023). Der Anstieg Kernkapitalquote ist dabei wesentlich auf die Erhöhung des Kernkapitals zurückzuführen. Auch die Liquiditätsausstattung der deutschen Banken ist im internationalen Vergleich zufriedenstellend. Bei den systemrelevanten Banken betrug die Liquidity Coverage Ratio nach dem ersten Halbjahr 2023 im Durchschnitt 148% und damit deutlich über der regulatorisch geforderten Schwelle von 100%.

Vor diesem Hintergrund ist es für die Banken wichtig, mit den erwirtschafteten Gewinnen die Resilienz zu erhöhen, um weiterhin unerwartete Stressphasen eigenständig verkraften zu können. Die aktuell zufriedenstellende Gewinnsituation bietet damit die Möglichkeit, das Kernkapital und damit die Widerstandsfähigkeit zu stärken. Mit Blick auf künftige Belastungen sollten daher Gewinnausschüttungen nur moderat durchgeführt werden.

Der Ausbruch der Pandemie hat für viele Finanzinstitute unerwartet stark die Digitalisierung der internen Prozesse und Kundenbeziehungen vorangetrieben. Die dabei gemachten positiven Erfahrungen werden auch nach der Corona-Pandemie die Technologisierung beschleunigen. Digitalisierung und Automatisierung haben dabei das Potenzial, bei Erhöhung der eigenen Effizienz sowohl die Kundenbeziehungen als auch die Akzeptanz zu stärken. Neben den steigen Zinssätzen und höheren Kreditausfällen aufgrund schwächelnder Konjunktur sind die Banken mit steigendem Digitalisierungsgrad gleichzeitig gefordert, Risiken insbesondere im Bereich Cyber-Attacken entgegenzuwirken. In diesem Zusammenhang gilt es, zur Reduzierung der operationellen Risiken weitere Investitionen in die Cyber-Sicherheit zu realisieren. Auf Anweisung der deutschen Bankenaufsicht sind bestehende Infrastrukturen weiter auszubauen und Investitionen zu tätigen. Daher wird mit der Verordnung über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor (DORA) der Schwerpunkt der Banken in der Stärkung von Cybersicherheit sowie Informations- und Kommunikationstechnologie liegen.

Weiterhin im Fokus der Bankenaufsicht liegen Präventionsmaßnahmen gegenüber Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Aufgrund der globalen Verflechtungen, einem vielfältigen Produktangebot und hohe Geschäftsvolumina existiert für Banken gerade bei Bestehen geopolitischer Krisen ein hohes Risiko, für Geldwäschetransaktionen missbraucht zu werden. Dementsprechend gilt es stets zeitgemäße Präventionssysteme bezüglich Monitoring, Risikoanalyse und Maßnahmen zur Kundenidentifizierung zu implementieren. In diesem Zusammenhang bereitet sich die deutsche Bankenaufsicht und die Banken auf das künftige zentralisierte Europäische Aufsichtsregime vor, bei dem die Anti Money Laundering Authority in Kooperation mit den nationalen Behörden Aufsichtsaufgaben übernehmen wird.

Die Finanzbranche musste sich bereits vor der Corona-Pandemie drastisch verändern. Der Markt ist überbesetzt, und insbesondere Banken mit Filialgeschäft sehen sich mit hohen Kosten konfrontiert. Dazu kommen die wachsende Konkurrenz internationaler Akteure im Bankwesen, ein sich rasch verändertes technologisches Umfeld und zunehmende Regulierungsvorschriften in Bezug auf Liquiditäts- und Kapitalanforderungen sowie Nachhaltigkeit und Klimawandel. In diesem Zusammenhang werden von der Europäischen Bankenaufsicht konkrete Regulierungsvorschläge erarbeitet und die Vorgaben zum Risikomanagement und zum aufsichtlichen Bewertungs- und Überprüfungsprozess (Supervisory Review and Evaluation Process) um "Environment, Social and Governance" (ESG)-Risiken erweitert sowie in die entsprechenden Regularien (Capital Requirements Regulation/ Capital Requirements Directive) implementiert.

Finanzsektor in der Türkei

Im Jahr 2023 bestätigten die externen Ratingagenturen den türkischen Bankensektor auf Basis der Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung als robust. So führte die Einführung einer straffen Geldpolitik bei den Banken zu einer Verringerung des externen Finanzierungsdrucks. Die Kundeneinlagen der türkischen Banken stiegen im Vergleich zum Jahr 2022 um 7% auf 506 Mrd. USD. Die Refinanzierung türkischer Banken mittels Konsortialkrediten erhöhte sich um 8% auf 13,9 Mrd. USD. Die Kredite in Fremdwährung machen einen Anteil von 32% an den gesamten Krediten, wobei diese im Vergleich zum Vorjahr um 3% gesunken sind. Damit verbunden verzeichnen auch die Einlagen in Fremdwährung einen Rückgang von 7%. In lokaler Währung (TRY) sind im Vergleich zum Vorjahr die Bilanzsumme der türkischen Banken um 63,9% auf 798 Mrd. USD und Kredite um 54,0% auf 397 Mrd. USD angewachsen.

Trotz globaler Unsicherheiten waren türkische Banken in der Lage, die Eigenkapitalquote auf einem zufriedenstellenden Wert von 18,8% zu halten. Damit unterstreicht die türkische Bankenbranche weiterhin ihre Resilienz gegenüber bestehenden Krisen im In- und Ausland. In diesem Zusammenhang wird die gesetzliche Mindest-Eigenkapitalquote in Höhe von 8% weit überschritten. Unbeschadet bestehender makroökonomischer Unsicherheiten entwickelte sich auch die NPL-Quote der Banken rückläufig. Die Kreditqualität im Sinne der Entwicklung der Non- Performing Loans verzeichnete seit 2019 einen positiven fallenden Trend und lag Ende des Jahres 2023 bei 1,6% während sie im Jahr 2019 noch bei 5,4% lag.

Diese positiven Entwicklungen sind darauf zurückzuführen, dass sich der türkische Bankenbranche insbesondere nach der lokalen Finanzkrise in 2001 zu einem der robustesten Branchen des Landes entwickelt hat. Dank der starken Eigenkapitalstruktur der Kreditinstitute und strengen Bankenaufsicht zeichnet sich eine ebenso starke Widerstandsfähigkeit der Branche gegen etwaige Krisensituationen ab. Um den Gefahren der Refinanzierung in Krisenzeiten nicht ausgesetzt zu sein, haben die Institute ihre Finanzierungsquellen stark diversifiziert. Während bisher der Fokus der Branche auf Wachstum lag, änderte sich dies im Berichtsjahr Richtung Konzentration auf hohe Qualität der Aktiva und stabile Finanzierungsstrukturen. Die Liquiditätsdeckungsquote für 30 Tage verbesserte sich von 156 auf 160.

Geschäftsverlauf

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen kann die İşbank AG auf ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr 2023 zurückblicken

Die Geschäftstätigkeit der İșbank AG wurde im Vorjahr 2022 noch maßgeblich durch die direkten und indirekten Folgen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine und dessen Nachwirkungen auf die globale Konjunktur beeinflusst. Ein breites Maß an Ungewissheit in Bezug auf die Auswirkungen der Folgen des Krieges im Sinne von gestörten Lieferketten, steigende Material- sowie Energiekosten sowie Währungsschwankungen in der Türkei führten zu einer Abnahme der Geschäftsaktivitäten mit Kunden im Geschäftsjahr 2022. Mit schwacher Erholung der weltwirtschaftlichen Lage basierend auf nachlassenden Versorgungsengpässen, sinkenden Energiepreisen und Inflationsraten sowie einer leichten Wiederbelebung der globalen Wirtschaft führten zu einem erneuten Anstieg sowohl der Kreditengagements als auch den Kundeneinlagen.

Begleitet wurde dies durch eine Rückkehr zu einer orthodoxen Geldpolitik in der türkischen Finanzpolitik. Zudem hat die Zinswende in Europa die Rahmenbedingungen für die Banken grundlegend verbessert. In diesem Zusammenhang erhöhte sich im Geschäftsjahr 2023 das Geschäftsvolumen der Bank und damit verbunden die Forderungen an Kunden um 13% und die Kundeneinlagen um 24%.

Parallel mit der Abnahme der weltwirtschaftlichen Herausforderungen im Sinne der Nachfolgen der Pandemie sowie der globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten war das Geschäftsjahr 2023 durch eine äußerst zufriedenstellende und erfolgreiche Entwicklung in allen Geschäftsbereichen geprägt. Darüber hinaus wurden wesentliche Fortschritte bei der Strategieumsetzung realisiert.

Während Bemühungen um Digitalisierung von Kundendiensten und Vertriebskanälen weiter vorangetrieben wurden, hat die Bank weiter in ihre robotergestützten Prozessautomatisierungsverfahren investiert. Zusammenfassend führten die Verbesserungen im Bereich Digitalisierung zu einer Reduzierung der Cost-Income Ratio von 57% auf 36%.

Neben den bestehenden Kredit-Monitoring-Prozessen wurden zur Überwachung des Kreditportfolios aufgrund der Nachholeffekte der Corona-Pandemie sowie die Auswirkungen des Ukraine-Krieges und Russland-Sanktionen zusätzliche adäquate Überwachungsmaßnahmen durchgeführt und auch im Geschäftsjahr 2023 strikt umgesetzt. So wurden die Kreditengagements in bestimmten Ländern und Branchen sukzessive reduziert bzw. gemieden, gleichzeitig wurden als kritisch eingestufte Kundengruppen einer besonderen Beobachtung unterzogen. In diesem Zusammenhang wurde der Rhythmus des Monitorings bestimmter Kunden bzw. Branchen erhöht.

Dazu wurden parallel in Bezug auf den Ukraine-Krieg veröffentlichte Sanktionslisten in die Geschäftspolitik integriert.

Die in den vergangenen Jahren begonnene resolute Transformation der Bank vom klassischen Filialgeschäft mit Schwerpunkt Türkei-Überweisungen hin zu einer Nischenbank mit Ausrichtung auf das Corporate und Trade Finance Geschäft wurde trotz der herausfordernden Marktbedingungen im Jahr 2023 erneut untermauert mit einem deutlich gestiegenen Gewinn im Vergleich zu den Vorjahren. Das Geschäftsjahr 2023 wurde mit einem Jahresüberschuss vor Steuern in Höhe von 46,6 Mio. EUR abgeschlossen und konnte somit im Vergleich zum Vorjahr nahezu vervierfacht werden (Vj. 11,6 Mio. EUR).

Aufgrund der im Zuge der angesprochenen Transformation bereits vor der Corona-Pandemie durchgeführten sukzessiven Umstrukturierung des Kundenportfolios von kleinen und mittleren Gewerbetreibenden und Privatkundengeschäft hin zum Corporate-Segment konnte die Bank trotz den durchlaufenen Krisen ihren Anteil der notleidenden Kredite am gesamten Kreditvolumen (NPL) von 2,4% in 2017 auf 2,1% in 2022 senken. Bedingt durch die Schwerpunktsetzung auf dem Corporate-Segment mit Ausrichtung auf das Trade Finance Geschäft hat sich die Quote an notleidenden Krediten in 2023 noch einmal deutlich auf 1,6% reduziert.

Vordergründig steht parallel zur Ausweitung des Geschäftsvolumens die Ertragsquellen zu diversifizieren. Infolgedessen zielt die Bank im Rahmen der Digitalisierung darauf ab, parallel zu den bestehenden lokalen Filialen verstärkt Finanzportale, das Online-Banking und das Mobile Banking als Vertriebskanäle zu nutzen. Bestehende Prozesse im Bereich Kunden-Akquise, insbesondere im Einlagengeschäft, wurden im Rahmen der Digitalisierung weiter optimiert. Zudem gewinnt für die Bank die Thematik Robotic Process Automation zunehmend an Bedeutung, so dass bereits im Berichtsjahr mehrere Tausend Transaktionen automatisiert durchgeführt werden konnten. Damit zusammenhängend konnte im Einlagengeschäft über unsere digitale Produktplattform "İşWeb" im Jahr 2023 die Verbindlichkeiten gegenüber privaten Kunden um 51% erhöht werden.

Im Jahr 2023 wurde die Dienstleistungspalette der Applikation "RUUT" (ehemals ParaGönder) um weitere Produkt-Features ausgeweitet und Prozessverbesserungen umgesetzt. So können mittlerweile über die App ebenfalls Girokonten eröffnet und Festgeldanlagen realisiert werden. Die Zielmärkte wurden ausgeweitet auf Frankreich, Belgien und den Niederlanden.

Die İșbank AG bietet seit mehreren Jahren physische POS-Geräte für gewerbliche Unternehmen in Deutschland an. Seit 2022 wurde das Produktportfolio darüber hinaus um das virtuelle POS- Geschäft ausgeweitet. In diesem Zusammenhang bietet die İșbank AG in der Rolle einer Acquiring Bank ihren Geschäftskunden das virtuelle POS-Geschäft zur Realisierung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs mit Kreditkarten zur Verfügung. In dieser Produktsparte konnte die Bank einen wesentlichen Beitrag zu den gesamten Provisionserträgen generieren.

Die nennenswerten Außenhandelsvolumen zwischen der Türkei und dem europäischen Kontinent mit Betonung auf Deutschland sind ausschlaggebend für hohe Zahlungsverkehrstransaktionen zwischen diesen Regionen. In Anlehnung an die Bestrebungen zur Diversifizierung der Provisionserträge und Produktpalette hat es sich die İşbank AG infolgedessen zu ihrer Aufgabe gemacht, ihre Funktion als Korrespondenzbank zwischen der Türkei und dem Europa weiter zu lancieren. In diesem Rahmen fungiert die Bank als Korrespondenzstelle für Banken in der Türkei für die Realisierung von Import-Zahlungen türkischer Unternehmen an Firmen in Europa. Dieses Geschäft trägt wesentlich zu der Generierung von Provisionserträgen mit bei und stärkt die Position der Bank als wichtiger Vermittler für Handelsströme zwischen der Türkei und Europa.

Im Corporate-Segment lag der Schwerpunkt auch im Geschäftsjahr 2023 insbesondere im Ausbau eines nachhaltigen und diversifizierten Kundenportfolios. Aufgrund des Potentials einer wiederkehrenden Währungskrise im türkischen Zielmarkt verfolgte die Bank im Türkei-Geschäft in ihrer Kundenauswahl eine eminent restriktive Kreditpolitik. Das Corporate-Portfolio mit Türkei- Bezug besteht nahezu aus Kunden ohne offene Währungspositionen und mit Unternehmen, die einen wesentlichen Anteil ihres Umsatzes aus Exporterträgen in harter Fremdwährung generieren.

Nachdem im Geschäftsjahr 2019 zum fünften Mal in Folge für Refinanzierungszwecke ein multinationaler Konsortialkredit unterzeichnet worden war, entschied sich die Bank, wie im Jahr 2022 auch in 2023 keinen neuen Konsortialkredit aufzusetzen. Hauptgrund hierfür war ein ausreichender Liquiditätspuffer basierend auf einem breit diversifiziertem Einlagenportfolio.

Das Thema Nachhaltigkeit hat heute strategische Bedeutung erlangt und fließt dementsprechend in die Unternehmensstrategie und sämtliche Strategiebildungsprozesse mit ein. Im Idealfall beginnt das schon bei der Unternehmensvision und den Mission-Statements, die den Zweck der eigenen Organisation beschreiben. Um das Konzept der Nachhaltigkeit in unserem Haus ganzheitlich zu fassen sowie alle Aufgaben und Verantwortlichkeiten richtig zu identifizieren, zu koordinieren und kontinuierlich nachzuverfolgen, wurde bereits im Jahr 2021 das Nachhaltigkeitskomitee gebildet. Für eine systematische Integration der ESG-Aspekte in die Unternehmensstrategie und dauerhafte Berücksichtigung dieser Themen im unternehmerischen Handeln sicherzustellen, wurde zudem 2022 eine High Level Gap-Analyse erstellt.

Die wachsende Bedeutung von ESG-Prinzipien macht es für Verbraucher, Unternehmen und die Gesellschaft zwingend erforderlich, sich mit den ESG-Herausforderungen proaktiv zu befassen. Unsere wichtigsten Motive für nachhaltige Aktivitäten sind die Übernahme von Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft, Vermeidung von Reputationsrisiken, die Befolgung der Konzernstrategie, die Erfüllung regulatorischer Auflagen sowie die Erweiterung von Refinanzierungsmöglichkeiten. Vor diesem Hintergrund wurden intern die ersten Schritte unternommen, um das Kreditportfolio nach Nachhaltigkeitskriterien zu analysieren und dieses auszuweiten. In diesem Zusammenhang wurden Kriterien zur Definition, Klassifizierung und Bewertung von ESG-Risiken in die Regelwerke des Kredit- und Risikomanagements implementiert und eine mehrjährige Limitstrategie für ESG-Risiken festgelegt. Dementsprechend erfolgte die Anpassung der Risikostrategie sowie des Risikohandbuches. Relevante ESG-Faktoren wurden in das Kernbankensystem aufgenommen und werden bei Finanzierungsgeschäften mitberücksichtigt. Auf der sozialen Ebene gilt es weiterhin durch Verbesserung des Arbeitsumfeldes sowohl für die bestehende Belegschaft als auch für potenzielle Mitarbeiter die Attraktivität der Bank zu erhöhen und eine gesunde Unternehmenskultur aufrechtzuerhalten.

Vor diesem Hintergrund wurden in Einklang mit dem Nachhaltigkeitskomitee eine Nachhaltigkeitspolicy und die fachlichen Grundsätze für das Nachhaltigkeitsmanagement fertiggestellt und damit verbunden Normen und Ziele sowie daraus die Ableitung konformer Handlungsweisen sowie Verhaltensregeln definiert.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Vermögens- und Finanzlage

Im Geschäftsjahr 2023 waren die Geld- und Kapitalmärkte vorwiegend von der Energiekrise, der Inflation und den stark steigenden Zinsen der Europäischen Zentralbank geprägt. Die Liquiditätssituation der İșbank AG war aufgrund ihrer konservativen und vorausschauenden Strategie jederzeit auf einem angemessenen Niveau. Im Rahmen der konsequenten zielgerichteten Vorgehensweise, Planung und Umsetzung der Vertriebsaktivitäten wurde der Fokus weiterhin auf die Geschäfts-aktivitäten mit institutionellen Kunden in Form von Finanzinstituten und Unternehmen aus dem Corporate Segment gelegt. Zum 31.12.2023 konnte somit die İșbank AG mit einer Bilanzsumme von 2,04 Mrd. EUR abgeschlossen werden und ist damit um 23,8 % höher als zum Berichtszeitraum 2022.

Auf der Aktivseite kam es zu einem leichten Anstieg des Kassenbestandes um 24,0 % auf insgesamt 3,1 Mio. EUR. Die Guthaben bei Zentralnotenbanken haben sich gegenüber dem Vorjahr von 10,8 Mio. EUR auf 8 Mio. EUR, somit um 25,8 %, verringert. Der Rückgang stand insbesondere im Zusammenhang mit rückläufigen Sichtguthaben der Europäischen Zentralbank.

Die Forderungen an Kreditinstitute erhöhten sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 deutlich um 55,4 % auf insgesamt 796 Mio. EUR. Die Forderungen an Kunden legten ebenfalls um 13,3 % auf insgesamt 1.119 Mio. EUR zu. Mit globaler Entspannung der Lieferketten sowie einer Rückkehr zu einer orthodoxen Finanzpolitik in der Türkei konnte das Wachstum insbesondere im institutionellem Corporate Segment mit Handelsfinanzierungsbezug generiert werden.

Die Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere betrugen am Ende des Berichtsjahres 98 Mio. EUR. Im Vorjahr betrug die Summe des Wertpapierportfolios 113 Mio. EUR.

Für das zum 30.06.2022 erworbene Maxi Digital GmbH Unternehmen bestehen zum Jahresende Anteile an verbundene Unternehmen in Höhe von 9,6 Mio. EUR, die sich gegenüber dem Niveau zum Vorjahr nicht verändert haben.

Auf der Passivseite kam es zu einem kräftigen Zugang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 60,0 %, von 145 Mio. EUR auf insgesamt 231 Mio. EUR. Die Entwicklung ist insbesondere auf die Geldmarktgeschäfte mit der Deutschen Bundesbank zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden lagen mit 1.383 Mio. EUR um 268 Mio. EUR über dem Vorjahr. Der Zuwachs beruht hauptsächlich auf gestiegene Privat- und Geschäftskundeneinlagen mit vereinbartet Laufzeit oder Kündigungsfristen.

Zum Bilanzstichstichtag bestehen täglich fällige Kundeneinlagen in Höhe von 307 Mio. EUR (Vorjahr: 356 Mio. EUR) und 1.050 Mio. EUR (Vorjahr: 727 Mio. EUR) als befristete Kundeneinlagen inklusive deren Zinsanteil. Die auf Fremdwährung lautenden Verbindlichkeiten betragen zum 31.12.2023 549 Mio. EUR (Vorjahr: 260 Mio. EUR).

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Jahresende 2022 von 2,5 Mio. EUR auf 2,7 Mio. EUR angestiegen. Des Weiteren betragen die passiven Rechnungsabgrenzungsposten 1,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1,2 Mio. EUR). Deutlich zugelegt haben die Rückstellungen um 192,7 % von 3,3 Mio. EUR auf 9,7 Mio. EUR. Dies beruht vornehmlich auf höhere Steuerrückstellungen für Gewerbe- und Körperschaftsteuernachzahlungen in Höhe von 4,7 Mio. EUR zuzüglich 1,4 Mio. EUR für Körperschaftssteuernachzahlungen aus Vorjahren.

Das in der Bilanz der İșbank AG zum 31.12.2023 ausgewiesene Eigenkapital lag mit 416 Mio. EUR um 7,8 % über dem Jahresniveau 2022. Der Anstieg resultierte aus der Erhöhung der Gewinnrücklagen einschließlich aus dem erzielten Bilanzgewinn in Höhe von 30,2 Mio. EUR.

Zugleich zeigten das Gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage gegenüber dem Vorjahr keine Veränderung. Dies stellt eine solide und souveräne Kapitalbasis für die zukünftige Entwicklung gemäß der Strategie der İșbank AG dar.

Die außerbilanziellen Verpflichtungen zeigten im Vergleich zum Vorjahr einen enormen Anstieg.

Die Eventualverbindlichkeiten der Bank haben sich hierbei wie folgt entwickelt:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 60.053 15.796
Unwiderrufliche Kreditzusagen 0 0

Ertragslage

Wie bereits in den Vorjahren konzentrierte sich das Kreditgeschäft der İșbank AG im Wesentlichen auf Banken und Corporate-Kunden, während der Anteil am Privat- und Geschäftskundengeschäft sukzessive gesteigert wurde.

Bei der verlustfreien Bewertung von zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs (BFA3) wurde die periodische (GuV-orientierte) Methode angewendet. Hierbei wurden die Verwaltungsaufwendungen für das Bestandsgeschäft, die auf Basis der GuV des abgelaufenen Geschäftsjahres ermittelt wurden, sowie die noch bis zur Endfälligkeit der Geschäfte zu erwartenden Risikokosten, basierend auf den erwarteten Zahlungsausfällen, den barwertigen Periodenergebnissen aus zinsbezogenen Geschäften gegenübergestellt. Eine Drohverlustrückstellung ist nach IDW RS BFA 3 per 31.12.2023 nicht zu bilden.

Das Berichtsjahr war aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - insbesondere im Zusammenhang mit der Energiekrise, der Inflation sowie den steigenden Leitzinsen der Europäischen Zentralbank - erneut ein besonders herausforderndes Jahr für die İșbank AG. Trotz dieser herausfordernden Bedingungen konnte die İșbank AG ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2023 zurückblicken. Dabei verfolgte die Isbank AG einerseits eine restriktive Kreditpolitik. Die einzelnen Ergebniskomponenten haben sich wie folgt entwickelt.

Der Zinsüberschuss als Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen lag bei 71,5 Mio. EUR und damit 32,3 Mio EUR über dem Geschäftsjahr 2022. Dabei sind die Zinserträge um 117,3 % auf 111 Mio. EUR und gleichzeitig die Zinsaufwendungen um 232,4 % auf insgesamt 39,5 Mio. EUR enorm gestiegen. Zum einen waren zinstragende Geldmarktgeschäfte mit der Deutschen Bundesbank des Weiteren gestiegene Refinanzierungsgeschäfte insbesondere durch Repo- und Devisengeschäfte zu verzeichnen. Zum anderen sorgte die Zinswende zu für zusätzliche Einlagenerträge. Darüber hinaus resultieren die Zinsaufwendungen im Wesentlichen aus den Kundeneinlagen, Verbindlichkeiten an Kreditinstitute, Repo sowie den Crosscurrency Swaps.

Die Erträge gliedern sich nach den geographischen Märkten wie folgt:

TEUR Deutschland Niederlande Gesamt
Zinserträge 105.126 5.904 111.030
Provisionserträge 7.248 524 7.772
Jahresüberschuss 27.260 2.984 30.244

Das Provisionsergebnis ist gegenüber dem Vorjahr deutlich von 6,5 Mio. EUR auf 7,2 Mio. EUR gestiegen. Im Geschäft mit den digitalen Kanälen war der Provisionsüberschuss der wesentliche Ertragstreiber im Berichtsjahr. Die Provisionserträge sind hierbei um 12,2 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Anstieg resultierte zudem aus den hohen Kundentransaktionen.

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge lag im Berichtszeitraum bei 3,5 Mio. EUR, nach 0,6 Mio. EUR im Vorjahr. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus höheren Beständen an Fremdwährungsderivaten.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen stiegen im Berichtsjahr 2023 um 10,9 % auf insgesamt 26,5 Mio. EUR an. Dabei nahm der Personalaufwand aufgrund gestiegener variabler Vergütungskomponenten sowie einer gezahlten Inflationsprämie in Höhe von 0,4 Mio. EUR um 12,2 % auf insgesamt 13,1 Mio. EUR zu. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sind nahezu konstant geblieben und liegen mit 11,4 Mio. EUR leicht über dem Niveau des Vorjahres. Dies ist auf die getätigte Spende an die Spendenorganisation AFAD (AFET VE ACIL DURUM YÖNETIMI BASKANLIGI) in Höhe von TEUR 496 aufgrund des schweren Erdbebens, dass am 06. Februar 2023 eine große Region der Türkei erschütterte, zurückzuführen.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen erhöhten sich leicht im Geschäftsjahr um 6,6 % auf 2,9 Mio. EUR. Der Zuwachs beruht grundlegend auf angefallene Abschreibungen für das im Jahr 2016 erworbene Kernbankensystem der İşbank AG.

Zum 31.12.2023 waren Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft in Höhe von 6 Mio. EUR auszuweisen, nach 8 Mio. EUR im Vorjahr.

Im Berichtszeitraum fielen keine außerordentlichen Aufwendungen an. Der Steueraufwand belief sich für das Geschäftsjahr auf 16,4 Mio. EUR, nach 3,7 Mio. EUR im Vorjahr. Unter Berücksichtigung dieser Komponenten wurde das Geschäftsjahr 2023 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 30,2 Mio. EUR abgeschlossen.

Insgesamt konnte somit das Ziel für das Jahresergebnis 2023 mit einer Zielerreichung von 145,3 % erfüllt werden.

Liquiditätslage

Die Zahlungsfähigkeit der İşbank AG war im Geschäftsjahr 2023 aufgrund einer geplanten und ausgewogenen Liquiditätsvorsorge jederzeit sichergestellt und die aufsichtsrechtlich vorgeschriebene Liquiditätskennzahl "Liquidity Coverage Ratio" wurde durchgehend eingehalten. Darüber hinaus ist das Liquiditätsmanagement der İşbank AG in der Lage, zeitnah auf neue Marktgegebenheiten zu reagieren. Per 31.12.2023 bestanden aus den nicht ausgenutzten Kreditlinien widerrufliche Kreditzusagen i.H.v. 6,3 Mio. EUR. Es bestanden keine unwiderruflichen Kreditzusagen.

Der İşbank AG standen auch im abgelaufenen Geschäftsjahr zur Durchführung von Neugeschäften als Refinanzierungsmöglichkeiten im Wesentlichen das Einlagengeschäft, Repo-Geschäfte, Money-Market-Geschäfte und Bilateral-Loans zur Verfügung.

Wichtige Finanzielle Kennziffern

Im Folgenden werden die wichtigsten Kennzahlen im Dreijahres-Vergleich dargestellt:

Kennziffern Plan 2023 2023 2022 2021
Gesamtkapitalquote 1) zum Bilanzstichtag 24,04% 24,77% 16,26% 13,85%
LCR 2) 5) 130,00% 350,27% 292,24% 217,39%
Gewinn nach Steuern in % zum durchschnittlichen Eigenkapital (ROAE) 3) 5,42% 7,87% 2,97% 4,19%
Aufwands-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio - CIR) 4) 47,73% 35,94% 56,98% 57,45%
Jahresergebnis in TEUR 20.822 30.244 7.901 9.102

1) Die aufsichtsrechtliche Gesamtkapitalquote, die das Verhältnis zwischen den Eigenmitteln (gemäß Artikel 92 Verordnung (EU) Nr. 575/2013) der Bank und seinen gewichteten Risikoaktiva beschreibt.
2) Die aufsichtsrechtliche Liquidity Coverage Ratio wird gemäß der delegierten Verordnung (EU) 2015/61 i.V.m. Artikel 411 ff. Verordnung (EU) Nr. 575/2013 ermittelt.
3) Der Gewinn nach Steuern in % zum durchschnittlichen Eigenkapital (ROAE) ermittelt sich aus dem handelsrechtlichen Jahresergebnis des entsprechenden Jahres nach Steuern dividiert durch das durchschnittliche Eigenkapital der Monatsenden des entsprechenden Jahres.
4) Das Aufwands-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio (CIR)) ist das Verhältnis aus den operativen Aufwendungen dividiert durch die operativen Erträge. Im Einzelnen ermittelt sich die Marge aus der Summe der Verwaltungskosten und Abschreibungen dividiert durch die Summe aus Zinsergebnis, Provisionsergebnis, sonstiges Nettoergebnis und den Erträgen aus den Zuschreibungen der wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere.

5) Dabei handelt es sich um eine interne Richtgröße.

Im gesamten Berichtszeitraum 2023 befanden sich die internen Kennzahlen der Isbank AG inklusive dem Liquidity Coverage Ratio (LCR) stets oberhalb der jährlich vom Vorstand festgelegten Plandaten. Die Gesamtkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 24,77 %, gegenüber 16,26 % zum Jahresende 2022. Dies ist im Wesentlichen auf die Kapitalerhöhung zurückzuführen.

Die Überwachung des Liquiditätsrisikos soll mithilfe der LCR-Kennziffer erfolgen, um ein mögliches Ungleichgewicht zwischen Liquiditätszuflüssen und Liquiditätsabflüssen eigenständig zu überstehen. Im abgelaufenen Berichtsjahr wurde die geforderte Mindestgröße in Höhe von 130,00 % durch die İşbank AG mit einem Wert von 350,27 % deutlich überschritten. Die Bank hat aufgrund der bestehenden Unsicherheiten auf den Zielmärkten die Liquiditäts-Kennziffer stets auf einem hohen Niveau gehalten, um auf die potenziellen Entwicklungen angemessen reagieren zu können. Dies hat sich ebenso positiv auf das Jahresergebnis ausgewirkt, sodass ein Wert über dem Plan erreicht werden konnte.

Demgegenüber kam es zu einem deutlichen Rückgang bei der betriebswirtschaftlichen Kennziffer Cost-Income-Ratio-CIR. Die Kennzahl CIR ist eine wirtschaftliche Kennziffer und setzt die Aufwendungen ins Verhältnis zu den erwirtschafteten Erträgen. Im Geschäftsjahr 2023 wurde somit ein Wert in Höhe von 35,94 % erzielt, der um 21,04 % unter dem des Vorjahres lag. Das positive Ergebnis verdeutlicht die Effizienz und Wirtschaftlichkeit im operativen Geschäft der İșbank AG.

Gesamtaussage

Unter Berücksichtigung der regulatorischen Anforderungen, der volatilen Marktgegebenheiten und trotz der globalen Krisen sowie der Notwendigkeit der angemessenen Aufstellung der internen Prozesse zur Gewährleistung eines nachhaltigen Geschäftsablaufs konnte die İșbank AG ihre Ziele gemäß Geschäftsplan 2023 im Hinblick auf die Erreichung eines gesunden Geschäftsvolumens erfüllen. Aus Sicht der İșbank AG ist die Geschäftsentwicklung insgesamt positiv verlaufen. Die Bank verfügt über ausreichende Liquiditätsreserven. Die Finanz- und Liquiditätslage entspricht in vollem Umfang den aufsichtsrechtlichen und betrieblichen Erfordernissen. Durch die durchgeführte Kapitalerhöhung ist die Bank in der Lage potenzielle Volatilitäten in den Zielmärkten adäquat abzufedern.

c) RISIKOBERICHT

Gemäß § 25a Abs. 1 KWG müssen Institute über eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation verfügen, die insbesondere die Festlegung einer auf die nachhaltige Entwicklung gerichtete Geschäftsstrategie und ein angemessenes und wirksames Risikomanagement umfassen muss, auf dessen Basis die Risikotragfähigkeit laufend sicherzustellen ist. Konkret werden Verfahren zur Ermittlung und Sicherstellung der Risikotragfähigkeit als ein Element des Risikomanagements verlangt. Die Risikotragfähigkeit ist gegeben, wenn alle wesentlichen Risiken eines Institutes unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen durch das Risikodeckungspotenzial laufend abgedeckt sind. Im Einklang mit den aufsichtlichen Vorgaben an die Berechnung der Risikotragfähigkeit wurde zum 01.01.2023 von einem going-concern Ansatz alter Prägung auf eine Risikotragfähigkeitsrechnung unter Berücksichtigung einer normativen und einer ökonomischen Perspektive im Einklang mit den Vorgaben von Bundesbank und BaFin umgestellt. Innerhalb der normativen Perspektive werden Risiken und Kapitalbestandteile im Einklang mit den Vorschriften der MaRisk und der Geschäftsplanung der Bank über einen Zeitraum von 3 Jahren projiziert. Primäres Ziel ist die Einhaltung der aufsichtlichen Mindestanforderung hinsichtlich der Gesamtkapitalquote, sowohl im Basisszenario als auch in einem fiktiven adversen Szenario. Die ökonomische Perspektive stellt demgegenüber ausschließlich auf das aktuelle Bestandsgeschäft ab, d.h. geplantes Neugeschäft wird nicht berücksichtigt. Im Rahmen der ökonomischen Perspektive werden sämtliche Risken mit einem Konfidenzniveau von 99,9% quantifiziert und anschließend dem barwertnah ermittelten Risikodeckungspotenzial gegenübergestellt. Ziel der ökonomische Perspektive ist es zu gewährleisten, dass der Unternehmenswert stets ausreichend hoch ist, um auch seltene Risikoereignisse zu absorbieren, so dass die Fremdkapitalgeber stets vor Verlusten geschützt sind.

Die folgende Tabelle stellt die aktuelle ökonomische Perspektive mit der einer inoffiziellen Parallelrechnung des Vorjahres gegenüber. Darstellung der Angaben für 2022 erfolgt zur besseren Vergleichbarkeit nach den im Rahmen des neuen ICAAP implementierten Verfahren der ökonomischen Perspektive mit einem Konfidenzintervall von 99,9%:

In TEUR Q4 2023 Q4 2022 * Veränderung
Risikoarten Saldo Limit Auslastung Saldo Limit Auslastung absolute relative
Kreditrisiko 225.777 389.613 57,9% 167.799 341.570 49,1% 57.978 34,55%
Unerwarteten Verlust 124.667 229.184 106.690 231.062 17.977 16,85%
Migrationsrisiko 18.372 34.378 16.780 30.138 1.592 9,49%
Länderrisiko 73.187 114.592 44.329 80.369 28.858 65,10%
Beteiligungsrisiko 9.552 11.459 k.A. k.A. k.A. k.A.
Marktpreisrisiken 14.660 57.296 25,6% 19.735 50.231 39,3% -5.075 -25,72%
Credit-Spread Risko 5.540 34.378 10.157 30.138 -4.617 -45,46%
Zinsänderungsrisiko 7.648 18.335 9.301 16.074 -1.653 -17,77%
Währungsrisiko 1.473 4.584 277 4.018 1.196 431,77%
Operationelles Risiko 5.557 11.459 48,5% 6.840 10.046 68,1% -1.283 -18,76%
Gesamtrisikoposition 245.994 458.368 194.374 401.846 51.620 26,56%
Risikodeckungsmasse 458.368 401.846 56.522 14,07%
Auslastung 53,7 % 48,4 % 5,30% 10,95%

* Darstellung der Angaben für 2022 nach den im Rahmen des neuen ICAAP implementierten Verfahren der ökonomischen Perspektive mit einem Konfidenzintervall von 99,9% zur besseren Vergleichbarkeit

Ökonomische Perspektive der RDM Q4 2023 Q4 2022 * absolute V. relative V.
Buchwert des EKs 385.661 377.760 7.901 2,09%
Stille Reserven im Bankbuch (Brutto) 79.807 40.499 39.308 97,06%
Erwartete Verluste (lifetime) des Bankbuchs (ex. Anleihen) -16.477 -15.124 -1.353 8,95%
Erwartete Refinanzierungskosten des Bankbuches -35.003 -13.556 -21.447 158,21%
Erwartete Verwaltungskosten -10.856 -12.849 1.993 -15,51%
Gewinn des vorausgegangenen Jahres 0 0 0
Gewinn des aktuellen Jahres (Brutto) 48.352 13.155 35.197 267,56%
Allg. Risikovorsorge einschl. § 340f HGB Reserven 21.950 21.629 321 1,48%
Abgegrenzte Aufwendungen -948 -987 39 -3,95%
Abgegrenztes Provisionseinkommen 1.558 1.220 338 27,70%
Immaterielle Vermögenswerte -6.322 -7.990 1.668 -20,88%
Puffer für relevante, aber unwesentliche Risiken -9.354 k.A. k.A. k.A.
Beteiligungen - Haircut k.A. -1.910 k.A. k.A.
Risikodeckungsmasse 458.368 401.846 56.522 14,07%

* Darstellung der Angaben für 2022 nach den im Rahmen des neuen ICAAP implementierten Verfahren der ökonomischen Perspektive mit einem Konfidenzintervall von 99,9% zur besseren Vergleichbarkeit

Sowohl die Risikoposition als auch das zur Absorption von Verlusten zur Verfügung stehende Risikokapital sind im Laufe des Jahres 2023 gestiegen. Wesentlicher Treiber für die gestiegene Risikoposition war ein deutlicher Anstieg des Kreditvolumens mit türkischen Kunden, dem eine Kapitalerhöhung im Jahr 2022 vorausgegangen war. Darüber hinaus wurde die Risikokategorie "Kreditrisiko" um das in 2023 als wesentlich klassifizierte Beteiligungsrisiko ergänzt und ein neues Säule-2-Modell zur Quantifizierung der operationellen Risiken eingeführt.

Für das Jahr 2024 erwartet die Bank einen gleichbleibenden oder sogar reduzierten Kapitalbedarf für türkische Kreditrisiken. Grund ist, dass der im Jahr 2022 beobachtete Trend einer nachhaltigen Abstufung der Bonität des Landes Türkei durch die großen Ratingagenturen in 2023 gestoppt werden konnte. Die für die Steuerung der Bank maßgebliche Ratingagentur Fitch hat ihren Rating- Outlook für die Türkei im September 2023 sogar von negativ auf stabil angehoben. Auch aus Sicht des Kapitalmarkts sind die Kreditrisiken gesunken, der CDS-Spread für 5-jährige türkische Staatsanleihen ist im Laufe des Jahres 2023 von anfangs ca. 500 Basispunkten unter den Schwellenwert von 300 Basispunkte gefallen. Die Bank geht davon aus, dass sich der Trend entspannender Kreditmärkte in der Türkei auch im Laufe des Jahres 2024 weiter fortsetzen wird, und erwartet dementsprechend eine Verbesserung des Länderratings von aktuell B auf mindestens B+. Sollte das Rating auf B+ angehoben werden, dann würde das Länderrisiko deutlich geringer ausfallen.

Auf der Seite des Risikokapitals trug die exzellente Geschäftslage im Jahr 2023 zu einer deutlichen Stärkung des Kapitals bei. Der Brutto-Gewinn ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 35 Millionen Euro gestiegen. Die zusätzlich deutlich gestiegene Reserve des Bankbuchs deutet darauf hin, dass das handelsrechtliche Ergebnis auch im Jahr 2024 von dieser Entwicklung positiv beeinflusst sein wird. Demgegenüber stehen signifikant gestiegene zukünftige Refinanzierungskosten, d.h. das gestiegene Zinsniveau führt nun mit einiger Verzögerung auch zu einem höheren Zinsaufwand auf der Einlagenseite.

Des Weiteren wurde ein neuer Puffer für relevante, aber unwesentliche Risiken eingeführt. Grund dafür war, dass die Summe der unwesentlichen Risiken die intern definierte Wesentlichkeitsschwelle von 2% der Risikodeckungsmasse überschritten hat. Der Abschlag für Beteiligungen wurde dagegen im Einklang mit der neuen Risikoposition "Beteiligungsrisiko" entfernt.

Das interne Kontrollsystem der İşbank AG

Der Vorstand der İșbank AG trägt die Verantwortung für die Einrichtung eines angemessenen internen Kontrollsystems (IKS). Entsprechend den regulatorischen Anforderungen wurde ein internes Kontrollsystem eingerichtet, welches Regelungen zur Aufbau- und Ablauforganisation sowie zu Risikosteuerungs- und Risikocontrollingprozessen umfasst. Die Interne Revision bildet zusammen mit der Compliance-Abteilung und dem Risikomanagement das interne Kontrollsystem der İșbank AG.

Gesamtrisikoprofil

Gemäß AT 2.2 Tz. 1 MaRisk hat sich ein Institut regelmäßig sowie anlassbezogen einen Überblick über das Gesamtrisikoprofil zu verschaffen. Das Risikomanagementsystem sowie die Prozesse zur Identifizierung, Messung, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Kommunikation der einzelnen Risikoarten sind im Risikohandbuch der İșbank AG sowie in ergänzenden Arbeitsanweisungen beschrieben. Für alle relevanten Risikoarten und, soweit einschlägig, für deren einzelne Ausprägungen ist eine Wesentlichkeitseinschätzung dokumentiert. Als wesentliche Risikoarten werden das Kreditrisiko (inkl. Länderrisiko, Migrationsrisiko und Beteiligungsrisiko), das Marktpreisrisiko (Zinsänderungsrisiko, Währungsrisiko und Credit-Spread-Risiko), das Liquiditätsrisiko, sowie das operationelle Risiko identifiziert. Alle durch das Institut als wesentlich definierten Risiken, die sich quantifizieren lassen, werden in der Risikotragfähigkeitsberechnung der İșbank berücksichtigt. Eine Ausnahme stellt das Liquiditätsrisiko dar. Da das Liquiditätsrisiko (i.e.S. Zahlungsunfähigkeitsrisiko) nicht sinnvoll durch Risikodeckungspotenzial begrenzt werden kann, wird auf eine gesonderte Berücksichtigung im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung verzichtet, und das Risiko stattdessen über Stresstests gesteuert und, wie unten im Kapitel Liquiditätsrisiko näher erläutert, besonders überwacht.

Die Risikolandkarte mit den wesentlichen Risiken wird in drei Schritten ermittelt:

Das generelle Risikouniversum bildet die Übersicht der grundsätzlichen Risiken, die mit dem Betreiben von Bankgeschäften und dem Anbieten von Finanzdienstleistungen verbunden sind.

Ausgehend von diesem generellen Risikouniversum wird im Rahmen der Risikoinventur die Risikolandkarte für die İșbank mit den aufgrund der Geschäftstätigkeit und - Strategie tatsächlich relevanten Risikoarten festgelegt.

Anhand der relevanten Risiken werden die wesentlichen Risiken für die İşbank bestimmt. Sofern eine Quantifizierung des Risikos erfolgt, gilt als Wesentlichkeitsschwelle, dass ein Risiko dann als wesentlich eingestuft wird, wenn ein Schlagendwerden des Risikos innerhalb eines Jahres die Risikodeckungsmasse (ökonomische Perspektive) bzw. die regulatorischen Eigenmittel um mehr als 2% reduziert. Sofern eine Quantifizierung des Risikos nicht erfolgt, erfolgt die Wesentlichkeitseinschätzung über Expertenschätzungen/ Schadenshistorien oder qualitative Kriterien. Im Rahmen dessen wird auch überprüft ob sog. ESG-Risikofaktoren einen verstärkenden Einfluss auf die wesentlichen Risiken haben.

Organisation des Risikomanagements

Der Vorstand der İşbank AG ist für die Sicherstellung eines angemessenen Risikomanagements und die Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen verantwortlich. In der operativen Umsetzung wird er durch die Abteilung Risikomanagement, den Risikoausschuss, den Aktiv-/Passiv-Ausschuss und die Interne Revision unterstützt.

Die möglichen Auswirkungen des Zinsänderungsrisikos und des Währungsrisikos auf das Vermögen und die Verbindlichkeiten der Bank werden vor dem Hintergrund der aktuellen Marktentwicklungen und der allgemeinen und zu erwartenden Wirtschaftslage im Aktiv-Passiv- Ausschuss behandelt. Bei Bedarf werden Maßnahmen zur Risikoreduktion getroffen.

Der Bereich Risikomanagement nimmt die zentrale Steuerung, Überwachung und Kontrolle der Risikobereiche der Bank im In- und Ausland wahr.

Eine der Kernaufgaben des Risikomanagements ist die anlassbezogene, jedoch mindestens vierteljährliche, Unterrichtung des Vorstands über die gesamthafte Risikosituation der Bank. Dies ermöglicht dem Vorstand, seine Gesamtverantwortung für alle Risikobereiche umfassend wahrzunehmen und rechtzeitig erforderliche Maßnahmen zur Steuerung und Minimierung dieser Risiken zu ergreifen.

Die Risikoberichterstattung erfolgt regelmäßig sowohl risikobezogen als auch risikoübergreifend auf Gesamtbankebene. Im vierteljährlichen Turnus erstellt die Abteilung Risikomanagement einen umfassenden Risikobericht, welcher auch an den Aufsichtsrat übermittelt wird. Dieser Bericht wird um ein monatliches Reporting zu den wesentlichen Risiken und der Risikotragfähigkeit ergänzt. Darüber hinaus sind ad hoc-Reportings vorgesehen.

Die Überwachung des Kreditgeschäfts hinsichtlich der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und der internen Kompetenzregelungen obliegt der Kreditabteilung. Diese ist dem Mitglied des Vorstands Marktfolge unterstellt. Die Kreditabteilung überwacht die Handelsaktivitäten der Bank auf Basis EDV-gestützter Instrumente und gewährleistet die Einhaltung der vorgegebenen Handelslimite.

Geschäfts- und Risikostrategie

Um ein nachhaltiges, reibungsloses und profitables Wachstum zu erreichen, sind wirksame Risikostrategien unerlässlich. Das Risikomanagement der İşbank AG unterzieht sich einem fortlaufenden Optimierungsprozess und überprüft die eingesetzten Methoden und Steuerungsansätze regelmäßig hinsichtlich ihrer Effizienz und Angemessenheit vor dem Hintergrund der aktuellen Geschäftsentwicklung.

Risikoarten

Aus der Geschäftstätigkeit der Isbank AG ergeben sich folglich unterschiedliche Risiken, die durch den Vorstand gemeinsam mit den verantwortlichen Fachbereichen systematisch identifiziert und bewertet wurden. Nachfolgend werden die als wesentlich identifizierten und im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung bewerteten Risiken nach Umsetzung von Risikobegrenzungsmaßnahmen (Nettodarstellung) dargestellt:

Adressenausfallrisiken (inkl. Länderrisiko, Migrationsrisiko und Beteiligungsrisiko, Emittentenrisiko und Sicherheitenrisiko),

Marktpreisrisiken (Zinsänderungsrisiko, Währungsrisiko und Credit-Spread Risiko),

Liquiditätsrisiken,

Operationelle Risiken.

Für jede wesentliche Risikoart wurde zudem untersucht, ob diese Einfluss auf die Vermögenslage (inklusive der Kapitalausstattung), die Ertragslage und/oder die Liquiditätslage hat.

Kreditrisiken

Das Kreditrisiko bezeichnet die Gefahr, dass aufgrund des Ausfalls oder der Bonitätsverschlechterung einer externen Adresse ein Verlust eintritt. Zusätzlich zum adressenbezogenen Kreditrisiko existiert bei grenzüberschreitenden Kapitaldienstleistungen auch noch das Länderrisiko sowie allgemein das Beteiligungsrisiko

Das Kreditrisiko bei der İșbank AG umfasst folgende wesentlichen Risikoarten:

Ausfallrisiko (inkl. Emittentenrisiko und Sicherheitenrisiko)

Länderrisiko

Migrationsrisiko

Beteiligungsrisiko

Gemäß § 94 Abs. 1 CRR und MaRisk ist İşbank als 'Nicht-Handelsbuchinstitut' definiert und der Umfang seiner bilanz- und außerbilanzmäßigen Handelsbuchtätigkeit auf 50 Mio. EUR beschränkt. Die Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten werden als gering eingestuft, da die İşbank Finanzinstrumente nur zum Zweck der Risikominderung bzw. Absicherung der Risiken benutzt, anstatt spekulative Positionen aufzubauen. Alle Derivatgeschäfte werden ausschließlich mit Kreditinstituten erstklassiger Bonität und mit einem Credit Support Annex (CSA), welcher den Vereinbarungen der International Swaps and Derivatives Association (ISDA) entspricht, abgeschlossen. Aus diesem Grund wird das Gegenparteiausfallrisiko als unwesentlich betrachtet.

Zur Berechnung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalunterlegung für Kreditrisiken verwendet die İşbank AG innerhalb der Säule 1 den in der CRR vorgesehenen Kreditrisikostandardansatz. Die Risikoposition für Kreditrisiken beträgt zum 31.12.2023 2.185 Mio. EUR.

Forderungsarten
in TEUR Zentralstaaten Institute Unterneh men Mengen geschäft Beteiligun gen Sonst. Gesamt
Gesamtbetrag (ohne Risikominderungst echniken) 481.121 484.334 1.185.397 19.105 9.552 5.135 2.184.644
Kredite 448.097 388.545 1.134.699 13.001 9.552 5.135 1.999.028
Unterstrichpositionen (Zusagen, Garantien) 721 15.158 50.699 6.104 - - 72.682
Wertpapiere 32.303 65.402 - - - - 97.705
Derivate - 15.229 - - - - 15.229

Ein wesentliches Instrument sowohl für die Risikobeurteilung bei Einzelrisiken als auch für die Steuerung und Überwachung der Adressenausfallrisiken ist das 15-stufige Ratingverfahren, das von CredaRate GmbH entwickelt wurde. Die folgende Übersicht zeigt die Ratingverteilung des Kreditportfolios zum 31.12.2023.

Ratingklassen Risikogehalt Ausfallwahrscheinlichkeit Anteil (%)
1 bis 8 Sehr geringes bis durchschnittliches Ausfallrisiko < %1,2 22,2%
9 bis 12 leicht erhöhtes Ausfallrisiko < %6,25 76,0%
13 bis 15 hohes bzw. sehr hohes Ausfallrisiko < %20 1,7%

Die Kreditengagements werden darüber hinaus regelmäßig dahingehend überprüft, ob Risikovorsorgebedarf besteht. Aufgrund der implementierten Methoden, organisatorischen Regelungen und IT-Systeme sind wir in der Lage, die Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessene Steuerungsmaßnahmen sowohl auf Gruppenebene als auch auf Ebene der einzelnen Steuerungseinheiten zu ergreifen. Soweit der Bank Informationen vorliegen, die auf eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse hinweisen, erfolgt eine außerordentliche Überprüfung.

Durch den Krieg in der Ukraine haben sich anders als befürchtet bisher keine adversen Entwicklungen materialisiert. Die Bank verfügt über ausreichend hohe Kapitalpuffer, so dass keine Gefährdung der Risikotragfähigkeit vorliegt. Einer möglichen adversen Entwicklung des Kreditportfolios wird durch eine selektive Kreditvergabe aktiv entgegengesteuert.

Die İșbank AG berücksichtigt die Kreditrisiken sowohl auf der Ebene der Einzelkreditnehmer als auch im Portfoliokontext. Ziel ist es dabei sowohl unverhältnismäßig hohe Einzelrisiken als auch den Aufbau von Konzentrations- und Portfoliorisiken zu erkennen, zu begrenzen oder zu vermeiden.

Steuerung und Überwachung der Kreditrisiken

Die Steuerung der Kreditrisiken erfolgt sowohl auf Einzelkredit- als auch auf Portfolioebene. Hierzu greift die İșbank AG auf Limitsysteme für das Einzelkreditrisiko, das Länderrisiko und das Branchenrisiko zurück. Das Länderrisiko Türkei wird dabei zusätzlich zu den Vorgaben des Prüfungsverbandes Deutscher Banken entsprechend überwacht und limitiert. Eine weitere Limitsetzung erfolgt über das Gesamtportfolio und im Rahmen der Risikotragfähigkeitsberechnung. Auf Einzelkreditebene wendet die İșbank AG Risikoklassifizierungssysteme zur Risikoeinstufung an.

Die Kreditrisiken werden kontinuierlich durch Limitüberwachungen, Risikoentwicklungen sowie Auswertungen der Limitauslastungen gesteuert. Die İșbank AG überprüft Branchen- und Länderlimitierungen gemäß der Geschäftsentwicklung und nimmt ggf. Anpassungen an der Limitsystematik vor.

Kreditrisiken werden in die Risikolimitierung auf Basis der Risikodeckungsmasse einbezogen.

Instrumente und Quellen der Risikoerkennung

Hinsichtlich der Risikoerkennung existieren im Wesentlichen zwei Instrumente:

1.

Überwachung der Zahlungsstörungen

2.

Risikoklassifizierung

Die Überwachung der Zahlungsstörungen erfolgt täglich durch die Kreditabteilung bzw. durch die Filialen. Zudem werden die Zahlungsstörungen mittels entsprechender Berichte an den Vorstand und an die betroffenen Bereiche bzw. Abteilungen gemeldet.

Methode bzw. Verfahren der Risikomessung

In die Risikotragfähigkeitsberechnung werden erwartete bezüglich des Ausfallrisiko und des Emittentenrisikos und unerwartete Verluste mit einbezogen. Hierfür wird ein Value at Risk-Ansatz zugrunde gelegt, welcher mit einem Asset-Value-Modell, allgemein unter dem Namen "CreditMetrics" bekannt, berechnet wird. Die Ausgestaltung der einzelnen Modellparameter erfolgt unter Berücksichtigung der aufsichtsrechtlichen Normen und auf Basis konservativer interner Schätzungen. Mittels einer Monte-Carlo Simulation, welche auch in der Zukunft erwarteten Sicherheitenerlöse (durch Recovery Rates) berücksichtigt, wird das Ausfallrisiko im Rahmen der ökonomischen Perspektive auf Basis des 99,9% Perzentils für einen einjährigen Horizont bestimmt. Im Rahmen dieser Rechnung wird auch dem Länderrisiko und dem Migrationsrisiko Rechnung getragen.

Berücksichtigung des Länderrisiko: Bei Banken geschieht dies durch die Anwendung eines Ländercaps, d.h. das individuelle Banken-Rating wird mit dem Rating des Sitzlandes verglichen, anschließend wird auf das schlechtere der beiden Ratings abgestellt. Bei allen anderen Kundentypen wird das individuelle Kunden-Rating um einen länderspezifischen Aufschlag gemäß der in 2022 neu eingeführten Methodik zur Quantifizierung des Länderrisikos erhöht. Der Unterschiedsbetrag des Ausfallrisikos basierend auf individuellen Ratings im Vergleich zum Ausfallrisiko berechnet mit um das Länderrisiko adjustierten Ratings entspricht dem Länderrisiko.

Berücksichtigung des Migrationsrisikos: Im Einklang mit den aufsichtlichen Anforderungen an die Risikotragfähigkeitsrechnung wird auch das Migrationsrisiko auf Ebene des einzelnen Kunden quantifiziert. Hierzu werden die individuellen Kundenratings um eine Stufe erhöht, und anschließend das Ausfallrisiko neu berechnet. Analog zu der Vorgehensweise beim Länderrisiko entspricht der Unterschiedsbetrag des Ausfallrisikos basierend auf individuellen Ratings im Vergleich zum Adressenausfallrisiko berechnet mit um eine Stufe erhöhten Ratings dem Migrationsrisiko.

Abschließend wurde im Laufe des Jahres 2023 die Position "Beteiligungsrisiko" dem Kreditrisiko hinzugefügt. In diesem Zusammenhang wird konservativ pauschal auf den Buchwert der existierenden Beteiligung abgestellt.

Marktpreisrisiken

Als Marktpreisrisiken werden bei der İşbank AG die potenziellen Verluste bezeichnet, die sich aus Veränderungen von Marktparametern ergeben können.

Die Isbank AG unterteilt ihre Marktpreisrisiken in folgende Risikoarten:

Zinsänderungsrisiko

Währungsrisiko

Credit-Spread Risiko

Die Realisation von Marktpreisrisiken birgt die Gefahr einer Reduktion der Risikodeckungsmasse, wobei die Ursache für dessen Existenz sich zwischen den einzelnen Risikoarten unterscheidet: Das Zinsänderungsrisiko ergibt sich für die Bank durch Differenzen in den Zinsbindungsfristen und Zinsanpassungsmöglichkeiten zwischen Aktiv- und Passivpositionen, während das Währungsrisiko durch einen Aktiv- bzw. Passivüberhang in Fremdwährungen entsteht. Das Credit-Spread-Risiko dagegen existiert immer dann, wenn sich am Markt gehandelte Wertpapiere im Portfolio der Bank befinden, und wird schlagend, wenn es zu einer unerwarteten Ausweitung der Credit-Spreads mit den entsprechenden Bewertungseffekten kommt.

Der im Jahr 2022 gestartete Trend stark steigender Zinsen hat sich in der ersten Hälfte des Jahres 2023 weiter fortgesetzt. Dadurch, dass die durchschnittliche Restlaufzeit der Aktivseite der Isbank bei ca. 11 Monaten liegt, und die der Passivseite bei nur 11,8 Monate kam es trotz der massiven Änderung der Zinsen nicht zu wesentlichen Verwerfungen im Bankbuch. Lediglich die langlaufenden Bestände im Anleiheportfolio verzeichnen eine zinsinduzierte Wertminderung, welche durch ein gleichzeitiges Zusammenlaufen der Credit-Spreads überkompensiert werden konnte. Insgesamt hat die Bank von der jüngsten Zinsentwicklung stark profitiert, denn die weiterhin deutlich unterhalb des Marktniveaus generierten Einlagen konnten margenstark als Kredite zu aktuellen Konditionen am Markt platziert werden.

Steuerung und Überwachung der Marktpreisrisiken

Allgemein

Die Steuerung der Marktpreisrisiken erfolgt auf Basis der spezifischen Risikoausprägung durch individuelle Maßnahmen. Der Vorstand, der Risikoausschuss sowie die operativen Einheiten sind verpflichtet, das Marktpreisrisiko zu überwachen, die Auslastung des Risikolimits zu kontrollieren und gegebenenfalls zu intervenieren. Der Vorstand entscheidet auf Basis von Analysen des Rechnungswesens über die jeweils einzusetzenden Maßnahmen wie z.B. Aufnahme fristenkongruenter Finanzierungsmittel, Einsatz von Swapgeschäften zur Zinssicherung oder Einsatz von Derivaten zur Absicherung von Währungspositionen, wobei die Umsetzung der Abteilung Treasury obliegt.

a) Zinsänderungsrisiko

Die İşbank AG berechnet im Rahmen des aufsichtsrechtlichen Meldewesens mindestens vierteljährlich das barwertige Zinsänderungsrisiko analog der aufsichtsrechtlichen Vorgabe gem. Rundschreiben 6/2019 "Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch" der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsberechnung werden die Zinsänderungsrisiken mit Hilfe einer historischen Simulation ermittelt. Das Zinsänderungsrisiko untersucht mögliche negative Änderungen der Risikodeckungsmasse aufgrund von Bewertungsveränderungen, und wird auf Basis des 99,9% Perzentils für einen einjährigen Horizont bestimmt.

b) Währungsrisiko

Währungsrisiken ergeben sich im Rahmen der täglichen Neubewertung von Aktiv- und Passivüberhängen und Derivaten in Fremdwährung, und dem damit verbundenen Einfluss auf die Höhe der Risikodeckungsmasse.

Die offene Risikoposition entspricht dem Netto-Barwert des Bankbuchs je Fremdwährung, bereinigt um die erwarteten Verluste. Mit Hilfe einer historischen Simulation wird untersucht, wie sich der Fremdwährungsbarwert über den Zeitraum eines Jahres verändern kann. Die negativste Veränderung entsprechend dem 99,9% Perzentil ergibt den Risikowert.

c) Credit-Spread-Risiko

Credit-Spread Risiken meinen die negative Wertänderung von Anleihen aufgrund gestiegener Creditspreads. Zur Risikoquantifizierung wird der aktuelle Credit-Spread einer jeden Anleihe um entsprechend des Migrationsrisikos um einen Notch erhöht. Die Höhe des Anpassungsfaktors ist dabei abhängig vom aktuellen Emittenten-Rating. Anschließend wird der Wert der Anleihe auf Basis des angehobenen Credit-Spreads neu ermittelt. Der Unterschiedsbetrag zwischen Risiko-Wert und aktuellem Marktwert bestimmt das Credit-Spread-Risiko einer Anleihe.

Instrumente der Risikoüberwachung

a) Zinsrisiko

Als Instrument zur Überwachung des Zinsänderungsrisikos dient die Zinsbindungsbilanz und darauf aufbauend die Berechnung des Zinsänderungsrisikos mittels der historischen Simulation, welche monatlich durchgeführt wird.

b) Währungsrisiko

Die Überwachung des Währungsrisikos erfolgt durch die tägliche Analyse der offenen Positionen (bilanziell) und die monatliche Bewertung im Rahmen der Ermittlung der Risikotragfähigkeit (barwertig).

c) Credit-Spread-Risiko

Die Überwachung des Credit-Spread-Risikos erfolgt zu einem durch die tägliche Überprüfung des Limits hinsichtlich des Anteils von Anleihen am Gesamtportfolio. Zusätzlich wird das Risiko im Rahmen der Ermittlung der Risikotragfähigkeit monatlich quantifiziert.

Operationelle Risiken

Die İșbank AG definiert das Operationelle Risiko als die Gefahr von Schäden, die infolge menschlichen Versagens, der Unzulänglichkeit von internen Prozessen und -systemen sowie externer Ereignisse.

Das Operationelle Risiko setzt sich aus den folgenden wesentlichen Risikoarten zusammen:

Operationelle Risiken i.e.S.

Rechtsrisiko,

Compliance Risiko,

Fraud Risiko,

IT Risiko,

Outsourcing Risiko,

Risikoerkennungs-, Mess - und Steuerungsinstrumentarien der Operationellen Risiken

Die Erkennung und insbesondere die Messung des Operationellen Risikos werden aufgrund der Vielfältigkeit der Risikofaktoren erschwert. Die Isbank AG nimmt jährlich eine Bewertung der bestehenden Operationellen Risiken durch Self Assessments vor. Es handelt sich dabei um ein qualitatives Instrumentarium. Zusätzlich wird im Bereich Risikomanagement eine Verlustdatenbank zur Messung des (eingetretenen) Operationellen Risikos geführt.

Für die Risikosteuerung greift die Isbank AG in Abhängigkeit von den spezifischen Risikofaktoren unter anderem auf folgende Instrumente zurück:

Versicherung von Risiken,

Kontrollen und Vier-Augen-Prinzip bei wesentlichen Tätigkeiten, aktuelle Arbeitsrichtlinien,

Training von Mitarbeitern,

Notfallplanung und Verträge mit Servicedienstleistern für den Notfall,

Personalplanung.

Einbindung der Rechtsabteilung bei Unsicherheit über rechtliche Sachverhalte

Beurteilung von Risiken durch Outsourcing durch Risikoanalyse und fortlaufende Überwachung im Outsourcing-Komitee

Überwachung der IT Risiken durch die Gruppe "IT Security & Process Management" und im Rahmen des IT-Risiko Komitees

Fortlaufende Überwachung der Einhaltung von regulatorischen und gesetzlichen Vorgaben durch die Compliance Abteilung

Das Operationelle Risiko wird in die Risikolimitierung auf Basis der Risikotragfähigkeit einbezogen.

Für die Messung des Operationellen Risikos innerhalb der Säule 2 baut die İşbank AG auf den neuen Standardansatz gemäß CRR 3 auf, welcher ab 2025 für alle Institute umzusetzen ist. Die Kapitalanforderung gemäß Standardansatz wird innerhalb der Risikotragfähigkeitsrechnung mit Anpassungsfaktoren skaliert, deren Höhe von den Einträgen in der Verlustdatenbank der letzten 10 Jahre bzw. den Ergebnissen des jährlichen Self-Assessments abhängig sind. Dabei kann der Anpassungsfaktor, der auf der Verlustdatenbank basiert, auch einen Wert kleiner als 1 annehmen.

Dementsprechend kann in der ökonomischen Perspektive kann der angepasste Risikowert innerhalb der Risikotragfähigkeitsrechnung höher oder niedriger ausfallen als in der Säule 1.

Steuerung und Überwachung der Operationellen Risiken

Die Überwachung und Steuerung der Operationellen Risiken erfolgt zum einen im Rahmen des vierteljährlichen Risikoberichts bzw. das zuvor beschriebene Steuerungsinstrumentarium. Zum anderen sind in die Überwachung und Steuerung alle Mitarbeiter der İșbank AG eingebunden, um die zeitnahe Identifikation schlagend werdender Operationeller Risiken, neu auftretender oder sich verändernder Risikofaktoren sowie die Ableitung von Maßnahmen sicherzustellen.

Risikotragfähigkeit und Stresstesting

Kreditinstitute sind gemäß § 25a Abs. 1 KWG verpflichtet, angemessene und wirksame Verfahren einzurichten, um ihre Risikotragfähigkeit zu ermitteln und nachhaltig sicherzustellen. Die ökonomische Perspektive der İşbank AG stellt primär auf Bilanz- und GuV-Werte ab, ergänzt um barwertige Komponenten. Die Risikotragfähigkeit ist dann gegeben, wenn alle wesentlichen Risikoarten laufend durch das Risikodeckungspotential gedeckt sind. Darauf basierend werden Limite für die wesentlichen Risiken definiert. Zur Festlegung der Limite wird jährlich ein Verteilungsschlüssel festgelegt bzw. überprüft, nach dem die verfügbare Risikodeckungsmasse den einzelnen Risikopositionen zugeordnet wird. Dieser ist von dem Risikoappetit der Isbank AG abhängig und verteilt die verfügbare Risikodeckungsmasse relativ auf die einzelnen Risikopositionen. Aktuell beträgt die Warnschwelle für die Gesamt-Verlustobergrenze 90% der Risikodeckungsmasse.

Die von der Isbank AG angewandte Risikotragfähigkeitsrechnung erfüllt die Erfordernisse des am24. Mai 2018 gemeinsam von BaFin und Bundesbank veröffentlichten Leitfadens "Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessuale Einbindung in die Gesamtbanksteuerung ("ICAAP") - Neuausrichtung".

Die Risikotragfähigkeit ist gegeben, wenn die Gesamtrisikoposition durch das Risikodeckungspotenzial gedeckt ist. Das Verhältnis der Gesamtrisikoposition zur Risikodeckungsmasse per 31.12.2023 beträgt 53,7%. Die Risikotragfähigkeit war damit zu diesem Stichtag so wie auch zu jedem anderen Messzeitpunk des Jahres gegeben. Für weitere Details zu einzelnen Risikopositionen und der Risikodeckungsmasse verweisen wir auf die gesamthafte Übersicht der Risikotragfähigkeit zu Beginn dieses Abschnitts.

Unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen sieht die Isbank AG im Rahmen der Risikotragfähigkeitsberechnung die regelmäßige Durchführung von Stresstests für die aus Banksicht wesentlichen Risiken vor. Dabei greift sie, unter Berücksichtigung der strategischen Ausrichtung der Bank, auf geeignete historische und hypothetische Szenarien zurück.

Zwecks Sicherstellung der Konsistenz der einzelnen risikospezifischen Stressszenarien zueinander wurde ausgehend von einem übergeordneten makroökonomischen Szenario ein Gesamtbankstresstest entwickelt, aus dem sich individuelle Stresstests für die einzelnen Risikoarten ableiten.

Die Isbank AG verwendet zwei verschiedene Stresstestverfahren: Risikoartenübergreifende und Risikoartenspezifische Stresstests. In den risikoartenübergreifenden Stresstests werden die Auswirkungen einer extremen Verschlechterung der wirtschaftlichen Gesamtsituation (u.a. Verschlechterung des BIP, Erhöhung der Arbeitslosenquote) und einem starken Preisverfall in den Immobilienmärkten simuliert. Weiterhin werden im Rahmen der risikoartenspezifischen Stresstests das Szenario für den risikoartenübergreifenden Stresstest um weitere Szenarien ergänzt.

Im Rahmen der Risikoartenspezifischen Stresstests werden für das Adressenausfallrisiko vier verschiedene Szenarien verwendet:

Verschlechterung aller Ratings um eine Stufe und eine pauschale Reduktion der Recovery-Rate um 20%,

Herabstufung des Länderratings Türkei um eine Ratingnote,

Ausfall der Gruppe/des Kunden mit der größten Inanspruchnahme (ohne Banken und Finanzinstitute),

Ausfall der türkischen Bank mit der höchsten Inanspruchnahme.

Für das Marktpreisrisiko wird mittels synthetischer als auch historischer Szenarien geprüft, welche ökonomischen Auswirkungen die Veränderungen von Zinssätzen vor dem Hintergrund der aktuellen Zinsbindungsbilanz haben können. Bei FX-Szenarien wird die offene Währungsposition als Basis für das Stresstesting zugrunde gelegt.

Da die Ausweitung der Credit-Spreads im Anleiheportfolio die Risikotragfähigkeit der Bank durch die Berücksichtigung stiller Lasten und Reserven innerhalb der Risikodeckungsmasse negativ beeinflussen kann, hat die Bank in 2018 einen entsprechenden Stresstest in die regelmäßige Berichterstattung integriert.

Außerdem werden für Operationelle Risiken die Szenarien IT-Ausfall und Cyberangriff betrachtet.

Unter Berücksichtigung der strategischen Ausrichtung der Bank wird auf geeignete historische und hypothetische Szenarien zurückgegriffen. Die Beurteilung der Risikotragfähigkeit im Stressfall erfolgt ebenfalls auf Basis der Auslastung des Risikodeckungspotenzials.

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Stresstests führt die Isbank AG für das Kredit- und Marktpreisrisiko im vierteljährlichen Rhythmus auch inverse Stresstests durch. Dabei werden die Parameter (PD, Zins etc.) so lange verschoben, bis unterstellt wird, dass eine Fortführbarkeit des Geschäftsmodells nicht mehr möglich ist.

Liquiditätsrisiko

Die Isbank AG versteht unter dem Begriff des Liquiditätsrisikos, dass die Bank ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

Risikoerkennungs-, Mess- und Steuerungsinstrumentarien des Liquiditätsrisikos

In diesem Zusammenhang sind nachfolgende Instrumente vorhanden:

Die Liquidity Coverage Ratio und das Net Stable Funding Ratio werden durch die Abteilung Meldewesen täglich bzw. wöchentlich berechnet und an die relevanten Abteilungen kommuniziert,

Zusätzlich wird eine Liquiditätsmindestreichweite (Survival Horizon) durch die Abteilung Risikomanagement täglich berechnet und an die relevanten Abteilungen kommuniziert,

Des Weiteren wird über diverse interne Liquiditätskennzahlen wie z.B. der maximale Anteil eines Kunden an den Gesamteinlagen oder der Anteil der Sichteinlagen an den Gesamteinlagen eine stabile und diversifizierte Refinanzierungsbasis gewährleistet,

Liste "Liquidity Report" (Erstellung seitens der Abteilung Geld- und Devisenhandel): Regelmäßig wird ein Liquidity-Report über die Laufzeitprofile aller Forderungen und Verbindlichkeiten erstellt und im Portal veröffentlicht. Jährlich erstellt die Abteilung Geld- und Devisenhandel einen Liquiditätsnotfallplan.

Die Abteilung Risikomanagement führt einen Stresstest auf der Basis von 3 verschiedenen Szenarien (ein institutsspezifisches, ein marktweites und ein kombiniertes Szenario) durch, und vergleicht die Ergebnisse mit denen des vorherigen Quartals, monatliche ALCO-Komitees sowie das FTP -Preissystem.: Die Abteilung Geld- und Devisenhandel hat die Verantwortung über die aktuelle Liquiditätssituation und signifikante Eingänge bzw. Ausgänge jeden Monat im Aktiv-Passiv Ausschuss oder im Aktiv-Passiv Management Ausschuss unter Beteiligung der Abteilungen Risikomanagement, Kredit, Financial Management, Privat- und Geschäftskunden und Corporate Banking zu berichten.

Steuerung und Überwachung des Liquiditätsrisikos

In Abhängigkeit von der Entwicklung der oben beschriebenen Kennzahlen bzw. Szenarien werden spezifische Maßnahmen eingeleitet, zu diesen gehören u.a.:

frühzeitige externe Mittelbeschaffung,

Mittelbeschaffung über die Muttergesellschaft,

Auflösung von Einlagen bei der Deutschen Bundesbank oder Verkauf bzw. Beleihung von Wertpapieren.

Liquiditätsrisikotoleranz

Die Isbank AG legt für Liquiditätsrisiken angemessene Risikotoleranzen fest und stellt deren Einhaltung durch geeignete Maßnahmen sicher. Dabei wird die jeweils maximal tolerierbare Höhe der Liquiditätsrisiken definiert.

Die Liquiditätsrisikotoleranzen erstrecken sich auf die:

Liquiditätsreserve (Liquiditätspuffer),

Laufzeitbänder sowie

Ermittlung der Überlebensperiode.

Liquiditätsreserve

Zur Gewährleistung der Zahlungsfähigkeit, insbesondere im Falle von kurzfristigen Liquiditätsengpässen, wird eine Liquiditätsreserve aus liquiden und qualitativ hochwertigen Wertpapieren vorgehalten, mit denen im Stressfall durch Repo Geschäfte mit der Deutschen Bundesbank zusätzliche Liquidität generiert werden kann.

Laufzeitbänderfestsetzung

Die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit und Optimierung der Zahlungsströme der Refinanzierungsstruktur erfolgt auf Basis einer Liquiditätskennzahl. Hierzu wurde ein auf Risikotoleranzkennzahlen basierendes Ampelsystem implementiert, durch das die frühzeitige Erkennung von Risiken und die entsprechende Einleitung von Maßnahmen sichergestellt werden.

Liquiditätsmindestreichweite ("Survival Horizon")

Unter der Liquiditätsmindestreichweite ist der Zeitraum zu verstehen, den die Isbank AG in der Lage ist, bei Liquiditätsabflüssen und ohne neue Liquiditätszuflüsse zu überleben. Als Grundlage für die Berechnung der Liquiditätsmindestreichweite dient, die von der Abteilung Geld- und Devisenhandel erstellte und fortlaufend aktualisierte Cashflow-Übersicht.

Refinanzierungsrisiko

Unter dem Refinanzierungsrisiko wird allgemein die Gefahr verstanden, dass die Bank das gewünschte Refinanzierungsniveau nicht mehr halten kann. Eine Analyse der historischen Refinanzierungskonditionen hat ergeben, dass die Refinanzierungskosten, ausgedrückt als Aufschlag auf den risikolosen Zins, auch im Falle extremer Stressereignisse wie sie in den vergangenen 3 Jahren aufgetreten sind, stabil bleiben. Als Ursache wurde das Vertrauen der Einleger in die Einlagensicherung identifiziert. Aufgrund dieser Beobachtungen wurde das Refinanzierungsrisiko zwar als grundsätzlich relevant jedoch von der Höhe her als unwesentlich klassifiziert.

Konzentrationsrisiken

Generell kann sich das Konzentrationsrisiko bei der Isbank AG im Wesentlichen bei den Adressenausfallrisiken materialisieren. Eine Konzentration beim Adressenausfallrisiko entsteht, wenn sich das Risiko durch bestimmte Faktoren verdichtet und aufgrund dessen die Diversifikation des Portfolios begrenzt wird. Gemäß unserer Risikostrategie wird das Kreditportfolio anhand definierter Limite für Branchen- und Länder gesteuert. Zusätzlich wird auch die Granularität des Portfolios auf Kreditnehmerebene überwacht, sodass das Entstehen von Konzentrationen weitgehend begrenzt wird. Konzentrationsrisiken bestehen bei der Isbank AG im Wesentlichen gegenüber der Türkei, dem Heimatmarkt unserer Muttergesellschaft. Die Würdigung dieser Risikokonzentration erfolgt durch die Begrenzung des Kreditvolumen mit Kunden in der Türkei durch ein absolutes Türkei-Obligo-Limit, welches in enger Abstimmung mit der freiwilligen Einlagensicherung definiert wird. Zusätzlich arbeitet die Bank bei der Vergabe von Krediten an türkische Unternehmen und Banken intensiv mit der Kreditabteilung der Muttergesellschaft zusammen. Durch ihre langjährige Erfahrung im türkischen Kreditmarkt hat Muttergesellschaft eine entsprechende Kernkompetenz entwickelt, und ist der Lage solche Kreditrisiken besonders effektiv zu beurteilen. Dies äußert sich auch in der Tatsache, dass sich bei der Isbank in den letzten Jahren trotz angespannter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in der Türkei keine wesentlichen Ausfallrisiken realisiert haben.

d) CHANCEN UND RISIKEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG

Gesamtwirtschaftliche Situation

Die geopolitischen Spannungen bleiben für das Jahr 2024 ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor und haben mit Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten weiter zugenommen. Dennoch zeigte sich die Weltwirtschaft trotz der hohen Inflation der vergangenen Jahre und der notwendigen geldpolitischen Straffung resilient.

Die konjunkturelle Dynamik der globalen Wirtschaft hat in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2023 nachgelassen und stützende Impulse kamen hauptsächlich aus den USA aufgrund ihrer starken Binnennachfrage. Es ist zunächst davon auszugehen, dass die Konsumaussichten weltweit trübe bleiben. Erste Anzeichen einer Verlangsamung der zinserhöhenden Maßnahmen der Zentralbanken könnten zu Reallohnsteigerungen führen und dementsprechend würde vom Ansteigen des privaten Konsums Impulse für das globale Wirtschaftswachstum ausgehen. Durch die straffe Geldpolitik der Zentralbanken wird eine Reduzierung der Inflationsrate von 6,8% (2023) auf 5,8% (2024) erwartet. Für eine Erholung der globalen Konjunktur sprechen ebenfalls der Abbau der hohen Lagerhaltung resultierend aus den Lieferkettenstörungen. Das damit wieder steigende Neugeschäft würde ebenfalls zu einem moderaten Anstieg des Welthandels führen. Vor diesem Hintergrund wird für das Jahr 2024 ein globales Wirtschaftswachstum von 3% erwartet. Während für die westlichen Industrienationen ein Wachstum von 1,5% prognostiziert wird, liegt die Erwartung in den Schwellenländern bei 4,1%. Dennoch liegen die Erwartungen unter dem historischen Wachstumswert in Höhe von 3,8% aus dem Jahre 2020.

Für die deutsche Wirtschaft wurden die Prognosen im Februar 2024 noch einmal deutlich nach unten revidiert und es wird für das Jahr 2024 von einem Wirtschaftswachstum in Höhe von lediglich 0,2% ausgegangen. Gründe hierfür sind insbesondere die Energiepreise bzw. Auslaufen der Energiepreisbremsen mit dämpfendem Effekt auf den Konsum. Zudem hat das verlangsamte Wachstum in China aufgrund der hohen Interdependenzen mit der deutschen Wirtschaft bremsende Auswirkungen auf den deutschen Außenhandel. Weiteren wirtschaftshemmenden Effekt haben hohe strukturelle Herausforderungen wie z.B. Bürokratiehürden mit negativem Effekt auf Innovation und Investition. Damit hinkt die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich hinter anderen europäischen Industrienationen hinterher. Während für die EU ein Wachstum in Höhe von 0,9% prognostiziert wird, liegen die Wachstumswerte für Spanien, Italien und Frankreich bei 1,5%, 0,7% bzw. 0,6%. Für die USA wird ein Wachstum von 2,1% prognostiziert. Bei den Verbraucherpreisen wird mit einem Wert von 2,8% ein im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringerer Anstieg erwartet.

Die Wirtschaft der Türkei ist einerseits geprägt durch eine anfällige Außenfinanzierung in Folge einer großen Importabhängigkeit, interventionistischer makroökonomischer Wirtschaftsmaßnahmen in den letzten Jahren und geopolitischen Spannungen. Anderseits stehen den Risiken eine diversifizierte Wirtschaft und eine niedrige Staatsverschuldung gegenüber. Ein höheres Wachstum in den Schwellenländern im Vergleich zu den Industrieländern und die Aussicht auf Zinssenkungen der US-Notenbank im Laufe dieses Jahres 2024 werden die Nettokapitalströme in die Schwellenländer im Jahr 2024 voraussichtlich stark ansteigen lassen. Der Einkaufmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe der türkischen Wirtschaft stieg zu Beginn des Jahres 2024 von 47,4 auf 49,2, was wiederum auf eine leichte Verbesserung hindeutet. Vor diesem Hintergrund wird für die türkische Wirtschaft von einem Wirtschaftswachstum in Höhe von 3,1% ausgegangen. Damit wäre das prognostizierte Wachstum für 2024 in Bezug auf die türkische Wirtschaft höher als die Annahmen für die G20-Länder (2,8%) bzw. OECD-Ländern (1,4%). Während im internationalen Vergleich Länder nur verlangsamtes Wachstum aufweisen konnten bzw. Mühen hatten, eine ausgeglichene Wirtschaft aufrechtzuerhalten, verzeichnete die Türkei einen recht hohen Prozentsatz an jährlichem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts. Mit einer schnell wachsenden Bevölkerung und einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Europa gelang es der Türkei, die Arbeitslosenquote in den letzten zehn Jahren auf einem stabilen Wert zu halten.

Hinsichtlich der Fiskalpolitik wird weiterhin von Kontinuität in Bezug auf straffe geldpolitische Maßnahmen der türkischen Zentralbank ausgegangen, um damit dem Inflationsdruck entgegenzuwirken. Zuletzt wurden die Leitzinsen zum Ende des Jahres 2023 auf 42,5% erhöht. Im Februar 2023 lag dieser Wert noch bei 8,5%. Im März 2024 wurde die Kreditwürdigkeit bzw. Rating-Note von Fitch auf B+ angehoben. Gleichzeitig führte die straffe Geldpolitik zu einer Verbesserung des Ausblicks von stabil auf positiv.

Zusammengefasst ergeben sich auch für die Zukunft insbesondere in Bezug auf den Handel mit Europa Chancen für die lokalen Produzenten in der Türkei, wenn sie sich als Alternative für Lieferungen aus China oder anderen von der Pandemie stark betroffenen Ländern anbieten können. Auch der Ukraine-Krieg und damit verbunden das Verlassen unzähliger Unternehmen aus dem russischen Markt könnte dazu führen, sich als alternativer Produktionsstandort anzubieten. Der verarbeitende Sektor in der Türkei ist breit aufgestellt, so dass sich Möglichkeiten für die Branchen Automobil, Chemie, Stahl oder Textil ergeben. Zusammengefasst führen diese Entwicklungen dazu, dass sich das Zielkundenportfolio der İșbank AG im Bereich Corporate Banking und explizit im Handelsfinanzierungsgeschäft erhöht. Das Zielkundenportfolio betrifft dabei sowohl europäische Unternehmen, die in der Türkei Investitionsvorhaben realisieren, als auch Firmen in der Türkei mit europäischen Außenhandelsbezug.

Entwicklung der İșbank AG

Die wirtschaftliche Entwicklung der İșbank AG der letzten Jahre zeigt auf, dass die Bank über ein stabiles und zukunftsfähiges strategisches Geschäftsmodell verfügt, welches lokalen und globalen Krisen trotzen konnte. Trotz eines anspruchsvollen und herausfordernden makroökonomischen Umfeldes hat sich das Geschäftsmodell der Bank auch im Jahr 2023 bewährt. Dies spiegelt sich wider in ihrer bisher erfolgreichsten Ertragssituation seit Bestehen der Bank. Zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren gehören zum einen ein konservatives Risikoprofil in Verbindung mit einem wirksamen Risikomanagement, zum anderen eine solide Eigenkapitalausstattung und einer breit diversifizierten Refinanzierungsstruktur. Damit ist die Bank mit ihrer Geschäftsausrichtung tragfähig ausgestattet, so dass sie mit ihrem Know-how in den bestehenden Geschäftsfeldern kontinuierlich wachsen kann, aber auch Chancenpotenziale bestmöglich genutzt werden können. Hierzu gehören insbesondere die konsequente positive Entwicklung der Bank durch Ausweitung der Geschäftsfelder auf dem digitalen Markt fortzuführen.

In Bezug auf das Geschäftsjahr 2024 antizipiert die İşbank AG weiterhin Risiken für den kurzfristigen Wirtschaftsausblick und einer langsamen Erholung der Konjunktur.

Für den europäischen Wirtschaftswachstum wird für das Jahr 2023 von einem Wert von 0,7% ausgegangen. Im Jahr 2024 soll das Wachstum entsprechend den Erwartungen des IWF auf 1,2% ansteigen. Für Deutschland wird wiederum von einem langsamen Wirtschaftswachstum von lediglich 0,2% ausgegangen, welcher wesentlich angetrieben wird durch die sinkende Inflation und zufriedenstellender Beschäftigung.. Weiterhin bestehende geopolitische Risiken in Europa und der Nahost-Konflikt, bescheidene Wirtschaftsaussichten und damit verbunden verhaltene Investitionsvorhaben europäischer Unternehmen im Türkei-Geschäft spielen eine nicht unwesentliche Rolle für die Zielerreichung der Bank.

Aufgrund dieser Unsicherheiten und weiterhin bestehenden potenzieller Gefahr einer Bankenkrise können sich negative Auswirkungen insbesondere auf die Ertragssituation ergeben. Durch ihrer soliden Eigenkapitalausstattung besitzt die İșbank AG jedoch die notwendige Flexibilität, entsprechend den zukünftigen Marktgegebenheiten zu agieren. Sollten die Folgen des Krieges tatsächlich zu einer mehrjährigen Rezession in unseren Zielmärkten führen, besitzt die İșbank AG genug Kapitalpuffer, um die Krise erfolgreich zu bewältigen. In Bezug auf die zu erwartende wirtschaftlichen Folgen der geopolitischen Konflikte ist die İșbank AG somit auch auf einen längeren Abschwung vorbereitet. Die derzeitige Eigenkapitalquote in Höhe von ca. 27,4% bildet hierfür einen soliden Puffer.

Dennoch gibt es auch positive Anzeichen für eine langsame Normalisierung der globalen Wirtschaftssituation. Während sich durch die Corona-Pandemie hervorgerufene Lieferkettenschwierigkeiten erholt haben, können die globalen Handelsaktivitäten für das kommende Jahr mit vorsichtigem Optimismus betrachten werden. Der IWF prognostiziert für den Welthandelswachstum im Jahr 2024 eine Erhöhung auf 3,5%. Damit läge zwar das Handelswachstum deutlich über dem prognostizierten Wert von 2023 (0,9%), aber weiterhin unter dem Durchschnitt der Jahre 2000-2019 (4,9%). Infolge einer straffen Geldpolitik und sinkender Energiepreise hat sich die Gesamtinflation verringert. Mit Rückgang der Gesamtinflation haben somit Risiken für eine globale Bankenkrise nachgelassen.

Eine Rückkehr zu einer konventionelleren Finanzpolitik in der Türkei und damit verbunden eine Erhöhung der makrofinanziellen Stabilität sind positive Anzeichen für die zukünftige Entwicklung des Landes und damit dem Handel zwischen Europa und der Türkei.

Vor diesem Hintergrund rechnet die İșbank AG mit einem Wachstum sowohl im Einlagen- als auch im Kreditgeschäft. Damit einhergehend soll mit disziplinierter Fortführung der bestehenden restriktiven Kreditstrategie die Bilanzsumme um 2% erhöht werden. Mit weiterer Entspannung der globalen Wirtschaftslage wird die Bank in der Lage sein, dementsprechend mit Ansteigen des globalen Handels und Ausweitung von Investitionen ihr Kreditvolumen zu steigern. Ziel ist ein Anstieg der Kundenkredite um 14% bzw. der Kundeneinlagen um 17%. Mit Wachstum des Geschäftsvolumens ist angestrebt, den Gewinn im Jahr 2024 adäquat um 15% zu steigern.

Trotz der beschriebenen Herausforderungen beurteilt die İșbank AG die Geschäftsaussichten im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt als positiver. Die bisherigen Erfahrungen im Zahlungsverhalten unserer Kunden im Corporate-Segment mit Türkei-Bezug zeigt auf, dass die Auswahl der Kreditkunden aufgrund ihrer soliden Kapital- und Liquiditätsstruktur resilient gegenüber internen als auch externen Krisen ist. Aus diesem Grund werden keine nennenswerte Kreditausfälle erwartet.

Als wesentlicher Bestandteil der Geschäftsstrategie hat es sich die İşbank AG als Ziel gesetzt, obsolete Prozesse zu eliminieren und die Digitalisierung weiter voranzutreiben und damit einhergehenden Herausforderungen zu bewältigen. Dabei sehen wir die digitale Transformation als richtungsweisende Herausforderung für die Zukunft des Banken- und Finanzsektors.

Für die Etablierung eines erfolgreichen Nachhaltigkeitskonzepts sowie der verantwortungsvolle Umgang mit sozialen, ökologischen und ökonomischen Entwicklungszielen werden alle Verantwortungsträger unseres Hauses auch 2024 eng zusammenarbeiten. Im Nachhaltigkeitskomitee werden die Führungskräfte weiterhin gemeinsam mit dem Vorstand zukunftssichernde Schritte regelmäßig eruieren und gemeinsam die erforderlichen Regelwerke zusammenstellen. Zu dem Aktionsplan 2024 gehören konkret die Definition der Risikostrategie mit Konkretisierung des Risikoappetits und Implementierung der ESG-Komponenten in das Risikohandbuch. Des Weiteren bedarf es einer stetigen Anpassung der Nachhaltigkeits-Policy sowie der Entwicklung von quantitativen sowie qualitativen Nachhaltigkeitszielen.

Die Bank ist in Erarbeitung von sinnvollen Messgrößen, um daraus nicht finanzielle Leistungsindikatoren abzuleiten.

Zusammengefasst soll im Geschäftsjahr 2024 aufgrund des erwarteten Anstiegs des Zinsergebnisses das Return on Equity erhöht und der prognostizierte Gewinn vollständig thesauriert werden. Damit wird das Eigenkapital der Bank noch einmal deutlich gestärkt. Die Liquidität wird unverändert auf Basis der internen Richtgröße geplant.

Die İşbank AG hat zusammengefasst ihre Resilienz in den letzten durch zahlreiche Krisen gekennzeichnete Jahre erfolgreich unter Beweis gestellt. Mit wachsendem Eigenkapital ist sie damit weiterhin für kommende Herausforderungen solide aufgestellt. Trotz der weiterhin bestehenden wirtschaftlichen Volatilitäten wird für das Jahr 2024 ein Jahresergebnis über dem Ergebnis von 2023 erwartet.

e) ABHÄNGIGKEITSBERICHT

Der Vorstand der İșbank AG erklärt:

"Wir erklären, dass die İşbank AG in Frankfurt am Main nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die vorstehend bezeichneten Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt. Auf Veranlassung oder im Interesse der mit ihr verbundenen Unternehmen wurden Maßnahmen weder getroffen noch unterlassen, wodurch eine Benachteiligung ausgeschlossen werden kann."

f) VERBANDSZUGEHÖRIGKEITEN

Die Bank ist Mitglied im Bundesverband deutscher Banken e.V. und in regionalen Bankenverbänden. Des Weiteren gehört sie dem Verband der Auslandsbanken e.V. an. Als Mitglied des Prüfungsverbandes deutscher Banken e.V. nimmt sie am Einlagensicherungsfonds der privaten Banken teil.

 

Frankfurt am Main, 28.03.2024

Vorstand

Ayșe Doğan, Mitglied des Vorstands

Emir Serdar Gülpınar, Mitglied des Vorstands

Länderspezifische Berichterstattung (Country-by-Country Reporting) der İșank AG nach § 26a KWG zum 31. Dezember 2023

Die Anforderungen zum Country-by-Country Reporting aus Artikel 89 der EU-Richtlinie 2013/36/EU wurden in § 26a KWG in deutsches Recht umgesetzt.

Danach sind die im Geschäftsjahr 2023 angefallenen Umsätze der im Wege der Vollkonsolidierung in den Jahresabschluss einbezogenen Niederlassungen, die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten je Mitgliedsstaat der EU und Drittländer, das Ergebnis vor Steuern je Mitgliedsstaat der EU und Drittländer, die zu entrichtenden Steuern auf das Ergebnis sowie die erhaltenen öffentlichen Beihilfen darzustellen.

Als Umsatz wird das in den Jahresabschluss nach HGB einbezogene Vorsteuerergebnis ohne Berücksichtigung von Konsolidierungseffekten, Risikovorsorge sowie Verwaltungsaufwendungen angegeben. Die Umsatzgrößen werden als Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB definiert:

Zinsüberschuss,

Provisionsüberschuss und

Sonstige betriebliche Erträge

Die Kapitalrendite nach § 26a Abs. 1 S. 3 i.V.m. S.4 KWG der İşbank AG beträgt 1,5%.

Land Umsatz Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten Gewinn oder Verlust vor Steuern Steuern auf Gewinn oder Verlust Erhaltene öffentliche Beihilfen
in TEUR TEUR TEUR TEUR
Deutschland 78.811 129 43.207 15.947 0
Niederlande 3.663 6 3.431 447 0

Länderspezifische Berichterstattung (Country-by-Country Reporting) der İșbank AG nach § 26a KWG zum 31. Dezember 2023

Firma Art der Tätigkeit Sitz/Ort Land
İșbank AG Hauptverwaltung und 9 Filialen Kredit- und Einlagengeschäft, Dienstleistungen im Zahlungsverkehr Frankfurt am Main Deutschland
İșbank AG Niederlassung Amsterdam Kredit- und Einlagengeschäft, Dienstleistungen im Zahlungsverkehr Amsterdam Niederlande

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