Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 269298
Vorher
Youco B20-H232 Vorrats-AG
Eingetragen
7.9.2021
Branche
Herstellung von Futtermitteln für NutztiereHerstellung von Stärke und StärkeerzeugnissenHerstellung von homogenisierten und diätetischen Nahrungsmitteln
Gegenstand
Gegenstand von Amts wegen berichtigt: Die Entwicklung, die Herstellung, die Vermarktung, die Lizenzierung und der Vertrieb von Lebensmitteln auf der Basis von pflanzlichen Proteinquellen sowie die Erbringung damit im Zusammenhang stehender Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Thomas Jan Isermann
seit 7.9.2021
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied

Gesellschafter
Beta

Keine Daten verfügbar

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

GREENFORCE FUTURE FOOD AG

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bericht des Aufsichtsrats zum Geschäftsjahr 2023

Der Aufsichtsrat hat die ihm durch Gesetz und Satzung übertragenen Beratungs- und Kontrollaufgaben im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 uneingeschränkt wahrgenommen und die ihm auferlegten Verpflichtungen erfüllt. Die regelmäßige Beratung des Vorstands und die laufende Überwachung der Geschäftsführung durch den Aufsichtsrat waren zu jeder Zeit gewährleistet. Über die Entwicklung der Gesellschaft wurde der Aufsichtsrat umfassend und zeitgerecht durch den Vorstand informiert. Der Aufsichtsrat gewann damit ein umfassendes Bild über die Gesamtsituation des Unternehmens. Im Rahmen der Zusammenkünfte bzw. in kontinuierlichen Einzelgesprächen, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, aber auch über die Bereitstellung der Berichte über die aktuelle Absatz-, Umsatz- und Ertragsentwicklung, sowie über die Entwicklung der Geschäftsbeziehungen zu den wesentlichen Geschäftspartnern war es möglich, den Vorstand und das Unternehmen kontrollierend und beratend zu begleiten.

Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung

Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand war im gesamten Geschäftsjahr konstruktiv und lösungsorientiert.

Mit dem Vorstand hat es einen kontinuierlichen Kontakt und Informationsaustausch gegeben. Neben diversen Treffen und Abstimmungen mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates und einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrates wurden regelmäßig die notwendigen Informationen zur Durchführung der ordnungsgemäßen Arbeit des Aufsichtsrates zur Verfügung gestellt.

Die Berichterstattung durch den Vorstand erfolgte insgesamt in schriftlicher und mündlicher Form. Dabei informierte der Vorstand den Aufsichtsrat kontinuierlich über die aktuelle Absatz-, Umsatz- und Ertragsentwicklung. Geplante Investitionen und sonstige wesentliche Geschäftsführungsmaßnahmen wurden durch den Vorstand eingehend erläutert, begründet und, soweit sie der Zustimmung bedurften, durch den Aufsichtsrat nach eingehender Erörterung und Abwägung entschieden.

Die Aufsichtsratssitzungen wurden immer zeitgerecht geplant und mit Blick auf die abgestimmte Agenda vorbereitet. Im Rahmen des jeweiligen Sitzungsteils hatte der Vorstand die Möglichkeit, seine Informationen und Vorhaben zu präsentieren und zu erläutern.

Zusammenkünfte des Aufsichtsrates und Schwerpunktthemen

Mit Bezug zum Geschäftsjahr 2023 hat sich der Aufsichtsrat insgesamt zu neun Sitzungen getroffen. Die Sitzungen fanden am 30.11.2022, 14.12.2022, 16.02.2023, 20.04.2023, 26.07.2023, 21.09.2023, 20.11.2023, 18.12.2023 und am 17.05.2024 statt. Zu jeder Sitzung wurde ein entsprechendes Protokoll erstellt, gemeinsam bestätigt und an die Teilnehmer verteilt. An allen Sitzungen hat der gesamte Aufsichtsrat jeweils vollständig teilgenommen. In der Sitzung am 17. Mai 2024 war dann neben dem Aufsichtsrat auch ein Vertreter der Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Nürnberg, anwesend.

Ein besonderer Fokus der gesamten Arbeit lag auf den Themen strategische Ausrichtung, der Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Unternehmens und Finanzierung. In mehreren Sitzungen wurde die Wachstumsstrategie sowie die dafür notwendige Finanzierung besprochen. Durch die durchgeführte Kapitalerhöhung ist das Unternehmen für weiteres Wachstum gut aufgestellt.

In den einzelnen Sitzungen des Aufsichtsrates wurden neben der kontinuierlichen Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Unternehmens, jeweils auch diverse Sonderthemen mit dem Vorstand vertieft diskutiert.

Jahresabschluss

Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 2023 sowie der Lagebericht wurde gemäß Beschluss der Hauptversammlung der Gesellschaft und der Auftragserteilung durch den Aufsichtsrat von der Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Nürnberg, Zweigniederlassung Berlin, Straße des 17. Juni 106, 10623 Berlin, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Aufsichtsrat hat auf der Grundlage seiner eigenen Prüfung dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und in der Sitzung vom 17. Mai 2024 den Jahresabschluss und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 gebilligt. Der Jahresabschluss der GREENFORCE FUTURE FOOD AG ist damit festgestellt.

Veränderungen im Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2023

Herr Dr. Malte Iversen hat sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum Ablauf des 31.12.2023 niedergelegt. Herr Marc-Aurel Boersch wurde in der Hauptversammlung vom 18.12.2023 mit Wirkung zum 01.01.2024 zum neuen Aufsichtsratsmitglied bestellt.

Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Vorstand und Mitarbeitern für den hohen Einsatz und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit.

 

München, den 4. Juni 2024

Der Aufsichtsrat

Michael Börnicke, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

I. Ausführungen zu der Gesellschaft

Die Gesellschaft GREENFORCE FUTURE MEAT & FISH GmbH bestand seit dem 24.07.2020 (laut Gesellschaftsvertrag/ HR Auszug) und wurde aufgrund des Notarvertrages vom 22.10.2021 auf die GREENFORCE FUTURE FOOD AG (ehemals Youco B20-H232 Vorrats-AG i.G.) verschmolzen. Für das Geschäftsjahr 2021 wurden das operative Geschäft sowie die Finanzzahlen vom 01.01.2021 bis zum 31.07.2021 unter dieser Gesellschaft berichtet.

Durch den Notarvertrag vom 22.10.2021 wurde die Youco B20-H232 Vorrats-AG i.G. in die GREENFORCE FUTURE FOOD AG umfirmiert. Seit dem 01.08.2021 werden alle Zahlen unter der GREENFORCE FUTURE FOOD AG (GREENFORCE) berichtet.

Die Plant Based Food AG operiert als Inverkehrbringer der Eigenmarkenprodukte im Retail ("White Label Geschäft"), während die Markenprodukte von GREENFORCE unter der GREENFORCE FUTUTRE FOOD AG in den Verkehr gebracht werden.

II. Ausführungen zur Marktposition und dem Geschäftsmodell

Der Markt für vegane und vegetarische Produkte steht im deutschen Handel für rund 6,4 Mrd. EUR Umsatz pro Jahr und wächst mit +15,6 % nach Wert zum Vorjahr 1. Dabei bleibt Flexitarismus weiterhin im Trend, die Deutschen suchen und finden ein neues Gleichgewicht zwischen pflanzlicher und carnivorer Ernährung. Fleisch bleibt im Regelfall Teil des Ernährungsplans, wird aber immer öfter nur für bei besonderen Anlässen verzehrt, dadurch erhält die Pflanzliche Ernährung einen größeren Raum 2. Die neue Lebensmittelstrategie der Bundesregierung setzt ebenfalls verstärkt auf pflanzliche Ernährung und sorgt für politischen Rückenwind 3.

GREENFORCE bietet vor allem pflanzliche Fleisch- und Wurstalternativen an. Diese Segmente stehen für 637 Mio. € Umsatz und damit knapp 10 % des veganen und vegetarischen Gesamtmarktes. Dieses Kernsegment wächst mit +3,5 %. Aufgrund von Preiserhöhungen konnte für den Gesamtmarkt das hohe Wachstumstempo der Vorjahre nicht gehalten werden 4.

1 Nielsen IQ - Vegetarische und Vegane Artikel - LEH+DM - Letzte 52 Kalenderwochen bis 17/12/2023
2 Mintel Studie - Einstellungen zu gesunder Ernährung - Deutschland - 2022)
3 BMEL - Pressemitteilungen - Özdemir: Ernährung entscheidet mit über faire Lebenschancen

4 Nielsen IQ - Fleischzubereitung, Speck, Roher Schinken, Brühwurst, Sonst. Wurst, Kochwurst, Rohwurst, Brühwürstchen, Würstchensnacks) - LEH+DM - Letzte 52 Kalenderwochen bis 17/12/2023

GREENFORCE setzt in diesem Kernmarkt (Lebensmitteleinzelhandel (LEH) + Drogerien) rund 16,8 Millionen € um, wächst mit +126,4 % nach Wert und baut seinen Marktanteil auf 2,5 % nach Wert aus 5.

GREENFORCE bietet neben seinen veganen Frischeprodukten im Kühlregal auch pflanzliche Alternativen zum Selbstmixen im Handel sowie im eigenen Onlineshop an. Diese sogenannten Easy-To-Mix Produkte sind nicht nur besonders lange haltbar, sondern auch ungekühlt lagerbar 6. Durch das breite Angebot von ungekühlten Produkten zum Selbstmixen sowie gekühlten, verzehrfertigen Snacks liefert GREENFORCE seinen Kunden für jede Lebenslage eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Fleisch-, Fisch-, Ei- oder Milchprodukten.

Durch 100 % veganen Genuss ermöglicht GREENFORCE seinen Kunden*innen einen messbaren Impact für die Umwelt zu leisten. Dass tierische Lebensmittel und vor allem deren Produktion zu viele Treibhausgasemissionen verursachen und somit maßgeblich am Klimawandel beteiligt sind, ist schon lange offiziell bestätigt. 7 Durch das vielfältige Angebot an nachhaltigen, pflanzlichen Alternativprodukten (Easy-To-Mix ("ETM") Produkte) schaffte GREENFORCE eine innovative und neue Kategorie im Food-Bereich.

GREENFORCE ermöglicht eine gesunde und nachhaltige Lebensweise durch pflanzliche Lebensmittel. Alle Produkte sind zu 100 % vegan und werden hauptsächlich in Deutschland und ausschließlich in Europa hergestellt. Die Hauptrohstoffe werden großteils regional angebaut 8 und stammen insb. aus Deutschland und Frankreich. Qualität und Nachhaltigkeit stehen für das Unternehmen im Fokus. Für die Produktion von 100 Gramm Erbsenprotein werden im Vergleich zu 100 Gramm Rindfleischprotein rund 48-mal weniger Land sowie 8-mal weniger Wasser benötigt und dabei 113-mal weniger CO 2 ausgestoßen 9. Bereits seit über zehn 10 Jahren forscht GREENFORCE (bzw. ihre Vorgängergesellschaften GREENFORCE Nutrition GmbH und GREENFORCE MEAT & FISH GmbH) an pflanzlichen Proteinen und verfügt über fundierte Kenntnisse in der Ernährungswissenschaft. GREENFORCE setzt auf eine grüne Logistik im Endkundenversand des Online-Shops 11.

5 Nielsen IQ - GREENFORCE - Fleischzubereitung, Speck, Roher Schinken, Brühwurst, Sonst. Wurst, Kochwurst, Rohwurst, Brühwürstchen, Würstchensnacks) - Achtung: Easy-To-Mix-Produkte sind nicht enthalten - LEH+DM - Letzte 52 Kalenderwochen bis 17/12/2023
6 Intern werden Rückstellmuster am Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHDs) bewertet und nach Bedarf beschleunigte Lagertests durchgeführt
7 https://www.wwf.de/fileadmin/user_upload/Klimawandel_auf_dem_Teller.pdf
8 Ackerbohne aus lokalem Anbau, Erbse mit Ursprung aus Frankreich

9 https://ourworldindata.org/environmental-impacts-of-food
10 Siehe Patent aus 2013 der GREENFORCE Nutrition GmbH
11 DHL Go-Green Zertifikat / D-Log Bestätigung
12 Digital First: GREENFORCE operiert mit digitalen Vermarktungskampagnen, das Hauptaugenmerk liegt auf dem Online-Bereich, neue ETM-Produkte werden grds. über den Onlineshop zuerst vertrieben
13 Durch den Onlineshop hat GREENFORCE direkten Kundenkontakt, auch über die Online-Kundenkonten und den Newsletter, damit ist GREENFORCE nicht abhängig vom Vertriebskanal über den LEH

Im Berichtsjahr wurden die ersten Maßnahmen der "Field to Fork"-Strategie eingeleitet, um Schlüsselrohstoffe regional zu erzeugen. In Bayern und Thüringen wurden auf einer Fläche von 128,9 ha Körnererbse im Auftrag von GREENFORCE angebaut und 323,2 mt geerntet. Diese werden 2024 regional aufbereitet und GREENFORCE -Produkten verarbeitet.

1. Produktsortiment

Das Produktsortiment beinhaltet vegane Fleisch- und Fisch-, Ei- und Milch-Alternativen sowie Gewürze. Darüber hinaus verkauft das Unternehmen Flaschen und Gläser, um die Produkte bestmöglich und nachhaltig aufzubewahren und zubereiten zu können. Die Mix-Produkte sind durch ihre Pulverform zum einen besonders lange halt- und ohne Kühlkette lagerbar, wodurch Ressourcen eingespart werden können. Die Produkte sind in nachhaltigen, aluminiumfreien Folienbeuteln verpackt und können je nach Verbraucherwunsch portioniert werden.

2. Ausführungen zu Vertriebskanälen

Die Produkte gibt es in ihrer nachhaltigen Form als Easy-To-Mix in Pulverform im Onlineshop, im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogerien. Darüber hinaus bietet GREENFORCE verzehrfertige Frische-Produkte im Kühlregal des Lebensmitteleinzelhandels an. GREENFORCE agiert digital first12 und verfügt über eigene 13 Kundenbeziehungen. Den direkten Kontakt zu seinen Kunden*innen nutzt das Unternehmen (z.B. über die Gruppe GREENFORCE VIP's in Facebook, sowie über den Instagram-Account und die Follower), um seine Produkte permanent zu verbessern sowie neue Produktideen einzusammeln und zu generieren.

Die Produktion der Frische-Produkte erfolgt am Standort Arzberg (Bayern) der Firma Houdek Arzberg GmbH ("Houdek"). Die Trockenprodukte (Easy-To-Mix) werden ebenfalls bei Herstellern in Deutschland produziert. Die Aufschnitte wie Roastbeef, Chorizo und Bresaola werden in Italien produziert. Das Bio-Hack wird in den Niederlanden produziert.

Die Hauptrohstoffe stammen aus Deutschland oder Frankreich. Die hochwertigen Rohstoffe werden entsprechend von Lieferanten mit weitreichender Transparenz 14 über die Wertschöpfungskette bezogen.

3. Forschung und Entwicklung

Der Bereich Forschung, Entwicklung, Qualität & Procurement ist im Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette für das "Produkt" verantwortlich. Dies umfasst neben der Entwicklung der Rezepturen auch die Beschaffung und strategische Absicherung der Schlüsselrohstoffe, z.B. TVPs (Texturized Vegetable Protein) und die Steuerung der Lohnproduzenten. Hierbei ist dem Unternehmen nachhaltiges, ressourcenschonendes Handeln besonders wichtig, was in aller Konsequenz die regionale Beschaffung der Rohstoffe und Auswahl von Produktionsstandorten bedeutet. Der beschlossene Anbau der Gelben Körnererbse (Ausgangsrohstoff für die Herstellung von Erbseneiweißisolaten- und -texturaten) wird die Umsetzung der Strategie unterstützen.

Das Entwicklungsteam umfasste zum Jahresende 2023 11 Mitarbeiter (Produktentwicklung: 5, Qualitätsmanagement & -sicherung: 2, Procurement: 3, Bereichsführung: 1), das Gesamtbudget umfasste 2,04 Mio. EUR, hiervon waren 0,99 Mio. EUR Personalkosten und 1,05 Mio. EUR Operating Expenses, welche nicht aktiviert wurden).

Der Bereich Innovation wird ab 2024 dem Forschungs-und Entwicklungsbereich zugeordnet.

14 Über unsere Fragebögen fragen wir den Ursprung der eingesetzten Rohstoffe ab. Sollten wir Rohstoffe direkt beziehen, erhalten wir Analysenzertifikate, kaufen wir Mischungen ein, können wir auf Analysenzertifikate des Vorlieferanten zurückgreifen.

a. Forschung

GREENFORCE sucht mit Grundlagenentwicklungen den Zugang zu biotechnologischen Verfahren zur Gewinnung alternativer Proteine, z.B. Precision Fermentation, sowie zu innovativen Verwertungsmöglichkeiten von Nebenströmen der Erbseneiweißherstellung.

b. Produktentwicklung

Die Produktentwicklungsaktivitäten werden durch den Innovationplan gesteuert, der durch das Innovationsteam unter Berücksichtigung von ökologischen und ökonomischen Aspekten sowie von Markttrends und technologischen Möglichkeiten erarbeitet wird. Innovative vegane Fleisch- und Milchalternativprodukte stehen im Mittelpunkt.

Trocken-Sortiment: Das nachhaltige Easy-To-Mix-Konzept wird um neue Sorten erweitert (Bio-Aufstriche, regionale Spezialitäten, z.B. Gyros und Frikandel), die zusätzlichen Produktkategorien "Gewürze", "Gemüsepanaden" und "vegane, glutenfreie Bio- Backmischungen") ergänzen mit hochwertigen Produkten das Trockensortiment.

Frische-Sortiment: Das Frische-Sortiment ist durch einen hohen Convenience-Grad für die Erweiterung der Zielgruppe von großer Bedeutung. Aus diesem Grund wurden zwei UPPs (Universal Product Platform) geschaffen, die als Basis für eine weite Produktrange genutzt werden: Hackfleisch-Plattform (z.B. für Frikadellen, Fleischbällchen, Cevapcici, Burger-Patties) und Brühwurst-Plattform (z.B. für Aufschnitt, Wiener Würstchen, Currywurst, Leberkäse).

III. Wirtschaftsbericht

1. Konjunkturelle Entwicklung und gesamtwirtschaftliche Lage

Die konjunkturelle Lage hat sich im Jahr 2023 in Deutschland leicht rückläufig entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist gegenüber dem Jahr 2022 um ca. -0,3 % (preisbereinigt) gesunken, von ca. 3,877 auf 4,121 Billionen EUR (die absolute Erhöhung ist begründet in der Inflation) 15. Die deutsche Wirtschaft stagnierte durch den rückläufigen privaten Konsum (preisbereinigt -0,8 % zum Vorjahr), was vor allem auf die Preissteigerungen zurückzuführen sein dürfte sowie auf ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere außenwirtschaftliche Nachfrage 16.

15 Statista: https://de.statista.com/themen/26/bip/#topicOverview

16 Destatis: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html

Die Verbraucherpreise sind im Jahresdurchschnitt um +5,9 % gestiegen, dabei fiel die Inflationsrate geringer aus, als in 2022 (6,9 %) 17 , was vor allem auf die gestiegenen Energiepreise (5,3 %) zurückzuführen ist, welche sich aufgrund der Kriegs-und Krisensituation auf einem bereits sehr hohen Niveau weiter erhöht haben. Dabei haben sich Nahrungsmittel überdurchschnittlich verteuert. So lagen die Preise in 2023 um 12,4 % 18 höher als in 2022. Dabei waren fast alle Nahrungsmittelgruppen betroffen. "Besonders stark verteuerten sich beispielsweise Brot und Getreideerzeugnisse (+16,4 %), Molkereiprodukte und Eier sowie Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (jeweils: +15,7 %). Auch andere Nahrungsmittelgruppen wie Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+14,7 %) oder Gemüse (+13,3 %) wurden 2023 gegenüber 2022 überdurchschnittlich teurer. Im Jahresdurchschnitt verbilligten sich hingegen Speisefette und Speiseöle (-3,5 %, darunter Butter: -17,8 %)." 19

2. Geschäftsverlauf

In 2022 und 2023 kam das größte Wachstum aus dem Frische-Bereich (Convenience Produkte) und dem Lebensmitteleinzelhandel. Darüber hinaus wurde der Bereich Foodservice auf- und ausgebaut. Im Bereich der Rohstoffpreise musste sich die Gesellschaft, wie auch die gesamte Branche, mit Preissteigerungen im Bereich der Rohstoffe, Verpackungen und Fracht auseinandersetzen. Diese konnten jedoch durch stetig steigende Produktionsmengen kompensiert bzw. ausgeglichen werden.

Die Gesellschaft verfügt über keine eigenen Produktionsanlagen im Geschäftsjahr 2023, auch in 2024 ist dies nicht geplant. In 2022 wurden allerdings im Bereich Easy-To-Mix Lohnhersteller in die Wertschöpfungskette integriert, um den gestiegenen Rohstoffpreisen entgegen zu wirken. In den nächsten Jahren sind neben weiteren Investitionen in Labor und Forschung auch erste Investitionen in Produktionsanlagen nicht ausgeschlossen. Durch die über langfristige Verträge abgesicherte Produktionsvereinbarung mit Houdek, ist eine Skalierbarkeit der Produktion für die Frischwaren ohne eigene Investitionen sichergestellt, da GREENFORCE aktuell erst einen geringen Teil der möglichen Produktionskapazitäten seiner Produktionspartner in Anspruch nimmt.

17 Destatis: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html
18 Destatis: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html
19 Destatis: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html

Zudem wurden Verträge mit der BayWa 20 zum heimischen Anbau von Erbsen 21 Ende 2022 verhandelt und konnten Anfang 2023 erfolgreich abgeschlossen werden. In 2023 konnten bereits die ersten Erbsen geerntet werden. Somit wurden erste wichtige Schritte hinsichtlich einer nachhaltigen Absicherung der Rohstoffe unternommen.

Die wichtigsten Leistungsindikatoren, nach denen das Management das Unternehmen steuert, sind bei GREENFORCE der Umsatz im Bereich e-commerce, Retail und Foodservice, darüber hinaus sind für den e-commerce Kanal der durchschnittliche Warenkorb und die Anzahl an wiederkehrenden Kunden relevant. Für den Bereich Retail sind dies vor allem die Point of Sales (POS) und die Distributionszahlen. Neben den bereits genannten ist das Ergebnis nach Steuern als Leistungsindikator zu benennen.

Das Unternehmen konnte mit dem Online-Geschäft für Fleisch-Alternativen in 2023 einen Umsatz von 3,7 Mio. EUR (VJ 4,9 Mio. EUR) über den eigenen Webshop verzeichnen. Der Rückgang ist vor allem auf Effizienzsteigerungen zurückzuführen, vor allem durch Steigerung des ROAS (Return on Ad Spend) bei reduziertem Gesamt Online Spend, welche in das Budget 2023 bereits eingeflossen waren. Im Geschäftsjahr 2023 konnte das Unternehmen eine deutliche Steigerung der wiederkehrenden Kunden im Online-Bereich von durchschnittlich 53 % im Vergleich zu 2022 (41 %) verzeichnen. Der durchschnittliche Warenkorb im Onlinebereich konnte im Jahresdurchschnitt von 2022 (33,3 EUR) auf 38,6 EUR in 2023 gesteigert werden.

Der Umsatz im Retail Bereich lag in 2023 bei 22,6 Mio. EUR. Die Produkte im Retail konnten in 2023 bereits bei 15.101 Point of Sales (POS) angeboten werden (vs. Dezember 2022 +28 %, 11.804). Die gewichtete Distribution 22 der Marke lag in 2023 im LEH+DM inkl. Hard-Discount bei 36,9 %.

20 "Die BayWa Gruppe entwickelt innovative und nachhaltige Lösungen für die Grundbedürfnisse Ernährung, Wohnen, Wärme, Strom und Mobilität. Sitz der 1923 gegründeten Muttergesellschaft ist München. Die Geschichte des Hauses begann mit dem genossenschaftlichen Landhandel: Die BayWa versorgte den ländlichen Raum mit allem, was die Landwirtschaft braucht. Heute engagiert sie sich in über 40 Ländern in den Feldern Agrar, Bau und Energie." Quelle: https://www.baywa.com/ueber-uns/auf-einen-blick
21 https://www.baywa.com/presseinformationen/01123_greenforce_erbsenaussaat
22 "Die gewichtete Distributionsquote setzt den Warengruppenumsatz der Verkaufsstellen, die ein bestimmtes Produkt vertreiben, ins Verhältnis zum Warengruppenumsatz aller Geschäfte, die das entsprechende Produkt tatsächlich verkaufen und potenziell verkaufen könnten (z. B. alle Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte)." Quelle: https://www.wirtschaftslexikon24.com/e/gewichtete-distribution/gewichtete-distribution.htm

GREENFORCE gesamt hat 2023 einen Umsatz von 27,8 Mio. EUR (VJ 17,9 Mio. EUR) mit oben genannten Produkten erreicht, sowie sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 0,5 Mio. EUR (VJ 0,1 Mio. EUR).

Der Umsatz in den DACH-Regionen lag bei 27,0 Mio. EUR (VJ 17,2 Mio. EUR), wobei der Umsatz im deutschen Markt am stärksten gewachsen ist und somit für die Gesellschaft der wichtigste Umsatzmarkt bleibt. Der im Ausland (UK, BE, NL) erzielte Umsatz belief sich auf 0,8 Mio. EUR (VJ 0,7 Mio. EUR).

Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von -14,7 Mio. EUR und ist verbessert im Vergleich zu 2022 (VJ -18,1 Mio. EUR). Der für den Jahresfehlbetrag verantwortliche Aufbau der Marketing- und Vertriebsstrukturen sowie die erheblichen Aufwendungen für die Forschung und Entwicklung sind Investitionen in die Zukunft von GREENFORCE und sollen zu weiter steigenden Umsätzen in den folgenden Jahren führen. Prozentual bezogen auf den Umsatz verbessert sich die Quote des Jahresfehlbetrags erheblich. Der Warenbestand in 2022 wurde deutlich erhöht, was zum einen an einer Erweiterung des Produktsortiments und zum anderen an der Strategie der Rohstoff- und Warensicherung, zur Vermeidung steigender Einkaufspreise, lag. In 2023 lag der Fokus darauf, die Warenbestände entsprechend abzubauen, um die Mindesthaltbarkeit zu gewährleisten. Durch eine weitere Erweiterung des Produktsortiments haben sich die Warenbestände aber in einigen Bereichen erhöht.

1. Ertragslage

Die Kennzahlen zum Geschäftsergebnis ergeben sich im handelsrechtlichen GuV-Format wie folgt:

2023 2022
EUR EUR
Umsatzerlöse 27.879.218,34 17.910.651,62
Bestandsveränderungen 1.925.374,21 -2.259.828,74
Sonstige Betriebliche Erträge 524.052,09 144.055,23
Materialaufwand 18.891.545,99 14.518.404,03
Rohergebnis 7.589.350,23 5.796.131,56
Personalaufwand 7.222.611,84 5.319.088,84
Abschreibungen 6.006.606,71 5.826.555,64
Sonstige betriebliche Aufwendungen 12.056.172,19 14.821.605,86
Betriebsergebnis - 17.699.040,51 - 20.171.188,78
Zinsen und ähnliche Erträge 276.637,90 9.086,94
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.177,42 1.691,04
Finanzergebnis 275.460,48 -196.095,67
Ergebnis vor Steuern -17.423.580,03 -20.163.792,88
Ertragsteuern 2.753.236,05 2.094.437,00
Sonstige Steuern 18.991,45 0
Jahresfehlbetrag - 14.689.335,43 - 18.069.285,88

Das im Berichtsjahr gestiegene Rohergebnis ist geprägt durch die wesentlich höheren Umsatzerlöse (2023: 27.778 TEUR; VJ 17.911 TEUR), Aktivierte Eigenleistung (2023: 101 TEUR; VJ 0) sowie den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen (2023: 524 TEUR; VJ 144 TEUR), die im Wesentlichen aus verrechneten Sachbezügen für Firmenwägen und Erträgen aus Versicherungsentschädigung/Schadenersatz resultieren.

Den um 55 % gestiegenen Umsatzerlösen stehen um 70 % gestiegene Materialaufwendungen gegenüber, was sich vor allem aus dem Ausbau des Frischebereichs im Retail ergibt, weil die Margen hier etwas niedriger sind als bei den Easy-To-Mix Produkten. Die um -19 % gesunkenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen auf die gesteigerte Effizienz der Marketingausgaben zurückzuführen, dagegen laufen Aufwendungen aus dem Ausbau des Geschäftsmodells und der damit einhergehenden Kosten im Bereich Logistik sowie weiteren Operativen Kosten (z.B. Miete).

Der Jahresfehlbetrag belief sich auf 14.689 TEUR (VJ 18.069 TEUR).

Die Summe der offenen Aufträge betrug zum Bilanzstichtag 2.646 TEUR (VJ 3.222 TEUR).

2. Vermögenslage

Die zusammengefassten Bilanzposten der Gesellschaft ergeben folgende Struktur:

2023 2022
EUR EUR
Anlagevermögen 43.285.355,10 48.335.921,47
Umlaufvermögen/akt. RAP 22.035.149,05 21.505.858,94
Bilanzsumme 65.320.504,15 69.841.780,41
Eigenkapital 61.038.155,84 64.964.099,37
Fremdkapital (mittelfristig) 0 0
Fremdkapital (kurzfristig)/ pass.RAP 4.282.348,31 4.877.681,04
Bilanzsumme 65.320.504,15 69.841.780,41

Das Anlagevermögen hat sich nach Zugängen von 646 TEUR und Abschreibungen von 5.680 TEUR sowie Abgängen von 3 TEUR auf 43.285 TEUR (-6 %; VJ 48.336 TEUR) verringert.

Die Abschreibungen bei den Sachanlagen entfallen auf Immaterielle Vermögensgegenstände und hier auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 4.315 TEUR (von 37.039 TEUR auf 32.724 TEUR) und ähnliche Rechte und Werte in Höhe von 1.273 TEUR, die von 10.927 TEUR auf 9.654 TEUR reduziert wurden. Der Bewertung lag der Verschmelzungsbericht eines vom Gericht bestellten, unabhängigen Wirtschaftsprüfers zugrunde. Die Aufteilung der stillen Reserven auf die einzelnen oben aufgeführten Vermögensgegenstände erfolgte nach üblichen Bewertungsstandards (Ertragswertverfahren). Zugänge wurden in geleistete Anzahlungen in die immateriellen Vermögensgegenständen erfasst (574 TEUR), welche sich aus der Einführung eines ERP Systems (D365) ergeben. Die Zugänge in die Sachanlagen beliefen sich auf 73 TEUR für die Geschäftsausstattung, was sich aus dem Wachstum an Mitarbeitern und daraus resultierend einer seit September 2022 neuen Bürofläche ergibt. Die Abgänge von 3 TEUR ergaben sich ebenfalls aus dem Bürowechsel.

Das Anlagevermögen ist zu >100 % (VJ >100 %) durch Eigenkapital gedeckt.

Bei einem um 2.314 TEUR gesunkenen Umlaufvermögen auf 18.833 TEUR (VJ 21.147 TEUR) haben die Vorräte von 1.337 TEUR (VJ 3.053 EUR) sowie die liquiden Mittel von 12.304 TEUR (VJ 14.066 TEUR) einen großen Anteil. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich aufgrund der gestiegenen Umsätze um 1.255 TEUR erhöht auf 4.273 TEUR (VJ 3.018 TEUR). Im gleichen Zug hat sich der Kassenbestand um 1.752 TEUR auf 12.304 TEUR (VJ 14.066 TEUR) verringert, wobei weitere Kapitalerhöhungen in Q2 2023 (Insgesamt 10.763 TEUR) zur Finanzierung des negativen operativen Cash-Flows hinzukam. Darüber hinaus sind aus der am 18.12.2023 beschlossenen Kapitalerhöhung durch Ausübung von Bezugsrechten sowie Geldeingänge aus den zugesagten 10 Mio. EUR in Q1 2024 sicher zu erwarten. Die sonstigen Vermögensgegenstände betragen 919 TEUR (VJ 952 TEUR), diese beinhalten vor allem Kautionen und Steueransprüche.

Das bilanzielle Eigenkapital hat sich von 64.964 TEUR auf 61.038 TEUR verringert. Bei einer gesunkenen Bilanzsumme um 4.521 TEUR auf 65.321 TEUR (VJ 69.842 TEUR) ist die Eigenkapitalquote mit 94 % (VJ 93%) stabil geblieben.

Die mittelfristigen Verbindlichkeiten sind zum Bilanzstichtag auf 0 TEUR geblieben; ihr Anteil am gesamten Fremdkapital ist damit mit 0 % (VJ 0 %) stabil geblieben. Gegenüber dem Vorjahr ist das kurzfristige Fremdkapital mit 4.282 TEUR (VJ 4.878 TEUR) leicht gesunken.

3. Finanzlage

Ausgehend von der vorstehenden Vermögens- und Kapitalstruktur wird nachfolgend der Cashflow dargestellt:

Die Cashflow-Rechnung zeigt die folgenden Ergebnisse:

2023 2022
EUR EUR
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -12.156.328,37 -17.637.059,62
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -369.842,96 -619.256,85
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 10.763.388,40 27.728.578,86
Veränderung der liquiden Mittel
Kassenbestand am Anfang der Periode 14.066.349,71 4.594.087,32
Kassenbestand am Ende der Periode 12.303.566,78 14.066.349,71

Die Finanzlage ist als solide zu bezeichnen. Das Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten stets innerhalb der Zahlungsfristen zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen.

Der Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit war vor allem vom starken Wachstum und der gesteigerten Geschäftstätigkeit geprägt. Höhere Umsätze sowie dadurch resultierende höhere Ausgaben führten zu einem hohen negativen Cash-Flow, welcher auch bedingt war durch höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Zunahme der Vorräte.

Der Cashflow der Investitionstätigkeit war vor allem von den Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen geprägt.

Die Gesellschaft verfügt zum Bilanzstichtag über 0 TEUR (Vj.: 0 TEUR) Kontokorrentlinien.

Es gab keine außerbilanziellen Verpflichtungen, welche einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Unternehmens haben.

Die Gesamtlage der Gesellschaft ist insgesamt als gut zu bezeichnen. Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen.

IV. Chancen und Risikobericht

1. Risiken

Das Unternehmen operiert vornehmlich in der DACH Region und innerhalb der EU. Aus dieser Situation heraus ergeben sich eine Vielzahl von Chancen und Risiken, welche kontinuierlich seitens der Geschäftsführung analysiert und überwacht werden. Die Zielsetzung ist es, die Risiken fortlaufend zu minimieren und die Chancen zu nutzen bzw. Maßnahmen einzuleiten.

a. Qualitätsrisiken

Als Entwicklungs- und Vermarktungsunternehmen ist GREENFORCE stark auf die Leistungsfähigkeit der Produktionspartner angewiesen. Fehlerhafte und unsichere Produkte können die Marke "GREENFORCE" nachhaltig schaden. Die Auswahl und fortlaufende Kontrolle unser Partner erfordert deshalb besondere Aufmerksamkeit. GREENFORCE hat 2022 ein Qualitätsmanagementsystem gemäß International Food Safety Standard IFS Broker (Version 3.1) aufgebaut und erfolgreich zertifiziert. In 2023 wurde die Weiterentwicklung des QM-Systems durch ein IFS-Audit sehr erfolgreich "mit höherem Niveau" zertifiziert. Alle Dienstleister und Lieferanten werden durch GREENFORCE qualifiziert und kontinuierlich überwacht 23. Von der Global Food Safety Initiative (GFSI) anerkannte Lebensmittelsicherheits- und Qualitätsstandards werden bei allen Partnern zur Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit zugrunde gelegt, behelfsweise greift eine umfangreiche Prüfung externer Auditoren.

23 Durch Lieferantenqualifizierung, Risikoanalysen, Lieferantenbewertung, Auditplan, Auditberichte

Alle Produkte werden durch interne und externe Qualitätsprüfungen fortlaufend gemäß produktspezifischem Prüfplan im eigenen Qualitätslabor oder externen Labordienstleistern analysiert, um das gewünschte Qualitätsniveau sicherzustellen.

Bereits in 2022 wurde das Krisenmanagement-System sehr detailliert aufgebaut und mit den systemrelevanten Mitarbeitern trainiert. In 2023 wurde dieses System systematisch getestet und weiterentwickelt. Sollte es zu Qualitätsproblemen oder definierte Krisenfälle kommen, sind Prozesse und Verantwortlichkeiten eindeutig geregelt, um zweckmäßig und angemessen reagieren zu können.

b. Risiken der internen Steuerung

Das Kalkulationsrisiko bei der Ermittlung von Herstellungspreisen hat sich im Geschäftsjahr 2023 durch die Vielzahl an neuen Produkten erhöht. Allerdings hat die Gesellschaft hierfür einen Produktionscontroller eingestellt, welcher diesen Prozess nun überwacht. Aufgrund der Preiserhöhungen im Bereich Rohstoffe, Verpackungen und der Energiepreise, geben viele Zulieferer keine langfristig festen Preise ab. Dieses hat zur Folge, dass auch die Gesellschaft die Preise seinen Kunden gegenüber nicht mehr garantieren kann. Um das Risiko zu reduzieren, hatte das Unternehmen die Warenbestände bereits seit 2022 erhöht, so dass das Kalkulationsrisiko als mittel eingestuft werden kann. Darüber hinaus arbeitet die Gesellschaft permanent an mehr Transparenz und Verbesserungen der Prozesse.

GREENFORCE agiert aktuell außerhalb der EURO-Zone nur in der Schweiz. Aufgrund des noch geringen Auslandsumsatzes wird das Währungsrisiko als gering eingestuft.

Im Lebensmitteleinzelhandel wurde das Geschäft im Geschäftsjahr weiter stark ausgebaut. Es konnten einige Großkunden neu gewonnen werden. Dazu erhöhte sich die Anzahl der dauerhaft gelisteten Produkte. Grundsätzlich besteht das Risiko Regalflächen zu verlieren, welches sich in den POS widerspiegeln würde. Gründe hierfür können die Vielfalt an neuen Produkten im Markt sein oder preisaggressive Wettbewerber. Diese Wahrscheinlichkeit wird aber als gering eingestuft, da versucht wird, durch die Produkt- und die Unternehmensentwicklung die Kunden langfristig an die Gesellschaft zu binden und permanent mit neuen Produktinnovationen zu überzeugen.

b. Liquiditätslage

Das Liquiditätsrisiko ist aktuell gering, da in 2023 neue Mittel durch Kapitalerhöhungen in Höhe von mehr als 10 Mio. EUR akquiriert wurden, um das weitere Wachstum abzusichern. Die Liquiditätslage und die offenen Zahlungsverpflichtungen der Kunden werden täglich seitens der Geschäftsführung überwacht und geprüft. Das Liquiditätsrisiko für 2024 ist aktuell gering, da im Dezember 2023 bereits eine weitere Kapitalerhöhung von mehr als 10 Mio. EUR beschlossen wurde und die Zahlung in Q1 2024 verbucht werden konnte.

Im Online-Geschäft, welches durch Zahlungsanbieter ohne Ausfallrisiko abgewickelt wird, waren keine Forderungsausfälle zu verzeichnen. Im Offline-Bereich arbeitet die Gesellschaft vornehmlich mit Großkunden im Lebensmitteleinzelhandel, welche sich generell durch professionelle Prozesse auszeichnen. Dementsprechend werden Forderungen normalerweise zeitnah und ihm Rahmen der vorgegebenen Fristen bezahlt. Die Geschäftsführung schätzt das Risiko als gering ein.

c. Rechtliche Risiken

Es bestehen aktuell neben branchenüblichen Risiken keine außergewöhnlichen rechtlichen Risiken. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Unternehmen wegen fehlerhafter Produkte in Haftung genommen werden könnte. Entsprechende Versicherungen (Produktionsschutz-, Rückruf-, Betriebshaftpflichtversicherung, etc.) und ein funktionierendes Qualitätsmanagement sowie Krisenmanagement reduzieren diese rechtlichen Risiken deutlich und sind somit als mittel einzustufen.

2. Unternehmensfortführung

Die bereits abgeschlossenen Kundenverträge, ein treuer Kundenstamm (dies zeigt sich vor allem an der gestiegenen Returning Customer Rate von 53 %), die gesicherte Finanzierung über eine Kapitalerhöhung und die aktuelle Auftragslage gewährleisten nach Einschätzung des Managements die positiven Aussichten beim Umsatzwachstum und der Unternehmensfortführung.

Mit wertvollen neuen Partnern, wie der BayWa, mit der der Anbau von heimischen Erbsen umgesetzt wurde in 2023, werden strategische Partnerschaften ausgebaut und wichtige Schritte hinsichtlich einer nachhaltigen Absicherung der Rohstoffe unternommen.

Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges sowie des Nahost Konflikts auf die Wirtschaft und eine mögliche Rezession können noch nicht in Gänze beurteilt werden, könnten aber weitere Auswirkungen auf die Rohstoffpreise durch gestiegene Energiepreise haben. Es wird in 2024 eine Leitzinssenkung nach den hohen Zinserhöhungen der letzten zwei Jahre erwartet, dies könnte der Wirtschaft und dem Konsum wieder Aufschwung geben.

Durch das existierende Reporting analysiert das Management regelmäßig die bestehenden und neuen Risiken, um vorbeugende Maßnahmen zeitnah einzuleiten.

Bestandsgefährdende Risiken bestehen aus Sicht der Geschäftsführung zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

3. Chancen

Die Weiterentwicklungen in allen Bereichen versetzen das Unternehmen in die Lage, beim Umsatz weiter zu wachsen und effizienter zu werden. Dieses betrifft folgende Bereiche:

Im Online-Geschäft sind viele neue Produkte in 2024 (z.B. "Ready Meals" in sechs verschiedenen Geschmacksrichtungen) geplant, die ein wichtiger Baustein für das Umsatzwachstum sein werden.

Es wird zudem ein Warenwirtschaftssystems und ERP System zu Beginn des Geschäftsjahrs 2024 eingeführt, das Konzept hierfür wurde in 2023 erarbeitet. Dies wird die internen Abläufe und die Datengenerierung deutlich verbessern. Das Management erwartet nach der Einführung Kostenoptimierungen.

Neuentwicklungen und Weiterentwicklungen von Produkten sind Chancen, neue Märkte und Kunden zu erschließen.

Ein wesentlicher Bestandteil zum Ausbau der Geschäftstätigkeit wird der Beschaffungsbereich sein. Der ständige Austausch mit jedem Lieferanten ist zwingend erforderlich, um mögliche Lieferengpässe zu erkennen und die Preisstabilität zu sichern. Weiter muss auch die Weiterentwicklung im Bereich der Rohstoffbeschaffung und im Bereich der Verpackungsmaterialen stattfinden, um nachhaltig und kostengünstig einzukaufen.

Durch die Steigerung der Volumina und die Einbindung neuer Lohnfertiger im folgenden Geschäftsjahr können die Produktionskosten pro Einheit bzw. kg gesenkt werden.

Die geplante Strukturierung im Prozess- und Qualitätsmanagement wird in die bestehende Unternehmensstruktur implementiert werden und diese entsprechend weiterentwickeln. Die geplante IFS Broker Zertifizierung konnte in 2023 erfolgreich umgesetzt werden, weitere Verbesserungen der Prozesse sind geplant.

Durch die Adaptionsfähigkeit werden stetig Analysen zu Produkten-, Kunden- und Fertigungsaufträgen erstellt und entsprechende Maßnahmen aus dem Ergebnis abgeleitet.

4. Prognosebericht

Der Umsatz aus dem operativen Geschäft lag 2023 bei 27,8 Mio. EUR (VJ 17,9 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2024 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von über 40 Mio. EUR, was wiederum einer Steigerung von rund 50 % entspricht. Der Bereich Lebensmitteleinzelhandel soll weiter ausgebaut werden und wird auch in 2024 den größeren Teil des Geschäfts ausmachen, die Umsatzsteigerung wird zum einen durch neue Produkte, aber vor allem durch gesteigerten POS mit mehr als 40 % und weitere Distributionssteigerungen von über 30 % in 2024 erwartet.

Der Foodservice Bereich soll weiterhin stark wachsen (mehr als 300 %). Die Auftragslage mit Großkunden ist für 2024 gut angelaufen und lässt eine positive Entwicklung beim Umsatz für 2024 und für die Folgejahre erwarten.

Im Geschäftsjahr 2024 soll für den Online-Bereich neben weiteren Effizienzsteigerungen, um das Geschäftsmodell mittelfristig profitabel zu betreiben, auch eine neue Produktkategorie ("Ready Meals" in Gläsern) am Markt eingeführt werden, die vornehmlich für das Umsatzwachstum in dem Bereich verantwortlich sein soll. Für die weiteren Effizienzsteigerungen wird erwartet, dass der durchschnittliche Warenkorb leicht steigt (mehr als 5 %), ebenso wie die Anzahl an wiederkehrenden Kunden. Die Produktkategorie "Ready Meals" wird in einer ersten Tranche mit 6 Gläsern gelaunched werden - hierbei nutzt GREENFORCE wiederum den D2C (Direct-To-Consumer - durch direkte Ansprache der Kunden) Produkttest Ansatz, um die Kategorie ggf. später auch in den anderen Kanälen auszurollen.

Die Gesellschaft wird versuchen die Rentabilität aller Produkte zu steigern, um den gestiegenen Beschaffungspreisen langfristig entgegen zu wirken. Hierfür ist der Aufbau des Bestands an Rohstoffen und unfertigen Erzeugnissen geplant. Im Jahr 2024 ist eine leichte Steigerung der Profitabilität auf Produktebene durch bessere Einkaufskonditionen, die unter anderem auf Mengenstaffeln bei Houdek basieren, sowie bei den Compounds, welche in die Produkte einfließen, geplant. Es wird weiter in Forschung und neue Produkte sowie die Operative Einheit investiert werden, um das Wachstum weiter steigern zu können. Für das Geschäftsjahr 2024 werden zusätzliche Ausgaben in Marketingkampagnen geplant, um die Marke GREENFORCE weiter bekannt zu machen. Dazu werden weitere Investitionen im Bereich der Forschung und Entwicklung eingeplant.

Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Ergebnis nach Steuern in Höhe von -14,7 Mio. EUR. Für das Geschäftsjahr 2024 wird noch ein deutlich negatives, jedoch im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr leicht verbessertes Ergebnis nach Steuern prognostiziert. Der erwartete Jahresfehlbetrag resultiert unter anderem aus der Einführung von ca. 20 neuen Produkten, die am Markt eingeführt werden, und sowohl der Bereich F&E als auch das Vertriebsnetz weiter ausgebaut werden. Das prozentuale Verhältnis zwischen Umsatz und Jahresfehlbetrag verbessert sich erheblich, da alle prozentualen Kennzahlen wie die Rohmarge oder die Personalkostenquote optimiert werden.

 

München, den 19.04.2024

Thomas Isermann

Hannes-Benjamin Schmitz

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