Q-Cells International GmbHLiquidiert

06766 Bitterfeld-Wolfen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stendal HRB 6887
Eingetragen
5.10.2007
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenGroßhandel mit Photovoltaikmodulen
Gegenstand
Erwerben, Halten, Verwalten und Verwerten von Beteiligungen an anderen Unternehmen, insbesondere von Unternehmen in der Photovoltaikindustrie, sowie Tätigkeit als geschäftsleitende Holdinggesellschaft und Erbringen von hiermit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen. Errichten und Betreiben von Photovoltaik-Anlagen.

Historie

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Management

NameRolle
Rocco Stegemeier
seit 5.5.2011
Geschäftsführer
Marcus Hilger
seit 5.5.2011
Prokura
Holger Hamann
seit 16.4.2010
Geschäftsführer
Prokura
Gerrit Dr. Lange
seit 18.1.2010
Prokura

Beteiligungen

NameAnteil
33.33%

Konzern- und Jahresabschlüsse

Q-Cells International GmbH

Bitterfeld-Wolfen, OT Thalheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2009 bis zum 31.12.2009

Anhang für das Geschäftsjahr 2009

1. Allgemeine Erläuterungen

Die Gesellschaft Q-Cells International GmbH, Bitterfeld-Wolfen, OT Thalheim, wurde mit notarieller Urkunde Nr. 879/2007 vom 14.09.2007 gegründet und am 05.10.2007 mit einem Stammkapital von EUR 10.000.000,00 in das Handelsregister des Amtsgerichts Stendal (HR B 6887) eingetragen.

Gegenstand des Unternehmens ist das Erwerben, Halten, Verwalten und Verwerten von Beteiligungen an anderen Unternehmen, insbesondere von Unternehmen in der Photovoltaikindustrie, sowie Tätigkeit als geschäftsleitende Holdinggesellschaft und Erbringen von hiermit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen. Darüber hinaus umfasst die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft das Errichten und Betreiben von Photovoltaik-Anlagen.

Der Jahresabschluss zum 31.12.2009 der Q-Cells International GmbH ist nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt worden. Dabei wurde für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung das Gesamtkostenverfahren angewendet.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Die Q-Cells International GmbH wird als 100 %iges Tochterunternehmen in den IFRS-Konzernabschluss der börsennotierten Q-Cells SE, Bitterfeld-Wolfen, OT Thalheim, einbezogen. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Q-Cells SE, Bitterfeld-Wolfen, OT Thalheim, erhältlich bzw. wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Dieser Konzernabschluss hat eine für die Q-Cells International GmbH befreiende Wirkung gemäß § 291 HGB.

Der Konzernabschluss der Q-Cells SE ist nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) aufgestellt worden. Im Vergleich zu den deutschen handelsrechtlichen Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsvorschriften (HGB) ergeben sich im Wesentlichen folgende Abweichungen:

Bei langfristigen Fertigungsverträgen können Teilgewinne nach dem Grad der Fertigstellung (percentage of completion method) realisiert werden.

Die Fremdwährungsumrechnung der Forderungen und Verbindlichkeiten erfolgt grundsätzlich mit dem Bilanzstichtagskurs.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1. Anlagevermögen und Sonderposten für Investitionszuwendungen

Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sowie die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bilanziert. Die Abschreibungen erfolgen linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer.

Für geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von EUR 150,00 bis einschließlich EUR 1.000,00 wird ein Sammelposten gebildet, der über 5 Jahre abgeschrieben wird.

Investitionszulagen zum Anlagevermögen werden in einem passivisch gebildeten Sonderposten erfasst. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgt über die Nutzungsdauer der geförderten Anlagen.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet; im Falle einer Wertminderung erfolgen Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert.

2.2. Umlaufvermögen

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder niedrigeren Börsen- oder Marktpreisen bzw. beizulegenden Werten.

Die Herstellungskosten umfassen direkt zurechenbare Einzelkosten.

Die Bewertung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zum Nennwert. Ausfallrisiken werden durch entsprechende Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.

Liquide Mittel sind zu ihrem Nennwert angesetzt.

2.3. Eigenkapital

Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert.

2.4. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen sind so bemessen, dass sie den erkennbaren Verpflichtungen und Risiken nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung Rechnung tragen.

2.5. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihren jeweiligen Rückzahlungsbeträgen ausgewiesen.

2.6. Fremdwährung

Forderungen in fremder Währung werden mit dem Kurs im Anschaffungszeitpunkt oder dem niedrigeren Kurs am Abschlussstichtag, Verbindlichkeiten in fremder Währung mit dem Kurs im Anschaffungszeitpunkt oder dem höheren Kurs am Abschlussstichtag bewertet.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel in der Anlage zu diesem Anhang dargestellt.

3.1. Finanzanlagen

Als Holding für das internationale Projektgeschäft des Q-Cells Konzerns hat die Q-Cells International GmbH Landesgesellschaften sowie Projektgesellschaften errichtet.

Am 12.12.2008 hat die Gesellschaft die Q-Cells International France mit Sitz in Saint-Priest (Frankreich) als 100 %ige Tochter der Q-Cells International GmbH errichtet; die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 22.01.2009.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Projekts "Solarpark Finsterwalde" hat die Q-Cells International GmbH mit Geschäftsanteilskauf- und -abtretungsvertrag vom 03.02.2009 100 % der Anteile an der FIWA I Projektgesellschaft mbH (damals firmierend unter Hauptstadtsee 779. V.V. GmbH), Berlin, für einen Kaufpreis von insgesamt EUR 1.550.000,00 erworben, auf die eine außerplanmäßige Abschreibung von EUR 1.525.000,00 vorgenommen wurde. Weiterhin wurden in diesem Zusammenhang 3 Kommanditgesellschaften in der Rechtsform der GmbH & Co. KG errichtet, die am 17. bzw. 18.11.2009 in das Handelsregister eingetragen worden sind (FIWA I Projektgesellschaft A mbH & Co. KG, Berlin, FIWA I Projektgesellschaft B mbH & Co. KG, Berlin und FIWA I Projektgesellschaft C mbH & Co. KG, Berlin), deren einzige Kommanditistin mit einer in das Handelsregister eingetragenen Hafteinlage von jeweils EUR 1.000,00 die Q-Cells International GmbH ist. Die Q-Cells International GmbH hat mit Geschäftsanteilskauf- und -abtretungsvertrag vom 02.11.2009 100 % der Anteile an der FIWA I Verwaltungsgesellschaft mbH (damals firmierend unter AREYONGA Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH), Hamburg, erworben, die alleinige Komplementärin der vorgenannten drei GmbH & Co. KGs ist.

Am 11.08.2009 wurde im Zusammenhang mit der Errichtung einer Photovoltaikanlage in Bitterfeld die Q-Cells International Bitterfeld GmbH mit Sitz in Berlin als 100 %ige Tochter der Q-Cells International GmbH neu gegründet.

Am 26.11.2009 hat die Q-Cells International GmbH eine 100 %ige Tochtergesellschaft unter der Firma Q-Cells International Canada Corp. mit Sitz in Toronto (Kanada) mit einem Stammkapital von Kanadische Dollar 1,00 errichtet.

Zum Bilanzstichtag hält die Gesellschaft im Wesentlichen folgende Anteile an verbundenen Unternehmen und mittelbare Beteiligungen:

Name Sitz Gezeichnetes
Kapital
TEUR
Höhe der
Beteiligung
%
Eigenkapital
TEUR
Ergebnis des
Geschäftsjahres
2009
TEUR
Q-Cells International USA Corp. Fremont, Kalifornien (USA) 0,1 100,0 - 503,2 - 499,2
Q-Cells International Italia S.R.L Rom (Italien) 10,0 100,0 - 7.472,3 - 7.607,9
QCII Basilicata S.R.L. Rom (Italien) 10,0 100,0 - 147,5 - 157,5
QCII Basilicata S.R.L. I - XL (representing 40 SPVs) 1 Rom (Italien) 400,0 100,0 624,7 208,8
Q-Cells International Espana S.L. Madrid (Spanien) 3,0 100,0 2.387,3 2.399,4
Q-Cells International France SAS Saint-Priest (Frankreich) 37,0 100,0 122,3 85,3
FIWA I Projektgesellschaft mbH Berlin 25,0 100,0 - 803,4 - 828,4
Q-Cells International Bitterfeld GmbH Berlin 25,0 100,0 25,0 0,0

1 mittelbar

Auf die Angabe weiterer Anteile an verbundenen Unternehmen bzw. Beteiligungen wird unter Verweis auf § 286 Abs. 3 Nr. 1 HGB verzichtet, da diese für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nach § 264 Abs. 2 HGB von untergeordneter Bedeutung sind.

3.2. Vorräte

Auf die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die unfertigen Leistungen sowie fertigen Erzeugnisse wurden Abschreibungen auf den beizulegenden Wert in Höhe von insgesamt TEUR 12.960,9 vorgenommen.

3.3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr insgesamt eine Laufzeit von weniger als einem Jahr.

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 13.891,0 (Vorjahr: TEUR 2.653,8), Forderungen aus Darlehen in Höhe von TEUR 72.665,4 (Vorjahr: TEUR 50.148,3) und sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 1.710,7 (Vorjahr: TEUR 525,0) ausgewiesen.

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden Forderungen gegen die Gesellschafterin in Höhe von insgesamt TEUR 0,0 (Vorjahr: TEUR 628,9) ausgewiesen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände (TEUR 1.123,1; Vorjahr TEUR 652,9) betreffen überwiegend Ansprüche gegen Finanzbehörden.

3.4. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 10.142,3), drohende Verluste aus Projekten und Abnahmeverpflichtungen (TEUR 12.900,0) sowie Gewährleistungen (TEUR 6.836,3).

3.5. Verbindlichkeiten

Die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten nach Fristigkeit ergibt sich aus nachstehender Übersicht (Zahlen des Vorjahres sind in Klammern angegeben):

Gesamtbetrag
TEUR
Restlaufzeit
bis 1 Jahr
TEUR
Restlaufzeit
1 bis 5 Jahre
TEUR
Restlaufzeit
> 5 Jahre
TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 43.781,8 43.781,8 0,0 0,0
(15,0) (15,0) (0,0) (0,0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12.860,3 10.443,2 2.417,1 0,0
(3.075,4) (2.125,2) (950,2) (0,0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 224.391,4 224.391,4 0,0 0,0
(81.627,4) (81.627,4) (0,0) (0,0)
Sonstige Verbindlichkeiten 61,5 61,5 0,0 0,0
(1.854,2) (1.854,2) (0,0) (0,0)
Summe 281.095,0 278.677,9 2.417,1 0,0
(86.572,0) (85.621,8) (950,2) (0,0)

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus der Gewährung von Darlehen inkl. Zinsen (TEUR 151.518,1; Vorjahr: TEUR 66.276,8), aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 59.233,7; Vorjahr: TEUR 12.783,1) sowie aus sonstigen Verbindlichkeiten (TEUR 13.639,6; Vorjahr: TEUR 2.568,5).

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von insgesamt TEUR 224.097,7 (Vorjahr TEUR 78.251,8) ausgewiesen.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2009 wurden mit TEUR 347.085,0 (Vorjahr: TEUR 47.131,2) im Inland und mit TEUR 3.087,6 (Vorjahr: TEUR 1.168,5) im Ausland erzielt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge gliedern sich wie folgt:

2009
TEUR
2008
TEUR
Einspeisevergütungen envia 1.340,1 0,0
Sonstige Erträge aus verbundenen Unternehmen 878,0 1.473,1
Erträge aus Kursdifferenzen 795,2 10,3
Auflösung Sonderposten für Investitionszulagen 0,0 0,7
Übrige betriebliche Erträge 333,6 821,6
Summe 3.346,9 2.305,7

Es bestehen keine wesentlichen periodenfremden Erträge.

Die folgende Tabelle zeigt die Struktur der wesentlichen sonstigen betrieblichen Aufwendungen:

2009
TEUR
2008
TEUR
Aufwendungen für Abnahmeverpflichtungen 12.900,0 0,0
Einstellungen in die Einzelwertberichtigungen auf Forderungen 15.406,5 0,0
Aufwendungen für Gewährleistungen 6.836,3 0,0
Rechts- und Beratungskosten 1.479,0 539,1
Sonstige Aufwendungen verbundene Unternehmen 1.293,4 0,0
Fracht- und Lagerkosten 1.162,5 406,3
Fremdarbeiten 489,6 1.302,9
Sonstige 3.688,4 1.158,6
SUMME 43.255,7 3.406,9

Die periodenfremden Aufwendungen betragen TEUR 15.493,8.

5. Sonstige Angaben

Im Geschäftsjahr 2009 waren bei der Gesellschaft durchschnittlich 30 Angestellte (Vorjahr: 8 Angestellte) beschäftigt.

Bezüglich der Angaben zum Abschlussprüferhonorar nach § 285 Nr. 17 HGB wird auf den Konzernabschluss der Q-Cells SE verwiesen.

Der Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2009 soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

6. Geschäftsführung

Als Geschäftsführer sind bestellt:

 

Anton Milner, Dipl. Ing. (Chemie)/MBA, Berlin (bis 04.05.2009)

 

Dr. Marko Schulz, MBA Dipl. Kfm., Berlin (bis 10.06.2010)

 

Dr. Holger Klämer (ab 01.04.2009 bis 31.10.2010)

 

Herbert Oelke (ab 05.11.2009 bis 10.06.2010)

 

Holger Hamann (ab 16.04.2010)

 

Till Utermöhlen (ab 19.06.2010)

Die Angaben über die Bezüge der Organmitglieder und der ehemaligen Organmitglieder unterbleibt gemäß § 286 Abs. 4 HGB, da nur ein Geschäftsführer von der Gesellschaft Bezüge erhalten hat.

 

Bitterfeld-Wolfen, OT Thalheim, 16. November 2010

Die Geschäftsführung

Entwicklung des Anlagevermögens 01.01.2009 - 31.12.2009

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand
01.01.2009
EUR
Zugänge
EUR
Stand
31.12.2009
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Software 20.125,00 4.950,00 25.075,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 20.125,00 4.950,00 25.075,00
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 65.652,17 19.589,11 85.241,28
Summe Sachanlagen 65.652,17 19.589,11 85.241,28
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 221.331,95 1.640.000,63 1.861.332,58
Summe Finanzanlagen 221.331,95 1.640.000,63 1.861.332,58
Summe Anlagevermögen 307.109,12 1.664.539,74 1.971.648,86
Kumulierte Abschreibungen
Stand
01.01.2009
EUR
Zugänge
EUR
Stand
31.12.2009
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Software 5.590,28 8.358,33 13.948,61
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 5.590,28 8.358,33 13.948,61
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.908,59 10.937,97 16.846,56
Summe Sachanlagen 5.908,59 10.937,97 16.846,56
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 1.525.000,00 1.525.000,00
Summe Finanzanlagen 0,00 1.525.000,00 1.525.000,00
Summe Anlagevermögen 11.498,87 1.544.296,30 1.555.795,17
Buchwerte
31.12.2009
EUR
31.12.2008
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Software 11.126,39 14.534,72
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 11.126,39 14.534,72
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 68.394,72 59.743,58
Summe Sachanlagen 68.394,72 59.743,58
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 336.332,58 221.331,95
Summe Finanzanlagen 336.332,58 221.331,95
Summe Anlagevermögen 415.853,69 295.610,25

Bilanz zum 31. Dezember 2009

Aktiva

31.12.2009
EUR
31.12.2008
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Software 11.126,39 14.534,72
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 68.394,72 59.743,58
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 336.332,58 221.331,95
415.853,69 295.610,25
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 26.608.699,48 0,00
2. Unfertige Leistungen 101.625.654,69 23.115.721,96
3. Fertige Erzeugnisse 11.187.320,09 58.039,71
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.510.995,52 15.519.979,72
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 88.267.073,08 53.327.084,30
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.057.247,68 0,00
4. Sonstige Vermögensgegenstände 1.123.071,67 652.915,61
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 43.556.117,00 1.275.039,13
280.936.179,21 93.948.780,43
C. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 33.297.019,97 0,00
314.649.052,87 94.244.390,68

Passiva

31.12.2009
EUR
31.12.2008
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 10.000.000,00 10.000.000,00
II. Kapitalrücklage 6.330,00 0,00
III. Verlustvortrag - 2.986.560,63 - 734.641,30
IV. Jahresfehlbetrag - 40.316.789,34 - 2.251.919,33
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 33.297.019,97 0,00
0,00 7.013.439,37
B. Sonderposten für Investitionszuwendungen
Investitionszulagen 0,00 7.448,06
C. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 33.554.004,22 651.491,81
D. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 43.781.808,58 15.000,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12.860.274,32 3.075.387,87
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 224.391.490,16 81.627.398,98
4. Sonstige Verbindlichkeiten 61.475,59 1.854.224,59
--davon aus Steuern: TEUR 58,5 (i. Vj. TEUR 23,1)--
281.095.048,65 86.572.011,44
314.649.052,87 94.244.390,68

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2009

01.01.-31.12.2009
EUR
01.01.-31.12.2008
EUR
1. Umsatzerlöse 350.172.649,74 48.299.666,92
2. Erhöhung (i. Vj. Minderung) des Bestandes an fertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen 89.639.213,11 2.778.272,14
3. Sonstige betriebliche Erträge 3.346.910,09 2.305.715,04
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 287.752.039,17 34.358.583,72
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 146.103.544,83 11.599.705,88
433.855.584,00 45.958.289,60
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 2.404.878,80 635.666,48
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 361.569,25 79.131,80
--davon für Altersversorgung TEUR 2,4 (i. Vj. TEUR 0,6)--
2.766.448,05 714.798,28
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 19.296,30 11.498,87
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 43.255.686,55 3.406.893,62
8. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit - 36.738.241,96 - 2.264.370,55
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 8.425.215,65 1.205.911,90
davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 6.090,4 (i. Vj. TEUR 1.009,0)
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 1.525.000,00 0,00
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 10.478.763,03 1.193.460,68
davon an verbundene Unternehmen TEUR 10.478,8 (i. Vj. TEUR 1.192,7)
12. Jahresfehlbetrag - 40.316.789,34 - 2.251.919,33

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2009

Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Q-Cells International GmbH (kurz: GmbH oder QCI) ist eine im Jahr 2007 gegründete 100 %ige Tochtergesellschaft der Q-Cells SE mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen, Deutschland, und Zweigniederlassung in Berlin, Deutschland.

Geschäftsfeld des Unternehmens ist die Planung und Projektierung sowie der Bau und Betrieb von großen Photovoltaik-Anlagen. Die Anlagentypen umfassen Großanlagen (utility scale, > 5 MWp) sowie mittelgroße Industrie- und gewerbliche Anlagen (commercial & industrial, 0,3 - 5 MWp). Wesentliche Zielmärkte für das weltweit tätige Unternehmen sind gegenwärtig Deutschland, Italien, Frankreich und Nordamerika.

Der allgemeine Zubau von Photovoltaikanlagen steht in direktem Zusammenhang mit Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG). Zum 1. Juli 2010 sind wesentliche Änderungen in Kraft getreten.

Geschäftsentwicklung

Das Jahr 2009 war für die Weltwirtschaft ein Jahr äußerster Instabilität, wie es die Welt seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr gesehen hat. Zum ersten Mal seit 1946 ging das globale BIP um ein Prozent zurück. Die Nachwirkungen der Finanzkrise führten zu Beginn des Jahres 2009 zu einem scharfen und abrupten Einbruch der Weltwirtschaft, der schnell nahezu alle Volkswirtschaften auf dem Globus erfasste. Allerdings zeigte sich, dass mit dem ersten Quartal 2009 der Höhepunkt der Krise erreicht war und sich die Weltkonjunktur seit dem Frühjahr wieder auf Erholungskurs befindet.

Die angesichts der massiven Krise relativ frühe Stabilisierung der Weltwirtschaft ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Die Notenbanken griffen 2009 zu einer expansiven Geldpolitik, um der zögerlichen Kreditbewilligung der Banken entgegenzuwirken. Hintergrund war die geringe Eigenkapitalunterlegung der Banken, die zu einer extremen Verschärfung der Refinanzierungsbedingungen führte. Zum zweiten führte eine expansive Finanzpolitik in Form großvolumiger Konjunkturprogramme, die teilweise dreistellige Milliardenbeträge umfassten, zu einer deutlichen Belebung der staatlichen Nachfrage.

Die Gesellschaft war von der Finanz- und Wirtschaftskrise im abgelaufenen Jahr unmittelbar betroffen. Die deutlich verminderte Kreditvergabefähigkeit der Banken wirkte sich zum einen negativ auf die Finanzierung von PV-Großanlagen und zum anderen auf die Finanzierungssituation der Solarunternehmen aus. Dazu kamen massive Preisrückgänge auf allen Stufen der Wertschöpfungskette im gesamten Verlauf des Jahres 2009. Europäische Solarmodule verbilligten sich im Laufe des Jahres um 25 - 30 %, asiatische Module sogar um bis zu 50 %. Zurückzuführen ist dieser Verfall auf die deutlich bessere Verfügbarkeit sowie den Preisrückgang des Rohstoffes Polysilizium, die angestiegen Produktionskapazitäten, vor allem in China, sowie der begrenzten Aufnahmefähigkeit der von staatlichen Förderprogrammen abhängigen Märkte.

Ertragslage

Im Berichtsjahr konnten die Umsatzerlöse von 48,3 Mio. EUR auf 350,2 Mio. EUR gesteigert werden. Zusätzlich beeinflusste eine Bestanderhöhung in Höhe von 89,6 Mio. EUR (im Vorjahr 2,8 Mio. EUR) positiv die Gesamtleistung.

Im Wesentlichen handelt es sich bei den Umsätzen um die Großprojekte

Straßkirchen MEMC, Deutschland

Finsterwalde, Deutschland

Zeithain, Deutschland

Stedten, Deutschland

Der Materialaufwand ist im Vergleich zu den Umsatzerlösen überproportional von 46,0 Mio. EUR auf 433,9 Mio. EUR gestiegen. Zusätzlich belastet wurde der Materialaufwand durch die Wertberichtigungen von Zellen und Modulen im Vorratsvermögen in Höhe von 11,4 Mio. EUR.

Die Erhöhung der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl auf 30 Mitarbeiter (im Vorjahr 8 Mitarbeiter) spiegelt sich in den gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 0,7 Mio. EUR auf 2,8 Mio. EUR gestiegenen Personalaufwendungen wider.

Der dauerhafte, zukünftige Erfolg der Gesellschaft ist nicht allein durch die Erstellung von erstklassigen Photovoltaik-Anlagen zu erwirken. Vielmehr sind zudem nichtfinanzielle Aspekte zu berücksichtigen, welche nachhaltig für das Unternehmen von Wichtigkeit sind. Ein wesentlicher Bestandteil des Unternehmens sind hoch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter die mit innovativen Lösungen zur Unternehmenserfolg beitragen.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wird weiterhin wesentlich beeinflusst durch einen deutlichen Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 39,8 Mio. EUR auf 43,3 Mio. EUR, was hauptsächlich auf erwartete künftige Abnahmeverpflichtungen (+12,9 Mio. EUR), die Wertberichtigung von Forderungen (+15,4 Mio. EUR) sowie Aufwendungen für Gewährleistungen (+6,8 Mio. EUR) zurückzuführen ist.

Die Gesellschaft erhielt Darlehen von der Q-Cells SE und finanzierte ebenfalls Tochtergesellschaften durch Ausreichung von Darlehen. Das Finanzergebnis in Höhe von - 3,6 Mio. EUR ist daher stark durch eine konzerninterne Finanzierung geprägt. Weiterhin ist im Finanzergebnis eine außerplanmäßige Abschreibung auf das Finanzanlagevermögen von 1,5 Mio. EUR enthalten.

Resultierend aus den oben beschriebenen Positionen ergibt sich für das Geschäftsjahr 2009 ein Fehlbetrag von - 40,3 Mio. EUR.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme erhöhte sich um 220,4 Mio. EUR und beträgt zum Bilanzstichtag 314,6 Mio. EUR.

Die Aktivseite ist wesentlich geprägt durch einen Anstieg des Vorratsvermögens von 23,2 Mio. EUR auf 139,4 Mio. EUR. Ursache sind die im abgelaufenen Geschäftsjahr begonnenen Großprojekte sowie der aus der Ausweitung der Geschäftstätigkeit resultierende höhere Bestand an Modulen und Zellen.

Ebenfalls deutlich erhöht haben sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 34,9 Mio. EUR auf 88,3 Mio. EUR, was im Wesentlichen auf die im abgelaufenen Geschäftsjahr an Tochtergesellschaften ausgereichten Darlehen zurückzuführen ist. Auf das Darlehen gegen die italienische Tochtergesellschaft Q-Cells International Italia S.R.L. in Höhe von 82,1 Mio. EUR wurde eine Wertberichtigung in Höhe von 13,2 Mio. EUR vorgenommen (wir verweisen diesbezüglich auch auf die Ausführungen im Nachtragsbericht). Des Weiteren sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen im Wesentlichen aus Modulverkäufen um 11,2 Mio. EUR auf 13,9 Mio. EUR gestiegen.

Die Zunahme der Guthaben bei Kreditinstituten wird in der Finanzlage erläutert.

Zum 31. Dezember 2009 weist die Gesellschaft einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 33,3 Mio. EUR aus (es wird hierzu auf die Ausführungen unter "Chancen und Risiken" verwiesen).

Rückläufig entwickelten sich hingegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die von 15,5 Mio. EUR auf 5,5 Mio. EUR sanken. Ursache hierfür war der Zahlungseingang eines Großkunden im dritten Quartal 2009.

Auf der Passivseite kam es zu einem deutlichen Anstieg der sonstigen Rückstellungen um 32,9 Mio. EUR auf 33,6 Mio. EUR. Ursächlich für den Anstieg sind die Zuführungen zu den Drohverlustrückstellungen (12,9 Mio. EUR), die Bildung von Rückstellungen für Gewährleistungen (6,8 Mio. EUR) sowie die höheren Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (+ 9,6 Mio. EUR).

Die Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen spiegelt sich auf der Passivseite in gestiegenen erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen (+ 43,8 Mio. EUR) wider. Auf Grund der Ausweitung der Geschäftstätigkeit sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 3,1 Mio. EUR auf 12,9 Mio. EUR gestiegen. Zu einem signifikanten Anstieg kam es ebenfalls bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, die im Wesentlichen aus Darlehen gegenüber der Gesellschafterin inklusive Zinsen mit 151,5 Mio. EUR sowie aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Gesellschafterin mit 59,0 Mio. EUR bestehen.

Finanzlage

Die Liquidität, d. h. der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten, erhöhte sich zum Bilanzstichtag um 42,3 Mio. EUR auf 43,6 Mio. EUR.

Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt - 18,8 Mio. EUR. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit ist im Wesentlichen auf Grund der Gründung neuer Tochtergesellschaften ebenfalls negativ mit 1,7 Mio. EUR.

Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 62,7 Mio. EUR, der aus dem Saldo von seitens der Gesellschafterin ausgereichten Darlehen und von der QCI an deren Tochtergesellschaften weitergereichte Darlehen resultiert, konnte die Mittelabflüsse aus laufender Geschäfts- und Investitionstätigkeit überkompensieren.

Chancen und Risiken

Jedes unternehmerische Handeln birgt neben Chancen auch Risiken. Das Ziel der QCI ist es, Chancen erfolgsorientiert zu nutzen und möglichst frühzeitig Informationen über Risiken und die daraus resultierenden Auswirkungen zu gewinnen, um mit geeigneten Maßnahmen gegensteuern zu können.

Der Erfolg solarer Stromerzeugung und damit auch der von Solarparks und Unternehmen aus dem Bereich Photovoltaik ist eng an nationale Programme zur Förderung Erneuerbarer Energien geknüpft. In Deutschland wird die Vergütung regenerativen Stroms vom Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Als ein wesentliches Risiko kann die Trendwende in der Zinsentwicklung angesehen werden, welche sich negativ auf die Rendite von Solarparks mit einem hohen Fremdfinanzierungsanteil auswirkt. Mit dem Hintergrund der globalen Finanzkrise wird die Fremdfinanzierung von Banken unter höheren Risikogesichtspunkten betrachtet, was zur Verzögerung bei der Realisierung geplanter Projekte führen kann. Des Weiteren muss damit gerechnet werden, dass sich auch zukünftig die Suche nach geeigneten Investoren als schwieriger und zeitaufwendiger erweisen wird. Ein weiteres Risikofeld wird in der geringeren Einspeisevergütung durch die Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) zum 1. Juli 2010 gesehen.

Die Gesellschaft gibt aufgrund der eigenen, hohen Qualitätseinschätzung Leistungsgarantien über den gesetzlichen Rahmen ab. Naturgemäß ergeben sich hierdurch erhöhte Risiken, welche durch ausreichende Garantierückstellungen gedeckt sind.

Durch ihre Prozessorganisation, das kontinuierliche Überwachen der Abläufe, das Anpassen der organisatorischen Strukturen an die Erfordernisse des Marktes und ein umfassendes Berichtswesen ist die Gesellschaft in der Lage, die Qualität der Arbeitsabläufe stetig zu verbessern und Risiken frühzeitig zu erkennen. Als Konzernunternehmen der Q-Cells SE ist die Gesellschaft wesentlicher Bestandteil des unternehmerischen und prozessunabhängigen Überwachungssystems sowie Prüfungsplans.

Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 33,3 Mio. EUR aus. Zur Vermeidung insolvenzrechtlicher Tatbestände wurde mit Datum vom 17. Juni 2010 eine Rangrücktrittsvereinbarung zwischen der Q-Cells International GmbH und der alleinigen Gesellschafterin Q-Cells SE geschlossen. Die Q-Cells SE tritt darin bezüglich ihrer Darlehensforderungen gegen die Q-Cells International GmbH bis zu einem Höchstbetrag von 75,0 Mio. EUR einschließlich Zinsen hinter alle gegenwärtigen und künftigen Forderungen anderer Gläubiger der Q-Cells International GmbH im Rang zurück. Mit Datum vom 12. August 2010 verpflichtet sich die Q-Cells SE mit einer Patronatserklärung, der Q-Cells International GmbH jederzeit auf erstes Anfordern liquide Mittel in Form von sofort fälligen Darlehen in dem zur nachhaltigen Vermeidung der (drohenden) Zahlungsunfähigkeit nach §§ 17, 18 InsO und der Überschuldung nach § 19 InsO erforderlichen Umfang zur Verfügung zu stellen. Diese Verpflichtung der Q-Cells SE ist betragsmäßig nicht begrenzt. Die Finanzierungszusage ist bis zum Ablauf des 31. Dezember 2012 begrenzt und bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorfristig gekündigt.

Angesichts des anhaltenden Liquiditätsbedarfs der Gesellschaft im Berichtszeitraum war die Gesellschaft auf finanzielle Unterstützung durch die Konzernobergesellschaft Q-Cells SE angewiesen.

Sofern keine ausreichende Liquidität aus dem operativen Geschäft generiert werden kann bzw. keine weiteren Kreditlinien von der Muttergesellschaft gewährt werden oder in anderer Form Liquiditätszuflüsse erzielt werden können, ist der Bestand des Unternehmens gefährdet.

Die Gesellschaft trägt je nach Vertragsgestaltung ein erhöhtes bzw. fortlaufend erhöhendes Risiko des Zwischenfinanzierungsbedarfs auf Grund von Verzögerungen bei der bankenseitigen Abnahme der Photovoltaikanlage.

Die etablierte Zusammenarbeit mit namhaften Lieferanten wichtiger Komponenten und die hohe Qualifikation der Mitarbeiter sowie der weiterentwickelte Standardisierungsgrad in der Projektplanung und Bauausführung haben zu einer guten Reputation in der Entwicklung und Realisierung von Photovoltaikanlagen geführt. Vor diesem Hintergrund rechnet die Gesellschaft mit einer Reduzierung der Kosten und einer gleichzeitigen Verkürzung der Durchführungszeit der Installationen von Solaranlagen.

Prognosebericht

Nach Ansicht der Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird es im Jahr 2010 zu einer weiteren Erholung der Weltwirtschaft kommen. Der IWF rechnet im laufenden Jahr mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,9 %. Das Wachstum der Industrienationen wird dabei auf 2,1 % geschätzt.

Hinter den weltweiten Prognosen wird der Kernmarkt Deutschland mit einem Wachstum von 1,5 % deutlich unter diesen Erwartungen zurückbleiben. Auch die weiteren Zielmärkte wie Italien und Frankreich bleiben hinter diesen Erwartungen zurück. Mit dem Hintergrund der auslaufenden Konjunkturprogramme darf die erwartete Einschätzung des Wachstums noch als unsicher einzustufen sein.

Q-Cells International wird das bisherige Projektgeschäft, welches sich auf PV-Anlagen mit Leistungen von mehr als 10 MWp konzentriert, ausbauen. Vor diesem Hintergrund wird die neuinstallierte Leistung an PV-Anlagen im Jahr 2010 auf ca. 150 MWp ansteigen.

Dabei wird der Umsatzanteil in Märkten außerhalb Deutschlands im Zuge der Internationalisierung wachsen. Darüber hinaus plant Q-Cells International das Projektgeschäft auf kleinere Freiflächen- sowie Industriedachanlagen auszudehnen. In diesem Marktsegment erwartet die Gesellschaft ein attraktives Marktwachstum. Die Aktivitäten der Gesellschaft in diesem Bereich fokussieren sich auf die europäischen Kernmärkte Deutschland, Italien und Frankreich. Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung wird die Gesellschaft gezielt Kooperationen mit Partnern aufbauen, um seinen Kunden ein ganzheitliches Produkt anbieten zu können und neue Vertriebskanäle zu erschließen.

Der drastische Preisverfall von Solarmodulen in der Größenordnung der Berichtsperiode wird sich voraussichtlich nicht in bisherigem Ausmaß fortsetzen.

In den Jahren 2010/2011 rechnet die Gesellschaft mit einem leichten Umsatzrückgang. Durch die Vermeidung von Sondereffekten, die das Jahr 2009 beeinflusst haben, wird von einem geringen positiven EBIT ausgegangen.

Bei der hohen Dynamik des Photovoltaikmarktes ist es möglich, dass zukünftige Ergebnisse von der heutigen Erwartung abweichen.

Nachtragsbericht

Die Q-Cells International GmbH hat in einer Forderungsverzichtserklärung mit Datum vom 7. Juni 2010 auf einen Teilbetrag der Darlehensforderungen gegen die Q-Cells International Italia S.r.L. in Höhe von 10,0 Mio. EUR unwiderruflich verzichtet.

In einem Forderungskauf- und Übertragungsvertrag vom 1. September 2010 zwischen der Q-Cells SE und der Q-Cells International GmbH hat die Gesellschaft Forderungen gegen verbundene Unternehmen zum Nominalwert in Höhe von 99,7 Mio. EUR an die Q-Cells SE abgetreten und die jeweiligen Schuldner angewiesenen Zahlungen direkt an die Käuferin Q-Cells SE zu leisten.

Als Zugänge im Finanzanlagevermögen sind im Jahr 2010 folgende Gesellschaften zu erwähnen:

FIWA II Projektgesellschaft mbH

FIWA III Projektgesellschaft mbH

Briest Holding GmbH

Briest Verwaltungs mbH

 

Bitterfeld-Wolfen, OT Thalheim, 16. November 2010

Geschäftsführung

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Q-Cells International GmbH, Bitterfeld-Wolfen OT Thalheim, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung und Jahresabschluss überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen im Lagebericht hin. Dort ist in dem Abschnitt "Chancen und Risiken" zur Finanzierung ausgeführt, dass der Bestand der Gesellschaft gefährdet ist, wenn keine ausreichende Liquidität aus dem operativen Geschäft generiert werden kann bzw. keine weiteren Kreditlinien von der Muttergesellschaft gewährt werden oder in anderer Form Liquiditätszuflüsse erzielt werden können.

 

Leipzig, 17. November 2010

KPMG AG
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