ITS Innotech Solar Module GmbHLiquidiert

Orionstraße 1, 06184 Kabelsketal, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stendal HRB 9685
Vorher
ITS Halle GmbHITS Halle Module GmbH
Eingetragen
23.9.2009
Branche
Herstellung von Solarzellen und SolarmodulenHerstellung von SolarwärmekollektorenGroßhandel mit Photovoltaikmodulen
Gegenstand
Die Reparatur und Herstellung von Solarmodulen sowie sämtliche damit im Zusammenhang stehenden Tätigkeiten.

Historie

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Management

NameRolle
Tommy Strömberg
seit 30.10.2023
Liquidator

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Innotech Solar ASNOR
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
INNOTECH SOLAR AS
Norway
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

ITS Innotech Solar Module GmbH

(vormals: ITS Halle Module GmbH)

Kabelsketal

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012

Lagebericht der ITS Halle Module GmbH für das Geschäftsjahr 2012

Die Innotechsolar Gruppe (ITS) liefert hochwertige Solarmodule an den internationalen Markt. Diese Nutzen die Endkunden im Wesentlichen als Teil Ihrer Solarkraftwerke, aber auch mit steigender Bedeutung im Rahmen von Privatinstallationen. Der Geschäftszweck der ITS besteht in der Herstellung von Solarmodulen zur Produktion von regenerativer Energie aus Halbfabrikaten der Solarindustrie. Die Innotechsolar AS stellt die Muttergesellschaft einer Gruppe von Unternehmen mit Aktivitäten in Narvik (Norwegen), München, Halle (beide Deutschland), Shanghai, Hongkong (beide Volksrepublik China) sowie in Vista (USA, Kalifornien) dar.

Die erste Produktionsstätte der Gesellschaft ist in Narvik beheimatet und im Sommer 2009 wurde dort die erste Produktionslinie in Betrieb genommen. Die zweite Fabrik wurde seit 2010 in Halle errichtet und ist 2011 in Betrieb gegangen. Die Gesellschaft hat eine eigene einzigartige industrielle Technologie zum Reparieren eines Typs von Solarzellen entwickelt. Diese Technologie hat sich seit dem Jahr 2009 in der Produktion bewährt. Gleiches gilt für das gesamte Geschäftsmodell (Reparatur von Solarzellen und Weiterverarbeitung zu Modulen) durch die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Verkäufen an Endkunden. Im Zuge der Wertschöpfungskette der Innotechsolar Gruppe nimmt die ITS Halle Module GmbH einen zentralen Punkt ein. Der wesentliche Herstellungsschritt - die Modulfertigung - wird von Ihr geplant, durchgeführt und überwacht. Seit 1. Juli 2012 hat die ITS Halle Module GmbH auch die Vertriebsaufgabe im Konzern übernommen und vertreibt die Solarmodule unter eigenem Namen.

Marktumfeld

Nach zwei Boomjahren ist die deutsche Wirtschaft im Geschäftsjahr 2012 deutlich schwächer gewachsen und musste der Schuldenkrise in Europa Tribut zollen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg nur um 0,7 Prozent. Im Jahr 2011 hatte es noch ein Plus von 3,0 Prozent gegeben. In der Eurozone war sogar mit einem Rückgang des realen Bruttoinlandsproduktes um 0,6 Prozent, eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung zu verzeichnen.

Das Marktumfeld der Solarbrache im Allgemeinen, wie der ITS Halle Module GmbH im Speziellen war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr geprägt durch die Auswirkungen der Euro- bzw. Finanzkrise, den am Markt zu verzeichnenden Überkapazitäten und dem sich daraus entwickelten Preisdruck. Einen weiteren wesentlichen Einfluss stellte die fortwährende Diskussion und Unsicherheit hinsichtlich der gewährten Förderung in den beiden Hauptmärkten Italien und Deutschland dar.

In Deutschland betrifft dies v.a. die durch die Bundesminister für Umwelt bzw. Wirtschaft am 23. Februar 2012 aufgekündigte Regelung des Erneuerbare Energien Gesetzes. Die Vorschläge sahen eine drastische Kürzung bzw. den kompletten Entfall der Einspeisevergütung vor. Des Weiteren sollte das komplette Procedere dahingehend geändert werden, dass die Regierung ermächtigt werden sollte - ohne Zustimmung der Parlamente - die Regelungen anzupassen. Diese Vorlage wurde vom Bundestag am 29. März 2013 beschlossen, aber noch im gleichen Monat durch den Bundesrat - mit Verweis auf die negativen Beschäftigungsfolgen und die nach Meinung der Bundesländer nicht umsetzbare Energiewende - abgelehnt. Im Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat wurde am 27. Juni 2012 ein Kompromiss gefunden, der dann durch beide Kammern betätigt wurde. Der Kompromiss sieht eine schrittweise Abschmelzung der Einspeisevergütung vor.

In Asien wurden auch im Jahr 2012 massive Kapazitätsausweitungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, durch staatliche Unterstützung, in Betrieb genommen. Dies führte zu einer weiteren Erosion der Preise, auch durch die massive staatliche Unterstützung der Hersteller, v.a. in der Volksrepublik China. Dadurch drangen Diese im abgelaufenen Geschäftsjahr auch weiterhin mit Preisen auf dem Markt, die unter den Herstellkosten liegen müssen. Am 17. Mai 2012 wurden in den USA Strafzölle auf Solarmodule und deren Schlüsselkomponenten eingeführt.

Am 06. September 2012 hat die Europäische Union Antidumpinguntersuchungen bezüglich des Imports von Solarmodulen und deren Schlüsselkomponenten (Solarzellen und Solarwafer) aus der Volksrepublik China eingeleitet. Es handelt sich mit einem Volumen von rund 21 Mrd. Euro um den bedeutendsten Antidumpingantrag in der Geschichte der Europäischen Union. Das Verfahren wird voraussichtlich 15 Monate dauern.

Am 6. Juni 2013 hat die Europäische Kommission im Rahmen der Antidumpinguntersuchungen entscheiden, auf die Einfuhr chinesischer Solarmodule vorübergehende Straf- und Ausgleichszölle zu erheben. Die politische Diskussion über die Strafzölle führte Anfang 2013 einerseits zu einem Nachfrageschub nach "unverzollten" chinesischen Modulen. Andererseits war in diesem Zeitraum - durch die noch ungewisse Höhe der Abgabe - auch eine steigende Nachfrage nach europäischen Modulen zu verzeichnen. Durch das begrenzte Angebot steigen hier die Preise leicht, wovon auch die ITS aufgrund ihres Geschäftsmodells profitieren konnte. Diese Maßnahmen können aber ab dem zweiten Halbjahr 2013 auch einen kostenerhöhenden Faktor haben, da mit Gegenmaßnahmen der Volksrepublik China zu rechnen ist. Die in der Branche häufig genutzten Schlüsselkomponenten (Zellen und Wafer) aus chinesischer Herstellung werden entweder mit Ausfuhrzöllen belegt oder sind durch höher preisige Produkte aus nicht chinesischer Produktion zu substituieren.

Des Weiteren wurde am 08. November 2012 eine ähnlich gelagerte Antisubventionsuntersuchung gegen Hersteller aus der Volksrepublik China eingeleitet. In diesem Fall hat die EU zu prüfen, ob die Produzenten von unlauteren staatlichen Subventionen profitiert haben, die dann aufgrund der potentiell besseren Preisgestaltung einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den europäischen Produzenten haben könnten.

Der aus den oben beschriebenen Überkapazitäten resultierende Preisdruck ist - neben den oben aufgeführten Gründen - auch auf die -staatlich subventionierten - chinesischen Modulherstellen zurückzuführen. Diese können somit Preise anbieten, welche nicht marktgetrieben sind und unter den Herstellkosten liegen. Das hat zur Folge, dass auch diese in eine finanzielle Schieflage kommen und Insolvenz anmelden mussten. Diese extremen preislichen Korrekturen wurden durch ITS nicht vollumfänglich nachgezogen, da wir uns einerseits als europäischer Premiumhersteller verstehen, andererseits nicht die Existenz der Unternehmensgruppe in Frage stellen wollen. Der massive Preisverfall des Jahres 2011 (-39%) verlangsamte sich unwesentlich (-28 %).

Die ursprünglich geplanten Mengen und Preise mussten deshalb im Jahresverlauf nach unten angepasst werden.

Nichtsdestotrotz konnten die Produktion im Jahresvergleich um 10 % (2010: 19 MWp/2011: 33 MWp/2012: 36 Mwp) gesteigert werden, die verkaufte Menge um 39 % (2010: 18 MWp/2011: 28 MWp/2012: 39 MWp).

Für das Geschäftsjahr 2013 wird sowohl hinsichtlich der Produktion, als auch der verkauften Leistung ein Volumen von ca. 48 MWp angestrebt, was einer Erhöhung um ca. 23 % entspricht.

Im Juni 2012 wurde die ITS Halle Module GmbH, gemeinsam mit ihren Schwestergesellschaften ITS Halle Cell GmbH und ITS München GmbH erfolgreich nach den Regelungen der DIN ISO 9 001, DIN ISO 14 001 und OHS/OHSAS 18001 zertifiziert. Dies führt dazu, dass Anlagen mit ITS Modulen eine höhere Einspeisevergütung (v.a. im italienischen Markt) erzielen können.

Beschaffungsmarkt

Die Belieferung der ITS Halle Module GmbH mit reparierten/aufgearbeiteten Solarzellen erfolgte ausschließlich durch die gesellschaftsrechtlich verbundenen Unternehmen ITS Halle Cell GmbH und ITS Narvik AS. Aus der Fokussierung auf eine europäische Modulproduktion resultiert eine Änderung der Warenbewegungen innerhalb der Gruppe. So wurde Mitte 2012 die Belieferung der ITS Halle Module GmbH mit Solarzellen auf eine Belieferung mit Solarmodulen umgestellt. Hierbei handelt es sich um Solarmodule des gesellschaftsrechtlich verbundenen Unternehmen SWE Module AB, Glava, Schweden (SWE Module). Durch die enge Verzahnung innerhalb der Unternehmensgruppe sind die Lieferkonditionen für diese Solarmodule weiterhin stark von der Entwicklung des Marktes für non-prime Zellen geprägt. Die Beschaffung der non-prime Zellen ist durch mittelfristige Rahmenverträge mit den Hauptlieferanten (Bosch und Q-Cells) abgesichert. Die Entwicklung der Preise am Beschaffungsmarkt folgt in der Regel den Absatzpreisen mit einem Zeitversatz von sechs Monaten.

Die Preise auf der Einkaufsseite wurden im Zuge der Jahresgespräche fixiert. Im Vergleich zum Vorjahr sanken diese für die europäischen Lieferanten um bis zu 25 %. Nach einer anfänglichen Unsicherheit durch die angemeldete Insolvenz der Q-Cells S.E am 02. April 2012, hat sich die Lage bei diesem Lieferanten stabilisiert. Der Zustrom an Material hat zum Ende des Jahres wieder ein normales Niveau erreicht. Die Zulieferung durch die Solarsparte des Bosch Konzerns ist weiterhin stabil. Durch den angekündigten Ausstieg aus dem Solargeschäft (22. März 2013) werden wir nur am Rande betroffen sein, da dieses Material nur zu Handelszwecken gekauft wird. Da der mittelfristige Zellbedarf nicht durch die aktuelle Lieferantenstruktur gedeckt werden kann, richten wir uns aktuell neu aus, indem wir unterschiedliche namhafte asiatische (im Hinblick auf die Einspeisevergütungen in Europa v.a. taiwanesische) Hersteller qualifizieren und zertifizieren. Dadurch wird auf lange Sicht die Versorgung mit Material sichergestellt und es kann flexibel auf veränderte Marktbedingungen reagiert werden. Die Erhöhung des Risikos auf der Währungsseite (Fakturierung v.a. in US Dollar) soll durch ein ausbalancieren mit den durch den Zellverkauf in Asien eingenommenen USDollar abgesichert werden (natura) Hedge).

Produktion

Im Mai 2012 wurde auf Vorstands- bzw. Aufsichtsratsebene der InnotechSolar AS die Entscheidung getroffen, die OEM-Produktion von Solarmodulen in China zu beenden und den Fokus ganz klar auf die europäische Produktion bei unserer schwedischen Schwestergesellschaft SWE Module AB zu setzen. Bei der chinesischen Produktion handelt es sich um eine Auftragsfertigung auf Rechnung der ITS Halle Module GmbH. Die dafür benötigten Zellen wurden von der ITS Halle Module GmbH beigestellt.

Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass in den wichtigen europäischen Märkten, Module aus europäischer Fertigung verlangt werden, um in den Genuss der Einspeisevergütung zu kommen ("European content"). Dieses Zertifikat ist der in den Konzern eingegliederte Produktion in Schweden (SWE Module, Glava) erteilt worden. An der SweModule hält die InnotechSolar AS 75 Prozent der Anteile. Nach der Eingliederung in die Gruppe und dem Hochfahren der Produktion, wurde das Werk im Jahr 2012 im 2-Schicht-Modus gefahren. Zur Deckung der Nachfrage kann die Produktion durch Nutzung des Arbeitskräftepools der anderen Unternehmen unseres Minderheitsgesellschafters kurzfristig angepasst werden. Der Vorteil dieses Standortes liegt in der Nähe zu den aktuellen Hauptmärkten in Europa, der kurzen Reaktionszeit und der geringen Kapitalbindung durch kurze Transportwege.

Die Produktionskosten werden regelmäßig überprüft und durch die ITS Halle Module GmbH maßgeblich mitbestimmt. Diese Mitbestimmung bezieht sich auf die Qualifizierung von alternativen und kostengünstigeren Zulieferern (z.B. für Deckglas, Anschlussdosen, EVA etc.).

Die Optimierung der gesamten Kostenstruktur ist ein nicht unwesentlicher Bestandteil der täglichen Arbeit der ITS-Organisation. Dies betrifft neben den weiteren variablen Kosten (v.a. der Logistikbereich) auch die Fixkosten.

Ein vergleichbares Modell - Nutzung von Leiharbeitskräften - wurde auch auf der Stufe des Repowering in den komplett zur ITS gehörenden Fabriken gefahren. Ziel war das Ausbalancieren der Mengen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Absatz

Der Vertrieb der Produkte der ITS Halle Module GmbH erfolgt im Rahmen von Serviceverträgen durch gesellschaftsrechtlich verbundene Unternehmen, wobei bis zum 30. Juni 2012 ein konzerninterner Verkauf an die Vertriebsgesellschaft ITS München GmbH, München, zwischengeschaltet war. Seit dem 1. Juli 2012 vertreibt die Gesellschaft ihre Produkte unter eigenem Namen mit der ITS München GmbH für den europäischen Raum und der ITS USA Inc. für Nord- und Lateinamerika in der Rolle eines Agenten.

Die Jahresvolumen von 36 MWp verteilen sich auf Ebene der Endkunden regional wie folgt:: Italien 44 Prozent, Deutschland 35 Prozent, Sonstige Europäische Union 17 Prozent und Sonstige inklusive Nordamerika 4 Prozent.

Durch die fast durchgängige Produktion unserer Module mit europäischen Komponenten in Europa ist die ITS einer der wenigen potentiellen Lieferanten, die in einigen Fördergebieten höhere Vergütungen erlangen können, so beispielsweise in Italien und Frankreich. Frankreich wird sich aufgrund der vorteilhafteren Regularien als einer der kommenden Märkte in Europa positionieren. Die Nachfrage in Italien wird sich - anlog der in Deutschland nach dem absehbaren Auslaufen der aktuellen Einspeisevergütung - auf einem niedrigen Niveau einpendeln. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass die Nachfrage wie in Spanien komplett wegbricht. Weitere potentielle Märkte sehen wir weiterhin in Südosteuropa und der Türkei sowie dem Nahen Osten und Nordafrika, nachdem sich dort die politische Situation beruhigt hat. Die ITS-Gruppe setzt auch weiterhin auf die Nachfrage aus Nord- und Lateinamerika. Alle Produkte werden für alle potentiellen Märkte zertifiziert.

Aufgrund der oben beschriebenen potentiellen Zölle auf chinesische Solarprodukte werden sich die Preise stabilisieren, unter Umständen auch leicht erhöhen, da die Importeure diese Zusatzkosten auf die Endkunden umlegen werden.

Ertragslage

Aufgrund der geschilderten Preisentwicklung, hervorgerufen durch Subventionskürzungen, die Billigkonkurrenz aus China und Überkapazitäten, die erst zeitverzögert auf der Beschaffungsseite nachvollzogen wird, kam es zu erheblichen Margenverlusten und als Reaktion darauf zu einer Anpassung des Produktionsumfangs. Soweit daraus Ergebnisbelastungen für die Zukunft resultieren, wurde durch entsprechende Abschreibungen auf die Lagerbestände in Höhe von € 0,7 Mio. Vorsorge getroffen.

In diesem schwierigen Marktumfeld, auf das wir zuvor bereits eingehend eingegangen sind, hat die Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Jahresfehlbetrag von € 3,2 Mio. erlitten.

Der Fortbestand der Gesellschaft ist durch die finanzielle Unterstützung des Konzerns, auf die wir in unseren Ausführungen zur Vermögens- und Finanzlage sowie in unserem Risikobericht näher eingehen, überwiegend wahrscheinlich.

Forschung und Entwicklung

Der Hauptansatz der Aktivitäten in diesem Bereich liegt in der Erhöhung des Anteils der für das Geschäftsmodell der InnotechSolar nutzbaren Zellen sowie der weiteren Optimierung des eingesetzten Equipments.

Auch die Unterstützung der Bereiche Qualität und Produktmanagement im Rahmen der Entwicklung, Einführung und Optimierung neuer Produkte ist ein wesentliches Betätigungsfeld der Mitarbeiter dieses Bereiches.

Desweitern wurden Ansätze aus dem Forschungsbereich soweit vorangetrieben, dass Sie im Laufe des Jahres zur Patentreife gebracht wurden. Die Patentanmeldung erfolgte bzw. erfolgt in allen wesentlichen Märkten unseres Hauses.

Vermögens- & Finanzlage

Zur Finanzierung der ITS Halle Module stehen Gesellschafterdarlehen zur Verfügung; die ursprüngliche Kreditlinie betrug € 10,0 Mio. In den Geschäftsjahren seit 2010 wurden Beträge in Höhe von insgesamt € 9,05 Mio., davon € 3,75 Mio. im Geschäftsjahr 2012, durch Verzicht auf Darlehensrückgewähr in Eigenkapital umgewandelt. Zum Bilanzstichtag belaufen sich die verbleibenden Darlehensverbindlichkeiten auf € 2,5 Mio. Davon wurden am 15. Februar bzw. 20. April 2013 weitere Beträge von € 0,5 Mio. bzw. € 1,0 Mio. (zum Verlustausgleich) in Eigenkapital umgewandelt.

Die Mittel aus der Kreditlinie werden im Wesentlichen zur Finanzierung des Umlaufvermögens eingesetzt. Der Fokus der ITS Halle Module GmbH liegt auf einer Reduzierung der Nutzung der Kreditlinie, um das Barvermögen der Gesellschaft so gering wie möglich zu halten.

Die wesentlichen Vermögenswerte stellen die Lagerbestände sowie die Forderungen aus Lieferung und Leistung dar. Diese repräsentieren ca. 60 Prozent bzw. ca. 15 Prozent der Bilanzsumme. Vor allem die Forderungen lassen sich aufgrund der branchenüblich kurzfristigen Zahlungsziele vergleichsweise zügig liquidieren.

Es besteht eine Patronatserklärung der Innotech Solar AS, in der sich die Alleingesellschafterin in dem aktuell schwierigen Marktumfeld zur mittelfristigen finanziellen Unterstützung der Gesellschaft verpflichtet

Personal

Im Laufe des Jahres hat die ITS Halle Module durchschnittlich zehn festangestellte Mitarbeiter beschäftigt. Zur Nachwuchsgewinnung werden drei Werkstudenten praxisnah ausgebildet. Der Bedarf an Fachkräften in der Region Halle-Leipzig kann aufgrund der Nähe zu den lokalen Universitäten, dem Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik (CSP) sowie existierenden Unternehmen der Branche gedeckt werden. Diese Mitarbeiter werden aufgrund sich ständig weiterentwickelnden Anforderungen durch interne und externe Schulungen laufend fortgebildet.

Ausblick

Die Netzparität (Grid Parity) ist im vergangenen Jahr stärker nach Norden gewandert als ursprünglich angenommen. Rechnerisch wurde diese für Gesamtdeutschland im ersten Halbjahr des Jahres 2012 erreicht. Dies resultiert aus den weiter gefallenen Anlagenpreisen und den höheren Stromkosten. Aufgrund dieser Situation ist der selbst erzeugte Strom günstiger als der aus dem Netz bezogene, was für einen weiteren Schub für die Verbreitung der Photovoltaik sorgen sollte.

Für das Geschäftsjahr 2013 wird sowohl hinsichtlich der Produktion als auch der verkauften Leistung ein Volumen von 48 MWp angestrebt, was einer Erhöhung um 23 Prozent entspricht.

Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Lageberichtes (Juni 2013) ist für das erste Halbjahr 2013 eine Entwicklung zu konstatieren, die hinter den Planannahmen zurückbleibt. Diese ist vor allem auf Unsicherheiten im zweiten Quartal durch das Auslaufen der Förderung auf dem derzeit wichtigsten Absatzmarkt Italien zurückzuführen.

Ausgehend von einer allmählichen Preisstabilisierung, welche im ersten Quartal 2013 einsetzte, und einer auf allen Märkten verstärkten Nachfrage nach europäischen Modulen werden für das zweite Halbjahr 2013 kompensierende Effekte erwartet, so dass sich für das Gesamtjahr eine Entwicklung abzeichnet, die insgesamt den Planannahmen für das Gesamtjahr entspricht.

Trotz des aufgelaufenen Verlustes und der Planabweichungen, welche insbesondere durch die Marktentwicklung bedingt waren, sehen wir die Entwicklung der Gesellschaft weiterhin positiv an. Ausgehend von der allmählichen Preisstabilisierung wird das Geschäftsjahr 2013 voraussichtlich mit einem gegenüber dem Vorjahr geringeren Jahresfehlbetrag abschließen. Diese Entwicklung wird sich auch im Jahr 2014 fortsetzen, wobei wir von einer stufenweisen Verbesserung der Ertragslage ausgehen.

Chancen und Risiken

Unsere Risikopolitik besteht darin, vorhandene Chancen optimal zu nutzen und die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken nur einzugehen, wenn damit ein entsprechender Mehrwert geschaffen werden kann. Die Innotech Solar AS übernimmt aktuell auf Konzernebene das Risikomanagement für ihre Tochterunternehmen. Das Risikomanagement stützt sich auf das Planungssystem sowie die eingesetzten Berichts- und Informationssysteme auf Unternehmens- sowie Konzernebene. Das Berichtswesen wird ergänzt durch eine ständige Überwachung aller Finanzströme. Mit Hilfe des Risikomanagementsystems werden Risikobetrachtungen durchgeführt und zur Strategien zur Risikominimierung entwickelt. Als Ergebnis dieser Risikoanalysen ergeben sich die folgenden Aussagen zu den Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung:

Wesentliche Risiken für die Gesellschaft liegen in der künftigen Mengen- und Preisentwicklung auf dem Absatzmarkt, der Entwicklung der Wechselkurse vor allem des Euro gegenüber dem US-Dollar sowie der Abhängigkeit von wenigen Lieferanten der Komponenten bzw. Dienstleistungen. Auch die Verfügbarkeit von ausreichend Volumen im Bereich der non-prime Zellen stellt weiterhin ein Risiko dar. Die Abhängigkeit von einem einzigen lokalen Markt (Deutschland) ist für die Wertschöpfungskette der ITS nicht so stark gegeben, da wir geografisch diversifiziert agieren. Auf die entsprechenden Chancen und Risiken aus Absatzsicht wurde im entsprechenden Abschnitt eingegangen. Das Risiko des Ausfalls von Kundenforderungen wird in zweierlei Hinsicht minimiert. Zum einen wird versucht über Warenkreditversicherer ein Limit zu erhalten, in dessen Rahmen dann die Lieferungen erfolgen. Andererseits erfolgen - vor allem bei Neukunden und Kunden mit problematischer Zahlungserfahrung, bzw. für die kein Limit bei einer Warenkreditversicherung zu erhalten ist - Lieferungen prinzipiell nur auf Vorkasse.

Die ITS Halle Module GmbH bildet einen wesentlichen Bestandteil der Wertschöpfungskette des ITS-Konzerns. Es wird nicht erwartet, dass die finanzielle Unterstützung durch den ITS Konzern wegfällt. Für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 rechnet die Geschäftsführung mit einer Verminderung der Jahresfehlbeträge auf Grundlage der mittelfristigen Ertrags- und Finanzplanung. In dieser unterstellen wir neben fallenden Marktpreisen weiterhin, wenn auch in abgeschwächter Form, eine Bereinigung auf dem Solarmarkt und erwarten eine stufenweise Verbesserung unserer Ertragslage aufgrund der Nischenposition, die wir mit unserer Technologie innehaben. So haben sich die Preise in den ersten Monaten des Jahres 2013 auf bzw. leicht über dem Niveau des 4. Quartals 2012 stabilisiert. Zudem hat sich die Alleingesellschafterin am 30. Dezember 2011 durch eine kombinierte Rangrücktritts- und Patronatserklärung verpflichtet, der Gesellschaft die zur fristgerechten Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten notwendigen Mittel bis zu einer Obergrenze von € 7,5 Mio. zur Verfügung zu stellen. Die Laufzeit der Erklärung ist bis zur Feststellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2016 begrenzt. In dieser Erklärung spiegelt sich die Bereitschaft zur weiteren finanziellen Unterstützung und zur Sicherung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch den ITS-Konzern wider. Ob die Alleingesellschafterin in der Lage ist, ihre Verpflichtungen aus der Patronatserklärung im Falle der Inanspruchnahme zu erfüllen, hängt auch vom Fortgang der Krise in der Solarindustrie und der Bereitschaft der Anteilseigner ab, die ITS-Gruppe bei einer ungeplanten Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse weiter zu unterstützen.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Marktumfeld für die gesamte Solarindustrie als sehr schwierig einzustufen ist und Vorhersagen über die zukünftige Entwicklung des laufenden und der nächsten Geschäftsjahre mit großer Unsicherheit verbunden sind. Unter Einbeziehung von Sicherheitsabschlägen geht die Geschäftsführung auf der Grundlage der integrierten Konzern und Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2013 und darüber hinaus davon aus, dass die Unternehmensfortführung überwiegend wahrscheinlich ist.

Allgemeine Angaben

Im Laufe des Jahres hat die ITS Halle Module GmbH durchschnittlich 10,4 festangestellte Mitarbeiter (01. Januar 2012: 13/30. Juni 2012: 11/31. Dezember 2012: 8) beschäftigt, darunter 3,8 Frauen (01. Januar 2012: 5/31.Dezember 2012: 3). Hinzu wurden im Monatsschnitt noch 2,6 Werksstudenten praxisnah ausgebildet. Diese Mitarbeiter werden aufgrund sich ständig weiterentwickelnden Anforderungen durch interne und externe Trainings entwickelt.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Aus Sicht der ITS-Gruppe sind folgende entwicklungsrelevante Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten: Die Anteilseigner der ITS-Gruppe haben über zwei umwandelbare Gesellschafterdarlehen der Alleingesellschafterin (Konzernmutter) der ITS Halle Module GmbH weitere finanzielle Mittel in Höhe von € 1,5 Mio. zugeführt. Darüber hinaus wurde die Konzernfinanzierung durch eine teilweise Rückzahlung von Bankkrediten und der Reduzierung der Kreditlinie gestärkt. Im Rahmen der Kostenoptimierung wurde auf Vorstands- bzw. Aufsichtsratsebene der Innotech Solar AS beschlossen, die Aufarbeitung der Solarzellen am Standort Halle (ITS Halle Cell GmbH) zu bündeln. Die im Mai 2013 erfolgte Umsetzung der Produktionsanlagen trägt somit auch zur Stärkung der Konzernfinanzierung bei.

Durch weitere Restrukturierungen auf Konzernebene hat die Gruppe im ersten Halbjahr 2013 erstmals einen positiven Cash-Flow aus dem operativen Geschäft erwirtschaftet.

Es wird beabsichtigt die ITS München GmbH rückwirkend zum 1. Januar 2013 auf die ITS Halle Module GmbH zu verschmelzen. In den ersten Monaten des Jahres 2013 stabilisieren sich die Preise gegenwärtig auf bzw. leicht über dem Niveau des 4. Quartals 2012.

 

Tommy Strömberg, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2012

ITS Halle Module GmbH

AKTIVA

31.12.2012
EUR
31.12.2011
EUR
A. Anlagevermögen    
1. Immaterielle Vermögensgegenstände 55.302,00 66.438,00
1. Software und Lizenzen 38.492,00 50.118,00
2. Geleistete Anzahlungen 16.810,00 16.320,00
II. Sachanlagen 24.219,34 47.329,34
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 24.219,34 47.329,34
  79.521,34 113.767,34
B. Umlaufvermögen    
I. Vorräte 2.604.576,10 4.512.997,85
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 0,00 843.975,74
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 2.583.687,79 3.669.022,11
3. geleistete Anzahlungen 20.888,31 0,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.313.106,41 928.430,46
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 263.469,38 17.773,77
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 597.740,19 910.656,69
3. Forderungen gegen Gesellschafter 41.121,87 0,00
4. Sonstige Vermögensgegenstände 410.774,97 0,00
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 145.969,97 24.612,53
  4.063.652,48 5.466.040,84
C. Rechnungsabgrenzungsposten 22.617,53 20380,01
  4.165.791,35 5.600.388,19

PASSIVA

   
  31.12.2012
EUR
31.12.2011
EUR
A. Eigenkapital    
I. gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 10.250.000,00 6.501.952,00
III. Verlustvortrag -6.859.778,73 -1.815.765,09
IV. Jahresfehlbetrag -3.213.390,50 -5.044.013,64
  201.830,77 -332.826,73
B. Rückstellungen    
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 0,00 13.133,00
2. sonstige Rückstellungen 146.801,91 713.685,19
  146.801,91 726.818,19
C. Verbindlichkeiten    
1. erhaltene Anzahlungen 306.808,41 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 33.941,14 -16.249,73
3. Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen 807.606,50 4.848.155,49
3. Verbindlichkeiten gegen Gesellschafter 2.661.448,00 0
4. sonstige Verbindlichkeiten 7.354,62 374.490,97
  3.817.158,67 5.206.396,73
  4.165.791,35 5.600.388,19

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2012

ITS Halle Module GmbH

Geschäftsjahr (2012) Vorjahr (2011)
1. Umsatzerlöse 23.518.547,01€ 28.253.821,31 €
2. Bestandsveränderungen - 2.525.884,73 € 528.342,80 €
2. sonstige betriebliche Erträge 621.601,40 € 979.680,26 €
3. Gesamtleistung 21.614.263,68 € 29.761.844,37 €
4. Materialaufwand    
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren - 22.001.975,11 € - 31.296.989,22 €
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen - 475.982,20 € 782.933,41€
5. Personalaufwand    
a) Löhne und Gehälter - 587.713,48 € 789.985,10 €
b) soziale Abgaben und Aufwendungen fürs Altersvorsorge und für Unterstützung - 97.440,82 € 140.122,30 €
6. Abschreibungen 34.736,00 € 28.842,41€
7. sonstige betriebliche Aufwendungen - 1.500.516,13 € - 1.343.087,51 €
8. Betriebsergebnis - 3.084.100,06 € - 4.620.115,58 €
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen, davon an verb. Unternehmen 129.558,00 € - 129.558,00 € 423.625,00 €
11. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit - 3.213.658,06 € - 5.043.740,58 €
14. sonstige Steuern 267,56 € 273,06 €
15. Jahresfehlbetrag/-überschuss - 3.213.390,50€ - 5.044.013,64€

Anhang 2012

I. Allgemeine Angaben

Die ITS Halle Module GmbH ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 2 und 4 HGB.

Der Jahresabschluss wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie nach den Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt. Dabei wird von den größenabhängigen Erleichterungen gemäß § 288 Abs. 1 HGB Gebrauch gemacht.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt.

II. Going concern

Das Jahr 2012 war für die Solarindustrie ein Jahr der anhaltenden Krise: Überkapazitäten, Preisverfall, operative Verluste und Insolvenzen haben den gesamten Sektor geprägt. Trotz leicht steigender Nachfrage konnten die Produktionskapazitäten am Markt nicht ausgelastet werden. Auch die ITS-Gruppe war im Jahr 2012 von der Krise der Solarindustrie betroffen. Die Strategie der ITS-Gruppe besteht in der Herstellung von Solarmodulen aus Halbfabrikaten der Solarindustrie, wobei die ITS Halle Module GmbH aufgrund der Aufstellung der Gruppe entlang der Wertschöpfungskette und der engen Lieferverflechtungen zwischen den Gruppenunternehmen nicht isoliert betrachtet werden kann. Mit dem Vertrieb der Solarmodule steht die ITS Halle Module GmbH am Ende der Wertschöpfungskette. Sie kauft die Solarmodule von einem weiteren Unternehmen der ITS-Gruppe, das die Herstellung der Module übernimmt, ein. Die Entgelte zwischen den Unternehmen der ITS-Gruppe beruhen auf Verrechnungspreisen, die vom Endkundenpreis für das fertige Modul bestimmt werden. Dadurch ist die ITS Halle Module GmbH auch einkaufsseitig unmittelbar von der Preissituation auf dem Endkundenmarkt abhängig. Vor dem Hintergrund der existierenden Überkapazitäten und des fortgesetzten Preisverfalls hat die Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Jahresfehlbetrag von T€ 3.213 erlitten.

Zum Bilanzstichtag verfügt die Gesellschaft über ein verbleibendes Eigenkapital in Höhe von T€ 202 und ggf. umwandelbare Gesellschafterdarlehen in Höhe von T€ 2.500. Zur Abwendung einer Überschuldung verzichtete die Gesellschafterin auf die teilweise Rückgewähr eines Darlehens. Die Beträge wurden als andere Zuzahlungen in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB geleistet.

Im Geschäftsjahr 2012 sind folgende Darlehnsverzichte erfolgt:

Darlehensverzicht vom 14. Februar 2012 über T€ 1.000

Darlehensverzicht vom 30. Juni 2012 über T€ 1.000

Darlehensverzicht vom 15. September 2012 über T€ 850

Darlehensverzicht vom 2. November 2012 über T€ 400

Darlehensverzicht vom 15. Dezember 2012 über T€ 500

Die Verzichtsbeträge wurden als andere Zuzahlungen in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB geleistet.

Darüber hinaus hat sich die Alleingesellschafterin durch eine kombinierte Rangrücktritts- und Patronatserklärung vom 30. Dezember 2011 verpflichtet, der Gesellschaft - zusätzlich zu den bislang gewährten Darlehen - die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, die zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft erforderlich sind. Die Finanzierungszusage sieht einen Höchstbetrag von T€ 7.500 vor. Die Laufzeit der Erklärung ist bis zur Feststellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2016 begrenzt. Ob die Alleingesellschafterin in der Lage ist, ihre Verpflichtungen aus der Patronatserklärung (im Falle der Inanspruchnahme) zu erfüllen, hängt auch vom Fortgang der Krise in der Solarindustrie und der Bereitschaft der Anteilseigner ab, die ITS-Gruppe bei einer ungeplanten Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse weiter zu unterstützen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Marktumfeld für die gesamte Solarindustrie als sehr schwierig einzustufen ist und Vorhersagen über die zukünftige Entwicklung des laufenden und der nächsten Geschäftsjahre mit großer Unsicherheit verbunden sind. Durch die fortbestehenden Überkapazitäten wird der Preisdruck in der Branche voraussichtlich weiter anhalten. Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses zeichnet sich eine Entwicklung ab, die den Planannahmen für das

Gesamtjahr entspricht und die Finanzierung der Gesellschaft sicherstellt. Unter Einbeziehung von Sicherheitsabschlägen geht die Geschäftsführung auf der Grundlage der integrierten Konzern- und Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2013 und darüber hinaus davon aus, dass die Unternehmensfortführung überwiegend wahrscheinlich ist.

III. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Dabei werden entgeltlich erworbene EDV-Programme über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen wird mit Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet.

Die Abschreibungen auf Zugänge des Anlagevermögens erfolgen zeitanteilig. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Die Abschreibungsdauer entspricht der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, zwischen 3 und 7 Jahren.

In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird handelsrechtlich die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2 EStG angewendet. Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die einer selbständigen Nutzung fähig sind, werden im Wirtschaftsjahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage in voller Höhe als Betriebsausgaben erfasst, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut € 410 nicht übersteigen.

Zur Entwicklung des Anlagevermögens verweisen wir auf den als Anlage beigefügten Anlagespiegel.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und/oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d.h. soweit die voraussichtlichen Verkaufspreise abzüglich der bis zum Verkauf anfallenden Kosten zu einem niedrigeren beizulegenden Wert führen, wurden entsprechende Abwertungen vorgenommen.

Die Ermittlung der Anschaffungskosten von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt anhand der sogenannten FIFO-Methode (first in - first out).

Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert nach Abzug der erforderlichen Wertberichtigungen bilanziert. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden berücksichtigt.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen Rechnung getragen. Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt die Zuführung zu langfristigen Rückstellungen, soweit sie dem Grunde nach erstmalig passiviert werden, nach dem Nettoprinzip.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich zu Steuerbe- oder -entlastungen führen. Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

IV. Angaben zur Bilanz

1. Vorräte

Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 4 HGB wurden in Höhe von T€ 734 (Vorjahr T€ 1.506) vorgenommen.

2. Forderungen

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und gegen die Gesellschafterin resultieren aus Lieferungen und Leistungen.

3. Eigenkapital

Andere Zuzahlungen in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die Umwandlung von Gesellschafterdarlehen in Höhe von insgesamt € 3,75 Mio. geleistet.

4. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen und sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Die Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin resultieren mit T€ 2.500 (31. Dezember 2011 T€ 4.220) aus gewährten Darlehen, mit T€ 129 (31. Dezember 2011 T€ 424) aus aufgelaufenen Zinsen, sowie T€ 32 (31. Dezember 2011 T€ 5) aus Lieferungen und Leistungen. Diese sind innerhalb eines Jahres fällig.

V. Sonstige Angaben

1. Haftungsverhältnisse

Im Rahmen einer Globalzession der Gesellschafterin sind alle Forderungen der ITS Halle Module GmbH an die DNB Bank ASA, Norwegen, abgetreten. Des Weiteren besteht zur Absicherung der Verbindlichkeiten der Gesellschafterin gegenüber der DNB Bank ASA, Norwegen, eine Sicherheitsabtretung aller Vorräte.

Durch die Bereitschaft der Anteilseigner die Muttergesellschaft auch weiter zu unterstützenzeichnet sich - zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses - eine Entwicklung ab, die die Finanzierung der Gesellschafterin sicherstellt. Somit ist die Unternehmensfortführung der Muttergesellschaft und damit der Gesamtgruppe überwiegend wahrscheinlich. Unter Berücksichtigung dieser Fortführungsprämisse ist daher nach gegenwärtigem Stand nicht mit einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen zu rechnen.

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus einem Dienstleistungsvertrag bestehen finanzielle Verpflichtungen in Höhe von T€ 485 gegenüber verbundenen Unternehmen.

3. Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlicher zehn Arbeitnehmer beschäftigt, davon vier Frauen.

4. Geschäftsführung

Im Geschäftsjahr 2012 war als allein vertretungsberechtigter Geschäftsführer bestellt:

Tommy Strömberg, Karlskoga/Schweden Kaufmann

Da nur ein Geschäftsführer Bezüge von der Gesellschaft erhält, wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB auf eine Angabe verzichtet.

5. Einbeziehung in den Konzernabschluss

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Innotech Solar AS mit Sitz in Narvik/Norwegen (kleinster und größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Der Konzernabschluss wird im zentralen norwegischen Unternehmensregister Brønnøysundregistrene (http://www.brreg.no) veröffentlicht.

6. Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag zum 31. Dezember 2012 in Höhe von € 3.213.390,50 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Kabelsketal, den 15. Juli 2013

ITS Halle Module GmbH

Tommy Strömberg, Geschäftsführer

Der Jahresabschluss wurde am 30.07.2013 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der ITS Halle Module GmbH, Kabelsketal, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Geschäftsführers der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Geschäftsführers sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Leipzig, den 15. Juli 2013

PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Rainer Altvater, Wirtschaftsprüfer

ppa. Werner Horn, Wirtschaftsprüfer

 

Niederschrift über eine Gesellschafterversammlung der
ITS Halle Module GmbH,
mit Sitz in Kabelsketal
Amtsgericht Stendal HRB 9685

Minutes of a shareholders meeting of
ITS Halle Module GmbH,
with its registered office in Kabelsketal
Municipal Court of Stendal HRB 9685

Die INNOTECH SOLAR AS mit dem Sitz in Narvik, Norwegen als Alleingesellschafterin der eingangs genannten Gesellschaft verzichtet hiermit in Kenntnis der Einberufungsverpflichtung nach § 49 Abs. 3 GmbHG auf die Einhaltung aller Frist- und Formvorschriften hinsichtlich Einberufung und Abhaltung und hält eine Gesellschafterversammlung der vorgenannten Gesellschaft ab. INNOTECH SOLAR AS with its registered office in Narvik, Norway as the sole shareholder of the aforementioned company herewith renounces to the observance of all formal requirements and all periods of notice for the convocation of a general meeting and convenes to such shareholders meeting. INNOTECH SOLAR AS fully awares of the responsibility of convening a shareholder's meeting according to sec. 49 para. 3 Companies Act.
Es wurde über folgende Tagesordnungspunkte beschlossen: Following agenda was approved:
1.

Vorlage des Jahresabschlusses zum 31.12.2012 und Feststellung dieses Jahresabschlusses

2.

Entlastung der Geschäftsführer

3.

Ergebnisverwendung

1.

Presentation of the financial statement as of December 31 st 2012 and approval of the financial statement.

2.

Ratification of the acts of the general managers.

3.

Appropriation of the results for the year.

Zu 1.) Der Jahresabschluss zum 31.12.2012, der einen Jahresfehlbetrag in Höhe von Euro 3.213.390,50 ausweist, wird festgestellt. Re. 1.) The financial statement as of December 31 t 2012, showing a net loss for the year of Euro 3.213.390,50 is approved.
Zu 2.) Der Geschäftsführer wird hiermit in seiner Verantwortung für die Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2012 entlastet. Re. 2.) The general manager is hereby granted relief from responsibility for the acts of the Company for the financial year 2012.
Zu 3.) Er wird beschlossen den Jahresfehlbetrag 2012 i.H.v. Euro 3.213.390,50 auf neue Rechnung vorzutragen. Re. 3.) lt is resolved to carry forward the net loss for the year 2012 amounting to Euro 3.213.390,50 to new account.

 

Narvik, den 30. July 2013

für und im Namen von INNOTECH SOLAR AS

Tellef Thorleifsson
Aufsichtsratsvorsitzender InnotechSolar AS

 

Narvik, this July 30 th 2013

for and an behalf of INNOTECH SOLAR AS

Tellef Thorleifsson
Chairman of the Board of InnotechSolar AS

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