FHC Capital GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Kamal Kumar Nand Kumar seit 18.8.2025 | Geschäftsführer |
Fabian Frenzel seit 18.8.2025 | Prokura |
Julia Katharina Probst seit 18.8.2025 | Prokura |
Patrick Wulff seit 13.1.2025 | Prokura |
Jörg Siegfried Schiebel seit 20.11.2024 | Prokura |
Robert Möllers seit 11.7.2024 | Prokura |
Robert Simeon seit 31.5.2023 | Prokura |
Lisa Staubach seit 27.7.2022 | Prokura |
Julia Rothbart seit 1.3.2022 | Prokura |
Rainer Szusterkiewicz seit 15.6.2021 | Prokura |
Ulrich Eicken seit 6.7.2020 | Prokura |
Thomas Anthofer seit 14.5.2020 | Prokura |
Christian Bock seit 6.12.2019 | Prokura |
Detlef Schubert seit 6.12.2019 | Prokura |
Dirk Stanke seit 6.12.2019 | Prokura |
Kai Hüneken seit 19.12.2018 | Prokura |
Bodo Ulrich Alfred Dr. Schild seit 23.5.2018 | Geschäftsführer |
Lars Hümmerich seit 23.5.2018 | Prokura |
Andrea Szrama seit 3.5.2016 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Franz Haniel & Cie. GmbHDuisburgKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Haniels Transformation geht voran:Bericht des AufsichtsratsLiebe Gesellschafterinnen und Gesellschafter, sehr geehrte Damen und Herren, das Jahr 2022 hat erneut viele Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft mit sich gebracht, die auch die operative Entwicklung unseres Unternehmens geprägt haben. Dennoch ist es Haniel gelungen, bei der Umsetzung unserer vor drei Jahren begonnenen Transformation weitere Fortschritte zu erzielen. Neben den anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie haben insbesondere die Folgen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine die gesamtwirtschaftliche Lage bestimmt. Haniel hat sich klar gegen diesen Krieg positioniert. In der Folge haben sich alle Portfoliounternehmen aus Russland zurückgezogen. Darüber hinaus haben Lieferengpässe, Inflation, Cyber-Attacken und Arbeitskräftemangel zu großen Herausforderungen für Unternehmen geführt. Das Management-Team hat schnell und entschlossen auf die veränderten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagiert und frühzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet. Das hat uns erneut gezeigt, welche Potenziale in der Haniel-Gruppe stecken. Insgesamt blicken wir daher zufrieden auf das Geschäftsjahr 2022 zurück. Haniel verfolgt das Ziel, als enkelfähiges Unternehmen Wert für Generationen zu schaffen. Um dies zu erreichen, setzt Haniel seit der strategischen Neuausrichtung im Jahr 2019 teils erhebliche Veränderungen in den drei Kernbereichen Portfolio, Führung und Kultur um. Wichtige Meilensteine auf diesem Weg konnte das Investmentteam im Jahr 2022 beim Portfolioumbau erzielen: Durch den Erwerb von STAXS hat CWS Cleanrooms seine Position als erster Reinraum-Komplettanbieter in Europa ausgebaut und somit die Grundlage für weiteres Wachstum in diesem hochattraktiven und wachstumsstarken Segment geschaffen. Mit der Akquisition der kanadischen Maxime Gruppe stärkte BekaertDeslee sein Nordamerikageschäft. Darüber hinaus ist es gelungen, die Investitionen im Bereich Growth Capital auszubauen, unter anderem durch Direktinvestitionen in Clean-Tech-Start-ups, wie zum Beispiel die Beteiligung an 1KOMMA5°. Bei Optimar hat Haniel Anteile an Management und Mitarbeitende des Portfoliounternehmens übertragen. Künftig wird Optimar daher als Finanzbeteiligung geführt. Beim Thema Führung und Kultur steht insbesondere die Umsetzung unserer Wertsteigerungsziele über alle Portfoliounternehmen hinweg im Fokus. Darüber hinaus konzentrieren wir uns darauf, eine vielfältige, unternehmerische und leistungsorientierte Kultur in der gesamten Haniel-Gruppe zu etablieren. Erfolge gab es beispielsweise bei der Weiterentwicklung unseres Diversity-Ziels, insbesondere bei den Führungskräften in der Holding. Hervorhebenswert ist auch die Öffnung des Haniel Campus mit dem Ziel, unseren Heimatstadtteil Ruhrort zu einem Leuchtturm für enkelfähiges Wirtschaften und Leben zu entwickeln. Im Jahr 2022 war es erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder möglich, den persönlichen Austausch zwischen dem Management-Team, dem Aufsichtsrat und der Familie im Rahmen von gemeinsamen Veranstaltungen zu intensivieren. Dabei freut es mich besonders, wie sehr sich die junge Generation der Familie engagiert und mit der Transformation Haniels auseinandersetzt und identifiziert. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats danke ich dem Management-Team, den Führungskräften sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Haniel für ihr außerordentliches Engagement im vergangenen Geschäftsjahr. Wechsel an der Führungsspitze Haniel-CFO Florian Funck hat den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er seinen bis August 2024 laufenden Vertrag nicht verlängern wird. Wir bedauern seine Entscheidung zutiefst. Zur gleichen Zeit respektieren wir seinen Entschluss, beruflich neue Wege zu gehen, und sind dankbar, dass uns die frühzeitige Kommunikation die Möglichkeit gibt, einen geordneten Nachfolgeprozess einzuleiten. Heute ist es noch zu früh, über den herausragenden Beitrag von Florian Funck für Haniel zu sprechen. Ich freue mich, dass er den aktuellen Transformationsprozess auch im laufenden Jahr weiter voll unterstützen wird. Auch im Aufsichtsrat wird es Veränderungen geben: Ende April 2023 werde ich das Amt der Vorsitzenden des Aufsichtsrats an Maximilian Schwaiger übergeben, der bereits seit Mai 2020 Mitglied im Aufsichtsrat ist. Nach Ablauf meiner fünfjährigen Amtszeit, in der ich Haniel bei vielen wichtigen Meilensteinen der Transformation begleiten durfte, gebe ich dieses Amt nun zurück an ein Mitglied der Familie. Ich wünsche Maximilian Schwaiger und dem gesamten Aufsichtsrat viel Erfolg bei der Weiterentwicklung des Unternehmens. Für das in den vergangenen Jahren in mich - als erste familienfremde Aufsichtsratsvorsitzende in der Geschichte des Unternehmens - gesetzte Vertrauen und die große Unterstützung bin ich außerordentlich dankbar. Intensive Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und Aufsichtsrat Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Management war geprägt von großer Offenheit, gegenseitigem Vertrauen und dem gemeinsamen Willen, die Transformation des Unternehmens erfolgreich zu gestalten. Das Management-Team hat uns - auch bei wichtigen Einzelprojekten - regelmäßig über die Lage der Holding und der Portfoliounternehmen informiert. So stand ich auch über die regulären Sitzungen des Aufsichtsrats hinaus regelmäßig in Kontakt mit dem Management-Team, insbesondere mit Thomas Schmidt und Florian Funck. Gemeinsam haben wir wichtige operative und strategische Fragen der Unternehmensgruppe erörtert. Anhand regelmäßiger schriftlicher und mündlicher Berichte des Management-Teams hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung und die Geschäftsentwicklung der Unternehmensgruppe fortlaufend sorgfältig überwacht. Alle Entscheidungen, die unsere Zustimmung voraussetzen, haben wir vorher im Detail geprüft und die notwendigen Beschlüsse in vier ordentlichen und zehn außerordentlichen Sitzungen sowie zwei Umlaufverfahren gefasst. Themen der Sitzungen waren neben dem aktuellen Geschäftsverlauf die strategischen Prioritäten der Gruppe, die Akquisitionen von Maxime durch BekaertDeslee sowie STAXS und BERNET Holding durch CWS, außerdem der Management-Buyout bei Optimar. Außerdem gab es ausführliche Diskussionen mit den Management-Teams von KMK kinderzimmer, TAKKT und CWS über die strategische und operative Entwicklung. Der Prüfungsausschuss ist im Berichtsjahr 2022 zu vier regulären und einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen. Er überwachte den Rechnungslegungsprozess sowie die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, der internen Revision und des Compliance-Management-Systems. Des Weiteren überzeugte sich der Ausschuss von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und genehmigte zulässige Nichtprüfungsleistungen. In seiner Sitzung am 21. März 2022 sprach er gegenüber dem Aufsichtsrat die Empfehlung aus, der Gesellschafterversammlung die Wahl eines neuen Abschlussprüfers für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr vorzuschlagen. Der Personalausschuss tagte im Jahr 2022 dreimal und hat sich primär mit Vertrags- und Vergütungsangelegenheiten der Geschäftsführung auseinandergesetzt. Jahresabschluss und Konzernjahresabschluss Die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Jahresabschluss der Franz Haniel & Cie. GmbH und den Lagebericht zum Geschäftsjahr 2022 geprüft. Die Prüfer bestätigen, dass Jahresabschluss und Lagebericht dem Gesetz und dem Gesellschaftsvertrag entsprechen. Jahresabschluss und Lagebericht wurden mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Ebenso wurden Konzernabschluss und Konzernlagebericht mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer hat an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats und an allen Sitzungen des Prüfungsausschusses teilgenommen. Die Geschäftsführung hat dem Aufsichtsrat den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bericht des Konzernabschlussprüfers für das Jahr 2022 vorgelegt. Nach eingehender Prüfung hat der Aufsichtsrat dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht zugestimmt. Gleiches gilt für den Jahresabschluss der Franz Haniel & Cie. GmbH und den Vorschlag der Geschäftsführung zur Ergebnisverwendung. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt und der Konzernabschluss gebilligt. Nach eingehender Prüfung schließt sich der Aufsichtsrat dem Vorschlag der Geschäftsführung an, für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende in Höhe von insgesamt 60 Millionen Euro an die Gesellschafterinnen und Gesellschafter auszuschütten. Dank für hervorragendes Engagement Im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanke ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihren Einsatz für die Kunden und das Unternehmen. Haniel ist trotz der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen gut durch das Jahr gekommen. Das ist eine hervorragende Leistung des Management-Teams sowie aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich möchte auch den Arbeitnehmervertreterinnen und -vertretern sowie Betriebsräten danken, die diese Entwicklung stets konstruktiv begleitet haben. Im laufenden Jahr 2023 werden wir die Umsetzung unserer Transformation nochmals intensivieren. Besonderer Fokus liegt dabei auf der Weiterentwicklung unserer Portfoliostruktur und der konsequenten Umsetzung der strategischen Wertsteigerungshebel in den jeweiligen Portfoliounternehmen. Das Umfeld wird dabei herausfordernd bleiben. Das Management-Team hat entsprechende Vorkehrungen getroffen und Maßnahmenpläne erarbeitet. Wir haben daher großes Vertrauen in die finanzielle Stärke und Stabilität sowie in die Zukunftsfähigkeit der Haniel-Gruppe.
Duisburg, den 30. März 2023 Doreen Nowotne, Vorsitzende des Aufsichtsrats KonzernlageberichtGruppenstruktur und GeschäftsmodelleMit einem Portfolio aus wirtschaftlich erfolgreichen und nachhaltigen Unternehmen schafft Haniel Wert für Generationen: Die Haniel-Gruppe vereint sieben Portfoliounternehmen und zwei Finanzbeteiligungen, organisiert in den drei Investmentsäulen People, Planet und Progress sowie im Bereich Transformation. Dazu kommen verschiedene Investments in frühphasige Unternehmen über Fonds und Minderheitsbeteiligungen. Die Haniel-Portfoliounternehmen agieren grundsätzlich operativ eigenständig und sind vereint durch das gemeinsame Ziel, enkelfähig zu werden. Haniel will Europas führender Purpose-getriebener Investor werden und Wert für Generationen schaffen. Dafür bauen wir im Rahmen unseres Enkelfähig-Ansatzes nachhaltige Unternehmen für eine lebenswerte Zukunft auf. Unser Ziel ist es, ein Portfolio von 10 bis 15 enkelfähigen Unternehmen in den Investmentsäulen People, Planet und Progress zu führen. Mittelfristig will Haniel über alle Beteiligungen hinweg eine Wertsteigerung von mehr als neun Prozent pro Jahr erreichen und damit den Kapitalmarkt übertreffen. Enkelfähig: Performance durch Nachhaltigkeit Bei der Auswahl und Führung seiner Beteiligungen vereint das Unternehmen eine konsequente Ausrichtung an Nachhaltigkeitskriterien mit klarer Performance-Orientierung. Die konkrete Auswahl von Investments orientiert sich dabei an den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen sowie weltweiten Megatrends. Daraus hat Haniel ein eigenes Bewertungsverfahren entwickelt: Anhand des "Future Worth Living"-Ratings werden bei der Bewertung des Potenzials eines möglichen Übernahmekandidaten insgesamt zehn Grundsätze geprüft. Erfüllt ein Unternehmen diese Kriterien nicht oder hat kein Potenzial für eine zukünftige Verbesserung, wird von einer Investition abgesehen - unabhängig vom Renditepotenzial. Auch die bestehenden Portfoliounternehmen müssen diese Mindestanforderungen erfüllen. Die Beteiligungen sowie mögliche Akquisitionen werden seit 2019 Investmentsäulen zugeordnet: People: Wir ermöglichen es Menschen, ein gesundes, friedliches und glückliches Leben zu führen. Planet: Wir sorgen dafür, dass unser Planet für zukünftige Generationen erhalten bleibt. Progress: Wir fördern Innovationen, Wohlstand und Wirtschaftswachstum. Bei der Suche nach neuen Beteiligungen liegt der Schwerpunkt auf der Säule Planet. Bestehende Portfoliounternehmen, die sich nicht eindeutig einer der drei Investmentsäulen zuordnen lassen, sind im Bereich Transformation gebündelt. Sie werden dort gezielt und wertsteigernd weiterentwickelt. Familienunternehmen mit Tradition Die Franz Haniel & Cie. GmbH befindet sich zu 100 Prozent in Familienbesitz und ist seit der Gründung des Unternehmens im Jahre 1756 in Duisburg beheimatet. Haniel unterscheidet sich von anderen Unternehmen in Familienbesitz vor allem durch ein Merkmal: Bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist das Management in fremden Händen. Kein einziges Familienmitglied ist in der Gruppe tätig. So werden unternehmerische Entscheidungen unabhängig von verwandtschaftlichen Verpflichtungen getroffen. Als Familienunternehmen hat Haniel über 266 Jahre Erfahrung mit Transformation und hat das Portfolio immer wieder mutig an neue Rahmenbedingungen angepasst - bis heute. Gemeinsames Führungsmodell HOW Die Haniel-Portfoliounternehmen agieren grundsätzlich operativ eigenständig. Um die Enkelfähig-Transformation in der Gruppe gezielt voranzutreiben, haben wir jedoch ein gemeinsames Operating System entwickelt - den Haniel Operating Way (HOW). Fokussiert auf Kundenorientierung, Mitarbeitenden-Engagement und Wachstum durch enkelfähige Lösungen trägt es dazu bei, die Prozesse und Instrumente in der Haniel-Gruppe zu standardisieren, während es den einzelnen Unternehmen die Freiheit gibt, ihre eigenen Geschäftsaktivitäten zu gestalten. Haniel-Expert:innen unterstützen alle Portfoliounternehmen nicht nur bei der Umsetzung der verbindlichen Grundelemente des Systems, sondern auch bei der Entwicklung eines individuellen Fahrplans für jede Organisation. Als Strategischer Architekt geben wir so aktiv Orientierung, hinterfragen Geschäftsstrategien, setzen ehrgeizige Ziele, fördern eine starke Talententwicklung und gestalten den Austausch von Best Practices. Die Enkelfähig Academy ist ein Aushängeschild für Haniels diverse, unternehmerische und leistungsorientierte Kultur. Als Motor unserer Kultur bietet sie ein Lernumfeld, in dem sich Mitarbeiter:innen aus allen Portfoliounternehmen entwickeln und entfalten können. Portfoliounternehmen Die Beteiligungen von Haniel agieren unabhängig voneinander in ihren jeweiligen Märkten. Bis auf BekaertDeslee und BauWatch haben alle Portfoliounternehmen ihren Hauptsitz in Deutschland. Die Geschäftsmodelle unterscheiden sich in Bezug auf Branche, Geschäftstreiber, Kundenstruktur, Zyklizität und Strategie voneinander, was zu einer vorteilhaften Diversifizierung des Haniel-Portfolios führt. People BauWatch ist eines der führenden Unternehmen für temporäre Outdoor-Sicherheitslösungen mit Sitz in Apeldoorn (Niederlande). Die Zutrittskontroll-, Alarm- und Videosysteme des Unternehmens werden derzeit vor allem auf Baustellen eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete beinhalten Lager- und Recyclingflächen sowie Energieanlagen, etwa im Bereich Windkraft oder Solarenergie. BauWatch beschäftigte 2022 im Jahresdurchschnitt 420 Mitarbeiter:innen (Vorjahr: 361). BekaertDeslee entwickelt und produziert gewebte und gestrickte Stoffe für Matratzenbezüge sowie fertig konfektionierte Matratzenhüllen. Die Produkte von BekaertDeslee unterstützen einen guten Schlaf und damit das Wohlbefinden. Dabei setzt das Unternehmen auf den Einsatz natürlicher Ressourcen und achtet auf Recyclingfähigkeit. Vom Hauptsitz in Belgien aus steuert das Unternehmen ein weltweites Netzwerk von Produktions- und Vertriebsstandorten. BekaertDeslee beschäftigte 3.907 Mitarbeiter:innen im Jahresdurchschnitt 2022 (Vorjahr: 3.831). Emma - The Sleep Company mit Sitz in Frankfurt am Main wurde 2013 gegründet und hat sich seitdem von einer Online-Plattform für Matratzen zu einem international operierenden Sleep-Innovation-Anbieter entwickelt. Emma zeichnet sich durch exzellente Forschungs- und Entwicklungskompetenz aus, die den Schlaf und damit das Wohlbefinden ganzheitlich und stetig auf ein neues Niveau hebt. 2022 waren im Jahresdurchschnitt 856 Mitarbeiter:innen bei Emma beschäftigt (Vorjahr: 641). KMK kinderzimmer ist ein Bildungsträger für frühkindliche Erziehung mit dynamischen Wachstumsambitionen und betreibt Krippen und Kindertagesstätten in Hamburg und München. 2023 plant das Unternehmen die Eröffnung mehrerer Einrichtungen in London. Derzeit werden über 4.000 Kinder mit den unterschiedlichsten sozialen Hintergründen in den Einrichtungen des 2011 gegründeten Unternehmens betreut. Als privater Träger unterstützt KMK kinderzimmer Städte und Kommunen auf Grundlage der öffentlich-rechtlichen Rahmenbedingungen dabei, den staatlich zugesicherten und gesellschaftlich relevanten Anspruch auf frühkindliche Bildung sicherzustellen - und so auch vielfältige Lebens- und Arbeitsmodelle zu ermöglichen. Damit leistet KMK kinderzimmer einen relevanten und nachhaltigen Beitrag zu einer chancengleichen Gesellschaft. 2022 beschäftigte KMK kinderzimmer 664 Mitarbeiter:innen im Jahresdurchschnitt (Vorjahr: 584). Planet CWS bietet nachhaltige Servicelösungen in den Divisionen Hygiene, Workwear, Cleanrooms und Fire Safety. Im Rahmen langfristiger Serviceverträge werden die Textilien in eigenen Wäschereien fachgerecht und umweltschonend aufbereitet und in einem regelmäßigen Servicekreislauf an Kunden aller Größen und Branchen geliefert. Für eine sichere und gesündere Zukunft - damit unsere Welt auch für künftige Generationen lebenswert bleibt - setzt sich CWS für bessere Hygiene und mehr Sicherheit im beruflichen und im öffentlichen Umfeld ein. CWS beschäftigte 2022 im Jahresdurchschnitt 11.742 Mitarbeiter:innen (Vorjahr: 11.247). Progress ROVEMA entwickelt und baut Verpackungsmaschinen und -anlagen, die den komplexen Ansprüchen der modernen Kreislaufwirtschaft gerecht werden. Das Portfoliounternehmen hat den Anspruch, ganzheitliche Verpackungslösungen zu entwickeln, die von Anfang an das Umfeld, den Markt und das Produkt mitberücksichtigen. ROVEMA positioniert sich als Partner für nachhaltige Verpackungslösungen. 2022 hatte ROVEMA 880 Mitarbeiter:innen im Jahresdurchschnitt (Vorjahr: 874). Transformation TAKKT ist ein Omnichannel-Händler für Geschäftsausstattung in Europa und Nordamerika. Die Gruppe ist mit den Divisionen Industrial & Packaging, Office Furniture & Displays und FoodService in mehr als 25 Ländern vertreten. Das Sortiment der Tochtergesellschaften umfasst über 600.000 Produkte aus den Bereichen Betriebs- und Lagereinrichtung, Büromöbel, Transportverpackungen, Displayartikel, Ausrüstungsgegenstände für den Gastronomie- und Hotelmarkt sowie den Einzelhandel. 2.692 Mitarbeiter:innen waren 2022 im Jahresdurchschnitt bei der TAKKT-Gruppe beschäftigt (Vorjahr: 2.629). Finanzbeteiligungen Die Finanzbeteiligung CECONOMY ist führend für Konzepte und Marken im Bereich Consumer Electronics in Europa. Die Unternehmen im CECONOMY-Portfolio bieten Produkte, Dienstleistungen und Lösungen, die das Leben in der digitalen Welt so einfach und angenehm wie möglich machen. Den Schwerpunkt der operativen Tätigkeiten bilden die beiden Omnichannel-Marken MediaMarkt und Saturn. Optimar ist ein Anbieter für automatisierte Fisch-Verarbeitungssysteme, die auf Schiffen, an Land sowie in Aquakulturen eingesetzt werden. Die Systeme werden entweder eigenständig oder zusammen mit Komponenten von Drittanbietern schlüsselfertig installiert. Optimar bietet zudem ergänzende Produkte und Dienstleistungen an, darunter Ferndiagnostik und Online-Wartung, Ersatzteile und Nachrüstung. Haniel hat sich im Dezember 2022 mit dem Optimar-Management geeinigt, 30 Prozent der Unternehmensanteile sowie 50,1 Prozent der Stimmrechtsanteile an Optimar an das Management und Mitarbeiter:innen des Unternehmens zu übertragen. Optimar wird seitdem als Finanzbeteiligung geführt. Mit Growth Capital investiert Haniel über Risikokapitalfonds und Direktbeteiligungen in frühphasige Unternehmen. Als themenfokussierter Wachstumsinvestor legt Haniel den Schwerpunkt auf ambitionierte Clean-Tech-Unternehmen. Insgesamt stehen rund 600 Millionen Euro für Investments zur Verfügung. Beispiele für direkte Beteiligungen sind Aerones, die robotergestützte Wartungssysteme für Windkraftanlagen vertreiben, und 1KOMMA5°, ein aufstrebendes Unternehmen für die Installation von CO 2-neutralen Energiesystemen im Privatkundenbereich. Wertorientiertes Steuerungssystem Im Mittelpunkt der Aktivitäten der Portfoliounternehmen sowie der Haniel-Holding steht die Schaffung von Wert für Generationen. Um ein auf dieses Ziel ausgerichtetes Handeln aller Beteiligten sicherzustellen, werden innerhalb der Portfoliounternehmen und der Haniel-Holding finanzielle und nichtfinanzielle Steuerungskennzahlen verwendet. Auf Gruppenebene dienen der Geschäftsführung neben dem Umsatz das Operative Ergebnis sowie der Operative Free Cashflow dazu, die Entwicklung der Portfoliounternehmen zu beurteilen.
Haniel-GruppeUmsatz- und ErtragslageTrotz des herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfelds blickt Haniel auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück: Der Umsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche der Haniel-Gruppe stieg im Vorjahresvergleich um 18 Prozent und betrug 4.223 Millionen Euro. Alle Portfoliounternehmen konnten im Jahr 2022 ihren Umsatz steigern. Insbesondere BekaertDeslee, Emma und TAKKT trugen positiv zum Anstieg des Operativen Ergebnisses bei, so dass dieses mit 310 Millionen Euro um 12 Prozent über Vorjahresniveau lag. Weltwirtschaft mit geringeren Wachstumsraten Laut Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) verzeichnete die Weltwirtschaft im Gesamtjahr 2022 ein Wachstum um 3,4 Prozent (Vorjahr 6,2 Prozent). In der Eurozone ist die Wirtschaft im Jahr 2022 um 3,5 Prozent gewachsen, nach 5,3 Prozent im Vorjahr. In den USA ging das Wirtschaftswachstum gegenüber dem Vorjahr von 5,9 Prozent auf 2,0 Prozent zurück. Das Wirtschaftswachstum der Schwellen- und Entwicklungsländer reduzierte sich nach Einschätzung des IWF von 6,7 Prozent auf 3,9 Prozent. Die globale Inflation, der russische Krieg gegen die Ukraine sowie der Wiederausbruch von Corona in China beeinflussten die Entwicklung der Weltwirtschaft 2022 negativ. Insbesondere die konjunkturelle Entwicklung in Europa und den USA wirkte sich auf die Umsatz- und Ertragslage der Haniel-Gruppe aus. Umsatzentwicklung positiv Aus fortgeführten Tätigkeiten erzielte die Haniel-Gruppe im Jahr 2022 einen Umsatz von 4.223 Millionen Euro, was einer Steigerung von 18 Prozent entspricht. Dieser Anstieg wird von allen Portfoliounternehmen getragen, wobei CWS, Emma und TAKKT mit Zuwächsen jeweils im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich zu dieser positiven Entwicklung beitrugen. Akquisitions- und währungsbereinigt betrug das Umsatzwachstum 11 Prozent. BekaertDeslee war 2022 betroffen von einem global schwachen Wirtschaftsumfeld, Inflation und Lieferkettenengpässen. Umsatzseitig war dieses Umfeld durch Volumenverluste gegenüber dem Vorjahr in allen Regionen geprägt. Durch aktives Preis- und Kostenmanagement sowie die Effekte der Maxime-Akquisition konnte BekaertDeslee diese Verluste jedoch kompensieren. Insgesamt stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 51 Millionen Euro. CWS konnte 2022 seinen Umsatz um 120 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr steigern, insbesondere durch Preisanpassungen in einem von inflationären Tendenzen geprägten Geschäftsumfeld in Europa sowie durch Zukäufe in den Bereichen Reinraum und Berufsbekleidung. Trotz sich eintrübendem Wirtschaftsklima, in dem viele Wettbewerber Umsatzrückgänge zu beklagen hatten, ist es Emma gelungen, weiterhin deutlich zu wachsen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um 234 Millionen Euro. Etwa die Hälfte des absoluten Umsatzzuwachses stammt aus den Kernmärkten Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden, während der übrige Umsatzanstieg aus kleineren Märkten getrieben wurde. In einem herausfordernden Marktumfeld konnte TAKKT den Umsatz um 159 Millionen Euro gegenüber Vorjahr steigern. Dies resultierte aus der guten Entwicklung der Nachfrage, einem höheren Preisniveau und positiven Währungseffekten. Dabei profitierte TAKKT auch vom Abbau des zu Jahresbeginn hohen Auftragsbestands und von der Erholung einzelner Märkte und Produktgruppen, die im Vorjahr noch von den Pandemiefolgen betroffen gewesen waren. Alle Divisionen konnten zum organischen Wachstum beitragen. Die Portfoliounternehmen BauWatchund KMK kinderzimmer trugen erstmals ganzjährig zum Konzernumsatz bei und konnten ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Auch ROVEMA trug mit einem höheren Umsatz bei. Operatives Ergebnis verbessert Das Operative Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche lag im Jahr 2022 mit 310 Millionen Euro über dem Wert des Vorjahres in Höhe von 277 Millionen Euro. Zu dieser Steigerung trugen insbesondere BekaertDeslee, Emma und TAKKT bei. Dies ist teilweise auf die gute Umsatzentwicklung, aber auch auf konsequentes Kostenmanagement zurückzuführen. Die niedrigeren Volumina bei BekaertDeslee schlugen sich zwar ebenfalls im Operativen Ergebnis nieder; gegenläufig wirkten allerdings verschiedene Sondereffekte, so dass das Operative Ergebnis gegenüber Vorjahr um 8 Millionen Euro stieg. CWS hat das Jahr 2022 trotz eines Cyber-Angriffs und in einem herausfordernden Marktumfeld nur knapp unter Vorjahr abgeschlossen (7 Millionen Euro unter Vorjahr). Auf Basis gestiegener Umsätze und Dank operativer Verbesserungen und Skaleneffekten ist es Emma gelungen, das Operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 16 Millionen Euro zu steigern. Der gestiegene Umsatz von TAKKT führte in Kombination mit striktem Kostenmanagement zu einem Anstieg des Operativen Ergebnisses um 17 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Während BauWatch sein Operatives Ergebnis steigern konnte, fiel das Ergebnis bei ROVEMA und KMK kinderzimmer negativ aus. Ergebnis vor und nach Steuern durch Sondereffekte belastet Das Ergebnis vor Steuern der Haniel-Gruppe, welches sich neben dem Operativen Ergebnis aus dem Beteiligungsergebnis sowie aus dem Ergebnis aus Finanzierungstätigkeit zusammensetzt und auch Ergebniseffekte aus Posten der Kaufpreisallokation enthält, sank von 271 Millionen Euro im Vorjahr auf 101 Millionen Euro im Berichtsjahr. Das Ergebnis nach Steuern betrug -108 Millionen Euro im Jahr 2022, nach 175 Millionen Euro im Vorjahr. Eine Ursache für den Rückgang des Ergebnisses vor und nach Steuern der Haniel-Gruppe sind höhere Abschreibungen und Wertminderungen von Immateriellen Vermögenswerten aus der Kaufpreisallokation von historischen Unternehmenszukäufen in Höhe von 116 Millionen Euro (Vorjahr: 60 Millionen Euro). Darin sind auch 47 Millionen Euro außerplanmäßige Abschreibungen enthalten. Zudem sank das Beteiligungsergebnis von 105 Millionen Euro im Jahr 2021 auf -25 Millionen Euro im Berichtsjahr, was insbesondere auf die Ceconomy-Beteiligung sowie rückläufige Erträge aus dem Bereich Growth Capital zurückzuführen ist. Das Ergebnis aus Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtszeitraum -56 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte es bei -35 Millionen Euro gelegen. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem gestiegenen Zinsaufwand im Vergleich zum Vorjahr und Marktwertänderungen verschiedener Finanzprodukte. Das vormalige Portfoliounternehmen Optimar wird aufgrund des abgeschlossenen Management-Buyouts als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gewertet und blickt aufgrund des Rückzuges aus dem russischen Markt auf ein schwieriges Geschäftsjahr zurück. Das Ergebnis der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche ist im Wesentlichen geprägt vom Ergebnis von Optimar. Es beinhaltet vor allem Effekte aus der Entkonsolidierung der Beteiligung. Diese führten zu einem Ergebnis der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche in Höhe von -154 Millionen Euro, nach -32 Millionen Euro im Vorjahr. Im Vorjahr hatte sich das Ergebnis der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche im Wesentlichen auf das im Dezember 2021 verkaufte Portfoliounternehmen ELG bezogen. Prognose erfüllt Wie prognostiziert lag der organische Umsatz in allen Portfoliounternehmen und in der Gruppe über dem des Vorjahres. Auch das operative Ergebnis der Haniel-Gruppe lag wie prognostiziert deutlich über dem Wert des Jahres 2021. Mitarbeiter:innen Die Zahl der Mitarbeiter:innen der fortgeführten Geschäftsbereiche in der Haniel-Gruppe lag im Jahr 2022 mit einem Anstieg von 6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus Akquisitionen und organischem Wachstum in den Portfoliounternehmen. Insgesamt beschäftigte die Gruppe 2022 durchschnittlich 21.519 Mitarbeiter:innen. Im Jahr 2021 hatte die durchschnittliche Mitarbeiter:innenzahl 20.295 betragen. Haniel-GruppeFinanzlageHaniel hat 2022 Fortschritte beim Umbau des Portfolios gemacht: Vor allem den Bereich Growth Capital baute Haniel durch verschiedene Investments aus. Auch die Portfoliounternehmen CWS und BekaertDeslee konnten ihr Geschäft durch Akquisitionen erweitern. Optimar wird künftig als Finanzbeteiligung geführt. Haniel verfügt weiterhin über eine solide Finanzstruktur. Die Ratingagenturen Moody's und Scope bestätigten ihre Investment-Grade-Ratings für die Haniel-Holding. Ausgewogene Financial Governance Die obersten Ziele des Finanzmanagements liegen in der jederzeitigen Deckung des Finanzierungs- und Liquiditätsbedarfs unter Wahrung der unternehmerischen Selbstständigkeit sowie der Begrenzung finanzieller Risiken. Innerhalb der Vorgaben der Holding steuern die Portfoliounternehmen ihre jeweilige Finanzierung basierend auf einer eigenen Finanz- und Liquiditätsplanung. Auch das Cash Management liegt in ihrer Verantwortung. Zur Ausnutzung von Größenvorteilen unterstützen die Holding und ihre Finanzierungsgesellschaft die Portfoliounternehmen und bieten zusammen mit Bankpartnern in verschiedenen Ländern Cash Pools an. Durch die Kombination von zentralen Vorgaben mit der Eigenständigkeit der Portfoliounternehmen hinsichtlich ihrer Finanzierung wird den individuellen Anforderungen der Portfoliounternehmen an das Finanzmanagement Rechnung getragen. Investment-Grade-Ratings bestätigt Haniels Ratings liegen alle im Investment-Grade-Bereich: Moody's bestätigte das Rating im ersten Halbjahr 2022 mit Baa3 erneut. Auch die europäische Ratingagentur Scope hat das bestehende Rating von BBB- im Investment-Grade-Bereich bekräftigt, ebenfalls mit stabilem Ausblick. Die Finanzpolitik Haniels zeichnet sich durch eine maßvolle Ziel-Nettofinanzverschuldung auf Holding-Ebene von bis zu 1 Milliarde Euro gepaart mit einer soliden langfristigen Finanzierungsstruktur aus. Trotz aller Auswirkungen durch die Corona-Pandemie sowie Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine entwickelten sich die für das Rating wesentlichen Kennzahlen Total Cash Cover und Marktwert-Gearing solide und entsprachen den Maßstäben der genannten Ratingbewertungen. Finanzierung breit aufgestellt Beim Finanzmanagement setzt die Haniel-Gruppe auf eine Diversifikation der Finanzierung: Unterschiedliche Finanzierungsinstrumente mit diversen Geschäftspartnern sichern jederzeit den Zugang zu Liquidität und reduzieren die Abhängigkeit von einzelnen Finanzierungsinstrumenten und Geschäftspartnern. Eine weitere zentrale Säule im Finanzmanagement ist die Refinanzierung über den Kapitalmarkt. Hierzu aktualisiert die Haniel-Holding in größeren Abständen ihr Commercial Paper Programme und hat im Dezember 2022 ein jederzeit nutzbares Single European Debt Issuance Programme veröffentlicht. Insgesamt betragen die Finanziellen Verbindlichkeiten, die in der Bilanz der Haniel-Gruppe zum 31. Dezember 2022 ausgewiesen werden, 1.952 Millionen Euro nach 1.476 Millionen Euro zum 31. Dezember 2021. Der Aufbau der Verbindlichkeiten geht im Wesentlichen auf den Erwerb zusätzlicher TAKKT-Aktien sowie Akquisitionen bei BekaertDeslee und - in größerem Umfang - bei der CWS zurück. Weiterhin flossen Finanzmittel in den Aufbau des Umlaufvermögens. Des Weiteren verfügen vor allem die Portfoliounternehmen BekaertDeslee, CWS und TAKKT neben Kreditlinien bei Banken über ein breites Spektrum zusätzlicher Finanzierungsinstrumente. Solides Finanzpolster Die Nettofinanzschulden der Haniel-Gruppe, also die Finanziellen Verbindlichkeiten abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, sind mit 1.767 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022 gegenüber 1.423 Millionen Euro zum Jahresende 2021 gestiegen. Dies ist wie erwähnt hauptsächlich auf den Erwerb zusätzlicher TAKKT-Aktien und Akquisitionen bei BekaertDeslee und CWS zurückzuführen. Die Nettofinanzposition erhöhte sich von 1.131 Millionen Euro zum 31. Dezember 2021 auf 1.541 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022. Die Nettofinanzposition ergibt sich aus den Nettofinanzschulden abzüglich der Anlageposition der Haniel-Holding - ohne Berücksichtigung kurz- und langfristiger Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit gestiegen Zur Beurteilung der Liquiditätsstärke der laufenden Geschäftstätigkeit dient der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit. Dieser berücksichtigt neben Cash-wirksamen Aufwendungen und Erträgen der Gewinn- und Verlustrechnung auch die Veränderung des kurzfristigen Nettovermögens. 2022 stieg dieser vor allem aufgrund eines konsequenten Working Capital Managements auf 588 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte er bei 442 Millionen Euro gelegen. Haniel investiert in Entwicklung der Portfoliounternehmen Der Cashflow aus Investitionstätigkeit, also der Saldo aus Auszahlungen für die Investitionstätigkeit und Einzahlungen aus der Desinvestitionstätigkeit, lag 2022 bei -576 Millionen Euro. Insgesamt standen den Auszahlungen in Höhe von 661 Millionen Euro Einzahlungen aus Desinvestitionstätigkeit in Höhe von 85 Millionen Euro gegenüber. Es wurden Mittel verwendet, um das Geschäft der Portfoliounternehmen akquisitorisch zu stärken. CWS erwarb die STAXS Gruppe in den Niederlanden, BERNET in der Schweiz und GOREX in Deutschland. BekaertDeslee baute sein Nordamerikageschäft durch den Erwerb der kanadischen Maxime Gruppe aus. Die Haniel-Holding investierte auch im Geschäftsjahr 2022 in Wachstumskapitalfonds und Start-ups und stärkte damit weiter den Investitionsbereich Growth Capital. Erneut investierten die Portfoliounternehmen erheblich in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug 2022 121 Millionen Euro. Dieser enthielt Zahlungen an Gesellschafter sowie Anteilserhöhungen bei bereits konsolidierten Portfoliounternehmen sowie die Aufnahme von Verbindlichkeiten im Wesentlichen zur Finanzierung der Akquisitionen. Im Vorjahreszeitraum hatte er bei 132 Millionen Euro gelegen. Der Operating Free Cashflow betrug im Berichtsjahr 250 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte er bei 116 Millionen Euro gelegen. Dies ist auf eine deutliche Verbesserung des Cashflows aus der Veränderung des Netto-Betriebsvermögens zurückzuführen. Der Operating Free Cashflow gibt an, wie viel des ausgewiesenen Periodenergebnisses sich nach Veränderungen des kurzfristigen Nettovermögens, Leasingzahlungen und Investitionen in das Anlagevermögen im Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit niederschlägt. Im Jahr 2022 wurde eine Dividende in Höhe von 78 Millionen Euro an die Gesellschafter der Franz Haniel & Cie. GmbH gezahlt. Im Jahr 2021 waren es 60 Millionen Euro gewesen.
Haniel-GruppeVermögenslageAufgrund der gestiegenen Bilanzsumme sank die Eigenkapitalquote der Haniel-Gruppe auf 41 Prozent und verbleibt damit auf einem sehr soliden Niveau. Das belegt das künftige Investitionspotenzial von Haniel. Bilanzsumme gestiegen Die Bilanzsumme der Haniel-Gruppe ist von 6.303 Millionen Euro zum 31. Dezember 2021 auf 6.570 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022 gestiegen. Das langfristige Vermögen blieb mit 5.123 Millionen Euro nach 5.081 Millionen im Vorjahr annähernd konstant. Zugängen durch Akquisitionen auf Ebene der Portfoliounternehmen und im Bereich Growth Capital der Holding stehen insbesondere Abgänge durch die Entkonsolidierung von Optimar, die Bewertung der Beteiligung an KMK kinderzimmer sowie der Rückgang des Bilanzansatzes der CECOMOMY vor dem Hintergrund der Anteilsverwässerung gegenüber. Das kurzfristige Vermögen betrug 1.447 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022, nach 1.223 Millionen Euro zum 31. Dezember 2021. Der Anstieg steht insbesondere im Zusammenhang mit der starken Geschäftsentwicklung, die mit Zahlungsmittelzuflüssen und einem Forderungsaufbau zum Jahresende einherging. Eigenkapital gesunken Das Eigenkapital der Haniel-Gruppe ist von 2.955 Millionen Euro zum 31. Dezember 2021 auf 2.684 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022 gesunken. Der Rückgang ist auf den Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres, Zahlungen an die Anteilseigner sowie Effekte aus Beteiligungstransaktionen zurückzuführen. Aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme sank die Eigenkapitalquote von Haniel von 47 Prozent auf 41 Prozent. Das weiterhin solide Niveau der Eigenkapitalquote belegt das Investitionspotenzial von Haniel.
Die langfristigen Schulden erhöhten sich von 2.026 Millionen Euro zum 31. Dezember 2021 auf 2.306 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022. Diese Entwicklung resultiert aus einem Anstieg der Finanziellen Verbindlichkeiten insbesondere zur Finanzierung der im Geschäftsjahr getätigten Akquisitionen und Investitionen. Gegenläufig führte das gestiegene Zinsniveau zu einem wesentlich niedrigeren Bilanzansatz der Pensionsrückstellungen. Die kurzfristigen Schulden stiegen von 1.322 Millionen Euro zum 31. Dezember 2021 auf 1.580 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022. Ursächlich hierfür waren vor allem der Anstieg der Finanziellen Verbindlichkeiten aufgrund der getätigten Investitionen, höhere Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung durch Umsatzwachstum sowie effektives Cash Management. Bilanzielle Investitionen über Vorjahresniveau Die bilanziellen Investitionen lagen mit 773 Millionen Euro im Jahr 2022 unter dem Niveau des Vorjahres in Höhe von 1.047 Millionen Euro. Die wesentlichen Treiber für die Entwicklung 2021 waren die Akquisitionen der Portfoliounternehmen BauWatch und KMK kinderzimmer im Vorjahr gewesen. Dem stehen im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt geringere Investitionen für Akquisitionen auf Ebene der Portfoliounternehmen sowie der Ausbau des Bereichs Growth Capital der Holding gegenüber. Holding Franz Haniel & Cie.Die Holding hat mit dem Ziel, Wert für Generationen zu schaffen, die Strategie des Unternehmens neu ausgerichtet: Haniel vereint nun eine konsequente Ausrichtung an Nachhaltigkeitskriterien mit klarer Performance-Orientierung. Transformationsprojekt weitergeführt Haniel verfolgt das Ziel, sein Portfolio zukunftssicher aufzustellen und wachstumsstark weiterzuentwickeln. Im Jahr 2022 hat das Unternehmen das Portfolio durch Akquisitionen innerhalb der Portfoliounternehmen weiterentwickelt. Ergänzend zum Fokus auf etablierte Unternehmen baut Haniel den Bereich Growth Capital weiter auf. So hat sich Haniel auch 2022 mit einem Teil des Investitionsvolumens über Risikokapitalfonds und Direktinvestitionen mit dem Schwerpunkt auf den Investmentbereich Planet bei Unternehmen engagiert, die sich in früheren Phasen der Entwicklung befinden. Mit der Investition in junge Unternehmen will Haniel frühzeitiger am Wachstum partizipieren und Diversifizierungschancen nutzen - mit Schwerpunkt Clean Tech. Im Berichtsjahr hat sich Haniel insbesondere an Fonds beteiligt, die auf nachhaltige Investitionen fokussiert sind, zum Beispiel an Verdane Idun sowie Summa Equita in Europa und dem Lightrock Climate Impact Fund sowie dem Generation IM Sustainable Solutions Fund IV in den USA. Gleichzeitig wurden weitere Direktinvestitionen getätigt: So beteiligte sich Haniel sowohl am lettischen Unternehmen Aerones, das robotergestützte Wartungssysteme für Windkraftanlagen vertreibt, als auch an 1KOMMA5°, einem aufstrebenden Unternehmen für die Installation von CO 2-neutralen Energiesystemen im Privatkundenbereich. Insgesamt sagte die Haniel-Holding bis 2022 über Growth Capital Investitionskapital von über 165 Millionen Euro und 232 Millionen US-Dollar zu. Verschuldungsgrad angestiegen Die Nettofinanzschulden der Haniel-Holding sind aufgrund von Investitionen in die Portfoliounternehmen BekaertDeslee, Emma und TAKKT sowie in den Bereich Growth Capital gestiegen und lagen nach 543 Millionen Euro am 31. Dezember 2021 bei 628 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022. Das Finanzvermögen der Haniel-Holding lag zum 31. Dezember 2022 bei 432 Millionen Euro, nach 746 Millionen Euro im Vorjahr. Die Nettofinanzposition der Haniel-Holding, definiert als Nettofinanzschulden abzüglich des Finanzvermögens, betrug zum 31. Dezember 2022 185 Millionen Euro, nach 203 Millionen Euro zum 31. Dezember 2021. Auf Basis der selbst gesteckten Obergrenze für Nettofinanzschulden von 1 Milliarde Euro standen Haniel zum Stichtag 31. Dezember 2022 rund 804 Millionen Euro zur Verfügung, um das Portfolio weiterzuentwickeln und auszubauen. In diesem Zusammenhang verfügt die Haniel-Holding über fest zugesagte Langfrist-Kreditlinien in Höhe von 725 Millionen Euro, ein jederzeit nutzbares Commercial Paper Programme sowie ein jederzeit nutzbares Single European Debt Issuance Programme und damit in Summe über ein komfortables Liquiditätspotenzial. Die Zielverschuldung wird regelmäßig in Abhängigkeit von der Entwicklung des Holding-Cashflows und der Marktwertentwicklung des Portfolios analysiert. Auch nach dem geplanten Erwerb neuer Portfoliounternehmen strebt Haniel derzeit für ein Investment-Grade-Rating angemessene Nettofinanzschulden von weiterhin etwa 1 Milliarde Euro an. Ratings im Investment-Grade-Bereich Die Haniel-Holding verfügt weiter über Investment-Grade-Ratings bei beiden beauftragten Ratingagenturen: Moody's bestätigte das Rating von Baa3 im Investment-Grade-Bereich und auch Scope hat sein Urteil von BBB- bestätigt. Verantwortung mit Tradition Haniel übernimmt seit mehr als 265 Jahren als "Unternehmensbürger" Verantwortung für den Standort Duisburg und die Region. Es werden zahlreiche Initiativen und Projekte vor allem am Unternehmenssitz unterstützt. Dabei konzentriert sich das gesellschaftliche Engagement auf drei Schwerpunkte: Bildungsförderung, Standortverantwortung und Mitarbeiterengagement. Im Jahr 2022 intensivierte Haniel seine Aktivitäten für den Standort Duisburg-Ruhrort mit dem Start der Initiative "Urban Zero - Ruhrort wird enkelfähig". Dazu hat Haniel gemeinsam mit der städtischen Baugesellschaft GEBAG, dem Duisburger Hafen duisport und der Beratung GREENZERO die Initiative "Urban Zero" gegründet mit dem Ziel, Haniels Heimatstandort zum ersten umweltneutralen Quartier weltweit und damit zur Blaupause für Enkelfähigkeit im urbanen Raum zu machen. Bis 2029 soll dieses Ziel, das sich nicht nur auf Klimaneutralität, sondern unter anderem auch auf Biodiversität sowie den Schutz von Böden und Gewässern konzentriert, gemeinsam mit Unterstützung der Ruhrorter Bürger:innen, von Partnerunternehmen und der Politik, erreicht werden. Dreh- und Angelpunkt der Initiative ist der Enkelfähig Campus. Bis 2025 will Haniel seinen Heimatstandort zum zentralen Ort für den Austausch und die Entwicklung von innovativen, nachhaltigen und zukunftsorientierten Geschäftsmodellen entwickeln - ein Leuchtturm für Haniel als Europas führender Purpose-getriebener Investor. Hierbei und generell bei der Transformation der lokalen Wirtschaftslandschaft hin zu nachhaltigeren Geschäftsmodellen zeichnet sich die Zusammenarbeit mit der Impact Factory als Erfolgsfaktor ab. Der 2019 gegründete und von Haniel maßgeblich finanzierte Start-up-Inkubator ist deutschlandweit führend beim Aufbau nachhaltiger und gleichzeitig ökonomisch erfolgreicher Start-ups mit Impact im Ruhrgebiet. Die Haniel Stiftung ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Engagements von Haniel. Seit ihrer Gründung 1988 hat sich das Stiftungsvermögen der Haniel Stiftung verzehnfacht - von 5 Millionen auf fast 50 Millionen Euro. Mit ihren geförderten Projekten setzt sie sich für eine nachhaltige, werteorientierte und enkelfähige Gesellschaft und Wirtschaft ein. Als unternehmerische Stiftung konzentriert sie sich auf die Schwerpunkte "Bildung als Chance" und "Enkelfähiges Unternehmertum". Verkürzte Erklärung zur Unternehmensführung: Diversität als unerlässliche Voraussetzung für Enkelfähigkeit Der Haniel-Aufsichtsrat und das Management-Team bekennen sich klar zu Diversität, Chancengleichheit und Inklusion als einem strategischen Erfolgsfaktor für die Zukunfts- und Enkelfähigkeit von Haniel und seinen Portfoliounternehmen. Haniel fördert dabei eine Kultur, in der sich alle wertgeschätzt fühlen, um das volle Potenzial seiner Mitarbeiter:innen auszuschöpfen. Zur Förderung dieser Kultur der Vielfalt und des Engagements setzen sich der Aufsichtsrat und die Haniel-Führungsebene ambitionierte Ziele für die gleichberechtigte Teilhabe aller. Auch ist eine klar gelebte und wahrgenommene Wertschätzung ein elementarer Baustein dieser Ambition. Geeignete Maßnahmen und Angebote zur Förderung einer diversen Kultur werden stetig erweitert und umgesetzt. Als Indikator für die Messung der gleichberechtigten Teilhabe dient auch der Anteil von Frauen in Führungspositionen. Die Geschäftsführung der Franz Haniel & Cie. GmbH hat dementsprechend und gleichbedeutend mit einer verkürzten Erklärung zur Unternehmensführung Zielgrößen für den Frauenanteil in der Holding festgelegt. Für die Geschäftsführung hat der Aufsichtsrat bis zum 31. Dezember 2024 weiterhin eine Zielgröße von null festgelegt 1. Der Frauenanteil für die ersten beiden Ebenen unterhalb der Geschäftsführung soll bis zum 31. Dezember 2026 jeweils 50 Prozent betragen. Dies ist laut Beschlussformel wie folgt begründet: Der Aufsichtsrat unterstützt grundsätzlich die Zielsetzung der Gesetze zur "Gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen" (FüPoG I+II) und strebt ein Erreichen dieses Ziels in der Franz Haniel & Cie. GmbH an. Dabei ist es für den Aufsichtsrat von großer Bedeutung, auf der Grundlage des Wertekanons der Familie Haniel und der Festlegungen durch die Geschäftsführung (Vorstand) im aktuellen Transformationsprozess ("Enkelfähigkeit herstellen"), eine konsequente Frauenförderung nicht nur in der Geschäftsführung (Vorstand), sondern auch auf den nachgelagerten Führungsebenen durchzusetzen. Allerdings ist für den erfolgreichen Abschluss des grundlegenden und umfassenden Transformationsprozesses, den der Haniel-Konzern zurzeit durchläuft, eine personelle Kontinuität in der Geschäftsführung (Vorstand) unerlässlich. Eine Veränderung der Zusammensetzung der Geschäftsführung (Vorstand) zum jetzigen Zeitpunkt lehnt der Aufsichtsrat ab - der Erfolg des Transformationsprozesses soll in keinem Falle gefährdet werden. Die Laufzeit der vertraglichen Bindung an die Geschäftsführer (Vorstände) spielt in diesem Zusammenhang ebenfalls eine erhebliche Rolle. Aufgrund der erfolgreichen Arbeit beider Geschäftsführer (Vorstände) will der Aufsichtsrat an der Zusammenarbeit festhalten. Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind sich aber uneingeschränkt darin einig, dass im Falle einer zukünftig für zweckmäßig erachteten Erweiterung der Geschäftsführung (Vorstand) die Festlegung der Zielgröße einer erneuten Überprüfung und ggf. Beschlussfassung zugeführt werden soll. Zur gemeinsamen Auffassung gehört dabei, dass das auch vor Ablauf des Jahres 2024 erfolgen kann. Dadurch soll die auch vom Aufsichtsrat angestrebte gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen bei jeder Veränderung ausreichend berücksichtigt werden. Bei der Erreichung dieser Ziele hat Haniel bereits gute Fortschritte gemacht: Das Investment Committee im Sinne einer erweiterten Geschäftsleitung weist zum 31. Dezember 2022 einen Frauenanteil von 50 Prozent auf. Zum selben Datum betrug der Frauenanteil in der Holding auf Level 1 bereits 75 Prozent und auf Level 2 33 Prozent. Im Aufsichtsrat sollen bis zum 31. Dezember 2026 zwei Frauen repräsentiert sein. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind sich einig, dass die Zielsetzung des FüPoG erreicht werden soll. Allerdings erfordert dies eine Reihe von Vorbereitungen - sowohl für die Anteilseigner- als auch für die Arbeitnehmerseite. In der Familie Haniel müssen Mitglieder auf die Tätigkeit im Aufsichtsrat vorbereitet werden. Auf der Arbeitnehmerseite erfolgen die Nominierungen über die zuständigen Betriebsräte, Gesamtbetriebsräte und Gewerkschaften und sollen die Ziele des FüPoG idealerweise widerspiegeln. Grenzen werden jedoch durch die bestehende Wahlfreiheit gesetzt. Vor diesem Hintergrund wird die Festlegung auf die Zielgröße zwei als angemessen erachtet. Sie eröffnet dem Unternehmen den notwendigen Spielraum, um die Zielsetzung des Gesetzes zur gleichberechtigten Teilhabe schrittweise nachhaltig zu verwirklichen. Chancen- und RisikoberichtErfolgreiches unternehmerisches Handeln beruht darauf, sich bietende Chancen zu nutzen und adäquat mit Risiken umzugehen. Es gilt, beides für die Geschäftsentwicklung in der Haniel-Gruppe frühzeitig zu erkennen, im Detail zu analysieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Chancen wertsteigernd nutzen In der Haniel-Gruppe werden Chancen als unternehmerische Handlungsmöglichkeiten verstanden, die es zu nutzen gilt, um zusätzliches profitables Wachstum zu erreichen. Chancen werden in erster Linie identifiziert, indem Märkte kontinuierlich und systematisch beobachtet werden. Das Chancenmanagement ist in den Prozess der Strategieentwicklung eingebunden. Im Rahmen dessen werden auf Basis eines umfassenden Markt-, Wettbewerbs- und Trendverständnisses unternehmerische Optionen bewertet und Initiativen entwickelt, um diese wertsteigernd zu nutzen. Die Strategie und ihre Umsetzung diskutieren die Mitglieder des Haniel-Managements intensiv mit dem Management der Portfoliounternehmen in regelmäßig stattfindenden Gesprächen. Darüber hinaus wird die Strategie der Holding regelmäßig hinterfragt und gegebenenfalls angepasst. Hierzu steht das Haniel-Management im regelmäßigen Dialog mit dem Aufsichtsrat. Optionen für nachhaltiges und profitables Wachstum Unternehmerische Handlungsoptionen für die Haniel-Gruppe gibt es viele. Holding und Portfoliounternehmen suchen fortwährend nach Möglichkeiten, die nachhaltiges und profitables Wachstum sichern. Die in der Haniel-Gruppe identifizierten Chancen sind im Folgenden aufgeführt: Optimierung des Geschäftsportfolios: Haniel überprüft kontinuierlich die strategische Ausrichtung des Portfolios. Auf diese Weise soll das Haniel-Beteiligungsportfolio durch Unternehmenskäufe und -verkäufe nachhaltig wertsteigernd weiterentwickelt werden. Neue Portfoliounternehmen sollen langfristig einen Wertbeitrag zum wirtschaftlichen Erfolg der Gruppe leisten können und im Einklang mit ökologischen und gesellschaftlichen Werten stehen. Die Enkelfähig-Strategie basiert auf der Überzeugung, dass nur nachhaltige Geschäftsmodelle, die einen positiven Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leisten, auch langfristig wirtschaftlich erfolgreich sind. Internationale Expansion: Alle Haniel-Portfoliounternehmen und die Finanzbeteiligungen sind in Europa, BekaertDeslee, ROVEMA und TAKKT auch in Nordamerika stark vertreten und dort mit ihren unterschiedlichen Geschäftsmodellen gut aufgestellt. Möglichkeiten für weiteres Wachstum sieht Haniel in der Verstärkung der Präsenz in diesen Märkten und in den dynamisch wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Hierzu zählen Osteuropa, Nord- und Lateinamerika sowie Südost-Asien. Expansionsmöglichkeiten können durch Neugründungen, Unternehmenskäufe oder Beteiligungen wahrgenommen werden. "Enkelfähig" - Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor: Unternehmerische Verantwortung hat bei Haniel eine lange Tradition. Sie drückt sich in dem Bestreben aus, ökonomischen Wert im Einklang mit ökologischen und gesellschaftlichen Beiträgen zu steigern. Um diesem Anspruch gerecht zu werden und in der Überzeugung, dass zukünftig nur auf Nachhaltigkeit basierende Geschäftsmodelle überdurchschnittliches Wachstum erreichen können, hat die Haniel-Holding Nachhaltigkeit in allen Phasen der Wertschöpfung verankert: Haniel beurteilt Akquisitions- und Investitionsmöglichkeiten auch unter Nachhaltigkeitsaspekten auf der Grundlage einer "Future Worth Living" (FWL) Bewertung und unterstützt die Portfoliounternehmen dabei, ihre Produktpaletten zu bewerten und den Anteil an sogenannten "enkelfähig solutions" kontinuierlich zu steigern und so zusätzliches Wachstum zu generieren. In diesem Rahmen entwickeln die Portfoliounternehmen in Zusammenarbeit mit Expert:innen aus der Holding eigenverantwortlich Initiativen, die unter Berücksichtigung der jeweiligen Besonderheiten des Geschäfts das profitable Wachstum mit einem besonderen Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte stärken sollen. Denn Kund:innen entscheiden sich zunehmend für nachhaltig wirtschaftende Geschäftspartner:innen, deren Produkte und Dienstleistungen sich durch Ressourceneffizienz und Sozialverträglichkeit vom Wettbewerb differenzieren. Digitalisierung: Die Digitalisierung verändert das Verhalten von privaten Konsument:innen und Geschäftskund:innen tiefgreifend. Dies geht für die Haniel-Gruppe einher mit großen Chancen in der Wertschöpfungskette, an der Schnittstelle zu Kund:innen und für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Auch die Verfügbarkeit großer Datenmengen eröffnet Möglichkeiten zur Neugestaltung von Wertschöpfungsketten und Verbesserung des Kundenangebots. Die Entwicklung von und das wachsende Angebot an Lösungen, die auf künstlicher Intelligenz beruhen, bieten hier weitere Anknüpfungspunkte. Steigender Bedarf an Hygieneprodukten und -dienstleistungen: Die Corona-Krise wirkt sich vermutlich langfristig auf das Hygienebewusstsein von Privatpersonen sowie auf die Anforderungen, die an öffentliche Einrichtungen gestellt werden, aus. Strengere Hygienekonzepte im Gastronomie- und Einzelhandelsbereich können einen gesteigerten Absatz der von CWS angebotenen Waschraumhygieneprodukte und -mietlösungen begünstigen. Steigender Lebensstandard: In den Märkten mit hohem Wohlstandsniveau wird eine wachsende Nachfrage nach Matratzen und Lösungen erwartet, welche die Gesundheit und das Wohlbefinden fördern. Hierzu tragen das Angebot von Emma - The Sleep Company und die Stoffe von BekaertDeslee für Matratzenbezüge durch ihr Design und ihre Produkteigenschaften wesentlich bei. Darüber hinaus ergeben sich für Emma und BekaertDeslee in den sich entwickelnden Volkswirtschaften, insbesondere in Asien, aufgrund des zunehmenden Wohlstands mittel- und langfristig Wachstumschancen aus der steigenden Nachfrage nach Matratzen. Vom steigenden Wohlstandsniveau in diesen Märkten wird auch ROVEMA mit seinem Angebot hochqualitativer Verpackungsmaschinen in der Zukunft profitieren können: Hygienisch einwandfreie, ansprechende und für Verbraucher:innen komfortable Verpackungen werden in diesen Märkten mittel- und langfristig an Bedeutung gewinnen. Ferner zeigen sich neue Marktchancen durch den Einsatz ressourcenschonender oder kompostierbarer Materialien. Industrie 4.0 und Automatisierung: Die intelligente Nutzung von Daten und die Vernetzung von Produktionsprozessen werden die Wertschöpfungskette in vielen Branchen in der Zukunft grundlegend verändern. Hiervon kann auch ROVEMA durch die Nutzung und den Ausbau der Kompetenz als Systemintegrator für Produktionsanlagen profitieren. Beispielsweise können Wartungszyklen in den jeweiligen Produktionslinien durch das Zusammenspiel von Hard- und Software optimiert werden. Auf diese Weise trägt ROVEMA dazu bei, dass ihre Kund:innen die Anlagen besser und effizienter betreiben können. Mit dem damit einhergehenden Ausbau des Geschäfts mit Services und Ersatzteilen kann ROVEMA die Kundenbindungen verbessern. Bildung und Sicherheit: Dem stetig wachsenden Bedarf an frühkindlicher Bildung in Deutschland trägt das skalierbare Geschäftsmodell von KMK kinderzimmer Rechnung, mit dem für alle zugängliche Kita-Plätze geschaffen werden und durch ein modernes pädagogisches Konzept die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert wird. Insbesondere bleibt festzuhalten, dass auf dem deutschen Kinderbetreuungsmarkt über 383.000 Plätze fehlen und in Deutschland im internationalen Vergleich eine vergleichsweise niedrige Betreuungsquote vorherrscht. Dies unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung von KMK bei der Bereitstellung hochwertiger Bildung für alle Kinder - unabhängig von sozialer Herkunft. Von dem Trend zur effizienten, automatisierten Überwachung von Gebäuden, Anlagen und Baustellen zwecks Vermeidung von unbefugtem Zugang oder Diebstählen kann insbesondere die BauWatch-Gruppe mit ihren modernen Überwachungs- und Zugangskontrolllösungen profitieren. Die anhaltend starke Investitionstätigkeit im Bau- und Infrastrukturwesen in Deutschland und Europa sollte diesen Trend auch künftig stützen. In der Gesamtbetrachtung bieten sich der Haniel-Gruppe unverändert eine Vielzahl von Chancen für nachhaltiges und profitables Wachstum in der Zukunft. Insbesondere stehen der Haniel-Holding weiterhin ausreichend Finanzmittel zur Verfügung, um damit neue attraktive Portfoliounternehmen zu erwerben - mit vielen neuen Chancen. Systematisches Risikomanagement Haniels Ziel ist es, sich zu Europas führendem Purpose-getriebenen Investor zu entwickeln und Wert für Generationen schaffen. Dafür bauen wir im Rahmen unseres Enkelfähig-Ansatzes nachhaltige Unternehmen für eine lebenswerte Zukunft auf. Dieses unternehmerische Engagement ist untrennbar mit potenziellen Risiken verbunden. Der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken ist daher ein wesentlicher Grundsatz unserer Risikopolitik und integraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Dabei bleibt die Bereitschaft, berechenbare Risiken einzugehen, die notwendige Voraussetzung jeglicher unternehmerischen Tätigkeit. Zur Steuerung der unternehmerischen Risiken verfügt Haniel über ein Risikomanagementsystem, das den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Gruppenweite Mindestanforderungen sollen sicherstellen, dass in allen Portfoliounternehmen ein angemessenes Risikomanagementsystem etabliert ist und eine ausreichende Berichterstattung an die Haniel Holding gewährleistet wird. Dazu hat jedes Portfoliounternehmen unter Beachtung relevanter rechtlicher Rahmenbedingungen ein spezifisches Risikomanagementsystem zu gestalten - abgestimmt auf das jeweilige Geschäftsmodell sowie die Organisations- und Führungsstruktur. Der Risikomanagementprozess ist sowohl auf Gruppenebene als auch in den Portfoliounternehmen ein fortlaufender Prozess, bei dem Einzelrisiken identifiziert, erfasst, analysiert und geeignete Steuerungs- und Überwachungsmaßnahmen festgelegt werden. Alle risikobegrenzenden Maßnahmen werden grundsätzlich in einem wirtschaftlich sinnvollen Umfang durchgeführt und zeitnah an sich ändernde Rahmenbedingungen angepasst. Abhängigkeit von Portfoliounternehmen Da Haniel als Beteiligungsholding typischerweise keine eigenen operativen Aktivitäten hat, hängt der Erfolg von den Portfoliounternehmen ab. Wesentliche Risiken ergeben sich entsprechend aus den Investitionsentscheidungen der Holding sowie der einzelnen Beteiligungen, wobei sich Marktrisiken, Strategische Risiken, Operationale Risiken, Ausfallrisiken sowie Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten unterscheiden lassen. Marktrisiken Generell sieht sich Haniel Marktrisiken ausgesetzt, wie beispielsweise Konjunktur- und Branchenentwicklungen sowie Risiken aus Kunden-, Lieferanten-, Zins-, Währungs-, Finanzierungs- und Preismärkten. In der aktuellen Lage sind die Konjunkturrisiken am bedeutendsten, insbesondere in Kombination mit einer hohen Inflation. Bei stagnierender Konjunktur und hoher Inflation müssen Portfoliounternehmen beispielsweise bei rückläufiger Nachfrage höhere Preise für Rohstoffe oder Energie zahlen, was sich direkt auf ihre Margen auswirkt. Auch steigende Lohnkosten aufgrund höherer Inflation können die Gewinne der Portfoliounternehmen schmälern. Haniel ist auf Ebene der Holding wie auch der Portfoliounternehmen gefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen der Marktrisiken auf die Portfoliounternehmen abzufedern und mögliche Risiken zu minimieren. Dazu gehören beispielsweise die sorgfältige Auswahl von Investitionsprojekten, die Anpassung der Geschäftsstrategien oder aktives Inflationsmanagement. Strategische Risiken Als Beteiligungsholding mit einem diversifizierten Portfolio ist Haniel von Entwicklungen und Trends in einer Vielzahl von Branchen und Märkten betroffen. Wenn Entwicklungen nicht rechtzeitig erkannt oder falsch eingeschätzt werden, kann dies erhebliche Auswirkungen auf die langfristige Performance und den Erfolg einzelner Portfoliounternehmen wie auch der Haniel-Gruppe insgesamt haben. Beispielsweise könnten neue Technologien oder disruptive Geschäftsmodelle auftauchen, die die Wettbewerbsposition der Beteiligungen beeinträchtigen könnten. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass Haniel möglicherweise in Branchen oder Unternehmen investiert, die sich später als langfristig unrentabel oder instabil erweisen, was zu Verlusten oder geringen Renditen führen kann. Um diese Risiken zu minimieren, führt Haniel im Rahmen des M&A-Prozesses eine sorgfältige und umfassende Marktanalyse und Due Diligence durch. Darüber hinaus arbeitet Haniel eng mit den Portfoliounternehmen zusammen, um Trends und Entwicklungen in ihren Branchen kontinuierlich zu beobachten und Strategien entsprechend anzupassen. Operationale Risiken Das Unternehmen ist potenziellen operativen Risiken ausgesetzt, welche durch Störungen in Geschäftsprozessen, Versorgungsengpässe bei Einsatzmaterialien oder Energie, Personalausfälle oder Systemfehlfunktionen verursacht werden können. Im schlimmsten Fall können diese Risiken zu einer Unterbrechung der Geschäftstätigkeit führen und somit erhebliche negative Auswirkungen auf den Erfolg der Portfoliounternehmen haben. Zum Beispiel wenn Kund:innen aufgrund der Unterbrechung Verträge kündigen oder das Image des Portfoliounternehmens darunter leidet, dass Kund:innen und Partner:innen nicht zuverlässig beliefert werden können. Darüber hinaus besteht ein über die letzten Jahre erhöhtes Risiko durch Cyber-Angriffe, die ebenfalls zu Betriebsunterbrechungen und Reputationsschäden, aber auch zu Datenschutzverletzungen führen können. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, sind Gegenmaßnahmen wie die Implementierung von Notfallplänen, Schulungen zur Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen, Sicherheitsmaßnahmen gegen Cyber-Angriffe ergriffen worden. Ausfallrisiken Haniel investiert auch in Wachstumsunternehmen mit hohem Potenzial. Sogenannte Frühphaseninvestitionen bringen jedoch auch ein höheres Risiko in Bezug auf mögliche Wertverluste mit sich, beispielsweise aufgrund von Konkurrenz, Marktschwankungen oder unvorhergesehenen Entwicklungen. Sollte das Unternehmen nicht wie erwartet wachsen oder sogar scheitern, kann dies zu einem Verlust des investierten Kapitals führen. Bei der Anlage von Finanzmitteln und Investitionen in Fonds besteht das Risiko von Wertschwankungen, welches Haniel durch die Streuung der Anlagen zu mindern anstrebt. Darüber hinaus besteht bei der Anlage von Finanzmitteln prinzipiell die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit einer Gegenpartei und damit das Risiko des Forderungsausfalls. Um dem zu begegnen, verteilt Haniel die Anlagen auf eine Vielzahl von Vertragspartnern und hat in Abhängigkeit von deren Bonität entsprechende Limits festgelegt. Dies ist in einer Richtlinie für die Anlage von Finanzmitteln dokumentiert und wird regelmäßig überwacht. Auf Ebene der Portfoliounternehmen können Ausfallrisiken in Form eines Verlustes von Großkunden oder eines Anstieges von Forderungsausfällen entstehen, wenn sich ein wirtschaftlicher Abschwung, eine Rezession, Inflation oder steigende Energiekosten auf die Insolvenzrate von Unternehmen auswirken. Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten Die Sicherung des Finanzierungsbedarfs für das operative Geschäft erfolgt in der Haniel-Gruppe mit Eigen- und Fremdkapital. Beim Fremdkapital wird eine Diversifikation der Finanzierungsinstrumente und Investorenkreise angestrebt, um flexibel auf Entwicklungen an den Kapitalmärkten und im Bankenbereich reagieren zu können. Zu verbindlich zugesagten, jedoch nur in begrenztem Umfang genutzten bilateralen Kreditlinien kommt in der Holding der gesicherte Kapitalmarktzugang über beispielsweise das aktuelle Commercial Paper Programme und über das bestehende externe Rating hinzu. Bei der Finanzierung mit Fremdkapital ist es von Vorteil, dass die Holding und die Portfoliounternehmen als langjährige und verlässliche Geschäftspartner bei Banken und anderen Investoren ein hohes Maß an Vertrauen genießen. Damit ist die Haniel-Gruppe in der Lage, die Finanzierung des operativen Geschäftsbetriebs sicherzustellen, auch wenn die Einzahlungen aus der Geschäftstätigkeit beispielsweise konjunkturbedingt rückläufig sind. Wirksamkeitsprüfung Das Risikomanagementsystem wird regelmäßig auf seine Wirksamkeit überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt. Risikotragfähigkeit Die identifizierten Risiken können, jeweils für sich betrachtet, nachteilige Auswirkungen auf die Haniel-Gruppe haben. Im Hinblick auf die Gesamtrisikolage wirkt sich jedoch die geschäftsmodellbezogene und regionale Diversifikation positiv aus: Viele Risiken beschränken sich auf einzelne Portfoliounternehmen oder Regionen und sind daher bezogen auf die Gruppe von vergleichsweise geringer Bedeutung. Im Rahmen der Risikotragfähigkeit werden insbesondere die oben genannten wesentlichen Risikoarten quantifiziert. Die allgemeinen Geschäfts- und Reputationsrisiken werden ebenfalls in Schadenserwartungswerten ausgedrückt und finden Eingang in die Risikotragfähigkeitsberechnung. Die bilanzielle Tragfähigkeit aller kumulierten Schadenerwartungswerte ist gegeben, auch wenn davon auszugehen ist, dass nicht alle identifizierten Einzelrisiken in gleicher Weise und zur selben Zeit eintreten. Risiken, die für sich allein oder gesamthaft den Fortbestand des Unternehmens gefährden, sowie nennenswerte, über das normale unternehmerische Risiko hinausgehende zukünftige Risiken sind nicht erkennbar. PrognoseberichtFür das Geschäftsjahr 2023 erwartet Haniel in allen Portfoliounternehmen ein organisches Umsatzwachstum. In Summe geht Haniel davon aus, organisch einen Umsatz über dem Niveau des Vorjahres zu erreichen. Auch das Operative Ergebnis sollte leicht steigen, getrieben vom organischen Wachstum in den Portfoliounternehmen. Gesamtwirtschaftliches Umfeld weiterhin von Unsicherheiten geprägt Der IWF erwartet für das Jahr 2023 eine nur geringe Steigerung der weltweiten Wirtschaftsleistung um 2,9 Prozent. Im Hinblick auf die Eurozone prognostiziert der IWF ein Wachstum von 0,7 Prozent, für die USA geht er von 1,4 Prozent aus. Der weltweite Kampf gegen die Inflation und Russlands Krieg in der Ukraine werden die Weltkonjunktur auch 2023 weiter belasten. Die Inflationsraten werden laut IWF zumindest leicht zurückgehen: von 8,8 Prozent 2022 auf 6,6 Prozent 2023. Da die verschiedenen Portfoliounternehmen international tätig sind, ist das Ergebnis der Haniel-Gruppe auch abhängig von der Entwicklung verschiedener Währungskurse, vor allem der des US-Dollars, des Britischen Pfunds und des Schweizer Frankens. Ergebnisanstiege erwartet Die Haniel-Geschäftsführung blickt optimistisch auf das Jahr 2023, sieht aber auch die skizzierten wirtschaftlichen Unwägbarkeiten. Für das Jahr 2023 werden wir die Umsetzung unserer strikt auf Performance durch Nachhaltigkeit ausgerichteten Strategie nochmals intensivieren. Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und der Nachhaltigkeit der Portfoliounternehmen im Rahmen des gemeinsamen Steuerungsansatzes HOW unterstützen die Annahme einer Performance-Verbesserung in allen Geschäftsbereichen. Durch die zuvor genannten politischen und wirtschaftlichen Risiken können sich Abweichungen von den dargestellten konjunkturellen Rahmenbedingungen und damit von der Umsatz- und Ergebnisprognose ergeben. Insgesamt erwartet die Haniel-Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2023 in allen Portfoliounternehmen ein organisches Umsatzwachstum. In Summe geht die Geschäftsführung davon aus, dass der Umsatz der Haniel-Gruppe organisch über dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Für das Operative Ergebnis wird ebenfalls ein leichter Anstieg erwartet. Aufgrund von Sondereffekten im Jahr 2022 geht die Geschäftsführung davon aus, dass der Operating Free Cashflow 2023 unter dem Niveau von 2022, aber deutlich über dem Niveau von 2021 liegen wird. Die Akquisitionstätigkeit wird auf Ebene der Haniel-Holding, aber auch in den Portfoliounternehmen, weiterhin einen Schwerpunkt bilden: Im Zuge der strategischen Neuausrichtung plant die Holding im Jahr 2023, das Portfolio auszubauen und zusätzlich in Beteiligungsfonds zu investieren. Hierdurch wird der Umfang der bilanziellen Investitionen auf einem spürbar hohen Niveau bleiben. Durch den Erwerb weiterer Portfoliounternehmen oder ergänzende Akquisitionen in den bestehenden Portfoliounternehmen oder deren Veräußerung können Umsatz und Ergebnis von der dargestellten Entwicklung abweichen. Konzernabschluss BilanzHaniel-KonzernAKTIVA
Gewinn- und VerlustrechnungHaniel-Konzern
GesamtergebnisrechnungHaniel-Konzern
Entwicklung des EigenkapitalsHaniel-Konzern
Zu weiteren Erläuterungen zum Eigenkapital siehe Textziffer 12 im Konzernanhang. Haniel-KonzernKapitalflussrechnung
Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit beinhaltet Dividendeneinzahlungen in Höhe von 15 Mio. Euro (Vorjahr: 8 Mio. Euro), Zinseinzahlungen von 10 Mio. Euro (Vorjahr: 9 Mio. Euro) und Zinsauszahlungen von 47 Mio. Euro (Vorjahr: 41 Mio. Euro). Es wurden Ertragsteuern in Höhe von 42 Mio. Euro (Vorjahr: 42 Mio. Euro) gezahlt. In der Zahlungswirksamen Veränderung des Finanzmittelbestandes ist ein Operating Free Cashflow (OFCF) von 250 Mio. Euro (Vorjahr: 116 Mio. Euro) enthalten. Die Erläuterungen zur Ermittlung des Operating Free Cashflows sind im Konzernanhang den Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung (Textziffer 33) zu entnehmen. A. GrundlagenKonzernanhangRechnungslegungsgrundsätze Der Konzernabschluss der Franz Haniel & Cie. GmbH zum 31. Dezember 2022 ist gemäß den zum Bilanzstichtag anzuwendenden und von der Kommission der Europäischen Union übernommenen International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den nach § 315e Abs. 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die Franz Haniel & Cie. GmbH mit Sitz in Duisburg, Deutschland, ist im Handelsregister des Amtsgerichts Duisburg unter der Nummer HR B 25 eingetragen. Der vorliegende Konzernabschluss wurde von der Geschäftsführung am 9. März 2023 aufgestellt. Die Billigung durch den Aufsichtsrat erfolgt in der Sitzung am 30. März 2023. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt, die Angaben erfolgen in Millionen Euro (Mio. Euro), wodurch Rundungsdifferenzen entstehen können. Zur besseren Übersicht sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung verschiedene Posten zusammengefasst dargestellt. Sie werden im Konzernanhang erläutert. Die Bilanz wurde entsprechend IAS 1 in langfristige und kurzfristige Posten gegliedert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Neue Rechnungslegungsvorschriften Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2022 waren nachfolgende, durch den International Accounting Standards Board (IASB) bzw. das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) überarbeitete bzw. neu erlassene sowie von der Kommission der Europäischen Union übernommene Standards, Standardänderungen und Interpretationen erstmals verpflichtend anzuwenden: COVID-19-bezogene Mieterleichterungen nach dem 30. Juni 2021 (Änderungen an IFRS 16) Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung (Änderungen an IAS 37) Jährliche Verbesserungen an den IFRS Standards 2018-2020 Sachanlagen: Erträge vor der geplanten Nutzung (Änderungen an IAS 16) Verweis auf das Rahmenkonzept (Änderungen an IFRS 3) Mit den Änderungen an IAS 37 wird für belastende Verträge festgelegt, dass sich die Kosten der Vertragserfüllung aus den Kosten, die sich direkt auf den Vertrag beziehen, zusammensetzen. Dabei kann es sich entweder um zusätzliche Kosten für die Erfüllung dieses Vertrages handeln oder um eine Zuweisung anderer Kosten, die sich direkt auf die Erfüllung von Verträgen beziehen. Diese Änderungen sind für Verträge anzuwenden, deren Verpflichtungen zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung noch nicht erfüllt sind. Diese Änderung hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzierungspraxis in der Haniel-Gruppe gehabt. Erstmalig ab dem 1. Januar 2022 anzuwenden sind die Änderungen, die im Rahmen des jährlichen Verbesserungsprozesses an den Standards IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41 vorgenommen wurden. Die Änderung des IFRS 1 führt ein Wahlrecht zur Erleichterung der Umstellung auf IFRS für Tochterunternehmen, die erstmalig IFRS anwenden, ein. Die Änderung an dem Standard IFRS 9 betrifft die Klarstellung zur Bestimmung bestimmter Gebühren. Die Verbesserung an IFRS 16 soll für mehr Klarheit sorgen und hat keine Auswirkungen auf die Bilanzierung bei Haniel. Die Änderung am Standard IAS 41 ist für die Haniel-Gruppe nicht relevant. Durch die Änderungen an IAS 16 wird es unzulässig, von den Kosten einer Sachanlage die Erträge abzuziehen, die aus der Veräußerung von Gütern entstehen, die produziert werden, während eine Sachanlage an den beabsichtigten Standort sowie in den beabsichtigten betriebsbereiten Zustand gebracht wird. Stattdessen sind die Erträge aus derartigen Veräußerungen und die Kosten für die Produktion dieser Güter im Betriebsergebnis zu erfassen. Entsprechende Geschäftsvorfälle sind in der Haniel-Gruppe in der Regel nicht zu verzeichnen. Die Aktualisierung des IFRS 3, der sich nunmehr auf das Rahmenkonzept 2018 und nicht mehr auf das Rahmenkonzept 1989 bezieht, hat keine wesentliche Auswirkung auf die Bilanzierung der Haniel-Gruppe. Im Zuge der Corona-Krise und der damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen ist die Erweiterung "Covid-19-Related Rent Concessions Amendment to IFRS 16" vom IASB am 28. Mai 2020 veröffentlicht und am 9. Oktober 2020 von der EU anerkannt worden. Die Erweiterung ermöglicht es, Corona-bedingte Anpassungen der Mietverträge, z. B. Stundungen, vereinfacht zu erfassen. Die Erleichterungsvorschriften wurden im Juni 2021 auch für längere Zeiträume ermöglicht. Für diese Vorschriften bestanden im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr in der Haniel-Gruppe keine Anwendungsfälle. Das IASB bzw. das IFRS IC haben neue bzw. geänderte Regelungen verabschiedet, die im Haniel-Konzern erst im Geschäftsjahr 2023 oder später erstmals verpflichtend sind. Dies setzt die zum Teil noch ausstehende Anerkennung durch die Kommission der Europäischen Union voraus. Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Standards und Interpretationen:
Die erstmalige verpflichtende Anwendung des IFRS 17 ist auf den 1. Januar 2023 verschoben worden. Der Standard regelt die Bilanzierung von Versicherungsverträgen und ersetzt den gültigen Übergangsstandard IFRS 4. In den Anwendungsbereich fallen Versicherungsverträge, Rückversicherungsverträge sowie Kapitalanlageverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung. Der Standard ist auch für Nicht-Versicherungsunternehmen verpflichtend und wird somit auch von Haniel ab dem Geschäftsjahr 2023 angewandt. Eine genaue Analyse der daraus resultierenden Auswirkungen ist noch durchzuführen. Wesentliche Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nicht zu erwarten. Durch die Änderungen an IAS 1 und am IFRS-Leitliniendokument 2 sind wesentliche Informationen in Bezug auf Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und nicht mehr die bedeutenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden anzugeben. Die ab dem Jahr 2023 anzuwendenden Änderungen an IAS 8 sollen die Unterscheidung zwischen Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungsbezogenen Schätzungen verdeutlichen. Dafür wurden die jeweiligen Definitionen geändert. Rechnungslegungsbezogene Schätzungen sind monetäre Beträge im Abschluss, die mit Bewertungsunsicherheiten behaftet sind. Die Änderung einer rechnungslegungsbezogenen Schätzung, die aus neuen Informationen oder neuen Entwicklungen resultiert, stellt keine Korrektur eines Fehlers dar. Die Änderung an IAS 12 engt den Anwendungsbereich der Ausnahmeregelung, nach der im Zeitpunkt des Zugangs eines Vermögenswerts oder einer Schuld keine aktiven oder passiven latenten Steuern anzusetzen sind, ein. Entstehen bei einer Transaktion gleichzeitig abzugsfähige und zu versteuernde temporäre Differenzen in gleicher Höhe, fallen diese nicht mehr unter die Ausnahmeregelung, sodass aktive und passive latente Steuern zu bilden sind. Da Haniel bereits IFRS 9 anwendet, ist die Änderung, die sich auf die erstmalige Anwendung von IFRS 9 und IFRS 17 bezieht, nicht relevant. Von der Möglichkeit, bereits verabschiedete Standards vorzeitig anzuwenden, wurde darüber hinaus kein Gebrauch gemacht. Dies ist aktuell auch für keinen der vom IASB verabschiedeten Standards geplant. Der Haniel-Konzern erwartet keine Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung der vorgenannten Standards auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Konsolidierungsgrundsätze Tochterunternehmen, die die Franz Haniel & Cie. GmbH gemäß IFRS 10 direkt oder indirekt beherrscht, sind nach den Regeln der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Beherrschung liegt dabei vor, wenn Haniel Verfügungsmacht über ein anderes Unternehmen hat, variablen Rückflüssen aus seinem Engagement ausgesetzt ist, wie beispielsweise Zinsen oder Gewinnbeteiligungen, und seine Verfügungsmacht zur Beeinflussung dieser Rückflüsse einsetzen kann. Gemeinschaftsunternehmen im Sinne von IFRS 11 sowie assoziierte Unternehmen im Sinne von IAS 28 werden nach der Equity-Methode bilanziert. Bei Gemeinschaftsunternehmen übt der Haniel-Konzern zusammen mit Partnern eine gemeinschaftliche Beherrschung aus und ist am Nettovermögen bzw. Ergebnis des Gemeinschaftsunternehmens beteiligt. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird. Dies ist in der Regel bei einer Beteiligungsquote zwischen 20 Prozent und 50 Prozent gegeben. Sofern der Haniel-Konzern an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit als Partner beteiligt ist, werden die Vermögenswerte und Schulden sowie Erträge und Aufwendungen der gemeinschaftlichen Tätigkeit, die Haniel zurechenbar sind, im Haniel-Konzernabschluss berücksichtigt. Bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen deckt sich der Stichtag des Einzelabschlusses mit dem Stichtag des Konzernabschlusses 31. Dezember 2022. Die At-Equity einbezogene Beteiligung CECONOMY AG hat mit dem Stichtag 30. September 2022 ein abweichendes Geschäftsjahr. In den Konzernabschluss von Haniel wird die Beteiligung jedoch auf Basis von Geschäftsberichten und veröffentlichten Quartalsmitteilungen mit den Ergebnissen vom 1. Januar bis 31. Dezember einbezogen. Die in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode auf der Grundlage der Wertansätze zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung (IFRS 3). Der Teil der übertragenen Gegenleistung, der in Erwartung zukünftiger positiver Zahlungsrückflüsse aus dem Unternehmenserwerb getätigt wurde und nicht bestimmten bzw. bestimmbaren Vermögenswerten im Wege der Neubewertung zuzuordnen ist, wird als Goodwill im Immateriellen Vermögen ausgewiesen. Die Full-Goodwill-Methode kommt nicht zur Anwendung. Die Bewertung von Nicht beherrschenden Anteilen erfolgt somit zum anteiligen beizulegenden Zeitwert des identifizierten Nettovermögens. Übersteigt der Betrag der übernommenen Vermögenswerte die übertragene Gegenleistung, hat also ein Erwerb unter dem Marktwert stattgefunden, so wird der Überschuss zum Erwerbszeitpunkt erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Vor der Erfassung eines Gewinns aus einem Erwerb zu einem Preis unter dem Marktwert wird jedoch eine nochmalige Beurteilung, ob alle erworbenen Vermögenswerte und Schulden identifiziert und mit den richtigen Beträgen angesetzt wurden, durchgeführt. Entsprechend IFRS 3 wird der jeweilige Goodwill nicht planmäßig abgeschrieben. In Abhängigkeit des Ergebnisses einer jährlichen bzw. bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung (Triggering Events) einer unterjährigen Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt gegebenenfalls eine Wertminderung auf den niedrigeren erzielbaren Betrag. Dieser entspricht dem höheren Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Festgestellte Wertminderungen der Goodwills werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Transaktionen, die zu einer Änderung der Beteiligungsquote an einem Tochterunternehmen führen, ohne dass die Möglichkeit zur Beherrschung verloren geht, werden als erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung berücksichtigt. Transaktionen, die den Verlust der Beherrschungsmöglichkeit zur Folge haben, führen zur erfolgswirksamen Erfassung eines Veräußerungsergebnisses. Werden nach dem Verlust der Beherrschungsmöglichkeit weiterhin Anteile gehalten, werden die verbleibenden Anteile mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Unterschied zwischen dem bisherigen Wertansatz dieser Anteile und ihrem beizulegenden Zeitwert geht mit in das Veräußerungsergebnis ein. Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen einbezogenen Unternehmen werden eliminiert. Zwischenergebnisse im langfristigen Vermögen und im Vorratsvermögen aus konzerninternen Lieferungen werden bereinigt, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Nicht beherrschende Anteile werden zum Erwerbszeitpunkt zunächst mit ihrem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet. Der Ausweis nicht beherrschender Anteile an vollkonsolidierten Tochterunternehmen erfolgt innerhalb des Eigenkapitals getrennt vom Eigenkapital der Anteilseigner. Der Gewinn oder Verlust und das sonstige Ergebnis werden den Anteilseignern und den nicht beherrschenden Anteilen zugerechnet. Eine Zuordnung erfolgt auch, wenn dies zu einem negativen Saldo führt. Änderungen des Anteils der Franz Haniel & Cie. GmbH an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als erfolgsneutrale Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Abgrenzung und Änderungen des Konsolidierungskreises Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 wurden neben der Franz Haniel & Cie. GmbH 265 in- und ausländische Unternehmen vollkonsolidiert. Im Geschäftsjahr ergaben sich folgende Veränderungen in der Zahl der Tochterunternehmen:
Neben der Franz Haniel & Cie. GmbH werden damit zum 31. Dezember 2022 insgesamt 296 Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Davon entfallen auf BauWatch 18 Unternehmen, auf BekaertDeslee 31 Unternehmen, auf CWS 69 Unternehmen, auf Emma 24 Unternehmen, auf ROVEMA 16 Unternehmen, auf KMK kinderzimmer 71 Unternehmen und auf TAKKT 55 Unternehmen. 12 Tochterunternehmen werden der Holding und sonstigen Gesellschaften zugeordnet. Haniel hat als Leasingnehmer wie im Vorjahr eine Immobilie von einer Leasingobjektgesellschaft angemietet. Der entsprechende Vertrag wird gemäß IFRS 16 bilanziert. Der Konzern ist dabei weder gesellschaftsrechtlich an der Gesellschaft beteiligt noch kann er auf Basis der vertraglichen Regelungen die für die Rückflüsse wesentlichen Aktivitäten bestimmen. Zum Bilanzstichtag beläuft sich die in den Finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesene Leasingverbindlichkeit gegenüber dieser nicht konsolidierten Objektgesellschaft auf 5 Mio. Euro (Vorjahr: 5 Mio. Euro). Das entsprechende Nutzungsrecht wurde zum Bilanzstichtag mit 6 Mio. Euro (Vorjahr: 6 Mio. Euro) ausgewiesen. Der Haniel-Konzern ist zudem mit Kapitalanteilen von jeweils unter 10 Prozent an Risikokapitalfonds und über Direktinvestitionen im Bereich Growth Capital beteiligt. Auf Basis der vertraglichen Regelungen ist Haniel dabei nicht an den für die Rückflüsse aus den Beteiligungen wesentlichen Investitions- und Desinvestitionsentscheidungen der Fonds beteiligt und übt somit keine Kontrolle aus. Der dem beizulegenden Zeitwert entsprechende Buchwert der Fonds im Growth Capital Bereich beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 213 Mio. Euro (Vorjahr: 150 Mio. Euro) und ist im langfristigen Finanziellen Vermögen ausgewiesen. Neben den bereits eingezahlten Beträgen hat sich Haniel gegenüber den Fonds zu weiteren Kapitaleinzahlungen in Höhe von 73 Mio. Euro und 103 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 65 Mio. Euro und 145 Mio. US-Dollar) verpflichtet, die die Fondsmanager für weitere Investments der Fonds abrufen können. Das maximale Verlustrisiko für Haniel aus dem Growth Capital Bereich entspricht damit dem Buchwert der Fondsanteile und den ausstehenden Kapitaleinzahlungen. Der Anstieg der weiteren Einzahlungsverpflichtungen resultiert aus der Zeichnung weiterer Fonds. Neben den vollkonsolidierten Tochterunternehmen werden 4 (Vorjahr: 3) assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode im Haniel-Konzernabschluss erfasst. Wie im Vorjahr werden keine Gemeinschaftsunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Währungsumrechnung In den Einzelabschlüssen werden Geschäftsvorfälle in fremder Währung mit dem Kassakurs zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden zum Bilanzstichtag werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Berichtswährung der Franz Haniel & Cie. GmbH ist Euro. Die Währungsumrechnung der Abschlüsse von einbezogenen Unternehmen in einem Nicht-Euro-Land erfolgt gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung. Da die Tochterunternehmen ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist die jeweilige Landeswährung grundsätzlich die funktionale Währung. Die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden der Abschlüsse von Gesellschaften in einem Nicht-Euro-Land erfolgt zu Stichtagskursen, während die Werte der Gewinn- und Verlustrechnung mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet werden. Goodwills aus der Kapitalkonsolidierung von ausländischen Gesellschaften werden dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die resultierenden Währungsunterschiede werden im Sonstigen Ergebnis erfasst. Die für den Haniel-Konzernabschluss wichtigsten Währungen sind:
Seit dem 1. Juli 2018 wird Argentinien als Hochinflationsland eingeschätzt. Seit dem 1. Juli 2022 wird auch die Türkei als Hochinflationsland eingeschätzt. Daher wird IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" für die Bekaert Textiles Argentina SA, Bekaert Tekstil Pazarlama Dagrim ve Ticaret Ltd. und ROVEMA Makine Sanayi ve Ticaret Turkey A. S. angewandt. Die sich daraus ergebenden Effekte sind für den Haniel-Konzern unwesentlich. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich auf Basis der historischen Kosten. Eine wesentliche Ausnahme hiervon stellen bestimmte zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivative und originäre Finanzinstrumente dar. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die planmäßigen nutzungsbedingten und gegebenenfalls außerplanmäßigen Abschreibungen, bilanziert. Eine Überprüfung, ob eine Sachanlage wertgemindert sein könnte, findet nur statt, wenn hierfür ein Anhaltspunkt vorliegt. Ob ein möglicher Anhaltspunkt zur Wertminderung vorliegt, wird laufend, mindestens zum Stichtag eingeschätzt. Sind die Grundlagen für eine Wertminderung nicht mehr gegeben, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen, die die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten nicht übersteigen dürfen. Die Kosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen neben den Einzelkosten auch diejenigen Teile der Gemeinkosten, die der Herstellung direkt zurechenbar sind. Zurechenbare Fremdkapitalkosten finden Berücksichtigung in den Herstellungskosten von qualifizierten Vermögenswerten. Sachanlagen werden mit Ausnahme von Grundstücken im Wesentlichen nach der linearen Methode über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Ein Leasingverhältnis ist ein Vertrag, der das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts (des Leasinggegenstands) für einen bestimmten Zeitraum gegen Zahlung eines Entgelts überträgt. Der Haniel-Konzern bilanziert als Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse - mit Ausnahme von Leasinggegenständen von geringem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als 12 Monate) - in der Bilanz. Es werden Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen aktiviert und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen passiviert. Die Leasingverbindlichkeit bemisst sich nach dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen und beinhaltet folgende Bestandteile: feste Leasingzahlungen abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize, variable Zahlungen, zu erwartende Zahlungen im Zusammenhang mit Restwertgarantien, Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wird, und Strafzahlungen für eine Kündigung. Die Abzinsung der Leasingzahlungen wird grundsätzlich unter Anwendung laufzeit- und währungsspezifischer Grenzfremdkapitalzinssätze mit vergleichbaren Zahlungsprofilen ermittelt, da die den Leasingverhältnissen zugrunde liegenden Zinssätze regelmäßig nicht bestimmt werden können. Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt durch Aufzinsung und unter Berücksichtigung zwischenzeitlicher Tilgungen (Effektivzinsmethode). Die Zinsaufwendungen werden im Finanzierungsaufwand ausgewiesen. Nutzungsrechte werden mit den Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen: anfänglicher Barwert der Leasingverbindlichkeit, Leasingraten zum oder vor dem Leasingbeginn abzüglich erhaltener Leasinganreize, anfängliche direkte Kosten und geschätzte Kosten für den Abbau und/oder Wiederaufbau des Leasinggegenstandes. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte werden linear über den Zeitraum des Vertragsverhältnisses vorgenommen. Die Nutzungsrechte werden innerhalb der Sachanlagen ausgewiesen. Die Nutzungsrechte der Leasinggegenstände werden in den Positionen ausgewiesen, die der Art des Leasinggegenstands entsprechen. Folglich beinhalten die Positionen Grundstücke, Bauten und ähnliche Vermögenswerte, Technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung im Sachanlagevermögen Nutzungsrechte für Leasinggegenstände. Für Leasinggegenstände von geringem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als 12 Monate) wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen werden linear weiterhin im Übrigen betrieblichen Aufwand erfasst. Des Weiteren werden die Leasingvorschriften nicht auf Leasingverhältnisse über Immaterielle Vermögenswerte angewendet. Einige Leasingverträge enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeiten werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen bzw. Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind. Als Leasinggeber ist zwischen Finanzierungs- und Operating-Leasingverhältnissen zu unterscheiden. Bei einem Finanzierungsleasingverhältnis ist ein Vermögenswert in der Bilanz anzusetzen und als Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswertes auszuweisen. Bei einem Operating-Leasingverhältnis wird das Leasingobjekt als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Sachanlagen ausgewiesen. Die in der Periode vereinnahmten Leasingzahlungen werden unter den Übrigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen und gegebenenfalls Wertminderungen, bewertet. Mit Ausnahme von Goodwills, Markennamen und Kunstobjekten mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer sind sämtliche Nutzungsdauern begrenzt. Eine unbegrenzte Nutzungsdauer ist dabei auf die beabsichtigte fortwährende Nutzung der entsprechenden Vermögenswerte im Unternehmen zurückzuführen. Die planmäßige Abschreibung Immaterieller Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer erfolgt grundsätzlich linear über die vertragliche oder geschätzte Nutzungsdauer. Diese beträgt zwischen 2 und 10 Jahren. Selbst erstellte Immaterielle Vermögenswerte, deren künftiger Nutzen dem Konzern wahrscheinlich zufließen wird und die verlässlich bewertet werden können, werden mit ihren Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Entwicklungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der zurechenbaren herstellungsbezogenen Gemeinkosten. Zurechenbare Fremdkapitalkosten von qualifizierten Vermögenswerten werden berücksichtigt. Forschungs- und Entwicklungskosten werden als laufender Aufwand behandelt, soweit die Voraussetzungen zur Aktivierung von Entwicklungskosten gemäß IAS 38 nicht erfüllt sind. Bei Vorliegen von Indikatoren, die auf eine Wertminderung eines aktivierten Immateriellen Vermögenswerts hindeuten, wird ein Werthaltigkeitstest für diesen Immateriellen Vermögenswert - oder für die entsprechende CGU (Cash Generating Unit), wenn es für den einzelnen Vermögenswert nicht möglich ist - durchgeführt. Eine entsprechende Wertminderung wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Liegen die Anhaltspunkte nicht mehr vor, ist eine Wertaufholung des Vermögenswerts vorzunehmen, die den Buchwert nicht übersteigen darf, der sich nach planmäßigen Abschreibungen ergeben hätte, wenn in früheren Perioden kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Bei den Goodwills wird die Werthaltigkeit der aktivierten Buchwerte gemäß IAS 36 einmal jährlich und bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung (Triggering Events) auf Basis von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von Einheiten überprüft. Im Haniel-Konzern werden die planmäßigen Werthaltigkeitstests im vierten Quartal eines Jahres durchgeführt. Der Zinsschritt der EZB im vierten Quartal 2022 stellte für bestimmte CGUs ein Triggering Event dar, so dass hier ein erneuter Wertminderungstest zum 31. Dezember 2022 durchgeführt wurde. Zum Bilanzstichtag bestehen im Haniel-Konzern insgesamt 19 zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Vorjahr: 19). Veränderungen in der CGU-Struktur gab es durch den Abgang von Optimar und Neustrukturierungen bei der TAKKT AG und der CWS, in Summe sind es weiterhin 19 CGUs. Der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird mit dem erzielbaren Betrag verglichen, der dem höheren Wert aus Nutzungswert und dem gegebenenfalls ergänzend ermittelten beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten entspricht. Der beizulegende Zeitwert spiegelt die bestmögliche Schätzung des Betrags wider, für den ein unabhängiger Dritter die (Gruppe von) zahlungsmittelgenerierenden Einheiten am Bilanzstichtag erwerben würde. Hierfür werden nach bestmöglicher Schätzung anfallende Veräußerungskosten abgezogen. Grundlage der Ermittlung des Nutzungswerts bilden eine Detailplanung der zukünftigen Zahlungsströme auf Basis des Cashflows vor Zinsen und Steuern abzüglich Erhaltungs- und Ersatzinvestitionen sowie eine ewige Rente für die Jahre nach dem Detailplanungszeitraum. Die Detailplanung basiert jeweils auf vom zuständigen Management verabschiedeten Finanzplänen, die grundsätzlich einen Zeithorizont von fünf Jahren umfassen und auch für interne Zwecke verwendet werden. Wesentliche Planungsannahmen betreffen die zugrunde gelegte Umsatzentwicklung sowie die operative Ergebnismarge. Für die Ermittlung der Detailplanung werden Entwicklungen in der Vergangenheit und Erwartungen bezüglich der zukünftigen Marktentwicklung zugrunde gelegt. Im Geschäftsjahr wurden insbesondere die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die gesamtwirtschaftliche Lage sowie die spezifischen Auswirkungen auf die Portfoliounternehmen betrachtet. Bei der Berechnung der ewigen Rente wird, ausgehend vom jeweiligen erwarteten durchschnittlichen Marktwachstum, ein erwartetes zukünftiges Unternehmenswachstum berücksichtigt. Die so ermittelten Zahlungsströme werden mit dem für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit bzw. Gruppe von Einheiten individuell ermittelten gewichteten Gesamtkapitalkostensatz vor Steuern (Weighted Average Cost of Capital; WACC) abgezinst, um den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu bestimmen. Die Gesamtkapitalkostensätze werden marktbasiert als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkostensätze ermittelt. Die Eigenkapitalkostensätze spiegeln dabei die risikoadäquaten Renditeerwartungen von Eigenkapitalgebern in Bezug auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wider. Berücksichtigung finden zudem geschäftsmodellspezifische Parameter. Die verwendeten Fremdkapitalkostensätze stellen die langfristigen Finanzierungskonditionen von Unternehmen mit vergleichbarer Bonität dar. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Gruppe von Einheiten, wird eine erfolgswirksame Wertminderung auf den Goodwill und gegebenenfalls auf weitere Vermögenswerte der betroffenen Einheiten vorgenommen. Eine spätere Wertaufholung des Goodwills bei Wegfall der Gründe für die Wertminderung ist nicht zulässig. Die folgende Übersicht fasst die im Geschäftsjahr verwendeten Parameter für die Ermittlung der Nutzungswerte im Rahmen der jährlichen Werthaltigkeitstests pro Portfoliounternehmen und zusätzlich für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit einem signifikanten Goodwill zusammen:
Die folgende Übersicht fasst die im Vorjahr verwendeten Parameter für die Ermittlung der Nutzungswerte im Rahmen der jährlichen Werthaltigkeitstests pro Portfoliounternehmen und zusätzlich für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit einem signifikanten Goodwill zusammen:
Neben den Goodwills existieren im Haniel-Konzern weitere Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer in Höhe von 171 Mio. Euro (Vorjahr: 185 Mio. Euro). Hierbei handelt es sich überwiegend um im Zuge von Akquisitionen aktivierte Markennamen. Deren Werthaltigkeit wird im Rahmen der Werthaltigkeitstests auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten überprüft. Im Verhältnis zum Gesamtbuchwert der Immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer weisen die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten BekaertDeslee Americas und ROVEMA signifikante Markennamen mit unbegrenzter Nutzungsdauer in Höhe von 29 Mio. Euro (Vorjahr: 27 Mio. Euro) bzw. 26 Mio. Euro (Vorjahr: 26 Mio. Euro) aus. Die gewichteten Gesamtkapitalkosten vor Steuern von BekaertDeslee Americas bzw. ROVEMA betragen 13,3 Prozent (Vorjahr: 10,2 Prozent) bzw. 10,5 Prozent (Vorjahr: 8,2 Prozent), das erwartete zukünftige Unternehmenswachstum nach dem Detailplanungszeitraum 2,0 Prozent (Vorjahr: 2,0 Prozent) bzw. 2,0 Prozent (Vorjahr: 2,0 Prozent). Als Ergebnis der jährlichen Werthaltigkeitstests auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurden im Geschäftsjahr auf Basis der ermittelten Nutzungswerte nach IAS 36 Goodwillabschreibungen im Portfoliounternehmen KMK kinderzimmer in Höhe von 36 Mio. Euro vorgenommen. Damit wurde auf den ermittelten Nutzungswert in Höhe von 270 Mio. Euro wertgemindert. Unter anderem aufgrund von Verzögerungen in den Genehmigungsprozessen der öffentlichen Hand konnten im Geschäftsjahr weniger Kindertageseinrichtungen eröffnet werden als zum Akquisitionszeitpunkt geplant. Zudem steigt die Auslastung langsamer an als im Rahmen der Akquisition antizipiert, was einen entsprechend reduzierten Auslastungs- und Umsatzhochlauf in der Planung nach sich zieht. Dies resultiert in einem niedrigeren Nutzungswert und folglich einem Wertminderungsbedarf. Das gesamte Portfoliounternehmen KMK kinderzimmer stellt eine zahlungsmittelgenerierende Einheit dar. Der Nachweis der Werthaltigkeit basiert bei allen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf dem Nutzungswert. Zur Validierung der im Rahmen der planmäßigen Werthaltigkeitstests ermittelten Nutzungswerte wurden Szenarien bezüglich kritischer Berechnungsparameter durchgeführt. Bei der ROVEMA führt eine hypothetische Verringerung des Cashflows vor Zinsen und Steuern im Detailplanungszeitraum um 5 Prozent, eine Erhöhung des gewichteten Gesamtkapitalkostensatzes vor Steuern um 0,5 Prozentpunkte oder eine Verringerung der erwarteten Wachstumsrate nach dem Detailplanungszeitraum zu einem hypothetischen Abwertungsbedarf. Bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Fire Safety im Portfoliounternehmen CWS führt eine Erhöhung des gewichteten Gesamtkapitalkostensatzes vor Steuern um 0,5 Prozentpunkte zu einem hypothetischen Abwertungsbedarf. Die oben genannten möglichen Szenarien führen bei allen anderen CGUs nicht zu einem hypothetischen Abwertungsbedarf. Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden gemäß IAS 28 bzw. IFRS 11 nach der Equity-Methode bilanziert. Ausgehend von den Anschaffungskosten der Anteile am assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen wird der jeweilige Beteiligungsbuchwert sowohl um erfolgswirksame als auch erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen der At-Equity bewerteten Beteiligung erhöht bzw. vermindert, soweit diese Veränderungen auf die dem Haniel-Konzern zurechenbaren Anteile entfallen. Im Buchwert enthaltene Goodwills werden nach den für die Vollkonsolidierung geltenden Grundsätzen ermittelt und nicht planmäßig abgeschrieben. Ein Werthaltigkeitstest wird durchgeführt, sofern substanzielle Hinweise auf eine mögliche Wertminderung des gesamten Beteiligungsbuchwerts vorliegen. Zu den Finanziellen Vermögenswerten zählen insbesondere Beteiligungen (Eigenkapitalinstrumente) sowie Wertpapiere und Ausleihungen (Fremdkapitalinstrumente). Die Klassifizierung Finanzieller Vermögenswerte in zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Finanzielle Vermögenswerte, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Vermögenswerte und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Vermögenswerte hängt von der Ausgestaltung der vertraglichen Zahlungsströme des Finanziellen Vermögenswerts und des zugrunde liegenden Geschäftsmodells für seine Steuerung ab. Da Eigenkapitalinstrumente hinsichtlich ihrer Zahlungsstromcharakteristika nicht ausschließlich Zins und Tilgung auf den ausstehenden Nominalbetrag darstellen, ist für sie grundsätzlich eine Klassifizierung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente vorzunehmen. Davon ausgenommen sind nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente, für die unwiderruflich das Wahlrecht für eine Klassifizierung als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente erfolgt. Für Fremdkapitalinstrumente, deren Zahlungsstromcharakteristika ausschließlich Zins und Tilgung auf den ausstehenden Nominalbetrag darstellen, erfolgt basierend auf dem zugrunde liegenden Geschäftsmodell entweder eine Klassifizierung als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente ("Halten") oder als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente ("Halten und Verkaufen"). Für alle verbleibenden Fremdkapitalinstrumente wird, wie auch grundsätzlich für Eigenkapitalinstrumente, eine Klassifizierung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente vorgenommen. Die Klassifizierung wird zum Zugangszeitpunkt festgelegt und zu jedem Bilanzstichtag überprüft. Der erstmalige Ansatz aller Finanziellen Vermögenswerte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert und, sofern nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert, zuzüglich Transaktionskosten. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Fremdkapitalinstrumente werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Zu dieser Kategorie zählen im Haniel-Konzern insbesondere börsennotierte Anleihen und Commercial Papers. Sie unterliegen zudem den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9. Zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Fremdkapitalinstrumenten werden je Finanzinstrument ratingabhängige Ausfallwahrscheinlichkeiten und marktübliche Ausfallquoten herangezogen. Hinsichtlich der Einschätzung, ob sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz wesentlich erhöht hat, wird im Haniel-Konzern die praktische Vereinfachung für Finanzinstrumente mit geringem Kreditrisiko herangezogen. Für diese Finanziellen Vermögenswerte wird hinsichtlich der zu bildenden Risikovorsorge auf den 12-Monats-Expected-Credit-Loss abgestellt. Die Folgebewertung Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteter Fremdkapitalinstrumente erfolgt zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag. Die Wertänderungen sind erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis zu erfassen und werden kumuliert im Eigenkapital unter dem Posten Kumuliertes Sonstiges Ergebnis ausgewiesen. Finanzielle Vermögenswerte dieser Bewertungskategorie unterliegen den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9. Im Haniel-Konzern werden darunter Forderungen aus Lieferung und Leistung erfasst, für die eine Forfaitierungsmöglichkeit besteht. Die Folgebewertung Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteter Eigen- und Fremdkapitalinstrumente sowie Derivate erfolgt zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag, wobei in diesem Fall die Wertänderungen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen sind. Etwaige Transaktionskosten werden bei Einbuchung erfolgswirksam berücksichtigt. Finanzielle Vermögenswerte dieser Bewertungskategorie unterliegen nicht den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9. Im Haniel-Konzern werden im Wesentlichen die Venture-Capital-Fonds und Derivate, bei denen kein formelles Hedge Accounting angewendet wird, dieser Bewertungskategorie zugeordnet. Wird für nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente im Zugangszeitpunkt unwiderruflich das Wahlrecht ausgeübt, diese erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, sind die daraus resultierenden unrealisierten Gewinne und Verluste unter Berücksichtigung latenter Steuern im Sonstigen Ergebnis zu erfassen und kumuliert im Eigenkapital unter dem Posten Sonstiges Ergebnis auszuweisen. Eine Umgliederung dieser im Sonstigen Ergebnis erfassten Wertänderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nicht. Dividendenzahlungen sind hingegen erfolgswirksam zu vereinnahmen. Finanzielle Vermögenswerte dieser Bewertungskategorie unterliegen nicht den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9. Dieses auf Einzelfallbasis auszuübende Wahlrecht wird im Haniel-Konzern ausschließlich für nicht-börsennotierte Beteiligungen an Kapitalgesellschaften in Anspruch genommen. Käufe und Verkäufe von Finanzanlagen bzw. Wertpapieren aller Kategorien werden zum Erfüllungstag (Settlement Date) bilanziert. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der Bilanz saldiert ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht. Zudem muss beabsichtigt sein, einen Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen bzw. gleichzeitig mit der Realisierung des Finanziellen Vermögenswerts die zugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Andernfalls werden der Finanzielle Vermögenswert und die Verbindlichkeit unsaldiert in der Bilanz ausgewiesen. Vorräte werden grundsätzlich mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Neben den Material- und Fertigungseinzelkosten werden produktionsbezogene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie die auf die Produktion entfallenden Abschreibungen auf Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte in die Herstellungskosten eingerechnet. Fremdkapitalkosten werden nicht berücksichtigt. Je nach den portfoliounternehmensspezifischen Gegebenheiten kommen verschiedene Verbrauchsfolgeverfahren zur Anwendung. Angesetzt wird in der Regel ein Durchschnittswert oder ein auf Basis des FIFO-Verfahrens (First in, First out) ermittelter Wert. Zudem wird auch die Standardkostenmethode angewendet. Vergütungen von Lieferanten, die als Anschaffungskostenminderung zu klassifizieren sind, reduzieren den Buchwert der Vorräte. Liegen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten am Bilanzstichtag über dem aktuellen Nettoveräußerungswert, werden die Vorräte entsprechend abgewertet. Bei den Handelswaren werden Bewertungsabschläge vorgenommen, sofern der Nettoveräußerungswert niedriger ist als der Buchwert. Als Nettoveräußerungswert werden die voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlöse abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden direkt zurechenbaren Verkaufskosten angesetzt. Wenn die Gründe, die zu einer Abwertung der Handelswaren geführt haben, nicht mehr bestehen, wird eine entsprechende Wertaufholung vorgenommen. Sofern Produkte mit Rückgaberecht verkauft werden, werden Umsatzerlöse lediglich in der Höhe der Gegenleistung erfasst, auf die das Unternehmen erwartungsgemäß einen Anspruch hat. Der Anteil derjenigen Produkte, deren Rückgabe vom Unternehmen erwartet wird, wird geschätzt und bei der Ermittlung des Transaktionspreises nicht berücksichtigt. Der Betrag für das Rückgaberecht eines Kunden wird unter Vermögenswerte aus Rückerhaltsansprüchen ausgewiesen Forderungen aus Lieferung und Leistung sowie Übrige kurzfristige Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz mit dem Transaktionspreis bewertet, der der Gegenleistung für die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden entspricht. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode. Bei den Vermögenswerten aus Fertigungsaufträgen und Vermögenswerten aus sonstigen Verträgen mit Kunden werden die Leistungsverpflichtungen über einen bestimmten Zeitraum erfüllt. Umsätze und Gewinne aus langfristigen Aufträgen werden hierbei entsprechend dem Fertigstellungsgrad der jeweiligen Projekte erfasst. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis der bis zum Ende des Geschäftsjahres bereits angefallenen Auftragskosten und den geschätzten Gesamtprojektkosten (Cost-to-Cost-Methode) bzw. aus den bis zum Ende des Geschäftsjahres bereits angefallenen Arbeitsstunden und geschätzten Planstunden. Soweit die kumulierte Leistung pro Auftrag (Auftragskosten und Auftragsergebnis) die erhaltenen Anzahlungen übersteigt, erfolgt der Ausweis der Fertigungsaufträge aktivisch. Verbleibt nach Abzug der erhaltenen Anzahlungen ein negativer Saldo, wird dieser als Verbindlichkeit aus Fertigungsaufträgen passivisch ausgewiesen. Verluste aus kundenspezifischen langfristigen Aufträgen werden unabhängig vom erreichten Fertigstellungsgrad sofort in voller Höhe in dem Geschäftsjahr erfasst, in dem die Verluste erkennbar werden. Direkt bei der erstmaligen Erfassung und bereits vor dem tatsächlichen Eintritt eines Verlustereignisses ist eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste zu bilden. Hierbei kommt der vereinfachte Ansatz zur Anwendung, bei dem die Wertberichtigung auf Basis des über die Laufzeit erwarteten Kreditverlustes (Lifetime Expected Credit Loss) ermittelt wird. Die Ermittlung der Wertberichtigungen basiert auf historischen Erfahrungswerten und aktuellen Erwartungen für Kreditverluste, wobei aufgrund der unterschiedlichen Geschäftstätigkeit der Portfoliounternehmen adäquate Methoden verwendet werden. Steuerforderungen und Steuerverbindlichkeiten werden mit dem Betrag angesetzt, in dessen Höhe eine Erstattung von der bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Derivative Finanzinstrumente, wie z.B. Termingeschäfte, Optionen und Swaps, werden grundsätzlich für Sicherungszwecke eingesetzt, um Währungs-, Zins- und Preisrisiken aus dem operativen Geschäft bzw. aus den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen zu reduzieren. Nach IFRS 9 sind alle Derivativen Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren, unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Fair-Value-Änderungen von Derivativen Finanzinstrumenten, bei denen Hedge Accounting angewendet wird, werden entweder in der Gewinn- und Verlustrechnung (Fair Value Hedge) oder, sofern es sich um einen Cashflow Hedge handelt, im Sonstigen Ergebnis unter Berücksichtigung latenter Steuern ausgewiesen. Derivative Finanzinstrumente, bei denen kein Hedge Accounting angewendet wird, sind gemäß IFRS 9.4.1.4 der Kategorie Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigen- und Fremdkapitalinstrumente sowie Derivate zuzuordnen. Bei einem Fair Value Hedge werden Derivate zur Absicherung von Bilanzposten eingesetzt. Die Ergebnisse aus der Fair-Value-Bewertung der Sicherungsinstrumente werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführenden Wertänderungen der dazugehörigen Grundgeschäfte werden als Buchwertanpassung ebenfalls erfolgswirksam erfasst. Im Rahmen eines Cashflow Hedge werden Derivate verwendet, um zukünftige Cashflow-Risiken aus bereits bestehenden Grundgeschäften oder geplanten Transaktionen zu sichern. Der Hedge-effektive Teil der Fair-Value-Änderungen der Derivate wird zunächst erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis erfasst. Nach IFRS 9 ist die Behandlung der im Sonstigen Ergebnis erfassten Beträge abhängig von der Art des zugrunde liegenden Grundgeschäfts. Führt die abgesicherte Transaktion zum Ansatz eines nicht Finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht Finanziellen Verbindlichkeit, wird der im Sonstigen Ergebnis erfasste Betrag bei der Bestimmung der Anschaffungskosten bzw. des Buchwerts berücksichtigt. Bei allen anderen Arten von abgesicherten Grundgeschäften erfolgt eine Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung zeitgleich mit der Erfolgswirkung des Grundgeschäfts. Der Hedge-ineffektive Teil der Fair-Value-Änderungen der Derivate wird unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Fair-Value-Änderungen Derivativer Finanzinstrumente werden in Fällen, in denen kein Hedge Accounting angewendet wird, sofort in voller Höhe erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten werden als Zur Veräußerung vorgesehen klassifiziert, wenn ihr Buchwert überwiegend durch Verkauf und nicht durch fortgesetzte Nutzung erlöst wird. Diese Bedingung wird unter anderem dann als erfüllt angesehen, wenn der Verkauf höchstwahrscheinlich ist, der Vermögenswert bzw. die Gruppe von Vermögenswerten zur sofortigen Veräußerung verfügbar ist und der Verkauf erwartungsgemäß innerhalb eines Jahres beginnend ab dem Zeitpunkt der Zuordnung abgeschlossen sein wird. Langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten, die als Zur Veräußerung vorgesehen klassifiziert sind, werden ab dem Zeitpunkt der Umklassifizierung nicht mehr planmäßig abgeschrieben, sondern mit dem niedrigeren der beiden Beträge aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte orientiert sich dabei in der Regel an abgeschlossenen Kaufverträgen oder bereits hinreichend konkreten Kaufpreisangeboten. Der Ausweis der Zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten mit ihren zugehörigen Schulden (Veräußerungsgruppen) erfolgt ab dem Zeitpunkt der Umklassifizierung in der Bilanz getrennt von anderen Vermögenswerten und Schulden jeweils in einem separaten Posten im kurzfristigen Bereich. Eine Umgliederung der Vorjahreswerte in der Bilanz findet nicht statt. Handelt es sich bei der Veräußerungsgruppe um einen wesentlichen Konzernteil, wird in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ein Ergebnis nach Steuern der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung des Vorjahres wird entsprechend angepasst. Das Ergebnis nach Steuern der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche setzt sich zusammen aus dem laufenden Ergebnis des Bereichs sowie dem Ergebnis der oben genannten Bewertung und dem Veräußerungsergebnis. In der Kapitalflussrechnung werden die Ein- und Auszahlungen der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche zusammen mit den entsprechenden Zahlungen der fortgeführten Geschäftsbereiche ausgewiesen. In Ergänzung erfolgt ein separater Ausweis für das Zur Veräußerung vorgesehene Portfoliounternehmen. Latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften und der Konzernbilanz - mit Ausnahme von steuerlich nicht ansetzbaren Goodwills - sowie für steuerliche Verlustvorträge angesetzt. Aktive latente Steuern werden nur insoweit berücksichtigt, wie deren Realisierung mit hinreichender Sicherheit gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der jeweils aktuellen Rechtslage zukünftig gelten werden. Eine Saldierung aktiver und passiver latenter Steuern erfolgt nach IAS 12, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steueransprüche und -schulden gegeben ist und die latenten Steueransprüche und -schulden gegenüber der gleichen Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt bestehen. Der Planungshorizont zur Berechnung der steuerlich relevanten Zinsvorträge beträgt vier Jahre. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zum beizulegenden Zeitwert, der grundsätzlich dem Nominalwert entspricht, erfasst. Kassenbestände, Schecks und Bankguthaben in Fremdwährung werden zum Bilanzstichtag mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Als Umrechnungskurs wird der Referenzkurs der EZB herangezogen. Rückstellungen für Pensionen werden gemäß IAS 19 nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Bei diesem Verfahren werden neben biometrischen Berechnungsgrundlagen insbesondere eine jeweils aktuelle langfristige Kapitalmarktrendite sowie Annahmen über zukünftige Entgelt- und Rententrends berücksichtigt. Neubewertungskomponenten werden unmittelbar und in voller Höhe erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis erfasst und kumuliert im Eigenkapital unter dem Posten Kumuliertes Sonstiges Ergebnis ausgewiesen. Eine spätere Umgliederung dieser Beträge in die Gewinn- und Verlustrechnung findet nicht statt. Neubewertungskomponenten ergeben sich aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten sowie der Differenz zwischen den tatsächlichen und den im Nettozinsaufwand erfassten erwarteten Erträgen des Planvermögens. Das Planvermögen wird zum beizulegenden Zeitwert bewertet und bei der Ermittlung des Fehlbetrags oder der Vermögensüberdeckung abgezogen. Des Weiteren können Effekte aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts (Asset Ceiling) in die Neubewertung einfließen. Der im Finanzierungsaufwand ausgewiesene Nettozinsaufwand beinhaltet den Aufwand aus der Aufzinsung des Anwartschaftsbarwerts und die erwarteten Erträge des Planvermögens. Für anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich wird eine Rückstellung für die erhaltenen Dienstleistungen gem. IFRS 2 erfasst und bei Gewährung mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Rückstellung wird über den vereinbarten Erdienungszeitraum aufwandswirksam angesammelt. Bis zur Begleichung der Schuld wird der beizulegende Zeitwert der Schuld zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu bestimmt. Sämtliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Mit Ausnahme der nach IAS 19 bzw. IFRS 2 berechneten Personalrückstellungen werden alle Übrigen Rückstellungen auf Basis von IAS 37 gebildet, soweit eine rechtliche oder faktische Außenverpflichtung besteht, die auf zurückliegenden Geschäftsvorfällen oder Ereignissen beruht. Der Vermögensabfluss muss wahrscheinlich und verlässlich ermittelbar sein. Rückstellungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden mit Marktzinssätzen, die dem Risiko und Zeitraum bis zur Erfüllung entsprechen, abgezinst. Finanzielle Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme von Derivativen Finanzinstrumenten, bedingten Gegenleistungen aus Unternehmenserwerben sowie von zu Handelszwecken gehaltenen Finanziellen Verbindlichkeiten zunächst zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten und in der Folge mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Anteile von ursprünglich langfristigen Vermögenswerten und Schulden, deren Restlaufzeit unter einem Jahr liegt, werden grundsätzlich unter den kurzfristigen Bilanzposten ausgewiesen. Die Umsatzerlöse enthalten die Verkaufserlöse aus Verträgen mit Kunden, vermindert um Skonti und Rabatte. Grundsätzlich werden die Umsatzerlöse erfasst, wenn die Verfügungsmacht über die Produkte oder Dienstleistungen auf den Kunden übergeht. Dies erfolgt entweder zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen bestimmten Zeitraum. Ein Produkt oder eine Dienstleistung gilt als übertragen, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über diese Vermögenswerte erlangt hat. Dies ist der Fall, wenn der Kunde den Vermögenswert nutzen und über den weiteren Gebrauch bestimmen kann. Der Haniel-Konzern produziert und vertreibt über seine Portfoliounternehmen verschiedene Produkte und Dienstleistungen. Während BekaertDeslee, Emma und TAKKT ihre Leistungsverpflichtungen im Wesentlichen zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllen, erfüllen BauWatch, CWS, KMK kinderzimmer und ROVEMA ihre Leistungsverpflichtungen vor allem über einen bestimmten Zeitraum. BekaertDeslee erzielt Verkaufserlöse mit der Herstellung von Matratzenbezugsstoffen und Matratzenhüllen, TAKKT als B2B-Spezialversandhändler mit dem Verkauf von Geschäftsausstattung. BauWatch bietet temporäre Outdoor-Sicherheitslösungen und technikgestützte Service-Leistungen an. CWS erzielt Umsatzerlöse aus Dienstleistungen für Waschraumhygiene- und Textillösungen sowie Brandschutz- und Sicherheitslösungen. KMK kinderzimmer betreibt eine Vielzahl von Kindertagesstätten. ROVEMA produziert Verpackungsmaschinen und -anlagen. Die Ermittlung des Leistungsfortschritts bei zeitraumbezogenen Leistungsverpflichtungen erfolgt bei der CWS und ROVEMA vor allem über inputorientierte Methoden. BauWatch und KMK kinderzimmer nutzen outputorientierte Methoden. Die Verkäufe der verschiedenen Produkte und Dienstleistungen erfolgen zu marktüblichen Zahlungsbedingungen und beinhalten keine Finanzierungskomponente. Die erhaltenen Gegenleistungen enthalten keine variablen Kaufpreisbestandteile. Den Rückgaberechten von Kunden wird durch die Aktivierung eines Vermögenswerts aus Rückerhaltsansprüchen und die Passivierung einer Rückerstattungsverbindlichkeit Rechnung getragen. Sofern Beträge als Vermittler im Interesse Dritter eingezogen werden, stellen diese keine Umsatzerlöse dar, da sie keinen Zufluss an wirtschaftlichem Nutzen darstellen. Bei derartigen Geschäften werden nur die Vergütungen für die Vermittlung des Geschäfts als Umsatzerlöse berücksichtigt. Die Übrigen betrieblichen Erträge werden erfasst, wenn der wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich und der Betrag verlässlich zu bestimmen ist. Dividenden werden berücksichtigt, wenn ein Rechtsanspruch entstanden ist. Zinserträge und nicht nach IAS 23 aktivierungspflichtige Zinsaufwendungen werden periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 zu ihrem beizulegenden Zeitwert nur dann erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Zuwendungen zur Deckung von Aufwendungen werden erfolgswirksam behandelt und grundsätzlich in den Perioden berücksichtigt, in denen die Aufwendungen anfallen, die kompensiert werden sollen. Zuwendungen für die Anschaffung oder Herstellung von Vermögenswerten werden grundsätzlich passivisch abgegrenzt. Werbekosten werden aufwandswirksam behandelt, sobald ein Recht auf Zugriff auf die Werbemittel besteht bzw. die Dienstleistung im Zusammenhang mit den Werbeaktivitäten empfangen wurde. Im Rahmen der Konzernabschlusserstellung werden Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualschulden auswirken. Im Wesentlichen beziehen sich die Annahmen und Schätzungen auf die folgenden Posten: Im Zuge von Akquisitionen können sich Goodwills ergeben. Bei der Erstkonsolidierung werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden zu beizulegenden Zeitwerten bewertet. Die bilanzierten Zeitwerte stellen dabei eine wesentliche Schätzgröße dar. Falls Immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, erfolgt in Abhängigkeit von der Art des Immateriellen Vermögenswerts die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts unter Verwendung von anerkannten Bewertungsmethoden. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit Annahmen des Managements über die künftige Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte sowie der verwendeten Diskontierungszinssätze. Dies gilt auch für die Bewertung und Fortführung von At-Equity bewerteten Beteiligungen. Neben der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden beruht auch die Bewertung bedingter Gegenleistungen aus Unternehmenserwerben auf Annahmen und Einschätzungen des Managements über die künftige Entwicklung des erworbenen Unternehmens. Abweichungen der zukünftigen tatsächlichen Unternehmensentwicklung von der erwarteten können Einfluss auf die Höhe der bedingten Gegenleistungen und das Ergebnis nach Steuern haben. Die Werthaltigkeitstests von Goodwills und sonstigen Immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer sowie von Beteiligungen basieren auf zukunftsbezogenen Annahmen. Basierend auf der Entwicklung der Vergangenheit und den Erwartungen bezüglich der künftigen Marktentwicklung wird eine Planung über einen Zeitraum von grundsätzlich fünf Jahren zugrunde gelegt. Die wichtigsten Annahmen für die Einschätzung der Werthaltigkeit beinhalten dabei geschätzte Wachstumsraten nach dem Detailplanungszeitraum sowie gewichtete Gesamtkapitalkostensätze und Steuersätze. Weitere wesentliche Planungsannahmen betreffen die künftige Umsatzentwicklung und die Entwicklung der operativen Ergebnismarge. Die vorgenannten Prämissen sowie das zugrunde liegende Berechnungsmodell können erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung haben. Bei Forderungen aus Lieferung und Leistung umfasst die Ermittlung der Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste in erheblichem Maße Einschätzungen und Beurteilungen. So wird zu jedem Abschlussstichtag eine Wertminderungsanalyse zur Messung der erwarteten Kreditverluste durchgeführt. Die Wertminderungsraten basieren auf Überfälligkeitstagen für Gruppierungen verschiedener Kundensegmente mit ähnlichen Verlustmustern (d. h. nach geographischer Region, Produkttyp, Kundentyp und -rating und Abdeckung durch Avalkredite oder andere Formen der Kreditversicherung). Die Berechnung spiegelt das wahrscheinlichkeitsgewichtete Ergebnis, den Zeitwert des Geldes sowie angemessene und unterstützbare Informationen wider, die zum Bilanzstichtag über vergangene Ereignisse, aktuelle Bedingungen und Prognosen zukünftiger wirtschaftlicher Bedingungen verfügbar sind. Die tatsächlichen Zahlungseingänge können von den bilanzierten Buchwerten der Forderungen abweichen. Zudem sind bei der Beurteilung von kundenspezifischen Fertigungsaufträgen Zeitpunkt und Höhe der Umsatz- bzw. Gewinnrealisierung von Annahmen des Managements abhängig. Für die Bewertung von Rückstellungen, vor allem für Pensionsverpflichtungen, im Immobilienbereich, für Prozessrisiken, drohende Verluste, im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben und -veräußerungen sowie Restrukturierungsmaßnahmen, sind Annahmen und Einschätzungen in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme, die Höhe der Verpflichtung sowie die bei langfristigen Rückstellungen verwendeten Zinssätze wesentlich. Bei Pensionsverpflichtungen aus leistungsorientierten Zusagen sind zudem versicherungsmathematische Annahmen über künftige Entgelt- und Rentenentwicklungen, Lebenserwartungen sowie Fluktuationen erforderlich. Die tatsächliche Entwicklung und damit die in Zukunft tatsächlich anfallenden Zahlungen können dabei von der erwarteten Entwicklung und den gebildeten Rückstellungen abweichen. Die Bewertung der latenten Steueransprüche und -schulden erfordert Annahmen und Einschätzungen des Managements. Neben der Auslegung der auf das jeweilige Steuersubjekt anzuwendenden steuerlichen Vorschriften ist insbesondere bei der Berechnung der aktiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge die Möglichkeit abzuschätzen, zukünftig ausreichendes zu versteuerndes Einkommen zu erwirtschaften bzw. entsprechende Steuerstrategien zur Nutzung der steuerlichen Verlustvorträge umzusetzen. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen am Bilanzstichtag. Zukünftige Ereignisse und Veränderungen von Rahmenbedingungen führen häufig dazu, dass sich die tatsächlichen Beträge von den Schätzwerten unterscheiden. Dies gilt insbesondere auch für Verpflichtungen, die dem Grunde, der Höhe und dem Eintrittstermin nach unsicher sind. Bei Abweichungen werden die Annahmen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst. Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und insbesondere die dadurch gestiegenen Energiekosten wurden bei Annahmen und Schätzungen sowie bei der Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen berücksichtigt. Zudem wurden die Auswirkungen der Inflation und gestiegenen Zinsen bei der Bewertung der Rückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, und bei den Werthaltigkeitstests für den Goodwill berücksichtigt. B. Erläuterungen zur Bilanz
Die Zugänge Konsolidierungskreis des Geschäftsjahres resultieren aus Akquisitionen in den Portfoliounternehmen CWS und BekaertDeslee. Die Erläuterung der Unternehmenserwerbe des Geschäftsjahres erfolgt unter Textziffer 32. Die Zu- und Abgänge in den Betriebs- und Geschäftsausstattungen des Geschäftsjahres entfallen wie im Vorjahr im Wesentlichen auf zur Vermietung vorgesehene Textilien und Handtuchspender im Portfoliounternehmen CWS. Das Portfoliounternehmen BekaertDeslee hat im Geschäftsjahr die Abschreibungsmethode bestimmter Maschinen angepasst, damit die Methode den erwarteten Verlauf des Verbrauchs besser widerspiegelt. Ein Wechsel von der linearen Methode auf die Output-bezogene Methode wurde vollzogen. Dadurch waren die Aufwendungen für Abschreibungen im Geschäftsjahr um 1 Mio. Euro niedriger, als sie es nach der linearen Methode gewesen wären.
Für im rechtlichen und wirtschaftlichen Eigentum befindliche Sachanlagen bestehen wie im Vorjahr keine Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen. Es sind Sachanlagen in Höhe von 8 Mio. Euro als Sicherheit für eigene Verbindlichkeiten verpfändet (Vorjahr: 3 Mio. Euro). Es sind keine Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten verpfändet (Vorjahr: 3 Mio. Euro). Das Bestellobligo für Sachanlagen beläuft sich auf 12 Mio. Euro (Vorjahr: 2 Mio. Euro).
Die Zugänge Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr resultieren aus Akquisitionen in den Portfoliounternehmen CWS und BekaertDeslee. Die Erläuterung der Unternehmenserwerbe des Geschäftsjahres erfolgt unter Textziffer 32. Die Zugänge in den Posten Andere Immaterielle Vermögenswerte sowie Geleistete Anzahlungen resultieren wie im Vorjahr im Wesentlichen aus Software. Die Posten Sonstiges Immaterielles Vermögen aus Kaufpreisallokation und Andere Immaterielle Vermögenswerte enthalten Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer in Höhe von 171 Mio. Euro (Vorjahr: 185 Mio. Euro). Hierbei handelt es sich überwiegend um im Zuge von Akquisitionen aktivierte Markennamen sowie um Kunstobjekte der Haniel-Holding. Die Wertminderungen des Geschäftsjahres umfassen die Wertminderung des Goodwills im Portfoliounternehmen KMK kinderzimmer sowie die Wertminderung einer Marke der TAKKT AG, die ab 2024 nicht mehr weitergeführt wird.
Für im rechtlichen und wirtschaftlichen Eigentum befindliche Immaterielle Vermögenswerte bestehen wie im Vorjahr keine Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen. Es wurden wie im Vorjahr keine Immateriellen Vermögenswerte als Sicherheit für eigene Verbindlichkeiten verpfändet. Zum 31. Dezember 2022 besteht ein Bestellobligo für Immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 3 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro).
In den At-Equity bewerteten Beteiligungen ist im Wesentlichen die Beteiligung von Haniel an der CECONOMY AG abgebildet. Seit dem 31. Dezember 2022 ist ebenfalls die At-Equity bewertete Beteiligung am bis dahin vollkonsolidierten Portfoliounternehmen Optimar enthalten, auf die die Zugänge im Wesentlichen entfallen. Die CECONOMY AG mit Sitz in Düsseldorf ist die Holding-Gesellschaft der gleichnamigen führenden europäischen Plattform für Unternehmen, Konzepte und Marken im Bereich Consumer Electronics. Sie betreibt in Europa Elektronikfachmärkte unter den Marken MediaMarkt und Saturn. Der Anteil von Haniel an den Stammaktien der CECONOMY AG beträgt zum Bilanzstichtag 16,70 Prozent. Die CECONOMY AG hat branchenbedingt ein vom Kalenderjahr abweichendes Geschäftsjahr vom 1. Oktober bis zum 30. September. In den Konzernabschluss von Haniel wird die Beteiligung jedoch auf Basis von Geschäftsberichten und veröffentlichten Quartalsmitteilungen mit den Ergebnissen vom 1. Januar bis zum 31. Dezember einbezogen. Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Beteiligung an der CECONOMY AG erfolgt grundsätzlich mittels Werthaltigkeitstest basierend auf einer Planung der künftigen Cashflows, einem gewichteten Gesamtkapitalkostensatz nach Steuern von 12,74 Prozent (Vorjahr: 11,62 Prozent) und einer Wachstumsrate nach dem Detailplanungszeitraum von 0,5 Prozent (Vorjahr: 0,0 Prozent). Der Ergebnisbeitrag der CECONOMY-Beteiligung beträgt insgesamt -16 Mio. Euro (Vorjahr: 44 Mio. Euro). Im Berichtsjahr 2022 wurde nach Beschluss der CECONOMY-Hauptversammlung die Gesellschafterstruktur der CECONOMY vereinfacht. In diesem Zusammenhang führte die CECONOMY AG eine Kapitalerhöhung durch, an der Haniel nicht teilgenommen hat. Infolgedessen sank der Haniel zuzurechnende Anteil am Kapital der Gesellschaft von 22,55 Prozent auf 16,70 Prozent. Die Abgänge und Umbuchungen entfallen vollständig auf Bucheffekte vor dem Hintergrund der Anteilsverwässerung im Rahmen dieser Transaktion. Die Haniel zuzurechnende Beteiligung am Stammkapital der CECONOMY AG in Höhe von 16,70 Prozent (Vorjahr: 22,55 Prozent) hat am Bilanzstichtag, bewertet zum Kurs von 1,86 Euro (Vorjahr: 3,79 Euro) pro Stammaktie, einen Börsenkurswert von 151 Mio. Euro (Vorjahr: 307 Mio. Euro). Nachfolgend werden wesentliche Finanzinformationen zum IFRS-Konzernabschluss der CECONOMY AG sowie eine Überleitung auf den im Haniel-Konzernabschluss ausgewiesenen Buchwert der Beteiligung dargestellt.
Darüber hinaus bestehen zum 30. September 2022 Eventualverbindlichkeiten bei der CECONOMY AG in Höhe von 18 Mio. Euro (Vorjahr: 22 Mio. Euro). Neben der CECONOMY AG ist der Haniel-Konzern an Optimar und weiteren assoziierten Unternehmen beteiligt. Der Buchwert dieser Beteiligungen beläuft sich auf insgesamt 12 Mio. Euro (Vorjahr: 4 Mio. Euro). Der auf Haniel entfallende Anteil am Gesamtergebnis dieser Gesellschaften beläuft sich auf 2 Mio. Euro (Vorjahr: 2 Mio. Euro).
Das langfristige finanzielle Vermögen beinhaltet im Wesentlichen Investitionen in Wachstumskapital durch Fonds- und Direktbeteiligungen sowie Finanzinstrumente, die im Rahmen der mittel- bis langfristigen Kapitalanlage gehalten werden. Der Anstieg bei den Fonds und Direktinvestitionen im Bereich Growth Capital und ähnlichen Fremdkapitalinstrumenten ist insbesondere auf die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen zurückzuführen. Der Rückgang bei Investmentsfonds steht im Zusammenhang mit Verkäufen und Marktwertrückgängen im allgemeinen Kapitalmarktumfeld. Im Posten Eigenkapitalinstrumente - zu Handelszwecken gehalten führen Investitionen in weitere Direktbeteiligungen zu einem Anstieg. Die Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumente beinhalten nicht-börsennotierte Beteiligungen an Kapitalgesellschaften.
Die Aktivierten Vertragskosten betreffen Aufwendungen für die Anbahnung von Verträgen mit Kunden im Portfoliounternehmen CWS. Die Vertragskosten werden gleichmäßig über die voraussichtliche Laufzeit der Verträge verteilt. Der jährlich aufzulösende Betrag wird erfolgswirksam im Personalaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 6 Tatsächliche und latente Steuern Bei den Ertragsteuerforderungen in Höhe von insgesamt 32 Mio. Euro (Vorjahr: 32 Mio. Euro) handelt es sich insbesondere um Kapitalertragsteuerforderungen im Zusammenhang mit erhaltenen Dividenden. Die Ertragsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 58 Mio. Euro (Vorjahr: 44 Mio. Euro) beinhalten im Wesentlichen die für das Geschäftsjahr noch zu zahlenden Ertragsteuern sowie im Portfoliounternehmen Emma Verbindlichkeiten, die aus den Vorjahren stammen. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt mit den jeweiligen landesspezifischen Steuersätzen. Bis zum Bilanzstichtag beschlossene Steuersatzänderungen sind bereits berücksichtigt. Die angewandten Ertragsteuersätze der einzelnen Länder variieren zwischen 9,0 und 32,3 Prozent (Vorjahr: 9,0 und 32,3 Prozent). Auf Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzposten und auf steuerliche Verlustvorträge entfallen die folgenden aktiven und passiven latenten Steuern:
In den aktiven latenten Steuern sind 52 Mio. Euro (Vorjahr: 64 Mio. Euro) für Gesellschaften angesetzt, die sich im Geschäftsjahr bzw. im Vorjahr noch in einer Verlustsituation befanden. Diese Posten werden als werthaltig angesehen, da für diese Gesellschaften von zukünftigen steuerlichen Gewinnen ausgegangen wird. Im Haniel-Konzern bestehen gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 943 Mio. Euro (Vorjahr: 958 Mio. Euro), körperschaftsteuerliche und ähnliche ausländische Verlustvorträge in Höhe von 638 Mio. Euro (Vorjahr: 612 Mio. Euro) sowie Zinsvorträge in Höhe von 491 Mio. Euro (Vorjahr: 398 Mio. Euro), für die in der Bilanz keine latenten Steuern gebildet wurden, weil die Realisierung der latenten Steueransprüche aus heutiger Sicht nicht als hinreichend sicher angesehen werden kann. Von diesen steuerlichen Verlustvorträgen verfallen 8 Mio. Euro (Vorjahr: 8 Mio. Euro) innerhalb von fünf Jahren und weitere 0 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro) innerhalb von 15 Jahren. In Übereinstimmung mit IAS 12 werden insoweit keine passiven latenten Steuern für einbehaltene Gewinne von Tochterunternehmen und At-Equity bewerteten Beteiligungen bilanziert, als die Gesellschaft den Umkehreffekt steuern kann und es somit wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. Daher werden für temporäre Differenzen von Tochterunternehmen und At-Equity bewerteten Beteiligungen in Höhe von 119 Mio. Euro (Vorjahr: 125 Mio. Euro) keine passiven latenten Steuern gebildet.
In den Vorräten sind 15 Mio. Euro (Vorjahr: 13 Mio. Euro) enthalten, die auf den Nettoveräußerungswert abgewertet wurden. Im Geschäftsjahr wurden Wertminderungen in Höhe von 8 Mio. Euro (Vorjahr: 9 Mio. Euro) vorgenommen. Gegenläufig betrugen die Wertaufholungen 4 Mio. Euro (Vorjahr: 8 Mio. Euro). Die Erhöhung des gesamten Vorratsbestands im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der positiven Geschäftsentwicklung und Preissteigerungen im Geschäftsjahr sowie dem Aufbau von Sicherheitsbeständen zur Absicherung von Beschaffungsengpässen. Mit Ausnahme von branchenüblichen Eigentumsvorbehalten wurden wie im Vorjahr keine Vorräte als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten verpfändet.
Während die Forderungen aus Lieferung und Leistung unbedingte Ansprüche gegenüber dem Kunden enthalten, enthalten die Vermögenswerte aus Fertigungsaufträgen bedingte Ansprüche. Die Vermögenswerte aus Fertigungsaufträgen zum 31. Dezember 2022 betreffen im Wesentlichen das Portfoliounternehmen ROVEMA und werden nach Fertigstellung abgerechnet. Zum Bilanzstichtag sind, wie im Vorjahr, keine Forderungen aus Lieferung und Leistung als Sicherheit für eigene Verbindlichkeiten verpfändet. Im Geschäftsjahr wurde ein Teil der Forderungen aus Lieferung und Leistung an eine Bank gegen flüssige Mittel übertragen. Die Forderungen in Höhe von 55 Mio. Euro wurden vollständig ausgebucht, da im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, in erster Linie das Ausfallrisiko, auf die Bank übertragen wurden. Vermögenswerte in Höhe von 1 Mio. Euro wurden für das anhaltende Engagement an den ausgebuchten Forderungen erfasst. Dies stellt gleichzeitig das maximale Verlustrisiko dar. Die Entwicklung der Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferung und Leistung und Vermögenswerte aus Fertigungsaufträgen stellt sich wie folgt dar:
Die Ermittlung der Wertberichtigung basiert auf einer Gruppierung anhand gemeinsamer Kreditrisikomerkmale, von Überfälligkeitstagen und adäquaten Wertminderungsraten. Die Zuführungen und die Auflösungen der Wertberichtigung werden unter den Übrigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Eine Forderung ist uneinbringlich, wenn diese länger als 12 Monate überfällig ist. Sofern eine Forderung uneinbringlich geworden ist, wird diese erfolgswirksam abgeschrieben. Nachträgliche Zahlungseingänge auf abgeschriebene Forderungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Der Posten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzielle Vermögenswerte beinhaltet ausschließlich Stammaktien der METRO AG.
Unter den Guthaben bei Kreditinstituten werden kurzfristige Gelder mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten ausgewiesen. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist stichtagsbedingt und resultiert aus erhöhten Zahlungseingängen am Geschäftsjahresende insbesondere bei dem Portfoliounternehmen Emma. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1 Mio. Euro (Vorjahr: 4 Mio. Euro) werden in Ländern mit lokalen Devisenkontrollbeschränkungen gehalten.
Die Derivativen Finanzinstrumente dienen der Absicherung von Zins-, Währungs- und sonstigen Preisrisiken und werden unter Textziffer 30 näher erläutert. Im Geschäftsjahr sind wie im Vorjahr keine Übrigen kurzfristigen Vermögenswerte als Sicherheit für eigene Verbindlichkeiten verpfändet. 12 Eigenkapital Das gezeichnete Kapital der Franz Haniel & Cie. GmbH beträgt zum 31. Dezember 2022 unverändert 1.000 Mio. Euro. Alle Anteile sind vollständig eingezahlt und befinden sich im direkten oder indirekten Eigentum der Familie Haniel. Im Geschäftsjahr wurden Eigene Anteile mit einem Nennbetrag in Höhe von insgesamt 13 Mio. Euro (Vorjahr: 1 Mio. Euro) erworben. Die Nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen betreffen im Wesentlichen den Streubesitz an der in Stuttgart ansässigen TAKKT AG. Zum Bilanzstichtag hält Haniel 65,51 Prozent (Vorjahr: 59,45 Prozent) an der TAKKT AG, der Führungsgesellschaft des Portfoliounternehmens TAKKT. Durch die Erhöhung des Anteils an der TAKKT AG im Laufe des Geschäftsjahres 2022 um 6,06 Prozent ergab sich eine Minderung des Konzerneigenkapitals um 63 Mio. Euro. Im Rahmen der Vereinfachung der Gesellschafterstrukturen der CECONOMY AG verringerte sich der auf Haniel entfallende Anteil an den Gewinnrücklagen der CECONOMY AG um 102 Mio. Euro. Entsprechend verringerte sich der At-Equity-Buchwert an der CECONOMY AG (siehe Textziffer 3). Die Entwicklung des Eigenkapitals ist der Eigenkapitalveränderungsrechnung zu entnehmen. Die Reduktion der Gewinnrücklagen im Geschäftsjahr ist im Wesentlichen auf die Ausschüttung der Dividende des Vorjahres an die Anteilseigner, die beschriebenen Anteilsveränderungen bei der CECONOMY AG und der TAKKT AG sowie den Rückkauf eigener Anteile und den Jahresfehlbetrag zurückzuführen. Die Verminderung der Gewinnrücklagen aus Veränderungen im Konsolidierungskreis im Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Neubewertung einer Put-Option zum Erwerb weiterer Anteile im Rahmen eines Unternehmenserwerbs zurückzuführen. Die Neubewertung resultiert aus einer Schätzungsanpassung, die innerhalb des ersten Jahres nach Erwerb durchgeführt und entsprechend erfolgsneutral erfasst wurde. Die folgende Übersicht enthält die im Haniel-Konzernabschluss erfassten Finanzinformationen zu dem Portfoliounternehmen TAKKT:
Haniel hält über die Führungsgesellschaft des Portfoliounternehmens Emma 54,1 Prozent (Vorjahr: 50,1 Prozent) an der Emma Sleep GmbH, Frankfurt am Main. Die innerhalb von Emma ausgewiesenen Nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital der Emma Sleep GmbH und ihrer Tochtergesellschaften betragen zum Bilanzstichtag 35 Mio. Euro (Vorjahr: 30 Mio. Euro). Der auf die Emma Sleep GmbH entfallende Anteil am Gesamtergebnis beträgt 8 Mio. Euro (Vorjahr: 5 Mio. Euro). Davon entfielen auf das Ergebnis nach Steuern 8 Mio. Euro (Vorjahr: 5 Mio. Euro) und auf das Sonstige Ergebnis 0 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro). Haniel hält über die Führungsgesellschaft des Portfoliounternehmens KMK kinderzimmer 60 Prozent (Vorjahr: 60 Prozent) an der KMK kinderzimmer Holding GmbH, Hamburg. Die innerhalb von KMK kinderzimmer ausgewiesenen Nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital der KMK kinderzimmer Holding GmbH und ihrer Tochtergesellschaften betragen zum Bilanzstichtag 6 Mio. Euro (Vorjahr: 6 Mio. Euro). Der auf KMK kinderzimmer Holding GmbH entfallende Anteil am Gesamtergebnis beträgt -4 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro). Davon entfielen auf das Ergebnis nach Steuern -4 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro) und auf das Sonstige Ergebnis 0 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro). Das kumulierte Sonstige Ergebnis des Haniel-Konzerns entwickelte sich wie folgt:
Das auf die Nicht beherrschenden Anteile entfallende kumulierte Sonstige Ergebnis umfasst in Höhe von 11 Mio. Euro (Vorjahr: 7 Mio. Euro) Währungseffekte, in Höhe von -3 Mio. Euro (Vorjahr: -15 Mio. Euro) Neubewertungskomponenten leistungsorientierter Versorgungspläne, in Höhe von 1 Mio. Euro (Vorjahr: 4 Mio. Euro) latente Steuern auf Neubewertungskomponenten leistungsorientierter Versorgungspläne, in Höhe von 1 Mio. Euro (Vorjahr: 6 Mio. Euro) Erträge und Aufwendungen aus der Folgebewertung von Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente und in Höhe von 0 Mio. Euro (Vorjahr: -1 Mio. Euro) Erträge und Aufwendungen aus der Folgebewertung von Derivativen Finanzinstrumenten. Kapitalsteuerung Ziel der Kapitalsteuerung des Haniel-Konzerns ist es zum einen, die finanzielle Flexibilität, den Spielraum für wertsteigernde Investitionen und die Beibehaltung solider Bilanzrelationen zu sichern. Hierbei werden Ratings im Investment-Grade-Bereich angestrebt. Zum anderen soll die Kapitalsteuerung gewährleisten, dass das im Haniel-Konzern gebundene Kapital wertsteigernd eingesetzt wird. Die Nettofinanzposition des Haniel-Konzerns, im Vorjahr unter Einbeziehung des Zur Veräußerung vorgesehenen Portfoliounternehmens, definiert als Nettofinanzschulden abzüglich der Anlageposition der Haniel-Holding, setzt sich wie folgt zusammen:
Die Anlageposition Haniel-Holding, die für den Erwerb neuer Portfoliounternehmen zur Verfügung steht, umfasst lang- und kurzfristiges finanzielles Vermögen sowie sonstige Vermögenswerte der Holding und sonstigen Gesellschaften. Im Konzern wird die Solidität der Bilanzrelationen mithilfe der Eigenkapitalquote, des Gearing, des Zinsdeckungsgrads und der Kern-Entschuldungsdauer überwacht.
Die Kern-Entschuldungsdauer setzt das EBITDA der Portfoliounternehmen sowie der Holding und sonstigen Gesellschaften in Beziehung zur Nettofinanzposition. Da die Finanzbeteiligung an der CECONOMY AG nicht in das EBITDA eingeht, sondern At-Equity bewertet wird, werden für Zwecke der Berechnung der Kern-Entschuldungsdauer Nettofinanzschulden in Höhe von 75 Mio. Euro (Vorjahr: 100 Mio. Euro) abgezogen und den Finanzbeteiligungen zugeordnet. 13 Kurz- und langfristige Finanzielle Verbindlichkeiten Unter den Finanziellen Verbindlichkeiten werden die verzinslichen Verpflichtungen des Haniel-Konzerns ausgewiesen, die zum jeweiligen Bilanzstichtag bestanden haben. Die verschiedenen Arten und Laufzeiten der kurz- und langfristigen Finanziellen Verbindlichkeiten ergeben sich aus der folgenden Übersicht:
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen den jeweiligen Finanzierungszusagen. Der Posten Anleihen, Commercial Papers und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten beinhaltet zum Bilanzstichtag durch Portfoliounternehmen ausgegebene Schuldscheindarlehen in Höhe von 38 Mio. Euro (Vorjahr: 45 Mio. Euro) und Commercial Papers. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestehen gegenüber Gesellschaftern der Franz Haniel & Cie. GmbH. In den Finanziellen Verbindlichkeiten sind subordinierte Verbindlichkeiten in Höhe von 176 Mio. Euro (Vorjahr: 174 Mio. Euro) enthalten. Die subordinierten Finanziellen Verbindlichkeiten sind gegenüber allen anderen Verpflichtungen nachrangig. Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über die subordinierten Finanziellen Verbindlichkeiten:
14 Rückstellungen für Pensionen Rückstellungen für Pensionen werden aufgrund von Verpflichtungen aus laufenden Renten und aus Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Die Leistungen des Konzerns variieren je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes. Die betriebliche Altersversorgung des Haniel-Konzerns besteht sowohl aus beitragsorientierten als auch aus leistungsorientierten Versorgungsplänen. Bei den beitragsorientierten Versorgungsplänen besteht über die Entrichtung der Beiträge hinaus keine weitere Verpflichtung. Die Beitragszahlungen sind im Personalaufwand ausgewiesen und betragen 34 Mio. Euro (Vorjahr: 34 Mio. Euro) für die gesetzlichen Rentenversicherungen und 11 Mio. Euro (Vorjahr: 10 Mio. Euro) für sonstige beitragsorientierte Pläne. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen bestehen im Wesentlichen aus Versorgungsplänen auf Endgehaltsbasis mit Inflationseffekten entgegenwirkenden Anpassungen. Sie sind über externe Pensionsfonds und durch Rückstellungen finanziert. Zur Vermeidung einer Risikokonzentration investieren die Fonds im Rahmen ihrer Anlagestrategien in unterschiedliche Anlageklassen. Darüber hinaus wird die Fälligkeitsstruktur des Planvermögens auf die erwarteten Rentenauszahlungszeitpunkte abgestimmt. Die leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen entfallen insbesondere auf Deutschland und die Schweiz. Für die genannten Länder werden die länderspezifischen Merkmale im Folgenden näher beschrieben. In Deutschland sind die leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen im Wesentlichen über Rückstellungen finanziert. Die Verpflichtungen basieren entweder auf Betriebsvereinbarungen oder einzelvertraglichen Regelungen für Führungskräfte und sonstige Mitarbeiter:innen. Die Zusagen beinhalten im Wesentlichen Rentenzahlungen, häufig auch Leistungen bei Invalidität oder im Todesfall. In beitragsbasierten Leistungsplänen kann - je nach Versorgungsplan - das Versorgungskapital in Raten oder als Einmalbetrag ausbezahlt oder verrentet werden. Sofern Renten geleistet werden, erfolgt entweder eine gesetzlich vorgeschriebene Anpassungsprüfung im Drei-Jahres-Turnus oder für beitragsbasierte Pläne - je nach Versorgungsplan - sind garantierte jährliche Rentenerhöhungen zwischen 1,5 Prozent und 2,5 Prozent festgelegt. Ein Anspruch auf Altersleistung besteht grundsätzlich ab Austritt. Der Anspruch auf Auszahlung besteht nach Erreichen der jeweiligen Altersgrenze, bei Zusagen ab 2012 frühestens mit Vollendung des 62. Lebensjahres. Die leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen in der Schweiz basieren auf Zusagen für Führungskräfte und sonstige Mitarbeiter:innen. Sie sind durch Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zu Pensionsfonds finanziert. Die Zusagen beinhalten auch Leistungen im Fall von Invalidität und im Todesfall. Die Beiträge variieren in Abhängigkeit von Gehalt und Alter. Rentensteigerungen werden abhängig vom Ertrag des Planvermögens berücksichtigt. Zur Absicherung der Pensionsansprüche unterliegen die Pläne Mindestdotierungsverpflichtungen, aus denen sich in der Zukunft gegebenenfalls Nachschussverpflichtungen ergeben können. Ein Anspruch auf Altersleistung besteht ab Austritt, frühestens allerdings mit Vollendung des 64. Lebensjahres. Die Auszahlung kann je nach Vereinbarung/Versorgungsplan verrentet oder als Einmalbetrag ausbezahlt werden. Die Wertermittlung der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen erfolgt gemäß dem Anwartschaftsbarwertverfahren. Hierbei wurden länderspezifisch die folgenden Parameter zugrunde gelegt:
Um dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld Rechnung zu tragen, wurde einmalig ein Aufschlag von 5 Prozent auf die Entgeltsteigerung vorgenommen. Die Ableitung des Rechnungszinses erfolgt dabei anhand eines Zinsstrukturkurvenansatzes pro Währungsraum auf Basis der Renditen von festverzinslichen Unternehmensanleihen, die von mindestens einer namhaften Ratingagentur mit einem Rating von mindestens AA bewertet werden. Für die Eurozone werden im Geschäftsjahr die Unternehmensanleihen des iBoxx™ Corporates AA angewendet. Den verwendeten Sterbetafeln für die entsprechenden Länder liegen öffentlich zugängliche Daten zugrunde. In Deutschland basiert die Bewertung auf biometrischen Wahrscheinlichkeiten der Heubeck-Richttafeln 2018G. Die durchschnittliche fristenkongruente Duration der leistungsorientierten Versorgungspläne beträgt 16 Jahre (Vorjahr: 19 Jahre). Die Pensionsverpflichtungen sind in der Bilanz im folgenden Posten ausgewiesen:
Der Anwartschaftsbarwert entwickelte sich im Geschäftsjahr wie folgt:
Die erwarteten Rentenzahlungen betragen im nächsten Geschäftsjahr 14 Mio. Euro (Vorjahr: 14 Mio. Euro), in den darauf folgenden 2 bis 5 Geschäftsjahren betragen sie 63 Mio. Euro (Vorjahr: 57 Mio. Euro) und in den nächsten 6 bis 10 Geschäftsjahren 103 Mio. Euro (Vorjahr: 92 Mio. Euro). Das Planvermögen hat sich folgendermaßen entwickelt:
Im nächsten Geschäftsjahr werden sich die Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen voraussichtlich auf 6 Mio. Euro (Vorjahr: 8 Mio. Euro) belaufen. Die Portfoliostruktur des Planvermögens stellt sich am Bilanzstichtag wie folgt dar:
In der folgenden Übersicht ist die Entwicklung der Nettopensionsrückstellungen dargestellt. Sie entspricht grundsätzlich der Differenz zwischen den Entwicklungen des Anwartschaftsbarwerts und dem Zeitwert des Planvermögens.
Der Altersversorgungsaufwand für das Geschäftsjahr ist in der Gewinn- und Verlustrechnung im Personalaufwand in Höhe von 15 Mio. Euro (Vorjahr: 17 Mio. Euro) und im Finanzierungsaufwand in Höhe von 4 Mio. Euro (Vorjahr: 2 Mio. Euro) ausgewiesen. In der folgenden Übersicht ist dargestellt, wie sich der Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen zum Bilanzstichtag bei isolierter Variation wesentlicher versicherungsmathematischer Parameter verändert hätte.
Die Methodik der Sensitivitätsanalyse ist unverändert zum Vorjahr. Berücksichtigung finden Parameteränderungen, die in angemessener Weise für möglich gehalten werden. Die Auswahl der jeweiligen Bandbreite von möglichen Parameteränderungen basiert auf mehrjährigen historischen Beobachtungen. Die Ableitung möglicher künftiger Entwicklungen auf Basis von Vergangenheitswerten stellte eine Einschränkung der Methodik dar.
Die langfristigen Personalrückstellungen umfassen Verpflichtungen aus Performance-Cash-Plänen, Jubiläen und Altersteilzeit. Die kurzfristigen Personalrückstellungen umfassen Tantiemen sowie Verpflichtungen aus Sozialplänen und Abfindungen. Die Rückstellungen für Räumungsverpflichtungen entstehen in der Regel durch die Errichtung und Umgestaltung von Grundstücken und Gebäuden (Ein- und Umbauten), deren Beseitigung aufgrund vertraglicher bzw. faktischer oder gesetzlicher Verpflichtung in der Zukunft notwendig ist. Der Barwert der erwarteten Kosten wird sofort in voller Höhe zurückgestellt und korrespondiert zu Beginn mit einer entsprechenden Erhöhung der Anschaffungskosten des betroffenen Vermögenswerts im Sachanlagevermögen. Barwertanpassungen während der Laufzeit, die aus Änderungen des erwarteten Erfüllungsbetrags oder aus Zinssatzänderungen resultieren, werden grundsätzlich erfolgsneutral gegen den Buchwert des betroffenen Vermögenswerts vorgenommen. Die Restrukturierungsrückstellungen umfassen alle geschätzten Kosten für die Restrukturierung bestimmter Unternehmen bzw. Geschäftszweige auf der Basis eines vom zuständigen Management gefassten Restrukturierungsplans. Die Sonstigen langfristigen und kurzfristigen Rückstellungen beinhalten unter anderem Rückstellungen aus Steuerrisiken in Höhe von 7 Mio. Euro (Vorjahr: 10 Mio. Euro), Rückstellungen, die im Rahmen des Verkaufs der ELG gebildet wurden, in Höhe von 9 Mio. Euro sowie Rückstellungen in Höhe von 7 Mio. Euro (Vorjahr: 7 Mio. Euro), die im Zusammenhang mit Kalksandsteinen stehen, die in früheren Haniel-Baustoffwerken unter Verwendung von Kalksubstituten gefertigt wurden und von Haniel auf Kulanzbasis reguliert werden. Die erwartete Inanspruchnahme der Übrigen langfristigen Rückstellungen stellt sich wie folgt dar:
16 Übrige langfristige Verbindlichkeiten Der Posten Übrige langfristige Verbindlichkeiten enthält im Wesentlichen bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben sowie Verbindlichkeiten aus der Gewährung einer Put-Option zum Erwerb weiterer Anteile im Rahmen eines Unternehmenserwerbs.
Der Anstieg in den Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung ist im Wesentlichen auf einen Anstieg bei den Portfoliounternehmen CWS und Emma aufgrund der Geschäftslage zurückzuführen. Der Anstieg bei Emma liegt überdies an Reverse-Factoring-Vereinbarungen, die - aufgrund verlängerter Zahlungsziele - den Bestand der Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung zum Jahresende erhöht haben. Innerhalb der Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung sind 43 Mio. Euro den Reverse-Factoring-Vereinbarungen zuzuordnen. Die Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen und Vorauszahlungen sowie die Verbindlichkeiten aus sonstigen Verträgen mit Kunden beziehen sich auf Zahlungen, die vor Erfüllung der vertraglichen Leistung erhalten wurden. Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse von 39 Mio. Euro (Vorjahr: 26 Mio. Euro) erfasst, die zu Beginn des Geschäftsjahres in den Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen und Vorauszahlungen bzw. in den Verbindlichkeiten aus sonstigen Verträgen mit Kunden passiviert waren. Die zum Bilanzstichtag als Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen erfassten Leistungsverpflichtungen haben eine erwartete ursprüngliche Laufzeit von maximal einem Jahr, so dass von weiteren Angaben abgesehen wird.
Die Abgegrenzten Schulden enthalten insbesondere die periodengerecht abgegrenzten Aufwendungen für Zinsen, Urlaubsansprüche, Rabatte und Boni sowie unterwegs befindliche Rechnungen. Die Gesamtposition der Derivativen Finanzinstrumente wird unter Textziffer 30 näher erläutert. Der Posten Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten enthält Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben in Höhe von 6 Mio. Euro (Vorjahr: 8 Mio. Euro). C. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
In der folgenden Übersicht werden die Umsatzerlöse der Portfoliounternehmen nach wesentlichen Kategorien weiter aufgegliedert:
Das Portfoliounternehmen BauWatch bietet Dienstleistungen im Bereich temporärer Outdoor-Sicherheitslösungen und technikgestützte Service-Leistungen an. BekaertDeslee produziert Matratzenbezugsstoffe und Matratzenhüllen. CWS bietet Dienstleistungen für Waschraumhygiene- und Textillösungen sowie Brandschutz- und Sicherheitslösungen an. Emma ist ein international operierender Sleep-Tech-Anbieter, der im Wesentlichen Matratzen und Schlafsysteme online verkauft. KMK kinderzimmer erzielt Umsatzerlöse aus dem Betrieb von Kindertagesstätten. Das Portfoliounternehmen ROVEMA erzielt Umsatzerlöse im Wesentlichen aus dem Verkauf von Verpackungsmaschinen und -anlagen. TAKKT verkauft als B2B-Spezialversandhändler im Wesentlichen Büro- und Geschäftsausstattung.
Die Erträge aus Abgängen im langfristigen Vermögen entfallen im Berichtsjahr insbesondere auf den Verkauf einer Liegenschaft des Portfoliounternehmens BekaertDeslee. Durch den Verkauf der Liegenschaft im Rahmen einer Sale-and-Leaseback-Transaktion wurde ein Gewinn in Höhe von 28 Mio. Euro erfasst. Im Vorjahr entfielen diese im Wesentlichen auf den Verkauf von Liegenschaften des Portfoliounternehmens CWS. Die Sonstigen betrieblichen Erträge enthalten unter anderem Erträge aus der Weiterbelastung von Kosten, periodenfremde Erträge und Gutschriften, Erträge aus Versicherungserstattungen sowie Erträge aus dem Verkauf bestimmter Vermögenswerte. Im Geschäftsjahr wurden, wie im Vorjahr, keine bedingten Mieterträge erfasst.
Der Posten Sonstige Betriebs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten umfasst eine Vielzahl betrieblicher Aufwendungen, beispielsweise Kommunikationskosten, Versicherungsbeiträge sowie Prüfungskosten. Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von -4 Mio. Euro (Vorjahr: -5 Mio. Euro) werden ebenfalls in den Sonstigen Betriebs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten erfasst. Die Miet- und Leasingaufwendungen enthalten die Aufwendungen für Leasingvereinbarungen, die als kurzfristige Leasingverhältnisse einzustufen sind, und für Leasingverhältnisse, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist.
Die Fair-Value-Änderungen der Finanziellen Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert beinhalten im Wesentlichen die Fair-Value-Änderungen und Ausschüttungen von Beteiligungen an Growth Capital Fonds, Direktbeteiligungen an Personengesellschaften sowie Investmentfonds im Rahmen der mittel- bis langfristigen Kapitalanlage. In den Eigenkapitalinstrumenten sind Fair-Value-Änderungen und Dividenden aus Aktien und Direktbeteiligungen an Kapitalgesellschaften enthalten, insbesondere aus der Beteiligung an der METRO AG.
Die Erhöhung des Finanzierungsaufwands und insbesondere der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen steht im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem deutlich höheren Marktzinsniveau im aktuellen Geschäftsjahr.
Die erfolgswirksamen Fair-Value-Änderungen von Derivativen Finanzinstrumenten sind im Sonstigen Finanzergebnis enthalten und betragen im Geschäftsjahr 0 Mio. Euro (Vorjahr: 1 Mio. Euro). Darüber hinaus sind im Sonstigen Finanzergebnis Erträge und Aufwendungen aus Wertminderungen und Wertaufholungen von 0 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro) sowie Fair-Value Änderungen nicht-operativer Finanzinstrumente von -18 Mio. Euro (Vorjahr: -22 Mio. Euro) enthalten. Das Währungsergebnis beträgt im Geschäftsjahr 1 Mio. Euro (Vorjahr: -1 Mio. Euro) und ist mit -2 Mio. Euro (Vorjahr: -3 Mio. Euro) im Sonstigen Finanzergebnis sowie mit 3 Mio. Euro (Vorjahr: 2 Mio. Euro) in den Übrigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Die tatsächlichen Steuern enthalten periodenfremde Steuererträge in Höhe von 3 Mio. Euro (Vorjahr: 2 Mio. Euro). Im Geschäftsjahr wurden aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge und auf Zinsvorträge in Höhe von 13 Mio. Euro (Vorjahr: 13 Mio. Euro) aufwandswirksam aufgelöst. Es liegen Wertaufholungen in Höhe von 1 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro) und keine Wertberichtigungen (Vorjahr: 0 Mio. Euro) auf aktive latente Steuern vor. Der Unterschied zwischen dem ausgewiesenen und dem erwarteten Steueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Der erwartete Ertragsteuersatz setzt sich aus der für deutsche Kapitalgesellschaften relevanten Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer zusammen. In den sonstigen Steuereffekten sind Steuereffekte aufgrund von Steuersatzänderungen in Höhe von 1 Mio. Euro (Vorjahr: -1 Mio. Euro) enthalten. Im Geschäftsjahr wurden keine aktiven latenten Steuern auf laufende Verluste in Höhe von 17 Mio. Euro (Vorjahr: 2 Mio. Euro) gebildet. 27 Ergebnis nach Steuern der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche Das Ergebnis nach Steuern der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche beinhaltet die Erträge und Aufwendungen des Unternehmens Optimar sowie im Vorjahr zusätzlich die Erträge und Aufwendungen der ELG. Das Ergebnis der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche setzt sich wie folgt zusammen:
Das auf Gesellschafter der Franz Haniel & Cie. GmbH entfallende Gesamtergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen beträgt im Geschäftsjahr -150 Mio. Euro (Vorjahr: -19 Mio. Euro). D. Sonstige Erläuterungen 28 Leasingverhältnisse Das Sachanlagevermögen von 984 Mio. Euro (Vorjahr: 911 Mio. Euro) beinhaltet mit 730 Mio. Euro (Vorjahr: 645 Mio. Euro) Sachanlagen, die sich im rechtlichen Eigentum von Haniel befinden, und mit 254 Mio. Euro (Vorjahr: 266 Mio. Euro) Vermögenswerte, die von Haniel als Leasingnehmer im Rahmen von Leasingverhältnissen genutzt werden. Diese Vermögenswerte werden als Nutzungsrechte bilanziert und verteilen sich auf die Anlagenklassen wie folgt:
Der künftige Verpflichtungsumfang aufgrund von kontrahierten, jedoch am Bilanzstichtag noch nicht begonnenen Leasingverhältnissen beträgt nominal 46 Mio. Euro (Vorjahr: 54 Mio. Euro). Dies betrifft im Wesentlichen abgeschlossene Mietverträge für künftige Kindertageseinrichtungen, die zum Bilanzstichtag noch nicht übergeben wurden. Die folgende Übersicht stellt die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Beträge aus Leasingverhältnissen dar:
In der Kapitalflussrechnung sind Beträge aus Leasingverhältnissen wie folgt erfasst:
Die Auszahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert sowie die Zinsauszahlungen aus Leasingverbindlichkeiten werden im Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit ausgewiesen; die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten wird im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Leasingverhältnisse, bei denen Haniel als Leasinggeber auftritt und nicht die wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasingobjektes auf den Vertragspartner übertragen werden, werden als Operatives Leasing behandelt. Das Leasingobjekt wird somit weiterhin in der Bilanz ausgewiesen und die Leasingzahlungen als Übriger betrieblicher Ertrag erfasst. Die folgende Übersicht stellt die Mindesteinzahlungen für das Operative Leasing der nächsten Jahre dar:
29 Finanzwirtschaftliches Risikomanagement Der Haniel-Konzern unterliegt im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit finanziellen Risiken. Hierbei handelt es sich vor allem um Liquiditätsrisiken, Ausfallrisiken und Risiken aus Änderungen des Zinsniveaus und der Wechselkurse sowie Preisschwankungen an den Aktien- oder Rohstoffmärkten. Ziel des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements ist es, die finanziellen Risiken zu reduzieren. Die Geschäftsführung legt die allgemeinen Grundsätze für das finanzwirtschaftliche Risikomanagement fest und regelt so das generelle Vorgehen bei der Absicherung der finanziellen Risiken. Die Führungsgesellschaften der Portfoliounternehmen verfügen über eigene Treasury-Abteilungen, die nach einer Identifizierung, Analyse und Bewertung der finanziellen Risiken Maßnahmen zu deren Vermeidung oder Begrenzung treffen. Die Treasury-Abteilung der Haniel-Holding berät die Tochterunternehmen und schließt neben eigenen Sicherungsgeschäften auch Sicherungsgeschäfte für Tochterunternehmen ab. Alle Sicherungsmaßnahmen werden nur mit einem Grundgeschäftsbezug abgeschlossen. Es werden keine Derivativen Finanzinstrumente zu spekulativen Zwecken eingesetzt. Der Haniel-Konzern setzt zur Finanzierung verschiedene branchen- bzw. handelsübliche Finanzierungsinstrumente mit entsprechenden Vertragsklauseln ein. Hieraus ergeben sich keine besonderen finanzwirtschaftlichen Risiken. Liquiditätsrisiko Unter Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit des Haniel-Konzerns nicht gewährleisten zu können. Das Liquiditätsrisiko wird durch eine Finanzplanung der Führungsgesellschaften der Portfoliounternehmen gesteuert, die sicherstellt, dass die erforderlichen Mittel zur Finanzierung des operativen Geschäfts und der Investitionen zur Verfügung stehen. Der Finanzierungsbedarf wird auf Basis der Finanzplanungen der Tochterunternehmen und der Haniel-Holding ermittelt. Zur Deckung des Finanzierungsbedarfs verfügt die Haniel-Holding über fest zugesagte, nicht ausgenutzte Kreditlinien sowie über ein Commercial Paper Programme. Darüber hinaus erfolgt eine Steuerung des Liquiditätsrisikos innerhalb der Portfoliounternehmen, sodass auch hier nicht genutzte bilaterale kurz- und langfristige Kreditlinien bestehen. Im Haniel-Konzern wird grundsätzlich eine angemessene Reserve an freien Kreditlinien angestrebt. Am Bilanzstichtag verfügt der Haniel-Konzern über freie, zugesagte Kreditlinien mit einem Volumen von 1,0 Mrd. Euro. Darüber hinaus besteht das Commercial Paper Programme der Haniel-Holding mit einem Volumen von 500 Mio. Euro, aus dem am Bilanzstichtag Commercial Paper mit einem Volumen von 171 Mio. Euro emittiert waren. Ausfallrisiko Als Ausfall- bzw. Kreditrisiko wird das Risiko verstanden, dass die Vertragspartner des Haniel-Konzerns ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Der Haniel-Konzern ist sowohl aus dem operativen Geschäft als auch aus Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt. Durch die Diversifizierung des Haniel-Konzerns und die Vielzahl der bestehenden Kundenbeziehungen mit in der Regel nur geringen Einzelforderungen ergibt sich bei den Forderungen aus Lieferung und Leistung in den Portfoliounternehmen grundsätzlich keine Konzentration von Ausfallrisiken. Zudem wurde im Geschäftsjahr krisenbedingten Anstiegen von Ausfallrisiken weiterhin durch die Bildung angemessener Risikovorsorgen Rechnung getragen. Wesentliche Einzelforderungen gegen große Kunden bestehen nicht. Die Anlage liquider Mittel in ausgewählte Finanzanlageprodukte ist im Haniel-Konzern durch Richtlinien geregelt. In Abhängigkeit von der Bonitätsbeurteilung des Vertragspartners werden entsprechende Limite vorgegeben und kontrolliert, um eine Konzentration von Ausfallrisiken zu vermeiden. Auf Basis interner und externer Ratings können die Ausfallrisiken zusammengefasst werden:
Neben den Buchwerten der in der Bilanz ausgewiesenen Finanzinstrumente mit positivem beizulegendem Zeitwert umfasst das maximale Ausfallrisiko des Haniel-Konzerns auch die Nominalvolumen der abgegebenen Finanzgarantien. Zum Bilanzstichtag bestanden wie im Vorjahr keine Finanzgarantien. Zinsänderungsrisiko Als Zinsänderungsrisiko wird das Risiko negativer Auswirkungen auf das Ergebnis infolge von schwankenden Marktzinssätzen verstanden. Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos werden Derivative Finanzinstrumente eingesetzt, vor allem Zinsswaps. Die Basis für die Entscheidung über den Einsatz von Derivativen Finanzinstrumenten bilden die geplante Verschuldung und Anlageposition sowie die Zinserwartungen. In regelmäßigen Abständen wird die Zinssicherungsstrategie überprüft und neue Zielvorgaben werden definiert. Im Haniel-Konzern wird grundsätzlich eine angemessene zinsgesicherte Position angestrebt. Aus der nachfolgenden Zinssensitivitätsanalyse geht hervor, welche hypothetischen Auswirkungen sich auf das Ergebnis vor Steuern, das Sonstige Ergebnis und auf das Eigenkapital ergeben hätten, wenn am Bilanzstichtag eine Änderung des Marktzinsniveaus eingetreten wäre. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand am Bilanzstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist und dass die unterstellte Änderung des Marktzinsniveaus am Bilanzstichtag möglich gewesen wäre. Steuereffekte bleiben dabei außer Acht.
Angegeben werden die Zinssensitivitäten für die Währungen, die am Bilanzstichtag eine wesentliche Bedeutung für die Haniel-Gruppe haben. Währungsrisiko Währungsrisiken entstehen aus Investitionen und Finanzierungsmaßnahmen in Fremdwährung sowie aus der operativen Tätigkeit durch den Ein- und Verkauf von Handelswaren und Dienstleistungen in nicht-funktionaler Währung. Die hieraus resultierende Risikoposition wird fortlaufend ermittelt und überwiegend durch den Abschluss von Devisentermingeschäften und Währungsswaps gesichert. Der überwiegende Teil der Währungsrisiken resultiert aus der Kursentwicklung des Euro zum US-Dollar (USD), des Euro zum Britischen Pfund (GBP) sowie des Euro zum Schweizer Franken (CHF). Währungsrisiken werden unter anderem durch sogenannte Micro-Hedges gesichert. Hierbei handelt es sich um die direkte Sicherung eines Grundgeschäfts durch ein Währungsderivat. Neben dieser Art der Sicherung können Währungsrisiken auch im Rahmen einer Portfolio-Sicherung gesichert werden, bei der risikogleiche Geschäfte zu Gruppen zusammengefasst werden. Dabei wird die Gesamtrisikoposition eines solchen Portfolios als Grundgeschäft durch den Einsatz angemessener Derivate abgesichert. Darüber hinaus werden Währungsderivate eingesetzt, um erwartete Transaktionen in Fremdwährungen zu sichern. Dabei wird das Währungsderivat (oder eine Kombination aus mehreren Derivaten) gewählt, das die erwartete Eintrittswahrscheinlichkeit sowie die zeitliche Struktur der erwarteten Transaktion bestmöglich widerspiegelt. Die Währungssensitivitätsanalyse zeigt die theoretischen Auswirkungen einer Veränderung der für den Haniel-Konzern wesentlichen Währungen US-Dollar (USD), Britisches Pfund (GBP) und Schweizer Franken (CHF) auf das Ergebnis vor Steuern, das Sonstige Ergebnis und das Eigenkapital. Durch die Klassifizierung der Optimar als assoziiertes Unternehmen ist die Norwegische Krone (NOK) zukünftig weniger relevant. Die Basis für die Währungssensitivitätsanalyse stellen die am Bilanzstichtag bestehenden originären und Derivativen Finanzinstrumente dar, die Konzernunternehmen in nicht-funktionaler Währung halten. Es wird bei der Betrachtung davon ausgegangen, dass sich die Wechselkurse zum Bilanzstichtag um den angegebenen Prozentsatz verändern. Bewegungen über Zeitabläufe, in der Realität zu beobachtende Änderungen anderer Marktparameter sowie Steuereffekte bleiben dabei außer Acht. Die mittel- und langfristige Kreditaufnahme erfolgt überwiegend bei der Franz Haniel & Cie. GmbH, den Führungsgesellschaften der Portfoliounternehmen sowie bei den Finanzierungsgesellschaften. Entsprechend dem Bedarf der einzelnen Konzerngesellschaften können diese auch Darlehen in anderen Währungen als Euro aufnehmen und konzernintern weiterleiten. Diese Darlehen sind gemäß IFRS 7.40, da nicht in der funktionalen Währung der Gesellschaften aufgenommen, in die Berechnung des Währungsrisikos aufzunehmen, obwohl aus Sicht des Gesamtkonzerns kein Währungsrisiko besteht.
Angegeben werden die Währungen, die am Bilanzstichtag eine wesentliche Bedeutung für die Haniel-Gruppe haben. Börsenkurs- und Marktwertrisiko Der Haniel-Konzern investiert im Rahmen seiner Investitionsstrategie in Wachstumskapital. In diesem Zusammenhang werden Beteiligungen an einer Vielzahl von Fonds hochreputierter Investmentgesellschaften sowie Direktbeteiligungen an Unternehmen in der Wachstumsphase eingegangen. Darüber hinaus werden liquide Mittel zu Zwecken der mittel- bis langfristigen Kapitalanlage in verschiedenen Finanzinstrumenten wie Investmentfonds, Aktien oder strukturierten Finanzinstrumenten angelegt. Die Bewertung dieser Eigen- und Fremdkapitalinstrumente erfolgt ergebniswirksam oder ergebnisneutral zum beizulegenden Zeitwert. Ein hypothetischer Anstieg (Rückgang) der Marktwerte der ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigen- und Fremdkapitalinstrumente um 10 Prozent würde zu einer Verbesserung (Verschlechterung) des Ergebnisses vor Steuern um 40 Mio. Euro (-40 Mio. Euro) führen. Ein hypothetischer Anstieg (Rückgang) des beizulegenden Zeitwertes von ergebnisneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigen- und Fremdkapitalinstrumenten um 10 Prozent würde zu einer Erhöhung (einem Rückgang) des Sonstigen Ergebnisses um 3 Mio. Euro (-3 Mio. Euro) führen. Zudem hält der Haniel-Konzern Stammaktien an der METRO AG, die als kurzfristige Finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen sind und ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Ein hypothetischer Anstieg (Rückgang) des Börsenkurses der METRO AG um 10 Prozent führt zu einem Mehrergebnis (Minderergebnis) im Ergebnis vor Steuern von 9 Mio. Euro (-9 Mio. Euro). Sonstige Preisrisiken Wesentliche Preisrisiken bestehen im Haniel-Konzern nicht. Hedge Accounting Sicherungsgeschäfte werden im Haniel-Konzern sowohl zur Absicherung beizulegender Zeitwerte bestimmter Vermögenswerte und Schulden als auch zur Sicherung zukünftiger Zahlungsströme abgeschlossen. Dazu zählt auch die Währungssicherung von geplanten Ein- und Verkäufen von Handelswaren und Dienstleistungen sowie von Investitionen und Desinvestitionen. Bei der Bilanzierung von Sicherungszusammenhängen kommen zum Teil die Regeln des Hedge Accounting zur Anwendung. Im Sinne des Hedge Accounting wird ein Derivat entweder als Instrument zur Absicherung von zukünftigen Zahlungsströmen (Cashflow Hedge), zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts von bestimmten Vermögenswerten und Schulden (Fair Value Hedge) oder als Instrument zur Absicherung des Nettovermögens einer in Fremdwährung bilanzierenden Beteiligung (Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation) qualifiziert. Bei Währungsderivaten, die der Absicherung bestehender Bilanzposten dienen, wird in der Regel kein formelles Hedge Accounting angewendet. Die Marktwertänderungen dieser Derivate, die wirtschaftlich betrachtet wirksame Absicherungen im Rahmen der Konzernstrategie darstellen, werden erfolgswirksam erfasst. Diesen stehen regulär gegenläufige Marktwertänderungen aus den abgesicherten Grundgeschäften gegenüber. Cashflow Hedge - Zinssicherung Der Haniel-Konzern finanziert sich im Wesentlichen über lang- und kurzfristige bilaterale Kreditlinien, Anleihen, Commercial Papers und Schuldscheindarlehen. Die bilateralen Kreditlinien werden in der Regel auf revolvierender Basis mit kurzfristiger Zinsfestschreibung in Anspruch genommen. Durch den Abschluss von Derivativen Finanzinstrumenten sichert sich der Konzern grundsätzlich gegen steigende Marktzinsen und somit künftig steigende Zinsauszahlungen ab. Am Bilanzstichtag sind keine Sicherungsinstrumente designiert. Der Haniel-Konzern wendet grundsätzlich die Erweiterungen zu IFRS 9 "Amendments to IFRS 9, IAS 39 and IFRS 7: Interest Rate Benchmark Reform" an. Die Entwicklungen im Rahmen der Reform der Interbankenzinsen werden im Haniel-Konzern durch die Treasury-Abteilungen der Portfoliounternehmen und die Treasury-Abteilung der Haniel-Holding beobachtet und fortlaufend auf ihre potenziellen Auswirkungen analysiert. Dabei werden auch notwendige Anpassungen an IT-Systemen, Prozessen, Bewertungsmodellen und Implikationen auf das Rechnungs- und Steuerwesen in die Analyse einbezogen. Da sich am Bilanzstichtag keine Zinssicherungsinstrumente im Hedge Accounting befanden, hatten die Änderungen der Interbankenzinssätze keine Auswirkung auf den Haniel-Konzern. Cashflow Hedge - Währungssicherung Zur Sicherung von Euro-Zahlbeträgen schließt der Haniel-Konzern Devisentermingeschäfte ab. Bei den designierten Grundgeschäften handelt es sich um hochwahrscheinliche Zahlbeträge in verschiedenen Fremdwährungen. Das Nominalvolumen der zum 31. Dezember 2022 designierten Sicherungsinstrumente beläuft sich auf 32 Mio. Euro. Sie sind vollständig innerhalb des Jahres 2023 fällig. Das Nominalvolumen der zum 31. Dezember 2021 designierten Sicherungsinstrumente belief sich auf 38 Mio. Euro. Sie waren vollständig innerhalb des Jahres 2021 fällig. Im Zusammenhang mit der Absicherung von zukünftigen Zahlungsströmen (Cashflow Hedge) sind im Geschäftsjahr 0 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro) im Sonstigen Ergebnis erfasst worden. Aus dem Sonstigen Ergebnis sind Gewinne von 1 Mio. Euro (Vorjahr: Gewinne von 2 Mio. Euro) in den Finanzierungsaufwand transferiert worden. Zwischen den designierten Grundgeschäften und den Sicherungsinstrumenten besteht ein wirtschaftlicher Zusammenhang, da die Bedingungen der Derivativen Finanzinstrumente mit denen der gesicherten Grundgeschäfte (d.h. Nominalbetrag und (voraussichtlicher) Zahlungstermin) übereinstimmen. Im Haniel-Konzern wird für die Sicherungsbeziehungen grundsätzlich eine Sicherungsquote von 1 : 1 festgelegt, da das den Sicherungsinstrumenten zugrunde liegende Risiko mit dem abgesicherten Risiko identisch ist. Bei den Cashflow Hedges gab es wie im Vorjahr keine nennenswerten Ineffektivitäten. Fair Value Hedge Im Geschäftsjahr wurde wie im Vorjahr kein Fair Value Hedge Accounting angewendet. 30 Zusatzangaben zu Finanzinstrumenten Die Gesamtposition der Derivativen Finanzinstrumente setzt sich gemäß der vom Haniel-Konzern verfolgten Sicherungsstrategie wie folgt zusammen:
Hinsichtlich des Ausweises der als Sicherungsinstrumente designierten Derivativen Finanzinstrumente wird auf Textziffer 11 und Textziffer 18 verwiesen. Die folgende Übersicht stellt die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der zum 31. Dezember 2022 bestehenden originären Finanziellen Verbindlichkeiten und Derivativen Verbindlichkeiten sowie Finanzgarantien im Zeitablauf dar:
Die Einordnung der Tilgungsverpflichtungen richtet sich nach dem Zeitraum, in dem die Gläubiger frühestens die Rückzahlung verlangen können. Bei den Finanzgarantien erfolgt der Ausweis nicht auf Basis der geschätzten wahrscheinlichen Inanspruchnahme, sondern in Höhe des vereinbarten Garantiehöchstbetrags zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären Finanziellen Verbindlichkeiten und Derivativen Verbindlichkeiten sowie Finanzgarantien, die zum 31. Dezember 2021 bestanden, stellten sich wie folgt dar:
Überleitung der Finanzinstrumente auf IFRS 9-Kategorien
Die in der Kategorie Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente enthalten Beteiligungen an nicht-börsennotierten Unternehmen, die strategisch und nicht zu Handelszwecken gehalten werden.
Überleitung der Finanzinstrumente auf IFRS 9-Kategorien
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (Fair-Value-Bewertung) Die folgende Übersicht zeigt die zum 31. Dezember 2022 in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Schulden, aufgeteilt nach den folgenden Bewertungsstufen: Stufe 1: Notierte Preise an aktiven Märkten für den gleichen Vermögenswert bzw. die gleiche Schuld Stufe 2: Notierte Preise an aktiven Märkten für ähnliche Vermögenswerte und Schulden oder andere Bewertungstechniken, bei denen alle wesentlichen verwendeten Daten auf beobachtbaren Marktdaten basieren Stufe 3: Bewertungstechniken, bei denen wesentliche verwendete Daten nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren Sofern bei wiederkehrend zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten und Schulden Umgliederungen zwischen den verschiedenen Stufen erforderlich sind, da beispielsweise ein Vermögenswert nicht mehr auf einem aktiven Markt gehandelt wird bzw. erstmalig gehandelt wird, erfolgt die Umgliederung zum Ende der Berichtsperiode. Weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr haben derartige Umgliederungen zwischen Stufe 1 und 2 stattgefunden.
Der Posten Sonstige Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben beinhaltet im Geschäftsjahr und im Vorjahr ausschließlich eine Verbindlichkeit aus der Gewährung von Put-Optionen im Rahmen eines Unternehmenserwerbs. Bei Ausübung der Optionen durch den Inhaber erhält Haniel weitere Anteile am erworbenen Unternehmen. Im Geschäftsjahr wurden Teile der Optionen vertragsgemäß ausgeübt. Die folgende Übersicht zeigt die zum 31. Dezember 2021 in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Schulden: Aktiva
Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf einem aktiven Markt gehandelt werden (Stufe 1), basiert auf den notierten Preisen am Bilanzstichtag. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 2 erfolgt bei den wiederkehrend zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten und Schulden anhand der DCF-Methode. Dabei werden die künftig aus den Finanzinstrumenten erwarteten Zahlungsflüsse unter Anwendung von laufzeitadäquaten Marktzinssätzen diskontiert. Der Bonität des jeweiligen Schuldners wird durch Berücksichtigung von rating- und laufzeitabhängigen Risikoprämien in den Diskontfaktoren Rechnung getragen. Die Risikoprämien werden unter Verwendung von am Markt beobachtbaren Preisen von festverzinslichen Wertpapieren ermittelt. Die DCF-Methode wird auch zur Bewertung der bedingten Gegenleistungen aus Unternehmenserwerben eingesetzt. Die folgende Übersicht zeigt eine detaillierte Überleitung der wiederkehrend zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Schulden in Stufe 3 ohne bedingte Gegenleistungen und sonstige Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben, die in Textziffer 32 näher erläutert werden. Die Überleitungsrechnung betrifft Venture-Capital-Fonds im Wesentlichen in der Holding sowie Beteiligungen an nicht-börsennotierten Kapitalgesellschaften in den Portfoliounternehmen CWS und TAKKT sowie in der Holding. Die Bewertung der Venture-Capital-Fonds erfolgt anhand der sogenannten Adjusted-Net-Asset-Methode. Hierbei werden die von den Fonds auf Basis anerkannter Bewertungsmethoden ermittelten Fair Values der Einzelinvestments aggregiert und um angemessene Illiquiditätsabschläge für die Gesamtfonds korrigiert. Für die Bewertung der nicht-börsennotierten Beteiligungen an Kapitalgesellschaften wird zum einen auf weitere Kapitaleinlagen der Investoren bzw. auf den Preis, zu dem eine dritte Partei im Zuge einer weiteren Finanzierungsrunde neu einsteigt (Price of Recent Investment Valuation Method), abgestellt. Zum anderen kommen anerkannte Verfahren der Unternehmensbewertung (Multiple-Verfahren) zur Anwendung.
Eine hypothetische Erhöhung (Verminderung) um 10 Prozent des beizulegenden Zeitwertes der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente in Stufe 3 führt zu einer Erhöhung (Verminderung) des Eigenkapitals um 27 Mio. Euro (Vorjahr: 19 Mio. Euro). Die folgende Übersicht zeigt die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten zum 31. Dezember 2022, die in der Bilanz nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden:
Gemäß IFRS 7.29 (d) sind die beizulegenden Zeitwerte für Leasingverbindlichkeiten nicht anzugeben. Die folgende Übersicht zeigt die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten zum 31. Dezember 2021, die in der Bilanz nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanziert wurden:
Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf einem aktiven Markt gehandelt werden (Stufe 1), basiert auf den notierten Preisen am Bilanzstichtag. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 2 erfolgt analog zum Vorgehen bei den wiederkehrend zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten und Schulden anhand der DCF-Methode. Für kurzfristige Finanzinstrumente stellt der Buchwert aufgrund der kurzen Restlaufzeit einen angemessenen Schätzwert für den beizulegenden Zeitwert dar. Saldierung Finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten Die folgenden Übersichten geben einen Überblick über die in der Bilanz vorgenommenen Saldierungen von Finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Des Weiteren ist dargestellt, inwieweit Aufrechnungsvereinbarungen mit Vertragspartnern bestehen, die nicht zu einem saldierten Ausweis in der Bilanz führen, da nicht sämtliche Bedingungen von IAS 32 für einen saldierten Ausweis gegeben sind. Globalaufrechnungsvereinbarungen betreffen im Haniel-Konzern Derivative Finanzinstrumente, bei denen die Rahmenverträge mit den Finanzinstituten im Verzugsfall eine Aufrechnung der zu diesem Zeitpunkt bestehenden gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten vorsehen. Bei den Vermögenswerten sind die folgenden Bilanzposten betroffen:
Bei den in der Bilanz saldierten Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich um eine Cash-Pooling-Vereinbarung im Portfoliounternehmen BekaertDeslee mit einer Bank.
Bei den Verbindlichkeiten sind die folgenden Bilanzposten betroffen:
Nettoergebnis IFRS 9-Kategorien Das in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Nettoergebnis der IFRS 9-Kategorien setzt sich wie folgt zusammen:
Das Nettoergebnis der Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigen- und Fremdkapitalinstrumente sowie Derivate enthält insbesondere Fair-Value-Änderungen dieser Instrumente sowie Dividenden und Ausschüttungen aus diesen Instrumenten. Im Geschäftsjahr sind negative Fair-Value-Änderungen insbesondere von Investitionen in Growth Capital Fonds und Finanzanlagen im Rahmen der mittel- bis langfristigen Kapitalanlage in Höhe von insgesamt -28 Mio. Euro (Vorjahr: 52 Mio. Euro) enthalten. Die negative Entwicklung im Geschäftsjahr ist vor allem auf die allgemein negative Entwicklung der globalen Kapitalmärkte sowie die bei der Bilanzierung von Wachstumsfonds notwendigen Illiquiditätsabschläge zurückzuführen. Im Nettoergebnis aus Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Fremdkapitalinstrumenten ist gegenüber dem Vorjahr ein um 2 Mio. Euro verbessertes Nettoergebnis aus der Währungsbewertung enthalten. Zudem konnte gegenüber dem Vorjahr ein um 3 Mio. Euro höherer Ergebnisbeitrag aus zuvor ausgebuchten bzw. wertgeminderten Forderungen realisiert werden. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind im Geschäftsjahr Zinsaufwendungen in Höhe von 47 Mio. Euro (Vorjahr: 26 Mio. Euro) aus Finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, erfasst. Die Zinsen und ähnlichen Erträge beinhalten Zinserträge aus nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanziellen Vermögenswerten in Höhe von insgesamt 4 Mio. Euro (Vorjahr: 3 Mio. Euro). Der Anstieg der Zinsaufwendungen gegenüber dem Vorjahr resultiert aus dem gestiegenen allgemeinen Marktzinsniveau sowie den höheren Finanziellen Verbindlichkeiten. 31 Eventualschulden Die Eventualschulden belaufen sich auf insgesamt 461 Mio. Euro (Vorjahr: 461 Mio. Euro). Sie beinhalten sonstige Garantien in Höhe von 454 Mio. Euro (Vorjahr: 454 Mio. Euro) und steuerbezogene Eventualschulden in Höhe von 8 Mio. Euro (Vorjahr: 8 Mio. Euro). Die sonstigen Garantien betreffen wie im Vorjahr die Holding und sonstigen Gesellschaften und stehen im Zusammenhang mit Unternehmensverkäufen. In Verbindung mit diesen Sachverhalten wurden teilweise auch Rückstellungen gebildet, die unter dem entsprechenden Posten erfasst sind. Zudem bestehen Wechselobligen von insgesamt 9 Mio. Euro (Vorjahr: 30 Mio. Euro). Gegenüber dem Vorjahr gab es keine wesentlichen Änderungen. Es bestehen zum Bilanzstichtag wie im Vorjahr keine Eventualforderungen. 32 Unternehmenserwerbe und Unternehmensveräußerungen Im Geschäftsjahr wurden 5 Unternehmenserwerbe durchgeführt. Diese betrafen Erwerbe in den Portfoliounternehmen CWS und BekaertDeslee. Insgesamt wurden 4 Unternehmen bzw. Unternehmensgruppen erworben und ein Asset Deal durchgeführt. Alle Unternehmen wurden zu 100 Prozent erworben. Die Übernahme der kanadischen Unternehmensgruppe Maxime Knitting durch BekaertDeslee erfolgte am 1. Februar 2022 durch Erwerb von 100 Prozent der Anteile an der Les Tricots Maxime Inc. Maxime Knitting ist ein Hersteller für Matratzenstoffe mit Firmensitz in Kanada. Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen mit einem diversifizierten Kundenstamm und einer breiten Palette von Produkten wird die Position im nordamerikanischen Markt gestärkt. Am 1. Juni 2022 übernahm CWS durch Erwerb von 100 Prozent der Anteile die Unternehmensgruppe STAXS® Contamination Control Experts (STAXS), die in der erweiterten Benelux-Region Reinraum-Verbrauchsmaterialien anbietet. CWS Cleanrooms baut mit der Übernahme das internationale Portfolio an Services im hochspezialisierten Reinraumsegment weiter aus. Darüber hinaus erwarb die CWS zum 1. Oktober 2022 die BERNET Holding AG in der Schweiz. Die Akquisition erfolgte ebenfalls durch den Erwerb von 100 Prozent der Anteile an BERNET. BERNET ist ein Anbieter von Dienstleistungen in den Bereichen Berufsbekleidung, Gesundheitswesen und Hygiene im Schweizer Markt. CWS sichert sich mit der Akquisition weiteres Wachstumspotenzial und erweitert den flächendeckenden Service in der Schweiz. Die durch die Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr zugehenden Vermögenswerte und Schulden setzen sich wie folgt zusammen:
Das vertragliche Nominalvolumen der erworbenen Forderungen aus Lieferung und Leistung sowie sonstigen Forderungen beläuft sich auf 19 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung von voraussichtlich uneinbringlichen Forderungen in Höhe von 0 Mio. Euro ergibt sich ein beizulegender Zeitwert der erworbenen Forderungen aus Lieferung und Leistung sowie sonstigen Forderungen in Höhe von 19 Mio. Euro. Die für die Unternehmenserwerbe übertragenen Gegenleistungen sowie die resultierenden Goodwills sind der folgenden Übersicht zu entnehmen:
Die bilanzierten Goodwills repräsentieren im Wesentlichen die mit den jeweiligen Unternehmenserwerben verbundenen erwarteten Zukunftsaussichten sowie den Erfahrungswert der übernommenen Mitarbeiter:innen. Die aktivierten Goodwills sind steuerlich nicht abzugsfähig. Die Kaufpreisallokation im Rahmen der Akquisition des Unternehmens BERNET von der CWS in der Schweiz ergab einen Gewinn aus einem Erwerb unter Marktpreis. Die durchgeführte Kaufpreisallokation basiert auf einem Gutachten eines externen Dritten. Die bei einem solchen Erwerb gem. IFRS 3.36 erforderliche nochmalige Bewertung (Remeasurement) ergab ebenfalls einen Gewinn aus einem Erwerb unter Marktpreis, der im Übrigen betrieblichen Ertrag im Geschäftsjahr erfasst wird. Die ökonomischen Gründe liegen in dem Wunsch des Verkäufers, sein Unternehmen und die zugehörigen Immobilien in einer gebündelten Transaktion an einen Erwerber zu veräußern, der sein Lebenswerk in seinem Sinne fortführt. Die vorstehenden Beträge wurden vorläufig bewertet, so dass die Bilanzierung des Unternehmenserwerbs angepasst wird, wenn innerhalb eines Jahres vom Erwerbszeitpunkt neue Informationen über Tatsachen und Umstände bekannt werden, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden und die zu Berichtigungen der vorstehenden Beträge geführt hätten. Die im Zusammenhang mit den Unternehmenserwerben angefallenen Transaktionskosten belaufen sich auf insgesamt 6 Mio. Euro und sind in den Übrigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Die erworbenen Unternehmen steuerten während des Geschäftsjahres 67 Mio. Euro zu den Umsatzerlösen und 2 Mio. Euro zum Ergebnis nach Steuern bei. Im Ergebnis nach Steuern sind dabei Aufwendungen aus der Fortführung der Kaufpreisallokation enthalten. Wären alle erworbenen Einheiten bereits zu Beginn des Geschäftsjahres erworben worden, hätten sie 110 Mio. Euro zu den Umsatzerlösen und 1 Mio. Euro zum Ergebnis nach Steuern beigetragen, vor Adjustierung der angefallenen Transaktionskosten. Die bedingten Gegenleistungen aus Unternehmenserwerben haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
Der beizulegende Zeitwert der bedingten Gegenleistungen wird auf Grundlage von Umsatz- bzw. Ergebnisgrößen und unter Berücksichtigung der Langfristplanung ermittelt. Die Neubewertung der bedingten Gegenleistung resultiert aus einer langfristigen bedingten Gegenleistung, die in Bezug auf die Akquisition des Portfoliounternehmens Emma noch fällig werden kann. Aus den zum Bilanzstichtag vorhandenen bedingten Gegenleistungen erscheint eine Bandbreite möglicher Auszahlungen zwischen 61 Mio. Euro und 331 Mio. Euro möglich. Eine Begrenzung der möglichen zusätzlichen Gegenleistung liegt nicht vor. Die Wertermittlung der bedingten Gegenleistungen erfolgt regelmäßig durch qualifizierte Mitarbeiter:innen der betroffenen Einheiten und wird mit dem zuständigen Management abgestimmt. Unternehmensveräußerungen Im Geschäftsjahr wurde das Unternehmen Optimar mit insgesamt 6 Einzelgesellschaften aufgrund der Veräußerung von 50,1 Prozent der stimmberechtigten Anteile entkonsolidiert. Die durch diese Veräußerung insgesamt abgehenden Vermögenswerte und Schulden setzen sich wie folgt zusammen:
Die erhaltene Gegenleistung beträgt 8 Mio. Euro. Unter Einbeziehung der in dem veräußerten Portfoliounternehmen vorhandenen liquiden Mittel in Höhe von 11 Mio. Euro sowie bereits zahlungswirksamer Transaktionskosten von 1 Mio. Euro ergibt sich ein zahlungswirksamer Betrag für die Veräußerung in Höhe von -12 Mio. Euro. Das Entkonsolidierungsergebnis beträgt unter Berücksichtigung von im Geschäftsjahr aufwandswirksamen Transaktionskosten von 1 Mio. Euro sowie dem in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedernden Sonstigen Ergebnis in Höhe von -5 Mio. Euro insgesamt -123 Mio. Euro und ist im Ergebnis nach Steuern der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche enthalten. 33 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestands des Haniel-Konzerns im Laufe des Geschäftsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse. Sie ist gegliedert nach Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Der zum Bilanzstichtag ausgewiesene Finanzmittelbestand ergibt sich als Summe aus Guthaben bei Kreditinstituten mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten, Kassenbestand und Schecks sowie Geldmarktfonds und stimmt mit dem Bilanzposten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente überein. Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit wird ausgehend vom Ergebnis nach Steuern indirekt ermittelt und enthält im Wesentlichen umsatzbezogene Zahlungen, Dividenden von At-Equity bewerteten Beteiligungen, gezahlte und erhaltene Zinsen sowie Steuerzahlungen. Der Cashflow aus operativer Tätigkeit ergibt sich insofern, indem das Ergebnis nach Steuern um alle wesentlichen nicht zahlungswirksamen Erträge und Aufwendungen sowie nicht operativ bedingte Einmalerträge und -aufwendungen korrigiert sowie um sonstige zahlungswirksame Bestandteile ergänzt wird. Hierin sind auch die Veränderungen des kurzfristigen Nettovermögens enthalten. Das kurzfristige Nettovermögen setzt sich aus dem Saldo der Vorräte, Forderungen und ähnlicher Aktiva sowie den kurzfristigen unverzinslichen Verbindlichkeiten, kurzfristigen Rückstellungen und ähnlichen Passiva zusammen. Der im kurzfristigen Nettovermögen enthaltene Bilanzposten Vorräte hat sich im Geschäftsjahr um 59 Mio. Euro (Vorjahr: 85 Mio. Euro) verändert, der Bilanzposten Forderungen aus Lieferung und Leistung und ähnliche Vermögenswerte um 21 Mio. Euro (Vorjahr: 66 Mio. Euro) und der Bilanzposten Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung und ähnlichen Verbindlichkeiten um 149 Mio. Euro (Vorjahr: 83 Mio. Euro). Im Cashflow aus operativer Tätigkeit ist ein positiver Effekt aus Reverse-Factoring-Vereinbarungen in Höhe von 34 Mio. Euro enthalten. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beinhaltet Zahlungen für Erwerbe und Abgänge einzelner Vermögenswerte sowie für konsolidierte Unternehmen und sonstige Geschäftseinheiten. In den Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen, Immateriellen Vermögenswerten und anderen Vermögenswerten sind, wie im Vorjahr, insbesondere die Einzahlungen aus der Tilgung bzw. dem Verkauf von Finanzinvestitionen der Haniel-Holding enthalten. Entgegen der Darstellung im Vorjahr werden die bei Unternehmenserwerben erworbenen liquiden Mittel nicht saldiert mit dem Kaufpreis in der Zeile Auszahlungen für Erwerbe von konsolidierten Unternehmen und Sonstigen Geschäftseinheiten im Cashflow aus Investitionstätigkeit ausgewiesen, sondern als Veränderung im Zahlungsmittelbestand. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit umfasst Zahlungen im Zusammenhang mit Anteilseigner-Transaktionen sowie Finanziellen Verbindlichkeiten. Die Transaktionen mit Anteilseignern enthalten im Wesentlichen Auszahlungen an Gesellschafter und Zahlungen aus Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Unternehmen. Die Auszahlungen an Gesellschafter umfassen Dividendenzahlungen an die Anteilseigner der Franz Haniel & Cie. GmbH in Höhe von 78 Mio. Euro (Vorjahr: 60 Mio. Euro) und Auszahlungen für den Erwerb Eigener Anteile in Höhe von 50 Mio. Euro (Vorjahr: 5 Mio. Euro). Operating Free Cashflow als Cash-Steuerungsgröße Die zentrale Cash-Steuerungsgröße des Haniel-Konzerns und der einzelnen Portfoliounternehmen ist der Operating Free Cashflow (OFCF). Der Operating Free Cashflow ist eine Cash-Earnings-Kennzahl, die die Fähigkeit des Unternehmens, Mittel aus seiner operativen Tätigkeit zu erwirtschaften, darstellt. Diese Mittel stehen dem Unternehmen zur Verfügung, um Akquisitionen zu tätigen, Verbindlichkeiten zu bedienen und Dividenden an die Gesellschafter auszuschütten. Ausgangspunkt der Ermittlung des Operating Free Cashflows ist der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit der Kapitalflussrechnung. Es erfolgt darüber hinaus eine Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen, die operativ bedingt sind, in der Kapitalflussrechnung jedoch im Cashflow aus Investitionstätigkeit oder im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen sind. Im Einzelnen sind dieses die Ein- und Auszahlungen für den Verkauf bzw. Kauf von Sachanlagen und Immateriellen Vermögenswerten aus dem Cashflow aus Investitionstätigkeit sowie die Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten aus dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Im Geschäftsjahr betrug der Operating Free Cashflow 250 Mio. Euro, nach 116 Mio. Euro im Vorjahr. In der Kapitalflussrechnung sind die Cashflows des veräußerten Portfoliounternehmens Optimar wie folgt berücksichtigt:
Die Cashflows der Haniel-Gruppe für das Jahr 2022 stellten sich mit und ohne Berücksichtigung von Optimar wie folgt dar:
In den folgenden Tabellen ist die Überleitung der Finanziellen Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung der zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Veränderungen dargestellt. Die zahlungswirksamen Veränderungen sind die Summe der Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten und Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten, wie in der Kapitalflussrechnung dargestellt. Die Finanziellen Verbindlichkeiten haben sich wie folgt verändert:
34 Vergütungen mit langfristiger Anreizwirkung Bei Führungskräften umfasst die Leistungsvergütung als variable Komponente Performance-Cash-Pläne. Diese sind auf die Wertentwicklung von Haniel bzw. der jeweiligen Portfoliounternehmen und somit auf die Nachhaltigkeit des Erfolgs des Haniel-Konzerns ausgerichtet. Ziel dieser Vergütungsform ist es, dass die Führungskräfte an der Wertentwicklung von Haniel partizipieren, so deren Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswerts honoriert und langfristiger Unternehmenserfolg gefördert wird. Die im Geschäftsjahr gewährten Performance-Cash-Pläne haben eine Laufzeit von vier oder fünf Jahren. Der tatsächliche Zufluss aus diesen Plänen ist zum Teil der Höhe nach begrenzt, erfolgt in bar in Abhängigkeit von der Zielerreichung und bei Erfüllung festgelegter Voraussetzungen, wie beispielsweise dem Vorliegen eines aktiven Arbeitsverhältnisses, am Ende der Laufzeit. Abgesehen von TAKKT, bemisst sich die Zielerreichung aller anderen Portfoliounternehmen sowie der Franz Haniel & Cie. GmbH im Wesentlichen an der Entwicklung des jeweiligen Haniel Value Added bzw. Net Asset Value und des Total Shareholder Returns. Bei TAKKT orientiert sich die Zielerreichung in den Performance-Cash-Plänen hingegen an der Aktienkursentwicklung im Betrachtungszeitrum. Sämtliche Pläne werden entsprechend als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich im Sinne des IFRS 2 klassifiziert. Der künftige Auszahlungsbetrag wird unter Berücksichtigung der Vertragsbedingungen zum beizulegenden Zeitwert der Schuld bewertet. Die Bewertung basiert auf der erwarteten Entwicklung der relevanten Erfolgsfaktoren. Wesentliche Bewertungsannahmen betreffen dabei den risikolosen Zins und die verwendeten Volatilitäten auf Basis historisch beobachtbarer Daten. Die Schuld wird zu jedem Berichtsstichtag und am Erfüllungstag neu bemessen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst. Der Gesamtaufwand aus anteilsbasierter Vergütung mit Barausgleich beträgt 9 Mio. Euro (Vorjahr: 21 Mio. Euro). Die hierfür passivierte Rückstellung beträgt zum Bilanzstichtag 58 Mio. Euro (Vorjahr: 50 Mio. Euro). Seit 2022 bietet die Franz Haniel & Cie. GmbH ihren Führungskräften an, über Beteiligungsprogramme an der Wertentwicklung der Gruppe zu partizipieren. Die hieraus resultierende finanzielle Verbindlichkeit ist zum 31. Dezember 2022 mit 1 Mio. Euro erfasst. 35 Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen Wesentliche nahe stehende Unternehmen des Haniel-Konzerns sind assoziierte Unternehmen sowie deren Tochterunternehmen. Im Geschäftsjahr wurden Umsätze mit assoziierten Unternehmen in Höhe von 4 Mio. Euro (Vorjahr: 4 Mio. Euro) getätigt. Aufwendungen aus Transaktionen mit assoziierten Unternehmen fielen in Höhe von 0 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro) an. Zum Bilanzstichtag bestanden Forderungen und Verbindlichkeiten aus Liefer- und Leistungsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen in Höhe von 0 Mio. Euro bzw. 0 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro bzw. 0 Mio. Euro). Alle Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen sind vertraglich vereinbart und werden zu Preisen und Konditionen erbracht, wie sie auch mit fremden Dritten vereinbart würden. Nahe stehende Personen des Haniel-Konzerns sind Personen in Schlüsselpositionen. Dies sind die Mitglieder des Aufsichtsrats der Franz Haniel & Cie. GmbH sowie die Mitglieder des ersten Führungskreises. Der erste Führungskreis umfasst die Mitglieder der Geschäftsführung und die Investment-Partner der Haniel-Holding sowie die Vorstände bzw. Geschäftsführer der Führungsgesellschaften der Portfoliounternehmen. Wie im Vorjahr entfällt ein Teil der unter Textziffer 13 ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern auf Mitglieder des Aufsichtsrats der Franz Haniel & Cie. GmbH. Seit 2015 bietet das Portfoliounternehmen TAKKT seinen Führungskräften Namensschuldverschreibungen mit einer fünfjährigen Laufzeit an, deren Verzinsung sich an der Wertentwicklung des Portfoliounternehmens orientiert (TAKKT Performance Bonds). Zum Bilanzstichtag besteht aus den durch Mitglieder des ersten Führungskreises gezeichneten Namensschuldverschreibungen eine Verbindlichkeit in Höhe von insgesamt 0 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro). Darüber hinaus haben Unternehmen des Haniel-Konzerns mit Personen in Schlüsselpositionen keine berichtspflichtigen Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieser Personengruppe. Teilweise sind Personen in Schlüsselpositionen Mitglieder in Geschäftsführungs- oder Kontrollgremien von anderen Unternehmen, mit denen der Haniel-Konzern im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Beziehungen unterhält. Alle Geschäfte mit diesen Unternehmen werden zu Bedingungen ausgeführt, wie sie auch mit fremden Dritten vereinbart würden. Die folgende Tabelle fasst die Vergütung der Mitglieder des ersten Führungskreises zusammen:
Die anteilsbasierte Vergütung sowie die sonstigen langfristig fälligen Leistungen wurden unter Textziffer 34 näher beschrieben. Der Anwartschaftsbarwert der Pensionsansprüche der Mitglieder des ersten Führungskreises beträgt zum Bilanzstichtag 16 Mio. Euro (Vorjahr: 17 Mio. Euro). Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats der Franz Haniel & Cie. GmbH sind unter Textziffer 36 dargestellt. Darüber hinaus erhielten die im Haniel-Konzern angestellten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat im Rahmen ihrer Anstellungsverhältnisse marktübliche Gehälter. 36 Angaben nach nationalen Vorschriften Angaben zu den Geschäftsführungsmitgliedern nach § 285 Nr. 10 HGB Thomas Schmidt | CEO Dr. Florian Funck | CFO Dr. Florian Funck hat den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er seinen bis August 2024 laufenden Vertrag nicht verlängern wird. Angaben zu den Aufsichtsratsmitgliedern nach § 285 Nr. 10 HGB Anteilseignervertreter:innen: Doreen Nowotne | Vorsitzende, selbstständige Unternehmensberaterin Prof. Dr. Kay Windthorst | 2. Stellv. Vorsitzender, Universitätsprofessor für Öffentliches Recht, Universität Bayreuth Dr. Stephan Glander | CEO, Biesterfeld AG Mathias Pahl | Head of DACH, Managing Director, Acrisure Deutschland GmbH Patrick Schwarz-Schütte (bis 30. April 2022) | Kaufmann Dr. Thomas Vollmoeller (ab 30. April 2022) | Selbstständiger Berater Maximilian Schwaiger | Selbstständiger Berater Arbeitnehmervertreter:innen: Gerd Herzberg | 1. Stellv. Vorsitzender, ehemaliger Gewerkschaftssekretär (ver.di) René Albersmeyer | Sales Consultant Key Accounts, Cleanplan South, CWS Hygiene Deutschland GmbH & Co. KG Ralf Fritz | Hausmeister, Franz Haniel & Cie. GmbH Lutz Leischner | Head of Inventory Management, Prokurist, CWS Supply GmbH Dirk Patermann | Gesamtbetriebsratsvorsitzender, CWS Hygiene Deutschland GmbH & Co. KG Miriam Bürger | Gewerkschaftssekretärin (IG Metall) Angaben zum Anteilsbesitz nach § 313 Absatz 2 und 3 HGB Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes der Franz Haniel & Cie. GmbH zum Geschäftsjahresende ist Bestandteil dieses Konzernanhangs. Der Anteilsbesitz der CECONOMY AG ist dem Geschäftsbericht der Gesellschaft zu entnehmen. Anzahl der Arbeitnehmer:innen nach § 314 Absatz 1 Nr. 4 HGB
Organbezüge nach § 314 Absatz 1 Nr. 6 HGB Unter Bezugnahme auf § 314 Abs. 3 HGB i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB unterbleibt die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung der Franz Haniel & Cie. GmbH. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1,1 Mio. Euro), die des Beirats 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro). Die Bezüge der früheren Mitglieder dieser Organe und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 1,9 Mio. Euro (Vorjahr: 2,0 Mio. Euro). Für frühere Mitglieder obiger Organe und ihre Hinterbliebenen sind Pensionsrückstellungen in Höhe von 31,4 Mio. Euro (Vorjahr: 30,8 Mio. Euro) passiviert. Ort der Erklärung nach § 161 AktG der in den Konzernabschluss einbezogenen börsennotierten Unternehmen nach § 314 Absatz 1 Nr. 8 HGB In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 werden die börsennotierten Unternehmen TAKKT AG (vollkonsolidiert) und CECONOMY AG (At-Equity bewertet) einbezogen. Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung wurde von diesen Unternehmen abgegeben und ist auf deren jeweiliger Internetseite (www.takkt.de; www.ceconomy.de) öffentlich zugänglich gemacht worden. Honorar des Konzernabschlussprüfers nach § 314 Absatz 1 Nr. 9 HGB Das Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Deutschland, (im Vorjahr PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Deutschland) für die Franz Haniel & Cie. GmbH und ihre Tochterunternehmen setzt sich wie folgt zusammen:
Befreiung nach § 264 Absatz 3 HGB und § 264b HGB Die folgenden Gesellschaften sind gemäß § 264 Absatz 3 HGB von der Verpflichtung zur Offenlegung ihres Jahresabschlusses befreit:
Die folgenden Gesellschaften sind gemäß § 264b HGB von der Verpflichtung zur Offenlegung ihres Jahresabschlusses befreit:
37 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Anfang Januar wurde eine Put-Option zum Erwerb weiterer Anteile an einem Unternehmen ausgeübt, welche im Rahmen eines Unternehmenserwerbs gewährt wurde. 38 Gewinnverwendungsvorschlagder Franz Haniel & Cie. GmbHNach Vornahme angemessener Abschreibungen und Bildung ausreichender Wertberichtigungen und Rückstellungen beträgt der Jahresfehlbetrag des nach HGB aufgestellten Abschlusses der Franz Haniel & Cie. GmbH zum 31. Dezember 2022 111 Mio. Euro. Bei einem Gewinnvortrag von 15 Mio. Euro ergibt sich zunächst ein Bilanzverlust von 96 Mio. Euro. Die Geschäftsführung der Franz Haniel & Cie. GmbH schlägt vor, aus der Gewinnrücklage einen Betrag von 175 Mio. Euro zu entnehmen und aus dem Bilanzgewinn eine Dividende in Höhe von 60 Mio. Euro auszuschütten. Vor dem Hintergrund der gehaltenen eigenen Anteile wird ein Betrag von 59 Mio. Euro zur Ausschüttung kommen und der Betrag von 20 Mio. Euro auf neue Rechnung vorgetragen. Die Gesellschafter erhalten somit eine Dividende von 6 Prozent auf das gezeichnete Kapital von 1,0 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Betrag von 3,00 Euro je Stammanteil von 50 Euro.
Duisburg, den 9. März 2023 Die Geschäftsführung Schmidt Funck Anteilsbesitzliste zum 31.12.2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Franz Haniel & Cie. GmbH, Duisburg PRÜFUNGSURTEILE Wir haben den Konzernabschluss der Franz Haniel & Cie. GmbH, Duisburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Franz Haniel & Cie. GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. SONSTIGE INFORMATIONEN Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERNLAGEBERICHT Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, 9. März 2023 BDO
AG
gez. Höffer, Wirtschaftsprüferin gez. Kahlert, Wirtschaftsprüferin |
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