ARS Betriebsservice GmbH
Selbe AdresseIngenieurbüros für Fachplanung von technischer Gebäudeausrüstung
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Kathrin Butter seit 17.5.2021 | Geschäftsführer |
Grit Wagner seit 17.5.2021 | Prokura |
Frank Liebers seit 27.11.2008 | Prokura |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
ARS Betriebsservice GmbHMerseburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 / 2023A. Grundlagen des Unternehmens1. Geschäftsmodell des Unternehmens Die ARS Betriebsservice GmbH (im Folgenden kurz "ARS") ist operativ als Betriebsführungs- und Servicegesellschaft tätig. Sie hat neben dem Hauptsitz in Merseburg ihre Betriebsstützpunkte in Böhlen/Rötha, Rostock, Salzwedel, Schwedt, Neuhof und Leipzig. Über ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) zwischen den einzelnen Standorten ist ein optimaler Datenaustausch gewährleistet. Hauptgeschäftsfeld der ARS ist die Betriebsführung für Pipelinesysteme und Anlagen sowie damit verbundene Leistungen in den Bereichen Instandhaltung und Engineering. Als Anbieter von komplexen Pipelinemanagementlösungen realisiert ARS einen Full-Pipelineservice. Dieser erstreckt sich von der Trasseninspektion über die Prüfung und Wartung der Ausrüstung, Leistungen im Bereich des kathodischen Korrosionsschutzes (KKS) bis hin zur Molchung von Pipelinesystemen, wobei der Leistungsbereich KKS durch Übernahme einer Spezialfirma am Standort Leipzig im Geschäftsjahr 2019/20 einen neuen Stellenwert erhielt. Der Engineering-Bereich der ARS ist auf die fachliche Unterstützung und Umsetzung kundenspezifischer Anforderungen und Projekte spezialisiert. Insbesondere verfügt das Engineering-Team über umfangreiche Kompetenzen im Behördenengineering, in Integrity-Projekten, im Basic- und Detailengineering und im Zusammenhang mit Genehmigungsverfahren (Betriebsgenehmigungen für Pipelines, Beantragung von Änderungen und Sanierungsvorhaben etc.). Die Ausführung komplexer Tätigkeiten, die Zuverlässigkeit und Qualität der Leistungen der ARS findet ihre Bestätigung in der hohen Kundenzufriedenheit der Auftraggeber, zu denen u.a. namhafte Chemie- und Mineralölkonzerne gehören. Auf dieser Grundlage wurden die bestehenden langfristigen Betriebsführungsverträge mit den Gesellschaften
weiter gefestigt und ausgebaut. Bei den abgeschlossenen Betriebsführungsverträgen handelt es sich um Verträge mit einer mehrjährigen Laufzeit sowie mit einer Option auf Fortführung der Zusammenarbeit bei vertragsgerechter Erfüllung. Die ARS betreut über die bestehenden Betriebsführungsverträge gegenwärtig ein Pipelinenetz mit einer Länge von ca. 3.000 km für die Medien Rohöl, Mineralölprodukte, Flüssiggas, technische Gase sowie Sole, Salzwasser und Produktionswässer. Die ARS hat sich durch Innovation, Qualität und Knowhow kontinuierlich weiterentwickelt und sich als führendes Unternehmen der Branche etabliert. Vom Betriebsstützpunkt Leipzig aus, werden weitere Rohrleitungsanlagen bzw. Pipelinesysteme über langfristig angelegte Verträge sowie im Rahmen von Projekten mit Fokus auf den kathodischen Korrosionsschutz betreut. Die Stellung am Markt insgesamt wird bestimmt durch fachliche Kompetenz, Qualifikation sowie Qualität im Hinblick auf die zu erbringenden Leistung und das damit verbundene Verständnis für einen hohen Sicherheitsanspruch. Dafür verfügen wir über folgende Nachweise und Zertifikate:
Im Geschäftsbereich Betriebsführung werden die bestehenden Betriebsführungsumfänge regelmäßig an die Anforderungen der Auftraggeber und ggf. neue gesetzliche Regularien angepasst. Die ARS ist in Deutschland derzeit der einzige Anbieter, welcher die Leckerkennungsmolchung als komplexen Service anbietet und entsprechend den technischen Parametern des Pipelinesystems kundenspezifische Molche entwickelt und zum Einsatz bringt. Der Service ist u.a. fester Bestandteil der Betriebsführungsverträge mit Betreibern, die die Untersuchung ihrer Pipelines auf schleichende Leckagen über dieses Verfahren durchführen. Kurz vor Ende des Geschäftsjahres 2022/23 konnte darüber hinaus mit dem Raffinerie- und Pipelinebetreiber OMV ein für Deutschland und Österreich geltender Abrufvertrag für Leistungen der Lecksuchmolchung mit einer Laufzeit über 10 Jahre geschlossen werden. Die ARS verfügt gegenwärtig über zertifizierte Leckerkennungsmolche für Flüssig-Produktenpipelines für die Nennweiten 4'', 6'', 8'', 10'', 12'', 16'', 20'' und 28''. Die ARS kann mit dem in die Gesellschaft integrierten Engineeringbereich den ständig wachsenden Bedarf an ingenieurtechnischen Leistungen im Zusammenhang mit dem Bau und der Betriebsführung von Pipelines und den zugehörigen Anlagen für den Transport von flüssigen und gasförmigen Medien der chemischen- und Mineralölindustrie gut gerecht werden. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2022/23 konnte die OMV in Deutschland und Österreich als weiterer Kunde aus dem Bereich Raffinerie für Planungsleistungen im Umfeld der OMV-Pipelinesysteme gewonnen werden. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des Engineeringbereiches lag im Geschäftsjahr 2022/23 auf der Erstellung von Planungsunterlagen für die Umwidmung von Ferngasleitungen für den Wasserstofftransport, auf der Durchführung von Machbarkeitsstudien für die Errichtung neuer Pipelines oder Pipelineabschnitte für den Wasserstofftransport sowie auf Planungsleistungen zur Feststellung der Integrität von Pipelines im Bestandsnetz zum Erdgastransport in Vorbereitung von Anlagensanierungen, Anlagenneu-/ Anlagenumbauten für den Wasserstofftransport sowie auf Leistungen der Bauüberwachung. Neben Planungs- und Engineeringleistungen, die der Geschäftsbereich in Form separater Projekte erbringt, hat sich die Einbindung des Ingenieurbereiches in Vorhaben zur Ertüchtigung/Sanierung der jeweiligen Pipelinesysteme unserer Auftraggeber im Bereich Betriebsführung bewährt. Der Ingenieurbereich übernimmt im Rahmen von jährlich stattfindenden geplanten Anlagenstillständen Leistungen im Bereich der Planung, Projektvorbereitung und Bauüberwachung für die Dow Olefinverbund GmbH, die PCK Raffinerie GmbH Schwedt, die Linde AG, die MVL Schwedt GmbH und die K+S GmbH. Insgesamt konnte der Geschäftsbereich seine erfolgreiche Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr fortsetzen. Durch die KKS-Fachabteilung am Standort Leipzig werden Spezialleistungen zum kathodischen Korrosionsschutz erfolgreich angeboten und erbracht. Schwerpunkte der Tätigkeit liegen auf KKS-Messleistungen, wie z.B. Intensivmessungen sowie auf der Betreuung, Überwachung und Wartung von Anlagen zum kathodischen Korrosionsschutz für Betreiber von Landes- und Stadtnetzen für Erdgas und für Pipelinebetreiber wie die Transalpine Ölleitung in Deutschland und Österreich sowie für die OMV in Österreich. 2. Ziele und Strategien Die ARS konnte ihre Stellung als derzeitiger Marktführer für Full-Pipelineservice für Rohrfernleitungen zum Transport von flüssigen und gasförmigen Medien im Umfeld von Raffinerien und der chemischen Industrie in Ost- bzw. Mitteldeutschland weiterhin behaupten und ist bestrebt, diese weiterzuentwickeln. Schwerpunkt der Tätigkeit der ARS wird weiterhin die Betriebsführung von Pipelines und den damit verbundenen Nebenanlagen sein. In Verbindung mit der fachlichen Kompetenz im Bereich Engineering, der Lecksuchmolchung und dem technologischen Service an Pipelines bei Entleerungen, Wiederbefüllungen, Analysen und Inertisierungen sowie dem erweiterten Leistungsportfolio im Bereich des kathodischen Korrosionsschutzes deckt die ARS einen Bereich mit auch künftig gutem Marktpotential ab. Entwicklungschancen sehen wir im Zusammenhang mit der Energiewende in der Tätigkeit für Betreiber, die ihre Rohrleitungsinfrastrukturen zukünftig für den Wasserstofftransport nutzen wollen. Erste Planungsaufträge mit Fokus auf den Wasserstofftransport liegen bereits vor und befinden sich in Bearbeitung. Mit Blick in die Zukunft zeichnet sich durch vorliegende Anfragen darüber hinaus auch seitens der Betreiber zukünftiger Wasserstoffnetze das Interesse an Betriebsführungsleistungen ab. 3. Steuerungssystem Die ARS steuert ihr Geschäft insbesondere anhand der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren Gesamtleistung (Summe aus Umsatzerlösen und Bestandsveränderungen) sowie EBT. Das EBT ermittelt sich folgendermaßen:
B. Wirtschaftsbericht1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und branchenbezogene Rahmenbedingungen Nach einem guten Start ins Jahr 2023, hat die Weltwirtschaft im Sommer wieder an Schwung verloren. Insbesondere Europa leidet unter einer schwächelnden Industrieproduktion, während China hohe Schulden im Immobiliensektor belasten und auch in anderen Regionen die stark gestiegenen Zinsen die Wohnungsbauinvestitionen dämpfen. Besonders in den USA ist die Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr besonders stark gestiegen. In den meisten Regionen sind die Energiepreise wieder deutlich zurück gegangen, was auch eine Verringerung der sehr hohen Verbraucherpreisinflation nach sich zog. Aufgrund der dennoch hohen Inflationsraten ist es im Laufe des Jahres zu weiteren Zinsanhebungen der Zentralbanken gekommen. Da die hohen Zinsen die Nachfrage schwächen, ist auch in den Wintermonaten weltwirtschaftlich nur mit verhaltenem Wachstum zu rechnen. Ein zu erwartender Rückgang der Inflation sowie Steigerungen bei den Realeinkommen werden zukünftig wieder zu mehr Konsumausgaben führen. Nach Ansicht der Experten wird die Zeit der Zinsanhebungen nun zu Ende gehen und die Zentralbanken werden dazu übergehen, die Zinsen wieder zu senken, um die Investitionstätigkeit anzukurbeln. Deutschland befindet sich nach Aussage der Gemeinschaftsdiagnose mehrerer Wirtschaftsforschungsinstitute (u.a. DIW und ifo) bereits seit über einem Jahr im Abschwung als der sprunghafte Anstieg der Energiekosten die Erholung von der Corona Pandemie beendete. Durch die zum Teil über 8% liegende Verbraucherpreisinflation kam es zu erheblichen Kaufkraftverlusten. Der Anstieg der Leitzinsen auf über 4% führte zu starken Einbrüchen bei der Bauwirtschaft. Zuletzt ist die Stimmung in den Unternehmen erneut gesunken was auch auf politische Unsicherheiten zurückzuführen ist. Als nachlaufende Reaktion auf die hohen Inflationsraten sind die Löhne mittlerweile in vielen Bereichen gestiegen. Auch im Exportbereich konnte mittlerweile ein Teil der gestiegenen Kosten weitergegeben werden, so dass zum Ende des Jahres davon auszugehen ist, dass die Kaufkraft wieder merklich steigt. Für das Jahr 2023 gehen die Experten von einem Sinken des Bruttoinlandsproduktes um 0,6% aus. Für 2024 wird ein Anstieg um 1,3% prognostiziert. Aufgrund der bereits rückläufigen Inflationsraten im Sommer, wird mit einer Inflationsrate von 6,1% für 2023 und 2,6% für 2024 gerechnet. Größter Risikofaktor für die kurzfristige Entwicklung stellt ein möglicher erneuter Anstieg der Energiepreise da. Dadurch könnte sich der Abschwung verschärfen oder verlängern. Auch die konjunkturelle Entwicklung in sowie mögliche Handelskonflikte mit China stellen ein Risiko da. Zudem sorgt die politische Gestaltung der Energiewende für Unsicherheit. Die Bauinvestitionen stiegen in der ersten Jahreshälfte noch spürbar an, wobei hier der hohe Auftragsbestand in allen Bereichen sowie eine günstige Witterung stützend gewirkt haben. Im dritten Quartal sind die Bauinvestitionen über alle Sparten hinweg zurückgegangen. Vor allem die hohen Zinsen bremsen die Investitionen und führen gerade im Wohnungsbau zu stark gesunkenen Auftragseingängen seit Beginn 2022. So haben hier Stornierungen und fehlende Auftragseingänge zu einem deutlichen Absinken des Auftragsbestandes geführt. Erst im kommenden Jahr wird mit einem Anstieg an energetischen Sanierungen und damit einem leichten Rückgang des Auftragseingangseinbruches in diesem Sektor gerechnet. Weniger kritisch ist die konjunkturelle Lage in den anderen Bausektoren. Insbesondere der Tiefbau verzeichnet seit Jahresbeginn steigende Auftragseingänge. Zudem wird ab dem kommenden Jahr mit positiven Impulsen der öffentlichen Auftraggeber gerechnet. 1 Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe betrug im August 2023 rund 9,9 Milliarden Euro. Im Vorjahresvergleich war der arbeitstäglich- und preisbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im August 2023 um 17,5% höher. Die nicht preisbereinigte, nominale Veränderung betrug +21,9% gegenüber dem Vorjahr. In den ersten acht Monaten 2023 sind die Auftragseingänge gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum nominal um 1,9% gestiegen, während sie real um 7,6% gestiegen sind. 2 Für 2023 rechnen die Institute mit einem Rückgang der Bauinvestitionen in Höhe von 1,4% und für 2024 in Höhe von 2,1%. Für 2025 prognostizieren sie wieder einen leichten Anstieg um 0,9%. 2. Geschäftsverlauf Die Leistungsindikatoren der Gesellschaft zeigen in 2022/2023 im Vorjahresvergleich die nachstehende Entwicklung:
* Ermittelt unter Abzug von außergew. Erträgen aus der Aufl. von Rückst. i.H.v. T€ 28 (Vorjahr T€ 98) Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Gesamtleistung um T€ 587 geringer aus. Einflussfaktoren, die die Entwicklung der Gesamtleistung im GJ 2022/23 beeinflusst haben, sind:
Das EBT entwickelte sich im Geschäftsjahr 2022/23 um T€ 91 auf T€ 1.135 leicht rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Entwicklung jedoch unter Berücksichtigung deutlicher Kostensteigerungen für Energie, Betriebsstoffe, zahlreiche Güter und Leistungen sowie für eigenes Personal trotz Preisbindungen im Bereich der Betriebsführungsverträge positiv zu bewerten. Der Vergleich zu den im Vorjahr prognostizierten Werten ergibt folgendes Bild:
Bei der Planung für das Geschäftsjahr 2022/23 ist die ARS grundsätzlich sowohl in Bezug auf die Leistung als auch auf das EBT konservativ vorgegangen, da zum Zeitpunkt der Planung weder die aus der politischen/geopolitischen Lage, noch die daraus resultierende Marktentwicklung einschließlich der damit verbundenen Investitionsbereitschaft unserer Auftraggeber, hinreichend genau eingeschätzt werden konnten. In die Planung eingeflossen sind zum Planungszeitpunkt gezeichnete Verträge, Projekte und Aufträge, die mit ihrer Leistung und ihrem Ergebnisbeitrag einen Einfluss auf das zu beplanende Geschäftsjahr hatten. Weiterhin wurden Annahmen für Projekte und Aufträge, die im Geschäftsjahresverlauf z.B. im Zusammenhang mit der Reparatur defekter Anlagen erfahrungsgemäß anfallen können, getroffen. Die Abweichungen zum Plan resultieren vorwiegend aus nicht planbaren/absehbaren Änderungen, wie z.B. Leistungserweiterungen/Zusatzleistungen in Projekten sowie außerplanmäßige kleine und mittlere Projektaufträge von Bestandskunden, die uns vorwiegend im Zusammenhang bzw. resultierend aus kurzfristig zu behebenden technischen Störungen erteilt wurden. Zudem kamen gegenüber dem Plan trotz erhöhter Leistung weniger Nachunternehmer zum Einsatz und es gab Einsparungen im Bereich der Gemeinkosten. 3. Darstellung der Lage a) Ertragslage Die Gesamtleistung im Geschäftsjahr 2022/2023 betrug T€ 12.421 (Vorjahr: T€ 13.008) und das bereinigte EBT T€ 1.135 (Vorjahr: T€ 1.226). Bezüglich der Erläuterung der Ertragslage verweisen wir auf das Kapitel 2. Geschäftsverlauf. Der Materialaufwand ist um T€ -27 auf T€ 3.048 leicht gesunken. Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand/Gesamtleistung) beträgt 25 % und ist gegenüber dem Vorjahr (24 %) leicht gestiegen. Der Personalaufwand ist von T€ 6.012 im Vorjahr auf T€ 5.825 im Geschäftsjahr 2022/2023 gesunken, die Personalaufwandsquote (Personalaufwand/Gesamtleistung) beträgt 47 % und ist damit im Vergleich zum Vorjahr (46 %) gestiegen. b) Vermögenslage Das Anlagevermögen beträgt 15 %, das Umlaufvermögen 84 % der um T€ 508 gestiegenen Bilanzsumme (T€ 6.956). Die wesentlichen Komponenten des Umlaufvermögens, welches um T€ 678 gegenüber dem Vorjahr angestiegen ist, sind der Bestand an unfertigen Erzeugnissen und Leistungen, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die liquiden Mittel. Während die Bestände sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Stichtag deutlich gesunken sind, sind die liquiden Mittel mit T€ +1.396 gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen. Die Passivseite der Bilanz ist durch eine Eigenkapitalquote von 68 % geprägt. Diese konnte gegenüber dem Vorjahr aufgrund thesaurierter Gewinne um 7 % gesteigert werden. c) Finanzlage Die ARS hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wesentlich über Eigenkapital und Rückstellungen finanziert. d) Investitionen Die Gesamtinvestitionen der ARS beliefen sich im Geschäftsjahr 2022/2023 auf T€ 107. Im Fokus der Investitionen standen Ersatzbeschaffungen und Anschaffungen zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes. e) Liquidität Seit dem 01.10.2020 stellt die Konzern-Muttergesellschaft den Tochtergesellschaften im Bedarfsfall Darlehen für die künftige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit zur Verfügung. f) Zusammengefasste Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/2023 entwickelte sich der Geschäftsverlauf trotz außerordentlicher Kostenbelastungen im Umfeld einer ohnehin angespannten Marktsituation über den Erwartungen der Geschäftsleitung und wird daher im Gesamtkontext positiv eingeschätzt. C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht1. Prognosebericht Die Kernkompetenzen der ARS im Bereich der Betriebsführung mit dem dazu notwendigen Engineering sowie die Leistungsfähigkeit im Bereich KKS sind die Stärken und machen die positive Marktstellung der ARS aus. Daher ist die ARS bestrebt, ihre Position in den bereits erschlossenen Geschäftsfeldern auszubauen und neue Auftraggeber zu akquirieren. Ziel ist es, die Kompetenzen im Bereich der Betriebsführung und den damit verbundenen Service, z.B. im Hinblick auf die Einbeziehung modernen Informations- und Kommunikationsmodelle zur Dokumentation, Archivierung und Kommunikation, im Rahmen der Betriebsführung zu erweitern. Das durch die Bundesregierung langfristig verfolgte Energiekonzept für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung erlangte durch das Kriegsereignis in der Ukraine und das seit Januar 2023 verhängte Russland-Embargo schlagartig oberste Priorität. Unabhängig von in diesem Zusammenhang bereits ergriffenen oder geplanten Maßnahmen, kann aus Sicht des Pipelinedienstleisters ARS davon ausgegangen werden, dass Pipelines als Transportmittel und Transportweg, auf Grund der zahlreichen Vorzüge im Vergleich zu Transporten per Schiene, Wasserweg oder Straße, auch in der Zukunft weiterhin Bestand haben werden. Die ARS verfolgt die Strategie, die Umsatzpotenziale im Bereich der Bestandskunden der chemischen Industrie in den nächsten Jahren optimal auszuschöpfen. Darüber hinaus ergeben sich Wachstumspotenziale im Bereich der Pipelinebetreiber, die Betriebsführungsleistungen derzeit noch mit eigenem Personal erbringen, jedoch auf Grund beschränkter und rückläufiger Ressourcen an eigenem Personal damit begonnen haben, sich nach geeigneten Dienstleistern umzuschauen. Derartige Entwicklungen zeigen sich sowohl in Deutschland als auch in benachbarten Ländern wie z.B. Österreich. Des Weiteren ist es mittel- und langfristig das Ziel, Pipelinebetreiber bzw. Betreiber von Rohrleitungsnetzen in den Bereichen Wasser und Abwasser zu gewinnen. Weitere Marktpotenziale ergeben sich mit Blick auf die Energiewende im Zusammenhang mit dem Wasserstofftransport. Mit dem stetig wachsenden Anteil erneuerbarer Energien, muss ferner das gesamte Energieversorgungssystem der konventionellen und erneuerbaren Energien, der Netze und Speicher optimiert werden. Daraus ergeben sich für die ARS als Dienstleistungsanbieter neue Chancen für den Bereich Engineering. Die ARS hat nach Auffassung der Geschäftsleitung durch die geschlossenen Verträge im Bereich der Betriebsführung, im Bereich KKS Leipzig sowie mit Blick auf von den Auftraggebern angekündigte Projekte/Vorhaben für das Geschäftsjahr 2023/24 eine solide Grundauslastung. Unabhängig davon planen wir für das Geschäftsjahr 2023/2024 auf Grund der nachfolgend skizzierten Einflussfaktoren weiterhin konservativ und haben folgende Sachverhalte in unsere Prognose einfließen lassen:
Vor diesem Hintergrund ist es unser Ziel, unsere Attraktivität als Arbeitgeber und Spezialdienstleister weiter auszubauen und in dieser besonderen, stark vom Ukrainekrieg geprägten Situation die Effizienz bei der Bearbeitung bestehender Betriebsführungsverträge zu steigern, die Kostensituation weiter zu optimieren sowie gezielte Neukundenakquise zu betreiben, um in der Zukunft eine weiterhin positive Entwicklung der ARS zu gewährleisten. Auf dieser Basis sehen wir für die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2023/2024 folgende Entwicklung:
Knapp 50% der Leistung der ARS sind über langfristige Betriebsführungsverträge gesichert. Der Umfang des ergänzenden Projektgeschäftes richtet sich hingegen nach den Jahresbudgets und dem Investitionsverhalten der Auftraggeber, welche auf Grund der Marktsituation momentan rückläufig bzw. zurückhaltend sind. Da wir uns einer Situation gegenübersehen, von der die gesamte deutsche Wirtschaft betroffen ist, bestehen auch kaum Potenziale zur Akquise von Kompensationsgeschäft. Aufgrund der langfristigen Vertragskonstellationen liegt das Preisrisiko häufig auf Ebene der ARS. Demzufolge kann ein Rückgang der Ergebnisquote, vor dem Hintergrund der aktuellen und zum Teil unvorhersehbaren Entwicklungen am Beschaffungsmarkt nicht ausgeschlossen werden. 2. Chancen- und Risikobericht Durch die im Konzern zentral gebündelten kaufmännischen Verwaltungstätigkeiten sowie des Controllings innerhalb des PREUSS-Konzerns sollen systematische Risiken bzw. Chancen frühzeitig erkannt werden und die Ergebnisse der Risiko-/Chancen-Analysen durch die PREUSS Service GmbH allen operativen Gesellschaften zugänglich gemacht werden. Es findet somit eine Risikominimierung und Chancenoptimierung innerhalb des PREUSS-Konzerns statt. a) Risiken und Risikomanagement Insgesamt bewerten wir für unser Unternehmen Umfeldrisiken (z.B. Steuererhöhungen, steigende Energiepreise, Konjunkturrückgang, neue Wettbewerber), Branchenrisiken (z.B. Produkt- und Dienstleistungsportfolio, Qualitätsprobleme, Fachkräftenachwuchs, Investitionsverhalten der Auftraggeber), leistungswirtschaftliche Risiken (z.B. Abhängigkeit von Lieferanten, Umweltschädigung im Rahmen von Arbeitsprozessen), finanzwirtschaftliche Risiken (z.B. Forderungsausfall, Überschuldung, Liquiditätsprobleme) und sonstige Risiken (z.B. Rechtsstreitigkeiten, Änderung der branchenspezifischen Gesetzeslage). Im Folgenden werden die Risiken in Abhängigkeit von ihrer potenziellen Auswirkung als "gering", "mittel" bzw. "hoch" klassifiziert.
Aufgrund der makroökonomischen Rahmenbedingungen, den politischen Herausforderungen gem. B1 und dem fortwährenden Umbruch des Energiemarktes wird das Risikopotenzial im Bereich der Umfeldrisiken als "mittel" eingestuft. In Bezug auf die PREUSS Gruppe bedeutet dies steigende Materialpreise, Verunsicherungen auf Ebene der Auftraggeber und Endkunden sowie der andauernde, verstärkte Fachkräftemangel, führen auf den aktuell für uns relevanten Märkten zu einem heraus-fordernden Mix an Einflussfaktoren für die kommenden Jahre. Leistungsdefizite aus dem rückläufigen Gasgeschäft können vermutlich durch gegenwärtig alternative Energieträger ausgeglichen werden. Chancen aus zukunftsversprechenden Energieträgen, wie beispielsweise Wasserstoff, werden Investitionen und Neuorientierungen erfordern und hoffentlich zeitnah das rückläufige Gasgeschäft kompensieren. Aufgrund der langfristigen Betriebsführungsverträge und der Marktpositionierung sind aus heutiger Sicht keine existenzbedrohenden Risiken erkennbar, die den Fortbestand oder die künftige Entwicklung der Gesellschaft gefährden könnten. Sollte die Kostenspirale ihren Aufwärtstrend weiter fortsetzen, besteht seitens der Betriebsführungsvertragspartner, mit denen Festpreisbindungen bestehen, Gesprächsbereitschaft bzgl. dem Ausgleich tatsächlich angefallener Mehrkosten. Finanzwirtschaftliche Risiken bei Betriebsführungsverträgen werden aufgrund monatlicher Zahlungsweise so gering wie möglich gehalten. Durch eine vorherige umfangreiche Analyse von Leistungen in Projektgeschäften sind aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit nahezu keine Finanzierungs- und Ausfallrisiken erkennbar. Das Zahlungsverhalten unserer Auftraggeber war im Geschäftsjahr 2022/2023 gut. Im Falle von Abweichungen betreiben wir ein gezieltes Forderungsmanagement, um Zahlungsforderungen so kurz wie möglich zu halten. Des Weiteren wird durch die Splittung großer Projekte in einzelne, nach Projektfortschritt abrechenbare Teilprojekte oder durch die Vereinbarung von gestaffelten an den Projektfortschritt gekoppelten Teilzahlungen, die leistungsnahe Abrechnung vereinfacht. Die ARS ist abhängig von qualifizierten Fachkräften. Durch eine aktive Personalarbeit und eine angemessene Vergütung der Beschäftigten sind wir bestrebt, den zur Erfüllung unserer Aufgaben notwendigen Personalbestand aufrecht zu erhalten, die Mitarbeiter weiterzuentwickeln und langfristig an das Unternehmen zu binden. Die Einstellung neuer Mitarbeiter koppeln wir an die Entwicklung der Auftragslage. Unabhängig davon bilden wir als ARS junge Menschen im Rahmen einer Berufsausbildung mit dem Ziel der Nachwuchskräfteentwicklung aus, da die Beschaffung von qualifiziertem Fachpersonal in Abhängigkeit vom Ausbildungsprofil z.T. eine immer größer werdende Herausforderung darstellt. Im Kontext mit der bestehenden Altersstruktur bleibt dieses Risiko auf "mittel" gestuft. Die ARS ist im abgelaufenen Geschäftsjahr verantwortungsbewusst Risiken eingegangen. Grundlage hierfür ist das dargestellte Risikomanagementsystem zur Identifizierung, Analyse und Überwachung von Risiken, so dass die Risikotragfähigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/2023 jederzeit gegeben war. b) Chancen Die kontinuierliche Anpassung der bestehenden Infrastruktur an aktuelle Gegebenheiten und Anforderungen (z.B. neue, strengere Regelwerke, politische Entscheidungen etc.), ihre regelmäßige Instandhaltung und Modernisierung sowie ein gesteigertes Umweltbewusstsein dürften mittelfristig steigende Investitionen in Infrastrukturmaßnahmen, so auch in unterirdische Transportwege wie Pipelines nach sich ziehen. In den durchzuführenden Erhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen sehen wir in der Zukunft Chancen für Stabilität und weiteres profitables Wachstum. Durch den Ausbau von Transport- und Verteilnetzen für Wasserstoff als Energieträger der Zukunft, die nachhaltige Nutzung und Erzeugung von Bioenergie, den qualitativen und quantitativen Ausbau der Stromnetze sowie der nach wie vor zu niedrigen Rehabilitationsquote bei Versorgungsnetzen ergeben sich ebenfalls Chancen, die perspektivisch für ein weiteres profitables Wachstum ausgenutzt werden können. Gleichzeitig beobachten wir kontinuierlich den Markt, um uns auch etwaige Optionen für anorganisches Wachstum zu ermöglichen.
Merseburg, 21. Dezember 2023 Die Geschäftsführung Kathrin Butter
1 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose,
"Kaufkraft kehrt zurück - Politische Unsicherheit
hoch", Herbst 2023
Bilanz zum 30.09.2023 (verkürzt nach § 327 HGB)Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2022/2023(verkürzt nach § 327 HGB) A. Allgemeine AngabenDie ARS Betriebsservice GmbH, Merseburg, ist beim Registergericht Stendal unter der Handelsregisternummer HRB 211086 gemeldet. Die ARS Betriebsservice GmbH ist zum Bilanzstichtag eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Das Geschäftsjahr ist auf den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. September des folgenden Jahres festgelegt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden - mit Ausnahme der im Folgenden beschriebenen Änderung - im Berichtsjahr fortgeführt. Abweichend zum Vorjahr wurden sonstige betriebliche Aufwendungen mit direktem Projektbezug unter den bezogenen Leistungen in Höhe von T€ 315 und unter dem Personalaufwand in Höhe von T€ 114 statt wie bisher unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Der Vorjahresbetrag (T€ 433) wurde nicht angepasst. Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, vollständig im Anhang aufgeführt. B. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeEntgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und planmäßig linear entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer, die sich an den von der Finanzverwaltung veröffentlichten AfA-Tabellen orientiert, abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge werden pro rata temporis vorgenommen. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.
Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurden die Vermögensgegenstände mit Werten zwischen € 250,00 und € 1.000,00 voll abgeschrieben. Die Abgänge der geringwertigen Vermögensgegenstände betrugen im Geschäftsjahr T€ 9 (Vorjahr T€ 10). Der aktivierte Firmenwert wird entsprechend seiner geschätzten Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben. Diese Nutzungsdauerschätzung ist durch die Laufzeit wichtiger Absatzverträge des erworbenen Unternehmens begründet. Geleistete Anzahlungen werden mit dem Nennbetrag bilanziert. Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit ihren durchschnittlichen Anschaffungskosten, vermindert um Abschläge zur verlustfreien Bewertung, angesetzt. Die Bestände an unfertigen Erzeugnissen und Leistungen werden mit ihren Herstellungskosten angesetzt, die um Abschläge zur verlustfreien Bewertung korrigiert werden. Die Herstellungskosten enthalten die Material- und Fertigungseinzelkosten, Abschreibungen und angemessene Anteile der notwendigen Gemeinkosten. Erhaltene Kundenanzahlungen werden gem. § 268 Abs. 5 Satz 2 HGB grundsätzlich offen von den Vorräten abgesetzt. Sie werden mit dem Nennbetrag bilanziert. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten bzw. dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert bilanziert. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. Dem allgemeinen Ausfallrisiko wurde durch eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1,0 % Rechnung getragen. Die liquiden Mittel werden mit dem Nominalbetrag angesetzt. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten erhält vor dem Bilanzstichtag geleistete Zahlungen, die Leistungen für einen bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag betreffen. Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert bilanziert. Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit den ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Für die Abzinsung der Pensionsverpflichtung wird nicht mehr der auf Basis der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre (1,66 % p.a.) zugrunde gelegt, sondern der nach § 253 Abs. 2 HGB veränderte Rechnungszins auf Basis der letzten 10 Jahre, welcher 1,81 % p.a. beträgt. Der Zinssatz ergibt sich bei einer Restlaufzeit von 15 Jahren. Der Differenzbetrag der Rückstellung aus den beiden unterschiedlichen Zinssätzen in Höhe von T€ 3 ist gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB mit einer Ausschüttungssperre belegt. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurde eine Rentensteigerung von 2,0 % p.a. zugrunde gelegt. Parameter für Karrieretrend und Fluktuation wurden bei den aktiven Anwärtern in Höhe von 2,5 % berücksichtigt. Ferner bestehen Altersversorgungszusagen, deren Höhe sich ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs bestimmt; diese sind bilanziell wie wertpapiergebundene Versorgungszusagen zu behandeln. Mithin sind auch leistungskongruent rückgedeckte Versorgungszusagen gemäß § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB zu bewerten, obwohl die Ansprüche aus einer Rückdeckungsversicherung formal keine Wertpapiere des Anlagevermögens i.S.v. § 266 Abs. 2 A.III.5. HGB sind. Die abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen sind als leistungskongruent zu bezeichnen, da die aus ihren erfolgenden Zahlungen sowohl hinsichtlich der Höhe als auch der Zeitpunkte deckungsgleich sind mit den Zahlungen an den Versorgungsberechtigten. Die abgeschlossenen leistungskongruenten Rückdeckungsversicherungen stellen in Höhe eines beizulegenden Zeitwertes von T€ 83 Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB dar. Der beizulegende Zeitwert der saldierten Rückdeckungsversicherungsansprüche in Höhe von T€ 83 entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten (Deckungskapital zuzüglich Überschussbeteiligung) gemäß den Mitteilungen der Versicherer. Aufgrund der Leistungskongruenz wurden entsprechend Versorgungszusagen in Höhe von T€ 83 mit dem Deckungsvermögen verrechnet. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden Erträge (T€ 6) und Aufwendungen (T€ 5) entsprechend saldiert. Für zukünftige Aufwendungen aus der Erfüllung von Garantieleistungen wurden entsprechende Rückstellungen in Höhe des jeweiligen Erfüllungsbetrags, d.h. unter Berücksichtigung der voraussichtlich im Erfüllungszeitpunkt geltenden Kostenverhältnisse, gebildet. Bei der Ermittlung der Rückstellungen wurden die Laufzeiten (Geltendmachung von Garantieleistungen ab Umsatzzeitpunkt) anhand einer Analyse der Garantiefälle der vergangenen drei Geschäftsjahre berücksichtigt. Die Restlaufzeiten verteilen sich prozentual wie folgt, bei einer Restlaufzeit kleiner als 1 Jahr 70 %, bei einer Restlaufzeit von 2 Jahren 20 % und bei einer Restlaufzeit von 3 Jahren 10 %. Es wurden voraussichtliche Preis- bzw. Kostensteigerungen von 2,0 % berücksichtigt. Der Teil der Rückstellungen, welcher auf Ausgaben entfällt, die nach Ablauf des dem Abschlussstichtag folgenden Geschäftsjahres anfallen, wird mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält Einzahlungen vor dem Bilanzstichtag, die Erträge für einen bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag darstellen. Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Die Gesellschaft macht von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB keinen Gebrauch, so dass sich insgesamt kein Ausweis latenter Steuern in der Bilanz ergibt. C. Erläuterungen zur Bilanz(in T€, soweit nicht anders angegeben) AKTIVA 1. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens des Geschäftsjahres 2022/2023 ist in der Anlage zum Anhang dargestellt. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Von den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von T€ 891 haben T€ 5 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. PASSIVA 3. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt T€ 200. Die Anteile an der ARS Betriebsservice GmbH werden zu 100 % von der PREUSS GmbH, Hannover gehalten. 4 . Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch eine Grundschuld (T€ 650) gesichert. Die Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 823 beinhalten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit kleiner ein Jahr in Höhe von T€ 596 und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit größer ein Jahr in Höhe von T€ 228. Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit größer 5 Jahre bestehen nicht D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung(in T€, soweit nicht anders angegeben) 1. Personalaufwand
2. Zinsergebnis
3 . Aufwendungen und Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung Im Geschäftsjahr 2019/2020 sind Aufwendungen außergewöhnlicher Bedeutung und Größenordnung durch die Schließung des Geschäftsfeldes "Personenschifffahrt" entstanden; im Geschäftsjahr 2022/2023 sind in diesem Zusammenhang Erträge außergewöhnlicher Bedeutung und Größenordnung in Höhe von T€ 28 (Vorjahr T€ 97) durch die Auflösung dieser Rückstellung entstanden (ausgewiesen unter den sonstigen betrieblichen Erträgen). E. Sonstige Angaben1. Haftungsverhältnisse Für zwei Avalkreditrahmen in Höhe von T€ 9.000 haftet die Gesellschaft neben weiteren verbundenen Unternehmen gesamtschuldnerisch. Hierdurch ergeben sich zum 30. September 2023 angabepflichtige Haftungsverhältnisse in Höhe von T€ 2.774 (Vorjahr T€ 3.461). Aus Leasingverträgen haftet die Gesellschaft im Rahmen von Bürgschaften in Höhe von T€ 90. Für alle o.g. Haftungsverhältnisse sehen wir eine Inanspruchnahme nicht gegeben, weil die zugrundeliegenden Verpflichtungen aufgrund der Bonität der Gesellschaften erfüllt werden können. 2. Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen Angabepflichtige außerbilanzielle Geschäfte liegen nicht vor. Sonstige finanzielle Verpflichtungen gem. § 285 Nr. 3a HGB für mehrjährige Miet- sowie Leasingverträge betragen insgesamt T€ 1.494. Von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind innerhalb eines Jahres T€ 689 fällig. Übrige nicht bilanzierte sonstige finanzielle Verpflichtungen betragen T€ 430, davon an verbundene Unternehmen T€ 430. 3 . Abschlussprüferhonorar Auf die Angabe des vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechneten Gesamthonorars wird verzichtet, da die Angaben in dem Konzernabschluss der PREUSS GmbH enthalten sind, in den die Gesellschaft einbezogen wurde. 4. Ergebnisverwendungsvorschlag Der Jahresüberschuss von T€ 771 soll - vorbehaltlich der Zustimmung durch die Gesellschafter - auf neue Rechnung vorgetragen werden. 5 . Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach dem Schluss des Geschäftsjahres nicht ergeben. 6. Geschäftsführung Die Geschäftsführung wurde durch Frau Kathrin Butter, Dipl. - Kauffrau (FH), Querfurt, als kaufmännische und technische Geschäftsführerin wahrgenommen. Auf die Angabe der Jahresbezüge wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. 7. Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt
8. Konzernzugehörigkeit Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der PREUSS GmbH, Hannover, einbezogen (größter und kleinster Konsolidierungskreis); der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Merseburg, 21. Dezember 2023 Die Geschäftsführung Kathrin Butter Entwicklung des Anlagevermögens 2022/2023
Bei dem vorstehenden Jahresabschluss handelt es sich um die nach § 327 HGB für Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde der folgende Bestätigungsvermerk erteilt: BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die ARS Betriebsservice GmbH, Merseburg Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der ARS Betriebsservice GmbH, Merseburg, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ARS Betriebsservice GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hannover, den 21. Dezember 2023 PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Jens Wedekind, Wirtschaftsprüfer Sabrina Pankse, Wirtschaftsprüferin
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