Stammdaten

Register
Amtsgericht Dresden HRB 26576
Eingetragen
21.4.2008
Branche
Herstellung von Maschinen für die Metallerzeugung, von Walzwerkseinrichtungen und GießmaschinenBuntmetallgießereienHerstellung von Gipserzeugnissen für den Bau
Gegenstand
Betrieb einer Gießerei sowie das Erbringen von damit im Zusammenhang stehenden Beratungs-, Management- und Serviceleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Carsten Just
seit 5.9.2025
Geschäftsführer
Bertram Ledwa
seit 28.2.2025
Prokura
Stefan Thieme
seit 3.3.2021
Geschäftsführer
Martin Scherz
seit 14.8.2020
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert1.56% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Cast Three GmbH
1.56%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
SLR Giesserei St. Leon-Rot GmbH
Germany
1.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

SLR Holding GmbH

St. Leon-Rot

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2020 bis zum 30.06.2021

Konzernbilanz zum 30. Juni 2021

Aktiva

30.6.2021 30.6.2020
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 172.409,84 72.912,07
II. Sachanlagen 53.949.044,96 57.276.470,07
III. Finanzanlagen 144.771,65 144.771,65
54.266.226,45 57.494.153,78
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 22.078.925,30 16.603.891,92
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 11.703.251,27 7.982.275,42
III. Wertpapiere 155.297,70 161.468,58
IV. Flüssige Mittel 13.979.278,60 17.362.712,64
47.916.752,87 42.110.348,56
C. Rechnungsabgrenzungsposten 433.514,12 346.181,85
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 204.855,17 223.913,84
102.821.348,61 100.174.598,04

Passiva

30.6.2021 30.6.2020
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 250.000,00 250.000,00
II. Kapitalrücklage 9.000.000,00 9.000.000,00
III. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -371.060,70 -414.764,15
IV. Gewinnvortrag 8.860.528,80 9.273.758,14
V. Konzern-Jahresüberschuss (i. Vj. Konzern-Fehlbetrag) 11.284,55 -413.229,34
17.750.752,65 17.695.764,65
B. Passiver Unterschiedsbetrag aus Kapitalkonsolidierung 13.167.988,40 14.502.045,95
C. Rückstellungen 10.819.282,37 10.855.333,09
D. Verbindlichkeiten 58.154.536,86 54.947.548,06
E. Rechnungsabgrenzungsposten 817.208,20 17.905,73
F. Passive latente Steuern 2.111.580,13 2.156.000,56
102.821.348,61 100.174.598,04

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021

2020/2021 2019/2020
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 169.957.554,27 143.149.220,41
2. Erhöhung (i. Vj. Verminderung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 4.243.300,62 -1.492.116,30
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.190.928,85 2.433.001,44
4. Materialaufwand -113.778.489,08 -90.019.990,23
5. Personalaufwand -27.518.012,37 -25.841.607,46
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -7.265.544,43 -6.752.859,95
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -25.935.171,86 -20.360.616,06
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 67.105,69 19.724,52
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.772.674,29 -1.544.764,31
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12.226,01 171.972,60
11. Ergebnis nach Steuern 201.223,41 -238.035,33
12. Sonstige Steuern -189.938,86 -175.194,00
13. Konzern-Jahresüberschuss (i. Vj. Konzern-Jahresfehlbetrag) 11.284,55 -413.229,34

Konzern-Kapitalflussrechnung

2021/2020 2020/2019
TEUR TEUR
Konzern-Jahresüberschuss (i. Vj. Konzern-Jahresfehlbetrag) 11 -413
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 7.266 6.753
Anstieg der Rückstellungen 3.199 -827
Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -740 18
Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -9.264 7.893
Auflösung passiver Unterschiedsbetrag aus Erstkonsolidierung -1.334 -1.367
Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 8.231 -2.901
Zinsaufwendungen/Zinserträge 1.773 1.525
Ertragsteueraufwand -33 -172
Ertragsteuerzahlung -3.223 0
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 5.886 10.509
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 2.778 411
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 0 0
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -5.979 -4.247
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -68 -75
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 0
Wechselkursdifferenzen im Anlagenspiegel -29 0
Rückgang der Verbindlichkeiten für Mietkauf -381 -748
Erhaltene Zinsen 0 20
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -3.679 -4.639
Verkauf von Wertpapieren 6 1
Auszahlungen für die Tilgung von Krediten -4.300 -3.298
Auszahlungen für Darlehen ehemaliger Gesellschafter -250 -242
Gezahlte Zinsen -1.065 -837
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -5.609 -4.376
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -3.402 1.494
Wechselkursbedingte Wertänderung des Finanzmittelfonds 21 -21
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 17.363 15.890
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 13.979 17.363

Der Finanzmittelfonds beinhaltet Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten.

Konzern-Eigenkapitalspiegel

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung Erwirtschaftetes Eigenkapital Eigenkapital gemäß Konzernbilanz
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Juli 2019 250 9.000 -116 9.274 18.408
Konzern-Jahresfehlbetrag -413 -413
Übrige Veränderungen -299 -299
30. Juni 2020 250 9.000 -415 8.861 17.696
1. Juli 2020 250 9.000 -415 8.861 17.696
Konzern-Jahresüberschuss 11 11
Übrige Veränderungen 21 21
30. Juni 2021 250 9.000 -371 8.872 17.751

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

I. Rechnungslegung

Der Konzernabschluss zum 30. Juni 2021 der SLR Holding GmbH, St. Leon-Rot (bis zum 28. Dezember 2020 Cast Three GmbH, Burscheid; bis zum 12. Dezember 2018 Grünwald), für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021 ist nach den handelsrechtlichen Vorschriften über die Rechnungslegung von Konzernen der §§ 290 bis 314 HGB aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und gemäß § 275 Abs. 2 HGB gegliedert. Das Mutterunternehmen SLR Holding GmbH, St. Leon-Rot, ist beim Registergericht Mannheim unter HRB 738555 geführt.

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung sind in zusammengefasster Form aufgestellt worden, um die Klarheit der Darstellung zu verbessern. Die zusammengefassten Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen.

II. Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst die

SLR Holding GmbH, St. Leon-Rot (bis zum 28. Dezember 2020 Cast Three GmbH,

Burscheid) als Mutterunternehmen (SLR Holding)

und die folgenden Tochterunternehmen:

SLR Giesserei St. Leon-Rot GmbH, St. Leon-Rot,

(SLR)

HUNGARO-SLR Maschinenbau GmbH, Gödöllö/Ungarn,

(Hungaro-SLR)

SLR-Elsterheide GmbH, Elsterheide

(SLR-Elsterheide).

Gemäß § 264 Abs. 3 HGB werden die in den Konzernabschluss einbezogene SLR und SLR-Elsterheide von der Verpflichtung, einen Jahresabschluss und Lagebericht aufzustellen, prüfen und offenlegen zu lassen, befreit.

Das Tochterunternehmen SLR-Tooling GmbH, Eging am See, wurde aufgrund untergeordneter Bedeutung gemäß § 296 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da diese Beteiligung für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist.

Der Konzernabschluss-Stichtag entspricht dem Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens und aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

III. Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung des Erwerbs der SLR Giesserei St. Leon-Rot GmbH durch die SLR Holding erfolgte nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 und 3 HGB durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem Konzernanteil am Eigenkapital - bewertet mit dem Zeitwert der Vermögensgegenstände und Schulden der Tochterunternehmen - zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile der Tochtergesellschaften.

Im Rahmen der Erstkonsolidierung zum 31. Dezember 2017 wurden folgende stille Reserven aufgedeckt:

TEUR
Grundstücke und Gebäude 8.299
Vorräte 832
Passive latente Steuern 2.570

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge werden eliminiert.

Eine Zwischenergebniseliminierung bei den Vorräten ist gemäß § 304 Abs. 2 HGB wegen untergeordneter Bedeutung unterblieben.

IV. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Währungsumrechnung

(1) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Erstellung des Konzernabschlusses waren die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, nach der linearen Methode bewertet.

Der aus der Erstkonsolidierung der SLR Giesserei St. Leon-Rot Gesellschaft mit beschränkter Haftung resultierende passivische Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 13.168 (i. Vj. TEUR 14.502) wird gemäß DRS 23 über die gewichtete durchschnittliche Restnutzungsdauer der erworbenen abnutzbaren Vermögensgegenstände aufgelöst.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. zu Herstellungskosten (unter Ansatz von Lohn-, Material- und angemessenen Gemeinkosten), vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet.

Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen für Zugänge vor dem 1. Januar 2010 wurden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer auf der Grundlage steuerlich anerkannter Höchstsätze vorgenommen. Bei den inländischen Konzerngesellschaften erfolgen die Abschreibungen auf Zugänge ab dem 1. Januar 2008 ausschließlich nach der linearen Methode. Als Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten sind die historischen Werte angesetzt. Im Hinblick auf die Aufdeckung von stillen Reserven im Rahmen der Erstkonsolidierung verweisen wir auf Abschnitt III Konsolidierungsgrundsätze.

Geringwertige Anlagegüter unter EUR 250,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Für Zugänge zu geringwertigen Anlagegütern der inländischen Konzerngesellschaften (Einzelanschaffungskosten zwischen EUR 250,00 und EUR 1.000,00) wird ein Sammelposten gebildet und linear über fünf Jahre abgeschrieben.

Für Zugänge nach dem 1. Januar 2010 werden wirtschaftliche Nutzungsdauern zur Bestimmung der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt. Die Nutzungsdauern bewegen sich bei Gebäuden zwischen 33 und 50 Jahren, bei Technischen Anlagen und Maschinen zwischen 2 bis 19 Jahren, bei Betriebs- und Geschäftsausstattung von 1 bis 15 Jahren und bei immateriellen Vermögensgegenständen 3 Jahren.

Unter den Finanzanlagen sind die Beteiligungen und die Ausleihungen zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Waren erfolgt zu Anschaffungskosten, sofern nicht der niedrigere beizulegende Wert nach dem Niederstwertprinzip anzusetzen ist.

Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten. Die Ermittlung der Herstellungskosten erfolgt bei der SLR, der SLR-Elsterheide und der Hungaro-SLR, auf Basis einer Zuschlagskalkulation. Die hierbei zugrunde gelegten Gemeinkostenzuschläge basieren auf dem Betriebsabrechnungsbogen 2020/2021. Die Herstellungskosten beinhalten unverändert neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten bzw. den Werteverzehr des Anlagevermögens. Verwaltungsgemeinkosten werden in die Herstellungskosten nicht mit einbezogen. Soweit erforderlich erfolgte eine verlustfreie Bewertung.

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und flüssige Mittel sind zum Nominalwert angesetzt. Für Ausfallrisiken und das allgemeine Kreditrisiko sind Einzel- und Pauschalwertberichtigungen gebildet und aktiv abgesetzt.

Sonstige Wertpapiere des Umlaufvermögens sind mit den Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Kurswert am Bilanzstichtag bewertet.

Die Aktivwerte der Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen sind mit den Zeitwerten angesetzt. Der nach Verrechnung im Sinne von § 246 Abs. 2 Satz 2 Halbsatz 1 HGB verbleibende aktivische Überhang ist ausgewiesen.

Passive latente Steuern aus der Neubewertung von Vermögensgegenständen und Schulden der einbezogenen Konzernunternehmen im Zusammenhang mit der Erstkonsolidierung der SLR Giesserei St. Leon-Rot GmbH gemäß § 306 HGB werden im Konzernabschluss ausgewiesen. Die passiven latenten Steuern resultieren dabei im Wesentlichen aus temporären und quasi-permanenten Differenzen im Bereich der Sachanlagen.

Aktive latente Steuern werden nicht ausgewiesen, da der bestehende Aktivüberhang unter Ausnutzung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB bilanziell nicht angesetzt wird. Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus temporären Differenzen im Bereich der Rückstellungen.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt für die inländischen Gesellschaften auf Basis eines Steuersatzes von 31 % und für die ungarische Tochtergesellschaft auf Basis eines Steuersatzes von 9 %.

Die Rückstellungen für Pensionen wurden unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G für die Pensionsversicherung von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit einem Rechnungszinssatz von 2,09 % gebildet. Der verwendete Rechnungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 HGB unter Annahme einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren angesetzt. Für die Allgemeine Versorgungsordnung erfolgte die Bewertung der Pensionsrückstellungen mittels des betriebswirtschaftlichen Teilwertverfahrens unter Berücksichtigung einer erwarteten Rentensteigerung von unverändert 1,0 %.

Für die Versorgungszusagen eines Geschäftsführers und der Witwe eines Geschäftsführers erfolgte die Bewertung der Pensionsrückstellungen mittels der "Projected-Unit-Credit-Methode" unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G für die Pensionsversicherung von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit einem Rechnungszinssatz von 2,09 %. Der verwendete Rechnungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 HGB unter Annahme einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren angesetzt. Gehalts- und Rententrends waren im Gutachten für die Witwe eines der Geschäftsführer nicht zu berücksichtigen, im Gutachten für den noch aktiven Geschäftsführer ist ein Rententrend von 0,00 % berücksichtigt.

Im Rahmen der Ermittlung des Rechnungszinsfußes wurde im Jahr 2015/2016 die Methode zur Bewertung der Pensionsrückstellungen von einem 7-jährigen Durchschnittszins zu einem 10-jährigen Durchschnittszins geändert. Hierdurch sind die Rückstellungen um EUR 331.945 niedriger ausgewiesen.

Die übrigen Rückstellungen sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag gebildet und entsprechen den voraussichtlichen Erfordernissen.

Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Die Rechnungsabgrenzungsposten enthalten nur transitorische Posten im engeren Sinne.

(2) Währungsumrechnung

Für die nicht im Euro-Raum ansässige Hungaro-SLR wird der Jahresabschluss in der Landeswährung erstellt. Diese entspricht regelmäßig der Währung des wirtschaftlichen Umfelds, in dem die Gesellschaft tätig ist (Konzept der funktionalen Währung). Die funktionale Währung des Mutterunternehmens ist der Euro.

Der Jahresabschluss der Hungaro-SLR wird nach den Vorschriften des § 308a HGB wie folgt in die Konzernberichtswährung Euro umgerechnet:

das Eigenkapital wird mit dem Devisenkassamittelkurs zum 31. Dezember 2017, somit zum historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung, umgerechnet;

Vermögenswerte und Schulden der Konzerngesellschaften werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet;

Aufwendungen und Erträge werden zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet;

die sich ergebenden Kursdifferenzen werden unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen.

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

V. Erläuterung zur Konzernbilanz, zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, zur Kapitalflussrechnung sowie sonstige Angaben

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Konzernanlagevermögens wird in der Anlage 1 zum Anhang dargestellt.

(2) Vorräte

30.6.2021 30.6.2020
TEUR TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 7.735 6.503
Unfertige Erzeugnisse 11.055 7.474
Fertige Erzeugnisse und Waren 3.289 2.626
22.079 16.604

(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

30.6.2021 30.06.2020
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.278 4.802
Sonstige Vermögensgegenstände 5.425 3.181
- davon Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr TEUR 34 (i. Vj. TEUR 54) -
11.703 7.983

(4) Rechnungsabgrenzungsposten

Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind, wie bereits im Vorjahr, keine Abgrenzungen aus Disagien enthalten.

(5) Eigenkapital

Das voll eingezahlte gezeichnete Kapital beträgt EUR 250.000,00.

Mit Gesellschafterbeschluss der Cast Two GmbH vom 13. Dezember 2017 erfolgte eine Einzahlung in die Kapitalrücklage der SLR Holding GmbH in Höhe von EUR 9.000.000,00.

Die Entwicklung des Eigenkapitals ergibt sich aus dem Eigenkapitalspiegel, der Bestandteil des Konzernabschlusses ist.

Der Konzern-Jahresüberschuss des Geschäftsjahres von TEUR 11 und der Gewinnvortrag von TEUR 8.861 ergeben einen Bilanzgewinn von TEUR 8.872.

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Bilanzgewinn des Mutterunternehmens, der SLR Holding GmbH, zum 30. Juni 2021 in Höhe von TEUR 8.872 auf neue Rechnung vorzutragen.

(6) Passiver Unterschiedsbetrag

Der passive Unterschiedsbetrag wird aufgrund seiner Entstehung durch die Erstkonsolidierung und keinerlei Hinweise auf eine entsprechende fremdkapitalähnliche Basis als günstiger Gelegenheitskauf und damit als passiver Unterschiedsbetrag mit Eigenkapitalcharakter behandelt. Die Erträge aus der Auflösung des passiven Unterschiedsbetrags aus der Erstkonsolidierung in Höhe von TEUR 1.334 sind in der GuV unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Außerdem war im Berichtsjahr eine ergebnisneutrale Verrechnung von TEUR 98 mit den passiven latenten Steuern vorzunehmen.

(7) Rückstellungen

30.6.2021 30.6.2020
TEUR TEUR
Rückstellungen für Pensionen 1.581 1.284
Steuerrückstellungen 0 3.212
Sonstige Rückstellungen 9.238 6.360
10.819 10.855

Die Rückstellungen für Pensionen von TEUR 2.825 wurden mit Vermögensgegenständen gemäß § 246 Abs. 2 HGB in Höhe des Zeitwerts (gleichzeitig Anschaffungskosten) der Rückdeckungsversicherungen von TEUR 1.244 verrechnet. Der aus der individuell erfolgten Verrechnung resultierende übersteigende Betrag von TEUR 205 (i. Vj. TEUR 224) ist als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen.

Die sich aus den Pensionsverpflichtungen ergebenden Zinsaufwendungen von TEUR 64 sowie die Zinserträge von TEUR 19 aus den Aktivwerten sind in der Gewinn- und Verlustrechnung saldiert ausgewiesen.

Die Steuerrückstellungen des Vorjahres betrafen die Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag der SLR Giesserei St. Leon-Rot GmbH für das Jahr 2018.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten insbesondere Beträge für Garantie- und Kulanzleistungen, Umsatzboni, Erfolgsvergütungen, Weihnachtsgeld, Resturlaubs- und Mehrarbeitsverpflichtungen, Instandhaltungsverpflichtungen, noch zu erbringende Leistungen sowie ausstehende Rechnungen.

(8) Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten, die gesicherten Beträge und die Art der Sicherheiten ergeben sich wie folgt:

Verbindlichkeitenspiegel

davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag 30.6.2021 bis zu einem Jahr von einem bis zu fünf Jahren über fünf Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 24.927 3.302 21.625 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 451 451 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.458 16.458 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen - soweit nicht konsolidiert - 3.280 1 3.280 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 13.039 2 1.956 11.083
(davon aus Steuern) 615 615 0 0
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) 7 7 0 0
58.155 25.447 32.708 0
Gesicherte Beträge Art der Sicherheit
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 32.300 Grundschulden
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 Eigentumsvorbehalt
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen - soweit nicht konsolidiert - 0
Sonstige Verbindlichkeiten 705 3
(davon aus Steuern) 0
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) 0
32.477

1 Davon TEUR 3.249 (i. Vj. TEUR 3.067) aus Darlehensverbindlichkeiten gegenüber indirekten Gesellschaftern.

2 Davon TEUR 11.015 (i. Vj. TEUR 10.765) gegenüber den Verkäufern aus Kaufpreisstundung.

3 Die Gesellschaft hat lediglich das wirtschaftliche Eigentum an den per Mietkauf erworbenen Maschinen und maschinellen Anlagen. Die Mietkaufverbindlichkeiten betragen TEUR 705.

davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag 30.6.2020 bis zu einem Jahr von einem bis zu fünf Jahren über fünf Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 29.227 3.302 25.925 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 475 475 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.153 9.153 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen - soweit nicht konsolidiert - 3.177 4 3.177 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 12.916 5 1.781 11.162
(davon aus Steuern) 769 769 0 0
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) 30 30 0 0
54.948 17.887 37.087 0
Gesicherte Beträge Art der Sicherheit
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 29.225 Grundschulden
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 Eigentumsvorbehalt
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen - soweit nicht konsolidiert - 0
Sonstige Verbindlichkeiten 177
(davon aus Steuern) 0
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) 0
29.402

4 Davon TEUR 3.067 (i. Vj. TEUR 2.836) aus Darlehensverbindlichkeiten gegenüber indirekten Gesellschaftern.

5 Davon TEUR 10.765 (i. Vj. TEUR 10.505) gegenüber den Verkäufern aus Kaufpreisstundung.

(9) Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Bei der SLR bestehen seit 2008 und bei der SLR-Elsterheide seit 2012 Factoringverträge. Durch das Factoring soll das Ausfallrisiko reduziert und die Liquidität des Unternehmens gesichert werden. Insofern enthält das Factoring für uns Vorteile, aber keine erkennbaren Risiken. Zum 30. Juni 2021 haben wir Forderungen von TEUR 27.837 (i. Vj. TEUR 17.503) an die Factoringgesellschaft übertragen. Von dem verkauften Forderungsvolumen wurden zum Bilanzstichtag TEUR 25.365 (i. Vj. TEUR 15.879) in Anspruch genommen. Der Restbetrag wird als Forderung an die Factoringgesellschaft unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

(10) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

30.6.2021 30.6.2020
TEUR TEUR
Leasingverpflichtungen 2.171 2.376

Die vorstehenden Verpflichtungen beziehen sich auf die gesamten Restlaufzeiten der Verträge bis zum Jahr 2025. Hiervon betreffen TEUR 621 das folgende Geschäftsjahr.

(11) Haftungsverhältnisse

Gegenüber der Sparkasse Passau hat die Gesellschaft für die nicht in den Konzernabschluss einbezogene Tochtergesellschaft SLR-Tooling GmbH eine selbstschuldnerische Bürgschaft in Höhe von TEUR 100 abgegeben, die im Geschäftsjahr mit TEUR 0 valutiert.

Aufgrund der zufriedenstellenden Geschäftsentwicklung der SLR-Tooling GmbH schätzen wir die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme derzeit als gering ein.

(12) Passive latente Steuern nach § 314 Abs. 1 Nr. 22 HGB

Die passiven latenten Steuern betragen zum 30. Juni 2021 TEUR 2.112, was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von TEUR 44 entspricht. Im Geschäftsjahr erfolgte eine erfolgswirksame Auflösung der aus der Kapitalkonsolidierung stammenden passive latenten Steuern in Höhe von TEUR 98. Demgegenüber steht die Neubildung passiver latenter Steuer in Höhe von TEUR 54. Dagegen war im Berichtsjahr eine ergebnisneutrale Auflösung von TEUR 1.334 aus der Verrechnung mit dem passiven Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung vorzunehmen.

(13) Umsatzerlöse

1.7.2020-30.6.2021 1.7.2019-30.6.2020
TEUR TEUR
Umsatzerlöse (nach geographisch bestimmten Märkten)
Deutschland 91.759 75.917
Erlösschmälerungen -1.979 -1.843
Konsolidierung -6.970 -6.642
82.810 67.432
Ausland 89.222 76.810
Erlösschmälerungen -2.074 -1.093
Konsolidierung 0 0
87.148 75.717
169.958 143.149
Umsatzerlöse (nach Tätigkeitsgebieten)
Gussumsätze 175.543 148.243
Erlöse für Werkzeuge und Modelle sowie aus Handelswaren und Sonstiges 5.438 4.484
Konsolidierung -6.970 -6.642
174.011 146.085
Erlösschmälerungen -4.053 -2.936
169.958 143.149

(14) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge von TEUR 2.191 enthalten u. a. die Auflösung des passiven Unterschiedsbetrags in Höhe von TEUR 1.334 (i. Vj. TEUR 1.334) sowie periodenfremde Erträge von TEUR 504 (i. Vj. TEUR 529). Die periodenfremden Erträge enthalten insbesondere die Auflösung von Rückstellungen von TEUR 466 (i. Vj. TEUR 500).

(15) Materialaufwand

1.7.2020-30.6.2021 1.7.2019-30.6.2020
TEUR TEUR
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 82.892 63.224
Aufwendungen für bezogene Leistungen 30.796 26.796
113.788 90.020

(16) Personalaufwand

1.7.2020-30.6.2021 1.7.2019-30.6.2020
TEUR TEUR
Löhne und Gehälter 22.818 21.440
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung - davon für Altersversorgung TEUR 360 - 4.700 4.401
27.518 25.841

Im Durchschnitt des Geschäftsjahres waren 446 gewerbliche Arbeitnehmer und 146 Angestellte beschäftigt. Auszubildende und die Geschäftsführer sind in den Zahlenangaben nicht berücksichtigt.

(17) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von TEUR 25.935 (i. Vj. TEUR 20.361) umfassen u. a. Aufwendungen für Instandhaltungen TEUR 6.815 (i. Vj. TEUR 5.505), Ausgangsfrachten TEUR 5.325 (i. Vj. TEUR 4.247), Aufwendungen für Fremdpersonal TEUR 6.723 (i. Vj. TEUR 4.118), Beratungskosten TEUR 2.553 (i. Vj. TEUR 2.888), Beiträge und Versicherungen TEUR 831 (i. Vj. TEUR 934) sowie Währungskursverluste TEUR 77 (i. Vj. TEUR 4). Periodenfremde Aufwendungen waren im Berichtsjahr mit TEUR 33 (i. Vj. TEUR 82) zu verzeichnen.

(18) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von TEUR 12 betreffen in Höhe von TEUR -33 Anpassungen der laufenden Steuern sowie latente Steuererträge von TEUR 98. Des Weiteren sind latente Steueraufwendungen von TEUR 54 unter dieser Position ausgewiesen.

(19) Sonstige Steuern

Die sonstigen Steuern enthalten keine periodenfremden Posten.

(20) Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung wurde nach DRS 21 aufgestellt. Der Finanzmittelfonds von TEUR 13.979 (i. Vj. TEUR 17.363) besteht aus Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten.

(21) Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB

Das von unserem Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, für das Geschäftsjahr 2020/2021 berechnete Gesamthonorar beträgt TEUR 493 (i. Vj. TEUR 507), davon TEUR 154 für Abschlussprüfungsleistungen, TEUR 2 für andere Beratungsleistungen und TEUR 337 für Steuerberatungsleistungen.

(22) Mitglieder der Geschäftsführung

Als Geschäftsführer sind bestellt:

Herr Volker Heidtmann (Dr. der Wirtschaftswissenschaften), Dresden

Die Berufsbezeichnung des Geschäftsführers entspricht seiner Organstellung.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Geschäftsführers wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB i. V. § 314 Abs. 3 HGB verzichtet.

(23) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 Nr. 4 HGB

Die SLR Giesserei St. Leon-Rot GmbH und die SLR Elsterheide GmbH werden gemäß § 264 Abs. 3 HGB von der Verpflichtung, einen Jahresabschluss und einen Lagebericht nach den Vorschriften für Kapitalgesellschaften aufzustellen, prüfen zu lassen und offenzulegen, befreit.

Unternehmen, an denen ein Anteilsbesitz von 20 % oder mehr besteht

Die nach § 313 Abs. 2 HGB verlangten Angaben zu Unternehmen, an denen ein Anteilsbesitz von 20 % oder mehr besteht, werden in der Beteiligungsliste vorgenommen und als Anlage 2 zum Anhang beigefügt.

 

St. Leon-Rot, den 4. November 2021

SLR Holding GmbH

Dr. Volker Heidtmann

Entwicklung des Anlagevermögens vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021

Anschaffungs-/Herstellungskosten
1.7.2020 Währungsumrechnungsdifferenz Zugänge Umbuchungen Abgänge 30.6.2021
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 1.167.738 97 67.940 65.873 2.444 1.299.203
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 43.803.202 10.469 256.365 195.119 0 44.265.155
2. Technische Anlagen und Maschinen 78.112.717 61.073 1.689.634 1.646.070 1.224.220 80.285.275
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.818.909 6.705 665.625 170.493 156.459 9.505.273
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.189.850 3.168 3.366.937 -2.077.555 1.149.432 3.332.968
133.924.678 81.415 5.978.562 -65.873 2.530.112 137.388.671
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 144.772 0 0 0 0 144.772
135.237.188 81.512 6.046.502 0 2.532.556 138.832.646
Kumulierte Abschreibungen
1.7.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 1.094.826
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 12.674.413
2. Technische Anlagen und Maschinen 57.764.259
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.209.536
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0
76.648.208
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0
77.743.034
Kumulierte Abschreibungen
Währungsumrechnungsdifferenz Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge 30.6.2021
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 55 34.316 2.403 1.126.794
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -10.356 1.688.132 0 14.352.189
2. Technische Anlagen und Maschinen 51.123 4.795.446 348.969 62.261.859
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.315 743.865 142.957 6.815.759
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.033 3.785 0 9.818
52.115 7.231.228 491.926 83.439.625
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0
52.170 7.265.544 494.329 84.566.419
Buchwerte
30.6.2021 30.6.2020
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 172.409 72.912
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 29.912.967 31.128.789
2. Technische Anlagen und Maschinen 18.023.415 20.348.458
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.689.514 2.609.373
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.323.150 3.189.850
53.949.045 57.276.470
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 144.772 144.772
54.266.226 57.494.154

Aufstellung des Anteilsbesitzes (Beteiligungsliste)

Unternehmen, an denen unmittelbar oder mittelbar ein Anteilsbesitz von 20 % oder mehr besteht:

Name SLR Giesserei St. Leon-Rot GmbH
Sitz St. Leon-Rot
Anteil am Kapital 100,0 %
Eigenkapital, Ergebnis des letzten Geschäftsjahres Das Eigenkapital zum 30. Juni 2021 beträgt EUR 47.156.493,90. Im Geschäftsjahr 2020/2021 entstand ein Jahresergebnis von EUR 625.874,16 1.
Name SLR-Elsterheide GmbH
Sitz Elsterheide
Anteil am Kapital 100,0 %
Eigenkapital, Ergebnis des letzten Geschäftsjahres Das Eigenkapital zum 30. Juni 2021 beträgt EUR 6.300.000,00. Im Geschäftsjahr 2020/2021 entstand ein Jahresergebnis von EUR -1.660.106,42 2.
Name HUNGARO-SLR Maschinenbau GmbH
Sitz Gödöllö/Ungarn
Anteil am Kapital 100,0 %
Eigenkapital, Ergebnis des letzten Geschäftsjahres Das Eigenkapital zum 30. Juni 2020 beträgt THUF 1.162.624. Im Geschäftsjahr 2020/2021 entstand ein Jahresergebnis von THUF 131.248. Der Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag betrug HUF 1.000/EUR 2,797814.
Name SLR-Tooling GmbH
Sitz Eging am See
Anteil am Kapital 100 %
Eigenkapital, Ergebnis des letzten Geschäftsjahres Das Eigenkapital zum 30. Juni 2020 beträgt EUR 312.403,32. Im Geschäftsjahr 2020/2021 entstand ein Jahresergebnis von EUR -5.080,29.
- aufgrund untergeordneter Bedeutung nach § 296 Abs. 2HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen -

1 Ergebnisabführungsvertrag mit SLR Holding GmbH (vormals Cast Three GmbH)

2 Ergebnisabführungsvertrag mit SLR Giesserei St. Leon-Rot GmbHAnlage 2 zum Anhang

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 01. Juli 2020 bis 30. Juni 2021

1. Grundlagen des Konzerns

1.1.Geschäftsmodell des Konzerns

Der Konzern zählt zu der Metallbranche und befasst sich mit der Herstellung von hochwertigem Sphäroguss für die Baumaschinen-, Landmaschinen-, Nutzfahrzeug- und Hydraulikindustrie sowie die Bereiche Windkraft und Schienentechnik.

Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit des Konzerns sind zwei Eisengießereien in Deutschland. In St. Leon-Rot in der Nähe von Heidelberg befindet sich die SLR Giesserei St. Leon-Rot GmbH (SLR). Die zweite Gießerei, die SLR-Elsterheide GmbH (SLR-Elsterheide), befindet sich in Elsterheide in der Nähe von Dresden.

In den Konzernabschluss zum 30. Juni 2021 sind die SLR Giesserei St. Leon-Rot GmbH und die SLR-Elsterheide GmbH sowie die SLR Holding GmbH und die HUNGARO-SLR Maschinenbau GmbH in Gödöllö/Ungarn einbezogen. Die Hungaro-SLR ist ebenso wie die SLR-Elsterheide ein Tochterunternehmen der SLR. Die sich mit Modellbau beschäftigende SLR-Tooling GmbH, mit Sitz in Eging am See/Deutschland, wurde, wie auch in den Vorjahren, aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen.

1.2.Forschung und Entwicklung

Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr keine externen Forschungsprojekte durchgeführt.

Intern werden die produzierten Teile ständig nach neuesten Erkenntnissen der Werkstoffforschung weiterentwickelt. Neue Werkstoffe im Sphäroguss werden auf Praktikabilität untersucht.

Das Ziel des Unternehmens liegt darin, eine Optimierung der gefertigten Gussteile in Zusammenarbeit mit den Kunden zu erreichen. In diesem Zusammenhang werden kundenspezifische Entwicklungsleistungen erbracht.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaft

POSITIVE GRUNDDYNAMIK DER GESAMTKONJUNKTUR TREIBT ERHOLUNG TROTZ HINDERNISSEN WEITER VORAN

Zu Beginn des dritten Quartals konnte die deutsche Industrieproduktion wieder zulegen. Die nach wie vor bestehenden Engpässe bei Vorprodukten dürften sich indes auch in den kommenden Monaten in einigen Bereichen belastend auf die Industriekonjunktur auswirken. In den Dienstleistungsbereichen normalisiert sich das Wachstum, nachdem in den vergangenen Monaten kräftige Aufwüchse verzeichnet wurden.

Im Produzierenden Gewerbe kam es im Juli zwar zu einem Anstieg der Produktion, allerdings bleiben die Lieferengpässe in einigen Bereichen weiterhin ein belastender Faktor. Erneut robust zeigt sich jedoch die Auftragslage in der Industrie, die deutliche Zuwächse verzeichnete und damit eine gesunde Nachfragesituation widerspiegelt. Derweil stiegen die deutschen Warenausfuhren im Juli im nun fünfzehnten Monat in Folge an.

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren fiel im August zwar zurückhaltender aus als zuvor, allerdings bleibt sie im Langfristvergleich immer noch recht optimistisch. Zusätzlich sind die globale Industrieproduktion und der Welthandel im Juni wieder gestiegen und kennzeichnen - bei abnehmender Dynamik - eine robuste Konjunktur der Weltwirtschaft.

Im Dienstleistungssektor machen sich am aktuellen Rand verhaltenere Erwartungen und eine erhöhte Unsicherheit durch das verstärkte Infektionsgeschehen bemerkbar. Die Lageeinschätzung verbesserte sich hingegen als Ergebnis der seit der Öffnung im Mai bestehenden konjunkturellen Dynamik. Im Einzelhandel gingen die Umsätze im Juli im Vormonatsvergleich allerdings zurück, was aber in großen Teilen auf den besonders umsatzstarken Juni zurückzuführen ist.

Auf dem Arbeitsmarkt setzt sich die Erholung weiter fort, die Arbeitslosigkeit nahm erneut kräftig ab und auch die Kurzarbeit wurde weiter zurückgefahren. Sie ist mittlerweile auf einem Niveau von rund 1,6 Mio Arbeitnehmern. Insgesamt dürfte es im laufenden dritten Quartal zu einem merklichen Anstieg der Wirtschaftsleistung gekommen sein. Für das vierte Quartal zeichnet sich eine Normalisierung des Wachstums ab. Die weitere Verbreitung neuer Virusmutationen und ihr Einfluss auf das Infektionsgeschehen stellen allerdings nach wie vor die größte Unwägbarkeit für den weiteren Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung dar.

WELTWIRTSCHAFTLICHE ERHOLUNG VERLANGSAMT SICH

Der Aufschwung der Weltkonjunktur schwächte sich zuletzt etwas ab. Zwar stieg die globale Industrieproduktion im Juni 2021 um 1,0 % gegenüber dem Vormonat und auch das Welthandelsvolumen legte leicht um 0,5 % zu, allerdings verschlechterten sich die Stimmungsindikatoren den dritten Monat in Folge.

Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan/IHS Markit sank im August um 3,2 Punkte auf 52,6 Punkte und bewegt sich somit nur noch leicht oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Stimmung in der Industrie gab trotz anhaltender Knappheit bei wichtigen Vorleistungsgütern etwas weniger nach, während sich die Dienstleister vermutlich vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus deutlich verhaltener geäußert haben als zuvor. Trotz der letzten Eintrübung zeichnet sich für das dritte Quartal 2021 eine weitere Steigerung der globalen Wirtschaftsleistung ab, die jedoch gedämpfter ausfallen dürfte, als bislang erwartet.

WARENIMPORTE MIT DEUTLICHEM MINUS, DIENSTLEISTUNGSIMPORTE HINGEGEN MIT DEUTLICHEM PLUS

Der deutsche Außenhandel verlor zuletzt an Schwung. Der Wert der Warenexporte stieg im Juli 2021 zwar leicht gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt und nominal um 0,5 % an (Juni: -0,5 %). Die Importe von Waren gingen um 3,5 % zurück, nachdem sie im Juni noch leicht zulegen konnten. Da Aus- und Einfuhrpreise parallel jeweils stark zulegten, dürfte sich das nominale Plus bei den Exporten bei preisbereinigter Betrachtung ins Minus drehen.

Die Abnahme bei den Importen dürfte preisbereinigt noch größer ausfallen. Der Handel mit Dienstleistungen nahm im Juli 2021 hingegen sprunghaft zu. Vor allem aufgrund höherer Reisetätigkeit von Deutschen ins Ausland nahmen die Dienstleistungsimporte um 9,6 % zu. Die Dienstleistungsexporte konnten sogar knapp zweistellig zulegen (+11,1 %). In der Gesamtbetrachtung des Handels mit Waren und Dienstleistungen stiegen die Exporte um 2,4 %, die Importe gingen um 0,9 % zurück.

Auf nationaler Ebene schlägt sich die Dämpfung der globalen konjunkturellen Erholung nur teilweise in den Frühindikatoren zur Außenwirtschaft nieder. Die Auftragseingänge aus dem Ausland verzeichneten im Juli 2021 gegenüber dem Vormonat eine markante Zunahme um 8,0 %. Die Zahlen schwanken aufgrund von Großaufträgen jedoch stark; im Dreimonatsvergleich sind die Auftragseingänge nur leicht im Plus (+0,2 %). Die ifo Exporterwartungen für das Verarbeitende Gewerbe fielen im August deutlich zurückhaltender aus als zuvor, sind aber immer noch recht optimistisch.

Trotz dieser Atempause bleibt der Ausblick für den deutschen Außenhandel grundsätzlich positiv. Rückenwind gibt vor allem die gute Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten in Asien und den Vereinigten Staaten.

INDUSTRIEKONJUNKTUR: FREUNDLICHER START INS DRITTE QUARTAL

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Juli 2021 gegenüber dem Vormonat um 1,0 % gestiegen. Die Herstellung der Industrie erhöhte sich dabei um 1,3 %, im Baugewerbe kam es zu einem Plus von 1,1 %.

Im Zweimonatsvergleich Juni/Juli gegenüber April/Mai nahm die Produktion im Produzierenden Gewerbe leicht um 0,9 % ab. Während der Ausstoß in der Industrie in diesem Zeitraum nur unwesentlich um 0,4 % zurückging, kam es beim Baugewerbe, ausgehend von einem vergleichsweisen hohen Niveau, zu einer deutlicheren Drosselung um 1,7 %.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nahmen im Juli gegenüber dem Vormonat um 3,4 % zu. Im Zweimonatsvergleich Juni/Juli gegenüber April/Mai kam es ebenfalls zu einem deutlichen Plus in Höhe von 4,6 %. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen ging das Ordervolumen allerdings leicht um 0,2 % zurück.

Insgesamt erhöhten sich die Auftragseingänge nach dem kräftigen Anstieg im Juni erneut deutlich. Ursächlich hierfür war eine starke Auslandsnachfrage (+8,0 %), insbesondere aus dem Nicht-Euroraum (+15,7 %). Die inländische Nachfrage, im Vormonat noch Triebfeder des Orderanstiegs, war hingegen rückläufig (-2,5 %), liegt aber nach wie vor auf hohem Niveau. Insgesamt waren die Bestellungen von kräftigem Wachstum im Maschinenbau, bei der Herstellung pharmazeutischer Erzeugnisse sowie Großaufträgen im sonstigen Fahrzeugbau geprägt. Neuaufträge im gewichtigen Zweig Maschinenbau sind seit Dezember 2020 stetig gestiegen und sind seit Jahreswechsel um fast 15 % gewachsen.

Nach dem Rückgang der Industrieproduktion im zweiten Quartal verlief der Start in das dritte Quartal freundlicher. Der gewichtige Bereich Kfz und Kfz-Teile steigerte seinen Ausstoß im Juli um 1,9 %. Der ähnlich gewichtige Maschinenbau expandierte um 6,9 %. Die Lieferengpässe bei Halbleitern, die zuletzt die Produktion bremsten, bestehen allerdings noch fort.

Der Ausstoß im Baugewerbe liegt weiter auf hohem Niveau. Der Ausblick für die Industriekonjunktur insgesamt bleibt angesichts einer unverändert hohen Nachfrage und der gesteigerten Produktion optimistisch, auch wenn sich die in Umfragen ermittelten Geschäftsaussichten auch auf Grund der steigenden Infektionszahlen zuletzt eintrübten.

EINZELHANDEL: ERWARTUNGEN RÜCKLÄUFIG

Im Einzelhandel ohne Kfz gingen die Umsätze zuletzt zurück. Nachdem sie im Mai und im Juni jeweils um rund 4,5 % gestiegen waren, büßten sie im Juli wieder rund 5 % ihres Niveaus ein. Das anziehende Infektionsgeschehen führt aktuell zu einer erhöhten Verunsicherung sowohl der Konsumenten als auch der Händler. Nach einer kräftigen Erholung in den Monaten Mai und Juni ging der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen im Juli 2021 um rund 10 % zurück.

Im Internet- und Versandhandel kam es im Zuge der Normalisierung im stationären Einzelhandel zu einem Umsatzrückgang um 11,9 %, wenngleich das Vorkrisenniveau weiterhin deutlich übertroffen wird (+21 %). Im Gegensatz dazu kam es bei den Neuzulassungen von Pkw durch private Halter im August erneut zu einem deutlichen Anstieg (+3,1 %).

Die ifo Geschäftserwartungen im Einzelhandel fielen im August per Saldo noch einmal deutlich negativer aus als bereits im Juli. Auch für das GfK Konsumklima wird im September ein leichter Rückgang erwartet. Als Gründe hierfür werden wieder steigende Infektionszahlen und die damit einhergehende Verunsicherung der Konsumenten vermutet.

Das Verbraucherpreisniveau blieb im August gegenüber dem Vormonat stabil (±0,0 %). Zuvor hatte sich im Juli v. a. aufgrund erhöhter Energiepreise eine Steigerung von 0,9 % ergeben. Die Inflationsrate, die Preisniveauentwicklung gegenüber dem Vorjahr, nahm im August leicht zu, um 0,1 Prozentpunkte auf 3,9 %. Zuvor war die Rate im Juli sprunghaft um 1,5 Prozentpunkte angestiegen. Ausschlaggebend für das erhöhte Niveau ab der Jahresmitte ist ein Basiseffekt aufgrund der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze ein Jahr zuvor. Hierbei kommt es zu einem Vergleich der aktuellen Verbraucherpreise mit den "normalen" Umsatzsteuersätzen mit denjenigen mit verminderten Umsatzsteuersätzen.

Bereits zu Jahresbeginn haben weitere Sonderfaktoren wie die Erholung der Import- und Rohstoffpreise sowie die Einführung der CO2-Bepreisung für einen deutlichen Anstieg der Inflationsrate gesorgt. Nach Auslaufen der Sondereffekte dürfte sich der Auftrieb zum Jahreswechsel wieder deutlich abschwächen. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) stieg im August ebenfalls leicht auf +2,8 % (Juli: +2,7 %). Energie verteuerte sich zuletzt binnen Jahresfrist kräftig um 12,6 % (Juli: +11,6 %). Aktuell lassen die Entwicklungen an den Rohstoffmärkten aber eine mittelfristige Entspannung beim Ölpreis erwarten.

DEUTLICHE ERHOLUNG AM ARBEITSMARKT SETZT SICH FORT

Die bemerkenswerte Erholung auf dem Arbeitsmarkt geht auch im August weiter; auch die Aussichten für die kommenden Monate sind positiv. Nach den Lockerungen insbesondere im Gastgewerbe, Handel und Dienstleistungen haben sich Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im August saisonbereinigt erneut kräftig reduziert, um 53.000 bzw. 38.000 Personen.

Typischerweise kommt es in den Sommermonaten saisonal zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Nach den Ursprungszahlen sank die Arbeitslosigkeit jedoch um 12.000 auf 2,58 Mio. Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren damit 377.000 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Auch die Erwerbstätigkeit entwickelte sich außergewöhnlich positiv. Sie erhöhte sich im Juli saisonbereinigt um 100.000 Personen.

In Ursprungszahlen waren damit 45 Millionen Menschen erwerbstätig, 280.000 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Im Juni erhöhte sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kräftig (+79.000 gegenüber Mai) und die Kurzarbeit ging weiter zurück auf nun 1,6 Millionen Personen (Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit für Juni). Die Zahl der Kurzarbeitenden dürfte im Juli nochmals deutlich fallen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiterhin hoch. Die Frühindikatoren von ifo und IAB zogen im August wieder an und liegen weiterhin auf sehr hohem Niveau, ebenso wie der Bestand gemeldeter offener Stellen. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt dürfte sich somit auch in den nächsten Monaten fortsetzen.

TROTZ ANZEIGEPFLICHT KEINE INSOLVENZWELLE

Im ersten Halbjahr 2021 verzeichneten die deutschen Amtsgerichte 17,7 % weniger Anträge als im 1. Halbjahr 2020. Auf Basis von Insolvenzbekanntmachungen meldete das Statistische Bundesamt bei den Regelinsolvenzen für Juli und August einen Rückgang von 0,1 % bzw. 19,3 % gegenüber dem jeweiligen Vormonat. Das Insolvenzgeschehen bleibt damit größtenteils unauffällig; lediglich im ersten Quartal war wegen der Verkürzung der Restschuldbefreiung ein vorübergehender Anstieg der Verbraucherinsolvenzen zu verzeichnen.

Insgesamt ist ein leichter Anstieg der Unternehmensinsolvenzen im weiteren Jahresverlauf nach wie vor nicht auszuschließen, allerdings dürfte dieser - wenn überhaupt - sehr moderat ausfallen. 1

1 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Wirtschaftliche Entwicklung: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im September 2021; https//www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2021/20210913-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-september-2021.html (Stand: 09.11.2021)

Gießerei-Industrie Deutschland

Wenngleich die Corona Pandemie nach wie vor nicht überwunden ist, verzeichnen die deutschen Gießereien in den Monaten Januar bis Juli 2021 ein deutliches Produktionswachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem der erste Lockdown die Wirtschaft schockte. Die Eisen- und Stahlgießereien meldeten einen Produktionszuwachs von 29,6 % auf 1,974 Mio. t. Die NE-Metallgießereien registrierten demgegenüber ein Wachstum von 23,4 % mit einer Tonnage von 0,517 Mio. t.

Die Gießerei-Industrie erwirtschaftete im Berichtszeitraum Januar bis Juli 2021 3,765 Mrd. Euro Umsatz auf der FE-Seite sowie 3,066 Mrd. Euro auf der NE-Metallseite. Insgesamt verbuchten die Gießereien ein Umsatzwachstum von 21,5 %.

Die Kapazitätsauslastung lag im Durchschnitt der ersten beiden Quartale (Wertermittlung Anfang des Quartals) des Jahres 2021 bei 85,7 % und damit rein rechnerisch deutlich über dem Durchschnittsniveau des Vergleichszeitraums des Jahres 2020 von 64,5 %.

Eisen- und Stahlguss

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2021 stieg die Fertigung bei den Eisen- und Stahlgießereien mit 1,974 Mio. t um 29,6 %. Für den Fahrzeugbau wurden mit 1,157 Mio. t um 41,6 % mehr Komponenten produziert. Die Unternehmen, welche Teile für den Maschinenbau abgießen, fertigten mit 0,463 Mio. t um 23,4 % über dem 2020er Niveau. Die Fertigung sonstiger Gusskomponenten (inklusive Bau Guss, Rohren und Stahlwerksbedarf) lag mit 0,354 Mio. t um 7,2 % höher (Meldeunschärfen zwischen Maschinenbauguss und "Sonstige"!)

Auftragseingänge - Eisen- und Stahlguss

Die ersten sieben Monate des Jahres 2021 schlossen die Eisen- und Stahlgießereien mit einem höheren Nachfragevolumen als im Vergleichszeitraum 2020 ab. (2,184 Mio. t = 41,0 %). Die Kunden aus dem Straßenfahrzeugbau fragten mit 1,288 Mio. t um 40,3 % mehr Komponenten nach. Das Bestellinteresse aus dem Maschinenbau lag mit 0,529 Mio. t um 52,5 % über dem Niveau von 2020. Die Bestellungen von sonstigen Gusskomponenten fielen um 29,2 % stärker aus als im Vorjahr. Das Volumen erreichte 0,367 Mio. t. Auch hier ist auf Meldeunschärfen zu zwischen Maschinenbau und "Sonstige" zu verweisen (vgl. vorangegangenen Absatz).

Die Exportquote beträgt 37,3 %. Insgesamt wurden 0,737 Mio. t, entsprechend einem Zuwachs von 27,9 % gegenüber dem Vorjahr, ausgeführt. Damit fiel das Plus im Außenhandel höher aus als bei den Binnenlieferungen.

Gegenüber Ende Juli 2020 lag der Auftragsbestand Ende Juli 2021 mit 1,494 Mio. t um 21,8 % höher.

NE-Metallguss

Die deutschen NE-Metallgießereien produzierten in den ersten sieben Monaten des Berichtsjahrs 2021 mit 0,517 Mio. t um 23,4 % mehr als im Vorjahr. Die Fertigung in den Aluminiumgießereien wuchs dabei mit 0,452 Mio. t um 28,7 %. Der Abguss von Magnesiumlegierungen lag im Berichtszeitraum 2021 mit 10 200 t um 11,5 % unter dem Niveau vom Vorjahr. Die Produktion von Komponenten aus Kupfer und Kupferlegierungen fiel mit 29 100 t um 6,1 % höher aus. Der Abguss von Komponenten aus Zinklegierungen sank um 11,8 % auf 25 400 t gegenüber dem Jahr 2020.

Auftragseingänge Nichteisenmetallguss

Im Berichtszeitraum 2021 verbuchten die NE-Metallgießereien mit 0,529 Mio. t ein um 21,2 % höheres Nachfrageniveau als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Straßenfahrzeugbau fragte mit 0,397 Mio. t um 21,3 % mehr Komponenten nach. Das Bestellinteresse aus dem Maschinenbau, traditionell ein eher geringes Volumen, lag mit 5 300 t um 39,9 % über dem Vergleichswert von 2020. Die Bestellungen von sonstigen Gusskomponenten stiegen mit 0,126 Mio. t um 20,2 % über das Niveau des Vorjahres.

Die direkten Exporte liegen bei 73 200 t, 17,5 % über dem Niveau von 2020.

Die Orderreserven lagen Ende Juli 2021 bei 0,233 Mio. t. Ein Zuwachs von 9,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt.

Ausblick Gießerei-Industrie gesamt

Es ergeben sich folgende Rahmenbedingungen:

Mit dem Fahrzeug- und Maschinenbau sind traditionell über 80% der deutschen Gussproduktion abgedeckt.

Während im Vorjahr die Auftragslage durch die Corona Pandemie sehr angespannt war, hat in der ersten Jahreshälfte 2021 die Nachfrage nach Gusskomponenten spürbar angezogen. Temporäre Ausschläge nach oben und unten deuten gleichwohl auf eine Überhitzung hin. Insbesondere die Probleme des Fahrzeugbaus, die wichtigste Abnehmerbranche von Gusskomponenten, hinsichtlich der Beschaffung von Halbleitern machen deutlich, dass es beim Erholungsprozess nach wie vor zu Rückschlägen kommt. Entsprechend ist die Produktionsprognose (Pkw-Fertigung in Deutschland) von ursprünglich 20 % auf nunmehr 3 % für das Jahr 2021 angepasst worden. Eine weitere Korrektur scheint sehr wahrscheinlich! Der Engpass bei den Lieferungen von Halbleitern wird sich voraussichtlich nicht vor Sommer 2022 entspannen und die Nachfrage nach Gusskomponenten limitieren.

Im Maschinenbau zeigt sich nach der ersten Jahreshälfte 2021 hingegen ein positiveres Bild. Für einen Großteil der Sektoren fielen die Auftragseingänge höher aus als zu Jahresbeginn erwartet worden war. Die Produktion des Maschinen- und Anlagebaus wird im Jahr 2021 daher um rund 10% steigen. Diese Prognose ist mit leichtem Korrekturpotential zu bewerten, da sich Engpässe bei Vormaterialien auch in der Lieferkette der Maschinenbauer bemerkbar machen. Das dies in einzelnen Fachzweigen differenziert betrachtet werden muss ist selbstverständlich.

Chance Risiko Bewertung

Das Wachstum für den Umsatz der deutschen Gießerei-Industrie im Jahr 2021 wird auf ca. 15 % geschätzt. Abweichungen sind aufgrund der Signale aus den Kundenbranchen nicht ausgeschlossen. Beeinträchtigungen der internationalen Lieferketten und die begrenzte Möglichkeit das Angebot bestimmter Rohstoffe schnell auszuweiten, erweisen sich im Aufschwung als bremsende Faktoren. Dadurch schieben sich die Auftragsbestände der Gussabnehmer in das kommende Jahr 2022 und bilden dort ein gutes Polster für nochmalige Umsatzsteigerungen bei den Gießereien. Eine erste Schätzung geht von einem Wachstumspotential im Jahr 2022 von 10 % aus.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Infektionsgeschehen im Winter 2021/2022 nicht die Dynamik des Jahreswechsel 2020/2021 erreicht und keine flächendeckenden industriellen Lockdowns mehr Anwendung finden, wird als hoch eingeschätzt. Das Erreichen des Vorkrisenniveaus darf realistisch aber erst im Jahr 2022 erhofft werden. Alle Stimmungsindikatoren unterstreichen dies. Dieses Szenario hat momentan die größte Eintrittswahrscheinlichkeit.

Nach aktueller Datenlage haben die deutschen Gießereien nur im "Best Case" die Chance das Jahr 2021 mit einem Umsatzplus von mehr als 17 % gegenüber 2020 zu bewältigen. Dies setzt eine früher als erwartet einsetzende Erholung in der Hauptkundengruppe, dem Fahrzeugbau, voraus. Dieses Szenario hat eine nachrangige Eintrittswahrscheinlichkeit da allein die globalen Halbleiter Verfügbarkeiten im laufenden Jahr nicht gesteigert werden können.

Risiken bestehen für die Gießerei-Industrie an mehreren Fronten! Über den globalen Lieferketten schwebt unverändert das Damoklesschwert von Corona Ausbrüchen mit harten Eindämmungsmaßnahmen an entscheidenden Schlüsselstellen wie Container Umschlagplätzen sowie in Fabriken für Vormaterialien. Dies würde zudem deutliche Begrenzungen der internationalen Konjunkturerholung und damit dem Niveau der Anlageinvestitionen aktivieren. Dies hätte zeitnahe Einflüsse auf die Ordereingänge bei den Gießereien. Dieses Szenario kann sich auch auf das Jahr 2022 erstrecken. Zudem befindet sich die Gießerei-Industrie im mehrfachen Strukturwandel. Die gesellschaftliche Dekarbonisierung verzahnt mit Energie- und Mobilitätswende stellt die Unternehmen vor extreme Herausforderungen. Eine Beschleunigung durch zeitlich enger gesetzte Zielmarken kann sich allein durch eine neue Bundesregierung schon für 2022 ergeben. 2

2 BDG Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie, Referat Marktanalyse und Volkswirtschaft

2.2. Geschäftsverlauf

Der Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021 war durch eine stark steigende Auftragslage gekennzeichnet. Beide Gießereien waren zu Anfang des Geschäftsjahres nicht voll ausgelastet, mussten jedoch ab Beginn 2021 ihre Kapazitäten in kürzester Zeit wieder auf eine Vollauslastung umstellen. Die Tochtergesellschaft Hungaro-SLR Gépipari Kft. in Ungarn war von dieser Entwicklung in gleichem Maße betroffen.

Die finanziellen Leistungsindikatoren des Konzerns sind der Konzernumsatz und das Konzernergebnis vor Steuern.

Der Konzernumsatz betrug ca. 170,0 Mio. € und lag damit deutlich über dem im Vorjahr prognostizierten Umsatz von zwischen 120 Mio. € und 140 Mio. €.

Das Ergebnis vor Steuern beträgt TEUR 189 und liegt damit im Rahmen des im Vorjahr prognostizierten Ergebnis vor Steuern zwischen TEUR 100 bis TEUR 200.

Im Gesamtzeitraum vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021 wurden in den beiden Gießereien (SLR und SLR-Elsterheide) 123.628 t (i. Vj. 103.249 t) produziert. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine ansteigende Entwicklung.

2.2.1. Ertragslage

Die Umsatzerlöse betragen ca. 170,0 Mio. € (im Vergleichszeitraum 01.07.2019 bis 30.06.2020 143,1 Mio. €). Der Exportanteil am Gesamtumsatz liegt bei 51% (im Vorjahr 53,0 %). Die Auslandsumsätze betreffen insbesondere die Regionen Europa sowie Nord- und Südamerika. Die Umsatzerlöse resultieren überwiegend aus selbst produzierten Gussteilen. Dazu kommt die Verrechnung der dafür benötigten Modelle bzw. Werkzeuge sowie in geringem Umfang Außenerlöse des Werks in Ungarn für Bearbeitung. Die ansteigende Entwicklung der Umsatzerlöse resultiert im Wesentlichen aus der Erholung der Konjunktur nach einer allgemeinen Abkühlung. Ebenso aus der mit der Konjunktur-Erholung einhergehenden Steigerung der Material-Teuerungszuschläge für Metall-Schrotte, die an Kunden weiterberechnet werden sowie Nachholeffekten aus den Einflüssen aus der Corona Pandemie. Insgesamt liegen die Umsatzerlöse auf deutlich höherem Niveau als vor der Corona-Pandemie.

Die sonstigen betrieblichen Erträge von 2,2 Mio. € beinhalten im Wesentlichen die Auflösung des passiven Unterschiedsbetrags aus der Erstkonsolidierung in Höhe von 1,3 Mio. €.

Bei den Rohstoffkosten war eine stark steigende Tendenz zu verzeichnen. Im Durchschnitt lagen die Kosten ca. 4 % höher als im Vorjahr und damit über Vorjahresniveau. Veränderungen der Rohstoffkosten werden überwiegend mit einem Zeitversatz über Materialteuerungszuschläge an die Kunden weitergegeben, so dass die Ertragslage von dieser Situation teilweise beeinflusst wurde.

Der Materialaufwand beträgt 113,8 Mio. € bzw. 65,3 % (i. Vj. 63,5 %) der Gesamtleistung (Umsatz und Bestandsveränderung). Der Materialaufwand spiegelt die gestiegene Produktion sowie die bereits oben beschriebene Situation auf dem Rohstoffmarkt wider.

Die Personalkosten betragen 27,5 Mio. € bzw. 15,8 % (i. Vj. 18,2 %) der Gesamtleistung (Umsatz und Bestandsveränderung).

Die Abschreibungen betragen 7,3 Mio. €. Darin enthalten sind Abschreibungen in Höhe von 0,3 Mio. €, die aus der Erstkonsolidierung der Gruppe zum 31.12.2017 resultieren.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 25,9 Mio. € und sind gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Mio. € gestiegen. Die SBA-Quote liegt mit 14,9 % über dem Vorjahreswert von 14,4 % der Gesamtleistung (Umsatz und Bestandsveränderung). Der prozentuale Anstieg ist durch den hohen variablen Kostenanteil in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Verhältnis zu einer stärker gestiegenen Gesamtleistung zu erklären.

Das Ergebnis vor Steuern beläuft sich auf 0,2 Mio. €, die Ertragsteuern liegen bei plus 12 T€. Aus der Auflösung der latenten Steuern aus der Erstkonsolidierung ergibt sich ein Ertrag in Höhe von 0,1 Mio. €.

2.2.2. Finanzlage

Die Finanzierungsstrategie der Gesellschaft besteht darin, die Finanzierung der Geschäftstätigkeit aus einem Mix aus Eigen- und Fremdkapital vorzunehmen. Die Finanzierungsstrategie wurde unterjährig durch den dosierten Einsatz von Finanzinstrumenten abgerundet.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen zum Bilanzstichtag 3,3 Mio. € (i.Vj. 3,2 Mio. €) und stellen 3,2 % (i.Vj. 3,2 %) der Bilanzsumme dar. Die Verbindlichkeiten bestehen überwiegend gegenüber indirekten Gesellschaftern der Gruppe.

Zur Stärkung der Liquidität und zur Reduzierung des Ausfallrisikos unserer Forderungen besteht unverändert ein Factoringvertrag. Der Verkaufsbetrag ist nur teilweise eingefordert. Die nicht eingeforderte Summe wird als Forderung innerhalb der sonstigen Vermögensgegenstände ausgewiesen.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt 5,9 Mio. €. Der negative Cashflow aus Investitionstätigkeit beläuft sich auf -3,7Mio. €. Der negative Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt -5,6 Mio. €.

Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage, allen finanziellen Verpflichtungen pünktlich und vollständig nachzukommen. Darüber hinaus existieren bei mehreren Banken zugesagte, aber nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 5,0 Mio. €.

Im August 2018 wurde ein Kreditvertrag mit einem Volumen von EUR 41,0 Mio. unterzeichnet. Die finanzierenden Banken sind die Postbank AG sowie die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG. Der Zinssatz setzt sich zusammen aus dem 3-Monats-Euribor plus einer vom dynamischen Verschuldungsgrad abhängigen Marge von 1,4 bis 4,75 %. Dieser Kreditvertrag ist besichert mit mehreren Grundschulden in Höhe von 32,3 Mio. € inkl. Sicherungszweckvereinbarungen, Sicherungsübereignung der in Deutschland befindlichen Vorräte, Maschinen und Anlagen sowie die Sicherungsabtretung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der SLR St. Leon-Rot und der SLR Elsterheide. Weiterhin hat die SLR Holding GmbH sämtliche Geschäftsanteile an der SLR St. Leon-Rot und der SLR Elsterheide verpfändet.

Im Rahmen einer Verfehlung der Finanzkennzahl "Nettoverschuldungsgrad" wurde mit den kreditgebenden Banken eine Sondertilgung in Höhe von TEUR 1.000 auf ein Darlehen an die SLR Holding GmbH vereinbart. Weiterhin wurde vereinbart, die bestehenden, nicht ausgenutzten Kreditlinien, um insgesamt TEUR 1.000 zu kürzen.

2.2.3. Vermögenslage

Das Eigenkapital hat sich mit 17,7 Mio. € nicht verändert (i. Vj. 17,7 Mio. €). Die Eigenkapitalquote liegt bei 17,3% (i. Vj. 17,8%). Bezieht man den passiven Unterschiedsbetrag aus Kapitalkonsolidierung in Höhe von 13,2 Mio. € (i. Vj. 14,5 Mio. €) mit ein, so ergibt sich eine Quote von 30,1% bzw. 32,2% im Vorjahr. Bezieht man in diese Betrachtung das langfristig gebundene Fremdkapital in Form von Pensionsrückstellungen (1,5 Mio. €) sowie die von den verbundenen Unternehmen gewährten Darlehen (3,3 Mio. €) ein, beträgt die Eigenmittelausstattung 35,7 Mio. € und somit 34,8% (i. Vj. 35,3%).

Die Bilanzsumme ist auf 102,8 Mio. € (i. Vj. 100,2 Mio. €) gestiegen.

Beim Gesamtvermögen resultieren die wesentlichen Veränderungen aus der Erhöhung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände (+3,7 Mio. €) und der Erhöhung der Vorräte (+5,5 Mio. €) im Wesentlichen aufgrund des mit dem stark anziehenden Geschäftsverlauf zusammenhängenden Bestandaufbau sowie einem Abbau der flüssigen Mittel (-3,4 Mio. €). Hinzu kommt die Reduzierung der Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände (-3,2 Mio. €), insbesondere aufgrund von planmäßigen Abschreibungen.

Beim Gesamtkapital resultiert die wesentliche Änderung aus der Verminderung durch die Verminderungen der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (-4,3 Mio. €) u. a. durch eine Sondertilgung in Höhe von 1 Mio. € im Rahmen der Neufassung des Konsortialkreditvertrags vom 18. Februar 2021, der Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung (+7,3 Mio. €) und der Auflösung des passiven Unterschiedsbetrags (-1,33 Mio. €).

Die Vermögenslage der Gesellschaft kann nach wie vor als sehr zufriedenstellend bezeichnet werden.

2.2.4. Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände betrugen insgesamt ca. 6,0 Mio. €. Die Summe verteilt sich auf diverse Projekte, die im Wesentlichen die Produktionsanlagen betreffen.

2.2.5. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich auf Basis der konjunkturellen Abkühlung, die sich noch zu Beginn des Geschäftsjahres 2020/2021 auswirkte und insbesondere aufgrund der Marktverwerfungen im Zuge der Corona-Krise, das Geschäft im Jahresverlauf deutlich besser entwickelt hat als im Vorjahr. Dies hat sich positiv auf die Ertragslage ausgewirkt. Die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens ist weiterhin sehr stabil.

2.3. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

2.3.1. Mitarbeiter

Insgesamt waren durchschnittlich 592 (i. Vj. 607) Mitarbeiter im Geschäftsjahr beschäftigt. Diese Zahlen gelten für die Werke St. Leon-Rot, Elsterheide und Gödöllö.

Die SLR-Gruppe baut auf ihre zuverlässigen Mitarbeiter und setzt alles daran, dass das vorhandene Know-how im Unternehmen verbleibt. Durch eine hohe Ausbildungsquote wurde über Jahre hinweg selbst für qualifizierten Nachwuchs gesorgt. Zum Ende des Geschäftsjahres waren an den Standorten St. Leon-Rot und Elsterheide 31 Auszubildende beschäftigt, was ca. 5 % der Belegschaft entspricht. Darüber hinaus werden Mitarbeiter in Weiterbildungsmaßnahmen unterstützt.

Wir sehen unsere Mitarbeiter als wesentlichen nicht finanziellen Leistungsindikator an. Neben der Produktqualität stellen unsere gut ausgebildeten und fachlich kompetenten Mitarbeiter einen weiteren Wettbewerbsvorteil gegenüber unserer Konkurrenz dar.

2.3.2. Qualitätssicherung

Das Qualitätsniveau der Gruppe ist sehr hoch und wird auch von den Kunden entsprechend geschätzt. Um qualitätsmäßig ständig an der Spitze zu sein, werden neue Entwicklungen auf dem Markt genau beobachtet. Interessante Ansätze werden im Haus geprüft und weiterentwickelt.

Umweltschutzmaßnahmen haben ebenfalls hohe Priorität. Die Zertifizierung gemäß der Norm ISO 14001 ist bereits vor Jahren erfolgt. Ein Energiemanagementsystem gemäß der Norm ISO 50001 ist erfolgreich implementiert. Die Produktionsabläufe werden regelmäßig dahingehend überprüft, ob umweltverträglichere Möglichkeiten genutzt werden können.

3. Chancen- und Risikobericht

Die folgenden Risiken sind in der Rheinfolge ihrer Bedeutung, beginnend mit der höchsten Bedeutung dargestellt.

3.1. Umfeld und Markt

Alle Werke sind erheblichen Schwankungen und Rückgängen in der Kundenbeauftragung durch das eingetrübte konjunkturelle Klima und die Corona-Pandemie ausgesetzt. Seit dem Frühjahr 2021 sind die Gießereien und das Bearbeitungswerk in Ungarn voll ausgelastet. Wie in den Vorjahren können die Werke durch die Flexibilisierung der Arbeitszeitmodelle entsprechend reagieren und frühzeitig die Personal-Kapazitäten nach oben anpassen.

Wesentliche Risiken könnten sich aus Kostensteigerungen auf den Rohstoff- und Energie-Märkten ergeben. Beim wichtigsten Rohstoff, dem Schrott, können diese Kostensteigerungen mit Hilfe von Materialkostenzuschlägen an unsere Kunden weitergegeben werden.

Ein gewisses Kostenrisiko besteht auf dem Energiesektor. Der Energiebezug selbst ist für die nächsten Jahre bereits vertraglich gesichert. Die Kosten für die Netznutzung werden allerdings immer erst kurzfristig bekanntgegeben.

Die EEG-Umlage zur Förderung Erneuerbarer Energien sinkt im Jahr 2022 deutlich von zuletzt 6,5 ct/kWh auf 3,723 ct/kWh. Für die SLR-Gruppe ist dies nur mit einem geringen Risiko relevant, aufgrund der bisherigen Einstufung in die Super-CAP Regelung verändert dies das Ergebnis im Konzern um ca. plus TEUR 50 im Jahr 2022. Würde die SLR-Gruppe durch eine Veränderung der BesAr-Regelung nicht mehr zu den begünstigten Unternehmen zählen, könnte dies bei einem gleichbleibenden Stromverbrauch der Gruppe, Mehrkosten in Höhe von ca. 4,5 Mio € bei reduzierter Umlage auf 3,723 ct/kWh bedeuten. Dieses Risiko ist für Gießereien mit sehr hoher Stromkostenintensität als sehr niedrig einzustufen. Bei Betrachtung der zukünftigen politischen Orientierung könnte man spekulieren, dass die EEG-Umlage ggf. komplett abgeschafft werden soll. Wäre dies der Fall, würde für SLR nicht nur der Teil der Umlagenreduzierung wegfallen, sondern die gesamten Kosten. Daher entstünde lediglich aus der Abschaffung der EEG-Umlage kein Risiko.

Die größten Chancen für unser Unternehmen sehen wir weiterhin aufgrund unserer Organisationsstruktur, die die Kundenwünsche von der Entwicklung bis zur fertigen Baugruppe bedienen kann. Mit den Gießereien in St. Leon-Rot und Elsterheide kann ein sehr weites Spektrum abgedeckt werden. Kundenwünsche können somit zu einem sehr großen Maß befriedigt werden.

3.2. Währungsrisiken

Währungskursrisiken bestehen nicht, da die Export-Verträge ausschließlich in Euro abgeschlossen sind. Der Dollarkurs hat somit keinen direkten Einfluss und es liegt kein kurzfristiges Währungsrisiko vor.

3.3. Finanzen und Liquidität

Aus der allgemeinen Entwicklung des Zinsniveaus sind keine wesentlichen negativen Auswirkungen zu befürchten. Die Finanzierung der SLR-Gruppe erfolgt über Kreditinstitute in der Regel mittel- bis langfristig. Die Zinsentwicklung wird durch das Risikomanagement ständig überwacht.

Über einen Factoringvertrag sind die Kundenforderungen der SLR und der SLR-Elsterheide überwiegend abgesichert.

3.4. Sonstige Risiken

Die absicherbaren Risiken werden durch ein gemeinsames Versicherungskonzept der SLR-Gruppe abgedeckt.

Risiken, die sich aus Umweltschutzauflagen ergeben könnten, werden ständig beobachtet und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen zeitnah umgesetzt. Hier helfen vor allem die Umwelt-Zertifikate nach DIN ISO 14001 und 50001.

3.5. Gesamtbeurteilung der Chancen und Risiken

Die Risiken für unser Unternehmen erachten wir als überschaubar. Risiken, die den Bestand des Unternehmens gefährden könnten, bestehen nicht.

4. Prognosebericht

Für das Geschäftsjahr 2021/2022 gehen wir davon aus, dass sich der Umsatz aufgrund der stark gestiegenen MTZ-Anteile in einem Bereich von TEUR 180.000 bis TEUR 200.000 und das Ergebnis vor Steuern in einem Bereich von TEUR 5.000 bis TEUR 6.000 bewegen wird. Dabei ist aber immer zu beachten, dass auch die Entwicklung auf dem Rohstoffmarkt aufgrund der Vereinbarungen zur Verrechnung von Materialteuerungszuschlägen einen Einfluss auf die Umsatzentwicklung hat.

Bei diesen Erwartungen und Prognosen ist zu berücksichtigen, dass unsere Planungen auf Annahmen sowie Erfahrungswerten beruhen und damit mit Unsicherheiten behaftet sind, so dass die tatsächlichen Ergebnisse davon abweichen können. Insofern ergeben sich sowohl Chancen als auch Risiken.

 

St. Leon-Rot, den 15. November 2021

SLR Holding GmbH

Geschäftsführung

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die SLR Holding GmbH, St. Leon-Rot (bis zum 28. Dezember 2020 Cast Three GmbH, Burscheid)

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der SLR Holding GmbH, St. Leon-Rot, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. Juni 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der SLR Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. Juni 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Mannheim, den 19. November 2021

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