Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 231953
Eingetragen
10.3.2017
Branche
Herstellung von Maschinen für die additive FertigungHerstellung von MehrzweckindustrieroboternHerstellung von Geräten der Unterhaltungselektronik
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Lösungen zur Erfassung und Weiterverarbeitung von Daten, insbesondere dreidimensionalen Abstandsdaten, sowie verwandte Geschäfte und Erbringung von mit diesem Zweck verbundenen Dienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (4)

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Blickfeld Holding GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Blickfeld GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Blickfeld GmbH, München

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell des Unternehmens

Die Blickfeld GmbH (kurz “Blickfeld”) mit Sitz in München, wurde 2017 gegründet und entwickelt als Sensorik- und Software-Startup Lösungen im Bereich der LiDAR (Light Detection and Ranging) mit starker eigener Softwarekompetenz. Diese Kombination von Elementen ermöglicht Funktionalitäten z.B. in Bereichen der Objekterkennung, der Volumenmessung und der Bewegungs- und Umfeldanalyse mit einem sehr hohen Grad an Genauigkeit und dem Gewinn von geschäftsrelevanten Erkenntnissen.

Das Jahr 2023 markierte den Übergang von der hausinternen Produktion der LiDAR Sensoren der ersten Generation ("Cube 1"), die in relativ kleinen Mengen hergestellt wurden, zur Produktion der Produkte der zweiten Generation ("Qb2") bei einem Auftragsfertiger in Thailand. Dieser Übergang ermöglichte Skalierbarkeit und Senkung der Produktionskosten. Abgesehen von der Produktion einer wichtigen und hochtechnischen Komponente, der sogenannten Beam Deflection Unit (BDU), die weiterhin in München hergestellt wird, erfolgt die Montage der Produkte der zweiten Generation in Thailand.

Das Jahr 2023 markierte den Übergang vom Cube 1 zum Qb2, aber auch die Rationalisierung des Produktportfolios, wobei ältere Produkte wie das “Cube Range” oder das “Vision Mini”, die nicht-strategische Märkte bedienten, eingestellt wurden. Mit der Einführung des Qb2 konnte Blickfeld den wichtigen Sicherheitsmarkt erschließen. In der zweiten Hälfte des Jahres 2023 wurden in dieser Richtung bedeutende Fortschritte erzielt, insbesondere durch die Gewinnung großer Kunden im Sicherheitssegment.

Diese Entwicklung im Sicherheitssegment setzte sich im Jahr 2024 fort. Obwohl die Volumenmessung weiterhin von Bedeutung für Blickfeld ist, entfielen im Jahr 2024 etwa 48% der LiDAR-Verkäufe des Unternehmens auf das Sicherheitsgeschäft. In diesem Jahr brachte Blickfeld den “Qb Protect” auf den Markt, eine spezielle Version des Qb2 mit Funktionen, die speziell auf die Anforderungen des Sicherheitsmarktes zugeschnitten sind.

Das weltweite Marktwachstum für LiDAR Sensoren bis 2030 wird gemäß einer H&Z Studie aus 2021 sowie unserer internen Analysen mit 27% CAGR (Compound Annual Growth Rate) eingeschätzt und wird sich bis zu einem Gesamtmarkt-Volumen von ca. 18,7 Mrd. USD entwickeln. Treiber der Entwicklung sind insbesondere die Reife der Technologie, sinkende Preise der Produkte und weitere Durchdringung und Skalierung der Lösungen.

Für die Kern-Applikationen von Blickfeld ergeben sich aus der Studie durchschnittliche jährliche Wachstumsraten (CAGR) von 50% (Lager & Silos), 53% (Umfeld Sicherheit) und 59% (Crowd Analytics).

1.2 Unternehmensgruppe

Die Gründung einer Tochtergesellschaft in den USA in 2021 war ein bewusster Schritt für das Unternehmen, um die wirtschaftliche Stärke und demografische Vielfalt des Landes zu nutzen, um Skalierbarkeit und langfristigen Erfolg zu erzielen.

Blickfeld bietet für Volumenmessung Lösungen für die industrielle Anwendungen an, die insbesondere in der Agrarwirtschaft eingesetzt werden können, z.B. für die Messung von Lagerbeständen an Düngemitteln, Getreide oder Tierfutter. Die USA sind ein führender Produzent von landwirtschaftlichen Produkten, was sie zu einem idealen Markt für solche innovativen Lösungen macht. Im Jahr 2023 zeigte der US-Agrarsektor seine Stärke mit Rekordernteerträgen (USDA). Die kombinierte Anbaufläche für wichtige Kulturen wie Mais, Weizen, Sojabohnen und Baumwolle erreichte 238 Millionen Hektar, was das Ausmaß und die Vielfalt der US-Landwirtschaftsproduktion verdeutlicht. Darüber hinaus erreichten die Kosten für landwirtschaftliche Inputs, einschließlich Düngemitteln, einen Rekordwert von 460 Milliarden US-Dollar, was die Bedeutung eines effizienten Ressourcenmanagements in diesem Sektor unterstreicht. (Quelle: U.S. Department of Agriculture (kurz; USDA))

Obwohl der Trend in der US-Landwirtschaft für das Jahr 2024 eine leichte Abnahme der Einkommen und eine Anpassung der Anbauflächen und Produktionsmengen zeigt, blieb die US-Landwirtschaft weiterhin sehr attraktiv (USDA).

Ähnlich wie in Deutschland war das Jahr 2024 für die künftige Entwicklung des Sicherheitssegments in Nordamerika von Bedeutung. Die Etablierung einer Partnerschaft mit einem führenden Unternehmen in diesem Sektor, das sowohl in Nordamerika als auch in Europa vertreten ist, erwies sich als erfolgreich und führte dazu, dass das Sicherheitssegment einen wachsenden Anteil des Gesamtumsatzes in den USA ausmachte.

1.3 Unternehmensstrategie

Die Strategie von Blickfeld zielt auf die Transformation von einem R&D-orientierten Unternehmen hin zu einem Lösungsanbieter mit hoher Markt- und Kundenorientierung unter Beibehaltung der Innovationskraft und Entwicklungsfähigkeiten..

Im Jahr 2023 passte das Unternehmen seine Strategie an, um sich vom Eigenentwickler und -produzenten von LiDAR-Geräten zu einem Anbieter von LiDAR-Lösungen zu wandeln. Die Produkte werden dabei von einem Auftragsfertiger produziert. Dieser strategische Wandel ermöglicht es Blickfeld, sich stärker auf die Bedürfnisse des Marktes und der Kunden zu konzentrieren und gleichzeitig die Effizienz und Skalierbarkeit der angebotenen Lösungen zu steigern. Durch diese strategische Neuausrichtung konnte das Unternehmen die Herausforderungen in der Finanzierung erfolgreich bewältigen und gleichzeitig die notwendigen Kostensenkungen sowie Anpassungen der Personalressourcen vornehmen.

Obwohl diese Maßnahmen dazu beigetragen haben, die finanzielle Stabilität zu sichern und die betriebliche Effizienz zu steigern, konnte Blickfeld im Jahr 2024 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens nicht vermeiden. Im Zuge dessen wurden weitere Kostenoptimierungsmaßnahmen und Personalreduktionen durchgeführt, um das Insolvenzverfahren erfolgreich zu überstehen und auch darüber hinaus eine positive Fortführungsprognose (vgl. Abschnitt Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss des Anhangs) zu ermöglichen. Das Outsourcing-Modell erwies sich dabei als sehr hilfreich, um die notwendige Flexibilität darstellen zu können.

1.4 Steuerungssystem

Die Steuerung des Unternehmens obliegt der Geschäftsführung. Blickfeld nutzt ein unternehmensinternes Steuerungssystem, das sich primär auf folgende ausgewählte Kennzahlen fokussiert: Sales-Funnel (ungewichtete Geschäftsakquisevolumen auf Basis CRM-Daten), Umsatz, Cash-Flow, Gesamt-Mitarbeiterzahl. Die wesentlichen Leistungsindikatoren sind der Umsatz sowie der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit zu bezeichnen.

Weitere Kennzahlen wie Qualitätskennzahlen, Lieferantenbewertungen, usw. werden im Unternehmen zur Unterstützung der Entscheidungsfindung auf Bereichs- oder Abteilungsebene genutzt und ergänzen das Steuerungssystem in der Wirksamkeit, werden aber nicht zur direkten Steuerung des Unternehmens verwendet.

Die Grundlage des implementierten Steuerungssystems bildet ein prozessorientiertes Qualitätsmanagementsystem, das nach ISO 9001:2015 von einem externen Auditor zertifiziert ist.

1.5 Forschung und Entwicklung

Per Dezember 2023 waren im Bereich Forschung und Entwicklung (R&D Hardware und Software) insgesamt 34 Mitarbeitende (Vorjahr: 71) beschäftigt. Im Einklang mit den im ersten Quartal 2023 beschlossenen Sparmaßnahmen ging die Zahl der Mitarbeitende in den FuE-Abteilungen im Laufe des Jahres stark zurück. Dies gilt insbesondere ab Mai 2023, nach der Fertigstellung und dem Produktionsanlauf der zweiten Produktgeneration von LiDAR Sensoren (“Qb2”).

Schwerpunkte der Entwicklungstätigkeiten waren die Beseitigung von Mängeln in der Anfangsphase der Produktion der zweiten Produktgeneration von LiDAR Sensoren, die kontinuierliche Weiterentwicklung der Percept Software, sowie die Unterstützung von Kundenprojekten.

Der Gesamtaufwand der ausgewiesenen Kosten für Forschung und Entwicklung betrug im Geschäftsjahr TEUR 4.027,5 (Vorjahr TEUR 6.861,3). Der Rückgang ist in erster Linie auf den geringeren Entwicklungsbedarf nach Fertigstellung der zweiten Produktgeneration und den erfolgreichen Anlauf der Produktion beim Fertigungspartner zurückzuführen.

Zum 31. Dezember 2024 waren im Bereich Forschung und Entwicklung (R&D Hardware und Software) insgesamt 11 Mitarbeitende (Vorjahr: 34) beschäftigt. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wurde die Anzahl der Mitarbeitende in der Forschung und Entwicklung weiter reduziert. Da die Produktion von Qb2 erfolgreich hochgefahren und das Produkt ohne wesentliche Probleme auf den Markt gebracht wurde, liegt der Schwerpunkt des Engineering-Teams nun darauf, kleinere verbleibende technische Probleme zu beseitigen und Kundenprojekte zu unterstützen. Diese Anpassungen sind Teil der strategischen Neuausrichtung, um die Ressourcen auf den Vertrieb zu konzentrieren. Im Geschäftsjahr 2024 beliefen sich die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung auf TEUR 1.538,9.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Schwerpunkt der Geschäftsaktivität von Blickfeld liegt in Deutschland. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) weist für 2023 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (DeStatis) einen Rückgang von -0.3% (Vorjahr: +1,8%) aus.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) war die gesamtwirtschaftliche Entwicklung stark von hohen Preisen geprägt. Die Inflationsrate für 2023 lag mit knapp 6%, und trotz der Preisrückgänge am Jahresende, weiterhin auf einem hohen Stand. Durch die hohe Inflation, in Kombination mit schwierigen Finanzierungsbedingungen aufgrund steigender Zinsen und stockender Nachfrage aus dem In- und Ausland, konnte die deutsche Wirtschaft den Nachholkurs nach dem Corona-Jahr 2020 nicht fortsetzen. Während die Bruttowertschöpfung im Produzierenden Gewerbe deutlich gesunken ist, insbesondere durch niedrige Produktion im Bereich Energieversorgung sowie zurückgehende Produktion in der Chemie- und Metallbranchen, haben die meisten Dienstleistungsbereiche und durchgehende starke Ausrüstungsinvestitionen die Wirtschaft gestützt.

Der wirtschaftliche Ausblick für Deutschland im Jahr 2024 bleibt herausfordernd. Die Inflationsrate lag bei etwa 4%. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Jahr 2024 mehrere Zinssenkungen vorgenommen, um die Wirtschaft zu stimulieren. Im Juni 2024 senkte die EZB ihren festen Zinssatz zum ersten Mal seit 2016 um 0,25 Prozentpunkte. Einen Monat später wurde der dritte Zinsschnitt umgesetzt, wodurch der feste Zinssatz im Oktober 2024 auf 3,4 Prozent gesenkt wurde. Diese Maßnahmen folgten auf eine längere Periode von Zinserhöhungen.

Trotz dieser Entwicklungen konnte die deutsche Wirtschaft keine Zeichen einer Erholung zeigen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) verzeichnete in 2024 einen weiteren Rückgang um -0,2% (Vorjahr: -0,3%), was ein zweites Rezessionsjahr bedeutete.

Die US-Wirtschaft zeigte in den Jahren 2023 und 2024 eine Mischung aus Resilienz und Herausforderungen, gekennzeichnet durch Schwankungen im BIP-Wachstum, Inflation und wirtschaftlicher Aktivität (U.S. BEA).

Im Jahr 2023 verzeichnete die US-Wirtschaft ein stärkeres Wachstum als erwartet, insbesondere im vierten Quartal. Dieses Wachstum wurde durch einen robusten Arbeitsmarkt und stabile Konsumausgaben angetrieben, was zu einem Jahreswachstum von 2,5 % führte, einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Die Wirtschaft profitierte weiterhin von einem starken Arbeitsmarkt mit niedrigen Arbeitslosenquoten und stetigem Beschäftigungswachstum, was die Konsumausgaben und die gesamtwirtschaftliche Aktivität unterstützte (U.S. BEA).

Die wirtschaftliche Entwicklung für 2024 war jedoch differenzierter. Obwohl die Wirtschaft mit einem soliden Tempo wuchs und das BIP im Jahresvergleich um 2,8 % zunahm, gab es Anzeichen für eine nachlassende Dynamik. Die Konsumausgaben, die ein wesentlicher Wachstumstreiber gewesen waren, begannen nachzulassen, und die Inflation war weiterhin hoch. Die Bemühungen der Federal Reserve, die Inflation durch Zinserhöhungen zu kontrollieren, hatten eine dämpfende Wirkung auf die wirtschaftliche Aktivität, und es gab Befürchtungen einer möglichen Abschwächung.

Insgesamt war die US-Wirtschaft in den Jahren 2023 und 2024 durch ein heikles Gleichgewicht zwischen Wachstum und den Herausforderungen der Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit gekennzeichnet. Während die Wirtschaft Widerstandsfähigkeit zeigte, blieb der Ausblick vorsichtig, da die politischen Entscheidungsträger die Komplexität der Förderung des Wirtschaftswachstums und der Kontrolle der Inflation navigieren mussten.

Wirtschaftlich bleiben die USA eine Großmacht mit einem robusten Arbeitsmarkt (U.S. Bureau of Labor Statistics) und einem stetigen BIP-Wachstum widerspiegelt. Allerdings stellen Inflation und Unternehmenskreditraten Herausforderungen dar, denen sich Unternehmen stellen müssen. Diese wirtschaftlichen Indikatoren verdeutlichen sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen, denen Unternehmen auf dem US-Markt begegnen könnten.

Für die von Blickfeld adressierten Märkte ist die Informationslage begrenzt. Der Einschätzung zum Geschäftsverlauf liegt i.W. eine H&Z Studie (2021), ergänzt um Erkenntnisse aus interner Marktanalysen zugrunde, deren wesentliche Aussagen weiterhin als intakt angesehen werden.

Das Marktwachstum für LiDAR Sensoren bis 2030 wird mit 27% CAGR (Compound Annual Growth Rate) eingeschätzt und wird sich bis zu einem Gesamtmarkt-Volumen von ca. 18,7 Mrd. USD entwickeln. Treiber der Entwicklung sind insbesondere die Reife der Technologie, sinkende Preise der Produkte und weitere Durchdringung und Skalierung der Lösungen.

Für die Kern-Applikationen von Blickfeld ergeben sich aus der Studie durchschnittliche jährliche Wachstumsraten (CAGR) von 50% (Lager & Silos), 53% (Umfeld Sicherheit) und 59% (Crowd Analytics).

2.2. Geschäftsverlauf 2023

Im Jahr 2023 war die Geschäftsentwicklung der Blickfeld GmbH im Wesentlichen geprägt von der Industrialisierung des Portfolios, Anlauf der Produktion beim ausländischen Fertigungspartner, Kostensenkungsmaßnahmen durch Verschlankung der Forschungs- und Entwicklungsorganisation und die Umstrukturierung der Vertriebsorganisation, sowie der Fortführung der Internationalisierung des Unternehmens. Der Grund für die notwendigen Kostensenkungs- und Personalabbaumaßnahmen war die Nichtauszahlung der zweiten Tranche eines Darlehens der EIB (European Investment Bank) aufgrund der Verfehlung von durch die Bank vorgegebenen Umsatz- und operativen Zielen.

Das erste bedeutende Ereignis im Jahr 2023 war die Einführung eines Kostensenkungsprogramms zu Jahresbeginn. Dieses umfasste unter anderem die Reduzierung der Mitarbeiterzahl im Vertriebsbereich. Aufgrund der Neuausrichtung des Unternehmens am Markt, weg von der reinen Automobilbranche hin zu zusätzlichen Märkten wie Volumenmessung und Sicherheit, wurde die Vertriebsorganisation zurückgestuft und stärker auf diese zusätzlichen Segmente fokussiert.

Zudem wurde ebenfalls die Forschungs- und Entwicklungsorganisation verschlankt. In den vorgegangenen 2,5 Jahren hatte das Unternehmen erhebliche Ressourcen investiert, um ein Produkt der zweiten Generation (Qb2) zu entwickeln, dessen Produktion bei einem externen Geschäftspartner geplant war. Die Entwicklung des neuen Produkts befand sich in der Endphase. Parallel wurde die Entwicklung eines Produkts der dritten Generation vorerst eingestellt. Der Großteil der Entwicklungsarbeit konzentriert sich nun auf die Beseitigung von Problemen während des Produktionsablaufs sowie auf Kundenprojekte und damit konnte den Personalbedarf im R&D-Bereich deutlich reduziert werden.

Da der Qb2 auf den Markt kam, wurde beschlossen, die Produktion des Produkts der ersten Generation (Cube 1), das intern in den Münchner Räumlichkeiten hergestellt wurde, früher als geplant einzustellen. Dies führte zu weiteren Personalabbau im Produktionsbereich, wobei jedoch die notwendige Anzahl an Mitarbeitern beibehalten wurde, um die Produktion der Beam Deflection Units (BDUs), die aufgrund ihres hohe Technologieniveau weiterhin intern gefertigt werden, sowie die Durchführung notwendiger Nacharbeiten sicherzustellen.

Insgesamt wurde die Mitarbeiterzahl des Unternehmens im ersten Halbjahr 2023 fast halbiert. Neben den Personalkosten konnten auch die Ausgaben für die Produktion der Cube 1 sowie in Forschung und Entwicklung reduziert werden. Nicht genutzte Büroräume wurden entsprechend geräumt und die ungenutzte Büro-, Entwicklungs- und Produktionsausstattung wurde verkauft.

Das zweite bedeutende Ereignis im Jahr 2023 war Ende Mai, der Beginn der Produktion des Produkts der zweiten Generation (Qb2) bei einem externen Fertigungspartner in Thailand. Der Produktionsstart verlief ohne größere Vorkommnisse, und die Produktionskapazität konnte schnell gesteigert werden.

Dieser erfolgreiche Produktionsstart war entscheidend, um die starke Kundennachfrage zu unterstützen, insbesondere die steigende Nachfrage der Tochtergesellschaft in Nordamerika, die vor allem aus dem Markt der Volumenmessung kam.

Trotz sorgfältiger Bemühungen zur Kostenoptimierung und zur Steigerung zusätzlicher Einnahmen wurde Anfang 2024 erkannt, dass das Unternehmen aufgrund einer gescheiterten Finanzierungsrunde in finanzielle Schwierigkeiten geraten würde. Daher beschloss die Geschäftsführung im März ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beim zuständigen Amtsgericht einzuleiten. Das Verfahren wurde offiziell am 12. März eröffnet. Während eines Zeitraums von drei Monaten hatte das Unternehmen die Möglichkeit, zusätzliche Kostensenkungsmaßnahmen umzusetzen, die Mitarbeiterzahl zu reduzieren und nicht wesentliche Verträge zu kündigen. Die Zahlung überfälliger Verbindlichkeiten wurde ausgesetzt, und nur wesentliche Ausgaben wurden genehmigt. Das Insolvenzverfahren wurde offiziell am 1. Juni 2024 eröffnet und erfolgreich am 2. Dezember 2024 abgeschlossen.

Während des größten Teils des Jahres 2024 lag der Hauptfokus auf der Umsetzung des Insolvenzplans und der Erreichung der zu Beginn des Verfahrens gesetzten Ziele, um das Verfahren erfolgreich zu überstehen. Alle Bereiche der Organisation waren von Personalabbau betroffen, und die Kosten wurden insgesamt erheblich gesenkt. Während sich die verschiedenen Teams an die geringeren Ressourcen angepasst haben und ihre Arbeitsabläufe neu organisierten, konzentrierte sich die Vertriebsorganisation verstärkt auf die strategischen Segmente (Volumenmessung und Sicherheit), um das geplante Umsatzniveau einzuhalten. Nach einem kurzen Umsatzrückgang in den Sommermonaten, bedingt durch die Einschränkung unserer Kunden, mit einem Unternehmen in Schwierigkeiten Geschäfte durchzuführen, verzeichnete der Vertrieb im letzten Quartal, nach überstandenem Insolvenzverfahren, einen starken Aufschwung.

Während die Aktivitäten der Beteiligung in den USA nicht von dem Insolvenzverfahren der deutschen Zentrale betroffen waren, wurde zu Beginn des Jahres 2024 beschlossen, die Aktivitäten der chinesischen Beteiligung an das lokale Management Team zu verkaufen. Die Umsätze in China wurden durch die Verfügbarkeit kostengünstiger Produkte chinesischer Hersteller stark beeinträchtigt. Ein Ausstieg aus dem chinesischen Markt kam jedoch nicht in Frage, da wir davon ausgehen, dass dieser langfristig profitabel sein kann. Das in Shanghai ansässige Team ist berechtigt, die Marke Blickfeld in China weiterhin zu betreiben. Gleichzeitig wurde die technische Zertifizierung des Qb2 in China vorangetrieben und im Mai 2025 erfolgreich abgeschlossen.

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens sowie Leistungsindikatoren

3.1. Umsatzentwicklung

Der Umsatz wuchs im Jahr 2023 um 85,8% auf TEUR 3.664,6 (Vorjahr: TEUR 1.971,9). Das Umsatzwachstum bewegte sich damit unterhalb des erwarteten Wachstums, was sowohl auf die Rahmenbedingungen als auch die frühe Phase der Internationalisierung zurückzuführen ist und damit unter dem ursprünglichen Planwert.

Die Salesaktivitäten wurden weiter auf die erfolgreichen Marktsegmente konzentriert. Der Sicherheitsmarkt konnte als neues Marktsegment gewonnen werden.

3.2. Ertragslage

Die Ertragslage wurde, trotz Kostensenkungsmaßnahmen, im Wesentlichen durch die Personal- und FuE-Kosten bestimmt.

In 2023 wurde ein Fehlbetrag von TEUR 8.439,1 (Vorjahr: TEUR 12.621,6) ausgewiesen, dem folgende wesentliche Entwicklungen zugrunde liegen:

Die Umsatzerlöse blieben mit TEUR 3.664,6 unter den ursprünglichen Erwartungen für das Geschäftsjahr. Die Umsatzerlöse konnten im Vorjahresvergleich stark gesteigert werden, reichten aber nicht aus, um die hohen Kosten für Personal und Forschung und Entwicklung zu kompensieren.

Die Gesamtleistung sank im Berichtsjahr um 27,3% auf TEUR 3.874,4 (Vorjahr: TEUR 3.042,7) im Wesentlichen bedingt durch Abbau von Vorratsbeständen während der Periode nach dem Beginn der Produktion zur Jahresmitte. Gegenläufig wirkt sich die Aktivierung von Eigenleistungen in Höhe von TEUR 1.298,3 aus.

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich um TEUR 617,7 auf TEUR 1.398,1. Im Vorjahr wurden die Forschungszulagen der Jahre 2020 und 2021 (gesamt TEUR 1.094,6) berücksichtigt, während im Jahr 2023 nur die Forschungszulage für 2022 (TEUR 997,8) berücksichtigt wurde.

Der Materialaufwand sank mit TEUR 696,7 auf TEUR 2.020,3 insbesondere aufgrund von reduzierten Mengen und Preise bei Materialeinkäufen unter anderem in Zusammenhang mit früheren Risk-Buys Einkäufe. Die Fremdleistungen erhöhten sich im Zusammenhang mit dem Start der Produktion beim Auftragsfertiger. Der Materialaufwand blieb damit ebenfalls unter Budget.

Die Personalkosten sanken aufgrund des Kostenoptimierung Programms und des damit verbundenen Personalabbaus um TEUR 2.298,9 auf TEUR 7.883,1 und blieben damit analog zu den Umsatzerlösen unter den geplanten Aufwendungen. Schwerpunkt hier waren insbesondere die Verschlankung der Forschungs- und Entwicklungsorganisation und die Umstrukturierung der Vertriebsorganisation im Zusammenhang mit der existierenden Mittelfristplanung.

Die Abschreibungen reduzierten sich um TEUR 209,4 auf TEUR 302,9. Die hohen Abschreibungen im Vorjahr waren bedingt durch die außerplanmäßigen Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert einer Anlage i.H.v TEUR 121. In 2022 erfolgte hierzu eine außerplanmäßige Abschreibung auf Vorräte in Höhe von TEUR 151, deren Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position 7b erfolgte.

Analog zur Umstrukturierung der Vertriebstätigkeit reduzierten sich auch die Werbe- und Reisekosten um TEUR 401,7 auf TEUR 190,4. Abschließend führte insbesondere die Verschlankung der Entwicklungstätigkeit zu einer Senkung der sonstigen betrieblichen Kosten um TEUR 1.476,1 auf TEUR 2.530,1.

Hinzu kommt im Jahr 2023 eine Abschreibung auf Finanzanlagen in Höhe von REUR 618.

3.3. Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme am 31.12.2023 betrug TEUR 11.725,2 (Vorjahr: TEUR 9.691,7).

Das Anlagevermögen ist um TEUR 1.050,5 auf TEUR 3.224,8 gestiegen. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die Aktivierung von Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 1.298,3 die Entwicklung des Produkts der zweiten Generation zurückzuführen, die insbesondere während der Anlaufphase und des Produktionsstarts bei dem Auftragsfertiger entstanden sind.

Die Vorräte sowie Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände stiegen in Summe um TEUR 361,7 auf TEUR 4.553,9. Der Anlauf der Produktion der zweiten Produktgeneration von LiDAR Sensoren bei der externen Fertigungspartnerschaft führte zu einer Reduzierung der Vorräte auf TEUR 1.431,4 (Vorjahr: TEUR 1.853,5).

Der Ausbau der Verkäufe wirkte sich insbesondere auf die Erhöhungen der Forderungen aus LuL auf TEUR 551,8 (Vorjahr: TEUR 457,7) und auf die Erhöhung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen TEUR 2.251,5 (Vorjahr: TEUR 423,7). Im Kontrast dazu sanken die sonstigen Vermögensgegenstände auf TEUR 319,3 (Vorjahr: TEUR 1.457,2). Bei letzterem wirkte insbesondere im Vorjahr die Berücksichtigung der Forschungszulage der Jahre 2020 und 2021.

Im Geschäftsjahr 2023 haben sich die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten mit TEUR 736,0 auf TEUR 3.848,7 erhöht (Vorjahr: TEUR 3.112,7). Diese Erhöhung ist auf die Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten zurückzuführen, die sich auf TEUR 10.261,2 beliefen und den negativen Cashflow aus laufenden Tätigkeiten in Höhe von TEUR 9.054,6 weitgehend kompensierten. Diese negativen operativen Cashflows sind bei Start-ups sehr üblich und können auf die hohen Personalaufwendungen, insbesondere für das Personal in Forschung und Entwicklung, sowie auf hohe Kosten für die Entwicklung eines High-Tech-Produkts und den Mangel an Umsätzen in der frühen Phase der Produkteinführung zurückgeführt werden. Die Geschäftsführung hatte für das Geschäftsjahr 2023 mit negativen operativen Cashflows geplant und arbeitete bereits mit bestehenden und potenziell neuen Investoren an weiteren Finanzierungsrunden. Schließlich lag der operative Cashflow um 7% unter dem budgetierten Wert.

Auf der Passivseite hat sich das Eigenkapital auf TEUR 56,9 verschlechtert (Vorjahr: TEUR 926,8). Dem Jahresfehlbetrag von TEUR 8.439,1 (Vorjahr: TEUR 12.621,6) stehen zwei Kapitalerhöhungen um insgesamt TEUR 7.569 gegenüber.

Die Rückstellungen betrugen im Geschäftsjahr TEUR 194,9 und sind damit mit TEUR 103,9 gesunken.

Die Verbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr 2023 mit TEUR 3.007,2 auf TEUR 11.473,4 erhöht (Vorjahr: TEUR 8.466,2). Die Hauptgründe für diesen Anstieg waren die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 591,4 auf TEUR 936,5 (Vorjahr: TEUR 345,1), bedingt durch die erhöhte Produktion bei einem Auftragsfertiger, sowie die Erhöhung der sonstigen Verbindlichkeiten um TEUR 2.525,5 auf TEUR 2.918,7 (Vorjahr: TEUR 393,3), verursacht durch die Aufnahme eines Wandeldarlehens. Aufgrund des Ausbleibens der zweiten Tranche einer Fremdkapitalfinanzierung durch die Europäische Investitionsbank (EIB) in Höhe von TEUR 7.500 Ende 2022 blieben die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf dem Niveau des Vorjahres.

Durch die Vereinbarung eines Wandeldarlehens (Convertible Loan) im Februar 2023 sowie eine Kapitalerhöhung (Series A++) um insgesamt TEUR 5.950 im Mai 2023 sicherte sich das Unternehmen Finanzierungsmittel im mittleren einstelligen Millionenbereich. Mit Beschluss vom 6. Dezember 2023 wurde eine weitere Einzahlung in die Kapitalerhöhung um TEUR 5.065 durchgeführt. Parallel zu diesen Finanzierungsmaßnahmen wurden Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet, um die Forschungs- und Entwicklungsorganisation zu verschlanken und die Vertriebsorganisation umzustrukturieren.

Die weitere Entwicklung im Jahr 2024 zeigte jedoch, dass die zum 31.12.2023 vorhandenen Finanzmittel nicht ausreichen, um die Unternehmensziele zu erreichen.

3.4 Geschäftsverlauf in 2024

3.4.1 Verlauf und Gründe der Insolvenz 2024

Krisenursachen und Antrag auf Anordnung der Eigenverwaltung

Für die Krise von Blickfeld gibt es verschiedene interne und externe Gründe:

1. Hohe Anlaufverluste für die Produktentwicklung: Diese spiegeln die umfangreichen Investitionen wider, die notwendig waren, um innovative Technologielösungen zu entwickeln.

2. Hohe operative Personal- und Sachkosten: Diese Kosten führen zu anhaltenden Verlusten und einem hohen Liquiditätsbedarf.

3. Zu geringes Absatz- und Umsatzniveau: Trotz innovativer Technologien kann das Unternehmen bisher nicht die notwendigen Verkaufszahlen generieren, um die laufenden Kosten zu decken.

4. Externe Faktoren: Markterschließung benötigt mehr Zeit und externe Faktoren wie die Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine, Lieferengpässe sowie das wirtschaftliche Umfeld haben zu einer erhöhten Marktunsicherheit geführt.

5. Fehlende finanzielle Unterstützung: Gesellschafter und Finanzierungspartner sind nicht mehr bereit, das notwendige Finanzierungsniveau sicherzustellen.

6. Kostensenkungsmaßnahmen: Diese benötigen Zeit zur Umsetzung, die das Unternehmen zuletzt nicht mehr hatte. Die Maßnahmen sollten daher im Rahmen des Schutzschirmverfahrens umgesetzt werden.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Geschäftsführung der Blickfeld GmbH im März 2024 entschieden, ein Schutzschirmverfahren einzuleiten, nachdem auch die Gespräche mit Gesellschaftern bzw. externen Investoren gescheitert waren. Der Antrag wurde am 8. März beim Amtsgericht München - Insolvenzgericht - gestellt. In der Folge wurde ein Insolvenzplan entwickelt, der die Aufnahme von neuen Investoren vorsah.

Ziele des Insolvenzplanes

Der Insolvenzplan ist ein finanz- und betriebswirtschaftlich orientierter Sanierungsplan, insbesondere durch eine Bereinigung der Bilanz durch einen Schuldenschnitt, die dann Raum für notwendige Investitionen und Innovationen lässt. Ziele des Insolvenzplanes sind der Fortbestand des Unternehmens und die Sicherung der Liquidität und Bilanzbereinigung der Schuldnerin.

Eröffnung des Insolvenzverfahrens

Mit Beschluss vom 1. Juni 2024 hat das Amtsgericht München - Insolvenzgericht - das Verfahren in Eigenverwaltung eröffnet.

Annahme des Insolvenzplans

Nachdem eine erfolgreiche Investitionsvereinbarung mit dem neuen Investor Dacapo 2 GmbH, Berlin, unterzeichnet werden konnte, wurde am 12.09.2024 von den Gläubigern der Insolvenzplan bestätigt. Danach konnten die neuen Investoren Anteile an der neu strukturierten Blickfeld GmbH erwerben und verpflichteten sich im Gegenzug zu einer Quotenzahlung. Zudem legen Sie einen Plan für die Fortführung des Unternehmens vor.

Beschluss über die Aufhebung des Insolvenzverfahrens

Am 04.12.2024 wurde vom Amtsgericht München der Beschluss zur Aufhebung des Verfahrens veröffentlicht. Damit war das Insolvenzverfahren aufgehoben.

Im Großteil des Jahres 2024 lag der Fokus des Unternehmens auf der Bewältigung der eingeschränkten personellen und finanziellen Ressourcen. In diesem Zusammenhang waren verschiedene Fachbereiche gezwungen, sich neu zu organisieren. Für den Vertriebsbereich hingegen stand die gezielte Entwicklung der beiden strategisch relevanten Absatzmärkte - Volumenmessung und Sicherheit - im Mittelpunkt. In der zweiten Jahreshälfte gelang es dem Vertriebsteam, einen bedeutenden Akteur im Sicherheitsmarkt zu gewinnen, der sowohl in Europa als auch in Nordamerika aktiv ist. Diese Zusammenarbeit mündete in eine vertragliche Partnerschaft zur gemeinsamen Geschäftsentwicklung im Sicherheitssegment.

Dank des engagierten Einsatzes aller Mitarbeitenden ist es dem Unternehmen gelungen, die Ausgaben deutlich zu senken und sich im Rahmen der Cashflow Ziele des Insolvenzplans erfolgreich zu positionieren. Die Liquidität lag im gesamten Jahresverlauf über dem im Insolvenzplan prognostizierten Niveau. Die Umsätze blieben jedoch bis in die zweite Jahreshälfte hinein hinter den geplanten Umsätzen zurück. Hauptursache hierfür war die eingeschränkte Möglichkeit, unseren Kunden Bestellungen zu tätigen, bedingt durch unsere angespannte finanzielle Lage.

Im letzten Quartal zogen die Umsätze jedoch deutlich an und führten zu einem erheblichen Liquiditätszufluss in den letzten Monaten des Jahres 2024 sowie im Januar 2025. Dazu gelang es dem Unternehmen, signifikante Umsätze in angrenzenden Märkten - wie unbemannte Fahrzeuge und Straßenüberwachung - zu erzielen. Dieser starke Mittelzufluss versetzte das Unternehmen in eine solide finanzielle Position und ermöglichte uns, die Aufnahme eines Darlehens von unseren Investoren zunächst aufzuschieben.

3.4.2 Jahresabschluss 2024

3.4.2.1. Umsatzentwicklung

Der Umsatz fiel im Jahr 2024 um -56% auf TEUR 1.707,5 zurück (Vorjahr: TEUR 3.664,6). Obwohl der Verkauf von der Blickfeld GmbH an externe Kunden mit 21% gestiegen ist, ist der Rückgang des Gesamtumsatzes hauptsächlich auf den Rückgang der innerbetriebliche Geschäften zurückzuführen. Die US-Beteiligung hat in 2023 mehr Geräte eingekauft, als der Markt nachgefragt hat, was zu einem erhöhten Lagerbestand geführt hat. Dieser Lagerbestand wurde im Verlauf des Jahres 2024 sowie in der ersten Hälfte des Jahres 2025 nach und nach abgebaut.

Der Sales Funnel wuchs in 2024 weiter im Wesentlichen durch die Stärkung der Vertriebsaktivitäten in Europa, wo der Sicherheitsmarkt stark aufkam, und in den USA, getrieben sowohl durch den starken Markt für Volumenmessung als auch die wachsenden Aktivitäten im Sicherheitssektor.

3.4.2.2. Ertragslage

Die Ertragslage wurde im Wesentlichen durch die Sanierungskosten bestimmt.

In 2024 wurde ein Bilanzgewinn von TEUR 5.182,7 (Vorjahr: Fehlbetrag von TEUR 8.439,1) ausgewiesen. Dieser positive Saldo ist hauptsächlich auf die hohen sonstigen betrieblichen Erträge zurückzuführen, die durch Wertberichtigungen nach Abschluss des Insolvenzverfahrens generiert wurden.

Die Umsatzerlöse blieben mit TEUR 1.707,5 unter den ursprünglichen Erwartungen für das Geschäftsjahr. Dies entspricht einem Rückgang von 56%. Der Umsatzrückgang ist auf das Insolvenzverfahren und die damit verbundenen Schwierigkeiten zurückzuführen, Aufträge als Unternehmen in einer schwierigen Lage abzuschließen. Einige Kunden mussten den Abschluss des Insolvenzverfahrens abwarten, bevor sie Aufträge bei uns platzieren konnten.

Die Gesamtleistung sank im Berichtsjahr um 57,3% auf TEUR 1.654,4 (Vorjahr: TEUR 3.874,4) im Wesentlichen bedingt durch die starke Reduktion der Umsätze, die nur teilweise durch den positiven Effekt geringerer Bestandsveränderungen von fertigen und unfertigen Erzeugnissen kompensiert werden konnte.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhte sich um TEUR 11.194,7 auf TEUR 12.592,7 (Vorjahr: 1.398,1). Dieser Anstieg ist auf Wertberichtigungen im Zusammenhang mit dem Abschluss des Insolvenzverfahrens zurückzuführen.

Der Materialaufwand sank mit TEUR 1.180,9 auf TEUR 839,4 insbesondere aufgrund reduzierter Materialeinkäufe und Fremdleistungen. Dies ist auf das niedrigere Umsatzvolumen zurückzuführen, das Ende März 2024 zu einer Produktionsunterbrechung führte.

Die Personalkosten sanken aufgrund des Insolvenzverfahrens und des damit verbundenen Personalabbaus um TEUR 3.326,5 auf TEUR 4.556,6. Der Schwerpunkt lag insbesondere auf der Verschlankung der Forschungs- und Entwicklungsorganisation sowie der Umstrukturierung der Vertriebsorganisation im Zusammenhang mit der bestehenden Mittelfristplanung.

Die Abschreibungen erhöhten sich um TEUR 204,5 auf TEUR 1.125,7. Dieser Anstieg ist auf die Aktivierung von Personalaufwendungen im Jahr 2023 zurückzuführen, die mit der Entwicklung des Qb2-Produkts verbunden waren.

Die sonstigen betrieblichen Kosten blieben nahezu unverändert und beliefen sich auf TEUR 2.489,3.

3.4.2.3. Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme am 31.12.2023 betrug TEUR 8.064,5 (Vorjahr: TEUR 11.725,2).

Das Anlagevermögen ist um TEUR 728,7 auf TEUR 2.496,1 gesunken. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf die Abschreibungen der im Jahr 2023 aktivierten Eigenleistungen zurückzuführen. Zusätzlich dazu kam es zu planmäßigen Abschreibungen auf technische Anlagen und Maschinen.

Die Vorräte sowie Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sanken insgesamt um TEUR 747,4 auf TEUR 3.806,6. Aufgrund des Insolvenzverfahrens und des hohen Bestands an fertigen Erzeugnissen kam es zu einem Produktionsstopp bei dem externen Fertigungspartner. Dennoch führte ein effektives Management der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, kombiniert mit dem weiteren Verkauf von fertigen Erzeugnissen, zu einer Reduzierung der Vorräte auf TEUR 1.274,6 (Vorjahr: TEUR 1.431,4).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen blieben mit TEUR 505,3 nahezu unverändert (Vorjahr: TEUR 551,8). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sanken jedoch auf TEUR 1.773,1 (Vorjahr: TEUR 2.251,5), bedingt durch die Wertberechtigung ausstehender Forderungen ggü. der Tochtergesellschaft in Nordamerika. Im Gegensatz dazu sanken die sonstigen Vermögensgegenstände auf TEUR 253,6 (Vorjahr: TEUR 319,3).

Im Geschäftsjahr 2024 haben sich die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten mit TEUR 2.109,6 auf TEUR 1.739,1 reduziert (Vorjahr: TEUR 3.848,7). Diese Reduktion ist auf negative Cashflows zurückzuführen, die durch das weiterhin nicht profitable Geschäft verursacht wurden und das Ausfallen von weiteren Finanzierungsmöglichkeiten.

Auf der Passivseite hat sich das Eigenkapital dank eines Bilanzgewinns von TEUR 5.125,8, resultierend aus den Wertberichtigungen im Rahmen des Insolvenzverfahrens, auf TEUR 5.207,7 verbessert.

Das Eigenkapital beträgt zum Stichtag TEUR 5.207,7, wobei die Änderung sich aus dem Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 5.182,7 ergibt sowie einer Herabsetzung des Stammkapitals von TEUR 121,5 auf TEUR 25,0 zurückzuführen ist.

Die Rückstellungen betrugen im Geschäftsjahr TEUR 494,8 (Vorjahr: TEUR 194,9) und sind damit um TEUR 300,1 gestiegen. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf Rückstellungen für bestrittene oder nicht geltend gemachte Gläubigerforderungen zurückzuführen.

Die Verbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr 2024 um TEUR 9.111,5 auf TEUR 2.362,0 reduziert (Vorjahr: TEUR 11.473,4). Der Hauptgrund hierfür ist der Erlass des Großteils der Verbindlichkeiten im Rahmen der Insolvenzquote von knapp 9%. Dies betrifft insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die um TEUR 6.920,0 sanken, hauptsächlich aufgrund des Erlasses des Großteils der Verbindlichkeiten aus der Fremdkapitalfinanzierung durch die Europäische Investitionsbank (EIB) in Höhe von TEUR 7.500 aus dem Jahr 2022.

Aus Sicht des gesetzlichen Vertreters war der Geschäftsverlauf für die Jahre 2023 und 2024 insgesamt unter den Erwartungen zurückgeblieben und nicht zufriedenstellend. Für die kommenden Monate ergeben sich insbesondere aus dem überstanden Insolvenzverfahren und der damit einhergehenden Umstrukturierung und Neuausrichtung des Unternehmens Chancen aber auch weiterhin große Herausforderungen im Hinblick auf die Entwicklung der Gesellschaft.

3.4. 3 Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Die Gesellschaft befindet sich derzeit in einer angespannten Liquiditätssituation. Die Planung für die kommenden zwölf Monate (ab Juli 2025) weist jedoch einen positiven operativen Cashflow aus unter der Annahme, dass steigende Umsatzerlöse erwirtschaftet werden. Unklar bleibt derzeit die tatsächliche Bewilligung der Forschungszulage für das Geschäftsjahr 2023, die die Liquiditätssituation deutlich verbessern könnte. Die Forschungszulage wurde durch die Bescheinigungsstelle Forschungszulage, welche die erste Stufe des Antragsverfahrens darstellt, bewilligt und anschließend beim Finanzamt beantragt. Die Bewilligung durch das Finanzamt, welche die zweite Stufe des Antragsverfahrens darstellt, sowie die Auszahlung der Forschungszulage stehen derzeit noch aus. Für das Szenario, dass die Forschungszulage nicht gewährt wird, zeigt der Geschäftsplan eine weiterhin angespannte Liquiditätssituation auf.

Eine weitere Möglichkeit zur Verbesserung der Liquiditätssituation könnte durch signifikante Mittelzuflüsse aus der US-Gesellschaft entstehen, die sich aus der erfolgreichen Umsetzung größerer Projekte im Bereich der Volumenmessung im zweiten Quartal 2025 ergeben. Ein Teil dieser größeren Projekte wurde im Mai und Juni 2025 bereits umgesetzt, und die ersten Mittelzuflüsse sind Ende des zweiten Quartals 2025 auf das Konto der Blickfeld GmbH eingegangen. Diese Implementierungen könnten durch weitere Projekte für denselben Kunden in der zweiten Jahreshälfte 2025 sowie im kommenden Geschäftsjahr ergänzt werden und dadurch zu weiteren Zahlungen im Wesentlichen in Form von Rückzahlung offener Forderungen der US-Gesellschaft an die Blickfeld GmbH führen .

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufkommen lässt. Insofern liegt ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB vor.

4. Prognosebericht

Die aktuelle geopolitische Lage und die daraus resultierenden Unsicherheiten schränken die Prognosefähigkeit der Geschäftsentwicklung ein. Dennoch gehen wir auf die aus unserer Sicht wichtigsten Aspekte ein.

Ende Februar 2022 ist ein Krieg zwischen der Ukraine und Russland ausgebrochen, und die Spannungen zwischen Russland und der westlichen Welt haben sich verschärft. Bilaterale Sanktionen zwischen Russland und westlichen Ländern haben das Geschäftsklima weltweit verschlechtert, besonders für Unternehmen, die in Russland arbeiten oder mit russischen Unternehmen Geschäfte betreiben. Hinzu kommt seit dem Jahr 2023 die Krise im nahen Osten, die zu einer weiteren Instabilität und Verunsicherung an den Weltmärkten geführt hat.

Zurzeit sind keine direkten Nachteile für Blickfelds Geschäftstätigkeit aus diesen Krisen bekannt. Dennoch könnte die generelle Unsicherheit hinsichtlich des wirtschaftlichen Klimas zu weiterhin steigenden Preisen oder erneuten Lieferengpässen bei Rohmaterialien und anderen von Lieferanten gelieferten Materialien oder Vorprodukten führen. Ebenso kann die Möglichkeit sich verschärfender geopolitischer Spannungen mit Folgen für globalisierte Wertschöpfungsketten nicht ausgeschlossen werden.

Nach der offiziellen Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsident richten sich alle Augen auf die Entwicklung der Handelsspannungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren derzeitigen Handelspartnern. In Anbetracht der jüngsten Entwicklungen und der wiederholten Drohungen mit Zöllen und Handelssanktionen sind Beeinträchtigungen in den Handelsbeziehungen zwischen EU-Ländern, insbesondere Deutschland, und den Vereinigten Staaten zu befürchten.

In der Vergangenheit wurden Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA bereits durch US-Zölle belastet. Besonders unter der ersten Trump-Regierung wurden Strafzölle auf europäische Produkte wie Stahl, Aluminium und landwirtschaftliche Erzeugnisse eingeführt. Diese Strafzölle zwischen den USA und Deutschland führten zu erheblichen Spannungen. Die deutsche Industrie, die traditionell stark in die USA exportiert, sah sich plötzlich mit höheren Kosten und einer geringeren Wettbewerbsfähigkeit konfrontiert. Die Auswirkungen möglicher Zölle auf den Vertrieb der Produkte in die USA sind aktuell nicht konkret abschätzbar.

In den kommenden Jahren wird Blickfeld die Entwicklung und den Vertrieb ihrer Sensoren und Software weiter vorantreiben, muss aber darauf achten, dass zusätzliche Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und steigende operative Kosten in möglichst effizientem Ausmaß durchgeführt werden.

Zum 15. Juli 2025 weist ein aktualisierter Geschäftsplan auf Basis der Ergebnisse des zweiten Quartals 2025 eine positive Entwicklung für die kommenden zwölf Monate aus. Eine positive Fortführungsprognose kann selbst unter der Annahme aufrechterhalten werden, dass einzelne Planbestandteile - wie beispielsweise Fördermittelzuflüsse - verzögert eintreten oder im ungünstigsten Fall vollständig ausbleiben.

Der Geschäftsplan für die kommenden drei Jahre zeigt eine positive Entwicklung sowohl im Hinblick auf die Umsatzentwicklung als auch auf die Liquiditätslage. Für das Geschäftsjahr 2025 wird erwartet, dass sich der Umsatz in der ersten Jahreshälfte auf einem konservativen Niveau bewegt (“Low-Case”). In der zweiten Jahreshälfte ist jedoch mit einer spürbaren Verbesserung zu rechnen, wodurch ein durchschnittliches Umsatzniveau erreicht werden soll (“Average-Case”).

Zwischen den Geschäftsjahren 2025 und 2026 wird ein Umsatzwachstum von über 40 % prognostiziert. Dieses Wachstum soll zu einem monatlichen Umsatzniveau von über 500 TEUR führen, was wiederum zu einem nachhaltig positiven operativen Cashflow führen wird.

In der Durchführung unseres Projektgeschäfts können sich jedoch mögliche Risiken und damit nicht prognostizierbare Auswirkungen auf das Geschäft, die Kosten- und Cash-Situation ergeben, die in der aktuellen Planung nicht im Detail berücksichtigt sind.

5. Risiken- und Chancenbericht

Das Risikomanagementsystem der Gruppe ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Die Bewertung von Risiken und das Wahrnehmen der mit ihnen verbundenen Chancen stellen einen integralen Bestandteil der Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse dar. Dabei steht das Risikomanagement für sämtliche organisatorischen Prozesse, durch die mögliche Risiken frühzeitig identifiziert, geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung entwickelt und rechtzeitig umgesetzt werden. Die Erfassung der Risiken erfolgt sowohl brutto, d.h. vor Gegenmaßnahmen, als auch netto, d.h. nach Gegenmaßnahmen. Blickfeld sieht in folgenden Bereichen Risiken, die zu managen sind (absteigend geordnet nach ihrer relativen Bedeutung): Finanzierung, technische Entwicklung und Wettbewerb.

Im Folgenden werden die Risiken nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit in „unwahrscheinlich”, „möglich” und „fast sicher” sowie nach ihrem potenziellen Ausmaß gemessen an den Auswirkungen auf die Gruppenziele, die operativen Betriebsabläufe und die Steuerungskennzahlen in „gering”, „mittel” und „hoch” eingestuft.

5.1. Risiken und zukünftige Entwicklung

5.1.1. Finanzierungsrisiken

In der Vergangenheit hat die Gesellschaft ihre Geschäftstätigkeit hauptsächlich durch Kapitalerhöhungen und durch Darlehen von Gesellschaftern finanziert. Seit ihrer Gründung haben sich wiederkehrende Verluste und negative Cashflows aus dem operativen Geschäft ergeben. Die Sicherung der Finanzierung der Entwicklungsaktivitäten und des operativen Betriebs ist eine ständige Herausforderung für die Blickfeld GmbH. Basierend auf dem Geschäftsplan ist die Gesellschaft auf zusätzliche Finanzmittel für weitere Entwicklungsaktivitäten und den operativen Geschäftsbetrieb angewiesen.

Die seit Gründung wiederkehrenden operativen Verluste in Verbindung mit der Erwartung, dass die Verluste bis einschließlich zum Ende des Geschäftsjahres 2025 fortbestehen, können zu Zweifeln an der Unternehmensfortführung sowohl auf Ebene der Blickfeld GmbH als auch der Tochtergesellschaften führen. Da Start-Ups in der Wachstumsphase im Regelfall noch nicht in der Gewinnzone sind und Finanzierungen in einem Marktumfeld von Zinssteigerungen mit wachsenden Herausforderungen einhergehen, wird dies von der Geschäftsführung als normal erachtet.

Auf Basis der integrierten Liquiditäts- und Unternehmensplanung und der hierin enthaltenen Annahmen, sowie vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelzuflüssen durch die Gesellschafter für das Jahr 2024 und 2025 geht die Geschäftsführung davon aus, dass der Fortbestand der Gesellschaft und die Zahlungsfähigkeit zumindest für den aktuellen Prognosezeitraum bis zum Ende Juli 2026 gesichert sind. Die Geschäftsführung hat den Jahresabschluss daher unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

In der Folge werden Finanzierungsrisiken als “möglich”, das potenzielle Ausmaß als “hoch” eingestuft.

5.1.2. Risiken der technischen Entwicklung

Weitere Risiken ergeben sich aus dem technischen Fortschritt, der notwendig ist, um ein neues Produkt herzustellen. In vielen Punkten verlangen LiDAR basierte Lösungen technologische Entwicklungen, die noch in der Erprobung sind, z.B. im Hinblick auf Umgebungsbedingungen der Anwendung, Übergang in ein Modell der Massenfertigung und applikationsspezifische Anforderungen der Kunden. Die hieraus resultierenden Risiken der technischen Machbarkeit könnten bei ihrem Eintritt zu weiteren, ungeplanten finanziellen Aufwendungen mit Auswirkungen auf die Liquidität sowie einem verzögerten Markteintritt führen. Durch die Neuausrichtung des Unternehmens sind zudem geringerer Entwicklungsfähigkeiten vorhanden. Sollten größere Anpassungen an Marktanforderungen mit Entwicklungsbedarf entstehen können dadurch auch Machbarkeitsrisiken auftreten. Die Machbarkeit von Anpassungen wurde jedoch bereits in mehreren konkreten Projekten demonstriert, daher wird die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als „möglich”, das potenzielle Ausmaß als „hoch” eingestuft.

5.1.3. Wettbewerbsrisiken

In den vergangenen Jahren gab es eine Vielzahl an Neugründungen bei LiDAR Unternehmen weltweit mit unterschiedlichsten Technologieansätzen. Viele dieser Unternehmen haben bislang nur Prototypen und keine Serienprodukte auf den Markt gebracht. Einige Unternehmen haben es in der Automobilbranche geschafft, signifikante (Vor-)Volumenverträge zu gewinnen mit dem Fokus auf autonomes Fahren oder aktiver/passiver Sicherheitsfeatures; im Wesentlichen im amerikanischen, chinesischen und israelischen Wirtschaftsraum. Die Finanzierungsmittel dieser Wettbewerber im primär automobilen Umfeld übersteigen die Finanzierungsmittel der Blickfeld GmbH. Durch die Fokussierung der Wettbewerber auf das automobile Umfeld, rechnet sich Blickfeld im industriellen Umfeld gute Marktchancen aus. Da sich das automobile Marktumfeld nicht so schnell entwickelt, wie von vielen Marktteilnehmern und Marktforschungsinstituten prognostiziert, ist ein Strategieschwenk oder verstärkte Fokussierung auf industrielle Anwendungen durch die Wettbewerber möglich.

In der Folge werden Wettbewerbsrisiken als “möglich”, das potenzielle Ausmaß als “mittel” eingestuft.

5.2. Chancen und zukünftige Entwicklung

Den Risiken stehen erhebliche Chancen gegenüber.

Gegenüber dem Vorjahr sind die Chancen nahezu unverändert. Im Folgenden werden die Chancen nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit in „unwahrscheinlich”, „möglich” und „fast sicher” sowie nach ihrem potenziellen Ausmaß gemessen an den gleichen Faktoren wie die Risiken in „leicht positiv”, „merkbar positiv” und „deutlich positiv” eingestuft. Die Einschätzung der Chancen wurde zum Bilanzstichtag vorgenommen und berücksichtigt einen Zeitraum von etwa fünf Jahren, gerechnet ab dem Bilanzstichtag.

5.2.1. Chancen der Angebotspositionierung

Gemäß der H&Z Studie aus 2021 (“Lidar in Industrial Applications”) war ein wesentliches Ergebnis, dass Unternehmen am besten für die zukünftige Entwicklung positioniert sind, denen es gelingt, Hardware- und Software-Kompetenz zu einem echten Lösungsangebot zu kombinieren, mit dessen Hilfe Kunden in die Lage versetzt werden, geschäftsrelevante und direkt nutzbare Informationen zu erhalten. Blickfeld hat seine Aktivitäten von Beginn an auf die Entwicklung von Lösungen konzentriert. Es ist daher die feste Überzeugung der Geschäftsführung, dass die Positionierung von Blickfeld die bestmögliche Nutzung der Marktchancen im Industrieumfeld ermöglicht.

Die Wahrscheinlichkeit der Angebotspositionierung wird dementsprechend als “möglich” und das Ausmaß als “deutlich positiv” bewertet

5.2.2 Chancen der adressierten Märkte

Wie im Kapitel 2.1 ausgeführt, bewegt sich Blickfeld in einem äußerst attraktiven Markt. Auf Basis existierender Studien (z.B. H&Z Studie aus 2021) liegt das Gesamtmarktwachstum pro Jahr bis 2030 bei ca. 27% und das Marktpotenzial bei dementsprechend bis zu 18,7 Mrd. USD.

Die adressierten Märkte von Blickfeld (Safety & Security, Industrial Automation & Logistics) weisen dabei zum größten Teil überdurchschnittliche Wachstumspotenziale auf.

Aufgrund unserer Positionierung in diesen Märkten, in den Kernmärkten USA und Europa und durch seine marktkonformen Lösungen ist Blickfeld damit bestens positioniert, um ein bedeutender Marktteilnehmer zu sein und von den immensen Chancen zu profitieren.

Die Wahrscheinlichkeit der adressierten Märkte wird dementsprechend als “möglich” und das Ausmaß als “deutlich positiv” bewertet.

5.2.3. Chancen der Skalierbarkeit

Neben der Entwicklung von marktgerechten und Mehrwert schaffenden Lösungen und der Wettbewerbspositionierung ist die Möglichkeit entscheidend, zukünftige Preiserwartungen erfolgreich adressieren zu können.

Wie bei vielen Technologien, die aus frühen Marktphasen in eine größere Durchdringung und Reife gehen, erwartet Blickfeld eine kontinuierlich sinkende Preiserwartung auf Kundenseite. Studien weisen hierzu Reduzierungen in Einzelapplikationen von bis zu 50% im Zeitraum bis 2030 aus.

Mit den eingeleiteten Konzepten, die Produkte tauglich für die großvolumige Serienfertigung zu machen, sind realistische Kostensenkungspotenziale von bis zu 60% über den gleichen Zeitraum identifiziert worden.

Die Skalierung des Angebots über Methoden der Serienfertigung - auch mit externen Partnern - sowie die kontinuierliche Erreichung von Produktivitäten legt somit die Basis, auch auf der Preis- und Kostenseite die signifikanten Zukunftschancen zu nutzen.

Die Wahrscheinlichkeit der Skalierbarkeit wird dementsprechend mit “fast sicher” und das Ausmaß als “merkbar positiv” bewertet.

Unterschrift der Geschäftsführung

 

München

Dr. Matthias Müller, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 3.224.781,00 2.174.292,59
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.305.639,00 13.281,00
1. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 1.298.255,00
2. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 7.384,00 13.281,00
II. Sachanlagen 1.872.638,90 1.790.502,52
1. technische Anlagen und Maschinen 1.726.207,00 1.177.392,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 146.431,90 221.064,00
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 392.046,52
III. Finanzanlagen 46.503,10 370.509,07
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 46.503,10 370.509,07
B. Umlaufvermögen 8.402.676,96 7.304.895,85
I. Vorräte 1.431.367,18 1.853.520,95
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.122.574,91 2.338.687,07
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.251.547,68 423.704,24
2. sonstige Vermögensgegenstände 871.027,23 1.914.982,83
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 122.510,66 122.288,42
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 3.848.734,87 3.112.687,83
C. Rechnungsabgrenzungsposten 97.749,38 212.587,65
Summe Aktiva 11.725.207,34 9.691.776,09

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 56.907,73 926.770,09
I. Gezeichnetes Kapital 121.494,00 68.662,00
II. Kapitalrücklage 42.663.781,37 35.147.347,73
III. Verlustvortrag 34.289.239,64 21.667.632,51
IV. Jahresfehlbetrag 8.439.128,00 12.621.607,13
B. Rückstellungen 194.855,22 298.800,00
C. Verbindlichkeiten 11.473.444,39 8.466.206,00
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.618.229,16 7.618.229,16
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 118.229,16 118.229,16
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 7.500.000,00 7.500.000,00
2. sonstige Verbindlichkeiten 3.855.215,23 847.976,84
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 3.855.215,23 847.976,84
Summe Passiva 11.725.207,34 9.691.776,09

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 3.252.167,25 2.341.416,39
2. Personalaufwand 7.883.069,60 10.181.965,71
a) Löhne und Gehälter 6.595.201,82 8.665.322,70
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.287.867,78 1.516.643,01
davon für Altersversorgung 459,76 840,04
3. Abschreibungen 302.900,27 663.198,47
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 302.900,27 512.306,90
davon außerplanmäßige Abschreibungen 121.018,00
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 150.891,57
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 2.530.137,71 4.006.202,05
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 35.285,13 19.521,49
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 37.474,35 6.691,27
davon aus verbundenen Unternehmen 36.219,98 4.367,21
davon Erträge aus Abzinsung 1.000,00 2.324,06
6. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 618.315,20
davon außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen 618.315,20
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 394.324,82 118.232,66
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2,10
9. Ergebnis nach Steuern -8.439.106,00 -12.621.489,13
10. sonstige Steuern 22,00 118,00
11. Jahresfehlbetrag 8.439.128,00 12.621.607,13

Anhang

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) aufgestellt.

Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: Blickfeld GmbH
Firmensitz laut Registergericht: München
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: München
Register-Nr.: HRB 231953

Die Gesellschaft erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen negativen Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit und weist im Berichtsjahr erneut einen Jahresfehlbetrag aus. Die Geschäftsführung hat den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 unter Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt, da sie auf Basis der zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses vorliegenden Erkenntnisse von einer positiven Fortführungsprognose ausgeht.

In der Vergangenheit hat die Gesellschaft ihre Geschäftstätigkeit hauptsächlich durch Kapitalerhöhungen und durch Darlehen von Gesellschaftern finanziert. Seit ihrer Gründung haben sich wiederkehrende Verluste und negative Cashflows aus dem operativen Geschäft ergeben. Verluste werden weiterhin bis einschließlich dem Geschäftsjahr 2027 erwartet. Die Gesellschaft erwartet einen positiven Cash Flow für das Geschäftsjahr 2025. Die Sicherung der Finanzierung des operativen Betriebs stellt weiterhin eine Herausforderung für die Blickfeld GmbH dar. Basierend auf dem aktuellen Geschäftsplan ist die Gesellschaft auf zusätzliche Finanzmittel angewiesen.

Im Jahr 2025 sind dem aktuellen Geschäftsplan zufolge diese zusätzlichen Finanzmittel durch die Auszahlung einer Forschungszulage und Rückzahlungen der nordamerikanischen Tochtergesellschaft abgedeckt. Für jene wird ein ertragsstarkes Geschäftsjahr 2025 erwartet, wodurch offene Rechnungen gegenüber der Gesellschaft beglichen werden können und ein Darlehn zurückbezahlt werden kann.

Auf Basis der Liquiditäts- und Unternehmensplanung und der hierin enthaltenen Annahmen, sowie den vereinbarten Zahlungsmittelzuflüssen geht die Geschäftsführung davon aus, dass d die Zahlungsfähigkeit für den aktuellen Planungszeitraum bis 2027 und damit der Fortbestand der Gesellschaft gesichert ist. Die Geschäftsführung hat den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 daher unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind unverändert zum Vorjahr.

Als selbstgeschaffene immateriellen Vermögensgegenstände wurden Herstellungskosten im Sinne des § 255 Abs. 2a HGB in Höhe der auf im Berichtsjahr abgeschlossenen Entwicklungen angefallenen direkt zurechenbaren Personalaufwendungen angesetzt. Diese werden ab dem 1. Januar 2024 über den Zeitraum von drei Jahren linear abgeschrieben.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert (bei einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von drei bis zu fünf Jahren).

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert (bei einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von drei bis zu 15 Jahren).

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Steuerlich sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu 800 Euro werden im Zugangszeitpunkt sofort vollständig abgeschrieben; der Abgang wird unterstellt.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Außerplanmäßige Abschreibungen im Anlagevermögen aufden niedrigeren beizulegenden Wert werden bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung vorgenommen.

Im Berichtsjahr erfolgte im Finanzanlagevermögen eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 618.315,20 Euro.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren werden zu Anschaffungskosten bei Anwendung zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren oder zu niedrigeren Marktpreisen angesetzt.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten (Einzelkosten, angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung veranlasst) bewertet, sofern nicht nach § 253 Abs. 4 HGB Marktpreise bzw. um noch anfallende Aufwendungen geminderte Verkaufswerte anzusetzen sind. Zinsen für Fremdkapital werden in die Herstellungskosten nicht einbezogen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nominalwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet.

Liquide Mittel werden zum Nenn- bzw. Nominalwert angesetzt.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen. Ein Aktivüberhang wird nicht angesetzt. Aktive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsunterschieden bei Rückstellungen und steuerlichen Verlustvorträgen. Passive latente Steuern resultieren nur aus der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände. Unter Verzicht des Ansatzwahlrechts für aktive latente Steuern gem. § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurden die latenten Steuern nicht aktiviert. Der Berechnung lag ein Steuersatz für Körperschaftsteuer in Höhe von 15 % nebst Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % darauf und für Gewerbesteuer in Höhe von 17 % (Hebesatz 490 %) zugrunde.

Das Stammkapital wird zum Nennbetrag angesetzt. Im Berichtsjahr fand mit Beschlüssen vom 17.05.2023 und 06.12.2023 eine Erhöhung von 68.662 Euro auf 121.494 Euro statt.

Die Erhöhung der Kapitalrücklage resultierte mit TEUR 2.403 aus Beträgen gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB und mit TEUR 5.112 aus § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

Rückstellungen werden für alle erkennbaren Risiken (einschließlich drohender Verluste aus schwebenden Geschäften) und ungewissen Verbindlichkeiten nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet. Die Bewertung erfolgt zum notwendigen Erfüllungsbetrag. Dabei werden Rückstellungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Markzinssatz der letzten sieben Jahre abgezinst.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt im Zeitpunkt des Gefahrübergangs (fertige Erzeugnisse und Waren).

Angaben zur Bilanz

Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens

Die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

Angabe zu Forderungen

Der Betrag der Forderungen gegenüber Gesellschaftern beläuft sich auf 0,00 Euro (Vorjahr: 0,00 Euro).

Sonstige Vermögensgegenstände

In den Sonstigen Vermögensgegenständen sind keine größeren Beträge enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag rechtlich entstehen.

Sonstige Verbindlichkeiten

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Wandeldarlehen gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 2.656,7 enthalten.

Verbindlichkeiten, die erst nach dem Bilanzstichtag entstehen

In den Verbindlichkeiten sind größere Beträge enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag rechtlich entstehen. Dabei handelt es sich um Beträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zu Ausgaben führen, aber zum Zweck der periodengerechten Gewinnermittlung bereits zum Bilanzstichtag als Aufwand erfasst wurden.

Im Einzelnen waren folgende antizipative Sachverhalte zu berücksichtigen:

• Anzahlung Überbrückungshilfe III Plus i. H. v. 160.170,44 Euro

Nicht bilanzierte sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von 869.575,92 Euro sonstige finanzielle Verpflichtungen gegenüber Dritten im Wesentlichen aus Immobilienverträgen sowie einem Entwicklungsvertrag.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen des Geschäftsjahren betrugen insgesamt TEUR 4.027,5. Davon wurden TEUR 1.298,3 als selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind solche von außergewöhnlicher Größenordnung in Höhe von TEUR 997 enthalten, die Forschungszulagen für das Jahr 2022 betreffen.

Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:

Arbeitnehmergruppen Zahl
Arbeiter 0,00
Angestellte 88,75
leitende Angestellte 4,00
Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt damit 92,75
vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter 79,00
teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter 13,75

Namen der Geschäftsführer

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Erster Geschäftsführer:

Dr. Mathias Müller ausgeübter Beruf:

CEO der Blickfeld GmbH

weitere Geschäftsführer:

Terje Növig ausgeübter Beruf:

DOO der Blickfeld GmbH

(bis 30.04.2023)

Vergütungen der Geschäftsführer

Die Angaben für die Mitglieder der Geschäftsführung nach § 285 Nr. 9 HGB unterbleiben gemäß § 286 Abs. 4 HGB.

Angaben über den Anteilsbesitz an anderen Unternehmen von mind. 20 Prozent der Anteile

Gemäß § 285 Nr. 11 HGB wird über nachstehende Unternehmen berichtet:

Firmenname / Sitz Anteilshöhe Jahresergebnis
Euro
Eigenkapital
Euro
Blickfeld North America Inc., Sylvania, Ohio 100,00% -309.406,67 -468.930,43
Blickfeld Optoelectronics Technology Co., Ltd., Shanghai 100,00% -420.634,45 -79.907,98

Nachtragsbericht

Nach § 285 Nr. 33 HGB berichtspflichtige Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres:

Die Gesellschaft konnte im Geschäftsjahr 2024 keine weiteren Kapitalmaßnahmen durchführen. In der Folge wurde am 08.03.2024 ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt und mit Beschluss vom 12.03.2024 des Amtsgerichts München angeordnet. Dieses wurde mit Beschluss vom 04.12.2024 des Amtsgerichts München aufgehoben. Ergebnis des Verfahrens war die Entschuldung der Gesellschaft um 12.505.980 Euro, verbunden mit einer Kapitalherabsetzung und einer Neufestsetzung auf 25.000 Euro.

Unterschrift der Geschäftsführung

 

München

Dr. Mathias Müller, Geschäftsführer

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 1.298.255,00 0,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 36.158,94 0,00 3.456,20
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 36.158,94 1.298.255,00 3.456,20
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 1.928.119,88 452.272,59 575.475,79
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 446.414,98 20.982,13 52.867,05
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 392.046,52 97.445,03 0,00
Summe Sachanlagen 2.766.581,38 570.699,75 628.342,84
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 370.509,07 294.309,23 0,00
Summe Finanzanlagen 370.509,07 294.309,23 0,00
Summe Anlagevermögen 3.173.249,39 2.163.263,98 631.799,04
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2023
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 1.298.255,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 32.702,74
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 1.330.957,74
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 489.491,55 2.294.408,23
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 414.530,06
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -489.491,55 0,00
Summe Sachanlagen 0,00 2.708.938,29
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 664.818,30
Summe Finanzanlagen 0,00 664.818,30
Summe Anlagevermögen 0,00 4.704.714,33
kumulierte Abschreibung 01.01.2023
EUR
Abschreibung Geschäftsjahr
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
kumulierte Abschreibung 31.12.2023
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 22.877,94 5.896,00 3.455,20 0,00 25.318,74
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 22.877,94 5.896,00 3.455,20 0,00 25.318,74
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 750.727,88 225.350,14 407.876,79 0,00 568.201,23
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 225.350,98 71.654,13 28.906,95 0,00 268.098,16
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 976.078,86 297.004,27 436.783,74 0,00 836.299,39
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 618.315,20 0,00 0,00 618.315,20
Summe Finanzanlagen 0,00 618.315,20 0,00 0,00 618.315,20
Summe Anlagevermögen 998.956,80 921.215,47 440.238,94 0,00 1.479.933,33
Zuschreibung Geschäftsjahr
EUR
Buchwert Geschäftsjahr 31.12.2023
EUR
Buchwert Vorjahr 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 1.298.255,00 0,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 7.384,00 13.281,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 1.305.639,00 13.281,00
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 0,00 1.726.207,00 1.177.392,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 146.431,90 221.064,00
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 392.046,52
Summe Sachanlagen 0,00 1.872.638,90 1.790.502,52
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 46.503,10 370.509,07
Summe Finanzanlagen 0,00 46.503,10 370.509,07
Summe Anlagevermögen 0,00 3.224.781,00 2.174.292,59

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 31.07.2025 festgestellt.

BESTÄTIGUNSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Blickfeld GmbH, München

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Blickfeld GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Blickfeld GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Abschnitte „3.4.2 Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit“ im Lagebericht und „Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss“ im Anhang, in denen die gesetzlichen Vertreter die angespannte Liquiditätssituation beschreiben, wobei sie für die Gesellschaft für den Planungszeitraum von zumindest zwölf Monaten ab Juli 2025 von positiven operativen Cashflows (unter der Annahme steigender Umsatzerlöse), Einzahlungen aus Forschungszulagen sowie allfälligen signifikanten Mittelzuflüssen aus der US-Gesellschaft und damit im Ergebnis von einer gesicherten Liquiditätslage ausgehen. Sollte es entgegen der Annahmen zu einer wesentlichen negativen Abweichung im Planungszeitraum kommen, steht die Gesellschaft einer angespannten Liquiditätssituation gegenüber, die zu einer Gefährdung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit führen könnte.

Wie in den o.g. Abschnitten im Lagebericht und im Anhang dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieser Sachverhalte nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 23. Juli 2025

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Franz Klinger, Wirtschaftsprüfer

Ruth Ehrlich, Wirtschaftsprüferin

Nachrichten & Medien

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Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

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16 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
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