Wavin GmbH
66mHerstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Sven Pelle Pelgrims seit 16.8.2024 | Geschäftsführer |
Gert-Jan Kuiper seit 14.8.2024 | Geschäftsführer |
Matthias Grotjann seit 14.8.2024 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Vion Food North B.V. | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Vion Food North B.V.EmstekKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Vion Food North B.V. PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Vion Food North B.V., Best/Niederlande, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und dem Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Vion Food North B.V. für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der UnternehmenstätigkeitWir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "C. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" unter "Going-Concern" des Konzernanhangs sowie die Angaben in Abschnitt "D. "Prognose-, Risiko- und Chancenbericht"; "Risikobericht" unter "Finanzwirtschaftliche Risiken" des Konzernlageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Vion Food North B.V. und ihre Tochtergesellschaften sich einem schwierigen Marktumfeld gegenüber sehen, das geprägt ist von sinkenden Viehbeständen und historisch hohen Einkaufspreisen als auch steigenden Energie- und Betriebskosten. Daraus resultierten in den letzten Geschäftsjahren negative Konzernergebnisse und negative Cash Flows, die auch für den Prognosezeitraum erwartet werden, für welche keine ausreichenden liquiden Mittel im Prognosezeitraum vorhanden sind. Um diesem schwierigen Marktumfeld zu begegnen, sind auf Ebene der obersten Muttergesellschaft Vion Holding N.V., Best/Niederlande, verschiedene Programme und Maßnahmen eingeleitet worden, welche direkte Auswirkungen auf die Vion Food North B.V. und ihre Tochtergesellschaften haben werden, mit dem Ziel die Finanz- und Liquiditätslage mittelfristig zu verbessern. Zur Umsetzung dieser konzernweiten Programme und Maßnahmen sowie aufgrund der im Prognosezeitraum erwarteten negativen Konzernergebnisse und negativen Cash Flows ist die Vion Food North B.V. auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Food North B.V. und des Konzerns hängt daher von der finanziellen Unterstützung durch die Mehrheitsgesellschafterin Vion N.V., Best/Niederlande, ab. Diese hat sich im Rahmen einer Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe bis zum 31. Dezember 2024 verpflichtet, die Vion Food North B.V. finanziell so auszustatten, dass sie ihre sämtlichen Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern stets erfüllen kann und sich mit einer unbefristeten Rangrücktrittserklärung verpflichtet, hinter sämtliche gegenwärtigen und künftigen Ansprüche Dritter im Rang zurückzutreten. Die oberste Muttergesellschaft Vion Holding N.V., Best/Niederlande, hat die gesamtschuldnerische Haftung für die aus den Rechtshandlungen der Vion N.V. entstehenden Schulden übernommen. Für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Mehrheitsgesellschafterin Vion N.V., welche sich zur Gewährung der Liquiditätshilfe verpflichtet hat, und deren direkten Mehrheitsgesellschafterin, der obersten Muttergesellschaft Vion Holding N.V., sind die folgenden Ereignisse oder Gegebenheiten, Maßnahmen und wesentlichen Annahmen relevant, damit die Vion N.V., ihre Verpflichtung zur Liquiditätshilfe gegenüber der Vion Food North B.V. erfüllen kann, von welcher wiederum die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Food North B.V. abhängig ist:
Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Food North B.V. und ihrer Tochtergesellschaften ist damit von der finanziellen Unterstützung in erforderlichem Umfang im Rahmen der Gewährung der Liquiditätshilfe seitens der Vion N.V. abhängig. Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion N.V. und deren direkten Mehrheitsgesellschafterin, Vion Holding N.V., ist wiederum von der Umsetzung der Maßnahmen und Annahmen auf Ebene der Muttergesellschaft Vion Holding N.V. abhängig. Damit wird auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hingewiesen, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 13. Juli 2023 Ernst
& Young GmbH
Christ, Wirtschaftsprüfer Kohler, Wirtschaftsprüferin Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung für 2022
Konzern-Eigenkapitalspiegel 2022
Konzernanhang für 2022A. Allgemeine AngabenBisheriger Sitz der Vion Food North B.V. (vormals Vion Food North GmbH; im Folgenden kurz "Gesellschaft") bis zum 31.12.2020 war Bad Bramstedt. Die Gesellschaft war bis dahin unter der Nummer HRB 16072 KI im Register des Amtsgerichts Kiel eingetragen. Die Gesellschafter der vormaligen Vion Food North GmbH, Bad Bramstedt, haben nach Maßgabe des Umwandlungsplans vom 23.11.2020 und des Gesellschafterbeschlusses vom selbigen Tage die grenzüberschreitende formwechselnde Umwandlung in die Vion Food North B.V. mit Sitz in Best/Niederlande beschlossen. Diese Umwandlung wurde am 20.01.2021 in das für die Gesellschaft zuständige niederländische Handelsregister (Kamer van Koophandel) unter der KVK-Nummer 81634064 eingetragen und wurde damit wirksam. Die Vion Food North GmbH ist somit im Handelsregister des Amtsgerichts Kiel erloschen. Mit dem Wirksamwerden des Formwechsels befindet sich nun der Satzungssitz der formgewechselten Gesellschaft in den Niederlanden, während die Geschäftsanschrift sowie der Verwaltungssitz mit der tatsächlichen Geschäftsleitung von Bad Bramstedt nach Emstek verlegt wurde. Die rechtliche Identität der Gesellschaft bleibt weiterhin erhalten. Die Vion Food North B.V. ist ein Unternehmen der niederländischen Vion Holding N.V., Best/Niederlande (im Folgenden kurz: "Vion Food Group"), die einen übergeordneten Konzernabschluss aufstellt. Der Konzernabschluss der Vion Food North B.V. und deren mittelbaren und unmittelbaren Tochtergesellschaften (im Folgenden kurz: "Vion Food North-Gruppe" oder "der Konzern") ist ein nach den am Bilanzstichtag gültigen Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 290 ff. HGB) freiwillig aufgestellter Konzernabschluss. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gegliedert. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Im Interesse der Klarheit der Darstellung wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und Davon-Vermerke sowie die Postenangaben in Konzernbilanz und -Gewinn- und Verlustrechnung teilweise im Anhang gemacht. B. Erläuterungen zum KonsolidierungskreisDie in den Konzernabschluss der Vion Food North B.V. zum 31. Dezember 2022 einbezogenen Unternehmen sind aus der Aufstellung des Anteilsbesitzes (Anlage C) ersichtlich. Die assoziierten Unternehmen ergeben sich gleichfalls aus der Aufstellung des Anteilsbesitzes. In 2022 gab es keine Unternehmenstransaktionen, die wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss bzw. den Konsolidierungskreis der Vion Food North B.V. gehabt hätten. Am 4. Dezember 2019 wurde der Kaufvertrag über einen Asset-Deal mit der NWT, einer Gesellschaft der Saria-Gruppe, unterzeichnet. Der Übergang der erworbenen Vermögensgegenstände und Schulden von NWT, auf die Ende 2019 neu gegründete Vion-Gesellschaft NWT-CT GmbH, war zum 29. März 2020 erfolgt. Ab dem Jahr 2020 wurden die neu in die NWT-CT GmbH eingebrachten Vermögensgegenstände und Schulden innerhalb der Vion Food North-Gruppe vollkonsolidiert. Aufgrund dieser Erstkonsolidierung ergab sich ein passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 3.447. Im Geschäftsjahr 2020 wurden bereits aufgrund der anteiligen Realisation insgesamt TEUR 2.346 ergebniswirksam aufgelöst, so dass zum 31. Dezember 2020 ein passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 1.101 verblieb. Dieser Unterschiedsbetrag wird in der Konzernbilanz nach dem Eigenkapital als separate Position "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" dargestellt und wird in den Folgejahren entsprechend über die Nutzungsdauer der jeweiligen Vermögensgegenstände (Kundenbeziehungen über 10 Jahre und technische Anlagen und Maschinen über 3 Jahre) erfolgswirksam aufgelöst. Im Geschäftsjahr 2022 wurden planmäßig insgesamt TEUR 310 aufgelöst. Aufgrund der internen Reorganisation wurden die in der Schweinefleischproduktion tätigen Gesellschaften Vion SBL Landshut GmbH und Vion EGN Südostbayern GmbH von der Vion Beef B.V. mit Ablauf des 31. Dezember 2018 erworben. Dadurch wurden mit notariellen Verträgen vom 19. Dezember 2018 und mit Wirkung zum 31. Dezember 2018 die Gesellschaftsanteile der Vion Beef B.V. an der Vion SBL Landshut GmbH und an der Vion EGN Südostbayern GmbH jeweils von der Vion Food North B.V. akquiriert. Folglich wurden die Gesellschaften in Landshut und Vilshofen zum 31. Dezember 2018 innerhalb des Konzernabschlusses der Vion Food North-Gruppe erstkonsolidiert. Aufgrund dieser Erstkonsolidierung ergaben sich aktive Unterschiedsbeträge von TEUR 17.024 bzw. TEUR 26.658. Diese beiden Geschäfts- oder Firmenwerte werden ab dem Geschäftsjahr 2019 linear über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben. Ende des Jahres 2022 wurde die Fleischzerlegung im Betrieb in Landshut geschlossen und auf andere Standorte übertragen. Somit handelt es sich ab dem Jahr 2023 bei der Vion SBL Landshut GmbH um einen reinen Schlachtbetrieb, um so die internen Kapazitäten der aktuellen Marktentwicklung und die rasant steigenden Kosten anzupassen. Zudem wurde im Mai 2023 verkündet, dass sich die Gesellschaft künftig vor allem um den lokalen Markt kümmern wird. Aufgrund der Schließung der Zerlegung in Landshut wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert über TEUR 6.806 vorgenommen. Zum 31. Dezember 2022 wurden 13 (Vj. 13) Tochterunternehmen vollkonsolidiert. Nach den Vorschriften der §§ 311 und 312 HGB über assoziierte Unternehmen wurde die Equity-Bilanzierung der wesentlichen Beteiligungen an assoziierten Unternehmen nach der Buchwertmethode vorgenommen. Es handelt sich um zwei (Vj. zwei) inländische Gesellschaften. C. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeFür alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden einheitlich die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Muttergesellschaft angewandt. Bewertungswahlrechte wurden einheitlich ausgeübt. Going-ConcernDie Vion Food North B.V. und ihre Tochtergesellschaften sehen sich einem schwierigen Marktumfeld gegenüber, das geprägt ist von sinkenden Viehbeständen und historisch hohen Einkaufspreisen als auch steigenden Energie- und Betriebskosten. Daraus resultierten in den letzten Geschäftsjahren negative Konzernergebnisse und negative Cash Flows, die auch für den Prognosezeitraum erwartet werden, für welche keine ausreichenden liquiden Mittel im Prognosezeitraum vorhanden sind. Um diesem schwierigen Marktumfeld zu begegnen, sind auf Ebene der obersten Muttergesellschaft Vion Holding N.V., Best/Niederlande, verschiedene Programme und Maßnahmen eingeleitet worden, welche direkte Auswirkungen auf die Vion Food North B.V. und ihre Tochtergesellschaften haben werden, mit dem Ziel die Finanz- und Liquiditätslage mittelfristig zu verbessern. Zur Umsetzung dieser konzernweiten Programme und Maßnahmen sowie aufgrund der im Prognosezeitraum erwarteten negativen Konzernergebnisse und negativen Cash Flows ist die Vion Food North B.V. auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Vereinbarung über die Gewährung einer LiquiditätshilfeDie Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Food North B.V. und des Konzerns hängt daher von der finanziellen Unterstützung durch die Mehrheitsgesellschafterin Vion N.V., Best/Niederlande, ab. Diese hat sich im Rahmen einer Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe bis zum 31. Dezember 2024 verpflichtet, die Vion Food North B.V. finanziell so auszustatten, dass sie ihre sämtlichen Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern stets erfüllen kann und sich mit einer unbefristeten Rangrücktrittserklärung verpflichtet, hinter sämtliche gegenwärtigen und künftigen Ansprüche Dritter im Rang zurückzutreten. Die oberste Muttergesellschaft Vion Holding N.V., Best/Niederlande, hat die gesamtschuldnerische Haftung für die aus den Rechtshandlungen der Vion N.V. entstehenden Schulden übernommen. Für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Mehrheitsgesellschafterin Vion N.V., welche sich zur Gewährung der Liquiditätshilfe verpflichtet hat, und deren direkten Mehrheitsgesellschafterin, der obersten Muttergesellschaft Vion Holding N.V. sind die folgenden Ereignisse oder Gegebenheiten, Maßnahmen und wesentlichen Annahmen relevant, damit die Vion N.V. ihre Verpflichtung zur Liquiditätshilfe gegenüber der Vion Food North B.V. erfüllen kann, von welcher wiederum die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Food North B.V. abhängig ist:
Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Food North B.V. und ihrer Tochtergesellschaften ist damit von der finanziellen Unterstützung in erforderlichem Umfang im Rahmen der Gewährung der Liquiditätshilfe seitens der Vion N.V. abhängig. Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion N.V. und deren direkten Mehrheitsgesellschafterin, Vion Holding N.V., ist wiederum von der Umsetzung der Maßnahmen und Annahmen auf Ebene der Muttergesellschaft Vion Holding N.V. abhängig. Hinsichtlich weiterer Angaben zu den Ereignissen, Gegebenheiten, Maßnahmen und wesentlichen Annahmen auf Ebene der obersten Muttergesellschaft, Vion Holding N.V., wird auf nachfolgend in Anführungszeichen gesetzte dargestellte Erläuterung 2.1 des Konzernabschluss 2022 der Vion Holding N.V. verwiesen (die verwendeten Begriffe "Unternehmen" bzw. "Vion" beziehen sich dabei auf die Vion Holding N.V. bzw. die Vion Holding N.V. und ihre Tochtergesellschaften): "Derzeitige und erwartete Profitabilität Um den aktuellen und langfristigen Marktbedingungen Rechnung zu tragen, führte das Management detaillierte Analysen zu Planergebnissen für den Zeitraum 2023 bis 2027 durch. Diese Analysen haben gezeigt, dass unter unveränderten Umständen und ohne Intervention die Einhaltung der Bestimmungen zur Working Capital Facility (Betriebsmittelfazilität) und der Schuldscheinklauseln gefährdet wären. Auf der Grundlage dieser Analyse haben wir mit Unterstützung externer Spezialisten Maßnahmen ergriffen, die sowohl kurz- als auch langfristig die Rentabilität, den Cashflow und die Liquidität verbessern sollen. Die Darlehensgeber der Working Capital Facility und die wichtigsten Kreditversicherer von Vion unterstützen diese Maßnahmen, indem sie die geforderten Änderungen der Nebenbedingungen und Vereinbarungen genehmigen. Im Oktober 2022 haben wir unser Transformationsprogramm "Change That Matters" gestartet, um unsere Strategie zum Aufbau nachhaltiger Ketten zu beschleunigen, die den Landwirten eine Zukunft und den Verbrauchern eine Auswahl an nachhaltigen Lebensmittellieferketten bieten. Das Programm, das von externen Unternehmen bewertet wird, konzentriert sich auf die Anpassung unserer Organisation, um gemeinsam mit Landwirten und Kunden schneller und effektiver ausgewogene Lieferketten aufzubauen. Wir stehen in einem konstruktiven Dialog mit allen relevanten Interessengruppen, einschließlich der Kreditgeber für die Working Capital Facility und der wichtigsten Kreditversicherer, über die Fortschritte des Programms "Change That Matters" sowie über die Entwicklung des Marktes. Erhebliche Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen sind ebenfalls Teil dieses Programms. Das Programm soll bis 2025 jährliche Verbesserungen der operativen Performance um 150 bis 200 Mio. EUR ermöglichen, um ein zukunftssicheres operatives Management mit mehr Regionalität und Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Das Programm konzentriert sich dabei auf verschiedene Hebel zur Verbesserung unserer Leistung, wie z.B. betriebliche Effizienz, Beschaffung von Non-Food-Produkten in großem Umfang, verbessertes Key Account Management, Cash Management, Footprint-Maßnahmen sowie die Veräußerung ungenutzter Vermögenswerte. In den Jahren 2022 und 2023 hat Vion an mehreren Standorten bereits Anpassungen der Produktionskapazitäten vorgenommen und zusätzliche angekündigt, um vor allem vorhandenen Überkapazitäten und negativen Ergebnisentwicklungen entgegenzusteuern. Die Auswirkungen des aktuellen Jahres liegen leicht über dem Plan. Die Umsetzung des Programms erfolgt durch einen strengen Durchführungsmechanismus, der installiert wurde. Das Programm basiert auf einem bewährten Konzept und wurde bewertet und für sehr umfassend und robust befunden. Die Umsetzung erfolgt durch ein engagiertes Vion-Team, das durch externe Spezialisten und relevante Stakeholder unterstützt wird. Vion ist zuversichtlich, dass das Unternehmen "Change That Matters" (CTM) erfolgreich umsetzen, seine Strategie verstärken und seine Finanzergebnisse deutlich verbessern kann. In Übereinstimmung mit dem CTM-Programm kündigte Vion am 7. Juni 2023 eine strategische Umstrukturierung an, die die Einrichtung von zwei Ländereinheiten in Deutschland und den Benelux-Ländern vorsieht, die den Vieheinkauf, den Betrieb vor Ort (Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung, Verpackung) und den Fleischverkauf überwachen sollen. Dieser Schritt zielt darauf ab, engere Verbindungen zwischen Landwirten und Kunden auf den Heimatmärkten zu schaffen. Vion ist zuversichtlich, dass diese strategischen Veränderungen zu nachhaltigem Wachstum, einer Beschleunigung der Vion-Kettenstrategie, zur Förderung von Innovationen und zur Stärkung der führenden Position des Unternehmens in der europäischen Lebensmittelindustrie führen werden. Sowohl für 2023 als auch für 2024 wird erwartet, dass sich dieser Plan auf künftige Ergebnisse, Cashflows sowie die Liquidität von Vion auswirken wird. Mit Blick auf die Jahre 2023 und 2024 könnten viele der oben genannten Marktrisikofaktoren fortbestehen, was weiterhin zu einer hohen Inanspruchnahme unserer Finanzierungsfazilitäten und einem Druck auf die Ergebnisse führen würde, falls nichts unternommen wird. Um unsere Umstrukturierung unter den derzeitigen Marktbedingungen mit historisch hohen Schweinepreisen durchzuführen, verpflichtete Vion die Kreditgeber der Betriebsmittelfinanzierung und die wichtigsten Kreditversicherer, die auch die wichtigsten Finanzierungslinien für die Vion Food Group bereitstellen. In einer im Juni 2023 unterzeichneten Vereinbarung mit den Kreditgebern der Working Capital Facility hat sich Vion auf ein komplettes Paket von Unterstützungsmaßnahmen geeinigt, so dass sich Vion auf die Durchführung seines Programms "Change That Matters" konzentrieren kann. Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass immer ein inhärentes Marktrisiko aufgrund der Volatilität dieses speziellen Marktes besteht. Für den Fall, dass ungünstige Entwicklungen eine zusätzliche Finanzierung erforderlich machen sollten, verfügt das Unternehmen über genügend Vorlaufzeit und Optionen. Zu diesem Paket gehören auch die folgenden Bankklauseln:
Eine nicht zweckgebundene Fazilität wurde aufgestockt und ist Teil der gebundenen Finanzierung geworden, wodurch zusätzliche Liquidität generiert wurde. Wir stellen fest, dass durch die Anpassung der Working Capital Facility die Zinsklauseln weitgehend mit den ähnlichen Schuldscheinklauseln übereinstimmen. Aufgrund aller getroffenen Maßnahmen ist Vion der Ansicht, dass das Unternehmen in der Lage ist, seine Geschäftstätigkeit fortzuführen, und hat daher seinen Jahresabschluss auf der Grundlage der Unternehmensfortführung erstellt, trotz der Unvorhersehbarkeit des Marktes. Für den Fall, dass sich externe Faktoren und Risiken derart negativ auswirken, dass die Kreditvereinbarungen gefährdet sind, verfügt das Unternehmen über genügend Zeit und Optionen, um diese Auswirkungen abzumildern. Auf der Grundlage einer starken Bilanzposition mit einer geschätzten Solvabilität/Zahlungsfähigkeit zum Jahresende 2023 von 28 % und nicht verpfändeten Vermögenswerten von über 500 Mio. € gibt es mehrere Refinanzierungsoptionen. Zu diesen Optionen gehören unter anderem der Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten, die Refinanzierung der bestehenden und/oder die Aufnahme neuer Finanzierungsfazilitäten auf der Grundlage der aktuellen besicherten und unbesicherten Vermögenswerte innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens. Die geänderten Bankenklauseln basieren auf unserer Prognose für die Jahre 2023 und 2024. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass das Ergebnis, der Cashflow und die Liquidität von Vion die Einhaltung dieser Covenants ermöglichen werden, auch unter Berücksichtigung der weiter oben in diesem Abschnitt erwähnten Marktrisiken. Vion hat zu diesem Zweck Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um ungünstige Entwicklungen zu testen. Das Ergebnis dieser Szenarien bietet die Gewissheit, dass das Unternehmen in der Lage sein wird, die Auswirkungen solcher Risikofaktoren unter Berücksichtigung der im vorigen Abschnitt beschriebenen Optionen zur Risikominderung aufzufangen. Die Ausführung dieser Optionen umfasst sowohl vollständig von Vion kontrollierte Maßnahmen als auch Optionen, die nur in Zusammenarbeit mit externen Stakeholdern realisiert werden können. In Anbetracht dieser Situation und auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen geht das Management davon aus, dass bei Bedarf eine Zusammenarbeit mit externen Stakeholdern möglich sein wird. Dies ist eine wichtige Annahme, die die Einschätzung der Unternehmensfortführung stützt." Auf der Grundlage der Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe sowie der Beurteilung der Unternehmensfortführung durch die Vion Holding N.V. ist die Vion Food North B.V. der Meinung, dass sie in der Lage ist, die Unternehmenstätigkeit fortzuführen, und hat daher ihren Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss auf der Grundlage der Unternehmensfortführung (Going-Concern) erstellt. Aufgrund der Tatsache, dass die Vion Food North B.V. und ihre Tochtergesellschaften auf die finanzielle Unterstützung der Vion N.V. angewiesen sind, besteht ein bestandsgefährdendes Risiko für die Vion Food North B.V. und ihre Tochtergesellschaften. Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Nutzungsdauern liegen zwischen drei und fünf Jahren. Die im Rahmen von Erstkonsolidierungen angesetzten Kundenbeziehungen werden über einen Zeitraum von 10 Jahren abgeschrieben. Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung von Anteilen werden über einen Zeitraum von 15 Jahren abgeschrieben. Aufgrund der Langlebigkeit der vertriebenen Produkte beträgt deren Lebenszyklus in ihrer Form als Grundnahrungsmittel ca. 15 Jahre. Durch die nach wie vor stabile Nachfrage nach den angebotenen Produkten, wird von einem Lebenszyklus von 15 Jahren ausgegangen. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen werden nach der linearen Methode unter Berücksichtigung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer berechnet. Gebäude werden über einen Zeitraum von 20 bis 40 Jahren, Technische Anlagen und Maschinen werden über einen Zeitraum von 5 bis 15 Jahren und die Betriebs- und Geschäftsausstattung über einen Zeitraum von 3 bis 10 Jahren abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten von über EUR 250 bis EUR 1.000 werden in analoger Anwendung von § 6 Abs. 2a EStG in einen Sammelposten eingestellt und linear über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben. Die während der Errichtung bzw. Erweiterung von Fleischzentren aufgewendeten Fremdkapitalzinsen wurden gemäß § 255 Abs. 3 HGB bei diesen Anlagen aktiviert. Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Die Zugänge bei Beteiligungen an assoziierten Unternehmen enthalten anteilige Jahresüberschüsse. Unter den Abgängen sind anteilige Jahresfehlbeträge sowie Dividendenausschüttungen erfasst. Die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der beizulegende Wert jeweils niedriger als die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten ist, bei voraussichtlicher dauerhafter Wertminderung. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind mit ihren Anschaffungskosten bzw. mit den niedrigeren Marktpreisen am Bilanzstichtag bewertet. Zulässige Bewertungsvereinfachungsverfahren werden in Anspruch genommen. Unfertige und fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet, die überwiegend retrograd vom erzielbaren Erlös unter Berücksichtigung von Abschlägen ermittelt werden. Waren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwendbarkeit ergeben, werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. Das Niederstwertprinzip wird beachtet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten ausgewiesen. Für erkennbare Einzelrisiken werden individuelle Wertberichtigungen gebildet. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert bilanziert. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Die Genussrechte werden entsprechend den Genussrechtsbedingungen mit Wirkung vom 1. Januar 2005 innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Genussrechtsverhältnisse bestehen auf unbestimmte Zeit, ein Kündigungsrecht ist ausgeschlossen. Eine Rückzahlung erfolgt ausschließlich im Falle der Liquidation der Gesellschaft. Die Rechte der Inhaber von Genussrechten gehen allen Gläubigern im Range nach. Im Falle der Liquidation werden die Rechte der Inhaber der Genussrechte nach allen Gläubigern gleichrangig mit den Rechten der Gesellschafter bedient. Der Ausschüttungsanspruch der Genussrechtsinhaber besteht gleichrangig neben dem Anspruch der Gesellschafter. Der Sonderposten für Investitionszuschüsse wird grundsätzlich entsprechend dem Abschreibungsverlauf der bezuschussten Anlagengegenstände aufgelöst. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Teilwertverfahren unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck gebildet. Für die Abzinsung wurde pauschal der für den 31. Dezember 2022 prognostizierte durchschnittliche Marktzinssatz aus den vergangenen 10 Jahren für eine restliche Laufzeit von 15 Jahren von 1,78 % (im Vorjahr 1,87 %) verwendet. Erwartete Rentensteigerungen wurden mit 2,00 % (im Vorjahr 1,75 %) berücksichtigt. Im Rahmen der Erstanwendung des BilMoG wurde vom Verteilungswahlrecht gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch gemacht. Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert (Aktivwert der Rückdeckungsversicherung) mit den Rückstellungen verrechnet. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (das heißt einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde entsprechend die Abzinsung berücksichtigt. Die Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet. Dabei werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 307 HGB beruhen, berücksichtigt. Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 298 Abs. 1 i.V.m. § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 298 Abs. 1 i.V.m. § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Als verbundene Unternehmen der Berichtsgesellschaft werden die Vion Holding N.V., Best/Niederlande und deren unmittelbare und mittelbare Tochterunternehmen angesehen. D. KonsolidierungsgrundsätzeDie Erstkonsolidierung erfolgte zum 31. Dezember 1992. Für alle einbezogenen Abschlüsse wurde der Stichtag des Konzernabschlusses des Mutterunternehmens, der Vion Food North B.V., zugrunde gelegt. Die Kapitalkonsolidierung für Gesellschaften oder für zugekaufte Kapitalanteile, die vor dem 1. Januar 2010 erstmals konsolidiert wurden, wurde nach der Buchwertmethode zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der erstmaligen Konsolidierung vorgenommen. Die nach Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital verbliebenen Unterschiedsbeträge wurden, soweit möglich, den in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenständen und Schulden der Tochterunternehmen zugeordnet. Verbliebene aktivische Unterschiedsbeträge wurden in der Konzernbilanz gemäß § 309 Abs. 1 HGB a.F. mit den Rücklagen verrechnet. Passivische Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung wurden innerhalb des Eigenkapitals erfasst. Nach dem 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2017 erfolgten keine Erstkonsolidierungen. Im Rahmen der Unternehmenserwerbe der Gesellschaften in Landshut und Vilshofen (jeweils 51 %) durch die Vion Food North B.V. wurden die Vion SBL Landshut GmbH sowie die Vion EGN Südostbayern GmbH mit ihrer 100 %-Tochtergesellschaft Vion Vilshofen GmbH innerhalb des Konzernabschlusses der Vion Food North-Gruppe zum 31. Dezember 2018 erstkonsolidiert. Die Kapitalkonsolidierung wurde nach der Erwerbsmethode durchgeführt. Die Erstkonsolidierung erfolgte einheitlich auf den Stichtag der erstmaligen Einbeziehung des jeweiligen Tochterunternehmens in den Konzernabschluss. Die nach Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital verbliebenen Unterschiedsbeträge wurden, soweit möglich, den in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenständen und Schulden der Tochterunternehmen zugeordnet. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, in der Konzernbilanz als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Aufgrund des Asset-Deal mit der NWT sind die erworbenen Vermögensgegenstände und Schulden dieser Gesellschaft, auf die neu gegründete Vion-Gesellschaft NWT-CT GmbH übergegangen. Ab dem Jahr 2020 werden die neu in die NWT-CT GmbH eingebrachten Vermögensgegenstände und Schulden innerhalb der Vion Food North-Gruppe vollkonsolidiert. Durch diese Erstkonsolidierung ergab sich ein passiver Unterschiedsbetrag. Dieser Unterschiedsbetrag wird nach dem Konzerneigenkapital gezeigt und wird in den Folgejahren entsprechend über die Nutzungsdauer (3 bzw. 10 Jahre) der jeweiligen Vermögensgegenstände erfolgswirksam aufgelöst. Für nicht dem Mutterunternehmen gehörende Anteile vollkonsolidierter Gesellschaften wurde ein entsprechender Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile gebildet. Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge innerhalb des Konsolidierungskreises wurden eliminiert. Bei der Equity-Bilanzierung der beiden bisherigen inländischen Gesellschaften ergab sich kein Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und anteiligem Eigenkapital zum Zeitpunkt der erstmaligen Berücksichtigung. Zum 1. Januar 2016 wurde erstmalig die Vion Beef B.V., Best/Niederlande (vormals A. Moksel GmbH, Buchloe) als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Vion Food North B.V. (vormals Vion Food North GmbH) einbezogen. Der Stimmrechts- und Kapitalanteil der Vion Food North GmbH an der A. Moksel GmbH betrug zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung jeweils 33,30 %. Der Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und anteiligem Eigenkapital der A. Moksel GmbH betrug zum 1. Januar 2016 TEUR 26.735 und entfiel in voller Höhe auf den Geschäfts- oder Firmenwert. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird linear über die Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben. Konzerninterne Ergebnisse aus Lieferungen und Leistungen mit assoziierten Unternehmen wurden wegen geringer Bedeutung nicht eliminiert. E. Erläuterungen zur KonzernbilanzAnlagevermögenDie Entwicklung des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage A) dargestellt. Die Abschreibungen in Höhe von TEUR 25.416 (Vj. TEUR 14.767) beinhalten im aktuellen Geschäftsjahr TEUR 4.149 an außerplanmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen (Vj. TEUR 54) und TEUR 6.812 an außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (Vj. keine). Die außerplanmäßigen Abschreibungen resultieren vor allem aufgrund einer Bereichsschließung in Südostbayern. Die Geschäfts- oder Firmenwerte für die Vion SBL Landshut GmbH und die Vion EGN Südostbayern GmbH wurden im Geschäftsjahr in Höhe von TEUR 2.912 planmäßig abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen wurden im Zusammenhang mit der Schließung der Zerlegung in Landshut über TEUR 6.806 vorgenommen. AnteilsbesitzDer Anteilsbesitz des Konzerns ist als Anlage zum Konzernanhang (Anlage C) dargestellt. Für die dort gekennzeichneten Gesellschaften wurden die Befreiungsvorschriften entsprechend § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen. Die Gesellschaften wurden in der Anlage C kenntlich gemacht. Vorräte
Forderungen und sonstige VermögensgegenständeAlle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen des Vion Konzerns beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 10.723 (Vj. TEUR 8.632). Forderungen aus Cashpool bestehen zum Stichtag über TEUR 8.290 (Vj. keine). Latente SteuernGem. § 314 Abs. 1 Nr. 21 HGB erfolgen die folgenden Angaben zu latenten Steuern:
Auf einen Ausweis latenter Steuern in der Bilanz wird gem. § 306 HGB verzichtet, da das Wahlrecht zur Aktivierung eines Aktivüberhangs latenter Steuern nicht in Anspruch genommen wird. Zum 31. Dezember 2022 bestehen körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 374 Mio. und gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 333 Mio., für die bisher keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden. EigenkapitalDas Stammkapital beträgt unverändert zum Vorjahr EUR 66.415.120,00 und ist weiterhin in sieben Geschäftsanteile eingeteilt. Mehrheitsgesellschafter ist die Vion N.V., Best/Niederlande (94,89 %). Das Genussrechtskapital von TEUR 46.528 entspricht dem bei der Muttergesellschaft ausgewiesenen Bilanzposten. Die Vion N.V. hat in Vorjahren zwecks Stärkung der Eigenkapitalsituation freiwillige Zuzahlungen in Höhe von TEUR 49.130 in die Kapitalrücklage gem. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB bei der Gesellschaft geleistet. Die Gewinnrücklagen umfassen neben denen der Muttergesellschaft die Gewinnrücklagen und Bilanzergebnisse der in den Konzern einbezogenen verbundenen Unternehmen sowie aktivische und passivische Unterschiedsbeträge aus historischen Kapitalkonsolidierungen. Der Ausgleichsposten für nichtbeherrschende Anteile hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas verringert und beträgt zum 31.12.2022 insgesamt TEUR 14.835 (Vj. TEUR 15.137). Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDer noch in künftigen Perioden anzusammelnde Fehlbetrag gemäß Art. 67 Abs. 2 EGHGB beträgt TEUR 1.409. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 1.469 (Vj. TEUR 2.458). Seit dem Geschäftsjahr 2022 liegen keine Aktivwerte mehr aus den Rückdeckungsversicherungen für Pensionen vor. Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Rechnungen, für Kundenboni, für Fracht- und Transportkosten sowie für Urlaubs- und sonstige Personalansprüche gebildet. In den sonstigen Rückstellungen sind Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von TEUR 5.868 (Vj. TEUR 3.600) enthalten. VerbindlichkeitenDer Verbindlichkeitenspiegel ist als Anlage B beigefügt. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen handelsübliche Eigentumsvorbehalte. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten TEUR 4.610 (Vj. TEUR 2.179) an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Ferner bestehen mehrere Intercompany-Darlehen gegenüber einer Vion-Konzerngesellschaft. Die Verpflichtungen aller Vion Food North-Gruppengesellschaften zum Stichtag betragen insgesamt TEUR 222.000 (Vj. TEUR 160.000). Die Darlehen stehen der Vion Food North B.V. und den Tochtergesellschaften bis zum 31. Dezember 2027 zur Verfügung. Unter den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber Minderheitsgesellschaftern in Höhe von TEUR 12.870 (Vj. TEUR 12.573) enthalten. HaftungsverhältnisseEnde des 3. Quartals 2020 hat die Vion Food Group neue Verträge über einen Kreditrahmen in Höhe von 250 Mio. EUR unterzeichnet. Der neue Kreditrahmen wird von fünf Banken für einen Zeitraum von fünf Jahren gewährt. Von Unternehmen der Vion Food Group werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in das Finanzierungsprogramm mit eingeschlossen. Am Bilanzstichtag war seitens der Konzernunternehmen der Vion Food North B.V. ein Betrag in Höhe von TEUR 19.364 (Vj. TEUR 24.293) an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als Sicherheiten in das Programm einbezogen. Der Geschäftsführung liegen keine Informationen vor, die auf eine Inanspruchnahme der Konzernunternehmen der Vion Food North-Gruppe aus dieser Haftung hindeuten. Sonstige finanzielle VerpflichtungenNeben den Haftungsverhältnissen bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Leasing-, Pacht- und Wartungsverträgen i. H. v. TEUR 13.004. Die Verträge haben eine Laufzeit bis maximal 5 Jahre. Miet- und Leasingvereinbarungen wurden zum Zwecke der Schonung der Liquidität geschlossen. Besondere Risiken ergeben sich hieraus nicht. Im übrigen verweisen wir auf den in künftigen Perioden anzusammelnden Fehlbetrag gemäß Art. 67 Abs. 2 EGHGB in Höhe von TEUR 1.409. F. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungUmsatzerlöseDie Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:
Bei den sonstigen Umsätzen handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus dem Verkauf von Ladehilfsmitteln sowie um Erträge aus Managementdienstleistungen, die für andere Vion-Betriebe außerhalb der Vion Food North-Gruppe erbracht wurden. Wesentliche geographische Absatzmärkte sind sowohl Deutschland, die Europäische Union als auch Asien. Sonstige betriebliche ErträgeUnter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind aperiodische Erträge in Höhe von TEUR 3.406 (Vj. TEUR 706) enthalten, die im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren. In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 46 (Vj. TEUR 1.352) ausgewiesen. Zudem ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen ein außergewöhnlicher Ertrag aufgrund der anteiligen Auflösung des passiven Unterschiedsbetrags in Höhe von TEUR 310 (Vj. TEUR 310) enthalten. PersonalaufwandUnter den Personalaufwendungen werden im aktuellen Geschäftsjahr TEUR 5.332 an Restrukturierungsaufwendungen ausgewiesen (Vj. TEUR 3.600), die außergewöhnliche Aufwendungen darstellen. Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten aperiodische Aufwendungen in Höhe von TEUR 195 (Vj. TEUR 261), die vor allem aus Wertberichtigungen von Forderungen und aufgrund von Verlusten aus dem Abgang von Sachanlagevermögen resultieren. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 106 (Vj. TEUR 1.383) enthalten. Die aus der Anwendung von Art. 66 und Art. 67 Abs. 1 bis 5 EGHGB (Übergangsvorschriften zum BilMoG) resultierenden Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus der Zuführung zu Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 775 (Vj. TEUR 779). Beteiligungsergebnis
Das Ergebnis aus der Beteiligung an assoziierten Unternehmen betrifft im Wesentlichen die Vion Beef-Gruppe. Zinsergebnis
In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ist der Zinsanteil aus der Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit TEUR 1.243 (Vj. TEUR 2.982) enthalten. Die Zinsaufwendungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind gegenüber der Vion Financial Services B.V., Best/Niederlande angefallen. G. Erläuterungen zur KonzernkapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich der Finanzmittelfonds des Vion Food North Konzerns im Laufe des Geschäftsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert hat. Gemäß DRS 21 wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer Geschäftstätigkeit und Zahlungsströmen aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Im Geschäftsjahr 2022 belaufen sich die Zinszahlungen auf TEUR 10.362 (Vj. TEUR 8.914) und die Zinseinnahmen auf TEUR 33 (Vj. TEUR 24). Der Vion Food North Konzern hat im Geschäftsjahr 2022 keine Ertragssteuererstattungen für Vorjahre erhalten und TEUR 1.118 an Ertragsteuern gezahlt. Im Finanzmittelfonds sind die zum Stichtag bestehenden Zahlungsmittel und Zahlungsäquivalente enthalten. Im Rahmen der Darstellung der Kapitalflussrechnung werden die kurz- und mittelfristig fälligen Intercompany-Forderungen und -Verbindlichkeiten, die nicht der operativen Geschäftstätigkeit zuzuordnen sind, als Konzernfinanzierung in den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit mit einbezogen. H. Sonstige AngabenMitglieder des Management Board der Vion Food North B.V.David Alexander De Camp, Rheda-Wiedenbrück, COO Beef Vion Food Group Jan de Jonge, Dreumel (NL), COO Pork Vion Food Group, bis 31. August 2022 Leon Albert Cuypers, Hengelo (NL), COO Pork Vion Food Group, ab 1. September 2022 Gesamtbezüge der GeschäftsführungAuf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wurde in analoger Anwendung von § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Gesamtbezüge und Rückstellungen für Pensionen und Anwartschaften ehemaliger Mitglieder der GeschäftsführungDie Bezüge der früheren Mitglieder der Geschäftsführung betragen TEUR 598 (Vorjahr TEUR 679). Für frühere Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene wurden Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 3.968 (Vorjahr TEUR 5.006) gebildet. MitarbeiterDie durchschnittliche Mitarbeiterzahl beträgt:
Prüfungs- und BeratungshonorareVom Abschlussprüfer des Konzernabschlusses sowie der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften wurde für das Geschäftsjahr 2022 ein Gesamthonorar in Höhe von TEUR 426 berechnet. Davon entfallen TEUR 417 auf Abschlussprüfungsleistungen sowie TEUR 9 auf andere Bestätigungsleistungen. NachtragsberichtIm Frühjahr 2023 wurde die Zerlegung aus dem Schweineschlachtbetrieb in Landshut nach Vilshofen und Crailsheim überführt. In der Fortführung dieses Schritts setzt die Vion Food North-Gruppe im Süden Deutschlands weiterhin auf die enge strategische Partnerschaft mit der EG Südbayern. In diesem Sinne werden der Vion-Standort in Landshut zukünftig zuallererst das regionale Geschäft abbilden und die Standorte Crailsheim und Vilshofen zu zentralen Drehscheiben für die Schweinefleischaktivitäten in Süddeutschland aufgebaut. Der seit Jahren rückläufige Rinderbestand in Norddeutschland sowie die Überkapazitäten am Schlachthofmarkt machen einen weiteren Schritt der Konsolidierung der Schlachthoflandschaft notwendig. Deshalb plant die Vion Food Group zum 31. Juli 2023 den von der Vion Food North B.V. an die Vion Bad Bramstedt GmbH verpachteten Rinderschlacht- und Zerlegebetrieb in Bad Bramstedt zu schließen. Die geplante Schließung ist eine Folge der aktuellen Marktsituation, der Inflation und der hohen Preise sowie des allgemeinen gesellschaftlichen Trends zu weniger Fleischkonsum. Vion hat Anfang Juni 2023 bekannt gegeben, dass es diverse Umstrukturierungen innerhalb der gesamten Vion Food Group geben wird. Es ist geplant in Zukunft zwei Länderorganisationen für Deutschland und die Beneluxländer zu gründen, die den Vieheinkauf, die Standorte mit Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung und Verpackung sowie den Vertrieb steuern werden. Hierdurch soll die Viehbeschaffung über den Betrieb der Standorte bis hin zum Vertrieb der Produkte aufeinander abgestimmt werden. Weiter soll die eigene Effizienz gesteigert und die Verbindung zwischen Landwirten und Kunden gestärkt werden. Darüber hinaus soll eine eigenständige Organisationen für Nebenprodukte eingeführt werden, um die Verwertung aller Teile des Tieres zu steigern. Damit wird noch stärker das Vion-Versprechen zu einer verantwortungsvollen Produktion und zur Minimierung von Abfällen eingelöst. Der Bereich Food Service wird auch weiterhin als eigenständige Einheit betrieben werden. Mit einer noch stärkeren Ausrichtung auf Innovation und Nachhaltigkeit ist geplant das strategische Ziel, die Nummer eins unter den nachhaltigen Fleischunternehmen in Europa zu werden, zu unterstreichen. Vion ist zuversichtlich, dass die geplanten strategischen Veränderungen ein nachhaltiges Wachstum fördern, die Kettenstrategie des Unternehmens forcieren, Innovationen vorantreiben und die führende Position in der europäischen Lebensmittelindustrie stärken. Die geplanten Änderungen sollen in den kommenden Monaten detailliert ausgearbeitet und ab dem vierten Quartal 2023 umgesetzt werden. Darüber hinaus sind zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung bekannt, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten. ErgebnisverwendungDas Geschäftsjahr 2022 der Vion Food North B.V. schließt im niederländischen Jahresabschluss mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 75.680 ab. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzverlust auf neue Rechnung vorzutragen. Einbeziehung in den Vion KonzernDer Konzernabschluss der Vion Food North B.V. wird in den Konzernabschluss der Vion Holding N.V., Best/Niederlande, einbezogen. Die Vion Holding N.V. erstellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis der Unternehmen, denen die Vion Food North B.V. als Tochterunternehmen angehört. Der Konzernabschluss der Vion Holding N.V. wird bei der Handelskammer von Eindhoven unter der Nummer 17053901 hinterlegt.
Emstek, den 13. Juli 2023 Vion Food North B.V. David Alexander De Camp Leon Albert Cuypers Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2022
Verbindlichkeitenspiegel zum 31. Dezember 2022
Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2022
1) Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift
gemäß § 264 Abs. 3 HGB
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022A. GrundlagenDie Gesellschafter der vormaligen Vion Food North GmbH, Bad Bramstedt, haben nach Maßgabe des Umwandlungsplans vom 23.11.2020 und des Gesellschafterbeschlusses vom selben Tage die grenzüberschreitende formwechselnde Umwandlung in die Vion Food North B.V. mit Sitz in Best/Niederlande beschlossen. Diese Umwandlung wurde am 20.01.2021 in das für die Gesellschaft zuständige niederländische Handelsregister (Kamer van Koophandel) unter der KVK-Nummer 81634064 eingetragen und wurde damit wirksam. Mit dem Wirksamwerden des Formwechsels befindet sich der Satzungssitz der formgewechselten Gesellschaft in den Niederlanden, während die Geschäftsanschrift sowie der Verwaltungssitz mit der tatsächlichen Geschäftsleitung jeweils von Bad Bramstedt nach Emstek verlegt wurden. Gegenstand der Vion Food North-Gruppe, bestehend aus der Muttergesellschaft, der Vion Food North B.V., und deren mittelbaren und unmittelbaren Tochtergesellschaften (im Folgenden auch: "der Konzern") ist vor allem der Betrieb von Großschlachtereien in eigenen Schlachthöfen, der Handel mit Vieh und Fleisch sowie anderen Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Produkten sowie die Herstellung und der Vertrieb von Fleischwaren aller Art und anderen Nahrungsmitteln. Die Vion Food North-Gruppe betreibt Schweineschlachthöfe in Emstek, Perleberg, Landshut und Vilshofen. Die Gruppe ist mit Standorten in Ahlen, Holdorf und Twist in der Weiterverarbeitung von Schweinefleisch tätig. Die Konzerngesellschaften vertreiben ihre Produkte über eigene Vertriebsgesellschaften im Inland sowie im europäischen Ausland. Mit der Vion IM&T GmbH ist dem Konzernverbund eine IT-Service-Gesellschaft, die für die Vion weite IT-Landschaft verantwortlich ist, zugehörig. Diese Service-Gesellschaft erbringt in erster Linie Dienst- und Serviceleistungen für deutsche Konzernunternehmen der Vion-Gruppe. Weitere Gesellschaften in Holdorf konzentrieren sich unter anderem auf Kühlhausaktivitäten für diverse Vion-Gesellschaften und betreiben mehrere Kühlhäuser in ganz Deutschland. Mit der Vion Zucht- und Nutzvieh GmbH beinhaltet die Vion Food North-Gruppe eine Einkaufsorganisation für Schweine und Rinder in Deutschland. Die Gesellschaft ist eine unterstützende Einrichtung vor allem für deutsche Vion-Schlachthöfe und unterhält Beziehungen zu Lieferanten. Lediglich durch den Handel mit und die Vermarktung von Rindern bei der Vion Zucht- und Nutzvieh GmbH entfällt ein Teil der Umsatzerlöse auf den Bereich Beef. Die Kunden kommen im Wesentlichen aus dem Lebensmitteleinzelhandel und der Industrie, aber auch aus den Bereichen Gastronomie und Catering. Sowohl bei den Umsatzerlösen als auch beim Betriebs- und Jahresergebnis handelt es sich um bedeutsame finanzielle Leistungsindikatoren der Vion Food North-Gruppe mit Bezug auf die Unternehmenssteuerung. Neben der Funktion als Konzernobergesellschaft der Vion Food North-Gruppe erzielt die Vion Food North B.V. (vormals Vion Food North GmbH; im Folgenden kurz: "Gesellschaft") Erträge vor allem aus der Weiterverrechnung von Management-Dienstleistungen und Organisationsaufgaben an andere Gruppen-Gesellschaften. Darüber hinaus fungiert die Gesellschaft als Besitzgesellschaft und hält das Anlagevermögen von einzelnen Vion Standorten. So verpachtet die Gesellschaft u. a. den Standort Bad Bramstedt (Produktion von hochwertigem Rindfleisch) an die Vion Bad Bramstedt GmbH, die zur Vion Beef-Gruppe (vormals Moksel-Gruppe) zugehörig ist. Als Obergesellschaft des Konzerns der Vion Food North B.V. und ihrer Tochtergesellschaften erhält die Vion Food North B.V. Erträge von ihren Tochtergesellschaften. Durch die Anbindung der operativen Tochtergesellschaften über Ergebnisabführungsverträge werden deren Ergebnisse direkt bei der Vion Food North B.V. erfasst. Die Zusammensetzung des Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich gegenüber dem Vorjahr nicht geändert. Zum 31. Juli 2023 ist geplant den Rinderschlachthof in Bad Bramstedt aufgrund des seit Jahren rückläufigen Rinderbestandes in Norddeutschland sowie der vorhandenen Überkapazitäten am Schlachthofmarkt zu schließen. Der Betriebspachtvertrag zwischen der Vion Bad Bramstedt GmbH und der Vion Food North B.V. ist zum 31.12.2023 gekündigt. Gesellschafter der Vion Food North B.V. sind die Vion N.V., Best/Niederlande (94,89 %) und die Peelse Barrier Holding B.V. & Co. KG, Buchloe (5,11 %). Die Vion Food North B.V. ist gemäß § 271 HGB mit der Vion Holding N.V., Best/Niederlande, und den zum Konzernkreis des Mutterunternehmens gehörenden Tochterunternehmen verbunden (im Folgenden: Vion-Gruppe: Vion Holding N.V. und deren mittelbaren und unmittelbaren Tochtergesellschaften). B. WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen1. Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenIm Jahr 2022 war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 1,8 % höher als im Vorjahr. Das Wirtschaftswachstum betrug kalenderbereinigt 1,9 %. (Quelle: Destatis) Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war geprägt von Folgen des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise. Dazu kamen, auch wenn im Lauf des Jahres abklingend, die Konsequenzen der Corona-Pandemie, der Fachkräftemangel sowie massiv steigende Preise für beispielweise Nahrungsmittel. Dennoch konnte sich die deutsche Wirtschaft 2022 gut behaupten. Die verschiedenen Wirtschaftsbereiche entwickelten sich dabei unterschiedlich: Bestimmte Dienstleistungsbereiche, wie die Kreativ- und Unterhaltungsbranche sowie das Gastgewerbe, profitierten von den Nachholeffekten des Wegfalls der Corona-Schutzmaßnahmen. Auch der Wirtschaftsbereich Verkehr legte nach Wegfall der Schutzmaßnahmen stark zu, wohingegen der Handel nach letztjährigem Anstieg rückläufig war. Die Wirtschaftsleistung des Verarbeitenden Gewerbes nahm mit +0,2 % kaum zu. Gründe dafür sind die gestörten internationalen Lieferketten in der ersten Jahreshälfte, wie bereits Ende 2021, sowie der massive Anstieg der Energiepreise in Folge des Ukraine-Kriegs. Die wichtigste Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft auf der Nachfrageseite waren 2022 die privaten Konsumausgaben. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen diese preisbereinigt um +4,6 % und erreichten fast das Vorkrisenniveau von 2019. Das ist auf die Nachholeffekte für Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen sowie in den Bereichen Freizeit, Unterhaltung und Kultur zurückzuführen. Die staatlichen Ausgaben stiegen um +1,1 % und damit verglichen mit den Vorjahren nur moderat. Zwar wurde in die Unterbringung Schutzsuchender aus der Ukraine und anderen Kriegsgebieten investiert, jedoch sanken die Ausgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie massiv. (Quelle: Destatis) Die Zahlen sind aufgrund der anhaltenden schwierigen Rahmenbedingungen mit größeren Unsicherheiten als in den Vor-Krisen-Jahren behaftet. (Quelle: Destatis) Trotz hoher Preisanstiege stieg der Export um 3,2 % (preisbereinigt), der Import stieg mit 6,7 % (preisbereinigt) noch viel stärker. Mit durchschnittlich 45,6 Millionen Erwerberstätigen mit Arbeitsort in Deutschland, die 2022 die Wirtschaftsleistung erbrachten, waren es ca. 589.000 (+1,3 %) mehr als 2021 und so viele wie nie zu vor in Deutschland. Das Rekordhoch ergibt sich vor allem durch den Anstieg von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor. (Quelle: Destatis) Die Bevölkerung liegt nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes mit einem Wert von 84,3 Mio. auf einem neuen Höchststand. Das sind 1,1 Mio. mehr Menschen als am Ende des Vorjahres 2021. Dieses Ausnahmewachstum beruht auf einer außerordentlich starken Nettozuwanderung, wie sie bisher noch nicht gemessen wurde und viermal so hoch ist wie 2021. Die Zuwanderung setzt sich vor allem aus Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine wie auch der Zuwanderung aus anderen Ländern zusammen. (Quelle: Destatis) Nach vorläufigen Berechnungen beträgt das Finanzierungsdefizit der staatlichen Haushalte (Bund, Länger, Gemeinden, Sozialversicherungen) für das Jahr 2022 101,6 Mrd. EUR und ist somit um knapp 33 Mrd. EUR geringer als im Vorjahr. Zwar entlasteten die auslaufenden Corona-Maßnahmen den Staatshaushalt, jedoch überlagerten die drei Entlastungspakete aufgrund steigender Energiekosten für Verbraucherinnen und Verbraucher diesen Effekt. Das Bundesdefizit liegt - wie 2021 - etwas über dem des Staatshaushalts, wohingegen Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen leichte Finanzierungsüberschüsse erreichten. Gemessen am nominalen BIP ergab sich eine staatliche Defizitquote von 2,6 %. Sie ist deutlich geringer als 2021 (-3,7 %) und 2020 (-4,3 %). (Quelle: Destatis) Das Ende des Jahres 2022 stand unter dem Schatten einer Rekordinflation und der Sorge der Verschärfung der Energiekrise. Mit durchschnittlich 7,9 % Anstieg der Verbraucherpreise (Basisjahr 2015 1 ) war die Inflationsrate mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr (2021, Basisjahr 2015: 3,1 %) - es ist von einer historisch hohen Inflationsrate die Rede. Im September war diese erstmals zweistellig und den Höchstwert erreichte sie im Oktober 2022 mit 10,4 %. Zum Jahresende schwächte sich die Inflationsrate mit 8,6 % etwas ab, blieb aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Gründe dafür sind die außerordentlichen Preiserhöhungen bei Energieprodukten wie Erdgas, Heizöl, Kraftstoffen und Strom sowie andere kriegs- und krisenbedingte Sondereffekte wie Lieferengpässe und deutliche Kostensteigerungen vorgelagerter Wirtschaftsstufen. Die enorm steigenden Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sorgten mit fortschreitendem Jahresverlauf für einen weiteren Anstieg der Gesamtteuerung. Im Jahresdurchschnitt lagen die Preise für Nahrungsmittel 13,4 % höher als 2021. Im vergangenen Jahr lagen die Steigerungen noch bei 3,2 %. Es waren alle Warengruppen von Preiserhöhungen betroffen, aber überdurchschnittlich stiegen die Kosten bei Speisefetten und Speiseölen (+36,2 %), sowie Molkereiprodukten und Eiern (+19,7 %). Auch Brot und Getreideerzeugnisse (+13,5 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+14,6 %) wurden überdurchschnittlich teurer für die Verbraucher. Die Jahresteuerungsrate ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln lag 2022 mit +4,0 % nur etwa halb so hoch wie die Gesamtinflationsrate. (Quelle: Destatis)
1 Bei einer Nachberechnung zum Basisjahr 2020
liegt die Inflationsrate bei 6,9 %.
2. Branchenspezifische RahmenbedingungenDer deutsche Fleischmarkt war im Jahr 2022 weiterhin rückläufig. Das betraf die Erzeugung, den Im- und Export von Lebendvieh, Fleisch und Erzeugnissen sowie den Verbrauch. Die Bruttoeigenerzeugung an Fleisch betrug 7,69 Mio. t und sank damit um 7,7 % deutlich im Vergleich zu 2021. Insbesondere die Ausfuhr von Lebendvieh, Fleisch und Fleischerzeugnissen sank im Vergleich zum Vorjahr rapide um 7,0 %, die Einfuhr unterlag mit einem Minus von 1,9 % ebenfalls einem Rückgang. Vom Rückgang der Eigenfleischproduktion waren sowohl Rind- als auch Schweine-Fleisch betroffen. So fiel der Umfang der Bruttoeigenfleischproduktion im Rind- und Kalbfleischbereich von 1,12 Mio. t (2021) um 9,7 % auf 1,01 Mio. t (2022) und im krisenbehafteten Schweinefleischbereich von 4,72 Mio. t (2021) um knapp 10,0 % auf 4,25 Mio. t (2022). (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) Der Abwärtstrend des Fleischverbrauchs setzt sich weiter fort und ist um -5,7 % auf 4,34 Mio. t gesunken. Für Schweinefleisch bedeutete das einen Rückgang von -6,6 % auf 2,45 Mio. t. Schweinefleisch bleibt aber nach wie vor die beliebteste Fleischsorte. Der Rind- und Kalbfleischverbrauch ist auf 0,74 Mio. t (-7,2 %) und damit unter Vor-Corona-Niveau (2019: 0,82 Mio. t) gesunken. Mit einem Minus von 0,8 % bleibt der Geflügelverbrauch weiterhin stabil. (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) Der Rückgang des Fleischverbrauchs setzt sich somit weiter fort. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Zum einen verschieben sich die Ernährungsgewohnheiten weiter hin zu einer pflanzenbasierten Ernährung, zum anderen sind Fleisch und Fleischwaren deutlich teurer als in den Vorjahren. Dem Ernährungsreport 2022 des Bundesinstituts für Ernährung und Landwirtschaft zufolge verzichten 44 % ab und an auf Fleisch, 7 % ernähren sich vegetarisch und 1 % vegan. Damit einhergehend steigt die Nachfrage nach Alternativen: im Vergleichszeitraum Januar bis September wurden 2021 insgesamt 40.400 t und 2022 bereits 45.400 t an Fleischalternativen nachgefragt. (Quelle: Ernährungsreport 2022, BMEL) (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) Die Preise für Fleisch und Fleischwaren sind im Jahr 2022 durchschnittlich um 14,6 % gestiegen. Laut einer von Vion durchgeführten repräsentativen Sonderbefragung mit dem Markforschungsinstitut-GfK können sich bis zu 31 % der Deutschen ihren gewohnten Fleischkonsum nicht mehr leisten. Dabei sehen sie Fleisch als unverzichtbaren Teil ihrer Ernährung. (Quelle: Destatis) (Quelle: Vion Consumer Monitor Inflationsbefragung) Gegenläufig zum generellen rückläufigen Fleischkonsumtrend verlief die Entwicklung im Gaststättenbereich: Durch das Nachlassen der Corona-Pandemie und den Wegfall der Corona-Schutzmaßnahmen erholte sich die massiv geschwächte Gastronomie. So ist der Umsatz real um voraussichtlich 45,4 % höher als im Vorjahr, jedoch 12,5 % unter Vor-Corona-Niveau. Die zunächst hohen Zuwachsraten gerieten jedoch in der zweiten Jahreshälfte ins Stocken. Das ist vor allem auf die steigenden Lebenshaltungskosten zurückzuführen. (Quelle: Destatis) In den Corona-Jahren 2020 und 2021 wurde vorrangig in den eigenen vier Wänden gegessen. Durch den Wegfall der Corona-Schutzmaßnahmen verschob sich der Verzehr wieder etwas in Richtung Außer-Haus. Das hat zur Folge, dass zahlreiche Frischwarengruppen wie Fleisch (-14,5 %), Geflügel (-11,6 %), Butter/Buttererzeugnisse (-9,7 %) aber auch Gemüse (-7,8 %) von Privathaushalten weniger gekauft wurden. Durch die steigenden Energiekosten, den Ukraine-Krieg und der allgemeinen Verunsicherung bewegte sich die Anschaffungsneigung auf einem niedrigen Niveau. Dennoch entwickelten sich die Konsumausgaben der Privathaushalte positiv. Im ersten Halbjahr 2022 stiegen die privaten Konsumausgaben preisbereinigt um 6,7 %. Allerdings kam in der Zeit die zugespitzte wirtschaftliche Lage hinsichtlich Inflation und Energiekrise noch nicht vollkommen zum Tragen. Treiber waren in dieser Zeit Anschaffungen aus den Bereichen Bekleidung, Schuhe, Freizeit, Unterhaltung und Kultur sowie Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen. Nach dem Marktreport Fakten und Trends 2023 der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) schwächelt zwar der In-Haus-Verzehr trotz Inflation auf der einen Seite, auf der anderen Seite verzeichneten hochpreisige Einkaufsstätten wie Bio-Supermärkte (-21,0 %), Wochenmärkte (-15,2 %) und Fachgeschäfte (-12,9 %) starke Verluste. Selbst SB-Warenhäuser (-0,8 %) und Food-Vollsortimenter (-0,6 %) schrieben geringfügig rote Zahlen. Die einzigen Gewinner unter den Einkaufsstätten waren mit einem Zuwachs von 7,6 % die Discounter. Insgesamt war der Umsatz von Bio-Lebensmitteln, entgegen der Entwicklungen der Vorjahre, rückläufig. So sanken die Verbraucherausgaben in diesem Bereich um -4,4 %. Die Verbraucher passten im Jahresverlauf ihre Einkäufe den stark gestiegenen Lebensmittelpreisen an und bezogen mehr Aktions- und Handelsprodukte. In einigen Frischwarengruppen wie Fleisch reduzierten die Verbraucher stärker. Innerhalb kürzester Zeit hat sich somit das Einkaufsverhalten der Deutschen gedreht: von hochpreisigen Lebensmitteln zu Zeiten der Corona-Pandemie - als man sich damit noch etwas Besonderes gönnen wollte -innerhalb weniger Monate hin zu einem möglichst günstigen Einkauf. (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) 2. a) SchweinefleischDer Rückgang der Schweineschlachtungen setzt sich verstärkt fort. Während die Schlachtungen von 2019 auf 2020 noch um -3,3 % und von 2020 auf 2021 um -2,8 % sanken, nahmen sie von 2021 auf 2022 um ca. -9,2 % auf 47,1 Mio. Stück ab. (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) Insgesamt war der Schweinemarkt im vergangenen Jahr geprägt von Krisen - vom Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest über die Folgen der Corona-Pandemie bis hin zum Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Es kam zu einem regelrechten Einbruch der Schweinebestände in Deutschland. So waren im Mai 2022 mit 22,3 Mio. Schweinen insgesamt 9,6 % weniger Tiere als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt erfasst worden. Verglichen zu dem Höchststand im Jahr 2015 entspricht das einem Rückgang von mehr als 20 %. Die Abstockungen der Bestände betrafen alle Bereiche, den der Jungschweine jedoch am stärksten. Zudem ist die Zahl der Halter erneut zurückgegangen: im Mai 2022 wurden mit 17.900 insgesamt 10 % weniger Schweinehalter-Betriebe als im Vorjahres-Monat erfasst - bei den Sauenhaltern verhält es sich ähnlich, hier hat sich die Zahl innerhalb der letzten zehn Jahre sogar halbiert und beträgt nun 5.800. Parallel zur Reduzierung der Tierbestände setzt sich der Rückgang des Fleischkonsums weiter fort - und am stärksten davon betroffen ist Schweinefleisch. Aktuellen Schätzungen zu Folge ergibt sich in Deutschland ein menschlicher Pro-Kopf-Verzehr von 29,2 kg, damit ist der Schweinefleischkonsum in den letzten zehn Jahren um 24 % zurückgegangen. Jedoch ist Schweinefleisch mit einem Anteil am gesamt konsumierten Fleisch von mehr als 50 % nach wie das Lieblingsfleisch der Deutschen. Neben den Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten, werden auch mehr schnelle Fleischgerichte zubereitet und weniger Klassiker wie der traditionelle Schweinebraten. (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) Der Bedarf an Lebendimporten sinkt ebenfalls weiterhin - bei den Ferkeln in geringer Ausprägung als bei den Schlachtschweinen, jedoch ist auch hier ein klarer Trend erkennbar. Sowohl aus Dänemark als auch aus den Niederlanden, den beiden Hauptlieferanten, wurden 2022 deutlich weniger Tiere eingeführt. Neben dem geringeren Bedarf in Deutschland macht sich dabei auch die zunehmende innereuropäische Konkurrenz bemerkbar. Zuletzt gingen umfangreichere Mengen an Ferkeln nach Spanien und Polen. Bei einem Selbstversorgungsgrad von immer noch 125 % besteht nach wie vor eine hohe Exportabhängigkeit, um den Markt zu entlasten. Im Berichtsjahr kam es zu Preisanstiegen, die in dieser Form zuvor noch nicht vorgekommen waren. Die Preisempfehlung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften stieg Anfang März um 43 Cent/kg innerhalb von zwei Wochen. Neben dem kleinen Angebot an Schlachttieren zeigte sich insbesondere der Anstieg der Futtermittelkosten durch den Krieg in der Ukraine verantwortlich. Im weiteren Jahresverlauf stieg die Preisempfehlung auf bis zu 2,10 EUR/kg. Im Jahresmittel wurde ein Durchschnittspreis von 1,84 EUR/kg für Tiere der Handelsklasse E erzielt. Der Wert des Vorjahres wird damit um 0,47 EUR/kg (+34,3 %) übertroffen. (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) Der Export von Schweinefleisch hat in 2022 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um -11,3 % auf 2,36 Mio. t abgenommen. Die Ausfuhr von Schweinefleisch in EU-Drittländer sank 2022 um -6,7 % auf 1,97 Mio. t. Bei dem Export in Drittländer setzte sich der Abwärtstrend mit -29,0 % auf insgesamt 0,39 Mio. t fort. Das wichtigste Exportland war dieses Jahr Italien mit 0,35 Mio. t. Gegenüber dem Vorjahr sanken aber die Exporte hierhin um -6,5 %. Damit hatte Italien die Niederlande abgelöst, wohin die Ausfuhren um -16,7 % (auf insgesamt 0,33 Mio. t) sanken. Im Export in die Slowakei konnte hingegen ein deutliches Plus von 24,3 % auf 0,04 Mio. t verzeichnet werden. Der Import von Schweinefleisch sank weiter um -5,0 % auf 0,96 Mio. t; auf 0,93 Mio. t (-4,8 %) aus EU-Ländern und auf 0,03 Mio. t (-9,3 %) aus Drittländern. (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) 2. b) RindfleischDie Anzahl der Rinderschlachtungen ist weiterhin rückläufig. Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2022 3,01 Mio. Stück geschlachtet, das entspricht einem Rückgang von -7,8 %. Die Rinderschlachtungen gliedern sich vor allem in 1,12 Mio. Bullen (Rückgang von -6,6 %), in 1,01 Mio. Kühe (-10,1 %), in 0,53 Mio. Färsen (-9,2 %) und in 0,30 Mio. Kälber (-2,9 %) auf. (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) Nachdem der Rind- und Kalbfleischverbrauch 2020 seinen Peak erreicht hatte, setzt sich der Abwärtstrend aus dem Vorjahr fort. Mit einem vorläufigen Pro-Kopf-Verzehr von 8,8 kg sank dieser um 8,3 %. Zwar ging die Nachfrage privater Haushalte, die während der Corona-Pandemie noch höher war, zurück, jedoch waren wieder vermehrt Verzehroptionen im Gastronomie-Bereich zu verzeichnen. So ist ein Treiber für den Rückgang der, verglichen mit anderen Fleischarten, sehr hohe Preis für Rind- und Kalbfleisch: im Vergleich zum Basisjahr 2020 stieg dieser um 23 %. Zwar wurden Schweinefleisch (+19,6 %) und Geflügelfleisch (+28,9 %) prozentual ebenfalls deutlich teurer, jedoch auf einem niedrigeren Preisniveau. Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland sank ebenfalls von 96 % auf 94 % und liegt damit in etwa auf dem Niveau von 2020 (93 %). (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) (Quelle: Destatis) (Quelle: fleischwirtschaft.de) Der Export aller Rindfleischprodukte sank 2022 um -3,5 % auf 0,33 Mio. t. Ein besonders starker Rückgang ist im Außenhandel mit Drittländern zu verzeichnen. Die Ausfuhr sank hier um -15,1 % auf 0,04 Mio. t. Bei der Ausfuhr in EU-Länder (Rückgang von -1,6 %) liegen die Niederlande mit insgesamt 0,09 Mio. t nach wie vor auf Nummer eins und es konnte ein erneuerter Zuwachs von 5,7 % generiert werden. Zudem konnte der Export stabil auf hohem Niveau nach Frankreich (insgesamt: 0,04 Mio. t), nach Italien (insgesamt: 0,03 Mio. t) und nach Österreich (insgesamt: 0,03 Mio. t) gehalten werden. Bei geringen Mengen konnten hohe prozentuale Steigerungen des Exportgeschäfts beispielweise nach Estland (+32,2 %) und Kroatien (+48,2 %) erzielt werden. Die Ausfuhren nach Schweden (-22,2 %), in die Slowakei (-26,8 %), nach Belgien (-22,0 %) und nach Dänemark (-17,0 %) sind deutlich zurückgegangen. Der Exportrückgang im Drittlandbereich ist vor allem auf den Rückgang der Ausfuhr nach Norwegen (-43,7 % auf 7.415 t) und in die Schweiz (-4,8 % auf 7.739 t) zurückzuführen. Auch der Import insgesamt war 2022 rückläufig und sank auf 0,37 Mio. t (-6,8 %). Damit setzte sich der Trend aus den Vorjahren fort. Der Rückgang fußt auf der verringerten Einfuhr von Rindfleisch aus EU-Ländern (-8,9 % auf 0,32 Mio. t), aus Drittländern wurden 2022 mit 0,04 Mio. t insgesamt 10,3 % mehr importiert. Insbesondere die Einfuhren aus den Ländern Südamerikas (Argentinien, Brasilien, Chile, Paraguay, Uruguay) nahmen merklich um 7,4 % auf 38.452 t zu. (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) Laut aktueller Erhebungen ist der Rinderbestand das achte Jahr in Folge seit 2014 rückläufig. Der gesamte Bestand sank im Vergleich zum Vorjahr um -1,7 % auf 11,0 Mio. Rinder. (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) Zur Rinderzahl ging parallel auch die Halterzahl zum wiederholten Male zurück. So gaben innerhalb eines Jahres bis Mai 2022 mehr als 2.000 Betriebe bzw. 1,6 % die Rinderhaltung auf. Besonders deutlich fiel der Rückgang allerdings bei den Betrieben mit Milchkuhhaltung aus, bei denen ein Minus von 3,9 % zu verzeichnen war. (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) Die deutliche Abnahme des Viehbestands hatte eine deutliche Preissteigerung der Schlachtrinder zur Folge. Damit setzt sich die Entwicklung aus dem Vorjahr fort. Das Preisniveau für Jungbullen startete zu Beginn des Jahres deutlich über dem bereits hohen Niveau von 2021 und stieg nach einer kleiner Preisschwäche im Sommer zum Jahresende wieder deutlich an. Die Jungbullenpreise stiegen um 24,9 % auf 5,07 EUR/kg SG (Durchschnittspreis der Handelsklassen E-P). Bei den Färsen lagen die Preis im Jahresdurchschnitt bei 4,76 EUR/kg (+32,6 %) und bei Kühen bei 4,22 EUR/kg (+34,0 %). (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) Geschäftsverlauf/Geschäftsergebnis und Lage des Konzerns sowie finanzielle LeistungsindikatorenDie wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren für die gesamte Vion Food North-Gruppe stellen neben den Umsatzerlösen, das Betriebs- und Jahresergebnis dar. Personal- und SozialbereichIm Jahr 2022 beschäftigte die Vion Food North-Gruppe durchschnittlich 2.661 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.062). Aufgrund der Abschaffung von Werkverträgen und Arbeitnehmerüberlassung in der Fleischwirtschaft zum 1. Januar 2021 befinden sich ehemalige Werkvertragsmitarbeiter, die in der Vergangenheit über Subunternehmer beschäftigt waren, nun direkt auf der Gehaltsliste der Gesellschaften der Vion Food North Gruppe. Dadurch durften mehrere Vion Food North Gruppengesellschaften Ende des Jahres 2020 und Anfang 2021 vor allem in den Bereichen Schlachtung, Zerlegung und Verpackung durchschnittlich 1.800 neue Mitarbeiter begrüßen. Alle Vion-Gesellschaften engagieren sich für das Wohlergehen der neuen Mitarbeiter und investieren auch weiterhin in die Belegschaft. Vor allem Übernahmen der ehemaligen Werkvertragsmitarbeiter an den Standorten in Emstek, Perleberg und Landshut haben zu diesem Anstieg der Mitarbeiterzahl geführt. Die Vion Food North-Gruppe nimmt am Personalentwicklungsprogramm der Vion-Gruppe teil, bei welchem neben individuellen Einzelweiterbildungsmaßnahmen gezielt Gruppenweiterbildungsmaßnahmen für Fachbereiche stattfinden. Ziel ist es, aus eigenen Reihen Fachkräfte im Rahmen der Vion-Akademie (konzerninternes Weiterbildungsprogramm) aufzubauen, die langfristig über ein gemeinsames Verständnis von Führung im Sinne der Unternehmensstrategie verfügen. VermögenslageInnerhalb der Vion Food North-Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2022 die Vermögens- und Finanzlage im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt: AKTIVA
Die Bilanzsumme (unter Berücksichtigung des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags) hat sich um 63,6 Mio. EUR auf 384,7 Mio. EUR erhöht. Für diesen Anstieg sind im Wesentlichen die erhöhten Intercompany-Darlehen verantwortlich. Diese Anpassungen resultieren maßgeblich aus der weiterhin negativen Geschäftsentwicklung diverser Gruppengesellschaften. Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr hingegen von 46,0 % auf 33,3 % reduziert. Die immateriellen Vermögensgegenstände haben sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag um 10,4 Mio. EUR auf 29,9 Mio. EUR verringert. Diese Entwicklung ist sowohl auf die jährliche planmäßige Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts für die Ende 2018 erworbenen Standorte Landshut und Vilshofen in Höhe von 2,9 Mio. EUR als auch auf die außerplanmäßige Abschreibung aufgrund der Einstellung der Zerlegung in Landshut über 6,8 Mio. EUR zurückzuführen. Das Sachanlagevermögen der Vion Food North-Gruppe beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf 80,7 Mio. EUR (Vorjahr: 86,5 Mio. EUR). Das Sachanlagevermögen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 verringerte sich somit gegenüber dem 31. Dezember 2021 um insgesamt 5,8 Mio. EUR und ist neben planmäßigen Abschreibungen vor allem durch außerplanmäßige Abschreibungen bedingt. Außerplanmäßige Abschreibungen waren im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von 4,2 Mio. EUR zu verzeichnen (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR). In der Vion Food North-Gruppe wurden im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 9,4 Mio. EUR (Vorjahr: 8,9 Mio. EUR) in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte investiert. Neben Ersatz-, Erhaltungs- und Rationalisierungsinvestitionen wurden überwiegend Investitionen im Rahmen des Aus- bzw. Umbaus einzelner Standorte getätigt. Schwerpunkt war die Anschaffung diverser technischer Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Emstek, Perleberg, Landshut und Twist sowie für den verpachteten Standort in Bad Bramstedt. Unter anderem wurde in Perleberg in eine neue Kühlung und in Emstek in eine neue Verpackungslinie investiert. Die Finanzanlagen haben sich auf 17,2 Mio. EUR (Vorjahr: 20,9 Mio. EUR) verringert. Ursächlich für diese Entwicklung ist vorrangig die Fortschreibung des Beteiligungswerts des assoziierten Unternehmens Vion Beef B.V., Best/Niederlande (vormals A. Moksel GmbH). Innerhalb der Vion Food North-Gruppe ist ein Rückgang innerhalb des Vorratsbestands zum 31.12.2022 zu verzeichnen. So sind die fertigen Erzeugnisse und Waren auf insgesamt 25,7 Mio. EUR (-4,4 Mio. EUR) zurückgegangen. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind mit 10,4 Mio. EUR nur geringfügig reduziert im Vergleich zum Vorjahr (-0,4 Mio. EUR). Aufgrund der angestiegenen Verkäufe im 4. Quartal des aktuellen Geschäftsjahres konnte der Vorratsbestand reduziert und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten zum Stichtag entsprechend um 11,5 Mio. EUR auf 60,1 Mio. EUR erhöht werden. Ebenfalls erhöht haben sich die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen zum 31. Dezember 2022. Der Anstieg der Intercompany-Forderungen (+10,4 Mio. EUR) ist unter anderem auf die zum Jahresende geänderte Vion interne Finanzierung zurückzuführen. So bestehen zum 31.12.2022 Forderungen aus Cashpooling gegenüber einer Vion-internen Finanzierungsgesellschaft über 8,3 Mio. EUR (Vorjahr: keine). Der Anteil des langfristigen Vermögens an der Bilanzsumme beträgt 33,3 %. Die kurzfristig realisierbaren Vermögensgegenstände erhöhten sich um 14,2 Mio. EUR auf 124,0 Mio. EUR. Sie stellen zum 31.12.2022 insgesamt 32,2 % der Bilanzsumme dar. Zum Bilanzstichtag besteht ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag über 132,9 Mio. EUR. Die Mehrheitsgesellschafterin hatte die Liquidität der Vion Food North B.V. mit einer entsprechenden Vereinbarung vom 28. Dezember 2021 unterlegt. Mit dieser Vereinbarung verpflichtete sich die Mehrheitsgesellschafterin, die Vion Food North B.V. bis zu einem Betrag von 60 Mio. EUR finanziell so auszustatten, dass sie ihre sämtlichen Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern stets erfüllen kann. Diese Vereinbarung wurde mit der Vereinbarung vom 26. Juni 2023 ersetzt. Mit der Vereinbarung mit Datum vom 26. Juni 2023 wurde zwischen der Vion N.V., Best/Niederlande, und der Vion Food North B.V. eine Vereinbarung zur Gewährung einer Liquiditätshilfe geschlossen, mit welcher sich die Vion N.V., Best/Niederlande bis zum 31. Dezember 2024 verpflichtet, die Vion Food North B.V. finanziell so auszustatten, dass sie ihren sämtlichen Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern stets erfüllen kann. Zur Vermeidung der Überschuldung oder sonstiger Insolvenzgründe (insbesondere Zahlungsunfähigkeit nach § 17 InsO) hat sich die Vion N.V. zudem verpflichtet, mit ihrem Anspruch auf Rückzahlung der Liquiditätshilfe hinter sämtliche gegenwärtigen und künftigen Ansprüche Dritter im Rang zurückzutreten. Zum 31.12.2022 beträgt das Eigenkapital der Vion Food North-Gruppe somit weiterhin 0,0 Mio. EUR. Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme beläuft sich deshalb auch zum 31.12.2022 auf 0,0 %. Aufgrund des Asset Deals mit der NWT und der damit verbunden Erstkonsolidierung der Vermögensgegenstände und Schulden dieser Gesellschaft war ein passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von insgesamt 3,4 Mio. EUR entstanden. Im Geschäftsjahr 2020 wurden bereits aufgrund der anteiligen Realisation insgesamt 2,3 Mio. EUR ergebniswirksam aufgelöst, so dass zum 31. Dezember 2020 ein passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von 1,1 Mio. EUR verblieb. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, wie auch bereits im Vorjahr, wurden jeweils 0,3 Mio. EUR ergebniswirksam aufgelöst, so dass der Unterschiedsbetrag zum Ende des Jahres 2022 noch 0,5 Mio. EUR beträgt. Der Sonderposten für Investitionszuschüsse ist nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Im langfristigen Fremdkapital (mit Laufzeiten über fünf Jahren) sind, wie im Vorjahr, ausschließlich Pensionsrückstellungen enthalten. Diese sind aufgrund aktueller Gutachten zum Jahresende 2022 angepasst und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Mio. EUR verringert. Das mittelfristige Fremdkapital (mit Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren) umfasst vor allem Darlehen der Konzernunternehmen, insbesondere der Vion Food North B.V. gegenüber verbundenen Unternehmen, von denen zum 31.12.2022 insgesamt 222,0 Mio. EUR (Vorjahr: 160,0 Mio. EUR) genutzt wurden. Die Darlehen stehen den Unternehmen des Vion Food North Konzerns bis zum 31. Dezember 2027 zur Verfügung. Darüber hinaus sind im mittelfristigen Fremdkapital vor allem Verbindlichkeiten gegenüber Minderheitsgesellschaftern enthalten. Diese sind zum Ende des Geschäftsjahres 2022 um 0,9 Mio. EUR auf 12,6 Mio. EUR angestiegen. Der Anteil des um 4,1 Mio. EUR auf 105,7 Mio. EUR angestiegenen kurzfristigen Fremdkapitals (Laufzeit bis zu einem Jahr) entspricht 27,5 % der Bilanzsumme. Die Zunahme ist im Wesentlichen durch die gestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten (+28,8 Mio. EUR), aufgrund der deutlich gestiegenen Einkaufspreise, verursacht. Teils gegenläufig haben sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entwickelt. Vor allem aufgrund der angepassten Konzernfinanzierung waren zum 31.12.2022 keine kurzfristigen Cash-Pool-Verbindlichkeiten zu verzeichnen. Im Vorjahr waren noch Cash-Pool-Verbindlichkeiten gegenüber einer Vion-internen Finanzierungsgesellschaft in Höhe von 21,4 Mio. EUR vorhanden. Ebenfalls verringert haben sich die sonstigen Rückstellungen (-2,3 Mio. EUR) sowie die sonstigen Verbindlichkeiten (-2,3 Mio. EUR) zum Jahresende 2022. Der Finanzmittelfonds am Ende des Jahres beträgt 0,9 Mio. EUR (Vorjahr: 2,7 Mio. EUR). Seit dem 30. Oktober 2013 ist die Vion Food North-Gruppe und ihre Tochtergesellschaften Mitglied eines sogenannten "Zero Balancing" Cash Pools der Vion Food Group. FinanzlageInnerhalb der Vion Food North-Gruppe hat sich die Finanzlage im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt -13,8 Mio. EUR nach -40,1 Mio. EUR im Vorjahr. Die Hauptgründe für diese im Vergleich zum Vorjahr positivere Entwicklung sind neben dem weniger negativen Periodenergebnis, die Veränderung des Working Capital. Das veränderte Betriebskapital ist hauptsächlich durch den hohen Wert der Vorratsbestände aufgrund der höheren Preise für Lebendvieh im Jahr 2022 sowie durch den Anstieg der Forderungen und Verbindlichkeiten verursacht. Die Zahlungen von Verbindlichkeiten zum Jahresende 2022 sind hierbei nicht ganz mit dem Vorjahr vergleichbar, da stichtagsbedingt zum 31. Dezember 2022 weniger bezahlt wurde als im Vergleichsjahr. Das aktuelle Jahresergebnis ist erneut aufgrund diverser externer Faktoren stark beeinträchtigt. Die Situation in der Ukraine und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung haben einen großen Einfluss auf die derzeitige Kostenentwicklung innerhalb der Vion Food North-Gruppe. Die Inflation ist im Vergleich zu den Vorjahren sprunghaft angestiegen und die Energiekosten sind erheblich erhöht. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit hat sich von -8,6 Mio. EUR in 2021 auf -9,2 Mio. EUR im abgelaufenen Geschäftsjahr entwickelt. Der hohe negative Cashflow aus Investitionstätigkeit in 2022 resultiert hauptsächlich aus diversen Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen zur weiteren Optimierung diverser Produktionsstandorte. Dies wurde in geringem Ausmaß durch den Verkauf von Sachanlagen kompensiert. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit liegt bei +21,2 Mio. EUR im aktuellen Geschäftsjahr (Vorjahr: +48,9 Mio. EUR). Als Grund für diesen weiterhin hohen Cash Flow ist unter anderem die angepasste Konzernfinanzierung im Rahmen des Cash Poolings im Vergleich zur Vorjahresentwicklung zu sehen. In erster Linie ist dieser hohe positive Cash Flow auf die Notwendigkeit zurückzuführen, den Anstieg des Betriebskapitals und der Investitionen weiterhin zu finanzieren. Der Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres beträgt +0,9 Mio. EUR und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um -1,8 Mio. EUR, im Wesentlichen aufgrund der oben beschriebenen teils gegenläufigen Effekte, verringert. ErtragslageDie Ertragslage des Konzerns stellt sich wie folgt dar:
Die Vion Food North-Gruppe ist vor allem in den Bereichen Schlachtung, Zerlegung, Weiterverarbeitung und dem Handel von Schweinefleisch tätig. Die dominantesten Faktoren, die sich auf den Teilkonzern im Wirtschaftsjahr 2022 auswirkten, waren die hohe Inflation und die gestiegenen Energiepreise sowie die Unterbrechung der Lieferkette infolge des Krieges in der Ukraine. Steigende Futtermittel- und Energiekosten führten zu höheren Schweinepreisen, während ein geringeres Angebot an Schlachtschweinen zu einem stärkeren Wettbewerb auf dem Markt führte. Diese Entwicklungen haben die Ergebnisse der einzelnen Gruppengesellschaften im Jahr 2022 teilweise stark unter Druck gesetzt. Die hohe Inflationsrate führte zudem zu einer deutlichen Veränderung des Verbraucherverhaltens. Insgesamt sank der Schweinefleischverbrauch in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um 24,0 %. Die kritische Wirtschaftslage in Verbindung mit der hohen Inflationsrate und dem rückläufigen Fleischkonsum führten wegen rückläufigem Schlachtschweineangebot zu einem Rückgang der Schweineschlachtungen in Deutschland in 2022 und damit zu Überkapazitäten auf den Märkten. Im Geschäftsjahr 2022 wurden in den Betrieben Emstek, Perleberg, Landshut und Vilshofen Schweine geschlachtet. Die Schweineschlachtungen des Konzerns verringerten sich um 20,7 % auf 4,64 Mio. Stück im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung ist unter anderem auf eine deutliche Verringerung des Schlachtschweineangebotes auf dem deutschen Markt zurückzuführen. Im Bundesgebiet haben die gewerblichen Schweineschlachtungen deutlich abgenommen (-9,2 %) und betragen in 2022 insgesamt 47,05 Mio. Stück. Der Rückgang der Schweineschlachtungen innerhalb der Gruppe ist darüber hinaus auf die aktive Herausnahme einer Schicht im Betrieb in Emstek zurückzuführen. Dies hat zur Folge, dass bei den Schweineschlachtungen entsprechend Marktanteile verloren gingen. Der Marktanteil der gesamten Schweineschlachtungen des Konzerns an der gewerblichen Schlachtungen verringerte sich um 1,4 Prozentpunkte auf 9,9 %. Die Vion Zucht- und Nutzvieh GmbH lieferte als Folge verschiedener Maßnahmen (Aufgabe der Schlachtschweineerfassung in Schleswig-Holstein, Übertragung der Schlachtschweineerfassung und der Abrechnung von der Vion Zucht- und Nutzvieh GmbH auf die Schlachtbetriebe selbst) deutlich weniger Schlachtschweine an die Betriebe der Vion Food North-Gruppe. Mit 227.991 Stück wurden 78,7 % weniger Schlachtschweine geliefert als noch im Vorjahr (1,1 Mio. Stück). Bei der Vion Zucht- und Nutzvieh GmbH ging die Rindererfassung im Geschäftsjahr um 11,9 % auf 81.418 Stück zurück (Vorjahr: 92.434 Stück). 78.409 Rinder (Vorjahr: 88.176 Rinder) wurden an die Betriebe der Vion Beef-Gruppe geliefert. Die Umsatzerlöse der Vion Food North-Gruppe in Höhe von 1.374,4 Mio. EUR resultieren im Wesentlichen aus den operativen Geschäftstätigkeiten der einzelnen Konzerngesellschaften und fallen um 96,1 Mio. EUR höher aus als im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumsatz konnte somit um 7,5 % gesteigert werden, obwohl bei den Verkaufsmengen ein Rückgang von 15,6 % zu verzeichnen war. Für die in 2022 erhöhten Umsatzerlöse, trotz rückläufiger Schlachtzahlen, sind die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gesteigerten Verkaufspreise verantwortlich. Die Betriebe haben es teilweise geschafft, die immensen Kostensteigerungen innerhalb der Rohstoffe und anderer Positionen in erhöhte Verkaufspreise umzusetzen um somit einen Teil des Anstiegs an den Markt weiterzugeben. Die Umsätze im Bereich Pork liegen mit 1.203,8 Mio. EUR leicht über dem Vorjahresniveau (+7,1 %). Im Geschäftsbereich Schweinefleisch war zwar ein Rückgang der Gesamtschlachtzahlen und somit der Verkaufsmengen zu verzeichnen, jedoch konnte aufgrund der hohen Inflation in der gesamten Versorgungskette und des damit verbundenen Preisanstiegs bei der Vermarktung von Schweinefleisch eine gewisse Umsatzsteigerung in diesem Bereich erzielt werden. Dabei drückten die hohe Inflation und die anhaltende Afrikanische Schweinepest auf die Margen bei Schweinefleisch und wirkten sich negativ auf die Ergebnisse in diesem Bereich aus. Im Bereich Pork orientieren sich die Vion-Betrieb ebenfalls, wie beispielsweise in Landshut, direkt an den jeweiligen Kundenanforderungen. Deshalb haben Bayerns größte Erzeugergemeinschaft gemeinsam mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und Vion ein Strohschweine-Programm aufgelegt. Ausnahmslos werden die Tiere in der Region gehalten, aufgezogen, geschlachtet und vermarktet. Ihre mit Stroh eingestreuten Liegeflächen bieten Liegekomfort, schaffen artgemäße Wühl- und Beschäftigungsmöglichkeiten und ein besonders gesundes Stallklima. Zugleich haben die Tiere bis zu 40 Prozent mehr Platz als ihre Artgenossen in konventionellen Ställen und bekommen keine genveränderten Futtermittel. Entsprechend der Vion-Strategie "Building Balanced Chains" gilt es bei all diesen besonderen Vion-Programmen, zwischen Angebot auf der grünen Seite und Nachfrage im Handel immer eine ausgewogene Balance zu halten. Die Umsatzerlöse im Bereich Beef in Höhe von 145,8 Mio. EUR liegen deutlich über dem Niveau des Vorjahres (125,6 Mio. EUR). Hintergrund sind hier die deutlich gesteigerten Verkaufspreise im Vergleich zum Vorjahr. Lediglich der Handel mit Zucht- und Nutzvieh und die Vermarktung von Schlachtvieh vor allem an Vion-Betriebeträgt zu den Umsatzerlösen in diesem Bereich bei. Die sonstigen Umsätze sind gegenüber dem Vorjahr um -3,7 Mio. EUR verringert und betragen in 2022 insgesamt 24,8 Mio. EUR. Zu diesen sonstigen Umsatzerlösen gehören unter anderem die Erträge aus dem Verkauf von Ladehilfsmitteln sowie die im Geschäftsjahr erzielten Erträge aus der Weiterbelastung von Managementdienstleistungen. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 23,6 Mio. EUR um +4,7 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Hier sind unter anderem Erträge aus der Weiterbelastung von angefallenen Kosten sowie erhöhte Erträge aus der Auflösung von Pensions- und sonstigen Rückstellungen erfasst. Im Geschäftsjahr 2022 sind 3,4 Mio. EUR (Vorjahr: 0,7 Mio. EUR) an aperiodischen Erträgen enthalten. Der Materialaufwand der Vion Food North-Gruppe hat sich im Geschäftsjahr korrespondierend zu den Umsatzerlösen entwickelt. Ursächlich für den Anstieg von 8,5 % sind trotz der rückläufigen Schlachtzahlen (-20,5 %) vor allem die deutlich höheren Einkaufspreise im Schweinebereich als noch im Vorjahr. Durch die Verknappung des Schlachtschweineangebotes am deutschen Markt und des lediglich leicht gesunkenen Verbrauchs verlief die Preisentwicklung deutlich oberhalb der Vorjahreseinkaufspreise. Der Anstieg der Schweinepreise war zudem durch steigende Futterkosten, Inflation und Transportprobleme beeinflusst. Der Ukraine-Konflikt und die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung hatten erhebliche Auswirkungen auf die derzeitige Kostensituation. Die Inflation ist im Vergleich zu den Vorjahren sprunghaft angestiegen und die Energiekosten unterliegen einer deutlichen Erhöhung. So haben sich neben den Rohstoffen auch die Hilfs- und Betriebsstoffe verteuert. Somit steigerten sich die gesamten Materialaufwendungen um +93,8 Mio. EUR auf 1.196,7 Mio. EUR. Die Materialaufwandsquote in Bezug auf den Umsatz liegt mit 87,1 % um +0,8 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. Die Personalkosten sind gegenüber dem Vorjahr um -8,2 Mio. EUR auf 116,8 Mio. EUR zurückgegangen. Hintergrund ist hier vor allem der deutliche Rückgang der durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem an den Standorten in Emstek und Landshut war aufgrund von Reorganisationsmaßnahmen eine Reduktion der Mitarbeiterzahl zu verzeichnen. Im Jahr 2022 waren im Teilkonzern im Jahresdurchschnitt insgesamt 401 Mitarbeiter weniger beschäftigt als noch im Vorjahr. Aufgrund geplanter Umstrukturierungen sind im aktuellen Geschäftsjahr im Personalaufwand personalbezogene Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 5,3 Mio. EUR (Vorjahr: 3,6 Mio. EUR) ausgewiesen. Die Abschreibungen sind gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen (+10,6 Mio. EUR) und betragen in Jahr 2022 insgesamt 25,4 Mio. EUR. In den Abschreibungen sind vor allem planmäßige Abschreibungen für die Standorte in Emstek, Perleberg und Twist, sowie für die Standorte in Landshut und Vilshofen enthalten. Seit dem Geschäftsjahr 2019 fallen jährliche Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 2,9 Mio. EUR an. Die Abschreibungen auf Konzessionen und Schutzrechte belaufen sich im aktuellen Geschäftsjahr auf 0,8 Mio. EUR. Im Geschäftsjahr waren zusätzlich 11,0 Mio. EUR an außerplanmäßigen Abschreibungen zu verzeichnen (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR). Hiervon entfallen 6,8 Mio. EUR auf außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und 4,2 Mio. EUR auf außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen. Beides ist verbunden mit der Schließung der Zerlegung am Standort in Landshut. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um -8,6 Mio. EUR auf 107,6 Mio. EUR. Unter anderem waren für diese Entwicklung reduzierte Verwaltungsaufwendungen, verringerte sonstige Aufwendungen für Personal sowie verminderte Aufwendungen für Reparaturen und Instandhaltungen verantwortlich. Eine positive Entwicklung in 2022 war, dass die Auswirkungen von COVID-19 und die damit verbundenen Kosten im Laufe des Jahres zurückgingen. Die Frachtkosten sind hingegen im Geschäftsjahr angestiegen und haben sich somit teils gegenläufig zum Trend innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen entwickelt. Das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) verbesserte sich im Geschäftsjahr 2022 um +6,6 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, bleibt aber dennoch mit -52,8 Mio. EUR stark negativ. Im Geschäftsjahr 2022 hat zu dem Beteiligungsergebnis von -3,6 Mio. EUR (Vorjahr: -10,0 Mio. EUR) im Wesentlichen das negative Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen beigetragen. Das Zinsergebnis veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr lediglich um +0,3 Mio. EUR. Der Zinsanteil aus der Zuführung zu den Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen liegt aufgrund des verringerten Rechnungszinssatzes mit 1,2 Mio. EUR unter der Vorjahreszinsbelastung (Vorjahr: 3,0 Mio. EUR). Die dennoch nur geringfügig reduzierte Belastung des Zinsergebnisses ist im Wesentlichen in einer im Vergleich zum Vorjahr höheren Zinsbelastung aufgrund der gesteigerten Intercompany-Finanzierung begründet. Sie beträgt im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 10,3 Mio. EUR (Vorjahr: 8,9 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern veränderte sich aufgrund der oben dargestellten Entwicklungen von -81,1 Mio. EUR auf -68,0 Mio. EUR. Nach Berücksichtigung von sonstigen Steuern in Höhe von 0,3 Mio. EUR ergibt sich ein Konzernjahresfehlbetrag von -68,3 Mio. EUR im Vergleich zu einem Konzernjahresfehlbetrag von -81,4 Mio. EUR im Vorjahr (jeweils vor Minderheiten). Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Vion Food North-GruppeDie Ergebnisse diverser Gruppengesellschaften standen im Jahr 2022 weiterhin stark unter Druck. Ursache hierfür waren erneut gestiegene Rohstoffpreise, die nicht vollständig durch höhere Verkaufspreise kompensiert werden konnten. Die steigende Inflation führte zu deutlich höheren Fixkosten und angestiegenen Energiepreisen. Durch die weltweit vorhandenen Marktstörungen in der Fleischindustrie im Jahr 2022 waren die Ergebnisse einiger Unternehmen der Vion Food North-Gruppe stark beeinträchtigt. Die Vorjahresprognose hinsichtlich Umsatzentwicklung, Betriebs- und Jahresergebnis ist nahezu eingetroffen. Aufgrund der oben dargestellten Geschäftsentwicklung in einem erneut außerordentlichen Geschäftsjahr 2022 wurden sowohl die prognostizierten Umsatzerlöse als auch das angenommene negative Betriebs- und Jahresergebnis erreicht. Somit haben sich die finanziellen Leistungsindikatoren in der Bandbreite entwickelt wie bereits im Vorjahr angenommen. C. NachtragsberichtHinsichtlich der Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, sei auf die Nachtragsberichterstattung innerhalb des Konzernanhangs verwiesen. D. Prognose- Risiko- und ChancenberichtPrognosebericht 2023Laut Pressemitteilung des Sachverständigenrates vom 22.03.2023 habe sich der kurzfristige Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland gegenüber dem Herbst 2022 leicht verbessert, die Lage bleibe aber weiterhin angespannt. Die hohe Inflation stelle in diesem Jahr weiterhin eine große Belastung für die Konjunktur dar. Der Sachverständigenrat Wirtschaft erwarte im aktuellen Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,2 % und für das Jahr 2024 ein Wachstum von 1,3 %. Nach Einschätzung des Sachverständigenrates habe die Inflation ihren Hochpunkt vom Herbst 2022 überschritten. Sie wäre aber immer noch deutlich erhöht und dürfte nur langsam zurückgehen. Im Jahresdurchschnitt würde der Sachverständigenrat im Jahr 2023 mit einer Inflationsrate von 6,6 % rechnen. Erst im Jahr 2024 könnte die Teuerungsrate merklich auf 3,0 % zurückgehen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angesichts der hohen Inflation begonnen, ihre Anleihebestände zu reduzieren, und die Leitzinsen deutlich angehoben. Dies verschlechtert die Finanzierungsbedingungen für Haushalte und Unternehmen, was sowohl die Konsumnachfrage als auch die Investitionen dämpft. Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland stabil. Die Erwerbstätigkeit dürfte laut aktueller Mitteilung bis Ende 2024 leicht zunehmen. Für die Effektivlöhne erwartet der Sachverständigenrat aufgrund der zuletzt höheren Tarifabschlüsse und zusätzlicher Inflationsausgleichsprämien in den Jahren 2023 und 2024 einen deutlichen Anstieg von 5,9 beziehungsweise 4,5 %. Für die öffentlichen Finanzen habe sich der Ausblick spürbar verbessert. Insbesondere die erwarteten Ausgaben für die Energiepreisbremsen würden deutlich niedriger ausfallen als im Herbst 2022 noch angenommen. Der Sachverständigenrat erwarte einen Finanzierungssaldo in Relation zum BIP von -1,6 % im Jahr 2023 und -0,4 % im Jahr 2024. Die Schuldenstandsquote dürfte von 67,4 % im vergangenen Jahr auf 63,5 % im kommenden Jahr sinken. Begünstigt durch den milden Winter 2022/23 und die weiterhin geringe Gasnachfrage aus Ostasien habe sich die Energieversorgung vorerst stabilisiert. Die Großhandelspreise für Energie haben sich deutlich verringert. Insgesamt hätten damit die kurzfristigen Abwärtsrisiken für die deutsche Wirtschaft abgenommen. Für den Winter 2023/24 bleibe jedoch die Gefahr erneuter Preissprünge oder gar einer Gasmangellage bestehen. Die seit Januar geltenden Energiepreisbremsen begrenzen die möglichen Kostensteigerungen für die Endkundinnen und -kunden. Die aktuell niedrigeren Energiepreise dürften allerdings den Anreiz zum Energiesparen schwächen. Es würden weiterhin erhebliche Risiken für die Energieversorgungslage im kommenden Winter bestehen. Positiv auf die Entwicklung des BIP-Wachstums könnte sich die Abkehr Chinas von der strikten Null-Covid-Politik auswirken. Dies dürfte die Nachfrage aus China erhöhen und damit den deutschen Außenhandel positiv beeinflussen. Gleichzeitig bestehe allerdings das Risiko, dass zunehmende geopolitische Spannungen zwischen den USA und China den Welthandel belasten. Die Unsicherheit an den Finanzmärkten wäre zwar durch die Schließung der Silicon Valley Bank und die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS zuletzt gestiegen. Anders als in der globalen Finanzkrise würden die Schwierigkeiten einzelner Banken aber nicht auf weitgehend wertlosen Finanzprodukten basieren. Zudem wären derzeit der Interbankenmarkt und die Kreditversorgung der Realwirtschaft nicht gestört. Die Finanzmarktstabilität dürfte daher nach Einschätzung des Sachverständigenrates aktuell nicht gefährdet sein. (Quelle: Frühjahrsgutachten Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung) In der deutschen Rinderhaltung dürfte sich der Strukturwandel auch 2023 fortsetzen und es ist mit moderaten Rückgängen zu rechnen. Abgeschwächt wird diese langjährige Tendenz durch die derzeitigen hohen Erlösmöglichkeiten. So wird bei der Rindfleischerzeugung von einem Anstieg der Produktionsmenge ausgegangen und es wird ein Pro-Kopf-Verzehr von ca. 9,0 kg (+2,2 %) prognostiziert. Mit der Produktionsausweitung werden weniger Einfuhren an Rindfleisch nötig sein und der Selbstversorgungsgrad wird voraussichtlich steigen. Auch für die Ausfuhr wird ein Rückgang erwartet. Die sehr begrenzte Anzahl an Schlachtrindern führte in 2022 zu hohen Preissteigerungen. Der Anstieg der Rinderschlachtungen im 1. Quartal 2023 (+1,3 % gegenüber 2022) und der Einbruch beim Rindfleischverbrauch (Nachfrage der privaten Haushalte nach Rindfleisch 1. Quartal 2023: -14,6 % gegenüber 2022) haben bisher in 2023 zu einem Preisrückgang bei Jungbullen (-2,3 % gegenüber 2022) und bei Kühen (-1,4 %) geführt. In 2023 dürften die Preise insgesamt unter dem Niveau von 2022 liegen. (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) Mit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest, der Corona-Pandemie und dem Angriff Russlands auf die Ukraine stand und steht der Schweinemarkt vor einer Vielzahl an Herausforderungen. Dies hat zu einem deutlichen Einbruch der Bestände geführt, der sich 2023 noch stärker bemerkbar machen dürfte. Das Angebot ist bisher in 2023 stark gesunken. Im 1. Quartal fielen die Schweineschlachtungen um -8,0 % gegenüber 2022. Der deutlich stärkere Rückgang der Erzeugung im Vergleich zum Verbrauch (Nachfrage der privaten Haushalte nach Schweinefleisch im 1. Quartal 2023: -4,6 % gegenüber 2022) hat einen deutlichen Preisschub verursacht. Im 1. Quartal sind die Preise um 0,75 EUR/kg (+52,8 %) angestiegen. Der negative Trend bei der Erzeugung und dem Verbrauch wird voraussichtlich anhalten. Es ist davon auszugehen, dass das Preisniveau in 2023 insgesamt deutlich über dem Niveau von 2022 liegen wird. (Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI) Die Unternehmensgruppe trägt diesen Entwicklungen weiterhin mit einem am Markt platzierten und am Verbraucher orientierten Warenangebot Rechnung; die Aktivitäten sind auf die Anforderungen und Wünsche der Kunden ausgerichtet. Mit Blick auf die Zukunft haben sich die Vion Food North-Gruppengesellschaften dazu verpflichtet eine notwendige und unumgängliche Transformation zu beschleunigen, um ein nachhaltiger und widerstandsfähiger Lebensmittelkonzern zu werden. Dies bedeutet, dass Themen wie Innovation und Digitalisierung oder Nachhaltigkeitspraktiken verstärkt genutzt werden, um die Effizienz zu verbessern, die Umweltbelastung zu verringern und Werte für alle Vion Stakeholder zu schaffen. Vion hat deshalb das unternehmensweite Programm "Change That Matters" Ende 2022 gestartet. Hierdurch soll die aktuelle Strategie zum Aufbau nachhaltiger Ketten ("Building Balanced Chains") beschleunigt und eine erfolgreiche Transformation der gesamten Gruppe bewerkstelligt werden. Den Landwirten soll eine Zukunft und den Verbrauchern eine Auswahl an nachhaltigen Lebensmittelketten angeboten werden. Das Programm konzentriert sich auf die Anpassung der gesamten Organisation um schneller und effektiver ausgewogene Verbindungen mit Landwirten und Kunden aufzubauen. Erhebliche Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen sind ebenfalls Teil des neuen Programms. Change That Matters soll die Zukunft von Vion in den bevorstehenden Zeiten des Wandels nachhaltig stabilisieren. Die einzelnen Vion Food North Konzerngesellschaften sind bestrebt die strategischen Ziele zu erreichen, die Prozesse zu straffen und die Effizienz zu verbessern. Vor diesem Hintergrund sind für das Jahr 2023 innerhalb der Gruppe Gesamtinvestitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 8,2 Mio. EUR geplant. Neben diversen Kleininvestitionen soll im Wesentlichen in technische Anlagen und Maschinen zur Effizienzsteigerung und weiteren Optimierung der vorhandenen Produktionsanlagen investiert werden. Ein Teil des Investitionsschwerpunkts bezieht sich auf die Verbesserung des Wohlbefindens der Tiere durch Investitionen in die Ställe und künstliche Intelligenz sowie auf die Reduzierung der vorhandenen CO 2 -Emissionen. Vor allem an den Standorten in Perleberg, Emstek, Twist, und Landshut sind in 2023 diverse Investitionen unter anderem in energieeffizientere Kälteanlagen und in neue Verpackungslinien sowie Kistenwaschanlagen vorgesehen. Die Erweiterung des Kühlbereichs bei der Vion Perleberg GmbH wurde bereits im Jahr 2022 begonnen und wird voraussichtlich in 2023 abgeschlossen werden. Mit der Inbetriebnahme wird ein zukunftsfähiges Schweinefleischwerk entstehen. Es sind weitere Kühlprojekte geplant, um die CO 2 -Emissionen und den Energieverbrauch zu senken. Am Standort in Twist soll der Betrieb modernisiert werden, um so viel Wert wie möglich aus den Teilen von Schweinen zu gewinnen, die für den Verzehr normalerweise weniger beliebt sind. In Süddeutschland wurde bereits im Vorjahr die Initiative "Strohschweine" gestartet, eine Zusammenarbeit zwischen der größten Erzeugergemeinschaft in Bayern und dem Lebensmitteleinzelhandel. Die Schweine werden in der Region Landshut aufgezogen, regional gefüttert und dort auch geschlachtet. Alle Initiativen sind Teil der zentralen Corporate Social Responsibility-Strategie von Vion und werden die Betriebe des Vion Food North-Konzerns besser auf die anhaltend schwierigen Marktbedingungen in Deutschland vorbereiten. Zielsetzung für die Jahre 2023 und 2024 werden dabei weiterhin eine erneute Ausweitung des Absatzes vor allem im Export und im europäischen Markt, die Schaffung neuer Vermarktungsansätze für neue Verzehrsituationen, die frühzeitige Umsetzung von Produkt- und Verpackungsinnovationen und die Erschließung neuer Kundenpotenziale sein. Die in den vergangenen Jahren eingeleiteten Maßnahmen zur Umstrukturierung des Konzerns, sowie die durchgeführten Prozessoptimierungen im Bereich der Produktion sollten in den Folgejahren zu verbesserten Ergebnissen führen. Die Umsatzentwicklung hängt weitgehend von der Entwicklung der Einkaufspreise für Schweine ab, womit die Umsatzgröße und damit auch der Eintritt einer Prognose stark von wechselnden Ein- und Verkaufspreisen beeinflusst ist. Trotz der klaren strategischen Ausrichtung und der daraus resultierenden unterschiedlichen Maßnahmen und Schwerpunkte operiert die Vion Food North-Gruppe in einem herausfordernden Marktumfeld, in dem Faktoren wie eine angespannte Wirtschaftslage, verstärkter Wettbewerb, der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland, der andauernde Ukraine-Konflikt, sowie die anhaltende hohe Inflation dazu führen, dass die Aussichten für das Jahr 2023 und die Folgejahre nur schwer vorhersehbar sind. Obwohl 2022 in vielerlei Hinsicht wieder ein herausforderndes Jahr war, nicht nur für die Vion-Betriebe, sondern für die gesamte Fleischindustrie, ist es gelungen, die jeweiligen Marktpositionen und das Engagement für das Erreichen der strategischen Ziele zu behaupten. Die einzelnen Vion-Gesellschaften tun dies, weil ihre Kunden, die Verbraucher und die Gesellschaft als Ganzes zunehmend Transparenz, Tierschutz, Rückverfolgbarkeit, Verringerung des CO 2 -Fußabdrucks, Schutz der biologischen Vielfalt und Regionalität fordern. Während die langfristige Unternehmensstrategie klar ist, wird die Entwicklung der Märkte im Jahr 2023 durch eine Reihe spezifischer Auswirkungen beeinträchtigt. Durch die Entwicklung eines Transformation Office hat sich Vion zusätzlich auf die Bewältigung dieser Veränderungen konzentriert. Der durch die Marktentwicklung bedingte Rückgang der Herdengrößen sowie die Herausforderungen im Export bedeuten, dass die Produktionskapazitäten weiterhin an die Nachfrage anzupassen sind. Die Inflation hat sich zwar etwas abgeschwächt, wird aber 2023 auf einem vergleichsweise historisch hohen Niveau bleiben. Die höheren Kosten sind an die Kunden weiterzugeben, indem die Preise entsprechend angehoben werden. Dabei profitieren alle Vion-Betriebe von den vorhandenen BBC-Lösungen, die einen transparenten Anpassungsprozess in der gesamten Lieferkette ermöglichen. Angesichts der sich ändernden Ernährungsgewohnheiten kann davon ausgegangen werden, dass das starke Wachstum bei pflanzlichen Lebensmitteln fortgesetzt wird. Das Ziel wird sein, die jeweiligen Marktpositionen zu stärken, indem pflanzliche Proteine als Fleischersatz in Form von schmackhaften Produkten in ganz Europa angeboten werden. Die Geschäftsführung geht für das Jahr 2023 davon aus, dass aufgrund der erwarteten Preisentwicklung bei voraussichtlich nahezu gleichbleibenden Schlachtzahlen, die Umsatzerlöse aus 2022 deutlich übertroffen werden (+ 20 % bis + 25 %). Die Geschäftsführung geht jedoch davon aus, dass vor allem aufgrund der anhaltenden Inflation und angespannten Wirtschaftslage sowie des andauernden Exportstopps in asiatische Länder bei einigen Gruppen-Gesellschaften weiterhin mit negativen Betriebs- und Jahresergebnissen zu rechnen ist. Unter anderem aufgrund der anhaltenden ungewissen Wirtschaftsentwicklung und der konstant hohen Rohstoff- und Energiepreise wird mit einem negativen Jahresergebnis für die gesamte Vion Food North-Gruppe in einem erneut außerordentlichen Geschäftsjahr 2023 gerechnet (zwischen - 22 Mio. EUR und - 27 Mio. EUR). Für das Jahr 2024 geht die Geschäftsführung von ähnlichen Erwartungen aus, jedoch ist mit positiven Effekten aus dem Umstrukturierungsprogramm "Change That Matters" zu rechnen. Insgesamt erschwert zusätzlich die derzeit anhaltende Ungewissheit vor allem aufgrund des sehr volatilen Markts und hinsichtlich des anhaltenden Ukraine Konfliktes und der daraus immer noch nicht abzusehenden Folgen eine genaue Prognose der Geschäftsentwicklung für das Jahr 2023 und das Folgejahr. Die aktuell immer noch hohe Inflationsrate wird auch im Geschäftsjahr 2023 zu erneut hohen Kosten in den einzelnen Betrieben führen und somit die Ergebnissituation der gesamten Gruppe negativ beeinflussen. RisikoberichtAlle Konzernunternehmen sind eingebunden in das Risikomanagement der Vion Food Group. Das Risikomanagement ist ein wesentlicher Bestandteil der Strategie der Vion Food Group und der Vion Food North-Gruppe. Die Vion Food Group und Vion Food North-Gruppe möchten die Chancen in den Märkten nutzen, in denen das Unternehmen aktiv ist. Gleichzeitig sollen aber unerwünschte negative Folgen im Falle des Eintritts von Risiken begrenzt werden. Als Konzern der Lebensmittelbranche mit einem gegebenen krisenanfälligen Marktumfeld bewegt sich die Unternehmensgruppe operativ auf einem Markt mit einer Vielzahl an speziellen Risiken. Dies gilt gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Internationalisierung des Wettbewerbs sowie der sich schnell verändernden Strukturen in der deutschen Fleischwirtschaft. Daher zählt eine kontinuierliche Bewertung und Bewältigung von Risiken für die Vion Food Group zur Grundlage für nachhaltiges Wirtschaften und somit zum gewählten Selbstverständnis. Im Jahr 2022 hat die Vion Food Group die Ausrichtung des Risikomanagements mit Hilfe des COSO 2 -Rahmenwerks, einem üblichen Modell zum Enterprise Risk Management, fortgesetzt. Dieses die dezentrale Unternehmensphilosophie unterstützende Rahmenwerk stellt klare Kernprinzipien und Konzepte, eine einheitliche Terminologie sowie klare Anweisungen und Hilfestellungen bereit. Das Risikomanagement innerhalb der Vion Food Group wird auf allen organisatorischen Ebenen verwendet. Ziel ist es, auf Basis einer umfassenden Kenntnis der Chancen und Risiken und deren Zusammenhänge Handlungsspielräume durch den bewussten Umgang mit Risiken optimal zu nutzen. Bestehende Chancen müssen erkannt und genutzt werden, um zur Steigerung des Unternehmenswertes beizutragen.
2 Rahmenwerk des Committee of Sponsoring
Organizations of the Treadway Commission
Strategische RisikenGeschäftsrisikenDie Vion Food North-Gruppe wird regelmäßig mit Entwicklungen und Ereignissen konfrontiert, die sich sowohl negativ als auch positiv auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage auswirken können. Unter Risiken werden das mögliche Eintreten von Entwicklungen und Ereignissen verstanden, die das Erreichen der kurz- und mittelfristigen sowie strategischen Ziele negativ beeinflussen können. Konjunkturelle Einflüsse können das Konsumverhalten der Endverbraucher maßgeblich beeinträchtigen. Beispiel hierfür ist der seit Ende Februar 2022 herrschende Krieg zwischen der Ukraine und Russland, welcher sich bereits seit Beginn maßgeblich auf die Rohstoffpreise, die Nahrungsmittelpreise und die weltweite Konjunktur auswirkt. Die Geschäftstätigkeit der Vion-Betriebe wird durch eine Reihe externer Faktoren beeinflusst. Waren es in den Jahren zuvor vor allem die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die das Geschäft durch Lockdowns, Wegbrechen von Absatzwegen (Gastronomie), Unterbrechung von Lieferketten und Beeinträchtigungen des betrieblichen Ablaufs durch Coronafälle stark in Mitleidenschaft gezogen haben, so sind es jetzt vor allem die Auswirkungen des Ukrainekrieges, die die Vieh- und Fleischbranche insbesondere durch sehr stark steigende Energiepreise und eine merkliche Kaufzurückhaltung der Verbraucher infolge der Inflation und der deutlichen Preisanstiege bei Lebensmitteln stark belasten. Durch den Widerstand auf der abnehmenden Seite, Preiserhöhungen zu akzeptieren und durchzuhalten, wird es immer schwieriger, die steigende Kostensituation im Einkauf und im betrieblichen Ablauf vollumfänglich weiterzugeben. Diese Lage dürfte die Entwicklung der aktuell bereits niedrigen Gewinnmargen nachhaltig negativ beeinträchtigen. (Quelle: Jahresgutachten 2022/2023, Sachverständigenrat Wirtschaft) (Quelle: ISN) Von Seiten der rohstoffproduzierenden Landwirtschaft wird ein unveränderter Preisdruck bleiben, weil sich auch für die Landwirtschaft die Preise für Energie, Dünger und Futtermittel stark erhöht haben. Die vieherzeugenden Landwirte befinden sich darüber hinaus in einem Umbruchprozess in der Art und Weise der Erzeugung. Der Staat und die abnehmende Hand fordern immer mehr die Umstellung der Produktionsweise nach Tierwohlkriterien und bei Schweinen wird die eindeutige deutsche Herkunft (5xD) gefordert. Viele Betriebe werden sich hier finanziell überfordert sehen und in Verbindung mit den hohen Energie- und Rohstoffkosten die Erzeugung einstellen. Die Viehzählungsergebnisse zeigen hier eindeutig diesen Trend auf. Für die Betriebe der Vieh- und Fleischwirtschaft wird somit die Rohstoffbasis eingeschränkt mit der Folge der mangelnden Auslastung der bestehenden Kapazitäten. Die Betriebe werden gezwungen sein, ihre betriebliche Struktur zu überdenken und anzupassen. (Quelle: SUS, Partner von top agrar ONLINE) Stetig sinkende Viehbestände, die Verringerung der Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe als Lieferanten und folglich ein sinkendes Rohstoffangebot führen bei einer unveränderten Wettbewerberstruktur zu einem erhöhten Wettbewerbsdruck im Vieheinkauf. Zur Sicherung der Rohstoffbasis in einem enger werdenden Marktumfeld kommt es deshalb darauf an, Lieferanten stärker an das Unternehmen zu binden. Kernstück für diese Ausrichtung ist der strategische Plan von Vion "Building Balanced Chains", der Aufbau von Lieferketten vom Erzeuger bis zum Kunden. Durch diese Maßnahme soll die Rohstoffversorgung durch die Lieferanten und der Absatz zum Kunden hin in Menge, Sortiment und Qualität nachhaltig ermöglicht werden. Die Vion Food North-Gruppe beobachtet sehr genau, wie sich die Märkte auf der Einkaufs- und Verkaufsseite entwickeln und welche Anforderungen an Vion sich im Lieferanten- und Kundenbereich abzeichnen. Die Vion Food Group beobachtet die Situationsentwicklung fortlaufend und ist in der Lage entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Lieferanten- und KundenrisikenAuf enger werdenden Vieh- und Fleischmärkten kommt es darauf an, Rohstoffpotentiale und Absatzkanäle zu stabilisieren. Dies erfordert die ständige Beobachtung und zukünftige Einschätzung des Marktes. Maßnahmen zur Lieferanten- und Kundenbindung sind unerlässliche Instrumente, um Beschaffung und Absatz für die vom Markt geforderten Mengen und Qualitäten zu ermöglichen. Die Kenntnis der Leistungsmöglichkeiten der Lieferanten und Kunden stellt dafür eine wichtige Grundlage dar. Durch bundesweite Präsenz der Vion Food North-Gruppe mit Schlacht-, Zerlege- und Produktionsbetrieben ist die Lieferanten- und Kundenstruktur von Vion vielfältig. Veränderungen in den Geschäftsbeziehungen im Einzelfall können so ohne Probleme ausgeglichen werden. Aufgrund der breitgefächerten Lieferanten- und Kundenstruktur gibt es keine Abhängigkeiten zu bestimmten Lieferanten und Kunden auf Konzernebene. Operationelle RisikenProduktionsrisikenBesondere Ereignisse außerhalb der Kontrolle der Vion Food North-Gruppe wie Naturkatastrophen, Kriege, Epidemien - wie die Ausbreitung des Coronavirus - oder andere Ereignisse, wie zum Beispiel Brand, Explosion oder der Austritt von gesundheits- oder umweltschädlichen Substanzen, können die aktuelle Produktion stark beeinträchtigen. Risiken im Zusammenhang mit Lebensmittelsicherheit und -qualitätGesunde und sichere Lebensmittel gehören bei der Vion Food North-Gruppe zu den höchsten Prioritäten. Die Vion Food North-Gruppe legt hohe Standards an die Lebensmittelqualität und an die Lebensmittelsicherheit an. Ein Qualitätsproblem oder auch die veränderte Wahrnehmung der Qualität seitens der Verbraucher oder der Regierungen könnte weitreichende Konsequenzen für den Ruf und die Marktstellung der Vion Food North-Gruppe haben. Kunden und Regierungen stellen zunehmend höhere Qualitätsanforderungen an Lebensmittelproduzenten. Die Lebensmittelsicherheit und -qualität sind Teil der Verfahrensregeln für alle Produktionsstandorte. Dementsprechend sind alle Produktionsstandorte von der Vion Food North-Gruppe gemäß ISO 9001 zertifiziert. Neben der Anwendung eigener Qualitätsstandards in den Betrieben, folgen alle Standorte von der Vion Food Group zumindest einem der von der Global Food Safety Initiative (GFSI) anerkannten Qualitätsrahmen, wie zum Beispiel IFS und BRC. Rückverfolgbarkeit der Erzeugnisse und ProduktsicherheitDie Vion Food North-Gruppe hat erkannt, dass Produkt- und Prozesssicherheit unverzichtbar sind, um als vertrauenswürdiger Lieferant wahrgenommen zu werden und um Gesundheitsprobleme zu verhindern. Die Rückverfolgbarkeit ist der Schlüssel, um die Nachhaltigkeit in einer Beschaffungskette zu steigern. Verbraucher und Kunden erwarten, dass die vermittelten Qualitätsmerkmale von Erzeugnissen auf dem Absatzmarkt eingehalten werden, und dass diese Eigenschaften zu jeder Zeit an jedem Vion-Standort stets Beachtung finden. Um Produktsicherheit zu gewährleisten, hat die Vion Food North-Gruppe Prozesssicherheitssysteme innerhalb der Arbeitsabläufe etabliert. Produktintegrität und umfassende Transparenz werden als wichtige Herausforderungen in der aktuellen Zeit angesehen. Um Sicherheitssysteme zu professionalisieren, arbeitet die Vion Food North-Gruppe aktiv mit Standardisierungsgremien zusammen. Ziel ist es, einen weltweit wahrgenommenen und anerkannten Standard zu erhalten. Diese Bemühungen nimmt Vion auf sich, um die Sicherstellung einer vertrauenswürdigen Produktkette ("Chain of Custody") zu gewährleisten. Risiken hinsichtlich Tierwohl und TiergesundheitGesunde und sichere tierische Produkte können nur aus gesunden Viehbeständen entstehen. Zwischen dem Wohlergehen und der Gesundheit der Viehbestände besteht eine enge Verbindung. Ein großflächiger Ausbruch einer Tierkrankheit, wie beispielsweise die Afrikanische Schweinepest (ASP), hat signifikante Folgen für die Aufrechterhaltung der Lieferströme an die Kunden der Unternehmen der Vion Food North-Gruppe sowie die derzeit erkennbaren Impulse im Außenhandel insbesondere bezüglich der asiatischen Märkte. Die Ausbreitung der ASP auf Mitteleuropa hat verheerende Konsequenzen auf die gesamte Wertschöpfungskette. Nach wie vor beeinträchtigt die ASP in Deutschland das Geschäft mit Schweinefleisch. Nicht nur, dass es regional zur Einrichtung von Sperrzonen kommen kann, die den Verkehr mit Schweinen einschränken oder lahmlegen, sondern es kann zu Keulungen ganzer Bestände kommen. Die Tätigkeit der Betriebe in der Vieh- und Fleischwirtschaft kann hierdurch vorübergehend stark eingeengt werden. Im Absatz führt die ASP weiterhin zu Exportsperren in gewisse Länder, wie z.B. China. Nach China wurden vor dem ASP-Ausbruch große Mengen an Schweinfleisch ausgeführt. Es fehlt weiterhin ein wichtiger Abnehmer. Warenströme müssen umgelenkt und neue Kunden in anderen Ländern gewonnen werden. Generell besteht im Vieh- und Fleischbereich bei allen anzeigepflichtigen Krankheiten, wenn sie auftreten, die Gefahr der starken Geschäftsbeeinträchtigung durch Sperrmaßnahmen oder Handelseinschränkungen. (Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen) Der Umgang mit den Viehbeständen in der Lebensmittelkette ist integraler Bestandteil der Qualitätsstandards. Dies impliziert, dass die Tiere in den landwirtschaftlichen Betrieben, während des Transports und in den Schlachtbetrieben tiergerecht behandelt werden. Zwischenhändler und Spediteure in der Lieferkette müssen sich diesen Standards ebenfalls verpflichten. In allen Schlachtbetrieben der Vion Food Group arbeiten mehrere Tierschutzbeauftragte, die den Umgang mit Tieren überwachen, um die Einhaltung der Tierwohlstandards sicherzustellen. IT-/Logistische RisikenEine effiziente Leitung und Lenkung der Konzerntätigkeiten erfordert ein umfassendes und komplexes Informationssystem. Die laufende Pflege, Aktualisierung und Optimierung unserer IT-Systeme obliegt qualifiziertem internen und externen Fachpersonal. PersonalrisikenPersonalrisiken ergeben sich im Wesentlichen aus dem Verlust von qualifizierten und erfahrenen Mitarbeitern und dem damit verbundenen Fachwissen. Ein wesentlicher Bestandteil der Personalpolitik ist daher eine möglichst langfristige Bindung zu den Fach- und Führungskräften zu pflegen und gleichzeitig neue Mitarbeiter zu gewinnen und zu integrieren. Den Mitarbeitern werden umfangreiche Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote sowie leistungsbezogene Vergütungssysteme angeboten. Die Übernahme von Werkvertragsmitarbeitern im Geschäftsjahr 2021 hat bei Vion den Mitarbeiterbestand und damit auch die Personalkosten merklich erhöht. Zu den höheren Personalkosten kommt aber auch ein größerer organisatorischer Aufwand für die Rekrutierung von Mitarbeitern, die Betreuung der Mitarbeiter und die Suche nach geeignetem Wohnraum. Insbesondere die Rekrutierung von ausländischen Mitarbeitern stellt eine große Herausforderung und einen hohen Aufwand dar. Es besteht immer die Notwendigkeit, rechtzeitig genügend Mitarbeiter zu gewinnen und sie zu motivieren, dass sie sich zuverlässig an Vion binden. Eine hohe Fluktuation in diesem Bereich wirkt sich nachteilig auf einen ordnungsgemäßen Betriebsablauf aus. UmweltrisikenIm Rahmen der Minimierung von Umweltrisiken nimmt die Vion Food Group sowohl bei der Strategie als auch bei ihrer Unternehmensführung eine auf Nachhaltigkeit zielende Abwägung zwischen wirtschaftlichen, sozialen und umweltschutzbezogenen Aspekten vor. Diesbezügliche Maßnahmen in den einzelnen Betrieben erstrecken sich u.a. auf die Bereiche der effizienteren Nutzung von elektrischer Energie und Wärme oder der Senkung des Wasserverbrauchs sowie auf eine Senkung des Schadstoffausstoßes im Transportwesen durch optimierte Logistikplanung. Finanzwirtschaftliche RisikenLiquiditätsrisikoDie Vion Food North B.V. und ihre Tochtergesellschaften sehen sich einem schwierigen Marktumfeld gegenüber, das geprägt ist von sinkenden Viehbeständen und historisch hohen Einkaufspreisen als auch steigenden Energie- und Betriebskosten. Daraus resultierten in den letzten Geschäftsjahren negative Konzernergebnisse und negative Cash Flows, die auch für den Prognosezeitraum erwartet werden, für welche keine ausreichenden liquiden Mittel im Prognosezeitraum vorhanden sind. Um diesem schwierigen Marktumfeld zu begegnen, sind auf Ebene der obersten Muttergesellschaft Vion Holding N.V., Best/Niederlande, verschiedene Programme und Maßnahmen eingeleitet worden, welche direkte Auswirkungen auf die Vion Food North B.V. und ihrer Tochtergesellschaften haben werden, mit dem Ziel die Finanz- und Liquiditätslage mittelfristig zu verbessern. Zur Umsetzung dieser konzernweiten Programme und Maßnahmen sowie aufgrund der im Prognosezeitraum erwarteten negativen Konzernergebnisse und negativen Cash Flows ist die Vion Food North B.V. auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Vereinbarung über die Gewährung einer LiquiditätshilfeDie Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Food North B.V. und des Konzerns hängt daher von der finanziellen Unterstützung durch die Mehrheitsgesellschafterin Vion N.V., Best/Niederlande, ab. Diese hat sich im Rahmen einer Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe bis zum 31. Dezember 2024 verpflichtet, die Vion Food North B.V. finanziell so auszustatten, dass sie ihre sämtlichen Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern stets erfüllen kann und sich mit einer unbefristeten Rangrücktrittserklärung verpflichtet, hinter sämtliche gegenwärtigen und künftigen Ansprüche Dritter im Rang zurückzutreten. Die oberste Muttergesellschaft Vion Holding N.V., Best/Niederlande, hat die gesamtschuldnerische Haftung für die aus den Rechtshandlungen der Vion N.V. entstehenden Schulden übernommen. Für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Mehrheitsgesellschafterin Vion N.V., welche sich zur Gewährung der Liquiditätshilfe verpflichtet hat, und deren direkten Mehrheitsgesellschafterin, der obersten Muttergesellschaft Vion Holding N.V. sind die folgenden Ereignisse oder Gegebenheiten, Maßnahmen und wesentlichen Annahmen relevant, damit die Vion N.V. ihre Verpflichtung zur Liquiditätshilfe gegenüber der Vion Food North B.V. erfüllen kann, von welcher wiederum die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Food North B.V. abhängig ist:
Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Food North B.V. und ihrer Tochtergesellschaften ist damit von der finanziellen Unterstützung in erforderlichem Umfang im Rahmen der Gewährung der Liquiditätshilfe seitens der Vion N.V. abhängig. Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion N.V. und deren direkten Mehrheitsgesellschafterin, Vion Holding N.V., ist wiederum von der Umsetzung der Maßnahmen und Annahmen auf Ebene der Muttergesellschaft Vion Holding N.V. abhängig. Hinsichtlich weiterer Angaben zu den Ereignissen, Gegebenheiten, Maßnahmen und wesentlichen Annahmen auf Ebene der obersten Muttergesellschaft, Vion Holding N.V., wird auf nachfolgend in Anführungszeichen gesetzte dargestellte Erläuterung 2.1 des Konzernabschluss 2022 der Vion Holding N.V. verwiesen (die verwendeten Begriffe "Unternehmen" bzw. "Vion" beziehen sich dabei auf die "Vion Holding N.V. bzw. die Vion Holding N.V. und ihre Tochtergesellschaften): "Derzeitige und erwartete Profitabilität Um den aktuellen und langfristigen Marktbedingungen Rechnung zu tragen, führte das Management detaillierte Analysen zu Planergebnissen für den Zeitraum 2023 bis 2027 durch. Diese Analysen haben gezeigt, dass unter unveränderten Umständen und ohne Intervention die Einhaltung der Bestimmungen zur Working Capital Facility (Betriebsmittelfazilität) und der Schuldscheinklauseln gefährdet wären. Auf der Grundlage dieser Analyse haben wir mit Unterstützung externer Spezialisten Maßnahmen ergriffen, die sowohl kurz- als auch langfristig die Rentabilität, den Cashflow und die Liquidität verbessern sollen. Die Darlehensgeber der Betriebsmittelfazilität und die wichtigsten Kreditversicherer von Vion unterstützen diese Maßnahmen, indem sie die geforderten Änderungen der Nebenbedingungen und Vereinbarungen genehmigen. Im Oktober 2022 haben wir unser Transformationsprogramm "Change That Matters" gestartet, um unsere Strategie zum Aufbau nachhaltiger Ketten zu beschleunigen, die den Landwirten eine Zukunft und den Verbrauchern eine Auswahl an nachhaltigen Lebensmittellieferketten bieten. Das Programm, das von externen Unternehmen bewertet wird, konzentriert sich auf die Anpassung unserer Organisation, um gemeinsam mit Landwirten und Kunden schneller und effektiver ausgewogene Lieferketten aufzubauen. Wir stehen in einem konstruktiven Dialog mit allen relevanten Interessengruppen, einschließlich der Kreditgeber für die Betriebsmittelfazilität und der wichtigsten Kreditversicherer, über die Fortschritte des Programms "Change That Matters" sowie über die Entwicklung des Marktes. Erhebliche Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen sind ebenfalls Teil dieses Programms. Das Programm soll bis 2025 jährliche Verbesserungen der operativen Performance um 150 bis 200 Mio. EUR ermöglichen, um ein zukunftssicheres operatives Management mit mehr Regionalität und Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Das Programm konzentriert sich dabei auf verschiedene Hebel zur Verbesserung unserer Leistung, wie z.B. betriebliche Effizienz, Beschaffung von Non-Food-Produkten in großem Umfang, verbessertes Key Account Management, Cash Management, Footprint-Maßnahmen sowie die Veräußerung ungenutzter Vermögenswerte. In den Jahren 2022 und 2023 hat Vion an mehreren Standorten bereits Anpassungen der Produktionskapazitäten vorgenommen und zusätzliche angekündigt, um vor allem vorhandenen Überkapazitäten und negativen Ergebnisentwicklungen entgegenzusteuern. Die Auswirkungen des aktuellen Jahres liegen leicht über dem Plan. Die Umsetzung des Programms erfolgt durch einen strengen Durchführungsmechanismus, der installiert wurde. Das Programm basiert auf einem bewährten Konzept und wurde bewertet und für sehr umfassend und robust befunden. Die Umsetzung erfolgt durch ein engagiertes Vion-Team, das durch externe Spezialisten und relevante Stakeholder unterstützt wird. Vion ist zuversichtlich, dass das Unternehmen "Change That Matters" (CTM) erfolgreich umsetzen, seine Strategie verstärken und seine Finanzergebnisse deutlich verbessern kann. In Übereinstimmung mit dem CTM-Programm kündigte Vion am 7. Juni 2023 eine strategische Umstrukturierung an, die die Einrichtung von zwei Ländereinheiten in Deutschland und den Benelux-Ländern vorsieht, die den Vieheinkauf, den Betrieb vor Ort (Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung, Verpackung) und den Fleischverkauf überwachen sollen. Dieser Schritt zielt darauf ab, engere Verbindungen zwischen Landwirten und Kunden auf den Heimatmärkten zu schaffen. Vion ist zuversichtlich, dass diese strategischen Veränderungen zu nachhaltigem Wachstum, einer Beschleunigung der Vion-Kettenstrategie, zur Förderung von Innovationen und zur Stärkung der führenden Position des Unternehmens in der europäischen Lebensmittelindustrie führen werden. Sowohl für 2023 als auch für 2024 wird erwartet, dass sich dieser Plan auf künftige Ergebnisse, Cashflows sowie die Liquidität von Vion auswirken wird. Mit Blick auf die Jahre 2023 und 2024 könnten viele der oben genannten Marktrisikofaktoren fortbestehen, was weiterhin zu einer hohen Inanspruchnahme unserer Finanzierungsfazilitäten und einem Druck auf die Ergebnisse führen wird, falls nichts unternommen wird. Um unsere Umstrukturierung unter den derzeitigen Marktbedingungen mit historisch hohen Schweinepreisen durchzuführen, verpflichtete Vion die Kreditgeber der Betriebsmittelfinanzierung und die wichtigsten Kreditversicherer, die auch die wichtigsten Finanzierungslinien für die Vion Food Group bereitstellen. In einer im Juni 2023 unterzeichneten Vereinbarung mit den Kreditgebern der Betriebsmittelfazilität hat sich Vion auf ein komplettes Paket von Unterstützungsmaßnahmen geeinigt, so dass sich Vion auf die Durchführung seines Programms "Change That Matters" konzentrieren kann. Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass immer ein inhärentes Marktrisiko aufgrund der Volatilität dieses speziellen Marktes besteht. Für den Fall, dass ungünstige Entwicklungen eine zusätzliche Finanzierung erforderlich machen sollten, verfügt das Unternehmen über genügend Vorlaufzeit und Optionen. Zu diesem Paket gehören auch die folgenden Bankklauseln (Covenants):
Eine nicht zweckgebundene Fazilität wurde aufgestockt und ist Teil der gebundenen Finanzierung geworden, wodurch zusätzliche Liquidität generiert wurde. Wir stellen fest, dass durch die Anpassung der Betriebsmittelfazilität die Zinsklauseln weitgehend mit den ähnlichen Schuldscheinklauseln übereinstimmen. Aufgrund aller getroffenen Maßnahmen ist Vion der Ansicht, dass das Unternehmen in der Lage ist, seine Geschäftstätigkeit fortzuführen, und hat daher seinen Jahresabschluss auf der Grundlage der Unternehmensfortführung erstellt, trotz der Unvorhersehbarkeit des Marktes. Für den Fall, dass sich externe Faktoren und Risiken derart negativ auswirken, dass die Kreditvereinbarungen gefährdet sind, verfügt das Unternehmen über genügend Zeit und Optionen, um diese Auswirkungen abzumildern. Auf der Grundlage einer starken Bilanzposition mit einer geschätzten Solvabilität/Zahlungsfähigkeit zum Jahresende 2023 von 28 % und nicht verpfändeten Vermögenswerten von über 500 Mio. € gibt es mehrere Refinanzierungsoptionen. Zu diesen Optionen gehören unter anderem der Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten, die Refinanzierung der bestehenden und/oder die Aufnahme neuer Finanzierungsfazilitäten auf der Grundlage der aktuellen besicherten und unbesicherten Vermögenswerte innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens. Die geänderten Bankenklauseln basieren auf unserer Prognose für die Jahre 2023 und 2024. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass das Ergebnis, der Cashflow und die Liquidität von Vion die Einhaltung dieser Covenants ermöglichen werden, auch unter Berücksichtigung der weiter oben in diesem Abschnitt erwähnten Marktrisiken. Vion hat zu diesem Zweck Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um ungünstige Entwicklungen zu testen. Das Ergebnis dieser Szenarien bietet die Gewissheit, dass das Unternehmen in der Lage sein wird, die Auswirkungen solcher Risikofaktoren unter Berücksichtigung der im vorigen Abschnitt beschriebenen Optionen zur Risikominderung aufzufangen. Die Ausführung dieser Optionen umfasst sowohl vollständig von Vion kontrollierte Maßnahmen als auch Optionen, die nur in Zusammenarbeit mit externen Stakeholdern realisiert werden können. In Anbetracht dieser Situation und auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen geht das Management davon aus, dass bei Bedarf eine Zusammenarbeit mit externen Stakeholdern möglich sein wird. Dies ist eine wichtige Annahme, die die Einschätzung der Unternehmensfortführung stützt." Auf der Grundlage der Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe sowie der Beurteilung der Unternehmensfortführung durch die Vion Holding N.V. ist die Vion Food North B.V. der Meinung, dass sie in der Lage ist, die Unternehmenstätigkeit fortzuführen, und hat daher ihren Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss auf der Grundlage der Unternehmensfortführung (Going-Concern) erstellt. Aufgrund der Tatsache, dass die Vion Food North B.V. und ihre Tochtergesellschaften auf die finanzielle Unterstützung der Vion N.V. angewiesen sind, besteht ein bestandsgefährdendes Risiko für die Vion Food North B.V. und ihre Tochtergesellschaften. Weitere finanzwirtschaftliche RisikenDie Vion Food North-Gruppe ist ein global operierender Konzern mit internationalen Geschäftsverbindungen, die grundsätzlich eine Vielzahl unterschiedlicher Währungsströme mit sich bringen. Währungsrisiken, die mit der Veränderung von Wechselkursen einhergehen, begegnet die Vion Food Group mit derivativen Finanzinstrumenten. Das Währungsmanagement übernimmt im Wesentlichen zentral der Bereich Konzern-Treasury in den Niederlanden. Da die Gesellschaften der Vion Food North-Gruppe im Wesentlichen in das europäische Ausland exportieren, spielen Fremdwährungsrisiken bei der Gruppe eine untergeordnete Bedeutung. Gesetze und RegelungenDie Compliance-Risiken, mit denen die Vion Food North-Gruppe konfrontiert werden kann, wurden identifiziert. Der Konzern erfüllt aus heutiger Sicht alle relevanten gesetzlichen Bestimmungen und Regelungen. Eine fortlaufende Bestandsaufnahme und anschließende Umsetzung ggf. notwendiger Anpassungen an geänderte Rahmenbedingungen erfolgt auch im laufenden Jahr 2023 wieder auf der Ebene der operationalen Unternehmen. Steuerliche RisikenDie Gesellschaften der Vion Food North-Gruppe sind steuerlichen Risiken ausgesetzt. Sie bilden hierfür Rückstellungen soweit eine Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und die Höhe hinreichend sicher bestimmt werden kann. Die unterschiedliche Rechtsauslegung durch die Finanzverwaltung ist jedoch mit Unsicherheit behaftet und diesbezüglich können sich für die Gesellschaften, insbesondere im Bereich Umsatzsteuer, zukünftig weitere Risiken ergeben. Sonstige EinflüsseDarüber hinaus existieren, neben den in den Risikokategorien beschriebenen Risiken, Einflüsse, die nicht vorhersehbar und deren Folgen nur schwer kontrollierbar sind. Im Fall ihres Eintritts könnten sie die weitere Entwicklung der Gesellschaft beeinträchtigen. Zu diesen Ereignissen werden insbesondere Naturkatastrophen, Terroranschläge, Epidemien - wie die Ausbreitung des Coronavirus - und gewaltsame Auseinandersetzungen - wie der Ukraine-Konflikt - gezählt. Aus diesen negativen Ereignissen können sich Risiken sowohl für das weltweite Wirtschaftswachstum als auch in der Folge Risiken für die Gruppen-Gesellschaften vor allem im Hinblick auf die Produktion und den Vertrieb ergeben. Ebenso kann das aktuelle Risiko einer möglichen Gasmangellage in Deutschland zu potenziellen Problemen bei einzelnen Standorten führen. Einschätzung der RisikolageAuf der Grundlage der Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe sowie der Beurteilung der Unternehmensfortführung durch die Vion Holding N.V. ist die Vion Food North B.V. der Meinung, dass sie in der Lage ist, die Unternehmenstätigkeit fortzuführen, und hat daher ihren Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss auf der Grundlage der Unternehmensfortführung (Going-Concern) erstellt. Aufgrund der Tatsache, dass die Vion Food North B.V. und ihre Tochtergesellschaften auf die finanzielle Unterstützung der Vion N.V. angewiesen sind, besteht ein bestandsgefährdendes Risiko für die Vion Food North B.V. und ihre Tochtergesellschaften. ChancenberichtAls Chancen werden mögliche künftige interne und externe Entwicklungen oder Ereignisse angesehen, die das Erreichen der Geschäfts- und Finanzziele positiv beeinflussen können. In Zeiten eines schrumpfenden Angebotes an Rindern und Schweinen kommt es mehr denn je darauf an, Lieferanten und Abnehmer enger in den eigenen Vermarktungsprozess einzubinden und nur die Produkte zu produzieren, die der Markt verlangt. Nur so kann längerfristig die Rohstoff- und Absatzsituation verbessert werden. Die Vion Food North-Gruppe hat rechtzeitig erkannt, dass man nur über diesen Weg im Markt bestehen und eine Vorteilsposition erlangen kann. Deshalb hat der Konzern ein System ausgewogener Lieferketten entwickelt, das den Namen "Building Balanced Chains" trägt. Aufgabe ist es, ausgewogene Lebensmittelversorgungsketten zu schaffen, die sich an der Nachfrage orientieren und für alle Partner relevant sind. So können sichere, gesunde und schmackhafte Lebensmittel angeboten und gleichzeitig ein Mehrwert innerhalb eines zukunftssicheren Ökosystems geschaffen werden. So werden z.B. von der Vion Food North-Gruppe ab 2023 über 1.000 Strohschweine pro Woche für die Landwirte in Süddeutschland und den Lebensmittelhandel (LEH) in der Region geschlachtet. Das Programm ist ein Praxisbeispiel für den Aufbau stabiler Partnerschaften mit Landwirten und dem LEH und zugleich dafür, wie störungsfrei die Transformation der Nutztierhaltung erfolgen kann, wenn Landwirte, Verbraucher, der Handel und die Fleischindustrie dasselbe wollen - mehr Tierwohl und höhere Qualität. Diese regionalen Partnerschaften schaffen nachhaltige Strategien und wirken sich positiv auf die Rentabilität der gesamten Lieferkette aus, so dass sowohl die Landwirte als auch die Kunden von Vion besser und schneller auf Marktbedingungen und gesellschaftliche Veränderungen reagieren können. Der Markt für Bio-Lebensmittel und Biofleisch könnte in den kommenden Jahren wieder wachsen. Mit dem Markenlabel für Biofleisch "De Groene Weg" startete Vion 2022 auf dem deutschen Markt. Der Groene Weg verfolgt einen für Deutschland besonderen Ansatz von nachfrageorientierten, geschlossenen Bio-Fleischlieferketten. Um den deutschen Markt angemessen bedienen zu können, hat das Unternehmen dafür eine deutsche Organisation aufgebaut. So kann Der Grüne Weg mit dem Angebot von Bio-Schweinefleisch deutscher Herkunft nun auch der 5x D-Präferenz unter den deutschen Verbraucher gerecht werden, bei der Geburt, Aufzucht, Veredelung, Schlachtung und Verarbeitung der Tiere. Vion ist in 2023 bestrebt, noch mehr Landwirte für dieses Bio-Fleischprogramm zu gewinnen. Deutschland ist bisher bei Bio-Schweinefleisch immer noch Nettoimporteuer, d.h. zur Bedarfsdeckung muss Bio-Schweinefleisch importiert werden. Es bieten sich also Marktchancen zur Steigerung der heimischen Bio-Schweinefleischerzeugung. Vion garantiert Neulieferanten unbefristete Verträge, Preisstabilität und sichert Abnahmegarantien zu. Erste Verträge wurden mit thüringischen Landwirten bereits geschlossen. Wenngleich die derzeit hohe Inflation auch die Bio-Fleischnachfrage des Verbrauchers bremst, so wird davon ausgegangen, dass sich dieser zurückhaltende Trend mit der Zeit beruhigen und der Absatz wieder ansteigen wird, denn das Potential an Bio-Schweinefleischkäufern ist nach wie vor unverändert. Seit 2007 befragt Vion jährlich in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut GfK etwa 4.000 Haushalte und kreuzt die Ergebnisse mit den tatsächlichen Einkaufsdaten, um möglichst genaue und repräsentative Informationen zu den aktuellen und relevanten Themen zu erhalten. Die als Langzeit angelegte Erhebung liefert zudem Daten zu den aktuellen Entwicklungen und Trends. 2022 fand die Befragung im März statt, sodass die Inflation und die angespannte internationale Lage mit dem Krieg in der Ukraine bereits Einfluss nahmen auf die Beurteilung der Haushalte. Für Vion ist wichtig, Tendenzen im Markt (Entwicklung von Verbrauchertrends und -präferenzen) frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen, diesen neuen Trends zu entsprechen. In Zuge der geänderten Verzehrgewohnheiten und Ansprüche der Verbraucher mit dem wachsenden Trend zu Fleischersatzprodukten ist Vion in dieses Produktsegment bereits vor einigen Jahren eingestiegen und baut es sukzessive weiter aus. Z.B. betreibt Vion am Standort Leeuwarden, in den Niederlanden, eine Produktionsstätte für rein pflanzliche Produkte. Das Produktmanagement hat Produkte auf pflanzlicher Basis entwickelt, die mittlerweile auch in den Regalen bei deutschen Discountern angeboten werden. Jüngstes Beispiel ist das Plantrecote, ein rein pflanzliches Steak. Vion ist hier auf dem richtigen Weg und verschafft sich frühzeitig eine Marktposition. In Deutschland produzieren Vion-Gesellschaften in Holzwickede und Großostheim pflanzenbasierte Produkte auf Weizenproteinbasis und erweitern damit das Sortiment für Flexitarier, Vegetarier und Veganer. Sowohl Risiken als auch Chancen können zu Abweichungen gegenüber den vorgesehenen Planungen führen. Weiterhin sieht die Geschäftsführung durch die regionale Aufstellung der einzelnen Betriebe Chancen für die jeweiligen Standorte innerhalb der Vion Food North-Gruppe. Die Unternehmen der Vion Food North-Gruppe richten ihre Vertriebsaktivitäten an den Märkten aus und sehen insbesondere in den innovativen und zeitgerechten Produkten und Dienstleistungen eine solide Basis, auch zukünftig die Nachfrage bei bestehenden Kunden auszubauen sowie neue Kunden gewinnen zu können. Um für die Kunden attraktiv zu bleiben, wird auch in 2023 die Produktentwicklung weiter gestärkt werden. Die Rekrutierung von Mitarbeitern ist eine echte Herausforderung und wurde in Deutschland bisher nicht zentral koordiniert. Das führte zu zusätzlichen Kosten und mehr Zeitaufwand. Um die Herausforderung in einem angespannten europäischen Arbeitsmarkt zu meisten, wurde ein Vion eigenes "Recruiting Services" (VRS) geschaffen: eine zentrale Plattform, die Mitarbeiter für die deutschen Vion-Betriebe rekrutiert, im Onboarding-Prozess begleitet und betreut. Mit einer eigenen Personalbeschaffung werden die Kosten gesenkt, eine bessere Koordination ermöglicht und es führt zu mehr Kompetenz bei Auswahl und Rekrutierung. Mit VRS können alle Rekrutierungskanäle (intern und extern) zentral verwaltet und koordiniert werden. Außerdem können die bestehenden Kapazitäten und Kompetenzen für die direkte Personalgewinnung ausgebaut werden. Das Ziel ist eine eigenständige Personalbeschaffung in Europa und den westlichen Balkanstaaten. VRS unterstützt die Vion-Betriebe zur Verringerung der Fluktuation auch beim Onboarding-Prozess neuer Mitarbeiter. Ziel ist es, die Mitarbeiter langfristig zu binden und die Fluktuation deutlich zu reduzieren. Die Optimierung der Produktion durch Zentralisierung verschiedener Produktgruppen an ausgewählten Standorten innerhalb der Gruppe soll zur Steigerung des Betriebs und Jahresergebnisses beitragen, um Produkte zu marktfähigen Preisen anbieten zu können. Dies bündelt Ressourcen und sichert die Nutzung von Synergieeffekten. Interne Funktionen wie die Verwaltung werden durch weitere Zentralisierung und gemeinsame Systeme in der Qualität und Effizienz verbessert. Die Inflation hat sich zwar etwas abgeschwächt, wird aber voraussichtlich auch im Jahr 2023 auf einem vergleichsweise historisch hohen Niveau bleiben. Deshalb müssen weiterhin die Verkaufspreise angehoben werden, um die höheren Kosten an die jeweiligen Kunden weitergeben zu können. Dabei profitieren die Vion-Betriebe von den bestehenden Lieferketten, da diese einen transparenteren Anpassungsprozess in der gesamten Kette ermöglichen. Die Vion Food Group hat im Jahr 2022 das Programm "Change That Matters" gestartet, um die aktuelle Strategie zum Aufbau nachhaltiger Ketten noch weiter zu beschleunigen. Change That Matters soll für die Zukunft von Vion in den anstehenden Zeiten des Wandels Stabilisierung ermöglichen. Schließlich haben wir den Anspruch, dass die Vion Food Group die nachhaltigste Unternehmensgruppe in der Branche werden soll, und wir glauben, dass Fleisch für Millionen von Menschen ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung darstellt. Deshalb konzentrieren wir unsere Lieferketten auf eine nachhaltige Zukunft für unsere Landwirte und mehr Auswahlmöglichkeiten für die Verbraucher, mit denen wir unsere Werte und unser Engagement für eine bessere Zukunft teilen. Als Obergesellschaft des Konzerns erhält die Vion Food North B.V. Erträge insbesondere von ihren Tochtergesellschaften. Durch die Anbindung der großen operativen Tochtergesellschaften über Ergebnisabführungsverträge werden deren Ergebnisse direkt bei der Vion Food North B.V. vereinnahmt. Die zuvor beschriebene Erwartung in Bezug auf die Geschäftsentwicklung im Konzern dürfte sich auch auf das Ergebnis der Vion Food North B.V. auswirken. Dieser Konzernlagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen und Informationen, die auf den heute bekannten wirtschaftlichen und finanzpolitischen Rahmenbedingungen und den Erwartungen der Geschäftsführung beruhen. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs des Konzerns liegen, bestimmen die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse. Die tatsächlichen Ergebnisse können dadurch wesentlich von den Erwartungen abweichen.
Emstek, den 13. Juli 2023 Die Geschäftsführung David Alexander De Camp Leon Albert Cuypers |
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