Hch.Kettelhack GmbH & Co. KG

48432 Rheine, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Steinfurt HRA 2948
Vorher
Hch.Kettelhack GmbH & Co.
Eingetragen
26.10.1904

Finanzübersicht

Historie

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Management

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Gesellschafter

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Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Hch.Kettelhack GmbH & Co. KG

Rheine

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023

Bilanz zum 30. Juni 2023

A K T I V A

30.6.2023 
30.6.2022 
T€
A. ANLAGEVERMÖGEN 4.338.018,30 1.876
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 56.263,75 36
II. Sachanlagen 4.256.189,96 1.814
III. Finanzanlagen 25.564,59 26
B. UMLAUFVERMÖGEN 13.661.395,09 15.473
I. Vorräte 9.118.410,00 8.021
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.027.824,37 2.182
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: € 0,00 (Vorjahr: T€ 0)
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 2.515.160,72 5.270
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 69.072,48 71
18.068.485,87 17.420

P A S S I V A

30.6.2023 
30.6.2022 
T€
A. EIGENKAPITAL 5.756.201,43 7.027
I. Kapitalanteile 2.100.000,00 2.100
II. Rücklagen 1.493.000,00 1.493
III. Guthaben der persönlich haftenden Gesellschafterin 288.702,14 250
IV. Jahresüberschuss 1.874.499,29 3.184
B. AUSGLEICHSPOSTEN FÜR AKTIVIERTE EIGENE ANTEILE 25.564,59 26
C. RÜCKSTELLUNGEN 4.700.251,00 5.705
D. VERBINDLICHKEITEN 7.586.468,85 4.662
- davon gegenüber Kreditinstituten: € 2.492.280,00 (Vorjahr: T€ 0)
- davon gegenüber Kommanditisten: € 2.333.211,10 (Vorjahr: T€ 1.665)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: € 5.249.012,76 (Vorjahr: T€ 4.504)
18.068.485,87 17.420

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022/23

2022/23 
2021/22 
T€
1. Rohergebnis 11.846.228,39 13.073
2. Personalaufwand 6.048.296,45 5.705
a) Löhne und Gehälter 5.010.798,48 4.799
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung  1.037.497,97 906
- davon für Altersversorgung: € 113.063,36 (Vorjahr: T€ 30)
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen  396.130,97 214
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.834.138,95 3.077
5. Betriebsergebnis 2.567.662,02 4.077
6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.071,55 0
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 243.585,57 210
- Abzinsung Pensionsrückstellungen: € 56.606,00 (Vorjahr: T€ 68)
- davon an verbundene Unternehmen: € 11.329,73 (Vorjahr: T€ 9)
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 441.065,10 670
9. Ergebnis nach Steuern 1.888.082,90 3.197
10. Sonstige Steuern 13.583,61 13
11. Jahresüberschuss 1.874.499,29 3.184

Entwicklung des Anlagevermögens 2022/23

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1. Jul. 2022 Zugänge Umbuchungen Abgänge 30. Jun. 2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 448.377,94 4.200,00 0,00 0,00 452.577,94
Geleistete Anzahlungen 6.010,00 38.087,75 0,00 0,00 44.097,75
454.387,94 42.287,75 0,00 0,00 496.675,69
II. Sachanlagen
Technische Anlagen und Maschinen 10.694.961,26 1.535.301,46 21.450,00 1.347,89 12.250.364,83
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.722.186,46 499.423,09 44.924,42 49.183,02 3.217.350,95
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 362.594,42 781.750,96 -66.374,42 0,00 1.077.970,96
13.779.742,14 2.816.475,51 0,00 50.530,91 16.545.686,74
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 25.564,59 0,00 0,00 0,00 25.564,59
14.259.694,67 2.858.763,26 0,00 50.530,91 17.067.927,02
Aufgelaufene Abschreibungen
1. Jul. 2022 Zugänge Abgänge 30. Jun. 2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 418.393,94 22.018,00 0,00 440.411,94
Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
418.393,94 22.018,00 0,00 440.411,94
II. Sachanlagen
Technische Anlagen und Maschinen 9.885.719,26 195.764,46 1.347,89 10.080.135,83
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.080.159,46 178.348,51 49.147,02 2.209.360,95
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
11.965.878,72 374.112,97 50.494,91 12.289.496,78
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
12.384.272,66 396.130,97 50.494,91 12.729.908,72
Nettobuchwerte
30. Jun. 2023 30. Jun. 2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 12.166,00 29.984,00
Geleistete Anzahlungen 44.097,75 6.010,00
56.263,75 35.994,00
II. Sachanlagen
Technische Anlagen und Maschinen 2.170.229,00 809.242,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.007.990,00 642.027,00
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.077.970,96 362.594,42
4.256.189,96 1.813.863,42
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 25.564,59 25.564,59
4.338.018,30 1.875.422,01

Anhang für das Geschäftsjahr 2022/2023

I. Allgemeine Angaben, Registergericht und Handelsregisternummer

Die Gesellschaft ist unter der Firma Hch. Kettelhack GmbH & Co. KG mit Sitz in Rheine beim Amtsgericht Steinfurt unter der Handelsregisternummer HR A 2948 eingetragen.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1.7.2022 bis 30.6.2023 ist nach den allgemeinen Rechnungslegungsvorschriften des HGB für Kapitalgesellschaften aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung beruht auf dem Gesamtkostenverfahren. Anhang und Lagebericht werden gemäß der §§ 284 ff HGB bzw. § 289 HGB erstellt.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der vorliegende Jahresabschluss zum 30.6.2023 ist nach den Vorschriften der §§ 238 ff HGB aufgestellt worden.

Die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind unverändert fortgeführt worden.

Die immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, die sich an der voraussichtlichen Nutzungsdauer orientieren, bewertet.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Dabei wurde i.d.R. die lineare Methode angewandt.

Für geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von € 250,00 bis € 1.000,00 wird im Zugangsjahr gemäß § 6 Abs. 2a EStG ein Sammelposten gebildet, der im Zugangsjahr und in den vier folgenden Geschäftsjahren linear zu jeweils 1/5 aufgelöst wird.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgte zu Anschaffungskosten.

Die Hilfs- und Betriebsstoffe wurden zu Anschaffungskosten zuzüglich Nebenkosten bewertet bzw. entsprechend dem Niederstwertprinzip mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Unfertige und fertige Erzeugnisse wurden mit den Herstellungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennwert bilanziert. Allgemeinen Risiken wurde durch eine Pauschalwertberichtigung ausreichend Rechnung getragen. Einzelwertberichtigungen waren nicht erforderlich.

Unter dem Rechnungsabgrenzungsposten sind Beträge ausgewiesen, die wirtschaftlich eine Zeit nach dem Bilanzstichtag betreffen.

Der Ausgleichsposten für aktivierte eigene Anteile gemäß § 264 c Absatz 4 HGB betrifft die unter den Finanzanlagen aktivierten Anteile an der persönlich haftenden Gesellschafterin HKR Textilhandelsgesellschaft mbH, Rheine.

Die Pensionsrückstellungen sind nach dem Teilwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Die Abzinsung erfolgte mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden Marktzins nach § 253 Abs. 2 HGB. Es wurde ein Gehalts- und Rententrend von 2 % berücksichtigt. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt zum 30.6.2023 T€ 83.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe ihres voraussichtlichen Erfüllungsbetrages.

Die Verbindlichkeiten sind entsprechend dem Imparitätsprinzip mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel.

Die persönlich haftende Gesellschafterin, die HKR Textilhandelsgesellschaft mbH, ist ohne Kapitaleinlage beteiligt.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen u.a. mit T€ 401 den Personalbereich, mit T€ 131 den Absatzbereich und mit T€ 272 übrige Rückstellungen.

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten ist das Darlehen der Betriebsgemeinschaftskasse der Firma Hch. Kettelhack e.V. mit T€ 122 erfasst. Der Nennwert der passivierten Darlehensverpflichtungen liegt zum 30.6.2023 um T€ 189 unter dem nach den gesetzlichen Vorschriften des § 4d EStG zulässigen Kassenvermögen. Der auf Basis der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelte versicherungsmathematische Wert der Betriebsgemeinschaftskasse nach Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz beläuft sich zum Bilanzstichtag auf T€ 643.

Die Verbindlichkeiten haben folgende Fälligkeitsstruktur:

Davon mit einer Restlaufzeit
Stand
30.06.2023
bis zu einem Jahr über einem Jahr mehr als 5 Jahre Stand
30.06.2022
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.492.280,00 276.960,00 2.215.320,00 1.107.480,00 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.477.977,39 2.477.977,39 0,00 0,00 2.642.559,47
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 2.333.211,10 2.333.211,10 0,00 0,00 1.664.696,33
Sonstige Verbindlichkeiten 283.000,36 160.864,27 122.136,09 0,00 354.413,79
7.586.468,85 5.249.012,76 2.337.456,09 1.107.480,00 4.661.669,59

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Sicherungsübereignung der Photovoltaikanlage sowie der Konfektionsanlage besichert.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Umsatzerlöse betreffen mit T€ 27.313 (79,1 %) Inlandsumsätze und mit T€ 7.228 (20,9 %) Auslandsumsätze.

Von den Zinsaufwendungen entfallen T€ 57 auf die Abzinsung von Pensionsrückstellungen.

V. Aufstellung des Anteilsbesitzes (§ 285 Nr. 11 HGB)

Name und Sitz des Unternehmens Kapital
T€
Anteil am Kapital
v.H.
Eigen-kapital
T€
Ergebnis des letztenGeschäftsjahres
T€
HKR Textilhandelsgesellschaft mbH,Rheine (persönlich haftende Gesellschafterin) 26 100 326 44

VI. Sonstige Angaben

Im Geschäftsjahr 2022/2023 betrug die Anzahl der im Durchschnitt beschäftigten Mitarbeiter:

Lohnempfänger 57
Gehaltsempfänger 42
Auszubildende 4
103

Aus längerfristigen Leasing- und Wartungsverträgen bestehen finanzielle Verpflichtungen in Höhe von T€ 131. Die betriebliche Immobilie ist für monatlich T€ 35 auf unbestimmte Zeit angemietet. Für drei angemietete Maschinen beläuft sich die monatliche Verpflichtung auf T€ 32.

Die Geschäftsführung obliegt der persönlich haftenden Gesellschafterin, der HKR Textilhandelsgesellschaft mbH, Rheine, mit einem Stammkapital von T€ 26, vertreten durch ihren alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer Jan Kettelhack, Rheine.

Der Beirat besteht aus folgenden Mitgliedern:

 Justus Schmitz, Emsdetten

 - Vorsitzender bis Ende 2022 -

 Franz-Peter Falke, Schmallenberg

 Dr. Wilfried Holtgrave, Nordhorn

 - Vorsitzender ab Anfang 2023 -

Die Bezüge des Beirates betrugen T€ 24.

Die Angaben gemäß § 285 Nr. 9 Buchstabe a und b) HGB zu gegenwärtigen und zu den früheren Geschäftsführern sind gemäß § 286 Absatz 4 HGB unterblieben.

 

Rheine, den 29. September 2023

Die Geschäftsführung

Lagebericht 2022 / 2023

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

2022 war erneut ein Jahr, das von Krisen und Unsicherheit geprägt war. Die Weltkonjunktur hat sich auf breiter Front und stärker als erwartet verlangsamt. Die Corona-Pandemie stellte schon eine erhebliche Herausforderung für die gesamte Wirtschaft dar. Die Energiepreiskrise hat diese jedoch noch erheblich übertroffen. Dass die Welt seit dem 24. Februar eine andere ist, erlebte und spürte man jeden Tag. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine dämpfte in allen Regionen das Wachstum, trieb die Inflation nach oben und verstärkte die Engpässe in Einzelmärkten. Die als Reaktion auf den Angriff gegen Russland verhängten umfassenden Sanktionen hatten aber auch negative Auswirkungen auf die westlichen Länder. Die ausfallenden Gaslieferungen aus Russland haben die Energiepreise in die Höhe getrieben. Die in Folge gestiegenen Inflationsraten haben die Europäische Zentralbank und weitere Zentralbanken veranlasst, ihre Geldpolitik entschieden zu straffen und die Leitzinsen in mehreren Schritten zu erhöhen.

Gemäß dem World Economic Outlook des Internationalen Währungsfonds wuchs die Weltwirtschaft im Gesamtjahr 2022 um 3,4 %. Die IWF-Prognose eines Wachstums von 4,4 % von Januar 2022 wurde damit nicht erreicht. Der Großteil der Volkswirtschaften in Europa wuchs 2022 und verzeichnete ein Wachstum von 3,5 %. In Deutschland erhöhte sich gemäß Statistischem Bundesamt das BIP nur um 1,8 %. Hohe Inflationsraten und teilweise restriktivere Finanzierungsbedingungen führten allerdings dazu, dass sich das Wachstum im zweiten Halbjahr 2022 deutlich verlangsamt hat. In Deutschland sank das BIP im vierten Quartal um 0,2 %. Der Verbraucherpreisindex stieg 2022 um 8,7 %, wobei insbesondere die Preise für Energie und Nahrungsmittel eine merkliche Steigerung verzeichneten. Zusammenfassend war das Jahr gekennzeichnet durch einen stärker als erwarteten wirtschaftlichen Abschwung.

Als Teil der Weltwirtschaft bleibt auch die deutsche Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2023 geprägt von den geopolitischen Unwägbarkeiten und ihren ökonomischen Folgen. Material- und Energiesorgen bestimmen weiterhin den unternehmerischen Alltag. Die Preisschwankungen bei Energie haben sich zwar beruhigt, doch das neue Preisniveau wird weiterhin um ein Mehrfaches über den durchschnittlichen Preisen vor der Krise liegen. Die insgesamt schwache Gangart der Weltwirtschaft hält an und damit bleibt der Welthandel gezügelt. Besonders betroffen sind die Unternehmen, die mit wegbrechenden Lieferketten und explodierenden Energiepreisen zu kämpfen haben. Umso erstaunlicher ist es daher erleben zu müssen, wie die deutsche Politik agiert, wenn es darum ging den industriellen Mittelstand in dieser besonderen Krise zu unterstützen. Vollmundige Ankündigungen und Bekenntnisse zur Wirtschaft stehen in einem krassen Gegensatz zu dem tatsächlichen Handeln.

Die aktuellen Indikatoren deuten noch nicht auf eine nachhaltige konjunkturelle Belebung in den kommenden Monaten hin. Im Gegenteil, der Ausblick der Industrie bleibt verhalten. Die Industrieproduktion war auch im zweiten Quartal 2023 rückläufig, wobei insbesondere die Automobilindustrie und das Baugewerbe deutliche Rückgänge aufwiesen. Einzelne ausländische Großaufträge der Industrie dürften die ohnehin schlechten Zahlen noch etwas abgefangen haben.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die Textil- und Modeindustrie schloss das Jahr 2022 mit einem Gesamtumsatzplus von +11,7% ab, welches sich auf Zuwächse von +19,4% im Bereich bei der Bekleidung und +7,7% Textil verteilt. Bei diesem Zuwachs handelt es sich allerdings um einen nominalen inflationsgetriebenen Zuwachs. Das reale Wachstum der Branche lag lediglich bei +12,0% im Bereich Bekleidung und -6,0% im Bereich Textil. Ursächlich für diese schwierige Situation der Branche sind die stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Chemie, die oft nicht an die Kunden weitergegeben werden konnten. Hinzu kommen die Verwerfungen im Außenhandel mit einem Einbruch der Exporte nach Russland und starken Rückgängen im Geschäft mit China. Die Exporte in die USA und die Türkei stiegen hingegen leicht an.

Gerade im Bereich des privaten Konsums ist ein verändertes Einkaufsverhalten zu beobachten das den Bereich der Bekleidung stark belastet. Während zum Ende des Jahres 2022 der Onlinehandel mit Textil und Bekleidung noch zulegen konnte, brach der stationäre Einzelhandel ein und konnte die Rückgänge der Pandemie nicht aufholen. Mit der zunehmenden Inflation hat dieser Trend zum Jahreswechsel auch auf den Onlinehandel umgeschlagen. Die steigenden Preise für Lebensmittel und Energie führten zu einer starken Konsumzurückhaltung. Wegbrechende Umsätze, hohe Lagerbestände und die notwendigen Vorfinanzierungen neuer Saisonware haben zu einer hohen Zahl an Insolvenzen bei den Bekleidungsherstellern geführt. Bis heute ist hier noch keine nachhaltige Trendwende zu erkennen.

Neben den steigenden Kosten für Energie und Chemie schlagen sich auch immer höhere Personalkosten auf die Ergebnisse nieder. Ende 2022 wurde innerhalb von vier Verhandlungsrunden ein neuer Tarifabschluss für die Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie verhandelt. Der neue Tarifabschluss sieht vor, dass das Entgelt für die rund 100.000 Beschäftigten der Branche ab Oktober 2023 um 4,8% und ab September 2024 um weitere 3,3% steigt. Hinzu kommt eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.500€, die in zwei Teilen im April 2023 mit 1.000€ und im April 2024 mit 500€ ausgezahlt wird. Die Laufzeit für diesen Abschluss beträgt 24 Monate. Die Tarifverhandlungen wurden von mehreren Warnstreiks mit einer hohen Beteiligung der Beschäftigten begleitet, wie sie lange nicht mehr zu sehen war. Im Rahmen des insgesamt schwierigen tarifpolitischen Umfeldes, in dem einige Branchen weit über dem bisher bekannten Maße Abschlüsse erzielt haben und mit Urabstimmungen gedroht wurde, ist die Tatsache, dass es überhaupt einen Abschluss gibt, bereits als Erfolg zu werten.

Absatzbereich

Seit über 145 Jahren konzentriert sich Kettelhack auf seine Kernpotentiale als marktorientiertes Textilunternehmen und gilt heute als Experte für die Herstellung und den Verkauf von "corporate textiles". Die unifarbigen Hochleistungsgewebe für Berufsbekleidung sowie leasinggeeignete Bettwäsche für den Hotel- und Hospitalbereich werden im "B2B-Geschäft" an Konfektionäre bzw. Textildienstleister in ganz Europa vermarktet. Neben der Qualität und Zuverlässigkeit zählen vor allem Kundenorientierung, Kundenzufriedenheit und eine nachhaltige Kundenbindung. Erklärtes Ziel ist es, den deutschen und europäischen Kunden als flexibles und auf den Markt fokussiertes Unternehmen mit hoher textiler Kompetenz und ausgeprägter Leistungsfähigkeit zur Verfügung zu stehen.

Im Geschäftsjahr 2022/2023 konnte die Pandemie zwar weitgehend als vergangen betrachtet werden, jedoch waren die Herausforderungen für die Märkte und Lieferketten infolge des Kriegsgeschehens in der Ukraine vielfältig und nicht von geringerer Natur. Konstanz und Stabilität auf der Abnehmerseite waren im vergangenen Geschäftsjahr daher auch in einigen Bereichen nicht gegeben, wobei die Ursachen durchaus different waren.

Während im Hotelsektor im Vorjahr noch ein deutlicher Nachholbedarf gegeben war, pendelten sich die Bettwäsche-Volumen im GJ 22/23 weitgehend wieder auf ein "Normalniveau" ein.

Im Segment "work" zeigten die Segmente Handwerk/Industrie und Medizin/Pflege im DACH-Raum und bei Gesamtbetrachtung des Geschäftsjahres eine weiterhin positive Entwicklung. Im Exportgeschäft hingegen und hier insbesondere im südeuropäischen Raum, konnte das gute Vorjahresniveau unter den gegebenen Bedingungen nicht gehalten werden.

Der Fachkräfte-/Personalmangel wurde und wird zunehmend für nahezu sämtliche Sektoren zur Wachstumsbremse, gerade auch im Bereich der Konfektion von Bekleidung und Flachwäsche. Beim Aufbau alternativer Kapazitäten stellen wiederum die Faktoren Zeit und Zuverlässigkeit in Qualität und Output, neben den damit zumeist verbundenen Kostensteigerungen und Länderrisiken eine große Hürde dar.

Aufgrund der Kostenentwicklung insbesondere für die europäische Industrie und die damit einhergehenden gestiegenen Marktpreislagen in den vergangenen 2 Jahren, werden "Make or Buy" Entscheidungen zunehmend auch zugunsten des Vollimports aus asiatischen Regionen getroffen, trotz aller negativer Erfahrungen aus Zeiten der Pandemie und aller Bekenntnisse zu mehr Nachhaltigkeit und Verantwortung im Sinne gegebener Sorgfaltspflichten in der Lieferkette.

Trotz aller widrigen Umstände und der hohen Volatilität unserer Märkte konnten wir unsere Liefer- und Serviceperformance weiterhin bestätigen. Enorm wichtig bleibt dabei die Erkenntnis, den bereits über die vergangenen Jahre gestarteten Wandel unserer Gewebesortimente, zielstrebig weiter fortzusetzen und konsequent an den Markterfordernissen auszurichten.

Einkaufsmarkt

Der Schwerpunkt der Einkaufsaktivitäten liegt in der Beschaffung von Rohgeweben sowie von Farb- und chemischen Hilfsstoffen für die textile Veredelung. Hier ist Kettelhack in der Lage in qualitativer sowie quantitativer Hinsicht schnell und flexibel auf Markt- und Kundenwünsche eingehen zu können. Dabei setzt Kettelhack auf sorgfältig ausgewählte, leistungsstarke Produzenten und strebt langfristige Partnerschaften an, die eine gleichbleibende Qualität garantieren. Das aktuelle Netzwerk an Bezugsquellen umfasst eine Vielzahl von deutschen, europäischen und asiatischen Zulieferer.

Durch die Einstellung eines neuen Mitarbeiters mit pakistanischen Herkunft im Bereich der Beschaffung, hat Kettelhack seit nunmehr einem Jahr deutlich mehr Transparenz in seiner Lieferkette sowie bei den Beschaffungsmöglichkeiten geschaffen. Darüber kann das Sortiment um sinnvolle Komplementärgüter ergänzt und die strategische Grundausrichtung im Einkauf überarbeitet bzw. erweitert werden. So konnte auch die bisher überwiegende Beschaffung über Agenturen zunehmend auf einen Direktimport aus den Beschaffungsländern umgestellt werden, ohne erhöhte Risiken einzugehen. Auch wurden die Voraussetzungen für die administrative sowie zolltechnische Abwicklung im eigenen Haus geschaffen.

Die Auswahl der Lieferanten erfolgt im Vorfeld - bereits vor der Erstbemusterung - unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten. Zur zusätzlichen Qualitätssicherung werden umfangreiche Lieferantenselbstauskünfte eingeholt sowie jährlich eine Lieferantenbeurteilung durchgeführt.

Kettelhack steht im ständigen und intensiven Austausch mit seinen Lieferanten, um auch als Mitglied des Bündnisses für nachhaltige Textilien den dort formulierten Anforderungen gerecht zu werden. Hierzu zählt aktuell die Teilnahme an 2 Bündnisprojekten. Zum einen geht es um die Integration eines Beschwerdemechanismus in den Produktionsstätten und zum anderen um die Sicherstellung existenzsichernder Löhne. Regelmäßige Besuche in der Fertigung der Zulieferer vor Ort ermöglichen weitere intensive Kenntnisse über den Lieferpartner. Alle Lieferanten werden auf unseren Code of conduct verpflichtet.

Detailliert definierte Einkaufsspezifikationen ermöglichen sichere Beschaffungsprozesse und Kontinuität für die Qualität des Zukaufs, die für die Reproduzierbarkeit in Produktion von Kettelhack zwingend erforderlich ist. Sämtliche Warenzukäufe werden einer kontinuierlichen Qualitätskontrolle unterzogen. Das erfolgt intern bei uns im Haus wie auch extern in den Produktionsstätten der Lieferanten vor der Verschiffung durch beauftragte Prüfinstitute.

Die Beschaffungspreise im Bereich der Rohgewebe haben sich über das gesamte letzte Geschäftsjahr für Kettelhack positiv entwickelt. Die Preise der wichtigen, in den Produkten eingesetzten Rohstoffe sind im Jahresverlauf gesunken. Hinzu kam der positive Effekt aus den ersten Einkäufen im Rahmen des Direktimportes. Die Entwicklung des Wechselkurses hat dabei aber keine Rolle gespielt.

Aktuell zeichnet sich eine weiterhin rückläufige Preisentwicklung aufgrund der zunehmend schwachen Auslastungssituation in den Beschaffungsländern ab. Dies wirkt sich jedoch im Bereich der Logistik im Verschiffungsverkehr negativ aus. Der Transportbedarf in wesentlichen Verschiffungshäfen verringert sich und die Zeit bis zum effektiven Abgang der Container bzw. bis zum Eingang im Verzollungshafen in Deutschland/Niederlande verlängert sich. Eine Entschärfung in diesem Bereich ist nicht in Sicht. Darüber hinaus ist aufgrund der schwachen Auslastung auch die Verschiffungsplanung der Reedereien zunehmend unzuverlässig. 

Weiterhin kritisch entwickelt sich der Beschaffungsmarkt für Farb- und chemische Hilfsstoffe. Während in der Vergangenheiten Werksschließungen und Produktionsverlagerungen der chemischen Industrie vornehmlich in asiatische Länder zu Problemen bei den europäischen Kunden geführt haben, verursacht jetzt die insgesamt schwache Auslastung der Produktion Kapazitätsreduzierungen und damit eine eingeschränkte Lieferperformance. Das könnte für die Zukunft eine erneute Verknappung und Verteuerung der Hilfs- und Farbstoffe bedeuten. Eine Prognose ist hier schwer zu geben.

Auch in den anderen Bereichen der Beschaffung sind Preiserhöhungen aufgrund der explodierten Energiepreise, kräftiger Lohnsteigerungen und der deutlich gestiegenen Inflation an der Tagesordnung. Eine Beruhigung dieser Gesamtsituation in den Beschaffungsmärkten ist nicht ansatzweise in Sicht.

Produktionsbereich 

Die Färberei und Ausrüstung stellen die für die Qualität und Gebrauchstüchtigkeit der Endprodukte entscheidende Stufe der textilen Wertschöpfungskette dar. Deshalb erfolgt das Bleichen, Färben und Veredeln in der eigenen Ausrüstung unter Einhaltung strenger ökologischer Standards sowie unter Nachhaltigkeitsaspekten. Ein technisch anspruchsvoller Maschinenpark im Zusammenwirken mit fachlich qualifiziertem Personal ist die Grundlage für die Leistungsfähigkeit von Kettelhack. Reproduzierbare Unifärbungen mit hohen Echtheiten und der besonderen Eignung für industrielle Waschverfahren gehören zu den Kernkompetenzen von Kettelhack. Die eigene Fertigung, das umfassende Produktions- und Verfahrensknowhow im Bereich der Textilveredlung und die Vorgabe verbindlicher Spezifikationen für alle Zulieferer ermöglichen den von den Kunden geschätzten Kettelhack-Standard.

Die Konfektion von Bettwäsche wurde bisher über zuverlässige und leistungsstarke Dienstleister abgewickelt. Ein Großfeuer bei dem wichtigsten Lohnkonfektionär im April 2023 machte es erforderlich, innerhalb kürzester Zeit Alternativen zu finden bzw. aufzubauen. Dabei hat sich gezeigt, dass es zunehmend schwieriger wird, leistungsstarke Konfektionäre im europäischen Umfeld zu finden. Hierunter litt natürlich vorübergehend die Lieferperformance für die Kunden.

Um die Zielsetzung, mit technischer Perfektion und Innovation ein textiles Angebot aus der Mitte Europas für den europäischen Markt anbieten und sichern zu können, hat Kettelhack den wesentlichen Teil der Bettwäschekonfektion wieder an der Standort Rheine zurückgeholt. Möglich wurde das durch die Investition in eine vollautomatische Konfektionsanlage. Die Automatisierung gewährleistet nicht nur eine gleichbleibende Nähqualität und kürzere Lieferzeiten, sondern macht auch unter ökologischen Gesichtspunkten lange Transporte überflüssig.

Nachhaltigkeitsmanagement 

Für ein Familienunternehmen in nunmehr fünfter Generation stellt verantwortungsvolles Handeln und langfristiges Planen eine Selbstverständlichkeit dar. Mit der Schaffung einer eigenständigen Stelle für das Nachhaltigkeitsmanagement setzte die Geschäftsleitung schon vor Jahren einen Meilenstein. Damit wurde das Engagement des Unternehmens ausgebaut und zudem strategisch ausgerichtet.

Aufgrund der eigenen Produktion konnten die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz neu strukturiert werden. So wurde bereits 2017 ein Umweltmanagementsystem nach dem europäischen Standard EMAS etabliert. Damit verpflichtet sich Kettelhack nicht nur, die betriebliche Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern, sondern auch zur jährlichen Veröffentlichung eines Umweltberichts. Dieser Bericht enthält konkrete Umweltkennzahlen, ein Umweltprogramm mit den Zielen für das kommende Jahr sowie die Berichterstattung über die Zielerreichung des vergangenen Jahres. Mit EMAS verfügt Kettelhack über ein gutes Instrument, um eigene Umweltauswirkungen zu messen und zu verbessern. Der Standard STeP by OEKO-TEX, der seit Ende 2020 bei Kettelhack implementiert und zertifiziert ist, ergänzt EMAS an vielen Stellen. Ein besonderer Fokus liegt beispielsweise auf den Themen Arbeitssicherheit, Chemikalienmanagement und Abwasser. Diese Zertifizierung qualifiziert Kettelhack zudem als Lieferant für unsere Kunden, die sich nach dem staatlichen Siegel "Grüner Knopf" zertifizieren lassen wollen. Auch die Zusammenarbeit mit Behörden wird durch diese Zertifizierung erleichtert.

Um auch intern für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und langfristig eine nachhaltige Unternehmenskultur zu entwickeln, wurde die Workshop-Reihe "Nachhaltigkeitsbotschafter" ins Leben gerufen. Teilgenommen haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen. Ziel ist es, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich mit dem Thema Nachhaltigkeit vertraut machen und nach Abschluss der Workshop-Reihe die Funktion von Multiplikatoren für ein Nachhaltigkeitsbewußtsein übernehmen. Zusätzlich werden durch das Nachhaltigkeitsmanagement vielfältige fachspezifische Schulungen durchgeführt, z.B. in den Abteilungen Beschaffung und Vertrieb.

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung erfolgt seit Frühjahr 2021 digital in Form einer eigenen Website. Diese erfüllt nicht nur Vorgaben zur EMAS-Umweltberichterstattung sondern zusätzlich auch die Anforderungen der Global Reporting Initiative, dem internationalen Standard für Nachhaltigkeitsberichterstattung. Ob die Erklärung des Fairtrade-Standards für Baumwolle, Hintergründe zur textilen Lieferkette von Kettelhack oder Inhalte der aktuellen Umwelterklärung - auf der Website werden Informationen zu allen wichtigen Themen des Nachhaltigkeitsmanagements präsentiert. Das digitale Format ermöglicht es, dass zum Beispiel Kennzahlen und Zertifikate immer auf dem aktuellen Stand gehalten werden können. Damit bietet die Website allen interessierten Stakeholdern wichtige Hintergrundinformationen und einen tiefen Einblick in das Unternehmen.

Kettelhack ist seit 2017 Fairtrade-zertifiziert und damit berechtigt, Rohgewebe mit Fairtrade-Baumwolle zu beschaffen, zu verarbeiten und zu verkaufen. Auch hiermit bekennt sich das Unternehmen zu seiner Verantwortung. Das Engagement für dieses Thema ist jedoch von der Kundennachfrage abhängig. Der Anteil von Fairtrade-Baumwolle bei Kettelhack ist aktuell noch sehr gering.

Als Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien setzt Kettelhack sich bereits seit 2015 gemeinsam mit anderen Unternehmen aus der Textil- und Modebranche, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen für Verbesserungen in der textilen Lieferkette ein. Kernelemente sind individuelle Verantwortung, gemeinsames Engagement und gegenseitige Unterstützung. Mit dem sogenannten Review-Prozess, den wir zuletzt in 2023 durchlaufen haben, sind wir zudem bereits heute hinsichtlich zukünftiger Anforderungen zur Einhaltung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) gut aufgestellt. Auch wenn wir selbst, und auch die meisten unserer Kunden, nicht direkt unter das LkSG fallen, verfügen wir beispielweise bereits heute über eine ausführliche Risikoanalyse zu wesentlichen Sektorrisiken in unserer Lieferkette. Bei der Abmilderung der verbleibenden Risiken werden wir ebenfalls durch das Textilbündnis unterstützt, z.B. durch Webinare, Leitfäden oder auch durch die verschiedenen Bündnisinitiativen.

Personalbereich

Das Unternehmen verfügt über eine Personaldecke, die gewährleistet, dass alle Prozesse effizient abgebildet werden. Abgänge von Mitarbeitern aufgrund normaler Fluktuation und Verrentung konnten erfolgreich besetzt bzw. nachbesetzt werden. Um dem demographischen Trend zu einer Überalterung der Belegschaft entgegenzuwirken und zur Stärkung der Position im Markt, wird grundsätzlich in allen Unternehmensbereichen selber ausgebildet, mit dem Ziel, die Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss langfristig an das Unternehmen zu binden. Das Unternehmen hat zurzeit sieben Auszubildende, in fast allen Ausbildungsbereichen. Insgesamt ist es gelungen, über alle Unternehmensbereiche junge Mitarbeiter nach der Ausbildung im Unternehmen zu halten und auch von außen junge und motivierte Mitarbeiter zu gewinnen. Damit auch zukünftig höchste Qualitätsstandards gewährleistet werden können, wird die berufliche sowie nebenberufliche Weiterbildung der Mitarbeiter aktiv gefördert, was von vielen Mitarbeiter gerne angenommen und geschätzt wird. Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter wieder zahlreiche interne und externe Seminare absolviert, die seit der COVID-19-Pandemie oftmals online stattgefunden haben. Darüber hinaus konnte eine Mitarbeiterin eine Weiterbildungsmaßnahme mit einem Bachelor erfolgreich abschließen, weitere Mitarbeiter besuchen eine Meisterschule oder eine Fortbildung zum Betriebswirt. Der Schwerpunkt für weitere Personalgewinnung wird in Zukunft im Bereich der Ausrüstung / Produktion liegen.

Die COVID-19-Pandemie hatte auch im vergangenen Geschäftsjahr, aufgrund von Infektionsausbrüchen, immer wieder Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. Grundsätzlich gab es in Folge der COVID-19-Pandemie in vielen Bereichen Auswirkungen auf das Miteinander und die Verhaltensweisen im Betrieb, bis hin zu einer auch heute noch vermehrten Inanspruchnahme von der Möglichkeit im "Home Office" zu arbeiten. Gewohnheiten im Arbeitsalltag mussten geändert und auf die coronabedingten Notwendigkeiten abgestimmt werden. Erst langsam findet man zu alten Verhaltensweisen zurück und es finden immer mehr betriebliche Veranstaltungen und Schulungen wieder in Präsenz statt.

Im täglichen Miteinander sind ein ständiger Austausch, eine offene Kommunikation und flache Hierarchien wichtig, denn hierin wird die Basis für eine ausgeprägte Mitarbeiterzufriedenheit gesehen. Im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements wurden in den letzten Jahren interessante Projekte und Seminare zu den Themen "Bewegung", "Ernährung" und "Entspannung" angeboten und mit Teilnehmern aus allen Unternehmensbereichen erfolgreich durchgeführt. Aufgrund der COVID-19-Pandemie musste wegen des hohen Infektionsrisikos darauf verzichten werden. Im neuen Geschäftsjahr wird der Focus wieder auf das betriebliche Gesundheitsmanagement gelenkt und es ist geplant, weitere Maßnahmen durchzuführen.

Für die Zukunft erhofft man, dass es bald wieder uneingeschränkt möglich sein wird, dass sich die Mitarbeiter/innen wie vor der Pandemie persönlich in vielen Projektgruppen engagieren, um ihre Ideen in das Unternehmen einzubringen.

Investitionsbereich

Auch im Geschäftsjahr 2022/2023 wurde daran gearbeitet, die Wettbewerbsfähigkeit durch umfangreiche Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen zu festigen. Zudem wurden Investitionen in Höhe von ca. 2.9 Mio. € in das Anlagevermögen getätigt. Für das ERP-System wurden ergänzende Lizenzen angeschafft sowie Programmierungen in Modulen durchgeführt. Ungefähr die Hälfte der Investitionssumme betrifft die neue Photovoltaikanlage, die unter Nachhaltigkeitsaspekten und zur Reduzierung der Energiekosten errichtet wurde. Um auch im Fall einer Gasmangellage die Produktion aufrecht halten zu können, wurde in einen neuen Öltank investiert, aus dem der Zweistoffbrenner des Dampfkessels alternativ versorgt werden kann. Im Bereich der Produktion und des Lagers wurden sowohl Einzelinvestitionen, wie z.B. ein neues Regalsystem im Rohgewebelager sowie ein neuer Gabelstapler für diesen Bereich, und Dockenwagenschlepper, wie auch umfangreiche Instandhaltungsmaßnahmen getätigt. Weitere Maßnahmen und Vorhaben dieser Art sind auch für das nächste Geschäftsjahr in Planung.

Während in den zwei vergangenen Jahren der überwiegende Teil der Investitionen in das Sachanlagevermögen im Laborbereich getätigt wurde, war das vergangene Jahr durch Sanierungsmaßnahmen in den Sozialbereichen sowie im Bereich der Lüftung und Klimatisierung geprägt. Die umfassende Modernisierung des Laborbereichs, es wurden sowohl räumliche Veränderungen vorgenommen als auch umfangreiche Investitionen in die technische Ausstattung mit Laboranlagen und Prüfgeräten vorgenommen, soll die Qualität der bestehenden Produkte gewährleistet und die Möglichkeiten für gemeinsame Neuentwicklungen mit unseren Kunden optimiert werden.

Ein weiteres Projekt, das im Vergangenen Jahr begonnen wurde und voraussichtlich zeitnah abgeschlossen werden kann, ist die Anschaffung einer vollautomatischen Konfektionsanlage zur Fertigung von Bettwäsche im eigenen Haus.

Als Konsequenz aus dem Aufbau eines Nachhaltigkeitsmanagements sowie eines umfassenden Energiemanagementsystems, aber auch aufgrund der Entwicklungen im Bereich der Energiebeschaffung von Strom und Gas, sind darüber hinaus weitere Investitionen mit Blick auf Energieoptimierungsmaßnahmen notwendig und zum Teil auch schon geplant.

Im Produktionsbereich wurde, als weiterer Schritt der geplanten umfassenden Modernisierung des Unternehmens und insbesondere des Maschinenparks weitere Projekte mit externen Beratern zur zukunftsorientierten Gestaltung der Produktion vorangetrieben. Für die Umsetzung sich hieraus ergebender Investition sowie für weitere Sanierungsmaßnahmen und die damit verbundenen Anschaffungen neuer, moderner Produktionseinheiten, steht die Schwester- und Finanzierungsgesellschaft "Assist" zur Verfügung.

Finanzierungsbereich und Finanzlage

Bankverbindlichkeiten bestanden im abgelaufenen Geschäftsjahr nur zur Finanzierung der Investitionen in die Photovoltaik- sowie die Konfektionsanlage. Dem Unternehmen stehen Kontokorrentlinien bei der VR-Bank Kreis Steinfurt eG und bei der Kreissparkasse Steinfurt zur Verfügung, die jedoch zurzeit nicht in Anspruch genommen werden. Die Firma verfügt über liquide Mittel, die für die Zukunft eine ausreichende Unabhängigkeit garantieren und die auch weiterhin den Spielraum für betriebswirtschaftlich sinnvolle Investitionen und notwendige Anpassungen bieten. Die laufenden Zahlungsverpflichtungen sind auch für das kommende Geschäftsjahr durch Eigenmittel gesichert.

Geschäftsergebnis und Ertragslage

Der Jahresüberschuss zum Ablauf des Geschäftsjahres in Höhe von 1.9 Mio. € fällt zwar deutlich niedriger aus als der des Vorjahres, liegt allerdings vor dem Hintergrund der globalen sowie inländischen wirtschaftlichen Situation auf einem zufriedenstellenden Niveau. Auch der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit liegt mit 85 T€ deutlich unter dem Vorjahresniveau, was insbesondere auf das niedrigere Periodenergebnis sowie auf Auszahlungen zur Reduzierung von Rückstellungen zurückzuführen ist. Weiterhin liegt der Wert der Vorräte um ca. eine Mio. € höher als im Vorjahr, was insbesondere durch eine mengenmäßige Zunahme begründet ist. Der Wert pro Meter ist nur leicht gesunken, was mit der gegenläufigen Entwicklung von gesunkenen Rohgewebepreisen aber gestiegenen Produktionskosten, hier insbesondere gestiegene Energie- und Personalkosten, begründet ist. Insgesamt befinden sich die Bestände auf einem für die Erhaltung der Lieferfähigkeit sinnvollen Niveau. Die ausgewiesenen leichten Veränderungen bezüglich der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen korrelieren mit dem niedrigeren Absatz im 4. Quartal.

Die Ertragslage ist im Vergleich zum letzten Geschäftsjahr zwar niedriger, im Vergleich zu den Vorjahren aber immer noch auf einem guten Niveau. Auch die Umsatzerlöse sind weiterhin auf einem hohen Niveau, was allerdings zum Teil auf die Weitergabe der Energiekosten an die Kunden, in Form eines Energiekostenzuschlags auf die Meterpreise, zurückzuführen ist. Aufgrund der letztlich wieder gesunkenen Energiekosten in Folge der staatlichen Energiepreisbremsen und der daraus resultierenden Erwartungshaltung der Kunden, hat das Unternehmen sich dazu entschieden, den Energiekostenzuschlag ab dem 4. Quartal um 50% zu senken und so Kosteneinsparungen an die Kunden weiterzugeben. Die hohen Energiekosten werden die Ertragslage aber weiterhin belasten, da die Arbeitspreise für Strom und Gas trotz Preisbremsen immer noch doppelt bzw. 3,5-mal so hoch sind wie vor der Krise. Grundsätzlich war die Ertragslage, nach einer Durststrecke in den Vorjahren, in den letzten drei Jahren auf einem zufriedenstellenden Niveau. Das ist allerdings auch langfristig notwendig ist, um Freiräume für dringend notwendige Investitionen in die Betriebsausstattung und den Maschinenpark zu haben. Das operative Ergebnis für das nächste Geschäftsjahr und folgende Jahre ist aufgrund der volatilen wirtschaftlichen Situation nur extrem schwer einzuschätzen. Voraussichtlich zunächst niedrigeren Rohgewebepreisen stehen Preissteigerungen im Bereich der Hilfs- und Betriebsstoffe, insbesondere im Bereich der Farbstoffe und Chemikalien, beim Energieaufwand sowie im Personalkostenbereich gegenüber. Die Kostenstrukturen im Zukauf von Rohgeweben, Farbstoffen und Chemikalien sowie bei den bezogenen Leistungen sind sehr volatil und werden wohl tendenziell weiter steigen. Zudem wird man immer häufiger vor Herausforderungen in Bezug auf die grundsätzliche Verfügbarkeit von Produkten und deren Transportmöglichkeiten gestellt.

Trotz dieser belastenden Positionen sowie Corona, Kriegs und wirtschaftlich bedingter Absatzeinbußen in einigen Kundensektoren, ist es gelungen auf die vielen Herausforderungen angemessen zu reagieren. Die gezeigte Anpassungsfähigkeit bestätigt, dass das Unternehmen für die Zukunft leistungsfähig aufgestellt ist. Allerdings ist die Covid-Pandemie noch nicht besiegt und auch der Krieg in der Ukraine mit seinen erheblichen Auswirkungen auf den Energiesektor stellt die Wirtschaft weiterhin vor Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Eine erwartete Stabilisierung in den klassischen Absatzmärkten nach Bewältigung der Corona-/Energie-Krise, die Erschließung neuer Märkte und Kundengruppen sowie die Entwicklung neuer Produkte deuten auf eine positive Ertragsentwicklung hin.

Vermögenslage und Kapitalausstattung

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind gegenüber dem Vorjahr um ca. 2.5 Mio. € gestiegen, was insbesondere auf Investitionstätigkeiten in den Bereich der Anlagen und Maschinen zurückzuführen ist. Von dem Grundsatz, dass Investitionen in neue Produktionsanlagen von der Schwesterfirma Assist durchgeführt werden, wurde in diesen Fällen abgewichen. Die Vorräte liegen mit einem Wert von 9,1 Mio. € deutlich über dem Vorjahr. Der hohe Bestandswert resultiert aus einer deutlich gestiegenen Mengenkomponente sowie einem im Vergleich zu Vorjahren tendenziellen Anstieg des durchschnittlichen Warenwertes, der in einer höheren Wertigkeit der Rohgewebe, einer Verteuerung chemischer Hilfs- und Farbstoffe sowie der Energiepreise begründet ist.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen leicht unter den Werten zum letztjährigen Bilanzstichtag, was mit dem vergleichsweise niedrigeren Absatz der letzten beiden Monate im Vergleich zum Vorjahr begründet ist.

Die Eigenkapitalquote des Unternehmens beläuft sich zum Stichtag auf 32 %. Darüber hinaus stehen dem Unternehmen zur Finanzierung noch Gesellschafterdarlehen zur Verfügung. Verbindlichkeiten gegenüber Banken und Kreditinstituten bestehen nur zur Finanzierung der Investitionen in das Sachanlagevermögen.

Gesamtwirtschaftliche Chancen und Risiken

Der ifo-Geschäftsklima Index hat sich im Juli weiter eingetrübt. Die Unternehmen sind schwach in die zweite Jahreshälfte gestartet, wobei insbesondere die Aussichten im deutlich negativen Bereich liegen. Dabei macht sich neben der globalen Nachfrageschwäche vor allem auch die Erosion der Wettbewerbsfähigkeit durch die nachteiligen Standortfaktoren bemerkbar.

Der andauernde Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat tiefgreifende Folgen für die deutsche Wirtschaft herbeigeführt. Die Energiepreise haben sich von Ihren Rekordständen im vergangenen Jahr zwar deutlich erholt, jedoch sind die Preise für Strom und Gas immer noch bis zu 300% teurer als vor der Energiekrise. Eine Rückkehr zu alten Preisniveaus ist nicht erkennbar. Nahezu alle Ökonomen rechnen inzwischen damit, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren kaum Wachstum sehen wird. Die technische Rezession scheint aktuell beendet, allerdings gibt es keine Aussicht auf zukünftige Wachstumsimpulse.

Die Stimmung der Verbraucher bessert sich jedoch nach dem Preisschock der letzten Monate langsam. Der Anstieg der Verbraucherpreise hat sich im Juli weiter vermindert. Die Inflationsrate stagniert jedoch aktuell im Bereich von knapp über 6%. Angesichts der leicht rückläufigen Inflationsraten und gestiegener Tarifabschlüsse könnten vom privaten Konsum in den kommenden Monaten positive Impulse ausgehen.

Auch am Arbeitsmarkt zeigt sich die konjunkturelle Schwäche. Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Vormonaten setzte sich zwar nicht weiter fort, allerdings ist die Zahl der offenen Stellen rückläufig. Die Personalnachfrage der Unternehmen bleibt insgesamt jedoch robust. In den kommenden Monaten ist mit einer verminderten Dynamik am Arbeitsmarkt zu rechnen, die Unternehmen planen weniger Neueinstellungen.

Aktuelle Frühindikatoren wie Auftragseingänge und Geschäftsklima, aber auch die verhaltende Entwicklung der Weltkonjunktur, deuten vorerst nicht auf eine nachhaltige wirtschaftliche Belebung in Deutschland hin. Die Lage der deutschen Wirtschaft verdüstert sich. 

Die bereits über Monate anhaltende Debatte über einen Industriestrompreis oder Reformen der Energiesteuern zeigen einmal mehr, wie schwerfällig die Politik agiert und wie gering letztendlich ihr Interesse ist, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft durch die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen zu fördern. Entbürokratisierung, Digitalisierung der Verwaltung, beschleunigte Genehmigungsverfahren und die Modernisierung der Infrastruktur sind die Bereiche, in denen besonderer Handlungsbedarf besteht. Aber es gibt keine konkreten Ankündigungen und verlässlichen Perspektiven. Die davon ausgehenden Gefahren für den Wirtschaftsstandort Deutschland werden entweder nicht verstanden oder nicht ernst genommen. Die deutsche Wirtschaft, die im vergangenen Jahrzehnt von einem Rekord zum nächsten eilte und der Wachstumstreiber der europäischen Wirtschaft war, ist ins Stottern geraten.

In diesem Jahr ist Deutschland die einzige große Volkswirtschaft der Welt, die schrumpfen wird, während die anderen wachsen. Einige Experten spekulieren gar, ob Deutschland wieder der "kranke Mann Europas" ist. Ein Strukturwandel in der deutschen Wirtschaft hat bereits begonnen. Man kann heute schon sehen, dass zunehmend mehr Unternehmen ihre Investitionsentscheidungen gegen den Standort Deutschland treffen. Dies ist kein Prozess, der von heute auf Morgen geschieht, allerdings aktuell stark an Fahrt aufnimmt. Eine Deindustrialisierung wird deshalb eher schleichend erfolgen. Importieren statt Produzieren heißt zurzeit die Devise in zahlreichen Branchen.

Unternehmensrisiken und Chancen 

Viele Kunden von Kettelhack sind mittelständisch strukturiert, familiengeführt und langfristig und solide finanziert. Damit ist es ihnen gelungen, die bisherigen Krisen gut zu verkraften. Die aktuellen Entwicklungen im politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich bereiten aber große Sorgen. Der Bedarf an Produkten, die Kettelhack herstellt, ist grundsätzlich nach wie vor gegeben. Die derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Prognosen führen aber zu Unsicherheiten und Neusortierungen innerhalb der Wertschöpfungsketten. Das hat Auswirkungen auf den Beschaffungsbedarf und die Beschaffungsart bei den Kunden.

Hinzu kommen erhebliche Belastungen durch einen permanent steigenden Bürokratieaufwand mit wachsenden Berichts-, Prüf- und Dokumentationspflichten und immer aufwendigeren Genehmigungsverfahren. Auch Kettelhack, als in Deutschland produzierendes Unternehmen hat mit diesen Herausforderungen zu kämpfen und spürt schmerzlich, wie stark immer mehr Mitarbeiter durch diese nicht wertschöpfenden Tätigkeiten gebunden werden.

Das Stoffrecht, insbesondere im Fokus des Green Deal und der nachhaltigen Chemikalienpolitik, entscheidet zunehmend über die Existenzmöglichkeit weiter Bereiche der europäischen Industrie. Schon heute, unter der aktuellen REACH-Verordnung, werden die Unternehmen mit zahlreichen Regelungen zur Beschränkung der Anwendung von Chemikalien in Textilien bzw. Einstufungen von textilrelevanten Chemikalien unter der CLP-Verordnung konfrontiert. Neue Regelungsmechanismen, die sich eigentlich noch in der Diskussion befinden, werden auch gerne schon mal zum Präzedenzfall. Parallel arbeitet die EU-Kommission bereits an einer umfassenden und verschärften Novelle der REACH-Verordnung.

Das alles stellt die Unternehmen vor immense Herausforderungen. Permanent müssen neue Entwicklungen verfolgt, Alternativen und deren mögliche technisch/wirtschaftliche Machbarkeit geprüft und dann, falls möglich, kurzfristig umgesetzt werden. Was bleibt, was ändert sich und wenn ja - für wen? Werden auch in Zukunft noch ausreichend und qualitativ hochwertige Chemikalien und Hilfsmittel zur Verfügung stehen und eingesetzt werden dürfen? Was passiert aktuell im Rahmen der Beschränkungsverfahren und wo geht die Reise hin? Die zwangsweise Beschäftigung mit diesen Fragen und Themen bindet in den Unternehmen wertvolle und knappe Ressourcen.

Die Diskussionen um Entlastungen im Bereich der Energiekosten drehen sich fast ausschließlich um Strom. Bei der Vielzahl an thermischen Prozessen innerhalb der Produktion spielt allerdings der Energieträger Gas eine wesentlich größere Rolle. Viele thermische Prozesse lassen sich aktuell weder technisch noch wirtschaftlich auf strombasierte Prozesse umstellen. Zusätzlich sollen die CO2-Bepreisungen vorzeitig angehoben werden um einen Wechsel auf klimafreundliche Energieträger zu forcieren, welche allerdings nicht im ausreichenden Maße zur Verfügung stehen. Langfristige Investitionsplanungen sind so nur schwer möglich.

Für Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, sind diese Entwicklungen alarmierend. Mit dem alleinigen Standort in Deutschland hat Kettelhack aktuell keine Möglichkeit die Produktion herunterzufahren oder teilweise einfach in außereuropäische Länder zu verlagern.

Prognose  

Die turbulenten Ereignisse der letzten Jahre haben fast alle bisherigen Erfahrungen und Erwartungen über den Haufen geworfen. Prognosen waren schneller überholt als sie gestellt waren. Umfangreiche Planungen sind in einem solchen Umfeld äußerst spekulativ. Kettelhack denkt in Szenarien und beschäftigt sich mit unterschiedlichen Möglichkeiten der Entwicklung.

Als mittelständisches unabhängiges Unternehmen mit einer überschaubaren Organisation und flachen Hierarchie verfügt die Firma jedoch über die Fähigkeit schnell zu entscheiden und agieren zu können. Diese Fähigkeit in Verbindung mit einer auf Langfristigkeit angelegten Geschäftsbeziehung mit allen Geschäftspartnern in der Wertschöpfungskette auf der Beschaffungs- wie auch der Absatzseite schaffen nachhaltige Beziehungen, die sich besonders in Krisenzeiten bewähren.

 

Rheine, den 26. September 2023

Die Geschäftsführung

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Hch. Kettelhack GmbH & Co. KG, Rheine

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Hch. Kettelhack GmbH & Co. KG, Rheine, - bestehend aus der Bilanz zum 30. Juni 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Hch. Kettelhack GmbH & Co. KG, Rheine, für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a HGB geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. Juni 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a HGB geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulation der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des

Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieses Systems der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Münster, den 29. September 2023

Dr. von der Hardt & Partner mbB

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Jürgen Troost, Wirtschaftsprüfer

Es wird darauf hingewiesen, dass sich der Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers auf den vollständigen Jahresabschluss bezieht.

Der Jahresabschluss zum 30.6.2023 der Hch. Kettelhack GmbH & Co. KG, Rheine, wurde am 4.11.2023 festgestellt.

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