Malerei- und Lackiergewerbe
VOIT Automotive GmbHLiquidiert
66386 Sankt Ingbert, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christopher Georg Pajak seit 3.11.2020 | Geschäftsführer |
Hendrik Otterbach seit 17.12.2013 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
4 Gesellschafter
GmbH-Struktur
2 von 4 angezeigt
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
VOIT Automotive GmbHSt. IngbertJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020Lagebericht 2020I . Grundlagen des Unternehmens 1. Struktur und Geschäftsmodell 2. Ziele und Strategien 3. Forschung und Entwicklung II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtaussage 2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 3. Geschäftsverlauf 4. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage III. Erklärung zur Unternehmensführung IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 1. Chancen 2. Risiken 3. Prognosebericht I. Grundlagen des Unternehmens1. Struktur und Geschäftsmodell Die VOIT Automotive GmbH (VOIT) ist ein Automobilzulieferbetrieb mit Sitz in St. Ingbert. Das Unternehmen wurde im Jahr 1947 von Willy Voit als Stanz- und Prägewerkstatt gegründet und stellte damals typische Nachkriegszeit-Kleinteile wie Schuheisen, Tankdeckel, Zubehörteile für Aktenordner und Spardosen her. Inzwischen hat sich das einstige Familienunternehmen zu einem modernen Technologieunternehmen gewandelt. An dem im Laufe der Jahrzehnte immer weiter gewachsenen Firmenstandort im Saarland entwickelt und fertigt VOIT hochpräzise kundenspezifische Aluminium-Druckgussteile mit fertig bearbeiteten Funktionsflächen und Fertiggussteile sowie Module und Komponenten in Stanz-, Zieh-, und Biegerolltechnologie. VOIT bietet neben der reinen Teilefertigung Komplettlösungen aus einer Hand: vom Engineering über Werkzeugbau, Gießerei, Stanzerei und Oberflächenbearbeitung bis hin zur Logistik. Mit rund 800 Mitarbeitern zählt VOIT zu den 20 größten Arbeitgebern im Saarland. Seit einer gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierung im Januar 2015 führt die VOIT Automotive GmbH den operativen Geschäftsbetrieb am Standort St. Ingbert und hält die Beteiligung an den Tochtergesellschaften Voit Automotive de Mexico S.A. de C.V. sowie Fonderie Lorraine S.A.S., Großbliederstroff (Frankreich). Die Gesellschaft betreibt ein Gießerei- und Bearbeitungsunternehmen in der Grenzregion zwischen Frankreich und Deutschland und wird als Joint Venture unter der technischen Führerschaft von VOIT in den Unternehmensverbund einbezogen. Der frühere Alleingesellschafter ZF Friedrichshafen AG bleibt als Minderheitsgesellschafter und Joint Venture-Partner am Unternehmen beteiligt. Mit Innovationskraft, Zuverlässigkeit, Fachkompetenz und Flexibilität hilft VOIT Automobilzulieferern und Automobilherstellern, wertvolle Produktionsressourcen zu sparen und das Ausstattungsniveau ihrer Endprodukte kostengünstig zu erhöhen. Seit jeher bilden langfristiges Denken und verantwortungsvolles Handeln die Grundlage unseres Erfolgs. Mit unseren ISO-zertifizierten Umwelt- und Energiemanagementsystemen leisten wir einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Schonung von natürlichen Ressourcen. Das Leitbild des VOIT Unternehmensverbundes und die Führungsleitlinien stellen darüber hinaus den Rahmen und unser Selbstverständnis eines wirtschaftlichen Handelns dar, das Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und den Unternehmenswert in den Mittelpunkt stellt. 2. Ziele und Strategien Wettbewerbsstrategie Der stetige Wandel moderner Mobilitätskonzepte und in Folge davon die Veränderungen bei zukünftigen Fahrzeugentwicklungen haben einen großen Einfluss auf die Komplexität der Automobilkomponenten. Permanent steigende Anforderungen an multiple Funktionen der Komponenten fordern gleichermaßen geringste Fertigungstoleranzen, Beschaffenheit von Bauteiloberflächen und Sauberkeit bzw. Reinheit von Teilen aus Aluminiumdruckguss sowie umgeformtem Stahl. Ebenso kommt der Beherrschung der dazu erforderlichen Prozessentwicklungs- und Produktionstechnologien eine entscheidende Bedeutung zu. Sie bildet die besonderen Alleinstellungsmerkmale aus, mit denen sich VOIT als Technologiepartner namhafter Kunden im globalen Wettbewerb behaupten kann. Die konsequente Anwendung auf die oben beschriebenen Produkte zukünftiger Fahrzeugkonzepte und Mobilitätsstrategien ermöglichen VOIT eine zunehmende Alleinstellung und damit verbundene Wettbewerbsvorteile. Die Qualifizierung aller Organisationsebenen, permanentes Lernen, Ausbilden, Re-Qualifikation und Training sind fester Bestandteil zum Ausbau und Erhalt der VOIT-Organisationsreife und -fähigkeit. Das Bewusstsein über die zentrale Bedeutung des Mitarbeiters und Individuums im Unternehmen und die konsequente Entwicklung von Kompetenz und Know-how bilden die Grundlage für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsfähigkeit von VOIT. Übergeordnete Technologiestrategie Nachhaltigkeit bildet die Grundlage der VOIT-Technologiestrategie. Zunehmend komplexe Produktanforderungen der Kunden und die Ableitung optimierter Fertigungsanlagen bilden die Grundlage unserer übergeordneten Strategie und Philosophie. Mit der klaren Ausrichtung unseres Produktportfolios auf zukünftige, automobile Wachstumsfelder ist gleichzeitig die Basis für die Prozess-Technologien gesetzt worden. Die Fertigung und Konditionierung sowie die Qualitätsprüfung dieser Produkte erfolgt auf dazu eigens konzeptionierten Produktionsanlagen. Optimal ausgewählte "state-of-the-art" -Anlagentechnologien, ausgerichtet auf maximale Verfügbarkeiten, Stückzahlen und Qualität sowie ein Höchstmaß an Flexibilität und Effizienz in Bezug auf Automationsgrade, Ressourcennutzung (Energie) und Kosten, dienen dem Abbilden des gesamten Wertstroms. Das optimierte Einbetten dieser Produktionsanlagen auf allen Produktionsflächen erfolgt unter der Maßgabe von Flächen-, Material- und Prozessablaufoptimierung.
Im Bereich Aluminiumdruckguss realisieren wir o.g. Technologiestrategie in der Produktion von Komponenten der Antriebstechnik, der elektrischen Lenkung, Luftfedersystemen und Gehäusestrukturen im Bereich e-Mobility. Die Bauteile sind hinsichtlich ihrer Funktion, Geometrie und Fertigungsqualität als hochkomplex zu bezeichnen und damit auch die Anforderungen an VOIT, mit den strategischen Kunden die Herstellbarkeit hoher Stückzahlen in Bezug auf Gieß- und Bearbeitungstechnologie zu entwickeln und dies bei gleichbleibender Qualität und Effizienz sicherzustellen. Die Integration von VOIT in die Entwicklungsphasen der Module ist ein Schlüssel zur Produktindustrialisierung. Die Fokussierung der VOIT-Produkt- und Prozessentwicklung auf Komponenten dieser Antriebstechnologie gewährleistet auch die Einbindung in Hybrid- und Elektrotechnologien, welche o.g. Produkte bereits heute unterstützen. Die Produkt- und Marktanalysen des strategischen Vertriebs und die intensiven Gespräche und Verhandlungen sowohl mit den bestehenden strategischen Kunden, als auch mit OEM-Neukunden bestätigen die Zugehörigkeit von VOIT zu einem Kreis von wenigen Technologieführern in den o.g. Segmenten weltweit. Die Symbiose der verschiedenen Kompetenzen in der Gieß- und Bearbeitungskonzeption, des Qualitätsmanagements (inkl. Prüfmethodik) und der Erfüllung kritischer Sauberkeitsanforderungen, die begleitende Expertise bei der Formenpflege und -optimierung und der Instandhaltung von Fertigungsanlagen sowie das angewendete Produktionssystem zur Optimierung und Standardisierung der Prozessabläufe stellen ein enormes Technologiewissen und Alleinstellungsmerkmal dar, mit dem wir bei unseren strategischen Kunden als Partner eine hohe Wertschätzung erfahren dürfen.
Das hohe produkttechnische und fertigungstechnische Know-how von VOIT bei der Herstellung von besonderen, in geringsten Fertigungstoleranzen zu findenden Metallstrukturen, wie Motorengehäuse, tiefgezogene, gerollte Strukturen, kombinierte Verfahren mit Patentschutz, etc., wird untersucht auf neue Anwendungsbereiche, wie z.B. die Substitution von Rohrkomponenten in Biegerolltechnologie für eine Vielzahl verschiedener Anwendungen. Bestehendes Know-how bei der Werkzeugkonzeption wird dazu auch auf die Anwendbarkeit bei neuen Produktgruppen untersucht. Auch hier stehen Komponenten im Vordergrund, die die Anforderungen moderner Mobilität erfüllen müssen. Dabei zielt VOIT im Besonderen auf Komponenten der Getriebe- und Antriebstechnologie.
Der Werkzeugbau, bei VOIT integraler Bestandteil bei der Entwicklung optimaler Prozessmethoden, unterstützt damit o. g. Technologien. Die frühe Einbindung der Konstruktions- und Simulationsbereiche des Werkzeugbaus ist ein wesentlicher Schlüssel bei der Industrialisierung neuer Produkte und gewährleistet eine optimale Nutzung der Unternehmensressourcen. Die wissenschaftliche Analyse konstruktiver Veränderungen auf die Prozessfähigkeit ist die Grundlage weiterer Entwicklungsansätze. Markenentwicklung Ein bedeutendes Element unserer Unternehmensphilosophie ist der Aufbau und die Stärkung der Marke VOIT (Brand Management). Die Wahrnehmung von VOIT als Technologieunternehmen mit Tradition soll zunehmend manifestiert und getragen werden durch die Kommunikation und das Erfahren von Werten, Zielen und Strategien, die VOIT in einem Unternehmensleitbild sowie Führungsleitlinien formuliert hat. VOIT identifiziert sich im Unternehmensleitbild in Aussagen zu Aspekten, wie Märkte, Kunden, Unternehmenszweck, Technologie, soziale Verantwortung, Umwelt, Mitarbeiter und Unternehmensgeschichte, welche Richtung weisen und Orientierung geben für das unternehmerische Handeln, den Umgang mit Geschäftspartnern und die Weiterentwicklung unseres Unternehmensverbundes. 3. Forschung und Entwicklung Die Entwicklungsaufgaben werden zentral für den Unternehmensverbund in St. Ingbert gebündelt und wahrgenommen. Die Herausforderungen des VOIT Entwicklungsbereiches liegen in der Unterstützung der bereits beschriebenen Produkt- und Standortstrategie und der Anwendung neuer Technologien für das zukünftige Produktportfolio. Zukünftige Fahrzeuge müssen den Anforderungen einer modernen, individuellen und nachhaltigen Mobilität gerecht werden. Neue innovative Technologien, die Optimierung bestehender Konzepte des Motor- und Antriebsstranges zur Reduzierung von Emissionen und Kraftstoffen, als auch die Verwendung von leichten, aber festen Materialien zur Reduzierung der bewegten Masse stehen im Zentrum der automobilen Megatrends. Gleichzeitig müssen diese Konzepte auch den steigenden Anforderungen an Sicherheit und Komfort Genüge leisten. Diese Megatrends, wie auch der Druck unserer Gesellschaft und Gesetzgebung, werden die Umsetzungsgeschwindigkeit antreiben und damit den Druck auf das Finden innovativer Lösungen in der Materialwissenschaft, der Antriebstechnologie sowie den verbundenen Prozessen zur Produktion dieser immer komplexeren und mit zunehmend geringeren Toleranzen zu fertigenden Produkte erhöhen. Diesem Trend folgt VOIT in seinen beiden Unternehmensbereichen Aluminiumdruckgusstechnik und Umformtechnik und sucht proaktiv nach Wegen und Methoden innerhalb der VOIT Geschäftsfelder. Die Kombination bestehender Technologien und Materialien, die VOIT im Hause beherrscht, und die Weiterentwicklung neuer Fügetechnologien rücken ebenfalls stärker in den Fokus der Entwicklungsaktivitäten. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belaufen sich auf ca. 1,3 % des Umsatzes oder ca. € 1,9 Mio. im Jahr 2020. II. Wirtschaftsbericht1. Gesamtaussage VOIT hatte im Geschäftsjahr 2020 bedingt durch die weltweite COVID 19-Pandemie einen massiven Umsatzeinbruch und in der Folge einen deutlichen operativen Verlust zu verzeichnen. Der Umsatzrückgang betrug insgesamt TEUR 16.154 bzw. 9,9% gegenüber dem Vorjahr. Davon waren alle drei operativen Sparten in unterschiedlicher Ausprägung betroffen. Die um Sondereffekte bereinigte EBIT-Marge bezogen auf den Umsatz ist mit -1,8% in die Verlustzone gerutscht nach noch knapp positiven 0,2% im Vorjahr. Das Jahresergebnis ist außerdem durch außerplanmäßige Wertberichtigungen auf das Engagement in die Tochtergesellschaft Voit Mexico und außerplanmäßige Aufwendungen im Zuge des eingeleiteten Restrukturierungsprozesses stark beeinflusst. Nachdem aber bereits im zweiten Halbjahr 2020 ein spürbarer Aufwärtstrend zu erkennen war, hat sich die Umsatz- und Ertragssituation zu Beginn des Geschäftsjahres 2021 zunächst weiter stabilisiert. Die Abrufe und Einteilungen lassen erwarten, dass sich diese Tendenz zumindest bis Mitte des Jahres fortsetzt. Vor dem Hintergrund der Pandemielage bleiben die Marktgegebenheiten aber sehr volatil. Als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren werden Umsatz und EBIT-Marge berichtet. 2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Der Ausbruch der COVID 19-Pandemie Anfang des Jahres 2020 hatte dramatische Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Die gesamten langfristigen Ausmaße sind derzeit noch nicht zu überblicken und weiterhin nur schwer prognostizierbar. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) berichtet in seiner Konjunkturprognose vom 18. März 2021 von einem Rückgang der Weltproduktion um 3,3% im Jahr 2020 und damit dem stärksten Einbruch der Weltwirtschaft seit dem zweiten Weltkrieg. Dennoch sei die Entwicklung im Gesamtjahr nicht so dramatisch gewesen, wie noch im Sommer 2020 befürchtet wurde. Nach dem Konjunktureinbruch im Frühjahr 2020 war zunächst ein kräftiger Aufschwung zu verzeichnen, der sich unter dem Eindruck der zweiten Corona-Welle im Herbst etwas abgeschwächt hat. Die Eintrübung fiel aber deutlich moderater aus als in der ersten Phase der Pandemie und betraf einzelne Branchen des Dienstleistungssektors stärker als das produzierende Gewerbe. Auch das Welthandelsvolumen hat sich bereits fast vollständig erholt und lag im Dezember 2020 sogar 1,3% höher als ein Jahr zuvor. Der Anstieg der weltweiten Exporte hat zuletzt dazu geführt, dass die Grenzen der Frachttransportkapazitäten erreicht wurden. Gerade in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird die Wirtschaft durch umfangreiche Hilfs- und Konjunkturprogramme gestützt, mit der Folge hoher staatlicher Budgetdefizite. Angesichts der noch unvollständigen konjunkturellen Erholung und der neuerlichen Beschränkungen werden diese Maßnahmen voraussichtlich noch mindestens im Jahr 2021 fortgesetzt. Der Regierungswechsel in den Vereinigten Staaten könnte das handelspolitische Klima verbessern, da die Biden-Administration zwar in handelspolitischen Fragen keine grundlegend anderen Positionen, aber zumindest einen stärker kooperativen Ansatz verfolgt. Demgegenüber stellen die Auswirkungen des Brexit weiterhin ein Abwärtsrisiko für die Prognose dar. Das in letzter Sekunde zwischen Großbritannien und der Europäischen Union geschlossene Handelsabkommen hat zwar ein Zurückfallen der handelspolitischen Standards zwischen den beiden Wirtschaftsräumen auf WTO-Minimalniveau vermieden, gleichzeitig aber auch noch viele Fragen offengelassen. Die internationalen Automobilmärkte wurden besonders hart von der Krise getroffen. In den Monaten März, April und Mai 2020 sind auf vielen Märkten die Zulassungszahlen teilweise um bis zu 90% gegenüber den Vorjahreswerten eingebrochen. Eine Erholung war zunächst in China zu verzeichnen, auch die übrigen Automobilmärkte entwickelten sich ab Sommer 2020 wieder positiv. Der VDA geht für den PKW-Weltmarkt davon aus, dass der Rückgang der Verkaufszahlen im Gesamtjahr 2020 verglichen mit dem Vorjahr bei ca. 15% liegt. Davon waren alle Regionen in unterschiedlicher Ausprägung betroffen. Die stärksten Einbußen verzeichnete der europäische PKW-Markt mit fast einem Viertel gegenüber dem Vorjahr. In den USA ist der Markt für PKW und leichte Nutzfahrzeuge um 15% eingebrochen, wobei das PKW-Segment mit 28% stärker betroffen war. Der chinesische Absatzmarkt hat sich deutlich früher wieder nach oben entwickelt und somit nur einen Rückgang von 6% verkraften müssen. 3. Geschäftsverlauf Nachdem sich zu Beginn des Jahres der Aufwärtstrend im operativen Geschäft aus dem zweiten Halbjahr 2019 zunächst fortsetzte, haben die Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie ab Mitte März zu massiven Umsatz- und Ergebniseinbrüchen geführt. Im zweiten Quartal blieben die Umsatzerlöse um ca. 50% unter dem Vorjahreswert. Zum Ende des dritten Quartals sind die Abrufe dann wieder deutlich angestiegen und haben im vierten Quartal zu einem Rekord-Quartalsumsatz geführt. Das im Jahr 2019 bereits eingeleitete Restrukturierungsprogramm hat im Geschäftsjahr 2020 bereits Wirkung gezeigt und so konnte nach dem deutlichen Anstieg der Abrufzahlen im letzten Quartal auch ein signifikant verbessertes operatives Ergebnis erzielt werden. Die Coronakrise hat das Bestandsgeschäft in allen Geschäftsbereichen stark belastet. Kompensierende Wirkung hatten einige Aufträge in der Anlauf- bzw. Hochlaufphase, insbesondere aus dem Bereich e-Mobility, die trotz der Pandemieauswirkungen Umsatzzuwächse bescherten. Dies konnte aber die Ergebnissituation nicht entscheidend verbessern und so schließt das Geschäftsjahr 2020 mit einem starken Umsatzrückgang und einer deutlich rückläufigen EBIT-Marge, die bereits im letzten Abschluss prognostiziert worden waren. 4. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Ertragslage Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr nochmals um knapp 10% auf TEUR 146.416 zurückgegangen. Davon waren alle drei operativen Sparten (Stanzen, Druckguss und Werkzeugbau) in unterschiedlicher Ausprägung betroffen. Der sonstige Bereich berücksichtigt die Verrechnung von Dienstleistungen, die von VOIT Automotive für andere Gesellschaften des Unternehmensverbundes erbracht werden. Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderung und der aktivierten Eigenleistungen ergibt sich eine Gesamtleistung von TEUR 143.772 (- 11% gegenüber Vorjahr).
Der Umsatzrückgang fiel im Geschäftsfeld Stanzen mit - 17,6% deutlicher aus als im Geschäftsfeld Druckguss mit - 5,1%. Dadurch hat sich das Umsatzverhältnis weiter in Richtung Druckguss verschoben. Innerhalb des Geschäftsfeldes Stanzen ist der Umsatz im konventionellen niedrigtonnagigen Geschäft um über 50% zurückgegangen. In den dazu zählenden Altprojekten hat der pandemiebedingte Einbruch den Auslauf nochmals beschleunigt. Dagegen fiel der Rückgang in der hochtonnagigen Großpressentechnologie mit - 7,4% deutlich moderater aus und lag auf vergleichbarem Niveau zum Rückgang im Geschäftsbereich Druckguss (- 5,1%). In diesen beiden Bereichen wurden die pandemiebedingten Umsatzeinbrüche teilweise durch Neuprojektanläufe kompensiert. Auch im Werkzeugbau und den sonstigen Bereichen waren die Umsätze insgesamt rückläufig. Die Materialaufwandsquote (inkl. bezogener Leistungen) blieb mit 44,2% gegenüber 43,8% im Vorjahr auf gleichem Niveau. Die Einkaufspreise am Rohstoffmarkt haben sich im Jahresdurchschnitt kaum verändert, sind aber zum Jahresende sowohl im Bereich Stahl als auch Aluminium deutlich angestiegen. Der Personalaufwand ist von TEUR 53.655 auf TEUR 46.624 deutlich zurückgegangen. Dies ist vor allem auf die Nutzung der staatlichen Kurzarbeitsmaßnahmen in den Monaten April bis August in Folge der Pandemieauswirkungen zurückzuführen. Ergänzend dazu haben die Beschäftigten in einem Zukunftstarifvertrag zur Standortsicherung auf einen Teil der tariflichen Sonderzahlungen im Jahr 2020 verzichtet. Schließlich wurde der Personalstamm im Zuge der Sanierungsmaßnahmen im Jahresdurchschnitt um 26 Mitarbeiter reduziert. Der Aufwand für Abfindungsleistungen betrug in diesem Zusammenhang TEUR 657. Die Personalaufwandsquote ist somit um 0,8%-Punkte auf 32,4% der Gesamtleistung zurückgegangen. Die Abschreibungen sind um TEUR 428 auf TEUR 10.778 angestiegen. Darin ist ein Effekt von TEUR 223 aus außerplanmäßigen Abschreibungen aufgrund von vorzeitiger Verschrottung nicht mehr benötigter Anlagen enthalten. Im Übrigen wirken sich die Investitionen für Neuprojekte aus, die an anderer Stelle im Lagebericht beschrieben sind. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 5,8% bzw. TEUR 1.627 angestiegen. Während die produktionsvariablen Kosten in der Phase weitgehender Produktionsstillstände zurückgegangen sind, sind die fixen Kostenbestandteile weitgehend unverändert geblieben. Sondereffekte ergaben sich aus Kosten des bereits 2019 eingeleiteten Restrukturierungsprozesses i.H.v. TEUR 1.507, einer Wertberichtigung auf Forderungen gegenüber der Tochtergesellschaft Voit Mexico wegen Uneinbringlichkeit i.H.v. TEUR 1.111 sowie erhöhten Instandhaltungsleistungen, da die Stillstandszeiten der Maschinen zu umfangreichen Überholungsmaßnahmen genutzt wurden. Die beschriebene Entwicklung führt zu einem negativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von TEUR -6.120. Auch das um die Sondereffekte bereinigte operative EBIT ist mit TEUR -2.623 im Geschäftsjahr 2020 negativ nach einem noch leicht positiven Ergebnis 2019 von TEUR 402. Das Finanzergebnis liegt mit TEUR -3.817 auf vergleichbarem Niveau zum Vorjahr. In der Coronakrise wurde mit dem Bankenkonsortium eine Tilgungsaussetzung für die Jahre 2020 und 2021 vereinbart. Außerdem haben die Konsortialbanken eine durch das Saarland besicherte weitere Finanzierungslinie zur Deckung der Pandemieauswirkungen zur Verfügung gestellt, die unterjährig sukzessive in Anspruch genommen wurde. Im Übrigen wurden die Finanzierungs- und Mietkaufverträge vertragsgemäß mit Zins und Tilgung bedient, wodurch sich die Zinslast reduziert. Die Mehrheitsgesellschafterin hat im Rahmen der Finanzierungsverhandlungen mit allen Stakeholdern eine Reduzierung ihrer vertraglichen Zinsansprüche auf Gesellschafterdarlehen vorgenommen. Im Finanzanlagevermögen wurde die Beteiligung an der Tochtergesellschaft Voit Mexico aufgrund der nachhaltig defizitären und durch die COVID 19-Pandemie nochmals verschärften Lage sowie wiederholten Planverfehlungen und erneut gesenkter Prognosen für die Folgejahre vollständig abgeschrieben. Somit ergibt sich unter Berücksichtigung der Steuerbelastung ein Jahresfehlbetrag von TEUR -13.688. Auch ohne die beschriebenen Sondereffekte wurde im Geschäftsjahr 2020 ein Verlust nach Steuern von TEUR -6.508 gegenüber TEUR -3.260 (ohne Sondereffekte) im Vorjahr erzielt. Finanzlage
Im Geschäftsjahr 2018 wurde die bestehende Konsortialfinanzierung refinanziert und für eine Laufzeit von fünf Jahren neu abgeschlossen. Nach einem Covenantbruch in 2019 und den Folgen der Coronapandemie im Jahr 2020 haben die Vertragspartner den Finanzierungsvertrag neu verhandelt und im Februar 2021 durch eine entsprechende Vereinbarung geändert. Das Gesamtvolumen von TEUR 64.750 steht der VOIT Automotive GmbH zur Verfügung. Zum Jahresende 2020 hat VOIT TEUR 61.956 in Anspruch genommen. Ergänzend haben die Konsortialbanken zur Abfederung der Lasten aus der Coronapandemie ein weiteres Darlehen in Höhe von TEUR 10.000 zur Verfügung gestellt, das durch das Land Saarland besichert und zum Jahresende voll in Anspruch genommen ist. Beide Finanzierungsverträge haben eine Laufzeit bis September 2023.
Die Finanzverbindlichkeiten, die sich aus den Bankverbindlichkeiten, den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sowie sonstigen Darlehensverpflichtungen zusammensetzen, sind um TEUR 8.163 angestiegen. Dies ist insbesondere auf die unterjährige Neuaufnahme einer Konsortialfinanzierung über TEUR 10.000 zur Abfederung der Belastungen aus der Coronapandemie zurückzuführen. Unter Berücksichtigung der liquiden Mittel belaufen sich die Netto-Finanzverbindlichkeiten auf TEUR 82.442 gegenüber TEUR 72.219 im Vorjahr.
Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelbestand umfasst die Bilanzposition "Flüssige Mittel" sowie die in Anspruch genommenen kurzfristigen Kontokorrentkredite. Zum Stichtag stand der Gesellschaft insgesamt eine Kontokorrentlinie in Höhe von TEUR 4.500 zur Verfügung, die mit TEUR 1.706 beansprucht wurde.
Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2020 TEUR -2.486. Während aus dem Jahresergebnis vor Zinsen und Abschreibungen und dem Aufbau der Rückstellungen noch ein positiver Cashflow erwirtschaftet wurde, sind insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stark angestiegen, da zum Stichtag ein Teil der Forderungen nicht an den Factoringpartner verkauft wurde. Die Vorratsbestände wurden dagegen deutlich reduziert. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit spiegelt die aus eigenen Mitteln und aus Darlehen finanzierten Investitionen in das Anlagevermögen wider, die an anderer Stelle im Lagebericht beschrieben sind. In der Finanzierungstätigkeit sind die Aufnahmen und Tilgungen von Fremdmitteln sowie diesbezügliche Zinszahlungen des Geschäftsjahres enthalten. Die Liquiditätslage der Gesellschaft war durch die Auswirkungen der Coronapandemie im Geschäftsjahr deutlich angespannt. Mit dem Abschluss einer neuen Konsortialfinanzierung, unterstützt durch eine Besicherung durch das Land Saarland, sowie der Neuverhandlung des bestehenden Konsortialfinanzierungsvertrages und Abschluss einer diesbezüglichen Änderungsvereinbarung im Februar 2021 konnte die Zahlungsfähigkeit dennoch im gesamten Jahresverlauf sichergestellt werden und ist auch mittelfristig voraussichtlich nicht gefährdet.
Im Geschäftsjahr 2020 hat VOIT insgesamt Investitionen in Höhe von TEUR 4.883 getätigt. Die herausragenden Einzelinvestitionen entfallen dabei auf den Ausbau der Wasch- und Bearbeitungskapazitäten im Hinblick auf mehrere Neuaufträge im Bereich der mechanischen Bearbeitung, die sich in der An- bzw. Hochlaufphase befinden, sowie einen neuen Schmelzofen im Bereich der Gießerei, welcher höchsten Umwelt- und Energieeffizienzanforderungen genügt. Im Sach- und immateriellen Anlagevermögen liegt die Investitionsquote damit auch in diesem herausfordernden Pandemiejahr bei 3,3% vom Umsatz. Nennenswerte Anlagenabgänge waren nicht zu verzeichnen. Gegenläufig wurden Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von TEUR 959 zurückgeführt, davon entfallen TEUR 520 auf die teilweise Rückführung eines Darlehens durch die Tochtergesellschaft Fonderie Lorraine. Vermögenslage Die Bilanzsumme der Gesellschaft hat sich gegenüber dem Vorjahr nochmals um 3,7% auf TEUR 118.415 reduziert. Auf der Aktivseite resultierte diese Entwicklung aus der Reduzierung des Anlagevermögens, insbesondere der Finanzanlagen, und der Vorräte bei einem starken Anstieg der Kundenforderungen, auf der Passivseite wurde das Eigenkapital insbesondere durch die oben beschriebene Verlustsituation gemindert.
Im Anlagevermögen schlagen sich die planmäßigen Abschreibungen sowie die oben beschriebenen Investitionen nieder. Außerdem wirken sich die außerplanmäßige Abschreibung auf den Beteiligungsbuchwert Voit Mexico und die Tilgung der sonstigen Ausleihungen im Finanzanlagevermögen deutlich negativ aus. Dadurch hat sich der Wert des Anlagenbestandes insgesamt gegenüber dem Vorjahr um TEUR 10.628 reduziert. Die Vorräte sind im Vergleich zum Vorjahr um 16% reduziert und machen ca. 25% der Bilanzsumme aus. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte umfassen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten. Gegenüber dem Vorjahr sind insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch eine stichtagsbezogen geringere Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Factoring-Linien deutlich angestiegen.
Auf der Passivseite ist die Eigenkapitalquote infolge der beschriebenen Verlustsituation im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2% gesunken. Die Verbindlichkeiten unter Einbeziehung der passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind insgesamt um TEUR 7.724 angestiegen. Dies ist insbesondere auf die Neuaufnahme eines Darlehens zurückzuführen, welches mittelfristig zur Verfügung steht. Die Rückstellungen sind insgesamt um TEUR 1.421 gestiegen. Sie resultieren insbesondere aus dem Personalbereich sowie aus ausstehenden Rechnungen. III. Erklärung zur UnternehmensführungIm Hinblick auf die Zielvorgabe eines Frauenanteils in Aufsichtsrat und Geschäftsführung gem. § 52 Abs. 2 GmbHG hat die Gesellschafterversammlung eine Mindestgröße von 0% festgelegt. Die Geschäftsführung hat die Zielgröße gem. § 36 GmbHG für die nächste Führungsebene bei mindestens 5% definiert. Diese Zielgröße ist zum 31. Dezember 2020 nicht erreicht. IV. Prognose-, Chancen- und RisikoberichtUnternehmerisches Handeln erfordert permanent das Treffen von Entscheidungen unter der Abwägung von Chancen und Risiken. Die Nutzung von Chancen ist Grundvoraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg. Gleichzeitig gilt es, Risiken einzuschätzen und bei vertretbarem Umfang bewusst in Kauf zu nehmen. Die Aufgabe des Risikomanagementsystems ist es, die Chancen und Risiken transparent zu machen und die Entscheidungsfindung bei Unsicherheit zu erleichtern. Die Grundlagen eines effizienten Risikomanagements wurden in der Vergangenheit geschaffen und unterliegen einem stetigen Anpassungs- und Verbesserungsprozess. Dies ist in unserem Geschäftsverständnis nicht die isolierte Aufgabe einer zentralen Einheit, sondern im Rahmen seiner jeweiligen Funktion der Anspruch gegenüber jedem Mitarbeiter und jeder Führungskraft. Entscheidend ist das Bewusstsein jedes Einzelnen für sein Handeln und die Konsequenzen, die daraus resultieren. Im Rahmen von definierten Meldestrukturen sollen so aus dem gesamten Unternehmen die notwendigen Informationen zu den jeweiligen Entscheidungsträgern kanalisiert werden. Die technische Voraussetzung dafür liegt in der Bereitstellung von belastbaren Daten. Die konsequente Einführung und Optimierung der ERP-Systeme und die damit fortschreitende Verbesserung im Abbilden der gesamten Prozesslandschaft des Unternehmens erhöhen konsequent die Datenqualität und damit die Genauigkeit der aufgeschalteten Reporting Tools. Die in Echtzeit angebundenen Werkzeuge zur Analyse der Produktionsprozesse sowie das verknüpfte Bilden von Bereichs-Balanced-Score-Cards (BSCs), Masterplänen und PLBs (Problemlösungsberichten) geben unmittelbar die Basis zur Erarbeitung von Verbesserungsmaßnahmen vor bzw. lassen die Wirksamkeit von Prozessanpassungen erkennen. Dies ist bei VOIT ein bereits durchgängig eingesetztes System. 1. Chancen Markt Die Zukunftsfähigkeit von VOIT ist mit der technologischen und produktspezifischen Ausrichtung bewiesen. Die hohe technologische Spezialisierung auf die beiden Hauptprodukt- und Prozessströme Aluminiumdruckguss und Stanztechnologie mit einem hohen Anteil an Alleinstellungsmerkmalen, bestätigen VOIT als zuverlässigen Partner in der globalen Automobilzulieferindustrie. Die hohe Bindung von VOIT als Lieferant und Partner an namhafte Kunden wird dokumentiert durch langfristige Verträge bzw. einen hohen Anteil von "single-source"-Produkten. Der zunehmende Komplexitätsgrad des auf zukünftige Mobilitätstrends ausgerichteten Produktportfolios, als auch die zur Produktion benötigte Beherrschung der Fertigungsprozessketten bilden zudem eine Preisstruktur ab, die die unternehmerischen Ziele nachhaltig unterstützt. Die mit dem strategischen Hauptkunden gemeinsam umgesetzte Kapazitätserweiterung dient der ausreichenden Belieferung des am Automobilmarkt auf absehbare Zeit erfolgreichsten Automatgetriebes. Die technologische Alleinstellung von VOIT und die unmittelbare Nähe zum Kunden bilden die Grundlage einer langjährigen, vertraglich abgesicherten Partnerschaft. Die Produktion von Getriebekomponenten ist auch für die Folgejahre bereits fest verankert. Diese enge Partnerschaft mit hoher, gegenseitiger Abhängigkeit ist strategisch gewollt und bietet weiterhin die Möglichkeit, gemeinsam produkt- und prozesstechnologische Weiterentwicklungen für zukünftige Antriebstechnologien zu tätigen und das Kundenwachstum global zu begleiten. Das eingegangene strategische Joint Venture in Frankreich unter der technologischen Führerschaft von VOIT ist hierzu ein weiterer Baustein. Damit kann die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von VOIT gesichert werden. Mit dem Einstieg in den Bereich der Elektromobilität baut VOIT ein weiteres Standbein mit hoher Zukunftserwartung auf. Die Vergabe erster Aufträge durch einen namhaften OEM-Kunden für gekühlte Gehäusestrukturen ist bereits erfolgt. Nach dem Einstieg mit vergleichsweise geringen Stückzahlen verspricht dieses Marktsegment enorme Wachstumspotenziale in den kommenden Jahren. Im Bereich der konventionellen Kaltumformung zielt das Entwicklungs- und Vertriebsmanagement ebenfalls auf die Akquise von komplexen Getriebekomponenten. Die Produktionsprozesse auf für höchste Umformgrade konzipierte Pressenlinien und deren hochkomplexe Werkzeugstrukturen stellen für VOIT am Markt eine besondere Alleinstellung dar. Mit der Investition in zwei geeignete Stufenpressen in den Jahren 2015 und 2016 wurden entsprechende Kapazitäten geschaffen, die den Maschinenpark ergänzen und optimal ausgelastet werden. Auch werden neue Materialien in neuen Produktgruppen auf Anwendung untersucht. Die Auswahl der Produktgruppen richtet sich auf die Anwendungsfelder zukünftiger Mobilität und die höchsten Ertragschancen. Die mögliche Anwendung bestehender Technologien und Kapazitäten auf neue Produktgruppen und Kunden wird weiter intensiviert. Auch dort stehen Alleinstellung, technologische Spezialisierung und Know-how im Vordergrund. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie können zu einer weiteren Konsolidierungswelle im internationalen Zuliefermarkt führen. Aufgrund der anerkanntermaßen hohen technologischen Kompetenz und des Fertigungs-Know-How's für Produkte höchster Komplexität, hat VOIT gute Voraussetzungen geschaffen, um aus dieser Phase als Profiteur hervorzugehen und Marktanteile hinzuzugewinnen. Prozess- und Fertigungsoptimierung Die Maximierung der Gesamtanlagennutzung bei gleichzeitiger Reduzierung der Fertigungskosten ist das Ziel der permanenten Optimierungsaktivitäten von VOIT. Mit der Einführung und Nutzung der Methoden der "schlanken Produktion" wird die Prozessstandardisierung in den direkten Produktionsbereichen, aber auch in den indirekten Unternehmensfunktionen wie Werkzeugbau, Logistik und Instandhaltung permanent und strukturiert vorangetrieben. Die erfolgten Veränderungen in der gesamten Produktionslandschaft, wie die Erhöhung des Automationsgrades, die Reduzierung der Teilevielfalt, Stabilisierung der Produktion durch optimierte Produktionsplanungsprozesse, flexible Arbeits- und Schichtsysteme, aber insbesondere die permanente Qualifizierung der Mitarbeiter aller Bereiche bilden den Nährboden zur weiteren Verbesserung der Produktions- und Qualitätsperformance. Wir erwarten somit weitere nachhaltige Steigerungen der Anlageneffizienz und der gesamten Produktivität der Produktionsbereiche, der produktionsnahen Bereiche und auch in den administrativen Stabsfunktionen der Gesellschaft. Entwicklungspartnerschaft Als Zulieferer der Automobilindustrie ist es von entscheidender Bedeutung, am Puls der Zeit aktuelle Entwicklungstendenzen am Automobilmarkt zu erkennen und von Beginn an mitzugestalten. Hierzu strebt VOIT verstärkt Entwicklungspartnerschaften mit strategischen Kunden an, um bereits in der Prototypenphase das Prozess-Know-How für die spätere Serienfertigung einzubringen und so langwierige und kostenintensive Entwicklungsschleifen bei den Kunden zu verhindern. Dies erzeugt einerseits einen erheblichen Mehrwert für den Partner und erhöht andererseits die Chancen für VOIT, sich über den Prototypenbau für die Vergabe von Serienaufträgen zu qualifizieren. 2. Risiken Markt- und Absatzrisiken Risiken können sich aus der weltwirtschaftlichen Entwicklung insbesondere in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften in Europa und Nordamerika ergeben. Eine zunehmende politische Verunsicherung infolge besonderer Ereignisse wie der Brexit-Entscheidung Großbritanniens, des Aufbaus von weiteren Handelsbarrieren oder zunehmender nationalistischer und protektionistischer Strömungen können sich negativ auf das Konsum- und Investitionsverhalten auswirken. Eine weitere Abkühlung der nach wie vor stark wachsenden Märkte in Asien (z.B. Indien, China, etc.) kann ebenfalls negative Auswirkungen auf die Unternehmensleistung zur Folge haben. Dies würde für die gesamte Automobilzulieferbranche einen Rückgang der Produktions- und Umsatzleistung bedeuten. Der Ausbruch der sog. COVID 19-Pandemie Anfang des Jahres 2020 und die darauf folgenden drastischen politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben zudem die Anfälligkeit des globalen Wirtschaftssystems für ein solch bislang einmaliges Ereignis offenbart. Der Anstieg von Infektionszahlen und die Lockdown-Maßnahmen haben in kürzester Zeit wirtschaftliche Aktivitäten rund um den Globus stark eingeschränkt. Dies betraf auch und insbesondere den Automobilmarkt und hat zu massiven Absatzeinbrüchen geführt. Eine Erholung des Marktes findet erst allmählich statt. In Deutschland wurden daraufhin staatliche Stützungsprogramme (Kurzarbeit, Garantien, Bürgschaften u.a.) aufgelegt, um die Unternehmen in dieser Krise zahlungsfähig zu halten. Ein ähnliches Ereignis wie beispielsweise durch eine weitere massive Infektionswelle könnte das Marktgeschehen erneut weitgehend zum Stillstand bringen. Preisrisiken Bedingt durch die beschriebenen politischen Unsicherheiten und die Unsicherheit über den bevorstehenden Technologiewandel kann die Verbrauchernachfrage getrübt werden. Die vorhandenen Überkapazitäten und die hohen Nachlässe zur Verkaufsförderung belasten in der Folge die Ergebnissituation vieler OEMs. Dadurch steigt stetig der Druck der Einkaufsorganisationen, die verstärkt globale Preisvergleiche heranziehen und auf Verlagerungen der Produktion in Niedriglohnländer drängen. Ein anhaltend hoher Preisdruck auf die Zulieferer ist damit gegeben. Gleichzeitig ist VOIT am Standort Deutschland seit Jahren mit steigenden Kosten für die Faktoren "Arbeit" und "Energie" konfrontiert, die somit immer effizienter eingesetzt werden müssen. Beschaffungsrisiken Engpässe in der Lieferkette bei Rohstoffen oder finanzielle Probleme bei strategischen Lieferanten können die Versorgungssicherheit gefährden und den Produktionsprozess massiv stören. Zudem können steigende Rohstoffpreise zu erhöhten Materialeinsatzkosten führen. VOIT überwacht daher permanent die Lieferantenbasis, führt eigene Prüfungen durch und plant frühzeitig und langfristig die Materialversorgung mit den wichtigsten Rohstofflieferanten. Zur Minimierung von Preisrisiken des Rohstoffmarktes sind mit allen Kunden Preisgleitklauseln vereinbart. Produktrisiken VOIT haftet für die gelieferten Produkte in Stückzahl und in Qualität. Neben der Auslegung und dem optimalen Betreiben der Produktionsanlagen bildet das zertifizierte Qualitätsmanagementsystem in seiner Wirkungsweise die Grundlage, potentielle Fehlerquellen schnell zu analysieren und nachhaltig zu beseitigen. Die Qualitätsperformance bei den Kunden von VOIT bestätigt die Effektivität des Qualitätsmanagementsystems. Das Produktportfolio von VOIT zeigt derzeit eine hohe Abhängigkeit von der Automatgetriebeproduktion. Eine schnelle Entwicklung der Marktanteile hin zu reinen Elektrofahrzeugen könnte zu einer Reduzierung des Anteils der Fahrzeuge mit Automatgetrieben führen und damit die Ertragskraft von VOIT schwächen. Mit dem Einstieg in das Produktfeld E-Mobility und den ersten Auftragsvergaben für Gehäusestrukturen in diesem Segment wird die Grundlage geschaffen, auch an dieser Marktentwicklung in Zukunft partizipieren zu können. IT-Risiken In einer zunehmend vernetzten Welt mit vernetzten Produktions- und Verwaltungssystemen entstehen vermehrt Risiken durch den Versuch, unerlaubt von außen in die Systeme des Unternehmens einzudringen. VOIT reagiert darauf mit der permanenten Weiterentwicklung der Datensicherheitsstandards im Unternehmen und der Anwendung modernster Sicherheitssoftware. Abhängigkeit von strategisch bedeutenden Kunden Die Hauptanteile der gesamten Umsatzleistung von VOIT werden mit namhaften Tier 1 Kunden der Automobilindustrie erwirtschaftet. Der Wegfall / Verlust eines dieser Großkunden hätte spürbare Auswirkungen auf die Umsatz- und Ergebnissituation der Gesellschaft. Gegenseitige partnerschaftliche Abhängigkeiten zum einen, aber auch längerfristige Verträge und eine relativ hohe Alleinstellung zum anderen sichern die Position der Gesellschaft. Die hohe Anbindung, Integration und die intensive Kommunikation mit diesen Kunden sind wesentlicher Anteil der Unternehmensaufgaben. Risiken der Finanzierung Die Gesellschaft ist nach wie vor auf die Unterstützung von Finanzierungspartnern angewiesen. Die im Jahr 2018 umgesetzte Refinanzierung des Konsortialvertrages hat hier zunächst weitere Finanzierungsspielräume geschaffen. Bedingt durch die wirtschaftliche Entwicklung seit Mitte des Geschäftsjahres 2019 konnten die vertraglich vereinbarten Finanzkennzahlen (Financial Covenants) allerdings nicht mehr eingehalten werden. In Abstimmung mit den Kreditgebern wurde daraufhin ein Sanierungsprozess gestartet und die Erstellung eines Sanierungsgutachtens nach den Grundsätzen des IDW S 6 in Auftrag gegeben. Die Konsortialbanken haben in Erwartung dieses Gutachtens und der daraus abgeleiteten Maßnahmen zunächst vorläufig auf die Ausübung eines ihnen zustehenden Kündigungsrechts verzichtet (sog. "stand still-Vereinbarung"). Der Prozess wurde zusätzlich erschwert durch den oben beschriebenen Ausbruch der COVID 19-Pandemie und den folgenden massiven Absatzeinbruch. Eine sich daraus ergebende kurzfristige Finanzierungslücke wurde mit Unterstützung durch eine Landesausfallbürgschaft des Saarlandes und die Bereitstellung einer zusätzlichen Kreditlinie geschlossen. In der Folge wurde der Sanierungsprozess fortgesetzt und basierend auf den definierten Sanierungsmaßnahmen eine langfristige Unternehmensplanung erstellt. Auf dieser Grundlage hat der Sanierungsgutachter im Februar 2021 auch unter Stressbedingungen die Sanierungsfähigkeit des Unternehmens bestätigt. Die Kreditgeber haben daraufhin in einer Änderungsvereinbarung endgültig auf die ihnen bis zu diesem Zeitpunkt zustehenden Kündigungsrechte aus dem Konsortialvertrag verzichtet und die Vertragsdokumentation umfassend angepasst, sodass gemäß des aktuellen Planungsstandes die Vertragsbedingungen bis zum Ende der Laufzeit im Jahr 2023 eingehalten werden und die Durchfinanzierung des Unternehmens sichergestellt ist. Neuerliche Finanzierungslücken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden würden, könnten sich durch Absatzreduzierungen in einem Ausmaß ergeben, das noch über die Stressbedingungen des Sanierungsgutachtens hinausgeht und das nach unserer aktuellen Markteinschätzung höchst unwahrscheinlich ist. Liquiditätsrisiken Bedingt durch die beschriebene Finanzierungssituation war die Liquiditätslage des Unternehmens zwischenzeitlich deutlich angespannt. Die infolge der COVID 19-Pandemie ausgelösten kurzfristigen Liquiditätslücken konnten durch diverse Stundungsvereinbarungen und letztlich den Abschluss einer neuen Kreditlinie geschlossen werden. Der Abschluss der Änderungsvereinbarung mit den Konsortialbanken und das weiterhin praktizierte Factoring haben schließlich die Lage deutlich entspannt. Nach unserer derzeitigen Einschätzung der Marktsituation und der daraus abgeleiteten weiteren Liquiditätsentwicklung ist die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft mittelfristig gesichert. Dies gilt unter der Prämisse, dass die Kreditgeber ihr Engagement im bisherigen Umfang beibehalten. Mitarbeiterrisiken Zur Bewältigung der Aufgaben in den zunehmend anspruchsvolleren Produktionsprozessen sind gut ausgebildete Fachkräfte notwendig. VOIT setzt daher weiterhin auf die eigene Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Bei einer erhöhten Fluktuation der hoch spezialisierten Fachkräfte besteht das Risiko, diese am Arbeitsmarkt nicht adäquat ersetzen zu können. Zinsänderungsrisiken Ein Anstieg des allgemeinen Marktzinsniveaus könnte die Fremdfinanzierung der Gesellschaft verteuern und hätte entsprechende Auswirkungen auf die Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung. Zur Begrenzung dieses Risikos setzt VOIT selektiv Zinssicherungsgeschäfte ein, die mit variabel verzinslichen Finanzierungsinstrumenten zu Bewertungseinheiten zusammengeschlossen werden. 3. Prognosebericht Der nachfolgende Ausblick bezieht sich auf den Prognosezeitraum von einem Jahr ab dem Bilanzstichtag und basiert auf dem aktuellen Geschäftsmodell und der Zusammensetzung der Gesellschaft VOIT. Er berücksichtigt alle vorliegenden Erkenntnisse, die einen Einfluss auf den Geschäftsverlauf haben können. Die enthaltenen Erwartungen beziehen sich auf den aktuellen Planungsstand für das Jahr 2021. Marktumfeld Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) geht in seiner aktuellen Prognose von einer zunehmenden Erholung der Weltwirtschaft im Zuge verringerter Infektionsrisiken im Verlauf des Jahres 2021 aus. Durch die fortschreitenden Impfkampagnen wächst die Aussicht auf ein wieder normales Wirtschaftsgeschehen, das aktuell noch von Beschränkungen zum Infektionsschutz gekennzeichnet ist. Die Experten gehen insgesamt von einer Steigerung der Weltproduktion um 6,7% aus. Auch der Welthandel sollte einen kräftigen Aufschwung um 7,5% erfahren. Ein Risiko liegt in einer erneuten Zunahme der COVID-Infektionszahlen und weiteren Lockdown-Maßnahmen infolge von Virusmutationen oder Hemmnissen im Fortschritt der Impfkampagnen durch gefährliche Nebenwirkungen. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften soll das Produktionsvolumen kräftig ansteigen, aber noch knapp unter dem Vorkrisenniveau liegen. Auch die Schwellenländer werden von dem Aufschwung profitieren, in China rechnet man bereits wieder mit einer vollständigen Erholung der gesamtwirtschaftlichen Produktion. Risiken bestehen insbesondere in den finanzwirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Viele Unternehmen wurden durch staatliche Stützungsmaßnahmen am Leben gehalten, haben aber ihr Eigenkapital vollständig aufgezehrt. Dadurch kann es auch im Nachgang noch zu einer Insolvenzwelle, notleidenden Kreditengagements und sinkender Kreditvergabebereitschaft bei den Banken kommen. Die internationalen Automobilmärkte werden sich im Jahresverlauf 2021 zunehmend erholen, aber das Vor-Corona-Niveau noch nicht wieder erreichen. Der Verband der Automobilindustrie rechnet mit einem Anstieg des Absatzvolumens um 9%. Die Erholung wird noch von einer gewissen Kaufzurückhaltung in den großen Absatzmärkten geprägt sein, sodass sich die Verkaufszahlen erst allmählich dem Vorkrisenniveau annähern. Die Ausnahme bildet dabei China, wo bereits Ende 2020 wieder der alte Wachstumspfad erreicht wurde. Die Automobilindustrie steht in den nächsten Jahren daneben vor weiteren großen Herausforderungen. Auf der einen Seite steigt die Zahl der Weltbevölkerung und damit auch der Bedarf an individueller Mobilität. Auf der anderen Seite rücken Umwelt- und Klimaschutz immer stärker ins Bewusstsein der Menschen und damit die Forderung nach einer deutlichen Reduzierung von Emissionen, die die Gesundheit gefährden können. Die UN-Klimakonferenz 2015 in Paris hat in einem historischen Abkommen die Absicht bekundet, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2°C, möglichst 1,5°C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Moderne Mobilität wird diesem Abkommen Rechnung tragen müssen. Schärfere CO 2 Grenzen (95 g CO 2 /km in 2021 in Europa bzw. 109 g CO 2 /km in 2025 für die USA), geringere Flottenverbräuche und realistischere Messmethoden (WLTP-Fahrzyklus) werden die globale Automobilindustrie in den nächsten Dekaden begleiten. Zur Fortentwicklung der CO 2 -Grenzwerte hat die EU-Kommission bereits im Dezember 2018 eine weitere Absenkung der durchschnittlichen Fahrzeugemissionen um weitere 37,5% im Vergleich zu 2021 bis zum Jahr 2030 beschlossen. Die Dieselaffäre um manipulierte Emissionswerte, die mehrere Hersteller in den vergangenen Jahren getroffen hat, und die Diskussion um Gesundheitsschäden aufgrund von Feinstaub- und Stickoxidemissionen, die zu gesetzlich verankerten Fahrverboten in Ballungszentren führen kann, verstärken diese Entwicklung zusätzlich. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden wird die Elektrifizierung des Antriebsstranges, die Umstellung auf ein 48 Volt Bord Netz, die Vernetzung in die digitale Welt, aktive und passive Personensicherheit und Fahrerassistenz, bis hin zum autonomen Fahren, die Entwicklungsbereiche der OEMs und der Zulieferindustrie bestimmen. Der Verbrennungsmotor wird nach herrschender Meinung noch über viele Jahre die dominierende Antriebsform bleiben, aber dieser wird kleiner, effizienter und leistungsfähiger sein, zunehmend mit einem Elektromotor als Hybrid kombiniert werden und durch modernste Getriebe- und Antriebstechnik die Systemleistung auf die Straße bringen. Damit steigt automatisch der Anteil an automatisiertem Schalten, z.B. mit Wandlerautomaten oder Doppelkupplungsgetrieben. Gleichzeitig werden in den nächsten Jahren alternative Antriebskonzepte wie Elektromotoren, Brennstoffzellen, etc. weiterentwickelt werden. Der Druck der Politik auf die Automobilhersteller über eine Mischung aus Anreizsystemen und der harten Definition von Emissionsgrenzwerten nimmt dabei stetig zu. Entsprechende Regelungen werden immer weiter verschärft mit dem klaren Ziel, Schadstoffemissionen auf ein solches Minimum zu reduzieren, das mit dem klassischen Verbrennungsmotor unerreichbar ist. Insgesamt aber bleibt mit steigender Bevölkerungszahl, einem Wachstum der Mittelschicht in vielen Ländern der Erde und dem weltweiten Ausbau der Infrastruktur die "Mobilität" ein Wachstumsmarkt. Die aufgezeigten Trends und technologischen Veränderungen müssen als Chance für neue, komplementäre Produktgruppen verstanden werden und nicht als Bedrohung einer historisch-konventionellen Fahrzeugindustrie. Unternehmensentwicklung VOIT ist mit der Ausrichtung auf Getriebekomponenten für Automatik- und Doppelkupplungsgetriebe mit einem hohen Anteil an Premiumfahrzeugen in einem absoluten Wachstumssegment unterwegs. Weitere Schwerpunktprodukte, wie z.B. Verdichtergehäuse für die Luftfederung oder elektrische Lenkstrukturen werden zunehmend in der Premiumklasse verbaut und durchdringen bereits die Fahrzeugsegmente bis zur Mittelklasse. Ergänzt wird dieses Produktportfolio künftig um Gehäusestrukturen für Elektromotoren, die mittel- und langfristig enormes Wachstumspotenzial aufweisen können. Diese Produktstrategie, d.h. High-Tech Produkte mit Zukunftspotential und einem Höchstmaß an Alleinstellungsmerkmalen, ist weiterhin intakt und wird die mittel- und langfristige Zukunft von VOIT bestimmen. Kurzfristig werden jedoch die Auswirkungen der COVID 19-Pandemie maßgeblich die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens bestimmen. Für das Geschäftsjahr 2021 gehen wir davon aus, dass die Umsatzerlöse marktbedingt moderat ansteigen werden, aber das Vorkrisenniveau noch nicht erreichen. In der Sparte Stanzen wird der Strukturwandel mit der konsequenten Auslastung des Großpressenparks bei gleichzeitig rückläufigem Geschäft im Bereich niedrigerer Tonnagen weiter vorangetrieben. Aufgrund der Komplexität der Produkte und den damit verbundenen Werkzeugkonzepten stellt dies auch weiterhin eine große Herausforderung dar, die erfahrungsgemäß mit gewissen Anlaufschwierigkeiten verbunden sein wird. In der Sparte Druckguss, die maßgeblich von der Fertigung von Komponenten des erfolgreichsten Automatgetriebes am Weltmarkt geprägt ist, liegt die Herausforderung in der Bewältigung des Anlaufs im neuen Produktfeld E-Mobility. Nach der Anbindung des Joint Ventures Fonderie Lorraine an die Systemlandschaft von VOIT wird der Fokus der Zusammenarbeit nun verstärkt auf der Hebung von Synergien liegen, die zu Effizienzsteigerungen und Ergebnisverbesserungen sowohl bei VOIT als auch bei Fonderie Lorraine beitragen sollen. In Verbindung mit dem anhaltenden Preisdruck bei gleichzeitig steigenden Produktionskosten und einem Fixkostenblock, der nicht kurzfristig an die Produktionsrückgänge angepasst werden kann, ist die EBIT-Marge im Geschäftsjahr 2020 deutlich gesunken. Für 2021 gehen wir dagegen wieder von einer moderat steigenden und leicht positiven EBIT-Marge aus. Die automobilen Megatrends wie Motorendownsizing, Fahrzeugleichtbau, die Entwicklung alternativer Antriebe auf der Grundlage elektrischer Energieträger (Hybrid, Elektro und Fuel Cell) werden bestimmend sein für die Suche nach zukünftigen Mobilitätskonzepten. Nachhaltigkeit und Effizienz in der Nutzung fossiler Brennstoffe für die Produktion und die Nutzung von Fahrzeugen stellen eine gewaltige Herausforderung für die globale Automobilindustrie der nächsten Jahre und Jahrzehnte dar. Mit den Veränderungen des Produktportfolios und dessen zukünftigem "Footprint" für VOIT wird den Forderungen zur Entwicklung von kraftstoff- und emissionsreduzierten Fahrzeugen und zum Beginn der Elektrifizierung von Serienfahrzeugen Rechnung getragen. Diese Veränderungen werden getragen durch die konsequente Umsetzung von Effizienz- und Produktivitätsmaßnahmen in allen Unternehmens- und Funktionsbereichen von VOIT. Die nachhaltige Fokussierung auf Prozessoptimierungs- und Kostenreduzierungsmaßnahmen über die gesamte Wertschöpfungskette, d.h. einem durchgängigen Produktionssystem nach den Methoden der "Lean Manufacturing Philosophy" und Six Sigma, wird die Basis weiterer Standardisierungen und Optimierungen der VOIT Prozesslandschaft sein.
St. Ingbert, den 16. April 2021 Christopher Pajak, Geschäftsführer Vertrieb Hendrik Otterbach, Geschäftsführer Finanzen Dr. Udo Lange, Geschäftsführer Technik Bilanz zum 31. Dezember 2020Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020
Anhang des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2020VOIT Automotive GmbH, Saarbrücker Str. 2, 66386 St. IngbertSitz der Gesellschaft St. Ingbert Amtsgericht Saarbrücken HRB 33027 1. Allgemeine AngabenDer Jahresabschluss der VOIT Automotive GmbH, St. Ingbert wurde entsprechend den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches erstellt. Der Jahresabschluss ist nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung erstellt und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine große Kapitalgesellschaft. 2. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände nach der linearen Methode vorgenommen. Für die Ermittlung der Abschreibung werden in den einzelnen Anlageklassen einheitlich folgende Nutzungsdauern angewendet:
Geringwertige Wirtschaftsgüter , deren Anschaffungswert EUR 250,-- aber nicht EUR 1.000,-- übersteigt, werden linear über 5 Jahre abgeschrieben. Die im Rahmen der Anwachsungen der Voit Holding GmbH & Co. KG (1.1.2015) und der VOIT-TEC GmbH & Co. KG (1.1.2016) übernommenen Firmenwerte werden planmäßig linear über 8 bzw. 5 Jahre abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wurde anhand der erwarteten durchschnittlichen Laufzeit der Vertragsbeziehungen mit wesentlichen Kunden festgelegt. Die Finanzanlagen wurden zu den Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert (Ausleihungen) angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit dies aufgrund eines niedrigeren beizulegenden Zeitwerts am Abschlussstichtag angezeigt ist. Die Vorräte sind mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt worden. Die Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden retrograd aus den vereinbarten Verkaufspreisen abzüglich Erlösschmälerungen abgeleitet, indem Abschläge für kalkulierten Gewinn, Vertriebs- und Versandkosten sowie noch anfallende Kosten der Endfertigstellung vorgenommen werden. Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie die flüssigen Mittel sind zum Nennwert aktiviert. Bei den Forderungen sind erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch eine Pauschalwertberichtigung ausreichend Rechnung getragen. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten zeitanteilige Abgrenzungen für Aufwand nach dem Bilanzstichtag. Das Eigenkapital der Gesellschaft ist zum Nennwert bilanziert. Eigene Anteile werden gem. § 272 HGB vom Eigenkapital abgesetzt. Die Rückstellungen erfassen die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbeträge für alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden unter Zugrundelegung versicherungsmathematischer Grundsätze (Anwartschaftbarwertverfahren) ermittelt. Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen bewertet. Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Zahlungseingänge des Geschäftsjahres, die erst nach dem Bilanzstichtag zu Ertrag führen. Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgte bei den Forderungen mit dem Geldkurs am Entstehungstag sowie bei den Verbindlichkeiten mit dem Briefkurs am Entstehungstag. Zum Bilanzstichtag bestehende kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet. 3. Erläuterungen zur BilanzAnlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens, der Zugänge, Abgänge sowie Abschreibungen des Geschäftsjahres ergeben sich aus dem beigefügten Anlagenspiegel. Im Finanzanlagevermögen sind die folgenden Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen enthalten: Anteile an verbundenen Unternehmen :
Die Angaben zum Eigenkapital und Jahresergebnis der Gesellschaften beziehen sich auf den festgestellten Jahresabschluss zum 31.12.2019. Außerdem beinhaltet das Finanzanlagevermögen Ausleihungen in Höhe von TEUR 876. Auf den Beteiligungswert an der Voit Automotive de Mexico S.A. de CV wurde im Dezember 2020 aufgrund der durch Corona bedingten nachhaltig defizitären Lage und wiederholten Planverfehlungen sowie erneut gesenkter Prognosen für die Folgejahre eine weitere außerplanmäßige Abschreibung i.H. von TEUR 3.682 vorgenommen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben gänzlich eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Forderungen gegen verbundene Unternehmen Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 63 (Vorjahr: TEUR 935). Sie sind in voller Höhe den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zuzurechnen und haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegenüber der Voit Automotive de Mexico S.A. de CV wurden im Dezember i.H. von TEUR 1.111 einzelwertberichtigt. Forderungen gegen Gesellschafter Die Forderungen gegen Gesellschafter belaufen sich zum Bilanzstichtag insgesamt auf TEUR 1.072 (Vorjahr: TEUR 1.062). Sie sind mit einem Betrag von TEUR 101 (Vorjahr: TEUR 101) den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und mit TEUR 971 (Vorjahr: TEUR 961) den sonstigen Vermögensgegenständen zuzurechnen, welche ein Darlehen i.H. von TEUR 899 (Vorjahr: TEUR 889) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr beinhalten. Die übrigen Forderungen gegen Gesellschafter haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Sonstige Vermögensgegenstände Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten Forderungen in Höhe von TEUR 523 (Vorjahr: TEUR 523) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr. Die übrigen sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Flüssige Mittel Die flüssigen Mittel beinhalten den Kassenbestand mit TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 2) sowie Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 4.168 (Vorjahr: TEUR 6.228). Aktive Rechnungsabgrenzungsposten In den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ist ein Disagio in Höhe von TEUR 31 aus einem Darlehensvertrag enthalten, das über die Laufzeit des Vertrages abgegrenzt wird. Eigenkapital Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert. Rückstellungen Für die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen i.H. v. 3.226 T€ wurden folgende Berechnungsgrundlagen verwendet:
Aus der Abzinsung der Pensionsrückstellung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 546. Dieser Unterschiedsbetrag ist für die Ausschüttung gesperrt. Die sonstigen Rückstellungen enthalten folgende wesentliche Posten:
Die Rückstellungen erfassen die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbeträge für alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen. Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurde entsprechend IDW RS HFA 3 versicherungs-mathematisch ermittelt. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von TEUR 75.269 (Vorjahr: TEUR 65.360) durch Sicherungsübereignung von:
gesichert. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern belaufen sich auf TEUR 4.862 (Vorjahr: TEUR 4.731). Sie sind mit TEUR 119 (Vorjahr: TEUR 27) den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und mit TEUR 4.743 (Vorjahr: TEUR 4.704) den sonstigen Verbindlichkeiten zuzurechnen. Bewertungseinheiten Zur Absicherung von Zinsrisiken aus einem variabel verzinslichen Finanzierungsvertrag hat die Gesellschaft ein Zinsderivat abgeschlossen und in Ausübung des Wahlrechts nach § 254 HGB eine Bewertungseinheit gebildet. Ein eventuell negativer Marktwert des Derivats wird daher nicht in Form einer Drohverlustrückstellung bilanziert. Das ursprüngliche Nominalvolumen beträgt EUR 50 Mio. und hat eine Laufzeit bis zum 30.09.2023. Abgesichert wird das Zinsänderungsrisiko für den 3M-EURIBOR in Form eines Zinscaps. Der Marktwert des Derivats beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 0. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung ergibt sich aus der Übereinstimmung der kritischen Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft. Außerbilanzielle Geschäfte Im Geschäftsjahr 2020 wurde der im Rahmen der Optimierung des Cash-Flows abgeschlossene Factoringvertrag fortgeführt. Zum 31.12.2020 bestanden gefactorte Forderungen in Höhe von T€ 11.766 (i. V. T€ 22.027), wovon T€ 1.626 als Sicherheitsreserve vom Finanzierungsinstitut einbehalten werden. Das Ausfallrisiko geht vollständig auf den Factor über und somit ist der Vertrag als echtes Factoring zu klassifizieren. 4. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungDie gesamten Umsatzerlöse der Gesellschaft beinhalten Exporterlöse in Höhe von TEUR 23.212 (Vorjahr TEUR 27.028). Damit ist der Exportanteil mit 16,6 % im Vorjahr und 15,9 % im Geschäftsjahr um 0,7 %-Punkte gefallen. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 226, wovon TEUR 221 auf die Auflösungen von Rückstellungen entfallen. In den Abschreibungen ist ein Effekt von TEUR 223 aus außerplanmäßigen Abschreibungen (i. V. TEUR 0) aufgrund von vorzeitiger Verschrottung nicht mehr benötigter Anlagen enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind mit TEUR 1.458 periodenfremd uns entfallen mit TEUR 1.374 im wesentlichen auf Wertberichtigungen von Forderungen. In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist ein Aufwand in Höhe von TEUR 51 sowie ein Ertrag i.H. von TEUR 7 betreffend Vorjahre enthalten. Die sonstigen Zinsaufwendungen beinhalten einen Betrag i.H. von TEUR 21 (Vorjahr TEUR 26) betreffend die Verzinsung der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Die sonstigen Steuern beinhalten einen Betrag in Höhe von TEUR 12 betreffend Vorjahre. Die einzelnen Sparten der Gesellschaft haben folgende Leistungen abgerechnet:
5. Sonstige AngabenMitarbeiter Die Gesellschaft beschäftigte im Durchschnitt 783 Mitarbeiter (Vorjahr: 809 Mitarbeiter). Sie unterteilen sich in 313 (Vorjahr: 323) Mitarbeiter der direkten Produktion, 325 (Vorjahr: 334) Mitarbeiter in produktionsnahen Bereichen und 145 (Vorjahr: 152) Mitarbeiter aus Verwaltungsabteilungen. Zusätzlich waren im Durchschnitt 23 (Vorjahr: 23) Mitarbeiter zur Berufsausbildung beschäftigt. Nachtragsbericht Im Februar 2021 wurden Vertragsanpassungen zur Änderung und Erweiterung von Finanzierungslinien erfolgreich abgeschlossen, die aufgrund der Verschlechterung der Ergebnis- und Liquiditätssituation in Folge der COVID 19-Pandemie notwendig geworden waren. Zur weiteren Erläuterung verweisen wir auf die Darstellung im Lagebericht. Geschäftsführung Gesamtvertretungsberechtigte Geschäftsführer der VOIT Automotive GmbH waren im abgelaufenen Geschäftsjahr:
Die an die Mitglieder der Geschäftsführung gewährten Darlehen belaufen sich auf TEUR 73 (Vorjahr: TEUR 73). Die Darlehensbeträge werden mit 2 % jährlich über dem Basiszinssatz zum 31. Dezember des Vorjahres verzinst. Auf die Angabe der Vergütung an die Mitglieder der Geschäftsführung wird gemäß §286 Abs. 4 HGB verzichtet, da sich aufgrund der Struktur der Bezüge anhand dieser Angaben die Bezüge eines Geschäftsführers feststellen ließen. Aufsichtsrat Die Gesellschaft hat nach den Vorschriften des "Gesetzes über die Drittelbeteiligung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat" (Drittelbeteiligungsgesetz) einen Aufsichtsrat etabliert. Mit Wahl durch die Gesellschafterversammlung vom 7. April 2016 bzw. durch die Arbeitnehmer am 11. April 2016 wurden folgende Mitglieder in den Aufsichtsrat gewählt:
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Geschäftsjahr 2020 eine Gesamtvergütung i.H. von TEUR 53. Konzernverhältnisse Die BIEG Invest Engineering & Beteiligungsgesellschaft mbH, St. Ingbert, stellt als oberstes Mutterunternehmen zum 31. Dezember 2020 einen Konzernabschluss auf, der im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wird. Die VOIT Automotive GmbH nimmt insofern die Befreiungsvorschrift nach § 291 HGB in Anspruch. Vorschlag zur ErgebnisverwendungDie Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Bilanzverlust in Höhe von TEUR -20.968 auf neue Rechnung vorzutragen. Haftungsverhältnisse und finanzielle Verpflichtungen Die finanziellen Verpflichtungen aus Leasingverträgen haben folgende Restlaufzeiten:
Honorar des Abschlussprüfers Auf die Angabe des Gesamthonorars für den Abschlussprüfer wird verzichtet, da die Angaben im Konzernabschluss der BIEG Invest Engineering & Beteiligungsgesellschaft mbH, St. Ingbert gemacht werden.
St. Ingbert, den 16. April 2021 Christopher Pajak, Geschäftsführer Vertrieb Hendrik Otterbach, Geschäftsführer Finanzen Dr. Udo Lange, Geschäftsführer Technik Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens in der Zeit vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die VOIT Automotive GmbH, St. Ingbert Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der VOIT Automotive GmbH, St. Ingbert, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der VOIT Automotive GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Saarbrücken, den 31. Mai 2021 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Michael Schommer, Wirtschaftsprüfer Elena Yorgova-Ramanauskas, Wirtschaftsprüferin Der Jahresabschluss zum 31.12.2020 wurde am 30.6.2021 festgestellt. |
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