Beteiligungsgesellschaften
ARVAL Deutschland GmbH
Bajuwarenring 5, 82041 Oberhaching, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Oleg Zunik seit 9.1.2025 | Prokura |
Sébastien Valy seit 1.9.2021 | Geschäftsführer |
Christoph Florian Schnierle seit 1.9.2021 | Geschäftsführer |
Christian Claus Helmut Schüßler seit 24.8.2016 | Prokura |
Sascha Riedel seit 24.8.2016 | Prokura |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
Arval Service Lease SA | 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
ARVAL Deutschland GmbHOberhachingJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht zum Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 20231. Einführung Dieser Lagebericht enthält Aussagen über Vorgänge, die in der Zukunft liegen und die auf den heutigen Erwartungen und bestimmten Annahmen der Geschäftsführung der Gesellschaft beruhen. Sie unterliegen einer Reihe von Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereiches der Arval Deutschland GmbH (im Folgenden auch kurz "Arval" oder "Gesellschaft" genannt) liegen, beeinflusst die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse der Gesellschaft. Diese Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen der Gesellschaft wesentlich von den in die Zukunft gerichteten abweichen. Die Gesellschaft ist insbesondere stark von Änderungen der allgemeinen wirtschaftlichen und geschäftlichen Lage betroffen, da diese einen direkten Einfluss auf die Prozesse, Kunden und Lieferanten haben. Das kann die Entwicklung des Umsatzes und die Realisierung der Kapazitätsauslastung als Resultat des Wachstums im Jahresabschluss nachteilig verändern. Die Arval Deutschland GmbH, Oberhaching bei München, ist über die Gesellschafterin ARVAL Service Lease S.A., Paris/Frankreich mit Wirkung vom 08.12.2016 ein hundertprozentiges, mittelbares Tochterunternehmen der BNP Paribas Fortis SA/NV (Montagne du Parc 3, 1000 Brüssel/Belgien) - die ihrerseits ein 99,94%iges - unmittelbares Tochterunternehmen der BNP Paribas S.A., Paris/Frankreich ist. Nach der Übernahme der GE Auto Service Leasing GmbH, Oberhaching (GE ASL GmbH) durch Arval im November 2015 und vor dem Hintergrund einer weiteren strategischen und organisatorischen Integration des Leasinggeschäfts wurde im Jahr 2016 die Verschmelzung der Gesellschaften beschlossen und umgesetzt. Die Verschmelzung der GE ASL GmbH erfolgte rückwirkend zum 1. Januar 2016 und wurde mit der Eintragung im Handelsregister am 4. August 2016 wirksam. Nahezu sämtliche Mitarbeiter haben ihren Dienstsitz in Oberhaching. Die einzige Außenstelle wird in Ingolstadt betrieben. Hier ist eine Abteilung des Internal Sales angesiedelt. 2. Grundlagen des Finanzdienstleistungsinstituts Geschäftsmodell des Finanzdienstleistungsinstituts Die Arval Deutschland GmbH ist als Unternehmen der französischen Bank- und Finanzdienstleistungsgruppe BNP Paribas auf das herstellerunabhängige Full-Service-Leasing für PKW und leichte Nutzfahrzeuge sowie neue Mobilitätslösungen spezialisiert und auf den deutschen Markt konzentriert. Das Produktangebot umfasst, zusätzlich zum Finanzierungsleasing, ein umfassendes Dienstleistungsprogramm. Die Vermarktung der Fahrzeuge nach dem Ablauf der Leasinglaufzeit ist ebenfalls eine Kernaktivität des Unternehmens. Mit intelligenten Leasinglösungen und der internationalen Expertise sowie der Finanzkraft des BNP Paribas Konzerns begleitet die Arval ihre Kunden als langfristiger, verlässlicher und dynamischer Leasingpartner. 3. Wirtschaftsbericht 3.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Im Jahr 2023 ist das Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt) um -0,3 % gesunken (Datenquelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2112/umfrage/veraenderung-des-bruttoinlandproduktsim-vergleich-zum-vorjahr). Die Materialengpässe und Störungen in den Lieferketten haben sich in den letzten Monaten deutlich entspannt. Die Energiepreise haben sich merklich vermindert und die Gefahr einer Gasmangellage schwindet vor dem Hintergrund des bislang milden Winters (Datenquelle: https://www.iwkoeln.de/studien/michael-groemling-bjoern-kauder-leasing-marktbericht-2023.html). Als Industriestandort war Deutschland durch die Energiekrise besonders hart getroffen, denn Deutschland verbraucht deutlich mehr Energie als andere Länder. Entsprechend ist die Notwendigkeit gewachsen, auf regenerative Energieerzeugung umzustellen, Energieeffizienz zu steigern und Energie einzusparen. Für einen erfolgreichen Wandel sind enorme Investitionen in diesen Sektoren notwendig. Die Leasing-Wirtschaft kann die Energiewende unterstützen und vorantreiben, wie die Investitionsbeispiele im aktuellen Jahresbericht zeigen (Datenquelle: https://jahresbericht.leasingverband.de/im-fokus-leasing-und-energiewende/energiewende-leasing-ermoeglicht-zukunftsinvestitionen). Branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Leasing-Unternehmen verzeichneten in den ersten drei Quartalen 2023 ein Wachstum von 18% gegenüber dem Vorjahr. Besonders das Pkw-Leasing stärkte die Branche und legte um 27% zu. Ein Teil des Neugeschäftswachstums 2023 resultierte aus Sondereffekten des Jahres 2022, in dem aufgrund des Neuwagenmangels viele Leasing-Verträge für Pkw verlängert wurden (Datenquelle: https://bdl.leasingverband.de/newsroom/aktuelles/einzelansicht/leasing-branche-gutes-wachstum-in-den-ersten-drei-quartalen-2023). Die letzten drei Jahre standen im Zeichen der Elektromobilität. Und auch das Geschäftsjahr 2023 verdeutlicht, dass das Interesse an elektrisch betriebenen Fahrzeugen nach wie vor hoch ist. Der Anteil an geleasten Elektroautos lag im Jahr 2023 bei 29,4% (2022: 29,7%), obwohl die Elektroförderung für Gewerbekunden ausgelaufen ist. In den letzten Jahren handelte es sich beim Großteil der deutschen Leasingnehmer um Privatkunden. Im Jahre 2023 ist der Anteil der Privatkunden deutlich gestiegen. Mit einem Anteil von 60% und einem Zuwachs von über fünf Prozentpunkten zum Vorjahr dominieren auch 2023 Privatpersonen den deutschen Leasingmarkt Datenquelle: https://www.leasingmarkt.de/magazin/leasing/leasing-in-deutschland-2023). Vor dem Hintergrund dieser wirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen wuchs die weltweite Flotte der Arval Gruppe im Jahre 2023, verglichen mit 2022, erneut um 6,9% und erreichte 1.701.540 Fahrzeuge (Vorjahr 1.592.024 Fahrzeuge). Deutliche Fortschritte wurden in den Bereichen Flottenelektrifizierung, Mobilität und vernetzte Fahrzeuge erzielt. Das Nettoergebnis stieg auf EUR 1.398,1 Mio. Das Retail Segment wuchs um 12% und erreichte 506.000 Fahrzeuge. Die Sparte Arval Flex inklusive der Mid Term Rental-Flotte wuchs um 9%. (Datenquelle: https://www.arval.com/arval-announces-excellent-business-results-for-2023-with-its-fleet-of-leased-vehicles-growing-by-69). 3.2 Geschäftsentwicklung Wesentliche nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Der finanzierte Fuhrpark der Arval Deutschland (nur aktive Flotte) erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresniveau (107.528 Fahrzeuge) um 21.079 Fahrzeuge und liegt zum Ende des Jahres bei 128.607 Fahrzeugen. Das Neugeschäftsvolumen lag im Jahr 2023 bei 42.059 Fahrzeugen. Die Erwartungen an das Flottenwachstum für das Geschäftsjahr 2023 wurden leicht übertroffen. Bei den nicht-finanziellen Leistungsindikatoren stellen die Kundenzufriedenheit sowie die Optimierung der Mitarbeiterzufriedenheit wichtige Entscheidungskriterien im Rahmen des internen Steuerungskonzeptes dar. Die Anzahl der Mitarbeiter erhöhte sich erwartungsgemäß im Stichtagsvergleich von 441 am 31. Dezember 2022 auf 486 zum 31. Dezember 2023. Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren Das Anschaffungskosten im Neugeschäft entwickelte sich im Geschäftsjahr 2023 mit EUR 1.432,3 Mio. leicht über der prognostizierten Erwartung aus dem Jahr 2022. Das Leasingvermögen zu Buchwerten ist im Vergleich zum Vorjahr um EUR 725,3 Mio. auf EUR 2.956,5 Mio. gestiegen. Die Arval verwendet zu internen Steuerungszwecken finanzielle Leistungsindikatoren wie beispielsweise die Entwicklung der Gebrauchtwagenpreise, das Volumen der Neubestellungen sowie deren Profitabilität, die Entwicklung der Kosten oder das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Das weiterhin positive Ergebnis nach Steuern beträgt für das abgelaufene Geschäftsjahr EUR 66,2 Mio. (Vorjahr: EUR 39,6 Mio.). a) Ertragslage Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über die Ertragslage der Gesellschaft für das zum 31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr.
Arval hat im Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss von EUR 66,2 Mio. erzielt. Der Wert liegt EUR 26,6 Mio. über dem des Vorjahres. Der Gewinnanstieg beruht auf einem guten operativen Ergebnis aufgrund der Neugeschäftsentwicklung, auf dem Verwertungsergebnis für Gebrauchtfahrzeuge sowie auf dem geringeren Bewertungsrisiko für das Leasingvermögen. Die Leasingerträge beinhalten die Leasingraten und Einmalzahlungen der Leasingnehmer, Weiterbelastungen von leasingbezogenen Serviceleistungen und Erlöse aus dem Verkauf von Gebrauchtwagen. Die Leasingaufwendungen enthalten Aufwendungen aus dem Abgang der Restbuchwerte der verkauften Gebrauchtwagen, Aufwendungen für Wartung, Reifen, Versicherungen, Unfall- und Schadensfälle, den Logistikbereich sowie sonstige leasingbezogenen Serviceleistungen. Das negative Finanzergebnis enthält insbesondere den Zinsaufwand für die Refinanzierung, es zeigt im Vergleich zum Vorjahr (2022: EUR -17,9 Mio.) einen starken Anstieg um EUR 29,9 Mio. auf ein Niveau von EUR -47,8 Mio., dies resultiert sowohl aus dem gestiegenen Geschäftsvolumen als auch aus höheren Zinsaufwendungen. Das Sonstige betriebliche Ergebnis ergibt sich insbesondere aus den sonstigen betrieblichen Erträgen abzüglich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen, einschließlich der Zinserträge aus dem Nicht-Bankenbereich. Das Sonstige betriebliche Ergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 12,9 Mio. erhöht. Der wesentliche Effekt ergibt sich aufgrund einer reduzierten außerplanmäßigen Abschreibung um EUR 12,9 Mio. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen beinhalten einen leichten Anstieg im Personalaufwand auf EUR 37,5 Mio. Die anderen Verwaltungsaufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 6,2 Mio. auf EUR 25,4 Mio. erhöht (Vorjahr: EUR 19,2 Mio.). Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus höheren Kostenumlagen aufgrund des Wachstums sowie aus vermehrten Fremdpersonal- und Beratungsleistungen sowie aufgrund von gestiegenen Aufwendungen für die Personalsuche. Im Geschäftsjahr 2023 weist Arval ein Ergebnis nach Steuern von EUR 66,2 Mio. aus. Das Ergebnis liegt mit EUR 26,6 Mio. über dem Vorjahreswert von EUR 39,6 Mio. b) Finanzlage Die Gesellschaft finanziert sich ausschließlich über das verbundene Unternehmen BNP Paribas S.A., Niederlassung Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Die Refinanzierung der Leasingflotte erfolgt fristenkongruent zur Laufzeit der Leasingverträge in Form von überwiegend langfristigen Darlehen mit fester Zinsbindung. Die Eigen- und Fremdmittelausstattung ermöglicht jederzeit die Erfüllung aller Zahlungsverpflichtungen. Gruppeninterne Refinanzierungsverträge stellen sicher, dass die Arval jederzeit über ausreichende liquide Mittel verfügt. Zur Stärkung der Risikodeckungsmasse hatte Arval in 2017 ein nachrangiges Darlehen über EUR 90 Mio. gegenüber der BNP Paribas S.A., Niederlassung Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main, mit einer 10-jährigen Laufzeit und einer Rückzahlungsoption nach den ersten 5 Jahren aufgenommen. Die Aufnahme des Darlehens erfolgte zur Stärkung der Risikodeckungsmasse vor dem Hintergrund der Risiken aus dem sog. Diesel-Skandal aus dem Jahre 2017. Die Rückzahlungsoption wurde von der Arval für 2023 nicht gewählt Das Eigenkapital der Arval beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf EUR 205,7 Mio. Die Quote des Eigenkapitals in Relation zu den Bankverbindlichkeiten liegt mit 6,52% leicht über dem Vorjahresniveau von 5,29%. Die Relation der Bankverbindlichkeiten zum refinanzierten Leasingvermögen liegt bei 107,5% gegenüber 119,1% im Vorjahr. Der moderate Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Investment der liquiden Mittel und deren Ausweis unter den Sonstigen Vermögensgegenständen im Wirtschaftsjahr 2023. c) Vermögenslage Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über die Vermögenslage (Aktiva) der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 im Vergleich zum Vorjahr:
Die Bilanzsumme der Arval per 31.12.2023 liegt mit EUR 3.666,6 Mio. um EUR 673,8 Mio. über dem Wert des Vorjahresstichtags. Der Rückgang der Forderungen an Kreditinstitute und Kunden ist vor allem auf die Anlage der freien liquiden Mittel in Höhe von EUR 450,0 Mio. über ein Schwesterunternehmen innerhalb des Konzerns zurückzuführen, welches im aktuellen Wirtschaftsjahr unter der Position: Sonstige Vermögensgegenstände aufgeführt wird. Im Jahr 2023 konnten die Zugänge zum Leasingvermögen von EUR 1.432,3 Mio. die Abgänge zu historischen Anschaffungskosten von EUR 574,5 Mio. überkompensieren. Zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2023 stehen den zu historischen Anschaffungskosten aktivierten Leasingobjekten von EUR 4.055,7 Mio. (Vorjahr: EUR 3.197,8 Mio.) kumulierte Abschreibungen von EUR 1.099,2 Mio. (Vorjahr: EUR 966,7 Mio.) gegenüber. Das Verhältnis von kumulierten Abschreibungen zu den historischen Anschaffungskosten reduzierte sich leicht von 30,2% zum 31. Dezember 2022 auf 27,1% zum 31. Dezember 2023. Um dem Restwertrisiko der Gesellschaft für Leasingobjekte Rechnung zu tragen, hat die Arval in den letzten Jahren außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Der kumulierte Betrag zum Bilanzstichtag zeigt gegen- über dem Vorjahr einen um EUR 12,9 Mio. verminderten Abschreibungsbedarf und beläuft sich auf EUR 45,8 Mio. Die Immateriellen Anlagewerte stehen im Zusammenhang mit dem bei der Akquisition entstandenen Geschäfts- oder Firmenwert, der im aktuellen Geschäftsjahr weiter abgeschrieben wird. Die betriebliche Nutzungsdauer des Firmenwertes wird dabei auf 10 Jahre geschätzt. Die Sonstigen Vermögensgegenstände erhöhen sich um EUR 447,3 Mio. gegenüber dem Vorjahr. Im Wesentlichen basiert diese Veränderung auf einem kurzfristigen Investment der freien liquiden Mittel in Höhe von EUR 450,0 Mio. In dem Rechnungsabgrenzungsposten der Aktivseite sind im Wesentlichen abgegrenzte Ausgaben von Reifen erfasst. Um insbesondere die Risiken steigender Kosten im Reifenbereich aufgrund einer höheren Inflation auszugleichen, wurden die zukünftigen Margenerwartungen für diesen Servicebereich entsprechend angepasst. Hieraus resultiert volumenbedingt ein leicht höherer Abgrenzungsbedarf. Zusätzlich werden in dieser Position abgegrenzte Aufwendungen für Versicherung und Kfz-Steuer ausgewiesen. Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über die Vermögenslage (Passiva) der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 im Vergleich zum Vorjahr:
Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden ist auf das gestiegene Aktivgeschäft und den damit verbundenen höheren Refinanzierungsbedarf zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten aus verbundenen Unternehmen (Darlehnsverbindlichkeiten) betragen EUR 3.156,2 Mio. (Vorjahr: EUR 2.637,9 Mio.) und betreffen die Refinanzierungsdarlehen. Zur Fälligkeit der Darlehensbeträge verweisen wir auf den Anhang. Der leichte Anstieg im Bereich der Sonstigen Verbindlichkeiten basiert im Wesentlichen auf einem um EUR 3,3 Mio. erhöhtem Verrechnungskonto im Bereich Remarketing. Der passivische Rechnungsabgrenzungsposten weist Einnahmen vor dem Abschlussstichtag (u.a. Leasingsonderzahlungen) aus, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen (§ 250 Abs. 2 HGB). Die Auflösungen erfolgen linear über die vertragsgebundene Laufzeit. Der starke Anstieg basiert auf dem gewachsenen Geschäftsvolumen. Die passiven latenten Steuern basieren auf den unterschiedlichen Bewertungsmethoden zwischen Handelsrecht und Steuerrecht. Die Veränderung im Vergleich zum Vorjahresvergleich resultiert aus einer erhöhten Divergenz zwischen handels- und steuerrechtlichem Ansatz. Die Rückstellungen von EUR 126,0 Mio. erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 14,3 Mio. aufgrund eines erhöhten Rückstellungsbedarfs im Bereich Wartung und Reifen sowie aufgrund eines höheren Selbstbeteiligungsanteil (CART). Das Eigenkapital von EUR 205,7 Mio. ist im Vergleich zum Vorjahr um EUR 66,2 Mio. aufgrund des Jahresüberschusses 2023 gestiegen. Die Eigenkapitalquote betrug zum 31. Dezember 2023 5,61% (Vorjahr: 4,66%). d) Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Insgesamt verlief das Geschäftsjahr 2023 für das Unternehmen gut. Die Arval schätzt die Vermögens- und Finanzlage sowie die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft insgesamt positiv ein. Einige größenbedingte Vorteile kommen zum Tragen. Positiv hervorzuheben sind die stabilen Kundenbeziehungen von Arval. Dies entspricht der Maxime von Arval, dass die Beziehung zu dem Kunden immer an erster Stelle steht. Arval konnte 2023 in einem unverändert wettbewerbsintensiven Umfeld seine Marktstellung in Deutschland durch eine erfolgreiche Neugeschäftsentwicklung erweitern. Verbunden mit ihrer konsequenten qualitätsorientierten Ausrichtung als Full-Service-Leasingprovider verfügt Arval damit über die besten Voraussetzungen für die weitere erfolgreiche Entwicklung und die Erreichung ambitionierter Wachstums- und Ertragsziele. Weiterhin stützt die Konzernfinanzierung der BNP Paribas, eine klare finanzwirtschaftliche Strategie mit striktem Prozess- und Kostenmanagement, aktivem Vertragscontrolling und einem weitreichenden und professionellen Risikomanagementsystem diese Bewertung. Die Arval schätzt daher die Vermögens- und Finanzlage sowie die weitere Geschäftsentwicklung insgesamt als positiv ein. 4. Chancen- und Risikobericht 4.1 Ziel des Risikomanagements Das Risikomanagement bei der Arval ist ein zentrales Element, um den Erfolg und Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Das Ziel des Risikomanagements ist es, sowohl strategische als auch geschäftsspezifische Risiken aufzudecken, zu überwachen und durch geeignete Maßnahmen zu steuern bzw. zu minimieren. 4.2 Chancenbericht Im November 2015 übernahm die Arval-Gruppe das europäische Flottengeschäft vom General Electric Konzern. Dieser strategische Schritt machte Arval zu einem der größten herstellerunabhängigen Leasinganbieter in Europa. Auch in Deutschland zählt die Arval zu den führenden Anbietern im Full-Service-Leasing-Geschäft. Aufgrund der internationalen Aufstellung der Arval-Gruppe, der engen Vernetzung mit anderen BNP Paribas Gesellschaften in Deutschland und der strategischen Kooperation mit der Element Financial Corporation, Kanada, sowie der zahlreichen Vertriebspartnerschaften bieten sich für Arval vielfältige Vertriebsmöglichkeiten, die zu einer weiteren Erhöhung der finanzierten Flotte bzw. des Neugeschäftes führen können. Die aus dem Markt- und Unternehmensumfeld resultierenden Chancen werden im Rahmen der strategischen Planung in strategische Ziele übersetzt und jährlich innerhalb der Budget- und Mehrjahresplanung diskutiert, überprüft und in operative Ziele übergeleitet. 4.3 Risikobericht Das Risikomanagement der Arval beruht auf den risikopolitischen Leitlinien der Arval-Gruppe sowie des Konzerns. Darüber hinaus ist die lokale Risikoorganisation so ausgerichtet, dass die regulatorischen Anforderungen gemäß MaRisk und KWG erfüllt werden. Die von der Geschäftsleitung verabschiedete Geschäfts- und Risikostrategie ist die Basis für das Risikomanagement der Arval. Zu den Zielen der Risikostrategie gehören die Ableitung risikostrategischer Vorgaben für das Risikomanagement, insbesondere die Risikobereitschaft unter Beachtung der Risikotragfähigkeit sowie die Festlegung der Ziele der Risikosteuerung innerhalb der Geschäftsaktivitäten und Risikotoleranzen des Unternehmens sowie die Etablierung einer Risikokultur, in der ein offener und konstruktiver Umgang mit den Risiken gefördert wird. Wesentliche Risiken stellen - gemessen am Schadenspotenzial - das Restwertrisiko der Leasinggegenstände, Adressenausfallrisiken, operationelle Risiken sowie Risiken aus geschlossener Kalkulation für Wartung und Reifen (geschäftsspezifische Risiken) dar. Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsberechnung werden alle wesentlichen Risiken für die Arval überwacht. Länder- und Währungsrisiken spielen aufgrund der vornehmlich deutschen Geschäftstätigkeit eine untergeordnete Rolle. Im Rahmen der vierteljährlich erstellten Risikotragfähigkeitsanalyse wird das aggregierte Gesamtunternehmensrisiko der zur Verfügung stehenden Risikodeckungsmasse gegenübergestellt. Ziel dieses Vergleichs ist es festzustellen, ob die Gesellschaft in der Lage ist, bestehende und potenzielle Risiken aus eigenen Mitteln abzudecken und somit den Fortbestand des Unternehmens zu gewährleisten. Die Risikodeckungsmasse entspricht dem wertorientierten Substanzwert abzüglich des Firmenwerts und ergänzt um Eigenkapital und ähnliche Bestandteile. Basierend auf der neuen MaRisk (7. Novelle), wurden im Rahmen der Risikotragfähigkeitsberechnung, die spezifischen ESG-Risikoaspekte berücksichtigt. Dabei wurde die Wirkung von ESG-Risiken innerhalb der einzelnen Risikoarten untersucht und ihr spezifisches Risiko quantifiziert. Die ESG spezifischen Risiken wurden in das Risikotragfähigkeitskonzept integriert und mit entsprechender Risikodeckungsmasse unterlegt. Zur Stärkung der Risikodeckungsmasse hatte Arval in 2017 ein Darlehen in Höhe von EUR 90 Mio. mit einem Rangrücktritt der BNP Paribas S.A. (Konzerngesellschaft) und einer Laufzeit von 10 Jahren und einer Rückzahlungsoption nach den ersten 5 Jahren aufgenommen. Unter Berücksichtigung dieser Maßnahme zeigen die Ergebnisse der Risikotragfähigkeit per Dezember 2023 mit 18,0% (Vorjahr: 19,0%) eine niedrige Auslastung der Risikodeckungsmasse. Somit war die Risikotragfähigkeit per Dezember 2023 gegeben. Stresstests, sowie Szenario-basierte Risikoanalysen, über alle Risikoarten hinweg, werden in einem vierteljährlichen Turnus durchgeführt. Ziel dieser Betrachtungen ist die Sicherstellung der Risikotragfähigkeit der Arval auch im Stressfall, das heißt, der ökonomische Kapitalverbrauch muss auch im Stressszenario immer kleiner als die verfügbare Risikodeckungsmasse sein. Es wurden insgesamt 15 Stresstests zum 31.12.2023 durchgeführt. Bei allen durchgeführten Stresstests erwies sich die Risikodeckungsmasse als ausreichend. Vor dem Hintergrund der Stresstestergebnisse sind bis zur nächsten Berechnung keine steuernden Maßnahmen notwendig. Weiterhin legt die Geschäftsführung auf der Grundlage der geschäftspolitischen Ziele und der vorhandenen Risikodeckungsmasse für alle wesentliche Risiken Schwellenwerte fest. Hierdurch steuert die Gesellschaft das Risikoprofil. Die Limite werden nach einem Ampel-System vierteljährlich überwacht. Abhängig von der Auslastung der Limite werden bei Bedarf korrektive Maßnahmen ergriffen. Zur Steuerung, Überwachung und Früherkennung, der mit dem Leasinggeschäft verbundenen Risiken existieren verschiedene Gremien. Diese sind unter anderem das Expert-Komitee (Restwertrisiko), das Credit-Komitee (Adressausfallrisiken), das OP-Komitee (Forderungsausfallrisiken), das Operational Risk- Komitee (operationelle Risiken), das IT Security-Komitee (IT Risiken), das Supplier Risk-Komitee (Lieferantenrisiken) und das Outsourcing-Komitee (Auslagerungsrisiken). Die Interne Revision ist bei Arval an den gruppeninternen "Audit Hub" in Frankfurt ausgelagert. Die Auditierung erfolgt jährlich bzw. ad-hoc. Die im Rahmen der Prüfung identifizierten Feststellungen werden zeitnah bearbeitet und fristgerecht geschlossen. Als Bestandteil des gruppenweiten Kontroll- und Risikomanagementsystems verantwortet der AML Officer (Geldwäschebeauftragte) die Umsetzung der gesetzlichen, die aufsichtsrechtlichen und gruppeninternen Vorgaben zum Thema Geldwäschebekämpfung und Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung. Im Jahr 2021 erhielt Arval eine Ausnahmegenehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Auflösung der "zentralen Stelle" gem. § 25h Abs. 7, S. 2 KWG. Diesbezüglich werden die Pflichten zur Verhinderung strafbarer Handlungen durch die Stelle "Fraud Coordinator" sowie Operational Risk Officer wahrgenommen. Zur Beurteilung des Geldwäscherisikos und des Risikos für interne und externe Betrugshandlungen wird jährlich eine Gefährdungsanalyse erstellt. Diese Gefährdungsanalyse stellt die Basis für Maßnahmen zur Risikoreduzierung, Steuerung und Kommunikation dar. Bestehende Prozesse werden gegebenenfalls angepasst. Zusätzlich überwachen der Geldwäschebeauftragte und "Fraud Coordinator" die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf das GwG und § 25 KWG sowie § 27 PrüfBV im Rahmen des jährlichen Kontrollplans. Das zuständige Leitungsorgan der Geschäftsleitung wird einmal jährlich umfassend und bei Bedarf ad-hoc über Vorkommnisse in diesen Bereichen informiert. Die Funktion des Risikocontrollings wurde im Geschäftsjahr durch eine dedizierte Risk Controlling Stelle im Fachbereich Risk wahrgenommen. Die Berichterstattung über die Risiken von Arval an die Geschäftsleitung und den Aufsichtsrat erfolgt anhand des vierteljährlichen Risikoberichts. Restwertrisiko Ein Restwertrisiko besteht, sobald der prognostizierte Marktwert bei Verwertung des Leasinggegenstands nach Vertragsablauf geringer ist als der bei Vertragsabschluss kalkulierte Restwert. Demgegenüber steht die Chance, durch die Verwertung des Leasinggegenstandes mehr als den kalkulierten Restwert zu erhalten. Das Restwertrisiko ist das Hauptrisiko der Arval. Den aktuellen Entwicklungen im Gebrauchtwagenmarkt stellt die Arval verstärkte kontinuierliche Überprüfungen der Restwerteinschätzungen sowie Diversifizierung und Ausweitung der Absatzkanäle entgegen. Zur Minimierung des Restwertrisikos verwendet Arval bei der Ermittlung der Restwerte einen auf statistisch ermittelten Erfahrungswerten basierten Score. Dieser dient als Grundlage für die Festlegung der Expert-Restwerte durch das Expertengremium im Rahmen des vierteljährlichen Expert RV-Komitees. Sowohl die Überwachung der realisierten Verkaufserlöse aus den Leasinggegenständen als auch die Überwachung der Marktentwicklungen erfolgt im Rahmen eines monatlichen Reportings. Bei signifikanten Abweichungen werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Die Risikosituation bzgl. der Restwerte war angesichts verschiedener Entwicklungstendenzen in den letzten 5 Jahren sehr volatil. Die umweltpolitischen Themen sowie die Corona-Pandemie hatten einen signifikanten Rückgang der Gebrauchtwagenpreise verursacht. Mit den beschlossenen Lockerungen und der Chipmangel-Problematik trat Ende 2020 ein entgegengesetzter Trend ein. Zur Mitte des Jahres 2022 erreichten die Preise der Gebrauchtfahrzeuge den höchsten Stand seit der Diesel-Krise im Jahr 2017. Im Jahr 2023 wurden die wesentlichen Probleme aus den Zeiten des Chipmangels gelöst, sodass die Autohersteller ihre Fahrzeugproduktion deutlich erhöhen konnten. Dieses führte zu einem schnellen Wachstum der verfügbaren Fahrzeuge im Gebrauchtwagenmarkt und einem deutlichen Anstieg am Angebot in allen Gebrauchtwagen-Segmenten. Dieser Effekt führt im Verlauf des Jahres 2023 zu einem sinkenden Trend der Gebrauchtwagenpreise. Ungeachtet dessen liegen die Gebrauchtwagenpreise weiterhin auf einem hohen Niveau deutlich höher als zu Zeiten der Dieselkrise im Jahre 2017 / 2018 oder Zeiten der Corona Pandemie 2020. Um dem Restwertrisiko entgegenzuwirken, nimmt Arval außerplanmäßige Abschreibungen vor. Die außerplanmäßigen Abschreibungen betragen zum 31. Dezember 2023 EUR 45,8 Mio. (Vorjahr EUR 58,6 Mio.). Arval geht davon aus, dass die Marktpreise im Laufe der nächsten Jahre auf ein normales Niveau zurückgehen. Zinsänderungsrisiko Zinsänderungsrisiken umfassen potenzielle Verluste aufgrund von Veränderungen des Zinsniveaus. Für die Arval bestehen hier nahezu keine Risiken aus Finanzierungsinstrumenten. Die Refinanzierung, die ausschließlich über den Mutterkonzern BNP Paribas erfolgt, beinhaltet nur Darlehen mit festgeschriebenen Zinsen und einer Laufzeit, die dem Tilgungsplan der Leasingverträge entspricht. Im Geschäftsjahr hat Arval die Refinanzierung aufgrund der steigenden Zinsen angepasst. Das Funding der Fahrzeuge erfolgt unmittelbar nach der Bestellung. Dadurch wird sichergestellt, dass der kalkulierte Refinanzierungszinssatz im Leasingvertrag dem aktuellen Funding Zinssatz entspricht, mit dem Ziel die Zinsänderungsrisiken zu vermeiden. Allerdings verlagert sich das Zinsänderungsrisiko auf das Ende der Fundingperiode, da zwischen Vertragsende und der Fundinglaufzeit ein zeitlicher Versatz besteht. Dieses Risiko wird erst eintreten, sobald die nach der umgestellten Methodik aufgenommenen Darlehen ihr Laufzeitende erreichen. Eine Methodik zur Messung und Darstellung der daraus entstehenden Zinsänderungsrisiken wurde in Q4-2023 erarbeitet. Adressenausfallrisiken Das Adressenausfallrisiko (Kreditrisiko) bezeichnet die Gefahr, dass ein Leasingnehmer seine Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht fristgerecht erfüllt. Die Steuerung der Adressenausfallrisiken erfolgt durch eine Bonitätsprüfung vor Geschäftsabschluss sowie in regelmäßigen Abständen während der gesamten Dauer der Geschäftsbeziehung zum Kunden durch den Fachbereich Credit Risk. Das Kreditrisikomanagement der Arval umfasst die Einzelfallebene bei dem das Kreditrisiko im Rahmen einer Kreditanalyse und unter Heranziehung BNP Paribas interner Ratingsysteme ermittelt und beurteilt wird. Des Weiteren werden Kreditrisiken auf Portfolioebene permanent überwacht (Portfolio Monitoring). Kunden, Händler und Lieferanten mit einer kritischen Bonitätseinstufung werden im Rahmen eines Watchlist-Prozesses intensiv überwacht. Zusätzlich findet durch die Abteilung Collection eine zeitnahe Überwachung der Außenstände statt. Im Geschäftsjahr 2023 gab es keine signifikanten Kundenausfälle. Allerdings ist aufgrund der allgemeinen Veränderung der wirtschaftlichen Lage eine Verschlechterung der Ratings im Kundenportfolio zu beobachten. So ist der Anteil der Kunden mit schwachem Rating leicht gestiegen. Für das Jahr 2024 erwartet Arval einen leichten Anstieg der Insolvenzen in Deutschland und konsequenterweise eine höhere Ausfallquote im eigenen Portfolio. Operationelle Risiken Unter operationellen Risiken ist die Gefahr von Verlusten zu verstehen, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen interner Verfahren, Menschen und Systemen oder durch externe Ereignisse verursacht werden. Hierunter sind auch Rechtsrisiken, Steuerrisiken und Reputationsrisiken zu verstehen. Für das Management dieser Risiken sind klare Prozesse, Verantwortungen und Kontrollen integriert, die in einer konzerninternen Policy zusammengefasst sind. Eingetretene Schadensfälle werden in einer unternehmensinternen Datenbank gesammelt und zwecks zukünftiger Vorbeugung ausgewertet. Im Rahmen der jährlichen Risikoinventur werden potenzielle und bereits eingetretene Risiken identifiziert, analysiert und Maßnahmen zur Prävention der Risiken festgelegt und umgesetzt. Die Maßnahmen umfassen unter anderem die Haupt-Kontrollen (Major Controls) des Unternehmens. Diese Kontrollen sind entsprechend eines Kontrollplans auszuführen. Die Ergebnisse der Kontrollen werden monatlich an die Geschäftsleitung und halbjährlich an die Muttergesellschaft berichtet. Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt auch nach dem Prinzip "1st and 2nd line of defence". Die "1st line of defence" wird durch alle Mitarbeiter wahrgenommen, unterstützt durch die jeweiligen "Operational Permanent Control Officer" des jeweiligen Geschäftsbereiches. Die Risikofunktion ",Operational Risk & Control (ORC)" verantwortet die "2nd line of defence". In dieser Funktion übernimmt ORC im Wesentlichen folgende Aufgaben: (i) Durchführung von "2nd level controls" und unabhängiger Reviews, (ii) Unterstützung, Beratung und Training der "1st line of defence" und (iii) Berichterstattung an die Geschäftsleitung und die Muttergesellschaft (Risk Corporate). Im Vergleich zum Vorjahr sind die operationellen Risiken deutlich gesunken. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die kaum noch vorhandenen Auswirkungen der Covid-Pandemie zurückzuführen. Liquiditätsrisiken Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass die Leasinggesellschaft ihren Zahlungsverpflichtungen nicht termingerecht und in voller Höhe nachkommen kann und ggf. erhöhte Kosten bei der Refinanzierung entstehen können. Die Arval ist in den BNP Paribas Konzern eingebettet. Die Refinanzierung erfolgt ausschließlich über den Konzern und beinhaltet Darlehen mit festgeschriebenen Zinsen und Laufzeiten, die dem Tilgungsplan der Leasingverträge entspricht. Es besteht seitens BNP Paribas eine Zusage für die Refinanzierung des Neugeschäftes. Die Gesellschaft sieht sich aufgrund der Einbindung in den BNP Paribas Konzernverbund und des guten Ratings der Gruppe weiterhin keinen erhöhten Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Sonstige Risiken Zu den sonstigen Risiken zählen derzeit die Allgemeinen Geschäftsrisiken, Geschäftsspezifische Risiken sowie die Reputationsrisiken. Unter den allgemeinen Geschäftsrisiken werden Compliance und Rechtsrisiken sowie strategische Risiken subsummiert. Die geschäftsspezifischen Risiken ergeben sich aus der geschlossenen Kalkulation für Wartung und Reifen sowie das Selbsttragungsmodell (Risk Retention) im Versicherungsbereich. Für beide Produkte werden Rückstellungen bzw. Rechnungsabgrenzungen gebildet, um die Differenzen zwischen den zu erwartenden und tatsächlich entstandenen Aufwendungen bzw. noch nicht abgerechneten oder noch nicht gemeldeten Schäden abzufedern. Insgesamt sind die sonstigen Risiken aufgrund der Erhöhung der gebildeten Rückstellungen im Bereich Wartung & Reifen sowie aufgrund des höheren Selbstbeteiligungsanteil (CART) gestiegen. Zusammenfassung Alle wesentlichen Risiken werden in der Arval Organisation permanent überwacht und regelmäßig an die Geschäftsleitung berichtet. Der Geschäftsleitung ist die Risikosituation bekannt und sie ist der Auffassung, dass derzeit keine Risiken bestehen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden. 5. Prognosebericht Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa Nach einem gedämpften Wachstum im vergangenen Jahr ist die EU-Wirtschaft schwächer als erwartet in das Jahr 2024 gestartet. In der Winterprognose der Europäischen Kommission wird das Wachstum sowohl in der EU als auch im Euro-Währungsgebiet für das Jahr 2023 von 0,6% (Wert aus der Herbstprognose) auf 0,5% und für 2024 auf 0,9% (von 1,3%) in der EU und 0,8% (von 1,2%) im Euro-Währungsgebiet korrigiert. Für Deutschland erwartet die Kommission für 2024 ein marginales Wachstum von 0,3%. Für 2025 sagt die Prognose ein Wachstum von 1,2% voraus. Die Inflation in Deutschland wird im Jahr 2024 bei 2,8% und im Jahr 2025 bei 2,4% erwartet. Die Inflation dürfte sich rascher abschwächen als im Herbst prognostiziert. In der EU insgesamt wird der harmonisierte Verbraucherpreisindex voraussichtlich von 6,3% im Jahr 2023 auf 3,0% im Jahr 2024 und 2,5% im Jahr 2025 sinken. Im Euroraum dürfte er sich von 5,4% im Jahr 2023 auf 2,7% im Jahr 2024 und 2,2% im Jahr 2024 abschwächen. Im Jahre 2024 wird erwartet, dass sich die Wirtschaftstätigkeit im weiteren Jahresverlauf allmählich beschleunigen wird. Da die Inflation weiter abflaut, dürften das Reallohnwachstum und ein robuster Arbeitsmarkt zu einer Erholung des Konsums beitragen. Diese Prognose ist angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen und der Gefahr einer weiteren Ausweitung der aktuellen internationalen Krisen mit Unwägbarkeiten behaftet. Datenquelle: https://germany.representation.ec.europa.eu/news/winterprognose-2024-wirtschaft-der-eu-wachstlangsamer-als-erwartet-inflation-sinkt-schneller-2024-02-15). Prognose für die geschäftsbezogene Entwicklung Die Wirtschaftsleistung wird im ersten Quartal 2024 ihren Rückgang zunächst fortsetzen. Zu einer spürbaren gesamtwirtschaftlichen Erholung dürfte es erst in der zweiten Jahreshälfte kommen. Insgesamt wird das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahre 2024 nur um 0,2% im Vergleich zum Vorjahr zunehmen. Im kommenden Jahr wird die Wirtschaftsleistung dann um 1,5% zulegen. Anders als erwartet, befindet sich die deutsche Wirtschaft im Winterhalbjahr 2023/24 in einer Rezession. Insbesondere die Erholung der Industriekonjunktur setzt erst später ein. Die Risiken für die vorliegende Prognose sind mannigfaltig. Vor allem von der weiteren Entwicklung der Energiepreise geht hohe Unsicherheit aus, Datenquelle: https://www.ifo.de/fakten/2024-03-06/ifo-konjunkturprognose-fruehjahr-2024-deutsche-wirtschaft-wie-gelaehmt). Im Jahr 2024 wird das Hauptziel von Arval darin bestehen, in einem sich schnell verändernden Markt auf der positiven Dynamik der letzten Jahre aufzubauen und seine Wachstumsziele durch strategische Kooperationsvereinbarungen zu untermauern. Im Mittelpunkt der Strategie von Arval steht die Beschleunigung der Energiewende für Flotten. Die Erweiterung des Angebots um batteriebetriebene Elektrofahrzeuge, die Umsetzung von Partnerschaften im Kontext der Elektrifizierung der Flotten, die Bereitstellung von Fachwissen und Beratung für Kunden bei der Entwicklung von Mobilitätsrichtlinien, sowie ergänzende Mobilitätslösungen, werden der Schlüssel zu diesem Ziel sein. Hierauf aufbauend geht die Arval davon aus, dass das Neugeschäftsvolumen für 2024 leicht über dem des Vorjahres liegen wird. Die Arval rechnet zudem nur mit einem leichten An-stieg in der Einzelwert- und Pauschalwertberichtigung. Bisher liegen die Zahlungsausfälle entsprechend den Vorjahren weiterhin auf einem geringen Niveau. Den Gebrauchtwagenmarkt bewertet die Arval als leicht rückgängig im Vergleich zu den Vorjahren. Daher rechnet die Arval für das Verkaufsergebnis von Gebrauchtwagen mit leicht rückläufigen Werten. Der in der Bilanz aufgeführte Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Kauf der GE Auto Service Leasing GmbH im Jahre 2015 wird weiterhin planmäßig abgeschrieben. Arval sieht auf Grund des robusten Geschäftsmodelles keinen wirtschaftlichen Handlungsbedarf zur Anpassung. Für 2024 erwartet die Arval ein gleichbleibendes, stabiles Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sowie des Ergebnisses nach Steuern. Aufgrund des starken Konzernhintergrundes und der vollständigen Finanzierung durch die BNP-Gruppe ist die Liquidität aus aktueller Sicht vollumfänglich gesichert. Die derzeitige Liquiditätsausstattung ist als hervorragend anzusehen. Arval kommt seinen finanziellen Verpflichtungen vollumfänglich ohne jegliche Einschränkung nach. Basierend auf der soliden Kapitalausstattung und der gegebenen Risikotragfähigkeit unter Berücksichtigung verschiedener Stresstestszenarien sieht sich Arval für eine mögliche konjunkturelle Eintrübung der Wirtschaft gut aufgestellt. Für 2024 wird von einer gleichbleibenden hohen Zufriedenheit innerhalb der Belegschaft ausgegangen. Auch die Kundenzufriedenheit sollte dank der kontinuierlichen intensiven Kundenbetreuung auf einem hohen Niveau im Wirtschaftsjahr 2024 bleiben. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein und auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen adäquat zu reagieren hat Arval diverse Maßnahmen implementiert. Auf Kundenseite steht neben der Optimierung der Kundenzufriedenheit verstärkt das Angebot individueller Mobilitätslösungen im Vordergrund. Auf Mitarbeiterseite bleibt das Thema mobiles Arbeiten der zentrale Fokus. Die Arval sieht keine bestandsgefährdenden Risiken für den Fortbestand der Gesellschaft. Im Vergleich zum Gesamtmarkt sieht sich Arval robust aufgestellt. Aktuelle politische Entwicklungen und damit einhergehende mögliche Auswirkungen auf die Arval werden in der dargestellten Prognose entsprechend gewürdigt. Aufgrund des prognostischen Charakters der geschäftsbezogenen Entwicklung unvorhersehbarer Einflüssen kann die tatsächliche Entwicklung der Gesellschaft von der dargestellten voraussichtlichen Entwicklung abweichen. Die Auswirkungen können derzeit nicht genau beziffert werden.
Oberhaching, den 26. April 2024 Arval Deutschland GmbH Die Geschäftsführung Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31 . Dezember 2023
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Arval Deutschland GmbH, Oberhaching Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Arval Deutschland GmbH, Oberhaching, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Arval Deutschland GmbH, Oberhaching, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 29. April 2024 Deloitte
GmbH
Dr. Marijan Nemet, Wirtschaftsprüfer Dr. Sascha Schmitz, Wirtschaftsprüfer Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 20231. Allgemeine Angaben Die Arval Deutschland GmbH, Oberhaching bei München (im Folgenden auch kurz "Arval" oder "Gesellschaft" genannt) ist über die Gesellschafterin ARVAL Service Lease S.A., Paris/Frankreich mit Wirkung vom 08.12.2016 ein hundertprozentiges, mittelbares Tochterunternehmen der BNP Paribas Fortis SA/NV (Montagne du Parc 3, 1000 Brüssel/Belgien) - die ihrerseits ein 99,94%iges unmittelbares Tochterunternehmen der BNP Paribas S.A., Paris/Frankreich ist. Mit Inkrafttreten des Jahressteuergesetzes 2009 am 25. Dezember 2008 repräsentiert die Arval ein Finanzdienstleistungsinstitut nach § 1 Abs. 1a Nr. 10 KWG. Der Jahresabschluss der Arval für das Geschäftsjahr 2023 sowie der Lagebericht sind nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches unter Berücksichtigung der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) sowie einschlägigen Regelungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Offenlegung des Jahresabschlusses der Arval Deutschland GmbH erfolgt in Deutschland. Der nach den Vorschriften der IFRS erstellte Konzernabschluss der BNP Paribas S.A., Paris/Frankreich für den größten Kreis von Unternehmen wird in Frankreich veröffentlicht und kann auf der Internetseite www.bnpparibas.com eingesehen werden. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Forderungen an Kreditinstitute werden mit dem Nennwert angesetzt. Die Bewertung der Forderungen an Kunden erfolgt nach dem strengen Niederstwertprinzip. Im aktuellen Wirtschaftsjahr werden für akute Adressausfallrisiken Einzelwertberichtigungen gebildet. Zur Erhöhung der Bewertungsgenauigkeit wird zusätzlich eine pauschalisierte Einzelwertberichtigung für verspätete Zahlungseingänge ohne Verrechnung von Rückerstattungsansprüchen in den Risikoklassen 90 Tage bis unter 180 Tage mit 20%, von 180 Tage bis unter 270 Tage mit 50% und ab 270 Tage zu 100% gebildet. Für latente Ausfallrisiken wird in Anlehnung an IFRS 9 eine Pauschalwertberichtigung als siebenjähriger Durchschnittsprozentsatz auf Basis historischer Ausfalldaten ermittelt und angewandt. Das Ergebnis der pauschalisierten Wertberichtigung wurde aus Vorsichtsgründen mit einem Faktor von 3 hochskaliert. Das Leasingvermögen wird zu Anschaffungskosten aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen auf das Leasingvermögen werden wie folgt vorgenommen: Ab Mietbeginn entsprechend der vertraglichen Mietdauer linear pro rata temporis auf den kalkulierten Restwert am Laufzeitende des Leasingvertrags. Die Gesellschaft erfasst außerplanmäßige Abschreibungen auf das Leasingvermögen gemäß § 253 Abs. 3 S. 5 HGB für drohende Verluste aus der Verwertung von Leasingrückläufern. Zum 31.12.2023 besteht für das Leasingvermögen eine kumulierte außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von TEUR 45.771 (Vorjahr: TEUR 58.629). Der Rückgang der kumulierten Abschreibung im aktuellen Wirtschaftsjahr resultiert aus geringeren Bewertungsrisiken für das Leasingvermögen. Bei der Berechnung der geschätzten Verkaufserlöse nutzt die Arval ein mathematisch-statistisches Tool. Dabei erfolgt ein kontinuierlicher Vergleich mit dem Markt. Abweichungen zwischen der eigenen Schätzung und dem Markt werden dabei mit geringer Verzögerung berücksichtigt. Die methodische Vorgehensweise berücksichtigt kontinuierlich die verzeichneten Marktveränderungen und ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Zugänge zu entgeltlich erworbenen immateriellen Anlagewerten und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer entsprechend den steuerlichen Vorschriften linear abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 250 werden im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter zwischen EUR 250 und EUR 1.000 werden je Wirtschaftsjahr in einem Sammelkonto aufgenommen und über 5 Jahre abgeschrieben. Es wurde entschieden, den im Zusammenhang mit der Akquisition zum 2. November 2015 der ehemaligen GE Auto Service Leasing GmbH entstandenen Geschäfts- oder Firmenwert über eine Zeitdauer von 10 Jahren abzuschreiben. Die betriebliche Nutzungsdauer des Firmenwertes wurde geschätzt. Diese Schätzung wird aus den nachfolgenden Aspekten abgeleitet:
Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennbetrag oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. In dem Rechnungsabgrenzungsposten der Aktivseite sind im Wesentlichen abgegrenzte Ausgaben von Reifen erfasst. Um insbesondere die Risiken steigender Kosten im Reifenbereich aufgrund einer höheren Inflation auszugleichen, wurden die zukünftigen Margenerwartungen für diesen Servicebereich entsprechend angepasst. Hieraus resultiert ein leicht höherer Abgrenzungsbedarf. Zusätzlich werden in dieser Position abgegrenzte Aufwendungen für Versicherung und Kfz-Steuer ausgewiesen. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten weist Einnahmen vor dem Abschlussstichtag (u. a. Leasingsonderzahlung) aus, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen (§ 250 Abs. 2 HGB). Die Auflösungen erfolgen linear über die Laufzeit der den Abgrenzungen zugrunde liegenden Verträge. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und die sonstigen Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen passiviert. Unter den latenten Steuern werden zukünftige Steuervorteile / Steuerverbindlichkeiten, die im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Bewertung von Pensionsrückstellungen / des Leasingvermögens resultieren, saldiert ausgewiesen. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren mit einem Rechnungszins zum Ende des Geschäftsjahres von 1,82% / 1,74% und auf Basis der Heubeck: "Richttafeln 2018 G" ermittelt. Der Rechnungszins entspricht, dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre bzw. der vergangenen 7 Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren. Weiterhin wurde für die Einkommensentwicklung und für die Entwicklung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung jeweils eine Dynamik in Höhe von 2,90% / 2,60% berücksichtigt bzw. eine Dynamik der Anpassung der laufenden Renten von 1,00% / 2,30% angesetzt. Die Regelzuführung wird unter den Personalaufwendungen, der Zinseffekt unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe des gesetzlich vorgegebenen Durchschnitts von sieben Geschäftsjahren und des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren beläuft sich zum 31.12.2023 auf TEUR 581 (Vorjahr: TEUR 2.065). In dieser Höhe besteht eine Ausschüttungssperre (§253 Abs. 6 S. 2 HGB). Die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken sowie ungewissen Verpflichtungen und wurden in Höhe ihrer voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet. Sofern Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr vorlagen, wurden diese ihrer Restlaufzeit entsprechend mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Periodenabgrenzung von Erträgen und Aufwendungen Die Erlös- und Aufwandsabgrenzung aus Full-Service-Leasing-Verträgen erfolgt durch die Buchung von Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen und die Aktivierung von sonstigen Forderungen für ausstehende Ausgangsrechnungen. Die Abgrenzungspositionen werden pro Vertragsart saldiert, beispielsweise für Wartung, Reifen, Versicherungen, Kfz-Steuer und unter den Rückstellungen oder den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. 3. Erläuterungen zu einzelnen Posten des Jahresabschlusses Aktivposten Die Forderungen an Kreditinstitute sind sämtlich kurzfristig fällig. In dieser Position wird ein auf Guthabenbasis geführtes Girokonto in Höhe von TEUR 1.522 ausgewiesen. Im Wirtschaftsjahr 2023 wurden die liquiden Mittel in Höhe von TEUR 450.000 über ein Schwesterunternehmen innerhalb des Konzerns angelegt, der Ausweis erfolgt in der Position ,Sonstige Vermögensgegenstände'. Daneben bestehen Forderungen an Kreditinstitute, die aus Kundenforderungen resultieren, deren Branchenzuordnung in die der Kreditinstitute (TEUR 1.372) fallen.
Forderungen an Kunden resultieren aus dem operativen Leasinggeschäft. Sämtliche Forderungen sind täglich fällig, solange keine kundenspezifischen Vereinbarungen, etwa Zahlungsziele, vereinbart werden.
Die in den Forderungen an Kunden enthaltenen Wertberichtigungen gliedern sich wie folgt:
In den Forderungen an Kunden sind Forderungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 9.248 (Vorjahr: TEUR 5.046) enthalten. Die darin enthaltenen Forderungen an Gesellschafter belaufen sich auf TEUR 2.832 (Vorjahr: TEUR 2.208). Das Leasingvermögen in Höhe von TEUR 2.956.483 (Vorjahr: TEUR 2.231.177) wird entsprechend in der gleichnamigen Position ausgewiesen und betrifft im Wesentlichen die vermietete bzw. zum Weiterverkauf bestimmte Fahrzeugflotte. Der Buchwert der Betriebs- und Geschäftsausstattung, der unter den Sachanlagen ausgewiesen ist, beträgt TEUR 859 (Vorjahr: TEUR 1.071). Die Reduzierung resultiert aus der planmäßigen Abschreibung. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 22.127 (Vorjahr: TEUR 33.190) wird in der gleichnamigen Position bilanziert und resultiert aus dem Erwerb der vormaligen GE Auto Service Leasing GmbH. Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in dem nachfolgenden Anlagespiegel dargestellt. Entwicklung Anlagevermögen (Anlagespiegel)
Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 485.883 (Vorjahr: TEUR 38.619) setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:
Der Anlagebetrag in Höhe von TEUR 450.000 resultiert aus der Umstellung der Refinanzierung vom Augenblick der Fahrzeugauslieferung auf den Zeitpunkt der Fahrzeugbestellung. Im aktuellen Wirtschaftsjahr wurden die verfügbaren Mittel sowohl im Inland als auch im europäischen Ausland gruppenintern über einen kurzfristigen Investmentplan angelegt. Im Vorjahr erfolgte der Ausweis unter der Position ,Forderungen Kreditinstitute', da eine Anlage erst in den Folgeperioden realisiert wurde. Bis auf die Ausleihungen / Stundungen für das Gebäude gegenüber dem Leasinggeber Kanpur (bis Mitte 2025) sind alle sonstigen Forderungen kurzfristig fällig. Die ursprünglichen Herauslagen an Kanpur wurden wie in den Vorjahren vereinbarungsgemäß festgeschrieben. Die diesbezügliche Abschmelzung beruht auf der vertraglich vereinbarten Rückführung. Die Erstattungsansprüche gegenüber dem Finanzamt begründen sich aufgrund eines guten Auftragsvolumens und der damit verbundenen Fahrzeugkäufe. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beträgt im Berichtsjahr TEUR 35.439 (Vorjahr: TEUR 29.819). Im Wesentlichen setzt sich diese Bilanzposition aus den Abgrenzungen von Reifen und Kfz-Steuern zusammen. Wie im Vorjahr wurde die Margenerwartungen für den Servicebereich Reifen herausgerechnet. Insbesondere auf Grund der hohen Inflation ist mit steigenden Kosten und geringeren Margen zu rechnen. Passivposten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen kurzfristige und mittelfristige Bankdarlehen in Höhe von TEUR 3.156.239 (Vorjahr: TEUR 2.637.938) und sind mit vordefinierten Laufzeitbändern der BNP Paribas S.A., Niederlassung Deutschland, Frankfurt am Main, versehen. Die BNP Paribas S.A., Niederlassung Deutschland, ist ein verbundenes Unternehmen. Enthalten ist eine nachrangige Refinanzierung über TEUR 90.000 gegenüber der BNP Paribas S.A ., Niederlassung Deutschland, mit einer 10-jährigen Laufzeit und einer Rückzahlungsoption nach den ersten 5 Jahren. Die Aufnahme des Darlehens erfolgte zur Stärkung der Risikodeckungsmasse vor dem Hintergrund der Risiken aus dem sog. Diesel-Skandal aus dem Jahre 2017. Die Rückzahlungsoption wurde von der Arval für 2023 nicht gewählt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist gliedern sich wie folgt:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von TEUR 22.330 (Vorjahr: TEUR 20.375) enthalten täglich fällige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 18.539 (Vorjahr: TEUR 17.592). Die enthaltenen kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen belaufen sich auf TEUR 2.819 (Vorjahr: TEUR 318), darin enthalten sind Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2.530 (Vorjahr: TEUR 268) gegenüber der Gesellschafterin Arval Service Lease S.A. / Frankreich. Sämtliche Verbindlichkeiten sind unverbrieft bzw. unbesichert. Unter den Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist werden die erhaltenen Kautionen in Höhe von TEUR 3.791 (Vorjahr: TEUR 2.783) ausgewiesen. Die Kautionen gliedern sich wie folgt:
Die sonstigen Verbindlichkeiten belaufen sich auf TEUR 19.922 (Vorjahr: TEUR 16.784) und enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 447 (Vorjahr: TEUR 345), Verbindlichkeiten aus dem Fahrzeugverkauf in Höhe von TEUR 14.221 (Vorjahr: TEUR 10.886) sowie kreditorische Debitoren in Höhe von TEUR 2.025 (Vorjahr: TEUR 2.581). Bis auf die Gebäudeverbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber Kanpur aus einer Stundungsvereinbarung in Höhe von TEUR 111 (bis Mitte 2025) sind alle sonstigen Verbindlichkeiten kurzfristig fällig. Der Rechnungsabgrenzungsposten auf der Passivseite enthält aus dem Leasinggeschäft resultierende abgegrenzte Erlöse und beläuft sich auf TEUR 109.716 (Vorjahr: TEUR 53.202). Die darin enthaltenen abgegrenzten Sonderzahlungen belaufen sich auf TEUR 109.007 (Vorjahr: TEUR 51.983) und ergeben sich aus höheren Kundenzahlungen zum Vertragsbeginn sowie der gestiegenen Flotte, um Zusatzleistungen zum Leasingvertrag ohne Zusatzkosten für den Leasingnehmer abbilden zu können. Diese Einmalzahlungen werden über die vertraglich vereinbarte Laufzeit ratierlich aufgelöst. Die saldierte passivische Steuerlatenz beläuft sich auf TEUR 26.704 (Vorjahr: TEUR 13.269). Die Steuerlatenz beruht im Wesentlichen auf Bewertungsdifferenzen aus dem Leasingvermögen und den Pensionsrückstellungen. Zur Kalkulation wurde ein gemischter Steuersatz von 25,275% verwendet.
Die Veränderung in der Position zur passiven latenten Steuer beruht vor allem auf einem unterschiedlichen handelsrechtlichen und steuerlichen Bewertungsansatz des Leasingvermögens sowie der Pensionen. Die höhere passivische Steuerlatenz ist durch den Anstieg der Leasingflotte begründet. Die Steuerrückstellungen von TEUR 14.828 (Vorjahr: TEUR 12.297) resultieren im Wesentlichen aus Rückstellungen für Ertrags- und Gewerbesteuern der Wirtschaftsjahre 2021, 2022 und 2023.
Die Rückstellung für ,Reifen / Wartung / Werkstätten' wurde in Höhe der während der bisherigen Vertragslaufzeiten entstandenen Differenzen zwischen durchschnittlich zu erwartenden und tatsächlich entstandenen Aufwendungen für Wartung und Reifen gebildet. Das gezeichnete Kapital der Arval beläuft sich auf TEUR 20.000 und ist voll eingezahlt. Wie im Vorjahr beträgt die freie Kapitalrücklage im Geschäftsjahr TEUR 43.442. Die Gewinnrücklage beläuft sich wie im Vorjahr auf TEUR 8.876. Der Bilanzgewinn ergibt sich aus dem Jahresüberschuss für den Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 in Höhe von TEUR 66.195 und dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von TEUR 67.229. Gewinn- und Verlustrechnung Die Leasingerträge in Höhe von TEUR 1.361.545 (Vorjahr: TEUR 1.113.535) resultieren im Wesentlichen aus laufenden Raten sowie Erlösen aus Servicekomponenten, den Verwertungserlösen und den Fahrzeugverkäufen.
Der Posten Leasingaufwendungen in Höhe von TEUR 724.694 (Vorjahr: TEUR 619.984) setzt sich aus nachfolgenden Aufwendungen zusammen:
Die Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften resultieren in voller Höhe TEUR 13.993,8 aus der unterjährigen Anlage der liquiden Mittel im Inland und im europäischen Ausland. Die Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 61.820 (Vorjahr: TEUR 18.347) resultieren im Wesentlichen aus der planmäßigen konzerninternen Refinanzierung des Leasinggeschäftes. Der Posten Sonstige betriebliche Erträge in Höhe von TEUR 17.084 (Vorjahr: TEUR 4.139) beruht im Wesentlichen auf der Auflösung der außerplanmäßigen Abschreibung.
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen insbesondere Mieterlöse aus der Untervermietung Garching sowie Konzernerlöse in Höhe von TEUR 866 (Vorjahr: TEUR 721) und Personalkostenerstattung auf Gruppenebene in Höhe von TEUR 1.641 (Vorjahr: TEUR 1.437). Zusätzlich werden in dieser Position die Reduzierungen zur außerplanmäßigen Abschreibung gezeigt. Im Vorjahr erfolgte der Zuführungsausweis unter Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Leasingvermögen in Höhe von TEUR 390. Die Anderen Verwaltungsaufwendungen beinhalten Aufwendungen in Höhe von TEUR 25.390 (Vorjahr: TEUR 19.207).
Von den Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte, Sachanlagen und Leasingvermögen entfallen Abschreibungen in Höhe von TEUR 441.544 (Vorjahr: TEUR 360.553) auf das Leasingvermögen. Die Abschreibungen auf das Leasingvermögen, den Geschäfts- und Firmenwert und die Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
Um den erwarteten Restwertrisiken entgegenzuwirken, hatte Arval in den letzten Jahren außerplanmäßige Abschreibungen gebildet. Die kumulierten außerplanmäßigen Abschreibungen betragen zum Bilanzstichtag 31.12.2023 EUR 45,8 Mio. Aus der Neubewertung des gewachsenen Leasingportfolios resultiert im aktuellen Wirtschaftsjahr eine Auflösung von TEUR 12.858. Der Ausweis erfolgt unter den sonstigen betrieblichen Erträgen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen TEUR 925 (Vorjahr: TEUR 960). Im Wesentlichen werden in dieser Position Zinsaufwendungen aus Pensionen in Höhe von TEUR 567 (Vorjahr: TEUR 568) sowie Aufwendungen für die Cafeteria in Höhe von TEUR 239 (Vorjahr: TEUR 241) ausgewiesen. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von TEUR 22.447 (Vorjahr: TEUR 13.400) betreffen die gebildeten Steuerlatenzen sowie die Ertragssteuerrückstellung. 4. Sonstige Pflichtangaben 4.1 Firma, Sitz und Handelsregister Die Gesellschaft firmiert als Arval Deutschland GmbH und hat ihren Sitz in Oberhaching bei München. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nr. HRB 132025 eingetragen. 4.2 Haftungsverhältnisse / Sonstige finanzielle Verpflichtungen Angabe zur Eventualverbindlichkeit Es bestehen selbstschuldnerische Mietbürgschaften der Arval in Höhe von TEUR 212 (Vorjahr: TEUR 217). Ein Risiko der Inanspruchnahme wird nicht gesehen. Sonstige Angaben Es bestehen Verpflichtungen aus bestellten Fahrzeugen auf Basis von Vertragszusagen an Kunden von TEUR 1.067.809 (Vorjahr: TEUR 1.159.803). Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betragen TEUR 4.983 (Vorjahr: TEUR 6.073) und resultieren aus zukünftigen Mietzinsen für Büro- und Geschäftsräume in Oberhaching und Ingolstadt mit unterschiedlichen Laufzeiten zwischen 2023 bis 2027.
4.3 Nachtragsbericht Mit Schreiben vom 22. Februar 2024 hat die BaFin die Erlaubnis zur Erbringung von Zahlungsdiensten gemäß § 10 Abs. 1 Satz 1 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) für die Arval Deutschland GmbH erlassen. Die Gesellschaft hat im Wirtschaftsjahr 2023 die technischen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, die ZAG relevanten Transaktionen und leasinggeschäftsbezogene Transaktionen im Kalenderjahr 2024 separat zu erfassen. Die ZAG Transaktionen belaufen sich im ersten Quartal 2024 auf TEUR 6.157 bezogen auf 2.387 Verträge. 4.4 Angaben über das Abschlussprüferhonorar Das an den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr zu leistende Gesamthonorar beträgt für Abschlussprüfungsleistungen TEUR 185. Andere Bestätigungsleistungen, Steuerberaterleistungen und sonstige Leistungen wurden gegenüber der Gesellschaft durch den Abschlussprüfer nicht erbracht. 4.5 Mitarbeiter Die Arval beschäftigte im Geschäftsjahr im Durchschnitt 459 Mitarbeiter, die sich auf 221 weibliche und 238 männliche Beschäftigte aufteilen. Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Pensionsrückstellungen für Geschäftsführer und deren Hinterbliebene bestehen aufgrund neuester Analysen in Höhe von TEUR 1.601 (Vorjahr: TEUR 1.639). 4.6 Angaben zu Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen Die gültigen, firmeninternen Compliance-Richtlinien und das Integritätskonzept der Arval untersagen eine Aufnahme von Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu marktunüblichen Bedingungen. Die Gesellschaft hat keine derartigen Geschäftstransaktionen getätigt. 4.7 Mitglieder des Aufsichtsrats 2023
Die Aufsichtsratsmitglieder haben keine Bezüge für ihre Tätigkeit erhalten. Eine Stellvertreterregelung besteht nicht. Im Jahre 2023 wurden weder Pensionszusagen erteilt noch Kredite gewährt. Haftungsverhältnisse zu Gunsten von Mitgliedern des Aufsichtsrates bestanden nicht. 4.8 Geschäftsführung Die Geschäftsführung wurde im Geschäftsjahr durch folgende Personen ausgeübt:
4.9 Ergebnisverwendung Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 66.195 auf neue Rechnung vorzutragen.
Oberhaching, den 26. April 2024 Arval Deutschland GmbH Die Geschäftsführung |
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