FinKlar GmbH
49mTätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklern
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Andreas Linder seit 2.5.2012 | Vorstandsmitglied |
Peter Schleich seit 30.4.2003 | Vorstandsmitglied |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Sparkasse OstunterfrankenHaßfurtJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016der Sparkasse Ostunterfranken, Sitz Haßfurteingetragen beim Amtsgericht Bamberg Handelsregister-Nr. HRA 5337 Aktivseite
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016
AnhangDer Jahresabschluss wurde nach den für Kreditinstitute geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn-und Verlustrechnung richtet sich nach den vorgeschriebenen Formblättern. Die Bilanz wurde unter teilweiser Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt. In Ausübung des Wahlrechtes nach § 11 Satz 3 RechKredV enthalten die zu Posten oder Unterposten der Bilanz nach Restlaufzeiten gegliederten Beträge keine anteiligen Zinsen. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENDie Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB). ForderungenForderungen an Kunden und Kreditinstitute einschließlich Schuldscheindarlehen haben wir zum Nennwert bilanziert. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene Disagien werden auf deren Laufzeit bzw. Festzinsbindungsdauer verteilt. Für akute Ausfallrisiken haben wir bei Forderungen an Kunden in Höhe des zu erwartenden Ausfalls Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Außerdem haben wir nach den Erfahrungen der Vergangenheit bemessene Pauschalwertberichtigungen auf den latent gefährdeten Forderungsbestand gebildet. WertpapiereDie Wertpapiere der Liquiditätsreserve und des Anlagebestands werden nach dem strengen Niederstwertprinzip mit ihren Anschaffungskosten bzw. mit den niedrigeren Börsenkursen oder den niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Bei einzelnen Wertpapieren war zum Bilanzstichtag kein aktiver Markt vorhanden. In diesen Fällen haben wir den beizulegenden Wert anhand eines Barwertmodells (Discounted Cash Flow-Methode) auf Basis der zum 31.12.2016 erwarteten Zahlungsströme ermittelt. Die Diskontierung erfolgte mit einem laufzeitadäquaten risikolosen Zins zuzüglich angemessener Bonitäts- bzw. Liquiditätsspreads. Die Bonitäts- bzw. Liquiditätsspreads wurden aus Vergleichsanleihen abgeleitet. Anteile an einem Investmentvermögen werden, soweit kein Börsen- oder Marktpreis vorliegt, mit dem Rücknahmepreis ggf. abzüglich Rückgabeabschlag bewertet. Bei Wertpapierleihegeschäften gehen wir nicht von einem Übergang des wirtschaftlichen Eigentums der Wertpapiere aus. Insoweit bleiben verliehene Wertpapiere in den ursprünglichen Bilanzposten. BeteiligungenBeteiligungen werden nach dem strengen Niederstwertprinzip zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Wert am Bilanzstichtag bewertet. Immaterielle Anlagewerte und SachanlagenSachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bilanziert. In 2008 erfolgte bei neu erworbenen beweglichen Vermögensgegenständen der Wechsel von der degressiven auf die lineare Abschreibung auf der Grundlage der von der Finanzverwaltung veröffentlichten AfA-Tabellen. Bis 2009 erworbene oder selbst erstellte Gebäude werden planmäßig mit den höchsten steuerlich zulässigen Sätzen abgeschrieben. Ab 2010 angeschaffte oder selbst erstellte Gebäude werden linear über eine Nutzungsdauer von 33,33 bis 50 Jahren abgeschrieben. Liegt der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Vermögensgegenständen über dem Wert, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist und handelt es sich dabei um eine voraussichtlich dauernde Wertminderung, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Geringwertige Vermögensgegenstände, deren Anschaffungskosten 150 Euro ohne Umsatzsteuer nicht übersteigen, werden im Jahr der Anschaffung sofort als Aufwand erfasst. Die in der Vergangenheit vorgenommenen steuerlichen Abschreibungen i.S.d. § 254 HGB a.F. werden vollständig fortgeführt. Für geringwertige immaterielle Vermögensgegenstände von über 150 Euro bis einschließlich 410 Euro jeweils ohne Umsatzsteuer sowie für geringwertige Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens von über 150 Euro bis einschließlich 1.000 Euro jeweils ohne Umsatzsteuer wird ein Sammelposten gebildet. Dieser wird linear über fünf Jahre abgeschrieben. Sonstige VermögensgegenständeDie sonstigen Vermögensgegenstände werden nach dem strengen Niederstwertprinzip zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Wert am Bilanzstichtag bewertet. VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert. Der Unterschied zwischen dem Erfüllungs- und dem Ausgabebetrag wird unter den Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen und zeitanteilig erfolgswirksam aufgelöst. RückstellungenRückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrags gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Soweit erforderlich werden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Bei Rückstellungen mit einer Ursprungslaufzeit von einem Jahr oder weniger erfolgt keine Abzinsung. Die übrigen Rückstellungen werden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem Rechnungszins der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) abgezinst. Rückstellungen für Pensionen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend dem Teilwertverfahren auf der Grundlage der Heubeck Richttafeln 2005 G ermittelt. Sie wurden aufgrund der Neuregelung des § 253 Abs. 2 HGB erstmals pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 4,03 %. Aus der Berechnung der Rückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre und der vergangen sieben Geschäftsjahre ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von 910 TEUR. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,25 % (ohne Karrieretrend) und Rentensteigerungen von jährlich 2,25 % unterstellt. Der Karrieretrend wurde gesondert berücksichtigt. Bei der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen wurde unterstellt, dass sich der Verpflichtungsumfang sowie der Diskontsatz erst zum Ende der Periode ändern. Die Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes bzw. Zinseffekten einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden erstmals nicht mehr unter dem Personalaufwand bzw. als sonstige betriebliche Erträge erfasst, sondern saldiert mit dem Aufzinsungsergebnis im sonstigen betrieblichen Aufwand bzw. Ertrag (im Geschäftsjahr: Minderung des sonstigen betrieblichen Aufwandes in Höhe von 102 TEUR) erfasst. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. Für die Verpflichtung zur Leistung von Beihilfen an Pensionäre und aktive Mitarbeiter für die Zeit ihres Ruhestandes in Krankheits-, Geburts- und Todesfällen wird eine Rückstellung gebildet. Der Bemessung wird die aktuelle Sterbetafel des BMF (Bundesministerium der Finanzen) zur Bewertung einer lebenslangen Nutzung oder Leistung gemäß § 14 Abs. 1 BewG und die Vereinfachungsregelung des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB für die Ermittlung des Abzinsungssatzes zugrunde gelegt. Bei dieser sowie allen übrigen wesentlichen Rückstellungen wird die Änderung des Verpflichtungsumfangs bei der Aufzinsung unterjährig berücksichtigt. Die Erfolge aus Änderungen des Abzinsungssatzes werden im Falle von Rückstellungen für Bankprodukte im Zinsbereich, ansonsten unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Die Erfolge aus Zinseffekten einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden in dem GuV-Posten ausgewiesen, in dem auch die Aufwendungen zur Rückstellungsdotierung ausgewiesen werden. Auch bei der Ermittlung der Aufzinsungserfolge dieser Rückstellungen haben wir unterstellt, dass eine Änderung des Abzinsungssatzes erst zum Ende der Periode eintritt. Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs)Zur Ermittlung eines ggf. bestehenden Verpflichtungsüberschusses ist eine Gesamtbetrachtung aller bilanziellen und außerbilanziellen Finanzinstrumente des Bankbuchs unter Berücksichtigung aller bis zur vollständigen Abwicklung zu erwartenden Risiko- und Verwaltungskosten vorgenommen worden. Hierbei ist die Ermittlung anhand einer barwertigen Betrachtung erfolgt. Eine Rückstellung war nicht erforderlich. Fonds für allgemeine BankrisikenIm Geschäftsjahr wurde eine weitere Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB vorgenommen. Strukturierte FinanzinstrumenteStrukturierte Finanzinstrumente werden grundsätzlich als einheitlicher Vermögensgegenstand gemäß den Voraussetzungen des IDW RS HFA 22 bilanziert. Soweit die strukturierten Finanzinstrumente aufgrund des eingebetteten derivativen Finanzinstruments wesentliche erhöhte oder zusätzliche (andersartige) Chancen oder Risiken im Vergleich zum Basisinstrument aufweisen, erfolgt eine getrennte Bilanzierung. Derivative FinanzinstrumenteCredit Default Swap (CDS), bei denen die Sparkasse als Sicherungsgeber eine Zahlung nur bei Ausfall leisten muss und die sie bis zur Endfälligkeit halten wird, werden wie eine übernommene Bürgschaft bilanziert (gestellte Kreditsicherheit). Eine Rückstellung wird nur dann gebildet, wenn am Abschlussstichtag mit dem Eintritt des Kreditereignisses ernsthaft zu rechnen ist. WährungsumrechnungDie Währungsumrechnung erfolgt gemäß § 256a i.V.m. 340h HGB. Eine besondere Deckung gemäß § 340h HGB sehen wir als gegeben an, soweit eine Identität von Währung und Betrag der gegenläufigen Geschäfte vorliegt. Die Umrechnungsergebnisse aus Geschäften, die in die besondere Deckung einbezogen sind, werden saldiert je Währung in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Die Aufwendungen und Erträge aus der Währungsumrechnung außerhalb der besonderen Deckung werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen ausgewiesen. ANGABEN UND ERLAUTERUNGEN ZUR BILANZAktivseitePosten 3: Forderungen an Kreditinstitute
Posten 4: Forderungen an Kunden
Posten 5: Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
Posten 6: Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
Posten 7: BeteiligungenUnter den Beteiligungen werden die Anteile an folgenden Unternehmen ausgewiesen. Die Unternehmen weisen nach den letzten uns vorliegenden Jahresabschlüssen Eigenkapital und Ergebnis wie folgt aus:
Darüber hinaus ist die Sparkasse Ostunterfranken an folgenden Unternehmen beteiligt, die keinen Jahresabschluss offenzulegen haben:
Posten 9: TreuhandvermögenDas Treuhandvermögen betrifft in voller Höhe Forderungen an Kunden. Posten 12: SachanlagenDie Sachanlagen entfallen mit 6.572 TEUR auf Grundstücke und Bauten, die von der Sparkasse im Rahmen ihrer eigenen Tätigkeit genutzt werden, und mit 1.436 TEUR auf die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Posten 14: RechnungsabgrenzungspostenDer aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält 100 TEUR (im Vorjahr 178 TEUR) Unterschiedsbetrag aus dem Ansatz von Verbindlichkeiten mit ihrem Erfüllungsbetrag, soweit dieser höher ist als der Ausgabebetrag. Latente SteuernAufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsvorschriften zwischen Handels- und Steuerbilanz und außerbilanzieller Korrekturen bestehen zum 31. Dezember 2016 Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag der künftigen Steuerbelastungen durch absehbare Steuerentlastungen überdeckt. Eine passive Steuerabgrenzung war demzufolge nicht erforderlich, auf den Ansatz aktiver latenter Steuern wurde verzichtet. Die wesentlichen künftigen Steuerbelastungen resultieren aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren und den Forderungen gegenüber Kreditinstituten. Die zum Ausgleich der künftigen Steuerbelastungen benötigten absehbaren künftigen Steuerentlastungen ergeben sich im Wesentlichen aus unterschiedlichen bilanziellen Ansätzen bei den Forderungen gegenüber Kreditinstituten und den Forderungen an Kunden. Die Ermittlung der Differenzen erfolgte unter Zugrundelegung eines Steuersatzes von 27,17 % (Körperschaft- und Gewerbesteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag). Aus Beteiligungen an Personengesellschaften resultierende, lediglich der Körperschaftsteuer und dem Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen wurden bei den Berechnungen mit 15,825 % bewertet. Verlustvorträge, die zu einer Steuerentlastung führen und kompensatorisch in die Berechnung der latenten Steuern einzubeziehen sind, bestehen nicht. Entwicklung des Anlagevermögens
1 Bei den angegebenen Beträgen handelt es
sich um Schuldscheindarlehen des Anlagevermögens.
PassivseitePosten 1: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Posten 2: Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Posten 4: TreuhandverbindlichkeitenDie Treuhandverbindlichkeiten entfallen in voller Höhe auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Posten 6: RechnungsabgrenzungspostenDer passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält 58 TEUR (im Vorjahr 85 TEUR) Unterschiedsbetrag aus dem Ansatz von Hypothekendarlehen und anderen Forderungen mit ihrem Nennbetrag, soweit dieser höher als der Auszahlungsbetrag oder die Anschaffungskosten ist und Zinscharakter hat. Posten 9: Nachrangige VerbindlichkeitenFür von der Sparkasse eingegangene nachrangige Verbindlichkeiten sind im Geschäftsjahr insgesamt Aufwendungen von 281 TEUR angefallen. Die nachrangigen Verbindlichkeiten (ohne anteilige Zinsen) von insgesamt 5.630 TEUR übersteigen im Einzelfall nicht 10 % des Gesamtbetrags der nachrangigen Verbindlichkeiten. Sie haben eine Durchschnittsverzinsung von 3,86 % und eine Ursprungslaufzeit von 5 bis 12 Jahren; davon werden in dem Jahr, das auf den Bilanzstichtag folgt, 1.327 TEUR fällig. Die Bedingungen der nachrangigen Verbindlichkeiten entsprechen den Anforderungen des § 10 Abs. 5a des Kreditwesengesetzes (KWG) in der am 31.12.2013 gültigen Fassung bzw. des Artikels 63 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) in Höhe von 252 TEUR. Mehrere Posten betreffende AngabenVermögensgegenstände und Schulden in fremder WährungAuf Fremdwährung lauten Vermögensgegenstände im Gesamtbetrag von 4.334.TEUR und Verbindlichkeiten im Gesamtbetrag von 4.326 TEUR. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU DEN POSTEN UNTER DEM BILANZSTRICHPosten 1: EventualverbindlichkeitenIn den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten sind sonstige Bürgschaften für die Bayerische Landesbank enthalten, die 15.000 TEUR ausmachen. Hinsichtlich der unter den Eventualverbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungen sind bis zum Aufstellungszeitpunkt des Jahresabschlusses keine Erkenntnisse bekannt geworden, die eine über die Risikovorsorge hinausgehende Inanspruchnahme erwarten lassen. Bei unseren Kreditgewährungen werden in diesem Posten für Kreditnehmer übernommene Bürgschaften und Gewährleistungsverträge erfasst. Auf Basis der regelmäßigen Bonitätsbeurteilungen der Kunden im Rahmen unserer Kreditrisikomanagementprozesse gehen wir für die hier ausgewiesenen Beträge davon aus, dass sie nicht zu einer wirtschaftlichen Belastung der Sparkasse führen werden. Auch haben sich im letzten Jahr nur unbedeutende Ansprüche Dritter ergeben. In dem Passivposten 1b) unter dem Bilanzstrich "Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen" sind betraglich unbegrenzte Garantien enthalten, die mit der aktuellen Auslastung in Höhe von 1.102 TEUR ausgewiesen wurden. Posten 2: Andere VerpflichtungenWir gehen derzeit davon aus, dass die unwiderruflichen Kreditzusagen von den Kreditnehmern in Anspruch genommen werden. In den unwiderruflichen Kreditzusagen sind nach den Erkenntnissen der Sparkasse keine ausfallgefährdeten Kredite enthalten. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGPosten 5: Provisionserträge - Dienstleistungen für Verwaltung und VermittlungDie wesentlichen an Dritte erbrachten Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung entfallen auf die Vermittlung von Produkten der Verbundpartner (Versicherung, Immobilien, Investmentzertifikate, Bausparverträge). Posten 8: Sonstige betriebliche ErträgeIm Posten "Sonstige betriebliche Erträge" der Gewinn- und Verlustrechnung sind als wesentliche Einzelposten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 608TEUR sowie Erträge aus der Erstattung von Versicherungsleistungen in Höhe von 558 TEUR enthalten. Posten 12: Sonstige betriebliche AufwendungenIn den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind als wesentliche Einzelposten Aufwendungen für Rückstellungen von Schadenfällen in Höhe 670 TEUR und Aufwendungen für Rückstellungen der Altersteilzeit in Höhe von 464 TEUR enthalten. Posten 29: BilanzgewinnDer Verwaltungsrat wird den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016 in seiner Sitzung am 21.06.2017 feststellen. Der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses sieht vor, den Bilanzgewinn vollständig der Sicherheitsrücklage zuzuführen. AusschüttungssperreAm Abschlussstichtag bestehen gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB (Unterschiedsbetrag aus der Berechnung der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre und der vergangenen sieben Geschäftsjahre) ausschüttungsgesperrte Beträge in Höhe von 910 TEUR. SONSTIGE ANGABENAngaben zu nicht passivierten pensionsähnlichen VerpflichtungenDer Träger bzw. die Sparkasse ist Mitglied der Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden (ZVK). Versichert sind bei dieser Kasse alle Beschäftigten, die unter den Geltungsbereich des TVöD-S fallen. Der TVöD-S gewährt den unter den Geltungsbereich des TVöD-S fallenden Beschäftigten grundsätzlich einen Anspruch auf Verschaffung einer Zusatzversorgung. Der Anspruch entsteht bei beiderseitiger Tarifgebundenheit oder wenn die Arbeitsvertragsparteien die Anwendbarkeit des TVöD-S im Arbeitsvertrag vereinbart haben. Grundlage der Versicherung bei der ZVK ist seit dem 01.01.2002 der Tarifvertrag über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (ATV-K). Nach wie vor gewährt die ZVK eine Alters- und Hinterbliebenenrente sowie Erwerbsminderungsrenten. Die Höhe der Versorgungszusage errechnet sich nach der Betriebsrentenformel der ZVK. Das Punktemodell basiert auf dem Prinzip, dass Beiträge zur Zusatzversorgung, multipliziert mit einem Altersfaktor, Versorgungspunkte für die Beschäftigten ergeben. Es werden Leistungen zugesagt, die sich ergeben würden, wenn eine Gesamtbeitragsleistung von 4 % des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts vollständig in ein kapitalgedecktes System einbezahlt werden würde. Bei der Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden werden seit der Umstellung vom Gesamtversorgungsmodell auf ein betriebsrentenrechtliches Punktemodell sowohl Umlagen als auch Beiträge erhoben. Die Erhebung von Umlagen ist erforderlich, um die Anwartschaften und laufenden Rentenverpflichtungen aus der Zeit vor der Umstellung finanzieren zu können. Der Umlagesatz beträgt 3,75 % der Bemessungsgrundlage. Der Zusatzbeitrag (4 % der Bemessungsgrundlage) dient dem Aufbau einer Kapitaldeckung für Anwartschaften, die seit der Umstellung entstehen. Die Aufwendungen der Sparkasse belaufen sich in 2016 auf 796 TEUR. Die Summe der umlagepflichtigen Gehälter beträgt 10.270 TEUR. Der für den derzeit nicht vorgesehenen Fall einer Beendigung der Mitgliedschaft oder eines Wechsels in einen kapitalgedeckten Abrechnungsverband nach der Satzung der ZVK anfallende Ausgleichsbetrag belief sich am Ende 2016 auf 24.900 TEUR. Der Ausgleichsbetrag wurde nach versicherungsmathematischen Grundsätzen von der ZVK berechnet und umfasst den Barwert der Leistungsverpflichtungen der ZVK, die aus der Mitgliedschaft der Sparkasse Ostunterfranken im umlagefinanzierten Abrechnungsverband resultieren. Für die Ermittlung wird ein Rechnungszins von zurzeit 1,25 % (gemäß Deckungsrückstellungsverordnung) herangezogen; das Kassenvermögen der ZVK (Kollektivvermögen aller Mitglieder im umlagefinanzierten Abrechnungsverband) bleibt unberücksichtigt. Im Hinblick auf die Vergleichbarkeit des bei Ermittlung des Ausgleichsbetrages zu Grunde gelegten Rechnungszinses mit dem für die Berechnung der unmittelbaren Pensionsverpflichtungen verwendeten Abzinsungssatz geben wir informativ zusätzlich den Betrag an, der sich bei einem Zinssatz von 4,03 % ergeben hätte. Dieser Betrag beläuft sich auf 17.735 TEUR. Gesamtbezüge des Vorstandes und des VerwaltungsratesDen Mitgliedern des Vorstandes wurden für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 496 TEUR gewährt. Die Mitglieder des Verwaltungsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 78 TEUR. Pensionsrückstellungen und -Zahlungen für bzw. an frühere Mitglieder des Vorstands und deren HinterbliebenAn frühere Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene wurden 284 TEUR gezahlt; die Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis betrugen am 31.12. 2016 3.621 TEUR. Kreditgewährungen an Vorstand und VerwaltungsratDie Kredite an den Vorstand betragen 251 TEUR. Die Kreditgewährungen an Mitglieder des Verwaltungsrates belaufen sich auf 1.033 TEUR. Honorare für den AbschlussprüferDie Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Bayern ist gemäß § 22 SpkO sowie § 340k HGB gesetzlicher Abschlussprüfer unseres Jahresabschlusses. Für Abschlussprüfungsleistungen fielen im Geschäftsjahr 2016 Aufwendungen in Höhe von 140 TEUR an. Die Aufwendungen für andere Bestätigungsleistungen belaufen sich auf 27 TEUR. Verwaltungsrat und VorstandVerwaltungsrat
Vorstand
Mitarbeiter / -innen
Haßfurt, 17. März 2017 Sparkasse Ostunterfranken Vorstand Schleich Linder
Haßfurt, 29. März 2017 Sparkasse Ostunterfranken Vorsitzender des Verwaltungsrats Schneider Offenlegung nach § 26a Abs. 1 Satz 2 KWGAnlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2016("Länderspezifische Berichterstattung")Die Sparkasse Ostunterfranken hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Ostunterfranken besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren. Die Sparkasse Ostunterfranken definiert den Umsatz als Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2016 34.305 TEUR. Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt im Jahresdurchschnitt 216. Der Gewinn vor Steuern beträgt 4.419 TEUR. Die Steuern auf den Gewinn betragen 2.524 TEUR. Die Steuern betreffen laufende Steuern. Die Sparkasse Ostunterfranken hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten. Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Sparkasse Ostunterfranken für das Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstandes der Sparkasse. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Sparkasse sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstandes sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, den 17. Mai2017 PRÜFUNGSSTELLE
Schmidt, Wirtschaftsprüferin Hofmann, Wirtschaftsprüfer Bericht des VerwaltungsratesDer Vorstand hat den Verwaltungsrat regelmäßig durch mündliche und schriftliche Berichte über die Lage und die Geschäftsentwicklung, die wirtschaftliche Lage, grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik sowie über sonstige wichtige Angelegenheiten der Sparkasse im Jahr 2016 unterrichtet. Der Verwaltungsrat hat die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben wahrgenommen. Er überwachte die Tätigkeit des Vorstandes und überzeugte sich von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung. Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht hat die Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Bayern geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Verwaltungsrat hat von dem Prüfungsergebnis zustimmend Kenntnis genommen. Er hat am heutigen Tage den Jahresabschluss festgestellt und den Lagebericht gebilligt. Entsprechend dem Vorschlag des Vorstandes beschloss der Verwaltungsrat, den Bilanzgewinn des Jahres 2016 in Höhe von EUR 1.458.113,41 der Sicherheitsrücklage zuzuführen. Der Verwaltungsrat dankt den Mitgliedern des Vorstandes und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sparkasse für die im Berichtsjahr geleistete erfolgreiche Arbeit.
Haßfurt, 21. Juni 2017 Der Vorsitzende des Verwaltungrates Schneider, Landrat Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016der Sparkasse Ostunterfranken1. Grundlagen der Sparkasse (Geschäftsmodell)Die Sparkasse Ostunterfranken ist eine mündelsichere Anstalt des öffentlichen Rechts nach dem bayerischen Sparkassengesetz. Sie untersteht der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sowie der Regierung von Unterfranken. Grundsätzlich betreibt die Sparkasse alle banküblichen Geschäfte, soweit es das bayerische Sparkassengesetz und die auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen oder die Satzung der Sparkasse vorsehen. Träger der Sparkasse ist der Zweckverband Sparkasse Ostunterfranken. Mitglieder des Sparkassenzweckverbandes sind der Landkreis Haßberge und die Stadt Königsberg. Die Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Verwaltungsrat. Der Verwaltungsrat bestimmt die Richtlinien für die Geschäfte der Sparkasse und überwacht den Vorstand. Er setzt sich aus insgesamt 10 Mitgliedern zusammen. An den Sitzungen des Verwaltungsrates nehmen zusätzlich der Stellvertreter des Vorsitzenden des Verwaltungsrates und der Vorstand der Sparkasse mit beratender Stimme teil. Der Vorstand leitet die Sparkasse in eigener Verantwortung, vertritt sie und führt ihre Geschäfte. Die Zusammensetzung der Organe ist im Anhang dargestellt. Die Sparkasse ist Mitglied des Sparkassenverbandes Bayern und über diesem dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband angeschlossen. Sie haftet mit den anderen bayerischen Sparkassen gemäß § 8 Abs. 2 der Satzung des Sparkassenverbandes Bayern für die Verbindlichkeiten des Sparkassenverbandes Bayern. Die Sparkasse ist Mitglied im Sparkassenstützungsfond des Sparkassenverbandes Bayern und damit Teil des Sicherungssystems der deutschen Sparkassenorganisation. Dem Sicherungssystem der deutschen Sparkassenorganisation sind die Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen angeschlossen. Als institutssichernde Einrichtung im Sinne des Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetzes schützt dieses System den Bestand der angeschlossenen Institute. Als institutsbezogenes Sicherungssystem mit anerkannter Einlagensicherung schützt dieses System den Bestand der angeschlossenen Institute und erfüllt zugleich die gesetzlichen Anforderungen an ein Einlagensicherungssystem im Sinne des Einlagensicherungsgesetzes (EinSiG). Die Sparkasse unterliegt dem Regionalprinzip. Dabei steht im Vordergrund, auf Grundlage der Markt- und Wettbewerbserfordernisse vorrangig im Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft und der öffentlichen Hand mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen auch in der Fläche sicherzustellen. Dabei berücksichtigt sie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse in der Region. Um unseren Auftrag gerecht zu werden, unterhielten wir zum 31.12.2016 eine Hauptstelle und 12 Zweigstellen und 3 Selbstbedienungsstandorte im Geschäftsgebiet. 2. Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenDas Jahr 2016 war geprägt von Unsicherheiten über die politische und wirtschaftliche Entwicklung. Militärische Konflikte, Bürgerkriege und Terror dauerten an. Dazu kam das überraschende Votum über das Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union sowie die Wahl des US-Präsidenten. Diese Ereignisse haben die Unsicherheit über die weitere politische und wirtschaftliche Entwicklung stark erhöht. Kurzfristig haben sie sich aber noch nicht wachstumsmindernd auf die Weltwirtschaft ausgewirkt. Wenn die Risiken durch besonnene Reaktionen beherrschbar bleiben, so ist eine fortgesetzte Erholung in den großen Wirtschaftsregionen möglich. Der IWF stellt, ausgehend von 3,1% für das Jahr 2016, für 2017 ein leicht auf 3,4 % beschleunigtes Wirtschaftswachstum in Aussicht (Rundschreiben DSGV 2017/045). Seit 2013 befindet sich die deutsche Wirtschaft in einem Aufschwung. Insgesamt nahm das Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt 2016 um 1,9 % zu. Der private Konsum bildete wie schon im Vorjahr die wichtigste Basis für die binnenwirtschaftliche Expansion. Er stützte sich auf die gute Lage am Arbeitsmarkt und steigende Lohneinkommen. Die gesamtwirtschaftliche Produktion dürfte in 2017 um 1,5 % ausgeweitet werden, vornehmlich getrieben von der Binnennachfrage (Pressemitteilung des ifo-Instituts vom 16.12.2016). Am Arbeitsmarkt erhöhte sich die Anzahl der Erwerbstätigen noch einmal um 1,0 Prozent auf knapp 43,5 Millionen. Wie schon 2014 und 2015 legten die Reallöhne in Deutschland 2016 erneut kräftig zu. Allerdings ist der Arbeitsmarkt in Deutschland weit stärker geräumt als in anderen Ländern. Diese Konstellation könnte schneller zu Lohndruck führen. Die positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt setzen sich 2017 fort. Es wird von einer weiter leicht steigenden Erwerbstätigkeit und von einer weiter leicht rückläufigen Arbeitslosigkeit ausgegangen (Rundschreiben SVB-M-17-0039 und Rundschreiben DSGV 2017/045). BranchensituationDie Europäische Zentralbank nahm die im Euroraum ähnlich wie in Deutschland niedrigen Inflationsraten zum Anlass für weitere geldpolitische Expansionen. Das monatliche Ankaufprogramm wird zwar ab April 2017 auf ein Kaufvolumen von 60 Mrd. Euro reduziert, die Käufe an sich sollen aber mindestens bis Ende 2017 fortgeführt werden. Die EZB hat eine Anhebung der Leitzinsen für die deutsche Kreditwirtschaft noch nicht signalisiert. Anders als in den USA wird im Euroraum daher der Negativzins der EZB als Vorgabe für alle kurzfristigen Geldmarktkonditionen voraussichtlich bis auf weiteres erhalten bleiben. Somit stellt insbesondere die seit sechs Jahren anhaltende Niedrigzins- bzw. Nullzinspolitik der EZB eine nie gekannte Herausforderung für die Kreditinstitute dar. Zudem ist aufgrund zunehmender Digitalisierung ein geändertes Kundenverhalten beim Bezug von Finanzdienstleistungen zu erkennen. Sie erfordert weiterhin eine hohe Investition in Technik und einen sukzessiven Ausbau neuer Vertriebswege. Ein weiterer Belastungsfaktor sind die Anforderungen aus der Regulatorik. Bei den bayerischen Sparkassen erhöhte sich die Bilanzsumme um 2,7 %. Die Kreditvergabe an Kunden nahm um 3,4 % zu. Bei den Kundeneinlagen war ein Anstieg von 3,2 % zu verzeichnen. KonkurrenzsituationDie Sparkasse ist weiterhin das größte selbständige Kreditinstitut in ihrem Geschäftsgebiet. Die größten Wettbewerber der Sparkasse im Geschäftsgebiet sind neben den Raiffeisen-Volksbanken das Bankhaus Max Flessa. In einem verstärkten Wettbewerb setzen wir uns mit den Direktbanken, aber auch den Finanzdienstleistern und der Postbank auseinander. Regionale WirtschaftsentwicklungMittelständische Unternehmen, das Handwerk und der Handel bilden den Kern der wirtschaftlichen Leistungskraft. Weiter steigende Bedeutung haben der Fremdenverkehr und die Naherholung. Die regionale Wirtschaft befindet sich mit der aktuellen Geschäftslage auf Rekordniveau. Im Landkreis Haßberge lag die Arbeitslosenquote bei 2,8 %; damit ergab sich hier ein besserer Wert im Vergleich zu den Zahlen für Bayern (3,3 %). Steigende Beschäftigtenzahlen, höhere Löhne und Renten sowie niedrige Verbraucherpreise und Zinsen begünstigen den privaten Konsum. Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate deutet sich an, dass die mainfränkische Wirtschaft weiter moderat wachsen wird. Allerdings sind die zurzeit positiven Aussichten nicht frei von Risiken. Ein steigender Ölpreis, eine Abschottung von Amerika, der Brexit von Großbritannien und die Staatsschuldenkrise innerhalb der Eurozone erschweren den globalen Handel (IHK-Konjunkturanalyse für Mainfranken Jahresbeginn 2017). 2.2 GeschäftsverlaufDas Geschäftsvolumen (Bilanzsumme mit Eventualverbindlichkeiten) reduzierte sich um 1,0 % auf 1.241.469 TEUR. Im Geschäftsjahr sank die Bilanzsumme auf 1.186.886 TEUR. Sie ermäßigte sich somit um 2,2 % gegenüber dem Wert des Vorjahres. Anstatt des erwarteten Wachstums ergab sich ein Rückgang. Die größten Veränderungen zeigten sich auf der Aktivseite bei der Bilanzposition Forderungen an Kreditinstitute bedingt durch Negativzinsberechnung der BayernLB, auf der Passivseite bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden. Das gesamte Kreditgeschäft mit Kunden (inklusive Treuhandkredite, unwiderruflicher Kreditzusagen und Eventualverbindlichkeiten; vor Risikovorsorge) erhöhte sich auf 772.927 TEUR (Vorjahr: 733.325 TEUR). Der größte Anstieg ergab sich wie im Vorjahr aus den unwiderruflichen Kreditzusagen. Die größten Zuwächse wurden bei den Wohnungsbaudarlehen aus eigenen Mitteln verzeichnet. Hier konnten unsere Erwartungen erfüllt werden. Es ergab sich im Kreditgeschäft mit Privatkunden ein höheres Wachstum als beim Kreditgeschäft mit Firmenkunden. Entgegen des erwarteten leichten Rückgangs des Gesamtbestandes der Forderungen an Kunden ergab sich insgesamt ein Zuwachs. Die Eigenanlagen der Sparkasse (Wertpapiere, Guthaben auf laufenden Konten, Fremdwährungsguthaben, Termingelder, Bausparguthaben, jeweils inklusive Zinsabgrenzung) ermäßigten sich um 6,4 % von 533.109 TEUR auf 498.839 TEUR. Die größte Veränderung erfolgte bei den Guthaben auf laufenden Konten. Der unter Beteiligungen ausgewiesene Anteilsbesitz der Sparkasse belief sich auf 18.276 TEUR (Vorjahr 18.875 TEUR). Die Veränderung von 3,2 % resultiert aus einer Kapitalherabsetzung bei der S-Partner Kapital AG sowie aus Bewertungsmaßnahmen. Bei den Kundeneinlagen (ohne nachrangige Verbindlichkeiten) konnten unsere Erwartungen nicht erfüllt werden. Es ergab sich eine Reduzierung um 16.072 TEUR auf 946.954 TEUR. Die Kunden bevorzugten 2016 wie im Vorjahr Sichteinlagen sowie die Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten. Die Abgänge waren beim Aktivsparen und den Termingeldern zu verzeichnen. Der Anteil der gesamten Kundeneinlagen lag bei 79,8 % der Bilanzsumme. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ermäßigten sich um 9,1 % von 105.360 TEUR auf 95.797 TEUR. Der Rückgang hängt vor allem mit der Rückzahlung eines Offenmarktgeschäftes zusammen. Die Umsätze im Wertpapiergeschäft mit Kunden steigerten sich auf 109.264 TEUR. Es ergibt sich eine Erhöhung um 61,6 % aufgrund von Umschichtungen von Kundeneinlagen in Fonds gegenüber dem Vorjahr. Unsere prognostizierten Erwartungen (auf Basis des Betriebsvergleichs) konnten damit erfüllt werden. Außerdem erzielten wir im Bereich der Dienstleistungen Erträge aus der Vermittlung von Versicherungen, Immobilien und Bausparverträge. Hier lag das erreichte Ergebnis im Rahmen unserer Erwartungen. InvestitionenIm Jahr 2016 wurden für Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie für immaterielle Wirtschaftsgüter 72 TEUR aufgewendet. Es wurden lediglich kleinere Investitionen vorgenommen. PersonalbereichDie Gesamtzahl der Beschäftigten (ohne Vorstand) verminderte sich im Jahr 2016 von einem Anfangsbestand von 306 auf einen Endbestand von 283. Nach erfolgreich abgelegter Prüfung zum/zur Bankkauf-mann/-frau wurden in 2016 drei Auszubildende sowie nach erfolgreichem Abschluss eines Studiums an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (Bachelor of Arts) ein Student in unbefristete bzw. befristete Beschäftigungsverhältnisse übernommen. Die Qualifikation der Mitarbeiter/innen wurde auch 2016 weiter intensiviert. Ziel ist es, für mittelfristig planbare Personalveränderungen rechtzeitig Nachwuchskräfte zu gewinnen. Ergänzend zu internen Weiterbildungsveranstaltungen haben wir in erster Linie das Bildungsangebot der Sparkassenakademie und unserer Verbundpartner in Anspruch genommen, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fachlich und verkäuferisch auf hohem Niveau zu halten. Unsere Berater in den strategischen Geschäftsfeldern nahmen in 2016 an mehreren Inhouse-Veranstaltungen teil, wie: Schulungen zur Wohnimmobilienrichtlinie, Deka-Schulungen (DVK-Fresh up, Investmentberater, Produktschulungen, Depotcheck), Altersvorsorgetool, Anlageberatungsprozess, LBS-Workshop. Soziales EngagementAls Ausdruck ihrer gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung engagiert sich die Sparkasse in erheblichem Maße in ihrem Geschäftsbezirk. Mit Spenden, durch Sponsoring und mit der Ausschüttung aus der sparkasseneigenen Stiftung leistet die Sparkasse einen Beitrag, um die Lebendigkeit und Vielfalt des Landkreises zu fördern. Im Jahr 2016 wurden Mittel mit einem Gesamtvolumen von 163 TEUR zur Unterstützung für soziale Einrichtungen und für sportliche und kulturelle Aktivitäten in der Region aufgewendet. 2.3 VermögenslageDie Bilanzstruktur der Sparkasse wird in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Die Bilanzstruktur der Aktiv- und Passivseite ist im Wesentlichen unverändert geblieben. Hinsichtlich der Gründe für die Veränderung der Forderungen an Kreditinstitute und Ausleihungen an Kunden verweisen wir auf die Ausführungen im Rahmen des Geschäftsverlaufs. Die für das Jahr 2016 angestrebte Bilanzsumme konnte nicht erreicht werden. Das Kredit- und Einlagengeschäft sind die bestimmenden Posten der Bilanz. Alle festverzinslichen Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip mit ihren Anschaffungskosten bzw. mit den niedrigeren Börsenkursen oder den niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die Sparkasse besitzt nur unwesentliche Bestände von Anleihen des Staates Italien und Spanien (PIIGS-Staaten). Die Anleihen wurden zum Marktwert bewertet. Mit den gebildeten Wertberichtigungen und Rückstellungen ist den Risiken im Kreditgeschäft und den sonstigen Verpflichtungen ausreichend Rechnung getragen worden. Die übrigen Vermögensgegenstände wurden grundsätzlich vorsichtig bewertet. Der Fonds für allgemeine Bankrisiken wurde in diesem Jahr auf 45.000 TEUR aufgestockt. Nach der - durch den Verwaltungsrat noch zu beschließenden - Zuführung des Bilanzgewinns wird sich die Sicherheitsrücklage auf 76.857 TEUR erhöhen. Das entspricht einem Plus von 2,48 % gegenüber dem Vorjahr. Neben der Sicherheitsrücklage verfügt die Sparkasse über weitere Eigenmittelbestandteile. Die Eigenmittelanforderungen wurden jederzeit eingehalten. Die zur Deckung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen vorhandenen Eigenmittel übertreffen die Anforderungen. Zum Bilanzstichtag liegt die gemäß Artikel 92 CRR ermittelte Gesamtkapitalquote als Relation der Eigenmittel zum Gesamtrisikobetrag, insbesondere bestehend aus Kreditrisiken und operationalen Risiken bei 16,36 % (Vorjahr 15,99 %) und damit (inklusive dem Mindestwert aus der Allgemeinverfügung) über dem gesetzlich vorgeschriebenen Wert von 9,225 %. Die Sparkasse weist damit eine angemessene Kapitalbasis auf. Für das Jahr 2017 erwarten wir einen weiteren Anstieg. Damit kam es, wie erwartet, zu keinen Einschränkungen bei der Kreditvergabe. 2.4 FinanzlageDie Steuerung liquiditätsrelevanter Aktiva und Passiva im Rahmen gesetzter Limite erfolgt innerhalb des strategischen Liquiditätsmanagements. Im Berichtszeitraum hatte die Sparkasse einen uneingeschränkten Zugang zum Geld- und Kapitalmarkt. Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr aufgrund einer planvollen und ausgewogenen Liquiditätsvorsorge wie erwartet jederzeit gegeben. Die Finanzmarktkrise hatte für die Liquidität unseres Hauses keine Auswirkungen. Die Wertpapiere der Liquiditätsreserve sind neben eingeräumten Kredit- bzw. Dispositionslinien bei der Bayerischen Landesbank, die nicht in Anspruch genommen wurden, die wichtigsten Liquiditätsquellen. Das Angebot der Deutschen Bundesbank, neue Refinanzierungsgeschäfte in Form von Offenmarktgeschäften abzuschließen, wurde nicht genutzt. Das zum 31.12.2015 bestehende Offenmarktgeschäft wurde im Juni 2016 zurückgezahlt. Das zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften notwendige Guthaben wurde in der erforderlichen Höhe bei der Deutschen Bundesbank unterhalten. Zum Jahresende errechnete sich eine nach der Liquiditätsverordnung berechnete Liquiditätskennzahl (Untergrenze 1,0) von 3,89, so dass die Liquidität wie auch im gesamten Geschäftsjahr nach den Vorgaben der Liquiditätsverordnung als ausreichend anzusehen ist. Die Anforderungen der LiqV wurden in 2016 jederzeit eingehalten. Die Liquiditätskennziffer lag somit, wie prognostiziert, im Berichtsjahr durchgängig über dem in der Risikostrategie festgelegten Mindestwert. Auch die nach der Liquiditätsverordnung für die weiteren Beobachtungszeiträume (Laufzeitbänder bis zu zwölf Monaten) zu berechnenden Beobachtungskennzahlen deuten nicht auf zu erwartende Engpässe hin. Darüber hinaus ist seit dem 01. Oktober 2015 auch die Liquiditätsdeckungsanforderung (Liquidity Coverage Ratio - LCR) gemäß den Vorgaben der delegierten Verordnung (EU) 2015/61 einzuhalten. Die Mindestquote (im Jahr 2016 70%) für die LCR und die LCR (del. VO) wurde seit Einführung der LCR bis zum Ende des Geschäftsjahres nicht unterschritten. Die Quote der seit dem 30. September 2016 verbindlichen Liquidity Coverage Ratio gem. delegierter Verordnung zur Bewertung des kurzfristigen Liquiditätsrisikos lag per 31. Dezember 2016 bei 150%. Aufgrund der zu erwartenden Liquiditätszuflüsse und Kreditvolumina ist die Zahlungsbereitschaft auch künftig gewährleistet. 2.5 ErtragslageZu dem Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung 2016 im Einzelnen: Der Zinsüberschuss einschließlich laufender Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen sank im Vergleich zum Vorjahr um 1.903 TEUR (- 7,5 %) auf 23.553 TEUR. Der Rückgang fiel allerdings geringer aus als erwartet. Das Zinsgeschäft stellte auch im Berichtsjahr die bedeutendste Ertragsquelle dar. Für die Sparkasse ergab sich eine Zinsspanne auf der Grundlage der durchschnittlichen Bilanzsumme - nach den Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung ermittelt - von 1,98 % nach 2,14 % im Vorjahr. Der Provisionsüberschuss betrug 8.625 TEUR und lag damit um 12,6 % über dem Ergebnis des Vorjahres. Die erwartete Steigerung konnte aufgrund des Immobilien- und Versicherungsgeschäfts somit sogar übertroffen werden. Das Verhältnis von Provisionsüberschuss zu Zinsüberschuss belief sich auf 26,8 % zu 73,2 % (im Vorjahr 23,1 % zu 76,9 %). Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen war eine Erhöhung um 126,1 % auf 2.127 TEUR zu verzeichnen. Ursache für die Steigerung waren neben höheren Auflösungen von Rückstellungen auch höhere sonstige neutrale Erträge. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen ermäßigten sich um 4,2 % auf 20.519 TEUR. Anstatt eines insgesamt erwarteten Anstieges konnten die Aufwendungen gesenkt werden. Die darin enthaltenen Personalaufwendungen - einschließlich der sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung - nahmen wegen niedrigerer Zuführungen zu Rückstellungen um 4,1 % auf 14.992 TEUR ab und lagen daher unter unseren Erwartungen. Entgegen unseren Erwartungen konnte der Sachaufwand um 4,4 % bzw. 254 TEUR auf 5.526 TEUR gesenkt werden. Hier machten sich reduzierte Instandhaltungskosten und übrige Sachaufwendungen positiv bemerkbar. Der Anstieg bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 64,4 % auf 1.840 TEUR ist vor allem mit der Bildung von Rückstellungen begründet. Der Posten Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen der Gewinn- und Verlustrechnung nahm um 7,0 % auf 1.440 TEUR ab. Insgesamt lagen die saldierten Erträge (Positionen 1 bis 9 aus der Gewinn- und Verlustrechnung) um 0,7 % über dem Vorjahresstand und beliefen sich auf 34.305 TEUR. Die betrieblichen Aufwendungen (Positionen 10 bis 12 aus der Gewinn- und Verlustrechnung) reduzierten sich um 1,2 % auf 23.799 TEUR. Die auf Basis der Betriebsvergleichswerte ermittelte Cost-Income-Ratio (Verhältnis der Aufwendungen zu den Erträgen) beträgt 69,9 %. Die Sparkasse hat im Berichtsjahr Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft ausgewiesen. Nach Verrechnung mit Erträgen betragen diese 2.948 TEUR. Bedingt war dies durch ein geringeres negatives Ergebnis im Wertpapiergeschäft und niedrigere Abschreibungen bei den Beteiligungen als zunächst angenommen. Das Ergebnis war unter anderem beeinflusst durch die Zuführung von Vorsorgereserven gem. § 340 f HGB. Damit lag das Bewertungsergebnis auf Basis des Betriebesvergleichs insgesamt unter den Erwartungen für 2016. Es wurde eine Bewertung der S-Partner Kapital AG und der mittelbaren Beteiligung an der LBS Bayerische Landesbausparkasse vorgenommen. Diese wurden im Posten Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen ausgewiesen. Die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken betrug 3.000 TEUR. Der Steueraufwand beträgt 2.557 TEUR (Vorjahr: 3.336 TEUR). Für das Jahr 2016 ergab sich damit ein Jahresüberschuss von 1.858 TEUR. Die gemäß § 26a Absatz 1 Satz 4 KWG offen zu legende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Jahresüberschuss und Bilanzsumme, beträgt 0,16 %. Insgesamt lag das Betriebsergebnis vor Bewertung (auf der Basis des Betriebsvergleichs) mit 0,78 % der Durchschnittsbilanzsumme über dem im Februar 2016 prognostizierten Wert. 2.6 Zusammenfassende Beurteilung der Geschäftsentwicklung und LageUnsere Sparkasse kann auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2016 zurückblicken. Unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen sowie branchenspezifischen Entwicklung sind wir mit dem Geschäftsverlauf und der Lage zufrieden. Entgegen unserer Erwartung verringerte sich die Bilanzsumme. Der Zinsüberschuss reduzierte sich nicht ganz so stark wie ursprünglich erwartet. Beim Betriebsergebnis vor Bewertung konnten wir unseren strategischen Zielwert nicht vollständig erfüllen und lagen sowohl hier als auch bei der Cost-Income-Ratio von 69,9 unter dem bayerischen Durchschnitt. Die gestiegene Nachfrage nach Immobilien war ursächlich für die positive Entwicklung bei den Kundenforderungen. Außerdem konnte das Kundendepotvolumen gesteigert werden. Der Trend zu kurzfristig verfügbaren Geldanlagen bei den Kundeneinlagen setzte sich fort. Die erwartete Ausweitung bei den Einlagen konnten wir allerdings nicht erfüllen. Zur weiteren Analyse der Ertragslage wird für interne Zwecke und für den überbetrieblichen Vergleich der bundeseinheitliche Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation eingesetzt. Dieser beinhaltet eine detaillierte Aufspaltung des Ergebnisses der Sparkasse in Relation zur Durchschnittsbilanzsumme. In das danach errechnete Betriebsergebnis vor Bewertung gehen die ordentlichen Erträge aus Zins- und Dienstleistungsgeschäften ein. In das Bewertungsergebnis gehen dann alle Bewertungen aus dem Wertpapierund Kreditbereich sowie die Bewertungen der Beteiligungen ein. Die Ertragslage (Betriebsergebnis vor Bewertung) war geprägt von den weiterhin extrem niedrigen Zinsen. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft konnte im Vergleich zum Vorjahr erneut reduziert werden. Der erzielte Jahresüberschuss entspricht dem erwarteten Geschäftsergebnis. Unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung kann man die Finanz- und Vermögenslage als zufriedenstellend bezeichnen. Die von uns für das Jahr 2016 insgesamt geplanten Ziele konnten nicht ganz erreicht werden. Hinsichtlich der regulatorischen Erfordernisse sehen wir unser Eigenkapital als angemessen an. 3. NachtragsberichtVorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2016 waren nicht zu verzeichnen. 4. Risikobericht4.1 RisikomanagementDie bewusste Übernahme, aktive Steuerung und gezielte Transformation von Risiken unter Berücksichtigung eines risiko- und ertragsadäquaten Einsatzes des Eigenkapitals stellen Kernfunktionen von Kreditinstituten dar. Im strategischen Rahmenwerk hat die Sparkasse Ostunterfranken eine Geschäftsstrategie mit integrierter Risikostrategie festgelegt. Dementsprechend gehen wir im Rahmen unseres öffentlichen Auftrags nur überschaubare Risiken ein, bei denen Ertrag und Risiko in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. In der Geschäftsstrategie sind die strategische Ausrichtung und die Ziele der Sparkasse sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele (^ langfristige und operative Zielgrößen auf Basis der Balanced Scorecard) dargestellt. Die Risikostrategie ist in Teilstrategien unterteilt, um die Ziele der Risikostrategie in allen wesentlichen Geschäftsaktivitäten zu erfassen. Die Risikostrategie ist dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis der Risikotragfähigkeit, die in der Geschäftsstrategie niedergelegten Ziele und Planungen berücksichtigt. Mit Hilfe von Risikolimiten und Risikotoleranzen wurde bestimmt, in welchem Umfang und zu welchen Bedingungen die Sparkasse bereit ist, Risiken einzugehen. Entsprechend der Risikostrategie bilden - neben dem Vorrang für Rentabilität bzw. Vermögenszuwachs und der ertragsorientierten Wachstumspolitik - die ertragsorientierte Risikopolitik die strategische Grundlage für den Umgang der Sparkasse mit Risiken. Das Risikomanagement ist dabei so ausgerichtet, Risiken rechtzeitig zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten sowie ggf. gegensteuernde Maßnahmen im Sinne eines aktiven Risikomanagements und -controllings einzuleiten. Für alle Teilschritte sind dabei Verantwortlichkeiten festgelegt. Der Verwaltungsrat bestimmt die Richtlinien für die Geschäfte der Sparkasse, erlässt die Geschäftsanweisung für den Vorstand und überwacht dessen Tätigkeit. Der Vorstand der Sparkasse legt neben der geschäftspolitischen Zielsetzung die wesentlichen strategischen und methodischen Ausrichtungen fest und bestimmt die Höhe des zur Risikoabdeckung zur Verfügung stehenden Risikodeckungspotenzials (Gesamtbanklimit) sowie dessen Verteilung auf die einzelnen Risikoarten (Teillimite). Die Aufgabe der Risikosteuerung wird dann dezentral in den verschiedenen Geschäftsbereichen wahrgenommen. Die Steuerung der Adressenausfallrisiken aus dem Kundenkreditgeschäft erfolgt im Bereich Marktservice Aktiv u. a. auf Basis der vom Vorstand erlassenen strategischen Grundsätze, Votierungskompetenzen sowie anhand der eingerichteten Limite bzw. Schwellenwerte (bspw. Größenklassen, Branchen), die u. a. auch als Ampel- bzw. Frühwarnsystem fungieren. Der Geschäftsbereich Eigengeschäft steuert die Adressenausfallrisiken aus Handelsgeschäften und die Liquiditätsrisiken, während Marktpreisrisiken im Geschäftsbereich Unternehmenssteuerung gesteuert werden. Dazu wurden entsprechende Limite bzw. Schwellen-/ Mindestwerte und Grundsätze seitens des Vorstands festgelegt und eingerichtet (bspw. Rahmengrundsätze, Risikolimite, Emittentenlimite). Die Berichte über die Risikosituation der Sparkasse Ostunterfranken erfolgen schriftlich und adressatengerecht in Form eines vierteljährlichen Risikogesamtberichts ("Management Summary") sowie zusätzlicher, detaillierter Teilrisikoberichte an die internen Fachbereiche, den Vorstand und in aggregierter Form ("Management Summary") an den Verwaltungsrat. Eine ad-hoc-Berichterstattung ist bei Risikoereignissen von wesentlicher Bedeutung an den Vorstand und den Verwaltungsrat vorgesehen. Einen gesonderten Risikoausschuss hat der Verwaltungsrat nicht eingerichtet. Die angewandten Methoden zur Messung, Steuerung und Aggregation aller Risikoarten werden kontinuierlich weiterentwickelt und regelmäßig an die Anforderungen der Sparkasse Ostunterfranken, die aktuellen Marktgegebenheiten und die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst. Im Mittelpunkt des Risikomanagements steht, die Risiken des Sparkassenbetriebs transparent und dadurch steuerbar zu machen. 4.2 RisikocontrollingZur Steuerung und Überwachung der mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken hat die Sparkasse Ostunterfranken ein Risikomanagement- und -controllingsystem eingerichtet, welches auf einer Risikostrategie beruht und dessen Ausgestaltung sich nach Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt der Geschäftstätigkeit richtet. Die Risikosteuerung erfolgt dabei GuV-orientiert auf Basis handelsrechtlicher Vorschriften. In Teilbereichen wird diese Sichtweise durch wertorientierte Aspekte ergänzt. Die Sparkasse Ostunterfranken hat folgende Risikoarten als wesentlich definiert: Adressenausfall-, Marktpreis-, Liquiditätsrisiko und operationelles Risiko. Das System ist dabei so ausgerichtet, Risiken rechtzeitig zu identifizieren und gegensteuernde Maßnahmen im Sinne eines aktiven Risikomanagements und -controllings einzuleiten (Risikobeurteilung, -steuerung und -überwachung). Das Risikocontrolling ist aufbauorganisatorisch von den Bereichen, die Geschäfte initiieren oder abschließen, getrennt. Dem Risikocontrolling obliegt die Überprüfung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren sowie die Einrichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und Risikocontrollingprozesse. Zusätzlich verantwortet das Risikocontrolling die Umsetzung der aufsichtsrechtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnungen und die laufende Überwachung der Einhaltung von Risikolimiten. Es unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie beteiligt. Diese für die Überwachung und Steuerung von Risiken zuständige Risikocontrolling-Funktion wird in der Abteilung Unternehmenssteuerung wahrgenommen. Die Leitung der Risikocontrolling-Funktion obliegt dem Leiter der Unternehmenssteuerung. Unterstellt ist er dem Marktfolgevorstand im Sinne der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk). Zur Sicherung der Risikotragfähigkeit (RTF) in der Gesamtbanksteuerung setzt die Sparkasse Ostunterfranken das Konzept bzw. die Methode des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands ein ("DSGV-RTF-Rechner"). Die Messung und Überwachung der Risikotragfähigkeit erfolgt dabei mindestens vierteljährlich strukturiert nach den einzelnen Risikoarten auf Basis eines Risikofall-Szenarios und eines ExtremfallSzenarios sowie jährlich durchgeführter weiterer Stresstests. Der Betrachtungszeitraum beträgt dabei 12 Monate rollierend ("echte" rollierende 12-Monatsbetrachtung). Für jede Risikoart werden im Rahmen der Szenarien Risikowerte quantifiziert und aggregiert und dem Risikodeckungspotenzial gegenübergestellt, das diese Risiken mindestens abdecken muss. Ziel dieses Steuerungsverfahrens ist es, den Fortbestand der Sparkasse Ostunterfranken auch nach Eintritt der Risiken zu gewährleisten ("Going-Concern-Ansatz"). Daher werden dem Risikodeckungspotenzial der Sparkasse nur die Kapital- und Ertragsbestandteile zugeordnet, die für eine Fortführung des Geschäftsmodells nicht zwingend erforderlich sind. Die Quantifizierung der Risiken erfolgt dabei in der Regel auf Basis historischer Parameterwerte und Verlustgrößen. Für die Risikoquantifizierung wird, sofern sinnvoll, auf Szenarioberechnungen mit einem Konfidenzniveau von 95% für einen rollierenden Zeitraum von 12 Monaten zurückgegriffen. In Einzelfällen kommen alternative Ansätze zum tragen. Zusätzlich werden keine risikomindernden Korrelationseffekte zwischen den Risikoarten berücksichtigt, d. h. durch die Addition der Einzelrisiken führt dies in der Regel zu einer deutlichen Überzeichnung des tatsächlich diversifizierten Gesamtrisikos. Eine Risikoquantifizierung auf Basis seltener und unerwarteter Verlustausprägungen ist somit gewährleistet. Zur laufenden Überwachung hat die Sparkasse Ostunterfranken ein Limitsystem über alle Risikoarten installiert, das die eingegangenen Risiken auf Ebene der Teilrisikoarten begrenzt. Der Gesamtumfang des Limitsystems - das RTF-Gesamtbanklimit - leitet sich dabei aus dem Risikodeckungspotenzial ab und ist so bemessen, dass auch bei einer vollen Ausschöpfung durch GuV-wirksame Verluste die erwarteten Erträge sowie Teile der vorhandenen Vorsorgereserven für allgemeine Bankrisiken (§§ 340f und 340g HGB) zur Deckung ausreichen würden. Innerhalb der Limitierung der Risikoarten existieren Schwellenwerte, bei deren Erreichen Maßnahmen eingeleitet werden, um eine Überschreitung des Limits zu vermeiden. Zusätzlich sind für alle Risikokategorien sogenannte Frühwarnindikatoren festgelegt worden, die frühzeitig Hinweise auf sich abzeichnende Risikoerhöhungen geben. Auf dieser Grundlage ist gewährleistet, dass die Risikotragfähigkeit der Sparkasse Ostunterfranken per Stichtag und während des Betrachtungszeitraums gegeben ist. Über die vierteljährlichen Risikoszenarien hinaus wird jährlich im Rahmen weiterer Stresstests die Entwicklung der einzelnen Teilrisiken unter Extrembedingungen (z. B. inverser Stresstest) bzw. bei einem schweren konjunkturellen Abschwung simuliert, um die Anfälligkeit der Sparkasse gegenüber unwahrscheinlichen, aber plausiblen Ereignissen sowie die Auswirkungen auf die Widerstandsfähigkeit der Sparkasse zu analysieren. Die Ergebnisse dieser Stresstests werden bei der Beurteilung der Risikotragfähigkeit berücksichtigt und stellen damit eine ergänzende Abbildung der Risikosituation der Sparkasse dar. Neben einer kritischen Reflexion der Stresstest-Ergebnisse wird eine Gegenüberstellung von Risiken und Deckungsmassen zur Darstellung möglicher Auswirkungen auf das Risikodeckungspotenzial vorgenommen. Die dem Risikomanagement zu Grunde liegenden Prozesse sind im Risikohandbuch bzw. in Arbeitsanweisungen/Prozessbeschreibungen im Rahmen des Unternehmenshandbuchs ebenso dokumentiert, wie die auf Basis einer Risikoinventur erkennbaren Risiken. Dabei wird jedes Risiko, abhängig von der Bedeutung für die Sparkasse, in geeigneter Weise überwacht und gesteuert. Das Risikohandbuch umfasst die organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Früherkennung, die eingesetzten betriebswirtschaftlichen Instrumente sowie die Risikodefinition, die Risikobewertung, die Überwachungs- und Reportingintervalle, die Verfahren der Risikomessung, Schwellenwerte und mögliche Steuerungsmaßnahmen. Das Risikohandbuch wird mindestens jährlich gepflegt und bei Bedarf angepasst und ist damit der zentrale Bestandteil der Dokumentation des Risikomanagementprozesses. Für die Risikomanagementorganisation gelten daneben die folgenden Grundsätze:
Die Angemessenheit der Methoden und Verfahren zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit der Sparkasse (Risikosteuerungssysteme und -methoden sowie Szenarien) wird mindestens jährlich, parallel zur jährlichen Prüfung des RTF-Gesamtbanklimits und der RTF-Teillimite, überprüft und ggf. angepasst. Die Funktionsfähigkeit und Angemessenheit aller Risikomanagementaktivitäten wird gemäß den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) durch die Interne Revision geprüft. Die in der Sparkasse Ostunterfranken eingesetzten Risikomanagementsysteme entsprechen ihrem Risikoprofil und ihrer Strategie. 4.3 Risikoarten und deren Absicherung4.3.1 AdressenausfallrisikenUnter dem Adressenausfallrisiko wird der potenzielle Verlust verstanden, der aus der Nichterfüllung von Verträgen aufgrund nicht vorhersehbarer Verschlechterungen der Bonität von Geschäftspartnern oder deren Zahlungsunfähigkeit entstehen kann. Das Kreditgeschäft ist ein wesentliches Kerngeschäft der Sparkasse, das sich aus der Aufgabenstellung der Sparkasse (Art. 2 SpkG) ergibt. Das Eingehen von Adressenausfallrisiken sowie die Kontrolle und Steuerung dieser Risiken zählt somit zur Kernkompetenz und ist von besonderer Bedeutung für die Sparkasse. Die Gefahr eines Ausfalls vertraglich zugesagter Leistungen wird im Kreditgeschäft durch die sorgfältige Auswahl der Geschäftspartner (individuelle Bonitätsbeurteilung) sowie durch die Hereinnahme von Sicherheiten begrenzt. Bei allen Kreditentscheidungen stehen die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer im Vordergrund. Des Weiteren werden Kreditlimite als Obergrenze für Kreditengagements festgelegt, die kontinuierlich überwacht werden. Durch eine laufende Bonitätsbeurteilung bzw. Bonitätsüberwachung können Kreditrisiken frühzeitig erkannt und durch entsprechende Gegensteuerungsmaßnahmen begrenzt werden. Hierzu werden verschiedene Bonitätsmerkmale, wie bspw. Nachhaltigkeit der Einkommenserzielung und Vermögensstatus nach quantitativen und qualitativen Merkmalen analysiert, gewichtet und für wesentliche Teile des Kreditgeschäfts in einem internen Ratingsystem zusammengefasst. Die Sparkasse Ostunterfranken steuert die Adressenausfallrisiken im Sinne der MaRisk mittels des Risikoklassifizierungsverfahrens der Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Bayern (SVB). Daneben werden die von der Sparkassenorganisation entwickelten internen Ratingverfahren ("Standard-Rating, Kunden-kompakt-Rating) im gewerblichen Kreditgeschäft und das Scoringverfahren im Privatkundengeschäft angewandt. Daneben greifen wir - hauptsächlich im Eigengeschäft - auf externe Ratings zurück. Die detaillierte Kreditrisiko-Einstufung des gesamten Kreditengagements auf Basis der Kreditnehmereinheit (GVK) eines Kreditnehmers bildet - neben weiteren Analyseverfahren - die Grundlage für die Kreditentscheidung und die Festlegung einer risikoadjustierten Bepreisung. In der Kreditrisikostrategie sind die Adressenausfallrisiken im Sinne der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) detailliert und umfangreich erfasst und bewertet. Die Steuerung der Adressenausfallrisiken erfolgt unter besonderer Berücksichtigung sowohl der Größenklassenstruktur als auch der Kundengruppen, der Bonität, der gestellten Sicherheiten und der Risikoklassenstruktur (per 31.12.2016):
Fast 88% unseres Kundenkreditportfolios ist mit den sehr bzw. guten Bonitätsnoten 1 bis 10 im 18-stufigen Ratingschema des DSGV bewertet. Bei den Adressenausfallrisiken im Bereich Handelsgeschäfte sind Risikolimite festgelegt. Die Limitierung leitet sich aus dem Risikodeckungspotenzial der Sparkasse ab und erfolgt unter Berücksichtigung der Handelsaktivitäten. Es wird eine Volumenslimitierung auf Geschäftspartnerebene sowie ein Ausfalllimitierung auf Sparkassen- und Portfolioebene durchgeführt. Dabei wird nach Erfüllungs-, Emittenten- und Wiedereindeckungsrisiken differenziert vorgegangen. Die Limite werden durch ein vom Handel unabhängiges Risikocontrolling überwacht und die Limitausschöpfung dem Überwachungs- und Handelsvorstand laufend vorgelegt. Die Einstufung der einzelnen Geschäftspartner wird auf Gesamtbankebene zusammengefasst. Im Rahmen der Risikoberichte werden der Vorstand und der Verwaltungsrat vierteljährlich über die Strukturmerkmale des Kreditportfolios informiert. Die Einhaltung der vereinbarten Planungen aus der Kreditrisikostrategie wird regelmäßig geprüft. Die Abschirmung der Adressenausfallrisiken ist im Rahmen unserer Risikotragfähigkeitsberechnung durch das zugewiesene Risikodeckungspotenzial sichergestellt. Zum 31.12.2016 wurden etwa 57% der zum Jahresende ausgereichten Kreditmittel an Unternehmen und Selbständige und ca. 38% an Privatkunden vergeben. Die übrigen Kredite betrafen im Wesentlichen die Öffentlichen Haushalte. Während das Privatkundenportfolio überwiegend aus Wohnungsbaufinanzierungen besteht, wird das Firmenkundenportfolio zu 60% von den Segmenten Dienstleistungen, Handel und Verarbeitendes Gewerbe dominiert. Besondere Risiken aus Risikokonzentrationen sind nicht erkennbar. Neben der vierteljährlichen Ermittlung der Adressenrisikopositionen wird die regelmäßige Analyse, Bewertung und Steuerung des Kundenkreditportfolios mit Hilfe des Modells "CreditPortfolioView" (CPV) durch die Abteilung Unternehmenssteuerung durchgeführt. Das Risikomaß ist der Credit-Value at Risk. Er bezeichnet hier die maximal ungünstigste Abweichung vom erwarteten Verlust, die bei einer unterstellten Haltedauer von einem Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% bzw. 99% nicht überschritten wird. Hierbei werden neben Kundenkreditportfoliodaten auch übergreifende Parameter wie eine Migrationsmatrix, Ausfallzeitreihen sowie Einbringungs- und Verwertungsquoten berücksichtigt. Das Kreditgeschäft der Sparkasse Ostunterfranken gliedert sich wie folgt:
Quelle: S-IBUS/STAT * DSGV/DSV per 31.12.2016 (Stand BISTA: 05.01.2017) Die Aufgliederung des zum 31.12.2016 bestehenden Gesamtbetrages der Forderungen nach Forderungsarten und kreditrisikotragenden Instrumenten nach Wertberichtigungen zeigen folgende Werte:
Quelle: Reporting für Offenlegungsbericht Forderungsarten nach Wertberichtigungen gegliedert nach Restlaufzeiten:
Quelle: Reporting für Offenlegungsbericht Aus der regional ausgerichteten Geschäftspolitik im Kundenkreditgeschäft resultiert der sehr geringe Anteil an ausländischen Kreditnehmern (per 31.12.2016: 0,1% des Gesamtkreditvolumens). Die Gesamtinvestitionen ausländischer Emittenten werden durch ein Limit begrenzt. Das Länderrisiko aus unseren Eigenanlagen stellt kein unbeherrschbares Risiko für die Sparkasse dar. Die Größenklassenstruktur zeigt insgesamt eine breite Streuung im Kundenausleihgeschäft. Der zum 31.12.2016 bestehende Gesamtbetrag der Forderungen nach Forderungsarten verteilt auf Hauptbranchen, spiegelt die Struktur der Wirtschaft in unserem Geschäftsgebiet wider, wobei gewerbliche Kunden den Schwerpunkt bilden. Darüber hinaus umfasst das Interbankengeschäft (Eigenhandelsgeschäft) der Sparkasse zum Bilanzstichtag ein Volumen von 433,2 Mio. €. Wesentliche Positionen sind dabei Schuldverschreibungen und Anleihen (313,8 Mio. €), Investmentfonds (34,1 Mio. €) sowie Forderungen an Kreditinstitute (85,2 Mio. €). Ein wesentlicher Teil der Eigenanlagen entfällt dabei insbesondere im Geldmarktbereich auf Partnerinstitute im S-Finanzverbund, der durch den Haftungsverbund der Sparkassen und Landesbanken abgesichert ist. Dies ist u. a. bedingt durch die Geschäftsstruktur der bayerischen Sparkassen und die historisch enge Verzahnung zur BayernLB. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen (§ 3 SpkO), der Eigentümerstruktur der BayernLB, sowie der konsequent fortgeführten Risikobereinigung und des überarbeiteten Geschäftsmodells der BayernLB erwachsen der Sparkasse aus dieser Risikokonzentration keine besonderen strukturellen Risiken bzw. halten wir diese für vertretbar. Konzentrations- bzw. Klumpenrisiken im Bereich der Handelsgeschäfte liegen darüber hinaus, gemessen an der Auslastung der Emittentenlimite (Auslastung Jahresende 2016: 56,1%), nicht vor. Risikokonzentrationen im Eigengeschäft werden darüber hinaus jährlich analysiert. Die in der Asset-Allocation definierte Soll-Struktur wird eingehalten. Das Eigengeschäftsportfolio ist sowohl nach Größenklassen, Branchen als auch nach Ratinggruppen gut diversifiziert. Die im Bestand befindlichen Eigenanlagen und Forderungen im Interbankengeschäft wiesen zum Stichtag 31.12.2016 übertragen auf die DSGV-Skala durchgängig ein Rating ohne erhöhte Bonitätsrisiken auf. Lediglich 7,5 Mio. € (1,8% des Gesamtvolumens) liegen im sog. Non Investment-Grade. Alle Papiere befinden sich jedoch in Ratingklassen <10, was mindestens der SVB-Ratingklasse 1B entspricht. Die Adressenausfallrisiken von Eigenanlagen werden von der Sparkasse grundsätzlich zum Zeitpunkt der erstmaligen Kreditgewährung/Limiteinräumung als auch im Rahmen der turnusmäßigen, jährlichen Überprüfung bewertet. Hierüber wird dem Vorstand zeitnah berichtet. Die Adressenausfallrisiken aus Handelsgeschäften bewegten sich im gesamten Geschäftsjahr 2016 innerhalb der im Rahmen der Risikotragfähigkeit festgelegten Grenzen. Zum Jahresende 2016 war das Risikolimit für diese Risiken zu 53,4% ausgelastet. Die Risikosituation kann somit als tragbar angesehen werden. Dem Vorstand stehen zur Beurteilung der Adressenausfallrisiken der vierteljährliche MaRisk-Kreditrisikobericht, der vierteljährliche Risikogesamtbericht ("Management Summary") sowie der jährliche Bericht zu Ratingveränderungen für das Eigengeschäft und monatlich für das Kundenkreditgeschäft zur Verfügung. Die Sparkasse verfügt über Steuerungsinstrumente, um frühzeitig Adressenausfallrisiken bei Kreditengagements zu erkennen, zu steuern, zu bewerten und im Jahresabschluss durch Risikovorsorge (Einzelwertberichtigungen, Rückstellungen) abzuschirmen. Den erkennbaren Risiken des Kreditgeschäfts wird durch eine angemessene Risikovorsorgebildung Rechnung getragen. Die Kreditengagements werden regelmäßig dahingehend überprüft, ob Risikovorsorgebedarf besteht. Für konkret bestehende Bonitätsrisiken eines Kreditnehmers wird durch Einzelwertberichtigungen (EWB) und Rückstellungen in Höhe des potenziellen Ausfalls Vorsorge getroffen. Für latente Ausfallrisiken bildet die Sparkasse Pauschalwertberichtigungen. Darüber hinaus bestehen Vorsorgen für allgemeine Bankrisiken nach § 340f HGB. In den Prozessbeschreibungen sind die Berechnungsweisen sowie die Prozesse zur Genehmigung der Risikovorsorgen geregelt. Der Bestand an Risikovorsorge deckt die Risiken ausreichend ab. Die Entwicklung der Risikovorsorge im Berichtsjahr 2016 zeigt im Vergleich zum Vorjahr eine positive Veränderung. Der Bestand an Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft ist um 1 Mio. € gesunken, was auf die positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den damit einhergehenden Rückgang in den rückständigen Kreditvolumina sowie Eingänge aus abgeschriebenen Forderungen zurückzuführen ist. Insgesamt ist unser Kundenkreditportfolio sowohl nach Branchen und Größenklassen als auch nach Bonitätseinstufungen gut diversifiziert. Unter Beteiligungsrisiko wird das Risiko eines möglichen Bewertungsverlusts (finanzieller Verlust aufgrund von Wertminderungen des Beteiligungsportfolios) aufgrund von nachteiligen Veränderungen der Unternehmenswerte der im Beteiligungsportfolio der Sparkasse enthaltenen Beteiligungen verstanden. Darüber hinaus können sich zusätzliche Haftungsrisiken aus abgeschlossenen Ergebnisabführungsverträgen ergeben. Das Beteiligungsportfolio der Sparkasse in Höhe von 18,3 Mio. € setzt sich zum größten Teil aus strategischen Verbundbeteiligungen zusammen, die direkt oder indirekt über den Sparkassenverband Bayern treuhänderisch gehalten werden. Durch die strategische Ausrichtung zur Stärkung des Sparkassenfinanz-verbundes, besteht der weit überwiegende Teil unseres Beteiligungsportfolios aus Anteilen an Kreditinstituten (52%; BayernLB, DEKA, LBS) und Versicherungen (44%). Das Portfolio weist eine hohe Konzentration auf, da die drei größten Beteiligungen ca. 84% des Gesamtbestandes auf sich vereinigen. Als Folge der Null- bzw. Negativzinspolitik bestehen künftig noch Abschreibungsrisiken, die jedoch keinen bestandsgefährdenden oder die wirtschaftliche Entwicklung der Sparkasse beeinträchtigenden Umfang annehmen. Bisher eingetretenen Wertminderungen wurde durch Abschreibungen angemessen Rechnung getragen. Die Beteiligungsrisiken sind über ein Limitsystem in das Risikotragfähigkeitskonzept der Sparkasse einbezogen und werden angemessen in den Stresstests berücksichtigt. Die Risikoparameter zur Risikoquantifizierung werden aus dem Vergleichsindex europäischer Nachranganleihen im Finanzsektor für einen Risikobetrachtungszeitraum von 1 Jahr bei einem Konfidenzniveau von 95% abgeleitet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bewegten sich die Risiken aus Beteiligungen stets im Rahmen der vorgegebenen Limite. Das Beteiligungscontrolling erfolgt für die Verbundbeteiligungen durch den Sparkassenverband Bayern und für die sonstigen Beteiligungen durch die Abteilung Finanz- und Rechnungswesen. Neben der Risikoquantifizierung erfolgt zusätzlich eine qualitative Beurteilung der Unternehmensentwicklung, bspw. u. a. anhand der Durchsicht von Jahresabschlüssen oder Geschäftsberichten, Kontrolle der Beteiligungskonten, Finanzreportings. Die Sparkasse ist Mitglied am Sparkassenverband Bayern. Als Mitglied ist sie verpflichtet, über Umlagen den nicht anderweitig gedeckten Verbandsaufwand entsprechend dem maßgeblichen Umlageschlüssel abzudecken. Dies gilt auch für den Fall, dass die erwarteten Erträge die aus den im Rahmen dieser Konstruktionen möglicherweise entstehenden Aufwendungen nicht abdecken. 4.3.2 MarktpreisrisikenUnter Marktpreisrisiko wird das Risiko eines möglichen Verlustes aufgrund nachteiliger Veränderung der Marktpreise oder der preisbeeinflussenden Parameter, mögliche Ertragseinbußen, die sich aus der Veränderung der Marktpreise für Wertpapiere und Devisen sowie aus Schwankungen der Zinssätze und Kurse ergeben, verstanden. Das Marktpreisrisiko umfasst Zinsänderungsrisiken (Zinsspannen- und Abschreibungsrisiko), Credit-Spread-Risiken, Aktienkurs- und Währungsrisiken. Credit-Spreads drücken den Renditezuschlag für ausfallrisikobehaftete Anleihen im Vergleich zu ausfallrisikolosen Anleihen aus. Alle wesentlichen Marktpreisrisiken werden regelmäßig nach Art und Höhe bewertet. Die Geschäftsleitung wird abhängig von Art und Umfang des Risikos täglich, monatlich oder vierteljährlich über die Ergebnisse informiert. Marktpreisrisiken werden gesteuert mit dem Ziel, das Risiko für die Sparkasse gemäß ihrer Geschäfts- und Risikostrategie auf ein vertretbares Maß zu beschränken bzw. die finanziellen Ressourcen nicht unangemessen zu belasten und gleichzeitig vorhandene Chancen zur Generierung von Erträgen zu nutzen. Ziel ist ein ausgewogenes Chance-Risiko-Verhältnis. Für Marktpreisrisiken aus Handelsgeschäften im Sinne der MaRisk ist im Bereich der GuV-orientierten Limitierung im Risikomesssystem ein RTF-Teillimit festgelegt. Dieses Teillimit wird aus der periodenorientierten Risikotragfähigkeit abgeleitet und durch die Summe aller Handelsergebnisse ausgelastet. Die Marktpreisrisiken werden täglich auf Basis aktueller Marktpreise und möglicher Marktpreisveränderungen durch die Abteilung Unternehmenssteuerung ermittelt und auf das aus dem Risikotragfähigkeitskonzept abgeleiteten Teillimit für das Handelsgeschäft (Bewertungsrisiko Wertpapiere) angerechnet. Die Auswirkung potenzieller Marktpreisrisiken (Zinsänderungs- und Spreadrisiken) auf das Handelsergebnis wird täglich auf Basis einer Risikofall-Szenarioanalyse (95% Konfidenzniveau, rollierend 12 Monate, mindestens jedoch +100 BP) simuliert und überwacht. Zur Überwachung der Marktpreisrisiken wird im vom Handel unabhängigen Risikocontrolling das Programm SimCorp Dimension eingesetzt, um die tägliche Prüfung der Einhaltung bestehender handelsrechtlicher Limite sicherzustellen. Im Rahmen ihres Risikotragfähigkeitskonzepts führt die Sparkasse mindestens vierteljährlich ein Risikofall-Szenario (95% Konfidenzniveau, rollierend 12 Monate, mindestens jedoch +100 BP) und ein Extremfall-Szenario (99% Konfidenzniveau, rollierend 12 Monate, mindestens jedoch +100 BP) durch, die jeweils auch Wiederanlage- bzw. Neugeschäftsannahmen beinhalten, die mindestens jährlich überprüft werden. Für Zinsinstrumente wird, in Abhängigkeit der Assetklasse ein individuelles branchen- und ratingabhängiges Renditeszenario, das sowohl mögliche Zins- als auch Spreadrisiken berücksichtigt, unterstellt. Bei Investmentfonds werden prozentuale Kursabschläge vom jeweils aktuellen Marktwert angenommen, die individuell für jeden Fonds auf Basis der risikoorientierten Fonddurchschau festgelegt werden. Die Auswirkungen, der sich aus den Szenarien ergebenden Marktwertänderungen, werden mit einem Planungshorizont von rollierend 12 Monaten ermittelt. Damit werden auch mögliche außergewöhnliche Marktentwicklungen entsprechend berücksichtigt. Geschäfte in fremder Währung tätigt die Sparkasse nur in geringem Umfang und zur Befriedigung von Kundenbedürfnissen. Zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs hält die Sparkasse offene Fremdwährungspositionen (Devisenpositionen) für die eine Obergrenze festgelegt wurde, die täglich überwacht wird. Darüber hinausgehende Währungsgeschäfte mit unseren Kunden (Fremdwährungskredite, Devisentermingeschäfte) werden über die BayernLB vermittelt. Eine gesonderte Berechnung der Fremdwährungsrisiken erfolgt aufgrund des unwesentlichen Volumens an Beständen in fremder Währung nicht. Die Marktpreisrisiken bewegten sich in 2016 jederzeit innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Limitsystems. Zum Jahresende war das Marktpreisrisikolimit für Handelsgeschäfte zu 65,2% ausgelastet, so dass die Sparkasse von einer als vertretbar einzustufenden Risikosituation ausgeht. Die Bewertung und Analyse von Zinsänderungsrisiken auf Gesamtbankebene erfolgt nach der Ertragswertperspektive unter Einsatz betriebswirtschaftlicher Instrumente und Verfahren. Zur institutsspezifischen Risikosteuerung bei der periodischen Ermittlung des Zinsspannenrisikos für das Gesamtinstitut nutzt die Sparkasse diesbezüglich regelmäßig den GuV-Planer. Auf Basis von Annahmen bezüglich des Zinsanpassungsverhaltens (bspw. Mischungsverhältnisse variabler Positionen), wird berechnet, wie sich die Zinsentwicklung auf die einzelnen Bilanzpositionen (inklusive der Eigengeschäftspositionen) auswirkt. Dabei werden im Risikofall-Szenario die negativen Auswirkungen auf den Zinsüberschuss auf Basis historischer Zinsveränderungen (Basis: Swap-Kurve ab 01.01.2006) bei einem Zinsschock über alle Laufzeiten (95% Konfidenzniveau) rollierend 12 Monate, plus der negativen Auswirkungen auf den Zinsüberschuss bei einer Einengung der Margen im Neugeschäft (5%, mindestens 5 BP), simuliert. Zusätzlich berücksichtigt die Sparkasse als Teil des Zinsänderungsrisikos auch die Risiken, die aus impliziten Optionen für optionale und statistische Ausüber erwachsen können. Die Ermittlung und Bewertung dieses Zinsänderungsrisikos erfolgt vierteljährlich. Der ermittelte Risikowert wird dem Limit für das Zinsspannenrisiko, das aus der periodenorientierten Risikotragfähigkeit abgeleitet ist, sowie als weiterem Schwellenwert dem Betriebsergebnis vor Bewertung aus der laufenden Prognoserechnung, gegenübergestellt - hier nur das "reine" Zinsänderungsrisiko ohne Margenrisiko. Das periodenorientierte Zinsänderungsrisiko (inklusive des Margenrisikos) im Risikofall-Szenario bewegte sich im gesamten Geschäftsjahr 2016 innerhalb des Limits. Bestandsgefährdende oder die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Sparkasse im wesentlichen Umfang beeinträchtigende Risiken ergeben sich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht daraus. Um mögliche außergewöhnliche Marktentwicklungen zu berücksichtigen, wird zudem - ebenfalls vierteljährlich - ein Extremfall-Szenario (99% Konfidenzniveau, rollierend 12 Monate) auf Gesamtbankebene simuliert. Zur GuV-orientierten Steuerung und Überwachung der Zinsänderungsrisiken wird dem Vorstand monatlich im Rahmen einer Vorstandssitzung ein Bericht über die Risikoentwicklung, sowohl im Bereich der Handelsgeschäfte, als auch für das Zinsänderungsrisiko auf Gesamtbankebene, zur Verfügung gestellt. Daneben erhält die Geschäftsleitung monatlich einen Report über die wertorientierte Risikodarstellung der Zinsänderungsrisiken auf Gesamtbankebene (Treasury), wobei diese Ergebnisse ausschließlich der zusätzlichen Information dienen. Zur Anwendung kommen dabei die Systeme sDis, CashVer und Varan. Um die Durchgängigkeit in der Gesamtbanksteuerung zu gewährleisten, werden wo möglich die gleichen Annahmen zum Zinsanpassungsverhalten analog zur Ertragswertperspektive eingesetzt. Einerseits werden aus dem Cashflow mittels einer modernen historischen Simulation Risiko- und Ertragskennzahlen auf Basis einer Haltedauer von 90 Tagen ermittelt und auf der anderen Seite die Barwertveränderung bei einem Zinsveränderung von -/+200 BP über Nacht berechnet. Dieser sich daraus ergebende (schlechtere) sog. Basel-II-Koeffizient betrug zum Bilanzstichtag 13,8% der haftenden Eigenmittel. 4.3.3 LiquiditätsrisikenDas Liquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr, dass Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt ihrer Fälligkeit nicht oder nicht vollständig erfüllt werden können (Liquiditätsrisiko i.e.S.), zusätzliche Refinanzierungsmittel nur zu erhöhten Marktzinsen beschafft werden können (Refinanzierungsrisiko) oder vorhandene Vermögenswerte nur mit Preisabschlägen verwertet werden können (Marktliquiditätsrisiko). Zur Messung und Limitierung der Liquiditätsrisiken orientiert sich die Sparkasse an den Anforderungen des § 11 KWG in Verbindung mit der Liquiditätsverordnung (LiqV) und den MaRisk sowie der im Zuge von Basel III etablierten Liquidity Coverage Ratio (LCR delVO ^ Mindestliquiditätsquote) zur Bewertung des kurzfristigen Liquiditätsrisikos. Die Messung des Liquiditätsrisikos erfolgt dabei auf Basis von Szenariorechnungen, welche auf Ebene der Cashflow-Bilanz der Sparkasse Mittelzu- und -abflüsse simulieren. Anhaltspunkte hierfür liefern, neben den Parametern zur Berechnung der aufsichtlichen Kennzahlen gemäß LiqV und LCR delVO auch die historischen Zeitreihen aus dem Kundengeschäft, die über statistische Kennzahlen in die Berechnung mit einfließen. Dem Liquiditätsrisiko wird durch eine angemessene Liquiditätsplanung, eine tägliche Disposition und eine möglichst ausgewogene Strukturierung der Aktiva und Passiva vorgebeugt. Die Liquiditätsbeschaffung erfolgt überwiegend über Kundeneinlagen. Als wesentliches Steuerungsinstrument zur Beschaffung von Liquidität wird zudem der gesicherte und ausreichende Zugang zur Deutschen Bundesbank (Zentralbankgeld bzw. -instrumente) angesehen. Die Simulation zum Bilanzstichtag zeigt, dass die vorhandenen Refinanzierungsmittel ausreichen, um die Zahlungsmittelabflüsse unter Risikobedingungen 49 Monate -und damit deutlich über der im Rahmen des Risikotragfähigkeitskonzeptes definierten Risikotoleranz von rollierend einem Jahr - zu decken (Survival Period - Überlebenszeitraum). Selbst unter weiter verschärfenden Risikobedingungen des Stressszenarios 1 lag die Survival Period zum Bilanzstichtag über der Risikotoleranz. Das in der Sparkasse auf Grundlage ihres kleinteiligen Kundengeschäfts und der daraus resultierenden stabilen Refinanzierungsstruktur eingerichtete (einfache) Verrechnungssystem (LVS) zur verursachungsgerechten internen Verrechnung der jeweiligen Liquiditätskosten, -nutzen und -risiken, zeigt zum Bilanzstichtag, dass die Sparkasse in ihrem IST-Geschäft bis 2022 positive Liquiditätsbeiträge erwirtschaftet, so dass eine Berücksichtigung möglicher Liquiditätskosten in der Risikotragfähigkeitsberechnung als zukünftiges Risiko derzeit nicht erforderlich ist. Das Liquiditätsrisiko wird durch die Sparkasse durch eine tägliche Disposition sowie eine monatliche Überwachung unter Einbeziehung aller im weiteren 12-Monats-Verlauf eintretenden Fälligkeiten durch die Unternehmenssteuerung überwacht (monatlicher Bericht über Liquiditätsrisiken). In diesem Bericht werden dabei unwiderrufliche Kreditzusagen bzw. offene Darlehenszusagen entsprechend berücksichtigt. Um mögliche Liquiditätsengpässe frühzeitig erkennen zu können, hat die Sparkasse ein Frühwarnsystem in Form von Schwellenwerten bei der Liquiditätskennzahl und der Beobachtungskennziffer Laufzeitenband II eingerichtet. Handlungsalternativen wurden definiert und ein Notfallplan für einen tatsächlichen Liquiditätsengpass erstellt. Schwellenwerte mit Ampelsystem wurden als Auslöser für Handlungsoptionen zur Liquiditätssicherung definiert. Die aufsichtlichen Vorgaben zur Liquiditätsdeckungsquote gemäß LCR delVO werden beim Liquiditätsmanagement berücksichtigt. Die Einhaltung der LCR war zu jeder Zeit gewährleistet. Im Berichtszeitraum 2016 lag dieser Wert zu den Meldestichtagen stets im Korridor zwischen 1,50 und 0,79 und somit immer über dem geforderten Mindestwert von 0,7. Daneben hat die Sparkasse interne Schwellenwerte zur Einhaltung der LCR delVO eingerichtet, die deutlich über die Mindestanforderungen hinausgehen. Informationen zur Liquiditätssituation und evtl. bestehender Liquiditätsengpässe der Sparkasse werden dem Vorstand mindestens monatlich mittels des Liquiditätsrisikoberichts durch die Unternehmenssteuerung in Form einer Mittelzu- und Mittelabflussbilanz, Liquiditätskennziffern gemäß LiqV und LCR delVO, Über- und Unterdeckung etc. zur Verfügung gestellt. Daneben wird der Vorstand vierteljährlich im Rahmen der Risikotragfähigkeitsberichterstattung über die Ergebnisse der Liquiditätsrisikosimulation (Survival Period) sowie das Liquiditätskostenverrechnungssystem (LVS) informiert. Der Verwaltungsrat erhält die entsprechenden Informationen zur Liquiditätssituation im Rahmen des vierteljährlichen Risikogesamtberichts der Sparkasse ("Management Summary"). Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Zahlungsbereitschaft der Sparkasse im Berichtszeitraum jederzeit voll gegeben war und eine ausreichende Liquidität gewährleistet ist. Es sind keine Liquiditätsengpässe zu erwarten. Aus dem Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiko sind aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden oder die nachhaltige Entwicklung der Sparkasse Ostunterfranken in wesentlichem Umfang beeinträchtigenden Risiken erkennbar. 4.3.4 Operationelle und sonstige RisikenUnter operationellen Risiken versteht die Sparkasse die Gefahr von Schäden, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder infolge externer Einflüsse eintreten können. Unser Ziel ist es, alle wesentlichen Risiken zu erkennen, um so den kontrollierten Umgang mit den Risiken zu ermöglichen und letztendlich die Eintrittswahrscheinlichkeit von Verlusten zu vermeiden bzw. diese zu verringern. Dem operationellen Risiko wird mit zahlreichen Maßnahmen entgegengewirkt. Zu den installierten Regelungen bzw. Verfahren zum Management der operationellen Risiken zählen insbesondere zentrale Vorgaben durch Arbeitsanweisungen (Prozessbeschreibungen), prozessintegrierte Kontrollen, das interne Kontrollsystem, die wesentlichen Arbeitsabläufe, der Einsatz von qualifiziertem Personal sowie die ständige Weiterentwicklung der Methoden und die Verbesserung der technischen Abläufe. Betriebsrisiken aus dem IT-Bereich, aus Organisations- und Bearbeitungsfehlern werden durch Vereinbarungen mit einem externen Rechenzentrum, Notfallkonzepte, zunehmende Automatisierung und ständigen Kontrollen, qualifizierte Mitarbeiter etc. gemindert. Versicherbare Gefahrenpotenziale hat die Sparkasse grundsätzlich durch Versicherungsverträge im banküblichen Umfang abgeschirmt. Rechtliche Risiken werden durch sorgfältige Prüfung der vertraglichen Grundlagen, Einsatz rechtlich geprüfter Standardverträge bzw. Vertragsformulierungen und durch den Einsatz von auch gesetzlich geforderten Sicherheits-, Compliance nach WpHG-, Compliance nach MaRisk i.e.S.-, Hinweisgebersystem-, Datenschutz-, Geldwäsche- und Betrugspräventionsbeauftragten, Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter sowie ein IT-Sicherheitsmanagement reduziert. Daneben hat die Sparkasse zur Förderung der Compliance-Kultur Compliance-Richtlinien (Verhaltenskodex) mit dem Ziel erlassen, kontinuierlich Risiken zu minimieren sowie die Effizienz und Effektivität zu steigern. Bei der Sparkasse werden operationelle Risiken im Rahmen der Risikoinventur einmal jährlich identifiziert und im Risikohandbuch der Sparkasse bzw. im Risikohandbuch "Operationelle Risiken" dokumentiert. Zur umfassenden Identifikation, Messung und Bewertung operationeller Risiken setzt die Sparkasse die OpRisk-Anwendung unter OSPlus ein. In der Schadensfalldatenbank werden alle tatsächlich aufgetretenen Schadensfälle erfasst und analysiert und entsprechend im Rahmen des Risikotragfähigkeitskonzepts der Sparkasse berücksichtigt (ex-post Betrachtung). Jährlich werden von einer Arbeitsgruppe entwickelte Risikoszenarien gemeinsam diskutiert und deren Verlustpotenziale eingeschätzt (ex-ante Betrachtung). Dazu nutzen wir auch unser Beschwerdemanagement, um so auch aus Kundensicht Anhaltspunkte für mögliche operationelle Risiken zu gewinnen. Zentrale Elemente der Steuerung sind das Überwachungssystem durch das OR-Controlling in der Unternehmenssteuerung, die Tätigkeit der Internen Revision und die Berichterstattung des OR-Controllings an den Vorstand. Der Vorstand und der Verwaltungsrat werden mindestens jährlich durch die Unternehmenssteuerung (OR-Controlling) über die aufgetretenen Schadensfälle (ex-post) sowie die Einschätzung künftiger Verlustpotenziale (ex-ante) und Maßnahmen zur Risikosteuerung informiert. Bei Schäden von wesentlicher Bedeutung (>25 T€) erfolgt eine ad hoc-Berichterstattung an den Vorstand bzw. an den Verwaltungsrat (>100 T€). Bezüglich operationeller Risiken hat die Sparkasse im Rahmen ihres Risikotragfähigkeitskonzeptes ein Limit in Höhe von 500 T€ eingerichtet, das während des Berichtszeitraums stets eingehalten wurde. Der Umfang der operationellen Risiken wird als gering eingeschätzt. Die operationellen Risiken werden in der Risikotragfähigkeit angemessen berücksichtigt. Die dargestellten Risiken werden nach unserer derzeitigen Einschätzung die künftige Entwicklung der Sparkasse nicht wesentlich beeinträchtigen. 4.4 Zusammenfassende Beurteilung der Risikolage der SparkasseDie Sparkasse Ostunterfranken verfügt über ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit angemessenes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß § 25a KWG. Durch das Risikomanagement und -controlling der Sparkasse können die Risiken frühzeitig identifiziert, Informationen über die Risiken an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet und gesteuert werden. Die Ermittlung der Risiken im Rahmen der vierteljährlichen Risikotragfähigkeitsanalysen erfolgt in der rollierenden 12-Monatsbetrachtung. Bei der Beurteilung der Risikolage ergeben sich auf Basis der Gewinn- und Verlustrechnung (periodenorientierte Sichtweise) aktuell keine Anzeichen auf erhöhte Risiken. Die Risiken im Geschäftsjahr 2016 bewegten sich jederzeit innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Gesamtbanklimits (RTF-Limit). Das Gesamtbanklimit war im Risikofall-Szenario am Bilanzstichtag nach einer in 2016 erfolgten Reduzierung des RTF-Limits mit 78% ausgelastet und lässt damit auch Spielraum für begrenzte ertragsorientierte Ausweitung der Risikopositionen. Die zusätzlich jährlich durchgeführten Stresstests zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse bzw. Marktentwicklungen durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können. Die Risikolage ist nach Ansicht der Sparkasse als nicht erhöht einzustufen bzw. zu bewerten. Bestandsgefährdende Risiken sind nicht erkennbar. Insgesamt entsprechen die Risikomanagementsysteme der Sparkasse ihrem Risikoprofil und ihrer Strategie. Wir halten die Eigenkapitalausstattung auch unter Berücksichtigung der gestiegenen Anforderungen, die zusätzlich auch aus dem Supervisory and Evaluation Process (SREP) resultieren, hinsichtlich der Unterlegung der aktuellen und zukünftigen Aktivitäten der Sparkasse für angemessen. Die Sparkasse geht von keinen über das übliche geschäftliche Maß hinausgehenden Risiken aus bzw. sind diese derzeit erkennbar. 5 Prognose- und Chancenbericht5.1 PrognoseberichtWirtschaftliches UmfeldAnalog der Prognosen führender Wirtschaftsforschungsinstitute sowie auf Basis des Jahreswirtschaftsberichts der Bundesregierung und der Prognose der Bundesbank erwarten wir für 2017 ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von rd. +1,4% bei einer Bandbreite von 1,0% bis 1,8% (2016: +1,9%). Die Arbeitslosenquote wird im Jahresdurchschnitt gesehen für 2017 auf 5,9% nach 6,1% in 2016 prognostiziert. Dabei dürfte die im Grundsatz günstige Arbeitsmarktentwicklung den Frühindikatoren zufolge wieder deutlicher zum Vorschein kommen und die Beschäftigung verstärkt zulegen. Die Arbeitslosigkeit sollte weiter sinken, wenngleich sich das Tempo des Rückgangs vermindern dürfte. Außerdem wird trotz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen die Zahl arbeitsloser Flüchtlinge zunächst noch zunehmen. In unserem Geschäftsgebiet, dem Landkreis Haßberge, erwarten wir - wie in den Vorjahren -weiterhin eine Arbeitslosenquote deutlich unter dem bundesdeutschen und bayerischen Durchschnitt (Dezember 2016: 2,8%, Bayern: 3,3%; Bund: 5,8%). Der Anstieg der Verbraucherpreise (harmonisierter Verbraucherpreisindex) wird für 2017 auf ca. 1,4% und für 2018 auf 1,7% nach nur 0,3% in 2016 taxiert. Der Preisanstieg auf die Verbraucherpreise dürfte sich damit - gemessen an der Vorjahresrate - spürbar verstärken, da die Energiepreise die Teuerung nicht mehr dämpfen werden und binnenwirtschaftlich die ausweitende Auslastung am Arbeitsmarkt, die ab 2018 wieder deutlicher anziehende Arbeitskosten zur Folge hat, für verstärkt zunehmende Verbraucherpreise sorgen wird (Quelle: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Dezember 2016 und Agentur für Arbeit). Zwar nähert sich die Preissteigerungsrate damit der von der EZB definierten Zielmarke von knapp unter 2% an, dennoch wird die EZB nach unserer Einschätzung ihre Nullzinspolitik, solange fortsetzen (u. a. durch ihre Ankäufe von Vermögenswerten zumindest bis Ende Dezember 2017), bis eine nachhaltige Korrektur der Inflationsentwicklung im Euro-Raum erkennbar ist, die mit dem Ziel in Einklang steht, mittelfristig Preissteigerungsraten von unter, aber nahe 2% zu erreichen. Erwartete GeschäftsentwicklungDiese zukünftigen konjunkturellen Rahmenbedingungen - vor allem die sich weiter fortsetzende Niedrigzinspolitik der EZB - haben massive Auswirkungen auf die zu erwartende Geschäftsentwicklung der Sparkasse. Wesentliche Veränderungen in der Geschäftspolitik (bspw. Neupositionierung im Markt etc.) sind nicht vorgesehen. Die Prognosen, die sich auf die Entwicklung der Sparkasse für das nächste Jahr beziehen, stellen Einschätzungen dar, die die Sparkasse auf Basis der zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen getroffen hat. Wir weisen darauf hin, dass sich die Prognosen durch die Veränderungen der zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können. Hier verfügt die Sparkasse im Rahmen ihrer Risikosteuerung über Instrumente und Prozesse, um Abweichungen von den Erwartungen zu erkennen, zu analysieren und ggf. steuernd eingreifen zu können. Die Rentabilitätssituation der Sparkasse im Jahr 2017 wird - neben den konjunkturellen Rahmenbedingungen - weiterhin entscheidend von der anhaltenden Niedrigstzinspolitik der EZB geprägt sein. Daneben bewegen wir uns in einem äußerst dynamischen Wettbewerbsumfeld (Digitalisierung, steigende Ansprüche und Erwartungen der Kunden, Verbraucherschutz) und dies unter Beachtung weiter steigender regulatorischer Anforderungen (MaRisk, Basel III, Einlagensicherung etc.). Vor dem Hintergrund eines nach 2016 auch in 2017 weiteren - wenn auch etwas abgeschwächten Wirtschaftswachstums erwarten wir für das Geschäftsjahr 2017 - nach einer relativ stabilen jahresdurchschnittlichen Bilanzsumme in 2016 (-0,2%) - einen nur moderaten Anstieg der Bilanzsumme um ca. +0,6%, der auf Basis der aktuellen Prognose ausschließlich vom Kundengeschäft auf der Passivseite getragen wird. Unsere im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015 dargestellten Erwartungen für das Geschäftsjahr 2016 bei der Bestandsentwicklung der Bilanzsumme sowie dem bilanzwirksamen Kundeneinlagengeschäft (erwartet wurden Steigerungsraten von ca. 1,2% bzw. 1,7%) haben sich nicht bestätigt. Ursächlich für diese Entwicklung war das Zinsniveau, welches zur Jahresmitte 2016 deutlich in den Negativbereich abrutschte (bspw. Umlaufrendite festverzinslicher Wertpapiere im Juni 2016: -0,2%) und dies im Ergebnis dazu führte, dass eine starke Ersparnisbildung außerhalb der Bilanz über unsere Partner im Sparkassenverbund stattfand, die letztendlich zum Rückgang der Bilanzsumme (-2,0%) und der bilanziellen Kundeneinlagen (-2,1) führten. Im Kundenkreditgeschäft dagegen wurden unsere Erwartungen übertroffen. Während wir bei der Gesamtausleihbestandsentwicklung angesichts hoher Tilgungsleistungen mit einem moderaten Rückgang rechneten, stieg dieser recht deutlich an. Bedingt ist der Zuwachs von 3,8% zu über zwei Drittel durch die hohen Steigerungsraten bei den Wohnungsbaukrediten, die mit 6,2% zudem höher ausfielen als erwartet (4%). Wegen des weiter extremen Niedrigzinsniveaus gehen wir in 2017 erneut von hohen Tilgungsleistungen aus, so dass auf Basis unserer Prognoserechnung im Kundenkreditgeschäft in 2017 eher ein Rückgang des jahresdurchschnittlichen Gesamtbestandes der Forderungen an Kunden um etwa 1,5% erwartet wird, wobei wir allerdings innerhalb der gesamten Kundenforderungen bei den Privatkunden von einer Steigerung um ca. 3% ausgehen, die wesentlich vom Wohnungsbaugeschäft getragen sein dürfte. So rechnen wir auf Basis unserer Prognoserechnung beim privaten Wohnungsbau mit einem weiteren Bestandszuwachs von knapp 4%. Während wir demnach im Kreditgeschäft mit Privatkunden weiterhin von Steigerungsraten ausgehen, gehen wir im gewerblichen Kreditgeschäft eher von einem Bestandsrückgang aus. Dabei besteht die Herausforderung darin, die hohen Regeltilgungen aus dem Bestandsgeschäft durch qualitativ hochwertiges Neugeschäft zu kompensieren. Hierbei gilt jedoch unverändert unser Grundsatz "Qualität vor Quantität". Die bilanzielle Einlagenentwicklung ist angesichts des anhaltenden Nullzinsniveaus und der daraus für die Sparkasse erwachsenden Herausforderungen schwer prognostizierbar. Abhängig vom eigenen sowie dem Konditionierungsverhalten des Wettbewerbs, erwarten wir auf Basis des heutigen Wissensstandes eine eher stagnierende bilanzielle Bestandsentwicklung bei den gesamten Kundeneinlagen. Das Einlagengeschäft insgesamt betrachtet zeigt, dass Festzinsanlagen in der aktuellen Zinsphase überhaupt kein Thema beim Kunden sind. Entsprechend gehen wir von einem weiteren Bestandsabbau bei Sparkassenbriefen und Zuwachssparverträgen aus, sodass sich der Jahresdurchschnittsbestand um bis zu gut 15% gegenüber dem Vorjahr verringern dürfte. Für 2017 erwarten wir bei den Forderungen an Kreditinstitute einen im Jahresdurchschnitt rückläufigen Bestand. Wegen der am Interbankengeldmarkt vorherrschenden Minuszinsen steht die bedarfsgerechte Disposition unter Berücksichtigung der Erfordernisse aus der Liquiditätssteuerung und dem Aufsichtsrecht im Vordergrund. Bedingt durch die aktuelle Situation gehen wir davon aus, dass wir in 2017 im kurzfristigen Geldmarktgeschäft "negative Zinserträge" verbuchen werden. Im Depot A (Wertpapiere) erwarten wir für das Jahr 2017 einen nur leicht steigenden Bestand, der ggf. durch Umschichtungen aus dem Geldmarktbereich resultieren könnte. Auf der anderen Seite wirkt sich aufgrund des Niedrig- bzw. Nullzinsniveaus das Anlageverhalten unserer Kunden in außerbilanziellen Anlagen innerhalb der S-Finanzgruppe "entspannend" im eigenen Anlagebereich aus. Zudem ist es durch die EZB-Zinspolitik schwierig geworden, akzeptabel verzinste Kapitalanlagen zu tätigen. Die Sparkasse wird daher auch 2017, vor dem Hintergrund ihrer Kompatibilität mit der Handelsstrategie sowie ihrem Risikoprofil, alternative Anlagemöglichkeiten prüfen. Daneben sind die regulatorischen Rahmenbedingungen u.a. im Zusammenhang mit den Liquiditätskennziffern zu beachten (z. B. LCR etc.). Im Dienstleistungs- und Beratungsgeschäft mit unseren Kunden setzen wir weiterhin auf Qualität in Service und persönlicher, hochwertiger Beratung, wobei die Herausforderungen der Digitalisierung entscheidende Bedeutung haben werden. Wir sehen dabei die Digitalisierung weniger als rein "technische Neuerung", sondern vielmehr als einen Weg, ein noch engeres Verhältnis zu unseren Kunden aufzubauen. Denn erstmals in der Geschichte erlebt der Kunde gegenüber seiner Sparkasse fast keine Begrenzungen mehr - weder räumlich, noch zeitlich. Mit der Digitalisierung stehen natürlich erhebliche Investitionen in die Kundenbindung an. Die Sparkasse Ostunterfranken beteiligt sich daher nicht am - vor allem von den Direktbanken - geführten Preiskampf im Finanzdienstleistungsmarkt. Für uns gilt daher "nicht billiger, sondern besser im Bezug auf Leistungsfähigkeit und Qualität der erbrachten Finanzdienstleistungen -und nicht zuletzt ergänzt um die sog. Multikanal-Strategie bzw. "Sparkasse 4.0" machen wir es den Menschen einfach, ihr Leben besser zu gestalten". Zinsüberschuss/ErtragslageDie Entwicklung des Ergebnisses vor Bewertung wird maßgeblich durch den Zinsüberschuss geprägt. Dabei wird der Zinsüberschuss u. a. durch die Zinsentwicklung am Markt, die Zinsstruktur am Geld- und Kapitalmarkt sowie durch die Entscheidungen der EZB entscheidend beeinflusst. Für das Jahr 2017 erwarten wir, dass die EZB an ihrer Politik des billigen Geldes festhalten wird. Diese "ultralockere" Geldpolitik, gepaart mit der anhaltenden Niedrigstzinssituation, führen zu hohen Einbußen in der Zinsspanne. Dabei sehen wir sowohl den Zinsertrag als auch den Zinsaufwand für 2017 grundsätzlich weiter rückläufig. Da jedoch die Zinsanpassungsspielräume auf der Passivseite bereits ausgenutzt sind, werden die Zinserträge deutlich stärker sinken als der Zinsaufwand, so dass wir auf Basis unserer Prognoserechnung von einer erneuten Verringerung des Zinsüberschusses auf etwa 20,3 Mio. € ausgehen. Die bisher national im Restrukturierungsfondsgesetz (RStruktFG) und der dazugehörigen Durchführungsverordnung geregelte Bankenabgabe wurde auf EU-Ebene im Rahmen der Bankenabwicklungsrichtlinie (Richtlinie 2014/59/EU (BRRD)) mit Wirkung vom 01.01.2015 neu geregelt. Sie führte in 2016 zu einer zusätzlichen Belastung der Ertragslage in Höhe von 42 T€. ProvisionsergebnisIm Provisionsgeschäft, das in erster Linie vom Verbundgeschäft mit der S-Finanzgruppe aber auch von den Erträgen des Zahlungsverkehrsgeschäfts getragen wird, erwarten wir in 2017 das gleiche gute Ergebnis wie im Jahr davor in einer Größenordnung von ca. 0,74% der Durchschnittsbilanzsumme. Eine wesentliche Rolle spielt dabei - auch und vor allem wegen des Niedrigzinsniveaus - die möglichen (Ausweich-) anlagealternativen des bilanzneutralen Wertpapiergeschäfts, das wir in 2017 weiter ausbauen wollen. Personal- und VerwaltungsaufwandWegen der im Rahmen der strategischen Personalplanung eingeleiteten Maßnahmen (Altersteilzeit, Bonusurlaub, neue Stellenprofile etc.) erwarten für 2017 trotz Tarifsteigerungen, Höhergruppierungen und Qualifizierungsmaßnahmen einen Personalaufwand, der um etwa 3,3% niedriger ausfallen dürfte als im Jahr davor. Im Sachkostenbereich sind Sachaufwendungen in Höhe von ca. 6,8 Mio. € vorgesehen, wobei darunter die Aufwendungen für die europäische Bankenabgabe sowie zusätzliche Umlagen (bspw. Sparkassenstützungsfonds) den Verwaltungsaufwand zusätzlich belasten. An unserer auf strategisch wichtige Investitionen konzentrierten Geschäftspolitik und einer strengen Kostendisposition halten wir weiter fest. Wir nehmen demnach auch künftig, u. a. auch im Hinblick auf den Multikanal-Vertrieb ("Sparkasse 4.0"), notwendige Investitionen in zukunftsweisende Informationstechnologien vor, analysieren das Verhalten und die -erwartungen unserer Kunden und optimieren daraus folgend Arbeitsabläufe und Prozesse. Nach einer Optimierung unseres Geschäftsstellennetzes in 2016 prüfen wir u. a. nunmehr die Öffnungszeiten im stationären Vertrieb einerseits und auf der anderen Seite den Aus- und Aufbau eines Dialogcenters und der Telefonie. BewertungsergebnisAuf Basis einer unterlegten Zinsmeinung berücksichtigen wir derzeit ein leicht positives Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft bei unseren Planungen in der Ergebnisvorschaurechnung für 2017, welches monatlich geprüft und ggf. aktualisiert wird. Allerdings bleibt bei dem von uns erwarteten Niedrigzinsniveau das Bewertungsergebnis aus unserem eigenen Wertpapierbestand überschaubar. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft wird neben der Konjunkturentwicklung insbesondere durch die regionale Wirtschaftsentwicklung nachhaltig beeinflusst. Eine konkrete Schätzung der Risikovorsorgeplanung ist hier schwer möglich, so dass wir uns mit unserem Ansatz für 2017 am gerundeten Mittel der letzten drei Jahre orientieren. Mögliche Risiken sind ausreichend abgeschirmt. Wenn u. a. auch durch die bereits in den Vorjahren vorgenommenen Wertberichtigungen keine konkreten Risiken in unserem Beteiligungsportfolio (Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen, Verbundbeteiligungen) erkennbar sind, tragen wir möglichen Unsicherheiten dieses Portfolios sowie den sonstigen Risiken mit einem pauschalen Ansatz entsprechend Rechnung. Für das Geschäftsjahr 2017 gehen wir bei unseren Planungen beim gesamten Bewertungsergebnis (ohne Veränderung der Vorsorgereserven) - gemessen an der Betriebsvergleichsrechnung 2016 - von einem etwas höheren Bewertungsaufwand aus als im Jahr davor. Über diesen Risikopuffer dürften mögliche Risiken ausreichend abgeschirmt sein. Jahresergebnis/VermögenslageUnter Berücksichtigung aller vorgenannten Erfolgskomponenten erwarten wir 2017 ein Jahresergebnis, das sich nach ersten Prognosen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (Betriebsvergleich) bewegen wird. Aufgrund der Vielzahl der Faktoren, die das Jahresergebnis beeinflussen, sind die Planungen bzw. Erwartungen natürlichen Schwankungen unterworfen. Daher aktualisieren wir unsere interne Ergebnisvorschaurechnung zur Geschäftsentwicklung mindestens monatlich, um frühzeitig negative Entwicklungen erkennen und gegensteuern zu können. Dennoch lässt sich aus heutiger Sicht sagen, dass die erwartete Geschäftsentwicklung eine Eigenkapitalzuführung entsprechend den aufsichtsrechtlichen Erfordernissen ermöglichen wird, auch wenn die jährlichen Zuführungen bei Anhalten der Niedrigzinsphase geringer ausfallen werden. Die Sparkasse kann danach das für die Geschäfts- und Risikostrategie notwendige Kernkapital aus dem erwarteten Gewinn weiterhin erwirtschaften. Die Sparkasse erwartet daneben aufgrund der erhöhten Eigenkapitalanforderungen für 2017 keine Einschränkungen in der Kreditvergabe. Die Sparkasse hat einen Prozess zur Planung des künftigen Kapitalbedarfs installiert. Danach können voraussichtlich im Betrachtungszeitraum bis 2021 die künftigen regulatorischen Anforderungen einschließlich Kapitalerhaltungspuffer und SREP-Zuschlag aus der Allgemeinverfügung im Plan- bzw. Basisszenario, auch über den Planungshorizont der Risikotragfähigkeitsberechnung hinaus, erfüllt werden. Neben der Planung eines Plan- bzw. Basisszenarios betrachtet die Sparkasse im Rahmen ihres Kapitalplanungsprozesses auch adverse Szenarien. FinanzlageDie aufsichtsrechtlichen Vorgaben der Liquiditätsverordnung werden wir nach unserer Finanzplanung auch im Jahr 2017 jederzeit einhalten können. Auch die Liquidity Coverage Ratio (LCR delVO) zur Bewertung des kurzfristigen Liquiditätsrisikos, die per 31. Dezember 2016 bei 1,50 lag, wurde im gesamten Geschäftsjahr 2016 eingehalten. Wir gehen davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Zahlungsbereitschaft und die Einhaltung der aufsichtlichen Vorgaben jederzeit gewährleistet sind. FazitDie Perspektiven für das Geschäftsjahr 2017 beurteilen wir aufgrund der im Markt herrschenden aktuellen Rahmenbedingungen, wie bspw. dem Null- und Negativzinsniveau sowie den vielen weltweiten Krisenherden, eher kritisch. Soweit aus heutiger Sicht prognostizierbar, erwarten wir einen im Vergleich zum letzten Jahr weiter sinkenden Zinsüberschuss bei zurückgehenden Verwaltungskosten und einem, mindestens auf dem Niveau des Vorjahres, stabilen Provisionsüberschuss. Das in Summe geringere Ergebnis vor Bewertung wird zwar durch ein steigendes Bewertungsergebnis zusätzlich belastet, kann aber voraussichtlich durch ein deutlich positives neutrales Ergebnis teilweise kompensiert werden, so dass wir für 2017 ein Jahresergebnis II in Höhe von etwa 0,48% der DBS erwarten. 5.2 Chancen- und RisikoberichtAls Chancen und Risiken im Sinne des Chancenberichts werden künftige Entwicklungen und Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven bzw. negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Das Chancenmanagementsystem der Sparkasse, das im Wesentlichen auf dem Geschäftsmodell der Sparkassen in Verbindung mit den externen Rahmenbedingungen basiert, ist fester Bestandteil unseres strategischen Planungsprozesses → Strategieprozess: Strategische Analyse (SWOT-Analyse) → Strategieentwicklung (Ursache-/ Wirkungsketten/ Treiber/ künftige Erfolgsfaktoren) → Konkretisierung (operative Umsetzung/ Zielgrößen/ BSC-Kennzahlen/ jährlichen Planungs- und Steuerungprozess). Aus der Marktpotenzialanalyse erkennbare Chancen, die sich aus Trends und Veränderungen im Marktumfeld ergeben können, werden im jährlichen Planungs- und Steuerungsprozess berücksichtigt. Eine Rolle spielen hier zusätzlich auch das Ideenmanagement und die Prozessoptimierung. Die Kommunikation der sich aus dem Planungs- und Steuerungsprozess ergebenden Ziele erfolgt an alle Mitarbeiter. Ebenso wird halbjährlich die Zielerreichung der BSC-Ziele durch die Abteilung Unternehmenssteuerung ermittelt und die Ergebnisse an die Mitarbeiter kommuniziert. Daneben sind in der Geschäftsstrategie der Sparkasse, die allen Mitarbeitern vorliegt, die Annahmen der künftigen Entwicklung relevanter Einflussfaktoren (Chancen, Risiken) dargelegt. Aufgrund des regional öffentlich rechtlichen Geschäftsmodells steht bei der Sparkasse Ostunterfranken die Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft, insbesondere des Mittelstands und der öffentlichen Hand mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen im Vordergrund. Auch wenn das Prinzip der Nachhaltigkeit ein betriebswirtschaftlich ausgerichtetes Handeln erfordert, steht die Gewinnmaximierung nicht im Fokus. Dies ermöglicht der Sparkasse auch einkommensschwachen Mitgliedern der Gesellschaft ihre Leistungen anzubieten. Zudem ist es möglich, eine konservativ ausgerichtete Risikostrategie zu betreiben, so dass die Sicherheit der Einlagen im Vordergrund steht. Dadurch war es der Sparkasse möglich, die Belastungen der letzten Jahre aus der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie der Staatsschuldenkrise in der Eurozone zu bewältigen. Derzeit sehen wir folgende Chancen für unsere Geschäftsentwicklung: Die Sparkasse sieht in der Optimierung ihrer Vertriebswege (Straffung stationärer Vertrieb; Ausbau der Beratungskapazitäten; weiterer Ausbau Internet-Filiale und Dialogcenter; Aktualisierung der Telefonie etc.) einerseits die Chance, sich als regionale Alternative zu positionieren und auf der anderen Seite ihre auf die Kundenerwartungen und -anforderungen ausgerichtete Geschäftspolitik erfolgreich umzusetzen. So können wir bspw. mit der Digitalisierung unsere Kunden überall hin begleiten und so Teil der täglichen Lebenswelt der Kunden sein. Dabei wird sich der Wettbewerb zwischen den Kreditinstituten, der vor allem über die Kondition bzw. den Preis geführt wird, weiter verschärfen. Für uns gilt aber vielmehr: "Faire, marktgerechte Konditionen und Preise und besser im Bezug auf Leistungsfähigkeit und Qualität in Service und persönlicher, hochwertiger Beratung". In einem aktiven Vertrieb, unserer Qualitätsoffensive und dem individuellen, auf die persönlichen Bedürfnisse des Kunden ausgerichteten, Anlageberatungsprozess sehen wir daher unsere großen Chancen, als regional tätige kundennahe Filialbank, die Zufriedenheit unserer Kunden zu steigern, die Kundenbindung zu erhöhen und somit die Marktanteile zu festigen und auszubauen. Im Rahmen dieser ganzheitlichen Anlage- und Vermögensstrategie, die durch eine durchgängige EDV-Unterstützung ergänzt wird, bieten wir geeignete und qualitativ hochwertige Produkte der S-Finanzgruppe an. Durch den weiteren Ausbau der Verbund- und Vermittlungsgeschäfte sowie des Wertpapiergeschäftes erwarten wir - neben der Steigerung der Gesamtzufriedenheit und des uns entgegengebrachten Vertrauens unserer Kunden - eine Verbreiterung der Ertragsbasis. Für die quantitativ und qualitativ zunehmenden Kapitalanforderungen sehen wir uns durch unsere gute Eigenkapitalausstattung gut gerüstet. Damit sind wir künftig in der Lage auch Kreditnachfragen jederzeit befriedigen zu können. Die für Deutschland für 2017 prognostizierten guten Konjunkturaussichten können auch die Auslastung und Geschäftsentwicklung unserer Kunden im Landkreis Haßberge beflügeln. Ein Effekt wäre - neben einer anziehenden Kreditnachfrage bspw. für Investitionen - die Risikovorsorge im Kreditgeschäft, die weiter niedrig bleiben würde, so dass im Vergleich zur Ergebnisvorschaurechnung eine höhere Dotierung der Eigenmittel aus dem Jahresergebnis möglich wird. Die Ertragssituation wird maßgeblich vom zinstragenden Geschäft der Sparkasse getragen. Wir sehen daher mittelfristig steigende Zinsen als entscheidende Chance, die die künftigen Ertragsperspektiven grundlegend positiv beeinflussen. Folgende Risiken sehen wir aktuell für unsere Geschäftsentwicklung: Die anhaltende Niedrig- bzw. Minuszinsphase führt zu einem extrem starken Druck auf die Zinsspanne, die sich aus dem Passiv- und Aktivgeschäft zusammensetzt (Differenz aus Einlagen- und Kreditzinsen). Da weiter mit einem Anhalten dieses Zinsniveaus zu rechnen ist, führt dies weiter zu deutlich sinkenden Zinsüberschüssen, die durch Kostensenkungsmaßnahmen im Personal- und Sachaufwand einerseits und den eingeleiteten Ertragssteigerungsmaßnahmen bspw. im Bereich Provisionen, Preise auf der anderen Seite nur zum Teil kompensiert werden können. Sollte die Niedrigzinssituation noch länger fortbestehen, würde der Druck auf das Geschäftsmodell der Sparkasse weiter stark zunehmen. In der ungebremsten Ausuferung der Regulatorik sehen wir immer stärker die Vielfalt im deutschen Kreditwesen gefährdet. Die Belastungen von Regulierungsformen für kleinere Institute sind bereits heute besonders intensiv und ein Ende scheint nicht abzusehen, so dass die daraus erwachsenden personellen Probleme (Vorhalten zusätzlicher Kapazitäten) in der Sparkasse auf der einen Seite, aber auch die Befürchtungen einer Überforderung immer mehr in den Focus rücken, da die Verhältnismäßigkeit - also die Proportionalität - im unmittelbaren Vergleich zu großen bzw. systemrelevanten Instituten immer mehr abhanden kommt. Eine Entspannung ist nicht in Sicht, vielmehr ist der Regulierungskalender auch 2017 prall gefüllt, so dass die daraus resultierenden Administrationskosten weiter zunehmen werden und so die Ertragssituation zusätzlich belasten. Risiken sehen wir auch, wenn es uns nicht gelingt, uns den sich veränderten Rahmenbedingungen entsprechend zügig anzupassen. Die Herausforderungen dabei sind vielfältig und entstehen u. a. aus der zunehmenden Digitalisierung (inklusive neuer Zahlungsmethoden), den veränderten Kundenbedürfnissen in Bezug auf Service und Beratung sowie der immer stärker differenzierten Nutzung der Vertriebswege. Aus diesen Herausforderungen resultiert ein Optimierungsbedarf, der dann zum Risiko für die Sparkasse in der nahen Zukunft werden kann, wenn wir uns nicht offensiv den Trends, Technologien und Veränderungs- bzw. Anpassungsbedarfen stellen. Dies erfordert das Verlassen alter Denkmuster und die Öffnung hin für ein Changemanagement (Veränderungsbereitschaft) über alle Hierarchieebenen in der Sparkasse hinweg.
Haßfurt, 17.März 2017 Sparkasse Ostunterfranken Vorstand Schleich Linder
Haßfurt, 29.März 2017 Sparkasse Ostunterfranken Vorsitzender des Verwaltungsrats Schneider |
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