MobilCom Multimedia GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Sebastian Goebel seit 20.2.2026 | Geschäftsführer |
Stephan Alexander Esch seit 15.9.2025 | Geschäftsführer |
Robin John Andes Harries seit 15.9.2025 | Geschäftsführer |
Volker Matthias Pabst seit 11.8.2025 | Prokura |
Patrick Gehl seit 20.5.2022 | Prokura |
Oliver Matthias Pätzold seit 7.12.2018 | Prokura |
Felix Bommer seit 7.12.2018 | Prokura |
Jochen Otterbach seit 12.2.2015 | Prokura |
Rickmann von Platen seit 8.5.2013 | Geschäftsführer |
Dirk Hartmann seit 8.5.2013 | Prokura |
Simone, geb. Pantel Kossatz seit 8.5.2013 | Prokura |
Alexander Borgwardt seit 8.5.2013 | Prokura |
Andreas Mitscherling seit 8.5.2013 | Prokura |
Lutz Dammast seit 8.5.2013 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
freenet DLS GmbHBüdelsdorfJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENSGESCHÄFTSMODELL Die freenet DLS GmbH, Büdelsdorf, (im Folgenden auch als "fn DLS GmbH" bezeichnet), eingetragen am Amtsgericht Kiel unter HRB 14826 KI, operiert als unabhängiger Service-Provider ohne eigene Netzinfrastruktur. Mobilfunk ist das Kerngeschäft der fn DLS GmbH. Zum Angebotsportfolio zählen Produkte, Dienstleistungen und Hardware rund um mobile Telekommunikation und mobiles Internet. Ergänzend dazu werden vielfältige Digital-Lifestyle-Produkte und -Services angeboten. Hierzu zählen unter anderem Handyzubehör, Home-Entertainment, Smart Home oder WiFi-Services. Bei der Erbringung von Mobilfunkdienstleistungen setzt die fn DLS GmbH auf ein in Deutschland einzigartiges und regulatorisch gestütztes Geschäftsmodell. Es handelt sich primär um ein Reseller-Modell, bei dem die Kundenbeziehung nicht an den jeweiligen Netzbetreiber übergeht, sondern bei der fn DLS GmbH verbleibt (Service-Provider-Modell). Im Gegensatz zu Mobilfunknetzbetreibern (MNO-Modell) entfällt der kostenintensive und kapitalbindende Betrieb eines Mobilfunknetzes. Und im Vergleich zu anderen Wettbewerbern erwirbt die fn DLS GmbH keine (Netz-)Kapazitäten (MVNO-Modell) von einem der Netzbetreiber, wodurch ein Wiederverkaufsrisiko vermieden wird. Aufgrund der direkten Kundenbeziehung übernimmt die fn DLS GmbH auch alle nachgelagerten Dienstleistungen gegenüber dem Kunden (z.B. Kundenservice, Rechnungsstellung, Marketing etc.). Die Gesellschaft profitiert also von den Vorteilen einer direkten Kundenbeziehung bei geringen Infrastrukturinvestitionen (Asset-light-Modell). Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der fn DLS GmbH im deutschen Markt ist, dass sich das Mobilfunktarifportfolio einerseits auf die Originaltarife aller deutschen Netzbetreiber (Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland) erstreckt und andererseits eigene Tarife zugehöriger Marken wie freenet Mobilfunk oder klarmobil in den jeweiligen Netzen gestaltet werden können. Mit einer maßgeschneiderten Tarifierung und Branding werden die Produkte und Dienstleistungen in einem Omnichannel-Vertriebsnetz in Deutschland vermarktet. Im Fokus steht die Kundenbeziehung über direkt steuerbare Vertriebskanäle, zu denen die über 500 freenet Shops und etwa 40 GRAVIS Stores, sowie zahlreiche (Online-)Vermarktungs-Plattformen gehören. Insbesondere diese Kanäle ermöglichen der fn DLS GmbH einen direkten Kundenzugang mit Up-/Cross-Selling-Potenzialen sowie eine starke Kundenbindung. Darüber hinaus verfügt die fn DLS GmbH über ein exklusives Vermarktungsrecht von Mobilfunkdienstleistungen in den Netzen der Deutschen Telekom und Vodafone in rund 400 Elektrofachmärkten der Media-Saturn Deutschland GmbH. Langfristige Kundenverträge/ -bindung mit wiederkehrenden Wertbeiträgen bilden die Basis des Geschäfts und den Ausgangspunkt für Wachstum durch kontinuierliches Optimieren und Erweitern des Digital-Lifestyle-Portfolios in den Produktbereichen Mobilfunk und Internet. Dabei stehen die konsequente Nutzung der etablierten Vertriebsstärken und -kompetenzen sowie die Maximierung des Customer Lifetime Value (CLTV) unter der Nebenbedingung einer hohen Kundenzufriedenheit im Vordergrund. WETTBEWERBER Maßgebliche Wettbewerber der fn DLS GmbH im deutschen Mobilfunkmarkt sind die Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland sowie der Mobilfunk-Service-Provider 1&1 Drillisch. STEUERUNGSSYSTEM UND LEISTUNGSINDIKATOREN Für die fn DLS GmbH sind die Beziehungen zu den Kunden sowie zu den Handelspartnern und Netzbetreibern von besonderer Bedeutung. Weiterhin stehen daher die stabilen Beziehungen zu unseren Partnern sowie die Steigerung von Kunden- und Händlerzufriedenheit im Fokus unserer Geschäftstätigkeit. Zur Umsetzung der strategischen Zielsetzungen und Messung der operativen Leistung verwendet die Unternehmensleitung ein konzernweit einheitliches Steuerungssystem. Die Erfolgsmessung knüpft an finanzielle wie auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren an, die den Rahmen für eine wertorientierte Unternehmensführung entlang der Strategie bilden. Sofern zukünftig ein Anpassungsbedarf identifiziert wird, behalten wir uns eine entsprechende Anpassung des Steuerungssystems vor. Als steuerungsrelevant sind hierunter insbesondere die folgenden finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren zu verstehen. Die Leistungsindikatoren können nur für das Segment Mobilfunk der freenet identifiziert werden, wobei die fn DLS GmbH ein wesentlicher Bestandteil des Segments Mobilfunk ist. Daraus folgt, dass wir im Folgenden die Leistungsindikatoren aus dem freenet Konzernabschluss, der gemäß den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt wird, beschreiben. FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN Um den finanziellen Unternehmenserfolg nachvollziehbar zu messen und darzustellen, verwenden wir folgende finanzielle Leistungsindikatoren:
UMSATZ Der Umsatz entspricht der Bruttowertschöpfung aus der betrieblichen Tätigkeit und ist somit eine wesentliche Größe, um den Unternehmenserfolg zu messen. Der Umsatz im Segment Mobilfunk ist abhängig vom Verkauf von Produkten und Dienstleistungen rund um Mobilfunk und Internet. Die Erschließung zusätzlicher Erlösquellen, komplementär zum Geschäftsfeld Mobilfunk, ist im strategischen Interesse der Geschäftsleitung. Hierzu zählen unter anderem die Geschäftsaktivitäten im Bereich Digital-Lifestyle. Der Erfolg der Absatzbemühungen spiegelt sich primär in der künftigen Umsatzentwicklung wider. EBITDA Das EBITDA bildet die operative Unternehmensleistung ab und gilt allgemein als ein wesentlicher Indikator für die Beurteilung der Entwicklung im Zeitablauf sowie von Unternehmen im gleichen Marktsegment. Das steuerungsrelevante EBITDA ist definiert als Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern zuzüglich Abschreibungen und Wertminderungen. Das EBITDA bezieht auch Sondereinflüsse ein, wodurch ein ganzheitlicher Blick auf Erträge und Aufwendungen gegeben wird. Eine Vergleichbarkeit mit Vorjahren ist dadurch allerdings nur eingeschränkt möglich. Für das Geschäftsjahr 2022 wurden keine Sondereffekte berücksichtigt. POSTPAID-ARPU Der Postpaid-ARPU bezeichnet den monatlichen Durchschnittsumsatz (vor Mehrwertsteuer) je Postpaid-Kunde im Segment Mobilfunk. Er dient als Gradmesser für die Bereitschaft von Kunden, für die jeweilige Mobilfunkleistung entsprechende monatliche Entgelte zu zahlen und umgekehrt für den Vertriebserfolg bei der Vermarktung hochwertiger Mobilfunktarife. Folglich ist der Postpaid-ARPU ein Indikator für die Qualität des Kundenstamms, deren Sicherung im strategischen Interesse des Managements liegt. Veränderungen der Markt- und Wettbewerbssituation in Deutschland können bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Leistungsindikators nehmen. Auch regulatorische Änderungen und höhere Gewalt (zum Beispiel Einschränkung von Reisetätigkeiten) können die Höhe des Postpaid-ARPU beeinflussen. Die Ermittlung des Postpaid-ARPU erfolgt ohne Berücksichtigung von in der Grundgebühr enthaltenen Subventionsanteilen für die mitgelieferte Hardware. Die Entwicklung der Postpaid-Serviceumsätze leitet sich demnach direkt aus der Entwicklung des Postpaid-ARPU und der Postpaid-Kundenzahlen ab. NICHTFINANZIELLER LEISTUNGSINDIKATOR Die Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren Umsatz und EBITDA ist eng mit der Entwicklung der Abonnenten-Kundenstamms als zusammengefasster nichtfinanzieller Leistungsindikator der relevanten Kundengruppen verbunden. Die strategisch relevante Kundengruppe variiert in Abhängigkeit des operativen Segments: Der Postpaid-Kundenbestand dient als Leistungsindikator für das Segment Mobilfunk. Kundengewinnung, -bindung und -management sind für die erfolgreiche Entwicklung der freenet essenziell. POSTPAID - KUNDENBESTAND Der Postpaid-Kundenbestand, in dem die strategisch wichtigen Mobilfunkkunden zusammengefasst werden, sichert aufgrund der Laufzeitverträge die mittelfristige Ertrags- und Liquiditätskraft von freenet und ist damit zentral für die Unternehmenssteuerung. Im Geschäftsfeld Mobilfunk stellt die relevante Steuerungsgröße in Verbindung mit dem durchschnittlich generierten Umsatz pro Vertragskunde (Postpaid-ARPU) einen wesentlichen Gradmesser für das mittel- und langfristige Ertrags- und Liquiditätspotential des Mobilfunkgeschäfts dar. SONSTIGE GRADMESSER FÜR DEN UNTERNEHMENSERFOLG Zur Steuerung werden neben den wesentlichen finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren weitere sonstige Gradmesser für den Unternehmenserfolg verwendet. Sie umfassen:
PRODUKTMARKEN, NEUE PRODUKTE , PARTNERSCHAFTEN UND VERTRIEBSAKTIVITÄTEN Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr eine Vielzahl neuer Produkte eingeführt, weitere Partnerschaften geschlossen und zusätzliche Vertriebskanäle erschlossen, um einerseits das originäre Geschäft zu sichern und gleichzeitig neue Potenziale zu schaffen. Im Wesentlichen sind es die folgenden:
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Als Service-Provider ohne eigene Netzinfrastruktur unterhält die fn DLS GmbH keine eigene Abteilung für Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen setzt sich jedoch in Anbetracht des rasanten technologischen Fortschritts in der Telekommunikationsbranche intensiv mit allen wesentlichen Neuerungen in diesem Bereich auseinander. Wesentliches Ziel ist es, die Wettbewerbspositionierung in diesem dynamischen Marktumfeld langfristig zu behaupten. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr durch wesentliche Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beeinflusst. Insgesamt nahm die fn DLS GmbH im Rahmen von IT-, Strategie- sowie Produktentwicklungsprojekten 2022 zahlungswirksame Investitionen in Höhe von 15,6 Millionen Euro vor (2021: 13,8 Millionen Euro) und steuert damit den wesentlichen Teil zum Konzern bei. MITARBEITER BELANGE In einem dynamischen und wettbewerbsintensiven Umfeld rund um Mobilfunk und Digital-Lifestyle ist der (zukünftige) Erfolg der fn DLS GmbH maßgeblich von den Leistungen und dem Engagement der Mitarbeiter abhängig, die ihr Know-how und ihre Kompetenzen zielgerichtet einsetzen. Um dies zu unterstützen, hat der Konzern eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen und Programme etabliert, ergänzt um Maßnahmen für ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld. Ziel ist ein harmonisches, sicheres, gesundes und leistungsorientiertes Arbeitsumfeld, das die Vielfalt unserer Gesellschaft widerspiegelt und jegliche Form von Diskriminierung vermeidet. Die Personalstrategie der fn DLS GmbH umfasst vier Schwerpunktthemen:
Die (1) Organisationsentwicklung erfasst Konzepte für Organisationsveränderungen, die die Führungskräfte bei der Umsetzung aktiv begleiten, Themen rund um die Förderung von Diversität aufgreifen sowie die Rahmenbedingungen für modernes Arbeiten schaffen. Bei der (2) Arbeitgeberattraktivität stellt die Mitarbeiterbindung einen zentralen Fokus dar. Hierbei stehen als wichtigste Handlungsfelder die Weiterentwicklung und das Lernen im Vordergrund. Gleichzeitig soll durch gezielte Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung der Herausforderung eines stark umkämpften Bewerbermarkts begegnet werden. Gute (3) Führung erachtet die fn DLS GmbH wesentliche Voraussetzung für die Zielverfolgung und kennzeichnet sich durch strategisches, unternehmerisches und mitarbeiterorientiertes Handeln. Unter (4) New Work werden schließlich Themen rund um die Digitalisierung und neue Arbeitsweisen analysiert und eingeführt. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG Der seit Ende Februar des abgelaufenen Jahres andauernde Krieg in der Ukraine hat den Ausblick auf die weltwirtschaftliche Entwicklung deutlich verschlechtert. Die Energiepreise für Unternehmen und Privathaushalte sind seitdem in Europa und im Speziellen in Deutschland massiv gestiegen. Das Statistische Bundesamt errechnet eine Inflationsrate für Deutschland für das abgelaufene Jahr in Höhe von +8,7 Prozent (Vorjahr: +3,2 Prozent). Die EZB erhöhte zur Eindämmung der Inflation den Leitzins viermal im abgelaufenen Jahr, zuletzt auf 2,5 Prozent im Dezember 2022. Dieser liegt damit erstmals seit Jahren wieder über 0 Prozent. Infolgedessen stiegen auch die Fremdfinanzierungskosten für Unternehmen und die Kreditzinsen für Privathaushalte in Deutschland. Weiterhin belastet wurden auch globale Lieferketten durch die bis zum Dezember 2022 ausgeübte strikte "Zero-COVID-Policy" in China. Vor diesem Hintergrund liegen die Einschätzungen des Wirtschaftswachstums für das Jahr 2022 unter dem Wachstum des Jahres 2021. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht von einem Wachstum der weltweiten Wirtschaftsleistung für das abgelaufene Jahr in Höhe von +3,4 Prozent aus (Vorjahr: +6,0 Prozent). Für die deutsche Wirtschaft ermittelte das Statistische Bundesamt ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das Jahr 2022 in Höhe von +1,9 Prozent (Vorjahr: +2,6 Prozent). BRANCHENBEZOGENE ENTWICKLUN G MOBILFUNKMARKT Der Mobilfunkmarkt in Deutschland blieb auch im abgelaufenen Jahr berechenbar. Gegenüber dem Vorjahr gab es keine nennenswerten Veränderungen in Bezug auf Höhe und Zusammensetzung der Serviceumsatzerlöse sowie deren Verteilung auf einzelne Marktteilnehmer. Auch die Steigerung des verbrauchten Datenvolumens der Nutzer blieb wie in den Vorjahren erwartungsgemäß auf einem hohen Niveau. Zudem schreitet die Umstellung auf 5G-fähige SIM-Karten wie zu erwarten sukzessive voran. Insgesamt war kein Trend zu Preiserhöhungen ("Mehr für das Gleiche") erkennbar. Zu vermerken ist die Entscheidung der Bundesnetzagentur (BNetzA) im Oktober, dass die 1&1 Mobilfunk GmbH ("1&1") bis spätestens Ende 2023 den Vertrieb als Diensteanbieter und bis spätestens Ende 2025 jede Geschäftstätigkeit als Diensteanbieter einzustellen hat, um als Netzbetreiber agieren zu dürfen. Dem Marktaustritt von 1&1 als Diensteanbieter und dessen Markteintritt als vollwertiger Netzbetreiber sind damit konkrete Zeithorizonte zu zuordnen. Der Start eines vierten flächendeckenden deutschen Mobilfunknetzes wird damit absehbarer. Die zum Jahresende 2021 in Kraft getretenen Neuerungen des Telekommunikationsgesetzes (TKG) ermöglichen es Verbrauchern, unter anderem Mobilfunkverträge monatlich zu kündigen, wenn deren Mindestvertragslaufzeit (i.d.R. 24 Monate) bereits abgelaufen ist. Infolge dieser Neuerung kam es bei nahezu allen Marktteilnehmern zu erhöhten Kundenabwanderungsraten in der ersten Jahreshälfte 2022. In der zweiten Jahreshälfte normalisierte sich das Wachstum marktteilnehmerübergreifend wieder, sodass von einem temporären Effekt der Gesetzeserneuerung ("Marktbereinigung") auszugehen ist. Dieser spiegelt sich auch im leichten Rückgang der Anzahl aktiver persönlicher SIM-Karten um -2,5 Prozent auf 112,8 Millionen (Vorjahr: 115,7 Millionen) wider. Nach der Marktanalyse des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) erhöhten sich die Umsatzerlöse im deutschen Mobilfunkmarkt im Jahr 2022 um +1,5 Prozent auf 26,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 26,3 Milliarden Euro). Der Umsatzanteil des Mobilfunkmarktes am Gesamtmarkt für Telekommunikationsdienstleistungen blieb damit im Jahresvergleich mit 44,3 Prozent unverändert hoch (Vorjahr: 44,2 Prozent). Wie im Vorjahr entfallen rund 80 Prozent (21,1 Milliarden Euro) der Mobilfunkumsatzerlöse auf Serviceumsätze (nutzungsabhängige und -unabhängige Entgelte für Mobilfunkleistungen). Das restliche Fünftel der Umsatzerlöse speist sich aus dem Geschäft mit Interconnection, Wholesale und Endgeräten. Fast ein Drittel der Serviceumsatzerlöse wird durch die Deutsche Telekom erwirtschaftet (30,8 Prozent). Wird der Anteil von Telefónica (27,5 Prozent) und Vodafone (25,1 Prozent) hinzugezählt, so stehen die drei deutschen Netzbetreiber für mehr als vier Fünftel der Umsatzerlöse. freenet zeichnet sich für 8,1 Prozent verantwortlich. Wird ausschließlich der Privatkundenmarkt für Mobilfunkdienstleistungen zu Grunde gelegt, sollte der Marktanteil von freenet bei nahe 20 Prozent liegen. Diese Einordnung ist sinnvoll vor dem Hintergrund der reinen Fokussierung von freenet auf Privatkunden. Im abgelaufenen Jahr sollte das verbrauchte Datenvolumen in deutschen Mobilfunknetzen wieder einen Rekordwert erreichen. Es wird mit einem Plus in Höhe von 47,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (7,6 Milliarden GB) auf 11,2 Milliarden GB gerechnet. Das entspricht 5,65 GB pro SIM-Karte im Monat (wobei hier auch das Datenvolumen von M2M-SIM-Karten berücksichtig wird). Erwartungsgemäß sollten Ende des abgelaufenen Jahres 10,4 Prozent (Vorjahr: 7,5 Prozent) oder 11,7 Millionen der persönlichen SIM-Karten 5G-fähig sein. Abbildung 1: Marktanteile Mobilfunkmarkt Deutschland (gem. Serviceumsatzerlöse)
Quelle: 24. TK-Marktanalyse Deutschland 2022, VATM G ESCHÄFTSVERLAUF ENTWICKLUNG FINANZIELLER UND NICHTFINANZIELLER LEISTUNGSINDIKATOREN FÜR DAS KONZERN-SEGMENT MOBILFUNK Die Geschäftsleitung der freenet AG bewertet das Geschäftsjahr 2022 als sehr positiv und konstatiert es als wichtigen Teilerfolg zur Erreichung der finanziellen Ambition 2025. Das Kerngeschäft Mobilfunk entwickelt sich von äußeren Umständen unbeeindruckt solide und berechenbar. Zu Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres startete freenet mit der Konsolidierung des Markenportfolios und der Stärkung der Dachmarke "freenet". Die unter der Marke "mobilcom-debitel" vertriebenen Produkte tragen nun den Namen "freenet". Ziel der Vereinheitlichung und neuen Markenarchitektur ist es, die Bekanntheit von freenet als Marke und einem der größten Anbieter von Digital-Lifestyle in Deutschland zu stärken. Einen Beitrag dazu leistete bereits die Verpflichtung des Entertainers Dieter Bohlen im Herbst des Jahres 2021, dessen Testimonial die Bekanntheit von freenet als Consumer Brand steigerte und die einzelnen Produktmarken miteinander verband. Mittlerweile sind die über 500 ehemaligen mobilcom-debitel Shops weitestgehend in der Außendarstellung umgestaltet und als freenet Shops erkennbar. EBITDA Das Segment-EBITDA beträgt 402,7 Millionen Euro (Vorjahr: 370,1 Millionen Euro). Damit wird die Prognose einer moderaten Entwicklung im Segment Mobilfunk - im Wesentlichen aufgrund einer gestiegenen Rohmarge - übertroffen. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die Ausführungen zur "Ertragslage". P OSTPAID-KUNDENBESTAND Tabelle 1: Kundenentwicklung Segment " Mobilfunk "
* Umfasst Abonnenten von freenet FUNK und freenet FLEX Vor dem Hintergrund der Markenharmonisierung hielt das Wachstum der Abonnentenzahl des Kerngeschäfts im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin an. Zu Jahresbeginn war die Entwicklung geprägt durch das wesentlich restriktivere regulatorische Umfeld, das mit dem neuen Telekommunikationsgesetz (TKG) am 1. Dezember 2021 in Kraft trat. Insgesamt sind die Auswirkungen als vorübergehend einzustufen und die Zahl der Postpaid-Kunden erhöhte sich seit Jahresende 2021 leicht um +1,3 Prozent auf 7,27 Millionen (Jahresende 2021: 7,18 Millionen). Zur Mitte des Jahres übersprang die Nutzerzahl der App-basierten Tarife (freenet FUNK und FLEX) erstmals die 100.000er-Marke. Das wachstumsstarke Kundensegment legte damit um +28,5 Prozent gegenüber dem Jahresende 2021 (88,0 Tausend) auf 113,1 Tausend zu. POSTPAID-ARPU UND SERVICEUMSÄTZE Tabelle 2: Umsatzentwicklung Segment " Mobilfunk "
Als stabil erweist sich weiterhin der Postpaid-ARPU mit 17,9 Euro im Jahr 2022 (Vorjahr: 18,1 Euro). Gleichbleibend hoch zeigen sich entsprechend die Serviceumsätze im Postpaid-Bereich. Diese sind gegenüber dem Jahr 2021 (1.542,3 Millionen Euro) leicht um +0,3 Prozent auf 1.547,3 Millionen Euro gestiegen. Die Serviceumsätze im Bereich No-Frills/ Prepaid stiegen auf 118,6 Millionen Euro (Vorjahr: 108,9 Millionen Euro). Produkte und Dienstleistungen, die sich am Digital-Lifestyle (DLS) der Kunden ausrichten und das bestehende Mobilfunkangebot von freenet ergänzen - insbesondere Smartphone-Versicherungen und -Zubehör sowie Antivirus-Software bilden seit Jahren eine weitere konstante Erlösquelle. Die fortan noch gestärkte Consumer-Marke "freenet" sollte sich in diesem Zusammenhang zusätzlich positiv auswirken. Im Geschäftsjahr 2022 steuerte das Geschäftsfeld 207,2 Millionen Euro zu den Segment-Umsatzerlösen bei (Vorjahr: 201,4 Millionen Euro). Insgesamt betrachtet liegen die Umsatzerlöse des Segments mit 2.251,3 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau (2.270,8 Millionen Euro). Ursächlich hierfür ist der Rückgang der Hardwareerlöse im Geschäftsjahr. Aufgrund der geringen Marge im Hardwaregeschäft wirkt sich der Rückgang kaum auf die übrigen Erfolgskennzahlen aus. Die folgenden Darstellungen beziehen sich im Gegensatz zu den vorgenannten Erläuterungen auf die Entwicklung der fn DLS GmbH. ERTRAGSLAGE UMSATZ Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 2.554.598 (Vorjahr: TEUR 2.514.912) werden im Wesentlichen durch Mobilfunkgebühren (TEUR 1.513.583; Vorjahr: TEUR 1.536.081), Hardwareverkäufe (TEUR 517.139; Vorjahr: TEUR 514.254) sowie Provisionen (TEUR 486.619; Vorjahr: TEUR 427.276) erzielt. Die Gesellschaft erzielt ihre Umsatzerlöse nahezu ausschließlich im Inland. MATERIALAUFWAND Der im Geschäftsjahr entstandene Materialaufwand beträgt TEUR 2.070.697 (Vorjahr: TEUR 2.059.580). Als Aufwendungen für bezogene Waren werden insgesamt TEUR 528.884 (Vorjahr: TEUR 539.012) größtenteils für den Bezug von Mobiltelefonen und Zubehör ausgewiesen. Für bezogene Leistungen sind TEUR 1.541.813 (Vorjahr: TEUR 1.520.568) aufgewendet worden. Davon betreffen TEUR 1.034.660 (Vorjahr: TEUR 1.034.704) direkte Netzbetreiberkosten und TEUR 499.749 (Vorjahr: TEUR 481.635) Händlerprovisionen. BETRIEBSERGEBNIS Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr ein positives Betriebsergebnis von TEUR 167.912 (Vorjahr: TEUR 126.532). Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich, im Wesentlichen aufgrund der Auflösung von Rückstellungen um TEUR 17.733 auf TEUR 69.282. Der Personalaufwand reduzierte sich, im Wesentlichen aufgrund geringerer Pensionsaufwendungen um TEUR 3.740 auf TEUR 59.945. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind auf TEUR 197.976 (Vorjahr: TEUR 189.488) gestiegen. Hauptursache hierfür war die Erfassung erhöhter Forderungsverluste sowie Werbungs- und Vertriebskosten. Im Berichtsjahr wurden auf die im Rahmen der gesellschaftsrechtlichen Verschmelzungen 2011 bilanzierten immateriellen Vermögensgegenstände "Geschäfts- oder Firmenwert" planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 98.907 (Vorjahr: TEUR 98.907) vorgenommen. Zudem wurden planmäßig Vertriebs- und Nutzungsrechte mit TEUR 25.367 (Vorjahr: TEUR 25.225) abgeschrieben. Infolgedessen beträgt das EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) auf der Ebene der fn DLS GmbH TEUR 295.262 (Vorjahr: TEUR 253.709). Die Umsatzrentabilität als Verhältnis von EBITDA zu Umsatzerlösen lag bei 11,6 Prozent (Vorjahr: 10,1 Prozent). FINANZERGEBNIS Das Finanzergebnis in Höhe von TEUR 90.007 (Vorjahr: TEUR 49.319) ist geprägt durch die Ergebnisabführung der Tochtergesellschaften mit TEUR 100.953 (Vorjahr: TEUR 93.927). Zudem wirkten sich die Zinszahlungen von TEUR 14.399 (Vorjahr: TEUR 24.885) im Wesentlichen an die freenet aufgrund der bestehenden Darlehen sowie die Zinserträge von TEUR 10.032 (Vorjahr: TEUR 8.581) im Wesentlichen für die an die Taunus Beteiligungs GmbH gewährten Darlehen auf das Finanzergebnis aus. Schließlich wurde die Beteiligung an der freenet Shop GmbH im Geschäftsjahr in Höhe von TEUR 3.300 außerplanmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung im Vorjahr in Höhe von TEUR 28.300 betraf das Tochterunternehmen callmobile GmbH, Hamburg. ERGEBNIS VOR ERGEBNISABFÜHRUNG Im Geschäftsjahr 2022 lag das Ergebnis vor Ergebnisabführung bei TEUR 257.800 (Vorjahr: TEUR 173.937). ERGEBNISVERWENDUNG Im Rahmen des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags zwischen der fn DLS GmbH und der freenet wird der im Geschäftsjahr 2022 erzielte handelsrechtliche Gewinn von TEUR 257.800 vollständig abgeführt. VERMÖGENS- UND FINANZLAGEDie Bilanzsumme der fn DLS GmbH lag bei TEUR 1.238.058 (Vorjahr: TEUR 1.298.230). Die immateriellen Vermögensgegenstände belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 72.350 (Vorjahr: TEUR 119.983). Die Veränderung ist geprägt zum einen durch die planmäßigen Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwertes und zum anderen durch die Aktivierung der Vertriebsrechte. Der Anstieg der Anteile an verbundenen Unternehmen um TEUR 6.700 auf TEUR 225.185 resultiert aus einer außerplanmäßigen Abschreibung des Tochterunternehmens freenet Shop GmbH in Höhe von TEUR 3.300 und einem Zugang des Tochterunternehmens The Cloud Networks Germany GmbH, München in Höhe von TEUR 10.000. Das Vorratsvermögen von TEUR 57.047 (Vorjahr: TEUR 63.184) beinhaltet im Wesentlichen mobile Endgeräte. Aufgrund Lieferkettenverzögerungen und Komponentenengpässen wurde eine höhere Eindeckung mit Waren im 4. Quartal 2021 und 1. Quartal 2022 vorgenommen, die sukzessive im Laufe des Geschäftsjahres 2022 abgebaut wurde. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich auf TEUR 282.865 (Vorjahr: TEUR 261.995). Hauptsächlich ist dies auf eine bessere Kundenqualität der gewonnenen Neukunden in den Jahren 2021 und 2022 und das geringere Factoring zurückzuführen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen weisen einen Stand von TEUR 457.716 aus (Vorjahr: TEUR 445.343). Das an die Taunus Beteiligungs GmbH gewährte Darlehen beläuft sich wie im Vorjahr auf TEUR 297.193. Forderungen gegenüber The Cloud Networks Germany aus dem gewährten Darlehen bestehen in Höhe von TEUR 4.300 (Vorjahr: TEUR 0). Forderungen aus Gewinnabführungsverträgen bestehen in Höhe von TEUR 96.982 (Vorjahr: TEUR 93.927), während Forderungen aus Zinsen TEUR 5.071 (Vorjahr: TEUR 5.036) und aus Cashpooling TEUR 35 (Vorjahr: TEUR 35) betragen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 50.860 (Vorjahr: TEUR 49.152). Der Cashpool besteht mit den meisten Tochtergesellschaften unter Führung der fn DLS GmbH. Die liquiden Mittel der Gesellschaft betrugen zum Bilanzstichtag TEUR 108.740 (Vorjahr: TEUR 166.152). Hauptgrund für den Rückgang ist die Tilgung des Darlehens gegenüber der freenet um TEUR 165.000. Das Eigenkapital der fn DLS GmbH beträgt TEUR 7.528 (Vorjahr: TEUR 7.528), was einem Anteil an der Bilanzsumme von 0,6 Prozent (Vorjahr: 0,6 Prozent) entspricht. Im Bereich der Rückstellungen ergab sich einen leichten Anstieg bei den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen hauptsächlich aufgrund der Erhöhung der Pensionsansprüche auf TEUR 46.972 (Vorjahr: TEUR 45.787). Die sonstigen Rückstellungen betrugen zum Stichtag TEUR 92.367 (Vorjahr: TEUR 127.653). Dies lässt sich überwiegend mit einem Rückgang der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Händlervergütung erklären. Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 61 resultieren aus abgegrenzten Zinsen für eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von insgesamt TEUR 300.000, die zum Jahresende nicht in Anspruch genommen wurde. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 790.676 (Vorjahr: TEUR 866.674) bestehen im Wesentlichen gegenüber der freenet in Höhe von TEUR 561.181 (Vorjahr: TEUR 644.323). Die Abnahme resultiert hauptsächlich aus der Rückzahlung eines von der freenet gewährten Darlehens mit einem Saldo zum Jahresende in Höhe von TEUR 299.300. Die Verpflichtungen zur Gewinnabführung lagen bei TEUR 257.800 (Vorjahr: TEUR 173.937). Darüber hinaus bestehen Verbindlichkeiten aus Cashpooling von TEUR 195.521 (Vorjahr: TEUR: 193.385). INVESTITIONSTÄTIGKEIT Die Investitionen der fn DLS GmbH betrugen im Berichtsjahr TEUR 90.893 (Vorjahr: TEUR 29.034). Der Anstieg ergibt sich insbesondere im Bereich Vertriebsrechte sowie bei den Nutzungsrechten. MITARBEITER Die fn DLS GmbH beschäftigte an den Standorten Büdelsdorf, Hamburg, Erfurt und Stuttgart im Jahresdurchschnitt 848 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 911). RISIKO-, CHANCEN- UND PROGNOSEBERICHTDas Risikomanagementsystem der fn DLS GmbH ist in das Risikomanagement der freenet eingebunden. RISIKOMANAGEMENT Zur Gewährleistung des langfristigen Fortbestands eines Unternehmens wird einem effizienten Risikomanagementsystem eine maßgebliche Bedeutung beigemessen. Aus diesem Grund hat der Vorstand der freenet innerhalb des Konzerns ein umfangreiches Risikomanagement-, Überwachungs- und Steuerungssystem eingerichtet, in welches grundsätzlich alle Konzerngesellschaften eingebunden sind. Das Risikomanagementsystem umfasst auch das Risikofrüherkennungssystem und wird ausschließlich auf Risiken, nicht aber auf Chancen angewendet. Das Risikomanagementsystem soll sicherstellen, dass Risiken für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens frühzeitig erkannt und in systematischer, nachvollziehbarer Weise an die zuständigen Entscheidungsträger im Konzern berichtet werden. Durch die rechtzeitige Kommunikation von Risiken an die verantwortlichen Entscheidungsträger soll gewährleistet werden, dass angemessene Maßnahmen zum Umgang mit den erkannten Risiken ergriffen werden, um negative Auswirkungen vom Unternehmen, den Mitarbeitern und Kunden abzuwenden. In der vom Vorstand verabschiedeten Risikomanagementleitlinie hat freenet die Rahmenbedingungen für das konzernweite Risikomanagementsystem festgelegt. Diese legt die Risikostrategie und die Verantwortlichkeiten dar und regelt die Identifikation, Analyse und Bewertung, Steuerung, Kommunikation und Überwachung von Risiken. Ferner erhöht sie das Risikobewusstsein und schafft den Rahmen für eine einheitliche Risikokultur. Die Systeme und Methoden des Risikomanagements sind integrativer Bestandteil der generellen Aufbau- und Ablauforganisation. Identifikation, Bewertung und Berichterstattung von Risiken erfolgen auf Ebene der Gesellschaften bzw. Unternehmensbereiche, die auch für die Steuerung der identifizierten Risiken verantwortlich sind (operatives Risikomanagement). Über definierte Berichterstattungsprozesse werden übergeordnete Einheiten - hier vor allem das zentrale Risikomanagement und der Finanzvorstand - in die Bewertung einbezogen. Finanzvorstand und Risikomanager informieren regelmäßig den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der freenet über die Risikolage. Neben dem Risikomanagementsystem hat der Vorstand zur Steuerung und Überwachung des laufenden Geschäfts ein umfangreiches monatliches Berichtswesen aufgebaut, das sowohl die finanziellen als auch die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren umfasst. In regelmäßigen Besprechungsterminen mit allen relevanten Gesellschaften, Unternehmensbereichen und dem Konzerncontrolling informiert sich der Vorstand zeitnah über die operativen Entwicklungen. Zusätzlich werden in diesen Terminen aktuelle Themen diskutiert und zukünftige Maßnahmen besprochen. Die Methoden und Systeme des Risikomanagements werden überprüft, weiterentwickelt und bei Bedarf angepasst. Die Konzernrevision prüft darüber hinaus regelmäßig die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Das interne Kontrollsystem (IKS) trägt ebenfalls zur weiteren Unterstützung bei, da Risiken auch mit institutionalisierten Kontrollen begegnet wird. Der Aufsichtsrat - hier insbesondere der Prüfungsausschuss der freenet - überwacht aufgrund aktienrechtlicher Bestimmungen unter anderem die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des IKS. Darüber hinaus wird dieser durch die regelmäßige Berichterstattung und - soweit erforderlich - durch eine anlassbezogene Risikoberichterstattung des Vorstands eingebunden. Im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für den Jahresabschluss der freenet wird durch den Abschlussprüfer geprüft, ob das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen. Abbildung 2: Aufbau- und Ablauforganisation des Risikomanagementsystems von freenet
RISIKOIDENTIFIKATION UND -BEWERTUNG Unter einem Risiko wird die Möglichkeit eines Eintretens von Ereignissen oder Entwicklungen verstanden, die sich ungünstig auf die Fähigkeit von freenet auswirken könnten, strategische und operative Ziele zu erreichen. Mindestens halbjährlich erfassen bzw. aktualisieren die einzelnen Gesellschaften und Unternehmensbereiche der freenet bestehende und etwaige neue Risiken, die eine definierte Wesentlichkeitsgrenze übersteigen, in formalisierten Risikoberichten. Darin werden die spezifischen Risiken beschrieben und auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit sowie ihre finanziellen und sonstigen Auswirkungen auf das Unternehmen anhand standardisierter Kriterien untersucht. Für die Risikobewertung ist mindestens ein Betrachtungshorizont von zwölf Monaten zugrunde zu legen. Potenzielle Auswirkungen von Risiken sind für die betreffenden Geschäftsjahre grundsätzlich zu quantifizieren. Die Bewertung des Risikoportfolios (inklusive Interdependenz und Tragfähigkeit) erfolgt bei freenet nach dem Nettoprinzip, bei dem Risiken unter Berücksichtigung der Wirkung etablierter Risikobewältigungsmaßnahmen betrachtet werden. Für die Bewertung der Risiken werden die Kriterien "Eintrittswahrscheinlichkeit" und "erwartetes Schadensausmaß" herangezogen. Es werden Risiken mit sehr geringer (bis zu 10 Prozent), geringer (mehr als 10 und bis zu 30 Prozent), moderater (mehr als 30 und bis zu 50 Prozent), hoher (mehr als 50 und bis zu 70 Prozent) und signifikanter Eintrittswahrscheinlichkeit (mehr als 70 Prozent) systematisch voneinander unterschieden und kategorisiert. Hinsichtlich der Höhe des erwarteten Schadensausmaßes wird zwischen sehr geringem (bis zu 1,0 Millionen Euro), geringem (mehr als 1,0 und bis zu 5,0 Millionen Euro), moderatem (mehr als 5,0 und bis zu 12,5 Millionen Euro), hohem (mehr als 12,5 und bis zu 20,0 Millionen Euro) und signifikantem (mehr als 20,0 Millionen Euro) erwarteten Schadensausmaß unterschieden. Aus der Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe des erwarteten Schadensausmaßes auf die prognostizierten Leistungskennzahlen ergibt sich, wie nachfolgend dargestellt, die Einteilung hinsichtlich der Bedeutung der Risiken in die Kategorien "gering", "mittel" und "hoch". Abbildung 3: Risikomatrix von freenet
RISIKOSTEUERUNG, -KOMMUNIKATION UND -ÜBERWACHUNG Basierend auf den Ergebnissen der Risikoidentifikation und -bewertung werden verschiedene Handlungsalternativen im Rahmen der allgemeinen Unternehmenssteuerung ergriffen, um angemessen auf die identifizierten Risiken reagieren zu können. Maßnahmen zur Risikobewältigung werden in den Risikoberichten ebenfalls beschrieben. Auch zwischen den Standard-Meldezeitpunkten werden Risiken direkt nach ihrer Identifikation erfasst, analysiert, bewertet und gesteuert sowie bei entsprechender Größenordnung unmittelbar an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der freenet berichtet. Das zentrale Risikomanagement überwacht den Risikomanagementprozess, konsolidiert die einzelnen Risikoberichte und fasst die Ergebnisse in einem Konzernrisikobericht für den Vorstand zusammen. Dieser erörtert und überwacht die Risikolage ganzheitlich und beschließt ggf. weitere Maßnahmen. Auch der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der freenet wird über die Entwicklung der Risikolage regelmäßig informiert. Die Risiken der fn DLS GmbH entsprechen aufgrund der operativen Zusammenhänge und strukturellen Beziehungen im Wesentlichen den Risiken des Konzerns. RISIKOBERICHT GEOPOLITISCHE UND WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN Die geopolitischen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich infolge des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 deutlich verschlechtert. Die Gesellschaft erwartet kurzfristig keine wesentliche Verbesserung der Lage. Nach wie vor könnten Engpässe oder Verteuerungen etwa bei der Beschaffung von Vorleistungsprodukten (insbesondere Hardware) entstehen. Auch die Engpasssituation im Energiebereich wird voraussichtlich weiterhin bestehen. Ferner könnten steigende Zinsen und Inflationsraten die Konsumentenstimmung weiter belasten. Dies wurde - soweit kalkulierbar - in der Unternehmensplanung sowie in der Analyse und Bewertung der Risiken zum 31. Dezember 2022 berücksichtigt. Neue Risiken im Vergleich zum Vorjahr, die unmittelbar auf die geänderten Rahmenbedingungen zurückzuführen sind, wurden nicht identifiziert. Dauer und Ausmaß der Entwicklungen sind derzeit nicht vollständig und verlässlich abschätzbar und unterliegen einer hohen Dynamik. CORONA-KRISE Die Corona-Lage in Deutschland verbesserte sich im Jahr 2022 erheblich und bundesweite Corona-Schutzmaßnahmen wurden bzw. werden auch im Jahr 2023 voraussichtlich weiter sukzessive zurückgenommen. Die Gesellschaft beobachtet weiterhin die zukünftige Entwicklung der Corona-Lage, um auf etwaige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit schnell und angemessen reagieren zu können. Die Risiken zum 31. Dezember 2022 wurden aufgrund der positiven Entwicklung des Pandemiegeschehens ohne coronabedingte Sondereinflüsse bewertet. MARKT- UND WETTBEWERBSRISIKEN WETTBEWERBSINTENSIVE MÄRKTE Eine Steigerung des Wettbewerbs im Telekommunikationsmarkt könnte zu Einbußen bei den Serviceumsätzen und zum Verlust von Marktanteilen führen. Darüber hinaus könnte dies den Margendruck in den jeweiligen Geschäftsbereichen erhöhen und / oder den Gewinn von Marktanteilen erschweren. Eine Folge erhöhten Wettbewerbs könnten höhere Aufwendungen für die Gewinnung neuer bzw. die Bindung bestehender Kunden bei gleichzeitig sinkenden Erlösen und einer kundenseitig höheren Wechselbereitschaft - vor allem aufgrund der Reduzierung von Laufzeiten und Kündigungsfristen infolge der TKG-Novelle 2021 - sein. Verstärkt werden könnte dies vor allem durch eine inflationsbedingt höhere Preissensitivität und zunehmende Kaufzurückhaltung der Kunden. Hierdurch könnten sich die prognostizierte Teilnehmerentwicklung sowie die umsatzbasierten Kennzahlen sowie Ergebnisgrößen möglicherweise nicht wie geplant entwickeln. Um sich gegenüber den Wettbewerbern zu behaupten, muss die fn DLS GmbH Produkte und Services weiterhin attraktiv gestalten und diese erfolgreich vermarkten sowie möglichst passgenaue Kundenbindungsmaßnahmen durchführen. Ferner muss die Gesellschaft agil auf die Geschäftsentwicklung der Konkurrenz reagieren und neue Kundenbedürfnisse antizipieren. Dies stellt für die fn DLS GmbH insgesamt ein mittleres Risiko dar. VERTRIEB Eine Grundvoraussetzung für den Erfolg und das Wachstum von der fn DLS GmbH stellt das breite und stabile Vertriebsnetz dar. Als Gegenmaßnahme zum möglichen Verlust von Vertriebsstärke schließen die Tochtergesellschaften mit ihren wichtigen Vertriebspartnern langfristige Verträge und bieten ihnen attraktive Anreizsysteme (z. B. Airtime-Modelle). Eine zusätzliche Möglichkeit zum Erhalt der Vertriebsstärke liegt in der konsequenten Prüfung neuer Partnerschaften in Handel, Distribution und Kooperation sowie in der Gewinnung weiterer Franchisepartner. Das Risiko des Verlusts von Vertriebslinien wird seitens der fn DLS GmbH als gering eingestuft. NETZBETREIBER Bonuszahlungen und Provisionen seitens der Netzbetreiber sind zentrale Bestandteile der Ertragskraft im Bereich Mobilfunk. Eine Reduzierung kann die Marge verringern und die Vermarktung erschweren. Dies versucht die Gesellschaft dadurch zu minimieren, dass flexible Einkaufskonditionen verhandelt werden sowie ein laufendes Monitoring der Erreichung zielabhängiger Zahlungen der Netzbetreiber durchgeführt und ggf. nachverhandelt wird. Dies stellt aktuell ein geringes Risiko für die fn DLS GmbH dar. Die Margen im Segment "Mobilfunk" sind wesentlich durch die Netzbetreiber und deren Gestaltung der Tarifmodelle bedingt. Hierdurch werden, beispielsweise durch Tarifwechselbeschränkungen, die Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der Tarifmodelle eingeschränkt. Dennoch findet eine laufende Prüfung der Einkaufsmodelle statt, um auf Markteffekte möglichst flexibel reagieren zu können. Das Risiko wird seitens der fn DLS GmbH als gering eingestuft. Die Netzbetreiber sind bestrebt, ihre Produkte zunehmend selbst zu vertreiben, um Marktanteile zu gewinnen (shift to direct). Hinzu kommt, dass die Netzbetreiber aufgrund ihrer Geschäftsstruktur im Vertrieb zum Teil bessere Konditionen bieten können als Service-Provider. Dies könnte wiederum zum Verlust von Vertriebswegen und Kunden führen. Dieser Umstand stellt für die fn DLS GmbH ein geringes Risiko dar. Die Netzbetreiberrisiken, allein oder in Wechselwirkung mit den Wettbewerbs- und Vertriebsrisiken, könnten sich auf die prognostizierten Ergebnisgrößen negativer als erwartet auswirken. GESETZE UND REGULIERUNG Aufgrund von gesetzlichen Änderungen, Eingriffen von Regulierungsbehörden oder durch gerichtliche Grundsatzentscheidungen, insbesondere auch aufgrund von Klagen von Verbraucherschutzorganisationen, könnten sich Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle von der fn DLS GmbH und die Möglichkeit der Kundengewinnung und -bindung sowie der Durchsetzung von Kundenforderungen ergeben. Dies könnte sich negativ auf die Höhe der prognostizierten Umsatzerlöse auswirken. Die Auswirkungen von einzelnen Entscheidungen oder rechtlichen Änderungen können für sich genommen nicht wesentlich sein, sodass das Risiko insgesamt als gering eingestuft werden kann. Die Gesellschaft begegnet dem Risiko durch ein regelmäßiges Monitoring der Entwicklungen seitens der Regulierungsbehörden bzw. durch das Verfolgen des Ausgangs gerichtlicher Entscheidungen. Aufgrund neuer und komplexerer Gesetzgebungen zum Datenschutz, insbesondere der 2018 in Kraft getretenen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), existieren neue, weitergehende Anforderungen an den Umgang u. a. mit personenbezogenen Daten. Dies könnte zur Folge haben, dass Geschäftsprozesse nicht mehr wie in der Vergangenheit ausgeführt werden können und / oder der fn DLS GmbH hohe Bußgelder auferlegt werden. Das Risiko wird von der Gesellschaft als gering eingestuft. IT-RISIKEN SYSTEMAUSFÄLLE/-FEHLER Reibungslose Geschäftsprozesse sind in hohem Maße von einer leistungsstarken IT-Infrastruktur abhängig. Schwerwiegende Ausfälle etwa der Rechenzentren, des Abrechnungssystems oder der Point-of-Sale-Systeme könnten ggf. zu einem Kundenverlust führen. Neben dem Rückgang der Umsatzerlöse bei einem Verlust von Kunden könnte zeitweise keine Leistung seitens der fn DLS GmbH erbracht und damit auch kein Umsatz erzielt bzw. kein positiver Beitrag zum erwarteten Ergebnis geleistet werden. Um Ausfallrisiken zu vermeiden, werden technische Betriebsüberwachungssysteme eingesetzt. Redundanzen und aktuelle Softwareupdates halten die Sicherheitsvorkehrungen stets auf dem aktuellen Stand. Daten werden fortlaufend gesichert. Darüber hinaus besteht ein Versicherungsschutz für Beeinträchtigungen der betrieblichen Leistungserstellung. Das Risiko wird insgesamt als gering eingestuft. CYBER-ATTACKEN UND DATENDIEBSTAHL Erfolgreiche Angriffe durch Schadsoftware oder durch Cyber-Attacken könnten IT-Systeme kompromittieren, verschlüsseln oder zu einem Entwenden von Kundendaten führen. Eine erfolgreiche Cyber-Attacke auf IT-Systeme könnte der Auslöser für eine schadhafte Datenmanipulation sein, die im Extremfall dazu führen könnte, dass Kunden- und Vertriebsportale, Apps oder sogar Infrastruktur ausfallen. Die Gefährdungslage im Cyber-Raum ist weiterhin hoch und wird zukünftig voraussichtlich weiter an Dynamik gewinnen. Dies führt dazu, dass implementierte Schutzmaßnahmen laufend überprüft und angepasst werden. Darüber hinaus sind für einen etwaigen Schadensfall Informationssicherheits- bzw. Cyber-Risikoversicherungen abgeschlossen worden. Das verbleibende Risiko wird seitens der fn DLS GmbH insgesamt als gering eingestuft. STEUERLICHE RISIKEN SONSTIGE STEUERRISIKEN Für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume kann es grundsätzlich zu Änderungen kommen, aus denen Steuernachzahlungen oder Veränderungen der Verlustvorträge resultieren, sofern die Finanzbehörden im Rahmen von steuerlichen Außenprüfungen zu abweichenden Auslegungen steuerlicher Vorschriften oder abweichenden Bewertungen des jeweiligen zugrunde liegenden Sachverhalts kommen. Gleiches gilt für Abgabenarten, die zum Teil noch nicht geprüft wurden, insbesondere weil sie üblicherweise keiner steuerlichen Außenprüfung unterliegen. Insgesamt wird dies als ein geringes Risiko angesehen. FINANZIELLE RISIKEN LIQUIDITÄT Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden konzernweit umfangreiche Finanzplanungsinstrumente eingesetzt. Die Gesellschaft steuert Liquiditätsrisiken des Weiteren durch das Halten angemessener Bankguthaben, Kreditlinien bei Banken sowie durch eine laufende Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Auf Basis der Cash-Pooling-Vereinbarungen mit den Tochtergesellschaften werden Bedarf und Anlage von liquiden Mitteln durch die fn DLS GmbH gesteuert. Darüber hinaus wird der finanzielle und operative Spielraum der Gesellschaft durch bestimmte vertragliche Beschränkungen (sogenannte "Undertakings" und "Covenants") eingeschränkt, denen sich die fn DLS GmbH im Hinblick auf die abgeschlossenen Kreditverträge der freenet unterworfen hat (vergleiche Haftungsverhältnisse im Anhang). Diese legen der Gesellschaft beispielsweise Beschränkungen bei Änderungen der Geschäftstätigkeit, bei der Durchführung gruppeninterner gesellschaftsrechtlicher Strukturmaßnahmen, bei der Bestellung von Sicherheiten sowie hinsichtlich eventueller Erwerbe sowie Veräußerungen von Vermögensgegenständen, insbesondere von Anteilsbesitz, auf. Der Gesellschaft ist es nur in engen Grenzen erlaubt, außerhalb der Kreditverträge Fremdmittel aufzunehmen, um so beispielsweise zukünftige strategische Investitionen zu finanzieren. Aus den abgeschlossenen Kreditverträgen resultiert ein geringes Liquiditätsrisiko. Ein geringes Liquiditätsrisiko resultiert aus nicht fest zugesagten Kredit- oder Factoring-Linien (wie es beispielsweise bei den Factoring-Vereinbarungen zum Verkauf von Handy-Options-Forderungen der Fall ist). Diese könnten seitens der Banken nicht mehr bedient werden und damit mögliche Liquiditätsreserven nicht mehr zur Verfügung stehen. FORDERUNGSAUSFÄLLE Bei der Betrachtung des Forderungsausfallrisikos stehen bei der fn DLS GmbH insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Endkunden im Fokus. Für wesentliche Vertragskundenbereiche werden vor Vertragsabschluss Bonitätsprüfungen der Kunden durchgeführt. Im laufenden Vertragsverhältnis sind die Durchführung eines regelmäßigen Mahn- und Inkassoprozesses mit mehreren Inkassounternehmen im Benchmarking und einer Langzeitinkassoüberwachung sowie das High-Spender-Monitoring wesentliche Maßnahmen zur Minimierung des Ausfallrisikos. Ferner trägt eine angemessene Bildung von Wertberichtigungen den Risiken Rechnung. Auch im Bereich der Forderungen gegen Händler und Franchisepartner sowie sonstiger Geschäftskunden finden ausführliche Bonitätsprüfungsprozesse mit Festlegen von Kreditlimits und schadensbegrenzenden Vorauszahlungsmodalitäten bei kritischen Lieferanten statt. Im Falle eines Zahlungsverzugs kommen Mahn- und Inkassoprozesse zur Anwendung. Wesentliche Forderungsausfallrisiken von Großkunden (Händler und Distributoren) sind zusätzlich über eine Warenkreditversicherung abgesichert. Die Risiken bei nicht versicherten Händlern und Distributoren sind im Allgemeinen durch ein internes Limitsystem begrenzt - in der Regel müssen Kunden mit schlechter Bonität Vorauskasse leisten oder die Geschäftsbeziehung kommt nicht zustande. Wesentliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen regelmäßig im Segment Mobilfunk gegen die Mobilfunknetzbetreiber. Der Forderungsbestand wird regelmäßig bewertet und die Eintreibung dieser Forderungen wird ebenfalls laufend überwacht. Basierend auf Erfahrungswerten resultiert insgesamt ein geringes Forderungsausfallrisiko. Zwischen der fn DLS GmbH und zwei Banken bestehen Factoring-Vereinbarungen zum Verkauf von Handy-Options-Forderungen. Die maßgeblichen Risiken (im Wesentlichen das Forderungsausfallrisiko) und Chancen gehen hierbei auf die Banken über. Bei der fn DLS GmbH verbleibt in voller Höhe das Spätzahlungsrisiko, es ist jedoch von untergeordneter Bedeutung. STRATEGISCHE RISIKEN BUSINESS-PROCESS-OUTSOURCING KUNDENSERVICE Die Capita Customer Services (Germany) GmbH betreut als strategischer Partner von der fn DLS GmbH im Business Process Outsourcing (BPO) den Kundenservice im Bereich Mobilfunk. Bei einem unerwarteten Einstellen des Geschäftsbetriebs besteht das Risiko, dass die vertraglich vereinbarte Rückführung der Aktivitäten oder der Wechsel zu einem alternativen Anbieter zu Mehrkosten führen könnte. Das Risiko wird seitens der fn DLS GmbH - nicht zuletzt wegen der im Januar 2023 erfolgten Vertragsverlängerung um weitere sieben Jahre - als gering eingestuft. OPERATIVE RISIKEN ALLGEMEINE PERSONALRISIKEN Der Wettbewerb um qualifiziertes Personal stellt eine große Herausforderung für die Gesellschaft dar. Eine erfolgreiche Rekrutierung, Integration, Entwicklung und Bindung kompetenter Fachkräfte ist essenziell für den Unternehmenserfolg. Engpassrisiken mit negativen Auswirkungen auf operative Abläufe existieren nicht. Allerdings könnten aufgrund der für Arbeitnehmer derzeitig günstigen Ausgangsposition am Markt (Arbeitnehmermarkt) sowie vor dem Hintergrund hoher Inflationsraten die Kosten für Personalgewinnung und Personalbindung sowie die Aus- und Weiterbildung höher ausfallen als erwartet. Die fn DLS GmbH begegnet diesem Risiko unter anderem mit einem leistungsgerechten Vergütungssystem, zunehmender Flexibilisierung der Arbeitszeitmodelle, der Einführung eines Retention-Management-Systems sowie dem Einsatz externer Dienstleister. Dieses Risiko wird seitens der fn DLS GmbH insgesamt als gering eingestuft. HARDWAREVERFÜGBARKEIT Lieferengpässe/-ausfälle bei den Herstellern von Endgeräten und Zubehör können vielfältige Faktoren zugrunde liegen - denkbar wären Produktionsstopps durch klimatische Faktoren, der Verlust von Produktionsstätten oder Logistikzentren sowie Störungen der Lieferkette. Sollten über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend Geräte zur Verfügung stehen, könnte dies den Vertrieb von Telekommunikationsleistungen beeinträchtigen (zum Beispiel fehlende Hardware für das Bundle-Geschäft), mit negativen Auswirkungen für die Neukundenakquise, die Umsatzerlöse und das EBITDA. Die fn DLS GmbH begegnet diesem geringen Risiko durch eine temporäre Ausweitung der Lagerreichweiten, der Nutzung alternativer Bezugsquellen sowie einer auf Geräteknappheit angepassten Vermarkungsstrategie. GESAMTWÜRDIGUNG DER RISIKOLAGE Die zuvor aufgeführten Risiken zum 31. Dezember 2022 werden in der Tabelle 3 zusammengefasst und der Vorjahresbewertung gegenübergestellt. Tabelle 3 : Risikoübersicht
˄ Einstufung in höhere Risikoklasse im Vergleich zum Vorbericht ˃ Einstufung in gleiche Risikoklasse im Vergleich zum Vorbericht ˅ Einstufung in geringere Risikoklasse im Vergleich zum Vorbericht - Risiko oder Risikokategorie besteht nicht mehr Durch den implementierten Risikomanagementprozess sowie das monatliche Berichtswesen hat die Geschäftsführung einen Überblick über die vorgestellte Risikosituation. Zum 31. Dezember 2022 wurden verschiedene Markt-, IT-, steuerliche, finanzielle, strategische und operative Risiken identifiziert. Wesentliche Risiken wurden nicht identifiziert. Die potenziellen Auswirkungen auf die allgemeine zukünftige Entwicklung der fn DLS GmbH sowie die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden von der Geschäftsleitung insgesamt als gering qualifiziert. Die Geschäftsleitung erwartet, dass die im Ausblick prognostizierte, positive Entwicklung durch die aufgezeigten Risiken nicht wesentlich beeinträchtigt wird. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Risiken keine Auswirkungen auf den Fortbestand der Gesellschaft haben. CHANCENBERICHT Die fn DLS GmbH strebt danach, ihren Kunden innovative, qualitativ hochwertige und preislich attraktive Produkte, verbunden mit einem positiven Kundenerlebnis (Customer Experience), anzubieten. Externe Chancen sieht die Gesellschaft insbesondere in folgenden Marktentwicklungen:
Der Eintritt eines weiteren Netzbetreibers könnte zu einer Steigerung des Wettbewerbs zwischen den Mobilfunkgesellschaften (MNOs) und einhergehend mit dem technologieneutralen Verhandlungsgebot zu einer Stärkung des Service-Provider-Modells führen. Dies könnte sich für die fn DLS GmbH in einer besseren Verhandlungsposition gegenüber den MNOs niederschlagen. Kurzfristig werden die Auswirkungen auf die prognostizierten finanziellen Leistungsindikatoren als gering eingeschätzt, da sich das Netz derzeit im Aufbau befindet. Interne Chancen für die Gesellschaft könnten sich vor allem ergeben aus:
Aus der Prüfung und Implementierung strategischer Optionen in den Bereichen Mobilfunk und Digital-Lifestyle, der Vermarktung zusätzlicher oder neuer innovativer Produkte sowie dem Ausbau der eigenen Vertriebsstärke könnte ein positiver Effekt auf die Entwicklung der zugrunde gelegten finanziellen Leistungsindikatoren resultieren und unsere Erwartungen mithin übertreffen. Gleichsam könnte eine Erhöhung der Vertriebsstärke und Kundenzufriedenheit dazu führen, dass sich der Kundenbestand positiver entwickelt als prognostiziert. Unternehmenseigene Innovationen, leistungsstarke Kooperationen in sämtlichen Geschäftsbereichen sowie exklusiv über eine App buchbare Produkte bieten auch zukünftig Chancen zur weiteren Marktdurchdringung. Die konsequente Markenführung von freenet als Dach- und Consumer-Marke führt zu einer Bündelung der Aktivitäten im Produktportfolio sowie zu einer höheren Sichtbarkeit am Markt. Sollte die Marke freenet dadurch deutlich stärker als erwartet an Attraktivität für Kunden gewinnen, könnte dies zu höheren Ergebnisbeiträgen führen. Das strategische Zusammenwirken von Mobilfunkdienstleistungen und Digital-Lifestyle-Anwendungen wird weiter forciert. Diese Ausrichtung wird konsequent verfolgt, da der Trend zur Digitalisierung und Vernetzung von Produkten und Dienstleistungen weiter anhalten wird. Vor diesem Hintergrund werden in diesem Bereich weiterhin Wachstumschancen, Synergiepotenziale sowie Chancen für neue strategische Partnerschaften gesehen. Sollten die aus kontinuierlichen Prozess- und Qualitätsverbesserungen resultierenden Maßnahmen und Effizienzsteigerungen zur Senkung der Kostenstrukturen positiver ausfallen als erwartet, könnte sich dies in den kommenden Jahren positiv auf die Höhe der Sachgemein- und Personalkosten und mithin auf das EBITDA auswirken. GESAMTWÜRDIGUNG DER CHANCENLAGE Es wurden sowohl externe als auch interne Chancen identifiziert. Die Auswirkungen der aufgezeigten Chancen auf die prognostizierten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren und somit auf die Entwicklung der fn DLS GmbH werden insgesamt eher als gering eingestuft. Die Unternehmensleitung erwartet die im Prognosebericht dargelegte Entwicklung des Geschäftsverlaufs. PROGNOSEBERICHTGESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG Überwogen während der zweiten Hälfte des abgelaufenen Jahres noch die Prognosen einer weltweiten Rezession im Jahr 2023, gehen führende Institutionen mittlerweile von einem lediglich verlangsamten Wirtschaftswachstum aus. Für das Jahr 2023 erwartet der IWF demnach ein BIP-Wachstum in Höhe von +2,9 Prozent (2022: +3,4 Prozent). Die deutsche Wirtschaft wird als exportorientierte Marktwirtschaft wesentlich von der weltweiten Wirtschaftsentwicklung beeinflusst. Für die deutsche Wirtschaft wird ein marginaler Anstieg des BIP in Höhe von +0,1 Prozent prognostiziert (2022: +1,9 Prozent). Ab der zweiten Jahreshälfte wird eine zunehmende Erholung des BIP erwartet. Die Inflationsrate in Deutschland wird für das Jahr 2023 in Höhe von +7,2 Prozent erwartet (2022: +8,7 Prozent). Hohe Energiepreise werden auch künftig die Inflation bestimmen. Im Rahmen der Energiekrise wird der Staat Unternehmen und private Haushalte weiterhin erheblich mit breit angelegten Subventionen und Transferleistungen unterstützen. Dennoch werden bis Mitte 2023 die realen verfügbaren Einkommen und der Konsum der privaten Haushalte sinken. Ab der zweiten Jahreshälfte 2023 wird dann eine Erholung erwartet. Der Preisdruck der Energierohstoffe sollte nachlassen und die Inflationsrate abnehmen. In Kombination mit einem robusten Arbeitsmarkt könnte dies zu deutlich steigenden Löhnen führen. In der Folge sollten auch die realen Haushaltseinkommen und der private Konsum wieder steigen. Letztendlich sollte auch eine sukzessive Entspannung in den globalen Lieferketten infolge der Beendigung der chinesischen "Zero-COVID-Policy" zu Beginn des Jahres 2023 eintreten. MOBILFUNKMARKT Der Index für das Geschäftsklima in der Digitalbranche (Bitkom-ifo-Digitalindex) hat sich über das Jahr 2022 hinweg wieder erholt. Die Unternehmen der ITK-Branche bewerten ihre Geschäftserwartungen für das Jahr 2023 mittlerweile mit +16,1 Punkten deutlich optimistischer als die Gesamtwirtschaft (ifo Geschäftsklima) mit -6,3 Punkten. Die Umsatzerlöse für TK-Dienste werden mit +0,1 Prozent nahezu unverändert hoch erwartet. Darin spiegelt sich die Erwartung der in den Vorjahren beobachteten Tendenz zur gleichbleibend hohen Nutzung digitaler Kommunikationsdienstleistungen in Krisenzeiten wider. Für die Entwicklung der Umsatzerlöse durch TK-Endgeräte wird mit einem Wachstum von +2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Anlass zu einem optimistischen Ausblick für 2023 gibt zudem die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft in Telekommunikationsinfrastruktur. Im abgelaufenen Jahr wurden 11,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 10,8 Milliarden Euro) in Deutschland unter anderem in den Ausbau von Glasfaser- und 5G-Netzen investiert und die flächendeckende Verfügbarkeit der Technologiestandards im Bundesgebiet erneut gesteigert. Damit sind die Voraussetzungen für eine stärkere Inanspruchnahme von Telekommunikationsdienstleistungen und ein anhaltendes Wachstum gewährleistet. Auch die ungebrochene Zunahme der Nutzung von Datentransfers über Mobilfunknetze schließt eine reduzierte Nutzung von Mobilfunkdienstleistungen nahezu aus. Eine gesunkene Kaufkraft infolge der hohen Inflation sollte auch im Jahr 2023 kein wesentliches Umsatzproblem für die Branche darstellen. Mobilfunk gehört zu den Grundbedürfnissen der deutschen Bevölkerung. In den letzten Jahren ist der Verbraucherpreisindex (VPI) für Mobilfunkdienstleistungen nicht gestiegen. Auch im für Privathaushalte besonders durch Kostensteigerungen belastendenden Jahr 2022 entwickelte sich der VPI für Mobilfunkdienstleistungen nicht gleichlaufend mit dem Gesamtindex. Zusammen mit den im Markt erkennbaren steigenden Datenvolumina je Tarif erhielt der Kunde mehr Leistung für nahezu den gleichen Preis. Entsprechend gingen auch in den vergangenen Jahren die Churn-Raten im Markt zurück, was auf eine geringe Motivation von Kunden zum Wechsel des Anbieters aufgrund von zu hoch empfundenen Preisen schließen lässt. Im Jahr 2023 könnte dieser Trend beendet werden. Bereits zum Ende des abgelaufenen Jahres hielten große deutsche Telekommunikationsunternehmen Preiserhöhungen im Mobilfunk für wahrscheinlich. Zu Beginn des Jahres 2023 kündigte Telefónica Deutschland an, die Grundpreise für Neukunden im Mobilfunk um durchschnittlich 10 Prozent zu erhöhen. Andere Netzbetreiber schließen Preiserhöhungen ebenso nicht explizit aus. Nachdem Mobilfunkunternehmen lange Jahre versucht haben, Privatkundenpreise stabil zu halten, ist dies erstmals ein Signal für steigende Preise in Deutschland. Ein Grund für diese Entwicklung ist die Belastung der Netzbetreiber durch die hohen Energiepreise, höhere Ausgaben für Netzinvestitionen sowie steigende Lohnkosten. Die Hilfsleistungen des deutschen Staats sowie Steigerungen der Preise für Mobilfunkdienstleistungen sollten für eine Abmilderung der negativen Effekte sorgen. Grundlegend ist weiterhin ein rationaler und berechenbarer Mobilfunkmarkt in Deutschland anzunehmen. UNTERNEHMENSPROGNOSE 2023 spiegelt Wachstumsambition des Mittelfrist-Ausblicks bis 2025 wider Der Prognose für das Geschäftsjahr 2023 liegen die genannten Erwartungen und Annahmen zur allgemeinen Wirtschafts- und Branchenentwicklung zugrunde. Darunter sind die Annahme eines minimalen Rückgangs des BIP, eine weiterhin hohe Inflation, ein positiver Ausblick für die ITK-Branche. Aus den prognostizierten Entwicklungen ergeben sich grundsätzlich keine Anhaltspunkte für Veränderungen, die signifikante Auswirkungen auf die gegenwärtigen Geschäftsmodelle der fn DLS GmbH haben. Die Auswirkungen, die sich aufgrund der hohen Inflation auf die Geschäftstätigkeit der fn DLS GmbH zukünftig ergeben können, werden kontinuierlich beobachtet. Etwaige kalkulierbare Risiken sind in die Prognose einbezogen worden. Nur bei einer wesentlichen Verschlechterung der Rahmenbedingungen können darüber hinaus weitere Risiken eintreten. Diese Risiken sind im Risikoinventar entsprechend berücksichtigt (siehe "Chancen- und Risikobericht"). Weitere Annahmen, die für die Ableitung der Prognose der finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren der fn DLS GmbH als wesentlich angesehen werden, sind:
Für das Geschäftsjahr 2023 wird ein weiter anhaltendes, profitables Wachstum erwartet. Die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2023 werden im Folgenden dargestellt und gelten unter der Annahme einer vergleichbaren Unternehmensstruktur. Alle Aussagen sind in Relation zum Vorjahr formuliert und für die qualitativ-komparativen Prognosen gilt folgende Abstufung: deutlich abnehmend, merklich abnehmend, moderat abnehmend, stabil, moderat wachsend, solide wachsend, deutlich wachsend. Für die finanziellen Leistungsindikatoren wird folgende Entwicklung erwartet:
Für die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren wird folgende Entwicklung erwartet:
Insgesamt basiert die Prognose auf den zum Zeitpunkt der Aufstellung bekannten Erkenntnissen zur möglichen konjunkturellen Entwicklung in Deutschland sowie den genannten Annahmen zur Branchenentwicklung. Sollte es zu einer konjunkturell schlechteren Entwicklung, zu Ereignissen mit weltwirtschaftlicher Tragweite oder zu unvorhergesehenen staatlichen bzw. regulatorischen Eingriffen kommen, könnte sich dies auf die abgegebene Prognose für die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren auswirken (siehe Chancen- und Risikoberichterstattung). Die aktuellen Entwicklungen im Russland-Ukraine-Konflikt sind von der Gesellschaft zur Kenntnis genommen und im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Gesellschaft gewürdigt worden. Dabei wurden keine bedeutsamen Auswirkungen auf die Risiko- bzw. Prognoseberichterstattung identifiziert. ANGABEN ZUR FRAUENQUOTE Die Festlegungen zu den Frauenanteilen nach §§ 36, 52 Abs. 2 GmbHG befinden sich auf der Internetseite der Gesellschaft https://www.freenet-mobilfunk.de unter "Datenschutz und rechtliche Hinweise".
Büdelsdorf, den 09. März 2023 Die Geschäftsführung Ingo Arnold Rickmann von Platen Antonius Fromme Bilanz 2022AKTIVA
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022
Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022A. Allgemeine AngabenDie freenet DLS GmbH (fn DLS GmbH) ist im Handelsregister des Amtsgerichts Kiel unter HRB 14826 KI eingetragen und hat ihren Firmensitz in Büdelsdorf. Am 17. Mai 2022 hat die Gesellschafterversammlung die Umfirmierung der mobilcom-debitel GmbH in freenet DLS GmbH beschlossen. Die Handelsregistereintragung erfolgte am 11. Juli 2022. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 der fn DLS GmbH, Büdelsdorf wurde nach den Vorschriften der §§ 238 ff. und der §§ 264 ff. HGB sowie den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die fn DLS GmbH ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 3 und 4 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren des § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Durch die Wahl des Zahlenformates (TEUR) kann es zu Abweichungen von den tatsächlich gebuchten Beträgen bzw. zu rundungsbedingten Differenzen bei der Berechnung von Zwischen- und Endsummen kommen. Zwischen der freenet AG, Büdelsdorf (freenet), als herrschende Gesellschaft und der fn DLS GmbH als beherrschte Gesellschaft besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. B. Angaben zu Bilanzierungs-, Bewertungs- und AusweismethodenImmaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände (überwiegend Software, Lizenzen und Nutzungsrechte) sind zu Anschaffungskosten bilanziert. Mit Beginn der Nutzungsdauer werden planmäßige, lineare Abschreibungen über eine Nutzungsdauer von 1 bis 6 Jahren vorgenommen. Das Aktivierungswahlrecht für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände gemäß § 248 Abs. 2 HGB wird nicht in Anspruch genommen. Im Rahmen der Verschmelzung der mobilcom-debitel AG, Stuttgart, auf die debitel Konzernfinanzierungs GmbH, Stuttgart (dKf), gemäß Verschmelzungsvertrag vom 14. April 2011 sowie der Verschmelzung der dKf auf die mobilcom-debitel GmbH (ab Juli 2022 freenet DLS GmbH) gemäß Verschmelzungsvertrag vom 14. April 2011 wurde im Jahr 2011 ein Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Der Geschäfts- oder Firmenwert beinhaltet die Fähigkeit aufgrund der gestärkten Marktposition und der erweiterten Vertriebsstrukturen nachhaltig Neukunden zu gewinnen. Aus dem Geschäfts- oder Firmenwert zuordenbaren Cashflow ergab sich eine Nutzungsdauer von 12 Jahren. Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Sachanlagen Zugänge zum Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungskosten aktiviert. Die Abschreibungen werden planmäßig nach der linearen Methode entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer vorgenommen. Sachanlagen, im Wesentlichen Betriebs- und Geschäftsausstattung, sind mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten bewertet und werden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 3 bis 13 Jahren linear abgeschrieben. Gebäude werden über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 33 Jahren linear abgeschrieben. Die Abschreibung wird monatsgenau ermittelt. Selbstständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben, sofern ihre jeweiligen Anschaffungskosten einen Betrag von 250 Euro nicht übersteigen. Entsprechende Anlagegegenstände mit Anschaffungskosten über 250 Euro werden einzeln erfasst und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Finanzanlagen Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten unter Berücksichtigung erforderlicher Wertberichtigungen bilanziert. Die Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertberichtigungen bilanziert. Bei den derzeitigen Beteiligungen findet das Wahlrecht der Abschreibung auch bei voraussichtlich nicht dauernder Wertminderung keine Anwendung. Vorräte Die im Vorratsvermögen befindlichen Mobilfunk-Endgeräte, Prepaid-Bundles, Computer und Zubehör werden mit dem sog. Standardpreis, d. h. durchschnittliche Anschaffungskosten abzgl. kaufpreismindernde Bonuszahlungen der Hardware-Hersteller, unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Zum Bilanzstichtag erfolgte zusätzlich eine Reichweiten-Abwertung. Auf dieser Basis werden Wertberichtigungen zwischen 10 % und 30 % wegen erhöhter Lagerdauer vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zu Nennwerten abzüglich pauschalierter Einzelwertberichtigungen angesetzt, die in Anlehnung an Erfahrungswerte aus der Vergangenheit gebildet wurden. Erkennbaren Einzelrisiken wird durch Einzelwertberichtigungen entsprechend Rechnung getragen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen große Netzbetreibergesellschaften wurden aufgrund bestehender Aufrechnungslage mit den Verbindlichkeiten gegenüber diesen Gesellschaften saldiert. Bestimmte Endkundenverträge sind Mehrkomponentenverträge. Sie bestehen aus einer Hardware-Komponente, in der Regel einem Mobilfunkgerät, und diversen Dienstleistungskomponenten, die zumeist aus der Erbringung von Telefonie- und Servicedienstleistungen bestehen. Der Preis für das gesamte Mehrkomponentengeschäft wird auf der Grundlage der anteiligen beizulegenden Zeitwerte auf die verschiedenen Elemente aufgeteilt. Die Höhe des zu realisierenden Umsatzes für die bereits gelieferten Elemente ist auf die Höhe der Umsätze beschränkt, die nicht von noch zukünftig zu erbringenden Leistungen abhängig sind (sog. Cash-Restriction). Die im Geschäftsjahr bilanzierten Forderungen aus der Hardware-Option wurden mit Zinssätzen zwischen 0,92 % und 3,92 % diskontiert. Der Diskontierungssatz setzt sich aus einem risikolosen Geldmarktzinssatz und dem internen Risikozins zusammen, welcher sich an Erfahrungswerten der kundengruppen-spezifischen Ausfallwahrscheinlichkeiten orientiert. Der Ansatz der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu Nennwerten abzüglich erforderlicher Wertberichtigungen. Wertpapiere Wertpapiere werden zum Anschaffungskurs bzw. zum niedrigeren Kurs am Bilanzstichtag angesetzt. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten Die flüssigen Mittel sind zu Nennwerten bilanziert. Sämtliche Guthaben bei Kreditinstituten sind frei verfügbar. Rechnungsabgrenzungsposten Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag aktiviert, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Einnahmen vor dem Abschlussstichtag passiviert, die Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Latente Steuern Das Wahlrecht zum Ansatz aktiver latenter Steuern wird nicht ausgeübt. Aufgrund der vorhandenen steuerlichen Organschaft mit der freenet (Organträger) werden die latenten Steuern in der Bilanz des Organträgers ausgewiesen. Eigenkapital Das Eigenkapital wird zum Nennwert angesetzt. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt. Der Rechnungszins für die Bewertungen der Pensionsrückstellungen beträgt 1,78 % (Restlaufzeit 15 Jahre, 10-Jahresdurchschnitt). Der durchschnittliche Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt zum Bilanzstichtag 1,44 %, sodass sich der Unterschiedsbetrag im Sinne des § 253 Abs. 6 HGB zum 31. Dezember 2022 auf TEUR 2.570 (Vorjahr TEUR 4.008) beläuft. Der Berechnung liegen die Wahrscheinlichkeitswerte nach den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde. Für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder sind TEUR 11.577 (Vorjahr TEUR 11.267) bilanziert. Bei den Berechnungen wurden folgende Rechnungsannahmen angesetzt:
Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen Diese Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Rückstellungen werden nach der Nettomethode bilanziert. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber großen Netzbetreibergesellschaften wurden aufgrund bestehender Aufrechnungslage mit den Forderungen gegen diese Gesellschaften verrechnet. Die Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Fremdwährungen Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung wurden mit dem Kurs zum Entstehungszeitpunkt erfasst. Zum Bilanzstichtag werden Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr unter Berücksichtigung der Gewinne und Verluste aus Kursänderungen mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet. C. Erläuterungen zur Bilanz1. Anlagevermögen Eine von den gesamten Anschaffungskosten ausgehende Darstellung der Entwicklung der einzelnen Bilanzposten des Anlagevermögens stellt sich wie folgt dar:
2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben TEUR 43.322 (Vorjahr TEUR 54.202) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Gesellschaft hat in den Vorjahren zwei Factoring-Vereinbarungen mit zwei Banken abgeschlossen. Beide regresslosen Verkäufe von Forderungen stellen ein echtes Factoring dar und dienen der vorzeitigen Beschaffung liquider Mittel. Zum Bilanzstichtag werden Forderungen in Höhe von TEUR 19.045 (Vorjahr TEUR 44.927) ausgebucht. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen Forderungen in Höhe von TEUR 297.193 (Vorjahr TEUR 297.193) aus gewährten Darlehen, die durch die Taunus Beteiligungs GmbH zu erbringen sind. Weiter bestehen Forderungen aus Gewinnabführungsverträgen in Höhe von TEUR 96.982 (Vorjahr TEUR 93.927). Die Forderungen für Zinsen betragen TEUR 5.071 (Vorjahr TEUR 5.036). Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 50.860 (Vorjahr TEUR 49.152). Die Forderungen aus den Darlehen der Taunus Beteiligungs GmbH sind zum 1. März 2024 fällig und werden mit 2 % p.a. verzinst. Alle weiteren Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind innerhalb eines Jahres fällig. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten noch nicht fällige Vorsteuerbeträge aus Vertriebsrechten. Aufgrund der noch ausstehenden Zahlungen ist die Vorsteuer in Höhe von TEUR 14.820 (Vorjahr TEUR 4.845) noch nicht fällig. Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben TEUR 14.489 (Vorjahr TEUR 4.617) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. 3. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 4.661 (Vorjahr TEUR 2.764) beinhaltet im Wesentlichen Abgrenzungen für vorausgezahlte Lizenzgebühren in Höhe von TEUR 1.785 (Vorjahr TEUR 1.738), für Werbung in Höhe von TEUR 1.131 (Vorjahr TEUR 1.026) sowie für Wartung von Hard- und Software in Höhe von TEUR 732 (Vorjahr TEUR 0). 4. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital der fn DLS GmbH beträgt unverändert zum Vorjahr TEUR 801 und ist voll erbracht. 5. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen zeigen folgende Einzelposten:
6. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen resultieren überwiegend aus Gesprächs- und Nutzungsguthaben unserer Prepaid-Kunden und haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben TEUR 154.219 (Vorjahr TEUR 162.922) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und TEUR 61.880 (Vorjahr TEUR 0) eine Restlaufzeit von einem Jahr bis zu fünf Jahren. Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben TEUR 491.376 (Vorjahr TEUR 402.374) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Im Wesentlichen bestehen diese Verbindlichkeiten aus der Gewinnabführung bzw. Verlustübernahme in Höhe von TEUR 257.800 (Vorjahr TEUR 173.938), sowie Verbindlichkeiten aus dem konzernseitigen Liquiditätsmanagement in Höhe von TEUR 195.521 (Vorjahr TEUR 193.385) und ein von der freenet gewährtes Darlehen in Höhe von TEUR 299.300 (Vorjahr TEUR 464.300), dessen vollständige Tilgung zum 28. Juni 2024 fällig wird. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen- und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen betragen TEUR 31.255 (Vorjahr TEUR 29.228) aus internen Weiterbelastungen. Die sonstigen Verbindlichkeiten entfallen größtenteils auf Verbindlichkeiten aus dem Factoring von noch nicht bilanzierten Handy-Options-Forderungen in Höhe von TEUR 6.212 (Vorjahr TEUR 15.535), aus noch nicht abgeführten Forderungen von Endkunden im Rahmen der Factoring-Vereinbarung in Höhe von TEUR 5.584 (Vorjahr TEUR 7.248) sowie auf Kautionen in Höhe von TEUR 2.433 (Vorjahr TEUR 2.106), die wir von Endkunden erhalten haben. Von den sonstigen Verbindlichkeiten haben TEUR 21.103 (Vorjahr TEUR 31.647) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, TEUR 89 (Vorjahr TEUR 67) haben eine Laufzeit zwischen ein und fünf Jahren sowie TEUR 111 (Vorjahr TEUR 84) haben eine restliche Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Insgesamt haben Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 200 (Vorjahr TEUR 151) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. 7. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten wurden TEUR 5.588 (Vorjahr TEUR 0) für einen erhaltenen Sonderbonus von der Telekom Deutschland GmbH, Bonn, für die Fortführung der Zusammenarbeit bilanziert. 8. Außerbilanzielle Geschäfte Die Gesellschaft hat Leasingverträge für Kfz in Höhe von TEUR 1.600 und für Drucker in Höhe von TEUR 127 abgeschlossen. Diese Verträge dienen der Minimierung des gebundenen Vermögens und haben eine Laufzeit bis maximal 2025. 9. Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten Die Gesellschaft bürgt als Obligor i.S.v. "Guarantor" dafür, dass die freenet die aus vier Schuldscheindarlehen entstandenen Verpflichtungen in Form von Zinszahlungen und Kapitalrückzahlung, Nominalwert TEUR 507.500 (Vorjahr TEUR 648.000), erfüllt. Eine wesentliche Auflage hierzu ist die Garantie, dass keine Vermögensgegenstände der Gesellschaft anderweitig verpfändet werden dürfen. Für ein der freenet gewährtes Bankdarlehen der UniCredit Bank AG (als Konsortialführer) in Form einer Revolving Credit Facility mit einem Nominalwert von TEUR 300.000 (Vorjahr TEUR 300.000) bürgt die Gesellschaft, falls die freenet Tilgungs- und Zinszahlungen nicht nachkommt. Die Revolving Credit Facility war zum 31. Dezember 2022 nicht in Anspruch genommen. Es wird nicht mit einer Inanspruchnahme aus der Absicherung der Kreditgeschäfte gerechnet, weil davon auszugehen ist, dass die Finanzschulden vertragsmäßig getilgt werden. Die Gesellschaft hat sich durch Patronatserklärungen gegenüber diversen Vermietern von Ladenlokalen der freenet Shop GmbH, Oberkrämer, (fnS) und der GRAVIS Computervertriebsgesellschaft mbH, Berlin, (Gravis) verpflichtet, die fnS und die Gravis stets mit ausreichenden finanziellen Mitteln zur Erfüllung sämtlicher Verbindlichkeiten auszustatten. Die Patronatserklärungen sind in der Regel auf die Laufzeit der zugrunde liegenden Mietverträge befristet. Es bestehen Eventualverbindlichkeiten aus Bankbürgschaften für Mietverträge diverser Ladenlokale der fnS und Gravis in Höhe von TEUR 853 (Vorjahr TEUR 918). Die fn DLS GmbH hat sich durch eine Patronatserklärung gegenüber der Telekom Deutschland GmbH, Bonn, (Telekom) verpflichtet, die Tochtergesellschaft callmobile GmbH, Hamburg, (callmobile), finanziell so auszustatten, dass sie stets in der Lage ist, allen ihren Verbindlichkeiten aus dem Extended Wholesalevertrag vom 30. April 2008 mit der Telekom fristgerecht nachzukommen. Die Verbindlichkeit der callmobile aus diesem Vertrag betrug zum 31. Dezember 2022 TEUR 0 (Vorjahr TEUR 157). Zur Besicherung der Ansprüche von nicht gesetzlich insolvenzgeschützten Versorgungsanwartschaften aus Ruhegeldzusagen an ehemalige Vorstandsmitglieder sowie aus Entgeltumwandlungen von Mitarbeitern sind flüssige Mittel in Höhe von TEUR 512 (Vorjahr TEUR 515) auf einem Treuhandkonto hinterlegt und in Geldmarktfonds angelegt, die in der Bilanz unter den sonstigen Wertpapieren ausgewiesen sind. Das Risiko für eine Inanspruchnahme aus den beschriebenen Haftungsverhältnissen wird als unwahrscheinlich eingeschätzt. Auf Basis der operativen Planungen besteht kein Grund, von einer Inanspruchnahme der Haftungsverhältnisse auszugehen. 10. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Am Bilanzstichtag bestehen Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen in Höhe von TEUR 2.720. Sonstige nicht in der Bilanz ausgewiesene finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Wartungsverträgen sowie einem Dienstleistungsvertrag im Zusammenhang mit Kundenbetreuung bestehen in Höhe von TEUR 236.067 gegenüber Dritten. Gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 156. Vom Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen haben TEUR 42.888 eine verbleibende Laufzeit, die unter einem Jahr liegt, TEUR 131.532 von über einem aber unter fünf Jahren und TEUR 64.523 von über fünf Jahren. D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung11. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 2.554.598 (Vorjahr TEUR 2.514.912) werden im Wesentlichen durch Mobilfunkgebühren (TEUR 1.513.583, Vorjahr TEUR 1.536.081), Hardware (TEUR 517.139, Vorjahr TEUR 514.254) sowie Provisionen (TEUR 486.619, Vorjahr TEUR 427.276) erzielt. Die Gesellschaft realisiert ihre Umsatzerlöse nahezu ausschließlich im Inland. 12. Sonstige betriebliche Erträge Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen werden unter anderem TEUR 15.889 (Vorjahr TEUR 11.443) Erträge aus Weiterberechnung Promotion, TEUR 13.586 (Vorjahr TEUR 13.096) Erträge aus Schadenersatz sowie TEUR 12.343 (Vorjahr TEUR 11.261) Erträge aus Mahnungen und Inkassodienstleistungen ausgewiesen. In den periodenfremden Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 23.495 (Vorjahr TEUR 10.025) enthalten. Darüber hinaus sind weitere Erträge in Höhe von TEUR 1.124 (Vorjahr TEUR 1.995) enthalten, die den anderen Geschäftsjahren zuzuordnen sind. Es handelt sich hierbei größtenteils um Zahlungseingänge auf bereits in Vorjahren abgeschriebene Forderungen. 13. Materialaufwand Der im Geschäftsjahr entstandene Materialaufwand beträgt TEUR 2.070.697 (Vorjahr TEUR 2.059.580). Als Aufwendungen für bezogene Waren werden insgesamt TEUR 528.884 (Vorjahr TEUR 539.012) größtenteils für den Bezug von Mobiltelefonen und Zubehör ausgewiesen. Für bezogene Leistungen sind TEUR 1.541.813 (Vorjahr TEUR 1.520.568) aufgewendet worden. Davon betreffen TEUR 1.034.660 (Vorjahr TEUR 1.034.704) direkte Netzbetreiberkosten und TEUR 499.749 (Vorjahr TEUR 481.635) Provisionen. Von den Aufwendungen für bezogene Leistungen sind TEUR 67 (Vorjahr TEUR 247) als periodenfremd einzustufen. Hierbei handelt es sich um den Aufwand zur Bildung einer Rückstellung für zu erstattende Prepaid-Guthaben. 14. Personalaufwand Im Personalaufwand ist ein periodenfremder Aufwand von TEUR 87 (Vorjahr TEUR 60) aus Zahlungen von Tantiemen ausgewiesen. 15. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen Im Geschäftsjahr 2022 wurden planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen in Höhe von TEUR 127.350 (Vorjahr TEUR 127.176) vorgenommen. 16. Sonstige betriebliche Aufwendungen Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen in Höhe TEUR 49.954 (Vorjahr TEUR 39.462) für externe Werbe- und Vertriebskosten, TEUR 22.167 (Vorjahr TEUR 23.001) für Callcenter- und Hotline Kosten, TEUR 19.055 (Vorjahr TEUR 27.298) für Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten, TEUR 17.621 (Vorjahr TEUR 15.248) für Wertberichtigungen auf Forderungen sowie TEUR 8.950 (Vorjahr: TEUR 8.917) für externe Kosten der IT entstanden. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten TEUR 78 (Vorjahr TEUR 489) periodenfremde Aufwendungen. Diese setzen sich im Wesentlichen aus Verlusten aus Abgängen des Anlagevermögens und Steuern von den Vorjahren zusammen. 17. Zinsergebnis Das Zinsergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
18. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens Die auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens erfassten außerplanmäßigen Abschreibungen beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf TEUR 3.300 (Vorjahr TEUR 28.300). Diese Abschreibung ist dauerhaft und betrifft das Tochterunternehmen freenet Shop GmbH, Oberkrämer. Die Abschreibung im Vorjahr betraf das Tochterunternehmen callmobile GmbH, Hamburg. 19. Ergebnisverwendung Gemäß Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag wurde das handelsrechtliche Jahresergebnis der fn DLS GmbH in Höhe von TEUR 257.800 (Vorjahr TEUR 173.937) vollständig an die freenet abgeführt. E. Sonstige Angaben20. Geschäftsführung und Mitarbeiter Als Geschäftsführer waren bestellt:
Die Geschäftsführer haben im Geschäftsjahr keine Bezüge von der Gesellschaft erhalten. Im Geschäftsjahr 2022 waren durchschnittlich 848 (Vorjahr 911) Angestellte und 12 (Vorjahr 8) leitende Angestellte (ohne Geschäftsführung) bei der fn DLS GmbH beschäftigt. Zudem befanden sich durchschnittlich 43 (Vorjahr 52) Mitarbeiter in der Berufsausbildung. 21. Aufsichtsrat Stephan Esch, Mitglied des Vorstands der freenet AG, Vorsitzender des Aufsichtsrats Nicole Engenhardt-Gillé, Vorstand Human Resources der freenet AG seit 1. Januar 2023 Andreas Jürgensen, Leiter IT-Infrastruktur Andreas Haack, Servicemanager IT, (Arbeitnehmervertreter), stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats Svetlana Gussew, Mitarbeiterin IT Bereich Abrechnung und Backend, (Arbeitnehmervertreterin) Nicolas Tetau, Bereichsleiter IT für ERP und Commerce, Geschäftsführer freenet Cityline GmbH, 01019 GmbH, 01024 GmbH, 01050.com GmbH 22. Gesamtbezüge des Aufsichtsrates Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates betrugen wie im Vorjahr TEUR 5. 23. Angaben zum Anteilsbesitz Der Anteilsbesitz der Gesellschaft gemäß § 285 Nr. 11 HGB, soweit nicht von untergeordneter Bedeutung gemäß § 286 Abs. 3 Nr. 1 HGB, gliedert sich wie folgt:
1) Ergebnis vor Gewinnabführung bzw. Verlustübernahme an bzw. durch die fn DLS GmbH 2) Ergebnis vor Gewinnabführung an die Taunus Beteiligungs GmbH 24. Angaben zum Mutterunternehmen und Konzernabschluss Muttergesellschaft der fn DLS GmbH ist die freenet. Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Muttergesellschaft einbezogen. Diese stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Konsolidierungskreis auf. Aufgrund der Einbeziehung in den Konzernabschluss der freenet ist die fn DLS GmbH von der Aufstellung eines eigenen Konzernabschlusses befreit. Der Konzernabschluss ist nach § 325 HGB beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers einzureichen und im Bundesanzeiger elektronisch bekannt zu machen. Als verbundene Unternehmen werden die Unternehmen angesehen, die in den Konzernabschluss der freenet einbezogen werden. Der Konzernabschluss der freenet ist am Sitz der Gesellschaft, Hollerstraße 126, 24782 Büdelsdorf erhältlich. Von der Befreiungsvorschrift des § 291 HGB hinsichtlich der Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts wird Gebrauch gemacht. Die Unterschiede zu den nach deutschem Recht geltenden Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden und dem nach den zum Abschlussstichtag in den EU anzuwendenden Vorschriften der Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS) erstellten Konzernabschluss der freenet AG, Büdelsdorf, betreffen im Wesentlichen folgende Sachverhalte:
Die IFRS-Anpassungen sind ausschließlich für den Konzernabschluss relevant und finden im Einzelabschluss der Gesellschaft keinen Niederschlag. 25. Abschlussprüferhonorar Auf die Angabe des Abschlussprüferhonorars gemäß § 285 Nr. 17 HGB wird verzichtet, weil diese Information im Konzernabschluss der freenet enthalten ist. 26. Nachtragsbericht Nach dem Bilanzstichtag haben sich keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung ergeben.
Büdelsdorf, den 09. März 2023 freenet DLS GmbH Ingo Arnold Rickmann von Platen Antonius Fromme BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die freenet DLS GmbH, Büdelsdorf Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der freenet DLS GmbH, Büdelsdorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der freenet DLS GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufstichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufstichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 10. März 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Niklas Wilke, Wirtschaftsprüfer ppa. Harald van Voorst, Wirtschaftsprüfer Der Jahresabschluss zum 31.12.2022 wurde am 27.04.2023 festgestellt. |
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