Stammdaten

Register
Amtsgericht Kiel HRB 14826 KI
Vorher
mobilcom Communicationstechnik GmbHmobilcom-debitel GmbH
Eingetragen
20.11.1997
Branche
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieErbringung von sonstigen InformationsdienstleistungenErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Gegenstand
Die Entwicklung und Bereitstellung von Dienstleistungen in den Bereichen Informationstechnologie und Kommunikation, ferner der Vertrieb von allen Artikeln und Produkten sämtlicher Art in diesen Bereichen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sebastian Goebel
seit 20.2.2026
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Volker Matthias Pabst
seit 11.8.2025
Prokura
Patrick Gehl
seit 20.5.2022
Prokura
Prokura
Felix Bommer
seit 7.12.2018
Prokura
Jochen Otterbach
seit 12.2.2015
Prokura
Rickmann von Platen
seit 8.5.2013
Geschäftsführer
Dirk Hartmann
seit 8.5.2013
Prokura
Prokura
Alexander Borgwardt
seit 8.5.2013
Prokura
Prokura
Lutz Dammast
seit 8.5.2013
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
freenet AG
Germany
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

freenet DLS GmbH

Büdelsdorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS

GESCHÄFTSMODELL

Die freenet DLS GmbH, Büdelsdorf, (im Folgenden auch als "fn DLS GmbH" bezeichnet), eingetragen am Amtsgericht Kiel unter HRB 14826 KI, operiert als unabhängiger Service-Provider ohne eigene Netzinfrastruktur.

Mobilfunk ist das Kerngeschäft der fn DLS GmbH. Zum Angebotsportfolio zählen Produkte, Dienstleistungen und Hardware rund um mobile Telekommunikation und mobiles Internet. Ergänzend dazu werden vielfältige Digital-Lifestyle-Produkte und -Services angeboten. Hierzu zählen unter anderem Handyzubehör, Home-Entertainment, Smart Home oder WiFi-Services.

Bei der Erbringung von Mobilfunkdienstleistungen setzt die fn DLS GmbH auf ein in Deutschland einzigartiges und regulatorisch gestütztes Geschäftsmodell. Es handelt sich primär um ein Reseller-Modell, bei dem die Kundenbeziehung nicht an den jeweiligen Netzbetreiber übergeht, sondern bei der fn DLS GmbH verbleibt (Service-Provider-Modell). Im Gegensatz zu Mobilfunknetzbetreibern (MNO-Modell) entfällt der kostenintensive und kapitalbindende Betrieb eines Mobilfunknetzes. Und im Vergleich zu anderen Wettbewerbern erwirbt die fn DLS GmbH keine (Netz-)Kapazitäten (MVNO-Modell) von einem der Netzbetreiber, wodurch ein Wiederverkaufsrisiko vermieden wird.

Aufgrund der direkten Kundenbeziehung übernimmt die fn DLS GmbH auch alle nachgelagerten Dienstleistungen gegenüber dem Kunden (z.B. Kundenservice, Rechnungsstellung, Marketing etc.). Die Gesellschaft profitiert also von den Vorteilen einer direkten Kundenbeziehung bei geringen Infrastrukturinvestitionen (Asset-light-Modell). Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der fn DLS GmbH im deutschen Markt ist, dass sich das Mobilfunktarifportfolio einerseits auf die Originaltarife aller deutschen Netzbetreiber (Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland) erstreckt und andererseits eigene Tarife zugehöriger Marken wie freenet Mobilfunk oder klarmobil in den jeweiligen Netzen gestaltet werden können.

Mit einer maßgeschneiderten Tarifierung und Branding werden die Produkte und Dienstleistungen in einem Omnichannel-Vertriebsnetz in Deutschland vermarktet. Im Fokus steht die Kundenbeziehung über direkt steuerbare Vertriebskanäle, zu denen die über 500 freenet Shops und etwa 40 GRAVIS Stores, sowie zahlreiche (Online-)Vermarktungs-Plattformen gehören. Insbesondere diese Kanäle ermöglichen der fn DLS GmbH einen direkten Kundenzugang mit Up-/Cross-Selling-Potenzialen sowie eine starke Kundenbindung. Darüber hinaus verfügt die fn DLS GmbH über ein exklusives Vermarktungsrecht von Mobilfunkdienstleistungen in den Netzen der Deutschen Telekom und Vodafone in rund 400 Elektrofachmärkten der Media-Saturn Deutschland GmbH.

Langfristige Kundenverträge/ -bindung mit wiederkehrenden Wertbeiträgen bilden die Basis des Geschäfts und den Ausgangspunkt für Wachstum durch kontinuierliches Optimieren und Erweitern des Digital-Lifestyle-Portfolios in den Produktbereichen Mobilfunk und Internet. Dabei stehen die konsequente Nutzung der etablierten Vertriebsstärken und -kompetenzen sowie die Maximierung des Customer Lifetime Value (CLTV) unter der Nebenbedingung einer hohen Kundenzufriedenheit im Vordergrund.

WETTBEWERBER

Maßgebliche Wettbewerber der fn DLS GmbH im deutschen Mobilfunkmarkt sind die Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland sowie der Mobilfunk-Service-Provider 1&1 Drillisch.

STEUERUNGSSYSTEM UND LEISTUNGSINDIKATOREN

Für die fn DLS GmbH sind die Beziehungen zu den Kunden sowie zu den Handelspartnern und Netzbetreibern von besonderer Bedeutung. Weiterhin stehen daher die stabilen Beziehungen zu unseren Partnern sowie die Steigerung von Kunden- und Händlerzufriedenheit im Fokus unserer Geschäftstätigkeit. Zur Umsetzung der strategischen Zielsetzungen und Messung der operativen Leistung verwendet die Unternehmensleitung ein konzernweit einheitliches Steuerungssystem. Die Erfolgsmessung knüpft an finanzielle wie auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren an, die den Rahmen für eine wertorientierte Unternehmensführung entlang der Strategie bilden. Sofern zukünftig ein Anpassungsbedarf identifiziert wird, behalten wir uns eine entsprechende Anpassung des Steuerungssystems vor. Als steuerungsrelevant sind hierunter insbesondere die folgenden finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren zu verstehen. Die Leistungsindikatoren können nur für das Segment Mobilfunk der freenet identifiziert werden, wobei die fn DLS GmbH ein wesentlicher Bestandteil des Segments Mobilfunk ist. Daraus folgt, dass wir im Folgenden die Leistungsindikatoren aus dem freenet Konzernabschluss, der gemäß den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt wird, beschreiben.

FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Um den finanziellen Unternehmenserfolg nachvollziehbar zu messen und darzustellen, verwenden wir folgende finanzielle Leistungsindikatoren:

Umsatz,

EBITDA,

Postpaid-ARPU.

UMSATZ

Der Umsatz entspricht der Bruttowertschöpfung aus der betrieblichen Tätigkeit und ist somit eine wesentliche Größe, um den Unternehmenserfolg zu messen. Der Umsatz im Segment Mobilfunk ist abhängig vom Verkauf von Produkten und Dienstleistungen rund um Mobilfunk und Internet. Die Erschließung zusätzlicher Erlösquellen, komplementär zum Geschäftsfeld Mobilfunk, ist im strategischen Interesse der Geschäftsleitung. Hierzu zählen unter anderem die Geschäftsaktivitäten im Bereich Digital-Lifestyle. Der Erfolg der Absatzbemühungen spiegelt sich primär in der künftigen Umsatzentwicklung wider.

EBITDA

Das EBITDA bildet die operative Unternehmensleistung ab und gilt allgemein als ein wesentlicher Indikator für die Beurteilung der Entwicklung im Zeitablauf sowie von Unternehmen im gleichen Marktsegment.

Das steuerungsrelevante EBITDA ist definiert als Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern zuzüglich Abschreibungen und Wertminderungen. Das EBITDA bezieht auch Sondereinflüsse ein, wodurch ein ganzheitlicher Blick auf Erträge und Aufwendungen gegeben wird. Eine Vergleichbarkeit mit Vorjahren ist dadurch allerdings nur eingeschränkt möglich. Für das Geschäftsjahr 2022 wurden keine Sondereffekte berücksichtigt.

POSTPAID-ARPU

Der Postpaid-ARPU bezeichnet den monatlichen Durchschnittsumsatz (vor Mehrwertsteuer) je Postpaid-Kunde im Segment Mobilfunk. Er dient als Gradmesser für die Bereitschaft von Kunden, für die jeweilige Mobilfunkleistung entsprechende monatliche Entgelte zu zahlen und umgekehrt für den Vertriebserfolg bei der Vermarktung hochwertiger Mobilfunktarife. Folglich ist der Postpaid-ARPU ein Indikator für die Qualität des Kundenstamms, deren Sicherung im strategischen Interesse des Managements liegt. Veränderungen der Markt- und Wettbewerbssituation in Deutschland können bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Leistungsindikators nehmen. Auch regulatorische Änderungen und höhere Gewalt (zum Beispiel Einschränkung von Reisetätigkeiten) können die Höhe des Postpaid-ARPU beeinflussen.

Die Ermittlung des Postpaid-ARPU erfolgt ohne Berücksichtigung von in der Grundgebühr enthaltenen Subventionsanteilen für die mitgelieferte Hardware. Die Entwicklung der Postpaid-Serviceumsätze leitet sich demnach direkt aus der Entwicklung des Postpaid-ARPU und der Postpaid-Kundenzahlen ab.

NICHTFINANZIELLER LEISTUNGSINDIKATOR

Die Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren Umsatz und EBITDA ist eng mit der Entwicklung der Abonnenten-Kundenstamms als zusammengefasster nichtfinanzieller Leistungsindikator der relevanten Kundengruppen verbunden. Die strategisch relevante Kundengruppe variiert in Abhängigkeit des operativen Segments: Der Postpaid-Kundenbestand dient als Leistungsindikator für das Segment Mobilfunk. Kundengewinnung, -bindung und -management sind für die erfolgreiche Entwicklung der freenet essenziell.

POSTPAID - KUNDENBESTAND

Der Postpaid-Kundenbestand, in dem die strategisch wichtigen Mobilfunkkunden zusammengefasst werden, sichert aufgrund der Laufzeitverträge die mittelfristige Ertrags- und Liquiditätskraft von freenet und ist damit zentral für die Unternehmenssteuerung. Im Geschäftsfeld Mobilfunk stellt die relevante Steuerungsgröße in Verbindung mit dem durchschnittlich generierten Umsatz pro Vertragskunde (Postpaid-ARPU) einen wesentlichen Gradmesser für das mittel- und langfristige Ertrags- und Liquiditätspotential des Mobilfunkgeschäfts dar.

SONSTIGE GRADMESSER FÜR DEN UNTERNEHMENSERFOLG

Zur Steuerung werden neben den wesentlichen finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren weitere sonstige Gradmesser für den Unternehmenserfolg verwendet. Sie umfassen:

Produktmarken, neue Produkte, Partnerschaften, Vertriebsaktivitäten,

Forschung- und Entwicklungsaktivitäten,

Mitarbeiterbelange.

PRODUKTMARKEN, NEUE PRODUKTE , PARTNERSCHAFTEN UND VERTRIEBSAKTIVITÄTEN

Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr eine Vielzahl neuer Produkte eingeführt, weitere Partnerschaften geschlossen und zusätzliche Vertriebskanäle erschlossen, um einerseits das originäre Geschäft zu sichern und gleichzeitig neue Potenziale zu schaffen. Im Wesentlichen sind es die folgenden:

1.

freenet Internet: Start eines eigenen App-basierten Internetangebots

2.

green-Tarifportfolio: Magenta-Tarifportfolio der Deutschen Telekom auch mit 5G verfügbar

3.

Vertragsverlängerung der Vertriebskooperation mit der Media-Markt-Saturn Deutschland GmbH

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Als Service-Provider ohne eigene Netzinfrastruktur unterhält die fn DLS GmbH keine eigene Abteilung für Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen setzt sich jedoch in Anbetracht des rasanten technologischen Fortschritts in der Telekommunikationsbranche intensiv mit allen wesentlichen Neuerungen in diesem Bereich auseinander. Wesentliches Ziel ist es, die Wettbewerbspositionierung in diesem dynamischen Marktumfeld langfristig zu behaupten.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr durch wesentliche Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beeinflusst. Insgesamt nahm die fn DLS GmbH im Rahmen von IT-, Strategie- sowie Produktentwicklungsprojekten 2022 zahlungswirksame Investitionen in Höhe von 15,6 Millionen Euro vor (2021: 13,8 Millionen Euro) und steuert damit den wesentlichen Teil zum Konzern bei.

MITARBEITER BELANGE

In einem dynamischen und wettbewerbsintensiven Umfeld rund um Mobilfunk und Digital-Lifestyle ist der (zukünftige) Erfolg der fn DLS GmbH maßgeblich von den Leistungen und dem Engagement der Mitarbeiter abhängig, die ihr Know-how und ihre Kompetenzen zielgerichtet einsetzen. Um dies zu unterstützen, hat der Konzern eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen und Programme etabliert, ergänzt um Maßnahmen für ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld. Ziel ist ein harmonisches, sicheres, gesundes und leistungsorientiertes Arbeitsumfeld, das die Vielfalt unserer Gesellschaft widerspiegelt und jegliche Form von Diskriminierung vermeidet.

Die Personalstrategie der fn DLS GmbH umfasst vier Schwerpunktthemen:

(1)

Organisationsentwicklung,

(2)

Arbeitgeberattraktivität,

(3)

Führung und

(4)

New Work

Die (1) Organisationsentwicklung erfasst Konzepte für Organisationsveränderungen, die die Führungskräfte bei der Umsetzung aktiv begleiten, Themen rund um die Förderung von Diversität aufgreifen sowie die Rahmenbedingungen für modernes Arbeiten schaffen. Bei der (2) Arbeitgeberattraktivität stellt die Mitarbeiterbindung einen zentralen Fokus dar. Hierbei stehen als wichtigste Handlungsfelder die Weiterentwicklung und das Lernen im Vordergrund. Gleichzeitig soll durch gezielte Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung der Herausforderung eines stark umkämpften Bewerbermarkts begegnet werden. Gute (3) Führung erachtet die fn DLS GmbH wesentliche Voraussetzung für die Zielverfolgung und kennzeichnet sich durch strategisches, unternehmerisches und mitarbeiterorientiertes Handeln. Unter (4) New Work werden schließlich Themen rund um die Digitalisierung und neue Arbeitsweisen analysiert und eingeführt.

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Der seit Ende Februar des abgelaufenen Jahres andauernde Krieg in der Ukraine hat den Ausblick auf die weltwirtschaftliche Entwicklung deutlich verschlechtert. Die Energiepreise für Unternehmen und Privathaushalte sind seitdem in Europa und im Speziellen in Deutschland massiv gestiegen. Das Statistische Bundesamt errechnet eine Inflationsrate für Deutschland für das abgelaufene Jahr in Höhe von +8,7 Prozent (Vorjahr: +3,2 Prozent). Die EZB erhöhte zur Eindämmung der Inflation den Leitzins viermal im abgelaufenen Jahr, zuletzt auf 2,5 Prozent im Dezember 2022. Dieser liegt damit erstmals seit Jahren wieder über 0 Prozent. Infolgedessen stiegen auch die Fremdfinanzierungskosten für Unternehmen und die Kreditzinsen für Privathaushalte in Deutschland. Weiterhin belastet wurden auch globale Lieferketten durch die bis zum Dezember 2022 ausgeübte strikte "Zero-COVID-Policy" in China.

Vor diesem Hintergrund liegen die Einschätzungen des Wirtschaftswachstums für das Jahr 2022 unter dem Wachstum des Jahres 2021. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht von einem Wachstum der weltweiten Wirtschaftsleistung für das abgelaufene Jahr in Höhe von +3,4 Prozent aus (Vorjahr: +6,0 Prozent). Für die deutsche Wirtschaft ermittelte das Statistische Bundesamt ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das Jahr 2022 in Höhe von +1,9 Prozent (Vorjahr: +2,6 Prozent).

BRANCHENBEZOGENE ENTWICKLUN G

MOBILFUNKMARKT

Der Mobilfunkmarkt in Deutschland blieb auch im abgelaufenen Jahr berechenbar. Gegenüber dem Vorjahr gab es keine nennenswerten Veränderungen in Bezug auf Höhe und Zusammensetzung der Serviceumsatzerlöse sowie deren Verteilung auf einzelne Marktteilnehmer. Auch die Steigerung des verbrauchten Datenvolumens der Nutzer blieb wie in den Vorjahren erwartungsgemäß auf einem hohen Niveau. Zudem schreitet die Umstellung auf 5G-fähige SIM-Karten wie zu erwarten sukzessive voran. Insgesamt war kein Trend zu Preiserhöhungen ("Mehr für das Gleiche") erkennbar. Zu vermerken ist die Entscheidung der Bundesnetzagentur (BNetzA) im Oktober, dass die 1&1 Mobilfunk GmbH ("1&1") bis spätestens Ende 2023 den Vertrieb als Diensteanbieter und bis spätestens Ende 2025 jede Geschäftstätigkeit als Diensteanbieter einzustellen hat, um als Netzbetreiber agieren zu dürfen. Dem Marktaustritt von 1&1 als Diensteanbieter und dessen Markteintritt als vollwertiger Netzbetreiber sind damit konkrete Zeithorizonte zu zuordnen. Der Start eines vierten flächendeckenden deutschen Mobilfunknetzes wird damit absehbarer.

Die zum Jahresende 2021 in Kraft getretenen Neuerungen des Telekommunikationsgesetzes (TKG) ermöglichen es Verbrauchern, unter anderem Mobilfunkverträge monatlich zu kündigen, wenn deren Mindestvertragslaufzeit (i.d.R. 24 Monate) bereits abgelaufen ist. Infolge dieser Neuerung kam es bei nahezu allen Marktteilnehmern zu erhöhten Kundenabwanderungsraten in der ersten Jahreshälfte 2022. In der zweiten Jahreshälfte normalisierte sich das Wachstum marktteilnehmerübergreifend wieder, sodass von einem temporären Effekt der Gesetzeserneuerung ("Marktbereinigung") auszugehen ist. Dieser spiegelt sich auch im leichten Rückgang der Anzahl aktiver persönlicher SIM-Karten um -2,5 Prozent auf 112,8 Millionen (Vorjahr: 115,7 Millionen) wider.

Nach der Marktanalyse des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) erhöhten sich die Umsatzerlöse im deutschen Mobilfunkmarkt im Jahr 2022 um +1,5 Prozent auf 26,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 26,3 Milliarden Euro). Der Umsatzanteil des Mobilfunkmarktes am Gesamtmarkt für Telekommunikationsdienstleistungen blieb damit im Jahresvergleich mit 44,3 Prozent unverändert hoch (Vorjahr: 44,2 Prozent). Wie im Vorjahr entfallen rund 80 Prozent (21,1 Milliarden Euro) der Mobilfunkumsatzerlöse auf Serviceumsätze (nutzungsabhängige und -unabhängige Entgelte für Mobilfunkleistungen). Das restliche Fünftel der Umsatzerlöse speist sich aus dem Geschäft mit Interconnection, Wholesale und Endgeräten. Fast ein Drittel der Serviceumsatzerlöse wird durch die Deutsche Telekom erwirtschaftet (30,8 Prozent). Wird der Anteil von Telefónica (27,5 Prozent) und Vodafone (25,1 Prozent) hinzugezählt, so stehen die drei deutschen Netzbetreiber für mehr als vier Fünftel der Umsatzerlöse. freenet zeichnet sich für 8,1 Prozent verantwortlich. Wird ausschließlich der Privatkundenmarkt für Mobilfunkdienstleistungen zu Grunde gelegt, sollte der Marktanteil von freenet bei nahe 20 Prozent liegen. Diese Einordnung ist sinnvoll vor dem Hintergrund der reinen Fokussierung von freenet auf Privatkunden.

Im abgelaufenen Jahr sollte das verbrauchte Datenvolumen in deutschen Mobilfunknetzen wieder einen Rekordwert erreichen. Es wird mit einem Plus in Höhe von 47,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (7,6 Milliarden GB) auf 11,2 Milliarden GB gerechnet. Das entspricht 5,65 GB pro SIM-Karte im Monat (wobei hier auch das Datenvolumen von M2M-SIM-Karten berücksichtig wird). Erwartungsgemäß sollten Ende des abgelaufenen Jahres 10,4 Prozent (Vorjahr: 7,5 Prozent) oder 11,7 Millionen der persönlichen SIM-Karten 5G-fähig sein.

Abbildung 1: Marktanteile Mobilfunkmarkt Deutschland (gem. Serviceumsatzerlöse)

Quelle: 24. TK-Marktanalyse Deutschland 2022, VATM

G ESCHÄFTSVERLAUF

ENTWICKLUNG FINANZIELLER UND NICHTFINANZIELLER LEISTUNGSINDIKATOREN FÜR DAS KONZERN-SEGMENT MOBILFUNK

Die Geschäftsleitung der freenet AG bewertet das Geschäftsjahr 2022 als sehr positiv und konstatiert es als wichtigen Teilerfolg zur Erreichung der finanziellen Ambition 2025. Das Kerngeschäft Mobilfunk entwickelt sich von äußeren Umständen unbeeindruckt solide und berechenbar.

Zu Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres startete freenet mit der Konsolidierung des Markenportfolios und der Stärkung der Dachmarke "freenet". Die unter der Marke "mobilcom-debitel" vertriebenen Produkte tragen nun den Namen "freenet". Ziel der Vereinheitlichung und neuen Markenarchitektur ist es, die Bekanntheit von freenet als Marke und einem der größten Anbieter von Digital-Lifestyle in Deutschland zu stärken. Einen Beitrag dazu leistete bereits die Verpflichtung des Entertainers Dieter Bohlen im Herbst des Jahres 2021, dessen Testimonial die Bekanntheit von freenet als Consumer Brand steigerte und die einzelnen Produktmarken miteinander verband. Mittlerweile sind die über 500 ehemaligen mobilcom-debitel Shops weitestgehend in der Außendarstellung umgestaltet und als freenet Shops erkennbar.

EBITDA

Das Segment-EBITDA beträgt 402,7 Millionen Euro (Vorjahr: 370,1 Millionen Euro). Damit wird die Prognose einer moderaten Entwicklung im Segment Mobilfunk - im Wesentlichen aufgrund einer gestiegenen Rohmarge - übertroffen. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die Ausführungen zur "Ertragslage".

P OSTPAID-KUNDENBESTAND

Tabelle 1: Kundenentwicklung Segment " Mobilfunk "

in Tausend 31.12.2022 31.12.2021 Veränd.
Postpaid-Kunden 7.273,7 7.178,0 1,3%
App-basierte Tarife * 113,1 88,0 28,5%
Abonnentenzahl (Summe) 7.386,8 7.266,0 1,7%

* Umfasst Abonnenten von freenet FUNK und freenet FLEX

Vor dem Hintergrund der Markenharmonisierung hielt das Wachstum der Abonnentenzahl des Kerngeschäfts im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin an. Zu Jahresbeginn war die Entwicklung geprägt durch das wesentlich restriktivere regulatorische Umfeld, das mit dem neuen Telekommunikationsgesetz (TKG) am 1. Dezember 2021 in Kraft trat. Insgesamt sind die Auswirkungen als vorübergehend einzustufen und die Zahl der Postpaid-Kunden erhöhte sich seit Jahresende 2021 leicht um +1,3 Prozent auf 7,27 Millionen (Jahresende 2021: 7,18 Millionen). Zur Mitte des Jahres übersprang die Nutzerzahl der App-basierten Tarife (freenet FUNK und FLEX) erstmals die 100.000er-Marke. Das wachstumsstarke Kundensegment legte damit um +28,5 Prozent gegenüber dem Jahresende 2021 (88,0 Tausend) auf 113,1 Tausend zu.

POSTPAID-ARPU UND SERVICEUMSÄTZE

Tabelle 2: Umsatzentwicklung Segment " Mobilfunk "

2022 2021
In Millionen. EUR bzw. lt. Angabe 01.01.2022 - 31.12.2022 01.01.2021 - 31.12.2021 Veränd.
Postpaid ARPU (in EUR) 17,9 18,1 -0,8%
Serviceumsätze Postpaid 1.547,3 1.542,3 0,3%
Serviceumsätze No-Frills/ Prepaid 118,6 108,9 9,0%
Umsatz Digital-Lifestyle 207,2 201,4 2,9%

Als stabil erweist sich weiterhin der Postpaid-ARPU mit 17,9 Euro im Jahr 2022 (Vorjahr: 18,1 Euro). Gleichbleibend hoch zeigen sich entsprechend die Serviceumsätze im Postpaid-Bereich. Diese sind gegenüber dem Jahr 2021 (1.542,3 Millionen Euro) leicht um +0,3 Prozent auf 1.547,3 Millionen Euro gestiegen. Die Serviceumsätze im Bereich No-Frills/ Prepaid stiegen auf 118,6 Millionen Euro (Vorjahr: 108,9 Millionen Euro). Produkte und Dienstleistungen, die sich am Digital-Lifestyle (DLS) der Kunden ausrichten und das bestehende Mobilfunkangebot von freenet ergänzen - insbesondere Smartphone-Versicherungen und -Zubehör sowie Antivirus-Software bilden seit Jahren eine weitere konstante Erlösquelle. Die fortan noch gestärkte Consumer-Marke "freenet" sollte sich in diesem Zusammenhang zusätzlich positiv auswirken. Im Geschäftsjahr 2022 steuerte das Geschäftsfeld 207,2 Millionen Euro zu den Segment-Umsatzerlösen bei (Vorjahr: 201,4 Millionen Euro). Insgesamt betrachtet liegen die Umsatzerlöse des Segments mit 2.251,3 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau (2.270,8 Millionen Euro). Ursächlich hierfür ist der Rückgang der Hardwareerlöse im Geschäftsjahr. Aufgrund der geringen Marge im Hardwaregeschäft wirkt sich der Rückgang kaum auf die übrigen Erfolgskennzahlen aus.

Die folgenden Darstellungen beziehen sich im Gegensatz zu den vorgenannten Erläuterungen auf die Entwicklung der fn DLS GmbH.

ERTRAGSLAGE

UMSATZ

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 2.554.598 (Vorjahr: TEUR 2.514.912) werden im Wesentlichen durch Mobilfunkgebühren (TEUR 1.513.583; Vorjahr: TEUR 1.536.081), Hardwareverkäufe (TEUR 517.139; Vorjahr: TEUR 514.254) sowie Provisionen (TEUR 486.619; Vorjahr: TEUR 427.276) erzielt. Die Gesellschaft erzielt ihre Umsatzerlöse nahezu ausschließlich im Inland.

MATERIALAUFWAND

Der im Geschäftsjahr entstandene Materialaufwand beträgt TEUR 2.070.697 (Vorjahr: TEUR 2.059.580). Als Aufwendungen für bezogene Waren werden insgesamt TEUR 528.884 (Vorjahr: TEUR 539.012) größtenteils für den Bezug von Mobiltelefonen und Zubehör ausgewiesen. Für bezogene Leistungen sind TEUR 1.541.813 (Vorjahr: TEUR 1.520.568) aufgewendet worden. Davon betreffen TEUR 1.034.660 (Vorjahr: TEUR 1.034.704) direkte Netzbetreiberkosten und TEUR 499.749 (Vorjahr: TEUR 481.635) Händlerprovisionen.

BETRIEBSERGEBNIS

Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr ein positives Betriebsergebnis von TEUR 167.912 (Vorjahr: TEUR 126.532). Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich, im Wesentlichen aufgrund der Auflösung von Rückstellungen um TEUR 17.733 auf TEUR 69.282. Der Personalaufwand reduzierte sich, im Wesentlichen aufgrund geringerer Pensionsaufwendungen um TEUR 3.740 auf TEUR 59.945. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind auf TEUR 197.976 (Vorjahr: TEUR 189.488) gestiegen. Hauptursache hierfür war die Erfassung erhöhter Forderungsverluste sowie Werbungs- und Vertriebskosten. Im Berichtsjahr wurden auf die im Rahmen der gesellschaftsrechtlichen Verschmelzungen 2011 bilanzierten immateriellen Vermögensgegenstände "Geschäfts- oder Firmenwert" planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 98.907 (Vorjahr: TEUR 98.907) vorgenommen. Zudem wurden planmäßig Vertriebs- und Nutzungsrechte mit TEUR 25.367 (Vorjahr: TEUR 25.225) abgeschrieben.

Infolgedessen beträgt das EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) auf der Ebene der fn DLS GmbH TEUR 295.262 (Vorjahr: TEUR 253.709). Die Umsatzrentabilität als Verhältnis von EBITDA zu Umsatzerlösen lag bei 11,6 Prozent (Vorjahr: 10,1 Prozent).

FINANZERGEBNIS

Das Finanzergebnis in Höhe von TEUR 90.007 (Vorjahr: TEUR 49.319) ist geprägt durch die Ergebnisabführung der Tochtergesellschaften mit TEUR 100.953 (Vorjahr: TEUR 93.927). Zudem wirkten sich die Zinszahlungen von TEUR 14.399 (Vorjahr: TEUR 24.885) im Wesentlichen an die freenet aufgrund der bestehenden Darlehen sowie die Zinserträge von TEUR 10.032 (Vorjahr: TEUR 8.581) im Wesentlichen für die an die Taunus Beteiligungs GmbH gewährten Darlehen auf das Finanzergebnis aus. Schließlich wurde die Beteiligung an der freenet Shop GmbH im Geschäftsjahr in Höhe von TEUR 3.300 außerplanmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung im Vorjahr in Höhe von TEUR 28.300 betraf das Tochterunternehmen callmobile GmbH, Hamburg.

ERGEBNIS VOR ERGEBNISABFÜHRUNG

Im Geschäftsjahr 2022 lag das Ergebnis vor Ergebnisabführung bei TEUR 257.800 (Vorjahr: TEUR 173.937).

ERGEBNISVERWENDUNG

Im Rahmen des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags zwischen der fn DLS GmbH und der freenet wird der im Geschäftsjahr 2022 erzielte handelsrechtliche Gewinn von TEUR 257.800 vollständig abgeführt.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Die Bilanzsumme der fn DLS GmbH lag bei TEUR 1.238.058 (Vorjahr: TEUR 1.298.230).

Die immateriellen Vermögensgegenstände belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 72.350 (Vorjahr: TEUR 119.983). Die Veränderung ist geprägt zum einen durch die planmäßigen Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwertes und zum anderen durch die Aktivierung der Vertriebsrechte.

Der Anstieg der Anteile an verbundenen Unternehmen um TEUR 6.700 auf TEUR 225.185 resultiert aus einer außerplanmäßigen Abschreibung des Tochterunternehmens freenet Shop GmbH in Höhe von TEUR 3.300 und einem Zugang des Tochterunternehmens The Cloud Networks Germany GmbH, München in Höhe von TEUR 10.000.

Das Vorratsvermögen von TEUR 57.047 (Vorjahr: TEUR 63.184) beinhaltet im Wesentlichen mobile Endgeräte. Aufgrund Lieferkettenverzögerungen und Komponentenengpässen wurde eine höhere Eindeckung mit Waren im 4. Quartal 2021 und 1. Quartal 2022 vorgenommen, die sukzessive im Laufe des Geschäftsjahres 2022 abgebaut wurde.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich auf TEUR 282.865 (Vorjahr: TEUR 261.995). Hauptsächlich ist dies auf eine bessere Kundenqualität der gewonnenen Neukunden in den Jahren 2021 und 2022 und das geringere Factoring zurückzuführen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen weisen einen Stand von TEUR 457.716 aus (Vorjahr: TEUR 445.343). Das an die Taunus Beteiligungs GmbH gewährte Darlehen beläuft sich wie im Vorjahr auf TEUR 297.193. Forderungen gegenüber The Cloud Networks Germany aus dem gewährten Darlehen bestehen in Höhe von TEUR 4.300 (Vorjahr: TEUR 0). Forderungen aus Gewinnabführungsverträgen bestehen in Höhe von TEUR 96.982 (Vorjahr: TEUR 93.927), während Forderungen aus Zinsen TEUR 5.071 (Vorjahr: TEUR 5.036) und aus Cashpooling TEUR 35 (Vorjahr: TEUR 35) betragen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 50.860 (Vorjahr: TEUR 49.152).

Der Cashpool besteht mit den meisten Tochtergesellschaften unter Führung der fn DLS GmbH.

Die liquiden Mittel der Gesellschaft betrugen zum Bilanzstichtag TEUR 108.740 (Vorjahr: TEUR 166.152). Hauptgrund für den Rückgang ist die Tilgung des Darlehens gegenüber der freenet um TEUR 165.000.

Das Eigenkapital der fn DLS GmbH beträgt TEUR 7.528 (Vorjahr: TEUR 7.528), was einem Anteil an der Bilanzsumme von 0,6 Prozent (Vorjahr: 0,6 Prozent) entspricht.

Im Bereich der Rückstellungen ergab sich einen leichten Anstieg bei den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen hauptsächlich aufgrund der Erhöhung der Pensionsansprüche auf TEUR 46.972 (Vorjahr: TEUR 45.787). Die sonstigen Rückstellungen betrugen zum Stichtag TEUR 92.367 (Vorjahr: TEUR 127.653). Dies lässt sich überwiegend mit einem Rückgang der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Händlervergütung erklären.

Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 61 resultieren aus abgegrenzten Zinsen für eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von insgesamt TEUR 300.000, die zum Jahresende nicht in Anspruch genommen wurde.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 790.676 (Vorjahr: TEUR 866.674) bestehen im Wesentlichen gegenüber der freenet in Höhe von TEUR 561.181 (Vorjahr: TEUR 644.323). Die Abnahme resultiert hauptsächlich aus der Rückzahlung eines von der freenet gewährten Darlehens mit einem Saldo zum Jahresende in Höhe von TEUR 299.300. Die Verpflichtungen zur Gewinnabführung lagen bei TEUR 257.800 (Vorjahr: TEUR 173.937). Darüber hinaus bestehen Verbindlichkeiten aus Cashpooling von TEUR 195.521 (Vorjahr: TEUR: 193.385).

INVESTITIONSTÄTIGKEIT

Die Investitionen der fn DLS GmbH betrugen im Berichtsjahr TEUR 90.893 (Vorjahr: TEUR 29.034). Der Anstieg ergibt sich insbesondere im Bereich Vertriebsrechte sowie bei den Nutzungsrechten.

MITARBEITER

Die fn DLS GmbH beschäftigte an den Standorten Büdelsdorf, Hamburg, Erfurt und Stuttgart im Jahresdurchschnitt 848 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 911).

RISIKO-, CHANCEN- UND PROGNOSEBERICHT

Das Risikomanagementsystem der fn DLS GmbH ist in das Risikomanagement der freenet eingebunden.

RISIKOMANAGEMENT

Zur Gewährleistung des langfristigen Fortbestands eines Unternehmens wird einem effizienten Risikomanagementsystem eine maßgebliche Bedeutung beigemessen. Aus diesem Grund hat der Vorstand der freenet innerhalb des Konzerns ein umfangreiches Risikomanagement-, Überwachungs- und Steuerungssystem eingerichtet, in welches grundsätzlich alle Konzerngesellschaften eingebunden sind. Das Risikomanagementsystem umfasst auch das Risikofrüherkennungssystem und wird ausschließlich auf Risiken, nicht aber auf Chancen angewendet.

Das Risikomanagementsystem soll sicherstellen, dass Risiken für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens frühzeitig erkannt und in systematischer, nachvollziehbarer Weise an die zuständigen Entscheidungsträger im Konzern berichtet werden. Durch die rechtzeitige Kommunikation von Risiken an die verantwortlichen Entscheidungsträger soll gewährleistet werden, dass angemessene Maßnahmen zum Umgang mit den erkannten Risiken ergriffen werden, um negative Auswirkungen vom Unternehmen, den Mitarbeitern und Kunden abzuwenden.

In der vom Vorstand verabschiedeten Risikomanagementleitlinie hat freenet die Rahmenbedingungen für das konzernweite Risikomanagementsystem festgelegt. Diese legt die Risikostrategie und die Verantwortlichkeiten dar und regelt die Identifikation, Analyse und Bewertung, Steuerung, Kommunikation und Überwachung von Risiken. Ferner erhöht sie das Risikobewusstsein und schafft den Rahmen für eine einheitliche Risikokultur.

Die Systeme und Methoden des Risikomanagements sind integrativer Bestandteil der generellen Aufbau- und Ablauforganisation. Identifikation, Bewertung und Berichterstattung von Risiken erfolgen auf Ebene der Gesellschaften bzw. Unternehmensbereiche, die auch für die Steuerung der identifizierten Risiken verantwortlich sind (operatives Risikomanagement). Über definierte Berichterstattungsprozesse werden übergeordnete Einheiten - hier vor allem das zentrale Risikomanagement und der Finanzvorstand - in die Bewertung einbezogen. Finanzvorstand und Risikomanager informieren regelmäßig den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der freenet über die Risikolage.

Neben dem Risikomanagementsystem hat der Vorstand zur Steuerung und Überwachung des laufenden Geschäfts ein umfangreiches monatliches Berichtswesen aufgebaut, das sowohl die finanziellen als auch die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren umfasst. In regelmäßigen Besprechungsterminen mit allen relevanten Gesellschaften, Unternehmensbereichen und dem Konzerncontrolling informiert sich der Vorstand zeitnah über die operativen Entwicklungen. Zusätzlich werden in diesen Terminen aktuelle Themen diskutiert und zukünftige Maßnahmen besprochen.

Die Methoden und Systeme des Risikomanagements werden überprüft, weiterentwickelt und bei Bedarf angepasst. Die Konzernrevision prüft darüber hinaus regelmäßig die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Das interne Kontrollsystem (IKS) trägt ebenfalls zur weiteren Unterstützung bei, da Risiken auch mit institutionalisierten Kontrollen begegnet wird.

Der Aufsichtsrat - hier insbesondere der Prüfungsausschuss der freenet - überwacht aufgrund aktienrechtlicher Bestimmungen unter anderem die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des IKS. Darüber hinaus wird dieser durch die regelmäßige Berichterstattung und - soweit erforderlich - durch eine anlassbezogene Risikoberichterstattung des Vorstands eingebunden.

Im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für den Jahresabschluss der freenet wird durch den Abschlussprüfer geprüft, ob das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.

Abbildung 2: Aufbau- und Ablauforganisation des Risikomanagementsystems von freenet

RISIKOIDENTIFIKATION UND -BEWERTUNG

Unter einem Risiko wird die Möglichkeit eines Eintretens von Ereignissen oder Entwicklungen verstanden, die sich ungünstig auf die Fähigkeit von freenet auswirken könnten, strategische und operative Ziele zu erreichen. Mindestens halbjährlich erfassen bzw. aktualisieren die einzelnen Gesellschaften und Unternehmensbereiche der freenet bestehende und etwaige neue Risiken, die eine definierte Wesentlichkeitsgrenze übersteigen, in formalisierten Risikoberichten. Darin werden die spezifischen Risiken beschrieben und auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit sowie ihre finanziellen und sonstigen Auswirkungen auf das Unternehmen anhand standardisierter Kriterien untersucht. Für die Risikobewertung ist mindestens ein Betrachtungshorizont von zwölf Monaten zugrunde zu legen. Potenzielle Auswirkungen von Risiken sind für die betreffenden Geschäftsjahre grundsätzlich zu quantifizieren.

Die Bewertung des Risikoportfolios (inklusive Interdependenz und Tragfähigkeit) erfolgt bei freenet nach dem Nettoprinzip, bei dem Risiken unter Berücksichtigung der Wirkung etablierter Risikobewältigungsmaßnahmen betrachtet werden. Für die Bewertung der Risiken werden die Kriterien "Eintrittswahrscheinlichkeit" und "erwartetes Schadensausmaß" herangezogen. Es werden Risiken mit sehr geringer (bis zu 10 Prozent), geringer (mehr als 10 und bis zu 30 Prozent), moderater (mehr als 30 und bis zu 50 Prozent), hoher (mehr als 50 und bis zu 70 Prozent) und signifikanter Eintrittswahrscheinlichkeit (mehr als 70 Prozent) systematisch voneinander unterschieden und kategorisiert. Hinsichtlich der Höhe des erwarteten Schadensausmaßes wird zwischen sehr geringem (bis zu 1,0 Millionen Euro), geringem (mehr als 1,0 und bis zu 5,0 Millionen Euro), moderatem (mehr als 5,0 und bis zu 12,5 Millionen Euro), hohem (mehr als 12,5 und bis zu 20,0 Millionen Euro) und signifikantem (mehr als 20,0 Millionen Euro) erwarteten Schadensausmaß unterschieden. Aus der Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe des erwarteten Schadensausmaßes auf die prognostizierten Leistungskennzahlen ergibt sich, wie nachfolgend dargestellt, die Einteilung hinsichtlich der Bedeutung der Risiken in die Kategorien "gering", "mittel" und "hoch".

Abbildung 3: Risikomatrix von freenet

RISIKOSTEUERUNG, -KOMMUNIKATION UND -ÜBERWACHUNG

Basierend auf den Ergebnissen der Risikoidentifikation und -bewertung werden verschiedene Handlungsalternativen im Rahmen der allgemeinen Unternehmenssteuerung ergriffen, um angemessen auf die identifizierten Risiken reagieren zu können. Maßnahmen zur Risikobewältigung werden in den Risikoberichten ebenfalls beschrieben. Auch zwischen den Standard-Meldezeitpunkten werden Risiken direkt nach ihrer Identifikation erfasst, analysiert, bewertet und gesteuert sowie bei entsprechender Größenordnung unmittelbar an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der freenet berichtet.

Das zentrale Risikomanagement überwacht den Risikomanagementprozess, konsolidiert die einzelnen Risikoberichte und fasst die Ergebnisse in einem Konzernrisikobericht für den Vorstand zusammen. Dieser erörtert und überwacht die Risikolage ganzheitlich und beschließt ggf. weitere Maßnahmen. Auch der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der freenet wird über die Entwicklung der Risikolage regelmäßig informiert.

Die Risiken der fn DLS GmbH entsprechen aufgrund der operativen Zusammenhänge und strukturellen Beziehungen im Wesentlichen den Risiken des Konzerns.

RISIKOBERICHT

GEOPOLITISCHE UND WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Die geopolitischen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich infolge des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 deutlich verschlechtert. Die Gesellschaft erwartet kurzfristig keine wesentliche Verbesserung der Lage. Nach wie vor könnten Engpässe oder Verteuerungen etwa bei der Beschaffung von Vorleistungsprodukten (insbesondere Hardware) entstehen. Auch die Engpasssituation im Energiebereich wird voraussichtlich weiterhin bestehen. Ferner könnten steigende Zinsen und Inflationsraten die Konsumentenstimmung weiter belasten. Dies wurde - soweit kalkulierbar - in der Unternehmensplanung sowie in der Analyse und Bewertung der Risiken zum 31. Dezember 2022 berücksichtigt. Neue Risiken im Vergleich zum Vorjahr, die unmittelbar auf die geänderten Rahmenbedingungen zurückzuführen sind, wurden nicht identifiziert. Dauer und Ausmaß der Entwicklungen sind derzeit nicht vollständig und verlässlich abschätzbar und unterliegen einer hohen Dynamik.

CORONA-KRISE

Die Corona-Lage in Deutschland verbesserte sich im Jahr 2022 erheblich und bundesweite Corona-Schutzmaßnahmen wurden bzw. werden auch im Jahr 2023 voraussichtlich weiter sukzessive zurückgenommen. Die Gesellschaft beobachtet weiterhin die zukünftige Entwicklung der Corona-Lage, um auf etwaige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit schnell und angemessen reagieren zu können. Die Risiken zum 31. Dezember 2022 wurden aufgrund der positiven Entwicklung des Pandemiegeschehens ohne coronabedingte Sondereinflüsse bewertet.

MARKT- UND WETTBEWERBSRISIKEN

WETTBEWERBSINTENSIVE MÄRKTE

Eine Steigerung des Wettbewerbs im Telekommunikationsmarkt könnte zu Einbußen bei den Serviceumsätzen und zum Verlust von Marktanteilen führen. Darüber hinaus könnte dies den Margendruck in den jeweiligen Geschäftsbereichen erhöhen und / oder den Gewinn von Marktanteilen erschweren. Eine Folge erhöhten Wettbewerbs könnten höhere Aufwendungen für die Gewinnung neuer bzw. die Bindung bestehender Kunden bei gleichzeitig sinkenden Erlösen und einer kundenseitig höheren Wechselbereitschaft - vor allem aufgrund der Reduzierung von Laufzeiten und Kündigungsfristen infolge der TKG-Novelle 2021 - sein. Verstärkt werden könnte dies vor allem durch eine inflationsbedingt höhere Preissensitivität und zunehmende Kaufzurückhaltung der Kunden. Hierdurch könnten sich die prognostizierte Teilnehmerentwicklung sowie die umsatzbasierten Kennzahlen sowie Ergebnisgrößen möglicherweise nicht wie geplant entwickeln.

Um sich gegenüber den Wettbewerbern zu behaupten, muss die fn DLS GmbH Produkte und Services weiterhin attraktiv gestalten und diese erfolgreich vermarkten sowie möglichst passgenaue Kundenbindungsmaßnahmen durchführen. Ferner muss die Gesellschaft agil auf die Geschäftsentwicklung der Konkurrenz reagieren und neue Kundenbedürfnisse antizipieren. Dies stellt für die fn DLS GmbH insgesamt ein mittleres Risiko dar.

VERTRIEB

Eine Grundvoraussetzung für den Erfolg und das Wachstum von der fn DLS GmbH stellt das breite und stabile Vertriebsnetz dar. Als Gegenmaßnahme zum möglichen Verlust von Vertriebsstärke schließen die Tochtergesellschaften mit ihren wichtigen Vertriebspartnern langfristige Verträge und bieten ihnen attraktive Anreizsysteme (z. B. Airtime-Modelle). Eine zusätzliche Möglichkeit zum Erhalt der Vertriebsstärke liegt in der konsequenten Prüfung neuer Partnerschaften in Handel, Distribution und Kooperation sowie in der Gewinnung weiterer Franchisepartner. Das Risiko des Verlusts von Vertriebslinien wird seitens der fn DLS GmbH als gering eingestuft.

NETZBETREIBER

Bonuszahlungen und Provisionen seitens der Netzbetreiber sind zentrale Bestandteile der Ertragskraft im Bereich Mobilfunk. Eine Reduzierung kann die Marge verringern und die Vermarktung erschweren. Dies versucht die Gesellschaft dadurch zu minimieren, dass flexible Einkaufskonditionen verhandelt werden sowie ein laufendes Monitoring der Erreichung zielabhängiger Zahlungen der Netzbetreiber durchgeführt und ggf. nachverhandelt wird. Dies stellt aktuell ein geringes Risiko für die fn DLS GmbH dar.

Die Margen im Segment "Mobilfunk" sind wesentlich durch die Netzbetreiber und deren Gestaltung der Tarifmodelle bedingt. Hierdurch werden, beispielsweise durch Tarifwechselbeschränkungen, die Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der Tarifmodelle eingeschränkt. Dennoch findet eine laufende Prüfung der Einkaufsmodelle statt, um auf Markteffekte möglichst flexibel reagieren zu können. Das Risiko wird seitens der fn DLS GmbH als gering eingestuft.

Die Netzbetreiber sind bestrebt, ihre Produkte zunehmend selbst zu vertreiben, um Marktanteile zu gewinnen (shift to direct). Hinzu kommt, dass die Netzbetreiber aufgrund ihrer Geschäftsstruktur im Vertrieb zum Teil bessere Konditionen bieten können als Service-Provider. Dies könnte wiederum zum Verlust von Vertriebswegen und Kunden führen. Dieser Umstand stellt für die fn DLS GmbH ein geringes Risiko dar.

Die Netzbetreiberrisiken, allein oder in Wechselwirkung mit den Wettbewerbs- und Vertriebsrisiken, könnten sich auf die prognostizierten Ergebnisgrößen negativer als erwartet auswirken.

GESETZE UND REGULIERUNG

Aufgrund von gesetzlichen Änderungen, Eingriffen von Regulierungsbehörden oder durch gerichtliche Grundsatzentscheidungen, insbesondere auch aufgrund von Klagen von Verbraucherschutzorganisationen, könnten sich Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle von der fn DLS GmbH und die Möglichkeit der Kundengewinnung und -bindung sowie der Durchsetzung von Kundenforderungen ergeben. Dies könnte sich negativ auf die Höhe der prognostizierten Umsatzerlöse auswirken. Die Auswirkungen von einzelnen Entscheidungen oder rechtlichen Änderungen können für sich genommen nicht wesentlich sein, sodass das Risiko insgesamt als gering eingestuft werden kann. Die Gesellschaft begegnet dem Risiko durch ein regelmäßiges Monitoring der Entwicklungen seitens der Regulierungsbehörden bzw. durch das Verfolgen des Ausgangs gerichtlicher Entscheidungen.

Aufgrund neuer und komplexerer Gesetzgebungen zum Datenschutz, insbesondere der 2018 in Kraft getretenen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), existieren neue, weitergehende Anforderungen an den Umgang u. a. mit personenbezogenen Daten. Dies könnte zur Folge haben, dass Geschäftsprozesse nicht mehr wie in der Vergangenheit ausgeführt werden können und / oder der fn DLS GmbH hohe Bußgelder auferlegt werden. Das Risiko wird von der Gesellschaft als gering eingestuft.

IT-RISIKEN

SYSTEMAUSFÄLLE/-FEHLER

Reibungslose Geschäftsprozesse sind in hohem Maße von einer leistungsstarken IT-Infrastruktur abhängig. Schwerwiegende Ausfälle etwa der Rechenzentren, des Abrechnungssystems oder der Point-of-Sale-Systeme könnten ggf. zu einem Kundenverlust führen. Neben dem Rückgang der Umsatzerlöse bei einem Verlust von Kunden könnte zeitweise keine Leistung seitens der fn DLS GmbH erbracht und damit auch kein Umsatz erzielt bzw. kein positiver Beitrag zum erwarteten Ergebnis geleistet werden. Um Ausfallrisiken zu vermeiden, werden technische Betriebsüberwachungssysteme eingesetzt. Redundanzen und aktuelle Softwareupdates halten die Sicherheitsvorkehrungen stets auf dem aktuellen Stand. Daten werden fortlaufend gesichert. Darüber hinaus besteht ein Versicherungsschutz für Beeinträchtigungen der betrieblichen Leistungserstellung. Das Risiko wird insgesamt als gering eingestuft.

CYBER-ATTACKEN UND DATENDIEBSTAHL

Erfolgreiche Angriffe durch Schadsoftware oder durch Cyber-Attacken könnten IT-Systeme kompromittieren, verschlüsseln oder zu einem Entwenden von Kundendaten führen. Eine erfolgreiche Cyber-Attacke auf IT-Systeme könnte der Auslöser für eine schadhafte Datenmanipulation sein, die im Extremfall dazu führen könnte, dass Kunden- und Vertriebsportale, Apps oder sogar Infrastruktur ausfallen. Die Gefährdungslage im Cyber-Raum ist weiterhin hoch und wird zukünftig voraussichtlich weiter an Dynamik gewinnen. Dies führt dazu, dass implementierte Schutzmaßnahmen laufend überprüft und angepasst werden. Darüber hinaus sind für einen etwaigen Schadensfall Informationssicherheits- bzw. Cyber-Risikoversicherungen abgeschlossen worden. Das verbleibende Risiko wird seitens der fn DLS GmbH insgesamt als gering eingestuft.

STEUERLICHE RISIKEN

SONSTIGE STEUERRISIKEN

Für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume kann es grundsätzlich zu Änderungen kommen, aus denen Steuernachzahlungen oder Veränderungen der Verlustvorträge resultieren, sofern die Finanzbehörden im Rahmen von steuerlichen Außenprüfungen zu abweichenden Auslegungen steuerlicher Vorschriften oder abweichenden Bewertungen des jeweiligen zugrunde liegenden Sachverhalts kommen. Gleiches gilt für Abgabenarten, die zum Teil noch nicht geprüft wurden, insbesondere weil sie üblicherweise keiner steuerlichen Außenprüfung unterliegen. Insgesamt wird dies als ein geringes Risiko angesehen.

FINANZIELLE RISIKEN

LIQUIDITÄT

Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden konzernweit umfangreiche Finanzplanungsinstrumente eingesetzt. Die Gesellschaft steuert Liquiditätsrisiken des Weiteren durch das Halten angemessener Bankguthaben, Kreditlinien bei Banken sowie durch eine laufende Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Auf Basis der Cash-Pooling-Vereinbarungen mit den Tochtergesellschaften werden Bedarf und Anlage von liquiden Mitteln durch die fn DLS GmbH gesteuert.

Darüber hinaus wird der finanzielle und operative Spielraum der Gesellschaft durch bestimmte vertragliche Beschränkungen (sogenannte "Undertakings" und "Covenants") eingeschränkt, denen sich die fn DLS GmbH im Hinblick auf die abgeschlossenen Kreditverträge der freenet unterworfen hat (vergleiche Haftungsverhältnisse im Anhang). Diese legen der Gesellschaft beispielsweise Beschränkungen bei Änderungen der Geschäftstätigkeit, bei der Durchführung gruppeninterner gesellschaftsrechtlicher Strukturmaßnahmen, bei der Bestellung von Sicherheiten sowie hinsichtlich eventueller Erwerbe sowie Veräußerungen von Vermögensgegenständen, insbesondere von Anteilsbesitz, auf. Der Gesellschaft ist es nur in engen Grenzen erlaubt, außerhalb der Kreditverträge Fremdmittel aufzunehmen, um so beispielsweise zukünftige strategische Investitionen zu finanzieren. Aus den abgeschlossenen Kreditverträgen resultiert ein geringes Liquiditätsrisiko.

Ein geringes Liquiditätsrisiko resultiert aus nicht fest zugesagten Kredit- oder Factoring-Linien (wie es beispielsweise bei den Factoring-Vereinbarungen zum Verkauf von Handy-Options-Forderungen der Fall ist). Diese könnten seitens der Banken nicht mehr bedient werden und damit mögliche Liquiditätsreserven nicht mehr zur Verfügung stehen.

FORDERUNGSAUSFÄLLE

Bei der Betrachtung des Forderungsausfallrisikos stehen bei der fn DLS GmbH insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Endkunden im Fokus. Für wesentliche Vertragskundenbereiche werden vor Vertragsabschluss Bonitätsprüfungen der Kunden durchgeführt. Im laufenden Vertragsverhältnis sind die Durchführung eines regelmäßigen Mahn- und Inkassoprozesses mit mehreren Inkassounternehmen im Benchmarking und einer Langzeitinkassoüberwachung sowie das High-Spender-Monitoring wesentliche Maßnahmen zur Minimierung des Ausfallrisikos. Ferner trägt eine angemessene Bildung von Wertberichtigungen den Risiken Rechnung.

Auch im Bereich der Forderungen gegen Händler und Franchisepartner sowie sonstiger Geschäftskunden finden ausführliche Bonitätsprüfungsprozesse mit Festlegen von Kreditlimits und schadensbegrenzenden Vorauszahlungsmodalitäten bei kritischen Lieferanten statt. Im Falle eines Zahlungsverzugs kommen Mahn- und Inkassoprozesse zur Anwendung. Wesentliche Forderungsausfallrisiken von Großkunden (Händler und Distributoren) sind zusätzlich über eine Warenkreditversicherung abgesichert. Die Risiken bei nicht versicherten Händlern und Distributoren sind im Allgemeinen durch ein internes Limitsystem begrenzt - in der Regel müssen Kunden mit schlechter Bonität Vorauskasse leisten oder die Geschäftsbeziehung kommt nicht zustande. Wesentliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen regelmäßig im Segment Mobilfunk gegen die Mobilfunknetzbetreiber. Der Forderungsbestand wird regelmäßig bewertet und die Eintreibung dieser Forderungen wird ebenfalls laufend überwacht.

Basierend auf Erfahrungswerten resultiert insgesamt ein geringes Forderungsausfallrisiko.

Zwischen der fn DLS GmbH und zwei Banken bestehen Factoring-Vereinbarungen zum Verkauf von Handy-Options-Forderungen. Die maßgeblichen Risiken (im Wesentlichen das Forderungsausfallrisiko) und Chancen gehen hierbei auf die Banken über. Bei der fn DLS GmbH verbleibt in voller Höhe das Spätzahlungsrisiko, es ist jedoch von untergeordneter Bedeutung.

STRATEGISCHE RISIKEN

BUSINESS-PROCESS-OUTSOURCING KUNDENSERVICE

Die Capita Customer Services (Germany) GmbH betreut als strategischer Partner von der fn DLS GmbH im Business Process Outsourcing (BPO) den Kundenservice im Bereich Mobilfunk. Bei einem unerwarteten Einstellen des Geschäftsbetriebs besteht das Risiko, dass die vertraglich vereinbarte Rückführung der Aktivitäten oder der Wechsel zu einem alternativen Anbieter zu Mehrkosten führen könnte. Das Risiko wird seitens der fn DLS GmbH - nicht zuletzt wegen der im Januar 2023 erfolgten Vertragsverlängerung um weitere sieben Jahre - als gering eingestuft.

OPERATIVE RISIKEN

ALLGEMEINE PERSONALRISIKEN

Der Wettbewerb um qualifiziertes Personal stellt eine große Herausforderung für die Gesellschaft dar. Eine erfolgreiche Rekrutierung, Integration, Entwicklung und Bindung kompetenter Fachkräfte ist essenziell für den Unternehmenserfolg. Engpassrisiken mit negativen Auswirkungen auf operative Abläufe existieren nicht. Allerdings könnten aufgrund der für Arbeitnehmer derzeitig günstigen Ausgangsposition am Markt (Arbeitnehmermarkt) sowie vor dem Hintergrund hoher Inflationsraten die Kosten für Personalgewinnung und Personalbindung sowie die Aus- und Weiterbildung höher ausfallen als erwartet. Die fn DLS GmbH begegnet diesem Risiko unter anderem mit einem leistungsgerechten Vergütungssystem, zunehmender Flexibilisierung der Arbeitszeitmodelle, der Einführung eines Retention-Management-Systems sowie dem Einsatz externer Dienstleister. Dieses Risiko wird seitens der fn DLS GmbH insgesamt als gering eingestuft.

HARDWAREVERFÜGBARKEIT

Lieferengpässe/-ausfälle bei den Herstellern von Endgeräten und Zubehör können vielfältige Faktoren zugrunde liegen - denkbar wären Produktionsstopps durch klimatische Faktoren, der Verlust von Produktionsstätten oder Logistikzentren sowie Störungen der Lieferkette. Sollten über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend Geräte zur Verfügung stehen, könnte dies den Vertrieb von Telekommunikationsleistungen beeinträchtigen (zum Beispiel fehlende Hardware für das Bundle-Geschäft), mit negativen Auswirkungen für die Neukundenakquise, die Umsatzerlöse und das EBITDA. Die fn DLS GmbH begegnet diesem geringen Risiko durch eine temporäre Ausweitung der Lagerreichweiten, der Nutzung alternativer Bezugsquellen sowie einer auf Geräteknappheit angepassten Vermarkungsstrategie.

GESAMTWÜRDIGUNG DER RISIKOLAGE

Die zuvor aufgeführten Risiken zum 31. Dezember 2022 werden in der Tabelle 3 zusammengefasst und der Vorjahresbewertung gegenübergestellt.

Tabelle 3 : Risikoübersicht

Risiken per 31.12.2021
Eintrittswahrscheinlichkeit Schadens potential Risikoklasse
Marktrisiken
Wettbewerbsintensive Märkte moderat moderat mittel
Vertrieb
Einschränkung stationärer Vertriebswege hoch gering mittel
Verlust von Vertriebspartnern gering gering gering
Kundenseitige Nachfrage TV und Medien gering gering gering
Netzbetreiber
Bonuszahlungen und Provisionen gering gering gering
Prämien und Margen gering sehr gering gering
Shift to direct sehr gering sehr gering gering
Gesetze und Regulierung sehr gering gering gering
IT-Risiken
RZ- und Systemausfälle/-fehler sehr gering moderat gering
Cyberattacken und Datendiebstahl gering moderat gering
Steuerliche Risiken
Verlustvorträge sehr gering signifikant mittel
Sonstige Steuerrisiken moderat gering gering
Finanzielle Risiken
Forderungsausfälle gering sehr gering gering
Werthaltigkeit von Vermögenswerten gering moderat gering
Liquidität
Allgemeines Liquiditätsrisiko sehr gering sehr gering gering
Handy-Options-Factoring gering signifikant mittel
Kapitalrisiko sehr gering signifikant mittel
Zinsänderungsrisiko moderat gering gering
Strategische Risiken
Beteiligungen sehr gering moderat gering
Business Process Outsourcing Kundenbetreuung sehr gering moderat gering
Operative Risiken
Allgemeine Personalrisiken - - -
Hardwareverfügbarkeit sehr gering gering gering
Servicepreise für Kunden im Zahlungsverzug gering signifikant mittel
Sonstige Risiken
Sanierung Bürostandort Büdelsdorf signifikant sehr gering gering
Risiken per 31.12.2022
Eintrittswahrscheinlichkeit Schadenspotential Risikoklasse Tendenz
Marktrisiken
Wettbewerbsintensive Märkte moderat moderat mittel ˃
Vertrieb
Einschränkung stationärer Vertriebswege - - - -
Verlust von Vertriebspartnern gering gering gering ˃
Kundenseitige Nachfrage TV und Medien gering gering gering ˃
Netzbetreiber
Bonuszahlungen und Provisionen gering moderat gering >
Prämien und Margen gering sehr gering gering >
Shift to direct gering sehr gering gering >
Gesetze und Regulierung gering moderat gering ˃
IT-Risiken
RZ- und Systemausfälle/-fehler sehr gering moderat gering >
Cyberattacken und Datendiebstahl gering moderat gering ˃
Steuerliche Risiken
Verlustvorträge sehr gering signifikant mittel ˃
Sonstige Steuerrisiken moderat gering gering ˃
Finanzielle Risiken
Forderungsausfälle moderat sehr gering gering ˃
Werthaltigkeit von Vermögenswerten sehr gering moderat gering ˃
Liquidität
Allgemeines Liquiditätsrisiko sehr gering sehr gering gering ˃
Handy-Options-Factoring gering moderat gering ˅
Kapitalrisiko sehr gering signifikant mittel ˃
Zinsänderungsrisiko gering gering gering ˃
Strategische Risiken
Beteiligungen sehr gering moderat gering ˃
Business Process Outsourcing Kundenbetreuung sehr gering sehr gering gering ˃
Operative Risiken
Allgemeine Personalrisiken moderat gering gering neu
Hardwareverfügbarkeit sehr gering gering gering >
Servicepreise für Kunden im Zahlungsverzug - - - -
Sonstige Risiken
Sanierung Bürostandort Büdelsdorf - - - -

˄ Einstufung in höhere Risikoklasse im Vergleich zum Vorbericht

˃ Einstufung in gleiche Risikoklasse im Vergleich zum Vorbericht

˅ Einstufung in geringere Risikoklasse im Vergleich zum Vorbericht

- Risiko oder Risikokategorie besteht nicht mehr

Durch den implementierten Risikomanagementprozess sowie das monatliche Berichtswesen hat die Geschäftsführung einen Überblick über die vorgestellte Risikosituation. Zum 31. Dezember 2022 wurden verschiedene Markt-, IT-, steuerliche, finanzielle, strategische und operative Risiken identifiziert. Wesentliche Risiken wurden nicht identifiziert.

Die potenziellen Auswirkungen auf die allgemeine zukünftige Entwicklung der fn DLS GmbH sowie die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden von der Geschäftsleitung insgesamt als gering qualifiziert. Die Geschäftsleitung erwartet, dass die im Ausblick prognostizierte, positive Entwicklung durch die aufgezeigten Risiken nicht wesentlich beeinträchtigt wird. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Risiken keine Auswirkungen auf den Fortbestand der Gesellschaft haben.

CHANCENBERICHT

Die fn DLS GmbH strebt danach, ihren Kunden innovative, qualitativ hochwertige und preislich attraktive Produkte, verbunden mit einem positiven Kundenerlebnis (Customer Experience), anzubieten.

Externe Chancen sieht die Gesellschaft insbesondere in folgenden Marktentwicklungen:

Eintritt eines vierten Netzbetreibers und damit potenziellen Vorleistungsgebers im Bereich Mobilfunk

kontinuierliche Zunahme der weltweiten mobilen Internet- und Datennutzung

Beschleunigung des digitalen Wandels in zahlreichen Lebensbereichen sowie fortschreitender Ausbau digitaler Infrastrukturen in Deutschland (z. B. 5G, öffentliches WLAN, Glasfaseranschlüsse)

geändertes Konsumverhalten von Multimediacontent

wachsende Nachfrage nach konvergenten Bundle-Produkten (z. B. Mobilfunk und TV, Festnetz oder digitale Services)

Veränderungen im regulatorischen Umfeld zugunsten von der fn DLS GmbH

Der Eintritt eines weiteren Netzbetreibers könnte zu einer Steigerung des Wettbewerbs zwischen den Mobilfunkgesellschaften (MNOs) und einhergehend mit dem technologieneutralen Verhandlungsgebot zu einer Stärkung des Service-Provider-Modells führen. Dies könnte sich für die fn DLS GmbH in einer besseren Verhandlungsposition gegenüber den MNOs niederschlagen. Kurzfristig werden die Auswirkungen auf die prognostizierten finanziellen Leistungsindikatoren als gering eingeschätzt, da sich das Netz derzeit im Aufbau befindet.

Interne Chancen für die Gesellschaft könnten sich vor allem ergeben aus:

der Prüfung und Implementierung strategischer Optionen im Bereich Mobilfunk und Digital-Lifestyle,

der konsequenten Markenführung von freenet als Dach- und Consumer-Marke

der Stärkung der Marken freenet FUNK und freenet FLEX im Marktsegment für flexible Tarif- und Vertragsmodelle

der (Weiter-)Entwicklung eigener, innovativer Produkte wie z. B. weiterer App-basierter Tarife

dem Ausbau des etablierten Omni-Channel-Vertriebs durch die Ausweitung bestehender und Erschließung neuer direkt steuerbarer Vertriebskanäle sowohl im Bereich Retail als auch Non-Retail und die Nutzung bestehender sowie neuer Vertriebskooperationen/-partnerschaften

der Steigerung der Vertriebsleistung durch eine kundenzentrierte, produktübergreifende Angebotsgestaltung und Kundenansprache an sämtlichen Touchpoints

der Vermarktung zusätzlicher Produkte (Cross-Selling) aus dem Bereich Digital-Lifestyle verbunden mit einem vertikalen Wachstum im gesamten Produktportfolio

der Festigung und konsequenten Weiterentwicklung der IT-Applikationen und IT-Systeme zur weiteren Erhöhung der Kundenzufriedenheit, zum Beispiel durch die Erweiterung digitaler Self-Services sowie dem intelligenten Einsatz moderner Kommunikationsmedien

der Intensivierung der Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten zur Stabilisierung der bestehenden und Entwicklung neuer beziehungsweise besserer Konditionenmodelle

der kontinuierlichen Prozess- und Qualitätsverbesserung zur nachhaltigen Steigerung der Produktivität - auch durch die zunehmende Digitalisierung von Geschäftsprozessen und der Unternehmenssteuerung der intensiven Förderung und Entwicklung unserer Mitarbeitenden zur Stärkung der Mitarbeiterbindung sowie einer höheren Flexibilität zur Steigerung der Arbeitsplatzattraktivität

Aus der Prüfung und Implementierung strategischer Optionen in den Bereichen Mobilfunk und Digital-Lifestyle, der Vermarktung zusätzlicher oder neuer innovativer Produkte sowie dem Ausbau der eigenen Vertriebsstärke könnte ein positiver Effekt auf die Entwicklung der zugrunde gelegten finanziellen Leistungsindikatoren resultieren und unsere Erwartungen mithin übertreffen. Gleichsam könnte eine Erhöhung der Vertriebsstärke und Kundenzufriedenheit dazu führen, dass sich der Kundenbestand positiver entwickelt als prognostiziert.

Unternehmenseigene Innovationen, leistungsstarke Kooperationen in sämtlichen Geschäftsbereichen sowie exklusiv über eine App buchbare Produkte bieten auch zukünftig Chancen zur weiteren Marktdurchdringung. Die konsequente Markenführung von freenet als Dach- und Consumer-Marke führt zu einer Bündelung der Aktivitäten im Produktportfolio sowie zu einer höheren Sichtbarkeit am Markt. Sollte die Marke freenet dadurch deutlich stärker als erwartet an Attraktivität für Kunden gewinnen, könnte dies zu höheren Ergebnisbeiträgen führen.

Das strategische Zusammenwirken von Mobilfunkdienstleistungen und Digital-Lifestyle-Anwendungen wird weiter forciert. Diese Ausrichtung wird konsequent verfolgt, da der Trend zur Digitalisierung und Vernetzung von Produkten und Dienstleistungen weiter anhalten wird. Vor diesem Hintergrund werden in diesem Bereich weiterhin Wachstumschancen, Synergiepotenziale sowie Chancen für neue strategische Partnerschaften gesehen.

Sollten die aus kontinuierlichen Prozess- und Qualitätsverbesserungen resultierenden Maßnahmen und Effizienzsteigerungen zur Senkung der Kostenstrukturen positiver ausfallen als erwartet, könnte sich dies in den kommenden Jahren positiv auf die Höhe der Sachgemein- und Personalkosten und mithin auf das EBITDA auswirken.

GESAMTWÜRDIGUNG DER CHANCENLAGE

Es wurden sowohl externe als auch interne Chancen identifiziert. Die Auswirkungen der aufgezeigten Chancen auf die prognostizierten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren und somit auf die Entwicklung der fn DLS GmbH werden insgesamt eher als gering eingestuft. Die Unternehmensleitung erwartet die im Prognosebericht dargelegte Entwicklung des Geschäftsverlaufs.

PROGNOSEBERICHT

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Überwogen während der zweiten Hälfte des abgelaufenen Jahres noch die Prognosen einer weltweiten Rezession im Jahr 2023, gehen führende Institutionen mittlerweile von einem lediglich verlangsamten Wirtschaftswachstum aus. Für das Jahr 2023 erwartet der IWF demnach ein BIP-Wachstum in Höhe von +2,9 Prozent (2022: +3,4 Prozent). Die deutsche Wirtschaft wird als exportorientierte Marktwirtschaft wesentlich von der weltweiten Wirtschaftsentwicklung beeinflusst. Für die deutsche Wirtschaft wird ein marginaler Anstieg des BIP in Höhe von +0,1 Prozent prognostiziert (2022: +1,9 Prozent). Ab der zweiten Jahreshälfte wird eine zunehmende Erholung des BIP erwartet. Die Inflationsrate in Deutschland wird für das Jahr 2023 in Höhe von +7,2 Prozent erwartet (2022: +8,7 Prozent). Hohe Energiepreise werden auch künftig die Inflation bestimmen. Im Rahmen der Energiekrise wird der Staat Unternehmen und private Haushalte weiterhin erheblich mit breit angelegten Subventionen und Transferleistungen unterstützen. Dennoch werden bis Mitte 2023 die realen verfügbaren Einkommen und der Konsum der privaten Haushalte sinken. Ab der zweiten Jahreshälfte 2023 wird dann eine Erholung erwartet. Der Preisdruck der Energierohstoffe sollte nachlassen und die Inflationsrate abnehmen. In Kombination mit einem robusten Arbeitsmarkt könnte dies zu deutlich steigenden Löhnen führen. In der Folge sollten auch die realen Haushaltseinkommen und der private Konsum wieder steigen. Letztendlich sollte auch eine sukzessive Entspannung in den globalen Lieferketten infolge der Beendigung der chinesischen "Zero-COVID-Policy" zu Beginn des Jahres 2023 eintreten.

MOBILFUNKMARKT

Der Index für das Geschäftsklima in der Digitalbranche (Bitkom-ifo-Digitalindex) hat sich über das Jahr 2022 hinweg wieder erholt. Die Unternehmen der ITK-Branche bewerten ihre Geschäftserwartungen für das Jahr 2023 mittlerweile mit +16,1 Punkten deutlich optimistischer als die Gesamtwirtschaft (ifo Geschäftsklima) mit -6,3 Punkten. Die Umsatzerlöse für TK-Dienste werden mit +0,1 Prozent nahezu unverändert hoch erwartet. Darin spiegelt sich die Erwartung der in den Vorjahren beobachteten Tendenz zur gleichbleibend hohen Nutzung digitaler Kommunikationsdienstleistungen in Krisenzeiten wider. Für die Entwicklung der Umsatzerlöse durch TK-Endgeräte wird mit einem Wachstum von +2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet.

Anlass zu einem optimistischen Ausblick für 2023 gibt zudem die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft in Telekommunikationsinfrastruktur. Im abgelaufenen Jahr wurden 11,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 10,8 Milliarden Euro) in Deutschland unter anderem in den Ausbau von Glasfaser- und 5G-Netzen investiert und die flächendeckende Verfügbarkeit der Technologiestandards im Bundesgebiet erneut gesteigert. Damit sind die Voraussetzungen für eine stärkere Inanspruchnahme von Telekommunikationsdienstleistungen und ein anhaltendes Wachstum gewährleistet. Auch die ungebrochene Zunahme der Nutzung von Datentransfers über Mobilfunknetze schließt eine reduzierte Nutzung von Mobilfunkdienstleistungen nahezu aus. Eine gesunkene Kaufkraft infolge der hohen Inflation sollte auch im Jahr 2023 kein wesentliches Umsatzproblem für die Branche darstellen. Mobilfunk gehört zu den Grundbedürfnissen der deutschen Bevölkerung. In den letzten Jahren ist der Verbraucherpreisindex (VPI) für Mobilfunkdienstleistungen nicht gestiegen. Auch im für Privathaushalte besonders durch Kostensteigerungen belastendenden Jahr 2022 entwickelte sich der VPI für Mobilfunkdienstleistungen nicht gleichlaufend mit dem Gesamtindex. Zusammen mit den im Markt erkennbaren steigenden Datenvolumina je Tarif erhielt der Kunde mehr Leistung für nahezu den gleichen Preis. Entsprechend gingen auch in den vergangenen Jahren die Churn-Raten im Markt zurück, was auf eine geringe Motivation von Kunden zum Wechsel des Anbieters aufgrund von zu hoch empfundenen Preisen schließen lässt.

Im Jahr 2023 könnte dieser Trend beendet werden. Bereits zum Ende des abgelaufenen Jahres hielten große deutsche Telekommunikationsunternehmen Preiserhöhungen im Mobilfunk für wahrscheinlich. Zu Beginn des Jahres 2023 kündigte Telefónica Deutschland an, die Grundpreise für Neukunden im Mobilfunk um durchschnittlich 10 Prozent zu erhöhen. Andere Netzbetreiber schließen Preiserhöhungen ebenso nicht explizit aus. Nachdem Mobilfunkunternehmen lange Jahre versucht haben, Privatkundenpreise stabil zu halten, ist dies erstmals ein Signal für steigende Preise in Deutschland. Ein Grund für diese Entwicklung ist die Belastung der Netzbetreiber durch die hohen Energiepreise, höhere Ausgaben für Netzinvestitionen sowie steigende Lohnkosten. Die Hilfsleistungen des deutschen Staats sowie Steigerungen der Preise für Mobilfunkdienstleistungen sollten für eine Abmilderung der negativen Effekte sorgen. Grundlegend ist weiterhin ein rationaler und berechenbarer Mobilfunkmarkt in Deutschland anzunehmen.

UNTERNEHMENSPROGNOSE 2023 spiegelt Wachstumsambition des Mittelfrist-Ausblicks bis 2025 wider

Der Prognose für das Geschäftsjahr 2023 liegen die genannten Erwartungen und Annahmen zur allgemeinen Wirtschafts- und Branchenentwicklung zugrunde. Darunter sind die Annahme eines minimalen Rückgangs des BIP, eine weiterhin hohe Inflation, ein positiver Ausblick für die ITK-Branche. Aus den prognostizierten Entwicklungen ergeben sich grundsätzlich keine Anhaltspunkte für Veränderungen, die signifikante Auswirkungen auf die gegenwärtigen Geschäftsmodelle der fn DLS GmbH haben.

Die Auswirkungen, die sich aufgrund der hohen Inflation auf die Geschäftstätigkeit der fn DLS GmbH zukünftig ergeben können, werden kontinuierlich beobachtet. Etwaige kalkulierbare Risiken sind in die Prognose einbezogen worden. Nur bei einer wesentlichen Verschlechterung der Rahmenbedingungen können darüber hinaus weitere Risiken eintreten. Diese Risiken sind im Risikoinventar entsprechend berücksichtigt (siehe "Chancen- und Risikobericht").

Weitere Annahmen, die für die Ableitung der Prognose der finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren der fn DLS GmbH als wesentlich angesehen werden, sind:

Bestandskunden-Loyalität und Kundenzufriedenheit insbesondere im Bereich Mobilfunk bleiben konstant,

Mindestens zu erwartende Preisstabilität aufgrund Ankündigung Preiserhöhung (Telefónica Deutschland)

Leichtes Marktwachstum des ansonsten saturierten Markts "Mobilfunk",

Kosteneinsparungen erweisen sich weitestgehend als nachhaltig, wenngleich eine höhere Inflation und Lohnkostensteigerung den positiven Effekt abmildern könnten.

Für das Geschäftsjahr 2023 wird ein weiter anhaltendes, profitables Wachstum erwartet. Die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2023 werden im Folgenden dargestellt und gelten unter der Annahme einer vergleichbaren Unternehmensstruktur. Alle Aussagen sind in Relation zum Vorjahr formuliert und für die qualitativ-komparativen Prognosen gilt folgende Abstufung: deutlich abnehmend, merklich abnehmend, moderat abnehmend, stabil, moderat wachsend, solide wachsend, deutlich wachsend.

Für die finanziellen Leistungsindikatoren wird folgende Entwicklung erwartet:

Die Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr 2022 lagen innerhalb der Erwartung und beliefen sich auf 2.251,3 Millionen Euro (Vorjahr: 2.270,8 Millionen Euro). Für die Umsatzerlöse im Jahr 2023 wird erneut ein stabiler Verlauf erwartet. Die Erwartung stützt sich auf eine stabile Entwicklung im Segment Mobilfunk. Das Management geht davon aus, dass sich die Umsatzqualität, d.h. der Anteil abonnement-basierter innerhalb der Umsatzerlöse, weiter verbessert.

Das Segment-EBITDA lag im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 402,7 Millionen Euro rund 8,8 Prozent oberhalb des Vorjahres (370,1 Millionen Euro). Das Management geht für das Geschäftsjahr 2023 von einem weiteren moderaten Anstieg des EBITDA aus. In der Erwartung sind bekannte Effekte aus der hohen Inflationserwartung und Lohnkostensteigerungen enthalten.

Der Postpaid-ARPU hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 17,9 Euro stabil entwickelt (Vorjahr: 18,1 Euro). Auch für das Geschäftsjahr 2023 wird eine stabile Entwicklung erwartet. Positive Effekte aus möglichen weiteren Preiserhöhungen werden bezogen auf den Gesamtkundenbestand nicht erwartet.

Für die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren wird folgende Entwicklung erwartet:

Die Zahl der Postpaid-Kunde hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 7,27 Millionen (Vorjahr: 7,18 Millionen) erhöht.

 

Der Postpaid-Kundenbestand wird moderat wachsend erwartet.

Insgesamt basiert die Prognose auf den zum Zeitpunkt der Aufstellung bekannten Erkenntnissen zur möglichen konjunkturellen Entwicklung in Deutschland sowie den genannten Annahmen zur Branchenentwicklung. Sollte es zu einer konjunkturell schlechteren Entwicklung, zu Ereignissen mit weltwirtschaftlicher Tragweite oder zu unvorhergesehenen staatlichen bzw. regulatorischen Eingriffen kommen, könnte sich dies auf die abgegebene Prognose für die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren auswirken (siehe Chancen- und Risikoberichterstattung).

Die aktuellen Entwicklungen im Russland-Ukraine-Konflikt sind von der Gesellschaft zur Kenntnis genommen und im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Gesellschaft gewürdigt worden. Dabei wurden keine bedeutsamen Auswirkungen auf die Risiko- bzw. Prognoseberichterstattung identifiziert.

ANGABEN ZUR FRAUENQUOTE

Die Festlegungen zu den Frauenanteilen nach §§ 36, 52 Abs. 2 GmbHG befinden sich auf der Internetseite der Gesellschaft https://www.freenet-mobilfunk.de unter "Datenschutz und rechtliche Hinweise".

 

Büdelsdorf, den 09. März 2023

Die Geschäftsführung

Ingo Arnold

Rickmann von Platen

Antonius Fromme

Bilanz 2022

AKTIVA

in TEUR Anhang Textziffer 31.12.2022 31.12.2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 72.340 20.982
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 98.907
3. Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände 10 94
72.350 119.983
II. Sachanlagen 1
1. Grundstücke und Bauten 1.247 1.273
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.857 2.704
5.104 3.977
III. Finanzanlagen 1
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 225.185 218.485
2. Beteiligungen 3 3
225.188 218.488
302.642 342.448
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Waren 57.047 63.184
57.047 63.184
II. Forderungen uns sonstige Vermögensgegenstände 2
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 282.865 261.995
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 457.716 445.343
3. Sonstige Vermögensgegenstände 23.875 15.829
764.456 723.167
III. Wertpapiere
1. Sonstige Wertpapiere 512 515
512 515
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 108.740 166.152
930.755 953.018
C. Rechnungsabgrenzungsposten 3 4.661 2.764
1.238.058 1.298.230

PASSIVA

in TEUR Anhang Textziffer 31.12.2022 31.12.2021
A. Eigenkapital 4
I. Gezeichnetes Kapital 801 801
II. Kapitalrücklage 6.645 6.645
III. Gewinnrücklagen
1. andere Gewinnrücklagen 82 82
7.528 7.528
B. Rückstellungen 5
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 46.972 45.787
2. Steuerrückstellungen 28.423 27.224
3. sonstige Rückstellungen 92.367 127.653
167.762 200.664
C. Verbindlichkeiten 6
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 61 57
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 28.944 28.451
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 216.099 162.922
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 790.676 866.674
5. Sonstige Verbindlichkeiten 21.303 31.798
(davon aus Steuern 2022: 981 TEUR; 2021: 1.149 TEUR)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 2022: 222 TEUR; 2021: 168 TEUR)
1.057.083 1.089.902
D. Rechnungsabgrenzungsposten 5.685 136
1.238.058 1.298.230

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022

in TEUR Anhang Textziffer 2022 2021
1. Umsatzerlöse 10 2.554.598 2.514.912
2. Sonstige betriebliche Erträge 11 69.282 51.549
(davon Erträge aus Währungsumrechnung 2022: 84 TEUR; 2021: 26 TEUR)
2.623.880 2.566.461
3. Materialaufwand 12
a) Aufwendungen für bezogene Waren -528.884 -539.012
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.541.813 -1.520.568
-2.070.697 -2.059.580
4. Personalaufwand 13
a) Löhne und Gehälter -49.283 -51.016
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -10.662 -12.669
(davon für Altersversorgung 2022: 1.599 TEUR; 2021: 3.475 TEUR)
-59.945 -63.685
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 14 -127.350 -127.176
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 15 -197.976 -189.488
(davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung 2022: 51 TEUR; 2021: 49 TEUR)
7. Betriebsergebnis 167.912 126.532
8. Erträge aus Gewinnabführung aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages 100.953 93.927
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 16 10.032 8.581
(davon aus verbundenen Unternehmen 2022: 7.892 TEUR; 2021: 7.829 TEUR)
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 17 -3.303 -28.303
11. Aufwendungen aus Verlustübernahmen aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen -3.276 -1
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -14.399 -24.885
(davon an verbundene Unternehmen 2022: 10.831 TEUR; 2021: 18.229 TEUR)
13. Ergebnis vor sonstigen Steuern und vor Gewinnabführung 257.919 175.851
14. Steuern vom Einkommen und Ertrag 0 -1.800
15. Ergebnis nach Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 257.919 174.051
16. Sonstige Steuern -119 -114
17. Ergebnis vor Gewinnabführung 257.800 173.937
18. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführte Gewinne 18 -257.800 -173.937
19. Jahresergebnis 0 0

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

A. Allgemeine Angaben

Die freenet DLS GmbH (fn DLS GmbH) ist im Handelsregister des Amtsgerichts Kiel unter HRB 14826 KI eingetragen und hat ihren Firmensitz in Büdelsdorf. Am 17. Mai 2022 hat die Gesellschafterversammlung die Umfirmierung der mobilcom-debitel GmbH in freenet DLS GmbH beschlossen. Die Handelsregistereintragung erfolgte am 11. Juli 2022.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 der fn DLS GmbH, Büdelsdorf wurde nach den Vorschriften der §§ 238 ff. und der §§ 264 ff. HGB sowie den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Die fn DLS GmbH ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 3 und 4 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren des § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Durch die Wahl des Zahlenformates (TEUR) kann es zu Abweichungen von den tatsächlich gebuchten Beträgen bzw. zu rundungsbedingten Differenzen bei der Berechnung von Zwischen- und Endsummen kommen.

Zwischen der freenet AG, Büdelsdorf (freenet), als herrschende Gesellschaft und der fn DLS GmbH als beherrschte Gesellschaft besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.

B. Angaben zu Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden

Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände (überwiegend Software, Lizenzen und Nutzungsrechte) sind zu Anschaffungskosten bilanziert. Mit Beginn der Nutzungsdauer werden planmäßige, lineare Abschreibungen über eine Nutzungsdauer von 1 bis 6 Jahren vorgenommen.

Das Aktivierungswahlrecht für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände gemäß § 248 Abs. 2 HGB wird nicht in Anspruch genommen.

Im Rahmen der Verschmelzung der mobilcom-debitel AG, Stuttgart, auf die debitel Konzernfinanzierungs GmbH, Stuttgart (dKf), gemäß Verschmelzungsvertrag vom 14. April 2011 sowie der Verschmelzung der dKf auf die mobilcom-debitel GmbH (ab Juli 2022 freenet DLS GmbH) gemäß Verschmelzungsvertrag vom 14. April 2011 wurde im Jahr 2011 ein Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Der Geschäfts- oder Firmenwert beinhaltet die Fähigkeit aufgrund der gestärkten Marktposition und der erweiterten Vertriebsstrukturen nachhaltig Neukunden zu gewinnen. Aus dem Geschäfts- oder Firmenwert zuordenbaren Cashflow ergab sich eine Nutzungsdauer von 12 Jahren.

Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.

Sachanlagen

Zugänge zum Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungskosten aktiviert. Die Abschreibungen werden planmäßig nach der linearen Methode entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer vorgenommen.

Sachanlagen, im Wesentlichen Betriebs- und Geschäftsausstattung, sind mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten bewertet und werden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 3 bis 13 Jahren linear abgeschrieben. Gebäude werden über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 33 Jahren linear abgeschrieben. Die Abschreibung wird monatsgenau ermittelt.

Selbstständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben, sofern ihre jeweiligen Anschaffungskosten einen Betrag von 250 Euro nicht übersteigen. Entsprechende Anlagegegenstände mit Anschaffungskosten über 250 Euro werden einzeln erfasst und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten unter Berücksichtigung erforderlicher Wertberichtigungen bilanziert.

Die Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertberichtigungen bilanziert. Bei den derzeitigen Beteiligungen findet das Wahlrecht der Abschreibung auch bei voraussichtlich nicht dauernder Wertminderung keine Anwendung.

Vorräte

Die im Vorratsvermögen befindlichen Mobilfunk-Endgeräte, Prepaid-Bundles, Computer und Zubehör werden mit dem sog. Standardpreis, d. h. durchschnittliche Anschaffungskosten abzgl. kaufpreismindernde Bonuszahlungen der Hardware-Hersteller, unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Zum Bilanzstichtag erfolgte zusätzlich eine Reichweiten-Abwertung. Auf dieser Basis werden Wertberichtigungen zwischen 10 % und 30 % wegen erhöhter Lagerdauer vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zu Nennwerten abzüglich pauschalierter Einzelwertberichtigungen angesetzt, die in Anlehnung an Erfahrungswerte aus der Vergangenheit gebildet wurden. Erkennbaren Einzelrisiken wird durch Einzelwertberichtigungen entsprechend Rechnung getragen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen große Netzbetreibergesellschaften wurden aufgrund bestehender Aufrechnungslage mit den Verbindlichkeiten gegenüber diesen Gesellschaften saldiert.

Bestimmte Endkundenverträge sind Mehrkomponentenverträge. Sie bestehen aus einer Hardware-Komponente, in der Regel einem Mobilfunkgerät, und diversen Dienstleistungskomponenten, die zumeist aus der Erbringung von Telefonie- und Servicedienstleistungen bestehen. Der Preis für das gesamte Mehrkomponentengeschäft wird auf der Grundlage der anteiligen beizulegenden Zeitwerte auf die verschiedenen Elemente aufgeteilt. Die Höhe des zu realisierenden Umsatzes für die bereits gelieferten Elemente ist auf die Höhe der Umsätze beschränkt, die nicht von noch zukünftig zu erbringenden Leistungen abhängig sind (sog. Cash-Restriction). Die im Geschäftsjahr bilanzierten Forderungen aus der Hardware-Option wurden mit Zinssätzen zwischen 0,92 % und 3,92 % diskontiert. Der Diskontierungssatz setzt sich aus einem risikolosen Geldmarktzinssatz und dem internen Risikozins zusammen, welcher sich an Erfahrungswerten der kundengruppen-spezifischen Ausfallwahrscheinlichkeiten orientiert. Der Ansatz der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu Nennwerten abzüglich erforderlicher Wertberichtigungen.

Wertpapiere

Wertpapiere werden zum Anschaffungskurs bzw. zum niedrigeren Kurs am Bilanzstichtag angesetzt.

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Die flüssigen Mittel sind zu Nennwerten bilanziert. Sämtliche Guthaben bei Kreditinstituten sind frei verfügbar.

Rechnungsabgrenzungsposten

Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag aktiviert, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Einnahmen vor dem Abschlussstichtag passiviert, die Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Latente Steuern

Das Wahlrecht zum Ansatz aktiver latenter Steuern wird nicht ausgeübt. Aufgrund der vorhandenen steuerlichen Organschaft mit der freenet (Organträger) werden die latenten Steuern in der Bilanz des Organträgers ausgewiesen.

Eigenkapital

Das Eigenkapital wird zum Nennwert angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt. Der Rechnungszins für die Bewertungen der Pensionsrückstellungen beträgt 1,78 % (Restlaufzeit 15 Jahre, 10-Jahresdurchschnitt). Der durchschnittliche Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt zum Bilanzstichtag 1,44 %, sodass sich der Unterschiedsbetrag im Sinne des § 253 Abs. 6 HGB zum 31. Dezember 2022 auf TEUR 2.570 (Vorjahr TEUR 4.008) beläuft. Der Berechnung liegen die Wahrscheinlichkeitswerte nach den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde.

Für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder sind TEUR 11.577 (Vorjahr TEUR 11.267) bilanziert.

Bei den Berechnungen wurden folgende Rechnungsannahmen angesetzt:

Generelle Steigerung der pensionsfähigen Einkommen 2,25 % p.a.
Rentensteigerung 2,25 % p.a.

Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen

Diese Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Rückstellungen werden nach der Nettomethode bilanziert.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber großen Netzbetreibergesellschaften wurden aufgrund bestehender Aufrechnungslage mit den Forderungen gegen diese Gesellschaften verrechnet. Die Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

Fremdwährungen

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung wurden mit dem Kurs zum Entstehungszeitpunkt erfasst. Zum Bilanzstichtag werden Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr unter Berücksichtigung der Gewinne und Verluste aus Kursänderungen mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet.

C. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Eine von den gesamten Anschaffungskosten ausgehende Darstellung der Entwicklung der einzelnen Bilanzposten des Anlagevermögens stellt sich wie folgt dar:

Anschaffungs- und Herstellungskosten
TEUR Vortrag zum 01.01.2022 Zugänge lfd. Jahr Abgänge lfd. Jahr Umbuchungen Stand am 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 50.054 77.684 20.902 84 106.920
Geschäfts- oder Firmenwert 1.186.880 0 0 0 1.186.880
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände 93 0 0 -84 9
Summe Imm. Vermögensgegenstände 1.237.027 77.684 20.902 0 1.293.809
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 1.962 18 0 0 1.980
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.102 3.188 3.981 0 13.309
Anzahlungen auf Sachanlagen 0 3 0 0 3
Summe Sachanlagen 16.064 3.209 3.981 0 15.292
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 249.610 10.000 0 0 259.610
Beteiligungen 3 0 0 0 3
Summe Finanzanlagen 249.613 10.000 0 0 259.613
Summe Anlagevermögen 1.502.704 90.893 24.883 0 1.568.714
Abschreibungen
TEUR Vortrag zum 01.01.2022 Zugänge lfd. Jahr Abgänge lfd. Jahr Stand am 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 29.071 26.410 20.902 34.579
Geschäfts- oder Firmenwert 1.087.973 98.907 0 1.186.880
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände 0 0 0 0
Summe Imm. Vermögensgegenstände 1.117.044 125.317 20.902 1.221.459
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 689 45 0 734
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.397 1.989 3.931 9.455
Anzahlungen auf Sachanlagen
Summe Sachanlagen 12.086 2.034 3.931 10.189
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 31.125 3.300 0 34.425
Beteiligungen 0 0 0 0
Summe Finanzanlagen 31.125 3.300 0 34.425
Summe Anlagevermögen 1.160.255 130.651 24.833 1.266.073
Buchwerte
TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 72.341 20.983
Geschäfts- oder Firmenwert 0 98.907
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände 9 93
Summe Imm. Vermögensgegenstände 72.350 119.983
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 1.246 1.273
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.854 2.705
Anzahlungen auf Sachanlagen 3
Summe Sachanlagen 5.103 3.978
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 225.185 218.485
Beteiligungen 3 3
Summe Finanzanlagen 225.188 218.488
Summe Anlagevermögen 302.641 342.449

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 282.865 261.995
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 457.716 445.343
davon gegen Gesellschafterin 12.781 6.020
Sonstige Vermögensgegenstände 23.875 15.829
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 764.456 723.167

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben TEUR 43.322 (Vorjahr TEUR 54.202) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die Gesellschaft hat in den Vorjahren zwei Factoring-Vereinbarungen mit zwei Banken abgeschlossen. Beide regresslosen Verkäufe von Forderungen stellen ein echtes Factoring dar und dienen der vorzeitigen Beschaffung liquider Mittel. Zum Bilanzstichtag werden Forderungen in Höhe von TEUR 19.045 (Vorjahr TEUR 44.927) ausgebucht.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen Forderungen in Höhe von TEUR 297.193 (Vorjahr TEUR 297.193) aus gewährten Darlehen, die durch die Taunus Beteiligungs GmbH zu erbringen sind. Weiter bestehen Forderungen aus Gewinnabführungsverträgen in Höhe von TEUR 96.982 (Vorjahr TEUR 93.927). Die Forderungen für Zinsen betragen TEUR 5.071 (Vorjahr TEUR 5.036). Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 50.860 (Vorjahr TEUR 49.152).

Die Forderungen aus den Darlehen der Taunus Beteiligungs GmbH sind zum 1. März 2024 fällig und werden mit 2 % p.a. verzinst. Alle weiteren Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind innerhalb eines Jahres fällig.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten noch nicht fällige Vorsteuerbeträge aus Vertriebsrechten. Aufgrund der noch ausstehenden Zahlungen ist die Vorsteuer in Höhe von TEUR 14.820 (Vorjahr TEUR 4.845) noch nicht fällig. Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben TEUR 14.489 (Vorjahr TEUR 4.617) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

3. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 4.661 (Vorjahr TEUR 2.764) beinhaltet im Wesentlichen Abgrenzungen für vorausgezahlte Lizenzgebühren in Höhe von TEUR 1.785 (Vorjahr TEUR 1.738), für Werbung in Höhe von TEUR 1.131 (Vorjahr TEUR 1.026) sowie für Wartung von Hard- und Software in Höhe von TEUR 732 (Vorjahr TEUR 0).

4. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der fn DLS GmbH beträgt unverändert zum Vorjahr TEUR 801 und ist voll erbracht.

5. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen zeigen folgende Einzelposten:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Ausstehende Rechnungen Netzbetreiber 34.589 27.770
Vertriebspartnervergütungen 17.992 42.245
Drohverluste 13.203 3.346
Rechtsstreitigkeiten 10.546 32.797
Sonstige ausstehende Rechnungen 7.458 9.702
Personal 6.800 9.275
Service-Gebühr aus Factoring 613 1.037
Übrige 1.166 1.480
Sonstige Rückstellungen 92.367 127.653

6. Verbindlichkeiten

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 790.676 866.674
davon gegenüber Gesellschafterin 561.181 644.323
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 216.099 162.922
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 28.944 28.451
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 61 57
Sonstige Verbindlichkeiten 21.303 31.798
davon aus Steuern 981 1.149
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 222 168
Verbindlichkeiten 1.057.083 1.089.903

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen resultieren überwiegend aus Gesprächs- und Nutzungsguthaben unserer Prepaid-Kunden und haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben TEUR 154.219 (Vorjahr TEUR 162.922) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und TEUR 61.880 (Vorjahr TEUR 0) eine Restlaufzeit von einem Jahr bis zu fünf Jahren.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben TEUR 491.376 (Vorjahr TEUR 402.374) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Im Wesentlichen bestehen diese Verbindlichkeiten aus der Gewinnabführung bzw. Verlustübernahme in Höhe von TEUR 257.800 (Vorjahr TEUR 173.938), sowie Verbindlichkeiten aus dem konzernseitigen Liquiditätsmanagement in Höhe von TEUR 195.521 (Vorjahr TEUR 193.385) und ein von der freenet gewährtes Darlehen in Höhe von TEUR 299.300 (Vorjahr TEUR 464.300), dessen vollständige Tilgung zum 28. Juni 2024 fällig wird. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen- und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen betragen TEUR 31.255 (Vorjahr TEUR 29.228) aus internen Weiterbelastungen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten entfallen größtenteils auf Verbindlichkeiten aus dem Factoring von noch nicht bilanzierten Handy-Options-Forderungen in Höhe von TEUR 6.212 (Vorjahr TEUR 15.535), aus noch nicht abgeführten Forderungen von Endkunden im Rahmen der Factoring-Vereinbarung in Höhe von TEUR 5.584 (Vorjahr TEUR 7.248) sowie auf Kautionen in Höhe von TEUR 2.433 (Vorjahr TEUR 2.106), die wir von Endkunden erhalten haben.

Von den sonstigen Verbindlichkeiten haben TEUR 21.103 (Vorjahr TEUR 31.647) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, TEUR 89 (Vorjahr TEUR 67) haben eine Laufzeit zwischen ein und fünf Jahren sowie TEUR 111 (Vorjahr TEUR 84) haben eine restliche Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Insgesamt haben Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 200 (Vorjahr TEUR 151) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

7. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten wurden TEUR 5.588 (Vorjahr TEUR 0) für einen erhaltenen Sonderbonus von der Telekom Deutschland GmbH, Bonn, für die Fortführung der Zusammenarbeit bilanziert.

8. Außerbilanzielle Geschäfte

Die Gesellschaft hat Leasingverträge für Kfz in Höhe von TEUR 1.600 und für Drucker in Höhe von TEUR 127 abgeschlossen. Diese Verträge dienen der Minimierung des gebundenen Vermögens und haben eine Laufzeit bis maximal 2025.

9. Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten

Die Gesellschaft bürgt als Obligor i.S.v. "Guarantor" dafür, dass die freenet die aus vier Schuldscheindarlehen entstandenen Verpflichtungen in Form von Zinszahlungen und Kapitalrückzahlung, Nominalwert TEUR 507.500 (Vorjahr TEUR 648.000), erfüllt. Eine wesentliche Auflage hierzu ist die Garantie, dass keine Vermögensgegenstände der Gesellschaft anderweitig verpfändet werden dürfen.

Für ein der freenet gewährtes Bankdarlehen der UniCredit Bank AG (als Konsortialführer) in Form einer Revolving Credit Facility mit einem Nominalwert von TEUR 300.000 (Vorjahr TEUR 300.000) bürgt die Gesellschaft, falls die freenet Tilgungs- und Zinszahlungen nicht nachkommt. Die Revolving Credit Facility war zum 31. Dezember 2022 nicht in Anspruch genommen.

Es wird nicht mit einer Inanspruchnahme aus der Absicherung der Kreditgeschäfte gerechnet, weil davon auszugehen ist, dass die Finanzschulden vertragsmäßig getilgt werden.

Die Gesellschaft hat sich durch Patronatserklärungen gegenüber diversen Vermietern von Ladenlokalen der freenet Shop GmbH, Oberkrämer, (fnS) und der GRAVIS Computervertriebsgesellschaft mbH, Berlin, (Gravis) verpflichtet, die fnS und die Gravis stets mit ausreichenden finanziellen Mitteln zur Erfüllung sämtlicher Verbindlichkeiten auszustatten. Die Patronatserklärungen sind in der Regel auf die Laufzeit der zugrunde liegenden Mietverträge befristet.

Es bestehen Eventualverbindlichkeiten aus Bankbürgschaften für Mietverträge diverser Ladenlokale der fnS und Gravis in Höhe von TEUR 853 (Vorjahr TEUR 918).

Die fn DLS GmbH hat sich durch eine Patronatserklärung gegenüber der Telekom Deutschland GmbH, Bonn, (Telekom) verpflichtet, die Tochtergesellschaft callmobile GmbH, Hamburg, (callmobile), finanziell so auszustatten, dass sie stets in der Lage ist, allen ihren Verbindlichkeiten aus dem Extended Wholesalevertrag vom 30. April 2008 mit der Telekom fristgerecht nachzukommen. Die Verbindlichkeit der callmobile aus diesem Vertrag betrug zum 31. Dezember 2022 TEUR 0 (Vorjahr TEUR 157).

Zur Besicherung der Ansprüche von nicht gesetzlich insolvenzgeschützten Versorgungsanwartschaften aus Ruhegeldzusagen an ehemalige Vorstandsmitglieder sowie aus Entgeltumwandlungen von Mitarbeitern sind flüssige Mittel in Höhe von TEUR 512 (Vorjahr TEUR 515) auf einem Treuhandkonto hinterlegt und in Geldmarktfonds angelegt, die in der Bilanz unter den sonstigen Wertpapieren ausgewiesen sind. Das Risiko für eine Inanspruchnahme aus den beschriebenen Haftungsverhältnissen wird als unwahrscheinlich eingeschätzt. Auf Basis der operativen Planungen besteht kein Grund, von einer Inanspruchnahme der Haftungsverhältnisse auszugehen.

10. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Am Bilanzstichtag bestehen Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen in Höhe von TEUR 2.720. Sonstige nicht in der Bilanz ausgewiesene finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Wartungsverträgen sowie einem Dienstleistungsvertrag im Zusammenhang mit Kundenbetreuung bestehen in Höhe von TEUR 236.067 gegenüber Dritten. Gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 156. Vom Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen haben TEUR 42.888 eine verbleibende Laufzeit, die unter einem Jahr liegt, TEUR 131.532 von über einem aber unter fünf Jahren und TEUR 64.523 von über fünf Jahren.

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

11. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 2.554.598 (Vorjahr TEUR 2.514.912) werden im Wesentlichen durch Mobilfunkgebühren (TEUR 1.513.583, Vorjahr TEUR 1.536.081), Hardware (TEUR 517.139, Vorjahr TEUR 514.254) sowie Provisionen (TEUR 486.619, Vorjahr TEUR 427.276) erzielt. Die Gesellschaft realisiert ihre Umsatzerlöse nahezu ausschließlich im Inland.

12. Sonstige betriebliche Erträge

Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen werden unter anderem TEUR 15.889 (Vorjahr TEUR 11.443) Erträge aus Weiterberechnung Promotion, TEUR 13.586 (Vorjahr TEUR 13.096) Erträge aus Schadenersatz sowie TEUR 12.343 (Vorjahr TEUR 11.261) Erträge aus Mahnungen und Inkassodienstleistungen ausgewiesen.

In den periodenfremden Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 23.495 (Vorjahr TEUR 10.025) enthalten.

Darüber hinaus sind weitere Erträge in Höhe von TEUR 1.124 (Vorjahr TEUR 1.995) enthalten, die den anderen Geschäftsjahren zuzuordnen sind. Es handelt sich hierbei größtenteils um Zahlungseingänge auf bereits in Vorjahren abgeschriebene Forderungen.

13. Materialaufwand

Der im Geschäftsjahr entstandene Materialaufwand beträgt TEUR 2.070.697 (Vorjahr TEUR 2.059.580). Als Aufwendungen für bezogene Waren werden insgesamt TEUR 528.884 (Vorjahr TEUR 539.012) größtenteils für den Bezug von Mobiltelefonen und Zubehör ausgewiesen. Für bezogene Leistungen sind TEUR 1.541.813 (Vorjahr TEUR 1.520.568) aufgewendet worden. Davon betreffen TEUR 1.034.660 (Vorjahr TEUR 1.034.704) direkte Netzbetreiberkosten und TEUR 499.749 (Vorjahr TEUR 481.635) Provisionen.

Von den Aufwendungen für bezogene Leistungen sind TEUR 67 (Vorjahr TEUR 247) als periodenfremd einzustufen. Hierbei handelt es sich um den Aufwand zur Bildung einer Rückstellung für zu erstattende Prepaid-Guthaben.

14. Personalaufwand

Im Personalaufwand ist ein periodenfremder Aufwand von TEUR 87 (Vorjahr TEUR 60) aus Zahlungen von Tantiemen ausgewiesen.

15. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

Im Geschäftsjahr 2022 wurden planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen in Höhe von TEUR 127.350 (Vorjahr TEUR 127.176) vorgenommen.

16. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen in Höhe TEUR 49.954 (Vorjahr TEUR 39.462) für externe Werbe- und Vertriebskosten, TEUR 22.167 (Vorjahr TEUR 23.001) für Callcenter- und Hotline Kosten, TEUR 19.055 (Vorjahr TEUR 27.298) für Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten, TEUR 17.621 (Vorjahr TEUR 15.248) für Wertberichtigungen auf Forderungen sowie TEUR 8.950 (Vorjahr: TEUR 8.917) für externe Kosten der IT entstanden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten TEUR 78 (Vorjahr TEUR 489) periodenfremde Aufwendungen. Diese setzen sich im Wesentlichen aus Verlusten aus Abgängen des Anlagevermögens und Steuern von den Vorjahren zusammen.

17. Zinsergebnis

Das Zinsergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR 2022 2021
Bankzinsen 335 2
Cash concentration mit verbundenen Unternehmen 1 2
Darlehenszinsen 6.061 6.529
davon an verbundene Unternehmen 6.061 6.529
Übrige 3.635 2.048
davon aus verbundenen Unternehmen 1.829 1.298
davon Erträge aus Aufzinsung 1 1
davon Erträge aus Aufzinsung Hardware-/Handy-Options- Forderungen 1.177 916
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 10.032 8.581
Cash concentration mit verbundenen Unternehmen -432 0
Darlehenszinsen -8.647 -16.527
davon an verbundene Unternehmen -7.864 -15.551
Aufzinsung von Pensionsverpflichtungen, Ruhekapital -846 -966
Übrige -4.474 -7.392
davon an verbundene Unternehmen -2.534 -2.677
davon Aufwendungen aus Aufzinsung von Rückstellungen -1.383 -1.205
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -14.399 -24.885
Zinsergebnis -4.367 -16.304

18. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

Die auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens erfassten außerplanmäßigen Abschreibungen beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf TEUR 3.300 (Vorjahr TEUR 28.300). Diese Abschreibung ist dauerhaft und betrifft das Tochterunternehmen freenet Shop GmbH, Oberkrämer. Die Abschreibung im Vorjahr betraf das Tochterunternehmen callmobile GmbH, Hamburg.

19. Ergebnisverwendung

Gemäß Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag wurde das handelsrechtliche Jahresergebnis der fn DLS GmbH in Höhe von TEUR 257.800 (Vorjahr TEUR 173.937) vollständig an die freenet abgeführt.

E. Sonstige Angaben

20. Geschäftsführung und Mitarbeiter

Als Geschäftsführer waren bestellt:

 

Ingo Arnold, Hamburg, Finanzvorstand (CFO) der freenet AG

 

Rickmann von Platen, Hamburg, Vorstand Partnerbeziehungen (CCO) der freenet AG

 

Antonius Fromme, Hamburg, Vorstand Kunde (CCE) der freenet AG

Die Geschäftsführer haben im Geschäftsjahr keine Bezüge von der Gesellschaft erhalten.

Im Geschäftsjahr 2022 waren durchschnittlich 848 (Vorjahr 911) Angestellte und 12 (Vorjahr 8) leitende Angestellte (ohne Geschäftsführung) bei der fn DLS GmbH beschäftigt. Zudem befanden sich durchschnittlich 43 (Vorjahr 52) Mitarbeiter in der Berufsausbildung.

21. Aufsichtsrat

Stephan Esch, Mitglied des Vorstands der freenet AG, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Nicole Engenhardt-Gillé, Vorstand Human Resources der freenet AG seit 1. Januar 2023

Andreas Jürgensen, Leiter IT-Infrastruktur

Andreas Haack, Servicemanager IT, (Arbeitnehmervertreter), stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats

Svetlana Gussew, Mitarbeiterin IT Bereich Abrechnung und Backend, (Arbeitnehmervertreterin)

Nicolas Tetau, Bereichsleiter IT für ERP und Commerce, Geschäftsführer freenet Cityline GmbH, 01019 GmbH, 01024 GmbH, 01050.com GmbH

22. Gesamtbezüge des Aufsichtsrates

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates betrugen wie im Vorjahr TEUR 5.

23. Angaben zum Anteilsbesitz

Der Anteilsbesitz der Gesellschaft gemäß § 285 Nr. 11 HGB, soweit nicht von untergeordneter Bedeutung gemäß § 286 Abs. 3 Nr. 1 HGB, gliedert sich wie folgt:

Eigenkapital zum 31.12.2022
TEUR
Ergebnis des Geschäftsjahres
TEUR
Anteil am Kapital
%
Stanniol GmbH für IT & PR, Oberkrämer1) 25 -1 100
klarmobil GmbH, Hamburg1) 74 74.677 100
callmobile GmbH, Hamburg1) 6.644 1.904 100
freenet Shop GmbH, Oberkrämer1) 15.029 1.205 100
GRAVIS- Computervertriebsgesellschaft mbH, Berlin1) 6.821 -3.274 100
Taunus Beteiligungs GmbH, Köln1) 40.752 22.415 100
MEDIA BROADCAST GmbH, Köln2) 163.098 28.920 100
freenet Shopping GmbH, Hamburg1) 25 -1 100
The Cloud Networks Germany GmbH, München1) 7.034 57 100
The Cloud Networks Nordic AB, Stockholm 864 434 100

1) Ergebnis vor Gewinnabführung bzw. Verlustübernahme an bzw. durch die fn DLS GmbH

2) Ergebnis vor Gewinnabführung an die Taunus Beteiligungs GmbH

24. Angaben zum Mutterunternehmen und Konzernabschluss

Muttergesellschaft der fn DLS GmbH ist die freenet. Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Muttergesellschaft einbezogen. Diese stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Konsolidierungskreis auf. Aufgrund der Einbeziehung in den Konzernabschluss der freenet ist die fn DLS GmbH von der Aufstellung eines eigenen Konzernabschlusses befreit. Der Konzernabschluss ist nach § 325 HGB beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers einzureichen und im Bundesanzeiger elektronisch bekannt zu machen. Als verbundene Unternehmen werden die Unternehmen angesehen, die in den Konzernabschluss der freenet einbezogen werden. Der Konzernabschluss der freenet ist am Sitz der Gesellschaft, Hollerstraße 126, 24782 Büdelsdorf erhältlich.

Von der Befreiungsvorschrift des § 291 HGB hinsichtlich der Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts wird Gebrauch gemacht. Die Unterschiede zu den nach deutschem Recht geltenden Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden und dem nach den zum Abschlussstichtag in den EU anzuwendenden Vorschriften der Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS) erstellten Konzernabschluss der freenet AG, Büdelsdorf, betreffen im Wesentlichen folgende Sachverhalte:

Abweichungen im Ansatz und der Bewertung der Umsatzerlöse aus Kundenverträgen: Nach IFRS 15 ist das vereinbarte Entgelt (Transaktionspreis) für die einzelnen Leistungsverpflichtungen gesamtheitlich zu ermitteln und den separaten Leistungsverpflichtungen auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise zuzuordnen. Schließlich ist für jede identifizierte Leistungsverpflichtung Umsatz zu erfassen, sobald die Leistungsverpflichtung durch Übertragung eines zugesagten Gutes oder einer zugesagten Dienstleistung (Vermögenswert) auf den Kunden erfüllt wurde. Als übertragen gilt ein Vermögenswert, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über diesen erlangt hat. Hierbei wird zwischen zeitpunktbezogener Erfüllung von Leistungsverpflichtungen (z. B. Lieferung einer Mobilfunk-Hardware) und zeitraumbezogener Erfüllung von Leistungsverpflichtungen (z. B. Erbringung von Mobilfunkdienstleistungen über 24 Monate) differenziert. Nach den Regelungen des IFRS 15 zur Ertragsrealisierung entspricht die Umsatzerfassung in vielen Fällen - insbesondere bei sogenannten Mehrkomponentenverträgen mit mehreren unterschiedlichen Vertragsleistungen - nicht dem Rechnungsbetrag an den Kunden, sodass sich unter anderem Änderungen hinsichtlich der Höhe und des Zeitpunkts der Umsatzrealisierung sowie Umsatzanpassungen aufgrund von Vertragsmodifikationen ergeben können.

Abweichungen im Ansatz, der Bewertung und im Ausweis der Umsatzerlöse aus Provisionen von Netzbetreibern: Nach den Regelungen der IFRS werden Provisionserlöse und Boni nicht bei Anfall sofort und vollständig als Umsatzerlöse erfasst, sondern reduzieren den Materialaufwand. Dabei wird der überwiegende Teil über einen Zeitraum von 24 Monaten verteilt, während ein geringer Anteil im anfallenden Geschäftsjahr und vollständig den Materialaufwand mindert.

Abweichungen im Ansatz und der Bewertung von Provisionsaufwendungen aus der Vermittlung von Kundenverträgen: Nach IFRS 15 besteht die Verpflichtung, Vertragserlangungskosten (Kundengewinnungs- sowie Kundenbindungskosten - größtenteils bestehend aus gezahlten Händlerprovisionen) zu aktivieren und über die Laufzeit des jeweiligen Vertrags zu amortisieren.

Abweichungen in der Bewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Nach IFRS 9 ist bereits bei der Einbuchung ein erwarteter Verlust der Forderungen zu erfassen (Expected Credit-Loss-Modell).

Abweichungen im Ansatz und der Bewertung von Aufwendungen aus Leasingverhältnissen: Nach IFRS 16 sind für die Zahlungsverpflichtungen aus eingegangenen Leasing- und Mietverpflichtungen (im Wesentlichen Standortmieten und KFZ-Leasing) Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten zu bilanzieren, die unter Anwendung laufzeitspezifischer Grenzfremdkapitalzinssätze ermittelt werden. Das Nutzungsrecht wird über die Laufzeit amortisiert, deren Ausweis in den Abschreibungen erfolgt. Die Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt über das Finanzergebnis.

Die IFRS-Anpassungen sind ausschließlich für den Konzernabschluss relevant und finden im Einzelabschluss der Gesellschaft keinen Niederschlag.

25. Abschlussprüferhonorar

Auf die Angabe des Abschlussprüferhonorars gemäß § 285 Nr. 17 HGB wird verzichtet, weil diese Information im Konzernabschluss der freenet enthalten ist.

26. Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag haben sich keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung ergeben.

 

Büdelsdorf, den 09. März 2023

freenet DLS GmbH

Ingo Arnold

Rickmann von Platen

Antonius Fromme

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die freenet DLS GmbH, Büdelsdorf

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der freenet DLS GmbH, Büdelsdorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der freenet DLS GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufstichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufstichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 10. März 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Niklas Wilke, Wirtschaftsprüfer

ppa. Harald van Voorst, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2022 wurde am 27.04.2023 festgestellt.

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