EnerNOC GmbH
37mBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Alexander Schmid seit 9.12.2016 | Geschäftsführer |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Nemetschek SEMünchenJahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018NEMETSCHEK GROUPBuilding Software -Empowering The Entire AEC LifecycleGESCHÄFTSBERICHT 2018Bericht des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2018der Nemetschek SEDer Aufsichtsrat der Nemetschek SE hat sich im Geschäftsjahr 2018 ausführlich mit der Lage und Entwicklung der Unternehmensgruppe befasst. Während des Geschäftsjahres hat das Gremium den Vorstand überwacht, eng begleitet, in wichtigen Fragen beraten sowie die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Konstruktive Beratungen zwischen Aufsichtsrat und VorstandDie Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand verlief stets konstruktiv und war von offenen und vertrauensvollen Diskussionen geprägt. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah, umfassend sowohl schriftlich als auch mündlich über alle relevanten Themen zur Unternehmensentwicklung und -strategie. Ausführlich wurden die damit verbundenen Chancen und Risiken, die Unternehmensplanung sowie die Entwicklung von Umsatz, Ergebnis und Liquidität erörtert. Des Weiteren hat sich der Aufsichtsrat über geplante und laufende Investitionen, die Erfüllung der Planungen der Gruppe, der Segmente und der einzelnen Marken sowie über das Risikomanagement und die Compliance informiert. Die Entwicklungen in den jeweiligen Berichtsquartalen, die kurz- und mittelfristigen Perspektiven sowie die langfristige Wachstums- und Ertragsstrategie hat der Aufsichtsrat intern mit dem Vorstand regelmäßig und intensiv diskutiert. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der Geschäftsentwicklung von der Planung. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eng eingebunden. Auch außerhalb der turnusgemäßen Zusammenkünfte standen Aufsichtsrat und Vorstand in engem Kontakt. Auf der Basis der Vorstandsberichte hat der Aufsichtsrat die Arbeit des Vorstands begleitet und über zustimmungsbedürftige Vorhaben entschieden. Auf der Grundlage der ausführlichen Informationen durch den Vorstand sowie eigenständiger Prüfungen konnte der Aufsichtsrat seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion jederzeit vollumfänglich nachkommen. Sitzungen und SchwerpunkteIm Geschäftsjahr 2018 fanden insgesamt vier ordentliche Aufsichtsratssitzungen statt (März, Juli, Oktober, Dezember), in denen der Vorstand den Aufsichtsrat über die wirtschaftliche Lage und die Geschäftsentwicklung informierte. In allen Sitzungen war der Aufsichtsrat vollständig vertreten. Über die Sitzungen hinaus gab es weitere Beschlussfassungen zu aktuellen Themen im schriftlichen Umlaufverfahren. Aufgrund seiner Besetzung mit drei bzw. vier Mitgliedern hat der Aufsichtsrat keine Ausschüsse gebildet. Im Mittelpunkt der Beratungen standen insbesondere die weitere Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit, potenzielle Akquisitionsziele, strategische Projekte auf Holding- und Markenebene sowie die Weiterentwicklung des Lösungsportfolios der Gruppe. Zu den jeweiligen Markengesellschaften hat der Aufsichtsrat detaillierte Berichte erhalten und diskutiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den jeweiligen Jahreszielen wurden ausführlich in den Aufsichtsratssitzungen erörtert und analysiert. Der Vorstand präsentierte die Strategie für Akquisitionen und konkrete Vorhaben und stimmte sie eng mit dem Aufsichtsrat ab. In den Sitzungen wurden insbesondere folgende Schwerpunkte erörtert:
Besetzung von Vorstand und AufsichtsratIm dreiköpfigen Vorstand der Nemetschek SE gab es im Berichtsjahr 2018 keine personellen Änderungen. Zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres hat der Aufsichtsrat eine neue Vorstandsstruktur mit stärkerem Segmentfokus etabliert. Damit wird der strategischen Ausrichtung der Nemetschek Group Rechnung getragen, die Kompetenzen der Markengesellschaften noch stärker in den kundenorientierten Segmenten der AEC-Industrie zu bündeln. Zudem wird eine engere Verzahnung zwischen Holding und den strategieleitenden Segmenten mit den jeweiligen operativen Marken hergestellt. Der Vorstand besteht aktuell aus den folgenden drei Mitgliedern:
Sean Flaherty, der über 18 Jahre im Konzern und in den vergangenen fünf Jahren als Strategievorstand der Nemetschek SE tätig war, hat auf eigenen Wunsch das Unternehmen Ende 2018 verlassen. An dieser Stelle möchte sich der Aufsichtsrat bei Sean Flaherty für seine hervorragenden Leistungen, sein langjähriges Engagement und seinen äußerst wertvollen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung der Nemetschek Group bedanken. Zudem wurde der Aufsichtsrat von 3 Mitgliedern auf 4 Mitglieder erweitert. Mit einer Zustimmungsrate von 99,72 % wurde Bill Krouch von der Hauptversammlung am 30. Mai 2018 in den Aufsichtsrat gewählt. Bill Krouch, Unternehmer mit Sitz in den USA, ist das erste außereuropäische Mitglied im Aufsichtsrat und wird Nemetschek insbesondere bei der weiteren internationalen Expansion, vor allem in der Wachstumsregion USA, unterstützen. Der Aufsichtsrat besteht seitdem aus den folgenden vier Mitgliedern:
Jahres- und KonzernabschlussprüfungDie Hauptversammlung hat am 30. Mai 2018 für die Prüfung des Einzelabschlusses und des Konzernabschlusses 2018 sowie des dazugehörigen zusammengefassten Lageberichts die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, gewählt. Der Aufsichtsrat hat sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers überzeugt und eine schriftliche Erklärung des Abschlussprüfers eingeholt. Der vom Vorstand nach den Grundsätzen des Handelsgesetzbuches aufgestellte Jahresabschluss der Nemetschek SE für das Geschäftsjahr 2018 sowie der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellte Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für die Nemetschek SE und den Konzern für das Geschäftsjahr 2018 wurden von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die genannten Abschlussunterlagen der SE, des Konzerns und der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen allen Aufsichtsratsmitgliedern mit ausreichender Frist vor der Bilanzsitzung am 21. März 2019 vor. An der Sitzung nahm der Abschlussprüfer teil, berichtete ausführlich über seine Prüfungen und seine wesentlichen Prüfungsergebnisse, erläuterte den Prüfungsbericht und beantwortete alle Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Der Aufsichtsrat hat unter Berücksichtigung der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht für die Nemetschek SE und den Konzern seinerseits geprüft und sich der Richtigkeit und der Vollständigkeit der tatsächlichen Angaben vergewissert. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen und festgestellt, dass keine Einwendungen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss 2018 der Nemetschek SE auf der Bilanzsitzung vom 21. März 2019 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss 2018 im Sinne von § 172 AktG festgestellt. Berichterstattung zur NachhaltigkeitDie Nemetschek SE hat ihre nicht finanzielle Erklärung in den Lagebericht integriert. Der Aufsichtsrat hat die nicht finanzielle Erklärung geprüft und ist nach eigener Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass die nicht finanzielle Erklärung zu keinen Einwendungen Anlass gibt. InteressenkonflikteIm Berichtsjahr traten keine Interessenkonflikte von Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern auf. Corporate GovernanceDer Aufsichtsrat hat sich auch im Geschäftsjahr 2018 fortwährend mit den Grundsätzen guter Unternehmensführung auseinandergesetzt. Im März 2019 gaben Aufsichtsrat und Vorstand eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG ab und machten sie den Aktionären auf der Website der Nemetschek Group dauerhaft zugänglich. Die Nemetschek SE entspricht den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß der im April 2017 im Bundesanzeiger veröffentlichten Fassung des Kodex mit Ausnahme der in der Entsprechenserklärung aufgeführten und begründeten Abweichungen. Details zu diesem Thema sind im Geschäftsbericht im Kapitel "Corporate Governance" zu finden sowie auf der Website unter https://ir.nemetschek.com/websites/nemetschek/German/0/investor-relations.html. Dank für engagierte LeistungenDie Nemetschek Group hat im Geschäftsjahr 2018 erneut ein erfolgreiches Jahr mit einem prozentual zweistelligen Umsatzwachstum bei hoher Profitabilität erzielt und ihre gesteckten Ziele erreicht. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit für ihre erfolgreiche Arbeit und ihren persönlichen Einsatz. Zugleich spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand und den Geschäftsführern aller Marken seine Anerkennung und hohe Wertschätzung für ihre hervorragenden Leistungen aus.
München, 21. März 2019 Kurt Dobitsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats Nemetschek am KapitalmarktBörsenjahr 2018Die Kursentwicklung an den globalen Aktienmärkten wurde im Jahr 2018 durch eingetrübte Konjunkturaussichten und politische Unsicherheiten bestimmt. Dazu zählten unter anderem der Handelsstreit zwischen den USA und China, die Unsicherheiten über die weiteren Brexit-Verhandlungen sowie der geldpolitische Kurs der US-Notenbank. Insgesamt war die Wertentwicklung der globalen Aktienindizes im Börsenjahr 2018 rückläufig. Der MSCI World verlor im Jahresverlauf rund 10 % an Wert, der Dow Jones rund 6 %. Auch die deutschen Indizes mussten zum Teil starke Verluste hinnehmen: Der deutsche Leitindex DAX verlor auf Jahresbasis 18,3 % an Wert, der MDAX 17,6 %. Der TecDAX, in dem die 30 größten Technologiewerte enthalten sind, verbuchte hingegen ein geringeres Minus von 3,1 %. Nemetschek Aktie mit positiver Kursentwicklung trotz rückläufiger AktienmärkteDie Nemetschek Aktie konnte der rückläufigen Entwicklung an den Aktienmärkten trotzen und 2018 an Wert gewinnen. Mit einem Kurs von 74,84 Euro zum Jahresende 2017 startete die Aktie in das neue Börsenjahr. Im ersten Quartal entwickelte sie sich analog zu den deutschen Aktienmärkten relativ volatil und seitwärts und verzeichnete am 9. Februar 2018 mit 71,88 Euro den Jahrestiefststand - 4 % seit Jahresbeginn). Im Anschluss daran konnte sich das Papier von der Gesamtmarktentwicklung abkoppeln und bis Mitte September eine sehr positive Entwicklung verzeichnen. Ende März wurden die Jahreszahlen 2017 und die Prognose für 2018 veröffentlicht und mit der Vision 2020 erstmals eine Mittelfristprognose abgegeben, die einen Konzernumsatz von mehr als 600 Mio. Euro bei einer weiterhin stabilen EBITDA-Marge von 25 % bis 27 % vorsieht. Positive Zahlen für das erste Quartal, die Ende April veröffentlicht wurden, der Anstieg der Dividende zur Hauptversammlung Anfang Juni, ein starkes zweites Quartal, dessen Ergebnisse Ende Juli veröffentlicht wurden, sowie die Ende August erfolgte Akquisition der Marke Spacewell im Segment Nutzen waren weitere Ereignisse, die Einfluss auf die Kursentwicklung gehabt haben dürfen. Den Jahreshöchstkurs von 153,40 Euro erreichte die Aktie am 18. September 2018, ein Plus von mehr als 100 % seit Jahresbeginn. Nach einer leichten Erholung bis Mitte Juni wurde der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten durch ein erneutes Aufflammen des Handelsstreits sowie durch negative politische und geldpolitische Nachrichten gestoppt. Unter dem Einfluss der vielfältigen Unsicherheitsfaktoren sowie einiger Gewinnwarnungen großer Konzerne fielen die Kurse bis zum Jahresende auf breiter Front in eine kontinuierliche Abwärtsbewegung. Die Nemetschek Aktie schloss das Geschäftsjahr bei einem Kurs von 95,75 Euro ab. Trotz des starken Kursrückgangs im letzten Quartal 2018 konnte die Aktie im Jahresverlauf ein Plus von insgesamt 27,9 % verbuchen und sich damit besser als die Vergleichsindizes entwickeln. Rendite und MarktkapitalisierungInklusive der im Mai 2018 ausgeschütteten Dividende der Nemetschek SE in Höhe von 0,75 Euro pro Aktie ergibt sich für 2018 eine Gesamtrendite für die Aktie von 28,9 %. Entsprechend der positiven Kursentwicklung erhöhte sich die Marktkapitalisierung der Nemetschek SE von 2,88 Mrd. Euro per 31. Dezember 2017 auf 3,69 Mrd. Euro zum Ende des Berichtsjahres. Dies entspricht einem Wertzuwachs von über 800 Mio. Euro. Marktentwicklung im laufenden GeschäftsjahrAnfang des Jahres 2019 kam es zu einer Erholung der Aktienmärkte, auch wenn sich die grundsätzlichen politischen und geldpolitischen Themen nicht wesentlich veränderten. Die Nemetschek Aktie gewann bis Ende Februar deutlich an Wert und schloss den Februar mit einem Kurs von 128,40 Euro ab. Neben einem positiven Marktumfeld dürfte diese positive Entwicklung auch auf die Veröffentlichung einer weiteren Akquisition im Segment Nutzen Mitte Januar sowie die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 zurückzuführen sein. Nemetschek im MDAXZum 24. September 2018 wurde die Nemetschek Aktie aufgrund der Indexumstellung der Deutschen Börse neben der Notierung im TecDAX zusätzlich erstmals in den MDAX aufgenommen. Im Ranking der Deutschen Börse wurde Nemetschek zum 31. Dezember 2018 bei der Marktkapitalisierung (bezogen auf den Streubesitz) im MDAX auf Rang 78 und im TecDAX auf Rang 16 geführt (Vorjahr: Rang 17). Im Geschäftsjahr 2018 wurden über das elektronische Handelssystem Xetra täglich durchschnittlich 73.641 Aktien und damit deutlich mehr als im Vorjahr (52.035 Aktien) gehandelt. Der durchschnittliche tägliche Umsatz auf Xetra erhöhte sich entsprechend von 3,23 Mio. Euro im Jahr 2017 auf 7,99 Mio. Euro im Jahr 2018. Beim Börsenumsatz erreichte Nemetschek im MDAX-Ranking Platz 85 und im TecDAX-Ranking Platz 19 (Vorjahr: Platz 21). KURSVERLAUF DER NEMETSCHEK AKTIE IM JAHR 2018 IM VERGLEICH ZUM DAX, MDAX UND TECDAX (INDEXIERT)
Hauptversammlung beschließt Dividendenanhebung für 2017Auf der ordentlichen Hauptversammlung der Nemetschek SE am 30. Mai 2018 in München stimmten die Anteilseigner der Gesellschaft allen Tagesordnungspunkten mit großer Mehrheit zu, darunter auch der Wahl des vierten Aufsichtsratsmitglieds Bill Krouch. Für das Geschäftsjahr 2017 wurde eine Dividende in Höhe von 0,75 Euro je Aktie beschlossen, eine Erhöhung zum Vorjahr (0,65 Euro je Aktie) um rund 15 %. Mit der Erhöhung der Dividende trug die Gesellschaft der sehr positiven Geschäftsentwicklung im Jahr 2017 Rechnung. Bei 38,5 Millionen dividendenberechtigten Aktien stieg die Ausschüttungssumme auf 28,88 Mio. Euro (Vorjahr: 25,03 Mio. Euro). Die Ausschüttungsquote für das Geschäftsjahr 2017 lag damit - bezogen auf den operativen Cashflow in Höhe von 97,42 Mio. Euro -bei rund 30%, und damit am oberen Ende der definierten Zielspanne von 25% bis 30%. Dividendenvorschlag für 2018: 0,81 Euro je AktieDie Nemetschek Group verfolgt eine nachhaltige Dividendenpolitik und möchte ihre Aktionäre am Erfolg des Unternehmens teilhaben lassen. Für das Geschäftsjahr 2018 schlagen Aufsichtsrat und Vorstand der Hauptversammlung am 28. Mai 2019 deshalb eine auf 0,81 Euro je Aktie erhöhte Dividende vor (Vorjahr: 0,75 Euro je Aktie). Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Hauptversammlung entspräche dies einer Anhebung der Dividende um 8%. Das wäre die sechste Dividendenanhebung in Folge. Die Ausschüttungssumme würde auf 31,19 Mio. Euro steigen (Vorjahr: 28,88 Mio. Euro). Die Ausschüttungsquote für das Geschäftsjahr 2018 läge damit - bezogen auf den operativen Cashflow in Höhe von 99,75 Mio. Euro - bei rund 31 %. DIVIDENDE PRO AKTIE UND AUSSCHÜTTUNGSSUMME IM JAHRESVERGLEICH
* Vorschlag an die Hauptversammlung am 28. Mai
2019.
AktionärsstrukturDas Grundkapital der Nemetschek SE belief sich zum 31. Dezember 2018 unverändert auf 38.500.000 Euro und war eingeteilt in 38.500.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Der Streubesitz lag zum 31. Dezember 2018 bei 46,9 %. Er verteilte sich auf eine regional breit diversifizierte Anlegerstruktur mit einem hohen Anteil internationaler Investoren, vorrangig aus den USA, Frankreich, Großbritannien, der Schweiz und Skandinavien. Größter Anteilseigner der Gesellschaft ist weiterhin die Nemetschek Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG mit einem Anteil von 48,4% (18.622.928 Aktien). Darüber hinaus werden 4,7% (1.810.000 Aktien) von Herrn Prof. Georg Nemetschek direkt gehalten. Für die von der Nemetschek Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG gehaltenen Aktien sowie die von Herrn Prof. Georg Nemetschek direkt gehaltenen Aktien besteht zwischen der KG und Herrn Prof. Georg Nemetschek unverändert ein Poolvertrag, um dauerhaft eine stabile Aktionärsstruktur zu sichern. AKTIONÄRSSTRUKTUR *
* Unmittelbarer Aktienbesitz zum 31. Dezember
2018,
Research-CoverageDie Nemetschek Group wird von 12 Analysten verschiedener Banken und Researchuntemehmen begleitet, die regelmäßig Studien und Kommentare zur aktuellen Entwicklung des Unternehmens veröffentlichen. Mit allen Instituten steht Nemetschek in einem regelmäßigen und konstruktiven Dialog, der im vergangenen Geschäftsjahr durch Besuche von Analysten am Unternehmenssitz, verschiedene Konferenzen und gemeinsame Roadshows intensiviert wurde. Die aktuellen Kursziele der jeweiligen Analysten sind auf der Unternehmenswebsite unter https:// ir.nemetschek.com/websites/nemetschek/German/1400/analysten.html zu finden. Umfassende Kommunikation mit dem KapitalmarktDer Anspruch der Nemetschek SE ist es, eine offene und verlässliche Kommunikation mit allen Stakeholdern zu führen. Mit einem kontinuierlichen und zeitnahen Dialog soll die Transparenz erhöht und das Vertrauen in die Nemetschek Group gestärkt werden. Auch im Geschäftsjahr 2018 gab es zahlreiche Kontakte zu bestehenden und potenziellen Investoren. In Einzelgesprächen, auf Roadshows und Investorenkonferenzen vorwiegend an Finanzzentren in Europa und Nordamerika informierte der Vorstand über die wirtschaftliche Situation, die Unternehmensstrategie und die Zukunftsaussichten des Konzerns. Darüber hinaus nutzten zahlreiche Investoren die Möglichkeit, sich bei einem Besuch des Konzernsitzes in München ein Bild über das Unternehmen zu machen. Ein besonderes Highlight des Jahres 2018 war der zum ersten Mal stattfindende Capital Markets' Day in Frankfurt. An dem Event nahmen über 50 Finanzanalysten und Investoren teil. Neben dem Sprecher des Vorstands Patrik Heider informierten erstmals auch die weiteren Vorstände und CEOs einzelner Marken über das Marktpotenzial, die starke Positionierung, den Kundenzugang und die jeweiligen Kompetenzen in den vier Segmenten und gaben einen strategischen Ausblick. Anlässlich der Veröffentlichung der Jahres-, Halbjahres- und Quartalsergebnisse wurden zudem Telefonkonferenzen veranstaltet, in denen der Vorstand über die vergangene und zukünftige Geschäftsentwicklung berichtete und sich den Fragen der Analysten und Investoren stellte. AKTIENKENNZAHLEN
* Vorschlag an die Hauptversammlung am 28. Mai
2019.
Corporate GovernanceAngesichts der Tatsache, dass Nemetschek ein weltweit agierender Konzern mit einer internationalen Aktionärsstruktur ist, legen Vorstand und Aufsichtsrat besonderen Wert auf eine verantwortungsbewusste, transparente Führung und Kontrolle des Unternehmens, die auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtet ist. Ein zentraler Bestandteil dafür ist eine gute Corporate Governance. Eine offene und transparente Unternehmenskommunikation, Achtung der Aktionärsinteressen, vorausschauender Umgang mit Chancen und Risiken sowie eine effiziente und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat sind wesentliche Aspekte einer guten Corporate Governance. Letztere fördert das Vertrauen von Aktionären, Geschäftspartnern, Mitarbeitern und der breiten Öffentlichkeit in die Nemetschek Group. Gleichzeitig sind diese Grundsätze wichtige Orientierungsstandards für beide Gremien. Vorstand und Aufsichtsrat berichten im Folgenden gemeinsam über die Corporate Governance bei der Nemetschek SE gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex. Führungs- und UnternehmensstrukturDie Nemetschek SE hat eine zweigeteilte Leitungs- und Überwachungsstruktur mit den beiden Organen Vorstand und Aufsichtsrat. DUALES LEITUNGSSYSTEM DER NEMETSCHEK SE
VorstandDie personelle Zusammensetzung war 2018 gegenüber dem Vorjahr unverändert, der Vorstand bestand aus drei Mitgliedern. Zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres hat der Aufsichtsrat eine neue Vorstandsstruktur mit stärkerem Segmentfokus etabliert. Damit wird der strategischen Ausrichtung der Nemetschek Group Rechnung getragen, die Kompetenzen der Markengesellschaften noch stärker in den kundenorientierten Segmenten der AEC-Industrie zu bündeln. Zudem wird eine engere Verzahnung zwischen Holding und den strategieleitenden Segmenten mit den jeweiligen operativen Marken hergestellt. Der Vorstand besteht nach Einführung der neuen Vorstandsstruktur aus den folgenden drei Mitgliedern:
Sean Flaherty, der über 18 Jahre im Konzern und in den vergangenen fünf Jahren als Strategievorstand der Nemetschek SE tätig war, hat auf eigenen Wunsch das Unternehmen Ende 2018 verlassen. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Im Einklang mit den Unternehmensinteressen nimmt er seine Führungsaufgabe wahr mit dem Ziel, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Der Vorstand beschließt über alle Angelegenheiten, die von besonderer Bedeutung und Tragweite für die Gesellschaft oder ihre Tochterunternehmen sind. In alle Entscheidungen, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens wesentlich beeinflussen können, wird der Aufsichtsrat rechtzeitig miteinbezogen und vollumfänglich in Kenntnis gesetzt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle relevanten Themen bezüglich der Geschäftsentwicklung, der Unternehmensplanung, der strategischen Ausrichtung, des Chancen- und Risikomanagements und der Compliance. Bei Akquisitionsvorhaben informiert der Vorstand frühzeitig und detailliert über den Projektfortschritt und -status und stimmt den Akquisitions- und Integrationsprozess eng mit dem Aufsichtsrat ab. AufsichtsratIm Berichtsjahr wurde der Aufsichtsrat von drei Mitgliedern auf vier Mitglieder erweitert. Bill Krouch wurde von der Hauptversammlung am 30. Mai 2018 in den Aufsichtsrat gewählt. Bill Krouch, Unternehmer mit Sitz in den USA, ist das erste außereuropäische Mitglied im Aufsichtsrat und wird Nemetschek insbesondere bei der weiteren internationalen Expansion, vor allem in der Wachstumsregion USA, unterstützen. Der Aufsichtsrat besteht seitdem aus den folgenden vier Mitgliedern:
Der Aufsichtsrat steht dem Vorstand beratend zur Seite, überwacht ihn bei der Führung des Unternehmens und prüft alle bedeutenden Geschäftsvorfälle durch Einsichtnahme in die betreffenden Unterlagen auf der Grundlage der Verordnung (EG) Nr. 2157/2001 des Rates über das Statut der Europäischen Gesellschaft (SE-VO), des SE-Ausführungsgesetzes (SEAG), des Aktiengesetzes, der Satzung der Gesellschaft und der Geschäftsordnung für den Vorstand. Auch außerhalb der regelmäßigen Aufsichtsratssitzungen wird der Aufsichtsrat durch den Vorstand über die Lage der einzelnen Marken und der Gruppe und die wesentlichen Entwicklungen informiert. So kann er das operative Geschäft auf einer angemessenen Informationsgrundlage mit Rat und Empfehlungen begleiten. Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung gewählt. Die Wahl des Aufsichtsrats entspricht den Empfehlungen des Corporate Governance Kodex; alle Aufsichtsratsmitglieder werden einzeln gewählt. Die Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat bestellt. Grundsätzlich gilt für die Nemetschek SE, dass bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern ebenso wie bei der Besetzung von Führungspositionen Qualifikation und Eignung der Kandidaten die maßgeblichen Kriterien sind, unabhängig vom Geschlecht. Mit dem Prinzip der rein qualifikationsbezogenen Neutralität ist die Nemetschek SE überzeugt, dem Unternehmenswohl am ehesten gerecht zu werden. In der Geschäftsordnung für den Vorstand legt der Aufsichtsrat einen Katalog zustimmungsbedürftiger Geschäfte sowie einen Geschäftsverteilungsplan fest. Der Aufsichtsrat agiert auf der Basis einer eigenen Geschäftsordnung. Des Weiteren stellt der Aufsichtsrat den Jahresabschluss fest und billigt den Konzernabschluss. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erläutert jedes Jahr die Tätigkeiten des Aufsichtsrats in seinem Bericht an die Aktionäre als Teil des Geschäftsberichts. Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex gibt es seit März 2017 ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat soll demnach so zusammengesetzt sein, dass seine Mitglieder in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor vertraut sind, in dem die Gesellschaft tätig ist. Die Mitglieder sollen über die Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlich sind. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats und unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur der Nemetschek SE sind alle Mitglieder des Aufsichtsrats unabhängig im Sinne von Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex, d. h., kein Mitglied des Aufsichtsrats steht in einer persönlichen oder geschäftlichen Beziehung zur Nemetschek SE oder zu deren Konzernunternehmen, den Organen der Nemetschek SE oder einem kontrollierenden Aktionär der Nemetschek SE, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann. Zur Selbstbeurteilung führt der Aufsichtsrat regelmäßig Effizienzprüfungen durch. Zusätzliche Informationen zu Vorstand und Aufsichtsrat, insbesondere zu deren Arbeitsweisen und zu den von den Mitgliedern wahrgenommenen weiteren Mandaten, finden Sie im Bericht des Aufsichtsrats, im Konzernanhang sowie im Lagebericht unter "Bericht zur Unternehmenssteuerung und Erklärung zur Unternehmensführung". Vergütung von Vorstand und AufsichtsratGemäß den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex weist die Nemetschek SE bereits seit Längerem die Vergütung aller Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats individualisiert aus. Die Vorstandsvergütung setzt sich aus einer Festvergütung zuzüglich üblicher Nebenleistungen wie Kranken- und Pflegeversicherung sowie Dienstwagen und einer variablen, erfolgsabhängigen Vergütung zusammen. Die variable Vergütung hat eine kurzfristige und eine langfristige Komponente. Die kurzfristige erfolgsabhängige (variable) Vergütung hängt im Wesentlichen von erreichten Unternehmenszielen (Umsatz, EBITA und Ergebnis je Aktie) ab, die zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres zwischen Aufsichtsrat und Vorstand vereinbart werden. Im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensführung und entsprechend den gesetzlichen Vorgaben beinhaltet das Vorstandsvergütungssystem zudem eine langfristige variable Komponente, auch Long-Term-Incentive-Plan (LTIP) genannt. Deren Höhe und Auszahlung hängt vom Erreichen festgelegter Ziele für Umsatz, operatives Ergebnis sowie Ergebnis je Aktie sowie von vorab definierten strategischen Projektzielen ab. Die hierfür zu betrachtende Periode beträgt jeweils drei Geschäftsjahre. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten gemäß den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex eine feste Vergütung. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des testierten Konzernabschlusses. Dort werden die Grundsätze der Vergütungssysteme für den Vorstand und für den Aufsichtsrat detailliert beschrieben sowie die Vergütung individualisiert offengelegt. Compliance sowie Chancen- und RisikomanagementZu den Grundsätzen einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung gehört ein kontinuierliches und verantwortungsbewusstes Abwägen von Chancen und Risiken. Ziel des Chancen- und Risikomanagements ist es, eine Strategie zu erarbeiten und Ziele festzulegen, die eine ausgewogene Balance zwischen Wachstums- und Renditezielen einerseits und den damit verbundenen Risiken andererseits schaffen. Details zum Chancen- und Risikomanagementsystem der Nemetschek Group sind dem Lagebericht zu entnehmen. ComplianceDie Übereinstimmung der Geschäftsaktivitäten mit allen maßgeblichen Gesetzen und Normen sowie mit den unternehmensinternen Grundsätzen ist eine Grundvoraussetzung für nachhaltig erfolgreiches Wirtschaften. Der Erfolg der Nemetschek Group beruht daher nicht allein auf einer guten Geschäftspolitik, sondern auch auf wirtschaftsethischer Integrität, Vertrauen und dem offenen und fairen Umgang mit Mitarbeitern, Kunden, Geschäftspartnern, Aktionären und sonstigen Stakeholdern. Compliance-Kultur und ZieleCompliance ist bei der Nemetschek Group seit jeher wichtiger Bestandteil der Risikoprävention und in der Unternehmenskultur verankert. Ziel dabei ist es, im Hinblick auf alle relevanten Gesetze und Normen, internationale Standards und interne Richtlinien stets regelkonform zu handeln. Die Nemetschek Group verfolgt dabei einen präventiven Compliance-Ansatz und strebt eine Unternehmenskultur an, die die Belegschaft sensibilisiert und aufklärt, um so potenzielle Regelverstöße bereits im Vorhinein zu verhindern. Vorstand und Führungskräfte tragen hierbei eine besondere Verantwortung. Sie sind Vorbilder und daher dazu angehalten, in ihrem Verantwortungsbereich für die Einhaltung von Compliance-Vorgaben zu sorgen, die Erwartungshaltung an jeden Mitarbeiter klar zu kommunizieren und selbst ein regelkonformes und ethisches Verhalten im Sinne der Compliance konsequent vorzuleben. Compliance-OrganisationDie Compliance-Aktivitäten sind eng mit dem Risikomanagement und dem internen Kontrollsystem verzahnt. Der Bereich Corporate Audit & Compliance steuert gruppenweit die Compliance-Aktivitäten. Hierbei stehen die Schaffung von geeigneten Strukturen und Prozessen sowie die Unterstützung zur effizienten Umsetzung von Compliance-Maßnahmen im Mittelpunkt der Aktivitäten. Darüber hinaus steht der Bereich Corporate Audit & Compliance als Ansprechpartner bei Einzelfragen aus der Organisation zur Verfügung. Es besteht eine direkte Berichtslinie zum CFOO der Nemetschek Group. Compliance-Programm und KommunikationDie Compliance-Strukturen und Maßnahmen zur Sicherstellung der Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien und ethischen Grundsätzen werden konsequent an der Risikolage der Nemetschek Group ausgerichtet und kontinuierlich weiterentwickelt. Ausgangspunkt für die Compliance-Aktivitäten bildet der für alle Mitarbeiter verbindliche Verhaltenskodex der Nemetschek Group ("Code of Conduct"). Neben der Unternehmenswebsite können Mitarbeiter über die konzerninterne Intranetplattform "Nemetschek ONE" auf den "Code of Conduct" sowie auf weitere Unternehmensrichtlinien zugreifen. Darüber hinaus setzt die Nemetschek Group auf ein modernes Compliance-Schulungstool, um das Thema gruppenweit möglichst effizient und nachhaltig zu vermitteln. Compliance-Meldewege, Überprüfungen und WeiterentwicklungWesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind zuverlässige Meldewege und der Schutz interner Hinweisgeber vor Sanktionen. Neben dem direkten Kontakt zum Vorgesetzten können Mitarbeiter der Nemetschek Group Hinweise auf mögliche Gesetzes- oder Richtlinienverstöße auch über einen eigens dafür eingerichteten, gesonderten E-Mail-Account direkt an den Compliance-Bereich richten. Darüber hinaus können von Mitarbeitern Compliance-Verstöße auch ohne Offenlegung ihrer Identität an eine beauftragte internationale Anwaltskanzlei gemeldet werden. Alle gemeldeten Hinweise und Verstöße werden zeitnah untersucht und bewertet sowie gegebenenfalls geeignete Maßnahmen und Sanktionen getroffen. Die Einhaltung von internen Richtlinien und rechtlichen Vorgaben ist regelmäßig Gegenstand von internen Prüfungen durch den Bereich Corporate Audit & Compliance. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über Compliance-relevante Sachverhalte und über den Ausbau der Compliance-Strukturen sowie geplante Compliance-Maßnahmen informiert. Rechnungslegung und AbschlussprüfungDie Nemetschek SE stellt ihren Konzernabschluss sowie die Konzernzwischenberichte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf. Der Jahresabschluss der Nemetschek SE (Einzelabschluss) erfolgt nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB). Der Konzernabschluss wird vom Vorstand aufgestellt, vom Abschlussprüfer geprüft und vom Aufsichtsrat gebilligt. Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, wurde von der Hauptversammlung zum Abschlussprüfer/Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2018 gewählt. Ernst & Young nahm an den Beratungen des Aufsichtsrats über den Jahres- und Konzernabschluss am 21. März 2019 teil und berichtete über die Ergebnisse seiner Prüfung. Darüber hinaus stand der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte und bei Fragen zur Abschlussprüfung zur Verfügung. Aktionäre und HauptversammlungAuf der Hauptversammlung können die Aktionäre ihre Rechte wahrnehmen und ihr Stimmrecht ausüben. Jede Aktie der Nemetschek SE gewährt eine Stimme. Der Aufsichtsratsvorsitzende leitet die Versammlung. Der Vorstand stellt den Konzern- und Jahresabschluss vor, erläutert die Perspektiven des Unternehmens und beantwortet gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Fragen der Aktionäre. Die Einladung zur Hauptversammlung und die damit verbundenen Dokumente und Informationen werden den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend am Tag der Einberufung auf der Website der Nemetschek Group zur Verfügung gestellt beziehungsweise in den Geschäftsräumen der Gesellschaft zur Einsicht ausgelegt. Bei der Wahrnehmung des Stimmrechts unterstützt Nemetschek ihre Aktionäre durch die Benennung von Stimmrechtsvertretern, die gemäß den Weisungen der Aktionäre abstimmen. Transparenz und KommunikationDie Nemetschek Group legt großen Wert auf eine offene und vertrauensvolle Kommunikation mit den Aktionären sowie weiteren Stakeholdern und pflegt einen fairen, zeitnahen und verlässlichen Dialog mit ihnen. Alle kapitalmarktrelevanten Informationen werden zeitgleich in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht und auf der Website des Unternehmens zugänglich gemacht. Dazu zählen Geschäfts- und Quartalsberichte, Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen, Informationen zur Hauptversammlung sowie Unternehmenspräsentationen. Auch der Finanzkalender mit den relevanten Veröffentlichungs- und Veranstaltungsterminen ist dort zu finden. Directors' Dealings, Stimmrechte und AktienoptionsplanDie Nemetschek SE informiert über den Handel von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern mit Aktien der Gesellschaft (Directors' Dealings) nach Art. 19 MAR sowie über gemeldete Veränderungen im Anteilsbesitz, wenn die im Wertpapierhandelsgesetz bestimmten Stimmrechtsschwellen erreicht, über- oder unterschritten werden. Informationen über den Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat finden sich im Anhang. Die Nemetschek SE hat derzeit keinen Aktienoptionsplan. Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG vom März 2019Der Aufsichtsrat und der Vorstand haben sich auch im Geschäftsjahr 2018 fortwährend mit den Grundsätzen guter Unternehmensführung auseinandergesetzt. Im März 2019 haben Aufsichtsrat und Vorstand eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Website der Nemetschek Group dauerhaft zugänglich gemacht. Den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" wurde und wird in der Fassung vom 7. Februar 2017 mit Beschlüssen aus der Plenarsitzung vom 7. Februar 2017, bekannt gemacht im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 (nachfolgend "Kodex"), mit folgenden Ausnahmen entsprochen:
München, 20. März 2019 Für den Vorstand Patrik Heider, Sprecher des Vorstands Für den Aufsichtsrat Kurt Dobitsch Vorsitzender des Aufsichtsrats Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018Über diesen BerichtDer Lagebericht der Nemetschek SE und der Konzernlagebericht für das Jahr 2018 wurden zusammengefasst. Weitere Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts sind der Vergütungsbericht und die Erklärung zur Unternehmensführung. Der zum 31. Dezember 2018 von Nemetschek erstellte Konzernabschluss erfüllt die am Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) und ergänzend die deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in Verbindung mit dem deutschen Rechnungslegungsstandard. 1 Grundlagen des Konzerns1.1 Geschäftsmodell des KonzernsOrganisationDie Nemetschek Group, bestehend aus der Nemetschek SE und ihren operativen Tochtergesellschaften, ist ein weltweit führender Softwarehersteller für die AEC-Industrie (Architecture, Engineering, Construction). Hinzu kommen Lösungen für die Media- und Entertainment-Branche. Das 1963 von Prof. Georg Nemetschek gegründete Unternehmen bietet Softwarelösungen für den kompletten Workflow von Gebäuden und Infrastrukturprojekten über deren gesamten Lebenszyklus an:
Die Organisationsstruktur der Nemetschek Group ist mittelständisch geprägt. Zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen haben Deutschland in vielen Disziplinen und über Generationen hinweg zum weltweiten Zentrum für Technik und Innovation gemacht. Ihre Kennzeichen sind eine starke Innovationsorientierung, Agilität und Kundennähe. Auf diese Weise gelingt es ihnen in vielen Fällen, in einer komplexen Disziplin weltweit führend zu sein. Die Nemetschek Group folgt genau diesem Konzept. Deshalb ist die Nemetschek SE mit Sitz in München als strategische Holdinggesellschaft organisiert, die mit 16 Marken am Markt vertreten ist. Als Marken werden Tochtergesellschaften der Nemetschek SE verstanden, an denen ein Anteil von zumeist 100 % gehalten wird. Die Nemetschek SE übernimmt die zentralen Funktionen für Corporate Finance und Controlling, Risikomanagement, Investor Relations und Unternehmenskommunikation, Market Research & Development, Mergers & Acquisitions, strategische Unternehmensplanung, Human Resources, IT sowie Corporate Audit und Compliance. Die Berichtsstruktur der Holding umfasst die vier Segmente Planen, Bauen, Nutzen und Media & Entertainment, denen die 16 Marken zugeordnet sind. Die Marken treten als eigenständig agierende Unternehmen am Markt auf. Dadurch können sie schnell auf Kundenanforderungen und -wünsche, Marktentwicklungen, Trends und sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren. Jede der Marken ist in ihrer Disziplin weltweit führend und kennt die speziellen Marktgegebenheiten und die Bedürfnisse ihrer Kunden besser als Mitbewerber, die oftmals eine Komplettlösung für gleich mehrere Disziplinen und Kundenbedürfnisse anbieten. Viele der Marken haben bei der digitalen Arbeitsmethode Building Information Modeling (BIM) Pionierarbeit für ihr Fachgebiet geleistet. Gleichzeitig bewegen sich die Marken in einem mit der Holding abgestimmten strategischen Korridor. Zusätzlich ermöglicht die Holding den Austausch zwischen den Marken und initiiert strategische Projekte, die mehrere Marken einschließen. Auf diese Weise werden Synergien im Portfolio geschaffen, was die Attraktivität des Angebots für Kunden noch weiter erhöht. Eine hohe Steuerungseffizienz ist durch ein kontinuierliches Reporting an die Holding und einen stetigen Dialog gewährleistet. Die komplette Übersicht der rechtlichen und wirtschaftlichen Unternehmensstruktur ist im Anhang auf Seite 110 aufgelistet. GeschäftstätigkeitDie 16 Marken der Nemetschek Group bieten ein breites Portfolio von grafischen, analytischen und kaufmännischen Lösungen für einen verbesserten Workflow im Bau- und Infrastrukturmarkt. Zu den Kunden zählen Architektur- und Designbüros aller Größenordnungen, Tragwerksplaner, Ingenieure aller Fachrichtungen, Planungs- und Dienstleistungsunternehmen, Bau- und Bauzulieferunternehmen, Prozesssteuerer, Generalverwalter, Hausverwaltungen sowie Gebäude- und Facility-Manager. Die Vision der Nemetschek SE ist es, Softwarelösungen für den Bau von sicheren, modernen sowie ökologisch und technisch anspruchsvollen Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen zu bieten, die die Lebensqualität der Menschen nachhaltig verbessern und damit einen Beitrag für die Entwicklung des Gemeinwesens leisten. Um dies zu erreichen, stellt Nemetschek seinen Kunden zukunftsweisende Technologien zur Verfügung, die die vollständige Digitalisierung des Planungs-, Bau- und Nutzungsprozesses ermöglichen. Die Nemetschek Group ist der einzige Anbieter weltweit, der Lösungen entlang des kompletten Lebenszyklus von Gebäuden und Infrastrukturprojekten anbietet. Zentrales Thema im Planungs-, Bau- und Verwaltungsprozess von Gebäuden ist das sogenannte Building Information Modeling (BIM), ein Begriff, der für die Digitalisierung in der Bauindustrie steht. Mittels BIM werden alle gestalterischen, qualitativen, zeitlichen und wirtschaftlichen Vorgaben und Daten digital erfasst und vernetzt. Auf diese Weise entsteht ein virtuelles, dreidimensionales Gebäudemodell. Bereits in der Simulation kommen Zeit- und Kostenplanung als vierte und fünfte Dimension hinzu. BIM ermöglicht eine effiziente und transparente Zusammenarbeit und einen verbesserten Workflow aller Projektbeteiligten über den gesamten Prozess des Planens, Bauens und Nutzens einer Immobilie oder eines Infrastrukturprojekts hinweg. Mit BIM wird erst virtuell und dann real gebaut, um bereits vor dem eigentlichen Bauprozess Planungsfehler zu identifizieren und zu korrigieren. Als Pionier für BIM verfolgt die Nemetschek Group diesen ganzheitlichen Denkansatz bereits seit mehr als 30 Jahren. Nemetschek steht dabei für einen offenen Standard (Open BIM), der ermöglicht, dass jede Software aus der Nemetschek Group mit jeder anderen Software, auch von direkten Wettbewerbern, über offene Daten- und Kommunikationsschnittstellen kommunizieren kann. Dadurch wird der nahtlose Übergang aller gebäuderelevanten Informationen, Daten und digitalen Modelle durch alle Instanzen der Entstehung und des Betriebs von Bauwerken ermöglicht und dokumentiert. Mit ihren Open-BIM-Softwarelösungen erhöht die Nemetschek Group die Qualität im Bauprozess und verbessert den Workflow und die Zusammenarbeit aller am Bauprozess Beteiligten. Die Projektarbeit wird in der Konsequenz effizienter und führt zu einer hohen Kosten- und Terminsicherheit. Damit legen die Lösungen der Nemetschek Group den Grundstein für eine integrierte und offene Planung, Realisierung und Verwaltung in der AEC-Industrie. Die Konsequenz sind - teilweise erhebliche - Effizienzsteigerungen im Bauprozess. SegmenteDie Nemetschek Group gliedert ihre Aktivitäten in die vier Segmente Planen, Bauen, Nutzen und Media & Entertainment. Diese Segmente dienen der Nemetschek Group als Steuerungsgrößen. Die 16 Marken unter dem Dach der Nemetschek Group verteilen sich wie folgt: ARCHITECTURE | ENGINEERING | CONSTRUCTION (AEC)
Segment PlanenMit den Lösungen der Nemetschek Group für das Segment Planen können Kunden von der frühesten Planungs- und Entwurfsphase bis zur Werk- und Bauplanung kreativ, detailgetreu und mit Präzision und Genauigkeit ihre Aufgaben verwirklichen. Das Portfolio umfasst insbesondere Open-BIM-Lösungen für Computer-Aided Design (CAD) und Computer-Aided Engineering (CAE), die in der 2D- und 3D-Planung und Visualisierung von Gebäuden weltweit Standards setzen. Hinzu kommen BIM-basierte Planungs- und Datenmanagement-Tools. Zu den Kunden zählen unter anderem Architekten, Designer, Ingenieure aller Fachrichtungen, Tragwerksplaner, Fach- und Landschaftsplaner sowie Bauherren und Generalunternehmer. Während Graphisoft und Vectorworks insbesondere Architekten und Designer adressieren, fokussieren sich die Marken Data Design System, Frilo, Precast Software Engineering, RISA und SCIA vor allem auf den Ingenieurbau. Allplan zählt neben Architekten auch Ingenieure zum Kundenkreis. dRofus adressiert insbesondere öffentliche und private Bauherren, Planer, Bauingenieure und Generalunternehmer. Segment BauenIm Segment Bauen bietet die Nemetschek Group über die Marke Nevaris ganzheitliche BIM-5D-Gesamtlösungen, die den Bogen von Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung über Kalkulation und Zeitplanung bis hin zu Kostenrechnung und Kostenermittlung spannen. Dazu zählen auch kaufmännische ERP-Lösungen für das baubetriebliche Rechnungswesen. Hinzu kommen die von der Marke Bluebeam angebotenen, PDF-basierten Workflowlösungen für digitale Arbeitsprozesse, Kollaboration und Dokumentation. Zudem bietet die Nemetschek Group mit ihrer Marke Solibri Lösungen zur BIM-Qualitätssicherung und -kontrolle sowie über die Marke SDS/2 BIM-3D-Software für Stahlkonstruktionen. Im Segment Bauen adressieren die Nemetschek Marken neben Bauunternehmen, -trägern und -zulieferern auch Generalunternehmen sowie Planungsbüros, Architekten und Bauingenieure. Segment NutzenIm Segment Nutzen deckt Nemetschek über die Marke Crem Solutions das kaufmännische Immobilienmanagement ab. Mit der Übernahme der Marke Spacewell (ehemals: FASEAS / MCS Solutions Gruppe) Ende August 2018 hat die Nemetschek Group ihre Kompetenz in diesem Segment erheblich erweitert. Spacewell bietet modulare und integrierte Softwarelösungen für das Immobilien-, Facility- und Arbeitsplatzmanagement an (IWMS, Integrated Workplace Management System). Darüber hinaus hat Spacewell die intelligente Smart-Building-Plattform COBUNDU(tm) entwickelt, die Internet-of-Things(IoT)-Sensoren und Big-Data-Analysen nutzt, um die Produktivität und Effizienz für Gebäudeverwalter zu optimieren. Die Kunden stammen aus allen Bereichen der Immobilienverwaltung, darunter Facility-Manager, Banken, Versicherungen und global agierende Immobilienunternehmen. Segment Media & EntertainmentArchitekten und Ingenieure, Designer und insbesondere die Media & Entertainment-Industrie nutzen die Lösungen der Marke Maxon für Rendering (visuelle Darstellung eines Modells), 3D-Model-lierungen, Animationen oder visuelle Effekte. Die Softwarelösungen werden weltweit in zahlreichen Produktionen aus den Bereichen Film, Fernsehen, Werbung, Videospiele sowie bei der Visualisierung von Architektur, in der Medizin, im Produktdesign oder bei Infografiken eingesetzt. Alle Kennzahlen zu den vier Segmenten sind unter Punkt 3.3 zu finden. StandorteDie Nemetschek SE hat ihren Hauptsitz in München. 16 Marken des Konzerns sind weltweit an 82 Standorten vertreten. Die Lösungen der Nemetschek Group werden rund um den Globus vertrieben und kommen bei mehr als 5 Mio. Nutzern zum Einsatz. NEMETSCHEK SE STANDORTE WELTWEIT
Treiber, Markt und WettbewerbWachstumstreiber *Die Baubranche ist geprägt durch die wachsende Weltbevölkerung, die zunehmende Urbanisierung und die deshalb steigende Nachfrage nach Wohnraum. Das weltweit wachsende Bauvolumen in den vergangenen Jahren sowie die Tatsache, dass mehr als 40 % des weltweiten Energieverbrauchs in Gebäuden erfolgt, zeigen die Wichtigkeit dieser Branche. Allerdings liegt die Baubranche in Bezug auf die Digitalisierung weit hinter anderen Industrien. Bei der Digitalisierung spielen die Ausgaben für IT und Software eine wichtige Rolle. Mit etwas mehr als 1 % des Umsatzes sind die IT-Ausgaben in der Bauindustrie im Vergleich zu anderen Branchen, die im Durchschnitt 3,3 % ihrer Umsätze investieren, nach wie vor gering. Angesichts der wachsenden Anforderungen an Effizienz und Ökologie in der Bauwirtschaft ergibt sich ein enormes Aufhol- und Entwicklungspotenzial für die Branche. Für Nemetschek bedeutet dies ein hohes Marktpotenzial. So wird erwartet, dass die IT-Ausgaben in der Baubranche in den nächsten Jahren deutlich steigen werden. Ein optimiertes Zusammenspiel aller Prozesse durch konsequente Digitalisierung bietet der Branche perspektivisch mehr als 20 % Potenzial in puncto Effizienz durch Bauzeitverkürzungen, Qualitätsverbesserungen und Kosteneinsparungen. Dabei kann man große Teile dieser Transformation mit bereits bestehenden Technologien schon heute effizient umsetzen - dank der weltweit führenden Building-Information-Modeling(BIM)-Methode. Prominente Großprojekte wie die Elbphilharmonie in Hamburg oder das Olympiastadion in Montreal, bei denen Kosten- und Zeitrahmen teilweise erheblich überschritten wurden, zeigen, dass die digitale Arbeitsweise (BIM) im Bauprozess immer wichtiger wird. Die Nemetschek Group profitiert in ihren drei Kernsegmenten der AEC-Industrie von gleich mehreren Treibern:
* Quelle: Deloitte 2016 -2017 Global CIO Survey.
Der Wandel im AEC-Markt führt zu einer höheren Nachfrage nach Kollaborationslösungen und einem digitalen Workflow in den verschiedenen Disziplinen der Segmente Planen, Bauen und Nutzen. Während der Planungs- und Bauprozess modellgetrieben ist, liegt der Schwerpunkt im Segment Nutzen bei datenorientierten Lösungen, da es hier um die Datenqualität und -analyse geht. Alle relevanten Modelle und Daten werden digitalisiert und mittels Kollaborationsplattform über den gesamten Workflow zugänglich gemacht. Markt und WettbewerbDer weltweite AEC-Markt soll von 4,8 Mrd. EUR (2015) auf rund 9,9 Mrd. EUR im Jahr 2022 wachsen, was ein durchschnittliches Wachstum von rund 11 % bedeutet. Dabei profitieren alle Regionen weltweit, wobei Amerika und Europa den Marktstudien zufolge ein stärkeres Wachstum aufweisen dürften. Die Nemetschek Group zählt in dem weltweiten AEC-Markt zu den globalen Top-Anbietern mit einem Weltmarktanteil von rund 10 %. AEC-SOFTWAREMARKT: ENDNUTZERAUSGABEN IN MIO. EUR
Die AEC-Branche hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend konsolidiert. An diesem Prozess hat die Nemetschek Group aktiv durch Akquisitionen mitgewirkt. Heute gibt es nur wenige global aufgestellte Anbieter, denen eine Vielzahl kleiner, lokal agierender Unternehmen gegenübersteht. In allen ihren Segmenten steht die Nemetschek Group mit unterschiedlichen Unternehmen im Wettbewerb. 1.2 Ziele und StrategieIn der Nemetschek Group ist ein strukturierter und kontinuierlicher Prozess zur Strategieentwicklung etabliert. Der Prozess deckt mehrdimensionale Markt- und Wettbewerbsanalysen mit ab (z. B. entlang von Segmenten, Regionen). Die strategische Ausrichtung der Gruppe erfolgt anhand von drei USPs (Unique Selling Points): USP #1: Im Unterschied zu anderen großen Mitbewerbern hat die Nemetschek Group eine einzigartige Marktposition durch ihre klare Fokussierung auf die AEC-Industrie. Die Nemetschek Group ist weltweit das einzige Unternehmen, das sich ausschließlich auf die AEC-Industrie konzentriert und somit den kompletten Workflow im Bau- und Infrastrukturmarkt abdeckt. USP #2: Die Konzernstruktur mit Marken unter dem Dach einer strategischen Holding ermöglicht den Marken ein hohes Maß an Eigenständigkeit. Sie sind "Experten" für ihr spezifisches Kundensegment und in ihren jeweiligen Marktsegmenten marktführend. Gleichzeitig profitieren sie von Synergien in der Gruppe in Bezug auf Internationalisierung, Best Practice, Cross- und Co-Selling sowie Entwicklungsaktivitäten. Der Markenansatz sorgt auch dafür, dass Marktveränderungen schnell erfasst, analysiert und bewertet und Kundenwünsche besser und schneller umgesetzt werden können. Nemetschek ist damit ein agiles Unternehmen, das in der Lage ist, sich schnell an veränderte Marktgegebenheiten anzupassen. USP #3: "Open BIM". Das klare Bekenntnis zu Open BIM erhöht die Interoperabilität und Kommunikation in Echtzeit mit verschiedensten Professionen. Zudem ist auch die Einbindung von Softwareprogrammen der Wettbewerber möglich, was den Anwenderkreis substanziell erweitert. Die wesentlichen strategischen Ziele des Konzerns sind Internationalisierung, Lösungen der nächsten Generation und neue strategische Wachstumsfelder, die sich aufgrund technologischer Trends und Kundenbedürfnisse ergeben. Die Wachstumsstrategie zielt darauf ab, organisch prozentual zweistellig und schneller als der Marktdurchschnitt zu wachsen und dieses Wachstum durch Akquisitionen weiter zu beschleunigen. InternationalisierungBei ihrer Wachstumsstrategie fokussiert sich Nemetschek auf die drei großen Regionen Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien. Innerhalb dieser Regionen liegt der Fokus auf jenen Märkten, die aktuell das größte Potenzial bieten. Dazu zählt in Europa die DACH-Region, gefolgt von Großbritannien und Irland sowie Frankreich und den Nordischen Ländern. In Nord- und Südamerika ist der US-Markt zusammen mit Kanada der größte. In der Region Asien / Pazifik lautet die Reihenfolge Japan, China, Singapur und Australien. Fokusregionen der Nemetschek GroupREGIONEN NACH ENDNUTZERAUSGABEN
Neben dem Marktpotenzial der jeweiligen Länder hat auch der Stand der BIM-Regularien eine große Bedeutung. In einigen Ländern ist die Nutzung von BIM-Softwarelösungen bereits für staatlich finanzierte Projekte vorgeschrieben, beispielsweise in den USA, in Großbritannien, den nordischen Ländern oder in Japan. Diese Länder bieten Nemetschek sehr gute Rahmenbedingungen. In den vergangenen Jahren hat die Nemetschek Group kontinuierlich ihre internationale Marktposition ausgebaut und zugleich ihre Stellung in angestammten Absatzmärkten deutlich gestärkt. Im Jahr 2018 wurde bereits mehr als 70 % des Konzernumsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftet. Die Marken in den USA und Europa befruchten sich bei ihrer Expansion gegenseitig. Die starke Marktpositionierung der US-Unternehmen erleichtert die Expansion europäischer Nemetschek Marken in Übersee und umgekehrt. Die USA sind weltweit der größte Einzelmarkt für AEC-Software und mittlerweile auch für die Nemetschek Group der wichtigste Absatzmarkt. Im Zuge der strategischen Positionierung wurde eine Niederlassung der Unternehmensholding in den USA etabliert. Sie unterstützt US-Marken bei ihrer weiteren Expansion in Nordamerika; gleichzeitig erleichtert sie den Markteintritt weiterer Marken aus Europa in den USA. Der Konzern hat sich in diesem wettbewerbsintensiven und stark wachsenden Markt überdurchschnittlich entwickelt. In den letzten fünf Jahren erhöhte sich der Umsatzanteil in Amerika von 11 % (2013) auf mehr als 30 % (2018). VERÄNDERUNG DES UMSATZANTEILS NACH REGIONEN INNERHALB DER LETZTEN 5 JAHRE2018: 461,3 Mio. EUR2013: 185,9 Mio. EUR
* CAGR: durchschnittliche jährliche
Wachstumsrate.
Lösungen der nächsten Generation und VertriebsansatzDie Markengesellschaften haben den Anspruch, mit ihren Lösungen Maßstäbe im AEC- und Media-&-Entertainment-Markt zu setzen und Standards zu etablieren. Rund ein Viertel des Konzernumsatzes fließt daher regelmäßig in Forschung und Entwicklung und damit in Neu- und Weiterentwicklungen des Lösungsportfolios. Jede Marke erstellt eine Drei-Jahres-Roadmap, in der die strategischen Produktentwicklungen festgehalten und in regelmäßigen Review-Gesprächen mit dem Vorstand vorgestellt und verifiziert werden. Der Vertrieb in den Markengesellschaften erfolgt direkt über eigene Vertriebsteams und indirekt über Reseller und Distributionspartner. Beide Vertriebskanäle haben sich bewährt und werden je nach Marktgegebenheiten eingesetzt. Die Gruppe bietet ihren Kunden eine hohe Flexibilität beim Bezug der Software: Möglich sind ein Lizenzmodell inklusive der Option eines Servicevertrags oder ein Mietmodell (Subscription oder Software-as-a-Service), wobei bei Mietmodellen der Vertrieb auch online erfolgt. Mit Mietmodellen kann sich Nemetschek neue Kundengruppen erschließen, da der Kunde die Software zeitlich flexibel und ohne einmalige Lizenzgebühr nutzen kann. Nemetschek wird auch künftig beide Optionen anbieten, unabhängig davon, ob Kunden einzelne Lösungen nachfragen oder Großprojekte realisieren. Dabei respektiert die Nemetschek Group die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kundengruppen je nach Disziplin und Region. Die Nemetschek SE setzt zudem auf eine stärkere Zusammenarbeit der Vertriebsteams der jeweiligen Marken, beispielsweise durch ein Key-Account-Management oder Nutzung gemeinsamer Vertriebskanäle (Cross- und Co-Selling-Maßnahmen). Strategische InitiativenNeben der starken Kompetenz der einzelnen Marken und deren Weiterentwicklung liegt der strategische Fokus auf markenübergreifenden Entwicklungsprojekten und strategischen Initiativen, die das prozentual zweistellige organische Wachstum der Gruppe sichern sollen. Ein strategisches Projekt involviert mindestens zwei Marken und ist wesentlich für die strategische Weiterentwicklung der Nemetschek Group (z. B. integrierte Softwarelösungen). Diese Projekte haben im Durchschnitt eine Laufzeit von mehreren Jahren und werden von der Holding mitfinanziert und gesteuert. Bei den strategischen Initiativen haben sich folgende Fokusthemen herauskristallisiert: Die digitale Transformation in der Bauindustrie und der Weg hin zu einer vernetzten Baustelle gehen einher mit der Verwaltung und Bereitstellung immer größerer Datenmengen für die Planung und Realisierung von Bauwerken und Infrastrukturprojekten und deren durchgängige Workflows. Dazu bedarf es einer Kollaborationsplattform (Common Data Environment, CDE). Im Mittelpunkt der Aktivitäten von Nemetschek steht die Entwicklung einer solchen Plattform für alle am Workflow des Bauprozesses Beteiligten. Ziel ist es, Informationsverluste zu vermeiden und die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Disziplinen deutlich effizienter zu gestalten. Des Weiteren unterstützen markenübergreifende strategische Entwicklungsprojekte das Ziel der Nemetschek Group, verstärkt Großkunden aus den Bereichen Architektur, Ingenieurbauwesen und Generalunternehmen zu adressieren. Durch das Zusammenwachsen von Planung und Ausführung im Bauprozess geht der Trend in der AEC-Industrie hin zu Architektur- oder Ingenieurbauunternehmen sowie Bauunternehmen, die den kompletten Workflow im Bauprozess abdecken. Im Fokus steht vor allem der US-amerikanische Markt, in dem es zahlreiche solcher Großkunden gibt. AkquisitionenDie Attraktivität des weltweiten AEC-Marktes, die Markenorganisation der Nemetschek Group, die solide Bilanzstruktur und hohe Cash-Generierung eröffnen dem Konzern gute Akquisitionsmöglichkeiten. Die Identifizierung geeigneter Zielunternehmen in der AEC-Industrie erfolgt zum einen intern und durch die Markengesellschaften selbst, zum anderen über externe Partner und Berater. Die Zielunternehmen sollen Lücken im Konzernportfolio schließen und die Technologiekompetenz im Workflow von Bauprozessen erweitern bzw. abrunden. Ein weiteres Ziel sind komplementäre Marktanteile in internationalen Märkten. Dabei sind ein starkes Management und ein etabliertes Geschäftsmodell, das im jeweiligen Marktsegment führend ist, wesentliche Parameter bei der Bewertung von Akquisitionskandidaten. Potenzielle Zielunternehmen ergeben sich vor allem aus den internen strategischen Projekten im Bereich Ingenieurbau und Tragwerksplanung, Kollaborationstechnologien und der Erweiterung des Segments Nutzen. Nach einer erfolgreichen Übernahme lässt die Nemetschek SE die akquirierten Unternehmen mit ihren am Markt etablierten Markennamen bestehen. Gleichzeitig erhalten die Marken klare finanzielle und strategische Zielvorgaben. Zusätzlich begleitet die Holding die Marken bei der Eingliederung in die Segmente und stellt den Kontakt zu anderen Gruppenmarken her, um den Austausch insbesondere bei Forschung und Entwicklung sowie bei Vertrieb und Marketing zu fördern. Die Nemetschek Group hat durch ihre Markenstruktur als strategischer Käufer für potenzielle Unternehmen eine hohe Attraktivität: Nach einem Verkauf ihrer Gesellschaft an die Nemetschek SE können die Unternehmensgründer ihr Unternehmen weiterführen und dadurch den Mitarbeitern ein gewisses Maß an Sicherheit vermitteln. Gleichzeitig gehören die neuen Marken zu einer finanzstarken internationalen Gruppe und profitieren von möglichen Synergien. Neben der Akquisition auf Holdingebene sind auch Akquisitionen auf Ebene der Marken möglich. Die Marken können geeignete Zielunternehmen auch direkt identifizieren und akquirieren, sofern die wesentlichen Kriterien wie Erweiterung der Technologie, regionaler Ausbau, Vertriebsstruktur und eine gesunde Bilanz erfüllt sind. Zusätzlich will sich die Nemetschek Group an innovativen und jungen Unternehmen - sogenannte Inkubatoren - beteiligen, um Zukunftsthemen frühzeitig zu besetzen. Auch wenn Akquisitionen für die Nemetschek Group eine wichtige Wachstumsoption darstellen, hat sie durch ihre mittlerweile sehr breite Kompetenz entlang des Baulebenszyklus immer die Alternative "make or buy". Sie muss daher nicht bei Bieterprozessen Preise bieten, die wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen sind, da sie dank ihrer Kompetenzen auch intern Lösungen entwickeln kann. 1.3 Unternehmenssteuerung und -führungGrundlegende InformationenEin wesentlicher Erfolgsfaktor der Struktur der Nemetschek Group aus Holding und Markengesellschaften liegt in der Verbindung aus Gruppenzugehörigkeit und Synergien auf der einen Seite und Flexibilität und Eigenständigkeit der Marken auf der anderen Seite. Dies führt zu einer hohen Innovationskraft, da die Marken schnell auf Kundenanforderungen und -wünsche reagieren können. Die strategische und operative Unternehmensführung erfolgt durch den Vorstand der Nemetschek SE und in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat. Sie umfasst die strategische Positionierung der Nemetschek Group auf den weltweiten Absatzmärkten sowie ihre mittelfristige Umsatz- und Ertragsplanung. Dabei orientiert sie sich auch am Wettbewerbs- und Marktumfeld. Die Unternehmenssteuerung erfolgt auf der Ebene der vier berichtspflichtigen Segmente. Aus den strategischen Zielen leiten sich die Vorgaben und Jahresziele für die Segmente sowie für die jeweiligen Markengesellschaften in den Segmenten ab. Diese werden im jährlichen Planungsprozess auf Profitcenter-Ebene mit den Markengesellschaften abgestimmt, von ihnen konkretisiert und mit quantitativen und qualitativen Teilzielen für Marketing, Vertrieb und Entwicklung hinterlegt. Die Abstimmung der Jahresplanung, der Teilziele und der mittelfristigen Planung erfolgt zwischen den Geschäftsführern der jeweiligen Marken sowie dem Vorstand und Aufsichtsrat der Holding. Unterjährig erfolgt ein monatliches Monitoring der Konzernziele auf der Basis eines konzernweiten Management-Informationssystems mit detailliertem Reporting der Key-Performance-Indikatoren zu Umsatz, Wachstum, Ertrag und Risiken. Diese Indikatoren werden mit Vorjahres- und Plandaten verglichen. Planabweichungen werden auf Monatsbasis zwischen Vorstand und Markengeschäftsführern diskutiert und eventuelle Maßnahmen abgeleitet. Finanzielle LeistungsindikatorenDie wichtigen finanziellen Leistungsindikatoren (Kernsteuerungsgrößen) der Nemetschek Group sind Umsatzerlöse, Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr sowie operatives Ergebnis (EBITDA). Das EBITDA gibt Auskunft über die Profitabilität und enthält alle Bestandteile der Gewinn-und-Verlust-Rechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Ziel ist ein organisches Umsatzwachstum im Konzern von 13 % bis 15 % und eine stabile EBITDA-Marge zwischen 25 % und 27 % des Umsatzes. Aufgrund ihrer Bedeutung für den finanziellen Geschäftserfolg sind die Kernsteuerungsgrößen Umsatz und EBITDA auch ein wesentlicher Bestandteil des Performance-Management-Systems. FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN NACH SEGMENTEN
Eine genaue Erläuterung der Entwicklung der Segmente im Jahr 2018 zum Vorjahr ist unter Punkt 3.3 zu finden. 1.4 Forschung und EntwicklungDer Erfolg von Nemetschek basiert auf Innovationen. Daher wird dem Bereich Forschung und Entwicklung ein hoher Stellenwert eingeräumt. Rund ein Viertel des Konzernumsatzes fließt daher regelmäßig in Forschung und Entwicklung und damit in Neu- und Weiterentwicklungen des Nemetscheks Lösungsportfolios. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zielen darauf ab, die Innovationskraft des Konzerns im AEC-Markt weiter auszubauen und technologische Trends frühzeitig zu erkennen und zu adressieren. Die Marken der Nemetschek Group sind aufgrund ihrer Kundennähe sehr agil. Die Nähe zum Kunden ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor: Kundenwünsche können schnell umgesetzt werden und tragen auf diese Weise zur Innovationskraft der Marken bei. Ideen und Verbesserungspotenziale werden in Kundengesprächen identifiziert und innerhalb der Marken evaluiert. Der Innovationsprozess ist je nach Marke unterschiedlich, um optimal an das Markenumfeld ausgerichtet zu sein. Hinzu kommen markenübergreifende Entwicklungsprojekte, um neue Kundensegmente zu adressieren und das Portfolio zu erweitern. Wesentliche strategische und markenübergreifende Themen werden von der Nemetschek SE gesteuert - und in Zusammenarbeit mit den Marken weiterentwickelt. Übergeordnetes Ziel ist die Erschließung neuer Märkte und die Gewinnung neuer Kunden. Im Ausland spielt zudem die Anpassung der Lösungen an nationale Normen und Regularien eine wesentliche Rolle. Alle Nemetschek Marken, die sich auf die AEC-Märkte fokussieren, steuern mit ihren Lösungen zum Open-BIM-Ansatz bei. Gemeinsam mit Partnern und auch im Rahmen der globalen buildingSMART-Initiative, die die Weiterentwicklung und Standardisierung von offenen Austauschstandards für den Software-unabhängigen Informationsaustausch in BIM-Projekte vorantreibt, engagiert sich Nemetschek intensiv bei der Weiterentwicklung und Implementierung entsprechender Standards, insbesondere der Industry-Foundation-Classes (IFC). IFC ist ein herstellerunabhängiges, frei verfügbares und besonders leistungsfähiges Format für den Austausch von 3D-bauteilori-entierten Planungsdaten im Bauwesen. Die Markengesellschaften arbeiten kontinuierlich daran, ihre Schnittstellen für den nahtlosen Austausch mit anderen Open-BIM-Lösungen zu verbessern und zu zertifizieren. Darüber hinaus arbeiten die Markenunternehmen an der Entwicklung kollaborativer Zusatzfunktionen, beispielsweise um nachzuvollziehen, welcher Projektbeteiligte wann welche Detailinformation bekommen, gelesen, möglicherweise geändert oder bereits freigegeben hat. Wesentliche Innovationen nach SegmentenIm Segment Planen brachten die drei großen CAD-Marken Allplan, Graphisoft und Vectorworks im Geschäftsjahr 2018 innovative Releases auf den Markt. Allplan 2019 erleichtert das Erstellen von Bauwerken mit hoher geometrischer Komplexität, ermöglicht präzises Modellieren von Treppen und vereinfacht die Zusammenarbeit in BIM-Projekten. Vectorworks 2019 steht ganz im Zeichen nachhaltiger Qualität und höherer Geschwindigkeit bei noch mehr Raum für Kreativität. Graphisoft präsentierte mit ARCHICAD 22 ein Fassadenwerkzeug für die freie Gestaltung von Fassadensystemen sowie eine optimale Nutzung von Leistungsreserven und verbesserte Planungswerkzeuge für reibungslose Arbeitsabläufe. Auch die anderen Marken veröffentlichten ihre Releases sowie zahlreiche neue Features, darunter SCIA mit ihrer Flaggschifflösung SCIA Engineer für Strukturanalyse und Entwurf. Die aktuelle Version 18 erhöht die Benutzerfreundlichkeit durch rationalisierte und mehr automatisierte Arbeitsabläufe. Sie bietet zudem die erste Software dieser Art auf dem Markt für die Bemessung und Berechnung von Stahlfaserbeton. Der Baustatikspezialist Risa optimierte unterjährig permanent seine gleichnamige Software. Frilo setzt auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung der rund 100 Statikprogramme. Des Weiteren optimierte Precast Software Engineering bei ihrer Lösung Planbar die Benutzerfreundlichkeit, indem Anregungen von Kunden umgesetzt wurden. Data Design System wiederum bietet mit ihrer Lösung DDS-CAD 14 dem Nutzer in allen Bereichen einen erweiterten Leistungsumfang und eine überarbeitete BIM-Funktionsausstattung. dRofus brachte in der Version dRofus 2.0 mehr als 300 neue Funktionen in einer überarbeiteten modernen Benutzeroberfläche auf den Markt. Im Segment Bauen hat Nevaris die drei Kernbausteine Nevaris BIM, Nevaris Build und Nevaris Finance, die je nach Tätigkeit und Kundenanforderung miteinander kombiniert oder einzeln eingesetzt werden, im Jahr 2018 weiter an Kundenwünsche angepasst. Bluebeam stellte die neue Version ihrer Plattform Bluebeam Revu 2018 vor: Die leistungsstarke PDF-Bearbeitungs-, Anmerkungs- und Kollaborationssoftware wurde mit einer neuen Benutzeroberfläche zur Maximierung von Produktivität und einer schnelleren Einführung von neuen Nutzern ausgestattet. SDS/2 stellte mit ihrem gleichnamigen Release SDS/2 für 2018 eine neue Lösung für Detailplanung und Fertigung von Stahlbeton vor. Solibri verhindert mit der Lösung Solibri Model Checker v9.9 Mängel bereits im Vorfeld des Baus und steigert mit der Kollisionsermittlung die Qualität des BIM-Modells. Im Segment Nutzen entwickelte Crem Solutions ihre modular aufgebaute iX-Haus-Lösung kontinuierlich weiter. Die neu im Geschäftsjahr 2018 akquirierte Marke Spacewell (ehemals: FASEAS / MCS Solutions Gruppe) hat ihre modulare und integrierte Softwarelösungen für das Immobilien-, Facility- und Arbeitsplatzmanagement erweitert. Darüber hinaus hat Spacewell die intelligente Smart-Building-Plattform COBUNDU(tm) entwickelt, die Internet-of-Things(IoT)-Sensoren und Big-Data-Analysen nutzt, um die Produktivität und Effizienz für Gebäudeverwalter zu optimieren. Im Segment Media & Entertainment führte Maxon ihr neues Release 20 der Branchenlösung Cinema 4D am Markt erfolgreich ein. Es zeichnet sich durch zahlreiche Optimierungen in den Bereichen Modeling, Rendering und Animation sowie einen äußerst leistungsfähigen CAD-Import aus. Bei der Entwicklung neuer und bei der Weiterentwicklung bewährter Lösungen wurden größtenteils konzerninterne Ressourcen verwendet und nur in geringem Maße die Leistungen Dritter in Anspruch genommen. Die Tatsache, dass rund ein Viertel des Konzernumsatzes regelmäßig in Produkt- und Prozessinnovationen einfließt, unterstreicht den hohen Stellenwert von Forschung und Entwicklung für die Nemetschek Group ebenso wie der Umstand, dass in diesem Bereich 41 % der konzernweiten Mitarbeiter tätig sind. Im Geschäftsjahr 2018 wurden konzernweit 110,4 Mio. EUR (Vorjahr: 92,0 Mio. EUR) in Forschung und Entwicklung investiert. Dies entspricht einer Steigerung um 20,0 % auf 23,9 % (Vorjahr: 23,3 %) des Konzernumsatzes. 2 Nicht finanzielle Erklärung *2.1 GrundlagenDas vorliegende Kapitel enthält die nicht finanzielle Konzernerklärung der Nemetschek Group auf der Grundlage des am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG). Hier beschreibt das Unternehmen detailliert und transparent seine wesentlichen nicht finanziellen Aktivitäten in den fünf von der Richtlinie vorgegebenen Aspekten Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption, Arbeitnehmer, Umwelt und Soziales und erfüllt damit die inhaltlichen Anforderungen nach §§ 315c i. V. m. 289c HGB. Das Geschäftsmodell der Nemetschek Group wird im Kapitel "Grundlagen des Konzerns" (Seite 46) dargestellt. Die Nemetschek Group konzentriert sich wie bereits im Vorjahr weiterhin auf die bestehenden Strukturen und verzichtet daher auf die Anwendung von Rahmenwerken für die vorliegende nicht finanzielle Erklärung. 2.2 Corporate Social Responsibility (CSR) bei der Nemetschek GroupDas Prinzip der Nachhaltigkeit ist für die Nemetschek Group von zentraler Bedeutung. Das Unternehmen versteht sich als Wegbereiter für die Digitalisierung der AEC-Branche. Die Nemetschek Group hat den Anspruch, mit ihren Softwarelösungen die Effizienz und Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Baugewerbes zu erhöhen. So trägt sie dazu bei, die Nachhaltigkeit der am Bauprozess Beteiligten auch in Bezug auf Ökologie und Gesellschaft zu steigern. Die Standards zur nachhaltigen Geschäftstätigkeit der Nemetschek Group sind im "Code of Conduct" festgelegt. Konkret führt dieser dazu aus: "Das Erscheinungsbild der Nemetschek Group in der Öffentlichkeit wird wesentlich geprägt durch das Auftreten, Handeln und Verhalten jedes Einzelnen von uns. Jeder von uns ist mitverantwortlich dafür, dass wir als Konzern weltweit unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Hohe ethische und rechtliche Standards liegen sowohl unseren strategischen Überlegungen als auch unserem Tagesgeschäft zugrunde." Wesentliche nicht finanzielle ThemenIm Jahr 2017 erarbeitete ein CSR-Kernteam aus Vertretern der Holdingabteilungen Corporate Finance, Corporate Controlling, Corporate Audit und Compliance, Investor Relations und Unternehmenskommunikation sowie Human Resources die für die Nemetschek Group wesentlichen nicht finanziellen Themen. Die Grundlage bildete eine Übersicht der eigenen Nachhaltigkeitsinitiativen, eine Benchmark-Untersuchung vergleichbarer Unternehmen und die Bewertung aktueller Nachhaltigkeitsthemen in der Softwarebranche. Ergänzend hinzu kam die Sichtweise der internen Stakeholder einschließlich der größten Marken innerhalb der vier Segmente. Es wurden insgesamt acht wesentliche nicht finanzielle Themen definiert und gemäß ihrer Relevanz für das Geschäft und der Auswirkung der Geschäftstätigkeit auf Nachhaltigkeitsaspekte (gem. § 289c Abs. 3 HGB) priorisiert.
* Nach §§ 315b ff. HGB, unterliegt
nicht der gesetzlichen Abschlussprüfung.
WESENTLICHKEITSMATRIX DER NEMETSCHEK GROUP
Die Grafik zeigt die als wesentlich ermittelten Themen der Nemetschek Group. Die Themen oberhalb der blau dargestellten Kurve wurden als hoch in Bezug auf die Geschäftsrelevanz und die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die jeweiligen Nachhaltigkeitsaspekte priorisiert. Entsprechend den Kriterien nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz wird über sie als Gegenstand dieser nicht finanziellen Erklärung berichtet. Als Anbieter von Softwarelösungen wurden Themen wie Energie- und Wasserverbrauch sowie Abfall und Emission als nicht wesentlich für die Geschäftstätigkeit eingestuft. Ein bewusster Umgang mit knappen Ressourcen ist für alle Mitarbeiter des Unternehmens selbstverständlich. Die Gliederung der ermittelten wesentlichen nicht finanziellen Themen der Nemetschek Group orientiert sich an den durch das CSR-RUG vorgegebenen Belangen "Menschenrechte", "Bekämpfung von Korruption", "Arbeitnehmer", "Umwelt" und "Soziales". Die nachfolgende Tabelle zeigt ihre Zuordnung:
Die nachfolgenden Themenkapitel beschreiben die Fortsetzung der 2017 begonnenen Aktivitäten in den einzelnen CSR-Bereichen über alle Segmente hinweg. Dargestellt werden die im Jahr 2017 aufgesetzten und 2018 weiterentwickelten Konzepte sowie die Ziele und Ergebnisse der bisherigen Maßnahmen. Steuerung der nicht finanziellen ThemenDie Nemetschek Group beschäftigt weltweit mehr als 2.500 Mitarbeiter und ist als strategische Holding mit operativen Tochtergesellschaften organisiert. Herausforderungen ergeben sich durch kulturelle Unterschiede, den Zugang zum Markt und unterschiedliche Managementansätze der Marken. Aufgrund der besonderen Organisationsstruktur der Nemetschek Group als strategische Holdinggesellschaft mit 16 weitgehend eigenständigen Marken, die sich auf vier Segmente verteilen, werden nicht finanzielle Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators, KPI) aktuell nur auf Markenebene gesteuert. Die meisten der 2017 als wesentlich ermittelten CSR-Themen unterliegen der dezentralen Steuerung durch Verantwortliche oder Abteilungen innerhalb der Marken. Auf der Basis eines 2017 begonnenen Zentralisierungsprozesses sollen grundlegende und gruppenweite Standards in Bezug auf die wesentlichen nicht finanziellen Themen festgelegt werden. Die umsatzstärksten Marken mit einem Jahresumsatz von mehr als 20 Mio. EUR sollen sich darüber hinaus zur Einhaltung zusätzlicher Standards verpflichten. Das Ziel dabei ist, die Nachhaltigkeit der Geschäftspraktiken über die Konzernzentrale und alle Segmente bzw. Marken hinweg sicherzustellen. Der Zentralisierungsprozess wurde im Berichtsjahr fortgeführt. Schwerpunkt war zunächst die Entwicklung und Einführung der grundlegenden Standards. Außerdem begann die Nemetschek Group 2018 mit der Erarbeitung eines einheitlichen Konzepts zur Produktentwicklung. Der mehrmonatige Entwicklungsprozess umfasste verschiedene Workshops auf Holding- und Markenebene und wurde um eine digitale Befragung aller Markenverantwortlichen ergänzt. Für 2019 ist geplant, auf der Grundlage der bisher erzielten Ergebnisse erneut zu evaluieren, wann zusätzliche Standards für die umsatzstärksten Marken entwickelt und eingeführt werden sollen. 2.3 Wesentliche Risiken gemäß §§ 315c i. V. m. 289c HGBFür die nicht finanzielle Berichterstattung betrachtet die Nemetschek Group neben den wesentlichen Risiken für die Geschäftstätigkeit auch Risiken, die wesentliche negative Auswirkungen auf die im Rahmen der nicht finanziellen Berichterstattung definierten Belange haben (§§ 315c i. V. m. 289c (3) Nr. 3 und 4 HGB). Es erfolgt eine regelmäßige Evaluation möglicher nicht finanzieller Risiken. Hierbei ergaben sich 2018 keine wesentlichen Risiken mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit und sehr wahrscheinlich schwerwiegenden negativen Auswirkungen auf die nicht finanziellen Belange. 2.4 Die wesentlichen CSR-Themen der Nemetschek GroupMenschenrechte und Bekämpfung von KorruptionDie Nemetschek Group verfolgt einen präventiven Compliance-Ansatz und lebt eine Unternehmenskultur, in der alle Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert und entsprechend weitergebildet werden. Oberstes Ziel ist, Compliance-Vorfälle, zu denen auch Bestechungs- und Diskriminierungsvorfälle zählen, zu vermeiden. Tatsächliche oder mutmaßliche Verstöße gegen geltende gesetzliche Bestimmungen zur Compliance, interne Vorschriften oder ethische Standards könnten negative finanzielle Folgen haben. Ebenso könnten sie sich nachteilig auf die Reputation der Nemetschek Group auswirken. Compliance ManagementDer Bereich Corporate Audit und Compliance überwacht alle Compliance-Aktivitäten und berichtet direkt an den Chief Financial and Operating Officer der Nemetschek Group. Aufsichtsrat und Vorstand werden regelmäßig über Compliance-relevante Themen informiert. Die Grundlage dafür bilden Ad-hoc-Compliance-Berichte sowie eine vierteljährliche Befragung aller Marken zu Compliance-Themen. Lokale Aktivitäten in diesem Zusammenhang werden von den jeweiligen Marken gesteuert. Die wichtigsten Grundsätze und Vorschriften, ethische Standards sowie Standards in Bezug auf den Umgang mit Geschäftspartnern sind im "Code of Conduct" der Nemetschek Group zusammengefasst. Er ist für alle Mitarbeiter unabhängig von ihrer Position bindend. Parallel dazu setzt das Unternehmen auf ein modernes Online-Schulungsinstrument. Damit werden die Mitarbeiter zu allen Themen der Compliance weitergebildet. Ziel ist, sie für potenziell kritische Situationen zu sensibilisieren, sodass sie angemessen darauf reagieren können. Alle Mitarbeiter müssen diese Compliance-Schulung durchlaufen. Weitere spezifische Schulungen oder Trainings, in denen das Bewusstsein der Mitarbeiter für aktuelle Bedrohungsszenarien oder Risikobereiche geschärft werden sollen, finden in den jeweils betroffenen Bereichen statt. Die Nemetschek Group ermutigt ihre Mitarbeiter, Verhaltensweisen zu melden, die nach ihrer Auffassung gegen den "Code of Conduct" verstoßen. Dazu haben sie die Möglichkeit, Verstöße oder unangemessene Verhaltensweisen ihren Vorgesetzten, den zuständigen Personalleitern oder über einen eigens dafür eingerichteten E-Mail-Account direkt an den Compliance-Bereich zu berichten. Zudem können Verstöße anonym an eine beauftragte internationale Anwaltskanzlei außerhalb des Unternehmens übermittelt werden (per Hotline oder E-Mail). Prävention von Bestechung und Vorbeugung von DiskriminierungDie Nemetschek Group hat den Anspruch, weltweit als verantwortungsbewusstes Unternehmen mit hohen ethischen und rechtlichen Standards wahrgenommen zu werden. Ihre Reputation bildet die Basis ihres wirtschaftlichen Erfolgs. Daher erwartet sie von ihren Mitarbeitern einen fairen und respektvollen Umgang sowohl innerhalb des Unternehmens als auch mit Dritten. Die Konzernkultur der Nemetschek Group lebt und profitiert von der Vielfalt im Unternehmen. Gute Beziehungen zu Kunden und Lieferanten haben einen sehr hohen Stellenwert. Eine transparente und rechtmäßige Abwicklung aller Unternehmensgeschäfte schafft Vertrauen und sichert Geschäftsbeziehungen langfristig. Die Nemetschek Group toleriert keinerlei Form von Korruption, Bestechung, Bestechlichkeit oder sonstiger rechtswidriger Vorteilsgewährung. Zuwiderhandlungen durch Mitarbeiter führen zur Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses und zu strafrechtlicher Verfolgung. Die Nemetschek Group wendet sich zudem strikt gegen jegliche Form der Diskriminierung. Der "Code of Conduct" führt dazu aus: "Jede Art von Diskriminierung ist zu unterlassen. Nemetschek duldet im Konzern keinerlei Diskriminierung oder Belästigung, sei es aufgrund von Herkunft, Geschlecht, Behinderung, Religion, Alter, sexueller Orientierung, politischer Einstellung oder gewerkschaftlicher Betätigung." Mitarbeiter, die sich irgendeiner Form von Diskriminierung oder unangemessenem Verhalten ausgesetzt sehen, sind aufgefordert, dies über die beschriebenen Berichtskanäle zu melden. Antidiskriminierung und Bestechungsprävention sind Teil des Compliance-Managements der Nemetschek Group, das zentral vom Bereich Corporate Audit und Compliance gesteuert wird. Zu den wesentlichen Verhaltensregeln in Bezug auf Bestechungsprävention und Diskriminierungsvorbeugung werden die Mitarbeiter im Konzern durch Compliance-Schulungen aufgeklärt. Die meisten von ihnen sind bereits zu den wesentlichen Compliance-Themen der Nemetschek Group geschult. Sichergestellt und erfasst wird dies aktuell durch die Marken. Dabei setzt das Unternehmen auf Online-Schulungen. Geplant ist, die Schulungsaktivitäten künftig zu erweitern. Zudem ist vorgesehen, in den kommenden Jahren zentrale E-Learning-Strukturen aufzubauen, um die Steuerung und Auswertungsmöglichkeiten zu verbessern. Nennenswerte und fundierte Vorfälle von Bestechung oder Diskriminierung wurden im Berichtszeitraum nicht erfasst. Bei einzelnen gemeldeten Ereignissen ergab die Nachprüfung keinen Handlungsbedarf. Rechtliche Schritte wurden daher in keinem Fall eingeleitet. ArbeitnehmerDie Nemetschek Group betrachtet ihre Mitarbeiter als das wichtigste Kapital im Unternehmen. Sie strebt an, langfristig mit den besten Talenten zusammenzuarbeiten, um ihren Kunden innovative Lösungen bereitstellen zu können und nachhaltig den Shareholder Value zu steigern. Daraus ergeben sich drei wesentliche Themenbereiche: die Gewinnung und Bindung von Arbeitskräften, das Gesundheitsmanagement und die Ausbildung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter. Die Kulturen innerhalb der Nemetschek Group sind sehr unterschiedlich. Diese Individualität stellt einen wichtigen Treiber für die Innovationskraft des Unternehmens dar. Gesteuert wird der Großteil der Personalangelegenheiten derzeit dezentral von den Marken. Die Holding agiert als Sparringspartner und Coach, auf den die Marken bei Personalthemen jederzeit zurückgreifen können. Die Aktivitäten für Gewinnung und Bindung von Arbeitskräften, Ausbildung und Weiterentwicklung sowie für das Gesundheitsmanagement sollen künftig stärker markenübergreifend gesteuert werden. Dazu entwarf die Nemetschek Group 2018 eine konzernweite HR-Richtlinie, die grundlegende Standards und Mindestanforderungen zu den wesentlichen Arbeitnehmerthemen der Gruppe festlegt, etwa Instrumente der Personalgewinnung, Jahresgespräche und Angebote der Gesundheitsförderung. Es ist geplant, diese Richtlinie im Jahr 2019 gemeinsam mit ausgewählten Marken zu validieren und anschließend gruppenweit einzuführen. Den Marken steht es dabei weiterhin frei, zusätzlich markenspezifische Standards festzulegen und eigene HR-Richtlinien zu entwickeln. Das 2017 beschlossene HR-Instrument zur Erfassung von Personaldaten wurde im Berichtsjahr in einigen Pilotländern eingeführt. Da viele der bestehenden Tochterunternehmen jedoch bereits eigene Verfahren einsetzen, wird die Nemetschek Group dieses Instrument künftig vor allem bei neuen Tochterunternehmen etablieren, die noch keine eigenen Prozesse nutzen. Gewinnung und Bindung von ArbeitskräftenDie Suche nach Fachkräften und Talenten bleibt eine große Herausforderung für das Unternehmen. Insbesondere Softwareentwickler und IT-Experten sind auf einigen Schlüsselmärkten wie Deutschland oder den USA rar. Hinzu kommt, dass die Nemetschek Group als mittelständisches Unternehmen im Wettbewerb mit großen Arbeitgebern aus der Softwarebranche wie beispielsweise Microsoft, Apple und Google steht. Attraktive Arbeitsbedingungen und ein positives Arbeitsumfeld sollen daher dazu beitragen, die besten Talente für sich zu gewinnen und an sich zu binden. Den Erfolg ihrer Maßnahmen misst die Nemetschek Group derzeit noch an der Mitarbeiterzahl und ihrem Zuwachs. Eine Messgröße, die die Entwicklung mit Blick auf die gesetzten Ziele besser abbildet, wird aktuell erarbeitet. Zur Gewinnung neuer Mitarbeiter bietet die Nemetschek Group seit 2018 ein gruppenweites Jobportal, das von allen Marken genutzt werden kann. Mehr als die Hälfte der Marken veröffentlicht in dem Portal regelmäßig Stellenanzeigen. Zunächst war das Portal auf das Intranet begrenzt und ermöglichte dort einen konzerninternen Austausch von Fachkräften im Sinne einer Weitergabe von Know-how. Durch den Relaunch wurde die Konzernwebsite um eine dedizierte Karriereseite erweitert, auf der sich Links zu den Jobportalen der Tochterunternehmen befinden. Dadurch will das Unternehmen Fachkräften erleichtern, die Marke zu finden, die am besten zu ihnen passt. Im Jahr 2019 soll evaluiert werden, ob ein umfassendes gemeinsames Jobportal angemessen und effizient für die Unternehmensgruppe ist. Als weitere Maßnahmen der Mitarbeitergewinnung nutzen die Marken der Nemetschek Group Social-Media-Plattformen wie XING und LinkedIn. Darüber hinaus präsentieren sie sich auf Jobmessen und nutzen das Kontaktnetz und Empfehlungen der eigenen Mitarbeiter. Um Fachkräfte langfristig an das Unternehmen zu binden, arbeitet die Nemetschek Group stetig an der Stärkung ihrer Attraktivität als Arbeitgeber. Einen Beitrag dazu leisten das Angebot von Teilzeitarbeit, die Förderung des Erziehungsurlaubs sowie flexible Arbeitszeitmodelle. Deren Struktur hängt jeweils vom Geschäftsmodell der einzelnen Marken und von den lokalen Vorschriften ab. Weitere Maßnahmen, die der Stärkung der Arbeitgeberattraktivität dienen, sind individuelle Fortbildungen und die Förderung von Talenten. Hinzu kommen soziale Angebote wie Sportprogramme, Teamevents oder Mitarbeiterdiscounts. Im Jahr 2018 nahm die Mitarbeiterzahl der Nemetschek Group -einschließlich der Unternehmenszukäufe - um 445 bzw. rund 21 % gegenüber dem Vorjahr zu. Das organische Wachstum lag bei 258 Mitarbeitern (+12 %). Am 31. Dezember 2018 arbeiteten 2.587 Mitarbeiter bei der Unternehmensgruppe. GesundheitsmanagementEin aktives Gesundheitsmanagement ist essenziell, damit alle Mitarbeiter der Nemetschek Group kreativ und effizient arbeiten können. Alle gesundheitsrelevanten Maßnahmen und Initiativen passt das Unternehmen durchgängig an die sich verändernden Anforderungen durch den stetigen Wandel der Arbeitswelt an. In der 2018 entworfenen HR-Richtlinie definiert die Nemetschek Group für alle Marken Mindestanforderungen an das Gesundheitsmanagement. Gesteuert werden die Maßnahmen derzeit dezentral. Geplant ist, mindestens eine gesundheitsbezogene Maßnahme pro Jahr festzuschreiben. Ein gruppenweites Ziel gibt es bislang nicht, allerdings ist langfristig die Einführung eines konzernweiten Gesundheitsmanagementsystems vorgesehen, das alle Mitarbeiter dabei unterstützt, auf ihre Gesundheit zu achten. 14 der 16 Marken haben im Berichtsjahr gesundheitsbezogene Maßnahmen für ihre Mitarbeiter angeboten. Neben Wellnessprogrammen gehören dazu Sport- und Fitnessaktivitäten im Unternehmen oder eine finanzielle Unterstützung zu Programmen externer Anbieter. Bei der gesundheitlichen Vorsorge konnten die Mitarbeiter Angebote der Telemedizin, spezifische Untersuchungen, beispielsweise für die Augen, oder geförderte Versicherungen nutzen. Bei Bedarf wurde zudem eine spezielle Büroausstattung, zum Beispiel mit ergonomischen Möbeln, zur Verfügung gestellt. Ausbildung und WeiterentwicklungDie Nemetschek Group ist von einer kontinuierlichen Aus- und Weiterbildung überzeugt. Davon erwartet sich das Unternehmen positive Auswirkungen auf Arbeitsleistung und -ergebnisse und auf die Motivation seiner Mitarbeiter. Ziel ist, die Mitarbeiter kontinuierlich weiterzuentwickeln und bestmöglich zu fördern, um den Kunden stets optimale Dienstleistungen und Lösungen anbieten zu können. Den individuellen Schulungsbedarf ermittelt das Unternehmen in jährlichen Review-Meetings mit den Mitarbeitern. In der im Entwurf befindlichen HR-Richtlinie werden dafür Mindestanforderungen festgelegt. Als Messgröße für die Ausbildung und Weiterentwicklung dient der Prozentsatz der Mitarbeiter, die im Berichtszeitraum ein jährliches Review-Meeting hatten. Im Berichtsjahr fanden diese Entwicklungsgespräche über alle Marken betrachtet mit sämtlichen Mitarbeitern statt. UmweltNachhaltige ProduktverantwortungDie Nemetschek Group hatte 2017 den Aspekt "Nachhaltige Produktverantwortung" als wesentlich definiert. Der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen ist bereits im "Code of Conduct" des Unternehmens verankert. Auch die Auswahl von Materialien, Zulieferern und externen Dienstleistern erfolgt nach ökologischen, ethischen und sozialen Kriterien. Die Mission der Nemetschek Group ist es, die AEC-Branche nachhaltiger zu gestalten. Mit den Technologien seiner Marken unterstützt das Unternehmen die Kunden, nachhaltigere, sicherere und komfortablere Gebäude und Infrastrukturen zu errichten. Damit trägt es entscheidend dazu bei, die Lebensqualität der Menschen durch ein verbessertes Wohn- und Arbeitsumfeld sowie nutzerfreundliche Verkehrsräume zu erhöhen. Gesteuert wird die nachhaltige Produktverantwortung derzeit dezentral durch die Marken. Im Jahr 2017 beschloss der Vorstand der Nemetschek Group jedoch, ein gruppenweites Konzept der nachhaltigen Produktverantwortung zu etablieren, das die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekte über den gesamten Lebenszyklus des Einsatzes der Produkte berücksichtigt. Im Berichtsjahr lag der Fokus auf der Entwicklung konkreter Konzeptinhalte. In einem ersten Workshop auf Holdingebene erarbeitete das CSR-Kernteam wichtige Ansatzpunkte und ein allgemeines Verständnis zu diesem Thema. Die Ergebnisse wurden im Anschluss zusammen mit Vertretern aller Marken weiter ausgearbeitet. Eine daran anschließende Befragung unter den Marken verschaffte einen konsolidierten Überblick über die CSR-Aspekte, die die Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus adressieren. Als Ergebnis dieses Prozesses verfügt die Nemetschek Group zum Abschluss des Berichtsjahres über ein neu entwickeltes Konzeptpapier, in dem sie ihr Verständnis von nachhaltiger Produktverantwortung definiert und die Verantwortung der gesamten Unternehmensgruppe entlang der Wertschöpfungskette beschreibt. Darin verpflichtet sie sich ausdrücklich zu einer kundenfokussierten Softwareentwicklung. Ziel ist es, die Prozessabläufe der Kunden qualitativ zu verbessern und ihre wirtschaftliche Effizienz zu steigern. Dabei unterstützt die Software des Unternehmens die Gesellschaft ökologisch und sozial, indem sie den Bauprozess optimiert. Sie ermöglicht es, nachhaltige Gebäude und eine zukunftssichere Infrastruktur zu errichten, sodass neben den direkten Kunden wie beispielsweise Architekten, Ingenieuren, Bauunternehmen oder Gebäudemanagern insbesondere auch Endverbraucher profitieren.
Die Nemetschek Group versteht sich dabei als "digitales Zahnrad" der Baubranche. Durch kontinuierliche Innovationen lassen sich positive Auswirkungen auf Energie und Klima, Ressourcen und Materialverwendung, Kundennutzen und -Zufriedenheit sowie Gebäudesicherheit, -komfort und Gesundheit erzielen. Im Rahmen der Konzeptentwicklung hat die Nemetschek Group zwei Dimensionen der Produktverantwortung identifiziert: Nachhaltigkeitsaspekte im Lebenszyklus der Software sowie im Lebenszyklus eines Bauwerks. Grundpfeiler der Softwareentwicklung der Nemetschek Group sind die digitale Arbeitsmethode Building Information Modeling (BIM) sowie die Nutzung und Weiterentwicklung offener Standards (Open BIM). Dabei betrachten die Softwarelösungen den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks. Die abschließende Befragung im Konzeptentwicklungsprozess ermittelte vor allem vier Felder, in denen die Marken der Nemetschek Group Nachhaltigkeitsauswirkungen in Bezug auf ihre Produkte aufweisen:
Auf der Basis der Erkenntnisse aus der Konzeptentwicklung hat die Nemetschek Group die erarbeiteten Nachhaltigkeitsauswirkungen in die folgenden konkreten Themen der Produktverantwortung übertragen: Energie und Klima, Ressourcen- und Materialeffizienz, Kundennutzen und -Zufriedenheit, Gebäudesicherheit, Gebäudekomfort und Gesundheit. Auf der Grundlage der bisher erarbeiteten Ergebnisse will das Unternehmen 2019 das Thema nachhaltige Produktverantwortung weiter vorantreiben. Dazu zählt die Definition themenspezifischer Ziele. SozialesKooperationen mit UniversitätenKooperationen mit Universitäten sind fester Bestandteil der Aktivitäten der Nemetschek Group. Das Unternehmen hat in diesem Umfeld seine Wurzeln und ist dort seit Jahrzehnten mit seiner Software vertreten. Es strebt an, künftig an allen maßgeblichen Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen in den Kernmärkten präsent zu sein. Ziel ist es, Studenten bereits frühzeitig darin zu schulen, wie Gebäude und Infrastrukturen anhand offener Standards nachhaltig geplant, gebaut und verwaltet werden können. Mit diesem Vorgehen möchte die Nemetschek Group einen Beitrag zum nachhaltigen Bauen leisten und die Studenten mit der eigenen Software und deren Möglichkeiten vertraut machen. Gleichzeitig eröffnet sie ihren Kunden dadurch den Zugang zu professionell geschulten Talenten. Gesteuert werden die einzelnen Aktivitäten derzeit dezentral von den Marken. Im Jahr 2017 hatte der Vorstand der Nemetschek SE jedoch die Entwicklung konzernweiter Standards beschlossen, sodass im Berichtsjahr eine gruppenweite Verpflichtungserklärung zu Universitätskooperationen entworfen wurde. Darin sollen sich die Marken verpflichten, ihr Engagement in der Zusammenarbeit mit Universitäten künftig weiter zu verstärken, sowohl in zeitlicher als auch finanzieller Hinsicht. Dazu zählen zum Beispiel Stipendien oder eine höhere Anzahl an Softwarelizenzen für Studenten. Zudem soll jede Marke einen festen Ansprechpartner für die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen benennen. Im Berichtsjahr stellte bereits die Mehrzahl der Tochterunternehmen Softwarelizenzen für Studenten an den jeweils relevanten Universitäten und Bildungsstätten in ihren Märkten bereit. Darüber hinaus engagierten sich die Marken im Rahmen von
Für 2019 ist geplant, die Verpflichtungserklärung mit Tochterunternehmen unterschiedlicher Größe und an verschiedenen Standorten zu validieren. Danach sollen die Vorgaben und Ziele der Verpflichtungserklärung verbindlich für alle Marken der Nemetschek Group implementiert werden. Dieser Schritt ermöglicht es der Holding, die grundlegenden Standards künftig zentral auszuwerten und zu einem Ergebnis zusammenzuführen, während die Aktivitäten weiterhin vor Ort durch die Markenverantwortlichen gesteuert werden. KundenzufriedenheitFür die Nemetschek Group ist Kundenzufriedenheit viel mehr als nur ein elementarer Bestandteil für erfolgreiches Wirtschaften. Sie ist ein Teil ihrer unternehmerischen Intention und der Unternehmensmission. Die Konzernstruktur mit 16 eigenständig agierenden Marken stellt sicher, dass diese besonders nah an ihren Märkten und ihren weltweit rund 5 Mio. Kunden operieren. Um den verschiedenen Anliegen der Kunden gerecht werden zu können, betrachtet die Nemetschek Group das Thema Kundenzufriedenheit in seiner Gesamtheit. Dazu zählt die gesamte Kundenbeziehung mit den Teilbereichen Entwicklung, Produkt, Serviceleistung, Hotline und Support. Die Marken überwachen und bewerten die Kundenzufriedenheit in Bezug auf Produkte und / oder Dienstleistungen derzeit dezentral. Im Jahr 2017 beschloss die Holding, bis 2019 konzernweite Leistungskennzahlen (KPI) sowie zusätzliche Standards für die großen Marken einzuführen. Um geeignete markenübergreifende KPI zu identifizieren, führte die Holding im Berichtsjahr neben intensiver Marktrecherche eine Detailabfrage bei den Marken durch. Diese ergab, dass die Hälfte von ihnen fest definierte Kennzahlen zur Messung der Kundenzufriedenheit nutzt. Dabei machten die Marken insbesondere vom Customer Satisfaction Score (CSAT) und der Kenngröße Abwanderungsquote (Churn Rate) Gebrauch. Darüber hinaus finden der Net Promoter Score (NPS) und die Kennzahl "Things Go Wrong" in einigen Marken Anwendung. Die Bewertung der Kundenzufriedenheit bezieht sich dabei zumeist sowohl auf die Funktionalitäten des Produktes sowie die von der Marke erbrachten Serviceleistungen. Auf der Basis der Ergebnisse der Markenbefragung will die Nemetschek Group im Jahr 2019 prüfen, ob sich die Leistungskennzahlen und mögliche Messungssysteme für eine gruppenweite Einführung eignen. Zudem sollen mögliche zukünftige Steuerungsmechanismen definiert werden. Im Berichtszeitraum fragten die oben genannten Marken die Kundenzufriedenheit über das Internet, per E-Mail, direkten Kundenkontakt und telefonisch ab. Um bereits von Beginn an eine hohe Kundenzufriedenheit zu erreichen, bezieht die Nemetschek Group ihre Kunden frühzeitig in die Produktentwicklung ein. Bei Vectorworks zum Beispiel beruhen 70 % der neuen Funktionen eines jeden Produkt-Releases auf konkreten Kundenanforderungen. Zu den Maßnahmen, die zur Produktqualität und damit zur Kundenzufriedenheit beitragen sollen, gehören insbesondere
3 Wirtschaftsbericht3.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenGesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenWeltwirtschaft *Die Weltwirtschaft setzte ihre positive konjunkturelle Entwicklung auch im Jahr 2018 fort. Einen wesentlichen Wachstumsbeitrag leisteten die Vereinigten Staaten, wo sich der Aufschwung nochmals beschleunigte. Die Wirtschaftsleistung im Euroraum präsentierte sich im Jahr 2018 zwar nach wie vor in einem robusten Wachstum, die hohen Zuwachsraten des Vorjahres konnten allerdings nicht wiederholt werden. Vergleichsweise geringe Wachstumsraten verzeichnete Großbritannien, was auf die Unklarheiten in Bezug auf den Brexit zurückzuführen sein dürfte. China erzielte trotz Handelsstreit mit den USA ein hohes Wachstum, das auch 2018 wieder den größten Beitrag zum globalen Wachstum lieferte. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ging in seinem aktuellen Gutachten für das Jahr 2018 von einem Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,3 % aus (Vorjahr: 3,4 %). EuroraumDie Zuwachsraten der Länder im Euroraum zeigten sich 2018 heterogen. Insbesondere in den großen Mitgliedsstaaten verlor das Wachstumstempo an Schwung. Die gestiegene Inflation und insbesondere die höheren Energiepreise dürften sich negativ auf das verfügbare Realeinkommen und in der Folge auf die privaten Konsumausgaben ausgewirkt haben. Zudem hatte die Aufwertung des Euro wohl eine hemmende Wirkung auf die Exporte. Das sich abschwächende Wachstum bei gleichzeitig hohen Investitionen und weitgehend ausgelasteten Produktionskapazitäten sowie einer sinkenden Arbeitslosigkeit lässt vermuten, dass sich der Euroraum in einer Hochkonjunkturphase befindet. Für das Jahr 2018 erwartete der Sachverständigenrat ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 2,0 % (Vorjahr: 2,4 %). USADie Vereinigten Staaten konnten 2018 ihren Aufschwung fortsetzen. Der anhaltende wirtschaftliche Höhenflug wirkt sich auch zunehmend positiv auf den Arbeitsmarkt aus und ließ die Arbeitslosenquote auf unter 4 % sinken. Begünstigt durch eine Fortsetzung des Lohnwachstums lieferte der private Konsum einen erheblichen Wachstumsbeitrag zum Bruttoinlandsprodukt. Ein kräftiges Wachstum verzeichneten zudem die Bruttoanlageinvestitionen sowie Investitionen in geistiges Eigentum, darunter Software und Forschung & Entwicklung. Spürbare Impulse dürften zudem von der Unternehmenssteuerreform (Tax Cuts and Jobs Act) und den fiskalpolitischen Impulsen der US-Administration ausgegangen sein. Die amerikanische Zentralbank (FED) reagierte auf die positive konjunkturelle Entwicklung und erhöhte den Leitzins im Jahr 2018 sukzessive. Während das BIP im Jahr 2017 um 2,2 % gesteigert werden konnte, wurde für das Jahr 2018 von einem Plus von 2,9 % ausgegangen. JapanDas für japanische Verhältnisse hohe Wachstumstempo des Vorjahres konnte nicht gehalten werden, wenngleich sich die insgesamt positive konjunkturelle Entwicklung auch im Berichtsjahr fortsetzte. Während sich das Exportwachstum verlangsamte, konnten die nicht staatlichen Bruttoanlageinvestitionen - mit Ausnahme des Wohnungsbaus - gesteigert werden. Der kontinuierliche Aufschwung der vergangenen Jahre führte zu einer hohen Auslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten. Dies spiegelt sich auch in der niedrigen Arbeitslosenquote wider, die auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren gefallen ist. Die Bank of Japan hat auch im Berichtsjahr ihre expansive Geldpolitik fortgesetzt. Für das Jahr 2018 wurde für Japan eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 1,1 % erwartet (Vorjahr: 1,7 %). SchwellenländerDie großen Schwellenländer konnten die Wachstumsdynamik aus dem Vorjahr größtenteils halten. Für China wurde für das Jahr 2018 ein Wirtschaftswachstum von 6,6 % erwartet (Vorjahr: 6,8 %). Der leichte Rückgang des Expansionstempos dürfte auf den Handelskonflikt mit den USA zurückzuführen sein. Die im Gegenzug von der chinesischen Regierung initiierten Stützungsmaßnahmen für die heimische Wirtschaft dürften aber dazu beigetragen haben, dass China das gesetzte Planziel dennoch erreichte. In Indien verstärkte sich der konjunkturelle Aufschwung mit einer prognostizierten BIP-Steigerung von 7,8 % nochmals (Vorjahr: 6,3 %). Für Russland dürfte die positive Entwicklung des Rohölpreises einen spürbaren Wachstumseffekt gehabt haben. Nachdem das Land bereits im Vorjahr auf einen Wachstumskurs zurückgekehrt war, wurde für 2018 von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,0 % ausgegangen (Vorjahr: 1,5 %). Insgesamt wurde in den Schwellenländern mit einer Steigerung des BIP von 5,1 % gerechnet (Vorjahr: 5,3 %). Situation der Bauwirtschaft **EuropaDie europäische Bauwirtschaft konnte auch im Jahr 2018 ihren Wachstumspfad fortsetzen, wenngleich die Wachstumsdynamik etwas an Schwung verlor. So konnte die Mehrheit der Euroconstruct-Mitgliedsländer die hohen Zuwachsraten des Vorjahres nicht wiederholen. Ein heterogenes Bild geben dabei die drei größten Volkswirtschaften ab: Während sich in Deutschland das Wachstum mit prognostizierten 1,3 % (Vorjahr: 2,7 %) merklich abschwächte und für Großbritannien gar von einem Negativwachstum (- 0,8 %) ausgegangen wurde (Vorjahr: 7,0 %), erwarten die Branchenexperten von Euroconstruct für Frankreich mit einem Plus von 3,2 % (Vorjahr: 3,8 %) ein nur geringfügig geringeres Wachstum. Die Niederlande und Spanien konnten ihr Vorjahreswachstum sogar nochmals steigern (von 4,2 % im Vorjahr auf 6,3 % bzw. von 4,6 % auf 5,7 %). In Osteuropa setzte sich der Aufschwung nach dem Krisenjahr 2016 weiter fort. Das höchste Wachstum wurde mit 24,7 % für Ungarn prognostiziert. Auch für Polen (12,9 %) und Tschechien (10,0 %) wurden zweistellige Zuwachsraten angenommen.
* Quellen: Jahresgutachten 2018 /19
Sachverständigenrat; United States Bureau of Labor
Statistics.
Wie schon im Vorjahr lieferte der Wohnungsneubau, der mit einer Steigerungsrate von 5,5 % überproportional zulegen konnte, den größten Wachstumsbeitrag im Jahr 2018, gefolgt vom Infrastrukturneubau (5,4 %). In Bezug auf das absolute Bauvolumen macht Letzterer allerdings nur gut die Hälfte der Wohnungsneubauten aus. Insgesamt erwartete Euroconstruct für die Mitgliedsländer des Branchennetzwerks eine Steigerung des Bauvolumens von 2,8 % (Vorjahr: 4,1 %). Nordamerika, USADie Expansion der US-amerikanischen Bauwirtschaft hat sich auch im Jahr 2018 fortgesetzt und gegenüber dem Vorjahr nochmals etwas an Schwung gewonnen. So erwarteten die Branchenexperten von FMI eine Steigerung des Bauvolumens von 5,1 % (Vorjahr: 4,5 %). Eine wesentliche Stütze stellt der Gewerbebau dar, der gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen konnte. Dem gegenüber steht eine verminderte Wachstumsdynamik beim Wohnungsbau. Öffentliche Infrastrukturausgaben stehen seit einigen Jahren im Spannungsfeld zwischen politisch erforderlichen Budgetkürzungen und den aufgrund langjähriger Unterinvestitionen notwendigen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Nach den rückläufigen Investitionen in den vergangenen Jahren zeichnete sich 2018 eine Trendwende ab: FMI prognostizierte eine Zuwachsrate von 5 % für Infrastrukturprojekte. Asien, JapanTrotz der moderaten konjunkturellen Entwicklung und einer schrumpfenden Bevölkerung präsentiert sich der japanische Bausektor in einem robusten Zustand. So macht der Bausektor etwas mehr als 10 % des Bruttoinlandsproduktes aus. Getragen durch die Neuerrichtung zahlreicher Bürokomplexe und Geschäftszentren verzeichnete der Wirtschaftsbau im Jahr 2018 die größten Zuwachsraten. Ein moderates Wachstum wurde für den privaten Wohnungsbau ausgewiesen. Einen leichten Rückgang hingegen gab es bei den Bauinvestitionen der öffentlichen Hand. In toto erwartete das japanische RICE (Research Institute of Construction and Economy) einen moderaten Zuwachs des Bauvolumens um 1,5 %. SchwellenländerDie Entwicklung der Bauindustrie in den Schwellenländern war gemischt. Der Bauboom in China hat sich zwar leicht abgeschwächt, insgesamt setzte sich die hohe Wachstumsdynamik der Industrie aber fort. Treibende Kraft war wieder der Wohnungsbau, für den auch 2018 deutliche zweistellige Zuwachsraten prognostiziert wurden. Einen rückläufigen Trend verzeichneten hingegen Gewerbe- und Büroimmobilien. Gestützt durch eine Reihe staatlicher Infrastrukturmaßnahmen, nahmen nach einem verhaltenen ersten Halbjahr gegen Ende 2018 auch die Aktivitäten im Tiefbau wieder zu. Der größte Wachstumstreiber in Indien ist der Tiefbausektor. Insbesondere im Straßen- und Eisenbahnbau gab es zuletzt große Fortschritte. Darüber hinaus sind weitere große staatliche Investitionen zur Errichtung neuer Flughäfen geplant, und auch für das umfangreiche staatliche Hafenbauprogramm Sagarmala wurde die Zahl der zu realisierenden Projekte nochmals deutlich erhöht. Im indischen Wohnungsbau verbesserten sich wichtige Indikatoren, während die Entwicklung im Gewerbebau stabil blieb. Insbesondere durch das Wachstum beim privaten Wohnungsbau konnte die russische Baubranche ihren Aufschwung fortsetzen. Für das Jahr 2018 erwartete das russische Wirtschaftsministerium einen Anstieg der Bauausgaben. Mittelfristig sollen staatliche Milliardeninvestitionen in zahlreiche Transportinfrastrukturprojekte der Branche zusätzliche Wachstumsimpulse verleihen. Digitalisierung am Bau *Die vorstehend genannten Kennzahlen zur Bauwirtschaft sind lediglich einer von vielen Indikatoren für die Entwicklung der Märkte der Nemetschek Group. Bei der Digitalisierung spielen die Ausgaben für IT und Software eine wichtige Rolle. Mit rund 1,5 % des Umsatzes sind die IT-Ausgaben in der Bauindustrie im Vergleich zu anderen Branchen nach wie vor unterdurchschnittlich. Es wird jedoch erwartet, dass die IT-Ausgaben in der Baubranche bis zum Jahr 2025 deutlich wachsen werden. Dass die Notwendigkeit, sich bei Planung und Bau digitalisierter Arbeitsmethoden zu bedienen, von Planern und Bauunternehmen inzwischen erkannt wird, zeigen nicht nur entsprechende Umfragen und Studien, sondern auch der vermehrte Einsatz digitaler Methoden im Büro und auf der Baustelle. Die Bauindustrie liegt bei der Digitalisierung noch weit hinter anderen Industrien wie der Telekommunikation oder der Automobilindustrie. Der digitale Wandel wird in der Baubranche wesentlich durch die Arbeitsmethode Building Information Modeling (BIM) bestimmt. Der Einsatz der BIM-Methodik ist in den USA oder Singapur sowie in den skandinavischen Ländern, den Niederlanden und Großbritannien bereits weit verbreitet. Großbritannien hatte 2016 mit dem Inkrafttreten des BIM-Level-2-Mandates, das bei öffentlichen Bauvorhaben die Anwendung des sogenannten BIM-Level 2 verpflichtend vorschreibt, einen entscheidenden Schritt zur flächendeckenden Etablierung von BIM getan. Mit dem geplanten BIM-Level 3 ab 2020 soll in Großbritannien die modellbasierte Zusammenarbeit aller Disziplinen, die den Einsatz von Open BIM fordert, auf eine neue Stufe gestellt werden. Bereits seit 2014 gibt es auch eine Richtlinie für die EU, die den Einsatz von computergestützten Methoden wie BIM bei der Vergabe von öffentlichen Bauaufträgen und Ausschreibungen empfiehlt. Inzwischen haben viele europäische Länder die Empfehlungen der EU in nationalen Initiativen umgesetzt. In Deutschland wird die Anwendung der BIM-Methodik durch den Stufenplan "Digitales Planen, Bauen und Betreiben" vorangetrieben. Um die nötigen Qualitätsstandards zu definieren, werden seit 2015 in vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderten BIM-Pilotprojekten Erfahrungen gesammelt und Kompetenzen gebündelt. Seit 2017 wird in einer erweiterten Pilotphase BIM in zahlreichen Verkehrsinfrastrukturprojekten eingesetzt. Ab 2020 soll BIM dann bei allen neu zu planenden Infrastrukturprojekten der öffentlichen Hand angewandt werden. 3.2 Geschäftsverlauf 2018 und für den Geschäftsverlauf wesentliche EreignisseDie Nemetschek Group hat im Jahr 2018 den Wachstumskurs aus den Vorjahren mit einem prozentual deutlich zweistelligen Umsatzwachstum und Ergebnisanstieg fortgesetzt. Die starke operative Unternehmensentwicklung ging einher mit dem Ausbau der weltweiten Präsenz, der Weiterentwicklung von Lösungen der nächsten Generation und der Gewinnung neuer Kunden. Gleichzeitig hat die Nemetschek Group wie angekündigt signifikant in strategische Projekte investiert, um das zukünftige zweistellige Wachstum sicherzustellen. Neben prozentual zweistelligen organischen Zuwächsen wurde das Wachstum auch 2018 durch Akquisitionen beschleunigt. AkquisitionenHoldingebeneMit Vertrag vom 28. Juni 2018 erhöhte die Nemetschek SE ihren Anteil an der MAXON Computer GmbH mit Sitz in Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main von 70 % auf 100 %. Als neuer CEO der Tochtergesellschaft konnte David McGavran gewonnen werden, der über umfangreiche Erfahrungen sowie ein großes Netzwerk im Media-&-Entertainment-Bereich verfügt. Unter der neuen Führung soll MAXON seine Positionierung in den bereits adressierten Märkten weiter forcieren und sich insbesondere auf die Bereiche Augmented Reality und Virtual Reality fokussieren, die wesentliche Wachstumstreiber der Industrie darstellen. Zusätzlich plant MAXON, die Wachstumspotenziale in den von Nemetschek adressierten Kernmärkten der AEC-Industrie noch stärker zu nutzen. Der Kaufpreis für die verbleibenden 30 % setzt sich aus einem fixen Bestandteil von 25,5 Mio. EUR sowie einem variablen Kaufpreis von 3,0 Mio. EUR zusammen, der abhängig von vereinbarten Umsatzzielen in den Jahren 2018 und 2019 ist. Mit Vertrag vom 28. August 2018 übernahm die Nemetschek Group 100 % der Anteile an Spacewell (ehemals: FASEAS / MCS Solutions Gruppe) mit Sitz in Antwerpen, Belgien. Spacewell bietet modulare und integrierte Softwarelösungen für das Immobilien-, Facility- und Arbeitsplatzmanagement großer privater und öffentlicher Organisationen. Darüber hinaus hat das Unternehmen die intelligente Smart-Building-Plattform COBUNDU(tm) entwickelt, die Internet-of-Things(IoT)-Sensoren und Big-Data-Analysen nutzt, um die Produktivität und Effizienz für Gebäudeverwalter zu optimieren. Das Unternehmen hat weltweit über 2 Millionen aktive Nutzer in mehr als 60 Ländern, die in vielen vertikalen Branchen arbeiten, darunter private und öffentliche Gebäudeeigner, Einzelhandel, Gewerbeimmobilien, Finanzdienstleistungen und Infrastrukturanbieter. Die Lösungen der neuen Marke werden weltweit vor allem als Subscription-Modelle im Direktvertrieb und über Partner vermarket. Diese wiederkehrenden Umsätze werden in den nächsten Jahren weiter zunehmen und das klassische Lizenzgeschäft ersetzen. Durch die Übernahme von Spacewell erschließt sich die Nemetschek Group den dynamisch wachsenden Markt im Gebäudemanagement. Damit adressiert Nemetschek neue Kundengruppen im Segment Nutzen und weitet erheblich ihre Zielmärkte über die Segmente Planen und Bauen aus, in denen die Gruppe bereits eine führende Marktposition hat. Dadurch wird Nemetschek zu dem weltweit einzigen Softwareanbieter, der Workflow-Lösungen für den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden anbietet. Spacewell hat 170 Mitarbeiter und verfügt über sieben Regionalbüros in Europa, den USA, dem Mittleren Osten und in Asien / Pazifik. Der Kaufpreis für 100 % der Anteile belief sich auf 46,1 Mio. EUR. MarkenebeneMit Vertrag zum 12. Juni 2018 erwarb die US-Tochtergesellschaft Bluebeam im Rahmen eines Asset Deals alle wesentlichen Vermögenswerte des Unternehmens Project Atlas, LLC. Die Software Project Atlas ist ein digitales Mapping-Modul, um ortsbezogene Dokumente und Daten visuell zu organisieren und zu verbinden. Mit der standortbezogenen Methode können alle am Bau Beteiligten eine digitale Übersicht ihres Projekts erstellen und durchsuchen und direkt vor Ort kurzfristige Entscheidungen treffen. Der Kaufpreis betrug 3,1 Mio. EUR. Mit Vertrag vom 14. Juni 2018 akquirierte die Nevaris Bausoftware GmbH 100 % der Anteile an dem deutschen Marktführer für mobiles Baustellenmanagement 123erfasst.de GmbH. Die 123erfasst.de GmbH ist ein schnell wachsender Anbieter von Zeiterfassung und Baustellendokumentation per App. Durch die Übernahme ergänzte Nevaris das Produktportfolio in idealer Weise und stärkte seine Technologieführerschaft im weltweiten Wachstumsmarkt der mobilen Lösungen. Der Kaufpreis besteht aus einem fixen Bestandteil von 14,5 Mio. EUR. Des Weiteren besteht eine nachträgliche Kaufpreisverpflichtung (Earn-out) basierend auf der Erreichung von Umsatzzielen im Geschäftsjahr 2020. KonsolidierungseffekteIm Geschäftsjahr 2018 trugen im Wesentlichen zwei Unternehmen zum anorganischen Wachstum bei: zum einen die Marke Spacewell, die zum 1. September 2018 konsolidiert wurde und dem Segment Nutzen zugeordnet ist, zum anderen die zum 1. November 2017 akquirierte RISA Tech, Inc. im kalifornischen Foothill Ranch, die 2018 zum ersten Mal über volle 12 Monate konsolidiert wurde. RISA ist dem Segment Planen zugeordnet. Kooperationen und PartnerschaftenUm die Marktpositionierung auszubauen und den vielfältigen Kundenanforderungen gerecht zu werden, setzt die Nemetschek Group auch auf Kooperationen und die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Branche, die ihrerseits führende Lösungen in Spezialbereichen anbieten, oder mit wissenschaftlichen Einrichtungen. Partnerschaften bestehen sowohl innerhalb der Gruppe unter den Markengesellschaften als auch zwischen Markengesellschaften und externen Partnern. Die beiden Marken Vectorworks und Bluebeam gaben im März 2018 die Integration von Vectorworks Cloud Services und Bluebeam Studio bekannt, die einen modernen Onlineüberprüfungs- und Genehmigungsprozess für digitale Bauzeichnungen und 3D-Modelle unterstützt. Im Segment Planen verlängerten und intensivierten ebenfalls im März Nikken Sekkei, ein führendes japanisches Architekturbüro, und Graphisoft ihre 2013 gestartete strategische Partnerschaft zur Förderung von BIM im asiatischen Markt bis zum Jahr 2022. Dabei liegt der Fokus besonders auf der Entwicklung der nächsten Generation von BIM-Arbeitsabläufen. Graphisoft und Surbana Jurong Consultants, eine führende multidisziplinäre Beratungsfirma für städtische Infrastruktur- und Management-Dienstleistungen mit Sitz in Singapur, gaben Anfang September die Zusammenarbeit im Bereich BIM bekannt. Surbana Jurong steuert dabei die Expertise bei Planen und Bauen bei, während sich der Beitrag von Graphisoft auf BIM und verwandte Softwaretechnologien bezieht. Ebenfalls im September gab dRofus seine Partnerschaft mit A2K Technologies, einem auf die AEC-Industrie spezialisierten Technologieberater, bekannt. Der Fokus liegt auf der Bereitstellung von Software, technischem Support, professionellem Training und anderen Beratungsleistungen in Neuseeland. Ende Oktober ging dRofus zudem eine Partnerschaft mit VIATechnik, einer Firma für virtuelles Design und Baudienstleistungen, ein. Sie dient der Beschleunigung der Einführung einer Kollaborationsplattform in der AEC-Industrie. Mit dieser Partnerschaft wird VIATechnik AEC-Firmen in Nordamerika bei der Implementierung von dRofus im Projektmanagement unterstützen. Takenaka, eine der größten Firmen für Architektur und Bauwesen in Japan, und Graphisoft schlossen im November eine strategische Partnerschaft. Deren Ziel ist, den Design- und Konstruktionsprozess bei Takenaka nachzuvollziehen, die Anforderungen an BIM bei Takenaka in der Produktentwicklung bei Graphisoft richtig umzusetzen und Graphisoft bei ihren Aktivitäten zu unterstützen, die Verbreitung von BIM weltweit zu fördern. Im Segment Bauen gaben AECOM, eine weltweit agierende Infrastrukturfirma, und Bluebeam eine gemeinsame Initiative bekannt, die den digitalen Entwurfsprüfungsprozess bei der Division of the State Architect (DSA) in Kalifornien revolutioniert und optimiert. Die DSA stellt die Planungs- und Bauaufsicht für Schulen, kommunale Bildungseinrichtungen und viele andere Einrichtungen in Kalifornien, die entweder im Besitz des Staates oder von ihm gemietet sind. Im Segment Nutzen schlossen Crem Solutions und die casavi GmbH, Betreiber der gleichnamigen digitalen Service-Plattform für Immobilienverwaltungen und Wohnungsunternehmen, im April eine Softwarepartnerschaft. Eine bilaterale Schnittstelle ermöglicht den Austausch von Daten zwischen der immobilienwirtschaftlichen ERP-Lösung iX-Haus und der digitalen Service- und Kommunikationsplattform des Unternehmens casavi. Sie soll die Anwender in die Lage versetzen, in Echtzeit und kundenfreundlich zu kommunizieren, Prozesse zu automatisieren und den eigenen Servicelevel deutlich auszubauen. Des Weiteren vereinbarte Crem Solutions mit INTREAL Solutions, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Immobilien-Service-KVG INTREAL, Anfang Oktober eine strategische Partnerschaft. Ziel ist es, eine standardisierte IT-Plattform zum professionellen Management von Immobilien, insbesondere mit Lösungen für Schnittstellen zu ERP- und Datawarehouse-Systemen, zur Verfügung zu stellen. Spacewell (ehemals: FASEAS / MCS Solutions Gruppe) kooperiert seit September mit HOLMRIS B8, dem führenden dänischen Möbelhersteller, um Arbeitsplätze in Skandinavien durch die Echtzeit-Nutzungsdaten, die das Internet of Things zur Verfügung stellt, intelligenter zu gestalten. Die strategische Partnerschaft ermöglicht es, ansprechende und funktional effektive Arbeitsplätze zu schaffen und eine bessere Raumnutzung zu erreichen. Bereits bestehende Partnerschaften wurden fortgeführt. Mehr Informationen dazu finden sich in den bereits veröffentlichten Geschäftsberichten der Nemetschek Group zu den Jahren 2016 und 2017. 3.3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Nemetschek KonzernErtragslageUmsatzentwicklungDie Nemetschek Group blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück. Das Berichtsjahr reiht sich ein in eine Serie von mittlerweile neun aufeinanderfolgenden Rekordjahren bei Umsatz und Ertrag. Es war wie die Vorjahre geprägt von einem prozentual zweistelligen Umsatzwachstum dank organischer Zuwächse und Akquisitionen. Wie aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich ist, konnte die Nemetschek Group in allen vier Quartalen den Umsatz gegenüber den entsprechenden Vorjahreszeiträumen steigern. Insbesondere im ersten Halbjahr 2018 wurde das Wachstum jedoch deutlich negativ von Währungseffekten beeinflusst. Im zweiten Halbjahr 2018 kam es zu keinen starken Währungseffekten mehr. Im Gesamtjahr 2018 erhöhte sich der Konzernumsatz deutlich auf 461,3 Mio. EUR, ein Anstieg zum Vorjahr (395,6 Mio. EUR) von 16,6 % (währungsbereinigt: 19,2 %). Neben einem starken organischen Wachstum von 14,1 % (währungsbereinigt: 16,6 %) ist das Plus auf die Neuerwerbe RISA und Spacewell (ehemals: FASEAS / MCS Solutions Gruppe) zurückzuführen. Der Umsatzbeitrag von RISA betrug im Berichtsjahr über volle 12 Monate 5,7 Mio. EUR (Vorjahr November und Dezember: 0,7 Mio. EUR), der von Spacewell für die Monate September bis Dezember 5,0 Mio. EUR. Die Umsatzprognose in Höhe von 447 Mio. EUR bis 457 Mio. EUR wurde leicht übertroffen. UMSATZENTWICKLUNG UND UMSATZWACHSTUM
Umsatzentwicklung nach wiederkehrenden Umsätzen und SoftwarelizenzenZum hohen Umsatzwachstum im Jahr 2018 trugen vor allem wiederkehrende Umsätze, aber auch Erlöse aus Softwarelizenzen bei. Wachstumstreiber waren die wiederkehrenden Umsätze aus Serviceverträgen und Mietmodellen wie Subscription, die sich um 22,8 % (währungsbereinigt: 25,3 %) auf 225,8 Mio. EUR erhöhten (Vorjahr: 183,9 Mio. EUR). Der überproportionale Anstieg spiegelt den strategischen Wandel des Nemetschek Geschäftsmodells wider, neben Lizenzen auch Subscription anzubieten. Der Umsatz aus Subscription erhöhte sich deutlich überproportional zum Konzernwachstum um 63,5 % (währungsbereinigt: 69,0 %) auf 23,5 Mio. EUR (Vorjahr: 13,7 Mio. EUR). In Summe erhöhte sich der Anteil der wiederkehrenden Umsätze am Gesamtumsatz von 46,5 % im Vorjahr auf 49,0 %. Der Umsatzanteil an Subscription erhöhte sich von 3,4 % im Vorjahr auf 4,8 % im Berichtsjahr. Die Erlöse mit Softwarelizenzen stiegen um 11,2 % (währungsbereinigt: 13,9 %) auf 216,8 Mio. EUR (Vorjahr: 195,0 Mio. EUR). Der Anteil der Softwarelizenzen am Gesamtumsatz sank dementsprechend auf 47,0 % (Vorjahr: 49,3 %). Das prozentual zweistellige Wachstum in den beiden Bereichen bietet Nemetschek insgesamt eine solide Grundlage für weiteres Wachstum. UMSATZ NACH ERLÖSART IN %
Umsatz nach RegionenInsgesamt stiegen die Auslandsumsätze 2018 mit einem Plus von 19,8 % auf 331,2 Mio. EUR (Vorjahr: 276,4 Mio. EUR) deutlich stärker als die Umsätze in Deutschland. Im Heimatmarkt Deutschland, wo die Nemetschek Group bereits eine sehr starke Position innehat, erhöhten sich die Umsätze um 9,2 % auf 130,1 Mio. EUR (Vorjahr: 119,2 Mio. EUR). Der Anteil der im Ausland generierten Umsätze am Gesamtumsatz nahm strategiekonform auf 71,8 % (Vorjahr: 69,9 %) In allen Fokusregionen - Europa, Nordamerika und Asien - konnte die Nemetschek Group im Jahr 2018 ihre Marktposition ausweiten. In Europa trugen die Länder zum stärksten Wachstum bei, in denen die Nutzung der BIM-Methodik bereits etabliert bzw. weit fortgeschritten ist. Dazu zählen Großbritannien, das ein Wachstum von rund 30 % erzielte, sowie die nordischen Länder mit einem Wachstum von rund 17 %. Aber auch Osteuropa, darunter insbesondere Russland und Ungarn, zeigten ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum. Durch die starke Expansion, die Nemetschek in den vergangenen Jahren und auch 2018 in Übersee erzielte, ist Amerika mit einem Umsatzanteil von rund 32 % mittlerweile der größte Einzelabsatzmarkt des Konzerns. Das Erlöswachstum 2018 betrug in Amerika knapp 30 %. Die Region Asien / Pazifik verzeichnete ebenfalls ein prozentual zweistelliges Wachstum von 16 %, wobei der japanische Markt für die Nemetschek Group in dieser Region der größte ist. UMSATZVERTEILUNG NACH REGIONEN IN %
Entwicklung der SegmenteDas Segment Planen konnte im Geschäftsjahr 2018 erneut deutlich wachsen. Mit einem Plus von 9,8 % (währungsbereinigt: 11,4 %) stiegen die Umsätze auf 273,6 Mio. EUR (Vorjahr: 249,2 Mio. EUR). Dabei haben die drei großen Marken in diesem Segment - Graphisoft, Allplan, Vectorworks - ihre Wachstumsstrategie fortgesetzt und ihre Aktivitäten weiter internationalisiert. Graphisoft bearbeitete 2018 verstärkt den australischen Markt und gewann erste Großkunden. Allplan vertrieb erstmals ihre Ingenieurbaulösungen in den USA und Großbritannien. Auch die anderen Marken konnten deutliche Zuwächse verbuchen und Marktanteile in ihren Fokusregionen gewinnen. Das Segment Planen profitierte von einer steigenden Nachfrage nach 3D-Lösungen im Bereich Architektur und Ingenieurbauwesen und dem Übergang von 2D- zu 3D-Softwarelösungen, die durch die BIM-Regularien gefordert sind. Das organische Segmentwachstum lag bei 7,8 %. Das Segment Planen machte 59,3 % des Konzernumsatzes aus (Vorjahr: 63,0 %). Das Segment-EBITDA betrug 69,5 Mio. EUR (Vorjahr: 70,3 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge kam auf 25,4 % des Umsatzes (Vorjahr: 28,2 %).In dieser Entwicklung spiegeln sich auch hohe Wachstumsinvestitionen wider, die einhergehen mit einer weiteren Internationalisierung der jeweiligen Marken sowie der Weiterentwicklung des Lösungsportfolios. In diesem Zusammenhang investierte die Nemetschek Group in ihre brandübergreifenden strategischen Projekte, die das Ziel haben, vermehrt Großkunden aus den Bereichen Architektur und Ingenieurbauwesen vor allem mit Fokus in den USA zu adressieren. Das Segment Bauen blieb auch 2018 der Bereich mit dem stärksten Umsatzwachstum. Die Umsatzerlöse erhöhten sich um 29,2 % (währungsbereinigt: 34,0 %) auf 148,0 Mio. EUR (Vorjahr: 114,6 Mio. EUR). Damit machte das Segment mittlerweile 32,1 % (Vorjahr: 29,0 %) des Konzernumsatzes aus. Bluebeam, die mittlerweile größte Marke in der Nemetschek Group, konnte ihr starkes Wachstum aus den Vorjahren von gut 30 % aufrechterhalten, wobei die Marke sowohl in der Heimatregion Nordamerika als auch in Europa und Asien deutlich wuchs. Hinzu kam der Effekt aus dem von Bluebeam Mitte Juni akquirierten Unternehmen Project Atlas. Die Marke Nevaris zeigte ein prozentual deutlich zweistelliges Umsatzwachstum, das mit einer Ausweitung ihrer Marktposition in der DACH-Region einherging. Des Weiteren erwarb Nevaris Mitte Juli 100 % der Anteile an dem deutschen Marktführer für mobiles Baustellenmanagement 123erfasst.de GmbH. Das EBITDA im Segment Bauen legte aufgrund der starken operativen Entwicklung überproportional zum Umsatzwachstum zu. Mit einem Plus von 43,6 % erhöhte sich das EBITDA auf 38,2 Mio. EUR (Vorjahr: 26,6 Mio. EUR), was einer EBITDA-Marge von 25,8 % (Vorjahr: 23,2 %) entspricht. Auch in diesem Segment wurde strategisch investiert. Schwerpunkte waren Produktinnovationen, die weitere Internationalisierung und die Entwicklung einer gruppenweiten Kollaborationsplattform, um Informationsverluste zwischen den unterschiedlichen Disziplinen zu vermeiden. Das Segment Nutzen wurde im dritten Quartal mit der Akquisition von Spacewell (ehemals: FASEAS / MCS Solutions Gruppe) mit Sitz in Antwerpen deutlich gestärkt. Durch die Übernahme der neuen Marke eröffnet sich die Nemetschek Group den dynamisch wachsenden Markt im Gebäudemanagement. Der Segmentumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 71,3 % (währungsbereinigt: 72,1 %) auf 13,8 Mio. EUR (Vorjahr: 8,1 Mio. EUR). Organisch, ohne die ab September konsolidierte Spacewell, lag das Wachstum bei 8,8 %. Spacewell steuerte in den Monaten September bis Dezember 5,0 Mio. EUR zum Umsatz bei. Der Umsatzanteil des Segments Nutzen am Gesamtumsatz stieg auf 3,0 % (Vorjahr: 2,0 %). Das Segment-EBITDA stieg um 31,4 % auf 2,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1,9 Mio. EUR). Entsprechend lag die EBITDA-Marge unter dem Vorjahreswert von 23,4 % und erreichte 17,9 %. Den Rückgang spiegeln akquisitionsbedingte Kosten sowie die zum Gruppendurchschnitt noch unterdurchschnittliche EBITDA-Marge der Marke Spacewell wider. Ohne diese Effekte hätte die EBITDA-Marge 22,3 % betragen. Das Segment Media & Entertainment steigerte im Geschäftsjahr 2018 den Umsatz um 9,1 % (währungsbereinigt: 11,4 %) auf 25,9 Mio. EUR (Vorjahr: 23,8 Mio. EUR). Der Umsatzanteil des Segments belief sich auf 5,6 % (Vorjahr: 6,0 %). Das EBITDA stieg überproportional zum Umsatz um 19,6 % (währungsbereinigt: 22,1 %) auf 11,0 Mio. EUR (Vorjahr: 9,2 Mio. EUR), sodass die EBITDA-Marge weiter auf 42,6 % zulegte (Vorjahr: 38,8 %). UMSATZ NACH SEGMENTEN IN %
QUARTALSBETRACHTUNG: UMSATZ- UND ERGEBNISENTWICKLUNG
QUARTALSBETRACHTUNG: UMSATZ- UND ERGEBNISENTWICKLUNG
JAHRESBETRACHTUNG: UMSATZ UND ERGEBNISENTWICKLUNG
ErgebnisentwicklungDas operative Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 12,3% (währungsbereinigt: 13,0%) auf 121,3 Mio. EUR (Vorjahr: 108,0 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge lag bei 26,3% (Vorjahr: 27,3%) und damit im nachhaltig angestrebten Prognosekorridor von 25 % bis 27 %. Rein organisch wäre das EBITDA um 11,4% (währungsbereinigt: 12,1 %) gewachsen. Der zum Umsatzplus unterproportionale Anstieg des EBITDA resultierte aus einer leicht überproportionalen Kostenentwicklung. Hinzu kam, dass die akquirierte Marke Spacewell eine im Vergleich zum Gruppendurchschnitt unterproportionale EBITDA-Marge erwirtschaftete. Die Nemetschek Group investierte 2018 verstärkt in strategische Wachstumsprojekte wie die weitere Internationalisierung, die Entwicklung von Lösungen der neuen Generation sowie in markenübergreifende strategische Initiativen. Hinzu kamen Investitionen in interne IT-Strukturen, um die Effizienz im Konzern zu erhöhen. Diese Maßnahmen führten wie angekündigt zu zusätzlichen Investitionen von rund 10 Mio. EUR. Diese Investments sollen auch zukünftig der Nemetschek Group ein prozentual zweistelliges Wachstum ermöglichen. QUARTALSENTWICKLUNG VON UMSATZ UND EBITDA-MARGE
Die betrieblichen Aufwendungen vor Abschreibungen nahmen insgesamt um 18,2 % auf 345,5 Mio. EUR zu (Vorjahr: 292,4 Mio. EUR), vor allem aufgrund höherer sonstiger betrieblicher Aufwendungen. Der Materialaufwand erhöhte sich um 10,6% auf 14,3 Mio. EUR (Vorjahr: 12,9 Mio. EUR). In dieser Position spiegeln sich Umsätze mit Lösungen von Drittanbietern sowie intern genutzte Softwarelizenzen wider. Die Personalaufwendungen stiegen nahezu proportional zu den Umsatzerlösen um 16,2 % auf 200,6 Mio. EUR (Vorjahr: 172,6 Mio. EUR), im Wesentlichen aufgrund der im Jahresdurchschnitt um 14,6 % höheren Beschäftigtenzahl. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 22,2 % auf 130,7 Mio. EUR (Vorjahr: 106,9 Mio. EUR). Der Anstieg ist vornehmlich Folge des dynamischen Wachstums im operativen Geschäft und der damit einhergehenden Investitionen in externes Personal und EDV-Systeme sowie Rechts- und Beratungskosten, die vor allem im Zusammenhang mit den M&A-Aktivitäten standen. Neben den vorstehend beschriebenen Währungskurseffekten aus Translation (Umrechnung auf die Konzernwährung Euro) kam es 2018 auch zu Fremdwährungstransaktionen in Höhe von 0,2 Mio. EUR (Vorjahr: - 1,4 Mio. EUR). Dieser leicht positive Währungseffekt ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen enthalten. Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen erhöhten sich aufgrund von gestiegenen Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation (PPA-Abschreibungen) sowie höheren Investitionen in das Anlagevermögen von 21,6 Mio. EUR auf 23,5 Mio. EUR. Die Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation stiegen auf 14,7 Mio. EUR (Vorjahr: 13,5 Mio. EUR), bedingt durch die 2017 getätigten Akquisitionen von RISA (per 1. November 2017) sowie durch die 2018 erfolgten weiteren Zukäufe 123erfasst.de und Spacewell (ehemals: FASEAS / MCS Solutions Gruppe). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) verbesserte sich 2018 auf 97,8 Mio. EUR und lag damit um 13,1 % über dem Vorjahreswert (86,4 Mio. EUR). Das Finanzergebnis war im Wesentlichen geprägt durch die ertragswirksame Auflösung von bedingten Kaufpreisverpflichtungen (Earn-out-Verbindlichkeit) in Höhe von 2,1 Mio. EUR, die insbesondere für die Marke SDS/2 angefallen wären (Vorjahr: 7,6 Mio. EUR). Des Weiteren trug der Anteil am Ergebnis assoziierter Unternehmen mit 0,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1,1 Mio. EUR, bedingt durch einen Einmaleffekt von 0,9 Mio. EUR) zum Finanzergebnis bei. Im Berichtsjahr ergaben sich zudem Zinsaufwendungen in Höhe von 1,1 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR). Insgesamt belief sich das Finanzergebnis auf 2,0 Mio. EUR (Vorjahr: 8,0 Mio. EUR). Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag erhöhten sich von 17,6 Mio. EUR auf 23,2 Mio. EUR. Die Konzernsteuerquote lag mit 23,3 % über dem Niveau des Vorjahres (18,6 %). Im Vorjahr hatten sich insbesondere die 2017 in Kraft getretene US-Unternehmenssteuerreform sowie die Auflösung von latenten Steuerrückstellungen für unrealisierte Währungsgewinne aus konzerninternen Darlehen ausgewirkt. Aufgrund der Wertentwicklung des Euros zum US-Dollar reduzierten sich die Währungsgewinne deutlich, sodass die in den Vorjahren dafür gebildete latente Steuerrückstellung in Höhe von 1,7 Mio. EUR aufgelöst werden konnte. Die US-Steuerreform wirkte sich im Berichtsjahr mit 2,9 Mio. EUR positiv auf das Steuerergebnis aus, im Wesentlichen aufgrund der mit dem neuen Steuersatz zu bewertenden passiven latenten Steuern aus den Akquisitionen der Vorjahre. Das Periodenergebnis (Konzernergebnis nach Steuern) lag aufgrund der höheren Steueraufwendungen mit 76,6 Mio. EUR nahezu auf Vorjahresniveau (76,8 Mio. EUR). Der Jahresüberschuss (Anteilseigner der Nemetschek SE) nahm um 2,4 % auf 76,5 Mio. EUR zu (Vorjahr: 74,7 Mio. EUR). Das Ergebnis je Aktie betrug 1,99 EUR (Vorjahr: 1,94 EUR), ein Anstieg von 2,4 %. Bereinigt um die Vorjahres-Sondereffekte aus der Auflösung der Earn-out-Verbindlichkeit und im Steuerergebnis lag der Jahresüberschuss im Vorjahr (Anteil Anteilseigner) bei 62,4 Mio. EUR, sodass sich für 2018 ein Zuwachs um 22,5 % errechnet. Das bereinigte EPS im Jahr 2017 betrug dementsprechend 1,62 EUR. Bereinigt um PPA-Abschreibungen lag der Jahresüberschuss 2018 bei 88,1 Mio. EUR (Vorjahr: 85,2 Mio. EUR) und stieg damit um 3,4 %. Daraus errechnet sich ein Ergebnis je Aktie von 2,29 EUR (Vorjahr: 2,21 EUR). KONZERNKENNZAHLEN IM ÜBERBLICK
FinanzlageGrundzüge und Ziele des FinanzmanagementsDas vorrangige Ziel des Finanzmanagements ist es, die finanzielle Stabilität und Flexibilität sowie die Liquidität der Nemetschek Group zu sichern. Dies wird durch ein ausgewogenes Verhältnis von Eigen-zu Fremdkapital erreicht. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich im Konzern zum 31. Dezember 2018 auf 130,6 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: 79,9 Mio. EUR), im Wesentlichen bedingt durch die Neuaufnahme von Darlehen in Höhe von 86,0 Mio. EUR für Akquisitionen. Gegenläufig wirkten sich die planmäßigen Tilgungen der bestehenden Darlehen in Höhe von 38,0 Mio. EUR aus. Die Bilanzstruktur des Konzerns war zum Stichtag 31. Dezember 2018 mit einer Eigenkapitalquote von 43,0 % (Vorjahr: 49,5 %) weiterhin sehr solide. LiquiditätsanalyseZum 31. Dezember 2018 verfügte die Nemetschek Group über liquide Mittel in Höhe von 120,7 Mio. EUR, ein Anstieg um 16,2 % gegenüber dem Vorjahreswert (104,0 Mio. EUR). Dies entspricht einem Anteil von 3,13 EUR (Vorjahr: 2,70 EUR) pro dividendenberechtigter Aktie. Trotz der im Geschäftsjahr erfolgten Tilgungen aus Akquisitionsdarlehen in Höhe von 38,0 Mio. EUR und der 2018 erfolgten Dividendenausschüttung in Höhe von 28,9 Mio. EUR besitzt der Konzern damit genügend Liquiditätsreserven, um weiter organische und anorganisch zu wachsen. Der Vorstand verfolgt dabei eine nachhaltige Dividendenpolitik, die unverändert eine Ausschüttung von 25% bis 30% des operativen Cashflows an die Aktionäre vorsieht. Bei der Anlage der überschüssigen Liquidität steht grundsätzlich die kurzfristige, risikolose Verfügbarkeit über dem Ziel der Ertragsmaximierung, um im Falle möglicher Akquisitionen schnell auf vorhandene Mittel zurückgreifen zu können. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 bestanden Euro-Kreditverbindlichkeiten in Höhe von 130,6 Mio. EUR aufgrund von Unternehmenserwerben. Die Verzinsung für die Darlehen liegt zwischen 0,42 % p. a. und 1,03 % p. a. Die Nettoliquidität des Konzerns zum Stichtag 31. Dezember ging damit auf -9,9 Mio. EUR zurück (Vorjahresstichtag: 24,0 Mio. EUR). Zur Sicherstellung eines effizienten Cash- und Liquiditätsmanagements nimmt die Nemetschek SE als Mutterunternehmen ein Cash-Pooling mit ausgewählten Tochtergesellschaften vor. Weitere liquide Mittel fließen der obersten Konzerngesellschaft über die jährlichen Ausschüttungen der Tochtergesellschaften zu. Entwicklung des CashflowsDer Perioden-Cashflow des Konzerns legte 2018 um 11,7% auf 121,3 Mio. EUR zu (Vorjahr: 108,5 Mio. EUR), im Wesentlichen bedingt durch das höhere Jahresergebnis vor Steuern. Der operative Cashflow konnte 2018 leicht um 2,4% auf 99,7 Mio. EUR (2017: 97,4 Mio. EUR) gesteigert werden. Dessen Entwicklung war vornehmlich geprägt durch höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Anstieg resultierte aus dem nachhaltigen Wachstum in den vergangenen Geschäftsjahren. Ebenfalls deutlich stiegen die sonstigen Vermögenswerte an, die neben höheren aktiven Rechnungsabgrenzungsposten zwei Sonderfaktoren enthalten. Zum einen ist ein Zahlungsanspruch in Höhe von 4,1 Mio. EUR aus einem Investitionszuschuss ausgewiesen, zum anderen wurde als Sicherheit für ein angemietetes Gebäude in den USA der Betrag von 5,2 Mio. EUR auf einem separaten Bankkonto hinterlegt. Wegen der Verfügungsbeschränkungen wurde dieser Betrag nicht mehr den Zahlungsmitteln zugewiesen. Gegenläufig auf den operativen Cashflow wirkten sich das hohe Wachstum bei den Software-Serviceverträgen mit den entsprechenden wiederkehrenden Umsätzen aus sowie die Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten, die bedingt durch Akquisitionsnebenkosten zunahmen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug -74,4 Mio. EUR (Vorjahr: -54,6 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2018 sind im Wesentlichen der Erwerb der 123erfasst.de sowie von Spacewell (ehemals: FASEAS/MCS Solutions Gruppe) in Höhe von zusammen 63,1 Mio. EUR (abzüglich erworbener Finanzmittel) sowie Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen in das Anlagevermögen in Höhe von 11,3 Mio. EUR (Vorjahr: 8,8 Mio. EUR) enthalten. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag bei -10,4 Mio. EUR (Vorjahr: -44,8 Mio. EUR). Im Wesentlichen spiegelt sich hier die Aufnahme von Akquisitionsdarlehen in Höhe von 86,0 Mio. EUR wider. Des Weiteren wirkten sich die Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2017 (28,9 Mio. EUR), die Tilgung von Darlehen (38,0 Mio. EUR), die Auszahlungen für die Erhöhung der Anteile auf 100 % an der Maxon Gruppe (27,0 Mio. EUR) sowie die Ausschüttungen an Gesellschaften mit Minderheitenanteilen (1,7 Mio. EUR) aus. Der Finanzmittelfonds betrug zum Jahresende 120,7 Mio. EUR (Jahresbeginn: 104,0 Mio. EUR). CASHFLOW-BETRACHTUNG IN MIO. EUR
Steuerung von LiquiditätsrisikenLiquiditätsrisiken entstehen, wenn Kunden nicht in der Lage sind, etwaige Verpflichtungen gegenüber der Nemetschek Group im Rahmen der normalen Handelsbedingungen zu erfüllen. Zur Steuerung dieses Risikos nimmt das Unternehmen periodisch eine Einschätzung der Zahlungsfähigkeit seiner Kunden vor. Die hohe Kreditwürdigkeit der Nemetschek Group erlaubt die Beschaffung von weiteren liquiden Mitteln in ausreichendem Maße. Darüber hinaus bestanden zum 31. Dezember 2018 noch nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 24,5 Mio. EUR. Nemetschek überwacht laufend das Risiko eines Liquiditätsengpasses mittels monatlicher Liquiditätsplanungen. Hierbei werden die Laufzeiten der finanziellen Vermögenswerte (Forderungen, Festgeldanlagen etc.) sowie erwartete Cashflows aus der Geschäftstätigkeit berücksichtigt. Das Ziel ist, den kontinuierlichen Finanzmittelbedarf kontinuierlich zu decken und zugleich Flexibilität in der Finanzierung zu wahren. InvestitionsanalyseUm im AEC-Markt eine führende Marktposition zu sichern und kontinuierlich neue Anwendungsbereiche zu erschließen, sind sowohl Investitionen in Kapazitätserweiterungen als auch Ersatz- und Rationalisierungsmaßnahmen erforderlich. Die Finanzierung dieser Investitionen erfolgt aus dem operativen Cashflow. Die Dividendenausschüttung orientiert sich ebenfalls am operativen Cashflow. Insgesamt investierte die Nemetschek Group im Berichtsjahr 11,3 Mio. EUR (Vorjahr: 8,8 Mio. EUR) in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Das Segment Planen investierte 7,3 Mio. EUR (Vorjahr: 6,9 Mio. EUR) in das Anlagevermögen, gefolgt vom Segment Bauen mit 3,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1,4 Mio. EUR) und Media & Entertainment mit 0,4 Mio. EUR (Vorjahr: 0,3 Mio. EUR). Im Segment Nutzen lagen die Investitionen bei 0,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf selbst geschaffene Vermögenswerte beliefen sich im Jahr 2018 auf 0,8 Mio. EUR (Vorjahr: 1,1 Mio. EUR). VermögenslageDie Konzern-Bilanzsumme zum 31. Dezember 2018 stieg um 26,0 % auf 580,6 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: 460,8 Mio. EUR). Auf der Aktivseite der Konzernbilanz erhöhten sich die kurzfristigen Vermögenswerte von 159,1 Mio. EUR um 27,1 % auf 202,2 Mio. EUR per 31. Dezember 2018. Ursächlich waren im Wesentlichen die um 16,8 Mio. EUR gestiegenen liquiden Mittel sowie die um 14,7 Mio. EUR höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Anstieg der Forderungen resultierte dabei zum einen aus dem starken Umsatzwachstum und zum anderen aus Akquisitionen (3,1 Mio. EUR). Bedingt durch höhere Vorauszahlungen sowie Steuergutschriften ergaben sich zum Stichtag 31. Dezember 2018 Steuerforderungen in Höhe von 4,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,9 Mio. EUR). Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte enthalten in Höhe von 4,1 Mio. EUR einen Investitionszuschuss für Mietereinbauten. Die langfristigen Vermögenswerte stiegen insgesamt um 76,6 Mio. EUR auf 378,3 Mio. EUR. Dabei nahm der Geschäfts- oder Firmenwert von 192,7 Mio. EUR auf 244,3 Mio. EUR zu (+26,8 %), im Wesentlichen aufgrund der Akquisitionen von 123erfasst.de und Spacewell (ehemals: FASEAS / MCS Solutions Gruppe). Der Anstieg des Sachanlagevermögens von 14,9 Mio. EUR auf 17,6 Mio. EUR resultierte aus den getätigten Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen. Die Anteile an assoziierten Unternehmen erhöhten sich aufgrund des auf Nemetschek entfallenden Ergebnisses der DocuWare Gruppe sowie der Nemetschek OOD auf 4,0 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: 3,6 Mio. EUR). Auf der Passivseite stiegen die kurzfristigen Schulden um 34,1 % auf 222,3 Mio. EUR (31. Dezember 2017: 165,7 Mio. EUR). Diese Position enthält unter anderem Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie Rückstellungen und abgegrenzte Schulden, die innerhalb eines Jahres fällig und aus dem laufenden operativen Cashflow gedeckt sind. Die Position "Kurzfristige Darlehen" beinhaltet mit 42,0 Mio. EUR den in den kommenden 12 Monaten fälligen Rückzahlungsbetrag der langfristigen Akquisitionsdarlehen sowie einen kurzfristigen Terminkredit von 12,0 Mio. EUR. Die Schulden aus Lieferungen und Leistungen stiegen auf 12,9 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: 8,2 Mio. EUR), im Wesentlichen bedingt durch Akquisitionsnebenkosten. Die Zunahme der Rückstellungen auf 40,6 Mio. EUR (Vorjahr: 35,5 Mio. EUR) sowie der Umsatzabgrenzungen auf 95,1 Mio. EUR (Vorjahr: 68,1 Mio. EUR) ist ebenfalls auf das deutlich ausgeweitete Geschäftsvolumen zurückzuführen. Die langfristigen Schulden erhöhten sich, hauptsächlich aufgrund der für Akquisitionen neu aufgenommen Bankdarlehen, von 67,1 Mio. EUR auf 108,7 Mio. EUR (+62,0 %). Die passiven latenten Steuern nahmen, ebenfalls akquisitionsbedingt, auf 17,2 Mio. EUR zu (31. Dezember 2017: 13,5 Mio. EUR). Die sonstigen langfristigen finanziellen Verpflichtungen stiegen von 1,7 Mio. EUR auf 4,1 Mio. EUR; in dieser Position sind im Wesentlichen die nachträglichen Kaufpreisverpflichtungen aus der Akquisition von 123erfasst. de (2,7 Mio. EUR) sowie aus dem Erwerb der nicht beherrschenden Anteile an der Maxon GmbH (1,5 Mio. EUR) enthalten. Die Eigenkapitalquote verringerte sich zum Ende des Jahres auf weiterhin solide 43,0 % (Vorjahresstichtag: 49,5 %). Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus einem bilanziellen Sondereffekt: Bedingt durch den Erwerb der nicht beherrschenden Anteile an der Maxon Gruppe wurden insgesamt 29,1 Mio. EUR mit den Gewinnrücklagen des Konzerns verrechnet. Die kurzfristige Fremdkapitalquote lag bei 38,3 % der Bilanzsumme (Vorjahresstichtag: 36,0 %) und die langfristige Fremdkapitalquote bei 18,7 % (Vorjahresstichtag: 14,6 %). Im Geschäftsjahr 2018 wirkten sich Währungsveränderungen durch die Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen im Konzernabschluss mit 5,1 Mio. EUR positiv auf die im Eigenkapital erfassten Umrechnungseffekte aus. Wie in den Vorjahren ermittelte die Nemetschek Group im Rahmen des Wertminderungstests für den Geschäfts- und Firmenwert die Kapitalkosten für jede Einheit, die Zahlungsmittel generiert (WACC = Weighted Average Cost of Capital). Der risikofreie Zinssatz wird unter Anwendung der Svensson-Methode ermittelt und lag zum 31. Dezember 2018 bei 1,00 % (Vorjahr: 1,25 %). Die Marktrisikoprämie wurde mit 6,5 % (Vorjahr: 7,00 %) angesetzt. Darüber hinaus wurden, sofern notwendig, Länderrisikoprämien berücksichtigt. Es ergeben sich damit Kapitalkostensätze vor Steuern in einer Bandbreite von 11,48% bis 13,83% (Vorjahr: 11,12% bis 13,21 %). KENNZAHLEN DER BILANZ
Bilanzkennzahlen zu den Segmenten sind dem Anhang zu entnehmen. ÜBERSICHT DER BILANZ IN MIO. EUR
Mitarbeiter der Nemetschek GroupHochqualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und dauerhaft an das Unternehmen zu binden, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die gesamte Softwarebranche und somit auch für die Nemetschek Group. Das Unternehmen beschäftigt weltweit nahezu ausschließlich Angestellte mit qualifiziertem Berufsabschluss oder einer Hochschulausbildung. Zahlreiche Mitarbeiter sind Architekten und Ingenieure, was die starke Verwurzelung des Unternehmens in der AEC-Branche belegt. Ein hohes Maß an Motivation und Identifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein Kernelement für den weltweiten Erfolg der Nemetschek Group. Das Unternehmen fördert dies durch die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen und eines positiven Arbeitsumfelds. Zu den bestmöglichen Arbeitsbedingungen zählt zudem ein umfassendes Weiterbildungsprogramm mit internen und externen Schulungen. Dieser Ansatz unterstützt Nemetschek darin, Talente zu binden und weiterzuentwickeln. Technologische Trends und strategische Themen werden bei der Ressourcenplanung berücksichtigt, z. B. um erforderliches Industriewissen sowie fachliche Kompetenzen aufzubauen. Der Ressourcenmanagementprozess ist sowohl von der Nemetschek SE als auch von den Marken der Gruppe definiert. Ein Arbeitsplatzwechsel von Mitarbeitern innerhalb der Gruppe ist möglich, um den Wissensabfluss zu minimieren und hochqualifizierten Mitarbeitern interne Karriereperspektiven und Weiterentwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Über ein umfassendes Kontaktnetz mit Hochschulen und akademischen Instituten weltweit stellt die Nemetschek Group eine starke Verbindung zu Nachwuchskräften sicher. Diese Beziehungen sind zudem wichtig, um den Markennamen an Hochschulen zu etablieren, indem Lehrstühlen Lizenzen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Nemetschek ist durch die starke Präsenz an führenden Hochschulen und akademischen Instituten in der Lage, die richtigen jungen Talente zu rekrutieren und somit die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Dabei achtet Nemetschek darauf, ein ausgewogenes Verhältnis von jungen und erfahrenen Mitarbeitern zu haben, um am Markt weiterhin erfolgreich zu sein. Mitarbeiter werden entsprechend ihrer Qualifikationen und Stärken den Arbeitsaufgaben, den jeweiligen Teams und Projekten zugeteilt, um ein höchstmögliches Maß and Produktivität zu erreichen. Die Etablierung funktionsübergreifender, vernetzter Teams für z. B. gruppenweite strategische Projekte bietet darüber hinaus den Mitarbeitern Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Für Nemetschek hat eine solche lernfähige und agile Organisation den Vorteil, dynamisch auf Veränderungen im Unternehmensumfeld reagieren und den Wissenstransfer innerhalb der Gruppe intensivieren zu können. Die Markengesellschaften sind bestrebt, ihren Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Dies wird unter anderem durch flexible Arbeitszeitregelungen gewährleistet. Die konkrete Gestaltung variiert und ist auch abhängig von landesspezifischen Regelungen. Das Gleiche gilt für Angebote von Teilzeitarbeit und Elternzeit. Wettbewerbsfähige Vergütungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten sind wichtige Anreize, um Mitarbeiter zu rekrutieren und an das Unternehmen zu binden. Diese erhalten je nach Standort und Größe der Markengesellschaft auch Sonderleistungen wie beispielsweise Dienstwagen, betriebliche Altersvorsorge oder Zuschüsse zu Kantinenmahlzeiten. Darüber hinaus gibt es in den meisten Markenunternehmen der Gruppe eine leistungsorientierte Vergütung, die erheblich zur Mitarbeitermotivation beiträgt. Bemessungskriterien sind zumeist die finanziellen Leistungsindikatoren Umsatz und operatives Ergebnis der jeweiligen Marke sowie das Erreichen persönlicher Ziele. Die Ziele werden individuell und je nach Aufgabengebiet des Mitarbeiters definiert, wobei die Führungskraft sicherstellt, dass sie den gruppenweiten Unternehmenszielen konform gehen. Der Zielvereinbarungsprozess dient der Steigerung der Effizienz und soll zudem sicherstellen, dass strategische Ziele konsistent umgesetzt werden. Darüber hinaus können auf diese Weise Stärken und Erwartungen der Mitarbeiter identifiziert und mit adäquaten Aufgaben belegt werden. Die Nemetschek Group beschäftigte zum 31. Dezember 2018 weltweit 2.587 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 2.142). Das ist ein Zuwachs von 445 Personen bzw. 20,8 %. Mitarbeiter in Elternzeit, freie Mitarbeiter und Langzeitkranke bleiben bei dieser Betrachtung unberücksichtigt. Die Zahl zum Jahresende beinhaltet 170 Beschäftigte, die durch die Akquisition der Spacewell (ehemals: FASEAS / MCS Solutions Gruppe) Ende August hinzukamen. Bereinigt um diesen Effekt errechnet sich eine Steigerung der Mitarbeiterzahl im Stichtagsvergleich um 258 Personen bzw. 12,0 %. Der Anteil von Frauen an der Gesamtbeschäftigtenzahl lag Ende 2018 nahezu unverändert bei 35 % (Vorjahr: 34 %). Bei der Auswahl geeigneter Kandidaten für Führungspositionen achtet Nemetschek auf eine möglichst ausgewogene Besetzung der Stellen mit männlichen und weiblichen Bewerbern. Mit 75 % (Vorjahresstichtag: 72 %) war die Mehrzahl der Mitarbeiter der Nemetschek Group zum Jahresende 2018 außerhalb Deutschlands beschäftigt. VERTEILUNG DER MITARBEITER NACH REGIONEN
Der Personalaufwand stieg im Jahr 2018 um 16,2 % auf 200,6 Mio. EUR (Vorjahr: 172,6 Mio. EUR), was zu einer Personalaufwandsquote (Personalaufwand / Umsatz) von 43,5 % führte (Vorjahr: 43,6 %). Im Jahresdurchschnitt 2018 beschäftigte die Nemetschek Group weltweit 2.367 Personen, ein Anstieg von 14,6 % zum Vorjahr (2.065). Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl im Bereich Forschung und Entwicklung lag bei 962 (Vorjahr: 849), das waren 40,6 % der Gesamtbelegschaft (Vorjahr: 41,1 %). In den Bereichen Vertrieb, Marketing und Hotline arbeiteten im Durchschnitt 1.084 Mitarbeiter (Vorjahr: 927). Hinzu kamen 321 Mitarbeiter (Vorjahr: 288) in der Administration (inklusive 14 Auszubildende nach 17 im Vorjahr). Auszubildende werden primär in den kaufmännischen Abteilungen sowie in den Bereichen IT und Entwicklung beschäftigt. PERSONALSTRUKTUR
Weitere Informationen zum Thema Mitarbeiter sind der nicht finanziellen Erklärung (Punkt 2) zu entnehmen. 3.4 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Nemetschek SEDie folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Nemetschek SE als Muttergesellschaft der Nemetschek Group. Die Angaben erfolgen auf der Grundlage der Vorschriften des Handelsgesetzbuches über die Rechnungslegung von großen Kapitalgesellschaften und des Aktiengesetzes. Das Ergebnis der Nemetschek SE ist abhängig von den Ergebnissen der direkt und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften. Umsatzentwicklung und ErtragslageDer Umsatz der Nemetschek SE im Berichtsjahr in Höhe von 5,3 Mio. EUR (Vorjahr: 4,0 Mio. EUR) resultierte im Wesentlichen aus Einnahmen aus der Lizenzierung der Dachmarke "A Nemetschek Company". Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen auf 3,0 Mio. EUR (Vorjahr: 0,6 Mio. EUR). Ursache hierfür waren unter anderem eine Zuschreibung auf eine Finanzanlage in Höhe von 1,6 Mio. EUR und eine Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 0,7 Mio. EUR. Die betrieblichen Aufwendungen von 13,1 Mio. EUR (Vorjahr: 11,8 Mio. EUR) beinhalten Personalkosten, Beratungskosten und an Tochtergesellschaften weiter verrechnete sonstige betriebliche Aufwendungen. Die Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 48,2 Mio. EUR (Vorjahr: 35,7 Mio. EUR) betreffen Ausschüttungen der Tochtergesellschaften. Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von 24,9 Mio. EUR (Vorjahr: 24,8 Mio. EUR) resultieren aus den Gewinnabführungen der Allplan GmbH und der Frilo GmbH. Der Jahresüberschuss der Nemetschek SE stieg auf 61,4 Mio. EUR (Vorjahr: 47,5 Mio. EUR). VermögenslageDie Bilanz der Nemetschek SE per 31. Dezember 2018 ist im Wesentlichen durch die Finanzanlagen in Höhe von 427,2 Mio. EUR (Vorjahr: 355,8 Mio. EUR) geprägt. Der weitaus größte Anteil mit 423,3 Mio. EUR (Vorjahr: 332,1 Mio. EUR) entfiel dabei auf verbundene Unternehmen. Der starke Anstieg im Stichtagsvergleich resultierte mit 47,6 Mio. EUR aus der Akquisition der Spacewell (ehemals: FASEAS / MCS Solutions Gruppe), mit 27,5 Mio. EUR aus dem Erwerb des restlichen 30 %-Anteils an der Maxon Computer GmbH, mit 14,5 Mio. EUR aus der Kapitalerhöhung an der Nevaris Gruppe und mit 1,6 Mio. EUR aus einer Zuschreibung auf den Beteiligungsansatz an der Nevaris Gruppe. Die Kapitalerhöhung wurde für den Erwerb der 123erfasst.de GmbH verwendet. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen gingen gegenüber dem Vorjahr aufgrund von Darlehenstilgungen um 21,6 Mio. EUR zurück. Des Weiteren wurden neue langfristige Darlehen an Konzerngesellschaften in Höhe von 1,8 Mio. EUR ausgereicht. Beim Umlaufvermögen bestanden zum Bilanzstichtag Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von 23,3 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: 20,6 Mio. EUR). Die liquiden Mittel beliefen sich Ende 2018 auf 8,1 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: 2,8 Mio. EUR). Die Passivseite der Einzelbilanz ist geprägt durch die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Bedingt durch planmäßige Tilgungen und Neuaufnahmen stiegen diese auf 127,8 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: 79,8 Mio. EUR). Das Eigenkapital erhöhte sich um 32,5 Mio. EUR. Dem Jahresergebnis aus dem laufenden Geschäftsjahr in Höhe von 61,4 Mio. EUR stand die Dividendenzahlung für das Jahr 2017 (28,9 Mio. EUR) gegenüber. Die Eigenkapitalquote der Nemetschek SE betrug zum Stichtag 58,4 % (Vorjahresstichtag: 62,4 %). Die Rückstellungen sanken um 3,7 Mio. EUR auf 6,9 Mio. EUR, vor allem wegen niedrigerer Steuerrückstellungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultierten im Wesentlichen aus dem Cash-Pooling und sonstigen Finanzierungstätigkeiten innerhalb der Nemetschek Group. Ihr Anstieg um 3,9 Mio. EUR auf 54,3 Mio. EUR war im Wesentlichen Folge höherer Verbindlichkeiten aus dem Cash-Pooling mit Konzerngesellschaften. Im Geschäftsjahr 2018 bestanden mit folgenden Tochtergesellschaften Ergebnisabführungsverträge und Beherrschungsverträge: Allplan GmbH und Frilo GmbH. Zwischen der Allplan GmbH und der Allplan Deutschland GmbH und der Allplan GmbH und der Allplan Development Germany GmbH bestanden ebenfalls Ergebnisabführungsverträge und Beherrschungsverträge. FinanzlageDie Investitionstätigkeit der Nemetschek SE war im Geschäftsjahr 2018 im Wesentlichen geprägt durch den Erwerb der Spacewell (ehemals: FASEAS / MCS Solutions Gruppe), dem Erwerb des restlichen 30 %-Anteils an der Maxon Computer GmbH und der Kapitalerhöhung an der Nevaris Software GmbH (für den Erwerb der 123erfasst.de GmbH). Die Anschaffungskosten inklusive Nebenkosten betrugen 89,6 Mio. EUR. Die Finanzierungstätigkeit der Nemetschek SE beinhaltete im Wesentlichen Tilgungsleistungen in Höhe von 38,0 Mio. EUR sowie die Dividendenzahlung in Höhe von 28,9 Mio. EUR (Vorjahr: 25,0 Mio. EUR). Gegenläufig ergaben sich Mittelzuflüsse aufgrund der Aufnahme mehrerer Bankkredite in Höhe von insgesamt 86,0 Mio. EUR. Im Geschäftsjahr wurden Zinszahlungen für aufgenommene Kreditverbindlichkeiten in Höhe von 0,8 Mio. EUR geleistet. Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit flossen der Gesellschaft im Wesentlichen Finanzmittel aus Cash-Pooling-Transaktionen sowie Ausschüttungen ausgewählter Tochtergesellschaften zu. Die liquiden Mittel stehen zum Stichtag mit 8,1 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: 2,8 Mio. EUR) zu Buche. Mitarbeiter der Nemetschek SEIm Jahresdurchschnitt 2018 beschäftigte die Nemetschek SE 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 37). Auch die Mitarbeiter in der Holding erhalten verschiedene Sonderleistungen, beispielsweise Angebote zur betrieblichen Altersversorgung, Dienstwagen und Zuschüsse zu Kantinenmahlzeiten. Auch bei der Nemetschek SE gibt es eine leistungsorientierte Vergütung. Bemessungskriterien sind zumeist die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns sowie das Erreichen persönlicher Ziele. Teilweise wird dahin gehend differenziert, dass Führungskräfte primär am Gesamterfolg des Unternehmens gemessen werden, während die variable Vergütung der übrigen Mitarbeiter von der Erreichung von individuellen oder auch von Teamzielen abhängt. Ausblick der Nemetschek SEDie zukünftige Entwicklung der Nemetschek SE mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken ist maßgeblich beeinflusst von den im Chancen- und Risikobericht ausgeführten Prognosen des Nemetschek Konzerns. Abgeleitet aus den Planungen des Konzerns erwartet die Nemetschek SE auch im Geschäftsjahr 2019 einen Anstieg des Beteiligungsergebnisses. Die Nemetschek SE geht dementsprechend von einer weiterhin positiv verlaufenden Ertragsentwicklung und einem über dem abgelaufenen Geschäftsjahr liegenden Jahresergebnis für das Geschäftsjahr 2019 aus. 4 Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten GeschäftsverlaufDie Nemetschek Group veröffentlichte Ende März 2018 den Konzernabschluss 2017 und ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2018. Zudem veröffentlichte die Nemetschek Group erstmals ein mittelfristiges Ziel. Der Vorstand prognostizierte für das Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz in einer Bandbreite von 447 Mio. EUR bis 457 Mio. EUR und damit ein Wachstum 13 % bis 15,5 %. Gleichzeitig kündigte die Nemetschek Group für 2018 rund 10 Mio. EUR strategische Investitionen auf Konzern- und Markenebene an, um das zweistellige Wachstum nachhaltig fortzuführen. Die Konzern-EBITDA-Marge wurde trotz Investitionen in dem bereits in der Vergangenheit und auch zukünftig angestrebten Korridor zwischen 25 % und 27 % erwartet. Auf Segmentbasis erwartete die Nemetschek Group in den Segmenten Planen und Nutzen ein prozentual zweistelliges Umsatzwachstum, das in einem ähnlichen Korridor liegen sollte wie das geplante organische Gruppenwachstum. Im Segment Bauen wurde mit Wachstumsraten über dem Gruppendurchschnitt und im Segment Media & Entertainment mit einem Umsatzwachstum leicht unter dem durchschnittlichen Wachstum gerechnet. Die Nemetschek Group hat 2018 trotz negativer Währungseffekte ihre wirtschaftlichen Ziele in Bezug auf Umsatz und EBITDA-Marge übertroffen bzw. erreicht. Der Konzernumsatz stieg um 16,6 % auf 461,3 Mio. EUR und lag damit über dem Prognosekorridor von 447 Mio. EUR bis 457 Mio. EUR. Währungsbereinigt war das Wachstum mit 19,2 % noch höher. Auch bereinigt um die neu akquirierte Spacewell konnte ein Umsatzzuwachs von 14,1 % (währungsbereinigt: 16,6 %) erzielt werden. Auch auf Segmentbasis wurden die gesteckten Ziele erreicht. Die EBITDA-Marge mit 26,3 % lag im prognostizierten Korridor von 25 % bis 27 %. ÜBERSICHT DER PROGNOSEN ZU IST-ZAHLEN IM GESCHÄFTSJAHR 2018
Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des KonzernsDie Nemetschek Group blickt auf ein sehr starkes Geschäftsjahr 2018 mit einem prozentual deutlich zweistelligen Umsatzwachstum und einem nahezu ebenso starken EBITDA-Anstieg zurück. Damit reiht sich das Jahr in eine Serie von mittlerweile neun aufeinanderfolgenden Rekordjahren bei Umsatz und Ertrag ein. Die hohen Wachstumsziele für 2018 bei Umsatz und EBITDA-Marge wurden übertroffen bzw. erreicht. Wachstumstreiber waren sowohl die organische operative Geschäftsentwicklung als auch die getätigten Akquisitionen der Marken Spacewell, die erstmals zum September konsolidiert wurde, sowie RISA, die 2018 erstmals über 12 volle Monate konsolidiert wurde. Im Geschäftsjahr 2018 wurden die wesentlichen strategischen Initiativen weiter vorangetrieben, allen voran die Internationalisierung, die Weiterentwicklung der Lösungen der nächsten Generation und die Adressierung neuer Kunden. Parallel dazu schuf Nemetschek mit zukunftsorientierten Investitionen in markenübergreifende strategische Initiativen, die sich auf rund 10 Mio. EUR beliefen, die Basis für weiteres prozentual zweistelliges Wachstum in den kommenden Jahren. 5 Chancen- und RisikoberichtChancen- und RisikomanagementDas unternehmerische Handeln der Nemetschek Group ist mit Chancen und Risiken verbunden, die vor allem durch die Vielfalt der Geschäftstätigkeiten geprägt sind. Zu ihrer frühzeitigen Erkennung, zur Bewertung und zum richtigen Umgang mit den Chancen und Risiken wird ein Risikomanagement- und Kontrollsystem eingesetzt. Ziel der Nemetschek Group ist es, ihre nationale und internationale Marktposition kontinuierlich zu erweitern, ihre Lösungen weiterzuentwickeln und an Markt- und Kundenbedürfnisse anzupassen, um weitere Marktanteile zu gewinnen. Dazu sollen alle Chancen bestmöglich genutzt und Risiken frühzeitig erkannt werden, um geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Das Chancenmanagement ist gekennzeichnet durch das Leitmotiv, nachhaltig und profitabel zu wachsen und den Unternehmenswert langfristig zu steigern, und ist an das Risikomanagementsystem angelehnt. Die damit immanent einhergehenden Risiken müssen frühzeitig erkannt, in ihrem Ausmaß identifiziert und professionell gehandhabt werden, um den zukünftigen Erfolg der Nemetschek Group sicherzustellen. Die generelle Verantwortung für das frühe Erkennen von Risiken und für eventuelle Gegenmaßnahmen liegt beim Vorstand. Dabei unterstützen ihn die Geschäftsführer der Tochtergesellschaften sowie die definierten Risk-Owner und die Risk-Manager der Tochtergesellschaften und der Nemetschek SE. In den Verantwortungsbereich der Risk-Manager fällt die Zusammenfassung, Bewertung, Auswertung und Berichterstattung der Risiken und der zugehörigen Gegenmaßnahmen. Die Risk-Owner sind für die kontinuierliche Identifizierung, Bewertung und Steuerung der Risiken in den strategischen sowie operativen Bereichen zuständig. Wesentlicher Bestandteil des Risikomanagementsystems ist auch das Internal Audit, das kontinuierlich die Funktionstüchtigkeit sowie Effektivität der Prozesse überwacht. Risiken werden quantitativ und qualitativ konzernweit nach einheitlichen Kriterien und Kategorien zur besseren Vergleichbarkeit bewertet. Vierteljährlich wird im Rahmen einer Risikoinventur die aktuelle Risikolage der Nemetschek Group aktualisiert und dokumentiert. Gleichzeitig ist der Vorstand verantwortlich für das Erkennen und die Steuerung von Chancen, die im Einklang mit der Geschäftstätigkeit stehen und zusätzliches Wachstumspotenzial für die Nemetschek Group ermöglichen können. Im Chancenmanagement werden demnach relevante und umsetzbare Chancen evaluiert, die in der bisherigen Planung nicht berücksichtigt waren, die die strategischen Ziele unterstützen und einen Wettbewerbsvorteil bieten. Die Geschäftsführungen und strategischen Analysten in den Tochtergesellschaften unterstützen den Vorstand dabei, bestehende Chancen zu identifizieren, analysieren und zu bewerten und Handlungsalternativen vorzuschlagen. Chancen werden mithilfe von Geschäftsmodellen quantitativ und qualitativ bewertet. Das Chancenmanagement wird bei der Nemetschek Group als kontinuierliche Aufgabe verstanden. Rechnungslegungsbezogenes Risikomanagementsystem und internes KontrollsystemGenerell umfassen das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem auch die rechnungslegungsbezogenen Prozesse sowie sämtliche Risiken und Kontrollen im Hinblick auf die Rechnungslegung. Dies bezieht sich auf alle Teile des Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems, die wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben könnten. Ziel des Risikomanagementsystems im Hinblick auf die Rechnungslegungsprozesse ist die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die der Konformität des Konzernabschlusses mit den anzuwendenden Vorschriften entgegenstehen könnten. Identifizierte Risiken sind hinsichtlich ihres Einflusses auf den Konzernabschluss zu bewerten. Ziel des internen Kontrollsystems ist es, durch die Einrichtung von Kontrollen eine hinreichende Sicherheit herzustellen, sodass der Konzernabschluss trotz der identifizierten Risiken im Einklang mit den relevanten Vorschriften steht. Sowohl das Risikomanagementsystem als auch das interne Kontrollsystem beziehen sich auf die Nemetschek SE und auf alle für den Konzernabschluss relevanten Tochtergesellschaften mit sämtlichen für die Abschlusserstellung maßgeblichen Prozessen. Die für die Rechnungslegung relevanten Kontrollen richten sich insbesondere auf das Risiko einer wesentlichen Fehlaussage im Konzernabschluss. Bei der Beurteilung der Wesentlichkeit von Fehlaussagen wird dabei auf die Wahrscheinlichkeit des Eintritts und die Auswirkung auf Umsatz, EBITDA und Bilanzsumme abgestellt. Des Weiteren spielen der Kapitalmarkt und der Einfluss auf den Aktienkurs eine wesentliche Rolle. Wesentliche Elemente zur Risikosteuerung und Kontrolle in der Rechnungslegung sind die Zuordnung von Verantwortlichkeiten und Kontrollen bei der Abschlusserstellung, konzernweite Vorgaben mittels Richtlinien zur Bilanzierung und Abschlusserstellung sowie angemessene Zugriffsregelungen auf die EDV-Systeme. Das Vier-Augen-Prinzip und die Funktionstrennung sind auch im Rechnungslegungsprozess wichtige Kontrollprinzipien. Die Beurteilung der Effektivität von internen Kontrollen im Hinblick auf die Rechnungslegung ist ein integraler Bestandteil der 2018 vom Internal Audit vorgenommenen Prüfungen. Der Aufsichtsrat wird viermal jährlich über die wesentlichen identifizierten Risiken der Nemetschek Group und die Effizienz des Risikomanagementsystems und des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems informiert. Chancen und RisikenDie Nemetschek Group ist mit strategischen Chancen und Risiken konfrontiert, die von mittel- und langfristiger Natur sind. Sie beziehen sich auf Veränderungen von Umfeld- und Marktfaktoren, Wettbewerbsbedingungen, technischem Fortschritt und Managementprozessen wie zum Beispiel den Entwicklungs-, Vermarktungs-, Organisations- oder Führungsprozessen. Daneben bestehen operative Chancen und Risiken, die eher kurzfristiger Natur sind und durch ein sich veränderndes Marktumfeld, nicht adäquate und fehlerhafte interne Prozesse, Systeme oder externe Faktoren sowie menschliches Versagen entstehen können. In der Folge könnten die Leistungsfähigkeit der Organisation sowie die Werthaltigkeit von Vermögenswerten beeinträchtigt sein. Die Erfolgsfaktoren der Nemetschek Group gründen sich auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Entwicklung und Vermarktung von Softwarelösungen in der AEC-Branche und der Media-&-Entertainment-Industrie, ihren gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie auf effizienten Geschäftsprozessen. Chancen zur Weiterentwicklung der Geschäftsbasis und zum Ausbau des Portfolios wie auch neue strategisch relevante Geschäftsfelder werden dabei systematisch identifiziert, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen oder auszubauen. Risikobewertung und -reportingDie Nemetschek Group analysiert und bewertet Risiken systematisch. Dazu werden die Risiken quantifiziert und klassifiziert. Um geeignete Maßnahmen zur Bewältigung insbesondere möglicher bestandsgefährdender Risiken vorzunehmen, werden identifizierte Risiken anhand ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihres bei Eintritt erwarteten Ausmaßes in Bezug auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage, den Aktienkurs sowie die Reputation der Nemetschek Group bewertet und anschließend eingestuft. RISIKOPOTENZIAL EINTRITTSWAHRSCHEINLICHKEIT UND AUSMASS DER SCHADENSHÖHE
MarktrisikenÖkonomisches Risiko (politische und regulatorische Risiken, soziale Konflikte, Instabilitäten, Naturkatastrophen)Die Auftragslage der Kunden kann durch positive oder negative Entwicklungen in der Baubranche und der allgemeinen Wirtschaftslage beeinflusst werden. Die Nemetschek Group ist in unterschiedlichen Märkten aktiv, deren Volkswirtschaften aufgrund möglicher Kürzungen staatlicher Ausgaben, neuer Finanzgesetzgebung zur Ausgaben- und Schuldenbegrenzung, hoher Arbeitslosigkeit sowie aufgrund von Naturkatastrophen oder politischen Konflikten in eine Rezession oder Krise geraten können. Im Geschäftsjahr 2018 hat die Nemetschek Group insbesondere Großbritannien, bedingt durch die Unsicherheiten aus dem Votum für den Brexit, analysiert und Szenarien erarbeitet, inwieweit ein geregelter oder ungeregelter Brexit die Geschäftstätigkeit der Marken beeinflussen könnte. Auch wenn der Umsatzanteil in Großbritannien bei unter 5 % liegt, ist der Markt ein zukunftsweisender BIM-Markt, der hohes Wachstum in den vergangenen Jahren auswies. Es besteht auch grundsätzlich die Möglichkeit, dass durch die rasche Veränderung der Wirtschaftslage oder staatliche Regulierungen in einzelnen Ländern oder Wirtschaftsgemeinschaften Bedingungen entstehen, die die Geschäftsmodelle oder Marktchancen der Tochtergesellschaften gefährden. Solche Veränderungen können wiederum einen negativen Einfluss auf die Umsatz-, Finanz- und Ertragslage und die Vermögenswerte des Unternehmens haben. Nemetschek verfolgt laufend die Entwicklung in wichtigen Volkswirtschaften und deren Baubranchen mittels allgemein verfügbarer Frühwarnindikatoren und einer Analyse der eigenen Vermarktungssituation. Dank seiner internationalen Vertriebsausrichtung hat das Unternehmen die Möglichkeit zu einer breiten Risikostreuung. Insbesondere die stark adressierten Märkte in Europa, Nord- und Lateinamerika und Asien werden fortlaufend analysiert. Die Geschäftstätigkeit wird durch Marktfaktoren wie geografische und konjunkturspezifische Konjunkturverläufe sowie politische und finanzwirtschaftliche Veränderungen beeinflusst. Vor allem die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind in den vergangenen Jahren volatiler und die konjunkturellen Risiken dadurch größer geworden. Ebenso können sich technologische Veränderungen negativ auf einzelne Unternehmen oder Unternehmen eines Segments auswirken. Insbesondere die Marktfaktoren ändern sich zum Teil kurzfristig. Die Nemetschek Group plant ihre Investitionen und Unternehmensentscheidungen mittel- bis langfristig, sodass kurzfristige Abweichungen nicht das langfristige Gesamtbild entscheidend beeinflussen sollten. Gegebenenfalls werden Konzern- oder Segmentstrategien angepasst. Dazu ist es notwendig, die Entwicklung der Marken und Segmente eng zu verfolgen. Grundsätzlich wirkten bereits die breite Diversifizierung des Portfolios auf unterschiedliche Endkunden und Branchen sowie die breite Internationalisierung zyklischen Entwicklungen entgegen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen in zentralen Märkten nachhaltig negativ auf die Geschäftstätigkeit und die Finanz- und Ertragslage der Nemetschek Group auswirken. Allerdings bietet das weitere Vorantreiben der Internationalisierung der Nemetschek Group den Vorteil einer noch besseren Risikoverteilung. BranchenrisikenWesentliche Chancen und Risiken, die eine deutliche Veränderung der wirtschaftlichen Lage der Nemetschek Group hervorrufen könnten, liegen im markt- und branchenbedingten Umfeld. Der AEC-Markt ist geprägt von einer hohen Innovationsgeschwindigkeit. Die Bedeutung der Informationstechnologie und Digitalisierung nimmt stetig zu. Daher liegt in den Zielmärkten nach wie vor ein großes und weiter steigendes Wachstumspotenzial. Die Nemetschek Group nimmt eine führende Wettbewerbsstellung ein und kann aufgrund der Struktur starker und unabhängiger Marken schnell und flexibel agieren und zusätzliche Umsatzpotenziale realisieren. Umgekehrt könnten Nachfragerückgänge kurzfristig negative Auswirkungen auf die Ertragslage haben, auch aufgrund der verzögerten Anpassung der Kosten. Der Umsatz mit Lösungen der Nemetschek Group verteilt sich jedoch geografisch auf zahlreiche Länder. Es gibt keinen einzelnen Kunden mit wesentlichen Umsatzanteilen, ein sogenanntes "Klumpenrisiko" besteht daher nicht. Die Kunden der Nemetschek Group zeichnen sich zudem durch eine hohe Loyalität aus. Die Nemetschek Group ist daher sowohl bei regionaler Aufteilung als auch bei ihrer Kundenstruktur sehr diversifiziert. Auch der hohe Anteil an wiederkehrenden Umsatzerlösen stellt einen risikominimierenden Faktor dar. Daher haben sich die vorstehend beschriebenen Risiken bisher nicht wesentlich auf die Ertragslage der SE und des Konzerns ausgewirkt. Nemetschek hat als ein führendes Unternehmen der AEC-Branche aufgrund seiner Größe und Kompetenz gute Chancen, die Marktanteile weiter auszubauen und von technologischen Trends zu profitieren. Die Auftragslage und die Finanzkraft der Bauwirtschaft haben Einfluss auf die Investitionen dieser Branche in Softwarelösungen und damit auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns. Auch die grundlegende Investitionsbereitschaft privater und institutioneller Bauherren spielt bei der künftigen Entwicklung eine wesentliche Rolle. Die allgemeine Verfassung der Volkswirtschaften, in denen Nemetschek tätig ist, kann die Kaufkraft der Zielgruppen somit nachhaltig beeinflussen. Risiko aus WettbewerbsumfeldDie Nemetschek Group agiert in einem sehr wettbewerbsintensiven und technologisch schnelllebigen Markt, in dem es wenige große Anbieter gibt. Risiken könnten durch schnellen technologischen Wandel, Innovationen von Wettbewerbern oder durch das Auftreten neuer Marktteilnehmer entstehen. Nemetschek hält diese Risiken jedoch für überschaubar. Das Unternehmen investiert in hohem Umfang in Forschung und Entwicklung, um das Lösungsportfolio weiterzuentwickeln und Innovationen hervorzubringen. Die Nemetschek Group sieht sich als Kompetenzanbieter, der in besonderem Maße auf die Bedürfnisse seiner Kunden eingeht. Mit ihren Geschäftsfeldern Planen, Bauen und Nutzen deckt die Nemetschek Group den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden und Bauwerken ab. Hinzu kommt der Bereich Media & Entertainment, der weitestgehend branchenunabhängig ist und sich in den letzten Jahren kontinuierlich positiv entwickelt hat. Aufgrund dieser strategischen Positionierung sieht sich Nemetschek geringeren Risiken ausgesetzt als andere Marktteilnehmer. Dennoch besteht das Risiko, dass Wettbewerber Softwarelösungen mit weniger Funktionalitäten, dafür aber zu erheblich niedrigeren Preisen anbieten, um so Bestandskunden der Nemetschek Group zu gewinnen. Um diesem Risiko zu begegnen, arbeiten die Tochtergesellschaften kontinuierlich daran, individuelle Kundenwünsche zu erfüllen, innovative Lösungen anzubieten und durch umfangreiche Service- und Supportleistungen zu überzeugen. Zusammenfassend bedeutet dies:
Operative RisikenUnternehmensstrategieRisiken können auch aus Unternehmensentscheidungen resultieren, die kurz-, mittel- und langfristig das Chancen- und Risikoprofil verändern. Unverändert ist die Nachfrage von Kunden nach Produkten, Lösungen und Dienstleistungen generell einem ständigen Wandel unterworfen. Die für die Weiterentwicklung des Geschäftes eingeleiteten Maßnahmen zur Produktentwicklung, zum Ausbau von Geschäftsfeldern oder zur Vermarktung könnten sich als nicht erfolgreich erweisen. Auch besteht das Risiko, dass Unternehmensentscheidungen und die Allokation von Ressourcen für die nachhaltige Sicherung des Unternehmens nicht ausreichen und den Bestand des Unternehmens gefährden könnten. Zur Steuerung dieser Risiken finden zwischen Entwicklung und Vermarktung der Produkte und Lösungen enge Abstimmungen mit den Zielgruppen statt. Die Wettbewerbssituation bei Technologien, Marktteilnehmern und Geschäftsmodellen wird regelmäßig analysiert. Darüber hinaus sind die Markengesellschaften mit Kooperationspartnern, Analysten und Schlüsselkunden kontinuierlich in einem engen Dialog über die Entwicklung der AEC- und Media-&-Entertainment-Branche. VertriebsrisikenDie verschiedenen Vertriebsmodelle der Gruppe basieren auf dem Einsatz von fachkundigen Vertriebspartnern, Wiederverkäufern und qualifizierten Mitarbeitern mit Spezialwissen. Sie tragen zur optimalen Bearbeitung der Kundensegmente bei, sichern eine hohe Kundenzufriedenheit und gewährleisten die Nachhaltigkeit der Ertragssituation. Die Markengesellschaften bearbeiten die verschiedenen Märkte durch verschiedene Vertriebs- und Geschäftsmodelle. Aufgrund der teilweise hohen Komplexität der Lösungen ist die Vermarktung sehr anspruchsvoll. Das Wissen über Technologien und Produkte unterliegt aufgrund des schnellen technischen Fortschritts einem stetigen Wandel. Der Verlust von Vertriebspartnern oder Vertriebsmitarbeitern könnte die Umsatz- und Ertragssituation der Nemetschek Group negativ beeinflussen. Diesem Risiko tragen die Markengesellschaften durch eine sorgfältige Auswahl und Ausbildung sowie Steuerung der Vertriebspartner und -mitarbeiter, auch mithilfe von Anreiz- und Leistungssystemen, Rechnung. Den Vertriebsmitarbeitern werden neben Festvergütungen auch erfolgsabhängig variable Prämien oder Provisionen gezahlt. Vertriebsrisiken bestehen auch, wenn sich Tochtergesellschaften entscheiden, in Regionen ein eigenes Vertriebsteam oder einen eigenen Vertriebsstandort aufzubauen, in denen zuvor ein Vertriebspartner tätig war, oder wenn Vertriebspartnerschaften gekündigt werden. Im Zuge des Wechsels könnte es zu Unstimmigkeiten mit dem bisherigen Vertriebspartner oder zu negativen Kundenreaktionen kommen. Solche Entscheidungen werden aber vor der Umsetzung genau analysiert und sowohl intern als auch mit externen Marktkennern diskutiert. VermarktungsrisikenDie Nemetschek Group erwirtschaftet im Wesentlichen Umsätze aus Softwarelizenzverkäufen und Einnahmen aus Wartungsverträgen mit Kunden. Daneben werden auch Mietmodelle wie Software-as-a-Service (SaaS) oder Subscription angeboten. Bereits heute wird ein Teil der Softwarelösungen als Mietmodell angeboten und ist wie die Wartungsverträge Teil der wiederkehrenden Umsätze. Einige Softwarehäuser haben ihre Modelle von der klassischen Desktop-Nutzung bereits hin zu SaaS und Subscription umgestellt. Insbesondere in den USA wird diese Umstellung forciert. Die Nemetschek Group geht bewusst den Weg, beide Möglichkeiten anzubieten, um den Kunden größtmögliche Flexibilität zu bieten und neue Kunden zu gewinnen. Es besteht allerdings auch das Risiko, dass der Markt sich schneller in diese Richtung bewegen könnte, als von Nemetschek angenommen. Nemetschek beobachtet aber den Markt sehr genau und steht mit seinen Kunden in einem engen Dialog. ProduktrisikenEs besteht das grundsätzliche Risiko, dass der von der Nemetschek Group erreichte Innovationsvorsprung durch Innovationen von Wettbewerbern sowie durch nicht oder nicht rechtzeitig erfolgte Kenntnis und Anpassung an veränderte Kundenanforderungen und technologische Fortschritte verloren gehen könnte. Daher hängt der künftige Geschäftserfolg vor allem von der Fähigkeit ab, innovative Produkte anzubieten, die auf die jeweiligen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. Diesem Risiko begegnet Nemetschek durch seinen starken Fokus auf Forschung und Entwicklung und neue Releases für die Softwareprodukte. Dabei besteht gleichzeitig die Chance, dank des umfangreichen und auf die lokalen Kundenbedürfnisse zugeschnittenen Produktangebots weitere Marktanteile zu gewinnen. Nemetschek hat zudem die Möglichkeit, durch 16 eigenständige Markengesellschaften auf veränderte Bedürfnisse schnell zu reagieren. Nur durch eine ständige Optimierung der Produktpalette kann der Vorsprung gegenüber Mitbewerbern gehalten und ausgebaut werden. Aufgrund ihrer Kundennähe und innovativen Lösungen sieht die Nemetschek Group gute Chancen für künftiges profitables Wachstum. Mögliche Risiken bestehen in der Entwicklung von Softwareprodukten, die die Bedürfnisse von Kunden oder interne Qualitätsstandards unzureichend erfüllen. In die Softwareprodukte der Markengesellschaften wird teilweise die Technologie von Dritten eingebunden. Bei deren Verlust oder mangelnder Qualität der Technologie kann es zu Verzögerungen der eigenen Softwareauslieferung sowie zu erhöhten Aufwendungen für die Beschaffung einer Ersatztechnologie oder für die Qualitätsverbesserung kommen. Die Markengesellschaften tragen diesem Risiko durch eine sorgfältige Auswahl der Lieferanten und eine angemessene Qualitätssicherung Rechnung. ProjektrisikenIn geringem Umfang erwirtschaftet Nemetschek Umsätze im Rahmen von Projektaufträgen mit Kunden in unterschiedlichen Ländern. Dieses Geschäft hat ein anderes Risikoprofil als das klassische Softwaregeschäft, da Nemetschek für die Erbringung der Leistungen teilweise auf externe Mitarbeiter mit Schlüsselwissen zurückgreifen muss. Zudem sind in manchen Fällen die Unterstützung des Kunden bei der Realisierung und eine genaue Dokumentation zur Erbringung der Leistungen (Pflichtenhefte) erforderlich. Es ist möglich, dass aufgrund unzureichender Leistungserbringung Schadensersatzforderungen an die Markengesellschaften gestellt werden könnten. Beispielsweise könnte es sein, dass Nemetschek infolge länderspezifisch abweichender Rechtsbestimmungen vertraglichen Ansprüchen nur eingeschränkt gerecht wird. Zur Vermeidung solcher Risiken hat Nemetschek Richtlinien zur Vergabe von Aufträgen erlassen, die eine gründliche rechtliche und kaufmännische Prüfung derartiger Projekte vorsehen. TechnologierisikenDie Nemetschek Group prüft und nutzt die Chancen der Digitalisierung kontinuierlich. Es besteht allerdings das Risiko, dass verwendete Technologien nicht mehr State of the Art sind. Dies könnte sich sowohl auf bestehende als auch auf künftige Produkte beziehen. Die derzeit verfolgte Produktportfolio-Strategie aus Open-BIM-Lösungen, der Bereitstellung von Lizenz- und Mietmodellen und Cloud-Services sowie die Nutzung über mobile Endgeräte dürften dem Unternehmen helfen, neue Märkte zu erschließen und die Marktposition zu sichern. Sollte der erwartete Marktbedarf nach Open-BIM-Lösungen schwächer als erwartet sein oder sollten sich ganz andere Technologien durchsetzen, so könnten die Erträge unter Umständen die getätigten Investitionen nicht decken. Nemetschek trägt diesem Risiko durch eine kontinuierliche Technologie-Evaluierung und die laufende Aktualisierung der Markteinschätzung sowie durch die Ausrichtung der Produktportfolio-Strategie auf aktuelle Marktbedingungen Rechnung. Insgesamt ist Nemetschek überzeugt, dass sich im Zuge des Trends zu Open BIM neue Geschäftschancen ergeben werden. Risiken entstehen, wenn Technologien wie Mietmodelle oder Cloud schneller nachgefragt werden als erwartet und die passenden Lösungen noch nicht den Grad der Marktreife haben, den die Kunden erwarten. Nemetschek begegnet dem durch eine schnelle Anpassung und Intensivierung der Entwicklungsaktivitäten. Insbesondere das Angebot von Subscription wird sehr sorgfältig von Nemetschek evaluiert. Hierbei werden finanzielle Modelle zur Simulation von "Was-wäre-wenn-Szenarien" herangezogen, die die Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung verschiedenster Einflussfaktoren simulieren. Ein Beispiel hierfür sind Simulationsmodelle zum Subscription Rollout der Marken: Mithilfe von Erwartungswerten wird eine Risikobetrachtung durchgeführt (d. h. es werden potenzielle Szenarien modelliert). Diese Szenarien werden zur Entscheidungsfindung herangezogen und auch unter Berücksichtigung quantitativer Messgrößen (z. B. Kundenakzeptanz, Kundenzufriedenheit) bewertet. ProzessrisikenDie Kernprozesse Softwareentwicklung, Vermarktung und Organisation der Nemetschek Group unterliegen einer ständigen Überprüfung und Verbesserung durch das Management der jeweiligen Marken. Die Leistungsfähigkeit und Zielorientierung dieser Prozesse wird im Rahmen der strategischen und operativen Planung geprüft und optimiert. Dennoch könnten grundsätzlich Risiken darin bestehen, dass infolge unzureichend bereitstehender Ressourcen oder veränderter Rahmenbedingungen die geforderten und geplanten Prozessergebnisse zeitlich und qualitativ nicht den Anforderungen der Kunden entsprechen. Weiteres Risikopotenzial besteht bei der Neuausrichtung der Produktlinien. So könnte die Migration von einem lange im Markt befindlichen Produkt auf eine neue Lösung das Risiko mit sich bringen, Kunden zu verlieren, selbst wenn die Migration innerhalb der Gruppe stattfände. In solchen Fällen achtet die Nemetschek Group darauf, dass die Kommunikation zwischen den Marken gestärkt wird und den Kunden durch ein umfassendes Marketing die Vorteile der Migration aufgezeigt werden. PersonalHochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und dauerhaft ans Unternehmen zu binden, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die gesamte Softwarebranche und somit auch für die Nemetschek Group. Wenn Führungskräfte oder andere qualifizierte Mitarbeiter die Nemetschek Group verlassen würden und kein entsprechender Ersatz gefunden werden könnte, würde sich das unter Umständen negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Dies ist vor allem dann von Bedeutung, wenn damit der Verlust von Fachwissen einhergeht. Um diesem Risiko vorzubeugen, bietet die Nemetschek Group attraktive Arbeitsbedingungen und verbessert kontinuierlich das Wissensmanagement. Der allgemeine Fachkräftemangel weltweit stellt für die Nemetschek Group eine große Herausforderung dar. Die jeweiligen Marken stehen weltweit in Konkurrenz zu großen Softwareplayern, sodass es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden ist, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Um Mitarbeiter zu gewinnen, bieten die Marken neben attraktiven Gehältern auch flexible Arbeitsmodelle. Zudem arbeitet die Nemetschek Group sehr eng mit Universitäten zusammen, lobt Stipendien aus und vergibt Doktorandenstellen, um junge Fachkräfte für sich zu gewinnen. Akquisitions- und IntegrationsrisikenAkquisitionen sind fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Um diese Chancen bestmöglich zu nutzen, durchleuchtet die Nemetschek Group mit Mitarbeitern aus dem Bereich "Market Research & Development" die Märkte kontinuierlich auf passende Kandidaten. Gleichzeitig arbeitet sie mit M&A-Beratern zusammen, um Akquisitionsobjekte zu identifizieren. Des Weiteren bringen die Marken selbst ihr Wissen und ihre Marktbeobachtung in einen professionellen M&A-Prozess ein. Akquisitionen werden sorgfältig und systematisch vor Vertragsunterzeichnung geprüft und geplant. Ein standardisierter Prozess für M&A mit besonderem Augenmerk auf der Due Diligence und der Post-Merger-Integration ist etabliert. Die Struktur der Nemetschek Group mit eigenständigen Marken ist ein wesentlicher Vorteil, im Bieterprozess den Zuschlag zu bekommen. Die Erfahrung zeigt, dass Unternehmensgründer es bevorzugen, zu einer starken und internationalen Gruppe zu gehören, dabei aber gleichzeitig ihre Identität und ein hohes Maß an operativer Selbstständigkeit zu wahren. Diese Konzernstruktur bietet große Chancen, attraktive Unternehmen zu akquirieren. Gleichzeitig besteht das unternehmerische Risiko, dass sich das erworbene Unternehmen wirtschaftlich nicht wie erwartet entwickelt und die mit seinem Erwerb verfolgten Umsatz- und Ertragsziele nicht erreicht. Nach der Akquisition werden die Unternehmen zügig in das Berichtswesen, Controlling und Risikomanagementsystem der Nemetschek Group eingebunden. Geschäfts- und Firmenwerte werden jährlich einem Impairment-Test unterzogen. Abschreibungsbedarf bestand im Geschäftsjahr 2018 nicht. Allerdings können künftige Wertminderungen nicht ausgeschlossen werden. Zusammenfassend bedeutet dies:
Rechtliche, Steuer- und Compliance-RisikenSteuerrisikenMit ihren Niederlassungen weltweit unterliegt die Nemetschek Group den lokalen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Änderungen dieser Vorschriften können zu einem höheren steuerlichen Aufwand und damit verbunden zu Mittelabflüssen führen. Des Weiteren hätten Änderungen eine Auswirkung auf die gebildeten aktiven und passiven latenten Steuern. Allerdings ist es auch möglich, dass sich die Änderung von Steuervorschriften positiv auf die Ertragslage der Nemetschek Group auswirkt. So profitiert Nemetschek in den USA von einer niedrigeren Steuerquote als Folge der 2017 eingeführten Steuerreform. Compliance- und Governance-RisikenDas regulatorische Umfeld der im deutschen MDAX und TecDAX gelisteten Nemetschek SE ist komplex und weist eine hohe Regelungsdichte auf. Eine eventuelle Verletzung der Vorschriften könnte negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, den Aktienkurs sowie die Reputation des Unternehmens haben. Kunden der Nemetschek Group sind in geringem Umfang auch Regierungen oder Unternehmen im öffentlichen Eigentum. Die Geschäftstätigkeit im Bereich Ingenieurwesen ist teilweise geprägt durch Aufträge mit größerem Volumen. Das Vorliegen von Korruption oder auch nur entsprechende Vorwürfe könnten die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen erschweren und negative Auswirkungen auf die weitere wirtschaftliche Tätigkeit, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, den Aktienkurs sowie die Reputation haben. Vor diesem Hintergrund hat Nemetschek mit der verbindlichen Beachtung des "Code of Conduct" für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch ein Anti-Korruptions-Programm aufgelegt. Compliance und Corporate Responsibility sind seit jeher bei der Nemetschek Group wichtige Bestandteile der Unternehmenskultur. Um das Thema nachhaltig und konzernweit zu vermitteln, wird ein modernes Schulungs-Tool eingesetzt, damit Mitarbeiter potenziell kritische Situationen erkennen und darauf richtig reagieren können. Rechtliche RisikenIn einem international tätigen Unternehmen wie der Nemetschek Group können vertrags-, wettbewerbs-, marken- und patentrechtliche Risiken entstehen. In Hinblick auf rechtliche Risiken wird nach Maßgabe der Rechnungslegungsvorschriften bilanzielle Vorsorge getroffen. Diese Risiken begrenzt die Nemetschek Group durch juristische Prüfungen der Rechtsabteilung sowie durch externe Rechtsberater. In der Softwarebranche werden vermehrt Entwicklungen durch Patente geschützt. Die Patent-Aktivitäten betreffen im Wesentlichen den amerikanischen Markt, wobei der Schutz von Software durch Patente auch in anderen Märkten stetig zunimmt. Die Verletzung von Patenten könnte eine negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, den Aktienkurs sowie die Reputation haben. Die Nemetschek Group arbeitet im Vertrieb nicht nur mit eigenen Außendienstorganen, sondern auch mit externen Händlern und Kooperationspartnern zusammen. Vertriebspartner könnten ihre Verträge mit Nemetschek entweder gar nicht oder zu nicht akzeptablen Bedingungen erneuern. Vertriebsvereinbarungen könnten gekündigt werden, was Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen und sich somit negativ auf die Geschäftstätigkeit, die Finanz- und Ertragslage auswirken könnte. Zusammenfassend bedeutet dies:
FinanzrisikenBei hohen Finanzverbindlichkeiten besteht grundsätzlich ein Liquiditätsrisiko bei verschlechterter Ertragssituation. Ende 2018 hatte die Nemetschek Group Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von rund 130 Mio. EUR. Allerdings generierte der Konzern deutlich positive Cashflows, die die Möglichkeit zulassen, zukünftig weiter in organisches Wachstum und Akquisitionen zu investieren. Die Verfügbarkeit von dezentralen Finanzmitteln wird über ein zentrales Cash-Pooling durch die Nemetschek SE sichergestellt. Im Rahmen des Finanzrisikomanagements ist es das Ziel der Nemetschek Group, die folgenden Risiken durch die angeführten Methoden zu reduzieren. Grundsätzlich verfolgt der Konzern konservative und risikovermeidende Finanzierungsstrategien. WährungsrisikenDie Nemetschek Group ist Währungskursschwankungen ausgesetzt, vor allem in den Vereinigten Staaten, Japan, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Ungarn und der Schweiz. Durch die weitere Internationalisierung der Konzernaktivitäten wird die Bedeutung von Währungsschwankungen für die Geschäftstätigkeit der Gruppe weiter wachsen. Strategie ist, diese Risiken durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften auszuschließen beziehungsweise zu begrenzen. Die Währungsrisiken des Konzerns sind auf dessen weltweite Geschäftstätigkeit und den Betrieb von Entwicklungsstätten und Vertriebseinrichtungen in verschiedenen Ländern zurückzuführen. Alle Sicherungsmaßnahmen werden zentral mit dem Konzern-Treasury abgestimmt und koordiniert. Die Währungsschwankungen wirken sich auf Konzernebene nur bedingt aus, da bei den operativen Tochtergesellschaften außerhalb des Euroraums sowohl Umsätze als auch Wareneinsätze, Personalaufwendungen und sonstige Aufwendungen im Wesentlichen in den jeweiligen Landeswährungen anfallen. Trotzdem kann es durch Währungsschwankungen in einem der Länder zu Konsequenzen insbesondere bei Vertrieb und Preisgestaltung kommen, was die Umsatz- und Ertragssituation einzelner Marken beeinflussen kann. Im Jahr 2018 musste die Nemetschek Group insbesondere aufgrund des schwächeren US-Dollars im ersten Halbjahr negative währungsbedingte Effekte auf Umsatz und EBITDA verzeichnen, die sich dann im zweiten Halbjahr 2018 wieder nahezu neutralisierten. Aufgrund der Unsicherheit der anstehenden Brexit-Verhandlungen könnte ein ungeregelter Brexit zu Währungsschwankungen des britischen Pfunds führen. Die Markengesellschaften schließen bei Bedarf zur Steuerung des Wechselkursrisikos unterschiedliche Arten von Devisentermingeschäften ab. Ausfallrisiken und SteuerungAusfallrisiken werden durch die Handhabung von Kreditgenehmigungen, die Festlegung von Obergrenzen und Kontrollverfahren sowie durch regelmäßige Mahnzyklen gesteuert. Die Gesellschaft erwartet keine Forderungsausfälle bei Geschäftspartnern, denen eine hohe Kreditwürdigkeit eingeräumt wurde. Die Nemetschek Group hat keine wesentliche Konzentration von Kreditrisiken bei einem einzelnen Kunden oder einer bestimmten Kundengruppe. Aus heutiger Sicht ergibt sich das maximale Ausfallrisiko aus den in der Bilanz abgebildeten Beträgen. Die Nemetschek Group schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Kunden, die mit dem Unternehmen wesentliche Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden bei Überschreitung von Wesentlichkeitsgrenzen einer Bonitätsprüfung unterzogen. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass das Unternehmen keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist. Werden Ausfallrisiken identifiziert, erfolgt die Bildung einer angemessenen bilanziellen Vorsorge. In der Unternehmensgruppe besteht aus heutiger Sicht keine wesentliche Konzentration von Ausfallrisiken. Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten von Nemetschek wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente. ZinsrisikoAufgrund der derzeitigen Finanzierungsstruktur der Nemetschek Group besteht aus Sicht des Managements kein wesentliches Zinsrisiko. Zusammenfassend bedeutet dies:
ChancenbewertungAus den oben beschriebenen Risikokategorien ergeben sich auch zahlreiche Chancen für die Nemetschek Group. Marktseitig profitiert das Unternehmen von einer guten Baukonjunktur und wachsenden Investitionen in Bau- und Infrastrukturprojekte. Insbesondere die von zahlreichen Regierungen angekündigten staatlichen Investitionen in die Infrastruktur bieten weiteres Wachstumspotenzial. Auch Entscheidungen der Mitbewerber wie die Umstellung des Vertriebssystems auf Mietmodelle können für Nemetschek positive Auswirkungen haben. Die Chancen des Konzerns beim Ausbau seiner Marktposition als führender Anbieter von integrierten Softwarelösungen für den Workflow des gesamten Lebenszyklus von Bauwerken bestehen in der weiteren Internationalisierung sowie im systematischen Ausschöpfen des Potenzials bestehender Märkte - unterstützt durch den konsequenten Einsatz neuer Technologien. Mit der fortschreitenden Internationalisierung wird Nemetschek weniger abhängig von einzelnen Regionen. Durch die konsequente Umsetzung der M&A-Strategie werden die Kompetenz in der Gruppe verbreitert und Lücken im Portfolio geschlossen. Zudem kann die weitere Internationalisierung das Umsatz- und Ertragswachstum beschleunigen und Co- und Cross-Selling-Aktivitäten der Marken steigern. Marktchancen durch DigitalisierungFür die positiven Marktdaten der Baubranche ist unter anderem der Trend zur Digitalisierung verantwortlich, der in den vergangenen Jahrzehnten in der Baubranche deutlich hinter anderen Industrien lag. Das damit verbundene Aufholpotenzial in der Branche hin zu neuen Technologien und Möglichkeiten zur Kollaboration stellt einen bedeutenden Wachstumstreiber dar, von denen Nemetschek profitieren kann. Durch ihre einzigartige Organisationsstruktur mit ihren 16 weitgehend eigenständigen Marken ist die Nemetschek Group kunden- und marktnah aufgestellt. Dies ermöglicht, Veränderungen und Trends im Unternehmens-Ecosystem frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und gegebenenfalls umzusetzen. Flache Hierarchien, eine starke Vernetzung der Entscheidungsträger im Unternehmen und funktionsübergreifende Teams erleichtern, dass Chancen zeitnah und zutreffend eingeschätzt werden können. Um die Digitalisierung weiter voranzutreiben und dem Pioniergedanken Rechnung zu tragen, fließt rund ein Viertel der generierten Umsätze daher regelmäßig in Forschung und Entwicklung. BIM - Building Information ModelingDie Nemetschek Group versteht sich als Innovator für Building Information Modeling (BIM), das heißt für die kompetenzübergreifende Integration von Prozessen unterschiedlicher Akteure im Bauprozess durch Kollaborationssoftware und integrierte Softwarelösungen. BIM-Regulierungen in verschiedenen Ländern stellen zusätzliche Wachstumstreiber dar, die BIM-Technologien in der Baubranche an Bedeutung gewinnen lassen. Diese Mandate treiben auch die BIM-Standards in anderen Ländern voran und führen zu einer größeren Akzeptanz dieser Arbeitsmethode. Integrated Workflow Solutions / Integrierte SoftwarelösungenDie Baubranche erfährt einen Trend zu integrierten, kollaborativen Softwarelösungen, die sich über die gesamte Wertschöpfungskette bzw. den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie erstrecken (Planen, Bauen und Nutzen von Bauwerken und Immobilien). Offene Standards ermöglichen die Integration unterschiedlicher Bausoftwarelösungen innerhalb der Gruppe als auch von Drittanbietern, die nicht proprietäre Standards unterstützen. Durch diese Technologien können Objekte bereits in der Planungsphase vollständig simuliert und damit das Risiko von Fehlentscheidungen im Bauprozess minimiert werden. Sie stellen damit ein erhebliches Potenzial für Effizienzsteigerungen im Bauprozess dar. Auch hier sind die BIM-Regulierungen verschiedener Länder maßgeblich für die Etablierung von Standards (z. B. CDE - Common Data Environment) verantwortlich. CDE-Technologien ermöglichen die Digitalisierung des Dokumentenmanagements unter Einbindung aller relevanten Akteure. Nemetschek bietet die Integration von Co- und Cross-Selling-Möglichkeiten von komplementären Softwarelösungen entlang der gesamten AEC-Wertschöpfungskette, die insbesondere von multidisziplinären Großkunden erwartet wird. SubscriptionIn der Baubranche zeichnet sich eine steigende Akzeptanz von Mietmodellen für Software ab, auch wenn hier regionale Unterschiede bestehen. Diesem zusätzlichen Vertriebskanal wird in der Nemetschek Group Rechnung getragen, indem Kunden zusätzlich zu den Kaufmodellen Software auch mieten können. Dieses neue Geschäftsmodell erschließt neue Kunden und Märkte und bietet demnach langfristige Wachstumschancen. Für Kunden ist diese Option vorteilhaft, da sie eine erhöhte Flexibilität mit sich bringt. InternationalisierungDie Nemetschek Group ist mit ihren Marken weltweit vertreten. Die Internationalisierung ist ein strategischer Schwerpunkt, um in verschiedenen Regionen bestehende Marktanteile auszubauen oder aber in neue Märkte einzutreten. Dabei sind diejenigen Absatzmärkte im Fokus, die das größte Marktpotenzial und -wachstum bieten. Ein wesentlicher Fokus liegt neben Europa auf dem US-Markt, dem größten AEC-Softwaremarkt weltweit, wo Nemetschek 2016 eine Zweigstelle der Hauptverwaltung gegründet hat. Starke etablierte Marken und ein breites Produktportfolio entlang der gesamten Wertschöpfungskette stellen eine vorteilhafte Marktposition dar, um Co- und Cross-Selling voranzutreiben. Darüber hinaus verstärkt die Unternehmensgruppe auch in Asien ihre Marktexpansion und hat ihre Position in dieser Region weiter gestärkt. Dabei spielen sowohl die markenübergreifende Strategie als auch BIM-Initiativen lokaler Regierungen (z. B. in China) eine wesentliche Rolle. M&ADurch strategische Akquisitionen erweitert die Nemetschek Group ihr Lösungsportfolio, verschafft sich Zugang zu neuen Technologien und / oder regionalen Märkten und schließt somit Lücken in der Wertschöpfungskette. Durch die Zukäufe können sich die Softwarelösungen als Standard in weiteren Märkten etablieren. Darüber hinaus werden neue Kundengruppen erreicht und Marktanteile gewonnen, die als relevant und zukunftsträchtig eingeschätzt werden. Auch Investitionen in Start-ups werden hier berücksichtigt, um Zugang zu innovativen Technologien zu erlangen, die im Einklang mit der Konzernstrategie stehen. Marktsegmente/VertikalmärkteDie Wurzeln der Nemetschek Group liegen im Segment Planen. Sukzessive hat sich Nemetschek auf weitere wachstumsstarke Märkte entlang der AEC-Industrie fokussiert. Nachdem das Segment Bauen in den letzten Jahren deutlich ausgebaut wurde, fokussiert sich Nemetschek nun vermehrt auf den Markt des Gebäudemanagements. Beide Segmente weisen aufgrund des großen Marktpotenzials und der noch geringen Digitalisierung ein hohes Wachstumspotenzial auf. Der Infrastrukturmarkt ist ein weiterer wesentlicher Markt, der große Wachstumschancen birgt, nicht zuletzt aufgrund der geplanten Infrastruktur-Investitionen zahlreicher Regierungen. In diesem Geschäft sind hochspezialisierte Softwarelösungen, wie Nemetschek sie bietet, erforderlich, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Zusammenfassende Beurteilung der Chancen- und Risikosituation des KonzernsDer Vorstand der Nemetschek SE ist überzeugt, dass die identifizierten Risiken weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit bestandsgefährdenden Charakter haben und dass die Unternehmensgruppe die bestehenden Herausforderungen und Chancen auch in Zukunft erfolgreich meistern wird. Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich 2018 keine wesentlichen Änderungen der Gesamtrisikoposition und der beschriebenen Einzelrisiken. Nach Überzeugung des Vorstands sind die Risiken begrenzt und überschaubar. Die Finanzbasis des Unternehmens ist solide. Die Konzerneigenkapitalquote ist mit 43,0 % sehr gut und die Liquiditätssituation komfortabel. Die Nemetschek Group plant, verstärkt an den vorstehend beschriebenen Chancen zu partizipieren, Marktchancen zu nutzen und ihre Marktposition in den kommenden Jahren weiter auszubauen. 6 Prognosebericht 2019Wirtschaftliche Rahmenbedingungen *Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geht für das Jahr 2019 insgesamt von der Fortsetzung des wirtschaftlichen Aufschwungs aus, wenngleich eine Abschwächung der Wachstumsdynamik erwartet wird. Die Entwicklung der Weltwirtschaft ist allerdings auch erheblichen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählt insbesondere eine potenzielle Ausweitung der globalen Handelskonflikte. Einen Unsicherheitsfaktor in Europa stellt die Unklarheit über die Art und Weise und die Auswirkungen des EU-Austritts Großbritanniens dar. Im Euroraum bergen darüber hinaus die politische Unsicherheit in Italien und die hohe Verschuldung einiger Mitgliedsstaaten Risiken für die Stabilität der Währungsregion. So wird für den Euroraum (+1,7 %) und für Großbritannien (+1,4 %) für das Jahr 2019 ein noch moderates Wachstum des Bruttoinlandsprodukts prognostiziert. Ungeachtet der wirtschaftspolitischen Turbulenzen erwarten die Sachverständigen, dass die Vereinigten Staaten ihr hohes Wachstumstempo fortsetzen können. Gestützt durch die Unternehmenssteuerreform und die fiskalpolitischen Impulse der US-Regierung wird eine Zunahme der Wirtschaftsleistung 2019 um 2,6 % veranschlagt. Für Japan wird, bedingt durch die bereits hohe Auslastung der Produktionskapazitäten, von einem weiteren Jahr moderaten Wirtschaftswachstums ausgegangen (+1,1 %). Einen Risikofaktor stellt die bereits mehrmals verschobene Erhöhung der Mehrwertsteuer dar, die nun für Oktober 2019 angesetzt ist. Um negative Auswirkungen auf die konjunkturelle Entwicklung abzufedern, plant die japanische Regierung entlastende Ausgleichsmaßnahmen für die Bevölkerung. Während für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften ein moderates Wirtschaftswachstum von 2,1 % erwartet wird, geht der Sachverständigenrat für die Schwellenländer von einer anhaltend hohen Wachstumsdynamik (+4,9 %) aus. Dabei wird erneut davon ausgegangen, dass China den größten Wachstumsbeitrag leisten wird (+6,2 %). In Summe erwartet der Sachverständigenrat für das Jahr 2019 ein Wachstum des weltweiten BIP von 3,0 % (Vorjahr: 3,3 %). Bauwirtschaft **Für Europa erwarten die Experten von Euroconstruct für die nächsten Jahre insgesamt zwar eine Fortsetzung des Wachstumskurses in der Baubranche, dessen Geschwindigkeit soll dabei aber weiter an Schwung verlieren. Insbesondere die großen Volkswirtschaften werden wohl nicht an die hohen Zuwachsraten der Vorjahre anknüpfen können. So wird für Deutschland ein Minimalwachstum von 0,1 % prognostiziert, während in Frankreich von einer moderaten Steigerung des Bauvolumens ausgegangen wird (+1,1 %). Bedingt durch positive Impulse einiger Großprojekte im britischen Infrastrukturbau wird für das Vereinigte Königreich, trotz der Unsicherheiten wegen des Brexits, von einer Rückkehr zum Wachstum ausgegangen (+1,3 %). Für die osteuropäischen Länder (Ungarn +10,3 %; Polen +10,1 %; Tschechien +6,9 %) sowie die Niederlande und Spanien (+4,6 % bzw. +4,5 %) erwartet Euroconstruct, dass diese ihre Aufschwungsdynamik beibehalten können. Schweden und Finnland stehen demnach am Beginn einer Rezession in der Baubranche (- 3,8 % bzw. - 1,2 %). Insgesamt wird für die Mitgliedsländer des Euroconstruct-Netzwerks für das Jahr 2019 ein Anstieg des Bauvolumens von 2,0 % erwartet. Laut den Experten des Branchendienstes FMI wird die US-Bauwirtschaft die zuletzt sehr hohe Wachstumsdynamik in den kommenden Jahren nicht halten können. Gründe hierfür sind unter anderem die bereits jetzt hohe Kapazitätsauslastung und der Fachkräftemangel. Nichtsdestotrotz wird für das Jahr 2019 ein Anstieg der Bauausgaben um 3,4 % prognostiziert. Während im Wohnungsbau von einer weiteren Abschwächung der Wachstumsdynamik ausgegangen wird, sollen die Investitionen im Gewerbe- und Infrastrukturbau nochmals deutlich steigen. Als Wachstumsmotor wird ein Infrastrukturprogramm der US-Regierung erwartet, welches neben direkten Investitionen aus dem Staatshaushalt in Höhe von etwa 200 Milliarden US-Dollar auch eine finanzielle Beteiligung der Bundesstaaten und Kommunen sowie privater Investitionsfonds vorsieht. Die japanische Bauindustrie sehen Marktexperten im Jahr 2019 in einem robusten Zustand. Bedingt durch steigende Touristenzahlen und die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, investiert Japan derzeit stark in Neubau und Modernisierung. Darüber hinaus fördern die positive wirtschaftliche Entwicklung und die notwendigen Wiederaufbau- und Schutzmaßnahmen bedingt durch Naturkatastrophen die Investitionstätigkeit im Bauwesen. So sollen insbesondere die Bauausgaben der öffentlichen Hand im Jahr 2019 wieder deutlich zunehmen. Auch für den Wirtschaftsbau wird von einem moderaten Wachstum ausgegangen. Für den privaten Wohnungsbausektor wird hingegen ein leichter Rückgang der Investitionen prognostiziert. In Summe erwartet das japanische RICE (Research Institute of Construction and Economy) einen Anstieg des Bauvolumens um 2,4 %. Digitalisierung am BauWie unter Punkt 3.1 erläutert, sind die Kennzahlen zur Bauwirtschaft lediglich einer von mehreren Indikatoren für die Entwicklung der Märkte der Nemetschek Group. Neben den in Summe positiven Impulsen aus der Bauwirtschaft sind zu Beginn des Jahres 2019 auch die branchenspezifischen Wachstumstreiber intakt. Die Nemetschek Group bewegt sich in Märkten, die ein großes Wachstumspotenzial aufweisen, da der Stand der Digitalisierung und die damit verbundenen IT-Ausgaben in der Bauindustrie weit unter anderen Industrien liegen. Die Digitalisierung in der AEC-Industrie wird im Wesentlichen durch den Einsatz der digitalen Arbeitsmethode BIM bestimmt. In Ländern wie den USA, Singapur, Skandinavien oder Großbritannien gibt es bereits BIM-Regularien, die den Einsatz von BIM-Software bei staatlich finanzierten Bauprojekten vorschreiben. Weitere Länder in der EU und Asien werden diese Regeln adaptieren. Nicht zuletzt wird BIM auch im privaten Wohnungsbau eine immer stärkere Rolle spielen, was das Wachstum in diesem Markt weiter vorantreiben dürfte.
* Quellen: Jahresgutachten 2018/ 19
Sachverständigenrat; GTAI /Wirtschaftstrends.
UnternehmenserwartungDie Nemetschek Group wird ihre auf nachhaltiges und profitables Wachstum ausgerichtete Geschäftspolitik fortsetzen und in die weitere Internationalisierung, die Entwicklung von Lösungen der neuen Generation sowie in markenübergreifende strategische Initiativen investieren. Hinzu kommen Investitionen in interne IT-Strukturen, um die Effizienz im Konzern zu erhöhen. InternationalisierungAls einer der Top-Player im weltweiten AEC-Markt fokussiert sich die Nemetschek Group auf jene Märkte, die aktuell das größte Potenzial bieten und bereits heute BIM verpflichtend vorschreiben oder dabei sind, BIM-Standards zu etablieren. Neben der DACH-Region stehen in Europa die Länder Großbritannien und Irland sowie Frankreich im Fokus. In Asien fokussiert sich der Konzern auf die Märkte Japan, China und Australien. Die USA sind weltweit der größte Einzelmarkt für AEC-Software und mittlerweile auch für die Nemetschek Group der wichtigste Markt. Der Konzern hat sich in diesem wettbewerbsintensiven und stark wachsenden Markt überdurchschnittlich entwickelt. Die USA sollten nach der Erwartung des Vorstands auch künftig der wichtigste Einzelmarkt bleiben. Ein großer Wachstumstreiber der Nemetschek Group bleibt somit die Internationalisierung: Die Marken in den USA und Europa befruchten sich bei ihrer Expansion gegenseitig. Die starke Marktpositionierung der US-Unternehmen erleichtert die Expansion europäischer Nemetschek Marken in Übersee und umgekehrt. Lösungen der neuen Generation und VertriebsansatzNeben der starken Kompetenz der einzelnen Marken und der kontinuierlichen Weiterentwicklung von deren Lösungsangeboten liegt der strategische Fokus auf markenübergreifenden Entwicklungsprojekten und strategischen Initiativen, die auch künftig ein prozentual zweistelliges organisches Wachstum der Gruppe sichern sollen. Ziel ist es, neue Kundensegmente zu adressieren, die Zusammenarbeit der Markengesellschaften bei ihren internationalen Wachstumsstrategien zu unterstützen sowie Best Practice innerhalb der Gruppe zu teilen. Bei den strategischen Initiativen geht es um die Entwicklung einer Kollaborationsplattform (Common Data Environment, CDE), um die immer größeren Datenmengen für die Planung und Realisierung von Bauwerken und Infrastrukturprojekten effizient zu verwalten und durchgängige Workflows sicherzustellen. Des Weiteren unterstützen markenübergreifende strategische Entwicklungsprojekte das Ziel der Nemetschek Group, verstärkt Großkunden aus den Bereichen Architektur, Ingenieurbauwesen und Generalunternehmen zu adressieren. Durch das Zusammenwachsen und die Integration von Planung und Ausführung im Bauprozess geht der Trend in der AEC-Industrie hin zu Architektur- oder Ingenieurbauunternehmen sowie Bauunternehmen, die den kompletten Workflow im Bauprozess abdecken. Im Fokus steht vor allem der US-amerikanische Markt, in dem es einen hohen Anteil an Großkunden in der AEC-Industrie gibt. Die Nemetschek Group wird sich künftig verstärkt auf den Infrastrukturmarkt - darunter insbesondere Brücken und Tunnel - fokussieren, denn in nahezu allen Ländern weltweit wird erheblich in die Infrastruktur investiert. Die Marken werden weiterhin ihren Kunden eine hohe Flexibilität beim Bezug der Software anbieten: als Lizenzmodell inklusive der Option eines Servicevertrags oder als Mietmodell (Subscription oder Software-as-a-Service). Mit Mietmodellen kann sich Nemetschek neue Kundengruppen erschließen, da der Kunde zeitlich flexibel und ohne einmalige Lizenzgebühr die Software nutzen kann. Darüber hinaus setzt Nemetschek auf eine stärkere Zusammenarbeit der Vertriebsteams der jeweiligen Marken, beispielsweise durch ein Key-Account-Management oder die Nutzung gemeinsamer Vertriebskanäle (Cross- und Co-Selling-Maßnahmen). Wachstum - organisch und anorganischDie Nemetschek Group plant, auch 2019 ihre erfolgreiche Geschäfts-entwicklung fortzusetzen und ein prozentual zweistelliges Umsatzwachstum aus eigener Kraft zu erzielen. Grundlagen dafür sind die Finanzkraft des Konzerns, seine starke Wettbewerbsposition und die engen Kundenbeziehungen der jeweiligen Marken. Dieses organische Wachstum soll durch wertsteigernde Akquisitionen beschleunigt werden, um Lücken im Konzernportfolio zu schließen und die Technologiekompetenz im Workflow von Bauprozessen zu erweitern bzw. abzurunden. Zielunternehmen ergeben sich vor allem aus den internen strategischen Projekten im Bereich Ingenieurbau und Tragwerksplanung, aus Kollaborationstechnologien und aus der Erweiterung des Segments Nutzen. Ein weiteres Akquisitionsziel ist, die Marktanteile in den internationalen Märkten zu erhöhen. Dank der hohen Cashflows sowie der soliden Bilanzrelationen verfügt die Nemetschek Group über die finanziellen Mittel, das geplante künftige Wachstum organisch und anorganisch durch Übernahmen, Kooperationen und Partnerschaften zu finanzieren. Akquisitionen können wie bisher auch aus dem laufenden Cashflow, den vorhandenen Liquiditätsbeständen und durch die Aufnahme von Fremdkapital finanziert werden. Investitionen und LiquiditätWie in den Vorjahren soll 2019 ein hoher operativer Cashflow die Konzernliquidität erhöhen und genügend Spielraum für geplante Investitionen der Markengesellschaften in Entwicklung, Vertrieb und Marketing bieten. Des Weiteren investiert der Konzern in die skizzierten strategischen Projekte sowie in interne IT-Strukturen, um die Komplexität von Prozessen und Berichtsstrukturen in der wachsenden Unternehmensgruppe zu reduzieren. Wichtige Kostenpositionen bei der Nemetschek Group sind Personalaufwendungen und sonstige betriebliche Aufwendungen. Die Nemetschek Group wird auch 2019 gezielt und weltweit zusätzliche Experten rekrutieren und geht daher von einem weiterhin moderaten Anstieg der Personalaufwendungen aus. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten zu einem guten Teil Vertriebsaufwendungen und werden angesichts der geplanten weiteren internationalen Expansion auch 2019 tendenziell zulegen. DividendeDie auf Kontinuität ausgerichtete, aktionärsfreundliche Dividendenpolitik der Nemetschek SE soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Die Gesellschaft plant, auch zukünftig 25 % bis 30 % des operativen Cashflows an ihre Aktionäre auszuschütten. Gesamtaussage zur voraussichtlichen EntwicklungPrognose für den Nemetschek KonzernAufgrund der langfristig intakten Wachstumstrends in den relevanten Märkten blickt der Vorstand optimistisch in die Zukunft. Er sieht den Konzern auf einem guten Weg zu dem für das Jahr 2020 avisierten Umsatzziel von mehr als 600 Mio. EUR. Auch für das aktuelle Geschäftsjahr 2019 geht er von einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung aus. Erstmals zu berücksichtigen ist ab dem 1. Januar 2019 der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16, demzufolge Leasingverhältnisse jedweder Art (Operate Leasing und Finance Leasing) grundsätzlich bilanzwirksam darzustellen sind. Die Nemetschek Group rechnet durch diese Reform auf Ebene des EBITDA mit einem positiven Effekt von rund 13 Mio. Euro. Die Nemetschek Group wird in den Quartalen detailliert die Effekte aus IFRS 16 auf das EBITDA darstellen. Generell ist zudem zu berücksichtigen, dass die Entwicklung der für die Nemetschek Group wichtigen Wechselkurse die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns beeinflusst und in der Folge auch auf den Ausblick Einfluss haben kann. Wichtige Währungen sind insbesondere der US-Dollar, der Schweizer Franken, der japanische Yen, das britische Pfund, der ungarische Forint und die norwegischen und schwedischen Kronen. Zudem wird die Nemetschek Group 2019 erneut zusätzlich rund 10 Mio. EUR bis 12 Mio. EUR in begonnene strategische Projekte auf Konzern- und Markenebene investieren. Neben der starken Kompetenz der einzelnen Marken und deren kontinuierlicher Weiterentwicklung liegt der strategische Fokus auf markenübergreifenden Entwicklungsprojekten und strategischen Initiativen. Ziel ist es, neue Kundensegmente zu adressieren, die Zusammenarbeit der Markengesellschaften bei ihren internationalen Wachstumsstrategien zu unterstützen sowie Lösungen der nächsten Generation für durchgängige Workflows in der AEC-Industrie zu entwickeln. Unter den vorgenannten Prämissen erwartet die Nemetschek Group für das Geschäftsjahr 2019 organisch erneut zweistellige Umsatzwachstumsraten von 13 % bis 15 % zum Vorjahr. Hinzu kommen anorganische Wachstumseffekte aus den im Segment Nutzen getätigten Akquisitionen. Die EBITDA-Marge wird dabei in dem bisherigen Korridor von 25 % bis 27 % des Konzernumsatzes erwartet (ohne Effekte aus IFRS 16). Mit dem Erreichen dieser Ziele würde der Konzern eine gute Grundlage für die Vision 2020 legen, die im März 2018 kommuniziert wurde. Sie sieht einen Konzernumsatz von mehr als 600 Mio. EUR vor. Die Konzern-EBITDA-Marge wird in der Vision 2020 in dem bereits in der Vergangenheit und auch zukünftig angestrebten Korridor zwischen 25 % bis 27 % erwartet (ohne Effekte aus IFRS 16). Prognosen für die SegmenteAuf Segmentbasis sieht sich die Nemetschek Group im Segment Planen aufgrund der starken Marktpositionierung ihrer Marken mit BIM-orientierten und intelligenten Lösungen für die Planungs- und Entwurfsphase bis zur Werk- und Bauplanung sehr gut positioniert. In diesem Segment wird 2019 mit einem Umsatzwachstum von mehr als 10 % gerechnet. Diese positive Einschätzung wird von den Innovationen, der Weiterentwicklung des Lösungsportfolios und der weiteren Internationalisierung mit einer verstärkten Vertriebsleistung getragen. Im Segment Bauen werden die Marken die weitere Internationalisierung vorantreiben und in die Entwicklung ihres Lösungsportfolios investieren. Insgesamt wird 2019 für das Segment Bauen erneut das stärkste Wachstum erwartet, das über dem durchschnittlichen Gruppenwachstum liegen sollte. Im Segment Nutzen rechnet die Nemetschek Group mit einem organischen Umsatzwachstum auf Gruppenniveau. Zusätzlich wird es zu anorganischen Wachstumseffekten durch die akquirierte Marke Spacewell kommen. Im Segment Media & Entertainment wird verstärkt in das Lösungsportfolio investiert, um mit Innovationen neue Kunden zu begeistern, mit bewährten Lösungen die Kundenbasis zu erweitern und international noch stärker zu wachsen. In diesem Segment wird im laufenden Jahr ein Wachstum erwartet, das unter dem durchschnittlichen Gruppenwachstum liegt. Hinweis zum AusblickDieser Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen und Informationen - also Aussagen über Vorgänge, die in der Zukunft liegen. Diese zukunftsgerichteten Aussagen sind erkennbar an Formulierungen wie "erwarten", "beabsichtigen", "planen", "einschätzen" oder ähnlichen Begriffen. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf den heutigen Erwartungen und bestimmten Annahmen. Sie bergen daher eine Reihe von Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs der Nemetschek Group liegen, beeinflussen die Geschäftsaktivität, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse der Nemetschek Group. Dies kann dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen der Nemetschek Group wesentlich von den in den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit enthaltenen Angaben zu Ergebnissen, Erfolgen oder Leistungen abweichen. 7 Sonstige Angaben, Vergütungsbericht7.1 Bericht zur Unternehmenssteuerung und Erklärung zur UnternehmensführungEntsprechenserklärung gemäß § 161 AktGDie Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG wird im Kapitel "Corporate Governance" des Geschäftsberichts der Nemetschek SE sowie auf der Website www.nemetschek.com veröffentlicht. Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Anforderungen hinaus angewandt werdenNemetschek soll weltweit als ein verantwortlich handelndes Unternehmen mit hohen ethischen und rechtlichen Maßstäben wahrgenommen werden. Gemeinsame Grundlage des Handelns ist die spezifische Kultur der Nemetschek Group. Sie spiegelt sich im fairen und respektvollen Umgang der Kollegen miteinander und gegenüber Dritten wider und zeichnet sich durch Leistungsbereitschaft, offene Kommunikation, Seriosität, Vertrauenswürdigkeit und durch die Schonung natürlicher Ressourcen aus. Diese Grundsätze sind im "Code of Conduct" der Nemetschek Group zusammengefasst. Der Verhaltenskodex ist für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, gleich welcher Funktion oder Position im Konzern, verbindlich. Denn nur die stetige Besinnung auf diese Werte und deren Einbeziehung in das tägliche Handeln stellt ein eindeutiges Bekenntnis zur Kultur des Unternehmens dar und sichert langfristig dessen unternehmerischen Erfolg. Der "Code of Conduct" ist auf der Website der Gesellschaft abrufbar. Zur Unternehmenssteuerung und -führung wird des Weiteren auf Kapitel 1.3 im für die Nemetschek SE und den Konzern zusammengefassten Lagebericht verwiesen. Arbeitsweise von Vorstand und AufsichtsratDie Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat kann der Website entnommen werden. Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Die Arbeitsweise des Vorstands ist in der Geschäftsordnung für den Vorstand geregelt. Die Ressortverteilung innerhalb des Vorstands ergibt sich aus einem Geschäftsverteilungsplan. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt, die auf der Website der Nemetschek SE veröffentlicht ist. Der Aufsichtsrat besteht aktuell aus vier Mitgliedern und hat derzeit keine Ausschüsse gebildet. Die Arbeitsweise des Aufsichtsrats ist in einer Geschäftsordnung geregelt. Bezüglich der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat wird auf den Corporate-Governance-Bericht des Geschäftsberichts sowie auf den Bericht des Aufsichtsrats verwiesen. Zielgrößen für Frauenanteile, §§ 76 Abs. 4, 111 Abs. 5 AktGNach § 111 Abs. 5 AktG hat der Aufsichtsrat regelmäßig Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und im Vorstand festzulegen. Der Vorstand hat nach § 76 Abs. 4 AktG eine Zielgröße für den Frauenanteil auf der dem Vorstand nachgeordneten Führungsebene festzulegen. Mit Beschluss vom 20. März 2017 hat der Aufsichtsrat eine Zielgröße von mindestens 0 % für den Aufsichtsrat und Vorstand festgelegt, da es bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats und des Vorstands für die Gesellschaft vorrangig auf die Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnisse des Einzelnen ankommt. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat und Vorstand beträgt derzeit jeweils 0 %. Damit wurde die festgelegte Zielgröße erreicht. Der Aufsichtsrat strebt bis zum 31. Dezember 2021 erneut einen Frauenanteil im Aufsichtsrat und Vorstand von mindestens 0 % an. Dessen ungeachtet wird der Aufsichtsrat im Falle der Vakanz von Aufsichtsrats- oder Vorstandspositionen bei der Suche nach Kandidaten selbstverständlich auch Frauen in Betracht ziehen. Mit Beschluss vom 20. März 2017 hat der Vorstand eine Zielgröße von mindestens 20 % für die erste Führungsebene festgelegt. Die Positionen sind mit zwei Männern und zwei Frauen besetzt. Der Frauenanteil in der ersten Führungsebene beträgt derzeit 50 %. Damit wurde die festgelegte Zielgröße erreicht. Der Vorstand strebt bis zum 31. Dezember 2021 eine Zielgröße von mindestens 25 % Frauenanteil in der ersten Führungsebene an. Die Führungsebene besteht derzeit aus unter zehn Personen. Entsprechend wirkt sich jede einzelne personelle Veränderung prozentual stark aus. 7.2 Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben nach § 289a HGB und § 315a HGB(1) Zusammensetzung des gezeichneten KapitalsDas Grundkapital der Nemetschek SE beläuft sich am 31. Dezember 2018 auf 38.500.000,00 EUR und ist eingeteilt in 38.500.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. (2) Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffenBeschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bestehen nicht. (3) Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreitenDie direkten und indirekten Beteiligungen am gezeichneten Kapital (Aktionärsstruktur), die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind im Anhang zum Jahresabschluss bzw. im Konzernanhang zum Konzernabschluss der Nemetschek SE dargestellt. (4) Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihenAktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. (5) Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausübenStimmrechtskontrollen für Arbeitnehmer, die am Kapital beteiligt sind, bestehen nicht. (6) Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der SatzungDie Bestellung und die Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sind in den §§ 84 und 85 AktG in Verbindung mit § 8 der Satzung der Nemetschek SE geregelt. Danach werden Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat für höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Für die Änderung der Satzung gilt § 179 AktG in Verbindung mit §§ 14 und 19 der Satzung der Nemetschek SE. Danach beschließt über Satzungsänderungen grundsätzlich die Hauptversammlung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen. Sofern mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist, reicht die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Soweit das Gesetz für Beschlüsse der Hauptversammlung außerdem eine Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals vorschreibt, genügt, soweit gesetzlich zulässig, die einfache Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Gemäß § 14 der Satzung der Nemetschek SE ist der Aufsichtsrat befugt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur deren Fassung betreffen. (7) Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufenZum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien bedarf die Gesellschaft gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG, soweit nicht gesetzlich ausdrücklich zugelassen, einer besonderen Ermächtigung durch die Hauptversammlung. In der Hauptversammlung vom 20. Mai 2015 wurde ein Ermächtigungsbeschluss vorgeschlagen und entsprechend von den Aktionären beschlossen. Laut Beschluss gemäß Tagesordnungspunkt 7 der ordentlichen Hauptversammlung vom 20. Mai 2015 gilt die Ermächtigung wie folgt: "7.1 Die Gesellschaft wird ermächtigt, bis zum 20. Mai 2020 einmalig oder mehrmals bis zu 3.850.000 eigene Aktien, das sind 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft, ganz oder in Teilbeträgen nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen zu erwerben. Dabei dürfen die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder welche ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden. Diese Ermächtigung tritt an die Stelle der von der Hauptversammlung der Nemetschek Aktiengesellschaft am 20. Mai 2014 zu Tagesordnungspunkt 6 beschlossenen Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien, die hiermit aufgehoben wird, soweit von ihr kein Gebrauch gemacht wurde. 7.2 Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Kaufangebots. a) Beim Erwerb über die Börse darf der Kaufpreis für eine Nemetschek Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie der letzten fünf Börsentage vor der Verpflichtung zum Erwerb im elektronischen Handel (Xetra - oder einem an die Stelle des Xetra-Systems getretenen funktional vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. b) Im Falle eines öffentlichen Kaufangebots darf der Kaufpreis für eine Nemetschek Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den durchschnittlichen Xetra-Schlusskurs an den fünf Börsentagen vor Veröffentlichung des Angebots um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Sofern die Anzahl der angedienten Aktien das Volumen des Angebots überschreitet, muss die Annahme im Verhältnis der jeweils angebotenen Aktien erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 100 Stück zum Erwerb angebotene Aktien der Gesellschaft je Aktionär der Gesellschaft kann vorgesehen werden. 7.3 Der Vorstand wird ermächtigt, die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken, insbesondere auch zu den folgenden Zwecken, zu verwenden: a) Die Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats Dritten als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Unternehmensbeteiligungen oder Teilen von Unternehmen angeboten werden. b) Die Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder die Durchführung der Einziehung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Die Einziehung führt zur Kapitalherabsetzung. Der Vorstand kann abweichend davon bestimmen, dass das Grundkapital bei der Einziehung unverändert bleibt und sich stattdessen durch die Einziehung der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand ist in diesem Fall zur Anpassung der Angabe der Zahl der Aktien in der Satzung ermächtigt. 7.4 Das Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie diese gemäß der vorstehenden Ermächtigung unter Punkt 7.3 lit. a) der Tagesordnung verwendet werden. 7.5 Dieser Beschluss steht unter der aufschiebenden Bedingung der Eintragung der Durchführung der Kapitalerhöhung gemäß TOP 6 in das Handelsregister der Gesellschaft." Die in dem Beschluss unter Ziffer 7.5 genannte aufschiebende Bedingung ist am 9. Juni 2015 eingetreten und der Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 20. Mai 2015 zu TOP 7 damit wirksam geworden. (8) Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehenWesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, bestehen nicht. (9) Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sindEntschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind, bestehen nicht. 7.3 VergütungsberichtAufsichtsratDie Aufsichtsratsvergütungen stellen sich wie folgt dar: AUFSICHTSRATSVERGÜTUNGEN
VorstandDie Vorstandsvergütung setzt sich aus einer Festvergütung zuzüglich üblicher Nebenleistungen wie Kranken- und Pflegeversicherung sowie Dienstwagen und einer variablen, erfolgsabhängigen Vergütung zusammen. Die variable Vergütung hat eine kurzfristige und eine langfristige Komponente. Die kurzfristige erfolgsabhängige (variable) Vergütung hängt im Wesentlichen von erreichten Unternehmenszielen (Umsatz, EBITA und Ergebnis je Aktie) ab, die zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres zwischen Aufsichtsrat und Vorstand vereinbart werden. Die langfristige erfolgsabhängige (variable) Vergütung des Vorstands - auch Long-Term-Incentive-Plan (LTIP) genannt - hängt vom Erreichen festgelegter Unternehmensziele für die Entwicklung von Umsatz, operativem Ergebnis (EBITA) sowie Ergebnis je Aktie und vorab definierten strategischen Projektzielen ab. Die zu betrachtende Periode beträgt jeweils drei Geschäftsjahre. Die Teilnahme des Vorstands am LTIP setzt eine entsprechende Nominierung durch den Aufsichtsrat auf der jährlichen Bilanzsitzung des Aufsichtsrats voraus. Zum 31. Dezember 2018 waren die Vorstandsmitglieder Patrik Heider und Viktor Várkonyi für die Long-Term-Incentive-Pläne 2016 bis 2018, 2017 bis 2019 sowie 2018 bis 2020 nominiert. Im Geschäftsjahr 2018 wurden langfristige variable Komponenten in Höhe von insgesamt TEUR 1.250 (Vorjahr: TEUR 1.024) ausgezahlt. Dem zum 31. Dezember 2018 ausgeschiedenen Vorstandsmitglied Sean Flaherty wurde eine Kompensationszahlung in Höhe von TEUR 350 zur Abgeltung der bisher erarbeiteten mehrjährigen variablen Vergütung gewährt. Die Auszahlung erfolgte im Jahr 2019. In den nachstehenden Tabellen sind die jedem einzelnen Mitglied des Vorstands der Nemetschek SE gewährten Zuwendungen, Zuflüsse und der Versorgungsaufwand nach Maßgabe der Empfehlungen der Ziffer 4.2.5 Abs. 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex individuell dargestellt: VORSTANDSVERGÜTUNG - WERT DER GEWÄHRTEN ZUWENDUNGEN
VORSTANDSVERGÜTUNG - ZUFLUSSBETRACHTUNG
Die von der Nemetschek SE gezahlte Gesamtvergütung für den Vorstand beträgt für das Geschäftsjahr 2018 TEUR 2.267 (Vorjahr: TEUR 2.817). Neben den von der Nemetschek SE gezahlten Vergütungen erhielt Viktor Várkonyi von der Graphisoft SE als Fixum TEUR 192 (Vorjahr: TEUR 192) brutto, als Nebenleistung TEUR 14 (Vorjahr: TEUR 14) und als erfolgsabhängige kurzfristige Vergütung TEUR 76 (Vorjahr: TEUR 108) brutto. Sean Flaherty erhielt von der Nemetschek Inc. als Fixum TEUR 115 (Vorjahr: TEUR 120) brutto, als Nebenleistung TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 0) und als erfolgsabhängige kurzfristige Vergütung TEUR 427 (Vorjahr: TEUR 33) brutto. Die Gesamtvergütung aus Tochtergesellschaften für die Herren Várkonyi und Flaherty betrug TEUR 835 (Vorjahr: TEUR 467).
München, 19. März 2019 Patrik Heider Viktor Várkonyi Jon Elliott Konzern-Abschluss (IFRS)Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Konzernabschluss nicht genau zur angegebenen Summe addieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 und 2017GESAMTERGEBNISRECHNUNG
Der Anhang zu dieser Gesamtergebnisrechnung ist integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses. Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2018 und zum 31. Dezember 2017AKTIVA
Der Anhang zu dieser Bilanz ist integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses.
* Verweis auf Konzern-Anhang Abschnitt "Anteile
an assoziierten Unternehmen"
PASSIVA
Der Anhang zu dieser Bilanz ist integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses. Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 und 2017KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
Veränderung des Konzern-Eigenkapitals für die Zeit vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2018EIGENKAPITAL
Der Anhang zu dieser Aufstellung der Veränderung des Eigenkapitals ist integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses. Konzern-Anhang für das Geschäftsjahr 2018Die GesellschaftDie Nemetschek Group ist ein weltweit führender Softwarehersteller für die AEC-Industrie (Architecture, Engineering, Construction). Das 1963 von Prof. Georg Nemetschek gegründete Unternehmen bietet Softwarelösungen für den kompletten Workflow im Bau- und Infrastrukturmarkt an:
Die Nemetschek SE mit Sitz in München (Handelsregister beim Amtsgericht München, HRB 224638) übernimmt als Holding die zentralen Funktionen in den Bereichen Corporate Finance und Controlling, Risikomanagement, Investor Relations und Unternehmenskommunikation, Market Research & Development, Mergers & Acquisitions und strategische Unternehmensplanung, Human Resources, IT sowie Corporate Audit und Compliance. Die Holding umfasst die vier Segmente Planen, Bauen, Nutzen und Media & Entertainment, denen die insgesamt 16 Marken zugeordnet sind. Die Marken treten als eigenständig agierende Unternehmen am Markt auf. Die Marken der Nemetschek Group bieten ein breites Portfolio von grafischen, analytischen und kaufmännischen Lösungen für einen verbesserten Workflow im Bau- und Infrastrukturmarkt. Zu den Kunden zählen sowohl kleine als auch große Architektur- und Designbüros, Tragwerksplaner, Ingenieure aller Fachrichtungen, Planungs- und Dienstleistungsunternehmen, Bau- und Bauzulieferunternehmen, Prozesssteuerer, Generalverwalter, Hausverwaltungen sowie Gebäude- und Asset-Manager. Die Vision der Nemetschek SE ist es, zukunftsorientierte, sichere Städte und Gebäude zu bauen, die die Lebensqualität der Menschen nachhaltig verbessern. Um dies zu erreichen, stellt Nemetschek seinen Kunden zukunftsweisende Technologien zur Verfügung, die die vollständige Digitalisierung des Planungs-, Bau- und Nutzungsprozesses ermöglichen. Als Pionier des BIM-Gedankens verfolgt die Nemetschek Group diesen ganzheitlichen Denkansatz bereits seit mehr als 30 Jahren. Nemetschek steht dabei für einen offenen Ansatz (Open BIM). Der offene Standard ermöglicht, dass jede Software aus der Nemetschek Group mit jeder anderen Software, auch von Wettbewerbern, über offene Daten- und Kommunikationsschnittstellen kommunizieren kann. Somit wird der nahtlose Übergang aller gebäuderelevanten und digitalen Informationen durch alle Instanzen der Entstehung und des Betriebs von Bauwerken ermöglicht und dokumentiert. Mit ihren Open-BIM-Softwarelösungen erhöht die Nemetschek Group die Qualität im Bauprozess und erleichtert zugleich die Zusammenarbeit aller am Bauprozess Beteiligten. Die Projektarbeit wird in der Konsequenz effizienter und führt zu einer hohen Kosten- und Terminsicherheit. Damit legt die Nemetschek Group den Grundstein für eine integrierte und offene Planung und Realisierung in der AEC-Industrie und ermöglicht - teilweise erhebliche - Effizienzsteigerungen im Bauprozess. Die Nemetschek SE als oberste Konzerngesellschaft wurde durch Umwandlung der Nemetschek GmbH am 10. September 1997 gegründet und ist seit dem 10. März 1999 an der Deutschen Börse in Frankfurt am Main notiert. Heute ist Nemetschek im TecDAX und MDAX gelistet. Mit Handelsregistereintragung vom 22. März 2016 wurde die Nemetschek Aktiengesellschaft in Nemetschek SE umgewandelt. Der Geschäftsbericht 2018 kann bei der Nemetschek SE bestellt oder von der Unternehmenswebsite unter www.nemetschek.com abgerufen werden. Angaben zum "Deutschen Corporate Governance Kodex"Die Entsprechenserklärung wurde am 20. März 2018 abgegeben. Die jeweils aktuelle Version ist den Aktionären über die Internetseite der Nemetschek SE (https://ir.nemetschek.com/websites/nemet-schek/German/5000/corporate-governance.html) zugänglich. Allgemeine AngabenDie Nemetschek SE erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro. Die Angaben im Konzernabschluss erfolgen grundsätzlich, sofern nichts anderes angegeben ist, in TEUR (T€). Der Konzernabschluss der Nemetschek SE einschließlich der Vorjahresangaben wurde gemäß den vom International Accounting Standards Board ("IASB") erlassenen International Financial Reporting Standards ("IFRS") und den diesbezüglichen Interpretationen, die zum 31. Dezember 2018 verpflichtend anzuwenden waren, soweit die IFRS und Interpretationen von der Europäischen Union übernommen sind, sowie den ergänzend nach § 315e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Das Geschäftsjahr der Nemetschek Group und der Nemetschek SE endet jeweils zum 31. Dezember eines Jahres. Die Bilanz und die Gesamtergebnisrechnung des Konzerns sind gemäß IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" aufgestellt. Die Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren (Nature-of-Expense-Methode) sowie im Sinne des One-Statement-Approach dargestellt. Der Konzernabschluss wird grundsätzlich auf der Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt, sofern nicht unter dem Titel "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" etwas anderes angegeben wird. Die Bilanz wurde nach Fristigkeit gegliedert. Zusammenfassung der wesentlichen RechnungslegungsgrundsätzeDie angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Geschäftsjahr 2018 entsprechen, bis auf die zum 1. Januar 2018 in Kraft getretenen neuen Standards IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" im Bereich der Umsatzrealisierung sowie IFRS 9 im Bereich der Finanzinstrumente, den im Vorjahr angewandten Methoden. Konsolidierungskreis und KonsolidierungsgrundsätzeTochterunternehmenIn den Konzernabschluss einbezogen sind neben der Nemetschek SE, München, alle in- und ausländischen Tochterunternehmen. Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Die Vollkonsolidierung endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Nemetschek beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, sofern es Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen hat. Das heißt, Nemetschek verfügt über bestehende Rechte, die Nemetschek die gegenwärtige Fähigkeit zur Lenkung der maßgeblichen Tätigkeiten verleihen. Dies sind die Tätigkeiten, die die Rendite des Beteiligungsunternehmens wesentlich beeinflussen. Darüber hinaus ist Nemetschek schwankenden Renditen aus ihren Engagements in dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt oder besitzt Anrechte auf diese und hat die Fähigkeit, diese Renditen mittels ihrer Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Sofern Nemetschek weniger als die Mehrheit der Stimmrechte hält, können andere Sachverhalte und Umstände (einschließlich vertraglicher Vereinbarungen, die Nemetschek die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen geben) dazu führen, dass die Gesellschaft das Beteiligungsunternehmen beherrscht. Nemetschek nimmt im Hinblick auf die Beherrschung von Beteiligungsunternehmen eine Neubeurteilung vor, falls Sachverhalte und Umstände darauf hinweisen, dass es Änderungen bei den Faktoren gibt, die die Beherrschung begründen. Im Geschäftsjahr 2018 resultierte die Beherrschung bei allen voll konsolidierten Beteiligungsunternehmen wie im Vorjahr aus dem Halten der Stimmrechtsmehrheit. Anteile ohne beherrschenden Einfluss stellen den Anteil des Ergebnisses und des Reinvermögens dar, der nicht dem Konzern zuzurechnen ist. Anteile ohne beherrschenden Einfluss werden in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung und in der Konzern-Bilanz separat ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzern-Bilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt vom auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapital. Die Bewertung von nicht beherrschenden Anteilen erfolgt anteilig zum beizulegenden Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten (Partial-Goodwill-Methode). Nach erstmaligem Ansatz werden Gewinne und Verluste unbegrenzt beteiligungsproportional zugerechnet, infolgedessen kann bei nicht beherrschenden Anteilen ein Negativsaldo entstehen. Mit Kaufvertrag vom 28. Juni 2018 wurden die Anteile an der Maxon GmbH von 70 % auf 100 % aufgestockt. Der Übergang von Nutzen und Lasten erfolgte mit der Kaufpreiszahlung in Höhe von TEUR 25.500 am 9. Juli 2018. In Abhängigkeit von für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 vereinbarten Umsatzzielen können nachträgliche Kaufpreiszahlungen von bis zu TEUR 3.000 fällig werden. Des Weiteren wurden im November 2018 die Anteile der Maxon GmbH an der Maxon Inc. von 90 % auf 100 % erhöht. Der Kaufpreis betrug TUSD 1.757. Aus den Erwerben der Anteile ohne beherrschenden Einfluss wurden im Geschäftsjahr 2018 insgesamt TEUR 29.114 mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die nachstehende Tabelle zeigt Informationen zum Maxon Teilkonzern zum 31. Dezember 2017 vor konzerninternen Eliminierungen: NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE
Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Alle konzerninternen Salden, Erträge und Aufwendungen sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen werden in voller Höhe eliminiert. Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung werden Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode bilanziert. Danach werden die Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses auf die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte sowie die übernommenen Schulden und Eventualschulden entsprechend ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt verteilt. Ein Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Konzerns an den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Anschaffungsnebenkosten werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens aufwandswirksam erfasst. Die während des Jahres erworbenen Unternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, die während des Jahres verkauften Unternehmen werden bis zum Zeitpunkt des Verlustes der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen. Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen, die nicht zu einem Beherrschungsverlust führen, werden erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktionen erfasst. Sofern eine zwischen Nemetschek und dem erworbenen Unternehmen vor dem Zusammenschluss bestehende geschäftliche Beziehung im Rahmen des Zusammenschlusses ausgeglichen wird und dabei ein Gewinn oder Verlust entsteht, wird dieser erfolgswirksam erfasst. Im Falle eines Beherrschungsverlustes werden etwaige verbleibende Anteile zu diesem Zeitpunkt erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Nähere Informationen hierzu sind dem Abschnitt "Unternehmenserwerbe" zu entnehmen. Anteile an assoziierten UnternehmenAnteile an assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich nach der Equity-Methode bilanziert. Die Nemetschek SE definiert ein Unternehmen als assoziiertes Unternehmen (grundsätzlich bei Investitionen von 20 % bis 50 % des Kapitals), wenn ein maßgeblicher Einfluss vorliegt und das Unternehmen weder ein Tochterunternehmen noch ein Joint Venture ist. Nach der Equity-Methode werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich der nach dem Erwerb eingetretenen Änderungen des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens erfasst. Der mit dem assoziierten Unternehmen verbundene Geschäfts- oder Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird nicht planmäßig abgeschrieben. Die Gewinn- und-Verlust-Rechnung enthält den Anteil des Konzerns am Erfolg des assoziierten Unternehmens. Die Abschlüsse der assoziierten Unternehmen werden, sofern nichts anderes angegeben ist, zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Soweit erforderlich, werden Anpassungen an konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen. Die DocuWare Gruppe entwickelt und vertreibt Software zur elektronischen Verwaltung von Dokumenten. Die Nemetschek OOD, Bulgarien, entwickelt kundenspezifische Software im Rahmen von Auftragsentwicklungen. Die Sablono GmbH entwickelt Softwarelösungen zur digitalen Planung, Steuerung und Überwachung von komplexen Bauprojekten. In der folgenden Tabelle sind zusammengefasste Finanzinformationen für die Anteile des Konzerns an nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen, basierend auf den im Konzernabschluss berichteten Beträgen, dargestellt: ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN, DIE NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERT SIND
DOCUWARE GRUPPE
NEMETSCHEK OOD, BULGARIEN
Des Weiteren wird die Sablono GmbH, Berlin, als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Der Anteilsbesitz beträgt wie im Vorjahr 24,99 %. Der Buchwert der Anteile beträgt zum 31. Dezember 2018 TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0). Das anteilige Ergebnis aus den fortgeführten Geschäftsbereichen betrug im Jahr 2018 TEUR -106 (Vorjahr: TEUR -82). Die nachfolgenden Ausführungen betreffen eine Beteiligung, welche unter IAS 39 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert war. Durch die Anwendung von IFRS 9 zum 1. Januar 2018 erfolgte eine Umgliederung zu den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten. Für die Klassifizierung und Bewertung nach IFRS 9 wird auf den Abschnitt "Im Geschäftsjahr 2018 erstmalig angewandte Rechnungslegungsverlautbarungen" verwiesen. Der Buchwert der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte betrug im Vorjahr TEUR 50.
Verbundene Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen sindDie nachfolgend aufgeführten Gesellschaften werden zum Stichtag in den Konzernabschluss der Nemetschek SE voll konsolidiert einbezogen: VERBUNDENE UNTERNEHMEN
* Unter Berücksichtigung des §264 (3)
HGB machen die Gesellschaften von den
Erleichterungsvorschriften für das Geschäftsjahr
2018 wie folgt Gebrauch:• Verzicht auf die Aufstellung
eines Anhangs (Frilo Software GmbH), somit besteht der
Jahresabschluss aus Bilanz und Gewinn- und
Verlustrechnung;• Verzicht auf die Aufstellung eines
Lageberichts (Allplan GmbH, Allplan Deutschland GmbH und
Allplan Development Germany GmbH), somit besteht der
Jahresabschluss aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und
Anhang;• Verzicht auf die Offenlegung des
Jahresabschlusses;• Verzicht auf die Prüfung des
Jahresabschlusses (Allplan GmbH, Allplan Deutschland GmbH).
Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeSachanlagenDie Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die Kosten für das Ersetzen eines Teils einer Sachanlage werden zum Zeitpunkt ihres Anfallens in den Buchwert dieser Sachanlage einbezogen, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Wartungs- und Instandhaltungskosten werden sofort erfolgswirksam erfasst. Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen die folgenden geschätzten Nutzungsdauern der Vermögenswerte zugrunde: NUTZUNGSDAUER SACHANLAGEN
Eine Sachanlage wird entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst. Die historischen Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen werden aus der Bilanz eliminiert. Die Restwerte der Vermögenswerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden spätestens am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst. FremdkapitalkostenFremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Es erfolgte keine Aktivierung von Fremdkapitalkosten, da die Herstellung qualifizierter Vermögenswerte nicht fremdfinanziert ist. Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder FirmenwerteUnternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Geschäfts- oder Firmenwerte werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Konzerns an den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden sowie vereinbarter bedingter Gegenleistungen bemessen. Nachfolgende Änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, werden in Übereinstimmung mit IAS 39 (bis 31. Dezember 2017) bzw. IFRS 9 (ab 1. Januar 2018) erfolgswirksam erfasst. Sofern bei weiterem Erwerb von Minderheiten Put-Optionen vereinbart sind, wendet der Konzern die sogenannte "anticipated acquisition method" an. Hierbei werden Wertänderungen der Kaufpreisverbindlichkeit ergebnisneutral im Geschäfts- oder Firmenwert abgebildet. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet. Zum Zwecke des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die von den Synergieeffekten aus dem Unternehmenszusammenschluss profitieren sollen. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden. Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich oder dann auf Wertminderungen getestet, wenn Sachverhalte oder Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert gemindert sein könnte. Jede Einheit oder Gruppe von Einheiten, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, stellt die niedrigste Ebene innerhalb des Konzerns dar, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert zu internen Managementzwecken überwacht wird. Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten), auf die sich der Geschäfts- oder Firmenwert bezieht, bestimmt. Liegt der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) unter ihrem Buchwert, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf nicht in den nachfolgenden Berichtsperioden aufgeholt werden. In den Fällen, in denen der Geschäfts- oder Firmenwert einen Teil der zahlungsmittelgenerierenden Einheit darstellt und ein Teil des Geschäftsbereichs dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung des Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. Immaterielle VermögenswerteEs wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter und unbestimmter Nutzungsdauer unterschieden. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung geprüft, sofern Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Abschreibungsdauer und die Abschreibungsmethode werden bei immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die aufgrund einer Änderung der erwarteten Nutzungsdauer oder des erwarteten Verbrauchs des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswerts erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode und der Abschreibungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie bei noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerten wird mindestens einmal jährlich für den einzelnen Vermögenswert oder auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird einmal jährlich dahin gehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Zum 31. Dezember 2018 bestanden wie im Vorjahr außer dem Geschäfts- oder Firmenwert keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer. Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt. Die Anschaffungskosten von im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen angesetzt. Zu jedem Stichtag erfolgt eine Überprüfung, ob die Gründe einer Wertminderung weiterhin bestehen. Die Wertaufholungsobergrenze wird durch die Höhe der Anschaffungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen bestimmt. Immaterielle Vermögenswerte werden, soweit sie nicht aus einer Kaufpreisallokation resultieren, planmäßig linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei bis acht Jahren abgeschrieben. Die immateriellen Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation werden wie folgt abgeschrieben: NUTZUNGSDAUER IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE AUS KAUFPREISALLOKATION
Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst. Forschungs- und EntwicklungskostenForschungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines einzelnen Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn der Konzern Folgendes kumuliert nachweisen kann:
Die Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz unter Anwendung des Anschaffungskostenmodells, d. h. zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen, bilanziert. Die Abschreibung beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Die Abschreibung erfolgt über den Zeitraum, in dem künftiger Nutzen zu erwarten ist (voraussichtlich 3 - 8 Jahre). Während der Entwicklungsphase wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. EntwicklungszuschüsseEntwicklungszuschüsse für die periodische Grundlagenforschung werden auf der Basis der angefallenen Stunden gewährt. Diese werden im Konzernabschluss als sonstiger betrieblicher Ertrag behandelt. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Zweckgebundene Entwicklungszuschüsse werden anschaffungskostenmindernd dargestellt. VorräteBei den Vorräten handelt es sich im Wesentlichen um Handelswaren, die zum niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt werden. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten für Vertrieb. Gegebenenfalls werden geschätzte Kosten bis zur Fertigstellung berücksichtigt. Aktivisch abgegrenzte ZahlungenAls aktivisch auszuweisende Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag bilanziert, soweit sie einen Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteIn der Bilanz abgebildete Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen, die über eine Laufzeit von weniger als drei Monaten verfügen bzw. über die kurzfristig (weniger als drei Monate) verfügt werden kann. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu Anschaffungskosten bewertet. Nicht zur Verfügung stehende Zahlungsmittel aus Mietkautionen werden als sonstige Vermögenswerte ausgewiesen. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds in der Konzern-KapitalflussrechnungDer Finanzmittelfonds in der Konzern-Kapitalflussrechnung umfasst die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die innerhalb von drei Monaten verfügbar sind. Wertminderung von nicht finanziellen VermögenswertenDer Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Der erzielbare Betrag wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Cashflows, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, ist der Vermögenswert wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Soweit kein beobachtbarer Marktwert zugrunde gelegt werden kann, werden zur Ermittlung des Nutzungswerts die erwarteten künftigen Cashflows unter Verwendung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Verkaufskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf Bewertungsmultiplikatoren oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert. Für Vermögenswerte, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird zu jedem Bilanzstichtag eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat. Wenn solche Anhaltspunkte vorliegen, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Ist dies der Fall, so wird der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird im Periodenergebnis erfasst. Für bestimmte Vermögenswerte sind zusätzlich folgende Kriterien zu berücksichtigen: Geschäfts- oder FirmenwerteDer Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte vorliegen. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird mindestens einmal jährlich überprüft. Eine Überprüfung findet ebenfalls statt, wenn Ereignisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bestimmt, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden. Der Konzern nimmt die Überprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts auf Werthaltigkeit mindestens einmal jährlich vor, zum 31. Dezember eines jeden Jahres. Immaterielle VermögenswerteDie Überprüfung auf Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie bei noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerten erfolgt mindestens einmal jährlich, spätestens zum 31. Dezember. Die Überprüfung wird in Abhängigkeit des Einzelfalls für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit durchgeführt. Eine Überprüfung findet ebenfalls statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Assoziierte UnternehmenNach der Anwendung der Equity-Methode ermittelt der Konzern, ob es erforderlich ist, einen zusätzlichen Wertminderungsaufwand für die Anteile des Konzerns an assoziierten Unternehmen zu erfassen. Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Anteil an einem assoziierten Unternehmen wertgemindert sein könnte. Ist dies der Fall, so wird die Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert des Anteils am assoziierten Unternehmen und den fortgeführten Anschaffungskosten für diesen Anteil als Wertminderungsaufwand erfolgswirksam erfasst. Finanzinvestitionen und andere finanzielle VermögenswerteDie nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze beziehen sich auf IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung. Da der Standard am 1. Januar 2018 durch IFRS 9 ersetzt wurde, sind die nachfolgenden Ausführungen, sofern nicht anders angegeben, für die Vergleichsperiode relevant. Bezüglich der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach IFRS 9 Finanzinstrumente wird auf den Abschnitt "Im Geschäftsjahr 2018 erstmalig angewandte Rechnungslegungsverlautbarungen" verwiesen. Erstmaliger AnsatzFinanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 werden entweder als finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als Kredite und Forderungen, als bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen, als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte oder als Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind, klassifiziert. Der Konzern legt die Klassifizierung seiner finanziellen Vermögenswerte mit dem erstmaligen Ansatz fest. Von der Kategorie "Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente" macht Nemetschek keinen Gebrauch. Die finanziellen Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Falle von Finanzinvestitionen, die nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert sind, werden darüber hinaus Transaktionskosten berücksichtigt, die direkt dem Erwerb der Vermögenswerte zuzurechnen sind. Käufe oder Verkäufe finanzieller Vermögenswerte, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt wird (marktübliche Käufe), werden am Handelstag erfasst, d. h. am Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist. Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns umfassen Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus ausgereichten Darlehen und sonstige Forderungen sowie derivative Finanzinstrumente. FolgebewertungDie Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten hängt folgendermaßen von deren Klassifizierung ab: Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VermögenswerteDie Gruppe der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte enthält die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte und finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden. Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie zum Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Diese Kategorie umfasst vom Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente, die die Bilanzierungskriterien für Sicherungsgeschäfte gemäß IAS 39 nicht erfüllen. Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfasste finanzielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei Gewinne und Verluste erfolgswirksam erfasst werden. Der Konzern hat keine finanziellen Vermögenswerte als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft. In Basisverträge eingebettete Derivate werden separat bilanziert, wenn ihre Risiken und Merkmale nicht eng mit denen der Basisverträge verbunden sind und die Basisverträge nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Diese eingebetteten Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts resultierende Gewinne oder Verluste erfolgswirksam erfasst werden. Eine Neubeurteilung erfolgt nur bei Änderungen von Vertragsbedingungen, wenn es dadurch zu signifikanten Änderungen der Zahlungsströme kommt, die sich sonst aus dem Vertrag ergeben hätten. Kredite und ForderungenKredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Solche finanziellen Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Gewinne und Verluste werden in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert sind sowie im Rahmen von Amortisationen. Im Vorjahr bestanden die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns neben Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten fast ausschließlich aus ausgereichten Darlehen und Forderungen. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle VermögenswerteZur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind, und solche, die nicht in eine der drei vorstehend genannten Kategorien eingestuft sind. Nach der erstmaligen Bewertung werden zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste werden direkt im Eigenkapital erfasst. Sofern ein beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelbar ist, bewertet Nemetschek die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Finanzinstrumente zu Anschaffungskosten. Dies ist bei Eigenkapitalinstrumenten der Fall, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und wesentliche Parameter zur Bestimmung des Zeitwerts mithilfe von Bewertungsmodellen nicht mit hinreichender Sicherheit ermittelt werden können. Wird ein solcher Vermögenswert ausgebucht, wird der zuvor direkt im Eigenkapital erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst. Ist ein solcher Vermögenswert wertgemindert, wird der zuvor direkt im Eigenkapital erfasste kumulierte Verlust erfolgswirksam erfasst. Beizulegender ZeitwertDer beizulegende Zeitwert von Finanzinvestitionen, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird durch den am Bilanzstichtag notierten Marktpreis (Geldkurs) bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinvestitionen, für die kein aktiver Markt besteht, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden ermittelt. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, die Analyse von diskontierten Cashflows sowie die Verwendung anderer Bewertungsmodelle. Fortgeführte AnschaffungskostenKredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Diese werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertberichtigungen und unter Berücksichtigung von Disagien und Agien beim Erwerb ermittelt und beinhalten Transaktionskosten und Gebühren, die ein integraler Teil des Effektivzinssatzes sind. Wertminderung von finanziellen VermögenswertenUnter IAS 39 hat der Konzern an jedem Bilanzstichtag ermittelt, ob objektive Hinweise bestehen, dass eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt. Ein finanzieller Vermögenswert oder eine Gruppe von finanziellen Vermögenswerten gelten nur dann als wertgemindert, wenn infolge eines oder mehrerer Ereignisse, die nach dem erstmaligen Ansatz des Vermögenswerts eintraten (ein eingetretener "Schadensfall"), objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen und dieser Schadensfall eine Auswirkung auf die erwarteten künftigen Cashflows des finanziellen Vermögenswerts oder der Gruppe der finanziellen Vermögenswerte hat, die sich verlässlich schätzen lässt. Hinweise auf eine Wertminderung können dann gegeben sein, wenn Anzeichen dafür vorliegen, dass der Schuldner oder eine Gruppe von Schuldnern erhebliche finanzielle Schwierigkeiten hat, bei Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, bei Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder eines sonstigen Sanierungsverfahrens und wenn beobachtbare Daten auf eine messbare Verringerung der erwarteten künftigen Cashflows hinweisen, wie Änderungen der Rückstände oder wirtschaftlichen Bedingungen, die mit Ausfällen korrelieren. Bezüglich der Wertminderungen nach IFRS 9 wird auf den Abschnitt "Im Geschäftsjahr 2018 erstmalig angewandte Rechnungslegungsverlautbarungen" verwiesen. Ausstehende Forderungen an KundenIn Bezug auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete ausstehende Beträge aus Forderungen an Kunden wird zunächst festgestellt, ob ein objektiver Hinweis auf Wertminderung bei finanziellen Vermögenswerten, die für sich gesehen bedeutsam sind, individuell und bei finanziellen Vermögenswerten, die für sich gesehen nicht bedeutsam sind, individuell oder gemeinsam besteht. Stellt der Konzern fest, dass für einen einzeln untersuchten finanziellen Vermögenswert, sei er bedeutsam oder nicht, kein objektiver Hinweis auf Wertminderung besteht, nimmt er den Vermögenswert in eine Gruppe finanzieller Vermögenswerte mit vergleichbaren Kreditrisikoprofilen auf und untersucht sie gemeinsam auf Wertminderung. Vermögenswerte, die einzeln auf Wertminderung untersucht werden und für die eine Wertberichtigung neu bzw. weiterhin erfasst wird, werden nicht in eine gemeinsame Wertminderungsbeurteilung einbezogen. Bestehen objektive Anhaltspunkte dafür, dass eine Wertminderung eingetreten ist, ergibt sich die Höhe des Wertminderungsverlusts als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows (mit Ausnahme erwarteter künftiger, noch nicht eingetretener Kreditausfälle). Der Buchwert des Vermögenswerts wird unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert und der Wertminderungsverlust erfolgswirksam erfasst. Auf den geminderten Buchwert werden, basierend auf dem ursprünglichen Effektivzinssatz des Vermögenswerts, weiterhin Zinserträge erfasst. Forderungen werden einschließlich der damit verbundenen Wertberichtigung ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden und sämtliche Sicherheiten in Anspruch genommen und verwertet wurden. Erhöht oder verringert sich die Höhe eines geschätzten Wertminderungsaufwands in einer folgenden Berichtsperiode aufgrund eines Ereignisses, das nach der Erfassung der Wertminderung eintrat, wird der früher erfasste Wertminderungsaufwand durch Anpassung des Wertberichtigungskontos erfolgswirksam erhöht oder verringert. Wird eine ausgebuchte Forderung aufgrund eines Ereignisses, das nach der Ausbuchung eintrat, später wieder als einbringlich eingestuft, wird der entsprechende Betrag unmittelbar erfolgswirksam erfasst. Der Barwert der erwarteten künftigen Cashflows wird mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts abgezinst. Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werdenBestehen objektive Anhaltspunkte dafür, dass eine Wertminderung bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Vermögenswerten eingetreten ist, ergibt sich die Höhe des Wertminderungsverlusts als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows (mit Ausnahme erwarteter künftiger, noch nicht eingetretener Kreditausfälle), abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts, d. h. dem bei erstmaligem Ansatz ermittelten Effektivzinssatz. Der Buchwert des Vermögenswerts wird unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert. Der Wertminderungsverlust wird ergebniswirksam erfasst. Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in den folgenden Berichtsperioden und kann diese Verringerung objektiv auf einen nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden, wird die früher erfasste Wertberichtigung rückgängig gemacht. Der neue Buchwert des Vermögenswerts darf jedoch die fortgeführten Anschaffungskosten zum Zeitpunkt der Wertaufholung nicht übersteigen. Die Wertaufholung wird erfolgswirksam erfasst. Zur Veräußerung verfügbare FinanzinvestitionenIst ein zur Veräußerung verfügbarer Vermögenswert in seinem Wert gemindert, wird ein Betrag in Höhe der Differenz zwischen den Anschaffungskosten (abzüglich etwaiger Tilgungen und Amortisationen) und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert (abzüglich etwaiger, bereits früher erfolgswirksam erfasster Wertberichtigungen) aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und-Verlust-Rechnung umgebucht. Wertaufholungen bei Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbar eingestuft sind, werden nicht in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst. Wertaufholungen bei Schuldinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbar eingestuft sind, werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Anstieg des beizulegenden Zeitwerts des Instruments nach objektiver Betrachtung aus einem Ereignis resultiert, das nach der erfolgswirksamen Erfassung der Wertminderung aufgetreten ist. Ausbuchung finanzieller VermögenswerteEin finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird ausgebucht, wenn eine der drei folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:
(a) im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder (b) zwar im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten, jedoch die Verfügungsmacht über den Vermögenswert übertragen. Wenn der Konzern seine vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem Vermögenswert überträgt, im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesem Vermögenswert verbunden sind, weder überträgt noch zurückbehält und dabei auch die Verfügungsmacht an dem übertragenen Vermögenswert zurückbehält, erfasst der Konzern den übertragenen Vermögenswert weiter im Umfang seines anhaltenden Engagements. Wenn das anhaltende Engagement der Form nach den übertragenen Vermögenswert garantiert, so entspricht der Umfang des anhaltenden Engagements dem niedrigeren Betrag aus dem ursprünglichen Buchwert des Vermögenswerts und dem Höchstbetrag der erhaltenen Gegenleistung, den der Konzern eventuell zurückzahlen müsste. Finanzielle SchuldenErstmaliger AnsatzFinanzielle Schulden im Sinne von IAS 39 werden entweder klassifiziert als finanzielle Schulden, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als Darlehen oder als Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solches effektiv sind. Der Konzern legt die Klassifizierung seiner finanziellen Schulden mit dem erstmaligen Ansatz fest. Die finanziellen Schulden werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet, im Fall von Darlehen abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Die finanziellen Schulden des Konzerns umfassen Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Schulden, Kontokorrentkredite, Darlehen und derivative Finanzinstrumente. FolgebewertungDie Folgebewertung von finanziellen Schulden hängt folgendermaßen von deren Klassifizierung ab: Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle SchuldenErfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Schulden sowie andere finanzielle Schulden, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden. Finanzielle Schulden werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie zum Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Diese Kategorie umfasst vom Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente, die die Bilanzierungskriterien für Sicherungsgeschäfte gemäß IAS 39 nicht erfüllen. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Schulden, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. DarlehenNach der erstmaligen Erfassung werden verzinsliche Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen. Ausbuchung finanzieller SchuldenFinanzielle Schulden werden ausgebucht, wenn die dieser Schuld zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Schuld durch eine andere finanzielle Schuld desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Schuld wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Schulden und Ansatz einer neuen Schuld behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst. Derivative FinanzinstrumenteDer Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte und Zinsswaps, um sich gegen Zins- und Währungsrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Schulden, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Hält der Konzern ein Derivat für einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag zur wirtschaftlichen Absicherung, wird das Derivat in Übereinstimmung mit der Klassifizierung des zugrunde liegenden Postens als langfristig eingestuft oder in einen kurzfristigen und einen langfristigen Teil aufgeteilt. Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten, die nicht die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden sofort erfolgswirksam erfasst. Der beizulegende Zeitwert von Devisenterminkontrakten ergibt sich auf der Basis aktueller Devisenterminkurse. Nicht als Sicherungsinstrument designierte DerivateDer Konzern verwendet Fremdwährungskredite und Devisentermin-kontrakte, um sich gegen einen Teil der Transaktionsrisiken abzusichern. Diese Devisenterminkontrakte werden nicht als Absicherung von Cashflows, des beizulegenden Zeitwerts oder einer Nettoinvestition eingestuft. Der Zeitraum, für den die Devisenterminkontrakte abgeschlossen werden, entspricht dem Zeitraum, in dem Fremdwährungstransaktionsrisiken bestehen, in der Regel 1 bis 24 Monate. Diese Derivate erfüllen nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften. Zum Stichtag bestehen keine offenen Devisenterminkontrakte. Saldierung von FinanzinstrumentenFinanzielle Vermögenswerte und Schulden werden dann und nur dann saldiert und der Nettobetrag in der Konzernbilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörigen Schulden abzulösen. SchuldenDie Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Schulden sind mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten angesetzt. UmsatzabgrenzungspostenAls Umsatzabgrenzungsposten werden Vorauszahlungen von Kunden ausgewiesen. Sobald die vertraglichen Leistungen erbracht werden, werden diese als Umsatzerlöse erfasst. RückstellungenEine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Rückstellungen, die nicht schon im Folgejahr zu einem Vermögensabfluss führen, werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie z. B. bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand aus der Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen. EventualverbindlichkeitenVerpflichtungen werden im Konzernabschluss so lange nicht passiviert, bis eine Inanspruchnahme zu über 50 % wahrscheinlich ist. Die Angabe einer Eventualschuld erfolgt im Konzernanhang, wenn die Inanspruchnahme zu 5 % bis 50 % wahrscheinlich ist. Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie Gesellschaft unterhält eine betriebliche Altersversorgung für bestimmte Mitarbeiter. Die Rückstellungen werden jährlich von anerkannten, unabhängigen Gutachtern bewertet. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet (IAS 19). Die Projected-Unit-Credit-Methode unterstellt, dass in jedem Dienstjahr ein zusätzlicher Teil des letztlichen Leistungsanspruchs erdient wird, und bewertet jeden dieser Leistungsbausteine separat, um so die endgültige Verpflichtung aufzubauen. Die Pensionsverpflichtung abzüglich des Planvermögens wird in der Bilanz als Rückstellung ausgewiesen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Zinsrelevante Effekte werden entsprechend im Zinsergebnis ausgewiesen. RücklagenRücklagen werden nach den gesetzlichen Bestimmungen gebildet. Anteile ohne beherrschenden EinflussDie Anteile ohne beherrschenden Einfluss erhalten ihren Anteil an Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden zum Zeitpunkt des Erwerbs eines Tochterunternehmens. Die auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss entfallenden Verluste eines konsolidierten Tochterunternehmens können den auf diese Anteile entfallenden Anteil am Eigenkapital des Tochterunternehmens übersteigen. LeasingverhältnisseDie Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf der Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses dieser Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt. Konzern als LeasingnehmerFinanzierungs-Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken am Leasinggegenstand auf den Konzern übertragen werden, führen zur Aktivierung des Leasinggegenstands zum Zeitpunkt des Abschlusses des Leasingverhältnisses. Der Leasinggegenstand wird mit seinem beizulegenden Zeitwert oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist, angesetzt. In gleicher Höhe wird ein Passivposten als Verbindlichkeit aus Finanzierungsleasing erfasst. Die Leasingverbindlichkeit wird in den Folgejahren nach der Effektivzinsmethode getilgt und fortgeschrieben. Leasingzahlungen für Operating-Leasingverhältnisse werden linear über die Laufzeit der Leasingverhältnisse als Aufwand in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst. Der Konzern mietet im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen Bürogebäude, Kraftfahrzeuge und andere technische Anlagen. SteuernTatsächliche ErtragsteuernDie tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende Periode und für frühere Perioden sind mit dem Betrag zu bewerten, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die am Bilanzstichtag gelten. Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung, sondern im Eigenkapital erfasst. Latente SteuernDie Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode auf alle zum Bilanzstichtag bestehenden temporären Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz. Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst. Hierzu gibt es folgende Ausnahmen: (a) Die latente Steuerschuld aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts oder eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, darf nicht angesetzt werden. (b) Die latente Steuerschuld aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures stehen, darf nicht angesetzt werden, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können. Hierzu gibt es folgende Ausnahmen: (a) Latente Steueransprüche aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, dürfen nicht angesetzt werden. (b) Latente Steueransprüche aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures stehen, dürfen nur in dem Umfang erfasst werden, in dem es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit umkehren werden und ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Zukünftige Steuersatzänderungen sind am Bilanzstichtag zu berücksichtigen, sofern materielle Wirksamkeitsvoraussetzungen im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens erfüllt sind. Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung, sondern ebenfalls im Eigenkapital erfasst. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf die Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen und von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden. UmsatzsteuerUmsatzerlöse, Aufwendungen und Vermögenswerte werden in der Regel nach Abzug von Umsatzsteuer erfasst. Hierzu gibt es folgende Ausnahmen: (a) Wenn die beim Kauf von Vermögenswerten oder Dienstleistungen angefallene Umsatzsteuer nicht von der Steuerbehörde eingefordert werden kann, wird die entrichtete Umsatzsteuer als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswerts bzw. als Teil der Aufwendungen erfasst. (b) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Schulden aus Lieferungen und Leistungen werden mitsamt dem darin enthaltenen Umsatzsteuerbetrag angesetzt. Der Umsatzsteuerbetrag, der von der Steuerbehörde erstattet oder an diese abgeführt wird, wird unter den Vermögenswerten oder Schulden in der Bilanz erfasst. ErtragsrealisierungDie nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze beziehen sich auf IAS 18 Umsatzerlöse sowie IAS 11 Fertigungsaufträge. Die Standards wurden zum 1. Januar 2018 durch IFRS 15 ersetzt, sodass die nachfolgenden Ausführungen ausschließlich für die Vergleichsperiode relevant sind. Bezüglich der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden wird auf den Abschnitt "Im Geschäftsjahr 2018 erstmalig angewandte Rechnungslegungsverlautbarungen" verwiesen. Umsätze werden realisiert, wenn es wahrscheinlich ist, dass wirtschaftliche Vorteile aus den Geschäftsvorfällen dem Unternehmen zufließen und die Höhe des Ertrags zuverlässig feststeht. Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer unter Abzug von Erlösschmälerungen ausgewiesen, sobald eine Lieferung erfolgt und der Gefahrenübergang vollendet ist. Dienstleistungserlöse werden realisiert in Abhängigkeit vom Stadium der Leistungserbringung, wenn sie mit hoher Wahrscheinlichkeit feststehen. Das Stadium der Leistungserbringung wird durch Arbeitsnachweise festgestellt und richtet sich grundsätzlich nach den geleisteten Stunden im Verhältnis zu den geplanten Gesamtstunden. Grundsätzliches zur UmsatzrealisierungDer Nemetschek Konzern differenziert grundsätzlich nach der Realisierung von Umsatzerlösen aus dem Verkauf von Waren und Erzeugnissen, aus der Erbringung von Dienstleistungen sowie Erträgen aus Lizenzen. Erlöse aus dem Verkauf von Waren und Erzeugnissen sind zu realisieren (Zeitpunkt), wenn folgende Bedingungen kumulativ erfüllt sind (IAS 18.14):
Erträge aus der Erbringung von Dienstleistungen sind zu realisieren, wenn (IAS 18.20):
Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden in Form von Werk- bzw. Festpreisverträgen geschlossen. In diesen Fällen werden Umsatzerlöse und Erträge nach der Teilgewinnrealisierung (Percentage-of-Completion-Methode) ermittelt, soweit die Voraussetzungen nach IAS 11.23 vorliegen. Dabei werden die einzelnen Umsatzkomponenten in dem Umfang realisiert, der dem Anteil des Projektfortschritts der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den am Stichtag geschätzten gesamten Auftragskosten entspricht. Im Einzelnen bedeutet dies für den Nemetschek Konzern: 1 Software und Lizenzen1.1 StandardsoftwareGrundsätzlich werden die oben stehenden Kriterien zum Verkauf von Waren und Erzeugnissen angewandt, d. h., der Umsatz ist mit dem Verkauf der Software realisiert. Die Überlassung von Nutzungsrechten gegen fixe Vergütung (Einmallizenzen), die dem Lizenznehmer unbeschränkte Nutzung gewährt, ist nach wirtschaftlicher Betrachtungsweise ein Veräußerungsakt und wird in voller Höhe als Ertrag realisiert. Lizenzgebühren und Nutzungsentgelte, die aus der Nutzung betrieblicher Vermögenswerte (Software) resultieren, werden nach Maßgabe des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung erfasst. Sofern nicht anders vereinbart, erfolgt eine Erfassung des Ertrags linear über die Laufzeit der Lizenzvereinbarung. 1.2 Verkaufsgeschäfte über Handelsvertreter/-agentenBei Verkaufsgeschäften mit Endkunden über Handelsvertreter wird der Erlös aus dem Verkauf zum Zeitpunkt des Eigentumsübergangs auf den Endkunden erfasst. Dem Handelsvertreter kommt bei diesen Geschäften lediglich eine Vermittlungsfunktion zu, für die er eine Provision erhält. 2 Maintenance / SoftwareserviceverträgeGrundsätzlich werden die oben stehenden Kriterien zum Verkauf von Dienstleistungen angewandt, d. h., Umsatzerlöse aus Wartungsverträgen bzw. -leistungen werden linear über die Dauer der Leistungserbringung realisiert. 3 Consulting3.1 WerkvertragGrundsätzlich werden die oben stehenden Kriterien zum Verkauf von Dienstleistungen angewandt. Die Umsatzrealisierung erfolgt nach der Percentage-of-Completion-Methode. 3.2 DienstleistungsvertragBei reinen Dienstleistungsverträgen werden Umsätze in der Periode realisiert, in der die Dienstleistung erbracht wurde (Beratungsverträge). 4 HardwareEs werden die oben stehenden Kriterien zum Verkauf von Waren und Erzeugnissen angewandt, d. h., mit dem Verkauf (Auslieferung der Ware) ist der Umsatz realisiert. 5 SchulungenGrundsätzlich werden die oben stehenden Kriterien zum Verkauf von Dienstleistungen angewandt, d. h., der Umsatz ist mit Leistungserbringung realisiert. ZinserträgeZinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind (unter Verwendung der Effektivzinsmethode, d. h. des Kalkulationszinssatzes, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden). DividendenDividenden werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst. SegmentberichterstattungDie Ressourcenallokation und die Bewertung der Ertragskraft der Geschäftssegmente werden im Nemetschek Konzern durch den Vorstand als Hauptentscheidungsträger wahrgenommen. Die Segment- und Regionenabgrenzung sowie die Auswahl der dargestellten Kennzahlen erfolgen in Übereinstimmung mit den internen Steuerungs- und Berichtssystemen ("Management-Approach"). Es werden dieselben Rechnungslegungsvorschriften zugrunde gelegt, wie sie für den Konzern im Anhang beschrieben sind. Die Geschäftsfelder werden entsprechend der Art der Produkte und Dienstleistungen unabhängig voneinander organisiert und geführt. Jedes Segment stellt dabei ein strategisches Geschäftsfeld dar, dessen Produktpalette und Märkte sich von denen anderer Segmente unterscheiden. Zum Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Konzern vom Management nach Geschäftseinheiten organisiert und verfügt weltweit über folgende vier berichtspflichtige Segmente: Planen, Bauen, Nutzen sowie Media & Entertainment. Die Geschäftsfelder Planen, Bauen, Nutzen und Media & Entertainment bilden die Basis für die Segmentberichterstattung. Die Verrechnungspreise zwischen den operativen Segmenten werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt. Ereignisse nach dem BilanzstichtagEreignisse nach dem Bilanzstichtag, die zusätzliche Informationen zur Lage des Konzerns zum Bilanzstichtag liefern (berücksichtigungspflichtige Ereignisse), werden im Abschluss bilanziell berücksichtigt. Nicht zu berücksichtigende Ereignisse nach dem Bilanzstichtag werden im Anhang angegeben, wenn sie wesentlich sind. Im Geschäftsjahr 2018 erstmalig angewandte RechnungslegungsverlautbarungenGegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 haben sich folgende Standards und Interpretationen geändert bzw. waren aufgrund der Übernahme in EU-Recht oder des Inkrafttretens der Regelung erstmals verpflichtend anzuwenden: IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit KundenMit IFRS 15 wurde ein 5-Stufen-Modell zur Umsatzrealisierung aus Kundenverträgen eingeführt. Der Standard ist zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten und ersetzt IAS 18 Umsatzerlöse, IAS 11 Fertigungsaufträge sowie deren Interpretationen. IFRS 15 ist auf sämtliche Erlöse aus Kundenverträgen anzuwenden, es sei denn, diese fallen unter den Anwendungsbereich eines anderen Standards. Details zu IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden:Erlöse werden in der Höhe erfasst, die die Vergütung widerspiegelt, welche das Unternehmen für die Übertragung der Güter auf den Kunden erhält. Der Nemetschek Konzern differenziert grundsätzlich nach der Realisierung von Umsatzerlösen aus dem Verkauf von Waren und Erzeugnissen, aus der Erbringung von Dienstleistungen sowie Erträgen aus Lizenzen. Nachfolgend werden die einzelnen Schritte des 5-Stufen-Modells dargestellt:
Die Umsatzrealisierung für die verschiedenen Produktkategorien des Nemetschek Konzerns stellt sich wie folgt dar: 1.Software und Lizenzen1.1 StandardsoftwareDie Standardsoftware enthält nur die Leistungsverpflichtung "Software". Nach dem Durchlaufen der 5 Stufen wird der Umsatz aus Standardsoftware realisiert, sobald der Kunde die Kontrolle über die Software erlangt. Die Kontrollerlangung über die Software durch den Kunden erfolgt nach Versendung der Hardware bzw. Übermittlung eines Links zum Download der Software an den Kunden. 1.2 Softwaremietmodelle (Subscriptions)Die Softwaremietmodelle des Nemetschek Konzerns enthalten in der Regel die Leistungsverpflichtungen "Software" sowie "Anwendersupport". Bei der Leistungsverpflichtung "Anwendersupport" handelt es sich um eine "stand-ready obligation", die linear über die Laufzeit der Leistungserbringung realisiert wird. Für die Realisierung der Leistungsverpflichtung "Software" unterscheidet der Nemetschek Konzern zwischen zwei verschiedenen Modellen:
1.3 Verkaufsgeschäfte über Handelsvertreter/-agentenBei Verkaufsgeschäften mit Endkunden über Handelsvertreter wird der Erlös aus dem Verkauf zum Zeitpunkt des Eigentumsübergangs auf den Endkunden erfasst. Dem Handelsvertreter kommt bei diesen Geschäften lediglich eine Vermittlungsfunktion zu, für die er eine Provision erhält. Der Nemetschek Konzern tritt hierbei als Prinzipal auf, die primäre Verantwortung für die Vertragserfüllung sowie die Einflussnahme auf die Preisgestaltung liegt bei Nemetschek. 2. Maintenance / SoftwarewartungsverträgeDie Leistungsverpflichtungen bei Softwareserviceverträgen lassen sich grundsätzlich in zwei wesentliche Verpflichtungen unterteilen. Zum einen leistet der Nemetschek Konzern Anwendersupport, welcher dem Kunden für den gesamten Vertragszeitraum zur Verfügung steht. Zum anderen erhalten Kunden mit Softwareserviceverträgen die jeweils aktuellste Version der jeweiligen Nemetschek Software. Hierbei liegt es jedoch im Ermessen des Konzerns, in welchen zeitlichen Abständen neue Versionen der Software bereitgestellt werden und welche Funktionalitäten bzw. Module der jeweiligen Software geändert, modifiziert, reduziert oder erweitert werden. Bei dem Anspruch auf nicht weiter definierte Softwareversionen sowie dem Anwendersupport handelt es sich um sogenannte "stand-ready obligations" nach IFRS 15, bei denen die Umsatzerlöse über den Zeitraum des Vertrags hinweg linear realisiert werden. Die von Kunden vorab erhaltenen Zahlungen für Softwarewartungsverträge sind als Umsatzabgrenzung (vertragliche Schuld) bilanziert und führen im Wesentlichen innerhalb der nächsten sechs Monate zu Umsatzerlösen. 3. ConsultingSofern es sich bei den Consultingleistungen um eine separate Leistungsverpflichtung handelt, werden die Umsätze in der Periode realisiert, in der diese erbracht wurden. Wenn es sich nicht um separate Leistungsverpflichtungen handelt, werden die Consultingleistungen mit weiteren Vertragsbestandteilen zu einem Bündel kombiniert und den Regelungen des IFRS 15 nach realisiert. 4. HardwareDie Erlösrealisierung aus dem Verkauf von Hardware erfolgt in der Regel zu dem Zeitpunkt des Gefahrenübergangs auf den Kunden. Die Hardwareumsätze sind für den Nemetschek Konzern von untergeordneter Bedeutung. 5. SchulungenDie Erlöse aus Schulungen werden aufgrund des kurzen Leistungserbringungszeitraums nach Leistungserbringung realisiert. Effekt aus der Anwendung von IFRS 15 zum 1. Januar 2018:Zum Umstellungszeitpunkt am 1. Januar 2018 wendet der Nemetschek Konzern die modifiziert retrospektive Methode auf noch nicht beendete Verträge an. Durch die vorgezogene Erlösrealisierung im Rahmen der IFRS 15 Umstellung bei der "Download"-Variante bei Softwaremietmodellen erhöhen sich die Gewinnrücklagen des Nemetschek Konzerns zum 1. Januar 2018 um TEUR 538. Zum einen resultierte die Änderung aus der Auflösung von passivisch abgegrenzten Zahlungen, welche aufgrund der vorgezogenen (Teil)-Erlösrealisierung in die Gewinnrücklagen umgegliedert werden. Zum anderen wurden zum 1. Januar 2018 zusätzliche, bisher noch nicht fakturierte Erlöse realisiert. Aufgrund dessen wurde ein Vertragsvermögenswert erfasst. Dieser wird in den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten erfasst und in den Folgeperioden sukzessive aufgelöst. Der Umstellungseffekt aus IFRS 15 stellt sich wie folgt dar: IFRS 15 UMSTELLUNGSEFFEKT
Die zusätzlichen Umsatzerlöse aus IFRS 15 im Vergleich zu IAS 18 stellen sich für das Jahr 2018 wie folgt dar: ÄNDERUNGSEFFEKT AUF UMSATZERLÖSE FÜR DAS JAHR 2018
Der Effekt auf das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt zum 31. Dezember 2018 EUR 0,03. Vertragserlangungskosten wurden im Übergangszeitpunkt nicht erfasst, da der Abschreibungszeitraum nicht mehr als ein Jahr betragen hätte. IFRS 9 FinanzinstrumenteDer Nemetschek Konzern wendet die Vorschriften des IFRS 9 Finanzinstrumente sowie die damit einhergehenden Folgeänderungen an anderen Standards erstmalig zum 1. Januar 2018 an. IFRS 9 beinhaltet insbesondere neue Regelungen zur Klassifizierung, Bewertung und zu Wertminderungen von Finanzinstrumenten sowie zum Hedge Accounting. Der Nemetschek Konzern wendet die Vorschriften des IFRS 9 retrospektiv an, verzichtet jedoch im Einklang mit den Übergangsvorschriften auf eine Anpassung der Vergleichsperiode. Klassifizierung und BewertungIFRS 9 enthält drei Bewertungskategorien: 1) fortgeführte Anschaffungskosten, 2) erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert und 3) erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Die Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte, die keine Eigenkapitalinstrumente sind, hängt von zwei Faktoren ab, die bei Zugang (und im Fall der erstmaligen Anwendung des IFRS 9 bei Übergang) zu prüfen sind: dem Geschäftsmodell, unter dem der finanzielle Vermögenswert gehalten wird, sowie den Zahlungsstrombedingungen des Instruments. Eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten ist angezeigt, sofern die Zahlungsströme des Instruments lediglich aus Zinszahlungen auf den Nominalbetrag und Tilgungen bestehen (Zahlungsstromkriterium) und das Instrument mit dem Zweck gehalten wird, die vertraglichen Zahlungsströme zu realisieren (Geschäftsmodell "halten"). Ist das Zahlungsstromkriterium erfüllt und wird das Instrument unter einem Geschäftsmodell gehalten, welches die Zahlungsströme aus dem Instrument durch das Halten bis zur Endfälligkeit und durch Verkäufe realisiert (Geschäftsmodell "halten oder verkaufen"), ist eine erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert vorzunehmen. Sofern das Zahlungsstromkriterium nicht erfüllt ist bzw. bei allen Geschäftsmodellen, die nicht auf "halten" oder "halten oder verkaufen" abstellen, ist das Instrument erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Eine Umklassifizierung eines finanziellen Vermögenswerts zwischen den Bewertungskategorien des IFRS 9 setzt eine Änderung des Geschäftsmodells für die jeweilige Gruppe von Instrumenten voraus. Der tatsächliche Eintritt einer solchen Änderung wird in der Praxis sehr selten vorkommen und muss: 1) durch den Vorstand als Ergebnis externer oder interner Änderungen festgelegt werden, 2) signifikant sein für die operative Tätigkeit des Nemetschek Konzerns und 3) nachweisbar sein gegenüber externen Parteien. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte (die bisher der Kategorie Kredite und Forderungen zugeordnet waren) und Vertragsvermögenswerte nach IFRS 15 erfüllen das Zahlungsstromkriterium. Die Instrumente werden in einem Geschäftsmodell gehalten, welches auf die Realisierung der Zahlungsströme durch das Halten der Instrumente bis zur Endfälligkeit abzielt. Aus diesem Grund erfolgt weiterhin eine Bewertung mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode. Investitionen in Eigenkapitalinstrumente erfüllen die Zahlungsstrombedingungen nicht. Die Instrumente sind grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Vom Wahlrecht, Investitionen in Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, macht der Nemetschek Konzern Gebrauch. Dadurch wird die bisher im Konzernabschluss ausgewiesene Beteiligung, welche unter IAS 39 als zur Veräußerung verfügbar (AfS) klassifiziert war, unter IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert. Aus der geänderten Klassifizierung hat sich kein wesentlicher Unterschiedsbetrag ergeben. Finanzielle Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung weiterhin, wie auch bereits unter IAS 39, zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei allen finanziellen Vermögenswerten, die nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert sind, werden darüber hinaus Transaktionskosten berücksichtigt, die direkt dem Erwerb des Vermögenswerts zuzurechnen sind. Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden auch unter IFRS 9 weiterhin zum Handelstag, d. h. am Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist, bilanziell erfasst. Finanzielle Verbindlichkeiten werden weiterhin entweder als finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, oder als übrige finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, klassifiziert. Aus der Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten nach IFRS 9 ergaben sich im Nemetschek Konzern keine Auswirkungen. Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz, wie bereits unter IAS 39, mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten werden auch weiterhin bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, angesetzt. WertminderungenMit IFRS 9 erfolgt eine Abkehr vom in IAS 39 enthaltenen Modell der eingetretenen Verluste hin zum Modell der erwarteten Verluste. Um Veränderungen im Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts zu erfassen, passt der Nemetschek Konzern die erwarteten Verluste im Rahmen der Risikovorsorge zu jedem Stichtag an. Das heißt, ein sogenanntes Verlustereignis als Auslöser für eine Wertminderung, wie unter IAS 39 gefordert, ist nicht weiter erforderlich, um Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte zu erfassen. IFRS 9 unterscheidet bei der Erfassung der erwarteten Verluste zwischen drei Stufen. Die erwarteten Verluste eines finanziellen Vermögenswerts sind bei Zugang mit einem der folgenden drei Wertmaßstäbe zu bemessen:
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte nach IFRS 15, die keine signifikante Finanzierungskomponente nach IFRS 15 enthalten, sieht IFRS 9 eine vereinfachte Vorgehensweise zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste vor. Bei Vorliegen einer signifikanten Finanzierungskomponente besteht nach IFRS 9 ein Wahlrecht zur Anwendung des vereinfachten Ansatzes zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste. Durch die Kurzläufigkeit der Instrumente ist bei der vereinfachten Vorgehensweise eine direkte Erfassung der erwarteten Verluste über die gesamte Restlaufzeit angezeigt. Die Instrumente sind somit direkt der Stufe 2 des Wertminderungsmodells zuzuordnen (sofern diese nicht bereits bei Ausreichung im Wert gemindert sind, was zu einer Zuordnung zu Stufe 3 führen würde). Der Nemetschek Konzern macht von dem Wahlrecht zur vereinfachten Vorgehensweise zur Bemessung der erwarteten Verluste über die gesamte Restlaufzeit Gebrauch. Für sonstige finanzielle Vermögenswerte werden erwartete Verluste jedoch grundsätzlich unter dem allgemeinen 3-Stufen-Modell erfasst. Der Effekt auf den Nemetschek Konzern aus der Anwendung des 3-Stufen-Modells ist jedoch unwesentlich, da die sonstigen finanziellen Vermögenswerte zum 1. Januar 2018 TEUR 150 betragen haben. Erhöhung des AusfallrisikosDie Verlusterfassung des gesamten über die Restlaufzeit erwarteten Verlusts muss für Instrumente vorgenommen werden, deren Ausfallrisiko sich seit Zugang signifikant erhöht hat (Stufe 2). Sofern objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, ist der Vermögenswert in Stufe 3 umzugliedern und die Risikovorsorge ist entsprechend anzupassen. Ob eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos besteht, ist durch einen Vergleich der ursprünglichen Ausfallwahrscheinlichkeit bei Zugang des Instruments mit der Ausfallwahrscheinlichkeit am Abschlussstichtag zu beurteilen. Der Konzern wendet die widerlegbare Vermutung an, dass sich das Ausfallrisiko seit dem Zugang des Instruments signifikant erhöht hat, wenn vertragliche Zahlungen seit mehr als 30 Tagen überfällig sind. Darüber hinaus macht der Konzern von der Vereinfachung für finanzielle Vermögenswerte, deren Ausfallrisiko als gering eingestuft wird, Gebrauch. Danach darf angenommen werden, dass für finanzielle Vermögenswerte, deren Ausfallrisiko als gering eingestuft wird, sich das Ausfallrisiko nicht signifikant erhöht hat. Finanzielle Vermögenswerte des Nemetschek Konzerns haben ein geringes Ausfallrisiko, wenn deren internes oder externes Bonitätsrating in der Kategorie "investment grade" fällt. Die Vereinfachung wird auf sonstige finanzielle Vermögenswerte angewendet. Gemäß IFRS 9 weist ein finanzieller Vermögenswert objektive Hinweise auf Wertminderung auf, wenn ein oder mehrere Ereignisse stattgefunden haben, die eine signifikante Auswirkung auf die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswerts aufzeigen. Diese objektiven Hinweise waren bereits unter IAS 39 relevant. Dazu gehören z.B. erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder des Schuldners oder ein Vertragsbruch wie beispielsweise ein Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen. Aufgrund historischer Erfahrungen wird ein Ausfall von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten bei Vorliegen verschiedener Tatsachen wie Zahlungsverzug über einen bestimmten Zeitraum, Einleitung von Zwangsmaßnahmen, drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, Beantragung oder Eröffnung eines Insolvenzverfahrens oder Scheitern von Sanierungsmaßnahmen angenommen. Darüber hinaus nutzt der Nemetschek Konzern für sonstige finanzielle Vermögenswerte die widerlegbare Vermutung, dass objektive Hinweise auf eine Wertminderung spätestens dann vorliegen, wenn die vertraglichen Zahlungen für ein Instrument länger als 90 Tage ausstehend sind. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte nach IFRS 15 erfolgt die Einschätzung auf Einzelfallbasis. Der Konzern überprüft zu jedem Bilanzstichtag, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung einer Forderung aus Lieferungen und Leistungen /eines Vertragsvermögenswerts nach IFRS 15 vorliegen. Forderungen und die damit einhergehende kumulierte Risikovorsorge werden erst ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden, d. h. mit keinem Zahlungszufluss mehr zu rechnen ist. In diesem Fall erfolgt eine Korrektur des Forderungsbetrags gegen die Risikovorsorge. Bemessung der erwarteten KreditverlusteFür Forderungen aus Lieferungen (vereinfachtes Modell) ermittelt der Nemetschek Konzern zu jedem Stichtag selbst eine Ausfallquote auf der Basis historischer Ausfälle und passt diese, sofern erforderlich, um erwartete zukünftige Entwicklungen an. Für Vertragsvermögenswerte nach IFRS 15, welche zum 1. Januar 2018 TEUR 399 betragen haben, wurde aus Wesentlichkeitsgründen keine Risikovorsorge erfasst. An jedem Stichtag überprüft der Konzern, ob sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat oder ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen. Betroffene finanzielle Vermögenswerte werden entsprechend in die jeweilige Stufe des Wertminderungsmodells umgegliedert; die Bewertung des erwarteten Verlusts wird ebenfalls an die jeweilige Stufe angepasst. Ausweis der erwarteten KreditverlusteErwartete Kreditverluste und deren Veränderungen weist der Konzern aus Wesentlichkeitsgründen nicht separat, sondern unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung aus. Tabellarische Überleitung der Auswirkungen aus IFRS 9Zum 1. Januar 2018 hat der Nemetschek Konzern seine finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten analysiert, um die Zuordnung zu den Bewertungskategorien zu identifizieren. Wesentliche Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 9 haben sich für den Nemetschek Konzern nicht ergeben, weshalb auf eine Anpassung verzichtet wurde. Die folgende Übersicht zeigt die Buchwerte und Klassen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum 31.Dezember 2017 nach IAS 39 sowie die Überleitung zum 1. Januar 2018 auf IFRS 9:
Der Bestand der Risikovorsorge der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt nach IAS 39 zum 31.Dezember 2017 und nach IFRS 9 zum 1. Januar 2018 TEUR 2.973. Die nachfolgenden geänderten Standards und Interpretationen hatten keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss:
Künftige Änderungen der Bilanzierungs- und BewertungsmethodenAusblick auf künftige IFRS-ÄnderungenFolgende IFRS wurden bis zum Bilanzstichtag vom IASB veröffentlicht, sind aber erst in späteren Berichtsperioden verpflichtend anzuwenden bzw. wurden bisher nicht in EU-Recht übernommen. Der Nemetschek Konzern hat sich bei den erst in späteren Berichtsperioden verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen dazu entschlossen, von einem möglichen Wahlrecht zur vorzeitigen Anwendung keinen Gebrauch zu machen. IFRS 16 LeasingverhältnisseIFRS 16 ersetzt die vorhandenen Regelungen zu Leasingverhältnissen, inklusive IAS 17 Leasingverhältnisse, IFRIC 4 Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, SIC-15 Operating-Leasingverhältnisse-Anreize und SIC-27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen. Der Konzern beabsichtigt, IFRS 16 erstmalig zum 1. Januar 2019, dem vorgeschriebenen Datum des Inkrafttretens, unter Anwendung der modifiziert retrospektiven Methode anzuwenden. Aus diesem Grund wird ein etwaiger kumulativer Effekt aus der Anwendung von IFRS 16 als eine Anpassung der Eröffnungsbilanzwerte der Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2019 erfasst. Vergleichsinformationen werden nicht angepasst. IFRS 16 führt ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, wonach Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht (right-of-use asset), das sein Recht auf die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswerts darstellt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Es gibt Vereinfachungsregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse von geringem Wert. Der Konzern beabsichtigt, die Vereinfachungsregelung bezüglich der Beibehaltung der Definition eines Leasingverhältnisses bei der Umstellung zu nutzen. Dies bedeutet, dass der Nemetschek Konzern IFRS 16 auf alle Verträge anwenden wird, die vor dem 1. Januar 2019 abgeschlossen worden sind und nach IAS 17 und IFRIC 4 als Leasingverhältnisse identifiziert worden sind. Der Konzern hat die geschätzten Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 auf den Konzernabschluss, wie unten dargestellt, beurteilt. Die tatsächlichen Auswirkungen aus der Anwendung dieses Standards zum 1. Januar 2019 können hiervon abweichen, da
Der Nemetschek Konzern wird neue Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für seine Operating-Leasingverhältnisse über Immobilien sowie bewegliche Vermögenswerte (Bürogeräte und Kraftfahrzeuge) ansetzen. Die Art der Aufwendungen im Zusammenhang mit diesen Leasingverhältnissen wird sich ändern, da der Konzern nun Abschreibungen über Nutzungsrechte (right-of-use assets) sowie Zinsaufwendungen aus den Leasingverbindlichkeiten ansetzt. Bislang hat der Konzern Aufwendungen aus Operating-Leasingverhältnissen linear über die Leasinglaufzeit erfasst und Vermögenswerte und Schulden nur in der Höhe erfasst, in der es eine zeitliche Differenz zwischen den tatsächlichen Leasingzahlungen und den erfassten Aufwendungen gab. Basierend auf den derzeit verfügbaren Informationen schätzt der Konzern, dass er zusätzliche Leasingverbindlichkeiten und Vermögenswerte in Höhe von 66 bis 70 Mio. EUR zum 1. Januar 2019 ansetzen wird. In der Kapitalflussrechnung werden Zahlungen für Operating-Leasingverhältnisse bislang im Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ausgewiesen. Zukünftig werden die Zahlungen für Operating-Leasingverhältnisse in Zinszahlungen sowie Tilgungszahlungen aufgeteilt werden. Während die Zinszahlungen weiterhin im Cash-flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ausgewiesen werden, werden die Tilgungszahlungen dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zugeordnet werden. IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen BehandlungDer IASB hat die vom IFRS Interpretations Committee entwickelte Interpretation IFRIC 23 herausgegeben, um die Bilanzierung von Unsicherheit in Bezug auf Ertragsteuern klarzustellen. Die Interpretation tritt für Berichtsperioden in Kraft, die am 1. Januar 2019 beginnen. Der Konzern prüft derzeit die Auswirkungen von IFRIC 23. Die nachstehenden Änderungen und Interpretationen haben voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss:
Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen bei der Erstellung des KonzernabschlussesBei der Erstellung des Konzernabschlusses werden vom Management Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen getroffen, die sich auf die Höhe der zum Stichtag ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden sowie den Ausweis von Eventualschulden auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten Ergebnisse entstehen, die in der Zukunft zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte und Schulden führen. Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert: Wertminderung von nicht finanziellen VermögenswertenDer Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nicht finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Der Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte werden mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf Werthaltigkeit überprüft. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, in deren Zusammenhang der Vermögenswert unabhängige Zahlungsmittelzuflüsse erwirtschaftet, ist mit Schätzungen der Unternehmensleitung verbunden. Diese Schätzungen werden von bestimmten Faktoren wie beispielsweise der erwarteten wirtschaftlichen Entwicklung oder einer erfolgreichen Integration erworbener Unternehmen beeinflusst. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Nemetschek bestimmt diese Werte grundsätzlich mittels Discounted-Cashflow-Bewertungen. Den diskontierten Zahlungsströmen liegen grundsätzlich Drei- bzw. Vier-Jahres-Planungen zugrunde. Die Planungen berücksichtigen Erfahrungen der Vergangenheit und aktuelle operative Ergebnisse und basieren auf Marktannahmen sowie der besten von der Unternehmensleitung vorgenommenen Einschätzung künftiger Entwicklungen. Zahlungsströme jenseits der Planungsperiode werden unter Anwendung individueller Wachstumsraten extrapoliert. Wichtige Annahmen, auf denen die Ermittlung des erzielbaren Betrags basiert, beinhalten geschätzte Wachstumsraten und gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensätze. Die Schätzungen sowie die zugrunde liegende Methodik können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung des zu testenden Vermögenswerts haben. Die Schätzung der Wachstumsraten berücksichtigt Inflations- und Marktwachstumserwartungen. Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden auf Werthaltigkeit untersucht, wenn Hinweise vorliegen, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Zur Schätzung des Nutzungswerts muss die Unternehmensleitung die voraussichtlichen künftigen Cashflows des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte im Rahmen der KaufpreisallokationIm Rahmen der Kaufpreisallokation werden zunächst die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden identifiziert. Der beizulegende Zeitwert der wesentlichen immateriellen Vermögenswerte wird mittels der Lizenzpreisanalogiemethode und der Residualwertmethode bestimmt. Die Lizenzpreisanalogiemethode berücksichtigt die abgezinsten Zahlungen von Nutzungsentgelten, die voraussichtlich dadurch eingespart werden, dass sich die Patente oder Markennamen im eigenen Besitz befinden. Die Residualwertmethode berücksichtigt den Barwert der erwarteten Netto-Cashflows, die die Kundenbeziehungen erzeugen, mit Ausnahme aller Cashflows, die mit unterstützenden Vermögenswerten verbunden sind. Wenn innerhalb eines Jahres vom Erwerbszeitpunkt neue Informationen über Tatsachen und Umstände bekannt werden, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden haben und die zu Berichtigungen der im Rahmen der Kaufpreisallokation angesetzten beizulegenden Zeitwerte geführt hätten, wird die Bilanzierung des Unternehmenserwerbs angepasst. Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für bedingte KaufpreiszahlungenSofern im Rahmen von Unternehmenserwerben neben einer fixen Kaufpreiskomponente zusätzlich die Zahlung einer variablen (bzw. bedingten) Kaufpreiskomponente, deren Höhe sich aus der zukünftigen Entwicklung bestimmter Erfolgskennzahlen ergibt, vereinbart wird, werden diese zum Zeitpunkt des Erwerbs mit ihrem beizulegenden Zeitwert berücksichtigt. Für die Einschätzung des beizulegenden Zeitwerts werden sowohl beim erstmaligen Ansatz als auch bei der Folgebewertung mögliche Eintrittszenarien mit Wahrscheinlichkeiten hinterlegt. Sofern sich im Rahmen der Folgebewertung Änderungen des beizulegenden Werts ergeben, werden diese erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Aktive latente SteuernAktive latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen in der Zukunft verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche Ermessensausübung der Unternehmensleitung bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle nach IFRS 9Die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beruht auf historischen Werten, welche um zukunftsbezogene Informationen angepasst werden. Wesentliche (Sonder-)Effekte aus der Vergangenheit können die Risikovorsorge verzerren, wodurch eine Korrektur notwendig werden kann. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (IAS 39; gültig bis 31. Dezember 2017)Die Wertberichtigung zweifelhafter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhaltet Einschätzungen und Beurteilungen einzelner Forderungen, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden, den aktuellen Konjunkturentwicklungen und der Analyse der Altersstruktur der Forderungen beruhen. PensionenDer Aufwand aus leistungsorientierten Pensionsplänen wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Die versicherungsmathematische Berechnung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen zu Abzinsungssätzen, erwarteten zukünftigen Steigerungen von Gehältern und Renten sowie Sterberaten. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Schätzungen wesentlichen Unsicherheiten. Die Annahmen werden jeweils zum Bilanzstichtag überprüft. EntwicklungskostenDie Entwicklungskosten werden entsprechend der im Anhang dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aktiviert. Im Geschäftsjahr 2018 sowie im Vorjahr erfüllten keine Entwicklungsprojekte die Aktivierungskriterien des IAS 38, dementsprechend wurde nichts aktiviert. FremdwährungsumrechnungDer Konzernabschluss wird in Euro, der Berichtswährung des Konzerns, aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Das ist die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem die Gesellschaft tätig ist. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskassakurses in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Nicht monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet werden, sind mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Nicht monetäre Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, sind mit dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig ist. Hiervon ausgenommen sind Umrechnungsdifferenzen aus Fremdwährungskrediten, soweit sie als Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb bilanziert werden. Diese werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition direkt im Eigenkapital und erst bei deren Abgang in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst. Aus den Umrechnungsdifferenzen dieser Fremdwährungskredite entstehende latente Steuern werden ebenfalls direkt im Eigenkapital erfasst. Die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Gesellschaften werden zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet (inkl. der im Rahmen einer Kaufpreisallokation aufgedeckten stillen Reserven sowie der Geschäfts- oder Firmenwerte). Die Umrechnung von Aufwendungen und Erträgen erfolgt zum Durchschnittskurs. Die hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden als separater Bestandteil des Eigenkapitals erfasst. Umrechnungsdifferenzen aus der Abwicklung monetärer Posten zu Kursen, die sich von den ursprünglich während der Periode erfassten unterscheiden, werden als sonstiger betrieblicher Aufwand oder Ertrag in der Periode erfasst, in der sie entstanden sind. Für die nicht an der Europäischen Währungsunion teilnehmenden Länder wurden folgende Umrechnungskurse angewandt: UMRECHNUNGSKURSE
Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2018Der Konzernkreis entspricht dem Stand vom 31. Dezember 2017 mit folgenden Veränderungen: UnternehmenserwerbeSpacewell (ehemals: FASEAS/MCS Solutions Gruppe), Antwerpen, BelgienMit Kaufvertrag vom 28. August 2018 erwarb die Nemetschek SE 100 % der Anteile an der Spacewell, Antwerpen, Belgien. Spacewell wurde erstmalig zum 1. September 2018 in den Konzern einbezogen. Mit dem Anteilserwerb ergaben sich im Geschäftsjahr 2018 Auszahlungen in Höhe von TEUR 46.103. Im Rahmen der vorläufigen Kaufpreisallokation wurden im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 18.295 für Technologie, Kundenbeziehungen und Markennamen erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 34.151 beinhaltet nicht separierbare immaterielle Vermögenswerte wie z. B. Fachwissen der Mitarbeiter und erwartete Synergieeffekte. Es konnte kein Geschäfts- oder Firmenwert für steuerliche Zwecke angesetzt werden. Spacewell bietet modulare und integrierte Softwarelösungen für das Immobilien-, Facility- und Arbeitsplatzmanagement großer privater und öffentlicher Organisationen. Darüber hinaus hat Spacewell die intelligente Smart-Building-Plattform COBUNDU(tm) entwickelt, die Internet-of-Things(IoT)-Sensoren und Big-Data-Analysen nutzt, um die Produktivität und Effizienz für Gebäudeverwalter zu optimieren. Durch die Übernahme von Spacewell eröffnet sich die Nemetschek Group den dynamisch wachsenden Markt im Gebäudemanagement. Es wird nicht davon ausgegangen, dass es zu Zahlungsausfällen in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kommen wird. Diese Einschätzung beruht auf Erfahrungswerten der Vergangenheit. Somit entspricht der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem beizulegenden Zeitwert. Seit Beginn der Konzernzugehörigkeit wurden Umsatzerlöse von 5,0 Mio. EUR sowie ein EBITDA von 0,5 Mio. EUR erwirtschaftet. Wäre Spacewell im gesamten Geschäftsjahr 2018 in den Konzern einbezogen worden, so hätte sie mit einem Umsatz in Höhe von 14,5 Mio. EUR und einem EBITDA von 1,6 Mio. EUR zum Konzernergebnis beigetragen. SPACEWELL
123erfasst.de GmbH, Lohne, DeutschlandMit Kaufvertrag vom 14. Juni 2018 erwarb die NEVARIS Bausoftware GmbH 100 % der Anteile an der 123erfasst.de GmbH, Lohne, Deutschland. Der Übergang von Nutzen und Lasten wurde mit Ablauf des 2. Juli 2018 vollzogen. Mit dem Anteilserwerb ergaben sich im Geschäftsjahr 2018 Auszahlungen in Höhe von TEUR 14.492. Des Weiteren besteht eine nachträgliche Kaufpreisverpflichtung (Earn-out) basierend auf der Erreichung von Umsatzzielen im Geschäftsjahr 2020. Im Rahmen der vorläufigen Einschätzung wurde diese Verpflichtung auf TEUR 2.653 geschätzt. Im Rahmen der vorläufigen Kaufpreisallokation wurden im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 8.104 für Technologie, Kundenbeziehungen und Markennamen erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 11.035 beinhaltet nicht separierbare immaterielle Vermögenswerte wie z. B. Fachwissen der Mitarbeiter und erwartete Synergieeffekte. Es konnte kein Geschäfts- oder Firmenwert für steuerliche Zwecke angesetzt werden. 123erfasst bietet eine fortschrittliche App, über die mittels eines herkömmlichen Smartphones Daten wie Zeit, Leistung, Standort, Wetter, Material, Geräteeinsatz und Fotos zur Dokumentation von Baustellen in Echtzeit direkt vom Mitarbeiter in das Büro übermittelt werden. So kann für den Unternehmer die Nachkalkulation, die Fakturierung und die Lohnabrechnung vereinfacht und beschleunigt werden. Durch die Übernahme ergänzt NEVARIS das Produktportfolio in idealer Weise und stärkt seine Technologieführerschaft im weltweiten Wachstumsmarkt der mobilen Lösungen. Es wird nicht davon ausgegangen, dass es zu Zahlungsausfällen in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kommen wird. Diese Einschätzung beruht auf Erfahrungswerten der Vergangenheit. Somit entspricht der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem beizulegenden Zeitwert. Seit Beginn der Konzernzugehörigkeit wurden Umsatzerlöse von 1,3 Mio. EUR sowie ein EBITDA von 0,5 Mio. EUR erwirtschaftet. Wäre die Gesellschaft im gesamten Geschäftsjahr 2018 in den Konzern einbezogen worden, so hätte sie mit einem Umsatz in Höhe von 2,4 Mio. EUR und einem EBITDA von 0,9 Mio. EUR zum Konzernergebnis beigetragen. 123ERFASST.DE GMBH
Vectorworks Canada, Inc., Vancouver, BC, KanadaMit Kaufvertrag vom 25. September 2018 erwarb die Vectorworks, Inc., Columbia, USA, zur Erweiterung des kanadischen Vertriebsnetzes 100 % der Anteile an einem kanadischen Distributor und integrierte ihn in den Vectorworks Teilkonzern. Der Kaufpreis belief sich auf TEUR 141. Auf der Basis der Kaufpreisallokation wurden im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 103 für Kundenbeziehungen erfasst. Mit Kaufvertrag vom 24. September 2018 erwarb Vectorworks, Inc., Columbia, im Rahmen eines Asset-Deals, der die Kriterien eines Unternehmenszusammenschlusses erfüllt, die Kundenbeziehungen eines Distributors. Der Kaufpreis belief sich auf TEUR 320. Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden Kundenbeziehungen in Höhe von TEUR 224 erfasst. Aus der Kaufpreisallokation ergab sich ein Geschäfts- oder Firmenwert von TEUR 96. Project AtlasAm 12. Juni 2018 erwarb die Bluebeam, Inc., im Rahmen eines Asset-Deals alle wesentlichen Vermögenswerte des Privatunternehmens Project Atlas, LLC. Project Atlas hat ein digitales Mapping-Modul entwickelt, das 2D-Pläne und Konstruktionsdaten statt mit traditionellen Ordnerstrukturen mithilfe von Standortdaten organisiert und visualisiert. Mit diesem ortsbezogenen Ansatz können Experten aus der Architektur- und Baubranche eine einwandfreie digitale Übersicht ihres Projekts erstellen und durchsuchen. Der Kaufpreis betrug TEUR 3.100. Im Rahmen der vorläufigen Kaufpreisaufteilung wurden TEUR 362 auf Technologie, TEUR 82 auf Kundenstamm sowie TEUR 106 auf den Markennamen verteilt. Der aus dem Erwerb resultierende Geschäfts- oder Firmenwert betrug TEUR 2.559. Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2017UnternehmenserwerbedRofus Gruppe, Oslo, NorwegenMit Kaufvertrag vom 20. Dezember 2016 erwarb die Nemetschek SE 100 % der Anteile an der dRofus Gruppe, Oslo, Norwegen. Der Übergang von Nutzen und Lasten wurde mit Ablauf des 3. Januar 2017 vollzogen. Mit dem Anteilserwerb ergaben sich im Geschäftsjahr 2017 Auszahlungen in Höhe von TEUR 25.786. Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 9.950 für Technologie, Kundenbeziehungen und Markennamen erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 16.488 beinhaltet nicht separierbare immaterielle Vermögenswerte wie z. B. Fachwissen der Mitarbeiter und erwartete Synergieeffekte. Es konnte kein Geschäfts- oder Firmenwert für steuerliche Zwecke angesetzt werden. dRofus ist ein führender Anbieter von Planungs-, Datenverwaltungs- und Kollaborations-Tools auf der Basis der integrierten Arbeitsweise bei Planung und Ausführung von Bauprozessen (Building Information Modeling - BIM). Das Unternehmen bietet allen Prozessbeteiligten umfassende Unterstützung ihrer Workflows und Zugang zu Gebäudeinformationen über den gesamten Gebäudelebenszyklus hinweg, inklusive der Übergabe an das Facility-Management - und das auf einer zentralen, cloudbasierten Plattform. dRofus ist ein global agierendes Unternehmen mit Fokus auf Europa, den USA und Australien. Zum Kundenkreis von dRofus zählen öffentliche und private Bauherren, Planer, Bauingenieure und Generalunternehmer. Bereits heute nimmt dRofus eine führende Position bei Bauprozessen im Gesundheitsbereich und bei Flughäfen ein. Die Software wird als reines Mietmodell angeboten, wobei nahezu 100 % der Kunden ihr Abonnement verlängern. Im Geschäftsjahr 2017 wurden Umsatzerlöse von 5,2 Mio. EUR sowie ein EBITDA * von 0,9 Mio. EUR erwirtschaftet. dROFUS GRUPPE
* EBITDA = EBIT + Abschreibungen
RISA Tech, Inc., Foothill Ranch, USAMit Kaufvertrag vom 12. Oktober 2017 erwarb die neu gegründete RISA Tech, Inc. im Rahmen eines Asset-Deals, der die Kriterien eines Unternehmenszusammenschlusses erfüllt, den operativen Geschäftsbetrieb der RISA Technologies, Inc. Der Übergang von Nutzen und Lasten wurde mit Ablauf des 1. November 2017 vollzogen. Mit dem Erwerb des Geschäftsbetriebes ergaben sich im Geschäftsjahr 2017 Auszahlungen in Höhe von TEUR 20.500. Im Rahmen der vorläufigen Kaufpreisallokation wurden im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 9.861 für Technologie, Kundenbeziehungen und Markennamen erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 12.827 beinhaltet nicht separierbare immaterielle Vermögenswerte wie z. B. Fachwissen der Mitarbeiter und erwartete Synergieeffekte. Der Geschäfts- oder Firmenwert für steuerliche Zwecke wurde in Höhe von TEUR 12.827 angesetzt. Der steuerliche Geschäfts- oder Firmenwert wird über 15 Jahre abgeschrieben. RISA bietet eine der in den USA am meisten genutzten Softwarelösungen für die Tragwerksplanung und Baustatik an und kommt bei Tragwerksstrukturen aus unterschiedlichen Materialien wie Stahl, Beton, Mauerwerk oder Holz zum Einsatz. Mit rund 10.000 Anwendern hat RISA eine führende Marktstellung in den USA inne. Zu den Kunden zählen nahezu alle Top-US-Ingenieurbüros. RISA ist für die Nemetschek Group eine perfekte strategische Ergänzung für die weltweite Expansion im Bereich der statischen Softwarelösungen. Seit Beginn der Konzernzugehörigkeit vom 1. November 2017 wurden Umsatzerlöse von 0,7 Mio. EUR sowie ein EBITDA von - 0,2 Mio. EUR erzielt. Wäre die Gesellschaft im gesamten Geschäftsjahr 2017 in den Konzern einbezogen worden, so hätte sie mit einem Umsatz in Höhe von 6,1 Mio. EUR und einem EBITDA von 0,3 Mio. EUR zum Konzernergebnis beigetragen. RISA TECH, INC.
Vectorworks UK, Ltd., Newbury, GroßbritannienMit Kaufvertrag vom 14. August 2017 erwarb die Vectorworks, Inc., Columbia, zur Erweiterung ihres europäischen Vertriebsnetzes 100 % der Anteile an ihrem britischen Händler und integrierte ihn in den Vectorworks Teilkonzern. Der Kaufpreis belief sich auf TEUR 441. Auf der Basis der vorläufigen Kaufpreisallokation ergab sich ein Geschäfts- oder Firmenwert von TEUR 334. Des Weiteren enthält der Kaufvertrag mit den verkaufenden Anteilseignern, die zugleich Schlüsselpersonen des Managements der Gesellschaft sind, in Höhe von TEUR 660 eine bedingte Kaufpreisverpflichtung. Wegen der unmittelbaren Verknüpfung der bedingten Kaufpreisverpflichtung mit dem Anstellungsverhältnis wurde diese als Personalaufwand und nicht als Kaufpreisbestandteil qualifiziert. Zum 31. Dezember 2017 wurde hierfür TEUR 44 unter den sonstigen langfristigen Verpflichtungen ausgewiesen. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung[1] UMSATZERLÖSE
Die Erlöse aus der vorherigen Periode werden nach IAS 18 bzw. IAS 11 dargestellt. In den wiederkehrenden Umsätzen sind Erlöse aus Softwaremietmodellen in Höhe von TEUR 23.427 (Vorjahr: TEUR 13.743) enthalten. Nach geografischen Bereichen ergibt sich folgende Aufteilung der Umsatzerlöse im Jahr 2018: UMSATZERLÖSE NACH REGIONEN
Bezüglich der regionalen Aufteilung für das Geschäftsjahr 2017 wird auf die Segmentberichterstattung (Ziffer 26) verwiesen. Die Vertragssalden stellen sich zum 31. Dezember 2018 wie folgt dar: VERTRAGSSALDEN
Vertragsvermögenswerte beziehen sich auf den Anspruch auf eine Gegenleistung für die vollständige Erfüllung der vertraglichen Leistungen. Forderungen werden erfasst, wenn der Anspruch auf Erhalt einer Gegenleistung unbedingt wird. Signifikante Änderungen haben sich bei den Vertragsvermögenswerten in der Berichtsperiode nicht ergeben. Aus Wesentlichkeitsgründen wurde keine Risikovorsorge nach IFRS 9 für Vertragsvermögenswerte erfasst. Der Konzern erhält Vorauszahlungen von Kunden, die als Umsatzabgrenzungsposten ausgewiesen werden. Sobald die vertraglichen Leistungen erbracht werden, werden diese als Umsatzerlöse erfasst. Von dem zu Beginn der Periode im Umsatzabgrenzungsposten ausgewiesenen Betrag in Höhe von TEUR 67.745 wurden TEUR 67.007 im Geschäftsjahr 2018 als Umsatzerlöse erfasst. Umsatzerlöse aus Leistungsverpflichtungen, die in den Vorjahren erfüllt worden sind, wurden im Geschäftsjahr 2018 nicht erfasst. Der Anstieg des Umsatzabgrenzungspostens im Jahr 2018 ist im Wesentlichen auf den Anstieg des Kundenstamms bei Softwaremietmodellen zurückzuführen. Da die Verträge des Nemetschek Konzerns überwiegend eine Laufzeit von einem Jahr haben, werden keine Angaben zu den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 gemacht. Die Segmentgliederung der Umsatzerlöse wird aus der Segmentberichterstattung (Ziffer 26) ersichtlich. [2] SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
In der Position "Übrige" befinden sich diverse Einzelposten, die kleiner als TEUR 100 sind. [3] MATERIALAUFWAND
Der Aufwand für Waren beinhaltet im Wesentlichen bezogene Softwarelizenzen. [4] PERSONALAUFWAND
Die Entwicklung der Beschäftigtenzahl stellt sich wie folgt dar: BESCHÄFTIGTE
[5] ABSCHREIBUNGEN
[6] SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
In der Position "Übrige" befinden sich diverse Einzelposten, die kleiner als TEUR 1.500 sind. [7] Die Erträge /Aufwendungen aus assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 536 (Vorjahr: TEUR 1.058) enthalten in Höhe von TEUR 435 die Erträge aus der DocuWare GmbH, Germering, sowie in Höhe von TEUR 101 die Erträge aus der Nemetschek OOD, Bulgarien, als assoziiertem Unternehmen. [8] ZINSERGEBNIS
[9] Die sonstigen finanziellen Aufwendungen / Erträge betragen im Berichtsjahr TEUR 2.131 (Vorjahr: TEUR 7.622). Hierin sind in Höhe von TEUR 1.736 finanzielle Erträge aus der Auflösung der Earn-out-Verpflichtung aus der Akquisition der Design Data Corporation sowie TEUR 339 aus der Auflösung einer Earn-out-Verpflichtung im Zusammenhang mit einem Asset-Deal enthalten. Die Auflösung erfolgte aufgrund der Nichterreichung der vereinbarten Zielgrößen im Berichtsjahr. [10] Die wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands setzen sich wie folgt zusammen. ERTRAGSTEUERN
Der Steueraufwand enthält im Geschäftsjahr 2018 in Höhe von TEUR 220 Steueraufwendungen aus Vorjahren (Vorjahr: Steuererträge TEUR 491). Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr 2018 in Höhe von TEUR - 28 (Vorjahr: TEUR 30) latente Steuern aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Vorjahr resultierte die Veränderung der latenten Steuern im Wesentlichen aus einem positiven Effekt aus der Anpassung der latenten Steuern aufgrund der US-Steuerreform (TEUR 2.887). Im Berichtsjahr konnten aufgrund der Währungskursveränderungen EUR / USD in Vorjahren gebildete latente Steuerrückstellungen für unrealisierte Währungskursgewinne für konzerninterne Darlehen in Höhe von TEUR 33 erfolgswirksam aufgelöst werden. Die Ertragsteuersätze der einzelnen Gesellschaften liegen zwischen 9,0 % und 33,3 % (Vorjahr: zwischen 9,0 % und 42,8 %). Der Ertragsteuersatz der Nemetschek SE ermittelt sich wie folgt: ERTRAGSTEUERSATZ
Die Bewertung der Steuerlatenzen erfolgt mit dem nominalen Steuersatz der Nemetschek SE bzw. mit dem maßgeblichen Steuersatz der jeweiligen Tochtergesellschaft. Dabei wird für die Nemetschek SE für das Geschäftsjahr 2018 ein Steuersatz in Höhe von 32,5 % zugrunde gelegt (Geschäftsjahr 2017: 32,5 %). Latente Steuern werden je Steuersubjekt saldiert, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen sowie von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden. Die latenten Ertragsteuern setzten sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen: LATENTE ERTRAGSTEUERN
Es liegen aufgrund des Zukaufs von Spacewell (ehemals: FASEAS/MCS) Steuergutschriften vor, auf die momentan keine latenten Steuern in Höhe von TEUR 985 gebildet wurden. Die Überleitungsrechnung zwischen dem ausgewiesenen und dem erwarteten Ertragsteueraufwand (bewertet mit dem Steuersatz 2018) für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2018 und 2017 setzt sich wie folgt zusammen: ÜBERLEITUNGSRECHNUNG ERTRAGSTEUERAUFWAND
Die latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge ermitteln sich wie folgt: LATENTE STEUERN VERLUSTVORTRÄGE
Die Positionen enthalten latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge, deren Realisierung mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist. Die aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge wurden auf der Basis der Aufwands- und Ertragsplanung für die Geschäftsjahre 2019 - 2021 der Tochtergesellschaften der Nemetschek SE gebildet. Die Detailplanungen der Gesellschaften beziehen sich auf eine Jahresperiode. Die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge im Teilkonzern Graphisoft entsprechen in ihrer Höhe den im Rahmen der Kaufpreisallokation gebildeten passiven latenten Steuern zum Stichtag 31. Dezember 2018. VERLUSTVORTRÄGE BEGRENZT VORTRAGBAR
Die steuerpflichtigen temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von TEUR 3.762, für die keine latenten Steuerschulden bilanziert wurden, würden zukünftig zu einer Steuerbelastung in Höhe von TEUR 885 führen. Aus der Ausschüttung von Dividenden im Jahr 2018 durch die Nemetschek SE an die Anteilseigner ergaben sich keine ertragsteuerlichen Konsequenzen. [11] Ergebnis je AktieDas unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem das auf die Aktien entfallende Nettoergebnis durch die durchschnittliche Zahl der Aktien dividiert wird. Zum Stichtag lagen analog zum Vorjahr keine Sachverhalte vor, die zu einer Verwässerung des Ergebnisses je Aktie geführt hätten. ERGEBNIS JE AKTIE
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz[12] Der Anlagenspiegel ist auf der letzten Seite dieses Anhangs dargestellt. Der Buchwert der selbst erstellten Software beträgt TEUR 780 (Vorjahr: TEUR 1.535). Gemäß IAS 38 sind Entwicklungskosten, sofern sie nicht für Grundlagenforschung oder nicht auftragsbezogen anfallen, aktivierungspflichtig, wenn die Voraussetzungen des IAS 38.57 erfüllt sind (siehe auch "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze"). Im Geschäftsjahr 2018 hat der Konzern nicht auftragsbezogene Produktentwicklung betrieben. Dabei wurden Personaleinzelkosten zuzüglich direkt zurechenbarer Gemeinkosten erfasst. Die Entwicklungskosten der Projekte, die die Kriterien des IAS 38.57 nicht erfüllt haben, und die Forschungskosten sind als Aufwand in Höhe von TEUR 110.416 (Vorjahr: TEUR 92.021) erfasst. Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte aus den Kaufpreisallokationen der wesentlichen Unternehmenserwerbe stellt sich wie folgt dar: IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE AUS WESENTLICHEN KAUFPREISALLOKATIONEN
* Zur besseren Vergleichbarkeit wurde der
Vorjahreswert angepasst.
FirmenwerteDie Entwicklung der Firmenwerte stellt sich wie folgt dar: ENTWICKLUNG FIRMENWERTE
Die in der Tabelle dargestellten Fremdwährungsumrechnungsdifferenz reflektiert im Wesentlichen die Währungsumrechnung der USD geführten Geschäfts- oder Firmenwerte. Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte wurden zur Überprüfung der Werthaltigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet. Die zahlungsmittelgenerierende Einheit repräsentiert das jeweilige Konzernunternehmen bzw. den jeweiligen Teilkonzern. Die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte wurden den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wie folgt zugeordnet: ZUORDNUNG FIRMENWERTE
Grundannahmen für die signifikanten zahlungsmittelgenerierenden EinheitenIm Folgenden werden die Grundannahmen für die signifikanten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erläutert, auf deren Basis die Unternehmensleitung ihre Cashflow-Prognosen zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erstellt hat. Nemetschek bestimmt den erzielbaren Betrag der jeweiligen Einheit, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, anhand des Nutzungswerts. Der Nutzungswert wird unter Anwendung eines Diskontierungssatzes aus dem Barwert der künftigen Zahlungsströme aus der fortgesetzten Nutzung dieser Einheit ermittelt. Geplante Umsatzentwicklung / BruttogewinnmargeDie Bestimmung der künftigen Zahlungsströme und der diesen zugrunde liegenden Parameter wie Umsatzwachstum und EBITDA-Marge erfolgt auf der Grundlage von in der Vergangenheit erlangten Sachkenntnissen, den aktuellen wirtschaftlichen Ergebnissen und der im angelaufenen Geschäftsjahr verabschiedeten Planung über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Die Planung für das Geschäftsjahr 2019 wird unter Verwendung von bestimmten konzerneinheitlichen Annahmen "von unten nach oben" (Bottom-up-Methode) aufgestellt. Die Zahlungsströme für die weiteren Planjahre folgen ähnlichen Prämissen, entsprechen jedoch nicht dem Detailgrad des ersten Planjahres. Zahlungsströme für Zeiträume über den Planungshorizont hinaus werden mit der Methode der ewigen Rente geschätzt. Die dabei verwendeten Wachstumsraten berücksichtigen keine kapazitätserweiternden Investitionen, für die noch keine Mittelabflüsse stattgefunden haben. Diese werden aus frei verfügbaren Marktstudien von Marktforschungsinstituten abgeleitet und übersteigen nicht die langfristigen durchschnittlichen historischen Wachstumsraten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Im Geschäftsjahr 2018 wurde eine Wachstumsrate von bis zu 2,0 % (Vorjahr: 1,9 %) angenommen. AbzinsungssätzeDer für die Abzinsung der künftigen Zahlungsströme erforderliche Diskontierungssatz wird aus den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital - WACC) der betreffenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit nach Steuern ermittelt. Der gemäß IAS 36 relevante Vorsteuer-WACC wird unter Verwendung von typisierten Steuersätzen für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit aus den künftigen Zahlungsströmen nach Steuern und dem Nachsteuer-WACC abgeleitet. Dabei wird der risikolose Zinssatz nach der Svensson-Methode unter Berücksichtigung von Risikozuschlägen und dem Beta sowie dem Verschuldungsgrad aus einer Gruppe von Vergleichsunternehmen abgeleitet. Der so geschätzte Diskontierungssatz spiegelt die gegenwärtigen Marktrenditen sowie die speziellen Risiken der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit wider. Der für die Cashflow-Prognosen verwendete Abzinsungssatz bewegt sich innerhalb einer Bandbreite von 11,48 % bis 13,83 % vor Steuern (Vorjahr: Bandbreite von 11,12 % bis 13,21 %). Annahmen über den MarktanteilDiese Annahmen sind insofern wichtig, als die Unternehmensleitung - wie auch bei der Festlegung von Annahmen für Wachstumsraten - beurteilt, wie sich die Position der zahlungsmittelgenerierenden Einheit im Vergleich zu ihren Wettbewerbern während des Budgetzeitraums ändern könnte. Die Unternehmensleitung erwartet, dass sich der Marktanteil des Konzerns während des Budgetzeitraums erhöht. Steigerung des PersonalaufwandsBranchenübliche Kostenentwicklungen für die Vergütungen der Mitarbeiter sind berücksichtigt. Sensitivität der getroffenen AnnahmenAus dem jährlich durchgeführten Firmenwert-Impairment-Test ergab sich bei keiner zahlungsmittelgenerierenden Einheit ein Wertminderungsbedarf, da der erzielbare Betrag in allen Fällen über dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit lag. Für Firmenwerte, bei denen der erzielbare Betrag nicht mindestens 30 % über dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit liegt, wurden zusätzliche Sensitivitätsanalysen durchgeführt, in denen für EBITA, WACC sowie Wachstumsraten in der ewigen Rente von den ursprünglichen Schätzungen abweichende Annahmen getroffen werden. Diese Szenarien werden von der Geschäftsleitung für nicht wahrscheinlich, aber für möglich gehalten. Bei den Zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Spacewell (ehemals: FASEAS/ MCS), Nevaris, dRofus, Solibri liegt der erzielbare Betrag in einer Bandbreite von 11 % bzw. 28 % über dem Buchwert. Im Einzelnen wurden im Rahmen der Sensitivitätsanalysen folgende abweichende Annahmen berücksichtigt:
Damit berücksichtigt der Konzern Unsicherheiten im Rahmen von Schätzungen und analysiert die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts auch für Szenarien, die ungünstiger als geschätzt sind. Für möglich gehaltene Änderungen der genannten Parameter hätten bis auf die zum 28. August 2018 erworbene Spacewell (ehemals: FASEAS/MCS) keine wesentlichen Auswirkungen auf die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts. Bei den Akquisitionen des Geschäftsjahres 2018 liegt der erzielbare Betrag nur leicht über dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Auf der Grundlage der durchgeführten Werthaltigkeitstests sowie der in diesem Rahmen durchgeführten Sensitivitätsanalysen kommt der Konzern zu dem Ergebnis, dass sich im Berichtsjahr bei keiner der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten eine Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert ergibt. Die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte, die der Bluebeam Software, Inc., Pasadena, USA, der FASEAS International NV, Antwerpen, Belgien, der Design Data Corporation, Lincoln, USA, der Solibri Oy, Helsinki, Finnland, der Graphisoft SE European Company Limited by Shares, Budapest, Ungarn, und der NEVARIS Gruppe zugerechnet werden, werden im Vergleich zum Gesamtbuchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte als wesentlich erachtet. Der Gesamtfirmenwert der Nemetschek Group beträgt zum 31. Dezember 2018 TEUR 244.349 (Vorjahr: TEUR 192.736). Insgesamt entfallen 78 % dieses Firmenwerts auf die in der folgenden Tabelle dargestellten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten: WESENTLICHE FIRMENWERTE
WESENTLICHE FIRMENWERTE
[13] FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von branchenüblichen 30 bis 90 Tagen. Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Zeitwert. Die Entwicklung der Wertberichtigungen stellt sich wie folgt dar. Vergleichswerte für 2017 zeigen das Wertberichtigungskonto nach IAS 39. ENTWICKLUNG WERTBERICHTIGUNGEN
Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar. Vergleichswerte werden nach IAS 39 dargestellt. ALTERSSTRUKTUR FORDERUNGEN
ALTERSSTRUKTUR FORDERUNGEN
[14] VERMÖGENSWERTE
Die Vorräte bestehen im Wesentlichen aus Hardware in Höhe von TEUR 790 (Vorjahr: TEUR 500), unfertigen Leistungen in Höhe von TEUR 345 (Vorjahr: TEUR 33) sowie fertigen Leistungen in Höhe von TEUR 21 (Vorjahr: TEUR 28). Es wurden wie im Vorjahr keine Wertminderungen als Aufwand erfasst. Die Steuererstattungsansprüche aus Ertragsteuern führen innerhalb des nächsten Geschäftsjahres zu Zahlungseingängen. Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen eine Forderung gegenüber einem Leasinggeber. Die Forderung beruht auf einer Vereinbarung zur Übernahme von Kosten für Mietereinbauten. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen abgegrenzte Zahlungen in Höhe von TEUR 12.140 (Vorjahr: TEUR 8.939), die innerhalb der nächsten zwölf Monate zu Aufwand führen. Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen nicht zur Verfügung stehende Zahlungsmittel aus Mietkautionen. EigenkapitalDie Entwicklung des gezeichneten Kapitals, der Kapitalrücklage, der Gewinnrücklage, der Rücklage für Währungsumrechnung sowie der Anteile ohne beherrschenden Einfluss ist in der Veränderung des Konzerneigenkapitals dargestellt. [15] Das Grundkapital der Nemetschek SE belief sich zum 31. Dezember 2018 auf EUR 38.500.000,00 und ist eingeteilt in 38.500.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Auf jede Aktie entfällt ein Anteil von EUR 1,00 am Grundkapital. Das Kapital ist vollständig einbezahlt. [16] Die Kapitalrücklage umfasst im Wesentlichen das Agio aus dem Börsengang. Im Geschäftsjahr 2015 wurden im Rahmen der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln EUR 28.875.000,00 in Grundkapital umgewandelt. Im Eigenkapitalposten Währungsumrechnung werden die Differenzen aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften erfasst. DividendeIm Geschäftsjahr 2018 wurde von der Gesellschaft eine Dividende in Höhe von EUR 28.875.000,00 an die Aktionäre ausgeschüttet. Dies entspricht EUR 0,75 je Aktie. Der Vorstand schlägt dem Aufsichtsrat vor, im Geschäftsjahr 2019 eine Dividende in Höhe von EUR 31.185.000 auszuschütten. Dies entspricht EUR 0,81 pro Aktie. [17] Rückstellungen und abgegrenzte SchuldenDie Rückstellungen und abgegrenzten Schulden enthalten folgende Positionen und sind im Wesentlichen innerhalb eines Jahres fällig: RÜCKSTELLUNGEN UND ABGEGRENZTE SCHULDEN
Die Personalrückstellungen enthalten im Wesentlichen Mitarbeitervergütungen sowie Boni. Im Geschäftsjahr 2018 wurden hierfür TEUR 12.604 (Vorjahr: TEUR 9.881) in Anspruch genommen, TEUR 3.182 (Vorjahr: TEUR 1.573) aufgelöst, sowie TEUR 18.250 (Vorjahr: TEUR 13.959) zugeführt. Aus Veränderungen im Konsolidierungskreis ergaben sich Effekte von TEUR 675 (Vorjahr: TEUR 5), des Weiteren wirkten sich Währungskursveränderungen von TEUR 451 (Vorjahr: TEUR 1.103) erhöhend auf die Personalrückstellungen aus. Der Anstieg der Personalrückstellungen resultiert weiterhin aus höheren Rückstellungen für Boni, bedingt durch die positive Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2018. Ausstehende Rechnungen betreffen im Wesentlichen nachlaufende Provisionsrechnungen für Vertriebspartner aufgrund Zielerfüllung. Die Rückstellungen für Garantien und Haftungsrisiken wurden auf der Basis einer Einzelwertbetrachtung pro Gesellschaft gebildet. Im Geschäftsjahr 2018 wurden hierfür TEUR 33 (Vorjahr: TEUR 14) in Anspruch genommen, TEUR 6 (Vorjahr: TEUR 26) aufgelöst sowie TEUR 94 (Vorjahr: TEUR 77) zugeführt. Als international tätiges Unternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsfeldern ist die Nemetschek Gruppe einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können insbesondere Risiken aus den Bereichen Gewährleistung und sonstige Rechtsstreitigkeiten gehören. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren können nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden, sodass aufgrund von Entscheidungen Aufwendungen entstehen können, die nicht in vollem Umfang durch Versicherungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft und seine Ergebnisse haben könnten. Nach Einschätzung des Vorstands sind in den gegenwärtig anhängigen Rechtsverfahren Entscheidungen mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage zulasten des Konzerns nicht zu erwarten. Sonstige Verpflichtungen gemäß IAS 19Die sonstigen Verpflichtungen gemäß IAS 19 beinhalten neben der Pensionsrückstellung in Höhe von TEUR 1.665 (Vorjahr: TEUR 1.684) Rückstellungen für Jubiläumszahlungen in Höhe von TEUR 12 (Vorjahr: TEUR 19). INLANDDie aus Pensionsplänen entstehende Verpflichtung gegenüber ehemaligen Geschäftsführern einer Tochtergesellschaft wird unter Verwendung der Methode der laufenden Einmalprämien festgestellt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden seit der erstmaligen Anwendung des IAS 19 (2011) ab dem 1. Januar 2013 ergebnisneutral erfasst. In dem am 31. Dezember 2018 abgelaufenen Jahr erfolgten wie im Vorjahr keine Plankürzungen. Die Pläne wurden über diese Periode hinaus weitergeführt. Die Pensionspläne enthalten eine Anwartschaft ab Erreichen des 65. Lebensjahres von 60 % des letzten Nettogehalts, höchstens aber EUR 3.834,69 (DM 7.500,00) pro Monat. Es handelt sich hierbei um unverfallbare Ansprüche. Die Dauer der Pensionsverpflichtung beträgt 23 Jahre. Das Planvermögen aus diesen Versorgungsplänen ist in Lebensversicherungen investiert. Das Planvermögen beinhaltet abgeschlossene Rückdeckungsversicherungen, die an die anspruchsberechtigten Pensionsempfänger verpfändet sind. Im Geschäftsjahr 2018 existierten wie im Vorjahr keine weiteren Pensionsverpflichtungen mehr aus ausländischen Tochtergesellschaften. In den folgenden Tabellen wird die Entwicklung der Pensionsverpflichtungen und des Planvermögens dargestellt: PENSIONSRÜCKSTELLUNGEN
SENSITIVITÄTEN
Analog zum Vorjahr wurden bei den inländischen Versorgungszusagen die "Richttafeln 2018 G" von Dr. Klaus Heubeck sowie aus beobachtbaren Marktdaten zum Bilanzstichtag abgeleitete Abzinsungssätze verwendet. Die grundlegenden versicherungsmathematischen Annahmen, die für die Festlegung der Verpflichtungen aus Altersversorgungsplänen herangezogen werden, waren zum 31. Dezember wie folgt: ABZINSUNGSSATZ
Der Konzern rechnet für das Geschäftsjahr 2019 mit Pensionsaufwendungen in Höhe von TEUR 102 sowie einem Kapitalertrag in Höhe von TEUR 10; die Beitragszahlungen für das Planvermögen betragen voraussichtlich TEUR 25. In den kommenden zehn Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet: KÜNFTIGE PENSIONSZAHLUNGEN
[18] Die Schulden, gegliedert nach Restlaufzeiten, setzen sich wie folgt zusammen:SCHULDEN
SCHULDEN
Bei den Schulden aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte aus den Lieferungen von beweglichem Anlagevermögen und Vorräten. Die Schulden aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 60 Tagen. Die Buchwerte entsprechen den Zeitwerten. Die sonstigen Schulden beinhalten im Wesentlichen die Schulden gegenüber den Finanzämtern aufgrund Verpflichtungen zur Zahlung der Lohn- und Umsatzsteuer sowie Verpflichtungen zur Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge an die Sozialversicherungsträger. Die sonstigen Schulden sind nicht verzinslich und haben eine durchschnittliche Fälligkeit von 60 Tagen. Die Buchwerte entsprechen den Zeitwerten. Verbindlichkeiten gegenüber KreditinstitutenDie o. g. kurzfristigen und langfristigen Darlehen enthalten in Höhe von TEUR 127.800 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Zusammenhang mit getätigten Unternehmenserwerben. Die wesentlichen Konditionen dieser Finanzierung sind der folgenden Tabelle zu entnehmen: VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN
Für die Finanzierung der 123erfasst.de GmbH Akquisition wurde neben den langfristigen oben aufgeführten Darlehen noch ein kurzfristiger Terminkredit in Höhe von TEUR 12.000 mit einer Laufzeit bis zum 28. Juni 2019 aufgenommen. Die Verzinsung hierfür beträgt über die Laufzeit 0,45 % p.a. und wird bei Laufzeitende fällig. Die Zinssätze in Zusammenhang mit den langfristigen Bankdarlehen sind über die jeweilige Laufzeit festgeschrieben, die Zinszahlungen sind vierteljährlich fällig. Die Zinszahlungen werden im Geschäftsjahr 2019 insgesamt TEUR 664 betragen. Für die Jahre 2020 bis 2023 sind insgesamt TEUR 511 an Zinszahlungen fällig. Die Nettoverschuldung zum 31. Dezember 2018 im Konzern betrug 26,8 Mio. EUR. Der Verschuldungsgrad belief sich dementsprechend auf 0,23. Die externen und internen Kenngrößen sind somit erfüllt. [19] UmsatzabgrenzungspostenDer Umsatzabgrenzungsposten beläuft sich auf TEUR 95.113 (Vorjahr: TEUR 68.097, durch das Inkrafttreten von IFRS 15 zum 1. Januar 2018: TEUR 67.745). Der Anstieg im Jahr 2018 resultiert aus der Erweiterung des Kundenstamms bei Softwaremietmodellen. [20] Sonstige kurzfristige finanzielle VerpflichtungenDie sonstigen kurzfristigen finanziellen Verpflichtungen beinhalten in Höhe von TEUR 1.500 nachträgliche Kaufpreisverpflichtungen aus Akquisitionen. [21] Sonstige langfristige finanzielle VerpflichtungenDie sonstigen langfristigen finanziellen Schulden beinhalten nachträgliche Kaufpreisverpflichtungen im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben. Zum 31. Dezember 2018 sind hier im Wesentlichen TEUR 2.653 aus dem Erwerb der 123erfasst.de GmbH, Lohne, zum 1. Juli 2018 sowie aus dem Erwerb der nicht beherrschenden Anteile an der Maxon GmbH in Höhe von TEUR 1.461 nachträgliche Kaufpreisverpflichtungen enthalten. Die nachträglichen Kaufpreisverpflichtungen wurden zum 31. Dezember 2018 mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die zum 31. Dezember 2017 enthaltene nachträgliche Kaufpreisverpflichtung aus dem Erwerb der Design Data Corporation in Höhe von TEUR 1.735 wurde als sonstiger finanzieller Ertrag im Geschäftsjahr 2018 erfasst. Die im Kaufvertrag vereinbarte Zielgröße "fakturierter Umsatz" von TEUR 16.180 wurde im Geschäftsjahr 2018 nicht erreicht. [22] Sonstige langfristige SchuldenDie sonstigen langfristigen Schulden setzen sich im Wesentlichen zusammen aus langfristigen Mietabgrenzungen in Höhe von TEUR 8.312 (Vorjahr: TEUR 2.598) sowie Verbindlichkeiten aus langfristigen erfolgsabhängigen Vergütungen in Höhe von TEUR 1.214 (Vorjahr: TEUR 2.069). [23] FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Bei den Mietverträgen handelt es sich fast ausschließlich um Mietverträge mit begrenzten Laufzeiten für Büroflächen. Die Mietverträge beinhalten marktübliche Preisanpassungen und Verlängerungsoptionen. Die Leasingverpflichtungen beinhalten im Wesentlichen das Leasing von Kraftfahrzeugen, Bürogeräten und Telekommunikationseinrichtungen. Darüber hinaus bestehen Bürgschaftsverpflichtungen in Höhe von insgesamt TEUR 935 (Vorjahr: TEUR 843). Im Wesentlichen wurden Mietbürgschaften ausgestellt. EventualverbindlichkeitenZum Stichtag bestehen keine Eventualverbindlichkeiten. [24] Angaben zur Kapitalflussrechnung und Zusammensetzung des FinanzmittelfondsDie Kapitalflussrechnung ist nach den Zahlungsströmen aus Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Während die Ableitung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit nach der indirekten Methode ermittelt wird, liegen den Cashflows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit direkte Mittelzu- bzw. Mittelabflüsse zugrunde. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 99.747 (Vorjahr: TEUR 97.416). Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt TEUR - 74.388 (Vorjahr: TEUR - 54.575). Im laufenden Geschäftsjahr sind hierin im Wesentlichen die Auszahlungen für den Erwerb von Spacewell (FASEAS Gruppe), der 123erfasst.de GmbH sowie Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Büro- und Geschäftsausstattung in Höhe von TEUR 11.295 enthalten. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von TEUR -10.394 (Vorjahr: TEUR -44.801) beinhaltet Zahlungsmittelzuflüsse aus der Aufnahme von Darlehen zur Finanzierung der Akquisitionen (TEUR 86.000). Zu den wesentlichen Zahlungsmittelabflüssen zählen die Auszahlung der Dividenden an die Aktionäre der Nemetschek SE in Höhe von TEUR - 28.875 (Vorjahr: TEUR -25.025), Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen in Höhe von TEUR -26.962 (Vorjahr: TEUR - 151), Tilgung von Darlehen in Höhe von TEUR -38.000 sowie Auszahlungen von Gewinnanteilen an Anteilseigner ohne beherrschenden Einfluss in Höhe von TEUR - 1.711 (Vorjahr: TEUR - 2.711). Weitere Mittelabflüsse ergaben sich für Zinszahlungen in Höhe von TEUR -846 (Vorjahr: TEUR -914). Der Finanzmittelfonds des Konzerns besteht aus kurzfristigen Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und setzt sich wie folgt zusammen: FINANZMITTELFONDS
Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst. Die Festgeldanlagen erfolgen in Abhängigkeit vom jeweiligen Zahlungsmittelbedarf des Konzerns zwischen einem Tag und drei Monaten und können geringfügigen Wertschwankungen unterliegen. Die Festgelder werden mit den jeweils gültigen Zinssätzen verzinst. Die Buchwerte entsprechen dem beizulegenden Zeitwert. [25] FinanzinstrumenteIn der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt: FINANZINSTRUMENTE
FINANZINSTRUMENTE
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen Forderungen sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Bei den Schulden aus Lieferungen und Leistungen entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Finanzielle Schulden (finanzielle Vermögenswerte sind nicht vorhanden), die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen: BEWERTUNGSHIERARCHIEN
Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden aufgrund von beobachtbaren Marktdaten ermittelt. In Level 3 werden Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten bewertet wird. Im Berichtsjahr 2018 sind nachträgliche Kaufpreiszahlungen in Höhe von TEUR 5.614 zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Bewertung der nachträglichen Kaufpreisverpflichtungen erfolgte gemäß den vertraglich festgelegten Parametern. Im Wesentlichen beinhalten diese zukünftige Umsatz- und EBITA-Entwicklungen der Gesellschaften. Das Bewertungsmodell berücksichtigt den Barwert der erwarteten Zahlung abgezinst mit einem risikobereinigten Abzinsungssatz. Die erwartete Zahlung wird unter Berücksichtigung der möglichen Szenarien der geplanten Umsatzerlöse und der geplanten EBITA-Marge und der Wahrscheinlichkeit jedes dieser Szenarien ermittelt. Von den bedingten Kaufpreisverpflichtungen zum 31. Dezember 2017 in Höhe von TEUR 2.167 wurden im Geschäftsjahr TEUR 2.075 ertragswirksam aufgelöst. Die Auflösung erfolgte aufgrund der Nichterreichung der vereinbarten Zielgrößen im Berichtsjahr. BEWERTUNGSHIERARCHIEN
NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS FINANZINSTRUMENTEN
NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS FINANZINSTRUMENTEN
Die Nettogewinne /-verluste aus Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, enthalten im Wesentlichen Veränderungen der Wertberichtigungen, Gewinne / Verluste aus der Ausbuchung, Wertaufholung auf ursprünglich abgeschriebene Darlehen und Forderungen sowie Effekte aus der Währungsumrechnung. Die Nettogewinne /-verluste der als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert einzustufenden Verbindlichkeiten enthalten im Geschäftsjahr 2018 im Wesentlichen den Einmaleffekt aus der Auflösung einer bedingten Kaufpreisverpflichtung. Die Verluste aus anderen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen die Zinsaufwendungen des jeweiligen Geschäftsjahres. Derivative FinanzinstrumenteAls Sicherungsinstrumente eingesetzte Derivate mit positiven (bzw. negativen) Zeitwerten werden in Abhängigkeit von ihrer Laufzeit entweder als sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (bzw. sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten) oder als sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (bzw. sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten) klassifiziert. Derivative Finanzinstrumente, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert sind, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Zum 31. Dezember 2018 bestanden keine Sicherungsgeschäfte. Beizulegender Zeitwert von FinanzinstrumentenDer beizulegende Zeitwert ist definiert als der Betrag, zu dem das betreffende Instrument in einer gegenwärtigen Transaktion (ausgenommen: erzwungene Veräußerungen oder Liquidationen) zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern getauscht werden könnte. Beizulegende Zeitwerte sind, je nach Sachlage, mithilfe von börsennotierten Marktpreisen oder der Analyse von diskontierten Cashflow- oder Optionsmodellen zu ermitteln. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts der einzelnen Klassen von Finanzinstrumenten werden die folgenden Verfahren und Annahmen verwendet: Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle SchuldenEs bestehen im Konzern keine wesentlichen Abweichungen zwischen beizulegendem Zeitwert und Buchwert von Finanzinstrumenten. Der Buchwert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie anderer kurzfristiger finanzieller Vermögenswerte und kurzfristiger finanzieller Schulden kommt dem beizulegenden Zeitwert durch die verhältnismäßig kurzfristige Fälligkeit dieser Finanzinstrumente sehr nahe. Der beizulegende Zeitwert der langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten wird bestimmt durch die Abzinsung der erwarteten Zahlungsströme. Der beizulegende Zeitwert entsprach für die genannten Verpflichtungen aufgrund der Verwendung von marktüblichen Zinssätzen annähernd dem Buchwert. Wo keine börsennotierten Marktpreise verfügbar sind, werden die beizulegenden Zeitwerte öffentlich gehandelter Finanzinstrumente auf der Grundlage der börsennotierten Marktpreise für gleichartige oder ähnliche Vermögensanlagen geschätzt. Bei allen anderen Finanzinstrumenten ohne börsennotierten Marktpreis ist eine vernünftige Schätzung des beizulegenden Zeitwerts errechnet worden, die auf dem erwarteten Cashflow oder dem jeder Vermögensanlage zugrunde liegenden Reinvermögen basiert. Sämtliche Buchwerte approximieren den Zeitwert der entsprechenden Positionen. Zielsetzungen und Methoden des FinanzrisikomanagementsZielsetzung des Konzerns im Rahmen des Finanzrisikomanagements ist es, die nachfolgend dargestellten Risiken durch die angeführten Methoden zu reduzieren. Dabei verfolgt der Konzern grundsätzlich eine konservativ-risikoaverse Strategie. Die wesentlichen durch den Konzern verwendeten finanziellen Schulden - mit Ausnahme derivativer Finanzinstrumente - umfassen Darlehensverbindlichkeiten, Kontokorrentkredite, Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Schulden. Der Hauptzweck dieser finanziellen Schulden ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte wie z. B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren. Kreditrisiko aus Finanzinstrumenten und Einlagen bei BankenDas Kreditrisiko aus Guthaben bei Banken und Finanzinstituten der Konzerngesellschaften wird in Übereinstimmung mit den Konzernvorgaben und in Abstimmung mit der Konzernzentrale gesteuert. Die Kreditrahmen werden festgelegt, um die Risikokonzentration zu minimieren und somit finanzielle Verluste durch den potenziellen Ausfall eines Geschäftspartners so gering wie möglich zu halten. Die sich aus den Finanzinstrumenten ergebenden wesentlichen Risiken des Konzerns umfassen zinsbedingte Cashflowrisiken sowie Liquiditäts-, Währungs- und Kreditrisiken. Die Unternehmensleitung beschließt Strategien und Verfahren zur Steuerung einzelner Risikoarten, die im Folgenden dargestellt werden. Dabei verfolgt der Konzern grundsätzlich eine risikoaverse Strategie. Wechselkursrisiko und SteuerungIm Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit ist der Nemetschek Konzern insbesondere Währungskursschwankungen ausgesetzt. Unternehmenspolitik ist es, diese Risiken durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften auszuschließen bzw. zu begrenzen. Die Währungsrisiken des Konzerns sind auf seine weltweite Geschäftstätigkeit und den Betrieb von Entwicklungsstätten und Vertriebseinrichtungen in verschiedenen Ländern zurückzuführen. Alle Sicherungsmaßnahmen werden zentral mit dem Konzernrechnungswesen abgestimmt und koordiniert. Aufgrund seiner internationalen Geschäftsaktivität ist der Nemetschek Konzern Wechselkursschwankungen an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten ausgesetzt. Es bestehen für die konzernweite Fremdwährungspolitik Richtlinien, die sich an den Mindestanforderungen an das Betreiben von Handelsgeschäften der Kreditinstitute der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht orientieren. Als Partner für den Abschluss der Sicherungsgeschäfte fungieren erstklassige nationale Banken, deren Bonität laufend von führenden Ratingagenturen überprüft wird. Die Konzerngesellschaften schließen bei Bedarf zur Steuerung des Wechselkursrisikos, resultierend aus dem Cashflow aus (erwarteter) Geschäftsaktivität und Finanzierungsmaßnahmen, die auf Fremdwährungen lauten, unterschiedliche Arten von Devisensicherungsgeschäften ab. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 bestanden keine Devisensicherungsgeschäfte. Die Währungsschwankungen wirken sich auf oberster Konzernebene nur bedingt aus, da bei den operativen Tochtergesellschaften außerhalb des Euroraums sowohl deren Umsätze als auch deren Wareneinsätze, Personalaufwendungen und sonstige Aufwendungen in Landeswährung zu Buche stehen. Sensitivität ausgewählter FremdwährungenDie nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernumsatzes und Konzern-EBIT gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung des US-Dollars und des ungarischen Forints. Alle anderen Variablen bleiben konstant. SENSITIVITÄT USD / EUR
SENSITIVITÄT HUF / EUR
Finanzielle Vermögenswerte in Fremdwährung bestehen im Wesentlichen bei einer Tochtergesellschaft in Ungarn. Die nachfolgende Tabelle zeigt die zum 31. Dezember 2018 bestehenden Fremdwährungsforderungen und die Veränderungen des Stichtagskurses: FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Liquiditätsrisiken und SteuerungDer Konzern benötigt ausreichende liquide Mittel zur Erfüllung seiner finanziellen Verpflichtungen. Liquiditätsrisiken entstehen durch die Möglichkeit, dass Kunden nicht in der Lage sind, etwaige Verpflichtungen gegenüber dem Nemetschek Konzern im Rahmen der normalen Handelsbedingungen zu erfüllen. Die Kreditwürdigkeit der Gruppe erlaubt die Beschaffung von liquiden Mitteln in ausreichendem Maße. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 verfügt der Konzern über liquide Mittel in Höhe von TEUR 120.747 (Vorjahr: TEUR 103.957). Dieser Betrag setzt sich zusammen aus Bankguthaben und Kassenbeständen in Höhe von TEUR 116.884 (Vorjahr: TEUR 100.347) sowie Festgeldern mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten in Höhe von TEUR 3.864 (Vorjahr: TEUR 3.610). Darüber hinaus sind zum 31. Dezember 2018 noch nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von TEUR 24.500 vorhanden. Zur Steuerung dieses Risikos nimmt das Unternehmen periodisch eine Einschätzung der Zahlungsfähigkeit seiner Kunden vor. Der Konzern überwacht laufend das Risiko eines Liquiditätsengpasses mittels monatlicher Liquiditätsplanungen. Hierbei werden die Laufzeiten der finanziellen Vermögenswerte (Forderungen, Festgeldanlagen etc.) sowie erwartete Cashflows aus der Geschäftstätigkeit berücksichtigt. Das Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und der Sicherstellung der Flexibilität zu wahren. Ausfallrisiken und SteuerungAusfallrisiken, d. h. Risiken, dass Vertragspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, werden durch die Handhabung von Kreditgenehmigungen, die Festlegung von Obergrenzen und Kontrollverfahren gesteuert. Wo es sachgerecht ist, beschafft sich das Unternehmen zusätzliche Sicherheiten in Form von Anrechten auf Wertpapiere. Die Gesellschaft erwartet keine Forderungsausfälle bei Geschäftspartnern, denen eine hohe Kreditwürdigkeit eingeräumt wurde. Der Nemetschek Konzern hat keine wesentliche Konzentration von Kreditrisiken auf einen einzelnen Kunden oder eine bestimmte Kundengruppe. Das maximale Ausfallrisiko ergibt sich aus den in der Bilanz abgebildeten Beträgen. Die Zahlungsziele liegen bei branchenüblichen 30 bis 90 Tagen. KapitalsteuerungVorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung des Konzerns ist es, sicherzustellen, dass er zur Unterstützung seiner Geschäftstätigkeit und zur Maximierung des Shareholder-Value ein hohes Bonitätsrating und eine gute Eigenkapitalquote aufrechterhält. Der Konzern steuert seine Kapitalstruktur und nimmt Anpassungen vor unter Berücksichtigung des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann der Konzern Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner oder eine Kapitalrückzahlung an die Anteilseigner vornehmen. Zum 31. Dezember 2018 bzw. 31. Dezember 2017 wurden keine Änderungen an den Zielen, Richtlinien und Verfahren vorgenommen. Der Konzern erfüllt die von dritter Seite auferlegten Mindestkapitalanforderungen. Der Konzern überwacht sein Kapital mithilfe der Kenngrößen Verschuldungsgrad und Eigenkapitalquote. VerschuldungsgradDer Verschuldungsgrad entspricht dabei dem Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA. Die Nettoverschuldung definiert sich dabei im Wesentlichen als kurz- und langfristige Darlehen zuzüglich zinstragender Verbindlichkeiten (ohne Pensionsrückstellungen) abzüglich der vorhandenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Nettoverschuldung zum 31. Dezember 2018 im Konzern betrug 26,8 Mio. EUR. Der Verschuldungsgrad belief sich dementsprechend auf 0,23. Die externen und internen Kenngrößen sind somit erfüllt. EigenkapitalquoteDie Eigenkapitalquote entspricht dem Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme. Entsprechend ergibt sich für den Nemetschek Konzern eine Eigenkapitalquote von 43,0 % (Vorjahr: 49,5 %). Die externen und internen Kenngrößen sind somit erfüllt. Kreditrisiken und SteuerungDer Konzern schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Kunden, die mit dem Konzern wesentliche Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist. Bei Transaktionen, die nicht im Land der jeweiligen operativen Einheit durchgeführt werden, wird keine Kreditierung ohne vorherige Genehmigung vorgenommen. Im Konzern bestehen keine wesentlichen Konzentrationen von Ausfallrisiken. Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten des Konzerns, wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente. Zinsrisiko und SteuerungAufgrund der derzeitigen Konzernfinanzierungsstruktur bestehen keine wesentlichen Zinsrisiken. [26] Die Gesellschaft unterteilt ihre Tätigkeiten in die Geschäftsfelder Planen, Bauen, Nutzen und Media & Entertainment. Das Segment Planen beinhaltet den Bereich Architektur und Ingenieurbau und wird im Wesentlichen durch die Entwicklung und Vermarktung von CAD-, Statik- und Ausschreibungssoftware bestimmt. Der Bereich Bauen umfasst die Erstellung und Vermarktung von kaufmännischer Software für Bauunternehmen. Schließlich wird mit dem Geschäftssegment Nutzen das Facility- und Immobilien-Management abgedeckt, das sich mit der umfassenden Verwaltung von Immobilienprojekten beschäftigt. Des Weiteren ist der Konzern durch das Geschäftsfeld Media & Entertainment im Bereich Multimedia-Software, Visualisierung und Animation tätig. Die nachfolgenden Tabellen enthalten Informationen zu Segmenterlösen und -ergebnissen sowie zu bestimmten Vermögenswerten und Schulden der Geschäftssegmente des Konzerns. Angaben zur Gewinn- und-Verlust-RechnungSEGMENTBERICHTERSTATTUNG
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Im Posten Abschreibungen sind dem Segment Planen Abschreibungen aus Kaufpreisallokation in Höhe von TEUR 5.071 (Vorjahr: TEUR 4.258), dem Segment Bauen TEUR 9.039 (Vorjahr: TEUR 9.236) sowie dem Segment Nutzen TEUR 603 (Vorjahr: TEUR 0) zuzuordnen. Die Finanzberichterstattung im Rahmen der internen Organisations- und Managementstruktur des Konzerns erfolgt im Rahmen der Sekundärsegmentangaben zur Bilanz nicht im Sinne einer Aufteilung nach Aus- und Inland. Daher wird auf eine detaillierte Darstellung verzichtet. Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftssegmenten werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt. Segmenterträge, Segmentaufwendungen und das Segmentergebnis umfassen auch Transfers zwischen den Geschäftssegmenten. Diese Transfers werden bei der Konsolidierung eliminiert. Die Aufteilung der geografischen Segmente stellt sich wie folgt dar: SEGMENTBERICHTERSTATTUNG - GEOGRAFISCHES SEGMENT
Das geografische Segmentvermögen des Konzerns wird nach dem Standort der Vermögenswerte bestimmt. Entsprechend war dem Segment Inland ein Gesamtvermögen in Höhe von TEUR 84.992 (Vorjahr: TEUR 59.985) und dem Segment Ausland ein Gesamtvermögen in Höhe von TEUR 495.566 (Vorjahr: TEUR 400.797) zuzuordnen. Verkäufe an die externen Kunden, die in den geografischen Segmenten angegeben werden, werden entsprechend dem geografischen Standort der Kunden den einzelnen Segmenten zugewiesen. Angaben zur BilanzANGABEN ZUR BILANZ
* Nicht zugeordnet wurden:
Steuererstattungsansprüche aus Ertragsteuern (TEUR
4.239), sonstige kurzfristige Vermögenswerte (TEUR
4.001) sowie aktive latente Steuern (TEUR 3.157).
ANGABEN ZUR BILANZ
* Nicht zugeordnet wurden:
Steuererstattungsansprüche aus Ertragsteuern (TEUR
908), sonstige kurzfristige Vermögenswerte (TEUR
3.678) sowie aktive latente Steuern (TEUR 2.569).
[27] Ereignisse nach dem BilanzstichtagMit Kaufvertrag vom 11. Januar 2019 erwarb Spacewell (ehemals: FASEAS/MCS Solutions Gruppe) 100 % der Anteile an der Axxerion Group B.V., MR Heteren, Niederlande, zu einem Kaufpreis von TEUR 77.500 (cash and debt free). Der Übergang von Nutzen und Lasten wurde mit Ablauf des 19. Januar 2019 vollzogen. Weitergehende Angaben nach IFRS 3.B66 lagen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses noch nicht vor. Axxerion Group B.V. ist einer der führenden Anbieter von cloudbasierten Softwarelösungen für das Facility- und Immobilienmanagement. Das Unternehmen entwickelt Produkte für die Optimierung betrieblicher Abläufe im Facility-, Anlagen- und Wartungsmanagement sowie in der Immobilien- und Vertragsverwaltung. Die Lösungen von Axxerion basieren auf einer skalierbaren, mandantenfähigen SaaS-Plattform mit allen erforderlichen Sicherungen und Zulassungen. Das breite Funktionsangebot ist für viele Wirtschaftsbereiche geeignet. Axxerion praktiziert ein attraktives, flexibles Preismodell (Pay-per-Use), das dem Kunden entsprechend seiner Größe eine bedarfsgerechte Erweiterung und Ergänzung von Modulen ermöglicht. Der Zusammenschluss mit Axxerion stärkt die Positionierung von Nemetschek als bedeutender, breit aufgestellter Global Player im Softwaremarkt für das Immobilien- und Arbeitsplatzmanagement. Zu Beginn des laufenden Jahres hat der Aufsichtsrat eine neue Vorstandsstruktur mit stärkerem Segmentfokus etabliert. Die neue Vorstandsstruktur besteht aus den folgenden drei Mitgliedern:
[28 ]Der Konzern führt mit assoziierten Unternehmen und nahestehenden Personen Transaktionen durch. Diese sind Teil der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und werden wie unter fremden Dritten gehandhabt. Als nahestehende Personen und Unternehmen gelten Personen, die von der Gesellschaft mindestens maßgeblich beeinflusst werden können bzw. die auf die Gesellschaft mindestens maßgeblichen Einfluss nehmen können. Dazu gehören neben dem Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft auch Familienangehörige und Lebenspartner der betreffenden Personen. Zu den Transaktionen der Konzerngesellschaften zählen: (1) Anmietung von Flächen sowie Reparaturarbeiten von der Concentra GmbH & Co. KG, München, in Höhe von insgesamt TEUR 1.531 (Vorjahr: TEUR 1.602). (2) Bezug von Leistungen der Nemetschek OOD, Bulgarien, in Höhe von insgesamt TEUR 3.472 (Vorjahr: TEUR 2.514). (3) Bezug von Leistungen der DocuWare GmbH, Germering, in Höhe von insgesamt TEUR 777 (Vorjahr: TEUR 843). Gegenüber der Concentra GmbH & Co. KG, München, bestehen zum Bilanzstichtag Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 20 (Vorjahr: TEUR 193). Des Weiteren wurde im Geschäftsjahr 2018 ein weiteres Darlehen an das assoziierte Unternehmen Sablono GmbH in Höhe von TEUR 30 ausgereicht. Das im Vorjahr ausgereichte Darlehen von TEUR 30 wurde in 2017 vollständig wertberichtigt. In der Bilanz sind darüber hinaus keine wesentlichen offenen Posten enthalten, die aus wesentlichen Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und nahestehenden Personen stammen. Angaben zu Geschäften nach ART. 19 MAR (ehem. § 15 A WPHG)Die Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats der Nemetschek SE sowie die mit diesen eng verbundenen Personen sind nach Art. 19 der Verordnung über Marktmissbrauch (MAR) verpflichtet, der Nemetschek SE und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Eigengeschäfte mit Aktien der Nemetschek SE zu melden, wenn der Wert der Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres die Summe von 5.000 Euro erreicht oder übersteigt. Am 21. September 2018 kaufte Patrik Heider, Vorstand, 500 Aktien der Nemetschek SE zum durchschnittlichen Stückpreis von 125,620 Euro mit einem Gesamtwert von 62.991,53 Euro der Nemetschek SE. Am 18. Dezember 2018 kaufte Prof. Georg Nemetschek 1.000 Aktien der Nemetschek SE zum durchschnittlichen Stückpreis von 92,155 Euro mit einem Gesamtwert von 92.155,00 Euro der Nemetschek SE. Am 19. Dezember 2018 kaufte Prof. Georg Nemetschek weitere 9.000 Aktien der Nemetschek SE zum durchschnittlichen Stückpreis von 92,177 Euro mit einem Gesamtwert von 829.593,60 Euro der Nemetschek SE. Vom Vorstand und Aufsichtsrat wurde für das Geschäftsjahr 2018 kein weiterer Erwerb und keine weitere Veräußerung von Aktien der Gesellschaft gemäß Art. 19 der Verordnung über Marktmissbrauch (MAR), sogenannte Directors' Dealings, durch sie oder nahestehende Personen mitgeteilt. Die angabepflichtigen Directors' Dealings sind auf der Website der Nemetschek SE ersichtlich. Angabepflichtige Mitteilungen nach § 33 Abs. 1 WpHGDie direkten und indirekten Stimmrechtsanteile der folgenden Personen / Institutionen an der Nemetschek SE betragen zum 31. Dezember 2018 wie folgt:
Die Angaben basieren auf den der Nemetschek SE nach §§ 33ff. WpHG gemeldeten Informationen. Die tatsächliche Anzahl der Stimmrechte von Aktionären kann durch zwischenzeitlichen, nicht meldepflichtigen oder nicht gemeldeten Handel von der aufgeführten Anzahl abweichen. AufsichtsratIn Entsprechung an die aktuellen Entwicklungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde in der Hauptversammlung am 1. Juni 2017 vorgeschlagen und beschlossen, die Vergütung des Aufsichtsrats auf eine reine Festvergütung umzustellen. Die Aufsichtsratsvergütungen stellen sich wie folgt dar: AUFSICHTSRATSVERGÜTUNGEN
VorstandDie Vorstandsvergütung setzt sich aus einer Festvergütung zzgl. üblicher Nebenleistungen wie Kranken- und Pflegeversicherung sowie Dienstwagen und einer variablen, erfolgsabhängigen Vergütung zusammen. Die variable Vergütung hat eine kurzfristige und eine langfristige Komponente. Die kurzfristige erfolgsabhängige (variable) Vergütung hängt im Wesentlichen von erreichten Unternehmenszielen (Umsatz, EBITA und Ergebnis je Aktie) ab, die zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres zwischen Aufsichtsrat und Vorstand vereinbart werden. Die langfristige erfolgsabhängige (variable) Vergütung des Vorstands - auch Long-Term-Incentive-Plan (LTIP) genannt - hängt vom Erreichen festgelegter Unternehmensziele im Hinblick auf die Entwicklung von Umsatz, operativem Ergebnis (EBITA) sowie Ergebnis je Aktie und im Voraus definierten strategischen Projektzielen ab. Die zu betrachtende Periode beträgt jeweils drei Geschäftsjahre. Die Teilnahme des Vorstands am LTIP setzt eine entsprechende Nominierung durch den Aufsichtsrat auf der jährlichen Bilanzsitzung des Aufsichtsrats voraus. Zum 31. Dezember 2018 sind die Vorstandsmitglieder Patrik Heider und Viktor Várkonyi für die Long-Term-Incentive-Pläne 2016 - 2018, 2017 - 2019 sowie 2018 - 2020 nominiert worden. Im Geschäftsjahr 2018 wurden langfristige variable Komponenten in Höhe von insgesamt TEUR 1.250 (Vorjahr: TEUR 1.024) ausgezahlt. Dem zum 31. Dezember 2018 ausgeschiedenen Vorstandsmitglied Sean Flaherty wurde eine Kompensationszahlung in Höhe von TEUR 350 zur Abgeltung der bisher erdienten mehrjährigen variablen Vergütung gewährt. Die Auszahlung erfolgte 2019. In den nachstehenden Tabellen sind die jedem einzelnen Mitglied des Vorstands der Nemetschek SE gewährten Zuwendungen, Zuflüsse und der Versorgungsaufwand nach Maßgabe der Empfehlungen der Ziffer 4.2.5 Abs. 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex individuell dargestellt: VORSTANDSVERGÜTUNG - WERT DER GEWÄHRTEN ZUWENDUNGEN
VORSTANDSVERGÜTUNG - ZUFLUSSBETRACHTUNG
Die von der Nemetschek SE gewährte Gesamtvergütung für den Vorstand betrug für das Geschäftsjahr 2018 TEUR 2.267 (Vorjahr: TEUR 2.817). Neben den von der Nemetschek SE gezahlten Vergütungen erhielt Viktor Várkonyi von der Graphisoft SE als Fixum TEUR 192 (Vorjahr: TEUR 192) brutto, als Nebenleistung TEUR 14 (Vorjahr: TEUR 14) und als erfolgsabhängige kurzfristige Vergütung TEUR 76 (Vorjahr: TEUR 108) brutto. Sean Flaherty erhielt von der Nemetschek, Inc., als Fixum TEUR 115 (Vorjahr: TEUR 120) brutto, als Nebenleistung TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 0) und als erfolgsabhängige kurzfristige Vergütung TEUR 427 (Vorjahr: TEUR 33) brutto. Die Gesamtvergütung aus Tochtergesellschaften für die Herren Várkonyi und Flaherty betrug TEUR 835 (Vorjahr: TEUR 467).. [29] Für den Abschlussprüfer des Konzernabschlusses wurden im Geschäftsjahr 2018 folgende Honorare als Aufwand erfasst: VERGÜTUNG ABSCHLUSSPRÜFER
[30] Der Vorstand hat den Konzernabschluss am 19. März 2019 zur Weiterleitung an den Aufsichtsrat freigegeben. [31] AufsichtsratKurt Dobitsch, UnternehmerVorsitzender Jahrgang 1954 erstmals gewählt 1998 gewählt bis 2022 Mitgliedschaft in Aufsichtsräten:
Prof. Georg Nemetschek, UnternehmerStellvertretender Vorsitzender Jahrgang 1934 erstmals gewählt 2001 gewählt bis 2022 Rüdiger Herzog, RechtsanwaltJahrgang 1950 erstmals gewählt 2003 gewählt bis 2022 Mitgliedschaft in Aufsichtsräten:
Bill Krouch, UnternehmerJahrgang 1959 erstmals gewählt 2018 gewählt bis 2022 Mitgliedschaft in Aufsichtsräten:
VorstandPatrik Heider(Dipl.-Kfm. [FH]) Sprecher des Vorstands und CFOO Mitgliedschaft in Aufsichtsräten:
Viktor Várkonyi(Master in Informatik, MBA) Chief Division Officer, Planning & Design Division CEO Graphisoft SE (bis 1. März 2019) Mitgliedschaft in Aufsichtsräten:
Jon Elliott(Master in Business Administration, MBA) Chief Division Officer, Build & Construct Division (seit 1. Februar 2019) CEO Bluebeam Holding, Inc., USA CEO Bluebeam Inc., USA CEO Bluebeam Ltd., UK Sean Flaherty(Bachelor in Informatik) CSO Nemetschek SE (bis 31. Dezember 2018) CEO Nemetschek, Inc. (bis 31. Dezember 2018) CEO Bluebeam Holding Inc. USA (bis 31. Dezember 2018) Mitgliedschaft in Aufsichtsräten:
München, 19. März 2019 Nemetschek SE Patrik Heider Viktor Várkonyi Jon Elliott Entwicklung des Konzern-Anlagevermögenszum 31. Dezember 2018 und zum 31. Dezember 2017
Versicherung der Mitglieder des vertretungsberechtigten Organs"Nach bestem Wissen versichere ich, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Berichterstattung der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."
München, 19. März 2019 Patrik Heider Viktor Várkonyi Jon Elliott Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Nemetschek SE Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Nemetschek SE und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), - bestehend aus der Konzerngesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018, der Konzernkapitalflussrechnung und der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Nemetschek SE, der mit dem Lagerbericht der Nemetschek SE zusammengefasst wurde, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Die in Abschnitt 2 enthaltene nicht-finanzielle Erklärung und der in Abschnitt 7.1. enthaltene Bericht zur Unternehmenssteuerung und Erklärung zur Unternehmensführung haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APr-VO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte: 1. Abgrenzung von Umsatzerlösen aus Software Service VerträgenGründe für die Bestimmung als besonders wichtiger PrüfungssachverhaltDie Geschäftstätigkeit des Konzerns umfasst den Verkauf von Software Lizenzen sowie die Erbringung von Serviceleistungen wie beispielsweise Telefonhotline und Updates in Zusammenhang mit dieser Software im Rahmen von Software Service Verträgen (im Folgenden: Serviceverträge). Die Realisierung des Umsatzes aus Serviceverträgen erfolgt ratierlich über die Vertragslaufzeit. Die Abgrenzung von Umsatzerlösen über die Vertragslaufzeit dieser Serviceverträge ist ein Bereich mit einem bedeutsamen Risiko wesentlich falscher Darstellung im Konzernabschluss (einschließlich des möglichen Risikos, dass Führungskräfte Kontrollen umgehen) und damit ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt, da eine hohe Anzahl an Transaktionen vorliegt und es sich bei den Umsatzerlösen um einen finanziellen Leistungsindikator handelt. Zudem war die erstmalige Anwendung von IFRS 15 im Geschäftsjahr 2018 aufgrund der notwendigen konzernweiten Würdigung von vertraglichen Grundlagen im Hinblick auf die neuen bilanzierungsrelevanten Kriterien für unsere Prüfung von Relevanz. Prüferisches VorgehenIm Rahmen unserer Prüfung haben wir uns mit den Prozessen im Zusammenhang mit der Umsatzrealisierung auseinandergesetzt und uns mit der Anwendung der Rechnungslegungsgrundsätze für Serviceverträge befasst. Wir haben die Ausgestaltung und Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems durch Nachvollziehen von Geschäftsvorfällen von deren Entstehung bis zur Abbildung im Abschluss sowie die im Rahmen des Prozesses implementierten Kontrollen beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen beinhalteten unter anderem die Durchsicht der vertraglichen Grundlagen einschließlich vertraglich vereinbarter Regelungen über Leistungserbringung und Kündigungsrechte. Zur Beurteilung der durch die gesetzlichen Vertreter vorgenommenen Bilanzierung haben wir im Rahmen von Einzelfallprüfungen nachvollzogen, dass die Voraussetzungen für die Realisierung von Umsätzen für Serviceverträge vorliegen. Hierbei haben wir insbesondere zur Beurteilung der periodengerechten Umsatzabgrenzung aus Serviceverträgen stichprobenhaft die zum Stichtag erfassten Umsatzerlöse sowie den zugehörigen Abgrenzungsposten für noch nicht vollständig erbrachte Leistungen zur vertraglichen Grundlage abgestimmt und nachgerechnet sowie erfasste Zahlungseingänge mit Bankkontoauszügen abgeglichen. In diesem Zusammenhang wurden zur Auswertung von Massendaten auch datenanalytische Verfahren eingesetzt. Um Auffälligkeiten in der Margenentwicklung im Jahresverlauf und im Vergleich zum Vorjahr zu erkennen, haben wir analytische Prüfungshandlungen durchgeführt. Weiterhin haben wir Nachweise von Dritten für zum Stichtag offene Forderungen eingeholt. Hinsichtlich der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 haben wir uns mit den eingerichteten Prozessen zur Implementierung des neuen Standards befasst. Im Rahmen der Beurteilung der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Vertragsanalyse haben wir insbesondere - in Stichproben - gewürdigt, ob die Anforderungen zur zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung bei Software Service Verträgen vorliegen. Ferner haben wir die Angaben zu den Auswirkungen der Erstanwendung von IFRS 15 im Konzernanhang gewürdigt. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der Abgrenzung von Umsatzerlösen aus Software Service Verträgen ergeben. Verweis auf zugehörige AngabenZu den im Rahmen der Abgrenzung von Umsatzerlösen aus Software Service Verträgen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die Angaben im Anhang zum Konzernabschluss im Kapitel Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze - Ertragsrealisierung und IFRS 15: Erlöse aus Verträgen mit Kunden sowie auf Ziffer 1 Umsatzerlöse, Ziffer 19 Umsatzabgrenzungsposten und Ziffer 26 Segmentberichterstattung. 2. Bilanzierung von UnternehmenszusammenschlüssenGründe für die Bestimmung als besonders wichtiger PrüfungssachverhaltDer Kauf der Spacewell Gruppe (ehemals: FASEAS/MCS Solutions Gruppe), Antwerpen, Belgien, am 28. August 2018 sowie der Erwerb der 123erfasst.de GmbH, Lohne, Deutschland, am 2. Juli 2018 waren aufgrund der Komplexität der Transaktionen sowie der für die Kaufpreisallokation erforderlichen Annahmen und Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter im Rahmen unserer Prüfung einer der bedeutsamsten Sachverhalte. Prüferisches VorgehenUnsere Prüfungshandlungen im Rahmen des Kaufs der Gesellschaften beinhalteten das Nachvollziehen der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter bezüglich der Beherrschung der erworbenen Einheiten. Dazu wurden unter anderem die gesellschaftsrechtlichen Vereinbarungen mit den in IFRS 10, Konzernabschlüsse, definierten Kriterien für Beherrschung abgeglichen. Unsere Prüfungshandlungen in Bezug auf die (vorläufigen) Kaufpreisallokationen umfassten, neben dem Abgleich der von der Nemetschek SE erbrachten Gegenleistungen mit den vertraglichen Grundlagen, die Beurteilung des methodischen Vorgehens des von den gesetzlichen Vertretern hinzugezogenen externen Gutachters hinsichtlich der Identifizierung der erworbenen Vermögenswerte sowie die konzeptionelle Beurteilung der Bewertungsmodelle unter Berücksichtigung der Vorgaben des IFRS 3. Mit Unterstützung unserer internen Bewertungsspezialisten haben wir die angewandten Bewertungsmethoden zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts nachvollzogen. Weiterhin haben wir Annahmen und ermessensbehaftete Schätzungen (wie beispielsweise Wachstumsraten, Kapitalkostensätze, Lizenzgebührensätze oder Restnutzungsdauern) zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte sowie der übernommenen Schulden im Erwerbszeitpunkt daraufhin analysiert, ob diese allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen entsprechen. Zusätzlich haben wir die Modelle rechnerisch nachvollzogen und die bei der Bewertung herangezogenen künftig erwarteten Zahlungsströme unter anderem zu internen Budgetplänen abgestimmt. Ein Schwerpunkt lag auch auf der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte für Technologien und Kundenstamm. Diesbezüglich haben wir unter anderem die Eignung des Bewertungsgutachtens sowie der Gutachten externer Sachverständiger, die von den gesetzlichen Vertretern hinzugezogen wurden, als Prüfungsnachweis durch Befragungen der Gutachter auch daraufhin gewürdigt, ob die getroffenen Annahmen die Sicht eines externen Marktteilnehmers im Erwerbszeitpunkt widerspiegeln. Bezüglich der Ermittlung der Geschäfts- oder Firmenwerte haben wir die Berechnung als Residualgröße zwischen dem ermittelten Kaufpreis abzüglich dem Zeitwert identifizierter erworbener Vermögenswerte und Schulden unter Berücksichtigung der daraus resultierenden latenten Steuern überprüft. Die bilanzielle Behandlung der im Rahmen der Unternehmenszusammenschlüsse erworbenen Vermögensgegenstände und Schulden haben wir zu den im Nemetschek Konzern angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden abgeglichen. Ferner haben wir uns mit den steuerlichen Auswirkungen des Zusammenschlusses und der Abbildung der Erstkonsolidierung im Konsolidierungssystem befasst. Zudem haben wir die Angaben im Konzernanhang im Hinblick auf die sich aus den Vorschriften nach IFRS 3 ergebenden Anforderungen gewürdigt. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen ergeben. Verweis auf zugehörige AngabenDie Angaben zur Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen sind in den Kapiteln Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze - Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwerte, Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2018, Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2017 sowie in Ziffer 12 Anlagevermögen des Anhangs zum Konzernabschluss dargestellt. 3. Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte und der immateriellen VermögenswerteGründe für die Bestimmung als besonders wichtiger PrüfungssachverhaltDie Überprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte und der immateriellen Vermögenswerte auf mögliche Wertminderungen war ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt, da die den Werthaltigkeitstests zugrunde liegenden Bewertungen in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelüberschüsse sowie des verwendeten Diskontierungssatzes abhängig sind und eine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss haben. Prüferisches VorgehenZur Beurteilung der Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern durchgeführten Bewertungen haben wir sowohl kontrollbasierte Prüfungshandlungen vorgenommen und uns mit den zugrunde liegenden Prozessen im Zusammenhang mit der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte befasst, als auch aussagebezogene Prüfungshandlungen durchgeführt. Zur Überprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte auf mögliche Wertminderungen haben wir unter Einbeziehung von internen Bewertungsspezialisten insbesondere die zugrunde liegenden Bewertungsmodelle sowohl methodisch als auch arithmetisch nachvollzogen. In diesem Zusammenhang haben wir auch untersucht, ob die Budgetplanungen allgemeine und branchenspezifische Markterwartungen widerspiegeln und die im Rahmen der Schätzung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Bewertungsparameter - insbesondere die geschätzten Wachstumsraten, die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensätze sowie die Steuersätze - mit öffentlich verfügbaren Marktdaten abgeglichen und gegenüber der Veränderung bedeutender Annahmen einschließlich künftiger Marktbedingungen beurteilt. Zur Beurteilung der Planungstreue haben wir stichprobenweise einen Soll-Ist Abgleich von historischen Plandaten mit den tatsächlichen Ergebnissen vorgenommen. Um bei einer für möglich gehaltenen Änderung einer der wesentlichen Annahmen ein mögliches Wertminderungsrisiko einschätzen zu können, haben wir auch eigene Sensitivitätsanalysen vorgenommen. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte und der immateriellen Vermögenswerte ergeben. Verweis auf zugehörige AngabenZu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen bezüglich der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte und der immateriellen Vermögenswerte verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang in Kapitel Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze - Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwerte, Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten, Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen bei der Erstellung des Konzernabschlusses sowie auf Ziffer 12 Anlagevermögen. 4. Vollständigkeit und Bewertung ungewisser Steuerpositionen sowie latenter SteuernGründe für die Bestimmung als besonders wichtiger PrüfungssachverhaltDer Nemetschek Konzern übt seine Geschäftstätigkeit in zahlreichen Ländern mit unterschiedlichem lokalen Steuerrecht aus. Die Vollständigkeit und Bewertung von ungewissen Steuerpositionen sowie latenten Steuern war im Rahmen unserer Prüfung einer der bedeutsamsten Sachverhalte, da diese in hohem Maße Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen durch die gesetzlichen Vertreter erfordern. Prüferisches VorgehenUnter Einbindung von internen Spezialisten mit entsprechenden Kenntnissen des jeweiligen lokalen Steuerrechts haben wir uns mit den von den gesetzlichen Vertretern eingerichteten Prozessen und den internen Kontrollen im Zusammenhang mit der Identifizierung, Ansatz und Bewertung von Steuerpositionen befasst. Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen in Bezug auf ungewisse Steuerpositionen haben wir beurteilt, ob die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter zu steuerlichen Auswirkungen von wesentlichen Geschäftsvorfällen oder Ereignissen im Geschäftsjahr 2018, aus denen sich ungewisse Steuerpositionen ergeben können oder die Einfluss auf die Bewertung bestehender ungewisser Steuerpositionen haben können, in Einklang mit dem Steuerrecht stehen. Dies beinhaltet insbesondere steuerliche Auswirkungen aus dem Erwerb von Unternehmensanteilen und gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen, Ergebnisse von Betriebsprüfungen sowie Sachverhalte mit grenzüberschreitendem Bezug wie beispielsweise die Bestimmung von Verrechnungspreisen. Zur Beurteilung der Vollständigkeit haben wir auch Bestätigungen von externen Steuerberatern eingeholt. Ferner haben wir die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Erfolgsaussichten von Rechtsbehelfs- oder Finanzgerichtsverfahren unter Berücksichtigung aktueller Steuerrechtsprechung gewürdigt. Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von aktiven latenten Steuern haben wir insbesondere die Annahmen der gesetzlichen Vertreter zur Prognose des zukünftig erwarteten steuerpflichtigen Einkommens hinterfragt und zur internen Budgetplanung abgeglichen. Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen zu den passiven latenten Steuern haben wir uns insbesondere mit den Annahmen zur zeitlich unbestimmten Reinvestition von aufgelaufenen Ergebnissen von Tochtergesellschaften befasst und diese unter Hinzuziehung der Dividendenplanung beurteilt. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der Vollständigkeit und Bewertung von ungewissen Steuerpositionen sowie latenter Steuern ergeben. Verweis auf zugehörige AngabenZu den für die Vollständigkeit und Bewertung ungewisser Steuerpositionen sowie latenter Steuern angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang im Kapitel Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze -Steuern sowie Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze - Aktive latente Steuern sowie auf Ziffer 10 Ertragsteuern, zu Steuererstattungsansprüchen auf Ziffer 14 Vermögenswerte und zu Schulden aus Ertragsteuern auf Ziffer 18 Schulden. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Der Aufsichtsrat ist für die folgenden sonstigen Informationen verantwortlich:
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. In Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 30. Mai 2018 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 16. Oktober 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2013 als Konzernabschlussprüfer der Nemetschek SE tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Konzernabschluss oder im Konzernlagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Konzernunternehmen erbracht:
Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Ralf Bostedt.
München, den 19. März 2019 Ernst
& Young GmbH
Bostedt, Wirtschaftsprüfer Turba, Wirtschaftsprüferin Jahresabschlussder Nemetschek SE (HGB)Bilanz zum 31. Dezember 2018 und zum 31. Dezember 2017 (Einzelabschluss HGB)AKTIVA
Gewinn-und-Verlust-Rechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 und 2017 (Einzelabschluss HGB)der Nemetschek SE
Beschluss des Vorstandes der Nemetschek SE betreffend den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns aus dem Geschäftsjahr 2018Der Vorstand schlägt vor, wie folgt zu beschließen: Der Bilanzgewinn der Nemetschek SE aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 beträgt 182.183.768,74 EUR. Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
München, 19. März 2019 Nemetschek SE Der Vorstand Patrik Heider Viktor Várkonyi Jon Elliott NEMETSCHEK SE Konrad-Zuse-Platz 1 81829 München Tel.: +49 89 540459-0 Fax: +49 89 540459-414 investorrelations@nemetschek.com www.nemetschek.com |
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