Lead
Discovery Center GmbH
Dortmund
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Lagebericht
I. Geschäftsmodell
Die Lead Discovery Center GmbH (LDC) wurde im Jahr
2008 durch eine Initiative des
Technologie-Transfer-Unternehmens Max-Planck-Innovation
GmbH (MI) gegründet, um das Potenzial exzellenter
Grundlagenforschung auf der Suche nach neuen Therapien von
Krankheiten mit hohem medizinischem Bedarf besser zu
nutzen. Ziel des LDC ist es, aussichtsreiche
Forschungsprojekte professionell in die Entwicklung
innovativer Medikamente zu überführen.
Der grundsätzliche Bedarf an neuartigen
Medikamenten ist weiterhin sehr hoch, zumal fast alle
Pharmaunternehmen ihre Forschungsabteilungen geschlossen
oder reduziert haben. Um diesen Bedarf zu decken,
interessiert sich die pharmazeutische Industrie
dementsprechend in noch größerem Ausmaß
für innovative Wirkstoffe, die die Grundlage neuer
Medikamente bilden. Hinzu kommt, dass auch Investoren immer
mehr an frühen,
in vivo validierten Wirkstoffprojekten interessiert
sind.
Mit einem interdisziplinären Team aus erfahrenen
Wissenschaftlern, Arzneimittelforschern, Pharmakologen und
Projektmanagern deckt das LDC den höchsten
Industriestandards entsprechend alle erforderlichen
Bereiche für die innovative Wirkstoffforschung ab: von
der biologischen Zielstruktur (Target) bis hin zur
chemischen oder biologischen Leitstruktur (Lead). In den
letzten Jahren weiten sich die Arbeiten am LDC immer
häufiger bis zur Nominierung von präklinischen
Entwicklungskandidaten aus, den Prototypen für die
weitere klinische Entwicklung.
Als eigenständiges und wirtschaftlich
orientiertes Unternehmen arbeitet das LDC eng mit
akademischen und industriellen Forschungseinrichtungen
zusammen. In Kooperation mit ihnen entwickelt das LDC
innovative, erfolgversprechende Projekte vom frühen
Stadium an weiter. Die Produkte sind pharmazeutische
Wirkstoffe (Small Molecules, Antikörper, Antibody Drug
Conjugates), die in Tierstudien eine Bestätigung der
therapeutischen Wirksamkeit (
Proof of Concept) erbringen, ein klares Potenzial
für Weiterentwicklung besitzen und patentierbar sind.
II. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene
Rahmenbedingungen
Die biomedizinische Grundlagenforschung in
Deutschland gilt weltweit als erstklassig. Allerdings
bleibt die Umsetzung der Forschungsresultate in kommerziell
und medizinisch wertvolle Produkte immer weiter hinter
ihren Möglichkeiten zurück. Der mangelnde,
industrielle Reifegrad ist bei den meisten
wissenschaftlichen Projekten in der Grundlagenforschung die
größte Hürde auf dem Weg zur effektiven
Wirkstoffentwicklung.
Selbst für wissenschaftlich hervorragende und
kommerziell aussichtsreiche Projekte im frühen
Entwicklungsstadium lassen sich kaum Industriepartner oder
Risikokapitalgeber gewinnen, solange kein robuster,
industrierelevanter
Proof of Concept vorliegt. In dieser frühen
Phase sind die üblichen Modelle zur Bewertung von
Risiko- und Gewinnaussichten nicht anwendbar. Zudem sind
die kurzen Investitionszyklen am Kapitalmarkt kaum mit den
langen Entwicklungszeiten pharmazeutischer Projekte zu
vereinen. Hinzu kommt, dass Pharmakonzerne aus
marktwirtschaftlichen Erwägungen zunehmend aus den
frühen Phasen der Wirkstoffforschung aussteigen,
sodass die Lücke zwischen Grundlagenforschung und
industrieller Arzneimittelentwicklung weiterwächst -
trotz des steigenden Bedarfs nach innovativen Wirkstoffen
und Therapien mit neuen Wirkmechanismen.
Dieses Potenzial nutzt das LDC und
überführt innovative Forschungsansätze in
enger Zusammenarbeit mit akademischen Partnern in die
pharmazeutische Anwendung. Das LDC versteht sich als ein
translationales Wirkstoffforschungszentrum und ist damit
Wegbereiter für neuartige Medikamente und Therapien
zum Wohle der Patienten. Seit seinem Bestehen hat das LDC
daher mit großem Erfolg dazu beigetragen, die
Lücke zwischen Grundlagenforschung und industrieller
Arzneimittel-Entwicklung zu schließen, und kann
inzwischen auf 4 Produkte in klinischen Phasen verweisen,
deren Basis am LDC gelegt wurde.
III. Geschäftsverlauf
Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit hat
die im Vorfeld gesetzten Erwartungen erfüllt. Die
Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr positiv
entwickelt und sich v.a. insbesondere durch die
Weiterführung der Kooperation mit dem KHAN Technology
Transfer Fund I sowie der Max-Planck-Gesellschaft zur
Förderung der Wissenschaften e.V. ein langfristiges
Auftragsvolumen gesichert. Zudem wurden sehr viele weitere
Chancen erarbeitet, die eine positive
Fortführungsprognose ermöglichen.
So konnten zusätzlich zum bestehenden Portfolio
aus Projekten mit der Max-Planck-Gesellschaft und
Universitäten verstärkt verschiedene
Kooperationen mit inländischen wie ausländischen
Forschungsinstitutionen fortgesetzt bzw. begonnen werden.
Gleichzeitig wurden weitere Kooperationsprojekte mit
großen Pharmaunternehmen/Investoren
weitergeführt oder neu begonnen wie z.B. mit HLB,
Republik Korea.
Die Gesellschaft konnte im Geschäftsjahr 2023
Umsatzerlöse sowie sonstige betriebliche Erträge
zum größten Teil aufgrund der Durchführung
von Projekten in der Wirkstoffforschung, aber auch aufgrund
von Kommerzialisierungserlösen sowie einer Kooperation
mit einem pharmazeutischen Unternehmen erzielen. Infolge
der Portfolioerweiterung mit derzeitigen und neuen
Kooperationsprojekten konnte ein Umsatzanstieg von rd. 11,7
% erreicht werden. Somit konnte das im Ausblick des
Vorjahres prognostizierte positive Ergebnis erreicht
werden.
Insgesamt wurde im Geschäftsjahr 2023 ein EBIT
von 407 T€ sowie ein Jahresüberschuss von 179
T€ realisiert.
IV. Lage
a. Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2023 ist ein Umsatzanstieg von
1.952 T€ bei gleichzeitiger Erhöhung des
Materialaufwandes um 625 T€ (15,7 %) zu verzeichnen.
Der Anstieg des Materialaufwandes steht im Zusammenhang mit
dem Umsatzanstieg sowie einer höheren Anzahl an
Projekten in der späten Wirkstoffforschung und dem
folglich höheren Bedarf an Fremdleistungen und
Outsourcing. Insgesamt hat sich das Rohergebnis im
Vergleich zum Vorjahr daher absolut um 1.328 T€
auf 14.125 T€ erhöht.
Die Zahl der MitarbeiterInnen ist bis zum Ende des
Geschäftsjahres auf 115angestiegen. Unter anderem
aufgrund der Erweiterung der mittleren Managementebene
sowie einer allgemeinen Gehaltsanpassung zur Angleichung an
die regionale Gehaltsstruktur inkl. einer
Inflationsausgleichsprämie hat sich der
Personalaufwand daher um 952 T€ auf
8.226 T€ erhöht.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 259
T€ auf 5.034 T€ angestiegen, insbesondere durch
Wertminderungen im Umlaufvermögen, die mit 321 T€
in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten sind
b. Finanzlage
Im Geschäftsjahr 2023 konnte die Inanspruchnahme
von Kontokorrentkrediten vermieden werden. Die
Liquiditätssituation ist unverändert stabil.
Insbesondere ist durch die Kooperation mit KHAN-I ein
langfristiges Auftragsvolumen gesichert. Zudem hat das LDC
eine Kooperation mit einem pharmazeutischen Unternehmen
abschließen können. Für die folgenden
Geschäftsjahre wird daher weiterhin mit positiven
Ergebnissen gerechnet.
Der Cashflow aus dem operativen Bereich war im
abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin positiv.
c. Vermögenslage
Das Bilanzvolumen hat sich gegenüber dem
Vorjahresstichtag um 1.417 T€ auf 11.766 T€
vermindert. Auf der Aktivseite ist die Verminderung
insbesondere auf die liquiden Mittel sowie die Forderungen,
auf der Passivseite auf die erhaltenen Anzahlungen
zurückzuführen.
Bedingt durch den Jahresüberschuss 2023
beträgt das Eigenkapital zum 31. Dezember 2023
1.746 T€. Die Eigenkapitalquote ist insgesamt auf
14,8% gestiegen.
V. Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr weiterhin
eine Vielzahl an erfolgversprechenden Wirkstoffprojekten
begonnen, durchgeführt und/oder verpartnert. Die
(voraussichtlichen) Indikationen dieser Projekte umfassen
nahezu die gesamte Bandbreite des derzeitigen
therapeutischen Bedarfs, u.a. Cardiovaskular, Onkologie,
Diabetes, Depressionen, Schizophrenie, neuropathischer
Schmerz, Sepsis, Infektionen und
Entzündungskrankheiten. Zudem existieren mehrere
verbundene Unternehmen/Partnerunternehmen bzw. es werden
dahingehend neue Konzepte erarbeitet, um zusätzliche
Wirkstoffprojekte und/oder technologische Ansätze
durchführen zu können. Die auslizenzierten
Projekte wurden von den Lizenznehmern erfolgreich
weiterentwickelt; mehrere davon befinden sich z.B. in der
präklinischen Entwicklung und vier weitere in
klinischen Studien. Zudem wurden mehrere Ausgründungen
erzielt, die jeweils eines oder mehrere der
Wirkstoffprojekte weiter in die Anwendung
überführen sollen. Weitere Ausgründungen
werden derzeit verhandelt oder sind in Planung.
VI. Chancen und Risiken
Essentielle Risiken sind aufgrund der vorhandenen
Auftragslage derzeit nicht zu erwarten, sofern als weiterer
Auftraggeber ein Nachfolgefund des KHAN-I als Auftraggeber
gewonnen werden kann. Es muss allerdings immer mit dem
Ausfall einzelner Projekte oder von Kooperationen aufgrund
von wissenschaftlich-technischer Nicht-Machbarkeit oder
firmenpolitischen Entscheidungen der Kooperationspartner
gerechnet werden. Dies sollte das Gesamtbild der
Gesellschaft aber aufgrund des betriebenen
Portfolioansatzes (Streuung über viele Projekte) nicht
stark beeinflussen.
Ein theoretisches Risiko besteht darin, dass der
Bedarf an solchen Wirkstoffprojekten drastisch abnimmt,
entweder durch ein abnehmendes Interesse der
Pharmaunternehmen bzgl. einer Einlizensierung oder durch
die Etablierung von der Gesellschaft ähnlichen
Konkurrenzunternehmen. Beides ist nach derzeitigem Wissen
nicht der Fall; im Gegenteil steigt das Interesse der
Pharmaindustrie an validen Leitstrukturprojekten und
Forschungskooperationen weiter stetig an.
Das LDC genießt weiterhin eine Vorreiterrolle
in der sogenannten "akademischen Wirkstoffforschung" sowie
als "Translationszentrum" und hat sich nachweislich einen
sehr positiven Ruf erarbeitet (starkes
Branding). Es gibt aber sowohl nationale als auch
internationale Bestrebungen zusätzliche, ähnliche
Geschäftskonzepte zu realisieren, was zu einem
erhöhten Konkurrenzdruck führen könnte,
derzeit aber v.a. synergistische Effekte hervorruft.
Chancen liegen in der wissenschaftlich-technischen
Entwicklung, die aufgrund des derzeitigen Projektportfolios
als sehr gut zu bezeichnen ist. Dieses Portfolio sowie das
exzellente Netzwerk der Gesellschaft in Industrie und
Akademie führen dazu, dass es vermehrt zu
Kooperationsanfragen aus Industrie und Akademie kommt.
VII. Ausblick
Wesentliche Änderungen der Geschäftspolitik
sind nicht geplant. Es werden weiterhin grundsätzlich
neue Finanzierungsmöglichkeiten erarbeitet. So wird in
2024 ein neuer Rahmenvertrag mit einem weiteren Fund in
Kraft treten. Verwertbare Projekte werden weiterhin nicht
nur Pharma- und Biotechfirmen zum Lizenzieren angeboten,
sondern auch als Grundlage für Ausgründungen
dienen.
Aufgrund der bereits erreichten Kommerzialisierungen
von Projekten sowie aufgrund der Portfolioerweiterung mit
derzeitigen und neuen Wirkstoffprojekten ist mit einem
weiterhin positiven finanziellen Ergebnis im
Geschäftsjahr 2024 zu rechnen. Wir rechnen mit einem
Jahresüberschuss leicht etwas unter dem Niveau des
Berichtsjahres.
Dortmund, 31. Oktober
2024
gez.
Dr. Bert Matthias Klebl
gez.
Dr. Peter Nussbaumer
gez.
Dr. Michael Hamacher
Bilanz
Aktiva
|
|
31.12.2023
EUR |
31.12.2022
EUR |
| A.
Anlagevermögen |
4.454.601,98 |
3.696.436,81 |
| I.
Immaterielle Vermögensgegenstände |
26.242,00 |
22.796,00 |
| II.
Sachanlagen |
2.868.636,00 |
2.382.610,63 |
| 1.
technische Anlagen und Maschinen |
8,00 |
27,00 |
| 2.
andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
2.868.628,00 |
1.984.324,00 |
| 3.
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau |
0,00 |
398.259,63 |
| III.
Finanzanlagen |
1.559.723,98 |
1.291.030,18 |
| 1.
Beteiligungen |
1.559.723,98 |
1.291.030,18 |
| B.
Umlaufvermögen |
7.017.036,27 |
9.219.071,03 |
| I.
Vorräte |
954.690,82 |
925.398,17 |
| II.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände |
2.848.000,99 |
3.637.771,88 |
| 1.
Forderungen gegen verbundene Unternehmen |
503.733,94 |
509.258,27 |
| 2.
sonstige Vermögensgegenstände |
2.344.267,05 |
3.128.513,61 |
| davon
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
0,00 |
90.479,19 |
| III.
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten |
3.214.344,46 |
4.655.900,98 |
| C.
Rechnungsabgrenzungsposten |
256.547,62 |
175.715,47 |
| davon
Disagio |
1.179,44 |
3.660,94 |
| D.
Aktive latente Steuern |
37.322,88 |
79.383,93 |
| Aktiva |
11.765.508,75 |
13.170.607,24 |
Passiva
|
|
31.12.2023
EUR |
31.12.2022
EUR |
| A.
Eigenkapital |
1.746.043,91 |
1.581.252,51 |
| I.
Gezeichnetes Kapital |
25.000,00 |
25.000,00 |
| II.
Bilanzgewinn |
1.721.043,91 |
1.556.252,51 |
| davon
Gewinnvortrag |
1.541.252,51 |
1.130.229,00 |
| B.
Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen |
88.907,42 |
|
| C.
Rückstellungen |
1.297.862,02 |
1.000.361,18 |
| D.
Verbindlichkeiten |
8.632.695,40 |
10.587.904,31 |
| 1.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten |
698.942,61 |
519.697,97 |
| 2.
sonstige Verbindlichkeiten |
7.933.752,79 |
10.068.206,34 |
| E.
Rechnungsabgrenzungsposten |
0,00 |
1.089,24 |
| Passiva |
11.765.508,75 |
13.170.607,24 |
Gewinn- und Verlustrechnung
|
1.1.2023 - 31.12.2023
EUR |
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR |
| 1.
Rohergebnis |
14.184.312,89 |
13.109.271,99 |
| 2.
Personalaufwand |
8.225.641,09 |
7.273.273,78 |
| a)
Löhne und Gehälter |
7.069.303,19 |
6.235.770,37 |
| b)
soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung |
1.156.337,90 |
1.037.503,41 |
| davon
für Altersversorgung |
4.324,85 |
3.377,67 |
| 3.
Abschreibungen |
530.500,69 |
396.547,19 |
| a)
auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen |
530.500,69 |
396.547,19 |
| 4.
sonstige betriebliche Aufwendungen |
5.021.587,04 |
4.762.182,97 |
| davon
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung |
18.575,48 |
22.623,63 |
| 5.
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
32.914,74 |
8.139,09 |
| davon
aus verbundenen Unternehmen |
2.678,10 |
6.244,77 |
| davon
Erträge aus Abzinsung |
679,61 |
|
| 6.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
30.356,06 |
37.935,61 |
| 7.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag |
228.468,35 |
220.516,02 |
| davon
Aufwendungen aus der Zuführung und
Auflösung von latenten Steuern |
42.061,05 |
187.110,02 |
| 8.
Ergebnis nach Steuern |
180.674,40 |
426.955,51 |
| 9.
sonstige Steuern |
883,00 |
932,00 |
| 10.
Jahresüberschuss |
179.791,40 |
426.023,51 |
| 11.
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr |
1.541.252,51 |
1.130.229,00 |
| 12.
Bilanzgewinn |
1.721.043,91 |
1.556.252,51 |
Anhang
I.
ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde nach
den Vorschriften des Dritten Buches des Handelsgesetzbuches
und den Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt.
Die Lead Discovery Center GmbH hat ihren Sitz in
Dortmund und ist beim Amtsgericht Dortmund unter der Nummer
HRB 21004 eingetragen.
Die Lead Discovery Center GmbH ist zum
31. Dezember 2023 als mittelgroße
Kapitalgesellschaft i. S. v. § 267
Abs. 1 HGB einzustufen.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem
Gesamtkostenverfahren in der Gliederung gemäß
§ 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.
Die dem Jahresabschluss zu Grunde liegenden
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden
unverändert zum Vorjahr angewendet.
II.
ANGABEN ZU BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
1.
Anlagevermögen
a)
Immaterielle Vermögensgegenstände
Die entgeltlich erworbenen immateriellen
Vermögensgegenstände wurden mit den
Anschaffungskosten bewertet und entsprechend der
betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ab dem Monat der
Anschaffung linear abgeschrieben.
b)
Sachanlagen
Die Gegenstände des Sachanlagevermögens
wurden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
erfasst und entsprechend der betriebsgewöhnlichen
Nutzungsdauer ab dem Monat der Anschaffung bzw. Herstellung
linear abgeschrieben. Bei Anschaffungs- und
Herstellungskosten bis € 800,00 wurden
Anlagegegenstände entsprechend den steuerlichen
Regelungen für geringwertige Wirtschaftsgüter im
Jahr ihres Zugangs voll abgeschrieben.
c)
Finanzanlagen
Die Finanzanlagen wurden mit den Anschaffungskosten
bewertet.
2.
Vorräte
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden mit den
Anschaffungskosten bewertet. Wenn der am
Abschlussstichtag beizulegende Wert niedriger als die
Anschaffungskosten war, wurde der am Abschlussstichtag
beizulegende Wert angesetzt.
3.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
Die Forderungen und die sonstigen
Vermögensgegenstände wurden mit den
Anschaffungskosten bzw. mit dem am Bilanzstichtag
beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Erkennbare
Risiken im Forderungsbestand wurden durch
Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.
4.
Liquide Mittel und Rechnungsabgrenzungsposten
Die liquiden Mittel und die aktiven
Rechnungsabgrenzungsposten wurden zum Nominalwert
bilanziert. Auf fremde Währung lautende kurzfristige
Bankguthaben wurden zum Devisenkassamittelkurs am
Abschlussstichtag umgerechnet.
5.
Sonderposten für Investitionszuschüsse zum
Anlagevermögen
Der Posten betrifft Zuschüsse, die auf im
Geschäftsjahr 2023 zugegangene
Anlagegegenstände entfallen, und wird
entsprechend den Abschreibungen auf die bezuschussten
Anlagegegenstände aufgelöst.
6.
Rückstellungen
Die Steuerrückstellungen und die sonstigen
Rückstellungen wurden in Höhe des nach
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung
notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Sie wurden so
bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken und ungewissen
Verpflichtungen Rechnung tragen. Sonstige
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als
einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden
durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen
sieben Geschäftsjahre abgezinst.
7.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag
angesetzt.
III.
ANGABEN ZUR BILANZ
1.
Anlagevermögen
Die Zusammensetzung und Entwicklung der immateriellen
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens,
der Sachanlagen und der Finanzanlagen (Anlagespiegel
gemäß § 284 Abs. 3 HGB) wird auf
Seite 6 des Anhangs dargestellt.
2.
Beteiligungen
Die Gesellschaft hält Beteiligungen im Sinne des
§ 271 Abs. 1 HGB an den folgenden Unternehmen:
|
Höhe des
|
Eigenkapital
|
Ergebnis des
|
|
Anteils am
|
der Gesell-
|
letzten Geschäfts-
|
|
Kapital
|
schaft
|
jahres, für das
ein
|
|
|
|
Jahresabschluss
|
|
|
|
vorliegt
|
|
%
|
T€
|
T€
|
LDC Beteiligungen GmbH,
|
|
|
|
Dortmund
|
100,0
|
1
|
-6
|
MAB4 Therapeutics GmbH,
|
|
|
|
Dortmund
|
31,0
|
15
|
-2
|
Serengen GmbH (2022)
|
|
|
|
Dortmund
|
29,0
|
66
|
97
|
Pearl River Bio GmbH,
|
|
|
|
Dortmund
|
100,0
|
542
|
-120
|
Kinsea Lead Discovery AS
|
33,0
|
629
|
-340
|
3.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
Die Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände haben in Höhe von 2.848
T€ (Vj.: 3.430 T€) eine Restlaufzeit von bis zu
einem Jahr und in Höhe von 0 T€
(Vj.: 225 T€) eine Restlaufzeit von
mehr als einem Jahr.
4.
Eigenkapital
Gemäß § 268 Abs. 8 HGB unterliegen
€ 37.322,88 (Vj. € 79.383,93) auf Grund
der Aktivierung latenter Steuern der
Ausschüttungssperre.
5.
sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen betreffen im
Wesentlichen den Personalbereich, insbesondere Tantieme-
und Bonuszahlungen, Jubiläumsrückstellungen und
Resturlaubsansprüche.
6.
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:
|
|
gesamt
|
davon mit
einer Restlaufzeit
|
|
|
|
von bis zu
|
von mehr
|
von mehr
|
|
|
|
1 Jahr
|
als 1 Jahr
|
als 5 Jahren
|
|
|
T€
|
T€
|
T€
|
T€
|
1.
|
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
|
699
|
200
|
499
|
23
|
|
(Vorjahr)
|
(520)
|
(194)
|
(326)
|
(0)
|
2.
|
erhaltene Anzahlungen
|
|
|
|
|
|
auf Bestellungen
|
7.028
|
7.028
|
0
|
0
|
|
(Vorjahr)
|
(9.021)
|
(9.021)
|
(0)
|
(0)
|
3.
|
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
|
633
|
633
|
0
|
0
|
|
(Vorjahr)
|
(617)
|
(617)
|
(0)
|
(0)
|
4.
|
sonstige
Verbindlichkeiten
|
273
|
273
|
0
|
0
|
|
(Vorjahr)
|
(443)
|
(443)
|
(0)
|
(0)
|
|
|
8.633
|
8.134
|
499
|
23
|
|
|
(10.601)
|
(10.275)
|
(326)
|
(0)
|
Die Sicherung der Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten erfolgt in voller Höhe durch
Sicherungsübereignungen von diversen
Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens.
IV.
ANGABEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
1.
Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten
Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe
von 18 T€ (Vorjahr: 17 T€) sowie periodenfremde
Erträge von 6 T€, die insbesondere aus der
Ausbuchung einer Gutschrift für eine Doppelzahlung
resultierten.
2.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind
Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von
19 T€ (Vorjahr: 23 T€) und periodenfremde
Aufwendungen (T€ 6) enthalten. Die periodenfremden
Aufwendungen stehen insbesondere im Zusammenhang mit einer
Forderungskorrektur sowie Korrekturen bei den erhaltenen
Anzahlungen.
V.
SONSTIGE ANGABEN
1.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Gesellschaft hat langfristige Verpflichtungen aus
Miet- und Leasingverträgen. Die nach dem
Bilanzstichtag fälligen Miet- und Leasingraten
betragen insgesamt 1.002 T€.
2.
Arbeitnehmer
Die Gesellschaft beschäftigte im
Geschäftsjahr durchschnittlich 110 Angestellte und 6
Aushilfen.
3.
Geschäftsführung und Vertretung
Einzelvertretungsberechtigter
Geschäftsführer der Gesellschaft ist im
Geschäftsjahr 2023:
Herr Dr. Bert Matthias Klebl, Wissenschaftler,
Dortmund.
Gemeinsam vertretungsberechtigter
Geschäftsführer der Gesellschaft ist im
Geschäftsjahr 2023:
Herr Dr. Peter Nussbaumer, Wissenschaftler, Dortmund
Herr Dr. Michael Hamacher, Wissenschaftler, Dortmund.
Auf die Angabe der Gesamtbezüge der
Geschäftsführer wurde gemäß
§ 286 Abs. 4 HGB verzichtet.
4.
Beirat
Die Gesellschafterin DVCI Deutsches Venture Capital
Institut Öffentliche Stiftung privaten Rechts
entscheidet über die Anzahl und über die
Bestellung und Abberufung der Beiratsmitglieder. Bislang
wurde noch kein Beirat bestellt. Bis zur ersten Sitzung des
Beirats nimmt dessen Aufgaben die Gesellschafterversammlung
wahr.
5.
Nachtragsbericht
Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem
Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben
sich nicht ergeben.
6.
Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses
Die Geschäftsführung schlägt der
Gesellschafterversammlung zur Beschlussfassung vor, den
Jahresüberschuss in voller Höhe auf neue Rechnung
vorzutragen.
Dortmund, den 16. Oktober
2024
(gez.
Dr. Bert Matthias)
(gez.
Dr. Peter Nussbaumer)
(gez.
Dr. Michael Hamacher)
|
Anschaffungs-,
Herstellungs-
kosten
01.01.2023
EUR
|
Zugänge
EUR
|
Abgänge
EUR
|
Umbuchungen
EUR
|
Anschaffungs-,
Herstellungs-
kosten
31.12.2023
EUR
|
Anlagevermögen
|
|
|
|
|
|
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
|
|
|
|
|
entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten
|
181.869,13
|
9.670,00
|
0,00
|
0,00
|
191.539,13
|
Summe Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
181.869,13
|
9.670,00
|
0,00
|
0,00
|
191.539,13
|
II. Sachanlagen
|
|
|
|
|
|
1. technische Anlagen
und Maschinen
|
40.498,00
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
40.498,00
|
2. andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattung
|
4.734.644,83
|
1.021.541,06
|
271.777,22
|
398.259,63
|
5.882.668,30
|
3. geleistete
Anzahlungen und Anlagen im Bau
|
398.259,63
|
0,00
|
0,00
|
-398.259,63
|
0,00
|
Summe Sachanlagen
|
5.173.402,46
|
1.021.541,06
|
271.777,22
|
0,00
|
5.923.166,30
|
III. Finanzanlagen
|
|
|
|
|
|
Beteiligungen
|
1.291.030,18
|
268.693,80
|
0,00
|
0,00
|
1.559.723,98
|
Summe Finanzanlagen
|
1.291.030,18
|
268.693,80
|
0,00
|
0,00
|
1.559.723,98
|
Summe
Anlagevermögen
|
6.646.301,77
|
1.299.904,86
|
271.777,22
|
0,00
|
7.674.429,41
|
|
kumulierte
Abschreibung
01.01.2023
EUR
|
Abschreibung
Geschäftsjahr
EUR
|
Abgänge
EUR
|
Umbuchungen
EUR
|
kumulierte
Abschreibung
31.12.2023
EUR
|
Anlagevermögen
|
|
|
|
|
|
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
|
|
|
|
|
entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten
|
159.073,13
|
6.224,00
|
0,00
|
0,00
|
165.297,13
|
Summe Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
159.073,13
|
6.224,00
|
0,00
|
0,00
|
165.297,13
|
II. Sachanlagen
|
|
|
|
|
|
1. technische Anlagen
und Maschinen
|
40.471,00
|
19,00
|
0,00
|
0,00
|
40.490,00
|
2. andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattung
|
2.750.320,83
|
524.257,69
|
260.538,22
|
0,00
|
3.014.040,30
|
3. geleistete
Anzahlungen und Anlagen im Bau
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
Summe Sachanlagen
|
2.790.791,83
|
524.276,69
|
260.538,22
|
0,00
|
3.054.530,30
|
III. Finanzanlagen
|
|
|
|
|
|
Beteiligungen
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
Summe Finanzanlagen
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
Summe
Anlagevermögen
|
2.949.864,96
|
530.500,69
|
260.538,22
|
0,00
|
3.219.827,43
|
|
Zuschreibung
Geschäftsjahr
EUR
|
Buchwert
Geschäftsjahr
31.12.2023
EUR
|
Buchwert
Vorjahr
31.12.2022
EUR
|
Anlagevermögen
|
|
|
|
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
|
|
|
entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten
|
0,00
|
26.242,00
|
22.796,00
|
Summe Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
0,00
|
26.242,00
|
22.796,00
|
II. Sachanlagen
|
|
|
|
1. technische Anlagen
und Maschinen
|
0,00
|
8,00
|
27,00
|
2. andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattung
|
0,00
|
2.868.628,00
|
1.984.324,00
|
3. geleistete
Anzahlungen und Anlagen im Bau
|
0,00
|
0,00
|
398.259,63
|
Summe Sachanlagen
|
0,00
|
2.868.636,00
|
2.382.610,63
|
III. Finanzanlagen
|
|
|
|
Beteiligungen
|
0,00
|
1.559.723,98
|
1.291.030,18
|
Summe Finanzanlagen
|
0,00
|
1.559.723,98
|
1.291.030,18
|
Summe
Anlagevermögen
|
0,00
|
4.454.601,98
|
3.696.436,81
|
sonstige Berichtsbestandteile
Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 28.11.2024 festgestellt.
Bestätigungsvermerk
des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Lead Discovery Center GmbH, Dortmund
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Lead Discovery
Center GmbH, Dortmund, - bestehend aus der Bilanz
zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und
Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom
1. Januar 2023 bis zum
31. Dezember 2023 sowie dem Anhang,
einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber
hinaus haben wir den Lagebericht der Lead Discovery Center
GmbH, Dortmund, für das Geschäftsjahr vom
1. Januar 2023 bis zum
31. Dezember 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
· entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum
31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage
für das Geschäftsjahr vom
1. Januar 2023 bis zum
31. Dezember 2023 und
· vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht
dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss,
entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und
stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3
Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung
zu keinen Einwendungen gegen die
Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des
Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit
§ 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen
unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und
haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den
Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich
für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen
Belangen entspricht, und dafür, dass der
Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen
aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter
Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
· identifizieren und beurteilen wir die
Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im
Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern, planen und führen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken
durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für
unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als
das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden,
da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken,
Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten,
irreführende Darstellungen bzw. das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten
können.
· gewinnen wir ein Verständnis von
dem für die Prüfung des Jahresabschlusses
relevanten internen Kontrollsystem und den für die
Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die
unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch
nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit
dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
· beurteilen wir die Angemessenheit der
von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von
den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten
Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
· ziehen wir Schlussfolgerungen über
die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf
der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen
oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir
zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk
auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und
im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum
unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder
Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die
Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr
fortführen kann.
· beurteilen wir Darstellung, Aufbau und
Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich
der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
· beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von
der Lage der Gesellschaft.
· führen wir Prüfungshandlungen
zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf
Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise
vollziehen wir dabei insbesondere die den
zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen
Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und
beurteilen die sachgerechte Ableitung der
zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den
zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde
liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein
erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige
Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben
abweichen.
Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den
geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie
bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Prüfung feststellen.
Dortmund, 4. November
2024
MÄRKISCHE REVISION GMBH
|
WIRTSCHAFTSPRÜFUNGSGESELLSCHAFT
|
gez. Jörg Peters
|
|
gez. Dr. Fritz-Peter
Schlüter
|
Wirtschaftsprüfer
|
|
Wirtschaftsprüfer
|
|