Stammdaten

Register
Amtsgericht Leipzig HRB 2708
Vorher
Teiglingswerk Dommitzsch GmbH
Eingetragen
25.4.1991
Branche
Herstellung von Ölen und Fetten, ohne Margarine u. ä. NahrungsfetteGroßhandel mit Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und NahrungsfettenGroßhandel mit Mehl und Getreideprodukten
Gegenstand
Herstellung, Vertrieb und Handel mit pflanzlichen oder tierischen Ölen und Fetten, Margarine und anderen Produkten, in denen Öle und Fette wesentliche Bestandteile sind, Tiefkühlteiglinge jeder Art, Brot und Gebäck jeder Art, sei es tiefgefroren oder unter anderen Herstellungsformen, einschließlich Import und Export.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Tabea Maschmann
seit 11.2.2020
Prokura
Geschäftsführer
Filip Goethals
seit 28.7.2015
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
VAMIX N.V.BEL
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

VAMIX N.V.
Belgium
3300000
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Vandemoortele Dommitzsch GmbH

Dommitzsch

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss 2023 der Vandemoortele Dommitzsch GmbH ist am 19. Juli 2024 festgestellt worden.

 

Gent, 19.07.2024

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1 Darstellung des Geschäftsverlaufs

1.1 Geschäft und Rahmenbedingungen

Die Geschäftstätigkeit der Vandemoortele Dommitzsch GmbH erstreckt sich wie in den Vorjahren auf die Lohnfertigung von Tiefkühlteiglingen. Die Lohnfertigung erfolgt im Auftrag der Gesellschafterin Vamix N.V., Gent (Belgien). Die für die Produktion benötigten Einsatzstoffe werden von dieser beigestellt. Für diese Lohnfertigung erhält die Gesellschaft eine Provision (Tolling Fee), welche die angefallenen Produktionskosten einschließlich eines angemessenen Gewinnaufschlags deckt.

Die Lage und Entwicklung der Gesellschaft werden damit insbesondere durch die Entwicklung des Vandemoortele-Konzerns bestimmt.

Das Jahr 2023 war erneut von einer hohen durchschnittlichen Inflationsrate von 5,9 % geprägt. Die Energieprodukte verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 5,3 %. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich um 12,4 %. 1 Sondereffekte wie Lieferengpässe und deutliche Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen prägten erneut den gesamten Jahresverlauf.

Die GmbH produziert für alle Segmente (Handwerksbäckerei, Retail und Foodservice). Das Hauptgeschäft im Gastgewerbe bleibt weiterhin sehr angespannt, da es real kaum Umsatzwachstum gab. 2

1.2 Produktion

Vandemoortele Dommitzsch produziert überwiegend für Sektoren, die in den Vorjahren durch die Corona-Krise und die Inflation starke Umsatzeinbußen hatten. Obwohl sich dieser Bereich erholt hat, produzierte die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 mit -12 % deutlich weniger als im Lagebericht 2022 prognostiziert (-6,2 %). Ursächlich sind unter anderem lange Stillstandszeiten durch Reparaturnotwendigkeiten sowie fehlendes Personal an den Linien. 3

1.3 Investitionen

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2023 Investitionen in Höhe von 1.320 TEUR in das Sachanlagevermögen vorgenommen; es wird auf den dem Anhang beigefügten Anlagenspiegel verwiesen. Die größten Investitionen des Geschäftsjahres erfolgten dabei in dem Bereich der technischen Anlagen und Maschinen (+TEUR 992).

1 Destatis Inflationsrate im Jahr 2023 bei +5,9 % - Statistisches Bundesamt Inflationsrate im Jahr 2023 bei +5,9 % - Statistisches Bundesamt (destatis.de) Zugriff 14.05.2024
2 Gastgewerbe verzeichnet 2023 höheren Umsatz Statistisches Bundesamt: Gastgewerbe verzeichnet 2023 höheren Umsatz | ZEIT ON- LINE
3 IST 2022: 15.114 Tonnen (SAP BW Fin Report 0460 2022) IST 2023: 13.245 Tonnen (SAP BW Fin Report 0460 2023) Budget 2024: 12.564 Tonnen und LE1 2024: 12.310 Tonnen (SAP BW Fin Report 0460 2024)

1.4 Personal

Für das Unternehmen waren durchschnittlich 160 (Vorjahr: 161) vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter einschließlich Auszubildender tätig. Die Mitarbeiter sind überwiegend im Schichtbetrieb in der Produktion tätig.

Die Vergütung der tariflichen Mitarbeiter regelte sich wie in den Vorjahren gemäß dem zwischen dem sächsischen Arbeitgeberverband Nahrung und Genuss e.V. und der Gewerkschaft NGG Sachsen geschlossenen Entgelttarifvertrag.

2 Darstellung der Lage

2.1 Vermögens- und Finanzlage

Das Vermögen setzt sich im Wesentlichen aus den Sachanlagen sowie den Forderungen gegen verbundene Unternehmen zusammen.

Die gesamten Abschreibungen betrugen 1.168 TEUR (Vorjahr 1.134 TEUR). Im Berichtsjahr sind hohe Investitionen getätigt worden (1.320 TEUR). Insgesamt hat sich das Anlagevermögen um 99 TEUR auf 8.392TEUR erhöht.

Die Finanzierung der durchgeführten Investitionen erfolgt, soweit die selbst erwirtschafteten Mittel nicht ausreichen, durch Finanzmittel der Vandemoortele-Gruppe, die im Rahmen eines mit einer Konzerngesellschaft bestehenden Cashpool-Systems bereitgestellt werden. Die Verbindlichkeiten, die im Rahmen dieses Cashpools bestehen, betragen 11.462 TEUR (Vorjahr: 6.857 TEUR).

Für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer der Jahre 2022 und 2023 besteht eine Forderung in Höhe von 46 TEUR.

Zum Bilanzstichtag hatte das Eigenkapital mit 2.649 TEUR einen Anteil von 14,9 % an der Bilanzsumme (Vorjahr: 2.887 TEUR; 22,6 %).

Die Sonstigen Rückstellungen sind im Vergleich zu 2022 um 440 TEUR auf 1.131 TEUR gestiegen. Ursächlich sind hauptsächlich höhere Rückstellungen für fehlende Rechnungen, insbesondere für Strom-, Wasser und Gaskosten. Im Personalbereich sind die sonstigen Rückstellungen durch eine neue Vereinbarung über eine Inflationsausgleichsabgabe sowie durch höhere Überstunden gestiegen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.299 TEUR sind gegenüber dem vorangegangenen Bilanzstichtag um 874 TEUR gestiegen (Vorjahr: 425 TEUR). Dies erfolgte hauptsächlich durch später erhaltene Monatsrechnungen für Strom und Gas in Höhe von 651 TEUR sowie Rechnungen für Anlagen im Bau.

2.2 Ertragslage

Die Vandemoortele Dommitzsch GmbH erhält von der Gesellschafterin Vamix N.V. eine Provision (Tolling Fee), welche die angefallenen Produktionskosten einschließlich eines angemessenen Gewinnaufschlags deckt. Als Grundlage für die Ermittlung wird die Gewinn- und Verlustrechnung nach IFRS verwendet.

Der Zinssatz für das Cash-Pooling-System orientiert sich am Euribor. Dieser ist im Verlauf von 2023 stark angewachsen, weswegen der Zinsaufwand von 221 TEUR in 2022 auf 732 TEUR in 2023 gestiegen ist. Finanzierungskosten bekommt die Gesellschaft nicht erstattet. Dadurch und durch die Bewertung nach IFRS ist ein Jahresfehlbetrag von -239 TEUR entstanden. Das prognostizierte ausgeglichene Ergebnis konnte nicht erreicht werden.

Die Senkung der Sonstigen betrieblichen Erträge von 496 TEUR in 2022 auf 385 TEUR in 2023 ist im Wesentlichen auf niedrigere Erträge für Brotabfall (-90 TEUR) sowie Stromsteuer (-45 TEUR) zurückzuführen.

Der Materialaufwand, der im Wesentlichen die Kosten für Strom, Gas und Wasser beinhaltet, ist um 1.647 TEUR (+82,7 %) gestiegen. Ursächlich hierfür sind stark gestiegene Energiepreise. Hauptsächlich durch weniger Zeitarbeiter in der Produktion konnte der sonstige betriebliche Aufwand um 194 TEUR gesenkt werden.

Mit dem Erlösanstieg haben sich die Personalaufwendungen um 896 TEUR (+13,9 %) erhöht. Zwar hat sich die durchschnittliche Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter-/innen (ohne Auszubildende) um eine Person verringert. Allerdings stehen diesem Rückgang Tariferhöhungen und eine Inflationsausgleichsprämie im Geschäftsjahr 2023 gegenüber.

3 Risiken und Chancen

Die Vandemoortele Dommitzsch GmbH ist finanziell-organisatorisch in die Vandemoortele-Gruppe eingebunden. Damit gelten für die Gesellschaft nach Funktions- und Geschäftsbereichen differenzierte, konzernweite Regelungen. Deren Anwendung und Anpassung wird entsprechend den geschäftlichen Notwendigkeiten durch interne Kontrollsysteme, u.a. Revisionsmaßnahmen, sichergestellt.

Ein reibungsloser Geschäftsbetrieb mit effizienten Prozessen hängt in hohem Maße von einer leistungsfähigen und sicheren IT-Infrastruktur ab, die konzernweit einheitlich implementiert wird. Schwerwiegende Ausfälle des IT-Systems des Konzerns können zu erheblichen Geschäftsunterbrechungen führen. Um diese Risiken zu reduzieren, folgt die Gesellschaft u.a. der Microsoft-O365-Suite-Strategie und den Sicherheitsfunktionen für E-Mails.

Die Auslastungs- und allgemeinen Kostenrisiken werden durch den bestehenden Tolling-Fee-Vertrag weitestgehend begrenzt, der die angefallenen Produktionskosten nach IFRS einschließlich eines angemessenen Gewinnaufschlags deckt. Das gilt weiterhin auch im Hinblick auf weitere mögliche Preissteigerungen, welche sich aus dem aktuell bestehenden Russland-Ukraine-Konflikt und der generellen Inflation ergeben können.

Aufgrund der oben beschriebenen Maßnahmen sowie der breiten Basis an Produkten, Kunden und Lieferanten ist keine Risikokonzentration festzustellen, welche den Fortbestand des Unternehmens gefährden würde.

4 Prognosebericht

Es bleibt weiterhin abzuwarten, wie sich das Kaufverhalten der Konsumenten aufgrund der anhaltenden Inflation ändert. Laut letzter Schätzung für das Geschäftsjahr 2024 wird eine Senkung der Absatzmenge um 7,0 % im Verglich zum Jahr 2023 erwartet.

Die Risiken für die anfallenden Kosten, außer Finanzierungskosten, sind wie oben erwähnt aufgrund der Deckung durch die Tolling-Fee-Vereinbarung begrenzt und es gelten die Vereinbarungen über die von der Gesellschaft zu erbringenden Lohnfertigungsleistungen.

Durch die geringer geplanten Absatzmengen werden weniger Aufwendungen anfallen, wodurch unter Berücksichtigung der allgemeinen Kostensteigerungen auch die Umsatzerlöse leicht sinken werden.

Um die Risiken des Zinsniveaus zu minimieren, wird die Tolling Fee ab 2024 monatlich beglichen. Somit ist bei gleichbleibendem Zins mit geringeren Finanzierungskosten zu rechnen. Das Jahresergebnis für 2024 wird daher zwar weiterhin ein Fehlbetrag sein, aber deutlich niedriger als 2023 ausfallen.

 

Dommitzsch, den 26. Juni 2024

Filip Goethals, Geschäftsführer

Yvon Guérin, Geschäftsführer

Sabine Sagaert, Geschäftsführerin

Philippe Delsaut, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 Vorjahr
EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.436,27 7
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.744.964,68 4.161
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.327.030,60 3.783
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 52.526,83 45
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 262.706,18 297
8.387.228,29 8.286
8.391.664,56 8.293
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 8.536.292,00 3.940
2. Sonstige Vermögensgegenstände 896.329,86 537
9.432.621,86 4.477
II. Kassenbestand 547,75 1
9.433.169,61 4.478
17.824.834,17 12.771

Passiva

31.12.2023 Vorjahr
EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 1.687.263,21 1.687
II. Gewinnrücklagen
1. Sonderrücklage gemäß § 27 Abs. 2 DMBilG 801.417,81 801
2. Sonderrücklage gemäß § 17 Abs. 4 DMBilG 73.293,69 73
3. Andere Gewinnrücklagen 258.762,78 259
1.133.474,28 1.133
III. Gewinnvortrag 67.170,30 151
IV. Jahresfehlbetrag -238.793,53 -84
2.649.114,26 2.887
B. Sonderposten
1. Sonderposten mit Rücklageanteil
2. Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen 11.663,57 13
zum Anlagevermögen 176.900,34 238
188.563,91 251
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 549.987,69 607
2. Steuerrückstellungen 0,00 2
3. Sonstige Rückstellungen 1.131.458,10 691
1.681.445,79 1.300
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 750,00 1
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.299.280,40 425
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 11.511.923,55 7.454
4. Sonstige Verbindlichkeiten 493.756,26 453
davon aus Steuern EUR 52.604,67 (Vorjahr: EUR 46.401,53)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 19.705,62 (Vorjahr: EUR 11.984,09)
13.305.710,21 8.333
17.824.834,17 12.771

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 Vorjahr
EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 15.388.036,00 12.557
2. Sonstige betriebliche Erträge 385.316,12 496
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 0,00 105
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.636.617,37 1.885
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.117.364,20 5.278
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.219.554,81 1.163
davon für Altersversorgung EUR 74.778,51 (Vorjahr: TEUR 66)
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.167.791,76 1.134
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.139.892,19 3.334
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 732.401,95 221
davon aus Aufzinsung EUR 9.503,00 (Vorjahr: TEUR 15)
davon an verbundene Unternehmen EUR 722.898,95 (Vorjahr: TEUR 207)
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -18.134,73 0
9. Ergebnis nach Steuern -222.135,43 -67
10. Sonstige Steuern 16.658,10 17
11. Jahresfehlbetrag -238.793,53 -84

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Angaben

Die Vandemoortele Dommitzsch GmbH mit Sitz in Dommitzsch ist im Registergericht Leipzig unter der Handelsregister-Nummer HR B 2708 geführt. Alleinige Gesellschafterin der Vandemoortele Dommitzsch GmbH ist die Vamix N.V., Gent (Belgien).

Dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 liegen die Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) über die Rechnungslegung von Kapitalgesellschaften sowie die ergänzenden Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) zugrunde. Die Gesellschaft gilt als mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 2 HGB.

Der Jahresabschluss wurde, wie im Vorjahr, in Euro aufgestellt. Das gezeichnete Kapital ist noch nicht auf Euro umgestellt worden und beträgt 3.300.000,00 DM.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Erworbene Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert. Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und orientiert sich an den amtlichen steuerlichen AfA-Tabellen. Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu 800 EUR werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.

Die Bewertung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte zum Nennwert.

Der Kassenbestand wird zum Nennwert bewertet.

Der Sonderposten mit Rücklageanteil war insoweit aufzulösen, als die Vermögensgegenstände, für die er gebildet worden war, aus dem Vermögen ausgeschieden sind bzw. Abschreibungen der betreffenden Vermögensgegenstände erfolgten. Die Gesellschaft hat von dem in der Übergangsregelung nach Art. 67 Abs. 3 Satz 1 EGHGB vorgesehenen Wahlrecht zur Beibehaltung dieses Postens Gebrauch gemacht.

Die erhaltenen Investitionszuschüsse und Investitionszulagen werden in den Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen zum Anlagevermögen eingestellt, der über die Nutzungsdauer der begünstigten Wirtschaftsgüter bzw. entsprechend den tatsächlichen Abgängen aufgelöst wird.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck und unter Zugrundelegung eines Zinssatzes bei 15-jähriger Restlaufzeit von 1,82 % einer Fluktuation von 2 % und eines Gehalts- und Rentensteigerungstrends von 2 % bewertet. Die Verpflichtungen aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen werden mit den Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind (sog. Deckungsvermögen), verrechnet. Die Bewertung des Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert von 1.080 TEUR. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt 6 TEUR 1. In dieser Höhe besteht eine Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB. Effekte aus der Zinssatzänderung werden im Zinsergebnis ausgewiesen.

Aufgrund der herrschenden Betriebsvereinbarung wurde eine Rückstellung für Jubiläumsverpflichtungen berücksichtigt. Hierfür liegt ebenfalls ein Gutachten vor, gemäß welchem die Rückstellung auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt worden ist.

Die Steuerrückstellungen und die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken aus schwebenden Geschäften und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Auf das Wahlrecht, kurzfristige Rückstellungen abzuzinsen, wurde verzichtet.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Bewertungsunterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz ergeben sich nur in unwesentlichem Umfang im Bereich der personalbezogenen Rückstellungen. Vom Wahlrecht der Aktivierung der daraus resultierenden latenten Steuern wird kein Gebrauch gemacht.

3. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr ergibt sich aus dem angefügten Anlagenspiegel.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen gegenüber der Gesellschafterin und weisen eine Laufzeit von bis zu einem Jahr auf. Die Abschlagsrechnung für die Tolling Fee für das 3. Quartal 2023 wurde später gestellt als üblich, weswegen die Forderungen deutlich höher als im Vorjahr sind.

1 Mercer 2.944 + BDO 3.297 = 6.241

Sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

Laut Gesellschafterbeschluss vom 26. Juni 2023 wird der Jahresfehlbetrag des Vorjahres in Höhe von -84 TEUR zuzüglich des im Jahresabschluss zum 31.12.2022 ausgewiesenen Gewinnvortrages in Höhe von 151 TEUR, insgesamt 67 TEUR, als Gewinn vorgetragen.

Für Abschreibungen nach § 4 Fördergebietsgesetz wurde ein Sonderposten mit Rücklageanteil bilanziert. Im Geschäftsjahr wurden Auflösungen in Höhe von 1 TEUR (Vorjahr 1 TEUR) vorgenommen.

Die in den Vorjahren erhaltenen Investitionszulagen und -zuschüsse wurden in den Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen zum Anlagevermögen eingestellt. Im Geschäftsjahr wurden Auflösungen in Höhe von 62 TEUR (Vorjahr 70 TEUR) vorgenommen.

Rückstellungspflichtige Pensionsverpflichtungen bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von 1.630 TEUR.

Diese wurden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert des Deckungsvermögens (1.080 TEUR), der sowohl dem Aktivwert als auch dem Zeitwert der verpfändeten und nicht verpfändeten Rückdeckungsversicherungen entspricht, verrechnet. Die Zeitwerte entsprechen den fortgeführten Anschaffungskosten.

In den Sonstigen Rückstellungen sind enthalten:

Ausstehende Rechnungen 750 TEUR (Vorjahr 391 TEUR)
Rückstellungen im Personalbereich 344 TEUR (Vorjahr 264 TEUR)
Jubiläum 37 TEUR (Vorjahr 36 TEUR)
1.131 TEUR (Vorjahr 691 TEUR)

Der Wert für ausstehende Rechnungen ist hauptsächlich durch erhöhte Strom-, Wasser- und Gaskosten sowie Rückstellungen für unterlassende Instandhaltungen höher als im Vorjahr. Im Personalbereich ist sind die sonstigen Rückstellungen durch eine neue Vereinbarung über eine Inflationsausgleichsabgabe sowie durch höhere Überstunden gestiegen.

Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgte hauptsächlich durch später erhaltene Monatsrechnungen für Strom und Gas in Höhe von 651TEUR sowie Rechnungen für Anlagen im Bau.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen 50 TEUR Verbindlichkeiten aus der Berechnung von konzerninternen Dienstleistungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber einer Schwestergesellschaft aus einem Cash-Pooling-System (11.462 TEUR; Vorjahr 6.858 TEUR). Die Abschlagsrechnung für die Tolling Fee für das 3. Quartal 2023 in Höhe von 3,4 Mio. EUR wurde später gestellt und dadurch erst später beglichen als üblich.

Die im Geschäftsjahr realisierten Umsatzerlöse bestehen ausschließlich aus der Provision aus Lohnfertigung aus der Tolling-Fee-Vereinbarung mit der Gesellschafterin.

In den Sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus Stromsteuererstattung in Höhe von 114 TEUR (Vorjahr 159 TEUR), aus Gutschriften für Brotabfall in Höhe von 68 TEUR (Vorjahr 158 TEUR), aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse und -zulagen in Höhe von 62 TEUR (Vorjahr 70 TEUR) sowie aus der Auflösung von Rückstellungen von 40 TEUR (Vorjahr 17 TEUR) enthalten.

Im Materialaufwand für bezogene Leistungen sind die Gaskosten (+324 TEUR) und Stromkosten (+1.422 TEUR) deutlich im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Gesellschaft hat 1.862 TEUR Entlastung für Strom und Gas gemäß EWPBG geltend gemacht.

Bedingt durch tarifliche Lohn- und Gehaltserhöhungen und eine Inflationsprämie einerseits sowie eine geringere durchschnittliche Anzahl von beschäftigten Mitarbeitern andererseits verzeichnete der Personalaufwand für Löhne und Gehälter eine Erhöhung von 6.441 TEUR in 2022 auf 7.337 TEUR in 2023.

Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich unter anderem aus Erhaltungs- und Wartungsaufwendungen, Intercompany Service Fees, Kosten für Leiharbeiter sowie Reisekosten zusammen.

4. Sonstige Angaben

Die Gesellschaft hat sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Leasing-, Miet- und Pachtverträgen von 156 TEUR, die bis 2026 fällig werden.

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 160 (Vorjahr 161) Mitarbeiter beschäftigt. Davon waren:

 

139 gewerbliche Arbeitnehmer,

 

19 Angestellte,

 

2 Auszubildende.

Als Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr bestellt:

 

Herr Filip Goethals, Laarne (Belgien), General Manager BP Europe & Export

 

Herr Yvon Guerin, Rennes (Frankreich), Chief Executive Officer

 

Frau Sabine Marie A. Sagaert, Mariakerke (Belgien), Managing Director Bakery Products

 

Herr Philippe Delsaut, Knokke-Heist (Belgien), Chief Legal and Risk Officer

Die Geschäftsführer haben im Geschäftsjahr 2023 Gesamtbezüge nach § 285 Nr. 9a HGB in Höhe von insgesamt 187 TEUR erhalten.

Der Beirat war im Geschäftsjahr nicht besetzt.

Die Vandemoortele Dommitzsch GmbH wird in den Konzernabschluss der Vandemoortele N.V., Gent/Belgien, einbezogen (Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen). Der Konzernabschluss ist auf der Webseite der National Bank of Belgium erhältlich.

5. Ergebnisverwendung

Die Geschäftsleitung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von -239 TEUR zuzüglich des Gewinnvortrags in Höhe von 67 TEUR auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Dommitzsch, den 26. Juni 2024

Filip Goethals, Geschäftsführer

Yvon Guérin, Geschäftsführer

Sabine Sagaert, Geschäftsführerin

Philippe Delsaut, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Bruttobuchwerte
Stand am 01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 98.224,21 1.842,50 0,00 990,00 99.076,71
98.224,21 1.842,50 0,00 990,00 99.076,71
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 11.925.783,65 38.244,26 21.238,70 555.609,15 11.429.657,46
2. Technische Anlagen und Maschinen 28.874.834,07 992.202,07 265.190,00 567.994,91 29.564.231,23
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 990.089,92 35.929,68 0,00 10.594,17 1.015.425,43
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 297.152,57 251.982,31 -286.428,70 0,00 262.706,18
42.087.860,21 1.318.358,32 0,00 1.134.198,23 42.272.020,30
42.186.084,42 1.320.200,82 0,00 1.135.188,23 42.371.097,01
kumulierte Abschreibungen
Stand am 01.01.2023 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 90.839,26 4.791,18 990,00 94.640,44
90.839,26 4.791,18 990,00 94.640,44
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.765.190,67 420.789,37 501.287,26 7.684.692,78
2. Technische Anlagen und Maschinen 25.091.425,50 713.770,04 567.994,91 25.237.200,63
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 945.051,60 28.441,17 10.594,17 962.898,60
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
33.801.667,77 1.163.000,58 1.079.876,34 33.884.792,01
33.892.507,03 1.167.791,76 1.080.866,34 33.979.432,45
Nettobuchwerte
Stand am 31.12.2023 Vorjahr
EUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.436,27 7
4.436,27 7
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.744.964,68 4.161
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.327.030,60 3.783
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 52.526,83 45
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 262.706,18 297
8.387.228,29 8.286
8.391.664,56 8.293

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Vandemoortele Dommitzsch GmbH, Dommitzsch

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Vandemoortele Dommitzsch GmbH, Dommitzsch, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Vandemoortele Dommitzsch GmbH, Dommitzsch, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grunds- ätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hannover, den 26. Juni 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Frank Berger, Wirtschaftsprüfer

Ute Billerbeck, Wirtschaftsprüferin

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