Stammdaten

Register
Amtsgericht Augsburg HRB 20534
Vorher
AKA Mühlen GmbHAktienmühle Aichach GmbH
Eingetragen
30.4.2004
Branche
Großhandel mit Mehl und GetreideproduktenMahl- und SchälmühlenGroßhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln
Gegenstand
Handel und Verarbeitung von Getreide und ähnlichen Produkten sowie damit zusammenhängende Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Simon Fronhofer
seit 8.9.2021
Geschäftsführer
Susanne Dorfner
seit 30.7.2021
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

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Gesellschafter

3 Gesellschafter

GmbH-Struktur

2 von 3 angezeigt

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Bavaria Mühle GmbH

Aichach

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

I. Geschäftstätigkeit des Unternehmens

Der wesentliche Tätigkeitsbereich der Bavaria Mühle GmbH ist der Betrieb einer Weizen-, Roggen- und Dinkelmühle am Standort Aichach. In geringerem Umfang wird auch der Verkauf und Handel mit Mühlenprodukten betrieben. Das Geschäftsgebiet erstreckt sich überwiegend auf den süddeutschen Mehlmarkt, jedoch werden Mahlerzeugnisse auch in angrenzende Länder geliefert.

II. Darstellung des Geschäftsverlaufs und der Lage

1. Wirtschaftliches Umfeld/Branchenkonjunktur

Die Weltkonjunktur bewegte sich im Jahr 2023 in einem anhaltend krisengeprägten Umfeld. Eine global unvermindert schwache Industrieproduktion sowie die stark gestiegenen Zinsen in allen relevanten Wirtschaftsräumen hemmten die wirtschaftliche Entwicklung. Als weiterer dämpfender Faktor ist die verhaltene Entwicklung der chinesischen Wirtschaftsdaten zu nennen. Auch China, das erhoffte Zugpferd der Weltkonjunktur, geriet ins Straucheln und durchlebte eine spürbar abflachende Dynamik. Die Lieferkettenschwierigkeiten des Vorjahres wurden weitgehend durch neue Probleme abgelöst. Während sich die durch die Pandemie unterbrochenen Lieferketten erholt haben, zeigt das globale Verarbeitende Gewerbe angesichts des schwachen Produktivitätswachstums, des Auslaufens von staatlichen Stützungsmaßnahmen und schwierigen Finanzierungsbedingungen Schwächen. Das IWF schätzt, dass sich das globale Wachstum von 3,5 % im Vorjahr auf 3,0 % in 2023 abgeschwächt hat.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland blieb von den zuvor genannten Entwicklungen nicht unbeeinflusst. Vielmehr machten sich die Schwierigkeiten in der stark exportorientierten deutschen Volkswirtschaft überproportional bemerkbar. Die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen coronabedingten Einbruch geriet ins Stocken und setzte sich nicht weiter fort. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt sank zum Vorjahr um 0,3 %. Vor Jahresbeginn lag die Prognose des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage noch bei +1,5 %, was die starke unterjährige wirtschaftliche Abkühlung verdeutlicht.

Die Inflation hat sich zum Jahresende, nach Höchstständen in 2023, leicht abgeschwächt, verharrt in Deutschland mit knapp 6 % für das Gesamtjahr aber weiterhin auf herausfordernd hohem Niveau. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2023 gegenüber 2022 erneut spürbar für alle Verbraucherinnen und Verbraucher mit +13,4 %. Besonders stark verteuerten sich neben Brot und Getreideerzeugnissen, Molkereiprodukte, Fischwaren und Gemüse. Im Kampf gegen die Inflation hat die Europäische Zentralbank seit Sommer 2022 zehnmal in Serie die Zinsen angehoben. Dies dämmte die Inflation zwar ein, wirkte sich jedoch negativ auf die Kapitalkosten aus. Die Sorge vor anhaltenden inflationären Triebkräften dürfte Zinssenkungen erst deutlich zeitverzögert in 2024 erwartbar machen. Wir gehen daher von einem anhaltend hohen Zinsniveau in 2024 aus und werden entsprechende Maßnahmen ergreifen.

176 meldepflichtige Mühlen (-5 gegenüber dem Vorjahr) vermahlen in Deutschland Getreide. Im landwirtschaftlichen Wirtschaftsjahr (2022/2023) lag die Vermahlung bei insgesamt rund 7,65 Mio. t. Weichweizen (ca. -3 %), 631 Tsd. t Roggen (ca. -7 %), 435 Tsd. t Hartweizen (ca. -6 %) und 312 Tsd. t Dinkel (ca. -7 %).

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat im August den Erntebericht 2023 veröffentlicht. Die vorläufigen Zahlen beruhen auf den Schätzungen der laufenden Ernte- und Betriebsberichterstattung. Die Anbaufläche für Winterweizen der Ernte 2023 war zum Vorjahr rückläufig (-2,7 %), für Roggen und Hartweizen hingegen deutlich ausgeweitet (+6,9 % bzw. +3,5 %). Die Hektarerträge lagen bei Winterweizen und Roggen unter dem Vorjahr (-3,4 % bzw. -6,8 %), bei Hartweizen über Vorjahr (+6,0 %).

Klimatisch waren die Bedingungen für Menge und Qualität der Ernte suboptimal. Das Jahr 2023 war in Deutschland das Wärmste seit Messbeginn 1881. Auch weltweit war 2023 ein neues Rekordjahr bei Temperaturen. Ein rekordmilder Jahresbeginn ließ bereits erahnen, dass ein sehr warmes Jahr bevorstehen würde. Im Gegensatz zu früheren warmen Jahren, die oft von Hitzewellen und Trockenheit geprägt waren, dominierten 2023 eher feuchtwarme Bedingungen mit hohen Niederschlagsmengen (sechst-nassestes Jahr seit Beginn der Messungen). Es fielen mit rund 958 Litern pro Quadratmeter über 20 % mehr Niederschlag als in der Referenzperiode (1961-2020).

Das blieb nicht ohne Folgen für die Ernte. In weiten Regionen zog sich die Ernte durch anhaltende Niederschläge über viele Wochen hin. Pünktlich zum Erntezeitpunkt stellte sich in der letzten Juliwoche sehr unbeständiges und kühles Wetter mit flächendeckenden Niederschlägen ein. Im August setzte sich die unbeständige Witterung mit teils intensiven Niederschlägen fort. Allein in den ersten 10 Tagen des Augusts fielen verbreitet bis über 100 % der üblichen Monatsniederschläge. Zum Teil keimte das Korn am Halm, teilweise war die Ernte gar nicht mehr möglich. Die Qualität der Ernte hat unter den herausfordernden Wetter- und Klimabedingungen spürbar gelitten und ist in der Breite deutlich heterogener als in den Vorjahren.

2. Geschäftsentwicklung des Unternehmens

a) Geschäfts- und Umsatzentwicklung

Unser Rohergebnis hat sich im Geschäftsjahr 2023 mit TEUR 8.667 um +TEUR 1.355 gegenüber dem Vorjahreswert von TEUR 7.312 positiv entwickelt. Ursächlich hierfür war ein deutlicher Umsatzanstieg um +TEUR 13.865, dem ein unterproportionaler Anstieg der Materialaufwendungen aufgrund gefallener Getreideeinkaufspreise von +TEUR 12.373 gegenübersteht. Die inflationsbedingten Kostensteigerungen in den übrigen Bereichen des Unternehmens sowie die gegenüber dem Jahr 2022 deutlich erhöhten Abschreibungen auf Anlagevermögen und erheblich gestiegenen Zinskosten konnten allerdings hiervon nicht gänzlich kompensiert werden, sodass im Geschäftsjahr 2023 ein Jahresfehlbetrag von -TEUR 235 erwirtschaftet wurde.

Die Auftragseingänge waren insgesamt sehr gut, was auf eine gefestigte Stellung unseres Unternehmens im Markt zurückzuführen ist. Wir sehen diese sehr positive Entwicklung unserer Marktposition unter anderem als eine Folge der hohen Investitionen in unsere Lager- und Verarbeitungstechnik sowie der Wertschöpfungsketten übergreifender Aktivitäten.

Dies hat zur Folge, dass eine den Kundenwünschen entsprechende Produktqualität dauerhaft gewährleistet werden kann. Die Akzeptanz als leistungsfähiger Partner unserer Abnehmer hat sich weiter erhöht.

Die Umsatzerlöse betrugen insgesamt TEUR 64.131 nach TEUR 50.266 im Vorjahr. Mit TEUR 4.935 wirtschaftlichem Eigenkapital (= bilanzielles Eigenkapital zuzüglich der Gesellschafterdarlehen) verfügen wir über eine wirtschaftliche Eigenkapitalquote von 11,9 %.

Wegen der Höhe der Getreidepreise und der umfangreichen Investitionen der letzten Jahre sind umfangreiche Kontokorrentlinien zu Finanzierungszwecken notwendig, die über die Finanzierungsrahmen der Bindewald und Gutting-Gruppe problemlos dargestellt werden können.

b) Rohstoffbeschaffung

Die weltweite Getreideerzeugung hat laut International Grains Council (IGC) 2022/2023 nach der ersten Hochrechnung mit 2.263 Mio. t leicht unter der Vorjahreserzeugung 2021/2022 von 2.295 Mio. t gelegen. Ungeachtet des weiterhin hohen Produktionsniveaus ist die Erzeugung in Summe über die Fruchtarten jedoch nur knapp bedarfsdeckend.

Die globale Weizenerzeugung im Wirtschaftsjahr 2022/2023 wird auf 803 Mio. t geschätzt. Dies ist ein neuer Rekord, welcher maßgeblich von der russischen Rekordernte 2022/2023 (+17,5 Mio. t im Vergleich zu 2021/2022) getrieben wurde.

Die globale Weizenerzeugung nahm in Summe um +23 Mio. t zu und ist laut IGC in 2022/2023 bedarfsdeckend. Ein Verbrauch in Höhe von 795 Mio. t tangierte die Lagerbestände aus den Vorjahren somit nicht.

Bei Mais steht eine zum Vorjahr um 64 Mio. t kleinere Welternte zur Verfügung (-5,2 %). Damit ist die Maisbilanz leicht unterschüssig.

Ungeachtet klimatischer Herausforderungen und ungeachtet des anhaltenden Krieges Russlands gegen die Ukraine, brachen die Weizenpreise in der ersten Jahreshälfte fast ohne Unterbrechung bis Ende Mai ein. Die Verluste addierten sich auf mehr als 30 % (gut 100 EUR/t). Nach dem im Mai des Vorjahres markierten Allzeit-Höchststand bei über 440 Euro pro Tonne vollzog sich damit in der Rückschau ein zwölf Monate dauernder Preisbruch, der mit 215 Euro pro Tonne ein Minus von insgesamt über 50 % zur Spitze bedeutet. Eine historische Rekordernte in Russland dominierte den Weltmarkt und verdrängte EU-Weizen zu großen Teilen aus dem Exportgeschäft mangels Wettbewerbsfähigkeit. Auch logistisch entspannte sich - ungeachtet des anhaltenden Kriegsgeschehens in der Ukraine - die Lage im Schwarzen Meer. Die Einschränkungen des Kriegsgeschehens auf Weizenexporte sowohl aus Russland wie auch aus der Ukraine erwiesen sich als wesentlich geringer als bei Ausbruch des Krieges im Februar 2022 für möglich gehalten. Erst von Mai bis Ende des Jahres stabilisierte sich das Preisniveau am Warenterminmarkt bei gleichzeitig rückläufiger Volatilität.

Die Getreideprämien für physischen Weizen in Deutschland kamen von den Rekordständen des Vorjahres deutlich zurück. Bei Standardweizen verfielen die Prämien fast komplett, während bei Qualitätsgetreide zwar etwas schwächere, aber immer noch ungewöhnlich hohe Aufgelder bestehen blieben. Die qualitativ heterogene Ernte mit deutlich schwächeren Grundqualitäten erforderte einen signifikant höheren Einsatz von Qualitätsgetreide zur Stabilisierung und Sicherung der Backqualität. Die Abgabebereitschaft seitens der Landwirtschaft war vor dem Hintergrund allgemein unerwartet niedriger Börsenkurse extrem gering. Ohne hohe Prämienaufgelder war Qualitätsgetreide nicht zu beschaffen.

Unsere regionale Getreideernte erbrachte im langjährigen Schnitt leicht unterdurchschnittliche Erträge. Den mit den Preisschwankungen der Rohstoffmärkte einhergehenden Risiken konnten wir durch unsere konsequente Absicherungsstrategie erfolgreich entgegenwirken.

c) Investitionen

Im Jahr 2023 haben wir insgesamt aktivierungspflichtige Investitionen mit einem Gesamtvolumen von TEUR 8.267 in das Anlagevermögen getätigt, welche in Höhe von TEUR 958 bezuschusst wurden. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen flossen im Wesentlichen in den Bau neuer Stahlsilos (TEUR 3.089 abzgl. Zuschuss in Höhe von TEUR 869), in den Umbau der Roggenmühle (TEUR 629), in den Bau einer neuen Trafostation (TEUR 849) sowie in den Einbau einer Lüftungsanlage (TEUR 645 abzgl. Zuschuss in Höhe von TEUR 89). Des Weiteren erfolgten Investitionen in die Reinigung (TEUR 467), in die Erweiterung der Mehlloseverladung (TEUR 424), in die Kleiepelletierung (TEUR 549) sowie in das Mühlengebäude (TEUR 276).

d) Finanzierung, Kapitalstrukturen

Das wirtschaftliche Eigenkapital (= bilanzielles Eigenkapital zuzüglich der Gesellschafterdarlehen) beträgt am 31. Dezember 2023 insgesamt TEUR 4.935, was einer wirtschaftlichen Eigenkapitalquote von 11,9 % entspricht.

Das Anlagevermögen von TEUR 24.411 ist zu 20,2 % mit wirtschaftlichem Eigenkapital gedeckt. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen wurden im Wesentlichen durch Neuaufnahmen von Darlehen in Form von kurzfristigen Krediten finanziert, die aber dauerhaft zur Verfügung stehen.

Die Finanzierung und Liquidität sind durch die Einbeziehung in den Finanzierungsrahmen der Bindewald und Gutting-Gruppe gegeben.

e) Wesentliche Kennzahlen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Im Folgenden werden wesentliche Kennzahlen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft dargestellt:

Kennzahlen zur Vermögenslage
31.12.2023 31.12.2022
TEUR % TEUR %
Langfristig gebundenes Vermögen 24.411 59,1 19.054 60,7
Mitel- und kurzfristig gebundenes Vermögen 16.923 40,9 12.363 39,3
Vermögen insgesamt 41.334 100,0 31.417 100,0
Wirtschaftliches Eigenkapital 4.935 11,9 5.218 16,6
Mittel- und kurzfristiges Fremdkapital 36.399 88,1 26.199 83,4
Kapital insgesamt 41.334 100,0 31.417 100,0
Kennzahlen zur Ertragslage
31.12.2023 31.12.2022
TEUR % TEUR %
Betriebliche Gesamtleistung 64.117 100,0 50.425 100,0
Gesamte Betriebsaufwendungen 63.376 98,8 50.793 100,7
Betriebsergebnis 741 1,2 -368 -0,7
Zinsen, Periodenfremd, Außerordentlich -976 -1,5 893 1,8
Jahresergebnis -235 -0,3 525 1,1
Kennzahlen zur Finanzlage
31.12.2023 31.12.2022
TEUR % TEUR %
Flüssige Mittel (in % der Bilanzsumme) 355 0,9 582 1,8
Jahresergebnis (in % der Gesamtl.) -235 -0,3 525 1,1
Abschreibungen (in % der Gesamtl.) 1.946 3,0 1.436 2,8
Cashflow (Jahreserg. + Abschreibungen) 1.711 2,7 1.961 3,9

f) Personal

Die Zahl der Mitarbeiter betrug im Jahresdurchschnitt 53, davon 42 gewerbliche Mitarbeiter und 11 Angestellte.

g) Qualitätsmanagement, Forschung und Entwicklung

Es ist unser stetiges Ziel, unseren Kunden bei der Entwicklung neuer Produkte und der Qualitätssicherung im Allgemeinen und Speziellen behilflich zu sein. Dazu gehört auch die Rückverfolgbarkeit unserer Produkte.

h) Abschließende Würdigung des Geschäftsverlaufs

Das Jahr 2023 war überschattet von einem extremen Preisverfall der Getreidepreise bei gleichzeitig starker Inflation in anderen Kostenfeldern. Auch erneut ungewöhnliche und hinderliche Wetterbedingungen waren herausfordernd. Besondere Brisanz für die Mehlbranche resultierte erneut aus der nicht kalkulierbaren Entwicklung der Rohstoffpreise. Die Geschäftszahlen liegen mit einem EBITDA von rund TEUR 2.760 unter den für die Bavaria Mühle GmbH geplanten Ansätzen von TEUR 3.500, was im Wesentlichen auf die inflationsbedingten Kostensteigerungen zurückzuführen ist. Die Geschäftsführung wertet den Verlauf des Geschäftsjahres unter der Prämisse der im Geschäftsjahr umfangreich durchgeführten Investitionsmaßnahmen in das Sachanlagevermögen (Bau neuer Stahlsilos, Kapazitätserweiterungen, etc.) dennoch als zufriedenstellend.

III. Künftige Entwicklung, Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

1. Künftige Entwicklung

a) Voraussichtliche Entwicklung der Gesamtwirtschaft, der Branche und unseres Unternehmens

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine, das anhaltende Kriegsgeschehen und die fehlende Aussicht auf eine Lösung des Konflikts bestehen fort und bestimmen ein unkalkulierbares Weltgeschehen. Während die Inflation von den Höchstständen in 2023 zurückkam, bleibt die wirtschaftliche Lage in Deutschland äußerst angespannt. Die Wettbewerbsintensität hat vor dem Hintergrund einbrechender Getreidepreise stark zugenommen.

Die Abhängigkeit der Müllerei von der gesamtwirtschaftlichen Lage ist bekannterweise relativ gering. Dennoch strahlen die allgemeinen Entwicklungen auch auf diese Branche aus. Insbesondere der Klimawandel bedeutet für den Rohstoff Getreide eine zunehmende Herausforderung. In Menge, Qualität und Verfügbarkeit nehmen die Risiken der Rohstoffversorgung zu.

b) Voraussichtliche Entwicklung des Rohstoffmarktes

Im laufenden Getreidewirtschaftsjahr 2023/2024 gehen wir aufgrund einer voraussichtlich erneut rekordhohen Getreideernte in Russland und einem voraussichtlich entsprechend hohem russischen Export von einer weiterhin schwierigen Perspektive für europäischen Weizen im Exportgeschäft aus. Damit dürften aus Sicht der Landwirtschaft die Erlösaussichten gedämpft bleiben.

Die weltweite Getreideerzeugung soll sich laut IGC 2023/2024 leicht von 2.263 Mio. t auf 2.294 Mio. t erhöhen. Ungeachtet des weiterhin hohen Produktionsniveaus wird davon ausgegangen, dass der Verbrauch sich entsprechend um 41 Mio. t (+1,8 %) auf 2.307 Mio. t erhöhen wird und somit eine minimale Unterdeckung erwartet wird.

Die globale Weizenerzeugung im Wirtschaftsjahr 2023/2024 wird auf 788 Mio. t geschätzt und somit den Vorjahresrekord nur leicht verfehlen. Es wird eine verminderte Erzeugung von -19 Mio. t (-2,4 %) erwartet und soll damit im kommenden Jahr nicht mehr bedarfsdeckend sein. Ein erwarteter Verbrauch in Höhe von 805 Mio. t könnte die Lagerbestände aus den Vorjahren reduzieren.

Bei Mais steht voraussichtlich eine zum Vorjahr um 61 Mio. t größere Welternte zur Verfügung (+5,3 %). Damit ist die Maisbilanz voraussichtlich leicht überschüssig (prognostizierter Verbrauch 1.207 Mio. t) und ermöglicht einen moderaten Anstieg der globalen Lagerbestände.

Für die neue Ernte bleibt abzuwarten, ob das massiv eingebrochene Preisniveau (zeitweise ist der Preis pro Tonne an der MATIF unter EUR 200,00 gefallen) international einen Nachfrage-Impuls seitens der Import-Staaten auslöst, da Ausblick und Lage unterschwellig angespannt bleiben. Wir haben in den vergangenen Jahren häufig nicht kalkulierbare und nicht absehbare äußere Einflüsse erlebt, die den Getreidepreis innerhalb kürzester Zeit reagieren haben lassen. Aus diesen Einflüssen abgeleitet, setzen wir weiterhin auf unsere stetige "Back-to-Back" Hedging-Strategie.

Wir gehen für die Getreideernte 2024 aktuell von einem relativ normalen Vegetationsverlauf aus. Die starken Niederschläge in ganz Zentraleuropa bis in den Herbst und Winter haben einerseits die Aussaat stark behindert. Die Felder waren in Teilen nicht befahrbar und die Anbauflächen werden im Vergleich zum Vorjahr deutlich kleiner ausfallen. Andererseits hat sich die Dürre-Thematik deutlich entspannt und der Boden konnte bis in tiefe Schichten eine bessere Versorgung mit Wasser zurückgewinnen. Die Wasserversorgung ist durch die Herbst- und Winterniederschläge im Vergleich zu den Vorjahren deutlich besser. Ob es in relevantem Umfang zu niederschlagsbedingten Dünger-Auswaschungen kam, bleibt abzuwarten.

Für die kommende Ernte 2024 haben die Landwirte in Deutschland auf einer Fläche von 2,8 Mio. Hektar Winterweizen ausgesät (-7,3 % / Quelle: DRV). Der Flächenverlust bei Roggen wird auf 4,3 % geschätzt, bei Hartweizen auf 11,6 % und bei Mais auf 5,1 %.

c) Voraussichtliche Entwicklung im Produktions- und Absatzbereich

Hinsichtlich der mengenmäßigen Entwicklung des Mehlverbrauchs sind keine Einschränkungen zu erwarten. Brot und Backwaren zählen zu den günstigen Lebensmitteln und dürften gerade in Zeiten von hoher Inflation vermehrt nachgefragt werden. Private Haushalte geben im Schnitt 14,8 % ihrer gesamten Konsumausgaben u.a. für Nahrungsmittel aus. In den vergangenen Jahren blieb der relative Ausgabenanteil konstant bei gleichzeitiger Erhöhung der Lebensmittelpreise.

Über die letzten Jahre hat sich ein breites Kundenspektrum in unserem Umfeld angesiedelt. Auch durch die stetige Diversifizierung unserer Produktion, die Ausweitung der Spezialmehlherstellung mit internationalen Abnehmern, die Konzentration auf eine geschlossene Supply-Chain mit Vorteilen für Lieferanten und Kunden sowie unserer bedingungslosen Fokussierung auf die Bedürfnisse unserer Kunden, haben wir uns weitere starke Standbeine geschaffen. Zudem ist es uns gelungen, gemeinsam mit unseren Schwestermühlen, eine gemeinsame produkt- und anwendungsorientierte Vertriebsstruktur zu entwickeln, um unsere Kunden kompetent sowie umfassend zu betreuen und zu beraten.

Was spürbar zugenommen hat, sind die stetig steigenden Anforderungen der Endverbraucher an Transparenz, Rückverfolgung, Produktsicherheit, Produktqualität und seit Neustem auch der Themenkomplex "Nachhaltigkeit". Der unausweichliche Strukturwandel der Müllerei ist unvermindert im Gang und führt zu einer Marktverschiebung, welche sich durch die grundlegenden Kostensteigerungen und erhöhte Prozess-Komplexitäten wahrscheinlich beschleunigen wird.

d) Voraussichtliche Entwicklung im Investitions- und Finanzierungsbereich

Für das Geschäftsjahr 2024 sind Investitionen in das Anlagevermögen mit einem Volumen von ca. TEUR 3.000, insbesondere für die Leistungsoptimierung der Getreideannahme sowie für die Erweiterung der Mühlen-Beiprodukte, geplant.

Die Investitionen sollen aus einem Mix aus kurzfristigen Krediten und dem operativen Cashflow finanziert werden.

2. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

a) Absatzmarktrisiken

Unser Unternehmen wird seine Anstrengungen, den Kunden einen Mehrwert in Form von auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Produkte zu bieten, fortsetzen, um unsere Stellung im Markt weiter zu festigen, auszubauen und damit Absatzrisiken und -schwankungen zu minimieren. Durch die stetige Diversifizierung unserer Endprodukte erwarten wir zum einen Wettbewerbsvorteile und zum anderen eine Risikominimierung aufgrund größerer Produktvielfalt.

b) Beschaffungsrisiken

Beschaffungsrisiken sind nie ganz auszuschließen, da wir in hohem Maße vom Ergebnis der jährlichen Getreideernte sowie der Nachfrageentwicklung in anderen getreideverarbeitenden Branchen abhängig sind. Das größte Risiko ist aber weniger ein Mengen- bzw. Qualitäts- als vielmehr ein Preisrisiko, das im Wesentlichen darin besteht, evtl. Preissteigerungen auf unsere Produktpreise abwälzen zu können.

Schwierig gestaltet sich das zeitliche Auseinanderfallen des Einkaufs der Rohware und des Verkaufs unserer Produkte. Der Markt für Getreideprodukte verlangt langfristige, oftmals über ein ganzes Jahr bindende Vertragsabschlüsse, während die Getreideeinstandspreise innerhalb solcher Laufzeiten beträchtlich schwanken können. Daraus erwachsen hohe kaufmännische Risiken. Dem wirken wir erfolgreich dadurch entgegen, dass wir jedem Endproduktverkauf und jedem Getreideeinkauf konsequent einen laufzeit- und mengengleichen Getreidekontrakt über die Warenterminbörse MATIF gegenüberstellen, soweit nicht direkt entsprechende Einkaufs-/Verkaufskontrakte mit Lieferanten/Kunden abgeschlossen werden können.

Beschaffungsgeschäft und Absatzgeschäft sind geeignet eine Bewertungseinheit zu bilden. Das abzusichernde Grundgeschäft sind die vereinbarten Verkaufskontrakte, die entweder durch einen Einkaufskontrakt oder einen Warenterminkontrakt an der MATIF sofort abgesichert werden. Das abgesicherte Risiko sind die höheren Beschaffungskosten im Fall eines Preisanstiegs auf dem Beschaffungsmarkt. Somit unterliegen weder das Beschaffungsgeschäft noch das Warentermingeschäft den Vorschriften über nicht realisierte Verluste. Auch der umgekehrte Fall (Abschluss eines Einkaufskontrakts ohne bestehenden Verkaufskontrakt) wird von unserer Gesellschaft nach dem gleichen Mechanismus abgesichert. Die Bewertung der Einheiten erfolgte auf Basis der sog. Einfrierungsmethode. Bilanzierungspflichtige Vorgänge ergaben sich für das Geschäftsjahr 2023 nicht. Die Absicherung des Risikos wurde auf Basis der Micro-Hedges-Methode vorgenommen.

In den zum 31. Dezember 2023 gebildeten Bewertungseinheiten stehen den in den Verkaufskontrakten enthaltenen Rohstoffanteilen körperliche Rohstoffbestände, Einkaufskontrakte und Warentermingeschäfte (kompensatorische Bewertung) von ca. 103.000 t mit einem Wert von ca. TEUR 25.500 gegenüber.

c) Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzwirtschaftliche Risiken sind durch die teilweise Finanzierung des Anlagevermögens durch wirtschaftliches Eigenkapital (= bilanzielles Eigenkapital zuzüglich der Gesellschafterdarlehen), durch die Einbeziehung in die Gruppenfinanzierungsverträge der Bindewald und Gutting-Gruppe sowie durch die Bonität der Gesellschafter gering. Die Gesellschaft verfügt über ausreichende, teilweise noch nicht ausgenutzte Kreditlinien, die sich aus den Gruppenfinanzierungsverträgen ergeben. Die Zahlungsfähigkeit unserer Gesellschaft ist hierdurch zu jeder Zeit gewährleistet.

Durch die im Vergleich zum letzten Jahr deutlich rückläufigen Getreidebeschaffungspreise und der damit rückläufigen Mehlpreise benötigen wir derzeit geringere Kreditlinien für die Vorfinanzierung des Umlaufvermögens.

d) Risiken aus dem Russland-Ukraine-Krieg

Derzeit sind keine unmittelbaren finanziellen Auswirkungen auf unser Jahresergebnis und die weitere Entwicklung gegeben.

IV. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten.

Die Gesellschaft verfügt über einen solventen Kundenstamm. Forderungsausfälle sind eher die Ausnahme. Zudem besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit einem Großteil der Kunden.

Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen unter Ausnutzung der Skontofristen gezahlt.

Im kurzfristigen Bereich finanziert sich die Gesellschaft überwiegend mittels Lieferantenkrediten und über den laufenden Cashflow sowie gegebenenfalls auch über die Kreditlinien verschiedener Banken.

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Gesellschaft ist die Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art.

Beim Management der Finanzpositionen verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein adäquates Debitorenmanagement. Das Mahnwesen ist unter strikter Kontrolle und verfolgt sehr konservative Richtlinien. Darüber hinaus informieren wir uns vor Eingehung einer neuen Geschäftsbeziehung stets über die Bonität unserer Kunden. Zusätzlich besteht für den Fall des Ausfalls von Forderungen eine entsprechende Warenkreditversicherung.

V. Prognosebericht

Während der ersten Monate des laufenden Jahres setzte sich der Preisrückgang der Getreiderohstoffpreise fort. Der Kurs von Mahlweizen an der MATIF fiel unter die psychologisch wichtige 200-Euro-Marke. In den letzten Wochen stiegen die MATIF-Preise wieder deutlich über die 200-Euro-Marke. Unsicherheit besteht zur weiteren Entwicklung, da die Getreidepreise zum einem von der weiteren politischen Entwicklung des Russland-Ukraine-Krieges abhängig sind, sowie auch von der Wachstumsentwicklung der Bestände (Witterungsrisiken).

Durch unsere Absicherungsstrategie sind wir jedoch zu jeder Zeit in der Lage diese Schwankungen abzusichern, so dass keine Auswirkungen auf die Ertragslage zu erwarten sind. Jedoch verspüren wir generell auf der Absatzseite erheblichen Druck auf die Abverkaufsmargen. Aufgrund der seit Jahren zunehmenden Konzentration auf der Abnehmerseite steigt der Wettbewerbsdruck, sowohl preislich als auch im Servicebereich. Diesem begegnen wir durch konsequente Bearbeitung unserer Märkte mit dem Focus "from field to fork", Produktinnovation bestehender Getreideprodukte und Produktdifferenzierung, unserer Absicherungsstrategie sowie diverser Nachhaltigkeitsstrategien.

Wir sind zuversichtlich unsere Vermahlungsmengen im Jahr 2024 leicht ausbauen zu können. Ein positives operatives Jahresergebnis werden wir im Jahr 2024 voraussichtlich erreichen. Eine Umsatzprognose ist immer abhängig von der Entwicklung der Rohstoffpreise, so dass wir unsere Prognose für das Jahr 2024 auf Basis des Preisniveaus zum Ende des Jahres 2023 anstellen:

Sollzahlen 31.12.2024
TEUR
% Istzahlen 31.12.2023
TEUR
%
Betriebliche Gesamtleistung 47.500 100,0 64.117 100,0
Gesamte Betriebsaufwendungen 46.200 97,3 63.376 98,8
Betriebsergebnis 1.300 2,7 741 1,2

 

Aichach, den 13. Juni 2024

gez. Simon Fronhofer, Geschäftsführer

gez. Susanne Dorfner, Geschäftsführerin

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
TEUR
A. Anlagevermögen 24.411.411,16 19.054
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 744.074,00 941
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 126.033,00 150
2. Geschäfts- oder Firmenwert 618.041,00 791
II. Sachanlagen 23.667.337,16 18.113
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.113.812,00 0
2. Technische Anlagen und Maschinen 21.722.929,00 13.258
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 719.445,00 602
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 111.151,16 4.253
B. Umlaufvermögen 16.922.326,07 12.363
I. Vorräte 7.895.660,34 6.749
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 7.364.934,25 6.108
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 530.726,09 641
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 8.671.626,46 5.032
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.183.207,64 3.551
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 441.684,43 763
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.046.734,39 718
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 355.039,27 582
SUMME AKTIVA 41.333.737,23 31.417

PASSIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
TEUR
A. Eigenkapital 2.646.758,90 2.882
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00 100
II. Kapitalrücklage 2.250.000,00 2.250
III. Gewinnvortrag 532.037,26 7
IV. Jahresfehlbetrag / i. Vj. Jahresüberschuss -235.278,36 525
B. Rückstellungen 444.613,65 693
Sonstige Rückstellungen 444.613,65 693
C. Verbindlichkeiten 38.242.364,68 27.842
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 26.772.557,33 17.303
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.777.343,63 7.238
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 328.764,22 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 2.517.745,21 2.437
5. Sonstige Verbindlichkeiten 845.954,29 864
- davon aus Steuern: EUR 43.092,19 / i. Vj. TEUR 30
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 3.843,65 / i. Vj. TEUR 0
SUMME PASSIVA 41.333.737,23 31.417

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023
EUR
2022
TEUR
1. Umsatzerlöse 64.131.397,49 50.266
2. Veränderung des Bestandes an fertigen Erzeugnissen -110.065,10 +58
3. Sonstige betriebliche Erträge 216.570,85 186
4. Materialaufwand 55.571.300,73 43.198
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 55.571.300,73 43.198
5. Personalaufwand 2.877.850,75 2.709
a) Löhne und Gehälter 2.376.928,59 2.248
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 500.922,16 461
- davon für Altersversorgung: EUR 1.718,08 / i. Vj. TEUR 2
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.946.504,62 1.436
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.009.986,14 2.223
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.048.070,84 401
- davon an verbundene Unternehmen: EUR 0,00 / i. Vj. TEUR 25
- davon an Gesellschafter: EUR 52.276,52 / i. Vj. TEUR 100
9. Ergebnis nach Steuern -215.809,84 +543
10. Sonstige Steuern 19.468,52 18
11. Jahresfehlbetrag / i. Vj. Jahresüberschuss -235.278,36 525

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Angaben zum Unternehmen und zum Jahresabschluss

Die Bavaria Mühle GmbH, Aichach, ist im Handelsregister beim Amtsgericht Augsburg unter HRB 20534 eingetragen.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023 wurden die handelsrechtlichen Vorschriften für große Kapitalgesellschaften im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB sowie das GmbH-Gesetz beachtet.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den Grundsätzen ordnungsgemäßer Bilanzierung. Die Grundsätze der Einzelbewertung und der Unternehmensfortführung, das Vorsichtsprinzip und der Grundsatz der Bewertungsstetigkeit wurden beachtet.

Der vorliegende Jahresabschluss ist grundsätzlich unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungsgrundsätzen nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt (§ 265 Abs. 1 Satz 2, §§ 266 ff. HGB).

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Erstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden, gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unveränderten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, ausgewiesen. Die Abschreibungen erfolgen nach der linearen Methode über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Ggf. erhaltene Investitionszuschüsse werden als Anschaffungskostenminderung erfasst.

Für Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten zwischen EUR 250,01 und EUR 1.000,00 wird in Anlehnung an die steuerlichen Vorschriften ein Sammelposten gebildet, der im Jahr der Anschaffung und den nachfolgenden vier Jahren mit jeweils 20 % linear abgeschrieben wird.

Die Bewertung der Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie an Waren erfolgt grundsätzlich zu durchschnittlichen Anschaffungskosten, ggf. unter Berücksichtigung angemessener Wertabschläge. Die fertigen Erzeugnisse sind mit überschlägig ermittelten Herstellungskosten bzw. soweit notwendig nach der retrograden Methode, unter Berücksichtigung der Grundsätze der verlustfreien Bewertung, bewertet. In die Herstellungskosten werden grundsätzlich die Material- und Fertigungseinzelkosten sowie die anteiligen Gemeinkosten eingerechnet.

Die Forderungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bilanziert worden. Wertberichtigungen wurden in erforderlichem Umfang gebildet.

Der Ansatz des Kassenbestandes und der Bankguthaben erfolgte zum Nennwert.

Das Eigenkapital ist zum Nennwert bewertet.

Allen am Bilanzstichtag bestehenden Risiken, soweit sie bei der Aufstellung des Jahresabschlusses erkennbar waren, ist durch die Bildung ausreichender Rückstellungen Rechnung getragen. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgte in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

3. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in dem beigefügten Anlagespiegel dargestellt.

Die im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von insgesamt TEUR 1.035 entgeltlich erworbenen Kundenstämme werden über eine Nutzungsdauer von jeweils sechs Jahren linear abgeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände teilen sich hinsichtlich der Fristigkeiten wie folgt auf:

Gesamtbetrag 31.12.2023
EUR
davon mit < 1 Jahr (31.12.2022)
EUR
einer Restlaufzeit > 1 Jahr (31.12.2022)
EUR
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.183.207,64 6.183.207,64 0,00
(3.551.251,84) (0,00)
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 441.684,43 441.684,43 0,00
(762.890,74) (0,00)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.046.734,39 2.032.334,39 14.400,00
(703.551,65) (14.400,00)
Gesamtsummen 8.671.626,46 8.657.226,46 14.400,00

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen von TEUR 442 (i. Vj. TEUR 763) beinhalten, wie im Vorjahr, ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 erkennbaren Risiken. Sie beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 185) sowie Rückstellungen betreffend den Personalbereich (TEUR 217).

Verbindlichkeiten und Sicherheiten

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten teilen sich hinsichtlich der Fristigkeiten wie folgt auf:

Gesamtbetrag Davon mit einer Restlaufzeit
31.12.2023
EUR
bis 1 Jahr (31.12.2022)
EUR
1 - 5 Jahre (31.12.2022)
EUR
über 5 Jahre (31.12.2022)
EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 26.772.557,33 26.772.557,33 0,00 0,00
(17.302.730,89) (0,00) (0,00)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.777.343,63 7.777.343,63 0,00 0,00
(7.238.401,74) (0,00) (0,00)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 328.764,22 328.764,22 0,00 0,00
(0,00) (0,00) (0,00)
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 2.517.745,21 277.816,99 76.000,00 2.163.928,22
(148.507,01) (124.000,00) (2.163.928,22)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 845.954,29 305.954,29 540.000,00 0,00
(323.859,65) (540.000,00) (0,00)
Gesamtsummen 38.242.364,68 35.462.436,46 616.000,00 2.163.928,22

Die Gesellschaft unterhält unter gesamtschuldnerischer Mithaftung ihrer verbundenen Unternehmen gemeinsame Kreditlinien von insgesamt TEUR 72.000. Zum Abschlussstichtag waren diese Kreditlinien bei der Bavaria Mühle GmbH in Höhe von TEUR 26.772, bei verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 30.896 in Anspruch genommen. Mit einer Inanspruchnahme aus der gesamtschuldnerischen Haftung ist aufgrund der finanziellen Situation der verbundenen Unternehmen nicht zu rechnen.

Darüber hinaus haftet die Gesellschaft gesamtschuldnerisch zusammen mit weiteren verbundenen Unternehmen für Verbindlichkeiten eines anderen verbundenen Unternehmens mit, welche zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 20.000 valutieren. Mit einer Inanspruchnahme ist aufgrund der finanziellen Situation des verbundenen Unternehmens nicht zu rechnen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von TEUR 329 beinhalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 362 sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 33.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von TEUR 2.518 (i. Vj. TEUR 2.436) beinhalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 258 (i. Vj. TEUR 118), sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2.288 (i. Vj. TEUR 2.336) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 28 (i. Vj. TEUR 18).

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten gegenüber einem Mitglied der Geschäftsführung in Höhe von TEUR 140 (i. Vj. TEUR 141).

Umsatzerlöse

In den Umsatzerlösen sind, unter Berücksichtigung von Erlösschmälerungen, Exporterlöse in Höhe von TEUR 1.740 (i. Vj. TEUR 2.255) enthalten, die ausschließlich auf EU-Länder entfallen.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 120 (i. Vj. TEUR 85) enthalten. Die periodenfremden Erträge des Berichtsjahres enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Herabsetzung von Einzelwertberichtigungen (TEUR 93).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 48 (i. Vj. TEUR 107) enthalten, die im Wesentlichen auf Forderungsverluste entfallen (TEUR 24).

4. Sonstige Angaben

Warentermingeschäfte / Bewertungseinheiten

Wir verweisen hierzu auf die Ausführungen im Lagebericht der Gesellschaft.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Im Berichtsjahr wurden Sale-and-lease-back-Geschäfte in Höhe von TEUR 1.646 für Investitionen in das Anlagevermögen zur Stärkung der Liquiditätslage der Gesellschaft vorgenommen. Risiken können sich hierbei aus den künftigen Leasingzahlungsverpflichtungen ergeben. Die Vorteile aus diesen Geschäften bestehen im Finanzmittelzufluss bei der Gesellschaft.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen jährliche sonstige finanzielle Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB in Höhe von rund TEUR 665. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen für Mieten und Pachten von unbeweglichen Wirtschaftsgütern (TEUR 485; davon gegenüber Gesellschaftern: TEUR 276) sowie für Miet- und Leasingaufwendungen von beweglichen Wirtschaftsgütern (TEUR 180).

Des Weiteren bestehen Verpflichtungen aus Einkaufskontrakten von Rohstoffen in Höhe von ca. 53.500 t zu insgesamt ca. TEUR 13.500 Einkaufspreisen.

Mitarbeiterzahl

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt 2023 folgende Mitarbeiter:

Gewerbliche Arbeitnehmer 42
Angestellte 11
Gesamt 53

Geschäftsführung

Alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführer waren im Berichtsjahr:

Frau Susanne Dorfner, Kauffrau, Steinach

Herr Simon Fronhofer, Kaufmann, Landau an der Isar

Bezüge der Geschäftsführer

Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wird unter Hinweis auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Konzernzugehörigkeit

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Bindewald und Gutting Verwaltungs-GmbH mit Sitz in Alsleben als Tochterunternehmen einbezogen. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht und ist dort erhältlich.

Honorar des Abschlussprüfers

Auf die Angabe des Abschlussprüfer-Honorars wird mit Verweis auf § 285 Nr. 17 HGB verzichtet.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag

Es ergaben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag, über die zu berichten wäre.

Entwicklung des Anlagevermögens für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
Stand 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 220.295,35 23.402,07 0,00 10.000,00 233.697,42
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.035.000,00 0,00 0,00 0,00 1.035.000,00
1.255.295,35 23.402,07 0,00 10.000,00 1.268.697,42
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 128.482,83 1.045.732,54 0,00 1.174.215,37
2. Technische Anlagen und Maschinen 14.966.540,31 1.754.808,06 8.213.573,99 0,00 24.934.922,36
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 857.445,41 285.007,13 0,00 31.000,00 1.111.452,54
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.253.241,14 5.117.216,55 -9.259.306,53 0,00 111.151,16
20.077.226,86 7.285.514,57 0,00 31.000,00 27.331.741,43
21.332.522,21 7.308.916,64 0,00 41.000,00 28.600.438,85
Abschreibungen
Stand 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 69.755,35 47.908,07 9.999,00 107.664,42
2. Geschäfts- oder Firmenwert 244.424,00 172.535,00 0,00 416.959,00
314.179,35 220.443,07 9.999,00 524.623,42
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 60.403,37 0,00 60.403,37
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.708.188,31 1.503.805,05 0,00 3.211.993,36
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 256.011,41 161.853,13 25.857,00 392.007,54
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
1.964.199,72 1.726.061,55 25.857,00 3.664.404,27
2.278.379,07 1.946.504,62 35.856,00 4.189.027,69
Buchwerte
Stand 31.12.2023
EUR
Stand 31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 126.033,00 150.540,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 618.041,00 790.576,00
744.074,00 941.116,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.113.812,00 0,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 21.722.929,00 13.258.352,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 719.445,00 601.434,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 111.151,16 4.253.241,14
23.667.337,16 18.113.027,14
24.411.411,16 19.054.143,14

 

Aichach, den 13. Juni 2024

gez. Susanne Dorfner, Geschäftsführerin

gez. Simon Fronhofer, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Bavaria Mühle GmbH, Aichach:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Bavaria Mühle GmbH, Aichach, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Bavaria Mühle GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Alzey, den 14. Juni 2024

AZ-Treuhandgesellschaft mbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. S. Cerny, Wirtschaftsprüfer

gez. M. Probst, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 30. August 2024 festgestellt.

Ergebnisverwendungsbeschluss

Der Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2023 von -EUR 235.278,36 wird zusammen mit dem bestehenden Gewinnvortrag von EUR 532.037,26 saldiert auf neue Rechnung vorgetragen.

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