Praxen von Steuerberaterinnen und -beratern, Steuerbevollmächtigten sowie steuerberatende Berufsausübungsgesellschaften
Jenbacher GmbH
Carl-Benz-Straße 25, 67227 Frankenthal (Pfalz), DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Andreas Gruber seit 10.9.2025 | Geschäftsführer |
Christian Frank Schare seit 30.11.2022 | Prokura |
Klaus Egon Sabel seit 1.9.2021 | Prokura |
Joachim Siegbert Maier seit 29.9.2020 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
INNIO Jenbacher Netherlands B.V. | 100.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Jenbacher GmbHFrankenthalJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019Bilanz zum 31. Dezember 2019Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019
Anhang für das Geschäftsjahr 2019der Jenbacher GmbH FrankenthalI. Allgemeine Angaben Die Jenbacher GmbH hat ihren Sitz in Frankenthal. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ludwigshafen am Rhein unter HRB 62175 eingetragen. Die Gesellschaft ist zur Aufstellung eines Jahresabschlusses sowie Lageberichts nach § 264 Abs. 1 S. 1 HGB verpflichtet. Seit dem 8. Oktober 2018 ist die Jenbacher GmbH Teil der INNIO-Gruppe. Ab diesem Zeitpunkt war die Jenbacher B.V., Alblasserdam, Niederlande, alleinige Gesellschafterin der Jenbacher GmbH bis zum 18. Dezember 2019. Mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 19. Dezember 2019 wurden die Geschäftsanteile der Jenbacher GmbH von der Jenbacher B.V., Alblasserdam, an die INNIO Jenbacher Deutschland GmbH, München, veräußert, die nunmehr alleinige Gesellschafterin zum 31. Dezember 2019 war. Der mit der General Electric Deutschland Holding GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main abgeschlossene Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag wurde mit Wirkung zum Ablauf des 8. Oktober 2018 beendet. Der Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff., 264 ff. HGB sowie der einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt. Der Jahresabschluss wird in Euro (EUR) aufgestellt. Vorjahresbeträge in Euro (EUR) sind entsprechend angegeben. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. II. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Geschäftsjahr unverändert beibehalten. Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Gegenstände des Sachanlagevermögens sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, die der voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechen, bewertet. Bis zum 31. Dezember 2015 wurden geringwertige Anlagegüter mit einem Wert von mehr als EUR 150,00 bis EUR 1.000,00 in einem Sammelposten erfasst, über fünf Jahre linear abgeschrieben und anschließend im fünften Jahr als Abgang gezeigt. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen. Nach dem 1. Januar 2016 angeschaffte geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis einschließlich EUR 800 werden sofort und in voller Höhe abgeschrieben. Bei der Bemessung der Nutzungsdauern wurden die amtlichen AfA- Tabellen der Finanzverwaltung angewandt. Diese wurden als tatsachengemäß eingeschätzt und in folgende Gruppen unterteilt:
Die Vorräte betreffen in Arbeit befindliche Aufträge (unfertige Leistungen) sowie Fertige Erzeugnisse und wurden auf Basis von Einzelkalkulationen zu Herstellungskosten bewertet. Die in Arbeit befindlichen Aufträge betreffen noch nicht fertiggestellte Serviceverträge, die zum Stichtag noch nicht abgerechnet wurden. Die Fertigen Erzeugnisse betreffen Ersatzmaschinen in einem Konsignationslager. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten der Fertigung auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden nicht aktiviert. Für die unfertigen Erzeugnisse wird eine verlustfreie Bewertung der jeweiligen Projekte durchgeführt. Die Herstellungskosten werden hierbei mit dem beizulegenden Wert (voraussichtlicher Veräußerungspreis abzüglich der bis zur Veräußerung noch anfallenden Kosten) verglichen. Im Falle eines niedrigeren beizulegenden Wertes wird auf diesen abgeschrieben. Soweit die ermittelten projektbezogenen Verluste den Wertansatz der Bestände übersteigen, werden Rückstellungen für drohende Verluste gebildet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nominalwert angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind für Ausfallrisiken und das allgemeine Kreditrisiko Einzel- und Pauschalwertberichtigungen gebildet und aktiv abgesetzt. Die Bankguthaben sind zum Nennwert angesetzt. Die Pensionsrückstellungen werden unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze nach der projizierten Einmalbeitragsmethode (Projected Unit Credit Methode) unter Berücksichtigung eines Zinssatzes von 2,71 % (i. Vj. 3,21 %) und unter Zugrundelegung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck angesetzt. Des Weiteren wurden eine Einkommens- bzw. gesetzliche Rentendynamik mit 3 % sowie eine durchschnittliche Dynamik für laufende Renten mit 2 % wie im Vorjahr angenommen. Der Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen, abgezinst mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (2,71 %) und dem Ansatz der Pensionsrückstellungen, abgezinst mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre (1,96 %), beträgt TEUR 62 (i. Vj. TEUR 103). In Höhe des Unterschiedsbetrages aus der Veränderung des durchschnittlichen Marktzinssatzes von TEUR 62 (i. Vj. TEUR 103) handelt es sich um ausschüttungsgesperrte Beträge nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet worden. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Kosten- und Preissteigerungen einbezogen und diese werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssatz abgezinst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger wurden nicht abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. III. Erläuterungen zur Bilanz (1) Entwicklung des Anlagevermögens (Anlagenspiegel) Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr werden im Anhang dargestellt. (2) Vorräte Die Vorräte betreffen in Arbeit befindliche Aufträge für nicht fertiggestellte Serviceverträge, die zum Stichtag noch nicht abgenommen wurden sowie Fertige Erzeugnisse aus einem Konsignationslager. Anzahlungen für Serviceaufträge wurden i.H.v. TEUR 4.218 (i. Vj. TEUR 5.268) sowie für Gasmotorenneuanlagengeschäfte i.H.v. TEUR 18.747 (i. Vj. TEUR 55.122) gesondert unter den Verbindlichkeiten als erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen ausgewiesen. Hierbei handelt es sich um Aufträge, bei denen das Risiko bei der Jenbacher GmbH liegt. Die Gasmotorenneuanlagen werden von der INNIO Jenbacher GmbH & Co. OG, Jenbach, Österreich, unter Berechnung einer Marge bezogen. (3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben folgende Fristigkeit:
Im Wesentlichen setzten sich die sonstigen Vermögensgegenstände aus Mietkautionen, debitorischen Kreditoren sowie Reisekostenvorschüsse an Arbeitnehmer zusammen. (4) Forderungen gegen verbundene Unternehmen Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren mit TEUR 21.255 (i. Vj. TEUR 29.183) aus Lieferungen und Leistungen, TEUR 1.867 (i. Vj. TEUR 0) aus Kautionen für Gasmotoren die im Eigentum von verbunden Unternehmen stehen sowie aus gewährten Darlehen in Höhe von TEUR 105.850 (i. Vj. TEUR 56.007). (5) Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen projektbezogene Rückstellungen (TEUR 18.331; i. Vj. TEUR 17.485), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 4.005; i. Vj. TEUR 2.463), Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (TEUR 757; i. Vj. TEUR 722), Rückstellungen für Personal (TEUR 1.384; i. Vj. TEUR 793) und Garantierückstellungen (TEUR 113; i. Vj. TEUR 234). (6) Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten haben folgende Fristigkeit:
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind TEUR 76.214 (i. Vj. TEUR 6.303) aus Lieferungen und Leistungen enthalten. Des Weiteren sind sonstige Verbindlichkeiten gegenüber der Al Alpine NL Bidco B.V., Amsterdam, Niederlande, mit TEUR 6.053 (i. Vj. TEUR 6.053) und eine sonstige Verbindlichkeit gegenüber Jenbacher B.V., Alblasserdam, Niederlande, mit TEUR 6.014 (i. Vj. TEUR 6.086) enthalten. Die Sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Umsatzsteuerverbindlichkeiten mit TEUR 75 (i. Vj. TEUR 3.094), erhaltene Kautionen für Maschinen von Kunden mit TEUR 1.867 (i. Vj. TEUR 716), kreditorische Debitoren mit TEUR 468 (i. Vj. TEUR 304), Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträger mit TEUR 501 (i. Vj. TEUR 0), Lohnsteuerverbindlichkeiten mit TEUR 374 (i. Vj. TEUR 308) sowie eine Sonstige Verbindlichkeit aus einer früheren konzerninternen Weiterbelastung gegenüber einem früheren verbundenen Unternehmen des General Electric Konzernverbundes mit TEUR 860 (i. Vj. 0 EUR) die im Jahr 2020 beglichen wurde. (7) Steuern Der zur Berechnung der latenten Steuern verwendete Ertragsteuersatz liegt bei 30,57 %. Im Berichtsjahr wurden aktive latente Steuern mit TEUR 1.048 (i. Vj. TEUR 969) ermittelt, die sich im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Bewertung der Rückstellungen aus handels- und steuerrechtlichen Vorschriften, ergeben. Aufgrund des nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB bestehenden Wahlrechts wurde der sich ergebende Aktivüberhangs nicht bilanziert. IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (1) Umsatzerlöse
(2) Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen periodenfremde Erträge von TEUR 337 (i. Vj. 14.533 TEUR), die hauptsächlich aus einer Umsatzsteuererstattung für Vorjahre resultieren. Der Vorjahreswert der periodenfremden Erträge enthält eine Margenanpassung der Verrechnungspreise für Zwecke des Drittvergleichs für die Jahre 2014 und 2015. Außerdem sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 50 (i. Vj. TEUR 0) sowie Erträge aus Kursgewinnen in Höhe von TEUR 45 (i. Vj. TEUR 23) enthalten. Erträge aus der Herabsetzung von Wertberichtigungen auf Forderungen betragen zum Stichtag TEUR 0 (i. Vj. TEUR 530) (3) Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten einen periodenfremden Aufwand i.H.v. TEUR 316 (i. Vj. TEUR 3.447). Des Weiteren sind im Wesentlichen Reisekosten von TEUR 1.379 (i. Vj. TEUR 1.142), Miet- und Leasingaufwendungen TEUR 1.190 (i. Vj. TEUR 1.014) sowie Frachtkosten TEUR 427 (i. Vj. TEUR 929) enthalten. Darüber hinaus sind Fahrzeugkosten TEUR 1.223 (i. Vj. TEUR 755) und Instandhaltungskosten TEUR 463 (i. Vj. TEUR 463) enthalten. (4) Finanzergebnis Das Finanzergebnis beinhaltet Zinsaufwand i.H.v. TEUR 14 aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellung und der Rückstellung für Serviceverträge, Kontokorrentzinsen sowie Zinsen an verbundene Unternehmen i.H.v. von insgesamt TEUR 462 (i. Vj. TEUR 183). Der Zinsertrag i.H.v. TEUR 20 (i. Vj. TEUR 276) resultiert aus der Vergabe kurzfristiger Darlehen an verbundene Unternehmen. V. Sonstige Angaben (1) Sonstige finanzielle Verpflichtungen Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen zum 31. Dezember 2019 setzt sich wie folgt zusammen:
Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen Januar 2020 und Oktober 2024. (2) Haftungsverhältnisse (§285 Nr. 27 HGB) Es bestanden keine Haftungsverhältnisse im Sinne des §285 Nr. 27 HGB. (3) Anzahl der Arbeitnehmer im Durchschnitt gemäß § 267 Abs. 5 HGB Im Jahresdurchschnitt (berechnet nach § 285 Nr. 7 HGB) waren 99 (Vorjahr: 90) gewerbliche Arbeitnehmer und 132 Angestellte (Vorjahr: 123) beschäftigt. (4) Abschlussprüferhonorar (§ 285 Nr. 17 HGB) Das Honorar für Abschlussprüferleistungen betrug TEUR 64. (5) Nicht ausschüttbare Beträge (§285 Nr. 28 HGB) Der Unterschiedsbetrag aus der Bewertung der Pensionsrückstellung in Höhe von TEUR 62 (i. Vj. TEUR 103) ist nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt. (6) Organe der Gesellschaft Geschäftsführer der Gesellschaft war im Geschäftsjahr:
(7) Bezüge der Organe der Gesellschaft Auf die Angabe gemäß § 285 Nr. 9 HGB wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. (8) Nachtragsbericht
(9) Angaben zum Mutterunternehmen der Gesellschaft (§ 285 Nr. 14 HGB) Mutterunternehmen der Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag die INNIO Jenbacher Deutschland GmbH, München. Mutterunternehmen, das für den größten und kleinsten Kreis von Konzernunternehmen einen Konzernabschluss aufstellt, ist die AI Alpine AT BidCo GmbH, Achenseestrasse 1-3, AT-6200 Jenbach, Österreich. Der Abschluss ist beim Landesgericht Innsbruck unter der Firmenbuchnummer 489858f hinterlegt. (10) Ergebnisverwendung Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung die folgende Ergebnisverwendung vor: Der Jahresüberschuss wird auf neue Rechnung vorgetragen.
Frankenthal, den 29. Juli 2020 Norbert Hetebrüg Anlagenspiegel HGB zum 31.12.19
Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 20191 Grundlagen des Unternehmens Am 25. Juni 2018 wurde von der General Electric Company bekannt gemacht, dass ein Vertrag zum Verkauf der Distributed Power-Unternehmenssparte mit dem Finanzinvestor Advent International unterzeichnet wurde. In Bezug auf Deutschland umfasste dieser Vertrag die Jenbacher GmbH, Frankenthal, die im Rahmen der Vorbereitung dieser Transaktion am 8. Oktober 2018 an die Jenbacher B.V., Alblasserdam, Niederlande, veräußert wurde. Mit diesem Ausscheiden aus dem Konsolidierungskreis der alleinigen Gesellschafterin General Electric Deutschland GmbH, Frankfurt am Main, greifen die bisher für die Gesellschaft in Anspruch genommenen Befreiungen von den für Kapitalgesellschaften geltenden ergänzenden Vorschriften für die Aufstellung des Jahresabschlusses nach §§ 264 ff. HGB, der Pflicht zur Aufstellung eines Lageberichts gemäß §§ 264, 289 f. HGB sowie der Pflicht zur Offenlegung nach §§ 325 ff. HGB nach Maßgabe des § 264 Abs. 3 Nr. 1 HGB seit dem Geschäftsjahr 2018 nicht mehr. Daher war die Gesellschaft erstmals zur Aufstellung eines Jahresabschlusses sowie Lageberichts im Jahr 2018 in Hinblick auf § 264 Abs. 1 S. 1 HGB verpflichtet. 1.1 Geschäftsmodell des Unternehmens Die Jenbacher GmbH, Frankenthal (Jenbacher GmbH), ist als deutsche Landesorganisation für den Verkauf, den Anlagenbau und die Projektabwicklung sowie den Service der von INNIG Jenbacher GmbH & Co OG, Jenbach/Tirol, Österreich (INNIO), gefertigten Gasmotoren im Leistungsbereich ab 250 kWel.(Kilowatt elektrisch) bis ca. 10 MWel (Megawatt elektrisch) in Deutschland verantwortlich. Die Gasmotoren der Marke "Jenbacher" zählen weltweit und ebenso auf dem deutschen Markt zu den führenden Gasmotoren, die ausschließlich für die Energieversorgung konzipiert werden und damit grundsätzlich nur mit Generatoren als Einheit verkauft werden. Als einer der wenigen Produzenten in diesem Bereich ist INNIO ausschließlich auf die Gasmotorentechnologie spezialisiert. Die Gasmotoren sind brennstoffflexibel und können mit Erdgas oder einer Reihe weiterer Gase betrieben werden, wie etwa Biogas, Deponiegas oder Propangas. Je nach Ausgangsleistung bietet der INNIO-Konzernverbund folgende Hauptproduktlinien an: Baureihe 2, Baureihe 3, Baureihe 4, Baureihe 6 sowie das jüngste Produkt - J920 (Baureihe 9). Die Jenbacher GmbH hat sich über die Produkte hinaus auf das Engineering, den Bau und das Baustellenmanagement von schlüsselfertigen Blockheizkraftwerken in standardisierten Betonschallhauben, sowie auf die kundenspezifische Ausführung des Anlagenbaus von Gasmotorenkraftwerken spezialisiert. Die Anlagen werden durch landesweit operierende Serviceorganisationen betreut. 1.2 Forschung und Entwicklung Die Gesellschaft unterhält am Geschäftssitz keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Da die Gesellschaft im INNIO Konzernverbund als Verkaufs- und Servicegesellschaft eingruppiert wird, werden dementsprechend keine Aufwendungen konzernintern umgelegt. 1.3 Zweigniederlassungen Die Gesellschaft betreibt vier unselbständige Zweigniederlassungen in ganz Deutschland, welche entsprechend dem Geschäftsmodell der Gesellschaft primär den Service vor Ort in Kundennähe abdecken. 1.4 Wesentliche Geschäftsvorfälle Mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 19. Dezember 2019 wurden die Geschäftsanteile der Jenbacher GmbH von der Jenbacher B.V., Alblasserdam, an die INNIO Jenbacher Deutschland GmbH, München, veräußert, die nunmehr alleinige Gesellschafterin zum 31. Dezember 2019 war. Mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 31. März 2020 wurden die Geschäftsanteile der Jenbacher GmbH von der INNIO Jenbacher Deutschland GmbH, München, an die Jenbacher B.V., Alblasserdam, rückveräußert, die nunmehr wieder alleinige Gesellschafterin ist 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Internationaler Markt 1 Die Weltwirtschaft wuchs 2019 nur moderat. Der internationale Währungsfonds (IWF) ermittelte für 2019 ein Wirtschaftswachstum von 2,9% nach 3,6% im Vorjahr. Die geringere Wachstumsrate war zum Teil durch die Auswirkungen der von den USA gegenüber China verhängten Handelszöllen bedingt. Die Wirtschaft in der Eurozone wuchs 2019 um 1,2% und damit weniger stark als im Vorjahr (1,8%). Deutscher Markt 2 Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft setzte sich im Jahr 2019 in abgeschwächter Form fort. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt wuchs nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,6% (2018: +1,5%) und liegt damit im Jahr 2019 unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (+1,3%). Gasmotorenmarkt Der Markt für den Verkauf von Gasmotoren war in Deutschland 2019 geprägt durch die Förderwirkung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) sowie des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG). Hiernach werden KWK-Anlagen zwischen einem und 50 MW künftig nur noch gefördert, wenn sie sich erfolgreich in einer Ausschreibung zur staatlichen Förderung bei der Bundesnetzagentur durchsetzen, was im Jahr 2018 nur zu einer Zunahme der Projekte oberhalb von 50 Megawatt (MW) führte. Die Biogasmotoren wurden auch 2019 noch in großen Stückzahlen verkauft, allerdings deutlich abgeschwächt gegenüber dem Geschäftsjahr 2018. Da die Förderung von Biogasmotoren auf eine maximale Megawattmenge gedeckelt ist, welche im Jahr 2019 erreicht wurde, gingen die Auftragseingänge dementsprechend im Jahr 2019 zurück. Der Gesetzgeber gewährte dem Biogas Marktsegment zwar eine Frist bis November 2020, um bereits gekaufte oder kurz vor Abschluss stehende Vorhaben ans Netz zu bringen und so die Förderung zu erhalten, aber dies führte noch zu stärkerer Verunsicherung und damit zur Abschwächung des Marktes. Das Geschäft im Bereich der Industrie-Blockheizkraftwerke war im Jahr 2019 fast ausgefallen. Grund hierfür war die Verunsicherung aus dem Energiesammelgesetz (14. Dezember 2018), da die Fördermechanismen hierfür regulatorisch unklar waren. Einzig der Markt für Stadtwerke BHKW lief auf sehr stabilem Niveau, da der Ersatz von Kohle durch Erdgas vermehrt an Bedeutung gewann.
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https://www.imf.org/en/Publications/WEO/lssues/2020/01/20/weo-update-january2020
2.2 Geschäftsverlauf Als Landesorganisation zuständig für Verkauf, Abwicklung und Service von Gasmotoren, mit Verantwortung vor allem für den deutschen Markt, beziehen wir unsere Produkte ausschließlich von der konzerneigenen, österreichischen Fabrikationsstätte. Im Verkauf war das Jahr 2019 der Jenbacher GmbH geprägt durch einen Mix aus sogenannten BiogasFlex Gasmotoren, getrieben durch die Fördermechanismen des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG), und Stadtwerke Blockheizkraftwerken. Durch den personellen Ausbau im Bereich Service konnte das Servicegeschäft weiter gesteigert werden und war ein Faktor für die Entwicklung 2019. Des Weiteren wurde ein sehr großes Neuanlagenprojekt in Kiel erfolgreich abgenommen. Es wurden 20 Gasmotoren der neuesten Generation (J-920) in Betrieb genommen. In 2019 konnte die Gesamtleistung (Umsatzerlöse zuzüglich Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen) der Jenbacher GmbH um 52,5% im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Ursächlich hierfür war das Großprojekt in Kiel (51,4%) sowie ein leicht ansteigendes Servicegeschäft. Der Rohertrag (Gesamtleistung abzüglich Materialaufwand) konnte um 12,87% im Vergleich zu 2018 gesteigert werden. Ursächlich hierfür waren größtenteils die erfolgreichen Abnahmen von Gasmotorenprojekten (Neuanlagen), die zu einer Verringerung der Vorräte geführt hatten. Der Geschäftsverlauf spiegelt im Wesentlichen die vorstehend beschriebene Marktentwicklung wider. 2.2.1 Ertragslage Im Vergleich zum Vorjahr sind die Umsatzerlöse um TEUR 63.738 auf TEUR 170.014 angestiegen. Der Anstieg der Umsatzerlöse ist hauptsächlich durch das Neuanlagengeschäft mit Gasmotoren sowie ein leicht ansteigendes Servicegeschäft begründet. Durch die erfolgreiche Abnahme mehrerer Gasmotorengroßprojekte im Jahr 2019 verringern sich die Vorräte um TEUR 10.005 auf TEUR 4.023. Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich im laufenden Geschäftsjahr um insgesamt TEUR 14.655 im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 15.086 auf TEUR 432 verringert. Dies resultiert im Wesentlichen aus einer Margenanpassung der Verrechnungspreise für Zwecke des Drittvergleichs in Höhe von TEUR 14.533 für die Jahre 2014 und 2015 im Jahr 2018. Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand/ Gesamtleistung) hat sich in 2019 um 8,5 Prozentpunkte erhöht. Die Veränderung lässt sich zum einen damit begründen, dass sich die Bestände an Vorräten durch erfolgreiche Abnahme von Projekten im Vergleich zum Vorjahr verringert haben (-71,3%). Zum anderen haben sich die erhöhten Anlauf und Inbetriebnahmekosten abgenommener Neuanlagenprojekte negativ auf die Materialaufwandsquote niedergeschlagen. Die Personalaufwendungen sind im Geschäftsjahr 2019 um TEUR 2.933 auf TEUR 22.488 (i. Vj. TEUR 19.555) gestiegen. Diese Erhöhung steht im Zusammenhang mit der Erhöhung der Mitarbeiteranzahl um 18 (i.Vj. 22) Vollzeitstellen im Jahr 2019. Des Weiteren wurden 16 Mitarbeiter im vierten Quartal 2018 eingestellt, die somit im Jahr 2018 lediglich pro- rata im Personalaufwand berücksichtigt wurden. Die Verringerung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um TEUR 4.720 auf TEUR 7.139 steht im Wesentlichen in Zusammenhang mit periodenfremden Korrekturen aus Intercompany-rechnungen für die Jahre 2015 bis 2017 im Jahr 2018. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zeigt aufgrund dieser Entwicklungen insgesamt eine Verringerung um TEUR 8.347 von TEUR 17.434 im Geschäftsjahr 2018 auf TEUR 9.088 im Geschäftsjahr 2019. Maßgeblich hierfür waren die periodenfremden Korrekturen im Vorjahr sowie die Abnahme des Großprojektes in Kiel in 2019. Der Jahresüberschuss nach Steuern beträgt im Geschäftsjahr 2019 TEUR 5.460 (i. Vj. TEUR 15.583). Der mit der General Electric Deutschland Holding GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main abgeschlossene Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag wurde mit Wirkung zum Ablauf des 8. Oktober 2018 beendet. Infolge der Kündigung wurde im Jahr 2018 ein Ausgleichsbetrag in Höhe von TEUR 860 vereinbart. 2.2.2 Finanzlage Die Gesellschaft finanziert sich durch Eigen- und Fremdkapital. Insgesamt hat sich der liquide Finanzmittelbestand/ freie Cashflow, der aus Bankguthaben i.H.v. TEUR 3.433 (i. Vj. TEUR 5.199) besteht, um TEUR 1.766 im Vergleich zum 31. Dezember 2018 verringert. Die Verringerung resultiert aus einem negativen operativen Cash-Flow i.H.v. TEUR 1.418 sowie Investitionen i.H.v. TEUR 348. Ursächlich hierfür ist der negative Cash-Flow aus der Veränderung des Working Capitals i.H.v. TEUR 13.104. Im Wesentlichen wirken sich die die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen mit TEUR 69.838 positiv auf den Cash-Flow aus der Veränderung des Working Capitals aus. Gegensätzlich stehen jedoch die Abnahme der erhaltenen Anzahlungen durch Neuanlagengeschäfte in Höhe von TEUR 37.425 und die Vergabe konzerninterner Darlehen an verbundenen Unternehmen mit TEUR 43.783, was als Ergebnis den Cash Flow aus der Veränderung des Working Capitals negativ beeinflusst. Gegenläufig ist einerseits das positive Periodenergebnis in Höhe von TEUR 5.459, die Abschreibungen mit TEUR 275 und die Zunahme der langfristigen Rückstellung von TEUR 2.766 sowie der Steuerrückstellung von TEUR 3.186. Die Gesellschaft konnte Ihre Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllen. Wir gehen davon aus, dass die bestehenden Forderungen gegen verbundene Unternehmen werthaltig sind. Die Werthaltigkeit der Forderungen gegen Gesellschafter und gegen verbundene Unternehmen hängt unmittelbar von der finanziellen Entwicklung der Unternehmensgruppe ab. Wir stützen unsere Bewertung der Forderungen auf die positive Fortführungsprognose der INNIO Gruppe insgesamt. 2.2.3 Vermögenslage Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 41.008 auf TEUR 166.966 erhöht. Auf der Aktivseite setzt sich die Bilanzsumme zusammen aus TEUR 805 Anlagevermögen (i. Vj. TEUR 732) und TEUR 166.161 Umlaufvermögen (i. Vj. TEUR 125.226). Investitionen in das Sachanlagevermögen wurden im Geschäftsjahr 2019 i.H.v. TEUR 348 (i. Vj. 0) getätigt. Die Bestände an Vorräten in Höhe von TEUR 4.022 (i. Vj. TEUR 14.028) im Umlaufvermögen sind im Wesentlichen im Zusammenhang mit in Arbeit befindlichen Aufträgen zu sehen. Das Umlaufvermögen ist geprägt durch einen hohen Bestand an Forderungen gegen verbundene Unternehmen TEUR 128.972 (i. Vj. TEUR 85.190). Darin enthalten sind im Wesentlichen Forderungen aus konzerninternen kurzfristigem Darlehen i.H.v. TEUR 105.850 (i. Vj. TEUR 56.007), Kautionen für Gasmotoren i.H.v. TEUR 1.867 (i. Vj. 0) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen i.H.v. TEUR 21.255 (i. Vj. TEUR 29.183). Die Erhöhung des Eigenkapitals resultiert aus dem Jahresüberschuss. Die Rückstellungen sind insgesamt von TEUR 24.075 um TEUR 5.951 auf TEUR 30.026 gestiegen. Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der projektbezogenen Rückstellung i.H.v. TEUR 18.331 (i. Vj. TEUR 17.485), der Erhöhung der Rückstellung für ausstehende Rechnungen i.H.v. TEUR 4.005 (i. Vj. TEUR 2.463) sowie der Erhöhung der Steuerrückstellung um TEUR 3.186 auf TEUR 5.130 (i. Vj. TEUR 1.944). Die Verbindlichkeiten sind im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 86.649 um TEUR 29.597 auf TEUR 116.246 gestiegen. Im Wesentlichen ist der Anstieg durch Verbindlichkeiten an verbundenen Unternehmen durch Gasmotorenkäufe und Ersatzteile i.H.v. TEUR 88.281 (i. Vj. TEUR 18.442) und die Abnahme der erhaltenen Anzahlungen i.H.v. TEUR 22.965 (i.Vj. TEUR 60.390) zu erklären. 2.3 Gesamtaussage Im Geschäftsjahr 2019 konnten wir unseren Marktanteil auf dem relevanten deutschen Markt im Jahr 2019 konstant halten. Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren stellten für die Gesellschaft bis einschließlich 2019 die Umsatzerlöse, die Materialaufwandsquote, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie der Jahresüberschuss nach Steuern dar. Die Prognose des Vorjahres zu den Umsatzerlösen (Steigerung um 51,3 Mio EUR) wurde um 12,4 Mio. EUR übertroffen (Steigerung um 63,7 Mio. EUR). Hauptursächlich ist die erfolgreiche Abnahme von Neuanlagengeschäft und das konstante wachsende Servicegeschäft. Die im Lagebericht prognostizierte Verringerung der Materialaufwandsquote aus den Anlaufkosten aus Neuanlagengeschäft fiel geringer aus. Durch die Steigerung der Umsatzerlöse sowie die Verringerung der Materialaufwandsquote konnte die Prognose des Vorjahres zu dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 3,1 Mio EUR übertroffen werden. Der prognostizierte Jahresüberschuss nach Steuern wurde um 1,2 Mio EUR übertroffen. Zusammenfassend verlief das Geschäftsjahr 2019 für das Unternehmen durchaus zufriedenstellend. 3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1 Prognosebericht Von dem Erwerb der Distributed Power-Unternehmenssparte einschließlich der Jenbacher GmbH von der General Electric Company durch den Finanzinvestor Advent unter den neuen Firmen- und Markennamen INNIO verspricht sich die Gesellschaft, die Marktpräsenz weiter ausbauen zu können. Die dezentrale Energieversorgung im Erd- und Biogasbereich sowie BHKW- Anlagen werden u.E. auch in Zukunft ein wichtiger Eckpfeiler für die Energiewende in Deutschland sein. Generell ist davon auszugehen, dass wir unseren Marktanteil auf dem relevanten deutschen Markt im Jahr 2020 stabil halten werden, bei weitgehend stabilen regulatorischen Rahmenbedingungen. Durch das Erreichen des Biogas-Flex Deckels im Jahr 2019 mit Wirkung zum Ende November 2020 zeigten sich die Auftragseingänge im Neuanlagengeschäft im ersten Quartal 2019 noch stark getrieben durch BiogasFlex Motoren, da es sich um die letzte Möglichkeit handelte, noch rechtzeitig ans Netz zu gehen und so am Gesetz zu partizipieren. Weiterhin machten die veränderten Bedingungen im EEG bezüglich der Befreiung von der EEG Umlage (in erster Linie auf das Industrie BHKW abzielend) ein Projektaufkommen bei Industrie BHKW unmöglich. Das KWK Gesetz, welches das Stadtwerke BHKW fördert, führt trotz des in der vorangegangenen Novellierung, eingeführten Zwangs zur Auktion zu überraschend hohen Projektaufkommen. Wir können auch bisher nicht erkennen, dass die Corona Pandemie Projekte aufhält oder ganz verhindert. Für die Folgejahre wird der Geschäftserfolg - wie bisher - überwiegend davon abhängen, ob der Gesetzgeber das sogenannte Biogasflex-BHKW weiter fördert, da dieses Marktsegment unser Gesamtgeschäft geprägt hatte. Auf Basis dieser Entwicklungen, gehen wir davon aus, dass wir den Umsatz sowie den Markanteil im Jahr 2020 im Bereich unseres Kernsegments Service konstant halten können, jedoch einen Rückgang im Verkauf des Neuanlagengeschäftes verzeichnen werden. Ab dem Jahr 2020 orientieren wir uns an den finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren der INNIO Gruppe. Diese bedeutsamsten Leistungsindikatoren werden ab 2020 auch für die interne Steuerung der Jenbacher GmbH verwendet. Die Jenbacher GmbH misst somit die Businessperformance mittels bedeutsamster finanzieller als auch nichtfinanzieller Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators, KPIs). Es werden jährliche Leistungsziele für Aufträge, Umsatz, EBITDA und freien Cash Flow festgelegt. Im Jahr 2019 erhielt die Jenbacher GmbH einen Auftragseingang i.H.v. 84,8 Mio EUR. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf TEUR 9.363. Für 2020 rechnen wir mit einer deutlichen Verringerung der Umsatzerlöse. Ursächlich hierfür ist das im Jahr 2019 abgenommene Großneuanlagenprojekt in Kiel. Daher wird sich nach unserer Einschätzung auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zu 2019 stark reduzieren. Durch ein stringentes Forderungsmanagement rechnen wir damit den freien Cash Flow leicht zu verbessern. Wir prognostizieren, dass der Auftragseingang trotz der Corona Pandemie (COVID -19) stabil sein wird. Wir haben bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses keine wesentlichen Auswirkungen bezüglich der Corona Pandemie (COVID-19) festgestellt, weshalb die vorgenannte Prognose weiterhin gilt. Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2020 auch keine wesentlichen Auswirkungen bezüglich Corona auf unsere Vermögens- Finanz- und Ertragslage. 3.2 Chancen Mit unserer Produktpalette und besonders mit unseren Jenbacher Gasmotoren werden wir weiterhin Lösungen für die Energieerzeugung anbieten. Wir werden die 64 GW an bereits installierter Anlagenkapazität deutschlandweit weiter ausbauen und versuchen, noch mehr Kunden von unseren Produkten zu überzeugen. Der Wandel der Energieversorgung in Deutschland durch den Ausstieg aus der Kohle- und Atomverstromung hin zu erneuerbaren Energien stellt eine zentrale Chance für uns dar. Da die wesentlichen erneuerbaren Energieträger Wind und Sonne wetterabhängigen Schwankungen unterliegen, die Versorgungsicherheit von Unternehmen, öffentlicher Hand und Haushalten aber jederzeit gewährleistet sein soll, liegt hier mittelfristig eine wichtige Absatzchance für unsere Gaskraftwerke und Blockheizkraftwerke zur Verstetigung der deutschen Energieversorgung. 3.3 Risiken 3.3.1 Risikomanagementsystem Die INNIO Gruppe verfügt insgesamt über Planungs-, Kontroll- und Steuerungssysteme, die ein effektives Risikomanagement gewährleisten sollen. Die Jenbacher GmbH ist in diese Systeme einbezogen. INNIO beurteilt Risiken auf Ebene der Einzeltransaktionen, aggregiert auf Kunden-, Industrie- und Geographieebene sowie nach Kollateralarten, wenn angemessen. Ziel ist es, sowohl strategische als auch geschäftsspezifische Risiken aufzudecken, zu überwachen und durch geeignete Maßnahmen zu steuern. 3.3.2 Finanzwirtschaftliche Risiken Die Gesellschaft verfügt über einen hohen Liquiditätsbestand, der zur konzerninternen Liquiditätsoptimierung überwiegend mittels Gewährung von kurzfristigen Darlehen an weitere Konzerngesellschaften ausgeliehen wird. Durch das konzernweite zentrale Liquiditätsmanagement werden kurzfristige Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzernunternehmen zur Finanzierung des Liquiditätsbedarfs anderer Konzernunternehmen verwendet. Dies führt zu einer Reduzierung der Kreditaufnahme und einer Optimierung der Geldanlagen. Aufgrund der Gewährung kurzfristiger Darlehen in den Konzern besteht das theoretisch denkbare Risiko der Nichtrückzahlung aufgrund möglicher Zahlungsschwierigkeiten des Kreditschuldners. Da sich die Gesellschaft aufgrund der vorhandenen verfügbaren Mittel finanzieren kann, bestehen keine wesentlichen Zinsrisiken. Wechselkursänderungen haben keinen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis, da grundsätzlich in Euro fakturiert und eingekauft wird. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation einzelner Kunden besteht im Einzelfall das Risiko, dass es zu Forderungsausfällen kommen kann. Die Gesellschaft begegnet diesem Ausfallrisiko mit einem stringenten und effektiven Forderungsmanagement. 3.3.3 Risiken hinsichtlich Absatz- und Kundenstruktur Aufgrund möglicher neuer Gesetze, Verordnungen und Auflagen im Bereich erneuerbare Energien kann nicht ausgeschlossen werden, dass bestimmte geschäftliche Aktivitäten eingeschränkt werden müssen und/oder deren Kosten steigen. Ferner bestehen allgemein im Bereich Energieversorgung aufgrund der schwierigen Marktbedingungen im Zuge des Ausstieges aus der Energiegewinnung aus Kohle und Atomkraft und des Wandels hin zu erneuerbaren Energien die wesentlichsten Risiken für die weitere Geschäftsentwicklung in Bezug auf Absatz- und Kundenstruktur. Einfluss haben hier gesetzgeberische Maßnahmen bei den Energiegesetzen EEG und KWKG. Dem wird durch regelmäßige Analysen und abgeleiteten Gegenmaßnahmen Rechnung getragen. Da die Geschäftsmodelle der Jenbacher GmbH durch Energiegesetze bestimmt werden, ist der politische Dialog durch politische Lobbyarbeit unumgänglich und wird intensiv über verschiedene Verbände in Berlin wie auch in Brüssel betrieben. Das Risiko besteht in einem Rückgang der Aufträge im Neuanlagengeschäft und im dazugehörigen Servicegeschäft. 3.3.4 Innovationsrisiko Dem fortwährenden Innovationsrisiko in Verbindung mit unzureichender oder zu später Erneuerung oder Erweiterung unserer Produktpalette begegnen wir mit entsprechenden Forschungs-aktivitäten durch unsere Konzernzentrale in Österreich. 3.3.5 Qualitätsrisiken Beschaffungsseitig tragen Rahmenvereinbarungen und genaue Qualitätsvorgaben gegenüber Lieferanten zu Lieferbereitschaft und -zuverlässigkeit sowie Einhaltung von Qualitätsstandards zu einer Verringerung von Qualitätsrisiken bei. 3.3.6 Compliance Risiken Compliance Risiken wie rechtliche Sanktionen, finanzielle Verluste oder Imageschäden entstehen, wenn gegen Gesetze, industriespezifische Vorschriften oder interne Richtlinien verstoßen wird. Um dies zu verhindern werden Mitarbeiter mit Kontakt zu Kunden und Lieferanten in Deutschland und im europäischen Ausland regelmäßig geschult. Hierbei wird über die Regelungen des nationalen Wettbewerbsrechts sowie insbesondere des EU-Rechts informiert. Zusätzlich wurde die Umsetzung des internen Verhaltenskodex ("Integrität steht an erster Stelle") implementiert. Die Compliance-Prozesse werden durch die Compliance Organisation unter der Leitung des Executive Compliance Managers überwacht. 3.3.7 Abhängigkeit von strategischen Entscheidungen der INNIO-Gruppe Durch die Einbindung in die INNIO-Gruppe ist die Jenbacher GmbH auch von strategischen Entscheidungen der Konzernobergesellschaft abhängig. Hier sind insbesondere die Strategie der INNIO Gruppe zur Marktentwicklung in Deutschland zu nennen. 3.3.8 Gesamteinschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken Zusätzliche Risiken, die derzeit noch nicht bekannt sind oder die noch nicht als wesentlich eingeschätzt werden, könnten die Geschäftstätigkeit in der Zukunft beeinträchtigen. Insgesamt erwarten wir jedoch keinen Eintritt von Risiken, die eigenständig oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. 3.3.9 Hinweise und zukunftsgerichtete Aussagen Die Ausführungen zur voraussichtlichen Entwicklung stellen eine Prognose dar, die auf Annahmen beruht und naturgemäß Unsicherheiten unterliegt. Die tatsächliche Entwicklung kann wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen.
Frankenthal, den 29. Juli 2020 Norbert Hetebrüg BESTATIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Jenbacher GmbH, Frankenthal Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Jenbacher GmbH, Frankenthal - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Jenbacher GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 29. Juli 2020 KPMG
AG
Hargarten, Wirtschaftsprüfer Strzalkowski, Wirtschaftsprüfer |
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