Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 264373
Eingetragen
17.3.2021
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Verwaltung eigenen Vermögens. Der Gegenstand des Unternehmens umfasst keine erlaubnispflichtigen Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
David Dirk Laux
seit 14.4.2023
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Rocket Luxembourg S.à r.l.LUX
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Rocket Luxembourg S.à r.l.
Luxembourg
100.000 €
100.00%

Beteiligungen

NameAnteil
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Rocket EB HoldCo GmbH

München

Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 58.599.115,00
58.599.115,00 63.245.115,00
58.599.115,00 63.245.115,00
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Sonstige Vermögensgegenstände 0,00
0,00 0,00
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 113,51 459,80
113,51 459,80
58.599.228,51 63.245.574,80

Passiva

31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00 100.000,00
II. Kapitalrücklage 63.220.220,58 63.220.220,58
III. Bilanzgewinn/-Verlust -5.062.736,78 -256.120,20
58.257.483,80 63.064.100,38
B. Rückstellungen
I. Sonstige Rückstellungen 90.469,00
90.469,00 95.086,00
C. Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.016,63 55.632,50
II. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 25.000,00 25.000,00
III. Sonstige Verbindlichkeiten 217.259,08 5.755,92
251.275,71 86.388,42
58.599.228,51 63.245.574,80

Gewinn- und Verlustrechnung zum 31. Dezember 2023

01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
EUR EUR
1. Abschreibungen, außerplanmäßig 4.646.000,00 0,00
2. Sonstige betriebliche Aufwendungen
I. Sonstige betriebliche Aufwendungen 157.601,58 124.945,32
II. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.015,00 0,00
3. Ergebnis nach Steuern 4.806.616,58 124.945,32
4. Jahresfehlbetrag 4.806.616,58 124.945,32

Anhang zum 31. Dezember 2023

A. Grundlagen des Jahresabschlusses

1. Allgemeine Angaben zum Unternehmen

Die Rocket EB HoldCo GmbH hat ihren Sitz in München. Gesellschaftsanschrift ist 60323 Frankfurt am Main, Reuterweg 49. Sie ist beim Registergericht München unter HRB 264373 eingetragen.

Die Gesellschaft ist am 17. März 2021 im Handelsregister erstmalig eingetragen worden, insofern ist mit dem Geschäfts-/Kalenderjahr 2022 nun ein adäquater Zeitraum für den Vorjahresvergleich gegeben.

Die Gesellschaft ist darauf ausgelegt, Beteiligungen an anderen Gesellschaften zu halten und zu verwalten. Die Gesellschaft ist nicht operativ tätig, es bestehen keine Erlösverträge.

2. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss der Rocket EB HoldCo GmbH wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. und des GmbH-Gesetzes (GmbHG) in EUR erstellt. Zur Erhöhung der Aussagefähigkeit werden Beträge im Anhang teilweise in Tausend Euro (TEUR) gerundet ausgewiesen.

Die Gesellschaft ist eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 HGB. Von den Erleichterungsvorschriften für kleine Kapitalgesellschaften wurde grundsätzlich Gebrauch gemacht. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB erstellt worden.

Der vorliegende Jahresabschluss der Rocket EB HoldCo GmbH besteht aus der Bilanz zum 31.12.2023, der Gewinn- und Verlustrechnung und dem Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023.

3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Finanzanlagen werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Jedoch ist eine Anpassung auf den beizulegenden Zeitwert vorzunehmen, wenn der ermittelte Einbringungswertes den Nennbetrag übersteigen. Diese Bewertung erfolgt gem. §272 Abs. 2 Nr.1 HGB gegen die Kapitalrücklage.

Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens dauerhaft über dem Wert liegt, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nominalwert oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei den Forderungen werden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt.

Die liquiden Mittel sind zum Nominalwert angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Nennenswerte Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen nicht, so dass auf eine Abzinsung gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit fristadäquaten durchschnittlichen Marktzinssätzen, die von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben werden, verzichtet wird.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

B. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung und Zusammensetzung des Anlagevermögens im Jahr 2023 ist in der Anlage zum Anhang dargestellt, die integraler Bestandteil des Anhangs ist.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Gesellschaft hält zum 31. Dezember 2023 Anteile von mindestens 20% an den folgenden Unternehmen:

Name Sitz Anteil am Kapital Eigenkapital 31.12.2023 Ergebnis 01.01.-31.12.2023
in %
Unmittelbare Beteiligungen
DIGITALL Nature GmbH Frankfurt am Main 100,00% 24.093.082,32 € -7.702.956,25 €

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen gegenüber Dritten sowie die gesamten sonstige Vermögensgegenstände haben - wie im Vorjahr - eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt TEUR 100 aus 100.000 Geschäftsanteilen zu je EUR 1,00.

Die Kapitalrücklage entstand aus Bareinzahlungen und Sacheinlagen der Gesellschafter.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beziehen ausschließlich auf die Abschluss- und Prüfungskosten des abgelaufenen Geschäftsjahres und vereinzelte Beratungskosten.

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Laufzeit von unter einem Jahr.

C. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Außerplanmäßige Abschreibung

Eine Wertminderung der Investition in die DIGITALL Nature GmbH wurde mit TEUR 4.646 berücksichtigt.

Sonstiger betrieblicher Aufwand

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beziehen sich im Wesentlichen auf Versicherungen sowie Prüfungs- und Abschlusskosten.

D. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Zur Besicherung eines Darlehens mit dem offenen Darlehensbetrag in Höhe von TEUR 30.000 bis 30. Juni 2028 im Konzernverbund hat die Rocket EB HoldCo GmbH den Wert möglicher vergebener Gesellschafterdarlehen an Ihr Tochterunternehmen verpfändet und für die sie im Rahmen einer gesamtschuldnerischen Bürgschaft zum Stichtag 31. Dezember 2023 haftet. Da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses kein solches Darlehen bestanden hat, sind Risiken einer möglichen Inanspruchnahme aktuell nicht gegeben.

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung oblag zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 Herrn Ivaylo Slavov, Sofia/Bulgarien und Herrn David Laux, Lachen/Schweiz.

Herr Laux ist zum 2. März 2023 als Geschäftsführer ausgeschieden. Herr Slavov ist zum 14. April 2023 als Geschäftsführer ausgeschieden und Herr Laux wurde zum 14. April 2023 als Geschäftsführer bestellt.

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2023 wurden außer den beiden Geschäftsführern keine Mitarbeiter beschäftigt.

Konzernverhältnisse

Die Rocket EB HoldCo GmbH erstellt einen IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 und einen Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Rocket EB HoldCo GmbH war zum Jahresbeginn 2023 über die Rocket Luxembourg S.à.r.l., Luxemburg (Mutterunternehmen), eine Portfoliogesellschaft der Beteiligungsgesellschaft Silverfleet Capital Partners II L.P., Großbritannien (ultimative kontrollierende Unternehmen oder UBO). Im April 2023 wurde die Mehrheit an der Rocket Luxembourg S.à.r.l. and die ARES Capital Europe Master S.C.A., SICAV-Raif (Luxembourg) übertrag.

Sowohl die Mutterunternehmen als auch der UBO stellen keinen weiteren Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis auf, in den der Abschluss der Rocket EB HoldCo GmbH einfließt.

Nachtragbericht

Bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses 2023 ergaben sich keine berichtspflichtigen Vorkommnisse mit wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges auf die Geschäftsentwicklung verweisen wir auf unsere Ausführung im Konzernlagebericht.

Ergebnisverwendung

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 4.807 soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

 

Frankfurt, 19. Dezember 2024

Rocket EB HoldCo GmbH

David Laux, Geschäftsführer

Netto-Anlagespiegel 31.12.2023 steuerrechtlich

Inventar- Nummer Inventar- Bezeichnung Anschaff. Datum AfA Art ND Buchwert Vorjahr Zugänge, Geschäftsjahr
EUR (+)EUR
III. Finanzanlagen
850 Beteiligungen an Kapitalgesellschaften
INV- 850 - 00001 Shares DIGITALL Nature GmbH 28.06.21 k 0 63.245.115,00
Summe 850 Beteiligungen an Kapitalgesellschaften 63.245.115,00 0,00
Summe III. Finanzanlagen 63.245.115,00 0,00
Inventar- Nummer Inventar- Bezeichnung davon aktivierte Zinsen Fremdkapital Abgänge / Minderungen Geschäftsjahr Umbuchungen Geschäftsjahr Zuschreibungen Geschäftsjahr
(+)EUR (-)EUR (+/-)EUR (+)EUR
III. Finanzanlagen
850 Beteiligungen an Kapitalgesellschaften
INV- 850 - 00001 Shares DIGITALL Nature GmbH
Summe 850 Beteiligungen an Kapitalgesellschaften 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe III. Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00
Inventar- Nummer Inventar- Bezeichnung Normal-AfA Geschäftsjahr Sonder-AfA Geschäftsjahr Abschreibungen (kumuliert) Buchwert 31.12.
EUR EUR (-)EUR EUR
III. Finanzanlagen
850 Beteiligungen an Kapitalgesellschaften
INV- 850 - 00001 Shares DIGITALL Nature GmbH 0,00 0,00 63.245.115,00
Summe 850 Beteiligungen an Kapitalgesellschaften 0,00 0,00 0,00 63.245.115,00
Summe III. Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 63.245.115,00

Rocket EB HoldCo GmbH

Sitz in 60323 Frankfurt am Main

Reuterweg 49

Eingetragen am Registergericht München unter HRB 264373

Die Gesellschaft bestätigt hiermit dass der Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 mit Gesellschafterbeschluss vom 20.12.2024 festgestellt wurde.

Konzernlagebericht 2023

WE DIGITALIZE PASSION FOR CUSTOMERS & AI

INHALT

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell des Konzerns

1.3 Niederlassungen

1.4 Ziele und Strategien

1.3.1. Ziele

1.3.2. Strategien

1.5 Forschung und Entwicklung

1.6 Personal

2. Wirtschaftliche Lage

1.1 Gesamtwirtschaftliches und sektorspezifisches Umfeld

1.2 Gesamtwirtschaftliches Umfeld

2.3 Sektorspezifisches Umfeld

2.4 Entwicklung des globalen IT-Marktes

2.5 Deutscher IT-Markt

2.6 Europäischer IT-Markt

2.7 Geschäftsentwicklung

2.8 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.9 Ertragslage

2.10 Vermögenslage

2.11 Kapitalstruktur

2.12 Investitionen

2.13 Liquidität

2.14 Nettovermögen

2.15 Gesamtbeurteilung

3. Nachtragsbericht

4. Bericht über erwartete Entwicklungen sowie über Chancen und Risiken

4.1 Prognosebericht

4.2 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

4.3 Branchenspezifische Entwicklung

4.4 Voraussichtliche Entwicklung des DIGITALL-Konzerns

4.5 Risikobericht

4.6 Risikomanagementsystem

4.7 Risiken

4.8 Risiken im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit

4.9 Zusammenfassende Risikobewertung

4.10 Chancen

4.11 Fortführung des Unternehmens (Going Concern)

1. GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS

Das Mutterunternehmen des Konzerns ist die Rocket EB HoldCo GmbH mit Sitz in München. Das Mutterunternehmen ist unter der Handelsregisternummer HRB 264373 am Registergericht München eingetragen. Der Konzern agiert am Markt unter dem Namen DIGITALL oder DIGITALL Gruppe, im Folgenden werden diese Bezeichnungen für den Konzern, dessen Muttergesellschaft die Rocket EB HoldCo GmbH ist, verwendet.

Zum 31.12.2023 ist die in Luxemburg ansässige Gesellschaft Rocket Luxembourg S.à r.l. die beherrschende Gesellschafterin des Mutterunternehmens.

Die oberste beherrschende Gesellschafterin des Konzerns zum 31.12.2023 ist die im Luxembourg ansässige Ares Capital Europe Master S.C.A ("Ares RAIF").

Im April 2023 wurde die Mehrheit an der Alleingesellschafterin des Konzerns, der Rocket Luxembourg S.à.r.l., Luxemburg, von der SC Twelfth Investment S.a. r.l. (Luxembourg) an die ARES Capital Europe Master S.C.A., SICAV -Raif (Luxembourg) übertragen.

1.1 Geschäftsmodell des Konzerns

DIGITALL ist im Bereich Digitales tätig, der aus zwei auf Technologie und Business ausgerichteten Beratungsunternehmen erwachsen ist - der ehemaligen Bulpros Consulting AD, Sofia, und der ec4u expert consulting ag, Karlsruhe. Mit einer mehr als 20-jährigen Erfolgsgeschichte und Erfahrung auf dem globalen Markt, ebnet DIGITALL den Weg zur nächsten Generation der digitalen Transformation und Cloud-Experience und bietet ein breites Angebot an innovativen Produkten, Lösungen und Services aus den Bereichen Digital Consulting, CRM & Workplace, Data & AI, Cyber Security, ESG, Software-Engineering sowie Cloud- & Managed Services. DIGITALL digitalisiert und schützt Kunden, Mitarbeiter und Daten. Ihre Kunden vertrauen ihr, ihre Kerngeschäftsprozesse sicher in die digitale Welt zu transformieren.

Neben dem Aufbau eines wettbewerbsfähigen Portfolios hat DIGITALL starke Beziehungen zu strategischen Technologiepartnern aufgebaut, darunter Microsoft, Salesforce, ServiceNow, IBM, usw. DIGITALL beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter:innen in 20 Niederlassungen in 11 Ländern.

DIGITALL ist ein autorisierter Salesforce und Microsoft Cloud-Reseller.

Ein Beweis über das starke Engagement von DIGITALL und ihre Expertise als Microsoft Partner im DACH-Raum ist die ISG Provider LensTM Studie aus dem Jahr 2023, die für das Microsoft Cloud Ecosystem in Deutschland DIGITALL als Leader in zwei Bereichen positioniert hat: Dynamics 365 Services und Managed Services für Azure Midmarket. Weiterhin wird DIGITALL als Rising Star im Bereich Power Platform Services hervorgehoben. Die jährlich erstellten ISG Provider LensTM Quadrantenberichte geben auf Grundlage umfassender Markt- und Datenanalysen einen Überblick über die führenden Serviceanbieter in einem bestimmten Land, einer Region oder weltweit. Die Anbieter werden in einem von vier Quadranten eingeordnet. Im Leader-Quadranten befinden sich die Top-Player, die über ein hochattraktives Produkt- und Serviceangebot sowie eine ausgeprägte und starke Wettbewerbsposition verfügen. In der ISG Provider LensTM-Studie 2023 für das Microsoft Cloud Ecosystem in Deutschland bewertete ISG die Expertise von 175 Anbietern und positionierte DIGITALL in den Leader-Quadranten für Dynamics 365 Services sowie für Managed Services für Azure Midmarket. DIGITALLs Ernennung zum führenden Anbieter von Microsoft-Services in Deutschland baut auf der Auszeichnung durch ISG vom Jahr 2022 auf, als DIGITALL im ISG Provider LensTM Quadrantenbericht 2022 für das Microsoft-Ökosystem Schweiz als Leader im Bereich Power Platform Services und als Rising Star im Bereich Managed Services für Azure positioniert wurde.

DIGITALL hat sich ebenso unter den führenden Anbietern von Salesforce-Services auf dem deutschen Markt positioniert. In der ISG Provider LensTM Studie 2023 für die Salesforce Ecosystem Partners konnte sich DIGITALL als Leader in den folgenden drei Bereichen positionieren: Implementierungsservices für den Core Clouds Midmarket, Implementierungsservices für den Marketing Automation Midmarket und Managed Application Services für den Midmarket. Bereits im Jahr 2022 wurde DIGITALL als Leader im ISG Provider LensTM Bericht über "Salesforce Ecosystem Partners" in Deutschland in den folgenden drei Bereichen positioniert: Implementierungsservices für Core Clouds Midmarket, Implementierungsservices für Marketing Cloud Midmarket und Managed Application Services für Midmarket.

Im Geschäftsjahr 2023 ist DIGITALL eine strategisch wichtige Technologie-Partnerschaft mit ServiceNow eingegangen und hat in entsprechende Skills investiert, um das Wachstumsziel der Gruppe zu fördern. Als registrierter Partner in den ServiceNow Consulting and Implementation sowie Reseller Partner Programmen, wird DIGITALL ihre Branchenexpertise und Implementierungswissen nutzen, um Kunden bei der digitalen Transformation durch die Now-Plattform zu unterstützen und ServiceNow-Lösungen weiter zu verbreiten. DIGITALL bietet Dienstleistungen in Bereichen wie IT Service Management, Workflow Automation und Customer Service Management an.

Das erweiterte Partner-Ökosystem und das neue Partnerprogramm von ServiceNow sind für die Erschließung des Marktpotenzials von 220 Milliarden Dollar, dass die Now-Plattform bietet, von großer Bedeutung. Das Partnerprogramm würdigt und belohnt Partner für ihr Know-how und ihre Erfahrung, um neue Märkte zu erschließen und Kunden bei der digitalen Transformation zu unterstützen. DIGITALL wird als ServiceNow-Reseller wettbewerbsfähige Preise und Lizenzoptimierungen anbieten und Kunden dabei unterstützen, die passende ServiceNow-Lösung für ihre Geschäftsanforderungen zu finden.

Im PartnerWorld-Programm von IBM hat DIGITALL die höchste Mitgliedschaftsstufe, den sogenannten "Platinum Business Partner"-Status, erreicht. Mit diesem Status zeichnet IBM ausschließlich Partner aus, die über nachgewiesene Erfahrung und Kompetenzen im IBM Resell- und Servicegeschäft sowie über umfassende Expertise der IBM-Technologien verfügen. Der Platinum-Status bietet darüber hinaus exklusiven Zugang zu neuen Technologien, Schulungen und Vertriebsunterstützung und bietet DIGITALL-Kunden damit eine Vielzahl von Vorteilen. Mit der Partnerzertifizierung von IBM kann DIGITALL ihr Geschäft ausbauen, neue Märkte erschließen und Lösungen mit den neuesten Kl- und Hybrid Cloud-Technologien entwickeln.

Das Ziel von DIGITALL ist die Stärkung der Führungsposition auf dem europäischen Markt, mit Schwerpunkt auf der DACHLI-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein), die auch die langfristig stabilsten und höchsten Margen liefern. Der Konzern ist bestrebt auf die richtige Fokussierung zu setzen, um ihr Wachstum und die Marktanteile in diesen Märkten zu festigen und auszubauen. Im CEE-Raum wird weiterhin Priorität auf die Gewinnung erster Projekte und Referenzen im Bereich ServiceNow gesetzt. Darüber hinaus wird an den Standorten in Großbritannien, Nordamerika und Kanada an bestehenden Projekten gearbeitet. Mittel- und langfristig strebt DIGITALL die Transformation des Bestandsgeschäfts aus dem osteuropäischen Raum, das historisch schwächere Margen liefert und die sequenzielle Einsetzung der Ressourcen in rentableren Projekten auf dem DACH-Markt.

Das breitgefächerte Know-how der Industrie basiert auf jahrelanger Erfahrung mit regional und global agierenden Kunden in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Einzelhandel, Konsumgüter, Mode und Luxusartikel, Telekommunikation und Versorgung, NGO/NPO und öffentlicher Sektor, Informations- und Kommunikationstechnik, Automobilindustrie, verarbeitendes Gewerbe und Bausektor, Healthcare, Life Science, Logistik und Transport.

Das Portfolio wird durch die Megatrends gekennzeichnet, die sich auf Märkte, Kunden und die Gesellschaft auswirken. In diesen disruptiven Zeiten ist der Bedarf an 360-Grad-Transformationen der Customer Journey und der Customer Experience rasant angestiegen. Künstliche Intelligenz (KI) wird als strategisches Thema und Investment anerkannt. Die Gruppe positioniert sich als Trusted Advisor für die "AI Journey" ihrer Kunden. Es werden adäquate Lösungen und Consulting Pakete gebaut, die auf den Technologiepartnerschaften basieren, insb. Microsoft, um den Hebel zu verstärken. DIGITALL kombiniert ihre fundierte Industrieexpertise mit dem fortgeschrittenen Know-how im Bereich KI, um wichtige Consulting- und Implementierungsprojekte bei ihren Top Kunden zu sichern.

Der Prozess der digitalen Transformation wird vornehmlich von cloud-nativer Technologie und dem 5G-Netztechnologiestandard getrieben. Diese beiden Erfolgsfaktoren ermöglichen notwendige und schnelle Innovation. Es ist klar, dass die Transformation in Einklang mit grundlegenden Sicherheitsanforderungen stehen sollte. Hierbei liegt der Schlüssel in der Gewährleistung einer Cybersicherheit, bei der Mensch und Geschäft im Mittelpunkt stehen. Diese wird als Dienstleistung der DIGITALL bereitgestellt und zusammen mit einem Produktportfolio, hauptsächlich durch die in Deutschland ansässige GBS Europa GmbH, ein Tochterunternehmen der DIGITALL, angeboten.

Darüber hinaus werden Veränderungen der Geschäftsmodelle unserer Kunden berücksichtigt. Sowohl die Direct to Consumer (D2C)-Strategie als auch der Wandel hin zu einer Sharing Economy mit flexiblen Abonnement-Modellen sind die neuen Leitbilder für Unternehmen. Deshalb arbeitet DIGITALL mit zahlreichen Technologiepartnern wie bspw. Stripe und Zuora zusammen, um Kunden bewährte, sichere und innovative Lösungen zu bieten, die zur Umsetzung ihrer D2Cund/oder Abonnement-Strategien beitragen.

Da DIGITALL sich zum Ziel gesetzt hat, das Wachstum als europaweit führender Anbieter in ihrer Branche voranzutreiben, wurden erhebliche Investitionen in den Aufbau neuer und marktrelevanter Skills getätigt. Damit können Technologiepartnerschaften mit zertifizierten Experten gestärkt und Ressourcen zur Unterstützung wesentlicher globaler Projekte für große Kunden vergrößert werden.

Zum Bilanzstichtag ist DIGITALL von 1.248 auf 1.074 Mitarbeitende geschrumpft, was in Einklang mit der Konsolidierungsstrategie der Firma steht.

Nachfolgend ist die Zusammensetzung des Konzerns zum Ende des Geschäftsjahres 2023 dargestellt.

Struktur der Tochterunternehmen der DIGITALL Nature Bulgaria EOOD (ehemals Bulpros Consulting AD):

Struktur der Tochterunternehmen der DIGITALL Nature Germany GmbH (ehemals ec4u expert consulting AG):

Mit Wirkung vom 06.04.2023 hat Ivaylo Slavov seine Führungsposition zurückgelegt und David Laux wurde als CEO mit der alleinigen Verantwortung für die Führung der DIGITALL Gruppe betraut. Er wurde von der zweiten Management-Ebene unterstützt - diese umfasst zentrale Bereiche wie Sales und Marketing, Finance, interne IT und allgemeine Verwaltung sowie die Rechts- und Personalabteilung.

1.3 Niederlassungen

Die Rocket EB HoldCo mit Sitz in München hat zum 31.12.2023 die folgenden Tochterunternehmen, die zusammen die DIGITALL GROUP bilden:

Gesellschaft Land Anteilsbesitz zum 31.12.2023 Anteilsbesitz zum 31.12.2022 Zeitpunkt des Erwerbs / der Gründung
Digitall Nature GmbH Deutschland 100 % 100 % 17.03.2021
Bulpros Legal Services AD Bulgarien 70 % 70 % 30.06.2021
Intracol Technologies EAD (in 2022 verschmolzen auf DIGITALL Nature Bulgarien EOOD) Bulgarien 0 % 0 % 30.06.2021
InteQrity EAD Bulgarien 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature POLAND Sp.z.o.o. Polen 100 % 100 % 30.06.2021
Innexys Consulting EAD Bulgarien 100 % 100 % 30.06.2021
GBS Europa GmbH Deutschland 100 % 100 % 30.06.2021
GROUP Business Software (UK) Ltd. Großbritannien 100 % 100 % 30.06.2021
GBS Solutions North America LLC USA 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Bucharest SRL Rumänien 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature DOO BEOGRAD Serbien 100 % 100 % 30.06.2021
Beam AD Bulgarien 100 % 51 % 30.06.2021
Digitall Nature Bulgaria EOOD Bulgarien 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Germany GmbH Deutschland 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Switzerland AG Schweiz 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL NATURE SPAIN s.l.u. (ehemals ec4u expert consulting (espana) s.l.u) Spanien 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Marketing GmbH Germanv Deutschland 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Austria GmbH (ehemals ec4u marketing experts (Austria) gmbh) Österreich 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Corp, USA(ehemals ulpros Corp, USA) USA 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Portugal Unipessoal Lda Portugal 100 % 100 % Gründung in 2021
GBS Bulgaria EOOD (ehemals Bulpros EOOD) Bulgarien 100 % 100 % Gründung in 2022

Das Mutterunternehmen hält eine direkte Beteiligung an der DIGITALL Nature GmbH und indirekte Beteiligungen an weiteren Tochterunternehmen.

Die Bulpros Legal Services AD und die DIGITALL Nature DOO Beograd sind ruhende Gesellschaften, die 2023 keine Geschäftstätigkeit ausgeübt haben.

Die Bulpros Legal Services AD, Bulpros EOOD (in 2022 umbenannt in GBS Bulgaria EOOD) und die DIGITALL Nature Portugal Unipessoal Lda waren in 2021 ruhende Gesellschaften, die keine Geschäftstätigkeit ausgeübt haben.

Im Dezember 2022 wurde die Intracol Technologies EAD durch Verschmelzung auf die DIGITALL Nature Bulgaria EOOD umgewandelt. Das übertragende Unternehmen ist als unabhängiger Rechtsträger untergegangen. Gemäß Verschmelzungsvertrag erfolgt keine Kapitalerhöhung des aufnehmenden Unternehmens.

Der DIGITALL-Konzern besteht aus fünf Geschäftsbereichen (2023):

- Salesforce: Schwerpunkt auf Beratung im Bereich CRM und der Implementierung von Softwarelösungen vom CRM-Lösungsanbieter Salesforce.
- Microsoft BizApps: Schwerpunkt auf der Implementierung von Softwarelösungen vom IT-Lösungsanbieter Microsoft.
- Cloud & Managed Services: Dieser Geschäftsbereich deckt den Second und Third Level Support jeglicher Art für IT-Systeme unserer Kunden ab, sowie Security Operations Center, Cloud Tranformation und Beratung.
- Software-Engineering: Dieser Bereich konzentriert sich auf die Entwicklung von kundenspezifischen Lösungen und Projekten basierend auf diversen Technologien.
- Cybersecurity: Unterstützung beim Schutz der Unternehmen und der Kommunikation unserer Kunden vor Cyberattacken und Datenlecks.

1.4 Ziele und Strategien

1.3.1. Ziele

DIGITALLs Ziel besteht darin, sich als europäischer Leader im Bereich Digitale Transformation & Digital Cloud Experience zu etablieren und ihre Marktanteile zu erweitern. So möchte DIGITALL die führende IT-Dienstleistungsplattform in der DACHLI-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz und Lichtenstein) werden, wiederkehrende und wachsende Cashflows basierend auf einem wettbewerbsfähigen Geschäftsmodell generieren und von einem robusten Kundenstamm profitieren lassen.

DIGITALL möchte sich insbesondere auf dem Deutschen und Schweizer Markt als vertrauenswürdiger, strategischer und innovativer Partner für gehobene mittelständische Unternehmen, den Enterprise-Markt und "Hidden Champions" (Umsatz zwischen 500 Mio. EUR und 10 Mrd. EUR) etablieren. Weitere Zielmärkte sind die Sitze ausgewählter Unternehmen in den CEE- und DACHLI-Regionen sowie europäische Sitze global agierender Unternehmen. Dies wird mit Hilfe herausragender Nearshorefähigkeiten gelingen, die nahtlos in die Arbeit der in Deutschland und der Schweiz ansässigen Delivery Teams einfließen werden.

1.3.2. Strategien

DIGITALLs grundlegendes Prinzip bei der Geschäftsentwicklung besteht darin, der Nachfrage durch eine genaue Analyse der Markttrends, der Prognosen der strategischen Partner sowie der Trends im Bereich Digitales verschiedener Branchen gerecht zu werden. Entscheidende Daten wie zum Beispiel das Verhältnis von Lizenz- zu Dienstleistungskonvertierung ("license vs. service conversion rate") ermöglichen es DIGITALL, den Wert des adressierbaren Markts zu schätzen und Investmentstrategien auszuarbeiten.

Strategische Ausrichtung

Das hauptsächliche Ziel der Markteinführungsstrategie ("Go To Market Strategy") besteht darin, sich mit Partnern abzustimmen, die sich auf dem Markt etabliert und einen Namen gemacht haben. Die beachtlichen Investitionen dieser Partner in beschleunigtes Wachstum tragen zum Erfolg von DIGITALL bei. Durch die Präsenz auf lokaler und sowie auf globaler Ebene positioniert sich DIGITALL auf einer Linie mit den Partnern an der Spitze des Marktes - sei es durch den Alliance Channel, den Vertrieb oder die operativen Abläufe.

Zudem werden die Investitionen auf Basis des Wissens über Wettbewerber und Zielunternehmen priorisiert, um eine bessere Konvertierungsrate zu erreichen. In jeder Branche sind der Branche eigene, spezifische Entwicklungen zu beobachten. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse sind ein entscheidender Faktor bei der Portfolioentwicklung.

Da auch die Nachfrage auf den jeweiligen Markt zugeschnitten ist, verfolgt DIGITALL die Strategie, dieser Granularität durch die Analyse der sich ergebenden Möglichkeit im Bereich IT, der Wettbewerbsintensität und des Reifegrads Rechnung zu tragen. Die Analyse wird dabei durch demographische Daten vervollständigt.

Eine multidimensionale Markteinführungsstrategie

DIGITALLs multidimensionale Markteinführungsstrategie soll als ansprechender und leicht verständlicher Leitfaden das Denken und somit das Handeln bestimmen. Sie soll ein tiefgreifendes Verständnis der Märkte und Kunden ermöglichen. Dies führt wiederum dazu, dass Produkte und Dienstleistungen dort positioniert werden können, wo es für den Gewinn neuer Marktanteile am sinnvollsten ist.

Quelle: DIGITALL 2023

Die Strategie beruht auf drei Säulen: wo, was und wie soll vertrieben werden. Mit den Paaren dieser drei Säulen lassen sich die drei Wachstumsbereiche "Markt", "Kunden" und "Produkte / Dienstleistungen" abdecken.

Das Wo bezieht sich auf das Verständnis des Zielmarkts unter geographischen/örtlichen Gesichtspunkten. Welches sind die Makrotrends? Wie schaut das Kundenverhalten aus und welche Faktoren beeinflussen den Kauf? Wie erfolgreich ist die Konkurrenz und wie soll DIGITALL gegenüber der Konkurrenz positioniert werden? Welche sind die größten Branchen auf dem Markt? Welche Umsatzerlöse können kurz- und mittelfristig erwartet werden? Etc.

Das Was beinhaltet die Bestimmung des anzubietenden Produkts bzw. der anzubietenden Dienstleistung, welche(s) den Marktbedürfnissen am ehesten entspricht. Was entspricht den potenziellen Kundenbedürfnissen im Portfolio? Wie erfolgt die Priorisierung der Dienstleistungen? Welche Preispolitik soll verfolgt werden? Wie gelingt es, kommerzielle Anstrengungen in den Mittelpunkt zu stellen, mit denen anhand der wichtigsten Produkte / Dienstleistungen schnelle Erfolge mit Blick auf spezifische Leads sowie die Branchen erzielt werden? Etc.

Das Wie richtet das Augenmerk auf ein Verständnis davon, was und wo DIGITALL vertreiben möchte. In einem ersten Schritt wird hierzu ein Handlungsplan samt Initiativen, Verantwortlichkeiten und einem Zeitplan zur Erreichung der Ziele aufgestellt. Die Initiativen können eine Zusammenarbeit verschiedener Teams beinhalten. So könnte das Sales-Team beispielsweise diejenigen Accounts mit dem größten Potenzial identifizieren, während das Marketing-Team Inhalte zu Trendthemen erstellt, die als Türöffner dienen können, oder Veranstaltungen mit Partnern organisiert, und die Personalabteilung das erforderliche qualifizierte Personal einstellt, um die Dienstleistungen überzeugend vertreiben zu können etc. Diese Säule beinhaltet die Taktiken, die effektiv kombiniert werden müssen, um erfolgreich zu sein.

DIGITALL vereint diese Säulen in Paaren, um die drei relevanten Wachstumsbereiche abzudecken:

Durch die Kombination der Säulen Was und Wo wird der Markt aus einer spezifischen, DIGI- TALL-orientierten Perspektive definiert. Dies führt zum Verkauf spezifischer Produkte und Dienstleistungen an einem spezifischen Ort zu einem spezifischen Preis.

Mit der Kombination aus Was und Wie werden die Kunden definiert. Der Vertrieb verschiedener Produkte und Dienstleistungen erfolgt bei DIGITALL nicht auf dieselbe Art und Weise (z.B. Unterschied zwischen Betreiberlösungen und Beratung).

Mit der Kombination aus Wie und Wo liegt der Schwerpunkt voll und ganz auf den Produkten / Dienstleistungen. Der Vertrieb unterscheidet sich von Region zu Region - so können beispielsweise der frankophone und der deutschsprachige Teil der Schweiz als verschiedene Märkte betrachtet werden.

1.5 Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf insgesamt 2,3 Mio. EUR (Vj.: 3,0 Mio. EUR). Der Anteil der Personalaufwendungen betrug 68 % bzw. 1,6 Mio. EUR (Vj.: 1,6 Mio. EUR). Der Anteil an innerhalb des Konzerns erworbene Dienstleistungen betrug 0,4 Mio. EUR bzw. 17% (Vj.: 33%). Bei den restlichen 15 % bzw. 0,3 Mio. EUR (Vj.: 13%; 0,4 Mio. EUR) handelt es sich um Gemeinkostenzuschläge für den Bereich Entwicklung.

Der Schwerpunkt der produktbezogenen Investitionen des Konzerns lag hauptsächlich auf der plattformübergreifenden Weiterentwicklung der bisherigen Produkte der GBS Europa GmbH (eines der Tochterunternehmen des DIGITALL-Konzerns), der auf Microsoft und Domino basierenden iQ.Suite und der iQ.Suite 360, die als reines Cloud-Produkt konzipiert und in diesem Geschäftsjahr neben den bisherigen iQ.Suite-Produkten auf den Markt gebracht wurde.

1.6 Personal

Die Leitung der Personalabteilung wurde in die Zuständigkeiten des CEO (Personalentwicklung und Interne Kommunikation), des CFO (Personaladministration und Lohnbuchhaltung) und des COO (Personalbeschaffung und Ausbildungsprogramme) aufgeteilt.

Zur Erhöhung der Mitarbeiterbindung und als Ergebnis aus einem Sounding-Board-Projekt wurden zwei Beförderungsprozesse im Lauf des Jahres durchgeführt. Im Bereich Fort- und Weiterbildung wurde durch den Relaunch einer internen DIGITALL Academy investiert. Die Academy ist das Zuhause des internen Bildungsprogramms der DIGITALL. Insbesondere in den Bereichen Partnerzertifizierungen, Fremdsprachen und Querschnittskompetenzen soll die Widerstandsfähigkeit der Mitarbeiter erhöht und angesichts des ständigen Wandels gestärkt werden, um ihre Leistungsfähigkeit nicht nur zu festigen, sondern auch auszubauen. Darüber hinaus wurde in einem ersten Schritt der Jahreszyklus der Mitarbeitergespräche zur Definition von Entwicklungsmaßnahmen und Zielvereinbarungen überarbeitet und Karrieremodelle, in Vorbereitung auf ein anstehendes, noch strategischeres Kompetenzmanagement entwickelt.

DIGITALL verfügt seit jeher über ein bewährtes Young Talents-Programm, um Studierende, Auszubildende und Neueinsteiger zu unterstützen. Das Unternehmen bietet Abschlussarbeiten, Werkstudentenstellen, Praktika, duale Studienplätze sowie Lehrstellen zur Ausbildung der Young Talents mit dem Ziel, dass sie nach ihrem Studium / ihrer Ausbildung in das Unternehmen (und den IKT-Markt) eintreten können. Zudem arbeitet es eng mit Schulen und Universitäten, insbesondere in der DACHLI-Region, zusammen, um Abschlussarbeiten, Initiativen und Austausch (z.B. durch Vorträge und Veranstaltungen) zu unterstützen. Alle Young Talents im Unternehmen erhalten Unterstützung vom HR (Human Resources) Team für Verwaltungsangelegenheiten und von einem Business-Experten, der als Mentor fungiert.

Im Jahr 2023 hat DIGITALL sich auf rund einem Dutzend teils Präsenz-, teils virtuellen Karrieremessen und Veranstaltungen an Hochschulen in Deutschland und der Schweiz vor Young Talents präsentiert, um sie für DIGITALL zu begeistern. Zusätzlich wurde eine Inhouse-Networking- und Informationsveranstaltung für interessierte Studierende angeboten.

Die regelmäßige Mitarbeiterinformation wurde durch den Relaunch von DIGITALLs Intranet FLOW, regelmäßige Mailings und regelmäßige (zweimonatliche) virtuelle Betriebsversammlungen (All-Minds-Meetings) mit allen Mitarbeitern verstärkt.

Mit dem "Deutschlandticket" wurde in Deutschland eine neue attraktive Mitarbeiterleistung eingeführt, um die Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen.

Die Sommer-Roadshow DIGITALLICA, bei der das Leadership-Team an die DIGITALL-Standorte reist und die Mitarbeitenden vor Ort in entspannter Atmosphäre bei Abendveranstaltungen wie BBQ oder gemeinsamer Restaurantbesuch trifft, wurde nach dem CEO-Wechsel im April zum ersten Mal durchgeführt. Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken und die Leistungsfähigkeit durch interne Vernetzung, trotz der überwiegend virtuellen Zusammenarbeit zu steigern, wurden zudem verschiedene weitere Firmenevents wie Weihnachtsaktionen und After-Work-Aktivitäten durchgeführt und Vorbereitungen für den unternehmensweiten Kick-Off DKO 2024 getroffen, der Anfang 2024 erstmals stattfand.

Zum 31.12.2023 stellte sich die Belegschaft des DIGITALL-Konzerns wie folgt dar (weitere Informationen in Kapitel 2.10):

Mitarbeiterzahl 31.12.2023 31.12.2022 Diff. Diff. in %
CEE 727 874 -147 -17%
DACH 340 363 -23 -6%
Nordamerika 2 6 -4 -67%
UK 5 5 0 0%
Summe 1,074 1,248 -174 -14%

Global betrachtet können die Mitarbeiter wie folgt unterteilt werden:

Mitarbeiterzahl 31.12.2023 31.12.2022 Diff. Diff. in %
Produktentwicklung 909 1,058 -149 -14%
Marketing/Vertrieb 65 79 -14 -18%
Verwaltung 100 111 -11 -10%
Summe 1,074 1,248 -174 -14%

DIGITALL ist in den vergangenen Jahren wiederholt als sehr guter Arbeitgeber ausgezeichnet worden. Im Jahr 2023 ist DIGITALL Nature Germany GmbH mit dem durchschnittlichen Score von 4,3 aus 5,0 auf www.kununu.com ausgezeichnet worden, einer Plattform, auf der Mitarbeitende deutscher Unternehmen ihre Arbeitgeber anonym bewerten können. Hinzu kommt auch die Auszeichnung als Fair Company vom Handelsblatt, der größten deutschsprachigen Wirtschafts- und Finanzzeitung, die DIGITALL mehrfach als fairen und attraktiven Arbeitgeber würdigt, ebenso wie vom Focus-Business-Magazin als einer der Top-Arbeitgeber des Mittelstands Deutschlands. Außerdem gab es vom deutschsprachigen Magazin Freundin mehrfache Nennungen als TOP Arbeitgeber in Bezug auf die familienfreundlichsten Unternehmen in Deutschland und Österreich.

Im Jahr 2023 wurde zudem DIGITALL von Great Place to Work ® , der weltweit führenden Organisation für Arbeitsplatzkultur und Mitarbeitererfahrung, als Great Place to Work ® in Portugal ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wurde DIGITALL für die Auszeichnung "Team des Jahres" nominiert und schaffte es in die dritte und letzte Runde des prestigeträchtigen Wettbewerbs, der vom Manager-Magazin - einem der einflussreichsten und angesehensten Wirtschaftsmedien in Bulgarien, organisiert wird.

2. WIRTSCHAFTLICHE LAGE

1.1 Gesamtwirtschaftliches und sektorspezifisches Umfeld

1.2 Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Die globale Wirtschaft blieb auch im Jahr 2023 von den negativen Auswirkungen des russischen Krieges in der Ukraine und der hohen Inflationsrate weltweit abhängig. Diese Faktoren haben tiefgreifende Auswirkungen auf verschiedene Wirtschaftsbereiche, einschließlich der IT-Industrie. (Quelle: ifo Institut, Dezember 2023)

Die andauernden geopolitischen Spannungen und Sanktionen gegen Russland führten zu anhaltenden Herausforderungen in den globalen Lieferketten. Die Preise für Energie, Rohstoffe und Nahrungsmittel blieben auf einem hohen Niveau, was die Preisstabilität weltweit unter Druck setzte. Zusätzlich belasteten wiederholte Beschränkungen in China die internationalen Lieferketten und führten zu erheblichen Beeinträchtigungen in bedeutenden Sektoren der chinesischen Wirtschaft. (Quelle: Foresight 2024)

Die meisten großen Zentralbanken erhöhten im Laufe des Jahres 2023 ihre Leitzinsen. Diese Maßnahmen hatten jedoch weitreichende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Der IWF rechnete für das Jahr 2023 mit einem negativen globalen Wirtschaftswachstum von -3,4 Prozent. Das Wachstum des Welthandels verlangsamte sich im Vergleich zum Vorjahr nur noch um knapp 4,3 Prozent. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, November 2023)

Die Vereinigten Staaten blieben von diesen Entwicklungen nicht unberührt. Die US-Wirtschaft schrumpfte in den ersten beiden Quartalen 2023. Trotz hoher Inflation und steigender Zinsen zeigte sich der private Verbrauch im Laufe des Jahres robust. Im Jahr 2023 betrug die durchschnittliche Inflationsrate in den USA etwa 7,99 Prozent. Durch eine stabile Inlandsnachfrage konnte die US-Wirtschaft im Gesamtjahr um 2,06 Prozent zulegen. (Quelle: U.S. Bureau of Economic Analysis, Januar 2024)

Der russische Konflikt mit der Ukraine hat nicht nur Auswirkungen auf Europas Sicherheitspolitik, sondern auch auf seine Wirtschaft, insbesondere in der Eurozone. Es kam zu einer Anpassung der ökonomischen Erwartungen. Das vielversprechende Wachstum nach der Pandemie wurde durch eine Rezession und die historische Inflationsrate ersetzt. Im Jahr 2023 lag die Inflationsrate in der Europäischen Union (EU-27) bei 3,4 Prozent, während sie in der Eurozone um 2,9 Prozent stieg. (Quelle: Euronews, März 2024)

2.3 Sektorspezifisches Umfeld

2.4 Entwicklung des globalen IT-Marktes

Der globale IT-Markt befindet sich im Jahr 2024 in einer Phase des dynamischen Wachstums, geprägt von technologischen Innovationen und einer erhöhten Nachfrage nach digitalen Lösungen. Verschiedene Trends und Entwicklungen prägen die aktuelle Marktsituation, die für IT-Unternehmen von besonderer Bedeutung sind. In den vergangenen Jahren verzeichnete der Markt für Informationstechnologie ein starkes Wachstum. Von 8.508,63 Mrd. $ im Jahr 2023 wird er voraussichtlich auf 9039 Mrd. $ im Jahr 2024 ansteigen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 6,2 % entspricht. Dieses Wachstum ist auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen, darunter die zunehmende Verbreitung von PCs, die Expansion des Internets, die Revolution im Bereich der mobilen Technologien, das Wachstum im Bereich der Softwareentwicklung, die Aufnahme der Open-Source-Bewegung und das wachsende Bewusstsein für Cybersicherheit. (Quelle: The Business Research Company, Januar 2024).

Gartner, ein führendes Forschungsunternehmen, hat die wichtigsten strategischen Technologietrends für das Jahr 2024 veröffentlicht. Diese bieten einen Überblick über eine transformative Landschaft für Unternehmen weltweit. Die Integration von fortschrittlicher KI, die Entwicklung intelligenter Anwendungen und die Förderung nachhaltiger Technologien gelten als entscheidende Faktoren zur Steigerung der Effizienz und Produktivität. Gartner betont, dass diese Trends nicht nur kurzfristige Vorteile bieten, sondern auch zu einer umweltbewussteren Zukunft beitragen können.

Die identifizierten Themen, angefangen bei Al-Trust, Risk and Security Management bis hin zur kontinuierlichen Gefährdungsverwaltung (CTEM), spielen eine zentrale Rolle für Unternehmen. Sie konzentrieren sich auf den Schutz und die Optimierung von Investitionen sowie die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen, um internen und externen Kunden einen Mehrwert zu bieten. (Quelle: Gartner, Die 10 wichtigsten strategischen Technologie-Trends von Gartner für 2024, Oktober 2023).

Nachhaltige Technologie steht ebenfalls im Fokus, da Unternehmen verstärkt auf ökologische Aspekte achten. Die Plattformentwicklung sowie Kl-gestützte Entwicklung ermöglichen es Unternehmen, auf vielfältige Weise innovative Lösungen zu schaffen. Cloud-Plattformen für die Industrie bieten Flexibilität und Skalierbarkeit. Intelligente Anwendungen nutzen das Potenzial von KI, um personalisierte und effiziente Lösungen bereitzustellen. Die demokratisierte generative Kl eröffnet neue Möglichkeiten für kreative Prozesse. Technologieunterstützte vernetzte Belegschaften ermöglichen eine effektive Zusammenarbeit über verschiedene Standorte hinweg. Zuletzt tritt der Trend der Maschinenkunden (Machine Customers) hervor, was auf die zunehmende Interaktion von Maschinen und Automatisierung mit Kunden hinweist. (Quelle: Gartner, Oktober 2023).

2.5 Deutscher IT-Markt

Im Jahr 2023 blieb der deutsche IT-Markt trotz von Kriegen geprägten Umfeldern stabil und setzt auf weite-res Wachstum. Laut dem Digitalverband Bitkom wird für das Jahr 2023 in der Informationstechnik ein realisierter Umsatz von 142,9 Milliarden Euro erreicht, was im Vergleich zu 2022 ein Wachstum von 2,2 Prozent bedeutet. Besonders hervorzuheben ist das realisierte Wachstum der Ausgaben für Software, das mit vo-raussichtlich 9,6 Prozent auf 41,5 Milliarden Euro geschätzt wird. Mit einem Volumen von 52,0 Milliarden Euro (-5,4 Prozent) macht die IT-Hardware auch im Jahr 2023 voraussichtlich den größten Anteil des IT-Marktes aus. Die Ausgaben für IT-Services steigen ebenfalls und im laufenden Jahr um 5,1 Prozent auf 49,4 Milliarden Euro anwachsen. (Quelle: Bitkom, Januar 2024).

Abb. 1: ITK-Marktzahlen (Quelle: Bitkom, Januar 2024)

Über das gesamte Jahr 2023 stieg das Marktvolumen im Deutschen IT-Sektor auf 215,0 Milliarde Euro an-steigen, was einem Wachstum von 2,0 Prozent gegenüber dem vorherigen Jahr entsprach. (Quelle: Bitkom, Januar 2024).

2.6 Europäischer IT-Markt

Der europäische IT-Markt verzeichnet für Bereich IT-Dienstleistungen, die im Vergleich zu den Vorjahren ein Wachstum von +5,5 % zeigten einen weiterhin positiven Trend. Dieses Wachstum ist auf die steigende Nachfrage nach digitalen Lösungen und Dienstleistungen zurückzuführen, die durch den Fachkräftemangel und die zunehmende Outsourcing- Praxis noch verstärkt wurde. Besonders der Bedarf an Cloud-Diensten und Cybersicherheitslösungen trug maßgeblich zu diesem Anstieg bei. (Quelle: Gartner, November 2023)

2.7 Geschäftsentwicklung

Der DIGITALL-Konzern wurde im Laufe des Jahres 2021 gegründet. Die beiden Konzerne EC4U Expert Consulting AG (EC4U), Karlsruhe, und Bulpros Consulting AD (Bulpros), Sofia/Bulgarien, die seit vielen Jahren in der IT-Branche tätig sind, wurden übernommen und haben den DIGITALL-Konzern unter dem Dach der DIGITALL Nature GmbH, Frankfurt am Main, gebildet. Letztere ist wiederum ein 100 %-iges Tochterunternehmen des Mutterunternehmens Rocket EB HoldCo GmbH, München. Somit war das Geschäftsjahr 2022 das erste volle Wirtschaftsjahr des Konzerns.

Der Konzern hat im zweiten vollständigen Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 87,0 Mio. EUR (Vj.: 85,2 Mio. EUR) erzielt und lag damit unter den Erwartungen von 88,8 Mio. EUR für das Geschäftsjahr 2023.

Für die Steuerung des Konzernes wird ein maßgebliches/bereinigtes EBITDA (ohne Wertverminderung und sonstige Erträge und Aufwendungen) angewendet. Das bereinigte EBITDA betrug für das abgelaufene Geschäftsjahr 1,8 Mio. EUR (Vj.: -1,3 Mio. EUR). Der Gesamteffekt aus Abschreibungen, dauerhafter Wertminderung, Ertragsteuern und Finanzerträgen und -aufwendungen, inklusive Sonderabschreibungen beträgt 10,1 Mio. EUR (Vj.: 35,8 Mio. EUR) und wird im Wesentlichen durch Zinsaufwendungen in Höhe von 5,0 Mio. EUR (Vj.: 3,4 Mio. EUR) und ordnungsmäßige Abschreibungen in Höhe von 6,7 Mio. EUR (Vj.: 7,4 Mio. EUR) beeinflusst. Darüber hinaus wurde die Kennzahl im Vorjahr durch vorgenommene Sonderabschreibungen auf die im Geschäftsjahr 2021 gebildeten Firmenwerte in Höhe von 21,6 Mio. EUR beeinflusst.

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beläuft sich auf -2,4 Mio. EUR (Vj.: 5,4 Mio. EUR) und wird erheblich durch den hohen Anteil an Einzahlungen von Kunden sowie von Auszahlungen an Mitarbeiter und Lieferanten geprägt. Auszahlungen in Höhe von 1,7 Mio. EUR, im Wesentlichen in Verbindung mit Auszahlungen zur Anschaffung der selbst erstellten immateriellen Wirtschaftsgüter, (Vj.: 3,1 Mio. EUR) beeinflussen den Cashflow aus Investitionstätigkeit.

Weitere Informationen zu den Kennzahlen in Bezug auf Profitabilität, Verschuldung und Struktur der Vermögenswerte können dem folgenden Abschnitt entnommen werden.

2.8 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.9 Ertragslage

Im Wirtschaftsjahr 2023 ergab sich mit einem Verlust von insgesamt 8,1 Mio. EUR erneut ein negatives Gesamtergebnis (Vj.: 37,1 Mio. EUR). Das negative Ergebnis ist im Wesentlichen auf operative Verluste in nahezu allen wichtigen Einzelgesellschaften des Konzerns zurückzuführen. Die im Jahr 2023 aufgelaufenen Verluste haben bereits im Laufe des Geschäftsjahres die Notwendigkeit zur Einleitung umfangreicher Sanierungsmaßnahmen erkennen lassen. In Folge dieser Maßnahmen ergaben sich Kosten für Beratungsleistungen in erheblichem Umfang, die das Ergebnis zusätzlich belastet haben. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2023 im Zusammenhang mit den begonnenen Restrukturierungen 2,5 Mio. EUR (Vj.: 1,6 Mio. EUR) an Beratungsunternehmen erfasst.

Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 87,0 Mio. EUR (Vj.: 85,2 Mio. EUR), wovon 70,4 Mio. EUR auf Leistungen (Vj.: 74,4 Mio. EUR) und 16,6 Mio. EUR (Vj.: 10,8 Mio. EUR) auf den Verkauf von Lizenzen entfielen.

Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen (Cost of Sales, COS) beliefen sich auf 66,6 Mio. EUR (Vj.: 68,2 Mio. EUR) und beinhalten im Wesentlichen Personalaufwendungen in Höhe von 46,2 Mio. EUR (Vj.: 50,7 Mio. EUR) für Mitarbeiter, welche die Erlöse aus Dienstleistungen generieren und damit rund 69 % der gesamten COS darstellen (Vj.: 74%). Insgesamt waren zum Jahresende 909 Mitarbeiter in diesem Bereich beschäftigt (Vj.: 1.058 Mitarbeiter). Für bezogene Dienstleistungen wurden 7,3 Mio. EUR (Vj.: 9,1 Mio. EUR) erfasst, die ebenfalls zur Generierung von Erlösen aus Dienstleistungen angefallen sind. Dies entspricht 11% der gesamten COS (Vj.: 13 % der gesamten COS). Lizenzeinkäufe in Höhe von insgesamt 8,8 Mio. EUR machen ca. 13 % der gesamten COS aus (Vj.: 3,7 Mio. EUR oder 5 % der gesamten COS) wurden für Wiederverkauf von Lizenzen getätigt, die nicht vom Konzern selbst entwickelt wurden. In den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen sind auch Abschreibungen auf selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte und Gegenstände des Sachanlagevermögens in Höhe von 2,0 Mio. EUR (Vj.: 1,8 Mio. EUR) enthalten. Aus im Geschäftsjahr erstmalig vorgenommenen Sonderabschreibungen auf Gegenstände des immateriellen Anlagevermögens sind zusätzliche Kosten in Höhe von 0,9 Mio. (Vj.: 1,6 Mio. EUR) entstanden. Die restlichen 1,3 Mio. EUR (Vj.: 1,2 Mio. EUR) entfallen auf Reisekosten und sonstige Aufwendungen.

Damit beträgt der Bruttogewinn 20,5 Mio. EUR bzw. 24 % (Vj.: 17,0 Mio. EUR bzw. 20 %) der Umsatzerlöse. Der Hauptgrund für den Anstieg um 4% ist auf eine höhere Effizienz bei der Erbringung von Dienstleistungen zurückzuführen, was im Endeffekt zu einem höheren Umsatz und niedrigeren COS im Geschäftsjahr 2023 geführt hat.

Im Geschäftsjahr wurden insgesamt 0,6 Mio. EUR (Vj.: 1,6 Mio. EUR) an sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst, die im Wesentlichen aus Weiterbelastungen von Kosten aus Leasingverhältnissen und der Erbringung von Dienstleistungen resultieren, die nicht mit dem Hauptgeschäft in Zusammenhang stehen. Weiterhin sind in diesem Posten 0,1 Mio. EUR aus Investitionszuschüssen für Forschungs- und Entwicklungstätigkeit enthalten.

Die Vertriebs- und Marketingaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr (6,6 Mio. EUR) leicht gestiegen und betragen insgesamt 7,0 Mio. EUR. Davon entfallen 6,3 Mio. EUR (Vj.: 5,9 EUR) auf Personalaufwendungen und weitere 0,5 Mio. EUR (Vj.: 0,6 Mio. EUR) auf Marketingaufwendungen und Mitgliedsbeiträge in Wirtschaftsverbänden. Die verbleibenden 0,2 Mio. EUR (Vj.: 0,2 Mio. EUR) entfallen auf sonstige allgemeine Vertriebskosten. Vertriebs- und Marketingaufwendungen machen somit 8% (Vj.: 8 %) der erzielten Umsatzerlöse aus. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 sind insgesamt 65 Mitarbeiter (Vj.: 79 Mitarbeiter) im Bereich Vertrieb und Marketing beschäftig. Der Hauptgrund für den leichten Anstieg der Personalkosten im Vergleich zum Vorjahr liegt in den Neueinstellungen mit höherem Gehaltsniveau und Gehaltserhöhungen auf Führungsebene, jeweils im Vertrieb. Diese zwei Faktoren übertreffen in ihrer Auswirkung den Personalabbau im Marketing, der vor allem Mitarbeiter mit niedrigerem Gehaltsniveau betraf.

Im Bereich der allgemeinen Verwaltung sind insgesamt Kosten in Höhe von 18,1 Mio. EUR (Vj.: 24,2 Mio. EUR) angefallen, die inklusive der bereits begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen 21 % im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (Vj.: 29 %) betragen.

Die Sondereffekte aus in 2022 begonnen Restrukturierungsmaßnahmen haben sich mit 2,5 Mio. EUR (Vj.: 1,6 Mio. EUR) im Bereich der allgemeinen Verwaltung niedergeschlagen.

Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte, Kundenstämme sowie Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 4,6 Mio. EUR (Vj.: 5,6 Mio. EUR). Darüber hinaus erfasste der DIGITALL-Konzern Personalaufwendungen in Höhe von insgesamt 5,4 Mio. EUR (Vj.: 6,0 Mio. EUR). Für Rechts- und Wirtschaftsberatung wurden 3,0 Mio. EUR erfasst (Vj.: 4,0 Mio. EUR). Für IT- und Infrastrukturkosten sowie Telekommunikationskosten sind 2,1 Mio. EUR (Vj.: 2,2 Mio. EUR) und für Vermittlungsgebühren, Fortbildungen und Seminare 1,2 Mio. EUR (Vj.: 1,8 Mio. EUR) angefallen. Die sonstigen Kosten, wie Miet- und Leasingkosten sowie Fahrzeug- und Reisekosten, und Kosten für das Interimsmanagement beliefen sich auf 3,7 Mio. EUR (Vj.: 2,6 Mio. EUR). In der Verwaltung waren zum Jahresende insgesamt 100 Mitarbeiter beschäftigt (Vj.: 111 Mitarbeiter).

Das Finanzergebnis des Konzerns für das Geschäftsjahres 2023 betrug -5,0 Mio. EUR (Vj.: -3,4 Mio. EUR) und resultierte insbesondere aus Zinsaufwendungen in Höhe von 4,7 Mio. EUR (Vj.: 2,8 Mio. EUR) für das im Jahr 2021 aufgenommene Darlehen zur Finanzierung des Erwerbs der Konzernunternehmen. Aufgrund der allgemeinen Zinsanhebung des EURIBOR sowie der wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns haben sich mehrfach Anpassungen des Zinssatzes im Laufe des Geschäftsjahres 2023 ergeben, die eine zusätzliche Erhöhung des Zinsaufwandes gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Mio. EUR bewirkt haben. Ebenso wurde mit dem Darlehensgeber eine Vereinbarung für den Aufschub der zu zahlenden Zinsen für den Zeitraum 2. Halbjahr 2022 - Geschäftsjahr 2023 getroffen. Die aufgeschobene Zinszahlung beläuft sich auf 4,7 Mio. EUR und wird zum Jahresende unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Die anfallenden Gebühren werden über die Laufzeit des Darlehens aufwandswirksam erfasst. Die übrigen Aufwendungen belaufen sich auf 0,3 Mio. EUR (Vj.: 0,6 Mio. EUR) und resultieren, wie im Vorjahr, im Wesentlichen aus der zuvor beschriebenen Auflösung der Gebühren für die Gewährung von Darlehen sowie den Zinsen aus Leasing- und Mietverpflichtungen.

Die Gewinne aus Finanzanlagen und Vertragsvermögenswerten sind nicht wesentlich im Jahr 2023 im Gegensatz zu den Verlusten im Vorjahr in Höhe von 0,5 Mio. EUR. Sie resultieren überwiegend aus der individuellen Auflösung oder Vornahme einer Wertberichtigung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Aufgrund der Verluste ergab sich ein positives Steuerergebnis von 1,0 Mio. EUR (Vj.: 0,8 Mio. EUR). Das Steuerergebnis ergibt sich aus den lokal angefallenen Ertragsteuern der Konzernunternehmen in Höhe von -0,9 Mio. EUR (Vj.: -0,1 Mio. EUR) abzüglich verrechneter latenter Steueransprüche in Höhe von 1,9 Mio. EUR (Vj.: 0,9 Mio. EUR).

Aus den genannten Zahlen ergibt sich für das Geschäftsjahr 2023 ein Jahresfehlbetrag von 8,3 Mio. EUR (Vj.: Jahresfehlbetrag von 37,1 Mio. EUR). Die Umsatzrendite liegt somit bei - 9,5% (Vj.: -43 % wegen Sondereffekte). Die als Sonderaufwendungen einzustufenden Aufwendungen in Verbindung mit Rechts- und sonstigen Beratungsleistungen belaufen sich auf 2,5 Mio. EUR, berücksichtigen dabei jedoch nicht den sehr hohen internen Zeitaufwand des Managements sowie einzelner Mitarbeiter (Vj.: 1,6 Mio. EUR).

Aufgrund der Vielzahl von Kunden ohne nennenswerte Clusterrisiken und der breit aufgestellten Geschäftsbeziehungen zu unseren Lieferanten sieht die Geschäftsleitung nach wie vor, auch unter Berücksichtigung der bereits eingeleitet Restrukturierungsmaßnahmen, keine bestandsgefährdenden Beeinträchtigungen für die Geschäftsbeziehungen.

Für Aussagen zu möglichen Risiken im Zusammenhang mit der allgemeinen Knappheit von IT-Ressourcen und möglichen Risiken aus Preisrisiken oder regulatorischen Aspekten verweisen wir auf den Risikobericht.

2.10 Vermögenslage

Das Finanzmanagement des DIGITALL-Konzerns ist darauf ausgerichtet, die dauerhafte Zahlungsfähigkeit aller Konzernunternehmen sicherzustellen. Hierfür wurden geeignete Maßnahmen und Leitlinien entwickelt sowie eine regelmäßige Prognose der kurz- und mittelfristigen Liquiditätsentwicklung des Konzerns etabliert.

Einzelheiten zur Darstellung der Bewertung von Liquiditätsrisiken und entsprechender Gegenmaßnahmen wurden im Risikobericht dargelegt und erläutert.

2.11 Kapitalstruktur

Die bereits seit dem Vorjahr bestehenden Darlehensverbindlichkeiten des Konzerns in Höhe von 35,9 Mio. EUR dienen nach wie vor im Wesentlichen der Finanzierung der Kaufpreiszahlungen für die erworbenen Unternehmen. Das Darlehen besteht aus vier verschiedenen Kreditfazilitäten und ist je nachdem teilweise fällig im Jahr 2027 und komplett im Jahr 2028. Der aktuelle Zinssatz basiert auf einem vereinbarten Basiszinssatz zuzüglich des aktuellen EURIBOR-Wertes der jeweiligen Zinsabwicklungsdauer. Für diese Verbindlichkeiten wurde der Fälligkeitstermin der Zinszahlungen auf den langfristigen Zeitraum verschoben. Der Darlehensvertrag enthält jedoch eine Reihe von Nebenbedingungen, die bei Nichteinhaltung eine schrittweise Erhöhung des Zinssatzes zur Folge haben. Die im laufenden Geschäftsjahr 2023 auf 44,7 Mio. EUR gestiegenen Darlehensverbindlichkeiten ergeben sich zum einen aus einem weiteren Zufluss von liquiden Mitteln in Höhe von 4,0 Mio. EUR und einer Wertsteigerung der aufgelaufenen Zinsen, die im Wesentlichen auf die Verschiebung des Fälligkeitsdatum der Zinszahlungen von kurzfristig auf langfristig zurückführt.

Im Geschäftsjahr 2023 hat der Konzern eine zusätzliche Darlehenszusage in Höhe von 8,8 Mio. EUR als Brückenfinanzierung erhalten (Vj.: 5,0 Mio. EUR). Aus der Zusage sind zum 31.12.2023 Darlehen in Höhe von 4,0 Mio. EUR (Vj.: 2,0 Mio. EUR) abgerufen worden. Der Basiszinssatz für die kurzfristige Brückenfinanzierung ist im Vergleich zum Basiszinssatz des langfristigen Darlehens erheblich höher. Zusätzlich hat die Gruppe zwei Darlehen von Mitgliedern des Managements in Höhe von insgesamt 0,8 Mio. EUR erhalten (Vj.: 0,5 Mio. EUR), davon ein Zufluss von liquiden Mitteln in Höhe von 0,7 Mio. EUR und ein Aufbau von aufgelaufenen Zinsen in Höhe von 0,1 Mio. EUR. Weiterhin hat eines der Tochterunternehmen ein zusätzliches Darlehen im Jahr 2022 bei einer ihrer Hausbanken in Höhe von 1,4 Mio. EUR aufgenommen, das als Kreditlinie im Jahr 2023 nicht weiter in Anspruch genommen wurde.

Zum Ende des Geschäftsjahres wäre eine Zahlung für die aufgelaufenen Zinsen fällig gewesen. Aufgrund einer in 2023 getroffenen vertraglichen Vereinbarung mit den Darlehensgebern wurde die anstehende Zinszahlung gestundet und wird nun in voller Höhe unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

Der nicht in Anspruch genommene Betrag unter dem langfristigen Darlehensvertrag und unter den Darlehen von sonstigen Gesellschaftern belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 0,75 Mio. EUR.

2.12 Investitionen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 wurden keine Investitionen in den Erwerb weiterer Gesellschaften getätigt. Darüber hinaus wurden 7,4 Mio. EUR (Vj.: 5,3 Mio. EUR) für den Erwerb von immateriellen sowie materiellen Vermögenswerten und Nutzungsrechten, im Wesentlichen aus der Anwendung von IFRS 16, sowie für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände und weiterhin für die kontinuierliche Ausstattung der Mitarbeiter mit konzernkonformer IT- und Telekommunikationsausstattung, gezahlt.

Darüber hinaus hat das Mutterunternehmen Rocket EB HoldCo, Frankfurt am Main, im Geschäftsjahr 2021 ein Darlehen in Höhe von 0,5 Mio. EUR an eine ihrer Gesellschafterinnen vergeben. Es handelt sich um ein endfälliges Darlehen mit einer Laufzeit von zehn Jahren, das zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen wurde. Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine weiteren Darlehen außerhalb des Konzerns vergeben.

2.13 Liquidität

Die betriebliche Tätigkeit, einschließlich der laufenden Produktentwicklung, wird im Wesentlichen durch bereits erzielte Erlöse aus dem Verkauf von IT-Dienstleistungen und Lizenzprodukten finanziert.

Zum Ende des Geschäftsjahres verfügte der DIGITALL-Konzern über liquide Mittel in Höhe von rund 3,0 Mio. EUR (Vj.: 6,5 Mio. EUR).

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit belief sich auf -2,4 Mio. EUR (Vj.: 5,4 Mio. EUR), wobei, wie im Vorjahr, vor allem von Kunden erhaltene Zahlungen in Höhe von 98,1 Mio. EUR (Vj.: 103,0 Mio. EUR) sowie Zahlungen an Lieferanten in Höhe von 34,5 Mio. EUR (Vj.: 30,6 Mio. EUR) und Gehälter an Mitarbeiter in Höhe von 58,2 Mio. EUR (Vj.: 58,2 Mio. EUR) von besonderer Relevanz sind. Hinzu kamen Mittelabflüsse aus Zahlungen von Umsatzsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 7,2 Mio. EUR (Vj.: 7,6 Mio. EUR). Alle sonstigen Positionen führten zu einem Mittelabfluss von 0,7 Mio. EUR (Vj.: 1,2 Mio. EUR).

Im abgelaufenen Geschäftsjahr beinhaltet der Cashflow aus Investitionstätigkeit lediglich Auszahlungen für Zugänge des immateriellen sowie des Sachanlagevermögens in Höhe von 1,7 Mio. EUR (Vj.: 3,1 Mio. EUR).

In Bezug auf den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit stehen Auszahlungen für Gebühren, Zinsen und Leasingzahlungen in Höhe von 3,5 Mio. EUR (Vj.: 5,3 Mio. EUR) dem weiteren Mittelzufluss aus Aufnahme neuer Darlehen in Höhe von 4,0 Mio. EUR (Vj.: 4,0 Mio. EUR).

2.14 Nettovermögen

Das Gesamtvermögen des DIGITALL-Konzerns betrug zum Jahresende 2023 85,7 Mio. EUR (Vj.: 89,7 Mio. EUR). Die langfristigen Vermögenswerte beliefen sich dabei auf 64,3 Mio. EUR (Vj.: 62,6 Mio. EUR) während die kurzfristigen Vermögenswerte 21,4 Mio. EUR (Vj.: 27,1 Mio. EUR) des Gesamtvermögens ausgemacht haben.

Die langfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

in Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022
Geschäfts-oder Firmenwert 33.0 33.0
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 20.3 21.6
Nutzungsrechte 7.0 5.0
Sachanlagen 1.1 1.3
Latente Steueransprüche 2.3 1.1
Ausleihungen an Gesellschafterinnen 0.5 0.5
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0.1 0.1
Summe langfristige Vermögenswerte 64.3 62.6

Der Geschäfts- oder Firmenwert von Mio. EUR 33,0 bleibt unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte werden zum 31.12.2023 mit 20,3 Mio. EUR (Vj.: 21,6 Mio. EUR) ausgewiesen und bestehen im Wesentlichen aus aktivierten Kundenstämmen und Markenrechten in Höhe von 11,1 Mio. EUR (Vj.: 11,0 Mio. EUR). In diesem Posten sind, neben den regulären Abschreibungen, insgesamt 1,7 Mio. EUR (Vj.: Sonderabschreibungen 2,4 Mio. EUR) an Auflösung der Sonderabschreibungen aus vergangen Jahren aufgrund der Geschäftsentwicklung einzelner Gesellschaften notwendig geworden.

Auch die selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 8,8 Mio. EUR (Vj.: 9,6 Mio. EUR) sind im Geschäftsjahr 2023 einer Sonderabschreibung aufgrund dauerhafter Wertminderung in Höhe von 0,9 Mio. EUR (Vj.: 1,3 Mio. EUR) unterzogen worden, wenngleich die getätigten Investitionen in diesem Bereich den Werteverzehr nach regulären Abschreibungen nahezu ausgleichen. Die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 8,1 Mio. EUR (Vj.: 6,3 Mio. EUR) setzen sich nach wie vor im Wesentlichen aus entgeltlich übertragenen Nutzungsrechten im Anwendungsbereich des IFRS 16 zusammen und haben sich lediglich durch Zugänge zw. Abgänge und reguläre Abschreibungen verändert.

Darüber hinaus weist der DIGITALL-Konzern 1,1 Mio. EUR (Vj.: 1,3 Mio. EUR) Bestandswert für IT-Geräte, Server und sonstige technische Vermögenswerte, die aufgrund geringerer Anschaffungen im Verhältnis zu den Abschreibungsbeträgen leicht gesunken sind, sowie gegenüber dem Vorjahr unveränderter latente Steueransprüche aus Steuervorträgen in Höhe von 2,3 Mio. EUR aus (Vj.: 1,1 Mio. EUR).

Die kurzfristigen Vermögenswerte gliedern sich wie folgt:

in Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 18.3 19.2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.0 6.5
Vorräte 0.1 1.4
Summe kurzfristige Vermögenswerte 21.4 27.1

Der Posten "Forderungen und sonstige Vermögenswerte" umfasst im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Kunden des DIGITALL-Konzerns in Höhe von 15,0 Mio. EUR (Vj.: 15,6 Mio. EUR). Die sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 3,3 Mio. EUR (Vj.: 3,6 Mio. EUR) haben sich ebenfalls leicht reduziert. Zu den sonstigen Vermögenswerten zählen 0,8 Mio. EUR (Vj.: 1,3 Mio. EUR) für aktive Rechnungsabgrenzungsposten, Forderungen gegenüber Finanzbehörden aus Fördermittelansprüchen sowie Steuererstattungen, Vorschüsse an Mitarbeiter, sowie gezahlte Garantien und Vorauszahlungen. Die Vorräte in der Bilanz des Konzerns sind von untergeordneter Bedeutung ähnlich zum Vorjahr, wobei der Wert nunmehr zum Geschäftsjahresende 2023 insgesamt 0,1 Mio. EUR (Vj.: 1,4 Mio. EUR) beträgt. Dieser setzt sich maßgeblich aus unfertigen Leistungen im Rahmen von Serviceeinsätzen und Projekten zusammen.

Aufgrund des negativen Gesamtergebnisses von 8,1 Mio. EUR (Vj.: 37,1 Mio. EUR) beträgt das Eigenkapital des DIGITALL- Konzerns zum 31.12.2023 10,1 Mio. EUR (Vj.: 18,2 Mio. EUR.). Negative Währungseffekte in Höhe von 0,2 Mio. EUR (Vj.: 0,1 Mio. EUR) haben das Eigenkapital aus dem Vorjahr entsprechend reduziert. Infolge der Verluste hat sich die Eigenkapitalquote zum Jahresende auf 12% reduziert (Vj.: 20 %).

Die Verbindlichkeiten des DIGITALL-Konzerns belaufen sich insgesamt auf 75,6 Mio. EUR (Vj.: 71,5 Mio. EUR), was einem rein stichtagsbezogenen Verschuldungsgrad von 748 % (Vj.: 393 %) entspricht.

Die langfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

in Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022
Langfristige Darlehensverbindlichkeiten 44.7 31.9
Latente Steuerverpflichtungen 4.7 5.4
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 5.8 3.9
Langfristige vertragliche Verbindlichkeiten 0.4 0.9
Summe langfristige Verbindlichkeiten 55.6 42.1

Die bereits seit dem Vorjahr bestehenden Darlehensverbindlichkeiten des Konzerns in Höhe von 31,9 Mio. EUR (darüber hinaus 4,0 Mio. EUR in kurzfristigen Verbindlichkeiten) dienen nach wie vor im Wesentlichen der Finanzierung der Kaufpreiszahlungen für die erworbenen Unternehmen. Das Darlehen besteht aus vier verschiedenen Kreditfazilitäten und ist teilweise fällig im Jahr 2027 und komplett im Jahr 2028. Der aktuelle Zinssatz basiert auf einem vereinbarten Basiszinssatz zuzüglich des aktuellen EURIBOR-Wertes in Abhängigkeit von der jeweiligen Zinsabwicklungsdauer. Für diese Verbindlichkeiten wurde der Fälligkeitstermin der Zinszahlungen auf den langfristigen Zeitraum verschoben. Der Darlehensvertrag enthält jedoch eine Reihe von Nebenbedingungen, die bei Nichteinhaltung eine schrittweise Erhöhung des Zinssatzes zur Folge haben. Die im laufenden Geschäftsjahr 2023 auf 44,7 Mio. EUR gestiegenen Darlehensverbindlichkeiten ergeben sich zum einen aus einem weiteren Zufluss von liquiden Mitteln in Höhe von 4,0 Mio. EUR und einer Wertsteigerung der aufgelaufenen Zinsen, die im Wesentlichen auf die Verschiebung des Fälligkeitsdatum der Zinszahlungen von kurzfristig auf langfristig zurückführt.

Die latenten Steuerschulden in Höhe von 4,7 Mio. EUR (Vj.: 5,4 Mio. EUR) resultieren mit 2,9 Mio. EUR (Vj.: 4,0 Mio. EUR) aus Unterschieden in den Abschreibungszeiträumen zwischen IFRS und den jeweiligen lokalen Rechnungslegungsstandards. Zudem ergab sich ein Rückgang der latenten Steuerverbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Mio. auf 1,8 Mio. EUR aus realisierten Sonderabschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen im Geschäftsjahr 2023.

Die langfristigen Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 5,8 Mio. EUR (Vj.: 3,9 Mio. EUR) stehen nach wie vor im Zusammenhang mit der Anwendung von IFRS 16. Der moderate Anstieg des Postens resultiert aus neuen Leasingverträgen, die den Berechnungen zur Anwendung des IFRS 16 zugrunde liegen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten resultieren nach wie vor aus der Erfassung des langfristigen Anteils von Wartungsverträgen mit Kunden.

Die in der Bilanz ausgewiesenen kurzfristigen Verbindlichkeiten stellten sich zum Ende des Geschäftsjahres wie folgt dar:

in Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 8.2 11.6
Verbindlichkeiten für Mitarbeiter und soziale Abgaben 5.7 7.2
Vertragliche Verbindlichkeiten und Finanzierung 2.1 2.7
Steuerschulden 2.7 2.6
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 1.4 1.4
Kurzfristige Darlehensverbindlichkeiten - 4.0
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten 20.0 29.5

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 6,6 Mio. EUR (Vj.: 10,2 Mio. EUR) und sonstige Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen und sonstigen lieferungsbezogenen Verbindlichkeiten in Höhe von 1,5 Mio. EUR (Vj.: 1,4 Mio. EUR). Der Anstieg der Verbindlichkeiten resultiert aus einer punktuellen Ausweitung der Zahlungsziele sowie der Stundung einiger Lieferantverbindlichkeiten.

Darüber hinaus bestehen die Personalverbindlichkeiten zum Geschäftsjahresende 2023 im Wesentlichen aus 3,6 Mio. EUR (Vj.: 4,4 Mio. EUR) aus ausstehenden Bonuszahlungen und Gehaltsforderungen sowie 1,1 Mio. EUR (Vj.: 1,7 Mio. EUR) für noch zu zahlende Sozialversicherungsbeiträge und 1,0 Mio. EUR (Vj.: 1,1 Mio. EUR) für Ansprüche aus nicht genommenen Urlaubstagen und sonstigen Personalverbindlichkeiten.

Der unter den Vertrags- und Finanzierungsverbindlichkeiten ausgewiesene Betrag von 2,1 Mio. EUR (Vj.: 6,7 Mio. Euro) beinhaltet im Geschäftsjahr 2023 Betrag in Höhe von 2,1 Mio. EUR nur aus kurzfristigen passiven Rechnungsabgrenzungsposten für Wartungsverträgen mit Kunden (Vj.: 2,7 Mio. EUR als wesentlicher Teil). Zusätzlich sind in 2022 noch 4,0 Mio. EUR an kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten entstanden, die sich maßgeblich aus der Inanspruchnahme der Brückenfinanzierung in Höhe von 2,0 Mio. EUR sowie der Stundung der Zinszahlung für das 2. Halbjahr 2022 in Höhe von 1,2 Mio. EUR, den bereits erwähnten Darlehen aus dem Management der Gesellschaft in Höhe von 0,5 Mio. EUR und den Gebühren aus der Kündigung der 15,0 Mio. EUR Finanzierungszusage in Höhe von 0,2 Mio. EUR zusammensetzten.

Der Großteil der Steuerverbindlichkeiten entfällt mit 1,8 Mio. EUR (Vj.: 1,2 Mio. EUR) auf noch zu zahlende Umsatzsteuerverbindlichkeiten sowie mit 0,6 Mio. EUR (Vj.: 0,7 Mio. EUR) auf Ertragsteuern und mit 0,3 Mio. EUR (Vj.: 0,7 Mio. EUR) auf Lohnsteuern und sonstige Steuerverbindlichkeiten.

Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten umfassen, wie im Vorjahr, ausschließlich solche Leasingverbindlichkeiten, die sich aus der Anwendung von IFRS 16 ergeben. Der Posten erhöhte sich vergleichbar mit dem Anstieg der langfristigen Leasingverbindlichkeiten, ebenfalls im Wesentlichen aufgrund des Abschlusses neuer Leasingverträge.

Damit liegt die Schuldenquote Ende 2023 bei 88% (Vj.: 80 %).

2.15 Gesamtbeurteilung

In den ersten zwei vollen Geschäftsjahren der DIGITALL-Gruppe wurden die Erwartungen der Gesellschafter nicht in allen Bereichen vollständig erfüllt. Die Notwendigkeit, die Integration und Transformation der Gruppe fortzusetzen, hat sich auch für das Jahr 2023 bestätigt. Somit wurde im April 2023 die Mehrheit an der Alleingesellschafterin des Konzerns, der Rocket Luxembourg S.à.r.l., Luxemburg, von der SC Twelfth Investment S.a. r.l. (Luxembourg) an die ARES Capital Europe Master S.C.A., SICAV-Raif (Luxembourg) übertragen. Weiterhin wurde auch ein Wechsel auf der CEO-Ebene beschlossen. Mit Wirkung vom 06.04.2023 hat Ivaylo Slavov seine Führungspositionen abgegeben und David Laux wurde als CEO mit der alleinigen Verantwortung für die Führung der DIGITALL Gruppe betraut.

Unter der neuen Leitung hat sich die Gruppe fest vorgenommen, die Reorganisation und Umstrukturierung zügig und qualitativ umzusetzen und zielt darauf ab, sowohl die operative Exzellenz als auch die finanzielle Leistung und Liquidität zu verbessern.

Der zwischen der neuen Gesellschafterin und dem Management vereinbarte Plan sieht vor, die Gruppe durch Ausschöpfung ihres Potenzials umzustrukturieren und ihre Effizienz und Wertschöpfung im kommenden Geschäftsjahr zu steigern, um wieder in die Gewinnzone zu gelangen und sowohl die Liquidität als auch das Eigenkapital der DIGITALL-Gruppe zu stärken. Die notwendige Unterstützung durch die Gesellschafter wurde zugesagt und diese stellt die Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung der notwendigen Maßnahmen dar.

3. NACHTRAGSBERICHT

Im Mai 2024 wurde mit der Gruppe der Kreditgeber A eine Vereinbarung getroffen, im Jahr 2024 nur einmalig zum 31. Dezember 2024 einen Covenant-Test durchzuführen.

Im Juni 2024 wurden zwei zusätzliche Darlehensbeträge in Höhe von TEUR 500 im Rahmen der Darlehensfazilität 1 und in Höhe von TEUR 250 von Gesellschaftern für die Finanzierung der betrieblichen Tätigkeit in Anspruch genommen.

Ende Juni 2024 veräußerte der Konzern 100 % seiner Beteiligungen an GBS Europa GmbH, GROUP Business Software (UK) Ltd., GBS Solutions North America LLC und GBS Bulgaria EOOD, die zur zahlungsmittelgenerierenden Einheit "ZGE (C)" gehörten. Die Geschäftsführung schätzt den ergebniswirksamen Gewinn aus der Veräußerung auf circa Mio. EUR 2, der im Geschäftsjahr 2024 erfasst wird.

Im August 2024 zahlte die Gruppe Darlehensbeträge in Höhe von Mio EUR 2.6 im Rahmen der Darlehensfazilität 1 und in Höhe von Mio EUR 0.4 an die Gesellschafter zurück.

Bis zum Datum der Genehmigung dieses Jahresabschlusses haben im Jahr 2024 keine weiteren wesentlichen Ereignisse stattgefunden, die Anpassungen und/oder Angaben erfordern könnten.

4. BERICHT ÜBER ERWARTETE ENTWICKLUNGEN SOWIE ÜBER CHANCEN UND RISIKEN

4.1 Prognosebericht

4.2 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland für das Jahr 2024 steht unter dem Zeichen eines moderaten Wachstums und anhaltender Herausforderungen. Die Bundesregierung prognostiziert ein leichtes Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent, was auf eine langsame Erholung von den Auswirkungen des Ukraine-Krieges und den Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie hinweist. (Quelle: Bundesregierung, Februar 2024), (Quelle: Bundesregierung, April 2024).

Das ifo Institut hat seine Wachstumserwartungen für 2024 auf 0,9 Prozent angepasst, nachdem zuvor ein höheres Wachstum prognostiziert worden war. Diese Korrektur basiert auf schwächeren wirtschaftlichen Entwicklungen im letzten Quartal 2023 sowie anhaltender Unsicherheit bezüglich des Bundeshaushalts (Quelle: Ifo, Dezember 2023).

Deutschland leide als Exportnation laut IWF stärker unter dem insgesamt schwachen Welthandel als andere Länder. Zudem habe die Industrie mit den hohen Energiepreisen zu kämpfen. Beide Faktoren sorgen dem IWF zufolge für ein schwaches Wachstum der Wirtschaftsleistung gegenüber dem vorangegangenen Jahr. (Quelle: Statista, April 2024).

Die Inflationsrate wird für das Jahr 2024 auf 2,8 Prozent geschätzt, was einen Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Dies ist eine positive Entwicklung für Verbraucherinnen und Verbraucher, da die steigenden Einkommen, insbesondere durch hohe Lohnabschlüsse, die Kaufkraft stützen werden. Die Reallöhne dürften somit wieder ansteigen, was die Binnennachfrage stärken könnte. (Quelle: Bundesregierung, Februar 2024), (Quelle: Bundesregierung, April 2024).

4.3 Branchenspezifische Entwicklung

Gartner schätzt die weltweiten IT-Ausgaben im Jahr 2024 auf 5,06 Billionen Dollar, ein Wachstum von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. IT-Services sind besonders gefragt und sollen 2024 ein weltweites Geschäftsvolumen von 1,52 Billionen Dollar erreichen, was einem Anstieg von 9,7 Prozent entspricht. Dieser Bereich wird voraussichtlich der größte Teilmarkt im IT-Sektor. (Quelle: Gartner, April 2024).

Laut Gartner haben Anwenderunternehmen derzeit größere Schwierigkeiten als IT-Dienstleister, IT-Fachkräfte zu rekrutieren, was den Bedarf an externen Beratungsleistungen erhöht. Erstmals wird mehr Geld für Beratung als für internes Personal ausgegeben. Die Softwareausgaben sollen 2024 um 13,9 Prozent steigen und erstmals über eine Billion Dollar erreichen. Zusammen machen IT-Services und Software etwa die Hälfte des globalen IT-Geschäfts aus. Gerätehersteller können auf eine leichte Erholung hoffen: Nach einem Rückgang um 9,1 Prozent im Jahr 2023 sollen die Umsätze 2024 um 3,6 Prozent auf 688 Milliarden Dollar steigen. Im Markt für Data-Center-Systeme wird ein Wachstum von zehn Prozent auf fast 260 Milliarden Dollar erwartet, hauptsächlich angetrieben durch den Hype um Generative Al. Unternehmen bereiten sich 2024 auf die Umsetzung dieser Technologien für 2025 vor. (Quelle: Gartner, April 2024).

Table 1. Worldwide IT Spending Forecast (Millions of U.S. Dollars)

2023 Spending 2023 Growth 2024 Spending 2024 Growth
(%) (%)
Data Center Systems 236,179 4.0 259,680 10.0
Devices 664,028 -9.1 687,943 3.6
Software 914,689 12.6 1,042,174 13.9
IT Services 1,385,120 6.1 1,519,928 9.7
Communications Services 1,487,161 3.3 1,551,288 4.3
Overall IT 4,687,177 3.8 5,061,013 8.0

Source: Gartner (April 2024)

Zum Ende des ersten Quartals 2024 zeigt sich die deutsche Digitalbranche wieder optimistischer. Die aktuelle Geschäftslage der IT- und Telekommunikationsunternehmen stieg auf 15,5 Punkte, 1,2 Punkte mehr als im Februar und der erste Anstieg seit Juli 2023. Die Geschäftserwartungen für den weiteren Jahresverlauf verbesserten sich von -10,2 auf -2,2 Punkte. Dies zeigt der aktuelle Bitkom-ifo-Digitalindex, der die Geschäftslage und -erwartungen der nächsten drei Monate abbildet. Im März stieg dieser Index um 4,8 Punkte auf 6,4 Punkte. Im Vergleich zur deutschen Gesamtwirtschaft ist die Digitalbranche deutlich zuversichtlicher. Die Geschäftslage der Gesamtwirtschaft liegt bei 0,6 Punkten, die Geschäftserwartungen bei -16,4 Punkten, und der ifo-Index für das Geschäftsklima bei -8,1 Punkten. (Quelle: Bitkom, März 2024).

4.4 Voraussichtliche Entwicklung des DIGITALL-Konzerns

Der DIGITALL-Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, den durch die eingeleitete Restrukturierung erwartbaren Turnaround zu erreichen. Auch wenn sich die makroökonomischen Parameter zusehends in Form von Rezession in verschiedenen Geografien verschlechtern, sind wir überzeugt, aufgrund unserer sehr guten Positionierung, vor allem in den DACHLI Märkten, eine stabile Entwicklung zu erzielen. DIGITALL erwartet auf Basis der aktuellen Auftrags- und Angebotslage für das Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz in Höhe von ca. 90 Mio. EUR bei einem bereinigten EBITDA von ca. 9,7 Mio. EUR. Das bereinigten EBITDA stellt die um Wertverminderungsbeträge bereinigte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dar.

Der Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass die DIGITALL Gruppe die weiteren negativen Auswirkungen aus dem sich eintrübenden Geschäftsklima noch stärker einkalkulieren soll. Um ihre Ziele zu erreichen, wird DIGITALL auch zukünftig mit einem exzellenten Produkt- und Dienstleistungsangebot sowie Allianzen mit führenden Softwareherstellern in der Lage sein, Umsatzpotenziale aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmensgruppen dynamisch und schnell zu nutzen. Der anhaltende Trend zur Digitalisierung in Verbindung mit einer wachsenden Nachfrage nach Cloud- Lösungen dürfte zu einem weiteren Ausbau des Geschäfts beitragen. Es wird erwartet, dass alle von dem Konzern bedienten Branchen dazu beitragen.

Im Geschäftsjahr 2023 hat DIGITALL beschlossen, eine neue Technologie-Partnerschaft mit dem Software Konzern ServiceNow einzugehen und die entsprechenden Investments zu tätigen, die von großer strategischer Bedeutung für das künftige Wachstumsziel der Gruppe ist. DIGITALL ist dem ServiceNow Consulting and Implementation Partner Programm und dem ServiceNow Reseller Partner Programm als Registered Partner beigetreten. Die Partnerschaft ermöglicht DIGITALL, ihre Branchenexpertise und ihr umfassendes Implementierungswissen einzubringen, um Kunden bei der Beschleunigung der digitalen Transformation durch die Now-Platform zu unterstützen sowie ServiceNow-Lösungen in mehr Unternehmen und Märkten zu etablieren. DIGITALL wird Beratungs- und Implementierungsservices in den Bereichen IT Service Management (ITSM), Workflow Automation, Customer Service Management (CSM), Asset Management und mehr anbieten.

Das umfangreiche Partner-Ökosystem und das neue Partner Programm von ServiceNow sind entscheidend für die erfolgreiche Nutzung des Marktpotenzials von 220 Milliarden Dollar, dass die Now-Platform bietet. Das neu gestaltete ServiceNow-Partnerprogramm würdigt und belohnt zudem Partner für ihr umfangreiches Know-how und ihre Erfahrung, um Chancen besser nutzbar zu machen, neue Märkte zu erschließen und gemeinsame Kunden bei ihren Bemühungen, um die digitale Transformation zu unterstützen.

Dabei wird das Unternehmen die Now-Plattform nutzen. Als ServiceNow-Reseller wird DIGITALL in diesem Kontext zudem eine wettbewerbsfähige Preisgestaltung sowie Lizenzoptimierungen anbieten und Kunden mit Insights und Knowhow versorgen, wie sie die richtige ServiceNow-Lösung für ihre spezifischen Geschäftsanforderungen finden können.

Weiterhin setzt DIGITALL verstärkt auf das Thema AI und priorisiert Investments in adäquaten Lösungen und Service- Angebote, die es der Gruppe erlauben Kunden schon in den Anfangsphasen dieses Markttrends für sich zu gewinnen und das volle Potential des neu entstehenden Bedarfs beim Kunden auszuschöpfen.

Ein weiterer Baustein ist die Fokussierung auf unsere Top-20-Kunden, die weiterhin ein enormes Wachstumspotenzial aufweisen; Ziel ist es auch, Synergien durch Cross-Selling zu schaffen, da dieses Potenzial sich erst aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmensgruppen ergeben konnte. Das Segment der Top-Kunden wird weiter ausgebaut.

Darüber hinaus nutzt der Konzern das Potenzial der Marktnachfrage nach Cybersicherheitsprodukten und -dienstleistungen. Das Portfolio befriedigt Kundenbedürfnisse in den Bereichen Sichere E-Mails und Zusammenarbeit, wo die stabilen Entwicklungen, den Bedarf an cloud- und nutzungsbasierten Angeboten widerspiegeln.

Regional gesehen soll insbesondere die starke Stellung in Deutschland durch neue Produkt- / Serviceangebote sowie neue Kunden weiter ausgebaut werden, gefolgt von der Schweiz, Österreich, CEE und den USA.

Der oben erwähnte Trend zur Digitalisierung sowie zum Cloud Computing ist ungebrochen und für die nächsten fünf bis zehn Jahre wird in unseren Kernkompetenzfeldern aufgrund der zuvor beschrieben Aspekte konsistente Wachstumsraten erwartet. Mit der vorhandenen und auf dem Marktanerkannten Expertise in der zu beherrschende Implementierung von Technologien sieht sich der Konzern gut aufgestellt, um sich in diesem Markt zu behaupten.

4.5 Risikobericht

4.6 Risikomanagementsystem

Ziel des Risikomanagements ist es, den gegenwärtigen und zukünftigen Erfolg des Unternehmens zu sichern und damit Entwicklungen, die sich negativ auf das nachhaltige Wachstum des Konzerns auswirken oder einen direkten Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des DIGITALL-Konzerns haben könnten, frühzeitig zu erkennen, geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten, und damit die potenziellen Risikokosten zu minimieren. Letztere setzen sich aus Versicherungsbeiträgen, den Kosten der Schadensvermeidung und dem Risikomanagement zusammen.

Die Aufgaben unseres Risikomanagements sind als Kreislauf zu interpretieren. Risiken werden zunächst identifiziert - unter Einbeziehung aller operativen Einheiten und der Geschäftsführung - und anschließend bewertet. Mit der Bewertung sollen Maßnahmen ergriffen werden, um das Risiko zu kontrollieren, zu reduzieren oder zu verlagern.

Darüber hinaus überwacht der Konzern systematisch die Risiken aus dem laufenden Geschäft mit geeigneten Controlling-Instrumenten. Dazu gehören beispielsweise die Kosten- und Umsatzplanung, die unter Einbeziehung der Geschäftsführung durchgeführt wird, die ständige Überwachung der Umsatz- und Kostenentwicklung sowie die Umfragen zu Kundenbedürfnissen.

Unser Risikomanagementsystem identifiziert daher Risiken und Chancen frühzeitig, begrenzt und bewertet sie und überwacht sie kontinuierlich. Operative, finanzielle, wirtschaftliche, rechtliche und marktbezogene Risiken und Chancen werden gleichermaßen berücksichtigt.

Die Risiken und die entsprechenden Maßnahmen zu deren Eindämmung werden in einer zentralen Datenbank erfasst.

In den Rahmenbedingungen des operativen Geschäfts werden die Prozesse, die zugehörigen Verantwortlichkeiten und das zugehörige Regelwerk sowie die daraus resultierenden Kontroll- und Genehmigungsverfahren (Vier-Augen-Prinzip) umfassend definiert. Die Finanzabteilung von DIGITALL Nature Germany GmbH, GBS Europa GmbH und der DIGITALL Nature EOOD Bulgaria überwachen die Rechnungslegungsprozesse und treffen alle für den Abschluss relevanten Rechnungslegungsentscheidungen. Damit wird die Einhaltung aller Rechnungslegungsvorschriften sichergestellt.

Auf Abteilungsebene wird die vollständige Planung für das nächste Geschäftsjahr verwaltet. Diese wird regelmäßig für den Vergleich zwischen tatsächlichen und den geplanten Werten verwendet.

4.7 Risiken

4.8 Risiken im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit

Generell hat der DIGITALL-Konzern folgende Risikofaktoren für sich identifiziert:

Strategische Risiken Operative Risiken Wirtschaftliche, politische und regulatorische Risiken Finanzrisken Personalrisken
Branchen- und Marktrisken Vertriebsrisiken Wirtschaftliches und politisches Umfeld Liquiditätsrisiken Internationales Mitarbeitermanagement
Strategisches Geschäftsmodell Projekt- und Produktrisiken Regulatorisches Umfeld und gesetzliche Vorgaben Risiken aus Währungs- und Zinsschwankungen Gewinnung, Bindnung und Entwicklung von Mitarbeiter*innen
Innovation und technologisches Know-how Haftungsrisiken Rechnungslegungsrisiken
IT-Risiken Steuerliche Risken

Wesentliche strategische Risiken für unseren Konzern ergeben sich aus dem Branchen- und Marktumfeld. Um diesen Risiken zu begegnen, ist es wichtig, eine marktorientierte Strategie zu erreichen, diese Strategie regelmäßig zu überprüfen und auf Basis dieser Strategie kontinuierlich in die Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen zu investieren.

Mögliche Risiken, die sich aus dem strategischen Geschäftsmodell unter Wahrung strategischer Chancen ergeben, werden im Rahmen des strategischen Planungsprozesses auf Geschäftsführungsebene festgelegt und direkt mit den Mitgliedern des Vorstands analysiert und anschließend dem Konzernbeirat als strategische Handlungsmaßnahmen vorgestellt. Die quantitative Abschätzung der langfristigen Einflüsse möglicher Risiken im strategischen Umfeld und deren Auswirkungen auf den Konzern erweist sich naturgemäß als schwierig. Daher werden qualitative Faktoren wie technologische und wirtschaftliche Entwicklungen sowie Wettbewerbsanalysen zunehmend als strategische Faktoren in der Risikoanalyse betrachtet.

Wie viele andere Marktteilnehmer ist auch der DIGITALL-Konzern mit seinem Angebot an IT-Dienstleistungen und Softwareprodukten stark von den Markt- und Branchenentwicklungen seiner Kunden abhängig. Es besteht immer das Risiko, dass wesentliche Entwicklungen von Technologien und IT-Systemen sowie Lebenszyklen nicht rechtzeitig erkannt oder falsch bewertet werden, was zu negativen Einflüssen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns führt.

Um diesem schwer einschätzbaren Risiko adäquat begegnen zu können, hat sich der Konzern in den von ihm bedienten Marktfeldern möglichst breit aufgestellt und auf unterschiedliche Technologien spezialisiert. Nach ausreichender Analyse zukünftiger Technologieentwicklungen werden die Entwicklungsabteilungen innerhalb des Konzerns durch Entscheidungen der Geschäftsführung in Abstimmung mit dem Beirat so gesteuert, dass Entwicklungen in unrentablen Technologiebereichen rechtzeitig erkannt und gestoppt werden können.

Der DIGITALL-Konzern erwirtschaftet den Großteil seiner Umsatzerlöse mit IT-Dienstleistungen und entsprechenden Softwarelösungen. IT-Dienstleistungen gliedern sich in das Projektgeschäft und reine Zeit- und Materialaufträge auf. Zeit- und Materialaufträge werden nach dem tatsächlichen Zeitaufwand abgerechnet und sind daher aus wirtschaftlicher Sicht mit einem eher geringen Risiko verbunden. Je nach Komplexität eines Projekts beinhalten Festpreisprojekte in der Regel ein höheres wirtschaftliches Risiko, aber auch eine höhere Chance auf eine verbesserte Gewinnmarge. Um das Risiko in diesen Projekten überschaubar zu halten, nutzt der DIGITALL-Konzern ein standardisiertes Ausschreibungsverfahren, das die möglichen Risikofaktoren transparent macht und damit die Grundlage für eine risikoreduzierte Ausschreibungssituation schafft.

IT-Dienstleistungen und Produkte, die derzeit vermarktet werden, werden ständig überprüft und hinsichtlich ihrer Marktfähigkeit optimiert. Das Produkt- und Dienstleistungsportfolio wird somit an Marktentwicklungen angepasst. Bevor neue Produkte oder neue Produktversionen ausgeliefert werden, werden intensive und mehrstufige Qualitätstests durchgeführt und vor der Vermarktung Pilotprojekte mit Kunden durchgeführt, um die Produktqualität und das Produktmarketing sicherzustellen, indem die Entwicklung des Verkaufs der Produkte, Kunden- und Partnerfeedback und Supportanfragen für die Produkte beobachtet werden.

Die konzerneigene Rechtsabteilung prüft zudem die vom zuvor definierten Standard abweichenden Vertragsinhalte im Vertriebsumfeld, um als weiteren risikomindernden Schritt mögliche Vertragsrisiken aus den Vertriebs- und Projektvereinbarungen zu minimieren.

Mögliche Haftungsrisiken aufgrund von Schäden, die durch den Konzern oder seine Mitarbeiter verursacht werden, oder mögliche Störungen in den IT-Prozessen stellen ein erhebliches Risiko für den Konzern dar. Mitarbeiter, die bei den Kunden arbeiten - sowohl vor Ort als auch remote - werden entsprechend geschult, um Backup-Prozesse so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus ist der Konzern für eventuell auftretende Schäden oder Schadenersatzansprüche ausreichend versichert.

Aufgrund des täglichen und mittlerweile allgegenwärtigen Umgangs mit sensiblen Daten besteht ein erhöhtes Risiko, dass Daten von Personen mit umfangreichen Zugriffsrechten (Power-User und Administratoren) versehentlich verändert, beschädigt oder sogar gelöscht werden. Das Risiko eines möglichen Datenverlustes wird durch ein striktes und stark eingeschränktes Berechtigungssystem sowie entsprechende organisatorische Sicherheitsvorkehrungen minimiert. Darüber hinaus werden regelmäßige Backups bestehender Unternehmensdaten durchgeführt und nach Möglichkeit durch redundante Rechenzentren, Speicher und physische Server gesichert.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, die Inflation und das Investitionsverhalten der Gesamtwirtschaft stellen für den DIGITALL-Konzern ein erhebliches gesamtwirtschaftliches Risiko dar. Auch wenn der DIGITALL-Konzern seine Hauptabsatzmärkte im Europäischen Wirtschaftsraum sieht, stellen die globalen wirtschaftlichen Investitionsstrukturen und die Entwicklungen der Volkswirtschaften in Asien und Nordamerika einen wesentlichen Einflussfaktor auf den Welthandel und damit auch auf den DIGITALL-Konzern dar.

Darüber hinaus liegen bewaffnete Konflikte wie der Krieg in der Ukraine sowie mögliche politische Unruhen, Terroranschläge oder weltweite Pandemien nicht im Einflussbereich des Konzerns und sind daher unmöglich zu verhindern oder zu kontrollieren. Der DIGITALL-Konzern versucht, das Risiko lokaler Ergebnisse durch die branchenunabhängige Vermarktung seiner Dienstleistungen und Produkte zu minimieren und das Risiko globaler Ergebnisse sowohl bei der Erbringung seiner Dienstleistungen ("Remote Deployment", entfernte Verteilungsprogramme) als auch gegenüber seinen Kunden (keine Bildung von Clusterrisiken in den Kundenstrukturen) so flexibel wie möglich zu reduzieren.

Generell sind in den letzten Jahren viele gesetzliche Vorgaben deutlich verschärft worden, die sich auch auf das Handeln und die Tätigkeiten des neu gegründeten DIGITALL-Konzerns auswirken. Daher steht die Geschäftsführung in regelmäßiger enger Abstimmung mit ihren Wirtschafts-, Rechts- und Steuerberatern, um mögliche Gesetzesverstöße zu vermeiden. Darüber hinaus verfügt der Konzern über eine eigene Rechtsabteilung, die sowohl die Geschäftsführung als auch die Geschäftsbereiche maßgeblich unterstützt und so die entsprechenden Risiken reduziert.

Der DIGITALL-Konzern kann nur dann wirtschaftlich agieren, wenn er über ausreichende liquide Mittel verfügt. Sowohl das eigene wirtschaftliche Scheitern des Konzerns als auch das Risiko unvorhersehbarer Forderungsausfälle können ein Risiko für den Fortbestand des Konzerns darstellen. Aufgrund der diversifizierten Markt- und Kundenstruktur bestehen derzeit keine signifikanten Clusterrisiken im Hinblick auf mögliche Forderungsausfälle. Insbesondere lassen sich keine größeren Ausfallrisiken in den Kundensegmenten Banken, Versicherungen und Auftraggeber des öffentlichen Sektors identifizieren.

Dennoch können sich konjunkturelle Fehlentwicklungen in einzelnen Unternehmen negativ auf die Gesamtliquidität des Konzerns auswirken. Solche Fehlentwicklungen gehen in der Regel mit verspäteten oder reduzierten Zahlungseingängen einher. Um mögliche negative Liquiditätseffekte zu minimieren, überwacht der Konzern täglich die konzernweite Liquidität in Verbindung mit regelmäßigen Liquiditätsprognosen auf Basis des Auftragsbestands und der Versorgungslage sowie der aktuellen Kostenentwicklung und Zahlungen, die sich nicht aus Aufwandspositionen ableiten lassen. Auf diese Weise können eventuell auftretende Defizite erkannt und rechtzeitig behoben werden.

Darüber hinaus besteht die Gefahr des Verzugs von Zahlungseingängen. Diesem Risiko begegnet der Konzern mit einem schlanken und zielgerichteten Mahnverfahren, das auf Basis verschiedener Mahn- und Eskalationsstufen einen möglichst niedrigen DSO-Wert (durchschnittliche Inkassodauer in Tagen) anstrebt.

Der Konzern ist aufgrund seiner Geschäftstätigkeit außerhalb der Eurozone, insbesondere in der Schweiz, Nordamerika und teilweise in Großbritannien, gewissen Währungsrisiken ausgesetzt. In vielen Fällen werden Verkäufe in Fremdwährungen jedoch durch Aufwendungen in der gleichen Währung kompensiert, die diese Risiken absichern. Der Konzern betreibt derzeit keine Sicherungsgeschäfte, da in der Vergangenheit die Kosten für Sicherungsgeschäfte die Risiken aus Transaktionen in Fremdwährungen hätten überwiegen können.

Darüber hinaus ist der Konzern einem latenten Zinsänderungsrisiko ausgesetzt, da das erhaltene Darlehen in Höhe von 41 Mio. EUR an den EURIBOR gebunden ist und folglich bei einer Erhöhung des EURIBOR auch der Zinssatz für das zu zahlende Darlehen steigt.

Ebenso besteht das Risiko der Nichteinhaltung der Bedingungen des Darlehensvertrags. Werden die im Vertrag vereinbarten Nebenbedingungen überschritten oder nicht eingehalten, erhöht sich die Risikoprämie auf den ausgegebenen Darlehensbetrag sukzessiv, bis die Nebenbedingungen wieder erreicht sind.

Der DIGITALL-Konzern erstellt seine Abschlüsse in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Zukünftige Anpassungen oder Veröffentlichungen von Bilanzierungsmethoden oder allgemeinen Rechnungslegungsstandards könnten möglicherweise ein Risiko für die zukünftige Bilanzierung bestimmter Bilanzpositionen darstellen und sich damit negativ auf das Konzernergebnis auswirken. Risiken können auch entstehen, wenn Änderungen der Rechnungslegungsstandards nicht rechtzeitig umgesetzt werden. Die Anwendung der IFRS erfordert, dass die Geschäftsführung eine Reihe von Annahmen, Schätzungen und Ermessensentscheidungen trifft, die sich negativ auf die Ergebnisse des Konzerns auswirken könnten. Ebenso kann sich die Grundlage für Annahmen, Schätzungen und Ermessensentscheidungen im Laufe der Zeit ändern oder falsch bewertet werden.

In diesem Zusammenhang beobachtet der DIGITALL-Konzern laufend mögliche Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und prüft die möglichen Auswirkungen auf den Konzern, damit die Berichtszahlen an die Geschäftsführung und die Gesellschafter in Übereinstimmung mit den IFRS erstellt werden.

Es wird davon ausgegangen, dass die vom Konzern eingereichten Steuer- und Sozialversicherungserklärungen vollständig und richtig sind. Alle mit dem Konzern verbundenen Unternehmen erstellen ihre jährlichen Steuererklärungen mit Unterstützung von Steuerberatungsgesellschaften. Dennoch können im Zuge von Betriebsprüfungen zusätzliche Ansprüche aufgrund unterschiedlicher Sachverhaltswürdigung entstehen. Dem Konzern ist jedoch kein Fall bekannt, für den das Unternehmen derzeit Vorsichtsmaßnahmen ergreifen muss.

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren von DIGITALL sind die engagierten und hochqualifizierten Mitarbeiter an allen Standorten des Konzerns. In diesem Zusammenhang sind die Risiken nicht unbedeutend und werden daher in hohem Maße überwacht. Mögliche Risiken bestehen, wenn die Mitarbeiter Kundenprojekte, für die der Zuschlag bereits erteilt wurde, bearbeiten müssen, und nicht ausreichend zur Verfügung stehen oder möglicherweise nicht über ausreichende Kenntnisse verfügen. Weitere Risiken werden durch die Personalfluktuation erhöht, die zu einer Verringerung des Knowhows und der Kapazität führen und gleichzeitig weitere Rekrutierungskosten verursachen kann.

Es ist auch möglich, dass die Kapazitäten der Mitarbeiter nicht ausreichend ausgelastet sind, was bei konstant bleibenden Personalaufwendungen zu einer Fixkostenlücke führen kann. Um diese Risiken zu minimieren, agieren der Konzern und seine jeweiligen Landesunternehmen als innovative, attraktive und moderne Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern vielfältige und interessante Entwicklungsmöglichkeiten in einem international tätigen Unternehmen bieten.

Mit der Umsetzung verschiedener Weiterbildungsmaßnahmen, entsprechender Karrierewege und attraktiver Angebote zur Aufrechterhaltung einer guten Work-Life-Balance sieht der Konzern gute Chancen, sich als interessanter Arbeitgeber in der Branche zu etablieren und damit das Risiko zu reduzieren, dass Mitarbeiter zu Mitbewerbern wechseln. Mögliche Kapazitätslücken oder eine mögliche Unterbesetzung werden von einer Vielzahl externer Dienstleister abgedeckt und aufgefangen, die nur bei Bedarf hinzugezogen werden.

Generell ist der seit einigen Jahren zunehmend spürbare Fachkräftemangel in der IT-Branche ein Risiko, dem viele Unternehmen der Branche ausgesetzt sind. Um die erfolgreiche Einstellung qualifizierter Mitarbeiter sicherzustellen, hat der Konzern eine eigene Einstellungsabteilung geschaffen. Ebenso sind regelmäßige Weiterbildungen und die Bindung der Mitarbeiter im Konzern wichtige Elemente, um sicherzustellen, dass alle von den Kunden benötigten Kenntnisse und Fähigkeiten dauerhaft verfügbar sind.

4.9 Zusammenfassende Risikobewertung

Aus heutiger Sicht sind die Risiken des DIGITALL-Konzerns begrenzt und beherrschbar und werden mit den bestehenden Instrumenten eines nicht börsennotierten Konzerns angemessen gesteuert. Der Konzern hat eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt, um potenzielle Risikofaktoren zu begrenzen, zu vermeiden oder zu verlagern. Die Kosten im Verhältnis zum Umsatz werden regelmäßig überprüft. Angesichts der Unsicherheit über die Dauer und die weiteren Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sowie den Kämpfen im Gaza-Streifen und einer möglichen Ausweitung des Konfliktes auf den gesamten Nahen Osten besteht ein verstärktes generelles Risiko, das diese Konflikte weitere Auswirkungen auf die weltwirtschaftliche Lage haben könnten, die ein nur schwer quantifizierbares Risiko darstellen. Ein erneuter deutlicher Anstieg an Virus Erkrankungen oder einem erneuten Anstieg an Corona Infektionen wird der Konzern, wie in den vergangenen Jahren, durch entsprechende Vorkehrungen wie z.B. einer Aufrechterhaltung von Remote-Arbeit Rechnung getragen.

Bisher konnten im Hinblick auf den Ukraine-Krieg, sowie den Kämpfen im Nahen Osten und eine damit verbundene Abschwächung des Wirtschaftswachstums keine signifikanten Auswirkungen auf den DIGITALL-Konzern identifiziert werden.

Sollten nicht erwähnte oder neu auftretende Risiken eintreten, könnte sich dies negativ auf die Geschäftstätigkeit des DIGITALL-Konzerns auswirken. Derzeit bestehen jedoch keine bekannten oder absehbaren Risiken, die die Unternehmensfortführung aktuell oder in Zukunft gefährden könnten.

4.10 Chancen

In der Regel sind Chancen alle positiven Abweichungen von den Prognosen für einen bestimmten Zeitraum. Unter anderem spielen alle Einflüsse und Ereignisse, die sich positiv auf die Ertrags-, Finanz- und/oder Vermögenslage auswirken können, eine entscheidende Rolle für den Konzern. Diese Chancen können anhand von Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie Branchenstudien identifiziert werden. Als sinnvoll identifizierte Chancen werden von der Geschäftsführung und dem Vorstand diskutiert und anschließend bei der weiteren Entwicklung des Konzerns sowohl umsatz- als auch kostenmäßig berücksichtigt.

Generell sieht der Konzern weiterhin potenzielle Chancen in mehreren Aspekten, die bereits im Risikoteil erwähnt wurden.

Sollte die Weltwirtschaft sowie die Wirtschaft in der Eurozone sich besser entwickeln als jüngst prognostiziert, ist es wahrscheinlich, dass auch der DIGITALL-Konzern von dieser verbesserten Situation profitieren wird. Wenn in bestimmten Regionen oder einzelnen Ländern staatliche Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft umgesetzt werden, was auch Investitionen im Allgemeinen fördert, wird auch der IT-Sektor von diesen Maßnahmen profitieren können.

Die 2024 anhaltende Zunahme der Digitalisierung und Cyberkriminalität in Verbindung mit der zunehmenden Bedrohung durch groß angelegte Hacker-Angriffe aus anderen Ländern, die die Wirtschaft destabilisieren sollen, könnten die Bereitschaft von Unternehmen aller Sektoren zu Investitionen in die IT-Sicherheit weiterhin stärken. Hinzu kommt der anhaltende Druck, in den Ausbau der Verlagerung auf mobile Geräte zu investieren, was auch eine weitere Modernisierung von Plattformen und Anwendungen erfordern kann. Darüber hinaus wird die Digitalisierung zu völlig neuen Geschäftsmodellen führen, bei deren Entwicklung der gesamte DIGITALL-Konzern als Global Player agieren könnte.

Die Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten des DIGITALL-Konzerns zielen darauf ab, Branchenentwicklungen und wachsende oder sich ändernde Kundenbedürfnisse rechtzeitig zu erkennen und so den Kunden strukturiert und zeitnah Produkte zur Verfügung zu stellen, die ihren zukünftigen Bedürfnissen entsprechen.

Gelingt es dem DIGITALL-Konzern auch weiterhin, seine hochqualifizierten Fachkräfte zu halten und den Wissensstand durch gezielte Weiterbildungen und Qualifizierungen kontinuierlich zu erhöhen, kann dies mittelfristig die Kundenzufriedenheit weiter steigern und zu nachhaltigem Umsatz- und Ergebniswachstum führen.

Es besteht auch die Chance, dass die wachsende Komplexität von Geschäftsmodellen und die damit verbundenen technischen Anforderungen im Zuge des Transfers von älteren zu den modernsten Technologien und Plattformen zu einem erhöhten Bedarf an Dienstleistungen und Beratung führen.

Der gesamte DIGITALL-Konzern ist in diesen Geschäftsfeldern hervorragend aufgestellt. Er verfügt über umfassendes Know-how, ausreichende Kapazitäten und einen exzellenten Marktzugang, um überdurchschnittlich an möglichen positiven Marktentwicklungen zu partizipieren.

4.11 Fortführung des Unternehmens (Going Concern)

Das Unternehmen hat im Jahr 2023 einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 8,3 Mio. EUR erwirtschaftet (VJ: Jahresfehlbetrag von 37,0 Mio. EUR).

Im Jahr 2023 hat das Management des Unternehmens verschiedene Initiativen zur Geschäftsverbesserung ergriffen, um eine bessere Rentabilität und Liquidität des Unternehmens sicherzustellen. Das Unternehmen hat mit Wirkung ab April 2023 einen neuen Vorstandsvorsitzenden (CEO) der Gruppe eingesetzt. Es wurde ein Vierjahresgeschäftsplan entwickelt, der eine stabile Gewinngenerierung auf Gruppenebene von 2024 bis 2027 prognostiziert. Der Plan wurde von den Vertretern der Gesellschafter geprüft und genehmigt.

Ende 2022 unterzeichnete die DIGITALL Nature GmbH Darlehensverträge mit Kreditgebern und Aktionären. Eine Änderungsvereinbarung mit den bestehenden und neuen Kreditgebern im Rahmen der Kreditfazilität 1 für eine Überbrückungsfinanzierung wurde über einen Gesamtbetrag von 4,0 Mio. EUR unterzeichnet, der im Jahr 2023 weiter auf 6,0 Mio. EUR erhöht wurde.

Weitere zwei Darlehensverträge wurden im Dezember 2022 mit zwei der Minderheitsgesellschafter über jeweils 0,25 Mio. EUR unterzeichnet. Das Darlehen eines der Minderheitsgesellschafter wurde im Jahr 2023 um weitere 1,0 Mio. EUR erhöht.

Als Ergebnis der Verhandlungen im Jahr 2023 wurden neue Darlehensbedingungen und Finanzierungsvereinbarungen sowie eine Option zur Stundung von Zinszahlungen nach Ermessen der DIGITALL Nature GmbH eingeführt, bis eine bestimmte Rentabilität erreicht ist. Im Mai 2024 wurde mit der Gruppe der Darlehensgeber eine Vereinbarung getroffen, im Jahr 2024 nur einmalig zum 31. Dezember 2024 einen Covenant-Test durchzuführen.

Die wesentlichen Initiativen zur Leistungsverbesserung, einschließlich der Aushandlung neuer Kreditfazilitäten, Bedingungen und Finanzvereinbarungen, unterstützen die Annahme der Unternehmensfortführung in absehbarer Zukunft für Rocket EB HoldCo GmbH und bilden somit die Grundlage für die Erstellung dieses Jahresabschlusses.

 

München, den 10. September 2024

David Laux, Geschäftsführer

INHALT

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

KONZERN-BILANZ

KONZERN-EIGENKAPITALSPIEGEL

KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

KONZERNANHANG

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG für das Geschäftsjahr zum 31.12.2023

(Alle Beträge in Tausend EUR (TEUR), sofern nicht anders angegeben)

Anhangangabe 01.01.2023 - 31.12.2023 01.01.2022 - 31.12.2022
Umsatzerlöse 5 87.045 85.214
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 6 (66.555) (68.178)
Bruttogewinn 20.490 17.036
Sonstige Erträge 5 624 1.567
Aufwendungen für Marketing und Vertrieb 7 (6.999) (6.662)
Verwaltungs- und sonstige Aufwendungen 8 (18.070) (24.321)
Anteil am Ergebnis der assoziierten Unternehmen 11, 16 2 4
Finanzerträge 9 13 13
Finanzaufwendungen 10 (5.026) (3.412)
Wertminderungsaufwendungen (einschließlich Wertaufholungen) auf finanzielle Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte 19 41 (451)
Sonstige betriebliche Erträge und (Aufwendungen) (385) 1
Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte 14 - (21.592)
Ergebnis vor Steuern (9.310) (37.817)
Ertragsteuern 12 1.030 767
Jahresfehlbetrag (8.280) (37.050)
Kursdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 191 (57)
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 191 (57)
Gesamtergebnis (8.089) (37.107)
Vom Jahresüberschuss (-fehlbetrag) entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens (8.280) (37.071)
Nicht beherrschende Gesellschafter - 21
Vom Gesamtergebnis entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens (8.089) (37.128)
Nicht beherrschende Gesellschafter - 21

Die dazugehörigen Anhangangaben sind ein integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

 

David Laux, Geschäftsführer

KONZERN-BILANZ zum 31.12.2023

(Alle Beträge in Tausend EUR (TEUR), sofern nicht anders angegeben)

AKTIVA

AKTIVA Anhangangabe 31.12.2023 31.12.2022
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 13 1.082 1.308
Nutzungsrechte 13 6.985 5.025
Geschäfts- oder Firmenwert 4, 14 32.999 32.999
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 15 20.292 21.605
Anteile an assoziierten Unternehmen 16 82 80
Darlehen an Gesellschafter 17 531 517
Aktive latente Steuern 23 2.296 1.084
Summe langfristige Vermögenswerte 64.267 62.618
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 18 50 1.432
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 19 18.348 19.196
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 20 3.022 6.495
Summe kurzfristige Vermögenswerte 21.420 27.123
BILANZSUMME 85.687 89.741

PASSIVA

EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital 21 100 100
Kapitalrücklage 21 63.236 63.236
Rücklage aus Fremdwährungsumrechnung 407 216
Gewinnrücklagen / (kumulierter Verlust) (53.634) (45.354)
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital 10.109 18.198
Nicht beherrschende Gesellschafter 4 - -
Summe Eigenkapital 10.109 18.198
LANGFRISTIGE SCHULDEN
Langfristige Darlehensverbindlichkeiten 24 44.654 31.885
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 24 5.788 3.946
Passive latente Steuern 23 4.690 5.363
Langfristige vertragliche Verbindlichkeiten 22 440 862
Summe langfristige Schulden 55.572 42.056
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Darlehensverbindlichkeiten 24 - 4.012
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 24 1.358 1.412
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern und soziale Abgaben 25 5.659 7.181
Steuerschulden 26 2.715 2.557
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 27 8.150 11.589
Vertragliche Verbindlichkeiten und Finanzierung 28 2.124 2.736
Summe kurzfristige Schulden 20.006 29.487
SUMME SCHULDEN 75.578 71.543
BILANZSUMME 85.687 89.741

 

David Laux, Geschäftsführer

KONZERN-EIGENKAPITALSPIEGEL für das Geschäftsjahr zum 31.12.2023

(Alle Beträge in Tausend EUR (TEUR), sofern nicht anders angegeben)

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Rücklage aus Fremdwährungsumrechnung Gewinnrücklagen
Zum 31.12.2021 100 63.236 273 (8.355)
Jahresfehlbetrag - - - (37.071)
Währungsumrechnung - - (57) -
Gesamtergebnis - - (57) (37.071)
Durch Unternehmenszusammenschlüsse erworbene nicht beherrschende Anteile - - - 72
Zum 31.12.2022 100 63.236 216 (45.354)
Jahresfehlbetrag - - - (8.280)
Währungsumrechnung - - 191 -
Gesamtergebnis - - 191 (8.280)
Zum 31.12.2023 100 63.236 407 (53.634)
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital Nicht beherrschende Gesellschafter
Zum 31.12.2021 55.254 51
Jahresfehlbetrag (37.071) 21
Währungsumrechnung (57)
Gesamtergebnis (37.128) 21
Durch Unternehmenszusammenschlüsse erworbene nicht beherrschende Anteile 72 (72)
Zum 31.12.2022 18.198 -
Jahresfehlbetrag (8.280) -
Währungsumrechnung 191 -
Gesamtergebnis (8.089) -
Zum 31.12.2023 10.109 -

 

David Laux, Geschäftsführer

KONZERNKAPTALFLUSSRECHNUNG für das Geschäftsjahr zum 31.12.2023

(Alle Beträge in Tausend EUR (TEUR), sofern nicht anders angegeben)

Anhangangabe 01.01.2023 - 31.12.2023 01.01.2022 - 31.12.2022
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
Einzahlungen von Kunden 98.078 103.025
Auszahlungen an Lieferanten (34.451) (30.601)
Mitarbeiterbezogene Auszahlungen (58.160) (58.166)
Auszahlungen für Gebühren, Provisionen und Sanktionen (135) (102)
Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung, netto (56) (331)
Gezahlte Ertragsteuer, netto (158) (566)
Auszahlungen für Umsatzsteuer und sonstige Steuern (7.182) (7.596)
Sonstige Auszahlungen, netto (316) (253)
Nettozufluss / (-abfluss) an Zahlungsmitteln aus betrieblicher Tätigkeit (2.380) 5.410
Cashflow aus Investitionstätigkeiten
Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und selbst aktivierte Lohnkosten (1.716) (3.079)
Auszahlungen für gewährte Darlehen - -
Auszahlungen für den Erwerb nicht beherrschender Anteile - (29)
Nettozufluss / (-abfluss) an Zahlungsmitteln aus Investitionstätigkeiten (1.716) (3.108)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten
Einzahlungen im Zusammenhang mit Darlehen 24 4.088 3.984
Gezahlte Gebühren und Darlehenszinsen (87) (1.436)
Auszahlungen aufgrund von Leasingverhältnissen (3.415) (3.827)
Auszahlungen für Gewinnausschüttung - (25)
Nettozufluss / (-abfluss) an Zahlungsmitteln aus Finanzierungstätigkeiten 586 (1.304)
Nettozunahme / (-abnahme) von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (3.510) 998
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 37 70
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 01.01. 18 6.495 5.427
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31.12. 18 3.022 6.495

Die dazugehörigen Anhangangaben sind ein integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

 

David Laux, Geschäftsführer

KONZERNANHANG für das Geschäftsjahr zum 31.12.2023

(Alle Beträge in Tausend EUR (TEUR), sofern nicht anders angegeben)

1. RECHTSFORM UND UMFANG DER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Der vorliegende Konzernabschluss der Rocket EB HoldCo GmbH ("das Mutterunternehmen" oder "die Gesellschaft") und ihrer Tochterunternehmen (zusammen "der Konzern") wurde für das Geschäftsjahr 2023 erstellt.

Die Rocket EB HoldCo GmbH (",das Mutterunternehmen") ist ein Unternehmen mit Sitz in München. Das Unternehmen ist seit dem 17.03.2021 beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 264373 im Handelsregister Abteilung B eingetragen. Seit dem 23.09.2021 befindet sich der eingetragene Sitz des Mutterunternehmens im Reuterweg 49, 60323 Frankfurt am Main. Zum 31.12.2023 war David Laux als Geschäftsführer des Mutterunternehmens bestellt.

Zum 31.12.2023 und zum 31.12.2022 ist die Rocket Luxembourg S.à r.l. mit Sitz in Luxemburg die alleinige Gesellschafterin des Mutterunternehmens. Zum 31.12.2023 war die ARES Capital Europe Master S.C.A., SICAV-Raif mit Sitz in Luxemburg die beherrschende Gesellschafterin des Konzerns und zum 31.12.2022 die Silverfleet Capital Partners II L.P. ("Silverfleet Capital") mit Sitz im Vereinigten Königreich.

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns besteht vornehmlich aus der Softwarewartung und -entwicklung sowie der IT- Beratung.

Zum 31.12.2023 hatte die Rocket Luxembourg S.à r.l. mit Sitz in Luxemburg die folgenden Tochterunternehmen:

Gesellschaft Land Anteilsbesitz zum 31.12.2023 Anteilsbesitz zum 31.12.2022 Erworben am
DIGITALL Nature GmbH Deutschland 100 % 100 % Gründung am 17.03.2021
Bulpros Legal Services AD Bulgarien 70 % 70 % 30.06.2021
Intracol Technologies EAD (2022 verschmolzen auf DIGITALL Nature Bulgaria EOOD) Bulgarien 0 % 100 % 30.06.2021
InteQrity EAD Bulgarien 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature POLAND Sp. z o.o Polen 100 % 100 % 30.06.2021
Innexys Consulting EAD Bulgarien 100 % 100 % 30.06.2021
GBS Europa GmbH Deutschland 100 % 100 % 30.06.2021
GROUP Business Software (UK) Ltd. Großbritannien 100 % 100 % 30.06.2021
GBS Solutions North America LLC USA 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Bucharest SRL Rumänien 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature DOO BEOGRAD Serbien 100 % 100 % 30.06.2021
Beam AD Bulgarien 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Bulgaria EOOD Bulgarien 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Germany GmbH Deutschland 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Switzerland AG Schweiz 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL NATURE SPAIN, s.l.u. (ehemals ec4u expert consulting (espana) s.l.u.) Spanien 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Marketing GmbH Germany Deutschland 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Austria GmbH (ehemals ec4u marketing experts (austria) gmbh) Österreich 100 % 100 % 30.06.2021
Bulpros Corp, USA (2022 umfirmiert zu DIGITALL Nature USA) USA 100 % 100 % 30.06.2021
DIGITALL Nature Portugal Unipessoal Lda Portugal 100 % 100 % Gründung 2021
GBS Bulgaria EOOD (ehemals Bulpros OOD) Bulgarien 100 % 100 % 30.06.2021

Das Mutterunternehmen hält eine direkte Beteiligung an der DIGITALL Nature GmbH und indirekte Beteiligungen an weiteren Tochterunternehmen. Für Informationen zum assoziierten Unternehmen des Konzerns wird auf Anhangangabe 16 verwiesen.

Die Bulpros Legal Services AD und die DIGITALL Nature DOO BEOGRAD sind ruhende Gesellschaften, die 2023 und 2022 keine Geschäftstätigkeit ausgeübt haben.

Im Dezember 2022 wurde die Intracol Technologies EAD durch Verschmelzung auf die DIGITALL Nature Bulgaria EOOD umgewandelt. Das übertragende Unternehmen ist als unabhängiger Rechtsträger untergegangen. Gemäß Verschmelzungsvertrag erfolgt keine Kapitalerhöhung des aufnehmenden Unternehmens.

Am 30.06.2021 hat das Mutterunternehmen seine Tochterunternehmen im Rahmen eines im März 2021 geschlossenen Anteilskaufvertrags erworben. Das Datum, an dem das Mutterunternehmen effektiv die Beherrschung über die erworbenen Tochterunternehmen erlangt hat, ist somit der 30.06.2021. Für den Unternehmenserwerb hat die Gesellschaft eine Eigenkapitalfinanzierung durch die beherrschenden Gesellschafter erhalten und eine Darlehens finanzierung durch Dritte in Anspruch genommen.

2. GRUNDLAGEN DER AUFSTELLUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND WESENTLICHE BILANZIERUNGSMETHODEN

Übereinstimmung

Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Diese bestehen aus den IFRS, den International Accounting Standards sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IF- RIC) oder des ehemaligen Standing Interpretations Committee (SIC), die 2023 in Kraft waren.

Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgestellt. Eine Ausnahme stellt die Neubewertung bestimmter Immobilien und Finanzinstrumente dar, die mit dem Neubewertungsbetrag oder zum beizulegenden Zeitwert zum Ende der jeweiligen Berichtsperiode angesetzt werden. Eine Erläuterung hierzu findet sich in den folgenden Ausführungen zu den Bilanzierungsmethoden. Die historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten basieren auf dem beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung, die im Gegenzug für Güter und Dienstleistungen entrichtet wurde.

Der beizulegende Zeitwert ist dabei der Preis, der im Zuge eines geordneten Geschäftsvorfalls unter Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag beim Verkauf eines Vermögenswerts erhalten würde oder bei Übertragung einer Schuld zu zahlen wäre, unabhängig davon, ob der Preis anhand unmittelbar zu beobachtender Inputfaktoren bestimmt oder anhand eines anderen Bewertungsverfahrens geschätzt wird. Bei der Schätzung des beizulegenden Zeitwerts eines Vermögenswertes bzw. einer Schuld berücksichtigt der Konzern die Merkmale des zu bemessenden Vermögenswerts bzw. der zu bemessenden Schuld, die ein Marktteilnehmer bei der Bepreisung des Vermögenswerts bzw. der Schuld am Bemessungsstichtag berücksichtigen würde. Zur Bewertung und / oder zum Ausweis wird der beizulegende Zeitwert im vorliegenden Konzernabschluss wie oben ausgeführt bestimmt. Ausnahmen gelten für:

anteilsbasierte Vergütungstransaktionen im Anwendungsbereich von IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen,

Leasingtransaktionen im Anwendungsbereich von IFRS 16 Leasingverhältnisse, und

Bewertungsmaßstäbe, die dem beizulegenden Zeitwert ähneln, ihm aber nicht entsprechen, z.B. der Nettoveräußerungswert in IAS 2 Vorräte oder der Nutzungswert in IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten.

Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Die im Konzernabschluss enthaltenen Beträge werden in tausend Euro (TEUR) angegeben. Alle Beträge werden nach gängiger kaufmännischer Praxis gerundet. In Einzelfällen kann es daher beim Gesamtwert, der sich aus der Addition der Einzelwerte ergibt, zu Rundungsdifferenzen kommen.

Aus Gründen der Klarheit wurden einige Posten aus der Konzern-Bilanz und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst. Entsprechende Erläuterungen finden sich im Konzernanhang. Bei Vermögenswerten und Schulden wird zwischen kurz- und langfristigen Posten unterschieden. Dabei werden Vermögenswerte und Schulden als kurzfristig klassifiziert, sofern sie innerhalb von zwölf Monaten ab Abschlussstichtag erfüllt werden. Aufwendungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren aufgegliedert. In der Konzernkapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme aus der betrieblichen Tätigkeit, aus Investitionstätigkeiten und aus Finanzierungstätigkeiten unter Verwendung der direkten Methode bestimmt.

Für das laufende Geschäftsjahr wurden alle vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und von der EU übernommenen neuen und / oder überarbeiteten Standards und Interpretationen angewendet, die auf die Tätigkeiten des Konzerns anwendbar sind.

Änderungen an IFRS

Erstmalige Anwendung neuer Standards und Änderungen an bestehenden Standards, die in der aktuellen Berichtsperiode in Kraft sind

Die folgenden durch das IASB herausgegebenen und von der EU übernommenen neuen Standards, Änderungen an bestehenden Standards und neuen Interpretationen sind in der aktuellen Berichtsperiode in Kraft:

IFRS 17 (einschließlich der Änderungen an IFRS 17 von Juni 2020 und Dezember 2021) Versicherungsverträge

Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture

Änderungen an IAS 1 und IFRS-Leitliniendokument 2 Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Änderungen an IAS 8 Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen

Änderungen an IAS 12 Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen

Die oben erwähnten Änderungen haben keinen Einfluss auf den Konzernabschluss des Konzerns.

Durch den IASB herausgegebene und von der EU übernommene (bzw. im Endorsement-Verfahren befindliche) Standards und Änderungen an bestehenden Standards, die noch nicht verpflichtend anzuwenden sind

Standards und Interpretationen Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung
Änderungen an IFRS 16: Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-leaseback- Transaktion 01.01.2024
Änderungen an IAS 7 und IFRS 7: Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen Nicht festgelegt
Änderungen an IAS 1: Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen 01.01.2024
Änderungen an IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 01.01.2024
Änderungen an IAS 21: Mangel an Umtauschbarkeit Nicht festgelegt

Der Konzern geht davon aus, dass die Übernahme dieser neuen Standards und Änderungen an bestehenden Standards für den Zeitraum der Erstanwendung keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben wird.

Unternehmensfortführung

Die Gesellschaft weist für 2023 einen Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 8.280 auf (2022: Jahresfehlbetrag i. H. v. TEUR 37.050).

Zur Sicherstellung einer besseren Rentabilität und Liquidität führte die Geschäftsführung der Gesellschaft 2023 verschiedene geschäftliche Verbesserungsmaßnahmen durch. So wurde mit Wirkung ab April 2023 ein neuer Konzern- Vorstandsvorsitzender (CEO) eingesetzt. Weiterhin wurde ein 4-Jahres Geschäftsplan aufgestellt, der für die Jahre von 2024 bis 2027 stabile Gewinne auf Konzernebene vorhersagt. Der Plan wurde von den Vertretern der Gesellschafter geprüft und genehmigt.

Ende 2022 schloss die DIGITALL Nature GmbH Darlehensverträge mit Darlehensgebern und Gesellschaftern ab. Mit den bestehenden und neuen Darlehensgebern wurde im Rahmen der Darlehensfazilität ("Loan Facility") 1 ein Änderungsvertrag zur Überbrückungsfinanzierung in Höhe von insgesamt TEUR 4.000 abgeschlossen und 2023 auf TEUR 6.000 aufgestockt.

Zwei zusätzliche Darlehensverträge für jeweils TEUR 250 wurden im Dezember 2022 mit zwei der Minderheitsgesellschafter abgeschlossen. Das Darlehen von einem dieser Minderheitsgesellschafter wurde 2023 um weitere TEUR 1.000 erhöht.

Nach Verhandlungen im Jahr 2023 wurden neue Darlehensbedingungen und Kreditauflagen ("Covenants") eingeführt sowie die Möglichkeit für die DIGITALL Nature GmbH, Zinszahlungen nach eigenem Ermessen bis zum Erreichen einer bestimmten Rentabilitätsgröße zu verschieben. Mit Darlehensgebergruppe A wurde im Mai 2024 eine Vereinbarung geschlossen, die die Überprüfung einzelner Kreditauflagen 2024 bis zum 31. Dezember 2024 vorsieht.

Die bedeutenden Maßnahmen zur Leistungsverbesserung, einschließlich der Aushandlung neuer Darlehensfazilitäten und finanzielle Covenants, stützen die Annahme der Unternehmensfortführung in der absehbaren Zukunft für Rocket EB HoldCo GmbH und dementsprechend die Aufstellungsgrundlage des vorliegenden Abschlusses.

Sachanlagen

Vermögenswerte werden als Sachanlagen erfasst, sofern sie die Ansatzkriterien des IAS 16 erfüllen. Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zum Zeitpunkt der Anschaffung gemäß den Voraussetzungen des IAS 16 zu Anschaffungskosten bewertet.

Der Konzern setzt jeden Posten des Sachanlagevermögens in Übereinstimmung mit IAS 16 zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen an.

Nachträgliche Aufwendungen im Zusammenhang mit einzelnen Gegenständen des Sachanlagevermögens werden durch eine Erhöhung des Buchwerts des jeweiligen Gegenstands erfasst, sofern die Ansatzkriterien des IAS 16 erfüllt sind.

Aufwendungen für die laufende Wartung der Sachanlagen werden bei Anfall ergebniswirksam erfasst.

Der Buchwert einer Sachanlage wird ausgebucht, wenn:

der Vermögenswert veräußert wird; oder

kein künftiger wirtschaftlicher Nutzen aus der Nutzung oder dem Abgang des Vermögenswerts erwartet wird.

Der Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung einer Sachanlage wird bei Ausbuchung des Vermögenswerts in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang einer Sachanlage entsprechen der Differenz zwischen dem Netto-Erlös aus dem Verkauf, sofern vorhanden, und dem Buchwert des Vermögenswertes.

Wenn der Konzern im normalen Geschäftsgang regelmäßig Sachanlagen veräußert, die er vermietet hat, werden diese Vermögenswerte mit ihrem Buchwert in das Vorratsvermögen umgegliedert, sobald sie nicht mehr vermietet und zum Verkauf gehalten werden. IFRS 5 ist nicht anzuwenden, wenn zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehaltene Vermögenswerte in das Vorratsvermögen umgegliedert werden.

Die Abschreibung der Sachanlagen erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer.

Der Restwert und die Nutzungsdauer eines Vermögenswertes werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft. Sofern die Erwartungen von den vorherigen Schätzungen abweichen, werden die Veränderungen als Änderung einer Schätzung in Übereinstimmung mit IAS 8 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Änderungen von Schätzungen und Fehler ausgewiesen.

Die Abschreibung beginnt, sobald ein Gegenstand des Sachanlagevermögens am für die Nutzung im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit notwendigen Ort und in dem notwendigen Zustand sowie in der von der Geschäftsführung des Konzerns geforderten Art und Weise zur Verfügung steht.

Die Ausbuchung der Vermögenswerte erfolgt am früheren der beiden nachfolgend genannten Daten:

das Datum, an dem die Vermögenswerte als "zum Verkauf gehalten" nach IFRS 5 klassifiziert werden;

das Datum, an dem die Vermögensgegenstände ausgebucht werden.

In Stillstandsphasen wird keine Ausbuchung vorgenommen.

Die Abschreibung erfolgt zu den folgenden jährlichen Sätzen:

Betriebs- und Geschäftsausstattung - 15 %-30 %

Computer, Computerausstattung und Server - 10 %-50 %

Fahrzeuge - 20 %-25 %

Sonstige Vermögenswerte - 15 %-33,3 %

Nutzungsrechte - über die Dauer des Nutzungsrechts.

Wertminderung von Sachanlagen

Gemäß den Anforderungen des IAS 36 muss die Prüfung auf Hinweise, ob der jeweilige Vermögenswert des Sachanlagevermögens wertgemindert ist, zum Ende der Berichtsperiode vorgenommen werden. Wenn es einen Hinweis auf die Wertminderung eines Vermögenswertes gibt, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes berechnet und der Wertminderungsaufwand bestimmt.

Immaterielle Vermögenswerte

Der Konzern weist identifizierbare, nicht-monetäre Vermögenswerte ohne physische Substanz als immaterielle Vermögenswerte aus, sofern sie der Definition eines immateriellen Vermögenswertes und den Ansatzkriterien nach IAS 38 entsprechen.

Ein immaterieller Vermögenswert wird erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Konzern ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen im Zusammenhang mit dem Vermögenswert zufließt und der Wert des Vermögenswertes verlässlich bewertet werden kann.

Immaterielle Vermögenswerte werden erstmalig mit ihren Anschaffungskosten bewertet.

Die Anschaffungskosten eines separat erworbenen immateriellen Vermögenswertes werden in Übereinstimmung mit IAS 38 bestimmt und beinhalten:

den Kaufpreis, Einfuhrzölle und nicht erstattungsfähige Erwerbsteuern, abgezogene Skonti und Rabatte; und

jegliche Kosten, die im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Vermögenswerts für den erwarteten Gebrauch anfallen.

Der Ansatz der Anschaffungskosten eines immateriellen Vermögenswertes, der im Tausch gegen einen nicht monetären Vermögenswert erworben wurde, erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, es sei denn:

der Tausch war nicht kommerzieller Natur; oder

weder der beizulegende Zeitwert des erhaltenen Vermögenswertes noch des gegebenen Vermögenswerts kann verlässlich bewertet werden.

Auch wenn der Konzern nicht dazu in der Lage ist, den Vermögenswert sofort abzuschreiben, wird der erworbene Vermögenswert nach dieser Methode bewertet. Sofern der Ansatz des erworbenen Vermögenswertes nicht zum beizulegenden Zeitwert erfolgt, werden die Anschaffungskosten mit dem Buchwert des Vermögenswertes bewertet.

Laut IAS 38 bestehen die Anschaffungskosten eines selbst erstellten immateriellen Vermögenswertes aus seinen Kosten, einschließlich des Aufwands, der seit dem Zeitpunkt angefallen ist, an dem der immaterielle Vermögenswert das erste Mal die Ansatzkriterien erfüllt hat.

Nach dem Erwerb erfolgt der Ansatz der immateriellen Vermögenswerte zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen.

Der Konzern prüft, ob die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts begrenzt oder unbegrenzt ist. Sofern die Nutzungsdauer begrenzt ist, ermittelt der Konzern die Nutzungsdauer des Vermögenswerts bzw. die Nutzungsdauer der Produktions- oder ähnlicher Einheiten, aus denen sich der Vermögenswert zusammensetzt.

Die Nutzungsdauer eines Vermögenswertes wird als unbegrenzt betrachtet, wenn es basierend auf einer Analyse der relevanten Faktoren keine absehbare Begrenzung des Zeitraums gibt, über welchen Netto-Zahlungsströme aus dem Vermögenswert für den Konzern erwartet werden. Immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer werden abgeschrieben und immaterielle Vermögenswerte mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer werden nicht abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Der Abschreibungszeitraum beginnt, sobald der Vermögenswert genutzt werden kann, das heißt, sobald er sich an dem Ort und in dem Zustand befindet, der notwendig ist, damit er in der von der Geschäftsführung beabsichtigten Art und Weise genutzt werden kann. Die Ausbuchung erfolgt am früheren der beiden nachfolgend genannten Daten:

das Datum, an dem die Vermögenswerte als "zum Verkauf gehalten" klassifiziert werden (bzw. sich in einer zum Verkauf gehaltenen Veräußerungsgruppe nach IFRS 5 befinden); oder

das Datum, an dem die Vermögensgegenstände ausgebucht werden.

Die Abschreibung erfolgt zu den folgenden jährlichen Sätzen:

Als Ergebnis des Unternehmenszusammenschlusses ausgewiesene Kundenbeziehungen: 10 %-14 % (sieben bis zehn Jahre)

Markenname und Warenzeichen: 10 % (zehn Jahre)

Immaterielle Vermögenswerte aus dem Bereich IT-Sicherheit werden über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren abgeschrieben

Maßgeschneiderte Software und interne Software für interne Zwecke: 20 %-50 % (zwei bis fünf Jahre)

Im Jahr 2022 führte die Geschäftsführung der GBS Europa GmbH eine Prüfung der Nutzungsdauer ihrer IT-Produkte durch. Auf Grundlage dieser Prüfung wurde der Abschreibungszeitraum von 10 auf 5 Jahre gesenkt. Nach Auffassung der Geschäftsführung spiegelt die neue Nutzungsdauer die Verwertbarkeit der Vermögenswerte besser wider und entspricht der allgemeinen Erwartung der Kunden an die Lebensdauer derartiger geschäftsbezogener Lösungen. Aufgrund dieser Änderungen ergeben sich die folgenden, in den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen berücksichtigten Auswirkungen auf die tatsächlichen und erwarteten planmäßigen Abschreibungen:

2022 2023 2024 2025 2026 Später
Anstieg/(Rückgang) der Abschreibungen 214 324 324 324 284 (1.470)

Wertminderung immaterieller Vermögenswerte

Gemäß den Anforderungen des IAS 36 muss die Prüfung auf Hinweise, ob die jeweiligen immateriellen Vermögenswerte wertgemindert sind, zum Ende der Berichtsperiode vorgenommen werden. Wenn es einen Hinweis auf die Wertminderung eines Vermögenswertes gibt, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes berechnet und der Wertminderungsaufwand bestimmt.

Finanzinstrumente

Als Finanzinstrument wird ein Vertrag bezeichnet, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Finanzielle Vermögenswerte

Erstmaliger Ansatz und Bewertung

Bei erstmaligem Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bzw. erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Die Klassifizierung der Schuldinstrumente innerhalb der finanziellen Vermögenswerte hängt bei erstmaligem Ansatz vom Geschäftsmodell des Konzerns hinsichtlich der Verwaltung von finanziellen Vermögenswerten und den Merkmalen der vertraglichen Zahlungsstrombedingungen der finanziellen Vermögenswerte ab.

Der erstmalige Ansatz finanzieller Vermögenswerte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich (im Falle von Investitionen, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind) der Transaktionskosten, die dem Erwerb des finanziellen Vermögenswertes direkt zurechenbar sind. Der Konzern bewertet Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine bedeutende Finanzierungsvereinbarung beinhalten (ermittelt in Übereinstimmung mit IFRS 15), bei erstmaligem Ansatz mit dem jeweiligen Transaktionspreis (gemäß Definition in IFRS 15).

Nach dem erstmaligen Ansatz bewertet der Konzern einen finanziellen Vermögenswert: (a) zu fortgeführten Anschaffungskosten; (b) erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert; oder (c) erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.

Ein finanzieller Vermögenswert wird zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert und bewertet, sofern die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich aus Tilgungszahlungen und Zinszahlungen für den ausstehenden Betrag bestehen. Die Bewertung erfolgt auf Ebene der Finanzinstrumente.

Das Geschäftsmodell des Konzerns zur Verwaltung von finanziellen Vermögenswerten beinhaltet die Art und Weise, wie der Konzern die finanziellen Vermögenswerte verwaltet, um Zahlungsströme zu generieren. Das Geschäftsmodell bestimmt, ob Zahlungsströme zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme, zum Verkauf des finanziellen Vermögenswertes, oder zu beidem führen.

Ein ordentlicher Kauf oder Verkauf finanzieller Vermögenswerte wird, sofern angemessen, im Rahmen der Bilanzierung zum Transaktions- bzw. Erfüllungszeitpunkt erfasst bzw. ausgebucht.

Folgebewertung

Nach dem erstmaligen Ansatz bewertet der Konzern einen finanziellen Vermögenswert (a) zu fortgeführten Anschaffungskosten (Schuldinstrumente); (b) erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert mit Umgliederung der zuvor im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen kumulierten Gewinne und Verluste vom Eigenkapital zur Gewinn- und Verlustrechnung (Schuldinstrumente); (c) erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ohne Umgliederung der zuvor im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen kumulierten Gewinne und Verluste vom Eigenkapital zur Gewinn- und Verlustrechnung (Eigenkapitalinstrumente); oder (d) erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte

Ein finanzieller Vermögenswert wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, sofern die folgenden zwei Bedingungen erfüllt sind: (a) der finanzielle Vermögenswert wird innerhalb eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin liegt, die finanziellen Vermögenswerte zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme zu halten; und (b) gemäß den vertraglichen Bedingungen des finanziellen Vermögenswerts ergeben sich die Zahlungsströme zu spezifischen Zeitpunkten und beinhalten ausschließlich Tilgungszahlungen und Zinszahlungen für den ausstehenden Betrag.

Nach der erstmaligen Erfassung werden finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode und abzüglich jeglicher Rückstellungen für Wertminderung bewertet. Zinserträge werden in der aktuellen Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Gewinne und Verluste aus der Wertminderung, Modifizierung bzw. Ausbuchung eines zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswertes werden in der aktuellen Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Vermögenswerte des Konzerns umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, gewährte Darlehen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Einlagen.

Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert dann und nur dann aus, wenn:

a) die vertraglichen Rechte auf Zahlungsströme aus einem finanziellen Vermögenswert auslaufen; oder

b) der Konzern den finanziellen Vermögenswert überträgt und die Übertragung die untenstehenden Bedingungen erfüllt.

Der Konzern überträgt einen finanziellen Vermögenswert dann und nur dann, wenn er: (a) die vertraglichen Rechte auf Erhalt der Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert überträgt; oder (b) die vertraglichen Rechte auf Erhalt der Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert zurückbehält, jedoch eine vertragliche Verpflichtung zur Zahlung dieser Zahlungsströme an einen oder mehrere Empfänger in einer Vereinbarung eingeht und / oder (a) der Konzern im Wesentlichen die gesamten Risiken und Chancen am Eigentum des finanziellen Vermögenswertes überträgt; oder (b) der Konzern im Wesentlichen die gesamten Risiken und Chancen am Eigentum des finanziellen Vermögenswertes weder überträgt noch zurückbehält, jedoch die Kontrolle an dem finanziellen Vermögenswert überträgt.

Wenn der Konzern einen finanziellen Vermögenswert überträgt, prüft er den Grad, zu dem er die Risiken und Chancen am Eigentum des jeweiligen finanziellen Vermögenswertes zurückbehält. Falls: (a) der Konzern im Wesentlichen die gesamten Risiken und Chancen am Eigentum des finanziellen Vermögenswertes überträgt, wird der finanzielle Vermögenswert ausgebucht und jegliche Rechte und Pflichten, die aus dem Transfer entstehen bzw. bestehen bleiben, werden gesondert als Vermögenswerte oder Schulden erfasst; (b) der Konzern im Wesentlichen die gesamten Risiken und Chancen am Eigentum des finanziellen Vermögenswertes zurückbehält, wird der finanzielle Vermögenswert weiterhin erfasst; (c) der Konzern im Wesentlichen die gesamten Risiken und Chancen am Eigentum des finanziellen Vermögenswertes weder überträgt noch zurückbehält, ermittelt er, ob er weiterhin Kontrolle über den finanziellen Vermögenswert ausübt.

Falls: (i) der Konzern die Kontrolle nicht zurückbehält, wird der finanzielle Vermögenswert ausgebucht und jegliche Rechte und Pflichten, die aus dem Transfer entstehen bzw. bestehen bleiben, werden gesondert als Vermögenswerte oder Schulden erfasst; (ii) der Konzern die Kontrolle zurückbehält, wird der finanzielle Vermögenswert weiterhin zu dem Anteil ausgewiesen, zu dem der Konzern an dem finanziellen Vermögenswert weiterhin beteiligt ist.

Erfassung erwarteter Kreditverluste

Der Konzern erfasst die Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste aus einem finanziellen Vermögenswert, der noch nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfasst wurde. Der erwartete Kreditverlust wird in der Höhe angesetzt, die der Differenz zwischen den vertraglichen Zahlungsströmen und der Gesamtsumme aller erwarteten zukünftigen Zahlungsströme nach Abzinsung mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz entspricht. Die erwarteten Zahlungsströme beinhalten Zahlungsströme aus dem Verkauf einer Sicherheit oder einer Kreditverbesserung, die Teil der vertraglichen Bestimmungen sind.

Zu jedem Abschlussstichtag bewertet der Konzern die Wertberichtigung für ein Finanzinstrument zu einem Betrag, der dem gesamten über die Restlaufzeit des Instruments erwarteten Kreditverlust entspricht.

Der Konzern entscheidet, welche Rückstellungen für zweifelhafte Forderungen zu Bilanzierungszwecken gebildet werden.

Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn der Konzern die Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme vernünftigerweise nicht erwarten kann. Dies geschieht normalerweise, wenn die Vereinnahmung des finanziellen Vermögenswertes seit mehr als einem Jahr fällig ist und kein Zwangsvollstreckungsverfahren anhängig ist.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Eine Ausnahme hiervon bilden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten und einige weitere Ausnahmefälle.

Der Konzern bewertet eine finanzielle Verbindlichkeit bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb oder der Emission der finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, zuzurechnen sind, reduzieren den beizulegenden Zeitwert der finanziellen Verbindlichkeit beim erstmaligen Ansatz. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb von finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten zuzurechnen sind und die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Bei erstmaligem Ansatz erfolgt die Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten in folgende Kategorien: Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten in Form von Derivaten und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten in Form von Darlehen und Verbindlichkeiten.

Folgebewertung

Die Folgebewertung finanzieller Verbindlichkeiten hängt von der jeweiligen Klassifizierung ab.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Der Erstansatz von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert abzüglich jeglicher direkt zurechenbarer Transaktionskosten. Die Folgebewertung dieser Verbindlichkeiten erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Gewinne oder Verluste aus einer zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeit, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung ist, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, sofern die finanzielle Verbindlichkeit ausgebucht bzw. im Laufe des Abschreibungsprozesses umgegliedert wird.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten beinhalten zum Verkauf gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten und finanzielle Verbindlichkeiten, bei denen der Konzern bei erstmaligem Ansatz die endgültige Entscheidung trifft, sie in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Diese Kategorie beinhaltet zudem derivative Finanzinstrumente, bei denen der Konzern bei erstmaligem Ansatz nicht die endgültige Entscheidung getroffen hat, sie als Sicherungsinstrumente auszuweisen.

Gewinne und Verluste aus dieser Kategorie werden in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten

Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit (bzw. einen Teil der finanziellen Verbindlichkeit) aus der Konzern-Bilanz dann und nur dann aus, wenn sie verfallen ist - das heißt, sofern die vertraglich vereinbarte Verpflichtung beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen ist. Der Austausch eines Schuldinstrumentes zwischen dem Konzern und einem Darlehensgeber zu wesentlich geänderten Bedingungen wird als Auslaufen der ursprünglichen finanziellen Verbindlichkeit und Erfassung einer neuen finanziellen Verbindlichkeit bilanziert. Eine wesentliche Veränderung der Bedingungen einer bestehenden finanziellen Verbindlichkeit bzw. eines Teils der finanziellen Verbindlichkeit (unabhängig davon, ob dies auf finanzielle Schwierigkeiten des Konzerns zurückzuführen ist) wird als Auslaufen der ursprünglichen finanziellen Verbindlichkeit und Erfassung einer neuen finanziellen Verbindlichkeit bilanziert.

Die Differenz zwischen dem Buchwert einer ausgelaufenen bzw. an eine andere Partei übertragenen finanziellen Verbindlichkeit (oder eines Teils der finanziellen Verbindlichkeit) und der gezahlten Gegenleistung, einschließlich jeglicher übertragener Sachdividenden oder übernommener Verbindlichkeiten, wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Klassifizierung als kurz- oder langfristig

Der Konzern stellt Vermögenswerte und Schulden in der Konzern-Bilanz dar und klassifiziert sie als kurz- und langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden. Ein Vermögenswert ist als kurzfristig zu betrachten, wenn:

der Vermögenswert zum Verkauf oder Verbrauch innerhalb des normalen Verlaufs des Geschäftszyklus gehalten wird;

der Vermögenswert vorrangig zu Handelszwecken gehalten wird;

erwartet wird, dass der Vermögenswert innerhalb von zwölf Monaten nach der Berichtsperiode erfüllt wird; oder

der Vermögenswert in Form von Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten gehalten wird, es sei denn, es gibt eine Beschränkung für den Austausch oder Verbrauch des Vermögenswertes, um eine Schuld mindestens zwölf Monate nach der Berichtsperiode zu begleichen.

Alle sonstigen Vermögenswerte sind langfristig.

Eine Schuld ist als kurzfristig zu betrachten, wenn:

erwartet wird, dass die Schuld im normalen Verlauf des Geschäftszyklus erfüllt wird;

die Schuld vorrangig zu Handelszwecken gehalten wird;

erwartet wird, dass die Schuld innerhalb von zwölf Monaten nach der Berichtsperiode getilgt wird; oder

das Unternehmen zum Ende der Berichtsperiode kein bedingungsloses Recht zur Verschiebung der Erfüllung der Schuld um mindestens zwölf Monate hat.

Alle sonstigen Schulden sind langfristig.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden als langfristige Vermögenswerte und Schulden klassifiziert.

Wertminderung von Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen finanzielle Vermögenswerte dar, auf die die Vorschriften des IFRS 9 Finanzinstrumente anzuwenden sind. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind finanzielle Vermögenswerte, die zum Zwecke der Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme gehalten werden, und die bei der Bilanzierung eingetretener und erwarteter Kreditverluste zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Das Wertberichtigungsmodell für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen berücksichtigt nicht nur vergangene Ereignisse und aktuelle Bedingungen, die einen eingetretenen Kreditverlust darstellen, sondern enthält auch eine perspektivische Komponente - den erwarteten Kreditverlust. Erwartete Kreditverluste sind mögliche Kassenfehlbeträge, die sich im Laufe der nächsten zwölf Monate oder über die Laufzeit des finanziellen Vermögenswertes ergeben könnten. Hinsichtlich der Wertminderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verwendet der Konzern einen vereinfachten Ansatz, der die Berechnung der erwarteten Kreditverluste für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen über die Laufzeit des Instruments ermöglicht. Der Konzern verwendet eine Rückstellungsmatrix zur ungefähren Bewertung des erwarteten Kreditverlustes für dieses Instrument. Dabei kann die Bewertungsgrundlage sowohl ein individuelles Instrument als auch ein Portfolio aus Forderungen sein. In den meisten Fällen werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in einem Portfolio mit ähnlichen Risikomerkmalen zusammengefasst. Der Konzern bewertet den erwarteten Kreditverlust anhand der Betrachtung des Betrags, auf Grundlage von Wahrscheinlichkeiten, und anhand der Prüfung des Spektrums möglicher Ausgänge, des Zeitwerts des Geldes, und der geeigneten und fundierten Informationen über vergangene Ereignisse und aktueller und erwarteter zukünftiger Bedingungen. Bei der Bewertung erwarteter Kreditverluste bestimmt der Konzern mehrere potenzielle Szenarien einschließlich eines Szenarios, in dem es nicht zu einem Kreditverlust kommen würde.

Zahlungsmittel

Zahlungsmittel umfassen den Kassenbestand und Sichteinlagen, jeweils sowohl in Euro als auch in Fremdwährung.

Darlehen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Darlehen und Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt gehandelt werden. Eine Ausnahme stellen Darlehen und Forderungen dar, die /bei denen:

der Konzern sofort oder in naher Zukunft verkaufen möchte (als "zu Handelszwecken gehalten" klassifiziert) sowie diejenigen, die bei erstmaligem Ansatz erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden;

der Konzern bei erstmaligem Ansatz als "zum Verkauf gehalten" bestimmt; oder

der Inhaber möglicherweise im Wesentlichen nicht die gesamte ursprüngliche Investition zurückerhalten kann. Im Falle einer Bonitätsverschlechterung werden die Darlehen und Forderungen als "zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert.

Darlehen und Forderungen werden als finanzielle Vermögenswerte klassifiziert, die aus der direkten Bereitstellung von Waren, Dienstleistungen sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten / Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Darlehen entstehen.

Der Ansatz von Darlehen und Forderungen mit fester Laufzeit erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Der Ansatz von Darlehen und Forderungen ohne feste Laufzeit erfolgt zu Anschaffungskosten.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten. die sich auf künftige Berichtsperioden beziehen, werden als Anzahlungen an Lieferanten ausgewiesen und in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten und Darlehen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten und Darlehen sind finanzielle Verbindlichkeiten, die aus dem direkten Erhalt von Waren, Dienstleistungen und Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von Gläubigern resultieren.

Bei der Folgebewertung werden Darlehen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ohne feste Laufzeit zu Anschaffungskosten bewertet.

Der Ansatz von Darlehen und Verbindlichkeiten mit fester Laufzeit erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Steuererstattungsansprüche

Steuererstattungsansprüche entstehen nicht aus vertraglichen Beziehungen und sind nicht in den Kategorien der finanziellen Vermögenswerte klassifiziert. Sie umfassen:

den vom zu versteuernden Ergebnis / steuerlichen Verlust der Berichtsperiode abhängigen Betrag der Ertragsteueransprüche und die in der aktuellen und in vorherigen Berichtsperioden gezahlten Beträge, die die fälligen Beträge übersteigen.

Beträge für erstattungsfähige Steuergutschriften und die Verrechnung am Ende der Berichtsperiode sowie die in der aktuellen und in vorherigen Berichtsperioden gezahlten Beträge, die die fälligen Beträge für sonstige Steuern übersteigen.

Tatsächliche Steueransprüche für die aktuelle und vorherige Berichtsperiode(n) werden mit dem Betrag angesetzt, der voraussichtlich von den Steuerbehörden erstattet wird. Dabei werden die Steuersätze und Steuergesetze verwendet, die zum Ende der Berichtsperiode in Kraft waren oder von denen erwartet wird, dass sie bis zum Ende der Berichtsperiode in Kraft treten.

Eigenkapital

Das Eigenkapital des Konzerns besteht aus:

dem gezeichneten Kapital einschließlich:

dem eingetragenen Kapital - zum Nennwert ausgewiesen in Übereinstimmung mit dem Gesellschaftsvertrag.

Wenn der Konzern eigene Eigenkapitalinstrumente zurückerwirbt, werden diese Instrumente (Eigenanteile) vom Eigenkapital abgezogen. Gewinne oder Verluste aus dem Kauf, Verkauf, der Ausgabe oder Aufhebung der Eigenkapitalinstrumente des Konzerns werden nicht erfasst. Diese Eigenanteile können vom Konzern oder anderen konsolidierten Konzernunternehmen erworben und gehalten werden. Die gezahlte oder erhaltene Gegenleistung wird erfolgsneutral erfasst.

Dem Konzern entstehen verschiedene Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ausgabe oder dem Erwerb seiner Eigenkapitalinstrumente. Diese Aufwendungen umfassen üblicherweise eine Registrierungsgebühr und sonstige regulatorische Gebühren sowie Kosten für Rechts- und buchhalterische Beratung und sonstige professionelle Beratung und dergleichen. Die Transaktionskosten einer Eigenkapitaltransaktion werden als Abzug vom Eigenkapital bilanziert (abzüglich jeglicher damit verbundener Ertragsteuervorteile), sofern es sich um zusätzliche Kosten handelt, die der Eigenkapitaltransaktion direkt zurechenbar sind und ohne die Transaktion nicht entstanden wären. Aufwendungen, die für eine abgebrochene Eigenkapitaltransaktion entstanden sind, werden als Aufwand erfasst.

Die Rücklagen umfassen:

die Agiorücklage - durch die Ausgabe von eigenen Eigenkapitalinstrumenten gebildet;

die Kapitalrücklage - gemäß der Gesellschafterentscheidung des Mutterunternehmens gebildet; und

die Neubewertungsrücklage, die in der in den Auslandsgeschäften genutzten Währung dargestellt ist.

Das Finanzergebnis umfasst:

Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Gewinnrücklagen / kumulierter Verlust

Steuerschulden

Die kurzfristigen Steuerschulden des Konzerns ergeben sich nicht aus vertraglichen Beziehungen und sind nicht als finanzielle Verbindlichkeiten klassifiziert. Sie umfassen:

die laufende Ertragsteuer für die aktuelle und vorherige Berichtsperiode(n), die mit dem nicht beglichenen Betrag als Schuld erfasst wird.

kurzfristige Steuerschulden nach dem Steuerrecht anderer Jurisdiktionen.

Kurzfristige Steuerschulden für die aktuelle und vorherige Berichtsperiode(n) werden mit dem Betrag angesetzt, der voraussichtlich an die Steuerbehörden gezahlt werden muss. Dabei werden die Steuersätze und Steuergesetze verwendet, die zum Ende der Berichtsperiode in Kraft waren.

Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern und Rückstellungen für langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer

Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern umfassen Verpflichtungen des Konzerns, die sich aus der vorherigen Arbeitsleistung der Arbeitnehmer sowie den dazugehörigen gesetzlich vorgesehenen sozialen Abgaben ergeben.

Kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer umfassen Gehälter, Vergütungen, Boni, soziale Abgaben und jährlichen Ausgleichsurlaub, bei denen erwartet wird, dass sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Ende der Berichtsperiode erfüllt werden.

Im Konzern wurde keine Rechnungslegungsmethode für langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer festgelegt.

Rückstellungen

Eine Rückstellung ist eine Schuld, die bezüglich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss ist.

Rückstellungen werden gemäß IAS 37 angesetzt, sofern der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung aus einem Ereignis der Vergangenheit hat.

Eine rechtliche Verpflichtung ist eine Verpflichtung, die sich aus:

einem Vertrag (gemäß expliziten oder impliziten vertraglichen Bestimmungen);

der Gesetzgebung; oder

anderen Gesetzesfolgen ergibt.

Eine faktische Verpflichtung ist eine Verpflichtung, die sich aus dem Handeln des Konzerns ableitet:

durch das bisher übliche Geschäftsgebaren, veröffentlichte Richtlinien oder eine ausreichend spezifische aktuelle Mitteilung hat der Konzern andere Parteien darauf hingewiesen, dass er eine gewisse Verantwortung übernimmt; und

als Ergebnis hat der Konzern eine berechtigte Erwartung anderen Parteien gegenüber erweckt, dass er dieser Verantwortung nachkommt.

Die Bildung einer Rückstellung erfolgt, sofern:

der Konzern aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlich oder faktisch) hat;

es wahrscheinlich ist, dass der Konzern einen Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung hat; und

die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann.

Falls diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, wird keine Rückstellung erfasst.

Der Ansatz der Rückstellungen erfolgt nach bestmöglicher Schätzung der Geschäftsführung des Konzerns hinsichtlich der Aufwendungen, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Ende der Berichtsperiode erforderlich sind.

Die Höhe der Rückstellungen wird jeweils zum Ende einer Berichtsperiode überprüft und angepasst, um der gegenwärtig bestmöglichen Schätzung zu entsprechen.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden

Die Erfassung der latenten Steueransprüche und Steuerschulden erfolgt in Höhe der temporären Unterschiede zwischen den steuerlichen und bilanziellen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden zum Ende der Berichtsperiode.

Eine latente Steuerschuld wird abhängig von den zu versteuernden temporären Differenzen in Höhe der gesamten in zukünftigen Perioden zu entrichtenden Steuern gebildet.

Ein latenter Steueranspruch wird in Höhe der in zukünftigen Perioden erstattungsfähigen Steuern angesetzt. Dabei werden abzugsfähige temporäre Differenzen, noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und noch nicht genutzte Steuergutschriften in der Höhe berücksichtigt, die der Wahrscheinlichkeit entspricht, dass sie mit einem verfügbaren, zu versteuernden Ergebnis verrechnet werden können.

Zum Ende jeder Berichtsperiode überprüft der Konzern die nicht bilanzierten latenten Steueransprüche. Der Konzern erfasst die bisher nicht bilanzierten latenten Steueransprüche in der Höhe, die der Wahrscheinlichkeit entspricht, dass ein zukünftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jährlich zum Ende der Berichtsperiode überprüft. Der Konzern mindert den Buchwert der latenten Steueransprüche um die Höhe, die der Wahrscheinlichkeit entspricht, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis nicht mehr verfügbar sein wird, damit ein Teil des oder der gesamte(n) latente(n) Steueranspruch(s) genutzt werden kann. Diese Minderung wird in der Höhe umgekehrt, die der Wahrscheinlichkeit entspricht, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird.

Die Bewertung latenter Steueransprüche und Steuerschulden erfolgt zu den Steuersätzen, die voraussichtlich in der Periode angewendet werden, in der der Anspruch oder die Schuld erfüllt werden, und auf Grundlage der Steuersätze (und Steuergesetze), die zum Ende der Berichtsperiode in Kraft sind oder von denen erwartet wird, dass sie bis zum Ende der Berichtsperiode in Kraft treten.

Latente Steuern werden als Aufwand oder Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung des jeweiligen Zeitraums erfasst. Eine Ausnahme gilt für Steuern aus einer Transaktion oder einem Vorgang, die in demselben oder einem anderen Zeitraum erfolgsneutral erfasst werden.

Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Der Konzern erfasst alle Ertrags- und Aufwandsposten eines Zeitraums in der Gewinn- und Verlustrechnung, es sei denn, eine abweichende Darstellung ist in den IFRS gefordert bzw. zulässig.

Manche IFRS enthalten eine Beschreibung der Umstände, unter denen der Konzern gewisse Posten im laufenden Zeitraum außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfassen darf. Nach anderen IFRS ist es erforderlich bzw. zulässig, Posten der Gesamtergebnisrechnung, die der Framework-Definition von Aufwand und Ertrag entsprechen, nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

Aufwendungen

Der Konzern erfasst die betrieblichen Aufwendungen fortlaufend unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten und ordnet sie anschließend nach ihrer Funktion, um die Höhe der Aufwendungen für Bereiche und Tätigkeiten festzulegen.

Aufwendungen werden erfasst, sofern es zu einer Minderung des künftigen wirtschaftlichen Nutzens im Zusammenhang mit der Abnahme eines Vermögenswerts oder Zunahme einer Schuld gekommen ist, die zuverlässig ermittelt werden kann.

Die Erfassung von Aufwendungen für die laufende Berichtsperiode erfolgt, wenn die entsprechenden Umsatzerlöse abgegrenzt werden.

Sofern erwartet wird, dass sich der wirtschaftliche Nutzen über mehrere Berichtsperioden erstreckt und das Verhältnis zwischen Aufwendungen und Umsatzerlösen nur allgemein oder indirekt ermittelt werden kann, werden die Aufwendungen mittels systematischer und rationaler Zuteilungsmethoden erfasst.

Ein Aufwand wird sofort in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst, sofern der Aufwand keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen erzeugt oder sofern und in dem Maße, dass der zukünftige wirtschaftliche Nutzen die Ansatzvoraussetzungen eines Vermögenswertes in der Bilanz nicht oder nicht mehr erfüllt.

Die Aufwendungen werden periodengerecht abgegrenzt und zum beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder zu zahlenden Gegenleistung bewertet.

Erlöse

IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden basiert auf einem grundlegenden Prinzip, nach dem der Konzern Umsatzerlöse so zu erfassen hat, dass der Übergang der Waren und Dienstleistungen an einen Kunden so zutreffend wie möglich abgebildet wird. Zudem sollen sie in einer Höhe erfasst werden, die den vom Konzern erwarteten wirtschaftlichen Nutzen im Gegenzug für diese Waren und Dienstleistungen darstellt. In IFRS 15 wird ein fünfstufiges Rahmenmodell zur Bilanzierung von Erlösen vorgestellt:

1. Identifizierung des Vertrags / der Verträge mit einem Kunden

Der Konzern erfasst einen Vertrag mit einem Kunden nur dann, wenn alle Parteien des Vertrags dem Vertrag zustimmen und sich zur Erfüllung verpflichtet haben, die Rechte jeder Partei in Bezug auf die zu übertragenden Waren oder die zu erbringenden Dienstleistungen identifiziert werden können, die Zahlungsbedingungen identifiziert werden können, der Vertrag eine wirtschaftliche Substanz hat, und es wahrscheinlich ist, dass der Konzern die Forderungen vereinnahmen wird.

2. Identifizierung der Leistungsverpflichtungen

Zu Vertragsbeginn beurteilt der Konzern die Waren oder Dienstleistungen, die dem Kunden zugesagt wurden, und bestimmt, ob sie eine eigenständige Leistungsverpflichtung oder ein Bündel an Verpflichtungen sind. Eine Ware oder Dienstleistung ist eigenständig abgrenzbar, wenn dem Kunden aus den zugesagten Waren oder Dienstleistungen direkt oder im Zusammenspiel mit anderen, ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen Nutzen entsteht und die zugesagten Waren oder Dienstleistungen von anderen zugesagten Waren oder Dienstleistungen des gleichen Vertrags getrennt werden können. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, werden einzelne Waren oder Dienstleistungen als eigenständige Leistungsverpflichtung ausgewiesen. Wenn die zugesagte Ware oder Dienstleistung nicht eigenständig abgrenzbar ist, wird sie so lange mit anderen Waren oder Dienstleistungen gebündelt, bis ein Bündel an Waren oder Dienstleistungen erreicht ist, das eigenständig abgrenzbar ist. Daher ist es möglich, dass alle in einem Vertrag zugesagten Waren oder Dienstleistungen als eine einzige eigenständige Leistungsverpflichtung erfasst werden müssen.

3. Bestimmung des Transaktionspreises

Der Transaktionspreis ist der Betrag der Gegenleistung, die der Konzern erwartungsgemäß vom Kunden für die Übertragung von zugesagten Waren oder die Erbringung von zugesagten Dienstleistungen erhalten wird, es sei denn, es handelt sich um Beträge, die im Namen Dritter vereinnahmt wurden (z.B. Umsatzsteuer). Die vertraglich zugesagte Gegenleistung kann feste Beträge, variable Beträge, oder beides enthalten. Bei der Bestimmung des Transaktionspreises werden die Folgen einer variablen Gegenleistung, das Vorhandensein von Beschränkungen, ein bedeutender Bestandteil einer Finanzierungsvereinbarung, nicht-monetäre Gegenleistungen und Kundenentgelte berücksichtigt. Falls die vertraglich zugesagte Gegenleistung eine oder mehrere der erwähnten Komponenten enthält, schätzt der Konzern den Betrag der Gegenleistung, auf die er im Gegenzug für die Übertragung der zugesagten Waren und Dienstleistungen ein Anrecht hat, zu dem Betrag, der in zukünftigen Berichtsperioden erwartungsgemäß nicht aufgehoben wird. Der Konzern beurteilt die sich aus der Unsicherheit des Betrags der variablen Gegenleistung, die er erhalten wird, ergebenden Folgen und wendet die angewandte Methode konsequent während der Vertragslaufzeit an. Bei der Beurteilung werden alle verfügbaren Informationen aus vorherigen Berichtsperioden, die aktuelle Situation und Prognosen berücksichtigt. Zum Ende einer jeden Berichtsperiode wird die Schätzung des Transaktionspreises aktualisiert, um die gegenwärtigen Umstände und Veränderungen der Umstände innerhalb der Berichtsperiode möglichst zutreffend abzubilden. Wenn eine Gegenleistung von einem Kunden erhalten wird und davon ausgegangen wird, dass ein Teil der oder die gesamte(n) Gegenleistung zurückgefordert wird, erfasst der Konzern eine Rückforderungsverpflichtung. Bei Verkäufen mit einem Rückgaberecht aktualisiert der Konzern die Rückforderungsverpflichtung zum Ende einer jeden Berichtsperiode.

4. Verteilung des Transaktionspreises auf die Leistungsverpflichtungen

Die Verteilung des Transaktionspreises auf die Leistungsverpflichtungen ist die Grundlage für eine korrekte zeitliche und quantitative Verteilung der Erlöse. Die Verteilung erfolgt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise, zu denen der Konzern die Ware oder Dienstleistung verkaufen möchte (entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der Ware oder Dienstleistung). Am fundiertesten kann der Einzelveräußerungspreis mit dem beobachtbaren Preis der Ware oder Dienstleistung ermittelt werden, den der Konzern erzielen würde, wenn er die Ware oder Dienstleistung einzeln unter ähnlichen Bedingungen und an ähnliche Kunden verkauft. Falls der Einzelveräußerungspreis nicht direkt beobachtbar ist, nimmt der Konzern eine Schätzung vor, die zu einer zutreffenden Verteilung des Transaktionspreises führen würde. Dabei beurteilt der Konzern den Markt, auf dem er seine Waren und Dienstleistungen verkauft und schätzt den Preis, den Kunden auf diesem Markt für diese Ware oder Dienstleistung bezahlen würden. Preisnachlässe werden im Verhältnis zu den gesamten vertraglichen Leistungsverpflichtungen verteilt, außer es gibt einen erkennbaren Beweis, dass sich der gesamte Preisnachlass nur auf eine oder mehrere spezifische Verpflichtung(en) bezieht.

5. Erlöserfassung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung

Der Konzern erfasst Erlöse, sobald er die Leistungsverpflichtung durch die Übertragung der zugesagten Waren oder Dienstleistungen auf den Kunden erfüllt. Ein Vermögenswert ist übertragen, sobald der Kunde Verfügungsmacht über den Vermögenswert erlangt. Bei der Beurteilung, ob ein Kunde Verfügungsmacht über einen Vermögenswert erlangt hat, werden jegliche Rückkaufvereinbarungen berücksichtigt. Nach Vertragsbeginn ermittelt der Konzern, ob er die Leistungsverpflichtungen über einen Zeitraum hinweg oder zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt. Erfolgt die Erfüllung über einen Zeitraum hinweg, erfasst der Konzern die vertraglichen Erlöse anhand der Bewertung des erzielten Fortschritts bis zur vollständigen Erfüllung der Leistungsverpflichtung. In diesem Fall erfasst der Konzern Erlöse nur, falls die vollständige Erfüllung zuverlässig bewertet werden kann.

Erlöse aus Verträgen mit Kunden (Verkauf von Dienstleistungen und sonstige Erlöse)

Erlöse aus Verträgen mit Kunden enthalten Erlöse aus dem Verkauf von Dienstleistungen und sonstige Erlöse.

Der Konzern erfasst Erlöse, wenn (oder sobald) er die Leistungsverpflichtung durch die Übertragung der zugesagten Dienstleistungen (d.h. Vermögenswerte) auf den Kunden erfüllt. Ein Vermögenswert ist übertragen, wenn (oder sobald) der Kunde Verfügungsmacht über den Vermögenswert erlangt. Erlöse aus Verträgen mit Kunden werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Höhe der Gegenleistung erfasst, die der Konzern erwartungsgemäß vom Kunden für die Erbringung von zugesagten Dienstleistungen erhalten wird, es sei denn, es handelt sich um Beträge, die im Namen Dritter vereinnahmt wurden (z. B. Umsatzsteuer). Die im Vertrag mit dem Kunden zugesagte Gegenleistung kann feste Beträge, variable Beträge, oder beides enthalten.

Der Konzern ist zu der Schlussfolgerung gelangt, dass er in den Verträgen mit Kunden der Prinzipal ist, da er vor der Übertragung auf den Kunden Verfügungsmacht über die Dienstleistung (Artikel und Materialien) ausübt.

Erlöse aus dem Verkauf von Dienstleistungen werden über einen Zeitraum hinweg im Service-Bereitstellungsprozess erfasst. Die Übertragung der Verfügungsmacht unterscheidet sich je nach den spezifischen Bedingungen der Verträge mit Kunden.

Die Bewertung der Erlöse erfolgt auf Basis der Gegenleistung, die im Vertrag mit dem Kunden festgehalten ist. Der Konzern erfasst Erlöse, wenn er die Verfügungsmacht über die Waren oder Dienstleistungen auf den Kunden überträgt. Die nachfolgende Tabelle enthält Angaben über die Art und den zeitlichen Charakter der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen, die sich aus Verträgen mit Kunden ergeben, einschließlich wesentlicher Zahlungsbedingungen und zugehöriger Methoden der Erlöserfassung.

Art des Produkts / der Dienstleistung Art und zeitlicher Charakter der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen, einschließlich wesentlicher Zahlungsbedingungen Erlöserfassung gemäß IFRS 15
IT-Dienstleistungen Rechnungen für diese Dienstleistungen werden gemäß den Vertragsbedingungen ausgestellt - üblicherweise monatlich und mit Zahlungszielen zwischen 30 und 90 Tagen. Nicht in Rechnung gestellte Beträge wer- Die Erlöse werden über den Zeitraum der Erbringung der Dienstleistungen erfasst. Der Fertigstellungsgrad zur Ermittlung des zu erfassenden Erlösbetrags wird auf Grundlage einer Analyse der durchgeführten Arbeit bewertet.
den als Vermögenswerte unter "Verträge mit Kunden" ausgewiesen. Erhaltene Vorauszahlungen werden in den Verbindlichkeiten unter "Verträge mit Kunden" erfasst. Treuepunkte oder Umsatzrabatte werden nicht angeboten. Da es nur eingeschränkt möglich ist, vorherzusagen, ob Leistungskennzahlen erreicht werden, wird eine variable Vergütung nicht als sehr wahrscheinlich angesehen und ist somit nicht Teil des Transaktionspreises, bis sie als
In manchen Fällen wird eine variable Vergütung zur Erreichung gewisser Leistungskennzahlen vereinbart. praktisch sicher gilt.
Verkauf von Softwarelizenzen Es wurden zwei eigenständige Leistungsverpflichtungen identifiziert: 1. Lizenz; und 2. zugesagte Wartung für ein Jahr. Der Transaktionspreis wird auf jede Leistungsverpflichtung verteilt, um den Erfolg des Konzerns abzubilden. Der Verkauf der Software wird als Übertragung eines Nutzungsrechts betrachtet und der Erlös wird zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst. Erlöse aus dem Wartungsservice werden nach dem Verkauf abgegrenzt und in gleichmäßigen Teilbeträgen über ein Jahr erfasst.

Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

Wenn eine der Vertragsparteien ihre Verpflichtungen erfüllt, weist der Konzern den Vertrag in der Bilanz je nach Beziehung zwischen den Aktivitäten des Konzerns und der Kundenzahlung als Vertragsvermögenswert oder Vertragsverbindlichkeit aus. Alle bedingungslosen Rechte auf eine Gegenleistung weist der Konzern separat als Forderung aus.

Falls der Kunde eine Gegenleistung bezahlt oder der Konzern Anspruch auf eine bedingungslose Gegenleistung hat (d.h. eine Forderung), bevor der Konzern die Dienstleistung oder das Produkt auf den Kunden überträgt, weist der Konzern den Vertrag als Vertragsverbindlichkeit aus, sobald die Zahlung erfolgt oder fällig ist (je nachdem, welcher Fall früher eintritt). Eine Vertragsverbindlichkeit ist eine Verpflichtung des Konzerns, Waren oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die der Konzern eine Gegenleistung vom Kunden erhalten hat (oder für die eine Gegenleistung fällig ist). Die erhaltene Gegenleistung steht üblicherweise im Zusammenhang mit von Kunden erhaltenen Anzahlungen.

Sofern der Konzern seine Verpflichtung zur Übertragung einer Ware oder Dienstleistung auf den Kunden erfüllt, bevor der Kunde die Gegenleistung zahlt oder die Zahlung fällig ist, weist der Konzern den Vertrag als Vertragsvermögenswert aus, mit Ausnahme der als Forderung ausgewiesenen Beträge. Ein Vertragsvermögenswert ist das Recht des Konzerns, eine Gegenleistung im Gegenzug für Waren oder Dienstleistungen zu erhalten, die der Konzern auf einen Kunden übertragen hat.

Vertragsvermögenswerte werden vom Konzern in Übereinstimmung mit IFRS 9 bewertet. Die Bewertung, Darstellung und der Ausweis von Wertminderungen eines Vertragsvermögenswertes erfolgt auf derselben Grundlage, die für finanzielle Vermögenswerte angewandt wird, die in den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen.

Eine Forderung ist das bedingungslose Recht des Konzerns, eine Gegenleistung zu erhalten. Der Anspruch auf eine Gegenleistung wird als bedingungslos betrachtet, wenn die einzige Bedingung für die Fälligkeit der Zahlung der Gegenleistung das Erreichen des Endes eines festen Zeitraums ist. Der Konzern erfasst eine Forderung, sofern er einen Zahlungsanspruch hat, auch wenn der Betrag in Zukunft wiedererlangt werden kann. Forderungen werden vom Konzern in Übereinstimmung mit IFRS 9 bewertet. Bei erstmaliger Erfassung einer Forderung aus einem Vertrag mit einem Kunden wird jegliche Differenz zwischen der Schätzung der Forderung in Übereinstimmung mit IFRS 9 und der entsprechenden Höhe der erfassten Erlöse als Aufwand ausgewiesen (z.B. als Wertminderungsaufwand).

Zinserträge

Zinserträge werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Der Effektivzins ist der Zinssatz, der die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments bzw. bei einem kürzeren Zeitraum, sofern anwendbar, exakt auf den Buchwert des finanziellen Vermögenswertes abzinst. Zinserträge sind unter den Finanzerträgen in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Finanzrisiken

Ausfallrisiko

Das Risiko, dass eine Vertragspartei bei einem Geschäft über Finanzinstrumente - Vermögenswerte des Konzerns ihren Verpflichtungen nicht nachkommt und dem Konzern einen finanziellen Verlust verursacht.

Liquiditätsrisiko

Das Risiko, dass der Konzern Schwierigkeiten haben wird, seine finanziellen Verbindlichkeiten vertragsgemäß zu erfüllen.

Marktrisiko

Das Risiko, dass sich der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Schwankungen der Marktpreise verändern. Das Marktrisiko kann in drei Risikoarten unterteilt werden:

• Währungsrisiko

Das Risiko, dass sich der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Wechselkursänderungen verändern.

• Zinsrisiko

Das Risiko, dass sich der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Schwankungen des Marktzinssatzes verändern.

• Sonstige Preisrisiken

Das Risiko, dass sich der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Schwankungen der Marktpreise verändern (Veränderungen, die sich nicht aus dem Währungs- und Zinsrisiko ergeben), unabhängig davon, ob diese Veränderungen durch Faktoren verursacht wurden, die dem einzelnen Finanzinstrument oder seinem Emittenten eigen sind oder die Gesamtheit solcher auf dem Markt gehandelter Finanzinstrumente betreffen.

Funktionale Währung und Darstellungswährung

Die funktionale Währung der Tochterunternehmen des Konzerns ist die Währung des primären Wirtschaftsraums, in dem das Tochterunternehmen tätig ist: Der bulgarische Lew für bulgarische Tochterunternehmen, der Euro für deutsche Tochterunternehmen, der Schweizer Franken für Tochterunternehmen in der Schweiz etc. Die Darstellungswährung des Konzernabschlusses ist der Euro. Beträge werden in tausend Euro angegeben.

Eine Fremdwährung ist jede Währung außer der funktionalen Währung des jeweiligen Tochterunternehmens.

Effekte aus Wechselkursänderungen

Transaktionen in Fremdwährung werden zunächst in der funktionalen Währung erfasst unter Anwendung des Leitzinssatzes der Europäischen Zentralbank (EZB) für die jeweilige Währung im Verhältnis zur Höhe der Fremdwährung zum Transaktionszeitpunkt.

Wechselkursdifferenzen, die aus der Erfüllung monetärer Posten des Konzerns oder der Anpassung monetärer Posten des Konzerns zu Wechselkursen - die nicht den Wechselkursen entsprechen, die für die Anpassung beim erstmaligen Ansatz sowie in der Berichtsperiode oder früheren Abschlüssen verwendet wurden - entstehen, werden ergebniswirksam in der Berichtsperiode erfasst, in der sie entstehen. Hierbei gibt es in Übereinstimmung mit IAS 21 Ausnahmen für Wechselkursdifferenzen, die für einen monetären Posten entstehen, der Teil der Nettoinvestition des berichtenden Unternehmens in einen ausländischen Geschäftsbetrieb ist.

Eine Wechselkursdifferenz entsteht, sofern ein monetärer Posten aus einer Fremdwährungstransaktion resultiert und es eine Wechselkursveränderung zwischen dem Transaktionszeitpunkt und dem Erfüllungszeitpunkt gibt. Sofern die Transaktion innerhalb derselben Berichtsperiode erfüllt wird, in der sie stattgefunden hat, wird die gesamte Wechselkursdifferenz in der Berichtsperiode erfasst. Wird die Transaktion jedoch in einer zukünftigen Berichtsperiode erfüllt, wird die in jeder Zwischenberichtsperiode erfasste Wechselkursdifferenz bis zum Erfüllungszeitpunkt anhand der Wechselkursveränderungen in der jeweiligen Periode ermittelt.

Sofern ein Gewinn oder Verlust aus einem nicht-monetären Posten erfolgsneutral erfasst wird, werden jegliche auf Wechselkurse zurückzuführende Anteile an dem Gewinn oder Verlust im sonstigen Ergebnis erfasst. Sofern ein Gewinn oder Verlust aus einem nicht-monetären Posten erfolgswirksam erfasst wird, werden jegliche auf Wechselkurse zurückzuführende Anteile an dem Gewinn oder Verlust als Gewinn oder Verlust erfasst.

Sofern gewisse IFRS es erfordern, einige Gewinne und Verluste aus Vermögenswerten erfolgsneutral zu erfassen, und ein solcher Vermögenswert in Fremdwährung bewertet wird, sieht IAS 21 vor, dass der neubewertete Betrag mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der Betragsermittlung angepasst wird. Die daraus entstehende Wechselkursdifferenz wird ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst.

Der Konzern nimmt die Anpassung der Fremdwährungsposten zum Ende der Berichtsperiode und fortlaufend während der Berichtsperiode vor.

Die Fremdwährungsposten zum 31.12.2023 wurden im vorliegenden Konzernabschluss zu den Wechselkursen der EZB am Abschlussstichtag bewertet. Die Wechselkurse mit dem wesentlichsten Einfluss zum 31.12.2023 waren:

CHF zu EUR - 0,92600 CHF für 1 EUR

USD zu EUR - 1,10500 USD für 1 EUR

RON zu EUR - 4,97560 RON für 1 EUR

BGN zu EUR 1,95583 BGN für 1 EUR

Die Fremdwährungsposten zum 31.12.2023 wurden im vorliegenden Konzernabschluss zu den Wechselkursen der EZB am Abschlussstichtag bewertet. Die Wechselkurse mit dem wesentlichsten Einfluss zum 31.12.2022 waren:

CHF zu EUR - 0,98470 CHF für 1 EUR

USD zu EUR - 1,06660 USD für 1 EUR

RON zu EUR - 4,94950 RON für 1 EUR

BGN zu EUR - 1,95583 BGN für 1 EUR

Beizulegender Zeitwert

IFRS 13 ist im Zusammenhang mit IFRS anzuwenden, die eine Bewertung oder Angaben zum beizulegenden Zeitwert vorschreiben oder gestatten.

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der im Zuge eines geordneten Geschäftsvorfalls unter Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag beim Verkauf eines Vermögenswerts erhalten würde oder bei Übertragung einer Schuld zu zahlen wäre.

In IFRS 13 wird ein Rahmen zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts abgesteckt, der für Erst- und Folgebewertungen anzuwenden ist, falls ein anderer IFRS eine Bewertung zum beizulegenden Zeitwert vorschreibt oder gestattet.

Vermögenswerte und Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, fallen in eine der folgenden beiden Kategorien:

ein eigenständiger Vermögenswert oder eine eigenständige Schuld; oder

eine Gruppe von Vermögenswerten, eine Gruppe von Schulden, oder eine Gruppe von Vermögenswerten und Schulden.

Der Konzern ermittelt den beizulegenden Zeitwert eines Vermögenswertes oder einer Schuld auf Basis der möglichen Annahmen, die von Marktteilnehmern getätigt werden, um den Preis eines Vermögenswertes oder einer Schuld zu bestimmen. Dabei wird angenommen, dass die Marktteilnehmer zu ihrem größtmöglichen wirtschaftlichen Vorteil handeln.

Bei der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert berücksichtigt der Konzern die Merkmale des zu bemessenden Vermögenswerts bzw. der zu bemessenden Schuld, die ein Marktteilnehmer bei der Bepreisung des Vermögenswerts bzw. der Schuld am Bemessungsstichtag berücksichtigen würde. Diese Merkmale beinhalten:

den Zustand und den Ort des Vermögenswertes;

Beschränkungen für den Verkauf oder Gebrauch des Vermögenswertes, falls vorhanden.

Der Einfluss eines einzelnen Merkmals auf die Bewertung variiert in Abhängigkeit davon, ob dieses Merkmal von Marktteilnehmern berücksichtigt werden würde.

Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird ein geordneter Geschäftsvorfall unter Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag, im Zuge dessen der Vermögenswert verkauft oder die Schuld übertragen wird, angenommen, der zu aktuellen Marktbedingungen stattfindet.

Bei der Bemessung zum beizulegenden Zeitwert wird unterstellt, dass ein Geschäftsvorfall, im Zuge dessen ein Vermögenswert verkauft oder eine Schuld übertragen wird:

auf dem vorrangigen Markt für den Vermögenswert oder die Schuld stattfindet; oder

sollte ein solcher nicht bestehen, auf dem für den Vermögenswert oder die Schuld vorteilhaftesten Markt stattfindet.

Sofern es einen vorrangigen Markt für einen Vermögenswert oder eine Schuld gibt, entspricht die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert dem Preis auf diesem Markt, auch wenn es auf einem anderen Markt zum Bemessungsstichtag einen potenziell vorteilhafteren Preis gibt.

Beizulegender Zeitwert bei erstmaliger Erfassung

Für einen im Rahmen eines Geschäftsvorfalls erworbenen Vermögenswert oder eine übernommene Schuld entspricht der Transaktionspreis der Gegenleistung, die für den Erwerb des Vermögenswertes gezahlt oder für die Übernahme der Schuld erhalten wurde. Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswertes oder einer Schuld ist der beim Verkauf des Vermögenswertes erhaltene oder bei der Übertragung der Schuld gezahlte Preis. In vielen Fällen entspricht der Transaktionspreis dem beizulegenden Zeitwert. Um zu ermitteln, ob der beizulegende Zeitwert bei erstmaliger Erfassung dem Transaktionspreis entspricht, berücksichtigt der Konzern sowohl für den Vermögenswert als auch die Schuld transaktionsspezifische Faktoren. Sofern es ein anderer IFRS erfordert oder erlaubt, dass der Konzern die Erstbewertung eines Vermögenswertes oder einer Schuld zum beizulegenden Zeitwert vornimmt, und falls es eine Differenz zwischen dem Transaktionspreis und dem beizulegenden Zeitwert gibt, wird der resultierende Gewinn oder Verlust ergebniswirksam erfasst, sofern in den IFRS nicht anders bestimmt.

Bewertungsmethoden

In Abhängigkeit von den Umständen werden angemessene Bewertungsmethoden benutzt, für die ausreichend Informationen zur Verfügung stehen, um den beizulegenden Zeitwert zu bemessen. Eine Bewertungsmethode wird benutzt, um eine Schätzung der Kosten vorzunehmen, die beim Verkauf eines Vermögenswerts oder bei Übertragung einer Schuld im Zuge eines geordneten Geschäftsvorfalls unter Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag entstehen würden. Die verwendeten Bewertungsmethoden zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts werden konsequent angewandt.

Hypothesen für die Bewertungsmethoden

Bei der Anwendung von Bewertungsmethoden zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts werden relevante beobachtbare Hypothesen so oft wie möglich und nicht beobachtbare so selten wie möglich benutzt.

Rechnungslegungsbezogene Annahmen und Schätzungen

Aufgrund der Unsicherheiten, die Geschäftstätigkeiten inhärent sind, können viele Posten eines Abschlusses nicht exakt bemessen, sondern lediglich geschätzt werden. Schätzungen werden dabei auf Grundlage der aktuellsten verfügbaren und zuverlässigsten Informationen vorgenommen.

Die Verwendung vernünftiger Schätzungen ist ein integraler Bestandteil der Aufstellung eines Abschlusses und beeinträchtigt nicht die Zuverlässigkeit. Durch die Anwendung der IFRS wird von der Geschäftsführung verlangt, gewisse rechnungslegungsbezogene Annahmen und Schätzungen bei der Abschlussaufstellung und der Ermittlung der Bewertung mancher Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen anzuwenden. Diese erfolgen allesamt nach bestem Ermessen der Geschäftsführung zum Ende der Berichtsperiode. Die tatsächlichen Beträge können von den im Abschluss ausgewiesenen Beträgen abweichen.

Eine Schätzung muss überarbeitet werden, sofern sich Umstände ändern, auf denen die Schätzung basiert hat, oder sofern sich neue Informationen ergeben bzw. mehr Erfahrungen gesammelt wurden. Die Überarbeitung der Schätzung bezieht sich nicht auf vorherige Perioden und stellt keine Berichtigung eines Fehlers dar.

Jegliche angewandte Änderung der Bewertungsgrundlage ist eine Änderung der Bilanzierungsmethode und keine Änderung der rechnungslegungsbezogenen Schätzung.

Sofern die Unterscheidung zwischen einer Änderung einer Bilanzierungsmethode und der Änderung einer rechnungslegungsbezogenen Schätzung schwierig ist, wird die Änderung als Änderung einer rechnungslegungsbezogenen Schätzung behandelt.

Die Folgen einer Änderung der rechnungslegungsbezogenen Schätzung werden prospektiv erfasst, indem sie ergebniswirksam in der Periode der Änderung erfasst werden, sofern die Änderung nur diese Periode betrifft, oder in der Periode der Änderung und zukünftigen Perioden erfasst werden, sofern sich die Änderung über mehrere Perioden erstreckt.

Sofern eine Änderung einer rechnungslegungsbezogenen Schätzung zu Veränderungen bei den Vermögenswerten und Schulden führt oder sich auf einen Bestandteil des Eigenkapitals bezieht, wird sie in dem entsprechenden Umfang erfasst, indem der Buchwert des zugehörigen Vermögenswerts, der zugehörigen Schuld oder des zugehörigen Bestandteils des Eigenkapitals im Zeitraum der Änderung angepasst wird.

Nahestehende Unternehmen und Personen und Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Die Identifizierung und die Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen gemäß den Vorgaben des IAS 24.

Ein Geschäftsvorfall mit nahestehenden Unternehmen oder Personen ist die Übertragung von Ressourcen, Dienstleistungen oder Verpflichtungen zwischen wirtschaftlich nahestehenden Unternehmen oder Personen.

Eventualschulden und Eventualforderungen

Eine Eventualschuld ist:

eine mögliche Verpflichtung aus einem Ereignis der Vergangenheit, deren Existenz nur durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Konzerns stehen, erst noch bestätigt wird; oder

eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem Ereignis der Vergangenheit, die jedoch nicht erfasst wird, da:

es unwahrscheinlich ist, dass der Konzern einen Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung hat; oder

die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann.

Eine Eventualforderung ist ein potenzieller Vermögenswert aus einem Ereignis der Vergangenheit, deren Existenz nur durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Konzerns stehen, erst noch bestätigt wird.

Eventualschulden und Eventualforderungen werden nicht angesetzt.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden die Abschlüsse des Mutterunternehmens und der vom Mutterunternehmen beherrschten Unternehmen (die Tochterunternehmen) einbezogen, die zum 31.12. eines jeden Jahres aufgestellt werden. Die Beherrschung ist erreicht, wenn das Mutterunternehmen:

Macht über ein Beteiligungsunternehmen besitzt

schwankenden Renditen aus seinem Engagement mit dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt

die Fähigkeit besitzt, diese Renditen mittels seiner Macht über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen

Das Mutterunternehmen überprüft erneut, ob es ein Beteiligungsunternehmen (nicht) beherrscht, sofern Tatsachen und Umstände darauf hindeuten, dass sich eine oder mehrere der drei oben genannten Voraussetzungen zur Beherrschung geändert haben.

Wenn das Mutterunternehmen weniger als die Mehrheit der Stimmrechte an einem Beteiligungsunternehmen besitzt, geht es davon aus, dass es Macht über ein Beteiligungsunternehmen besitzt, wenn die Stimmrechte ausreichen, um die tatsächliche Fähigkeit zu haben, die relevanten Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens einseitig zu steuern. Das Mutterunternehmen berücksichtigt alle relevanten Tatsachen und Umstände, um zu beurteilen, ob die Stimmrechte des Mutterunternehmens an einem Beteiligungsunternehmen ausreichen, um Macht zu besitzen, einschließlich:

der Anzahl der Stimmrechte des Mutterunternehmens im Verhältnis zur Anzahl und Verteilung der Stimmrechte der anderen Stimmrechtsinhaber

der durch das Mutterunternehmen, andere Stimmrechtsinhaber und andere Parteien gehaltenen potenziellen Stimmrechte

der aus vertraglichen Vereinbarungen entstehenden Rechte

aller zusätzlichen Tatsachen und Umstände, die darauf hindeuten, dass das Mutterunternehmen die gegenwärtige Fähigkeit (nicht) hat, die relevanten Tätigkeiten zu dem Zeitpunkt zu steuern, zu dem Entscheidungen getroffen werden müssen, einschließlich der Abstimmungsmuster bei vorherigen Gesellschafterversammlungen.

Die Konsolidierung eines Tochterunternehmens beginnt, wenn das Mutterunternehmen die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt hat, und endet, wenn das Mutterunternehmen die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert. Insbesondere die Ergebnisse der unterjährig erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden ergebniswirksam ab dem Datum, an dem das Mutterunternehmen die Beherrschung erlangt, und bis zu dem Datum, an dem das Mutterunternehmen die Beherrschung verliert, erfasst.

Falls notwendig, werden Anpassungen an den Abschlüssen der Tochterunternehmen vorgenommen, um die Bilanzierungsmethoden in Einklang mit den Bilanzierungsmethoden des Konzerns zu bringen.

Alle konzernweiten Vermögenswerte und Schulden, Eigenkapital, Erträge, Aufwendungen und Zahlungsströme im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Konzerngesellschaften werden bei der Konsolidierung eliminiert.

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter an Tochterunternehmen werden getrennt vom Eigenkapital des Konzerns ausgewiesen. Solche Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die gegenwärtig Eigentumsrechte vermitteln und dem Inhaber im Falle der Liquidation das Recht gewähren, einen proportionalen Anteil am Nettovermögen des Unternehmens zu erhalten, werden bei Zugang entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens bewertet. Dieses Wahlrecht kann bei jedem Unternehmenszusammenschluss neu ausgeübt werden. Andere nicht beherrschende Anteile werden erstmalig zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Nach dem Erwerb ergibt sich der Buchwert der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter aus dem Wert der Anteile bei der erstmaligen Erfassung zuzüglich des Anteils der nicht beherrschenden Gesellschafter an den nachfolgenden Eigenkapitalveränderungen.

Gewinne und Verluste und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses werden den Gesellschaftern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Gesellschaftern zugeordnet. Das Gesamtergebnis der Tochterunternehmen wird den Gesellschaftern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Gesellschaftern zugeordnet, auch wenn dies zu einem Negativsaldo für die nicht beherrschenden Gesellschafter führt.

Änderungen der Anteile des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Der Buchwert der Anteile des Konzerns und der nicht beherrschenden Gesellschafter wird angepasst, um Veränderungen der relativen Anteile des Konzerns und der nicht beherrschenden Gesellschafter an Tochterunternehmen abzubilden. Jegliche Differenzen zwischen dem Betrag, um den die nicht beherrschenden Anteile angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der bezahlten oder erhaltenen Gegenleistung werden erfolgsneutral erfasst und den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zugeordnet.

Wenn der Konzern die Beherrschung über ein Tochterunternehmen verliert, wird der ergebniswirksam erfasste Gewinn oder Verlust aus der Veräußerung als Differenz zwischen (i) der Summe aus dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung und dem beizulegenden Zeitwert der verbleibenden Anteile und (ii) dem vorherigen Buchwert des Vermögenswertes (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert) abzüglich der Schulden des Tochterunternehmens und jegliche nicht beherrschende Anteile berechnet. Alle vorher im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge im Zusammenhang mit jenem Tochterunternehmen werden so bilanziert, als ob der Konzern unmittelbar über die zugehörigen Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens verfügt hätte (d.h. sie werden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert oder in eine andere Eigenkapitalkategorie übertragen, sofern dies aufgrund anzuwendender IFRS erforderlich bzw. zulässig ist). Der zum Zeitpunkt des Verlustes der Beherrschung festgestellte beizulegende Zeitwert aller an dem ehemaligen Tochterunternehmen behaltenen Anteile ist für die Folgebilanzierung nach IFRS 9 als der beim erstmaligen Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte beizulegende Zeitwert oder, soweit anwendbar, als Anschaffungskosten beim erstmaligen Ansatz der Anteile an einem assoziierten oder gemeinschaftlich geführten Unternehmen zu betrachten.

Korrektur von Fehlern vergangener Perioden

Sollte ein wesentlicher Fehler aus einer vorherigen Berichtsperiode in der laufenden Periode entdeckt werden, werden die Vergleichsbeträge für die dargestellten Vorperioden, in denen der Fehler aufgetreten ist, angepasst und die angepassten Vergleichsbeträge aus Vorperioden im Abschluss ausgewiesen. Falls der Fehler vor der frühesten dargestellten Periode aufgetreten ist, werden die Eröffnungssalden von Vermögenswerten, Schulden und Eigenkapital für die früheste dargestellte Periode angepasst. Die Auswirkungen der Korrektur von Fehlern vergangener Perioden werden in Anhangangabe 35 dargelegt.

Sofern ein Konzernunternehmen andere Bilanzierungsmethoden als diejenigen anwendet, die im Konzernabschluss für ähnliche Geschäftsvorfälle und Vorfälle unter ähnlichen Umständen angewandt wurden, werden bei der Aufstellung des Konzernabschlusses angemessene Anpassungen am Abschluss des Konzernunternehmens vorgenommen.

Erträge und Aufwendungen des Tochterunternehmens werden ab dem Zeitpunkt des Erwerbs in den Konzernabschluss einbezogen. Erträge und Aufwendungen des Tochterunternehmens basieren auf den im Konzernabschluss des Mutterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt ausgewiesenen Beträgen der Vermögenswerte und Schulden.

Nicht beherrschende Anteile

Nicht beherrschende Anteile werden in der Konzern-Bilanz getrennt vom Eigenkapital der Gesellschafter des Mutterunternehmens unter dem Eigenkapital ausgewiesen.

Gewinne und Verluste und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses werden den Gesellschaftern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Gesellschaftern zugeordnet. Das Gesamtergebnis wird den Gesellschaftern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Gesellschaftern zugeordnet, auch wenn dies zu einem Negativsaldo für die nicht beherrschenden Gesellschafter führt.

Änderungen der Eigentumsanteile des Mutterunternehmens an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen (d.h. als Transaktionen mit Gesellschaftern, die in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter handeln) bilanziert.

Verliert ein Mutterunternehmen die Beherrschung eines Tochterunternehmens, bilanziert das Mutterunternehmen jegliche im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge im Zusammenhang mit dem Tochterunternehmen auf derselben Art und Weise, die erforderlich gewesen wäre, wenn das Mutterunternehmen direkt über die zugehörigen Vermögenswerte und Schulden verfügt hätte. Sollte ein vormals im sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust bei Veräußerung der zugehörigen Vermögenswerte oder Schulden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden, gliedert das Mutterunternehmen den Gewinn oder Verlust daher (als Umgliederungsbetrag) vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung um, sofern es die Beherrschung des Tochterunternehmens verliert.

Bei Verlust der Beherrschung eines Tochterunternehmens werden alle am Tochterunternehmen behaltenen Investitionen und alle Beträge, die vom bzw. dem ehemaligen Tochterunternehmen geschuldet werden, ab dem Zeitpunkt des Verlusts der Beherrschung in Übereinstimmung mit anderen IFRS bilanziert.

Der zum Zeitpunkt des Verlustes der Beherrschung festgestellte beizulegende Zeitwert aller an dem ehemaligen Tochterunternehmen behaltenen Anteile ist als der beim erstmaligen Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte beizulegende Zeitwert gemäß IAS 39 oder als Anschaffungskosten beim erstmaligen Ansatz der Anteile an assoziierten oder gemeinschaftlich geführten Unternehmen zu betrachten.

Assoziierte Unternehmen

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern über einen maßgeblichen Einfluss verfügt, die Macht hat, an den Entscheidungen im Bereich Finanzen und bezüglich relevanter Geschäftsaktivitäten mitzuwirken, jedoch nicht die Kontrolle oder gemeinschaftliche Führung über diese Entscheidungen ausübt. Das (direkte oder indirekte) Halten von 20 % bis 50 % der Stimmrechte weist üblicherweise auf einen maßgeblichen Einfluss hin. Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert und zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt.

In der Konzern-Bilanz wird der Buchwert angepasst, um den Anteil der Gesellschafterin am Gewinn oder Verlust des assoziierten Unternehmens nach dem Erwerbszeitpunkt zu erfassen. Der Anteil des Konzerns am Gewinn oder Verlust des assoziierten Unternehmens wird ergebniswirksam in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst. Dividendenerträge führen zu einer Verringerung des Buchwerts der Beteiligung. Der Buchwert der Beteiligung wird zudem angepasst, falls sich Veränderungen am entsprechenden Anteil des Konzerns am assoziierten Unternehmen ergeben, die aufgrund von Veränderungen im sonstigen Ergebnis entstanden sind. Der Anteil des Konzerns an diesen Veränderungen wird im sonstigen Ergebnis erfasst.

Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen zwischen dem Konzern und seinen assoziierten Unternehmen werden in dem Umfang eliminiert, der der Beteiligung des Konzerns am assoziierten Unternehmen entspricht. Nicht realisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, es sei denn, der Geschäftsvorfall rechtfertigt eine Wertminderung des übertragenen Vermögenswertes. Die Bilanzierungsmethoden der assoziierten Unternehmen wurden gegebenenfalls in Übereinstimmung mit den vom Konzern angewandten Methoden angepasst.

Unternehmenszusammenschlüsse

Alle Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die für den Unternehmenszusammenschluss übertragene Gegenleistung wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet, der der Summe der beizulegenden Zeitwerte der vom Erwerber übertragenen Vermögenswerte zum Erwerbszeitpunkt, der den ehemaligen Gesellschaftern des erworbenen Unternehmens vom Erwerber übertragenen Schulden, und der vom Konzern ausgegebenen Eigenkapitalanteile entspricht. Die übertragene Gegenleistung beinhaltet den beizulegenden Zeitwert der Vermögenswerte oder Schulden, die sich aus bedingten Gegenleistungen ergeben. Die Anschaffungskosten werden bei Anfall ergebniswirksam erfasst.

Die Erwerbsmethode umfasst die identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Unternehmens, einschließlich der Eventualschulden, unabhängig davon, ob diese vor dem Unternehmenszusammenschluss im Abschluss des erworbenen Unternehmens ausgewiesen wurden. Bei erstmaliger Erfassung werden die Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Tochterunternehmens zum beizulegenden Zeitwert in der Konzern-Bilanz ausgewiesen. Die Folgebewertung entspricht den Bilanzierungsmethoden des Konzerns für einzelne Kategorien von Vermögenswerten und Schulden.

Für jeden Unternehmenszusammenschluss bewertet der Konzern alle nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen, die einen Teil des Eigenkapitals dieses Unternehmens darstellen und zu einem Anspruch auf einen Liquidationserlös führen, entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des nicht beherrschenden Gesellschafters am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens. Andere Arten nicht beherrschender Anteile werden zum beizulegenden Zeitwert oder, falls anwendbar, gemäß den in anderen IFRS enthaltenen Vorschriften erfasst.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird nach der Ermittlung aller identifizierbaren immateriellen Vermögenswerte erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich aus der Differenz, mit der die Summe aus dem beizulegenden Zeitwert der übertragenen Gegenleistung zum Erwerbszeitpunkt, dem Betrag jeglicher nicht beherrschender Anteile am erworbenen Unternehmen und dem beizulegenden Zeitwert der vom Konzern bei einem sukzessiven Unternehmenszusammenschluss vorher gehaltenen Anteile des erworbenen Unternehmens den beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt übersteigt. Jeglicher Betrag, mit dem der beizulegende Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte die oben berechnete Differenz übersteigt, wird sofort nach dem Erwerb ergebniswirksam erfasst.

Bei einem sukzessiven Unternehmenszusammenschluss nimmt der Konzern eine Neubewertung der vormals gehaltenen Eigenkapitalanteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt (d.h. der Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch Erwerb erlangt wurde) vor und erfasst den entstehenden Gewinn oder Verlust, sofern vorhanden, ergebniswirksam. Die vor dem Zeitpunkt des Erwerbs der Beherrschung im sonstigen Ergebnis erfassten Erträge aus Beteiligungen am erworbenen Unternehmen werden so erfasst, wie es erforderlich gewesen wäre, wenn der Konzern direkt über die vormals gehaltenen Eigenkapitalanteile verfügt hätte.

Wenn die erstmalige Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses zum Ende der Berichtsperiode, in der der Zusammenschluss stattfand, unvollständig ist, weist der Konzern provisorische Werte für Posten aus, deren Bilanzierung unvollständig ist. Während des Bewertungszeitraums, der nicht länger als ein Jahr ab dem Erwerbszeitpunkt sein kann, nimmt der Konzern eine rückwirkende Anpassung der provisorischen Werte vor oder erfasst zusätzliche Vermögenswerte oder Schulden, um neue Informationen über Fakten und Umstände abzubilden, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden und, sofern sie zu dem Zeitpunkt bekannt gewesen wären, die Bewertung der zum damaligen Zeitpunkt erfassten Beträge beeinflusst hätten.

Alle vom Erwerber zu zahlenden bedingten Gegenleistungen werden zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet und sind Bestandteil der Gegenleistung, die für den Erwerb an das erworbene Unternehmen übertragen wurde. Nachträgliche Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung, die als Vermögenswert oder Schuld klassifiziert ist, werden in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IFRS 9 Finanzinstrumente erfasst. Die Erfassung und die Bewertung erfolgen entweder ergebniswirksam oder als Veränderung im sonstigen Ergebnis. Sofern eine bedingte Gegenleistung als Eigenkapital klassifiziert wird, erfolgt eine Neubewertung erst dann, sofern sie endgültig durch Eigenkapitalinstrumente ausgeglichen wurde. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung, bei denen es sich um provisorische Werte während des Bewertungszeitraums handelt, werden rückwirkend im Geschäfts- oder Firmenwert abgebildet.

Sofern der Konzern einen Veräußerungsplan verfolgt, der den Verlust der Beherrschung eines Tochterunternehmens beinhaltet, klassifiziert der Konzern alle konsolidierten Vermögenswerte und Schulden dieses Tochterunternehmens als "zum Verkauf gehalten", unabhängig davon, ob der Konzern nach der Veräußerung nicht beherrschende Anteile am ehemaligen Tochterunternehmen zurückbehält. Als "zum Verkauf gehalten" klassifizierte Vermögenswerte (und Veräußerungsgruppen) werden separat in der Konzern-Bilanz ausgewiesen und zum niedrigeren Wert aus Buchwert (erstmalig, zu Anschaffungskosten) und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Nettoveräußerungspreis) bewertet. Jeglicher Wertminderungsaufwand wird diesen Vermögenswerten der jeweiligen Veräußerungsgruppe zugeordnet.

Vorräte

Der Konzern weist Vorräte gemäß IAS 2 aus:

Vorräte umfassen Vermögenswerte, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden, und werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Vorräte beinhalten sämtliche Kosten des Erwerbs, Herstellungskosten und sonstige Kosten, die anfallen, um die Vorräte an ihren derzeitigen Standort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Der Verbrauch von Vorräten wird anhand der Durchschnittskostenmethode geschätzt.

Leasingverhältnisse

Der Konzern als Leasingnehmer

Bei Vertragsabschluss prüft der Konzern, ob es sich bei einem Vertrag um ein Leasingverhältnis handelt oder ob er ein solches enthält. Der Konzern erfasst ein Nutzungsrecht und die zugehörige Leasingverbindlichkeit für alle Leasingverträge, bei denen der Konzern als Leasingnehmer agiert. Eine Ausnahme stellen kurz laufende Leasingvereinbarungen (definiert als Leasingvereinbarung mit einer Laufzeit von nicht mehr als zwölf Monaten) und Leasingvereinbarungen, bei denen der zugrundeliegende Vermögenswert von geringem Wert ist, dar. Bei diesen Leasingvereinbarungen erfasst der Konzern die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit der Leasingvereinbarung als Betriebsausgaben, sofern es keine anderen systematischen Grundlagen gibt, die die zeitliche Verteilung des Verbrauchs des aus den geleasten Vermögensgegenständen resultierenden wirtschaftlichen Nutzens besser abbilden.

Zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung wird die Leasingverbindlichkeit mit dem Barwert der zu Beginn des Leasingverhältnisses noch nicht gezahlten Leasingzahlungen bewertet, diskontiert mit dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz. Kann dieser Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden, verwendet der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz.

Folgende Leasingzahlungen werden in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogen:

die vertraglich vereinbarten Leasingzahlungen (einschließlich Leasingzahlungen der Sache nach, die sich auf Dienstleistung bezogen haben und unabhängig vom Verbrauch sind), abzüglich zu erhaltender Leasinganreize;

variable Leasingzahlungen, die auf einem Index oder Kurs basieren, anfänglich mit dem Index oder dem Kurs zum Zeitpunkt des Beginns des Leasingverhältnisses bemessen;

erwartete Zahlungsverpflichtungen des Leasingnehmers aufgrund von Restwertgarantien;

Ausübungspreise von Kaufoptionen, wenn der Leasingnehmer hinreichend sicher ist, diese auszuüben; und

Strafzahlungen für die Beendigung von Leasingverhältnissen, sofern der Laufzeit des Leasingverhältnisses entsprechend die Ausübung des Kündigungsrechts zugrunde liegt.

Im Rahmen der Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit unter Anwendung der Effektivzinsmethode um die Verzinsung der Leasingverbindlichkeit erhöht sowie um die geleisteten Leasingzahlungen reduziert.

Der Konzern nimmt eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit (und eine entsprechende Anpassung der korrespondierenden Nutzungsrechte) in den folgenden Fällen vor:

Die Laufzeit des Leasingverhältnisses ändert sich oder es gibt ein bedeutendes Ereignis oder eine Veränderung der Umstände, das/die zu einer veränderten Beurteilung der Ausübung einer Kaufoption führen. In dem Fall wird die Leasingverbindlichkeit durch Abzinsung der angepassten Leasingzahlungen mit einem aktualisierten Zinssatz neu bewertet.

Die Leasingzahlungen ändern sich aufgrund von Index- oder Kursänderungen oder die aufgrund einer Restwertgarantie erwartete zu leistende Zahlung ändert sich: Die Leasingverbindlichkeit wird durch Abzinsung der angepassten Leasingzahlungen mit einem unveränderten Diskontierungszins neu bewertet (es sei denn, die geänderten Leasingzahlungen sind auf eine Änderung eines variablen Zinssatzes zurückzuführen; in diesem Fall wird der aktualisierte Zinssatz verwendet).

Das Leasingverhältnis ändert sich und diese Änderung wird nicht als gesondertes Leasingverhältnis erfasst. In diesem Fall wird die Leasingverbindlichkeit auf Grundlage der Laufzeit des geänderten Leasingverhältnisses bewertet, indem die geänderten Leasingzahlungen mit einem aktualisierten Zinssatz zum Zeitpunkt der Änderung abgezinst werden.

Der Konzern hat im aktuellen Geschäftsjahr keine solcher Anpassungen vorgenommen.

Zum Zeitpunkt des Erstansatzes umfasst das Nutzungsrecht die entsprechende Leasingverbindlichkeit, die Leasingzahlungen, die zu oder vor Beginn des Leasingverhältnisses geleistet werden, abzüglich erhaltener Leasinganreize sowie anfänglicher direkter Kosten. Die Folgebewertung erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen.

Sofern dem Konzern eine Verpflichtung zum Tragen der Kosten für die Auflösung oder Entfernung eines geleasten Vermögenswertes, für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands des Ortes, an dem sich der Vermögenswert befindet, oder die Wiederherstellung des Zustandes des zugrunde liegenden Vermögenswertes, in dem er den vertraglichen Anforderungen der Leasingvereinbarung entspricht, entsteht, erfolgt die Erfassung und Bewertung einer Rückstellung gemäß IAS 37. In dem Umfang, in dem die Kosten im Zusammenhang mit einem Nutzungsrecht stehen, werden sie in dem zugehörigen Nutzungsrecht erfasst, es sei denn, die Kosten sind angefallen, um Vorräte aufzubauen.

Die Abschreibung der Nutzungsrechte erfolgt über die Laufzeit des Leasingverhältnisses, es sei denn, die Nutzungsdauer des dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Vermögenswerts ist kürzer als die Laufzeit des Leasingverhältnisses. Wenn durch ein Leasingverhältnis das Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert übertragen wird oder die Kosten des Nutzungsrechtes abbilden, dass der Konzern erwartet, eine im Leasingverhältnis vereinbarte Kaufoption auszuüben, erfolgt die Abschreibung des Nutzungsrechts über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswertes. Die Abschreibung beginnt mit dem Beginn des Leasingverhältnisses.

Der Konzern wendet IAS 36 an, um zu bestimmen, ob eine Wertminderung für ein Nutzungsrecht vorliegt und bilanziert jeglichen identifizierten Wertminderungsaufwand gemäß den unter "Sachanlagen" beschriebenen Methoden.

Variable Leasingzahlungen, die nicht von einem Index oder Kurs abhängen, werden nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungsrechts einbezogen. Diese Zahlungen werden in der Periode, in der das auslösende Ereignis oder die auslösende Bedingung eintritt, als Aufwand erfasst und in dem Posten "Verwaltungs- und sonstige Aufwendungen" in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.

IFRS 16 erlaubt es dem Leasingnehmer aus praktischen Gründen, auf eine Trennung von Nicht-Leasingkomponenten und Leasingkomponenten zu verzichten und Leasingvereinbarungen mit zugehörigen Nicht-Leasingkomponenten entsprechend als eine einzige Vereinbarung zu bilanzieren. Der Konzern hat von dieser Regelung bei vertraglich vereinbarten Dienstleistungen (hauptsächlich Entgelt für die Unterhaltung des Bürogebäudes) Gebrauch gemacht.

Ereignisse nach der Berichtsperiode

Ereignisse nach der Berichtsperiode sind vorteilhafte oder nachteilige Ereignisse, die zwischen dem Bilanzstichtag und dem Tag eintreten, an dem der Konzernabschluss zur Veröffentlichung freigegeben wird.

Hierbei wird zwischen zwei Arten von Ereignissen unterschieden:

Ereignisse, die Hinweise zu Gegebenheiten liefern, die bereits am Bilanzstichtag vorgelegen haben (berücksichtigungspflichtige Ereignisse); und

Ereignisse, die Gegebenheiten anzeigen, die nach dem Bilanzstichtag eingetreten sind (nicht zu berücksichtigende Ereignisse).

Der Konzern nimmt eine Anpassung der im Konzernabschluss erfassten Beträge vor, um berücksichtigungspflichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag abzubilden und aktualisiert seine Angaben.

Der Konzern nimmt keine Anpassung der im Konzernabschluss erfassten Beträge vor, um nicht zu berücksichtigende Ereignisse nach dem Bilanzstichtag abzubilden. Sollten nicht zu berücksichtigende Ereignisse nach der Berichtsperiode so wesentlich sein, dass eine Nichtoffenlegung die Fähigkeit der Adressaten des Konzernabschlusses zum Treffen von Geschäftsentscheidungen beeinträchtigen würde, gibt der Konzern die folgenden Informationen für jede wesentliche Kategorie des nicht zu berücksichtigenden Ereignisses an:

die Art des Ereignisses; und

eine Schätzung der finanziellen Auswirkungen oder eine Aussage darüber, dass eine angemessene Schätzung nicht vorgenommen werden kann.

Konzernkapitalflussrechnung

Zum Ausweis und zur Darstellung von Zahlungsströmen in der Konzernkapitalflussrechnung hat der Konzern beschlossen, die direkte Methode zu verwenden. Dies gilt für Zahlungsströme aus:

betrieblichen Tätigkeiten

Investitionstätigkeiten

Finanzierungstätigkeiten

Mittelzu- und -abflüsse aus betrieblichen Tätigkeiten werden mit der zugehörigen Mehrwertsteuer ausgewiesen.

Dividenden sind als Bestandteil der Zahlungsströme aus betrieblichen Tätigkeiten klassifiziert, sodass die Abschlussadressaten dazu in der Lage sind, die Fähigkeit des Konzerns zur Zahlung von Dividenden durch Zahlungsströme aus betrieblichen Tätigkeiten zu beurteilen.

Zinserträge und -aufwendungen werden entsprechend als Bestandteile der Zahlungsströme aus Finanzierungs- und Investitionstätigkeiten klassifiziert.

Konzern-Eigenkapitalspiegel

Der Konzern-Eigenkapitalspiegel zeigt:

das Gesamtergebnis der Periode;

die Auswirkungen bei rückwirkender Anwendung oder Anpassung in Übereinstimmung mit IAS 8 für jeden Bestandteil des Eigenkapitals; und

Überleitungen zwischen den Buchwerten zu Beginn und Ende der Periode für jeden Eigenkapitalbestandteil, bei getrennter Angabe:

des Periodenergebnisses;

des sonstigen Ergebnisses; und

von Geschäftsvorfällen mit Gesellschaftern, die in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter handeln, wobei Einlagen durch und Ausschüttungen an die Eigentümer getrennt ausgewiesen werden.

3. WESENTLICHE ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN UND WESENTLICHE QUELLEN VON SCHÄT- ZUNGSUNSICHERHEITEN

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert von der Geschäftsführung, Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen zu treffen, die einen Einfluss auf die ausgewiesenen Beträge der Erlöse, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden sowie der dazugehörigen Angaben haben. Unsicherheiten bei Annahmen und Schätzungen könnten es erforderlich machen, wesentliche Anpassungen an den Buchwerten der in künftigen Perioden betroffenen Vermögenswerte und Schulden vorzunehmen. Die Schätzungen und die ihnen zugrunde liegenden Annahmen basieren auf Vergangenheitserfahrungen sowie weiteren als relevant erachteten Faktoren. Die tatsächlichen Werte können von diesen Schätzungen abweichen.

Ermessensentscheidungen

Bei der Anwendung der Bilanzierungsmethoden hat die Geschäftsführung des Konzerns folgende Ermessensentscheidungen getroffen, die den wesentlichsten Einfluss auf die im Konzernabschluss ausgewiesenen Beträge hatten:

Laufzeiten der Leasingvereinbarungen

Die Bestimmung der Leasingbedingungen der Mietverträge für Bürogebäude ist eine wesentliche Ermessensentscheidung mit Blick auf IFRS 16 Leasingverhältnisse, mit der zukünftige Leasingzahlungen berechnet werden, insbesondere die Bestimmung des Leasingzeitraums von Verlängerungsoptionen und einer vernünftigen Absicht der Geschäftsführung, diese Optionen in Anspruch zu nehmen.

Zukünftige Absetzbarkeit des steuerlichen Verlustvortrags

Die Erfassung aktiver latenter Steuern setzt eine Ermessensentscheidung über die Realisierbarkeit voraus, die auf den zukünftigen zu versteuernden Erträgen basiert. Die Geschäftsführung ist zum Abschlussstichtag davon ausgegangen, dass die zukünftige Absetzbarkeit des aktuellen steuerlichen Verlustvortrags der Gesellschaft wahrscheinlich ist. Wir verweisen auf Anhangangabe 12 "Ertragsteueraufwand".

Wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten

Nachfolgend werden die wesentlichen zukunftsbezogenen Annahmen und weitere wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten zum Abschlussstichtag angegeben, die ein beträchtliches Risiko für wesentliche Anpassungen der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit sich bringen. Die Annahmen und Schätzungen des Konzerns basieren auf Parametern, die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses verfügbar waren. Bestehende Umstände und Annahmen über zukünftige Entwicklungen können sich jedoch aufgrund von Marktveränderungen oder neuen Umständen, die nicht in der Kontrolle des Konzerns liegen, verändern. Solche Änderungen werden in die Annahmen einbezogen, sobald sie aufgetreten sind.

Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts und immaterieller Vermögenswerte

Eine Wertminderung wird in der Höhe erfasst, mit der der Buchwert eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGU) den erzielbaren Betrag übersteigt, welcher größer als der beizulegende Zeitwert abzüglich der Kosten für die Veräußerung des Vermögenswertes und seines Nutzungswertes ist. Für die Ermittlung des Nutzungswertes berechnet die Geschäftsführung des Konzerns die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme für jede ZGU und ermittelt den angemessenen Abzinsungsfaktor, um den Barwert jener Zahlungsströme zu berechnen. Bei der Berechnung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme macht die Geschäftsführung Annahmen über den zukünftigen Bruttogewinn. Diese Annahmen beziehen sich auf zukünftige Umstände und Ereignisse und sind in Anhangangabe 14 "Geschäfts- oder Firmenwert" dargelegt. Die tatsächlichen Werte können abweichen und zu wesentlichen Anpassungen der Vermögenswerte des Konzerns in der folgenden Berichtsperiode führen. In den meisten Fällen werden die angemessenen Anpassungen mit Blick auf Marktrisiken und Risikofaktoren, die den einzelnen Vermögenswerten inhärent sind, durch das Ermitteln eines anzuwendenden Abzinsungsfaktors bestimmt.

Im Jahr 2023 wurde eine Werthaltigkeitsprüfung für den Geschäfts- oder Firmenwert und für sonstige langfristige Vermögenswerte durchgeführt, im Rahmen derer keine Wertminderung festgestellt wurde. Infolge der Werthaltigkeitsprüfung wurde die Wertminderung der identifizierbaren immateriellen Vermögenswerte von ZGU C teilweise rückgängig gemacht. Die entsprechende Wertaufholung in Höhe von insgesamt TEUR 1.865 gliedert sich wie folgt:

Software - Vermögenswert in Höhe von TEUR 31 und zugehörige passive latente Steuer in Höhe von TEUR 9

Kundenstamm - Vermögenswert in Höhe von TEUR 122 und zugehörige passive latente Steuer in Höhe von TEUR 37

Markenname und Warenzeichen - Vermögenswert in Höhe von TEUR 1.712 und zugehörige passive latente Steuer in Höhe von TEUR 527

Infolge einer Werthaltigkeitsprüfung, die auf Ebene der einzelnen Unternehmen durchgeführt wurde, wurde eine zusätzliche Wertminderung auf bestimmte Vermögenswerte (vornehmlich Software) in Höhe von TEUR 947 erfasst.

Im Jahr 2022 wurde eine Wertminderung in Höhe von TEUR 25.251 erfasst, die auf den Geschäfts- oder Firmenwert (TEUR 21.592) sowie auf immaterielle Vermögenswerte (TEUR 1.622 in den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen und TEUR 2.037 in den Verwaltungs- und sonstigen Aufwendungen enthalten) entfällt; wir verweisen auf Anhangangaben 14 und 15.

Die Nutzungsdauer immaterieller Vermögenswerte

Die Schätzung der Nutzungsdauer der durch Unternehmenszusammenschlüsse erworbenen oder selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerte ist eine Ermessensentscheidung, die auf relevanten Erfahrungswerten basiert. Der in den Vermögenswerten enthaltene zukünftige wirtschaftliche Nutzen wird vornehmlich durch deren Verwendung verbraucht. Andere Faktoren im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Umfeld und der Marktsituation führen jedoch häufig zu einer Minderung des in den Vermögenswerten enthaltenen wirtschaftlichen Nutzens. Die Geschäftsführung beurteilt die restliche Nutzungsdauer der Vermögenswerte in Einklang mit den aktuellen Marktbedingungen und dem geschätzten Zeitraum, über den die Vermögenswerte dem Konzern erwartungsgemäß wirtschaftlichen Nutzen bringen. Die Nutzungsdauer der immateriellen Vermögenswerte ist in Anhangangabe 2 "Grundlagen der Aufstellung des Konzernabschlusses und wesentliche Bilanzierungsmethoden" dargelegt.

4. NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE

Nicht beherrschende Anteile zum 31.12.2022

In der nachfolgenden Tabelle findet sich eine Zusammenfassung der Informationen über Tochterunternehmen des Konzerns, bei denen nicht beherrschende Anteile vor konzerninternen Eliminierungen vorliegen. Der einzige nicht beherrschende Anteil des Konzerns entfällt mit 49 % auf das bulgarische Tochterunternehmen Beam AD. Der Betrag der nicht beherrschenden Anteile der Bulpros Legal Services AD beläuft sich auf null. Am 12. Oktober 2022 erlangte der Konzern die vollständige Beherrschung über ihr Tochterunternehmen Beam AD, sodass die unten angegebenen Finanzinformationen nur den Zeitraum abdecken, in dem eine nicht beherrschende Anteilsposition vorlag.

Ergebnisse der Beam AD für den Zeitraum, in dem eine nicht beherrschende Anteilsposition vorlag

01.01. - 12.10.2022 01.07. - 31.12.2021
Umsatzerlöse 344 296
Gewinn 43 21
Nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzuordnender Gewinn 21 10

Konzernbilanz zum 31.12.2021 und zum 12.10.2022

12.10.2022 31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte 1 2
Kurzfristige Vermögenswerte 235 205
Kurzfristige Schulden (140) (103)
Nettovermögenswerte und Schulden 96 104
Der nicht beherrschenden Gesellschafterin (49 %) zuzuordnendes Nettovermögen 47 51
Zahlungsströme der Beam AD für den Zeitraum der Beherrschung -
01.07. - 31.12.2021 01.07. - 31.12.2021
Zahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit (8) (45)
Zahlungsströme aus Investitionstätigkeiten -
Zahlungsströme aus Finanzierungstätigkeiten - -
Nettozahlungsstrom (8) (45)
Name des Tochterunternehmens Bulpros Legal Services AD
Hauptsitz der Geschäftstätigkeit Bulgarien
Eigentumsanteil der nicht beherrschenden Gesellschafter 30,00 %
Stimmrechtsanteil der nicht beherrschenden Gesellschafter 30,00 %
Summe für die nicht beherrschenden Anteile
Buchwert der nicht beherrschenden Anteile zum 17.03.2021 -
Durch Unternehmenszusammenschluss erworbene nicht beherrschende Anteile 41
Ergebnisanteil der nicht beherrschenden Gesellschafter für den Zeitraum der Beherrschung 10
Buchwert der nicht beherrschenden Anteile zum 31.12.2021 51
Ergebnisanteil der nicht beherrschenden Gesellschafter für den Zeitraum vor Erwerb der nicht beherrschenden Anteile 21
Erwerb der nicht beherrschenden Anteile (72)
Buchwert der nicht beherrschenden Anteile zum 31.12.2022 -

Keine nicht beherrschenden Anteile zum 31.12.2023

Bulpros Legal Services AD ist ein stilles und inaktives Unternehmen.

5. UMSATZERLÖSE UND SONSTIGE ERTRÄGE

01.01.2023 - 31.12.2023 01.01.2022- 31.12.2022
Art der Erlöse
Erlöse aus dem Verkauf von IT-Dienstleistungen 70.439 74.443
Verkauf von Lizenzen 16.606 10.771
Summe 87.045 85.214
01.01.2023 - 31.12.2023 01.01.2022- 31.12.2022
Zeitliche Erfassung der Erlöse
Erlöserfassung über einen Zeitraum hinweg 75.249 74.443
Erlöserfassung zu einem bestimmten Zeitpunkt 11.796 10.771
Summe 87.045 85.214

Vertragssalden

Anhangangabe 31.12.2023 31.12.2022
Forderungen, die in dem Posten "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" enthalten sind, abzüglich Wertberichtigungen 19 15.010 15.558
Vertragsvermögenswerte 19 936 631
Vertragsverbindlichkeiten 22, 27, 28 (3.929) (4.486)

Die 2023 erfolgten Veränderungen der Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten sind vollständig auf Geschäftsvorfälle im Laufe des Jahres 2023 und im Falle der Vertragsverbindlichkeit teilweise auf den Eröffnungssaldo der Instandhaltungsdienstleistungsverträge mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr zurückzuführen. Die Veränderungen bei den Vertragsvermögenswerten sind auf die Umgliederung in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu dem Zeitpunkt, an dem die Rechte unbedingt werden, zurückzuführen.

Die Vertragsvermögenswerte beziehen sich überwiegend auf die Ansprüche des Konzerns auf Gegenleistung für geleistete, aber zum Abschlussstichtag noch nicht berechnete Arbeit. Im Laufe des Jahres 2023 gab es keinen Wertminderungsaufwand in Bezug auf Vertragsvermögenswerte (2022: null).

Die Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 3.929 (31.12.2022: TEUR 4.486) entsprechen der von Kunden erhaltenen im Voraus gezahlten Gegenleistung für die Erbringung von Software-Dienstleistungen im Rahmen von Festpreisverträgen, für die die Erlöse über einen Zeitraum hinweg erfasst werden.

Zur Abgrenzung zwischen kurz- und langfristigen Vertragsverbindlichkeiten wird auf die Anhangangaben 22 und 28 verwiesen. Bei den Vertragsverbindlichkeiten, die als Anzahlungen von Kunden in Anhangangabe 26 ausgewiesen wurden, handelt es sich um kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten.

Sonstige Erträge

Sonstige Erträge resultieren hauptsächlich aus der kurzfristigen Untervermietung von Bürogebäuden und der Bereitstellung von Verwaltungsdienstleistungen für Drittkunden, die nicht Teil der Hauptgeschäftstätigkeit des Konzerns sind.

6. HERSTELLUNGSKOSTEN DER ZUR ERZIELUNG DER UMSATZERLÖSE ERBRACHTEN LEISTUNGEN

01.01.2023 - 31.12.2023 01.01.2022- 31.12.2022
Vergütung der Arbeitnehmer einschließlich sozialer Abgaben 46.177 50.701
Subunternehmer und Beratungsdienstleistungen 7.288 9.067
Lizenzkosten 8.841 3.714
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Gegenstände des Sachanlagevermögens 2.031 1.872
Wertminderung immaterieller Vermögenswerte 946 1.622
Sonstige Aufwendungen 1.272 1.202
Summe 66.555 68.178

7. AUFWENDUNGEN FÜR MARKETING UND VERTRIEB

01.01.2023- 31.12.2023 01.01.2022- 31.12.2022
Vergütung der Arbeitnehmer einschließlich sozialer Abgaben 6.258 5.856
Werbungs- und Marketingdienstleistungen 488 469
Mitgliedschaftsgebühr 18 96
Sonstige Aufwendungen 235 241
Summe 6.999 6.662

8. VERWALTUNGS- UND SONSTIGE AUFWENDUNGEN

01.01.2023 - 31.12.2023 01.01.2022- 31.12.2022
Vergütung der Arbeitnehmer einschließlich sozialer Abgaben 5.399 6.009
Miet- und Nebenkosten 988 864
Rechts-, Prüfungs- und Transaktionsberatung 1.397 2.200
Vermittlungsgebühren 1.062 1.585
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Gegenstände des Sachanlagevermögens 1.213 1.202
Abschreibungen auf Nutzungsrechte 2.266 2.949
Abschreibungen auf Kundenbeziehungen, Markenname und Warenzeichen 1.165 1.404
Wertminderung (Wertaufholung) von Markenname, Warenzeichen und Kundenbeziehungen (1.865) 2.037
IT-Infrastruktur, Telefon- und Software-Dienstleistungen 2.097 2.183
Geschäftsreisen und Ähnliches 244 347
Beratungsdienstleistungen 1.564 1.785
Autovermietung und -instandhaltung 122 421
Fortbildungen und Seminare 107 244
Sonstige Aufwendungen 2.311 966
Summe 18.070 24.196

9. FINANZERTRÄGE

01.01.2023 - 31.12.2023 01.01.2022- 31.12.2022
Zinserträge aus gewährten Darlehen 13 13
Summe 13 13

10. FINANZAUFWENDUNGEN

01.01.2023 - 31.12.2023 01.01.2022- 31.12.2022
Zinsen und Bankgebühren 4.703 2.802
Zinsen für Leasingverbindlichkeiten 219 186
Sonstige Finanzaufwendungen 104 424
Summe 5.026 3.412

11. ANTEIL AM ERGEBNIS DER ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN

01.01.2023 - 31.12.2023 01.01.2022- 31.12.2022
Anteil des Konzerns am laufenden Gewinn der assoziierten Unternehmen (Plan B Bulgaria EOOD) 2 4
Summe 2 4

12. ERTRAGSTEUERN

Der Ertragsteueraufwand für das Geschäftsjahr zum 31.12.2021 und das Geschäftsjahr zum 31.12.2022 war auf die folgenden wesentlichen Bestandteile zurückzuführen:

01.01.2023 - 31.12.2023 01.01.2022- 31.12.2022
Laufender Ertragssteueraufwand (die Steuersätze für die jeweiligen Konzernunternehmen beliefen sich 2023 sowie 2022 auf 10 %, 25 % und 30 %) (855) (108)
Latenter Steuerertrag / (-aufwand) 1.885 875
Summe Ertragsteuerertrag (-aufwand), der in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen wurde (im Jahresergebnis) 1.030 767

Überleitung des effektiven Steuersatzes

01.01.2023 - 31.12.2023 % 01.01.2022- 31.12.2022 %
Ergebnis vor Steuern (9.148) (37.692) -
Steuerertrag für das Ergebnis bei einem Steuersatz von 31 % 2.836 (31,00 %) 11.685 (31,00 %)
Nicht erfasster latenter Steueranspruch aus dem obigen Ergebnis (2.218) 24,25 % (3.483) 9,24 %
Steuereffekt auf nicht abzugsfähige Aufwendungen (Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwert) - - (5.835) 15,48 %
Auswirkungen von ausgebuchten passiven latenten Steuern, die allein den immateriellen Vermögenswerten der GBS Europa zuzurechnen sind 850 (9,29 %) - -
Auswirkungen von Steuersätzen in anderen Rechtskreisen (621) 6,79 % (1.839) 4,88 %
Auswirkungen von aktiven latenten Steuern, die auf Vorjahresfehlbeträge erfasst wurden 545 (5,96 %)
Steuerliche und sonstige Auswirkungen nicht abzugsfähiger Aufwendungen (362) 3,96 % 239 -0,63 %
1.030 (11,26 %) 767 (2,03 %)

13. ANLAGEN, MASCHINEN UND AUSRÜSTUNG, UND NUTZUNGSRECHTE

a) Anlagen, Maschinen und Ausrüstung

Computerausrüstung Betriebs- und Geschäftsausstattung Fahrzeuge Sonstige Vermögenswerte Summe
Anschaffungskosten
Zum 01.01.2022 1.156 604 128 53 1.941
Zuführungen 478 53 - 3 534
Abgänge (131) (21) (57) (33) (242)
Anschaffungskosten zum 31.12.2022 1.503 636 71 23 2.233
Zuführungen 362 65 98 87 612
Abgänge (36) (41) - (37) (114)
Anschaffungskosten zum 31.12.2023 1.829 660 169 73 2.731
Abschreibungen
Zum 01.01.2022 (276) (66) (24) (5) (371)
in der Berichtsperiode berechnet (528) (164) (29) (20) (741)
Abgänge (kumulierte Abschreibungen) 124 23 15 25 187
Zum 31.12.2022 (680) (207) (38) - (925)
in der Berichtsperiode berechnet (468) (117) (34) (89) (708)
Abgänge (kumulierte Abschreibungen) 21 (1) (73) 37 (16)
Zum 31.12.2023 (1.127) (325) (145) (52) (1.649)
Buchwert
Zum 31.12.2021 880 538 104 48 1.570
Zum 31.12.2022 823 429 33 23 1.308
Zum 31.12.2023 702 335 24 21 1.082

Zum 31.12.2022 und 31.12.2023 wurde eine Überprüfung hinsichtlich einer Wertminderung der Anlagen, Maschinen und Ausrüstung vorgenommen. Da diese während der Nutzung bis zum Abschlussstichtag keinen Wertverlust erlitten hatten, wurde in den Konzernabschlüssen für 2022 und 2023 keine Wertminderung ausgewiesen.

b) Nutzungsrechte

Gebäude Fahrzeuge Summe
Anschaffungskosten
Zum 01.01.2022 7.392 841 8.233
Zuführungen 2.193 235 2.428
Abgänge (1.507) - (1.507)
Zum 31.12.2022 8.078 1.076 9.154
Zuführungen 5.023 203 5.226
Abgänge (3.771) (125) (3.896)
Zum 31.12.2023 9.330 1.154 10.484
Abschreibungen
Zum 01.01.2022 (1.116) (132) (1.248)
Berechnet (2.499) (450) (2.949)
Abgänge (kumulierte Abschreibungen) 68 - 68
Zum 31.12.2022 (3.547) (582) (4.129)
Berechnet (1.893) (364) (2.257)
Abgänge (kumulierte Abschreibungen) 2.801 86 2.887
Zum 31.12.2023 (2.693) (860) (3.499)
Buchwert
Zum 31.12.2021 6.276 709 6.985
Zum 31.12.2022 4.531 494 5.025
Zum 31.12.2023 6.691 294 6.985

Zum 31.12.2022 und 31.12.2023 hat der Konzern Leasingvereinbarungen mit einer Restlaufzeit von wenigen Monaten bis zu fünf Jahren für die Vermietung von Bürogebäuden und Leasingvereinbarungen für Fahrzeuge mit einer Restlaufzeit von bis zu fünf Jahren. Die Leasingverbindlichkeiten mit einer Fälligkeit von bis zu einem Jahr werden als kurzfristig ausgewiesen und mit einer Fälligkeit zwischen einem und fünf Jahren als langfristig ausgewiesen. Die Geschäftsführung des Konzerns hat eine Analyse hinsichtlich der Anzeichen für eine Wertminderung der Nutzungsrechte durchgeführt und hat 2023 und 2022 keine Anzeichen festgestellt.

Kurzfristige Leasingverhältnisse, für die kein Nutzungsrecht und keine entsprechende Verbindlichkeit erfasst wird, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung für 2023 in Höhe von TEUR 369 ausgewiesen.

In Summe beliefen sich 2023 die auf Leasingverhältnisse entfallenden Zahlungsströme auf TEUR 3.784.

14. GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT

Nachfolgend werden die Veränderungen des Geschäfts- oder Firmenwertes in Bezug auf den Erwerb von Tochterunternehmen dargestellt:

2023 2022
Aufwand zum 01.01. 32.999 54.591
Zugänge (Anhangangabe 32) - -
Wertminderung - (21.592)
Aufwand zum 31.12. 32.999 32.999

Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus einem Unternehmenszusammenschluss vom 30.06.2021, bei dem jeweils 100 % der Anteile der drei Unternehmen ec4u expert consulting AG (Deutschland), Bulpros Consulting AD (Bulgarien) und Bulpros, Corp (USA) erworben wurden. Mit diesem Unternehmenszusammenschluss hat das Mutterunternehmen die Beherrschung über die Tochterunternehmen der oben erwähnten erworbenen Unternehmen erlangt (siehe Anhangangabe 1 für weitere Einzelheiten). Zu Zwecken der Werthaltigkeitsprüfung wurde der Geschäfts- oder Firmenwert wie in nachfolgender Tabelle dargestellt auf die ZGUs (Unternehmensbereiche) des Konzerns verteilt. Nach Durchführung des Werthaltigkeitstests stellt sich der Geschäfts- oder Firmenwert zum 31.12.2022 wie folgt dar:

31.12.2023 31.12.2022
ZGU (A) in Bezug auf das ehemalige Dienstleistungsgeschäft der ec4u expert consulting AG 18.917 18.917
ZGU (B) in Bezug auf das ehemalige Dienstleistungsgeschäft der Bulpros Consulting AD und Bulpros, Corp 14.082 14.082
ZGU (C) in Bezug auf das ehemalige Produktgeschäft der Bulpros Consulting AD - -
Anschaffungskosten zum 31.12. 32.999 32.999

Die Geschäftsführung des Konzerns hat den Nutzungswert gemäß IAS 36 verwendet, in dem der diskontierte Zahlungsstrom für erwartete Zahlungsströme im Zeitraum 2024 bis 2027 genutzt wurde, um den erzielbaren Betrag der drei ZGUs zu bestimmen. Wesentliche Annahmen:

Wesentliche Annahmen Werthaltigkeitsprüfung zum 31.12.2023

ZGU Durchschnittliches jährliches Wachstum (CAGR * ) Bereich der EBITDA-Marge Abzinsungssatz vor Steuern Ewige Wachstumsrate
ZGU (A) 7,50 % 8,2 % bis 8,7 % 9,32 % 1,50 %
ZGU (B) 4,00 % 4,8 % bis 13,5 % 10,26 % 1,50 %
ZGU (C) 4,30 % 34,5 % bis 39,4 % 10,49 % 1,50 %

Wesentliche Annahmen Werthaltigkeitsprüfung zum 31.12.2022:

ZGU Durchschnittliches jährliches Wachstum (CAGR * ) Bereich der EBITDA-Marge Abzinsungssatz vor Steuern Ewige Wachstumsrate
ZGU (A) 1,2 % 8,83 % 1,50 %
ZGU (B) 2,3 % -3,5 % bis 8 % 11,50 % 1,50 %
ZGU (C) 4,2 % 29,6 % bis 30,3 % 10,44 % 1,50 %

* Compound annual growth rate (CAGR) - bildet das durchschnittliche jährliche Wachstum der Umsatzerlöse ab.

Sensitivitätsanalyse Werthaltigkeitsprüfung zum 31.12.2023 und Analyse, wie sich die Änderung des Abzinsungssatzes vor Steuern und der ewigen Wachstumsrate auf die Wertminderung auswirken würden:

ZGU Abzinsungssatz vor Steuern Ewige Wachstumsrate Zusätzliche Wertminderung
ZGU (A) 10,30 % 0,00 % Zusätzl. Werminderung nicht erforderlich
ZGU (B) 11,50 % 0,00 % Zusätzl. Werminderung nicht erforderlich
ZGU (C) 11,30 % 0,00 % Zusätzl. Werminderung nicht erforderlich

Sensitivitätsanalyse Werthaltigkeitsprüfung zum 31.12.2022 und Analyse, wie sich die Änderung des Abzinsungssatzes vor Steuern und der ewigen Wachstumsrate auf die Wertminderung auswirken würden:

ZGU Abzinsungssatz vor Steuern Ewige Wachstumsrate Zusätzliche Wertminderung
ZGU (A) 9,50 % 0,00 % Zusätzl. Werminderung nicht erforderlich
ZGU (B) 12,50 % 0,00 % Zusätzliche Wertminderung i. H. v. TEUR 3.573
ZGU (C) 12,00 % 0,00 % Zusätzliche Wertminderung i. H. v. TEUR 2.688

15. SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Kundenstamm Markenname und Warenzeichen Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte IT- Produkte Sonstige (einschließlich intern genutzter Systeme) Summe
Anschaffungskosten
Zum 01.01.2022 13.710 2.633 1.185 9.373 1.819 28.720
Zuführungen 7 - 2.151 - 170 2.328
Abgänge (110) - - (16) - (126)
Zum 01.01.2023 13.607 2.633 3.336 9.357 1.989 30.922
Zuführungen - - 1.572 - 23 1.595
Abgänge - - - - (112) (112)
Wertaufholung 122 1.712 - - 31 1.865
Zum 31.12.2023 13.729 4.345 4.908 9.357 1.931 34.270
Abschreibungen
Zum 01.01.2022 (815) (132) - (698) (364) (2.009)
Berechnet (1.662) (263) (886) (413) (546) (3.770)
Abgänge (kumulierte Abschreibungen) - - - 119 2 121
Wertminderung (463) (1.902) (385) (909) - (3.659)
Zum 31.12.2022 (2.940) (2.297) (1.271) (1.901) (908) (9.317)
Berechnet (1.560) (40) (69) (1.378) (667) (3.714)
Abgänge (kumulierte Abschreibungen) - - - - - -
Wertminderung (90) - (611) (246) - (947)
Zum 31.12.2023 (4.590) (2.337) (1.951) (3.525) (1.575) (13.978)
Buchwert
Zum 31.12.2021 12.895 2.501 1.185 8.675 1.455 26.711
Zum 31.12.2022 10.667 336 2.065 7.456 1.081 21.605
Zum 31.12.2023 9.139 2.008 2.957 5.832 356 20.292

Am 30.06.2021 hat DIGITALL Nature GmbH durch den Erwerb von 100 % der Anteile die tatsächliche Beherrschung über ec4u expert consulting AG (Deutschland), Bulpros Consulting AD (Bulgarien) und Bulpros, Corp (USA) erlangt. Im Zusammenhang mit den Vorschriften des IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse wurde eine Bewertung der beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden der drei erworbenen Unternehmen und deren Tochterunternehmen durchgeführt. Diese Bewertung hat zur Identifizierung zum beizulegenden Zeitwert der folgenden Vermögenswerte und Schulden geführt:

Aufwertung des Kundenstamms (Vermögenswerte aus Kundenbeziehungen) in Höhe von TEUR 9.754 mit Nutzungsdauern zwischen sieben und zehn Jahren, Bewertung nach Ertragswertmethode

Markenname und Warenzeichen in Höhe von TEUR 2.633 und einer Nutzungsdauer von zehn Jahren, Bewertung nach Ertragswertmethode

Aufwertung der Software-Vermögenswerte (IT-Produkte) in Höhe von TEUR 43 mit einer Nutzungsdauer von sieben Jahren, Bewertung nach dem Kostenansatz (seit 2022 Nutzungsdauer von fünf Jahren)

In Übereinstimmung mit IAS 36 wird am Ende einer Berichtsperiode geprüft, ob es Anzeichen dafür gibt, dass der Wert eines bestimmten immateriellen Vermögenswertes eine Wertminderung erfahren hat. Wenn es einen Hinweis auf die Wertminderung eines Vermögenswertes gibt, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes berechnet und der Wertminderungsaufwand bestimmt. Zum 31.12.2021 hat der Konzern eine Werthaltigkeitsprüfung der immateriellen Vermögenswerte durchgeführt und dabei keine Anzeichen auf Wertminderung festgestellt.

Zum 31.12.2022 hat die Gesellschaft eine Werthaltigkeitsprüfung sowohl auf Einzelunternehmens- als auch auf Konzernebene durchgeführt. Die Ergebnisse stellen sich zusammenfassend wie folgt dar:

Wertminderung selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 385

Wertminderung IT-Produkte in Höhe von TEUR 909

Wertminderung Markenname und Warenzeichen in Höhe von TEUR 1.902

Wertminderung Kundenstamm in Höhe von TEUR 462.

Zum 31.12.2023 hat die Gesellschaft eine Werthaltigkeitsprüfung sowohl auf Einzelunternehmens- als auch auf Konzernebene durchgeführt. Die Ergebnisse stellen sich zusammenfassend wie folgt dar:

Die Wertaufholungen infolge der Werthaltigkeitsprüfung auf Konzernebene gliedern sich nach ZGUs wie folgt:

Software - TEUR 31

Kundenstamm - TEUR 122

Markenname und Warenzeichen - TEUR 1.712

Infolge einer Werthaltigkeitsprüfung, die auf Ebene der einzelnen Unternehmen durchgeführt wurde, wurde eine zusätzliche Wertminderung auf bestimmte Vermögenswerte (vornehmlich Software) in Höhe von TEUR 947 erfasst.

16. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN

Zum 31.12.2023 hatte der Konzern in folgenden Unternehmen einen maßgeblichen Einfluss:

31.12.2023 31.12.2022
Gesellschaft Land Buchwert Anteilsbesitz in % Buchwert Anteilsbesitz in %
Plan B Bulgaria OOD Bulgarien 82 49,99 % 80 49,99 %
Summe 82 80

Die Geschäftstätigkeit von Plan B Bulgaria OOD umfasst die Bereitstellung von Beratungsdienstleistungen in organisatorischen und wirtschaftlichen Fragen, die Auswahl, Entwicklung, Implementierung, Optimierung und Instandhaltung sowie den Erwerb und den Gebrauch von Informations- und Kommunikationssystemen für Unternehmen.

Anteile an assoziierten Unternehmen werden vom Konzern nach der Equity-Methode bilanziert.

Die Veränderungen der Anteile an assoziierten Unternehmen werden nachfolgend dargestellt:

2023 2022
Stand zum 01.01. 80 76
Erwerb eines assoziierten Unternehmens im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses - -
Anteil am laufenden Jahresüberschuss / -fehlbetrag 2 4
Stand zum 31.12. 82 80

17. DARLEHEN AN GESELLSCHAFTER

31.12.2023 31.12.2022
Darlehen an nahestehende Unternehmen und Personen 531 517
Summe 531 517

Das Darlehen wurde dem nahestehenden Unternehmen Rocket Luxembourg S.à r.l. gewährt, der zwischengeschaltete Gesellschafter der DIGITALL Nature GmbH. Es handelt sich um ein verzinsliches Darlehen mit einem festen Zinssatz von 2,5 % p.a ., welches über einen festen Zeitraum von zehn Jahren bzw. bis 2031 zurückgezahlt wird. Der Nominalbetrag des Darlehens beträgt TEUR 500.

Das Darlehen wird als finanzieller Vermögenswert betrachtet, da es zu marktüblichen Bedingungen gewährt wurde und die Geschäftsführung es als werthaltig betrachtet.

18. VORRÄTE

31.12.2023 31.12.2022
Vorratsbestand 50 1.432
Summe 50 1.432

Konzernunternehmen überprüfen den Nettoveräußerungswert der Vorräte zu jedem Konzernbilanzstichtag und erfassen den laufenden Wertminderungsaufwand, sofern es Anzeichen dafür gibt, dass der Nettoveräußerungswert niedriger als der Buchwert ist. Der Konzern hat keine Anzeichen festgestellt, die darauf hindeuten, dass der Buchwert der Vorräte zum 31.12.2022 und 31.12.2023 höher als der Nettoveräußerungspreis zum selben Zeitpunkt ist.

19. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN

31.12.2023 31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen fremde Dritte, brutto 15.356 15.875
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen assoziierte Unternehmen 107 177
Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste (453) (494)
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte, abzüglich Wertberichtigung 15.010 15.558
Vertragsvermögenswerte 936 631
An- und Vorauszahlungen 800 1.282
Mietkaution 487 487
Sonstige Forderungen 1.115 1.238
Summe 18.348 19.196

2022 wurde eine Wertminderung in Höhe von TEUR 451 erfasst. Der Konzern nahm eine Abschreibung in Höhe von TEUR 270 für Forderung aus Lieferungen und Leistungen und zugehörige Risikovorsorge vor. 2023 wurde eine Wertaufholung in Höhe von TEUR 41 erfasst.

Im Zusammenhang mit einem zum 31.12.2022 und 31.12.2023 bestehenden revolvierenden Darlehen, das dem Konzern von einer Bank gewährt wurde, hat der Konzern aktuelle und zukünftige Forderungen gegen Kunden in Höhe von insgesamt TEUR 6.000 verpfändet.

Die einzelnen zum 31.12.2023 verpfändeten Forderungen belaufen sich auf TEUR 3.230.

Die Veränderung der Risikovorsorge (Rückstellung) für die Wertminderung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte stellt sich wie folgt dar:

2023 2022
Stand zum 01.01. 494 313
Anstieg der Risikovorsorge für Kreditverluste, der während der Periode ergebniswirksam erfasst wurde - 451
Wertaufholung (Ertrag) (41) -
Erfolgsneutrale Abschreibungen in der Periode - (270)
Stand zum 31.12. 453 494

2022 und 2023 hat der Konzern den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 gewählt, um die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu bewerten und hat dabei die erwarteten Verluste über die gesamte Laufzeit des Finanzinstruments für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Wertberichtigung wie folgt dar:

Zum 31.12.2023:

31.12.2023 Noch nicht fällig 1-30 31-60 61-180 Mehr als 180 Summe
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Bruttobuchwert), fremde Dritte 12.945 1.672 352 70 424 15.463
Erwarteter Kreditverlust (Wertberichtigung) - - - (29) (424) (453)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich Rückstellungen 12.945 1.672 352 41 - 15.010

Zum 31.12.2022

31.12.2022 Noch nicht fällig 1-30 31-60 61-180 Mehr als 180 Summe
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Bruttobuchwert), fremde Dritte 12.986 1.965 286 134 681 16.052
Erwarteter Kreditverlust (Wertberichtigung) - - - (8) (486) (494)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich Rückstellungen 12.986 1.965 286 126 195 15.558

Für Vertragsvermögenswerte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen assoziierte Unternehmen wurde keine Wertminderung erfasst.

20. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

31.12.2023 31.12.2022
Kassenbestand - 2
Laufende Bankguthaben, einschließlich: 3.022 6.493
in EUR 1.662 4.058
in USD 59 434
in CHF 374 1.238
in GBP 21 14
in BGN 894 747
in sonstigen Fremdwährungen 12 2
Summe 3.022 6.495

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Konzerns lauten vornehmlich auf BGN, EUR, USD, CHF und GBP.

21. EIGENKAPITAL

Gezeichnetes Kapital

31.12.2023 31.12.2022
Anzahl der Anteile 100.000 100.000
Nennwert je Anteil - EUR 1 1
Gezeichnetes Kapital - TEUR 100 100

Agio

Das eingetragene gezeichnete Kapital der DIGITALL Nature GmbH belief sich zum 17.03.2021 auf TEUR 25 und bestand aus 25.000 Anteilen zu einem Nennwert von je EUR 1. Mit Beschluss vom 06.07.2021 haben die Kapitaleigner das gezeichnete Kapital um weitere 59.416 Anteile zu einem Nennwert von je EUR 1 gegen Barzahlung erhöht. Mit demselben Beschluss haben die Gesellschafter des Mutterunternehmens das Kapital um weitere 15.584 Anteile zu einem Nennwert von je EUR 1 gegen Sacheinlagen erhöht.

Das kumulierte Agio, in bar bezahlt und resultierend aus dem beizulegenden Zeitwert der eingebrachten Anteile, beträgt TEUR 61.510.

Kapitalrücklage

DIGITALL Nature GmbH hat einen Vertrag über die Zahlungsrichtung ("Payment Direction Agreement") mit der Rocket Luxembourg S.à r.l. und der Rocket EB HoldCo GmbH geschlossen. Gemäß diesem Vertrag musste die Rocket Luxembourg S.à r.l. im Dezember 2021 eine Schuld der DIGITALL Nature GmbH in Höhe von TEUR 1.651 begleichen, die aus dem im Anteilskaufvertrag geregelten Kauf der Anteile an der ec4u expert consulting AG (Deutschland) und Bulpros Consulting AD (Bulgarien) resultierte.

Aufgrund des Payment Direction Agreement und eines Gesellschafterbeschlusses hat die Rocket Luxembourg S.à r.l. der Kapitalrücklage der Rocket EB HoldCo GmbH 2021 einen Betrag zugeführt, der der vorgenannten Schuld in Höhe von TEUR 1.651 entspricht.

Aufgrund des vorgenannten geschlossenen Vertrags und der verabschiedeten Beschlüsse hat die Rocket EB HoldCo GmbH 2021 einen Gesellschafterbeschluss der DIGITALL Nature GmbH verabschiedet, durch den sich die Rocket EB HoldCo GmbH verpflichtet hat, der Kapitalrücklage der DIGITALL Nature GmbH einen Betrag, der der vorgenannten Schuld in Höhe von TEUR 1.651 entspricht, zuzuführen. Der Vertrag und die Beschlüsse wurden 2021 vollständig erfüllt bzw. umgesetzt.

22. LANGFRISTIGE VERTRAGLICHE VERBINDLICHKEITEN

31.12.2023 31.12.2022
Passive Rechnungsabgrenzungsposten (Vertragsverbindlichkeiten) - langfristiger Anteil 440 862
Summe 440 862

Die Erlöse werden in Abhängigkeit des Fortschritts der Dienstleistungen zum Ende der Berichtsperiode erfasst. Alle laufenden Verträge, für die die Konzernunternehmen eine Gegenleistung erhalten haben und für die die Dienstleistung erst in zukünftigen Perioden erbracht wird, werden zum Ende der Berichtsperiode als passive Rechnungsabgrenzungsposten (Vertragsverbindlichkeiten) ausgewiesen.

23. LATENTE STEUERN

Die Veränderungen der aktive und passive latenten Steuern 2023 nach Posten und temporären Differenzen stellen sich wie folgt dar:

Latente Steuern (nach temporären Differenzen) Stand zum 01.01.2023 Veränderung in der Berichtsperiode Stand zum 31.12.2023
Vermögenswerte / (Schulden) Vermögenswerte / (Schulden)
Aktive latente Steuern
Ungenutzter bezahlter Urlaub 53 (15) 38
Steuerliche Verlustvorträge 469 749 1.218
Arbeitnehmeransprüche 50 12 62
Rückstellung Wertminderung von Forderungen 229 1 230
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Gegenstände des Sachanlagevermögens 209 72 281
Sonstige latente Steueransprüche 74 391 465
Summe aktive latente Steuern 1.084 1.210 2.294
Passive latente Steuern
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Gegenstände des Sachanlagevermögens (3.980) 1.065 (2.915)
Latente Steuerschuld im Zusammenhang mit abschreibungsfähigen immateriellen Vermögenswerten, die als Ergebnis eines Unternehmenszusammenschlusses erfasst wurden (1.383) (390) (1.773)
Summe passive latente Steuern (5.363) 675 (4.688)
Netto (4.279) 1.885 (2.394)
Latente Steuern (nach temporären Differenzen) Stand zum 01.01.2022 Veränderung in der Berichtsperiode Stand zum 31.12.2022
Vermögenswerte / (Schulden) Vermögenswerte / (Schulden)
Aktive latente Steuern
Ungenutzter bezahlter Urlaub 32 21 53
Steuerliche Verlustvorträge 559 (90) 469
Arbeitnehmeransprüche 43 7 50
Rückstellung Wertminderung von Forderungen 207 22 229
Auswirkung von IFRS 16 20 (20) -
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Gegenstände des Sachanlagevermögens 188 21 209
Sonstige latente Steueransprüche 5 69 74
Summe aktive latente Steuern 1.054 30 1.084
Passive latente Steuern
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Gegenstände des Sachanlagevermögens (3.932) (48) (3.980)
Latente Steuerschuld im Zusammenhang mit abschreibungsfähigen immateriellen Vermögenswerten, die als Ergebnis eines Unternehmenszusammenschlusses erfasst wurden (2.276) 893 (1.383)
Summe passive latente Steuern (6.208) 845 (5.363)
Netto (5.154) 875 (4.279)

Die Nettoveränderung der aktiven und passiven latenten Steuern für das Jahr 2023 beläuft sich auf TEUR 1.885 (2022: TEUR 875) und stellt somit einen Rückgang einer Netto-Steuerschuld bzw. einen Ertrag in Höhe von TEUR 1.885 dar (2022: TEUR 875). In der obigen Tabelle sind die Veränderungen der aktiven und passiven latenten Steuern abgebildet.

24. KURZ- UND LANGFRISTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

(A) LANGFRISTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

31.12.2023 31.12.2022
Langfristige Darlehensverbindlichkeiten (besicherte Mittelaufnahme bei Kreditinstituten) 44.654 31.885
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 5.788 3.946
Summe 50.442 35.831

Die Bedingungen der Darlehen waren zum 31.12.2023 wie folgt:

Darlehensgeber: Nennwert Währung Fälligkeit Nominalzinssatz p.a.
Loan Facility 1 - Darlehensgebergruppe A 33.360 EUR 16.06.2028 Marge abhängig von Nettofremdverschuldung + EURIBOR
Loan Facility 2 - Darlehensgebergruppe A 9.222 EUR 16.09.2028 Marge + EURIBOR
Loan Facility 3 - Darlehensgeber B 5.000 EUR 30.06.2027 BNB DEPOIND + feste 3,150 %
Darlehen von sonstigen Gesellschaftern 1.500 EUR 16.09.2028 Marge + EURIBOR

Zum 31.12.2023 waren TEUR 2.688 des Darlehens von Darlehensgeber B in Anspruch genommen (zum 31.12.2022: TEUR 2.668). Der nicht in Anspruch genommene Betrag belief sich zum 31.12.2023 auf TEUR 2.332.

Der nicht in Anspruch genommene Betrag unter Loan Facility 2 von Darlehensgeber A und unter den Darlehen von sonstigen Gesellschaftern belief sich zum 31.12.2023 auf TEUR 750.

(B) KURZFRISTIGE FINANZVERBINDLICHKEITEN

31.12.2023 31.12.2022
Verbindlichkeiten für kurzfristiges Darlehen, Zinsen und Gebühren ggü. Darlehensgebern - 3.526
Verbindlichkeiten für kurzfristiges Darlehen und Zinsen ggü. Gesellschaftern - 486
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 1.358 1.412
Summe 1.358 5.424

In den erwähnten Darlehensverträgen hat der Konzern folgende Sicherheiten hinterlegt:

Anteilsverpfändungsvertrag nach deutschem Recht über die Anteile an der DIGITALL Nature GmbH

Anteilsverpfändungsvertrag nach deutschem Recht über die Anteile an der DIGITALL Nature Germany GmbH

Anteilsverpfändungsvertrag nach deutschem Recht über die Anteile an der GBS Europa GmbH

Kontoguthabenverpfändungsvertrag nach deutschem Recht über die Bankkonten der DIGITALL Nature GmbH

Kontoguthabenverpfändungsvertrag nach deutschem Recht über die Bankkonten der DIGITALL Nature Germany GmbH und der GBS Europa GmbH

Vertrag nach deutschem Recht über die Sicherheitsabtretung hinsichtlich der Forderungen der Rocket EB HoldCo GmbH, die aus der DIGITALL Nature GmbH gewährten Gesellschafterdarlehen resultieren

Vertrag nach deutschem Recht über die Sicherheitsabtretung hinsichtlich (i) konzerninterner Darlehensforderungen, (ii) Forderungen aus dem SPA und (iii) Forderungen aus dem Due-Diligence-Bericht der DIGITALL Nature GmbH

Vertrag nach deutschem Recht über die Sicherheitsabtretung hinsichtlich (i) konzerninterner Darlehensforderungen, (ii) Versicherungsforderungen und (iii) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der DIGITALL Nature Germany GmbH und der GBS Europa GmbH

Anteilsverpfändungsvertrag nach schweizerischem Recht über die Anteile an der DIGITALL Nature Switzerland AG (ehemals: ec4u expert consulting (schweiz) ag)

Kontoguthabenverpfändungsvertrag nach schweizerischem Recht über die Bankkonten der DIGITALL Nature Switzerland AG

Vertrag nach schweizerischem Recht über die Sicherheitsabtretung hinsichtlich (i) konzerninterner Darlehensforderungen, (ii) Versicherungsforderungen und (iii) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der DIGITALL Nature Switzerland AG

Anteilsverpfändungsvertrag nach bulgarischem Recht über die Anteile an der DIGITALL Nature Bulgaria EOOD (ehemals: Bulpros Consulting AD)

Verpfändungsvertrag nach bulgarischem Recht über die Unternehmensfortführung, der explizit folgende Vermögenswerte abdeckt: Konzerninterne Darlehensforderungen und Versicherungsforderungen; unter anderem DIGITALL Nature Bulgaria EOOD als Pfandgeber

Forderungsverpfändungsvertrag nach bulgarischem Recht über Forderungen der DIGITALL Nature Bulgaria EOOD, die aus in Bulgarien gehaltenen Bankkonten resultieren

Besonderer Verpfändungsvertrag nach bulgarischem Recht über Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Versicherungsleistungen und Entschädigungen der DIGITALL Nature Bulgaria EOOD in Höhe von TEUR 6.000

Verpfändung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Versicherungsforderungen und Entschädigungsforderungen der DIGITALL Nature Bulgaria EOOD

Der Konzern hat eine Finanzierung über eine Erwerbsfazilität aufgenommen, die bis zu einem Maximalbetrag von TEUR 15.000 zur Verfügung steht und bis zum 30.06.2025 in Anspruch genommen werden kann. Der Konzern hat diesen Fazilitätenvertrag zum Ende des Jahres 2022 gekündigt. Es wurden zu keiner Zeit Beträge aus dieser Fazilität in Anspruch genommen.

Der Konzern ist verpflichtet, gewisse Covenants in Bezug auf die Darlehen mit Darlehensgeber A und Darlehensgeber B einzuhalten.

Die finanziellen Covenants für die Darlehen von Darlehensgebergruppe A bestehen darin, dass das Pro-forma EBITDA ausgehend von einer normalisierten Basis einen bestimmten Betrag zu den Zeitpunkten der Überprüfung nicht unterschreiten soll.

Für das Darlehen von Darlehensgeber B wurde vornehmlich zugesichert, dass der Zinsdeckungsfaktor mit dem konsolidierten EBITDA der DIGITALL Nature Bulgaria EOOD berechnet nicht weniger als das 10-fache betragen darf, dass das konsolidierte Eigenkapital einschließlich der Gesellschafterdarlehen positiv bleiben muss, und dass versicherte Forderungen nicht weniger als 120 % des in Anspruch genommenen Betrags aus der Fazilität entsprechen und als Forderung zugunsten von Darlehensgeber B verpfändet werden.

Zum 31.12.2023 hat der Konzern die Kreditauflagen für die Darlehen von Darlehensgeber A und Darlehensgeber B eingehalten.

Die Abschreibungen der Nutzungsrechte für den Zeitraum vom 01.01.2023 bis 31.12.2023 belaufen sich auf insgesamt TEUR 2.266 (2022: TEUR 2.949) (siehe Anhangangabe 8). Die 2023 für Leasingverbindlichkeiten erfassten Zinsen belaufen sich insgesamt auf TEUR 219 (2022: TEUR 186) (siehe Anhangangabe 10).

Der Grenzfremdkapitalzinssatz bewegt sich zwischen 1 % und 4 % p.a.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns aus der Finanzierungstätigkeit, einschließlich zahlungswirksamer und zahlungsunwirksamer Veränderungen:

Zahlungsmittel Zahlungsunwirksame Zahlungen
Eröffnungssaldo 01.01.2023 Netto-Finanzierungscashflow Neue Leasingverhältnisse Sonstige Aufgelaufene Zinsen und Gebühren Schlusssaldo 31.12.2023
Leasingverbindlichkeiten 5.358 (3.410) 5.128 (193) 263 7.146
Darlehen und Finanzierung 35.897 4.000 - - 4.757 44.654
Zahlungsmittel Zahlungsunwirksame Zahlungen
Eröffnungssaldo 01.01.2022 Netto-Finanzierungscashflow Neue Leasingverhältnisse Sonstige Aufgelaufene Zinsen und Gebühren Schlusssaldo 31.12.2022
Leasingverbindlichkeiten 7.511 (3.827) 921 567 186 5.358
Darlehen und Finanzierung 30.357 2.548 (153) 3.145 35.897

25. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER MITARBEITERN UND SOZIALE ABGABEN

31.12.2023 31.12.2022
Vergütung und Leistungen an Arbeitnehmer 3.553 4.439
Soziale Abgaben 1.080 1.659
Rückstellungen für ungenutzten bezahlten Urlaub 854 860
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern 172 223
Summe 5.659 7.181

26. STEUERSCHULDEN

31.12.2023 31.12.2022
Mehrwertsteuer 1.809 1.199
Einkommensteuer 607 651
Ertragsteuern 257 664
Sonstige Steuern 42 43
Summe 2.715 2.557

27. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

31.12.2023 31.12.2022
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.645 10.009
Anzahlungen von Kunden 1.365 895
Sonstige Verbindlichkeiten 140 504
Summe 8.150 11.408

28. VERTRAGSVERBINDLICHKEITEN UND FINANZIERUNG

Vertragsverbindlichkeiten

31.12.2023 31.12.2022
Kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten 2.124 2.729
Zuwendungen der öffentlichen Hand - 7
Summe 2.124 2.736

Die Erlöse werden in Abhängigkeit des Fortschritts der Dienstleistungen zum Ende der Berichtsperiode erfasst. Alle laufenden Verträge, bei denen die in Zwischenrechnungen in Rechnung gestellten Beträge die angefallenen Kosten zuzüglich der erfassten Gewinne (abzüglich der erfassten Verluste) überschreiten, werden zum Ende der Berichtsperiode als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen.

29. NAHESTEHENDE UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Nahestehende Unternehmen und Personen umfassen Gesellschafter, wirtschaftliche Eigentümer, assoziierte Unternehmen und Führungspersonal in Schlüsselpositionen sowie Unternehmen, die im rechtlichen Eigentum, unter maßgeblichem Einfluss oder der Beherrschung der Gesellschafter des Konzerns stehen.

Im Folgenden wird ein vollständiger Überblick über Geschäftsvorfälle mit nahestehende Unternehmen und Personen und Restsalden in der laufenden Berichtsperiode gegeben:

Verkäufe an nahestehende Unternehmen und Personen Einkäufe von nahestehenden Unternehmen und Personen Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen
Rocket Luxembourg S.à r.l. (siehe Anhangangabe 17) 2023 - - 530 -
Rocket Luxembourg S.à r.l ., sonstige Geschäftsvorfälle 2023 - - 225 -
Ares Management Ltd - Einkauf von Dienstleistungen 2023 - 609 - 474
Plan B Bulgaria OOD, Bulgarien 2023 1.466 - 107 -
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftergruppe A 2023 - - 40.660 -
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber sonstigen Gesellschaftern 2023 - - 1.326 -
31.12.2023 1.466 609 43.072 474
Verkäufe an nahestehende Unternehmen und Personen Einkäufe von nahestehenden Unternehmen und Personen Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen
Rocket Luxembourg S.à r.l. (siehe Anhangangabe 17) 2022 - - 517 -
Plan B Bulgaria OOD, Bulgarien (vom 01.07.2021 bis zum 31.12.2021) 2022 1.562 - 177 -
31.12.2022 1.562 694 -

Als einzige Veränderung in der Darlehensforderung gegen Rocket Luxembourg S.à r.l. im Jahr 2023 sind aufgelaufene Zinsen in Höhe von TEUR 13 (2022: TEUR 13) zu nennen:

Die im Jahr 2023 aufgelaufenen Zinsen für Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftergruppe A betragen TEUR 4.550.

Die im Jahr 2023 aufgelaufenen Zinsen für Darlehensverbindlichkeiten gegenüber sonstigen Gesellschaftern betragen TEUR 119.

Bedingungen der Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Weder zum 31.12.2023 noch zum 31.12.2022 gab es Wertminderungen von Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen. In jedem Geschäftsjahr wird anhand einer Analyse des finanziellen Zustands des nahestehenden Unternehmens und der nahestehenden Personen sowie der Märkte, in denen sie tätig sind, überprüft, ob eine Wertminderung vorliegt.

Geschäftsvorfälle mit Führungspersonal in Schlüsselpositionen

01.01.2023 - 31.12.2023 01.01.2022 - 31.12.2022
Kurzfristig fällige Leistungen 707 992
Sonstige Geschäftsvorfälle 180 77
SUMME 888 1.069

30. ZIELE UND HERANGEHENSWEISE DES FINANZIELLEN RISIKOMANAGEMENTS

Die wesentlichen finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Darlehen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Leasingverbindlichkeiten. Der Hauptzweck dieser Finanzinstrumente besteht darin, dem Konzern Finanzierung für die betrieblichen Tätigkeiten zur Verfügung zu stellen. Der Konzern verfügt über finanzielle Vermögenswerte wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gewährte gewerbliche Kredite und Barmittel, die unmittelbar aus den betrieblichen Tätigkeiten stammen. Die größten Risiken in Bezug auf die Finanzinstrumente ergeben sich für den Konzern aus dem Zinsrisiko, dem Liquiditätsrisiko, dem Währungsrisiko und dem Ausfallrisiko. Nachfolgend wird die Herangehensweise aufgezeigt, mit der die Geschäftsführung diese Risiken beherrschen möchte:

Gliederung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Kategorien zum 31.12.

Finanzielle Vermögenswerte

31.12.2023 31.12.2022
Langfristige Darlehensforderungen 754 517
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15.010 15.558
Depotforderungen 487 487
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.022 6.495
Summe 19.273 23.057

Alle finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Finanzielle Verbindlichkeiten

31.12.2023 31.12.2022
Langfristige Darlehensverbindlichkeiten 44.654 31.885
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 5.788 3.946
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 1.358 1.412
Verbindlichkeiten für kurzfristiges Darlehen, Zinsen und Gebühren - 4.012
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten - kurzfristig 8.150 11.408
Summe 59.950 52.663

Zinsrisiko

Das Zinsrisiko ist die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Veränderung des allgemeinen Marktzinsniveaus zu einer potenziellen Veränderung der Vermögenslage des Konzerns führt. Für den Konzern besteht ein Zinsrisiko bei Darlehen mit variablen Zinssätzen, Handelsdarlehen, die zu festen Zinssätzen gewährt wurden, Darlehen von Kreditinstituten mit variablen Zinssätzen, und Verbindlichkeiten mit festen Zinssätzen. Erhaltene Darlehen umfassen langfristige Investitionsdarlehen. 2023 hat sich keine wesentliche Veränderung des BNP DEPOIND ergeben, allerdings war weiterhin ein deutlicher Anstieg des EURIBOR zu verzeichnen. Nach Beurteilung der Geschäftsführung ist das Risiko aus dem BNP DEPOIND gering angesichts der sich nach diesem Index berechnenden Darlehenswerte sowie der Entwicklung in der Vergangenheit. Ein Ansteigen des EURIBOR mit 1 % p.a. hätte einen zusätzlichen Zinsaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von TEUR 420 zur Folge.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, dass der Konzern möglicherweise Schwierigkeiten hat, Verpflichtungen zu erfüllen, die er im Zusammenhang mit den in bar oder durch sonstige finanzielle Vermögenswerte zu begleichenden finanziellen Verbindlichkeiten eingegangen ist. Das Liquiditätsmanagement wird von der Geschäftsführung überwacht und soll dazu dienen, so weit wie möglich ausreichende Liquidität zur Verfügung zu stellen, um den Verpflichtungen unter gewöhnlichen und außergewöhnlichen Umständen nachzukommen. Die wesentlichen anfallenden Aufwendungen entfallen aufgrund der Art der Geschäftstätigkeit (die Bereitstellung von IT-Dienstleistungen) auf die Vergütung der Mitarbeiter. Der Konzern ist dazu in der Lage, seinen Liquiditätsbedarf aufgrund der Art der Aufwendungen und der wiederkehrenden Zahlungsströme aus Umsatzerlösen mit ausreichender Genauigkeit vorherzusagen.

Dem Konzern wurde von Darlehensgeber B eine Roll-over-Fazilität in Höhe von 5 Mio. EUR zur Verfügung gestellt (siehe Anhangangabe 24). Zum 31.12.2023 wurden lediglich TEUR 2.668 in Anspruch genommen. Mit dieser Inanspruchnahme wird die Geschäftsführung des Konzerns in die Lage versetzt, die gesamten Zahlungsströme und die gesamte Liquiditätssituation flexibler zu planen.

Die Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31.12.2023 sieht wie folgt aus:

Bis zu sechs Monate Bis zu einem Jahr Ein bis fünf Jahre Mehr als fünf Jahre Summe
Verbindlichkeiten - Zinsen und Gebühren 45 45 11.662 - 11.752
Darlehensverbindlichkeiten - Darlehensbetrag - - 61.906 - 61.906
Leasingverbindlichkeiten 573 867 5.254 1.047 7.741
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten - kurzfristig 8.150 - - - 8.150
Summe zukünftiger Zahlungen, einschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen 8.768 912 78.822 1.047 89.548

Die Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31.12.2022 sieht wie folgt aus:

Bis zu sechs Monate Bis zu einem Jahr Ein bis fünf Jahre Mehr als fünf Jahre Summe
Darlehensverbindlichkeiten - Zinsen 2.917 1.191 9.530 1.162 14.800
Darlehensverbindlichkeiten - Darlehensbetrag 2.484 - 2.668 30.000 35.152
Leasingverbindlichkeiten 1.480 1.316 2.571 - 5.367
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten - kurzfristig 11.408 - - - 11.408
Summe zukünftiger Zahlungen, einschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen 18.289 2.507 14.769 31.162 66.727

Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sind innerhalb von drei Monaten nach dem Ende der Berichtsperiode zu begleichen. Die in der Tabelle zur Fälligkeitsanalyse der Verbindlichkeiten angegebenen Beträge zeigen die nicht abgezinsten Zahlungsströme aus Verträgen. Diese Beträge können von den Buchwerten der Verbindlichkeiten zum Abschlussstichtag abweichen.

Währungsrisiko

Das Währungsrisiko bezeichnet das Risiko eines negativen Einflusses der Schwankungen der geltenden Wechselkurse auf die Vermögenslage und die Zahlungsströme des Konzerns. Der Konzern stellt seinen Abschluss in EUR auf. Das Währungsrisiko bezieht sich daher nicht auf den bulgarischen Lew, da der Wechselkurs des BGN an den des EUR gekoppelt ist. In Form seiner Tochterunternehmen DIGITALL Nature, USA, DIGITALL Nature Switzerland AG, GROUP Business Software (UK) Ltd. (Vereinigtes Königreich) und GBS Solutions North America LLC (USA) ist der Konzern in Währungen tätig, die auf Veränderungen des Euro-Wechselkurses reagieren. 2023 wurde das Währungsrisiko allerdings als unwesentlich beurteilt, da der Großteil der Transaktionen dieser Unternehmen in Euro stattgefunden haben und der Umfang der Transaktionen im Vergleich zu den gesamten Transaktionen des Konzerns nicht bedeutend war.

Nachstehend folgt die Zusammenfassung der quantitativen Daten hinsichtlich der Risikolage des Konzerns in Bezug auf das Währungsrisiko, wie sie der Geschäftsführung des Konzerns vorgestellt wurde:

2023 USD GBP CHF Summe
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an Dritte 423 51 3.610 4.084
Zahlungsmittel 59 21 374 454
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (34) (20) (480) (534)
Leasingverhältnisse - - (347) (347)
Netto 448 52 3.157 3.657

Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf Gewinn oder Verlust und das Eigenkapital im Jahr 2023:

Gewinn oder Verlust Eigenkapital
Stärkung Schwächung Stärkung Schwächung
USD (10 %ige Veränderung) 45 (45) 45 (45)
CHF (10 %ige Veränderung) 316 (316) 316 (316)
GBP (10 %ige Veränderung) 5 (5) 5 (5)
Netto 366 (361) 361 (361)
2022 USD GBP CHF Summe
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an Dritte 374 89 3.780 4.243
Zahlungsmittel 434 - 1.238 1.672
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (2) (87) (557) (646)
Leasingverhältnisse - - (346) (346)
Netto 806 2 4.115 4.923

Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf Gewinn oder Verlust und das Eigenkapital im Jahr 2022:

Gewinn oder Verlust Eigenkapital
Stärkung Schwächung Stärkung Schwächung
USD (10 %ige Veränderung) 81 (81) 81 (81)
CHF (10 %ige Veränderung) 412 (412) 412 (412)
GBP (10 %ige Veränderung) - - - -
Netto 492 (492) 492 (492)

Ausfallrisiko

Der Konzern betreibt nur mit langjährig etablierten und solventen Gegenparteien Geschäfte. Kunden, die einen Zahlungsaufschub für ein Geschäft mit dem Konzern wünschen, werden einer Solvenzüberprüfung unterzogen. Zudem werden die Bestände an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen fortlaufend überwacht, sodass der Konzern das Ausfallrisiko als nicht wesentlich betrachtet. Das Ausfallrisiko im Zusammenhang mit anderen finanziellen Vermögenswerten des Konzerns, wie beispielsweise Zahlungsmittel und sonstige finanzielle Vermögenswerte, ergibt sich aus der Möglichkeit, dass die Gegenparteien ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Der maximale Betrag des Ausfallrisikos der erfassten finanziellen Vermögenswerte entspricht ihren jeweiligen Buchwerten in der Bilanz zum 31.12.2023 abzüglich des durch die Versicherung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgedeckten Risikos in Höhe von TEUR 2.150 (31.12.2022: TEUR 2.431).

Netto-Ausfallrisiko:

31.12.2023 31.12.2022
Langfristige Darlehensforderungen 531 517
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15.010 15.558
Depotforderungen 487 487
Buchwert 16.028 16.562
Versichertes Ausfallrisiko 2.150 2.431
Netto-Ausfallrisiko abzüglich Zahlungsmittel 13.878 14.131
Zahlungsmittel 3.022 6.495
Netto-Ausfallrisiko zuzüglich Zahlungsmittel 16.900 20.626

Die Geschäftsführung des Konzerns betrachtet alle zuvor erwähnten finanziellen Vermögenswerte, die nicht wertgemindert wurden oder während der Berichtsperiode fällig geworden sind, als finanzielle Vermögenswerte mit hoher Bonität. Das Ausfallrisiko in Bezug auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird als unwesentlich betrachtet, da es sich bei den Gegenparteien um Kreditinstitute mit gutem Ruf und einer hohen externen Bonitätseinstufung handelt.

Kapitalrisikomanagement

Die Ziele des Kapitalrisikomanagements liegen in der Kapitalerhaltung auf einem Niveau, das dem Prinzip der Unternehmensfortführung entspricht, und der Ermöglichung der Erzielung einer Kapitalrendite für die Gesellschafter. Ziel des Konzerns ist das Beibehalten einer optimalen Kapitalstruktur. Dieses Ziel soll mit einer Regulierung der Höhe der ausgezahlten Dividenden, der Rückzahlung von Kapital an Gesellschafter, der Ausgabe neuen Kapitals, und der Schuldenreduzierung durch die Veräußerung von Vermögenswerten gelingen. Die Geschäftsführung überwacht regelmäßig den Nettoverschuldungsgrad, welcher der Gesamtverschuldung abzüglich Zahlungsmittel entspricht und in den in den Anhangangaben näher beschriebenen Covenants enthalten ist.

31. EVENTUALSCHULDEN UND EVENTUALFORDERUNGEN

Die UniCredit Bulbank AD hat eine Bankgarantie in Höhe von TEUR 164 im Namen der DIGITALL Nature Bulgaria EOOD zugunsten von Business Park Sofia EOOD ausgestellt. Diese Bankgarantie ist in Verbindung mit einer Leasingvereinbarung bis zum 15.06.2027 gültig.

32. ANTEILSBASIERTE VEREINBARUNG

Zum 31.12.2022 und 31.12.2023 sind bestimmte Personen in Führungspositionen mittelbar an der DIGITALL Nature GmbH beteiligt. Diese Beteiligungen wurden in Form von anteilsbasierten Auszeichnungsprogrammen bei Mutterunternehmen gehalten. Dieses Programm erfüllt die Bedingungen einer anteilsbasierten Vergütung gemäß IFRS 2. Die Leistung an den Arbeitnehmer wird als anteilsbasierte Vergütungsvereinbarung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente im Abschluss der DIGITALL Nature GmbH erfasst. Das Programm, das zum 31.12.2022 bestand, wurde Ende April 2023 ohne Auszahlungen eingestellt und das neue Programm ist am 28.04.2023 in Kraft getreten. Sowohl zum 31.12.2022 als auch zum 31.12.2023 wurden die mit diesem Programm verbundenen Aufwendungen und Verbindlichkeiten als unwesentlich betrachtet. In der Berichtsperiode hat das Führungspersonal in Schlüsselpositionen keine Leistungen im Zusammenhang mit diesem indirekten Anteilsprogramm erhalten, die als wesentlich betrachtet werden.

33. OPERATIVES UMFELD

Krieg in der Ukraine

Der anhaltende Krieg in der Ukraine und die gegen die Russische Föderation beschlossenen Sanktionen können negative Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft und die Weltwirtschaft haben. Der Konzern hat jedoch keine wesentlichen direkten Beziehungen zu Kunden / Verkäufern aus der Ukraine, Russland und Belarus. Eine sich insgesamt verschlechternde weltwirtschaftliche Situation kann negative Folgen für in Europa tätige Unternehmen haben. Gegenwärtig schätzt die Geschäftsführung des Konzerns die Auswirkungen der militärischen Auseinandersetzung auf das Geschäft der DIGITALL als sehr gering ein und beobachtet die Ereignisse und Entwicklungen in der Ukraine weiterhin genau, um in der Lage zu sein, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um jeglichen Folgen, die das Geschäft und die betrieblichen Abläufe beeinträchtigen könnten, vorzubeugen und diese zu minimieren.

34. ZUSÄTZLICHE ANGABEN

Mitarbeiter und Personalaufwand

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl des Konzerns im Jahr 2023 und 2022 war wie folgt:

2023 2022
Angestellte 1.074 1.212
Produktentwicklung 909 1.027
Marketing/Vertrieb 65 76
Verwaltung 100 109
Gewerbliche Arbeitnehmer - -
Mitarbeiterzahl gesamt 1.074 1.212

Der Personalaufwand des Konzerns im Jahr 2023 und 2022 stellt sich wie folgt dar:

2023 2022
Löhne und Gehälter 52.498 56.541
Soziale Abgaben, ohne Pensionsaufwendungen 6.900 7.821
Pensionsaufwendungen 143 -
Summe Personalaufwand 59.541 64.362
davon
in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst 57.941 62.567
in den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten aktiviert 1.600 1.795

Honorar des Abschlussprüfers

Das im Konzernabschluss ausgewiesene Honorar des Abschlussprüfers stellt sich wie folgt dar:

2023 2022
Prüfungsleistungen 282 281
Andere Bestätigungsleistungen 9 8
Sonstige Leistungen - -
291 289

Organe des Unternehmens

Die Geschäftsführung oblag im Geschäftsjahr 2023 folgenden Personen:

Herr Ivaylo Slavov, Sofia, Bulgarien (bis Ende März 2023)

Herr David Laux, Lachen, Schweiz (ab April 2023 bis Jahresende)

35. EREIGNISSE NACH DEM ABSCHLUSSSCHICHTAG

Mit der Darlehensgebergruppe A wurde im Mai 2024 eine Vereinbarung geschlossen, die die Überprüfung einzelner Kreditauflagen (Financial Covenants Test) im Jahr 2024 einmalig zum 31. Dezember 2024 vorsieht.

Im Juni 2024 wurden zwei zusätzliche Darlehensbeträge in Höhe von TEUR 500 im Rahmen der Darlehensfazilität 1 und in Höhe von TEUR 250 von den Gesellschaftern für die Finanzierung der betrieblichen Tätigkeit in Anspruch genommen.

Ende Juni 2024 veräußerte der Konzern 100 % seiner Beteiligungen an GBS Europa GmbH, GROUP Business Software (UK) Ltd., GBS Solutions North America LLC und GBS Bulgaria EOOD, die zur zahlungsmittelgenerierenden Einheit "ZGE (C)" gehörten. Die Geschäftsführung schätzt den ergebniswirksamen Gewinn aus der Veräußerung auf circa Mio. EUR 2, der im Geschäftsjahr 2024 erfasst wird.

Im August 2024 zahlte die Gruppe Darlehensbeträge in Höhe von Mio EUR 2.6 im Rahmen der Darlehensfazilität 1 und in Höhe von Mio. EUR 0.4 an die Gesellschafter zurück.

Bis zur Genehmigung des Konzernabschlusses sind 2024 keine weiteren wesentlichen Ereignisse eingetreten, aufgrund derer Anpassungen und/oder Angaben notwendig gewesen wären.

36. GENEHMIGUNG DES KONZERNABSCHLUSSES

Die Genehmigung des vorliegenden Konzernabschlusses erfolgte durch die Geschäftsführung des Konzerns am 10. September 2024.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Rocket EB HoldCo GmbH, München

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Rocket EB HoldCo GmbH, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Rocket EB HoldCo GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grunds- ätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs, oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 10. September 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Volker Schöck, Wirtschaftsprüfer

Marco Koch, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

55 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.