Stammdaten

Register
Amtsgericht Hannover HRB 220596
Eingetragen
15.10.2020
Branche
Ambulante PflegediensteAmbulante Betreuungsdienste für ältere MenschenAmbulante Betreuungsdienste für Menschen mit Behinderung
Gegenstand
Die Erbringung von häuslichen Pflegedienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Ansgar Schröder
seit 9.10.2025
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Argentum Pflege und Wohnen GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Argentum Pflege Holding GmbH

Hamburg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software 344.880,48 282.311,86
2. Geschäfts- oder Firmenwert 29.393.796,47 29.738.676,95 29.804.484,69 30.086.796,55
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.001.478,60 1.942.744,60
2. Technische Anlagen und Maschinen 219.446,00 169.183,00
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.837.444,24 5.860.913,80
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 596.211,62 10.654.580,46 560.910,00 8.533.751,40
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 2.093,78 1.743,78
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 260,00 2.353,78 260,00 2.003,78
40.395.611,19 38.622.551,73
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 811.019,17 1.927.566,20
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.841.121,27 1.726.755,91
2. Sonstige Vermögensgegenstände 3.630.653,37 6.471.774,64 11.730.910,21 13.457.666,12
III. Sonstige Wertpapiere 4.808,00 4.808,00
IV. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 4.107.880,37 10.908.468,27
11.395.482,18 26.298.508,59
C. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 126.045,58 80.169,12
51.917.138,95 65.001.229,44

Passiva

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 1.026.952,00 1.026.952,00
II. Kapitalrücklage 31.423.048,00 28.923.048,00
III. Verlustvortrag -11.466.274,98 -358,24
IV. Konzernjahresfehlbetrag -20.917.468,36 -11.465.916,74
66.256,66 18.483.725,02
B. Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung 273.293,67 546.587,34
C. Sonderposten für Investitionszuschüsse 132.482,00 158.978,00
D. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 1.243.843,70 1.203.648,06
2. Sonstige Rückstellungen 8.314.621,63 6.014.872,16
9.558.465,33 7.218.520,22
E. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 65.823,82 104.925,62
2. Erhaltene Anzahlungen 25.571,05 50.571,05
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.180.705,87 5.920.846,65
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 28.553.219,12 24.338.371,67
- davon gegenüber Gesellschaftern EUR 28.553.219,12 (i. Vj. EUR 24.338.371,67) -
5. Sonstige Verbindlichkeiten 6.426.335,47 7.577.173,11
41.251.655,33 37.991.888,10
F. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 634.985,96 601.530,76
51.917.138,95 65.001.229,44

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021 2020
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 115.073.858,91 92.089.511,38
2. Sonstige betriebliche Erträge 21.400.446,77 11.225.696,00
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 15.210.631,13 10.001.643,49
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 5.487.215,38 20.697.846,51 8.594.256,36 18.595.899,85
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 68.645.201,99 45.681.042,06
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 15.197.085,60 83.842.287,59 12.207.496,16 57.888.538,22
- davon für Altersversorgung EUR 319.963,08 (i. Vj. EUR 441.778,62) -
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 5.568.634,35 3.799.598,46
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 45.337.196,76 33.121.257,16
7. Erträge aus Beteiligungen 104,09 49,00
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 42,05 43,52
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.736.051,68 1.122.877,07
- davon an verbundene Unternehmen EUR 1.714.847,45 (i. Vj. EUR 1.088.371,67) -
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 73.698,42 154.941,32
11. Ergebnis nach Steuern -20.781.263,49 -11.367.812,18
12. Sonstige Steuern 136.204,87 98.104,56
13. Konzernjahresfehlbetrag -20.917.468,36 -11.465.916,74

Konzernkapitalflussrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Periodenergebnis -20.917 -11.466
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 5.569 3.800
Zunahme der Rückstellungen 2.259 1.612
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 385 564
Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 7.551 -6.785
Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -1.150 5.197
Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 110 211
Zinserträge/Zinsaufwendungen 1.736 1.123
Ertragsteueraufwand/-ertrag 74 155
Ertragsteuerzahlungen -77 973
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -4.460 -4.616
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -245 -278
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immaterielle Anlagevermögen 8 0
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 97 21
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -3.896 -4.294
Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis -3.230 -19.637
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -7.266 -24.188
Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von Gesellschaftern des Mutterunternehmens 2.500 15.917
Einzahlungen aus der Aufnahme von Gesellschafterdarlehen 2.500 9.683
Auszahlungen aus der Tilgung von (Finanz-)Krediten -40 -1.833
Gezahlte Zinsen -21 -35
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 4.939 23.732
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -6.787 -5.072
Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 0 1.066
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 10.895 14.901
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 4.108 10.895

Konzerneigenkapitalspiegel

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB Verlustvortrag Konzernjahresüberschuss/ -fehlbetrag der dem Mutter-unternehmen zuzurechnen ist
EUR EUR EUR EUR
Stand am 31. Dezember 2019 479.567,00 13.553.433,00 -358,24 0,00
Ausgabe von Anteilen 547.385,00 15.369.615,00 0,00 0,00
Konzernjahresfehlbetrag 0,00 0,00 0,00 -11.465.916,74
Stand am 31.12.2020 1.026.952,00 28.923.048,00 -358,24 -11.465.916,74
Einzahlung in die Kapitalrücklage 0,00 2.500.000,00 0,00 0,00
Konzernjahresfehlbetrag 0,00 0,00 0,00 -20.917.468,36
Verlustvortrag auf neue Rechnung 0,00 0,00 -11.465.916,74 11.465.916,74
Stand am 31.12.2021 1.026.952,00 31.423.048,00 -11.466.274,98 -20.917.468,36
Eigenkapital des Mutterunternehmens Konzern- Eigenkapital
Summe Summe
EUR EUR
Stand am 31. Dezember 2019 14.032.641,76 14.032.641,76
Ausgabe von Anteilen 15.917.000,00 15.917.000,00
Konzernjahresfehlbetrag -11.465.916,74 -11.465.916,74
Stand am 31.12.2020 18.483.725,02 18.483.725,02
Einzahlung in die Kapitalrücklage 2.500.000,00 2.500.000,00
Konzernjahresfehlbetrag -20.917.468,36 -20.917.468,36
Verlustvortrag auf neue Rechnung 0,00 0,00
Stand am 31.12.2021 66.256,66 66.256,66

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

A. Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft firmiert unter Argentum Pflege Holding GmbH und hat ihren Sitz in Hamburg. Sie ist beim Amtsgericht Hamburg unter HRB 159196 im Handelsregister eingetragen.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde nach den handelsrechtlichen Vorschriften (§ 290 ff. HGB) aufgestellt.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 besteht aus der Konzernbilanz, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel sowie dem Konzernanhang.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden die geltenden Grundsätze der Deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) grundsätzlich berücksichtigt. Ausnahmen hiervon sind Einzelvorschriften, bei denen auch nach HGB Wahlrechte bestehen.

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Der Konzernabschluss wurde erstmalig im Geschäftsjahr 2020 aufgestellt.

Die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten, zur Fristigkeit und weitere davon-Vermerke sind aus Gründen der Darstellungsklarheit und Übersichtlichkeit im Anhang enthalten.

B. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind neben dem Mutterunternehmen 40 inländische Tochterunternehmen einbezogen worden, bei denen das Mutterunternehmen unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Die Gesellschaft ist an allen Tochtergesellschaften direkt oder indirekt mit 100 % beteiligt.

Im Berichtsjahr wurden sämtliche Gesellschaftsanteile an der Alten- und Pflegeheim Zum Pfarrberg Eppendorf GmbH, Eppendorf, und der Vita GmbH, Erbach, erworben. Weiterhin wurden die Seniorenresidenz Pohlheim GmbH, Pohlheim, sowie die Seniorenresidenz Ludwig-Steil-Haus GmbH, Bochum, neu gegründet. Die Erstkonsolidierung dieser Tochtergesellschaften erfolgte jeweils zum Zeitpunkt des Erwerbs der Gesellschaftsanteile bzw. zum Zeitpunkt der Neugründung.

Die folgende Übersicht zeigt die vollkonsolidierten Tochtergesellschaften sowie den jeweiligen Erstkonsolidierungszeitpunkt:

Anteilsbesitz Firma, Sitz Zeitpunkt Erstkonsolidierung
Argentum Holding GmbH, Hanau 01.01.2020
Argentum Services GmbH, Hanau 01.01.2020
Argentum ambulanter Dienst GmbH, Hanau (seit 07.01.2021 Argentum Pflege Akademie GmbH, Peine) 01.01.2020
Tannenhof Fachpflegeheime GmbH, Bad Sachsa 01.01.2020
Seniorenheim "J.J. Kaendler" GmbH, Meißen 01.01.2020
Erste Argentum Real Estate GmbH, Hanau (seit 20.10.2021 Seniorenheim Haus Wellengrund GmbH, Hanau) 01.01.2020
Leben am Park GmbH, Hameln 01.01.2020
Pflegezentrum Breite Straße Hohenlockstedt GmbH, Hohenlockstedt 01.01.2020
Park Residenz Alfeld GmbH, Alfeld 01.02.2020
Haus im Kamp GmbH, Braunschweig 01.02.2020
Seniorenresidenz Alpenpanorama GmbH, Höchenschwand 01.03.2020
Seniorenresidenz Kylltalblick GmbH, Jünkerath 01.04.2020
NOBILIS Seniorenresidenz GmbH, Troisdorf 01.04.2020
Pflegeresidenz Rosengarten GmbH, Seitingen-Oberflach 01.05.2020
Argentum SEWO Pflege GmbH, Hanau (seit 20.10.2021 Seniorenresidenz Gau-Odernheim GmbH, Hanau) 23.04.2020
SSB Seniorenzentrum Lüstringen GmbH, Osnabrück 01.06.2020
SSB Seniorenzentrum Eversburg GmbH, Osnabrück 01.06.2020
AAP Nobilis Troisdorf GmbH, Troisdorf 28.04.2020
AAP Park Residenz Alfeld GmbH, Alfeld 28.04.2020
Senioren- und Pflegeresidenz Luisenheim GmbH, St. Blasien 01.08.2020
Argentum Komplementär GmbH, Hanau 03.06.2020
Seniorenresidenz am Moorweg GmbH, Delmenhorst 28.09.2020
Seniorenresidenz Alexandersfeld GmbH, Oldenburg 28.09.2020
Lebenszentrum Ottobeuren GmbH, Ottobeuren 01.10.2020
AAP Hameln GmbH, Hameln 20.08.2020
Argentum Services Niederrhein GmbH, Hanau 19.11.2020
Wohnresidenz am Merzpark GmbH, Merzenich 01.11.2020
Kochen mit Herz GmbH, Bad König 01.12.2020
Alten- und Pflegeheim Rosenhöhe GmbH, Bad König 01.12.2020
Alten- und Pflegeheim Zum Pfarrberg GmbH, Eppendorf 01.02.2021
Seniorenresidenz Pohlheim GmbH, Pohlheim 01.02.2021
Vita GmbH, Erbach 01.04.2021
Seniorenresidenz Ludwig-Steil Haus GmbH, Bochum 06.05.2021
Argentum Pflege und Wohnen GmbH, Peine 01.01.2020
Argentum Pflegewohnstift GmbH, Peine 01.01.2020
Seniorenheim Jenny Marx GmbH, Stendal 01.01.2020
Seniorenresidenz Bad Bramstedt GmbH, Bad Bramstedt 01.01.2020
AAP Am alten Elbarm GmbH, Dresden 01.09.2020
AAP Alte Kaserne Burg GmbH, Burg 01.09.2020
AAP Am Köhlerhof GmbH, Bad Bramstedt 01.09.2020

Im Folgenden sind die wichtigsten Posten der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung angegeben, die sich durch die Erweiterung des Konsolidierungskreises um die Alten- und Pflegeheim Zum Pfarrberg Eppendorf GmbH, Eppendorf, und die Vita GmbH, Erbach, ergeben:

Konzern gesamt Erstkonsolidierung Stand 31.12.2021 / Zeitraum Einbeziehung
TEUR TEUR
Anlagevermögen 40.396 238
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.841 226
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 4.108 140
Rückstellungen 9.558 192
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.181 63
Sonstige Verbindlichkeiten 6.426 325
Umsatzerlöse 115.074 4.082
Personalaufwand 83.842 2.457
Sonstige betriebliche Aufwendungen 45.337 1.016

C. Bilanzstichtag

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Dezember. Alle einbezogenen Konzernunternehmen haben zum 31. Dezember 2021 einen Jahresabschluss aufgestellt.

D. Konsolidierungsgrundsätze

Die Konsolidierung erfolgt entsprechend den Grundsätzen der §§ 300 ff HGB.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 S. 2 HGB nach der Neubewertungsmethode auf den Stichtag der erstmaligen Konsolidierung. Dabei erfolgt die Verrechnung der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten zum Zeitpunkt der jeweiligen erstmaligen Einbeziehung der Tochterunternehmen in den Konzernabschluss entspricht.

Die sich aus der Kapitalkonsolidierung ergebenden aktiven Unterschiedsbeträge werden gemäß § 301 Abs. 3 HGB als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

Aus der Kapitalkonsolidierung resultierende passive Unterschiedsbeträge werden gemäß § 309 Abs. 2 HGB ergebniswirksam aufgelöst, wenn die zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung erwarteten Aufwendungen oder Verluste eingetreten sind. Sofern passive Unterschiedsbeträge auf einen günstigen Gelegenheitskauf (sog. lucky buy) zurückzuführen sind, erfolgt eine Auflösung, wenn am Abschlussstichtag feststeht, dass sie einem realisierten Gewinn entsprechen.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt grundsätzlich auf den Erwerbsstichtag. Bei sukzessivem Erwerb erfolgt die Konsolidierung erst zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist.

Zwischenergebnisse werden eliminiert, sofern sie nicht für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind (§ 304 HGB).

Die Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303 Abs. 1 HGB durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen.

Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt gemäß § 305 Abs. 1 HGB zwischen den Konzernunternehmen durch Verrechnung der Umsatzerlöse, sonstigen betrieblichen Erträge und Zinserträge mit den entsprechenden Aufwendungen.

E. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die in den Konzernabschluss nach § 300 Abs. 2 HGB übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen angesetzt. Eine Anpassung nach § 308 Abs. 2 HGB erfolgte daher nicht.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten erfasst und werden - sofern abnutzbar - planmäßig entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren linear abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung.

Die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts erfolgt linear über eine Laufzeit von 10 Jahren. Zum Bilanzstichtag wird ein Niederstwerttest durchgeführt. Sollte eine dauerhafte Wertminderung vorliegen, wird eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Im Berichtsjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert vorgenommen.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt und werden - sofern abnutzbar - planmäßig entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. In die Herstellungskosten werden angemessene Teile der notwendigen Material-, Fertigungs- und Verwaltungsgemeinkosten einbezogen.

Für die Bemessung der linearen Abschreibungen werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Bauten und Außenanlagen: 10 bis 33 Jahre

Technische Anlagen: 10 bis 25 Jahre

Betriebs- und Geschäftsausstattung: 3 bis 12 Jahre

Bei Zugängen zu den Sachanlagen wird die Abschreibung pro rata temporis berücksichtigt. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten über EUR 250 und bis EUR 800 werden im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben. Sollte in Vorjahren für geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten über EUR 150 und bis EUR 1.000 ein Sammelposten gebildet worden sein, wird dieser Sammelposten im Jahr der Anschaffung und in den folgenden vier Geschäftsjahren jeweils mit einem Fünftel der Anschaffungskosten linear abgeschrieben. Am Ende desjenigen Geschäftsjahres, in dem der Sammelposten vollständig abgeschrieben ist, wird im Anlagenspiegel ein Abgang gezeigt.

Beteiligungen und Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten innerhalb des Finanzanlagevermögens angesetzt. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Sofern die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen, erfolgt eine Zuschreibung bis maximal zu den Anschaffungskosten.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit den Anschaffungs- und/oder Herstellungskosten aktiviert und unter Berücksichtigung von Bewertungsvereinfachungsverfahren des sowie dem ggf. niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Abschreibungen auf den beizulegenden Wert werden durch die Bildung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen vorgenommen.

Liquide Mittel werden mit ihrem Nennwert ausgewiesen.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden für geleistete Zahlungen gebildet, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Latente Steuern werden für alle temporären und quasi-permanenten Differenzen zwischen steuerlichen und handelsrechtlichen Wertansätzen nach § 274 HGB im Einzelabschluss und zwischen Handelsbilanz I und II im Konzernabschluss nach § 306 HGB. ermittelt. Dies gilt auch für aufgedeckte stille Reserven im Rahmen der Kapitalkonsolidierung. Ausgenommen hiervon sind bei der Kapitalkonsolidierung aufgedeckte originäre Geschäfts- oder Firmenwerte und sogenannte outside basis differences (§ 306 Satz 4 HGB). Aktive latente Steuern werden auch für steuerliche Verlustvorträge berechnet, die auf der Grundlage der aktuellen Unternehmensplanungen in einem Zeitraum von bis zu 5 Jahren genutzt werden können. Die latenten Steuern werden auf der Basis der Steuersätze ermittelt, die nach derzeitiger Rechtslage zum Realisationszeitpunkt voraussichtlich zur Anwendung kommen. Aufgrund der ganz überwiegend gewerbesteuerbefreiten Tätigkeiten des Konzerns erfolgt die Berechnung der latenten Steuern mit dem aktuellen Körperschaftsteuersatz (15 %) unter Berücksichtigung des Solidaritätszuschlags (5,5 % der Körperschaftsteuer). Aktive und passive Steuerlatenzen werden miteinander saldiert. Sofern sich ein Überhang an aktiven Steuerlatenzen ergibt, erfolgt entsprechend dem Wahlrecht des § 274 Abs. 1 HGB kein Ansatz der aktiven latenten Steuern.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennbetrag bilanziert.

Als Kapitalrücklage wird der Betrag ausgewiesen, der bei der Ausgabe von Anteilen über den Nennbetrag hinaus erzielt wird. Ferner werden Einzahlungen der Gesellschafter hier ausgewiesen.

Zuwendungen Dritter, die im Zusammenhang mit der Beschaffung von Anlagegegenständen gewährt werden, werden in einen gesonderten Passivposten "Sonderposten für Investitionszuschüsse" eingestellt. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgt parallel zu den Abschreibungen des Investitionsgutes.

Bei der Bildung der Steuerrückstellungen und der sonstigen Rückstellungen werden alle ungewissen Verbindlichkeiten, drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und innerhalb der nächsten drei Monate nachzuholende im Geschäftsjahr 2021 unterlassene Instandhaltungen berücksichtigt. Die Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Gewährte Einrichtungszuschüsse von Vermietern werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Erfolgt die Anschaffung der bezuschussten Einrichtungsgegenstände, wird eine Verrechnung mit den Anschaffungskosten vorgenommen.

Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

F. Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Konzernanlagevermögens ist in der Anlage zum Konzernanhang dargestellt.

Der zum Bilanzstichtag ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert resultiert in voller Höhe aus der Erstkonsolidierung der Tochterunternehmen. Hierauf entfallen im Berichtsjahr planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 3.570. Außerplanmäßige Abschreibungen wurden im Berichtsjahr nicht vorgenommen.

Vorräte

Das zum Bilanzstichtag ausgewiesene Vorratsvermögen betrifft in Höhe von TEUR 495 pflegemedizinischen Bedarf.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Ansprüche gegenüber Pflegekassen aufgrund von coronabedingten Mehraufwendungen und Mindereinnahmen sowie Erstattungen im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Durchführung von Coronatests betragen zum Bilanzstichtag TEUR 2.680 (Vorjahr: TEUR 3.070).

Liquide Mittel

Die ausgewiesenen liquiden Mittel in Höhe von TEUR 4.108 (Vorjahr: TEUR 10.908) enthalten nicht frei verfügbare Guthaben in Höhe von TEUR 1.150 (Vorjahr: TEUR 864). Diese betreffen in Höhe von TEUR 460 hinterlegte Mietsicherheiten und in Höhe von TEUR 690 Verwahrgelder.

Eigenkapital

Im Berichtsjahr wurde die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 bis 4 HGB aufgrund von Einzahlungen der Gesellschafter um TEUR 2.500 auf TEUR 31.423 erhöht.

Passiver Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung

Im Berichtsjahr wurde der im Rahmen der Erstkonsolidierung entstandene passive Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 273 aufgelöst.

Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag betreffen die Veranlagungszeiträume 2020 und 2021.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen überwiegend Personalrückstellungen, insbesondere für Urlaub, Überstunden und Prämien sowie Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen und mögliche Rückzahlungsverpflichtungen.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind durch branchenübliche Eigentumsvorbehalte besichert.

Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 65.823,82 104.925,62
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 25.520,22 40.202,99
- davon mit einer Restlaufzeit über ein Jahr und bis fünf Jahre 40.303,00 64.722,63
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 0,00 0,00
2. Erhaltene Anzahlungen 25.571,05 50.571,05
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 25.571,05 50.571,05
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.180.705,87 5.920.846,65
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 6.180.705,87 5.920.846,65
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 28.553.219,12 24.338.371,67
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 28.553.219,12 24.338.371,67
5. Sonstige Verbindlichkeiten 6.426.335,47 7.577.173,11
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 5.550.139,22 7.199.522,98
- davon mit einer Restlaufzeit über ein Jahr und bis fünf Jahre 0,00 7.455,00
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 876.196,25 370.195,13
- davon aus Steuern 642.575,76 502.506,83
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 38.042,25 60.021,07

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern resultieren in voller Höhe aus der Gewährung verzinslicher Darlehen einschließlich Zinsen.

Umsatzerlöse

Von den Umsatzerlösen betreffen TEUR 72.789 (Vorjahr: TEUR 57.925) Pflegeleistungen, TEUR 19.902 (Vorjahr: TEUR 16.177) Erträge aus Unterkunft und Verpflegung, TEUR 18.229 (Vorjahr: TEUR 16.083) Erträge aus der gesonderten Berechnung von Investitionskosten, TEUR 1.576 Erträge aus Betreuungsleistungen nach SGB XII und TEUR 875 (Vorjahr: TEUR 208) auf Erträge aus betreutem Wohnen.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen des Berichtsjahres sind EUR 13,3 Mio. (Vorjahr: EUR 8,4 Mio.) aus der Erstattung von coronabedingten Mehraufwendungen und Mindereinnahmen nach § 150 SGB XI sowie EUR 4,2 Mio. aus der Erstattung von Aufwendungen im Zusammenhang mit der Anschaffung und Durchführung von Coronatests enthalten.

Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 800 (Vorjahr: TEUR 605) enthalten, die insbesondere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen betreffen. Von sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind TEUR 1.195 (Vorjahr: 2.035) periodenfremd. Diese resultieren im Wesentlichen aus Erhöhung der Wertberichtigungen, Abschreibungen auf Forderungen sowie Verlusten aus dem Abgang von Anlagevermögen.

G. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und außerbilanzielle Geschäfte

Die Aufwendungen aus Miet- und Pachtverträgen werden im Geschäftsjahr 2022 voraussichtlich EUR 24,8 Mio. betragen. Für die Mietverträge beläuft sich der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen auf EUR 410,2 Mio.

Darüber hinaus bestehen im Geschäftsjahr 2021 diverse Leasingverträge für Betriebs- und Geschäftsausstattung und für Fahrzeuge. Diese Leasingverträge dienen der mittelfristigen Verbesserung der Liquiditätssituation. Der Bruttobetrag für die außerbilanziellen Geschäfte beträgt für das Jahr 2022 voraussichtlich EUR 1,1 Mio. und für die Folgejahre weitere EUR 2,2 Mio. Vorteile bestehen u. a. in der kurzen Vertragsbindung, da die Ausstattung bei eintretendem technischem Fortschritt in bestimmten Fällen ausgetauscht werden kann. Risiken bestehen in der unkündbaren Grundmietzeit sowie den grundsätzlich höheren Refinanzierungskosten.

Insbesondere für die Ausstattung neuer Pflegeeinrichtungen sowie diverse Baumaßnahmen wurden im Berichtsjahr Bestellungen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von EUR 2,0 Mio. ausgelöst.

Haftungsverhältnisse

Zum Ende des Geschäftsjahres betrugen die Verpflichtungen aus Bürgschaften TEUR 326 (i. Vj. TEUR 326) und aus Mietavalen TEUR 141 (i. Vj. TEUR 141).

Auf Grund der geplanten Entwicklung wird nicht mit einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen ausgegangen.

Finanzmittelfonds

Der Finanzmittelfonds der Kapitalflussrechnung entspricht dem Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten abzüglich kurzfristiger Kontokorrentverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 0, Vorjahr TEUR 13).

Die in den Finanzmittelfonds einbezogenen Mittel in Höhe von TEUR 4.108 (Vorjahr: TEUR 10.908) enthalten nicht frei verfügbare Guthaben in Höhe von TEUR 1.150 (Vorjahr: TEUR 864). Diese betreffen in Höhe von TEUR 460 hinterlegte Mietsicherheiten und in Höhe von TEUR 690 Verwahrgelder.

Latente Steuern

Zum Bilanzstichtag bestehen temporäre Differenzen bei sonstigen Rückstellungen in Höhe von EUR 0,9 Mio., woraus EUR 0,1 Mio. passive latente Steuern resultieren. Diesen stehen aktive latente Steuern, insbesondere aus einem im Jahresabschluss der Argentum Pflegewohnstift GmbH ausgewiesenen originären Geschäfts- und Firmenwert, in Höhe von EUR 0,3 Mio. gegenüberüber. Weiterhin bestehen zum Bilanzstichtag körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 33,0 Mio., für die in Höhe des in den nächsten 5 Jahren geplanten Gewinns weitere aktive latente Steuern anzusetzen sind. Die nach Saldierung mit den passiven latenten Steuern verbleibenden aktiven latenten Steuern werden nach § 274 Abs. 1 HGB in der Konzernbilanz nicht ausgewiesen.

Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr 2021 waren im Konzern durchschnittlich 2.743 (Vorjahr: 2.131) Arbeitnehmer beschäftigt. Von den Arbeitnehmern sind 1.673 Pflegekräfte und 274 Betreuungskräfte und 796 sonstige Arbeitnehmer.

Geschäftsführung

Der Geschäftsführung gehörten im Geschäftsjahr an:

Herr Henrik Onne Bodenstab, Hamburg, Strategischer Geschäftsführer

Herr Alexander Bart, Hanau (ab 6. Februar 2020 bis 14. Juli 2021), Operativer Geschäftsführer

Herr Michael Thanheiser, Peine, Operativer Geschäftsführer

Herr Etienne Maurer, Hanau (seit 14. Februar 2022), Kaufmännischer Geschäftsführer

Herr Jens Brettschneider, Hanau (seit 24. März 2022), Geschäftsführer Bauentwicklung und Expansion

Vergütung Geschäftsführung

In Bezug auf die Geschäftsführervergütung wird von der Schutzklausel nach § 314 Abs. 3 HGB i.V.m § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Beirat

Dem Beirat gehörten im Geschäftsjahr an:

Herr Henrik Onne Bodenstab, Hamburg

Herr Dr. Ulrich Wandschneider, Hamburg

Herr Phil Wiese, London

Honorar des Konzernabschlussprüfers

Das vom Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete oder zu berechnende Honorar beträgt:

- für die Abschlussprüfungsleistungen TEUR 129
- für andere Bestätigungsleistungen TEUR 18

Konzernzugehörigkeit

Die Anteile des Mutterunternehmens werden von der Zweite Pflege Familien-Holding S.A., Luxemburg, gehalten.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Seit Beginn des Jahres 2022 besteht der Ukraine-Konflikt. Die Chancen und Risiken daraus sind derzeit schwer abzuschätzen und nur sehr schwierig zu kalkulieren.

Bezüglich der Einzelheiten verweisen auf unseren Lagebericht.

Es sind nach Abschluss des Geschäftsjahres 2021 keine weiteren wesentlichen Ereignisse eingetreten, die das im vorliegenden Konzernabschluss vermittelte Bild von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beeinflussen und somit wesentliche Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf des Konzerns haben werden.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung des Mutterunternehmens schlägt vor, den Jahresfehlbetrag der Muttergesellschaft in Höhe von EUR 197.147,73 auf neue Rechnung vorzutragen.

Aufstellungs-, Prüfungs- und Offenlegungserleichterungen

Die nachfolgend aufgeführten Gesellschaften machen von der Befreiung der §§ 264 Abs. 3 HGB (Inanspruchnahme von Erleichterungen bei der Aufstellung, Prüfung und Offenlegung von Jahresabschlüssen) Gebrauch: Argentum Holding GmbH, Argentum Services GmbH, Argentum ambulanter Dienst GmbH (seit 7. Januar 2021 Argentum Pflege Akademie GmbH), Tannenhof Fachpflegeheime GmbH, Seniorenheim "J.J. Kaendler" GmbH, Erste Argentum Real Estate GmbH (seit 20.10.2021 Seniorenheim Haus Wellengrund GmbH), Leben am Park GmbH, Pflegezentrum Breite Straße Hohenlockstedt GmbH, Park Residenz Alfeld GmbH, Haus im Kamp GmbH, Seniorenresidenz Alpenpanorama GmbH, Seniorenresidenz Kylltalblick GmbH, NOBILIS Seniorenresidenz GmbH, Pflegeresidenz Rosengarten GmbH, Argentum SEWO Pflege GmbH (seit 20.10.2021 Seniorenresidenz Gau-Odernheim GmbH), SSB Seniorenzentrum Lüstringen GmbH, SSB Seniorenzentrum Eversburg GmbH, AAP Nobilis Troisdorf GmbH, AAP Park Residenz Alfeld GmbH, Argentum Komplementär GmbH, Seniorenresidenz am Moorweg GmbH, Senioren- und Pflegeresidenz Luisenheim GmbH, Seniorenresidenz Alexandersfeld GmbH, Lebenszentrum Ottobeuren GmbH, AAP Hameln GmbH, Argentum Services Niederrhein GmbH, Wohnresidenz am Merzpark GmbH, Kochen mit Herz GmbH, Alten- und Pflegeheim Rosenhöhe GmbH, Argentum Pflege und Wohnen GmbH, Argentum Pflegewohnstift GmbH, Seniorenheim Jenny Marx GmbH, Seniorenresidenz Bad Bramstedt GmbH, AAP Am alten Elbarm GmbH, AAP Alte Kaserne Burg GmbH, AAP Am Köhlerhof GmbH, Alten- und Pflegeheim Zum Pfarrberg Eppendorf GmbH, Seniorenresidenz Pohlheim GmbH, Vita GmbH und Seniorenresidenz Ludwig-Steil Haus GmbH.

 

Hamburg, den 18. August 2022

Henrik O. Bodenstab, Geschäftsführer

Michael Thanheiser, Geschäftsführer

Etienne Maurer, Geschäftsführer

Jens Brettschneider, Geschäftsführer

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2021 Zugänge Konsoliderungskreis 2021 Zugänge
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögens- gegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software 787.080,67 25.457,78 245.161,47
2. Geschäfts- oder Firmenwert 32.518.110,63 0,00 3.159.294,66
33.305.191,30 25.457,78 3.404.456,13
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 11.685.383,86 245.265,29 87.061,51
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.056.144,52 4.758,77 81.084,35
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.261.408,19 549.191,98 3.462.779,60
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 560.910,00 0,00 265.346,84
27.563.846,57 799.216,04 3.896.272,30
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 1.743,78 350,00 0,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 260,00 0,00 0,00
2.003,78 350,00 0,00
60.871.041,65 825.023,82 7.300.728,43
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Abgänge Um- buchungen 31.12.2021
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögens- gegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software 51.660,29 0,00 1.006.039,63
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 35.677.405,29
51.660,29 0,00 36.683.444,92
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.305,35 0,00 12.009.405,31
2. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 0,00 1.141.987,64
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 671.622,98 229.311,10 17.831.067,89
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 568,71 -229.311,10 596.377,03
680.497,04 0,00 31.578.837,87
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,00 0,00 2.093,78
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 260,00
0,00 0,00 2.353,78
732.157,33 0,00 68.264.636,57
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2021 Zugänge Konsoliderungskreis 2021 Abschrei- bungen des Geschäfts- jahres Abgänge 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögens- gegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software 504.768,81 25.452,78 182.591,85 51.654,29 661.159,15
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.713.625,94 0,00 3.569.982,88 0,00 6.283.608,82
3.218.394,75 25.452,78 3.752.574,73 51.654,29 6.944.767,97
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.742.639,26 101.173,55 171.538,25 7.424,35 10.007.926,71
2. Technische Anlagen und Maschinen 886.961,52 4.679,77 30.900,35 0,00 922.541,64
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.400.494,39 437.951,17 1.613.455,61 458.277,52 9.993.623,65
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 165,41 0,00 165,41
19.030.095,17 543.804,49 1.816.059,62 465.701,87 20.924.257,41
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
22.248.489,92 569.257,27 5.568.634,35 517.356,16 27.869.025,38
Buchwert
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögens- gegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software 344.880,48 282.311,86
2. Geschäfts- oder Firmenwert 29.393.796,47 29.804.484,69
29.738.676,95 30.086.796,55
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.001.478,60 1.942.744,60
2. Technische Anlagen und Maschinen 219.446,00 169.183,00
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.837.444,24 5.860.913,80
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 596.211,62 560.910,00
10.654.580,46 8.533.751,40
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 2.093,78 1.743,78
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 260,00 260,00
2.353,78 2.003,78
40.395.611,19 38.622.551,73

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021

1. Allgemeine Angaben

Die Argentum Pflege Holding GmbH wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 17. September 2019 gegründet und hat ihren Sitz in Hanau. Die Gesellschaft übt seit dem 1. Januar 2020 die Tätigkeit der Holding und damit der Obergesellschaft des seitdem durch vielfache Akquisitionen entstandenen Konzernkreises aus. Sämtliche Konzerngesellschaften werden zu 100 % gehalten.

2. Unternehmensgruppe und Geschäftsmodell

Die Argentum Pflege Holding GmbH (im Folgenden: Argentum Gruppe) verfügt zum Stichtag des 31. Dezembers 2021 über insgesamt 42 Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen, Betreutem Wohnen, Intensivpflege Wohngemeinschaften sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe, mit einer Gesamtkapazität von rd. 4.000 Betten.

Das Wesentliche durch Zukauf bedingte Wachstum der Argentum Gruppe erfolgte im Jahr 2020, mit der Übernahme der DPUW Deutsche Pflege und Wohnen GmbH (14 Einrichtungen) sowie dem weiteren Erwerb von 12 Tochtergesellschaften, infolgedessen erstmals die Größenkriterien zur Erstellung eines Konzernabschlusses überschritten wurden. Ein weiteres Wachstum ist durch Neugründungen zur Übernahme von ambulanter Pflege sowie neu eröffneter Einrichtungen der stationären Pflege und des betreuten Wohnens innerhalb des Geschäftsjahres 2020 und 2021 erfolgt. Im Geschäftsjahr 2021 ist die Argentum Gruppe um insgesamt 6 Einrichtungen (operative Pflegebetriebe) gewachsen. Während 5 Einrichtungen bereits ihre Unternehmensaktivitäten zum 31. Dezember 2021 aufgenommen hatten, folgte eine Einrichtung erst Anfang 2022.

Die zentrale Übernahme der Finanzbuchführung erfolgt durch die seit dem Jahr 2019 bestehende Argentum Services GmbH, während die operative Steuerung der Argentum Gruppe durch die Holdinggesellschaften Argentum Holding GmbH sowie die Argentum Pflege und Wohnen GmbH erfolgt.

Die Argentum Gruppe ist ausschließlich innerhalb Deutschlands, mit einem aktuellen Regionsschwerpunkt in Niedersachen, an folgenden Standorten vertreten:

Baden-Württemberg 3
Hessen 3
Berlin 1
Niedersachsen 14
Nordrhein-Westfalen 4
Rheinland-Pfalz 2
Sachsen 7
Sachsen-Anhalt 5
Schleswig-Holstein 2
Bayern 1

Die Argentum Gruppe bietet neben der vollstationären Pflege, Tagespflege, ambulante Pflege, Betreutes Wohnen sowie außerklinische Intensivpflege an.

Im Bereich Neubauten sind auch für das Geschäftsjahr 2022 weitere Standorte in der Entstehungs- und Eröffnungsphase. Diese Projekte umfassen die Leistungen der vollstationären Pflegebetreuung, betreute Wohnungen, Tagespflege sowie außerklinische Intensivpflege.

Im Ranking der 30 größten Pflegeheimbetreiber in Deutschland für das Jahr 2022 nimmt die Argentum Gruppe Platz 19 (Vorjahr Platz 22) ein. 1

1 Quelle: https://www.pflegemarkt.com/2021/12/16/liste-der-30-groessten-pflegeheimbetreiber-2022

Aufgrund von Neuorganisationen zentraler Prozesse und Systeme hat die Argentum Gruppe im Geschäftsjahr 2021 das starke Wachstum der Vergangenheit nicht in dem Maße des Geschäftsjahres 2020 fortgesetzt. Für die Zukunft ist insbesondere im Zusammenhang mit der weiteren Konsolidierung des Pflegemarktes eine Fortsetzung der Wachstumsstrategie erklärtes Ziel der Argentum Gruppe.

Zum Jahresende 2021 beschäftigt die Argentum Gruppe insgesamt 2.794 Mitarbeiter.

3. Gesamtwirtschaftliche branchenbezogene Rahmenbedingungen

Bedingt durch den demografischen Wandel kann der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum sowie der Nachfrageüberhang nach Pflege- und Betreuungsleistungen aktuell in Deutschland nicht ausreichend gedeckt werden. Die in den letzten Jahren überproportional stark angestiegene Nachfrage nach stationären Pflegeplätzen und die damit verbundene Pflegebedürftigkeit der Bevölkerung in Deutschland ist von 2,5 Mio. Menschen im Jahr 2011 auf 4,1 Mio. Menschen im Jahr 2019 gestiegen. Jüngste Prognosen erwarten für das Jahr 2021 eine Anzahl von rd. 4,6 Mio. pflegebedürftigen Menschen in Deutschland.

Eine Fortsetzung dieser Entwicklung lässt sich auch im Zusammenhang mit den aktuell vorgestellten ersten mittelfristigen Ergebnissen der Bevölkerungsvorausberechnung vom 30. September 2021 konstatieren, in der die geschätzte Zahl der Personen im Alter ab 67 Jahren zwischen 2020 und 2035 um 22 % von 16 Millionen auf voraussichtlich 20 Millionen steigen wird. Dies bestätigt die Ergebnisse der zuletzt vorgestellten 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung, die das statistische Bundesamt (destatis) Mitte 2019 vorstellte, in der man das Wachstum dieser Altersgruppe langfristig auf mindestens 21 Millionen abschätzt, um dann bis 2060 relativ stabil zu bleiben.

Auch wenn die Corona-Pandemie vor allem die Sterblichkeit und Wanderung beeinflusst hat, blieb die Lebenserwartung zuletzt nahezu unverändert. In den westlichen Flächenländern schreitet die Alterung hierbei deutlich schneller voran, wodurch die Zahl der Menschen im Rentenalter in den nächsten 15 Jahren mit einem Plus von 25 % besonders stark zunehmen wird. In den ostdeutschen Flächenländern, in denen bereits heute die durchschnittliche Bevölkerung deutlich älter als im Westen ist, wird ein Anstieg der Personengruppe ab 67 Jahren bis 2035 um 13 % und 14 % prognostiziert. Mit einem ähnlichen Anstieg von 12 % bis 13 % ist auch bei den Stadtstaaten zu rechnen. 2

2 Quelle: Statistisches Bundesamt 2020, Pflegestatistik 2019; Pflege-Dschungel.de: Pflege in Deutschland 2021;Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 459 vom 30. September 2021; Bund - Länder, Demografie Portal - Anzahl der Pflegebedürftigen nach Altersgruppen, 1999-2060; Deutsches Krankenhaus Institut, Situation und Entwicklung der Pflege bis 2030

In einer Aussicht, die durch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung beauftragt wurde, zeigt die nachfolgende Grafik den Bedarf an potenziellen Pflegeplätzen dieser Altersgruppen.

Während gut drei Viertel aller Pflegebedürftigen lt. letzter Erhebung (Stand September 2019) zuhause versorgt werden, stehen dem aktuellen Bedarf rd. 11.700 vollstationäre Alten- und Pflegeheime, in denen ca. 915.000 Pflegeplätze angeboten werden, gegenüber.

Auf Basis von Auswertungen der Immobilienberatung Wüest Partner, veröffentlicht in dem Pflegeheim Atlas 2021, besteht nachfolgender demografisch bedingter zusätzlicher Pflegplatzbedarf:

2019 bis 2030: zwischen 66.100 und 82.700 neue Pflegeheimplätze

2019 bis 2035: zwischen 125.800 und 157.300 neue Pflegeheimplätze

2019 bis 2040: zwischen 184.600 und 230.900 neue Pflegeheimplätze

Auf Basis dieser Auswertungen und der dargestellten demografischen Entwicklung in Deutschland ist und bleibt der deutsche stationäre Pflegeheimmarkt an Pflegeheimplätzen unterversorgt. 3

3 Quelle: Pflegemarkt.com: Anzahl und Statistik der Altenheime in Deutschland;Statistisches Bundesamt, Zahl der Woche Nr. 36 vom 3. September 2019; Wuest Partner, Pflegeheim-Atlas Deutschland 2021;

Gesetzliche Änderungen und coronabedingte Einschränkungen:

Auch das Geschäftsjahr 2021 war durch die COVID-19-Panademie geprägt, die weitreichenden Auswirkungen auf das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Deutschland sowie der unmittelbar stark betroffenen Pflegebranche hatte. Die direkten Folgen unterschiedlich starker Pandemiewellen und entsprechende Ausbruchsgeschehen in den Pflegeeinrichtungen in Deutschland, führten weiterhin zu deutlichen operativen Einschränkungen.

Die am 27. März 2020 beschlossenen Gesetzgebungen "Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" sowie die zweite, dritte und vierte Erweiterung des Gesetzes, die zuletzt am 22. April 2021 verkündet wurde, fanden entsprechend unverändert Anwendung. Die hieraus resultierenden Regelungen und beschlossenen Ausgleichsleistungen des Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetzes (150 Abs. 2 SGB XI), zur Kostenerstattung von außerordentlich anfallenden Mehraufwendungen sowie Mindereinnahmen, die nicht anderweitig finanziert werden, wurden infolgedessen weiter fortgeführt und milderten den Schaden für die Gesamtbranche weiter ab.

Die darüber hinaus bestehenden Erstattungsansprüche auf Ausgleichszahlungen im Zusammenhang der Durchführung von Coronatests, die erstmalig in der Festlegung des GKV-Spitzenverbandes nach § 7 Absatz 2 TestV zum Ausgleich der durch die Coronavirus-Testverordnung anfallenden außerordentlichen Aufwendungen für Pflegeeinrichtungen und Angebote zur Unterstützung im Alltag (Kostenerstattungs-Festlegungen TestV) zum 13. November 2020 gefasst wurden, sind mit der letzten Änderung vom 10. Januar 2022 erneut bestätigt worden. Die Kosten für die Testungen des Pflegepersonals sowie der Bewohner werden durch sog. Sachkostenpauschalen sowie Durchführungspauschale in Abhängigkeit der aktuell genehmigten Testmengen erstattet. 4

4 Kostenerstattungs-Festlegungen TestV vom 10. Januar 2022; Bundesministerium für Gesundheit, Eckpunktepapier Pflegereform 2021 vom 4. November 2020;

Die derzeitig bestehende Laufzeit der Corona-Wirtschaftshilfen wurde bis mindestens zum 30. Juni 2022 bestätigt. 5

5 Bundesfinanzministerium, Pressemitteilung vom 16. Februar 2022: Corona-Wirtschaftshilfen werden als Absicherungsinstrument bis Ende Juni 2022 verlängert - Bewährte Programmbedingungen werden fortgesetzt

Der Bundestag hat zum 10. Dezember 2021 die Impflicht für Personal in Gesundheitsberufen und Berufen, die Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen betreuen, zur Stärkung der Impfprävention gegen Covid-19 und zur Änderung weiterer Vorschriften im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie verabschiedet. Die Regelungen sehen für das bestehende Personal vor, dass alle Mitarbeiter bis zum 15. März 2022 einen Nachweis über ihren vollständigen Impfschutz oder einer Genesung nach aktuellen Regelungen vorlegen müssen. Alle neu einzugehende Tätigkeitsverhältnisse können ab dem 16. März 2022 nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises geschlossen werden. 6 Mitarbeiter ohne Impfnachweis müssen von den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen eigenverantwortlich an das Bundesgesundheitsministerium bis zum 16. März 2022 gemeldet werden. Eine verpflichtende Maßnahme der Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen bei Nichterfüllung der Nachweispflicht (z.B. Freistellung von Bestandspersonal) ergibt sich aus den gesetzlichen Regelungen bislang nicht. Die Handlungsanweisung erfolgt nach einzelfallspezifischer Prüfung durch das Bundesgesundheitsministerium und den regionalen Gesundheitsämtern, unter Berücksichtigung der einrichtungsspezifischen Personalsituation. 7

6 Quelle: Deutscher Bundestag, Lesung vom 10. Dezember 2021, Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal ab 15. März beschlossen;

7 https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2022/Impfpflicht-Gesundheit-Hintertuer-fuer-Ungeimpfte,impfpflicht244.html;

Das durch das Bundesministerium für Gesundheit bereits zum 4. November 2020 veröffentlichte Eckpunktepapier der Pflegereform 2021/2022 ist in angepasster Form durch das Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) zum 11. Juli 2021 umgesetzt worden. Die wesentlichen Änderungen betreffen hierbei:

1) die Entlastung der Eigenanteile von pflegebedürftigen, die durch einen gestaffelten Leistungszuschlag in Abhängigkeit der stationären Pflegezeit berechnet werden - Anwendung zum 1. Januar 2022,

2) die Anpassung der Entlohnung von Pflege- und Betreuungskräfte in Anlehnung oder dem Beitritt zu Tarif oder kirchenarbeitsrechtlichen Regelungen sowie alternativ die Bezahlung eines Mindestentgeltes in Abhängigkeit des durchschnittlich regionalen Entgeltes - ab dem 1. September 2022 (Tariftreueregelung) und

3) Überarbeitung des Personalbemessungsverfahren zur Vereinheitlichung bundesweiter Personalschlüssel, zur Entlastung des Personalbedarfs von Pflegefachkräften - ab dem 1. Juli 2023. 8

8 Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz - GVWG vom 11. Juli 2021;

Bereits kurz nach Beschluss des GVWG ist im September 2021 durch die Arbeitgeberverbände der privaten Pflegeanbieter, Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB), Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) und der bpa Arbeitgeberverband, Verfassungsbeschwerde gegen die gesetzlichen Tariftreueregelungen beim Bundesverfassungsgericht erhoben worden. Erneuert wurde diese Beschwerde zuletzt in einem ergänzenden Schriftsatz aus dem Mai 2022, in welchem die intransparenten Rahmenbedingungen sowie politischen Versäumnisse eine Unzumutbarkeit der Umsetzung zu Lasten aller Pflegeeinrichtungen in Deutschland konstatiert. Wann eine Entscheidung zu der geforderten Aussetzung oder Verschiebung der Tariftreueregelung erfolgt, ist bis dato nicht absehbar. 9

9 Bpa, VDAP, Presseinformation vom 13. Mai 2022, Chaotische und verantwortungslose Umsetzung der Tarifplicht in Pflegeeinrichtungen beschäftigt auch das Bundesverfassungsgericht

4. Geschäftsverlauf

Das Konzerngeschäftsjahr 2021 war erneut im Wesentlichen durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Die hierdurch bedingten Einschränkungen führten mehrheitlich zu einer zurückhaltenderen Nachfrage einrichtungsbezogener Pflegebetreuungen. Dies führte in vereinzelten Pflegeheimen zu Bewohnerrückgängen, insbesondere im Zusammenhang der Quarantänepflichten, Isolierungsstationen und Ausweitung erforderlicher personeller wie auch sachlicher Schutzmaßnahmen, teilweise begleitet von erkranktem Personal. Das erforderliche Pflegepersonal musste zum Teil auch weiterhin durch Leiharbeitnehmer, die erst wieder in den Prozess einzuarbeiten waren, aufgefangen werden.

Die Bettenkapazität beläuft sich zum 31. Dezember 2021 auf 3.675 Pflege-Betten*. 10 Die durchschnittliche Belegungsquote lag unter Berücksichtigung der Pandemie und der damit verbundenen Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb der Argentum Gruppe durchschnittlich bei rd. 80 %. Der konzernweite durchschnittliche Pflegegrad lag für das Geschäftsjahr 2021 durchgehend bei rd. 3,3. Über die gesamte Argentum Gruppe hinweg ist damit ein Aufbau von über 300 Bewohnern im vollstationären Pflegebereich zu verzeichnen, wovon 204 Bewohner aus den im Laufe des Jahres neu eröffneten bzw. durch Zukauf hinzugewonnen Pflegeeinrichtungen stammen. Die Argentum Gruppe hat damit, trotz der enormen Herausforderungen der Branche, eine Belegungssteigerung im vollstationären Pflegesegment vollzogen.

10 Darstellung ohne das zum 31. Januar 2022 geschlossene Seniorenheim Bessemerstraße in Berlin (199 vollstationäre Pflegeplätze)

Neben der stationären Pflege baute die Argentum Gruppe ebenfalls den Bereich des Betreutes Wohnens, insbesondere im Neubaubereich, aus. Bis Ende Dezember 2021 entstand so ein Angebot von nunmehr 343 Wohneinheiten.

Während des Geschäftsjahres 2021 wurden vielfach Pflegesatzerhöhungen verhandelt, die ihre vollständige umsatzsteigernde Wirkung erst im Geschäftsjahr 2022 entfalten werden.

Die mit den Kostenträgern vereinbarten Personalschlüssel sowie die Fachkraftquoten wurden weitgehend eingehalten. Soweit die notwendige Fachkraftquote nicht erreicht werden konnte, erfolgten so lange im Wesentlichen freiwillige Belegungsstopps oder der kurzfristige Einsatz von Fremdpersonal.

Das Vermögen der Argentum Gruppe umfasst zum 31. Dezember 2021 TEUR 51.917 und ist weitgehend gesellschafterfinanziert. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestanden zum Geschäftsjahresende in Höhe von TEUR 66. Während des Konzerngeschäftsjahres 2021 wurde die Gesellschaft mit weiteren Gesellschaftermitteln in Eigen- und Fremdkapital, im Gesamtumfang von TEUR 5.000 ausgestattet. Die Argentum Holding GmbH erwarb als 100 % Tochtergesellschaft der Argentum Pflege Holding GmbH im Konzerngeschäftsjahresverlauf zwei bestehende Einrichtungen (die Vita GmbH, Erbach, sowie die Alten- und Pflegeheim "Zum Pfarrberg" Eppendorf GmbH, Eppendorf) und nahm den Betrieb von drei Neueröffnungen (die Wohnresidenz am Merzpark GmbH, Merzenich, die Seniorenresidenz Alexandersfeld GmbH, Oldenburg sowie die Seniorenresidenz am Moorweg GmbH, Delmenhorst) auf. Der erst im Dezember 2021 übernommene Neubaustandort in Pohlheim (Seniorenresidenz Pohlheim GmbH, Pohlheim) hat seinen operativen Betrieb im Februar 2022 erfolgreich aufgenommen, während die für November 2021 geplante Inbetriebnahme des Neubaustandortes Bochum-Wattenscheid (Seniorenresidenz Ludwig-Steil-Haus GmbH, Bochum) auf Anfang 2022 verschoben wurde. Weiterhin sind sämtliche Gesellschaften des Konzernkreises im 100 %igen Anteilsbesitz der Argentum Gruppe.

Insgesamt erzielte die Argentum Gruppe bei einer Gesamtleistung von EUR 136,5 Mio. und Umsatzerlösen von EUR 115,1 Mio. ein unbereinigtes EBITDA von EUR -13,4 Mio. Unter der Berücksichtigung außergewöhnlicher Effekte, wie der indirekten nicht aktivierbaren Kosten der Übernahme von Beteiligungen sowie Integrationskosten neuer Standorte, notwendiger nicht aktivierbarer Renovierungs- und Revitalisierungsaufwendungen, der Korrektur des Mehraufwandes durch Personalüberschlüsselung und Fremdpersonalreduzierung sowie der Adjustierung der nicht durch die Corona Mindereinnahmen gem. § 150 SGB XI gedeckten Ausgleichszahlungen im Zusammenhang der bestehenden Belegungshemmnisse, ergibt sich ein bereinigtes EBITDA von EUR 3,2 Mio.

5. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns

Ertragslage

Die wesentliche Steuerungsgrößen innerhalb der Argentum Gruppe sind die Umsatzerlöse und das (unbereinigte) EBITDA.

Die Umsatzerlöse betrugen im Geschäftsjahr EUR 115,1 Mio. und sind damit im Vergleich zum Vorjahr um EUR 23,0 Mio. (25 %) gestiegen, liegen aber dennoch unter den geplanten Umsatzerlösen i.H.v. EUR 124,5 Mio. Die Entwicklung der Umsatzerlöse wurde im Wesentlichen durch die neu verhandelten Pflege-, Betreuungs- und Behandlungsentgelte sowie die im Verlauf der Geschäftsjahre 2021 und 2020 neu hinzuerworbenen bzw. neu eröffneten Pflegeheime sowie pandemieseitig kürzeren Verweilzeiten der Bewohner beeinflusst. Coronabedingte Mindererträge sowie personelle wie auch sachmittelbedingte Mehraufwendungen wurden nur teilweise durch die bestehende Ausgleichsregelung gemäß § 150 SGB XI ("Corona-Erstattungen") ausgeglichen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von EUR 21,4 Mio. (18,6 % von den Umsatzerlösen) resultieren neben Corona-Erstattungen in Höhe von EUR 13,3 Mio. (im Vorjahr: EUR 8,4 Mio.) im Wesentlichen aus der Erstattung von Aufwendungen im Zusammenhang mit der Anschaffung und Durchführung von Coronatests (EUR 4,2 Mio.; im Vorjahr: EUR 0,0 Mio.). Weitere Erträge betreffen in Höhe von EUR 1,5 Mio. (im Vorjahr: EUR 0,0 Mio.) Ausgleichszuweisungen zur Pflegeausbildung, in Höhe von unverändert EUR 0,5 Mio. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und in Höhe von unverändert EUR 0,3 Mio. Versicherungsentschädigungen.

Die Materialaufwandsquote (Verhältnis zu den Umsatzerlösen) beträgt 18,0 %. In den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind im Wesentlichen die Aufwendungen für Lebensmittel (EUR 5,5 Mio.; im Vorjahr: EUR 4,7 Mio.), Aufwendungen für pflegemedizinischen Bedarf (EUR 4,1 Mio; im Vorjahr: EUR 1,1 Mio.) sowie Energiekosten (EUR 3,9 Mio.; im Vorjahr: EUR 3,0 Mio.) enthalten. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von EUR 2,9 Mio. (im Vorjahr: EUR 5,7 Mio.) betreffen Fremdpersonal zur Unterstützung und Ersatz ausgefallenen Pflegepersonals sowie in Höhe von EUR 2,6 Mio. (im Vorjahr: EUR 2,8 Mio.) Reinigungs- und Wäschereileistungen.

Die Personalaufwandsquote (Verhältnis zu den Umsatzerlösen) beträgt 72,9 %. Im Vergleich zum Vorjahr waren im Durchschnitt 612 mehr Mitarbeiter beschäftigt. Die deutliche Zunahme ist insbesondere auf die neuen Standorte sowie den deutlichen Abbau von Fremdpersonal zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen im Verhältnis zu den Umsatzerlösen 39,4 %. Sie beinhalten im Wesentlichen Mietaufwendungen, Verwaltungskosten, Wartung und Instandhaltungen, Versicherungen, Gebühren und Abgaben. Der Anstieg im Vergleich zu 2020 resultiert vor allem aus höheren Mietaufwendungen und Verwaltungskosten.

Bei den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen handelt es sich vornehmlich um langfristige Zinsaufwendungen aus Gesellschafterdarlehen. Es wurde ein EBITDA in Höhe von EUR -13,4 Mio. und ein um außergewöhnliche aperiodische Vorgänge ermitteltes adjustiertes EBITDA von EUR 3,2 Mio. erwirtschaftet. Damit liegt das EBITDA deutlich unter dem geplanten Ergebnis i.H.v. EUR 4,8 Mio.

Vermögens- und Finanzlage

Argentum betreibt sämtliche Einrichtungen in gepachteten Immobilien. Sämtliche Mietverträge sind langfristig geschlossen, wobei es sich - bis auf ein Mietverhältnis - um sogenannte Double-Net Verträge, bei denen die Instandhaltungsmaßnahmen an Dach und Fach vom Vermieter zu tragen sind, handelt. Ein Mietverhältnis weist einen Triple-Net Vertrag aus, bei denen die Instandhaltungsmaßnahmen an Dach und Fach vom Mieter zu tragen sind. Dieser wandelt sich vereinbarungsgemäß 2023 in einen Double-Net Vertrag um.

Ferner tätigt Argentum regelmäßige Investitionen im Bereich der Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Aufwendungen zur erheblichen Verbesserung der IT-Infrastruktur im Unternehmen. Das Investitionsvolumen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betrug im Geschäftsjahr EUR 7,3 Mio. Aus dem Erwerb von Einrichtungen im Jahr 2021 resultierten Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von EUR 2,4 Mio. Zusätzlich zu den getätigten Investitionen wurden im Berichtsjahr insgesamt EUR 4,1 Mio. (im Vorjahr: EUR 2,5 Mio.) an Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen bzw. Wartungsmaßnahmen durchgeführt.

Die Konzern-Bilanzsumme beläuft sich auf EUR 51,9 Mio. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme beträgt 77,8 %.

Die Vorräte beinhalten insbesondere Lebensmittel und pflegemedizinischen Bedarf.

Auf bestehende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden unter Berücksichtigung des noch zu erwartenden Geldeingangs sowie unter Anwendung einer pauschalen Einzelwertberichtigung Wertberichtigungen in Höhe von EUR 2,0 Mio. (im Vorjahr: EUR 1,2 Mio.) vorgenommen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Forderungen aus der Erstattung von Mehraufwendungen und Mindereinnahmen nach § 150 SGB XI sowie aus der Erstattung von Durchführungs- und Anschaffungskosten von Coronatests.

Die liquiden Mittel betragen EUR 4,1 Mio. Die erforderliche Liquidität war im Geschäftsjahr 2021 jederzeit sichergestellt. Im Geschäftsjahr wurde unter Berücksichtigung zahlreicher Unternehmenserwerbe und deren Integration sowie der Corona-Pandemie ein negativer Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von EUR 4,5 Mio. erzielt. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug EUR 4,9 Mio. und der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug EUR -7,3 Mio.

Der Konzern ist weitgehend gesellschafterfinanziert. Das zum 31. Dezember 2021 ausgewiesene Eigenkapital beläuft sich auf EUR 0,1 Mio. Unter Berücksichtigung der von den Gesellschaftern gewährten langfristigen Darlehen, die unter Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 28,5 Mio. ausgewiesen werden, beläuft sich das von den Gesellschaftern zur Verfügung gestellte Kapital auf EUR 28,6 Mio. (= 55,1 % der Bilanzsumme; im Vorjahr 65,9 % der Bilanzsumme).

Zugesagte aber zum 31. Dezember 2021 noch nicht ausgenutzte Kreditlinien bestehen im Zusammenhang mit einer Betriebsmittelkreditlinie in Höhe von EUR 10,0 Mio. Die Betriebsmittelkreditlinie dient der Finanzierung des kurzfristigen Betriebsmittelbedarfs und teilt sich in einen Kontokorrentkredit von EUR 6,0 Mio. und einem Avalkredit zur Übernahme von Bürgschaften von EUR 4,0 Mio. auf.

Im Rahmen von Pflegeheimerwerben wurden zu erwartende negative Ergebnisbeiträge bei der Kaufpreisermittlung mitberücksichtigt. Soweit die zu erwartenden negativen Ergebnisbeiträge noch nicht realisiert wurden, weist der Konzernabschluss der Argentum Gruppe einen passiven Unterschiedsbetrag (EUR 0,3 Mio.; im Vorjahr: EUR 0,5 Mio.) aus. Dieser wird künftig bei Eintritt der negativen Ergebnisbeiträge erfolgswirksam aufgelöst.

Der Sonderposten mit Rücklageanteil betrifft wie im Vorjahr die Leben am Park GmbH, Hameln, und berücksichtigt Investitionskostenzuschüsse.

Die Rückstellungen betragen in Summe EUR 9,6 Mio., davon entfallen EUR 1,3 Mio. auf Steuerrückstellungen und EUR 8,3 Mio. auf die sonstigen Rückstellungen. Die sonstigen Rückstellungen betreffen vornehmend Personalrückstellungen (Urlaub, Überstunden, etc.) sowie Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen und mögliche Rückzahlungsverpflichtungen.

In den sonstigen Verbindlichkeiten werden im Wesentlichen Investitionsverpflichtungen aus erhaltenen Zuschüssen in Höhe von EUR 3,2 Mio. (im Vorjahr: EUR 2,2 Mio.), Verbindlichkeiten aus einem Mietvertrag aufgrund einer vertraglich vereinbarten mietfreien Zeit in Höhe von EUR 0,8 Mio. (im Vorjahr: EUR 0,3 Mio.) sowie Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt in Höhe von EUR 0,6 Mio. (im Vorjahr: EUR 0,5 Mio.) ausgewiesen.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet ausschließlich Vorauszahlungen von Kostenträgern für Heimentgelte des Folgemonats Januar 2022.

Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Das Geschäftsjahr 2021 war von den Transaktionen einzelner Pflegeeinrichtungen sowie der Eröffnung von Neubaustandorten geprägt, die zu einem Jahresgesamtumsatz von EUR 115,1 Mio. (im Vorjahr: EUR 92,1 Mio.) geführt haben. Die hiermit in direkter Verbindung stehenden Integrationsarbeiten, einschließlich der Integrations- und Aufbaukosten sowie der noch nicht vollständig abgeschlossenen Integrations- und Konsolidierungsarbeiten der Erwerbe aus 2021, beeinflussten das Jahresergebnis erneut deutlich. Ebenso ist das Jahresergebnis in Folge der erheblichen Einschränkungen und nicht vollständig ausgeglichenen Mehraufwendungen durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Coronabedingte Bewohnerabgänge konnten zwar im Wesentlichen durch Neuaufnahmen kompensiert werden, der Aufbau neuer Standorte sowie die Steigerung der Gesamtbelegung konnte allerdings in Teilen, aufgrund bestehender allgemeiner Bedenken/Vorsicht der Angehörigen sowie auferlegter regulatorischer Quarantänemaßnahmen, nicht wie im geplanten Umfang erreicht werden. Weiterhin führten erforderliche organisatorische Maßnahmen zu Personalmehraufwendungen und Mehrbelastungen des Personals. Insgesamt erzielte der Konzern damit ein negatives Jahresergebnis von EUR 20,9 Mio. bei einem EBITDAR von EUR 11,5 Mio. Die Finanzlage weist im Jahr 2021 einen negativen operativen Cashflow auf. Auf Grundlage der von den Gesellschaftern bereitgestellten Mittel konnte die Gesellschaft jederzeit im Geschäftsjahr ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen und rechnet gemäß der vorliegenden Planung bis zum Jahr 2023 damit, auch künftig ihre finanziellen Verpflichtungen jederzeit erfüllen zu können.

6. Prognosebericht

Die Zielsetzung für das Geschäftsjahr 2022 besteht darin, die Belegung weiter zu erhöhen und das in diesem Zusammenhang notwendige Personal in Folge von Mitarbeiterbindungsmaßnahmen und einer entsprechend niedrigeren Fluktuation sowie internen Recruiting-Strukturen auszubauen. Über die hierzu bereits vorliegenden Strukturen, der Argentum Gruppe eigenen Pflegeakademie, zur Einwerbung, Ausbildung und Anerkennung ausländischer Fachkräfte, wurden im Geschäftsjahr 2021 in den Einrichtungen der Argentum Gruppe bereits 157 Pflegekräfte angeworben. Darüber hinaus stellt der verstärkte Ausbau zur Anwerbung inländischer Pflegefachkräfte einen zentralen Bestandteil der Zukunftsstrategie der Argentum Gruppe dar. Die Auslastungssteigerung soll bei gleichbleibenden Pflegequalitätsstandards sowie einem stabilen Pflegegradmix zwischen 3,2 und 3,3 erfolgen. Bereits abgeschlossene, umfangreiche Pflegesatzerhöhungen zum Dezember 2021 bzw. Januar und Februar 2022 werden ebenfalls zu einer deutlichen Steigerung der Umsatzerlöse beitragen. Das zum 11. Juli 2021 umgesetzte Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung und die damit verabschiedete Tariftreuereglung, die nach aktueller Gesetzgebung ab dem September 2022 verpflichtend anzuwenden ist, wirkt sich aufgrund der Refinanzierung durch die Kostenträger ebenfalls unmittelbar auf die Umsatzerlöse aus. Die damit verbundenen Mehraufwendungen sowie ceteris paribus steigenden Pflegesätze, werden erwartungsgemäß zu einem höheren Anteil an sozialhilfebedürftigen Bewohnern in der Argentum Gruppe sowie der gesamten Pflegebranche führen. Auf dieser Basis erwarten wir im Geschäftsjahr 2022 deutlich steigende Umsatzerlöse.

Zur Verbesserung der Ergebnissituation sowie des unbereinigten EBITDAs sind für das Geschäftsjahr 2022 gezielte Maßnahmen im Bereich der Sachkostenreduzierung ergriffen worden. Hierzu gehören z.B. die flächendeckende Einführung eines zentralen Einkaufsystems für Lebensmittel sowie die zentrale Steuerung gruppenübergreifender Rahmenverträge. Darüber hinaus ist die Argentum Gruppe im Februar 2022 eine neue strategische Partnerschaft mit dem Wechsel des IT-Dienstleister eingegangen, die neben attraktiven Konditionen eine zukunftssichere IT-Infrastruktur gewährleisten wird. Insgesamt wird im Hinblick auf die dargestellten Maßnahmen von einer wesentlichen Verbesserung des unbereinigten EBTIDAs ausgegangen.

Neben den oben genannten finanziellen Leistungsindikatoren bezieht die Argentum Gruppe auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren in die Steuerung und Planung der Unternehmensgruppe mit ein. Die wesentlichen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren stellen die Belegungs- sowie Fachkraftquote dar. Im Verlauf des Geschäftsjahres 2022 erwartet die Argentum Gruppe erneut einen deutlichen Belegungszuwachs bei einer weiterhin gruppenübergreifenden stabilen Fachkraftquote.

Mögliche wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Pandemie für die Unternehmensgruppe können aktuell nicht eingeschätzt und müssen im Einzelfall geprüft werden. Coronabedingte finanzielle Belastungen werden jedoch mindestens bis zum Juni 2022 zu einem überwiegenden Teil durch das Gesetz zum Ausgleich COVID-19-bedingter finanzieller Belastungen der Krankenhäuser und weiterer Gesundheitseinrichtungen (COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz) ausgeglichen. Ferner wird mit einer aktiven Personalsteuerung, deutlichen Verbesserungen der innerbetrieblichen Prozessabläufe einschließlich IT- sowie Kosteneinsparungen darüberhinausgehenden negativen Effekten begegnet.

Gleichwohl unterliegen aufgrund der nicht absehbaren Entwicklung im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen aufgrund des Ukraine-Konflikts und den sich daraus ergebenden spürbaren Folgen die dargestellten Aussagen einer großen Unsicherheit.

Weitere Ertüchtigungen der Finanzlage, die mit der Unterstützung von Gesellschaftermittel und/oder Fremdfinanzierungsmaßnahmen erfolgen, sind im Zusammenhang mit den Prozessaufbau- und Integrationsaufwendungen, Investitionen in die IT-Entwicklung sowie durch die fortlaufende Expansion in neue sowie Bestandspflegeeinrichtungen und durch noch in Teilen zu erwartende negative Ergebnisbeiträge einzelner Pflegeeinrichtungen zu erwarten.

Wir gehen davon aus, dass die im Risikobericht genannten Sachverhalte keinen wesentlichen weiteren negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung bzw. auf die Vermögens- und Finanzlage von der Argentum Gruppe haben werden.

7. Chancen- und Risikobericht

Risikomanagementsystem

Im Zusammenhang mit der fortlaufenden Integration neuer Einrichtungen sowie der im Laufe des Geschäftsjahres 2021 weitestgehend abgeschlossenen Migration der individuellen Risikomanagement- und Informationssysteme zugekaufter Bestandseinrichtungen in das Risikomanagementsystem der Argentum Gruppe, besteht ein einheitliches Controlling- und Risikofrüherkennungssystem, das den Entscheidungsträgern der Argentum Gruppe alle relevanten Informationen über die laufende Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zur Verfügung stellt. Die Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems wurde zuletzt durch den Wechsel des IT-Dienstleisters und die damit einhergehende Migration weiterer IT-Systeme Anfang 2022 verstärkt. Eine regelmäßige wöchentliche Berichterstattung über die Auslastung und Entwicklung der Einrichtungen sowie eine monatliche Berichterstattung über die Ergebnislage im Vergleich zum Budget, einschließlich der Darstellung aller wesentlichen KPI (Key Performance Indicator), sorgt dafür, dass die Führungskräfte und Mitarbeiter auf allen relevanten Hierarchie- und Entscheidungsstufen über die Soll-/Ist-Entwicklung informiert sind. Es finden monatliche gemeinsame Besprechungen und Analysen zu den Ergebnissen der einzelnen Einrichtungen zwischen der Geschäftsführung und den Regionalleitern statt. Das interne Kontrollsystem zeigt kontinuierlich den Grad der Zielerreichung an und garantiert, dass die Entscheidungsträger stets informiert sind. Zusätzlich zur ständigen Belegungs-, Erlös-, Kosten- und Ergebnisüberwachung werden folgende Einzelrisiken analysiert und beurteilt, die in der Reihenfolge ihrer Bedeutung im Folgenden dargestellt werden:

1. Personalrisiken, Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitern

2. Eintreten von Planabweichungen - insbesondere bei Auslastung, Personalaufwand und Sachkosten in Verbindung mit der Covid-19-Pandemie

3. Risiken aufgrund gesetzlicher Neuregelungen

4. Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben durch die Heimaufsichtsbehörden, Krankenkassen und Pflegekassenverbände sowie den MDK (Qualitätsmanagement-System)

5. Liquiditätsüberwachung sowie monatliche Cash-Flow Analysen

6. Darstellung und Abstimmung zu möglichen weiteren Übernahmen

Dadurch ist gewährleistet, dass bei Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden oder nachhaltig negativ beeinflussen können, frühzeitig gegengesteuert werden kann.

Die regelmäßige monatliche Berichterstattung an den Beirat und ein ständiger Informationsaustauschprozess mit dem Beirat ist ebenso Teil des Risikomanagementsystems.

Marktumfeld- und Branchenrisiko

Den weiterhin positiven Perspektiven des Wachstumsmarktes Pflege, getrieben durch die anhaltende Alterung der Gesellschaft sowie des zu erwartenden Rückgangs der Angehörigenpflege, stehen auch künftig die Gewinnung von Fachkräften sowie der stetig steigende Anspruch der Pflegebedürftigen gegenüber. Regulatorische Anforderungen, wie zuletzt im Zusammenhang des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz - GVWG), schränken den Handlungsspielraum der Akteure am Markt ebenfalls weiter ein.

Erschwerend hierzu beeinflusst die anhaltende Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Restriktionen und regulatorischen Einschränkungen sowie die Zurückhaltung in der Gesellschaft die Entwicklungen der gesamten Pflegebranche nachhaltig. Darüber hinaus sind die aktuell noch nicht vollständig absehbaren Entwicklungen im Zusammenhang des Ukraine-Konflikts ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Folglich unterliegen die nachfolgend dargestellten Chancen und Risiken weiterhin der unsicheren Entwicklung der andauernden Corona-Pandemie sowie des Ukraine-Konflikts.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Risiken der Pflege-, Behandlungs- und Betreuungsqualität werden innerhalb der Argentum Gruppe durch ein zentral gesteuertes Qualitätsmanagement entgegnet. Im Rahmen fortlaufender Qualitätsprüfungen und der stetigen Weiterentwicklung des internen Qualitätsmanagementsystems werden externe Begutachtungen von internen Audits ergänzt. In Folge kontinuierlicher Schulungen und Weiterqualifizierungen unserer Mitarbeiter können wir so die nötigen Qualitätsstandards der Pflege, Behandlung und Betreuung unserer Bewohner sichern. Preissteigerungen im Bereich Energie, Lebensmittel und pflegemedizinischer Bedarfsprodukten sowie Kostenrisiken im Zusammenhang erforderlicher Gehaltssteigerungen werden durch regelmäßige und gezielte Verhandlungen mit den Kostenträgern entgegengewirkt. Zugleich verfolgt die Argentum Gruppe eine Strategie zur Kostensenkung und Ressourcenschonung im Energiebereich, die durch eine standortindividuelle Verbrauchsüberwachung sowie die Integration alternativer Energiegewinnung und der Ausnutzung von Skaleneffekten begleitet wird.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Im Zusammenhang der kontinuierlichen Liquiditätsüberwachung sowie der zum 31. Dezember 2021 zugesagten aber noch nicht ausgenutzten Betriebsmittelkreditlinie in Höhe von EUR 10,0 Mio. sehen wir den finanziellen Spielraum für die Geschäftsaktivitäten der Argentum Gruppe jederzeit gemäß der vorliegenden Planung bis 2023 als gegeben an. Zinsänderungsrisiken im Zusammenhang des variablen verzinsten Anteiles der Betriebsmittellinie (EUR 6,0 Mio.) sehen wir aufgrund der unterzuordnenden Höhe als gering an.

Zur weiteren Finanzierung der Argentum Gruppe, insbesondere im Zusammenhang mit der verfolgten Wachstumsstrategie, sehen die Gesellschafter grundsätzlich die Unterstützung durch weitere Gesellschaftermittel und/oder Fremdfinanzierungsmaßnahmen vor.

Rechtliche Risiken

Rechtliche Risiken werden durch externe fachlich versierte Anwaltsbüros bearbeitet. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, sind nicht erkennbar.

Einschätzung der Gesamtrisikosituation

Im Rahmen der Einschätzung der Gesamtrisikosituation sind uns keine bestandsgefährdenden Risiken bekannt. Insgesamt sind für die zukünftige Entwicklung der Argentum Gruppe, trotz der aktuellen Herausforderungen des Ukraine-Konflikts sowie der anhaltenden Corona-Pandemie, keine Risiken erkennbar, die zu einer dauerhaften und wesentlichen negativen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für den Prognosezeitraum 2022 führen könnten. Unmittelbar beeinflussbare Risiken betreffen im Wesentlichen die operative Ebene und werden fortlaufend durch unser Risikomanagementsystem überwacht. Mögliche Risikolagen werden somit unmittelbar erkannt, sodass entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Interne Qualitätsaudits unseres zentralen Qualitätsmanagements helfen uns frühzeitig, Defizite in der Pflege zu identifizieren und garantieren damit ein hohes Maß an Pflegequalität. Dem nahezu unveränderten Fachkräftemangel der gesamten Pflegebrache begegnen wir mit unserem internen Schulungskonzept für bestehende und neue Mitarbeiter, der Anwerbung, Ausbildung und Anerkennung von ausländischen Fachkräften durch unsere eigene Pflegeakademie sowie der klassischen Ausbildung von neuen Mitarbeitern.

Chancen

In Folge der stetigen Zunahme der Anzahl an pflegebedürftigen Menschen und der kontinuierlichen Weiterentwicklung bestehender Pflegeeinrichtungen sowie der weiteren Expansion, sieht die Argentum-Gruppe kurz- und mittelfristig gute Perspektiven für das organische und anorganische Wachstum des Konzerns. Zudem sehen wir unsere Marktchancen in der Differenzierung unseres Leistungsangebots und dem weiteren Ausbau von spezialisierten Pflegearten, wie zum Beispiel der Intensivpflege, der Pflege von psychiatrisch oder neurologisch erkrankten Menschen sowie den verschiedenen Arten des betreuten Wohnens. Daneben beugen wir durch die aktive Überprüfung der bestehenden Pflegesätze bzw. der Beantragung höherer Sätze und Verhandlung höherer Entgelte Kostensteigerungen und Personalknappheit vor.

 

Hamburg, den 18. August 2022

Henrik Onne Bodenstab, Geschäftsführer

Michael Thanheiser, Geschäftsführer

Etienne Maurer, Geschäftsführer

Jens Brettschneider, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Argentum Pflege Holding GmbH, Hamburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Argentum Pflege Holding GmbH, Hamburg, - be-stehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung und dem Konzerneigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Argentum Pflege Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der Geschäftsführung für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die Geschäftsführung ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist die Geschäftsführung verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist die Geschäftsführung dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist die Geschäftsführung verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist die Geschäftsführung verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme des Konzerns abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von der Geschäftsführung angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von der Geschäftsführung dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von der Geschäftsführung angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von der Geschäftsführung dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von der Geschäftsführung zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Dresden, den 19. August 2022

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Prof. Dr. Penter, Wirtschaftsprüfer

Karnstedt, Wirtschaftsprüfer

Billigung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss der Argentum Pflege Holding GmbH zum 31.Dezember 2021 wurde am 30. September 2022 gebilligt.

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