Stammdaten

Register
Amtsgericht Nürnberg HRB 31358
Vorher
Blitz F14-250 GmbHVierte Leni Beteiligungsgesellschaft mbHLeitner Touristik GmbH
Eingetragen
2.10.2014
Branche
ReiseveranstalterErbringung sonstiger reisebezogener Dienstleistungen a. n. g.Beteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Das Veranstalten, Vermitteln und Durchführen von Reisen jeglicher Art und umfasst ferner den Erwerb, das Halten, das Verwalten und die Veräußerung von Beteiligungen jeder Art.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Fabian Schreder
seit 20.2.2025
Geschäftsführer
Rafael Anton Baer
seit 20.2.2025
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
1.000.000 €
100.00%

Beteiligungen

NameAnteil
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Leitner Reisen GmbH

Allersberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.097.485,19 3.102.414,33
2. Geschäfts- oder Firmenwert 11.222.545,57 16.452.982,21
3. Geleistete Anzahlungen 238.911,30 154.032,60
13.558.942,06 19.709.429,14
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.742.583,80 1.798.526,80
2. Technische Anlagen und Maschinen 22.933,00 28.415,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 177.094,50 196.689,50
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 124.946,07 0,00
2.067.557,37 2.023.631,30
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Geleistete Anzahlungen 2.114.114,55 1.113.540,19
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 84.638,65 141.617,37
2. Sonstige Vermögensgegenstände 149.451.76 428.272.79
234.090,41 569.890,16
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 100.298,82 960.290,99
C. Rechnungsabgrenzungsposten 253.003,27 25.753,91
D. Aktive latente Steuern 3.481.044,26 3.081.481,22
E. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 39.632.716,18 32.349.773,53
61.441.766,92 59.833.790,44

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 1.000.000,00 1.000.000,00
II. Kapitalrücklage 20.674.400,22 20.674.400,22
III. Verlustvortrag 54.024.173,75- 45.330.029,70-
IV. Jahresfehlbetrag 7.282.942,65- 8.694.144,05-
Nicht gedeckter Fehlbetrag 39.632.716,18 32.349.773,53
Buchmäßiges Eigenkapital 0,00 0,00
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 19.305,54 22.753,77
2. Steuerrückstellungen 15.000,00 15.000,00
3. Sonstige Rückstellungen 10.992.233,51 9.785.682,25
11.026.539,05 9.823.436,02
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.952.053,41 15.000.000,00
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 5.939.823,44 4.103.605,03
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.264.615,62 635.071,98
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 31.921.017,09 29.556.497,29
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.337.718,31 715.180,12
50.415.227,87 50.010.354,42
- davon aus Steuern € 80.671,35 (€ 65.173,55)
61.441.766,92 59.833.790,44

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
1. Umsatzerlöse 48.127.026,19 31.759.166,50
2. Sonstige betriebliche Erträge 175.138,92 214.384,67
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen 34.650.906,82 23.509.556,19
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 3.457.572,80 2.827.600,38
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 682.881,27 501.472,98
4.140.454,07 3.329.073,36
- davon für Altersversorgung € 5.074,03 (€ 6.336,04)
5. Abschreibungen
Auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 6.445.718,17 6.392.983,04
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.603.220,28 5.284.244,02
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung € 0,00 (€ 10,66)
7. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 2.344,96 0,00
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 44.230,70 311.586,83
- davon Zinserträge aus der Abzinsung von Rückstellungen € 44.230,70 (€ 311.586,83)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.187.293,05 2.859.421,80
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 398.944,57- 399.563,04-
- davon Erträge aus der Zuführung und Auflösung latenter Steuern € 399.563,04 (€ 399.563,04)
11. Ergebnis nach Steuern 7.279.907,05- 8.690.577,37-
12. Sonstige Steuern 3.035,60 3.566,68
13. Jahresfehlbetrag 7.282.942,65 8.694.144,05

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

I. Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Allgemeine Angaben

Die Leitner Reisen GmbH weist die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB auf.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde auf Grundlagen der deutschen Rechnungslegungsvorschriften der §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes und dem Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Das Geschäftsmodell der Leitner Reisen GmbH war seit Februar 2020 bis März 2022 stark beeinflusst durch das Covid-19-Virus. Die weitreichenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie umfassten unter anderem eine globale Reisewarnung des Auswärtigen Amtes sowie das zeitweise Verbot von Busreisen und touristischen Übernachtungsangeboten in Deutschland bzw. innerhalb der Europäischen Union. Infolge eines ausbleibenden operativen Cashflows wurde die Finanzierung der Gesellschaft durch die Aufnahme eines neuen KfW- Darlehens sowie durch eine Zuzahlung des Gesellschafters in die Kapitalrücklagen sichergestellt. Auf die Einhaltung der Finanzkennzahlen des bisherigen Konsortialkredits wurde von Seiten des Bankenkonsortiums für das Geschäftsjahr 2021 verzichtet. Über Waiver und Änderungsverträge mit dem Bankenkonsortium wurde auf die Einhaltung der Finanzkennzahlen bis zur Anpassung dieser mit dem letzten Änderungsvertrag vom Juli 2023 verzichtet. Die Entwicklung der Gesellschaft war damit unmittelbar von der nachhaltigen Erholung der Reisebranche abhängig.

Zum Bilanzstichtag ist die Gesellschaft maßgeblich aufgrund von Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände bilanziell betrachtet überschuldet und weist einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus. Die Fremdfinanzierung der Gesellschaft umfasst neben dem KfW-Darlehen ein endfälliges Gesellschafterdarlehen mit Rangrücktritt sowie einen endfälligen Konsortialkredit. Dieser Konsortialkredit wäre Ende 2021 planmäßig zu tilgen gewesen und wurde mit einem Änderungsvertrag zum Kreditvertrag prolongiert. Die Beeinträchtigungen durch das Covid-19-Virus waren ab dem Frühjahr 2022 rückläufig, allerdings führte die kriegerische Auseinandersetzung auf dem Staatsgebiet der Ukraine dazu, dass die Energie- und Rohstoffpreise anstiegen und in der Folge die Konsumbereitschaft der Bevölkerung zurückgegangen ist. Da sich dies sowohl auf die Erholung der Tourismusbranche als auch auf die Ertragslage der Gesellschaft negativ ausgewirkt hat, musste der Kreditvertrag angepasst werden.

Die Ertragslage der Gesellschaft konnte ab Jahresbeginn 2022 durch die implementierten Preisanpassungen, das flexible Geschäftsmodell und den Anstieg der Buchungsumsätze stabilisiert werden. Seit dem Jahresbeginn 2023 entwickelten sich die Buchungszahlen und damit der Reiseumsatz auf bzw. über dem Niveau aus dem Jahr 2019, sodass die Gesellschaft einen deutlichen Anstieg im operativen Cashflow verzeichnete. Dadurch wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Volumen von 8,8 Mio.€ reduziert und im Rahmen der Tilgungsstruktur des neuen Konsortialkredites planvoll zurückgeführt. Die Gesellschaft reduzierte damit die Nettofinanzverbindlichkeiten auf das 1,5 fache des EBITDA. Die Ablösung der verbliebenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnte im Frühjahr 2025 durch ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 6,25 Mio.€ erzielt werden.

Aus diesem Grund geht der gesetzliche Vertreter der Gesellschaft davon aus, mit den aktuell vorhandenen liquiden Mitteln sowie dem operativen Cashflow der Unternehmenstätigkeit sämtliche Zahlungsverpflichtungen im Prognosezeitraum der nächsten 12 Monate erfüllen zu können.

Die Planung der Gesellschaft im Prognosezeitraum unterliegt weiterhin den Unsicherheiten des Geschäftsverlaufs. Aufgrund des nun abgelösten Konsortialkredites liegt jedoch kein bestandsgefährdendes Risiko aufgrund der Nichteinhaltung der Covenants mehr vor.

Zusätzlich verweisen wir auf unsere Ausführungen in den Abschnitten "Finanzlage" und "Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung" des Lageberichtes.

II. Registerinformationen

Die Leitner Reisen GmbH mit Sitz in Allersberg ist im Handelsregister von Nürnberg unter HRB Nr. 31358 eingetragen.

Es gilt der Gesellschaftsvertrag in der Fassung vom 20. November 2020.

III. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgeblich.

Die Ansatz-, Ausweis- und Bewertungsvorschriften wurden grundsätzlich unter Beachtung des Stetigkeitsgrundsatzes nach § 246 Abs. 3 i. V. m. § 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB angewandt.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen zwischen 3-11 Jahren linear vermindert.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden über einen Zeitraum von 11 Jahren abgeschrieben. Für den Geschäfts- oder Firmenwert des im Jahr 2015 angewachsenen Unternehmens wird eine Nutzungsdauer von 11 Jahren zugrunde gelegt, da sich das Geschäftsmodell der erworbenen Gesellschaft als nachhaltig erwiesen hat und sich insbesondere aus der durchschnittlichen Dauer der Kundenbeziehung ableiten lässt.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben.

Hierbei werden folgende Nutzdauern zugrunde gelegt:

Gebäude 33 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5-10 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 1-10 Jahre

Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt.

Die Vermögensgegenstände werden linear abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Die geleisteten Anzahlungen sind zum Nennwert angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind alle wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig und sind zum Nennwert angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.

Bei dem Kassenbestand und den Guthaben bei Kreditinstituten erfolgte der Ansatz mit dem Nennwert.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Ist der Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit höher als der Ausgabebetrag, wird der Unterschiedsbetrag in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten aufgenommen und planmäßig jährlich durch Abschreibungen getilgt, die auf die gesamte Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt werden.

Das gezeichnete Kapital ist in voller Höhe einbezahlt. Der Ausweis des Eigenkapitals erfolgt mit dem Nennbetrag. Im Geschäftsjahr liegt ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag vor.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie die sonstigen und Steuerrückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionen werden finanzmathematisch nach dem Discounted Cashflow Verfahren unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Bewertung einer lebenslänglichen Nutzung oder Leistung vom Bundesministerium der Finanzen) ermittelt.

Der Rechnungszins bestimmt sich unverändert nach dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Er beträgt 1,82 % (Vorjahr: 1,78 %).

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden unsaldiert ausgewiesen.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

IV. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Die geleisteten Anzahlungen enthalten Vorauszahlungen für Reisevorleistungen in Höhe von TEUR 2.114 (Vorjahr TEUR 1.114).

Die Restlaufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen durchweg weniger als ein Jahr. Sonstige Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten keine Forderungen gegen Gesellschafter.

In den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 149 (Vorjahr TEUR 428) sind Vorsteueransprüche ausgewiesen.

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält ein Disagio in Höhe von TEUR 253 (Vorjahr TEUR 26).

Die aktiven latenten Steuern wurden mit dem unternehmensspezifischen tatsächlichen Steuersatz bewertet (ca. 30%) und basieren im Wesentlichen auf der unterschiedlichen Abschreibungsdauer zwischen Handelsbilanz (11 Jahre) und Steuerbilanz (15 Jahre) des durch die Anwachsung entstandenen Geschäfts- oder Firmenwertes.

Das Gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt TEUR 1.000 und ist voll eingezahlt.

Die Kapitalrücklage beträgt TEUR 20.674 (Vorjahr: TEUR 20.674).

Im Geschäftsjahr liegt ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von TEUR 39.633 (Vorjahr: TEUR 32.350) vor.

Zur Schließung der Deckungslücke aus beitragsfreien Direktversicherungen werden Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 19 ausgewiesen. Hierbei handelt es sich um Pensionen ehemaliger Mitglieder der Geschäftsführung.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Pensionsrückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren nach § 253 Abs. 6 HGB beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf TEUR 1. Der Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen bei einem angenommenen durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Jahren (1,35 %) beläuft sich auf TEUR 18.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 10.992 wurden im Wesentlichen für die mögliche Rückzahlung der erhaltenden Überbrückungshilfen III (TEUR 9.016; Vorjahr TEUR 9.060) Personalkosten (TEUR 469; Vorjahr TEUR 333), Rückstellungen für Aufbewahrungspflicht (TEUR 53; Vorjahr TEUR 53) und Rückstellungen für Abschluss und Prüfung (TEUR 101; Vorjahr TEUR 169) gebildet.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 9.952 haben gesamthaft eine Restlaufzeit von einem Jahr. Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Als Sicherheit wurden insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Bankkonten verpfändet Zugunsten des finanzierenden Bankenkonsortiums ist eine brieflose Gesamtgrundschuld im Grundbuch von Allersberg eingetragen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 31.921 bestehen gegenüber der German Equity Partners IV GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main in Höhe von TEUR 31.548 und der Leni Management Beteiligungs GmbH &Co KG in Höhe von TEUR 373. Die Darlehensgeber haben einen Rangrücktritt gemäß § 19 Abs. 2 InsO hinter sämtliche Forderungen anderer Gläubiger erklärt.

In TEUR 31.12.2023
Restlaufzeit gesichert Gesamt
Art der Verbindlichkeit Bis 1 Jahr > 1 Jahr - 5 Jahre über 5 Jahre mit
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.952 0 0 Verpfändung von Forderungen und Bankkonten sowie einer Grundschuld 9.952
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 5.940 0 0 5.940
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.265 0 0 1.265
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 31.921 0 31.921
5. Sonstige Verbindlichkeiten 738 600 0 1.338
Summe 17.895 32.521 0 50.416
In TEUR 31.12.2022
Restlaufzeit gesichert Gesamt
Art der Verbindlichkeit Bis 1 Jahr > 1 Jahr - 5 Jahre über 5 Jahre mit
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.000 13.000 0 Verpfändung von Forderungen und Bankkonten sowie einer Grundschuld 15.000
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.104 0 0 4.104
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 635 0 0 635
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 29.556 29.556
5. Sonstige Verbindlichkeiten 115 600 0 715
Summe 6.854 13.600 29.556 50.010

V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus verkauften Reisen, deren Reiseende spätestens am Bilanzstichtag liegt.

TEUR Anteil in % TEUR Anteil in %
2023 2022
Busreisen 27.569 57,3% 18.580 58,5%
Flugreisen 11.775 24,5% 6.465 20,4%
Schiffsreisen 5.026 10,4% 3.619 11,4%
Eigenanreise 27 0,1% 118 0,4%
Paketverkäufe 1.901 3,9% 1.534 4,8%
Sonstige 1.829 3,8% 1.443 4,5%
Gesamt 48.127 100% 31.759 100%

Trotz der im Jahr 2023 gestarteten Markterschließung Österreichs entfallen 99,9% der Umsatzerlöse auf den Kernmarkt Deutschland. Aufgrund der Buchungsvorlaufzeiten entfällt ein Großteil der erhaltenen Buchungen österreichischer Kunden in den Reiseumsatz für das Jahr 2024.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 175 (Vorjahr TEUR 214) beinhalten Auflösungen von Rückstellungen in Höhe von TEUR 120 (Vorjahr TEUR 88) und verrechnete sonstige Sachbezüge aus Kfz-Gestellung in Höhe von TEUR 19 (Vorjahr TEUR 26) sowie periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 25 (Vorjahr TEUR 188) im Wesentlichen aus der Ausbuchung von alten Gutscheinen in Höhe von TEUR 19 (Vorjahr TEUR 0).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 7.603 (Vorjahr TEUR 5.284) beinhalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 25 (Vorjahr TEUR 182). Darüber hinaus setzen sich die Kosten im Wesentlichen aus den Werbeaufwendungen in Höhe von TEUR 4.442 (Vorjahr TEUR 3.320), Versicherungskosten in Höhe von TEUR 530 (Vorjahr TEUR 285) und Rechts- und Beratungskosten von TEUR 1.346 (Vorjahr TEUR 343) zusammen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Steuerertrag in Höhe von TEUR 399 (Vorjahr TEUR 400) resultiert im Wesentlichen aus latenten Steuererträgen.

VI. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von TEUR 93 (Vorjahr TEUR 49) überwiegend für Mietleasing von Firmenwagen. Die gemäß deutschem Reisesicherungsfonds verpflichtende Kautionsversicherung zur Reisepreisabsicherung der Kundengelder erfolgte unter Berücksichtigung einer Blanko - Sicherheitsleistung. Somit wurde anders als im Vorjahr keine Bankbürgschaft hierfür verwendet. Der Vorteil dieser außerbilanziellen Geschäfte liegt in der Flexibilität durch die zeitliche Befristung bzw. Kündbarkeit derartiger Verträge. Ebenso ist der Abfluss liquider Mittel bzw. die Kapitalbindung wesentlich geringer.

Honorare des Abschlussprüfers

Das für das Geschäftsjahr berechnete Honorar des Abschlussprüfers braucht nicht angegeben zu werden, da es in die Angaben im Konzernabschluss der Ersten Leni Beteiligungsgesellschaft mbH, Allersberg, einbezogen wird.

Geschäftsführung

Geschäftsführer im Berichtsjahr war:

Herr Christoph Führer, Geschäftsführer, Baden-Baden (berufen zum 02.07.2019, verstorben 13.11.2024 )

Gemäß § 286 Abs. 4 HGB wurde auf die Angabe der Bezüge der Gesellschaftsführung verzichtet.

Der Geschäftsführer ist gemäß Handelsregister von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Nach Abschluss des Berichtsjahres wurden folgende Personen zur Geschäftsführung berufen:

Herr Rafael Baer, Geschäftsführer, Gräfelfing (berufen zum 10.01.2025)

Herr Fabian Schreder, Geschäftsführer, Nürnberg (berufen zum 10.01.2025)

Beirat

Im Berichtsjahr waren nachstehende Personen als Beiräte tätig:

Herr Florian Kähler, Kaufmann, Frankfurt/Main (Vorsitzender)

Herr Michael Tenzer, Kaufmann, Hofheim

Die Beiräte erhielten Bezüge i.H.v. TEUR 40 (Vorjahr TEUR 40).

Mitarbeiter

Die Entwicklung der Mitarbeiterzahl legt leicht auf 77 zum Geschäftsjahresende zu (Vorjahr 76).

Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss der Leitner Reisen GmbH wird in den Konzernabschluss der Erste Leni Beteiligungsgesellschaft mbH, Allersberg, einbezogen. Die Erste Leni Beteiligungsgesellschaft mbH erstellt einen Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis der Unternehmen. Dieser wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Ausschüttungssperre

Im erwirtschafteten Eigenkapital sind TEUR 3.481 (Vorjahr TEUR 3.081.) aktive latente Steuern und TEUR 1 aus dem Unterschiedsbetrag i.S.v. §253 Abs. 6 HGB enthalten, die einer gesetzlichen Ausschüttungssperre unterliegen.

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den ausgewiesenen Jahresfehlbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Allersberg, den 26.05.2025

Die Geschäftsführung

Rafael Baer

und

Fabian Schreder

 

Allersberg, den 26. Mai 2025

Die Geschäftsführung

gez. Rafael Baer

gez. Fabian Schreder

Anlagespiegel für 2023

Anschaffungs-/Herstellungskostenbasis
Anschaffungs- Herstellungskosten Zugänge Abgänge Umbuchungen Anschaffungs- und Herstellungs- kosten
01.01.2023 2023 2023 2023 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 11.012.475,97 21.119,59 0,00 0,00 11.033.595,56
2. Geschäfts- oder Firmenwert 56.819.370,71 0,00 0,00 0,00 56.819.370,71
3. geleistete Anzahlungen immat. VermG 154.032,60 84.878,70 0,00 0,00 238.911,30
67.985.879,28 105.998,29 0,00 0,00 68.091.877,57
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.309.960,85 0,00 0,00 0,00 2.309.960,85
2. Technische Anlagen und Maschinen 113.655,91 0,00 0,00 0,00 113.655,91
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 736.873,25 113.112,80 0,00 0,00 849.986,05
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 124.946,07 0,00 0,00 124.946,07
3.160.490,01 238.058,87 0,00 0,00 3.398.548,88
71.146.369,29 344.057,16 0,00 0,00 71.490.426,45
Abschreibungen
Kumulierte Abschreibungen Zugänge Abgänge Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 2023 2023 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.910.061,64 1.026.048,73 0,00 8.936.110,37
2. Geschäfts- oder Firmenwert 40.366.388,50 5.230.436,64 0,00 45.596.825,14
3. geleistete Anzahlungen immat. VermG 0,00 0,00 0,00 0,00
48.276.450,14 6.256.485,37 0,00 54.532.935,51
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 511.434,05 55.943,00 0,00 567.377,05
2. Technische Anlagen und Maschinen 85.240,91 5.482,00 0,00 90.722,91
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 540.183,75 132.707,80 0,00 672.891,55
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
1.136.858,71 194.132,80 0,00 1.330.991,51
49.413.308,85 6.450.618,17 0,00 55.863.927,02
Buchwertbasis
Buchwert
31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.097.485,19 3.102.414,33
2. Geschäfts- oder Firmenwert 11.222.545,57 16.452.982,21
3. geleistete Anzahlungen immat. VermG 238.911,30 154.032,60
13.558.942,06 19.709.429,14
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.742.583,80 1.798.526,80
2. Technische Anlagen und Maschinen 22.933,00 28.415,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 177.094,50 196.689,50
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 124.946,07 0,00
2.067.557,37 2.023.631,30
15.626.499,43 21.733.060,44

LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

der Leitner Reisen GmbH, Allersberg

Allersberg

Geschäftsmodell

Die Gesellschaft veranstaltet weltweit Gruppenreisen mit Fokus auf den Kundenkreis der "Best Ager". Bus-, Flug- Schiffs- und Eigenanreisen werden mit einer flexiblen Vermarktungsstrategie beworben und eigenständig vertrieben.

Unsere zentralen Reiseprodukte und Services stellen wir selbst zusammen. Von der Idee bis zum Markteintritt arbeiten unsere Mitarbeiter mit Agenturen, Airlines, Hotelketten und Busunternehmen Hand in Hand.

Wir vertreiben unsere Produkte und Services überwiegend über unseren Direktvertrieb. Dabei legen wir unsere Vertriebsstrategien regional fest. Unsere Vertriebsmitarbeiter fördern in enger Zusammenarbeit mit den Bereichen Vertriebsunterstützung und Marketing die Nachfrage, bauen eine Pipeline auf und pflegen den Kundenkontakt in unseren Zielmärkten.

Wir sind darüber hinaus auch als Paketverkäufer im B2B Bereich tätig. Hierbei werden Reiseprodukte und Services ebenfalls selbst von uns zusammengestellt. Die Abnehmer sind anstelle von privaten Endkunden jedoch andere Reiseveranstalter.

Strategie und Ziele

Die Leitner Reisen GmbH nutzt ihre gefestigte Position im deutschsprachigen Quellmarkt, um weiter zu wachsen. Im Mittelpunkt der Wachstumsstrategie stehen dabei die Ausweitung und Durchdringung weiterer Vermarktungsgebiete, die verstärkte Nutzung des Vertriebskanals Internet und der weitere Ausbau des Drittvertriebes.

Neben dem profitablen und nachhaltigen Ausbau des nationalen Geschäfts wurde das Geschäftsgebiet im Jahr 2023 auf Österreich ausgeweitet und im Jahr 2024 getestet. Ziel ist ein strategisch optimierter Ausbau mit den gewonnenen Erkenntnissen zum Ende des Jahres 2025.

Bei allen strategischen Entscheidungen steht profitables und nachhaltiges Wachstum im Fokus. Dabei wird kontinuierlich die Weiterentwicklung zum Qualitätsführer im Markt angestrebt.

Im Beschaffungsbereich trägt ein spezialisiertes Produktportfolio mit Rundreisen, Eventreisen und Kreuzfahrten dazu bei, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Auslastungsrisiken werden durch einen "asset light" Ansatz minimiert. Risiken im Hotel-, Bus- oder Flugbereich werden nur in Ausnahmefällen übernommen, wenn die Gesellschaft mit ihrem Kundenpotenzial erhöhte Marktchancen sieht. Besondere Abhängigkeiten von einzelnen Zielgebieten werden dabei nach Möglichkeit geringgehalten.

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Nachdem im Jahr 2022 endlich die Erholung nach den beiden stark von den Auswirkungen der Pandemie gezeichneten Jahren 2020 und 2021 einsetzte, überstieg die Nachfrage im Jahr 2023 erstmals wieder die Werte der Vor-Corona-Pandemiezeit. So stiegen die Reiseausgaben laut DRV im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 26,8% auf Mrd. € 79,0 (2022: Mrd. € 62,3). Damit hat sich der Reisemarkt wieder vollständig erholt.

Der Gesamtumsatz der deutschen Reiseveranstalter stieg laut DRV im Jahr 2023 auf Mrd. € 37,3 (Vorjahr: Mrd. € 28,5, 2019: Mrd. € 35,4). Die Anzahl der Reisenden stieg weiter auf 54,6 Mio. (Vorjahr: 52,9 Mio.).

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt sank jedoch nach Angaben des statistischen Bundesamtes im Jahresverlauf gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um -0,2%. Ebenso sank die relativen Preissteigerungen im Jahresverlauf 2023 kontinuierlich auf 3,7% im Dezember 2023. Verglichen mit dem makroökonomisch relevanten Zielkorridor in Höhe von <2%, bewegte sich die Inflation aber weiter signifikant auf erhöhtem Niveau. Preisbereinigt sanken dadurch die privaten und staatlichen Konsumausgaben. Aufgrund des hohen Zinsniveaus sanken zusätzlich die Bruttoanlageinvestitionen. Dabei sind die negativen Auswirkungen der anhaltenden Preissteigerungen durch die letzten Nachholeffekte der Corona-Krise im Jahresverlauf verpufft, die sich zum Jahresende besonders durch eine gedämpfte Konsumentenstimmung zeigte.

Der Beginn des Geschäftsjahres 2023 war auch bei Leitner Reisen geprägt von einer überraschend starken Reisenachfrage, die sich im weiteren Jahresverlauf jedoch wieder abschwächte. Aufgrund der insgesamt gestiegenen Nachfrage konnte jedoch ein signifikantes Wachstum gegenüber dem Vorjahr erzielt werden.

Geschäftsverlauf

Zur quantitativen Messung unseres Unternehmenserfolges bedienen wir uns der Kennzahl Umsatz. Als weiteres wichtiges finanzielles Kriterium dient das EBITDA (earnings before interests, taxes, depreciation and amortization). Es ist der Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag zuzüglich Steueraufwand, Zinsaufwand und Abschreibungen. Aus den beiden genannten Kennzahlen ermitteln wir die EBITDA-Marge als Verhältniszahl von EBITDA zu Umsatz.

Nach Beendigung des von den letzten Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen und der in der Folge stark gestiegenen Inflation geprägten Jahr 2022 war eine sprunghafte Zunahme der Reise- und Buchungsumsätze im Frühjahr 2023 festzustellen.

Im Gesamtjahr konnte aufgrund der insbesondere im 1. Halbjahr starken Buchungslage ein signifikantes Wachstum zum Vorjahr erzielt werden. Der Trend zur kurzfristigen Urlaubsbuchung hielt weiter an. Im Herbst konnte daher das im Jahresverlauf höchste Umsatzniveau erreicht werden.

Zum Stichtag 31.12.23 konnte der Auftragsvorlauf für das Jahr 2024 auf Mio. € 13,2 (Vorjahr: Mio. € 8,2) gesteigert werden. Der Reiseumsatz stieg indes auf Mio.€ 48,1 (Vorjahr: Mio.€ 31,8), bei einem Jahresfehlbetrag von Mio.€ 7,3 (Vorjahr: Jahresfehlbetrag Mio.€ 8,7) und einem positiven adj. EBITDA von 4,4 Mio.€ (Vorjahr: adj. EBITDA von Mio.€ 1,4).

Im Folgenden wird ein Überblick über die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage gegeben.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 hat die Gesellschaft Umsatzerlöse in Höhe von T€ 48.127 (Vorjahr: T€ 31.759) aus Reisen erzielt, deren Ende im Berichtsjahr 2023 lag.

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR Anteil in % TEUR Anteil in %
2023 2022
Busreisen 27.569 57,3% 18.580 58,5%
Flugreisen 11.775 24,5% 6.465 20,4%
Schiffsreisen 5.026 10,4% 3.619 11,4%
Eigenanreise 27 0,1% 118 0,4%
Paketverkäufe 1.901 3,9% 1.534 4,8%
Sonstige 1.829 3,8% 1.443 4,5%
Gesamt 48.127 100% 31.759 100%

Der Anteil der Umsätze mit Busreisen am Gesamtumsatz ist gesunken (57,3%; Vorjahr 58,5%). Die Umsatzanteile aus Flugreisen sind gestiegen (24,5%; Vorjahr 20,4%). Die Umsatzanteile aus Schiffsreisen sind gesunken (10,4%; Vorjahr 11,4%). Die Umsatzanteile aus Eigenanreisen sind gesunken (0,1%; Vorjahr 0,4%). Der Anteil des Umsatzes aus Paketverkäufen ist gesunken (3,9%, Vorjahr 4,8%). Die Anzahl der Reisenden ist von 57.660 im Vorjahr auf 79.373 gestiegen.

Die dazugehörigen Materialaufwendungen und Reisevorleistungen betrugen T€ 34.651 (Vorjahr: T€ 23.510). Das Rohergebnis betrug folglich absolut T€ 13.478 (Vorjahr: T€ 8.249), die operative Marge stieg auf 28,0% (Vorjahr: 26,0%). Das hohe Margenniveau ist vor dem Hintergrund der operativen Steuerungsqualität besonders positiv hervorzuheben, da es gelungen ist zum Zwecke der aktiven Margensteuerung Reisen mit niedriger Auslastung vom Veranstalter proaktiv abzusagen oder umzubuchen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken auf T€ 175 (Vorjahr: T€ 214).

Die gewöhnlich größten cash-wirksamen Aufwandspositionen der Gesellschaft, die Materialaufwendungen und Reisevorleistungen sowie die Werbeaufwendungen als Teil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen, sind variabler Natur und konnten dem rollierenden Geschäftsausblick folgend angepasst werden. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr resultiert aus dem erneut höheren Reise- und Buchungsumsatz. Aufgrund der positiven Geschäfts- und Umsatzentwicklung gegenüber dem Vorjahr steigen die Personalaufwendungen auf T€ 4.140 (Vorjahr: T€ 3.329), dies ist im Wesentlichen auf die entsprechend der Umsatzentwicklung notwendigen Personaleinstellungen zurückzuführen. Die übrigen relevanten Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, also die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen, die Zinsen und ähnliche Aufwendungen sowie die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag haben sich in der Struktur nicht verändert. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (T€ 6.444; Vorjahr T€ 6.393) haben sich unwesentlich erhöht. Diese setzen sich im Wesentlichen aus der Abschreibung des im Rahmen der Anwachsung angesetzten Geschäfts- oder Firmenwerts (T€ 5.230) sowie der angesetzten Kundenliste (T€ 917) zusammen. Die Aufwendungen für Werbemaßnahmen sind um 28% zum Vorjahr auf Mio.€ 4,3 (Vorjahr Mio.€ 3,4) gestiegen. Der Buchungsumsatz ist dadurch im gleichen Zeitraum um 60% zum Vorjahr auf Mio.€ 53,3 (Vorjahr Mio.€ 33,4) gestiegen.

Der Auftragsbestand der Gesellschaft lag zum Jahresanfang 2023 deutlich unter den historischen Werten (Mio.€ 15 - 20). Zum Stichtag 31.12.2023 lag der Auftragsbestand (Mio. € 13,2) erneut über den Werten des Vorjahres (Mio. € 8,2) und war damit bereits nahe dem Vor-Krisen-Niveau. Die Gesellschaft erreichte aufgrund weiter steigenden Buchungsumsätzen auch im Jahr 2024 eine positive Entwicklung des Auftragsbestands mit einer erneuten Steigerung zum 31. Dezember 2024 auf Mio.€ 15,2.

Finanzlage

Das Jahr 2023 war insgesamt geprägt von einem kräftigen Umsatzwachstum und dem folgend ein kräftiges Wachstum im operativen Cashflow. Dadurch wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Volumen von 5,5 Mio.€ reduziert und im Rahmen der Tilgungsstruktur des Konsortialkredites planvoll zurückgeführt. Auch im Geschäftsjahr 2024 wurde dieser Tilgungsplan mit weiteren Tilgungen in Höhe von 3,3 Mio.€ fortgeführt, sodass die Gesellschaft die Nettofinanzverbindlichkeiten auf das 1,5 fache des EBITDA reduzieren konnte.

Die Ablösung der verbliebenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnte im Frühjahr 2025 im Wesentlichen durch ein Gesellschafterdarlehen erzielt werden.

Aus diesem Grund ist der gesetzliche Vertreter der Gesellschaft davon überzeugt, mit den aktuell vorhandenen liquiden Mitteln sowie dem operativen Cashflow der Unternehmenstätigkeit sämtliche Zahlungsverpflichtungen im Prognosezeitraum der nächsten 12-18 Monate erfüllen zu können. Die Planung der Gesellschaft im Prognosezeitraum unterliegt weiterhin den Unsicherheiten des Geschäftsverlaufs. Aufgrund des nun abgelösten Konsortialkredites liegt jedoch kein bestandsgefährdendes Risiko aufgrund der Nichteinhaltung der Covenants mehr vor.

Vermögenslage

Im Rahmen der Vermögenslage wird die Bilanz der Leitner Reisen GmbH im Geschäftsjahr 2023 mit dem Vorjahr verglichen.

Vermögensstruktur

31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR
Langfristig gebundenes Vermögen 15.626 25% 21.733 48% -6.107
Kurzfristig gebundenes Vermögen 6.183 10% 5.751 12% 432
Gesamtvermögen 21.809 35% 27.484 60% -6.675
nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 39.633 65% 32.350 40% 7.283
Bilanzsumme 61.442 100% 59.834 100% 1.608

Die Bilanzsumme der Leitner Reisen GmbH liegt bei T€ 61.442 und ist gegenüber dem vorherigen Geschäftsjahr um T€ 1.608 gestiegen.

Der Rückgang des langfristig gebundenen Vermögens ist bedingt durch die Abschreibungen des im Rahmen der Anwachsung angesetzten Geschäfts- oder Firmenwerts (T€ 5.230) sowie der angesetzten Kundenliste (T€ 917).

Die aktiven latenten Steuern sind um T€ 400 gestiegen, dies basiert im Wesentlichen auf der unterschiedlichen Abschreibungsdauer zwischen Handelsbilanz (11 Jahre) und Steuerbilanz (15 Jahre) des durch die Anwachsung übertragenen Geschäfts- oder Firmenwertes.

Kapitalstruktur

31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR
Eigenkapital 0 0% 0 0% 0
Fremdkapital 61.442 100% 59.834 100% 1.608
Gesamtvermögen 61.442 100% 59.834 100% 1.608

Das Eigenkapital weist einen nicht gedeckten Fehlbetrag in Höhe von T€ 39.633 (Vorjahr T€ 32.350) auf.

Das Fremdkapital in Höhe von T€ 61.442 beinhaltet Darlehen in Höhe von T€ 31.921 (Vorjahr TEUR 29.556), bei denen der Darlehensgeber gemäß § 19 Abs. 2 InsO im Rang hinter sämtlichen Forderungen anderer Gläubiger zurückgetreten ist. Die Veränderung resultiert aus endfälligen Zinszahlungen. Die Darlehen werden von mittelbar Beteiligten der Muttergesellschaft gehalten. Das Fremdkapital beinhaltet ferner Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T€ 9.952 (Vorjahr T€ 15.000). Die sonstigen Rückstellungen stiegen um T€ 1.207 auf T€ 10.992. Dies ist im Wesentlichen auf zu erwartende Gerichts-, Prozess- und Anwaltskosten in Höhe von T€ 703 im Zusammenhang mit den Klagen zu den Überbrückungshilfen, sowie ausstehenden Aufwandsrückstellungen gemäß §249 HGB in Höhe von T€ 620 kommend aus den operativen Verpflichtungen zurückzuführen.

In Folge des stark gestiegenen Auftragsbestandes für Reisen des Folgejahres betragen die Erhaltenen Anzahlungen aus (Kunden-)Bestellungen T€ 5.940 (Vorjahr T€ 4.104). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen steigen auf T€ 1.265 (Vorjahr T€ 635). Die sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufgrund einer überaus erfolgreichen Gutscheinkampagne zu Weihnachten 2023 auf T€ 1.338 (Vorjahr T€ 715) gestiegen.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Die gesetzlichen Vertreter beurteilen die Geschäftsentwicklung der Leitner Reisen GmbH zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts als positiv gegenüber dem allgemeinen Marktwachstum und der anhaltend unsicheren Konsumentenstimmung.

Die insgesamt wieder starke Nachfrage nach Urlaubsreisen, beendet die Krisenzeit aus Corona endgültig. Die klare Positionierung auf die finanzkräftige Kundengruppe der Best Ager ermöglicht ein überdurchschnittliches Marktwachstum in den nächsten Jahren.

Obwohl dem zurückliegenden Inflationsschock seit Oktober 2023 eine erhöhte Verunsicherung der Verbraucher aufgrund weltpolitischer Veränderungen und deren wirtschaftlichen Auswirkungen folgt, liegt die Preissteigerung in Deutschland seit gleichem Zeitraum auf einem kontrollierten Niveau nahe dem Zielkorridor von <2%. Die Sparneigung der regionalen Verbraucher wird daher in den nächsten Monaten wieder zurückgehen.

Darüber hinaus wirken sich bereits jetzt die Digitalisierungsmaßnahmen der letzten Jahre positiv auf die Skalierbarkeit und Effizienz der operativen Kosten aus, sodass der Leitner Kunde besser bedient werden kann. Mit gestärktem Auftragsbestand für das Jahr 2025 entwickelt sich das Jahr 2025 im Buchungsumsatz und damit fortfolgend auch im Reiseumsatz über den Erwartungen positiv.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die prognostizierten Werte der gesetzten finanziellen Leistungsindikatoren Umsatz, EBITDA und EB- TIDA-Marge konnten im Jahresverlauf deutlich übertroffen werden. Allerdings kühlte sich das hohe Buchungsniveau aus dem Frühjahr im Jahresverlauf ab, sodass die Leistungsindikatoren leicht unterhalb der Prognose der gesetzlichen Vertreter lagen. Der Umsatz mit 48,1 Mio. EUR, EBITDA mit 4,4 Mio. EUR und die EBITDA-Marge mit 9,2 % liegen damit zwischen der anfänglichen und im Jahresverlauf angepassten Prognose.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die Gesellschaft verfügt über eine breite Kundenbasis, ist für ein nachhaltiges Umsatzwachstum jedoch auch auf die Gewinnung von Neukunden angewiesen. Die Werbeaktionen werden daher neben der allgemeinen Kosten-Umsatz-Relation vor allem auch nach der Neukundenquote bewertet. Im Gesamtjahr 2023 ist diese Kennzahl auf 27,5%, im Vergleich zu 29,8% im Vorjahr gesunken. Zum Zwecke eines nachhaltigen Ausbaus des Kundenstammes wird zukünftig angestrebt den Neukundenanteil auf über 30,0% zu erhöhen, um die natürliche Fluktuation (eintretende Reiseunfähigkeit der Bestandskunden) zu kompensieren.

Die zentrale Ressource beim Leistungserstellungsprozess der Gesellschaft ist die Belegschaft. Die Entwicklung der Mitarbeiterzahl legt leicht auf 77 zum Geschäftsjahresende zu (Vorjahr 76). Die Krankenquote ist von 10,2% im Jahr 2022 auf 5,0% im Jahr 2023 gesunken. Dies lässt sich durch einige Fälle von Langzeitkrankheiten aus dem Jahr 2022 erklären, welche nun wieder gesundet sind.

Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung

Risiken der künftigen Entwicklung

Risikomanagementsystem

Die Risikopolitik des Unternehmens ist integraler Bestandteil der Unternehmenspolitik. Das Geschäftsmodell ist hoch flexibel und hat wenige Abhängigkeiten zu bestimmten Zielgebieten oder Lieferanten. Diese Flexibilität hat sich bei der Veränderung des Reisemixes und dem Bewerben neuer Destinationen insbesondere im Rahmen der Covid-19-Pandemie gezeigt. Unser Ziel ist es, den Unternehmenswert sowohl ökonomisch als auch ökologisch und sozialverträglich, bei möglichst dauerhaft angemessenen finanziellen Renditen kontinuierlich zu steigern. Da die Verfolgung des Ziels unmittelbar mit potenziellen Risiken verbunden ist, stellt der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken den wesentlichen Grundsatz unserer Risikopolitik dar.

Systematisches Risikomanagement zur frühzeitigen Erkennung und Bewertung von Risiken sowie die Nutzung entsprechender Maßnahmen zur Risikoreduzierung wird als fortwährende Aufgabe der Geschäftsführung und Führungsaufgabe in jedem Unternehmensbereich angesehen. Die Risikopolitik der Leitner Reisen GmbH berücksichtigt auch, dass die Bereitschaft, Risiken einzugehen, eine notwendige Voraussetzung zur Nutzung von Chancen ist.

Das Steuerungssystem orientiert sich an Umsatzplanungen, an Zielsetzungen für EBITDA und EBITDA- Marge. Die Planung erfolgt anhand von detaillierten Werbemittel- und Personalplanungen. Die Annahmen für die Umsatzplanung werden auf Unternehmensebene durch die Bereiche Marketing und Produkt generiert, von der Marktseite fließen Branchentrends und die Entwicklungen im Wettbewerbsumfeld mit ein. Ergebnisrelevante Veränderungen werden in Form einer Sofort-Berichterstattung direkt zwischen der Geschäftsführung, dem Beirat und den Direktoren kommuniziert.

Die Identifikation von Risiken erfolgt unter Einsatz von Markt- und Wettbewerbsanalysen, durch enge Kontakte zu Reiseagenturen, Partnern und Lieferanten sowie durch Zusammenarbeit von Geschäftsführung und Produkt-, Marketing- und Finanz-Verantwortlichen. Um zu ermitteln, welche Risiken am ehesten bestandsgefährdenden Charakter für das Unternehmen aufweisen, werden die Risiken gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen in drei Risikokategorien eingestuft (von "hoch" bis "gering").

Absatz- und Marktrisiken (Risikoklasse: mittel)

Als hohes Risiko für die Gesellschaft wurde ein Vorgang höherer Gewalt in Form der Covid-19-Pandemie angesehen. Diese globale Krise führte bereits zu branchenübergreifenden Umwälzungen. Besonders der Tourismussektor war von Ausgangsbeschränkungen und Grenzschließungen sehr stark betroffen. Bei der vom Auswärtigen Amt ausgesprochenen Reisewarnung handelte es sich um einen historisch einmaligen Vorgang. Die ergriffenen staatlichen Maßnahmen wie das dedizierte Busreiseverbot oder eine Beschränkung der Busauslastung auf 25% der Kapazität, stellten konkrete bzw. faktische Berufsverbote dar.

Nach der weitestgehenden Aufhebung der Coronamaßnahmen im Frühjahr 2022 war ein deutlicher Aufschwung in der Buchungslage erkennbar. Allerdings drückten die Energiekrise und die Inflation im zweiten Halbjahr spürbar die Konsumfreude der Kunden. Dies zeigte sich in einem spürbaren Rückgang der Buchungen. Dieser Rückgang war bis zum Ende des Geschäftsjahres 2022 spürbar. Im Frühjahr 2023 war jedoch eine deutliche Verbesserung der Konsumlaune der Kunden und Kundinnen wahrnehmbar. Die Buchungseingänge lagen zeitweise über dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019. Die anhaltend hohe Inflation in Deutschland, der Angriffskrieg auf die Ukraine und die Unruhen im Nahen Osten führten hier aber generell zu einer Unsicherheit im Markt. Diesem Marktrisiko wird durch aktives Auslastungs- und Kostenmanagement begegnet, um die Profitabilität zu optimieren. Der Einsatz zusätzlicher Marketingmaßnahmen wird dabei ständig hinsichtlich des zusätzlichen Nutzens überprüft. Die Entwicklung der Inflation und der Konsumneigung wird vom Management weiterhin überwacht, um frühzeitig auf neue Entwicklungen reagieren zu können. Die aktuelle Marktlage stellt für das Unternehmen ein mittleres Risiko dar, da ein Teil der Zielgruppe der Best Ager aufgrund der erhöhten Sparsamkeit zwar in der unmittelbaren Kaufentscheidung beeinflusst wird, jedoch über überdurchschnittlich hohe finanzielle Mittel verfügt.

Finanzierungsrisiken (Risikoklasse: mittel)

Insbesondere aus Finanzierungssicht galt es, den Zeitraum bis zur Normalisierung der Geschäftstätigkeit nach Corona finanziell zu überbrücken. Die hierfür erforderlichen externen Verbindlichkeiten konnten nun zurückgeführt werden, sodass in Bezug auf bestehende Kreditverträge keine Finanzierungsrisiken mehr bestehen.

Die Gesellschaft hat im Jahr 2021 Überbrückungshilfen in Höhe von EUR 9,9 Mio. im Zusammenhang mit der Corona Pandemie erhalten. Am 19. Oktober 2023 ergingen Ablehnungs-, Aufhebungs- und Rückforderungsbescheide zu den bereits ausgezahlten Überbrückungshilfen zu. Das Management der Leitner Reisen GmbH vertritt in Übereinstimmung mit seinen juristischen Beratern, welche ihre Sichtweise in einem umfangreichen Memorandum dargestellt haben, den Standpunkt, dass eine Rücknahme des Bewilligungsbescheids unzulässig ist, da die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Rücknahme nicht erfüllt sind. Am 27.10.2023 ging ein Bescheid der IHK München und Oberbayern zur Stundung und Einräumung von Teilzahlungen der Rückzahlung ein, das einen zinsfreien Ratenzahlungsplan ab dem 30.06.2025 bis 30.06.2028 bestätigt. Trotz der gewährten Stundung hat Leitner in Abstimmung mit seinen juristischen Beratern am 17.11.2023 Klage gegen die Ablehnungs-, Aufhebungs- und Rückforderungsbescheide beim Verwaltungsgericht Ansbach eingereicht. Eine Klageerhebung gegen die Bescheide hat aufschiebende Wirkung, das heißt die Rückforderung der Erstattungsbeträge (ohne Zinsen) kann, während der laufenden Verwaltungsgerichtsverfahren nicht durchgesetzt werden. Der juristische Rechtsbeistand der Leitner, Milbank, geht von einer erstinstanzlichen Verfahrensdauer von etwa 18-24 Monaten aus. Im Anschluss an eine erstinstanzliche Entscheidung des Verwaltungsgerichts Ansbach kämen Rechtsmittelverfahren zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bzw. zum Bundesverwaltungsgericht in Betracht. Selbst im Falle einer weiter bestehenden Rückzahlungsforderung nach dem Klageverfahren wäre die Leitner Reisen GmbH im Stande im Rahmen der vereinbarten Ratenzahlung die Überbrückungshilfen zurückzuzahlen. Daher rechnet die Geschäftsführung hieraus mit keinen kurzfristigen Mittelabflüssen innerhalb des Prognosezeitraums.

Die Entwicklung der Gesellschaft war und ist damit unmittelbar von der nachhaltigen Erholung der Reisebranche abhängig. Mögliche Finanzierungsrisiken entstehen der Gesellschaft aufgrund der nur mittelbar relevanten Absatz- und Marktrisiken bzw. sonstigen operativen Risiken durch die Rückzahlungsforderung der beantragten Überbrückungshilfen. Diese, aufgrund der laufenden Klage noch aus Sicht der Geschäftsführung ungewisse Rückzahlungsverbindlichkeit wird jedoch unter Berücksichtigung der jeweiligen Innenfinanzierungskraft der Gesellschaft, wenn überhaupt zeitlich gestaffelt erwartet, sodass keine wesentliche Beeinträchtigung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit besteht.

Aus diesem Grund geht der gesetzliche Vertreter der Gesellschaft davon aus, mit den aktuell vorhandenen liquiden Mitteln sowie dem operativen Cashflow der Unternehmenstätigkeit sämtliche Zahlungsverpflichtungen im Prognosezeitraum erfüllen zu können.

Liquiditäts- und Zahlungsausfallrisiken von Kunden sind vernachlässigbar, da der einzelne Kunde weit überwiegend lediglich im Promillebereich zum Umsatz bzw. zum Unternehmenserfolg beiträgt.

Produktrisiken (Risikoklasse: gering)

Als Reiseveranstalter steht die Sicherheit unserer Kunden und Kundinnen stets im Fokus. Die politischen Rahmenbedingungen in den Zielgebieten werden deshalb permanent vom Unternehmen überwacht.

Aufgrund der breiten Produkt- und Zielmarktdiversifikation und des flexiblen Geschäftsmodells der Gesellschaft bedeuten möglicherweise angespannten politischen Rahmenbedingungen jedoch nur eine insgesamt geringfügige Erhöhung der Produkt- und Umfeldrisiken, denen effektiv durch eine Verlagerung der Zielgebiete begegnet werden kann. Die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen im deutschsprachigen Raum und den Zielgebieten beeinflussen hingegen nur in geringem Maße die weitere Entwicklung der Gesellschaft. Gleichwohl können sich im Falle von tatsächlichen kriegerischen Handlungen Auswirkungen auf die allgemeine Reiselust der deutschen Bevölkerung ergeben sowie auf die Kosten für Bus- und Flugreisen auf Grund gestiegener Ölpreise.

Generell besteht bei unserem Produktportfolio das Risiko von höherer Gewalt ebenso wie Katastrophen in Zielgebieten durch "höhere Gewalt" oder Unglücksfällen mit Transportmitteln (Busse, Flugzeuge, Schiffe). Kurzfristig liegt in solchen Fällen der Fokus auf der Betreuung der Reisenden, was zu punktuellen Mehraufwendungen führen kann, im Ernstfall jedoch durch eine Veranstalterhaftpflichtversicherung samt Krisenmanagement begleitet wird.

Seit 24. Februar 2022 kommt es in der Ukraine zu einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Russland. Die Auswirkungen auf das Produktportfolio von Leitner Reisen sind allerdings gering, da der Fokus der Reiseziele im mittel- und südeuropäischen Raum liegt. Der Bereich Ost-Europa ist für Leitner Reisen ein Nischenmarkt, die geplanten Reisen, im wesentlichen Reisen nach St. Petersburg und Flusskreuzfahrten, wurden sofort nach Ausbruch des Krieges von Leitner storniert und aus dem Sortiment genommen. Auf Grund der geringen Anzahl an geplanten Reisen nach Ost-Europa, hat deren Absage keinen nennenswerten Effekt auf den Gesamtjahresumsatz. Auch mit Blick nach vorne ist der direkte Einfluss des Russland-Ukraine-Krieges nur unwesentlich für die geplante Geschäftsentwicklung.

Seit dem 07. Oktober 2023 kommt es zu gehäuften terroristischen Aktionen unter Führung der radikalislamistischen Hamas aus dem Gazastreifen gegen Israel. Die Auswirkungen auf das Produktportfolio von Leitner Reisen sind allerdings gering, da für das Zielgebiet nur ausgewählte Reisegruppen geplant waren. Diese konnten noch vor Reiseantritt kostenfrei storniert werden.

Beschaffungsrisiken (Risikoklasse: gering)

Kritisch müssen weiter Risiken durch Insolvenzen großer Leistungsträger betrachtet werden, ebenso wie Katastrophen in Zielgebieten durch "höhere Gewalt" oder Unglücksfälle mit Transportmitteln (Busse, Flugzeuge, Schiffe). Kurzfristig liegt in solchen Fällen der Fokus auf der Betreuung der Reisenden, was zu punktuellen Mehraufwendungen führen kann, im Ernstfall jedoch durch eine Veranstalterhaftpflichtversicherung samt Krisenmanagement begleitet wird. In der Folge können Werbeaktivitäten schnell einer sich ändernden Nachfrage angepasst werden und bedeutsame Risiken in Bezug auf Umsätze und EBITDA verneint werden.

Wechselkursrisiken (Risikoklasse: gering)

Das Risikopotenzial durch Wechselkursrisiken ist überschaubar, da der weit überwiegende Teil der Beschaffung von Reisevorleistungen in EUR abgewickelt wird. Speziell bei den internationalen Flugreisen kann es grundsätzlich zur Beschaffung von Reisevorleistungen in Fremdwährungen kommen. Zur Begrenzung der damit verbundenen Risiken werden die zugrunde gelegten Wechselkurse in den Produktkalkulationen rollierend angepasst.

Chancen für die künftige Entwicklung

Möglichkeiten, die künftige Entwicklung der Gesellschaft positiv zu beeinflussen, werden vor allem auf der Vermarktungsseite gesehen. Hiermit können bisherige Vertriebsregionen umfassender bedient werden. Es können jedoch auch risikoarm neue Vertriebsregionen aufgebaut werden. Darüber hinaus wird das flexible Produktions- und Vermarktungsmodell der Funktion eines Paketreiseveranstalters auch verstärkt Partnern angetragen, die selbst Reiseveranstalter sind. Auch hier ist die Gesellschaft stets im Austausch mit neuen möglichen Partnern. Es wurden standardisierte und automatisierte Schnittstellen geschaffen, um einen schnellen und einfachen Anschluss der Partnerfirmen zu ermöglichen.

Eine weitere Chance für die künftige Entwicklung bietet der Aufbau neuer Vertriebsregionen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts läuft ein Projekt zum Markteintritt in das Rheintal.

Prognosebericht

Das Geschäft im Jahr 2025 entwickelt sich über den Erwartungen positiv, insbesondere vor dem Hintergrund der weiter unsicheren Konsumentenstimmung. Die noch während der Coronakrise gestarteten Maßnahmen und Projekte entfalten weiter ihre Wirkung und zeigen, dass sie vom Kunden in dieser Form angenommen werden. Es ist derzeit davon auszugehen, dass die Tourismusbranche im Gegensatz zum gesamtwirtschaftlichen Umfeld im Jahr 2025 gegenüber 2024 voraussichtlich um +4% wächst und im Veranstaltermarkt für die relevante Zielgruppe der "Best Ager" um +7%. Der Reiseumsatz entwickelte sich von 31,8 Mio. EUR im Jahr 2022 auf 48,1 Mio. EUR im Jahr 2023 und stieg im Geschäftsjahr 2024 weiter auf 56,6 Mio. EUR an.

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts verzeichnet das Unternehmen eine anhaltend hohe Reisenachfrage über dem Niveau des Vorjahres.

Für das Jahr 2025 rechnet die Gesellschaft unter Berücksichtigung der aktuellen Rahmenbedingungenmit einem Umsatz von 61,1 Mio. EUR und einem zu erwartenden adj. EBITDA von 6,4 Mio. EUR mit einer EBITDA-Marge von über 10%.

 

Allersberg, den 26.05.2025

Die Geschäftsführung

Rafael Baer

und

Fabian Schreder

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 3. Juni 2025 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die die Leitner Reisen GmbH, Allersberg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der die Leitner Reisen GmbH, Allersberg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der die Leitner Reisen GmbH, Allersberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben im Absatz "Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit" des Anhangs und die Angaben in den Abschnitten "Finanzlage" und "Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Beeinträchtigungen durch das Covid-19-Virus zwar rückläufig sind, allerdings die kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine und die damit gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sich sowohl auf die Erholung der Tourismusbranche als auch auf die Ertragslage der Gesellschaft negativ ausgewirkt haben. Im Frühjahr 2025 konnten die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten vollständig zurückgezahlt werden. Zur Finanzierung wurden neue Darlehen in Höhe von insgesamt Mio. € 6,25 aufgenommen, welche überwiegend mit einem Rangrücktritt gemäß §19 Abs. 2 InsO versehen ist und Ende Mai 2027 fällig werden. Die Gesellschaft plant im Prognosezeitraum einen positiven operativen Cashflow und geht aus diesem Grund davon aus, mit den aktuell vorhandenen liquiden Mitteln sowie dem operativen Cashflow sämtliche Zahlungsverpflichtungen im Prognosezeitraum erfüllen zu können. Zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ist die Gesellschaft damit von der Einhaltung der Planungsprämissen abhängig. Wie in den oben genannten Abschnitten dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Die Gesellschaft ist zum 31.Dezember 2023 bilanziell nach § 19 Abs. 2 InsO überschuldet und weist einen "Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" in Höhe von T€ 39.633 (Vorjahr T€ 32.350) aus. Nach Abzug der Verbindlichkeiten mit Rangrücktritt gemäß § 19 Abs. 2 InsO verbleibt zum 31. Dezember 2023 eine Überschuldung in Höhe von T€ 7.712. Zu keiner Zeit lag eine Insolvenzantragspflicht vor, da die Gesellschaft von einer Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgeht (positive Fortführungsprognose). Der Jahresabschluss und der Lagebericht wurden unter der Annahme der Unternehmensfortführung entsprechend aufgestellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 27. Mai 2025

QUADRILOG WIRTSCHAFTSPRÜFUNG

Dirk Schiffers, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

3 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.