AIR LIQUIDE Electronics GmbH
Selbe AdresseHerstellung von Industriegasen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Maria Fabrega seit 20.12.2024 | Prokura |
Uta Henrike Hepermann seit 27.8.2024 | Prokura |
Johann Dumser seit 29.10.2021 | Prokura |
Stefan Jörg Steinmeier seit 22.10.2020 | Geschäftsführer |
Christian Georg Dr. Wiedmann seit 18.9.2017 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 92.50% | |
AIR LIQUIDE INTERNATIONAL S.A | 7.50% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KGDüsseldorfKonzernabschluss zum 31.12.2020Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 20201. Allgemeine InformationDie Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG, nachfolgend kurz "ALIG", mit Sitz in Düsseldorf, ist eine 100%ige Tochter der französischen Air Liquide S.A., Paris/Frankreich. Wir gehören damit zur Air Liquide Gruppe, einem der führenden Anbieter von Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 2. Geschäft und Rahmenbedingungen2.1 GeschäftDie Aktivitäten der weltweiten Air Liquide Gruppe sind nach ihren spezifischen Produkten und Dienstleistungen in die Geschäftssegmente Gase und Service, Engineering/Anlagenbau und Globale Märkte und Technologien unterteilt. Die ALIG ist die Muttergesellschaft des deutschen Teilkonzerns der Air Liquide Gruppe. Sie ist mit ihren Tochtergesellschaften in den Segmenten Gase und Service sowie Engineering/Anlagenbau tätig, wobei das Segment Gase und Service die Business Lines Large Industries, Industrial Merchant, Electronics und Healthcare umfasst. Die Tätigkeit des Bereichs Large Industries konzentriert sich auf die Produktion und den Vertrieb von Luftgasen und Wasserstoff via Pipeline. Darüber hinaus werden Großkunden an bestimmten Standorten mit diesen und anderen Gasen sowie mit Synthesegas versorgt. Es werden insbesondere Kunden aus der Stahlindustrie sowie der chemischen und petrochemischen Industrie beliefert. Daneben betreiben zwei Tochtergesellschaften Anlagen zur Erzeugung von elektrischer Energie, Wärme und Kälte für einen spezifischen Kunden. Im Geschäftsjahr 2020 lag der Fokus des Geschäftsfeldes auf der Verlängerung strategischer, langfristiger Kundenverträge. Die Business Line Industrial Merchant beschäftigt sich mit der Produktion, der Abfüllung und dem Vertrieb von technischen Gasen und Kohlendioxid. Zu den Produkten gehören reine Gase wie Sauerstoff, Stickstoff, Argon, Acetylen, Wasserstoff, Edel- und Prüfgase sowie speziell nach Kundenbedürfnissen hergestellte Gasgemische. Die Kundenstruktur umfasst sowohl große als auch mittelständische Unternehmen, insbesondere aus der Automobil-, der Metall- und der Lebensmittelbranche, sowie Handwerksbetriebe aller Größen. Der Bulk-Bereich beinhaltet die Kunden, die überwiegend über Tanklastwagen oder kleinere On-Site-Anlagen versorgt werden, während im Cylinder-Bereich die Kunden betreut werden, die überwiegend mit Gasflaschen versorgt werden. In der Business Line Electronics werden Gase sowie damit verbundene Dienstleistungen an Kunden im Bereich der Mikroelektronik sowie der Photovoltaik vertrieben. Zudem werden Versorgungssysteme für Reinstmedien (Spezial- und Reinstgase, Chemikalien für die Halbleiterindustrie und Reinstwasser) entwickelt und konstruiert. Im Bereich Healthcare ist die Schülke & Mayr Gruppe mit dem Geschäftsfeld Hygiene auf dem Gebiet der Hygiene-Prophylaxe und Antisepsis im ärztlichen und Krankenhausbereich sowie in der pharmazeutischen, der Lebensmittel- und der Kosmetikindustrie tätig. Im Geschäftsfeld Spezial-Additive werden Konservierungsmittel und Zusätze für die Kosmetikindustrie sowie Biozide für die Farben- und Lack- und die metallverarbeitende Industrie sowie für die Öl-/Gasförderung und die Anwendung in Biodiesel hergestellt. Der kontinuierliche Ausbau des internationalen Geschäftes in den letzten Jahren steht weiter im Mittelpunkt der Aktivitäten, sodass die Unternehmensgruppe mittlerweile mehr als die Hälfte ihres Umsatzes außerhalb Deutschlands erzielt. Wie bereits im November 2019 angekündet, wurde die Schülke & Mayr GmbH einschließlich ihrer gesamten Teilkonzengesellschaften mit Wirkung zum 31. Juli 2020 veräußert, um sich auf die Kerngeschäfte im Bereich Gase und Gesundheitswesen zu konzentrieren. Die VitalAire Gruppe ist als Home Healthcare Unternehmen auf dem Gebiet der respiratorischen Heimtherapie mit dem Vertrieb von medizinischen Geräten und Gasen sowie zugehörigen Serviceleistungen tätig. Therapieschwerpunkte sind hierbei insbesondere die außerklinische Beatmung bei chronischen Atmungsschwächen, die Sauerstoff-Langzeittherapie, die Schlafapnoe-Therapie für Patienten mit schlafbezogenen Atemstörungen sowie das Monitoring zur Überwachung von Vitalparametern. Seit 2011 gehört auch die Infusionstherapie mit integriertem Arzneimittelhandel einschließlich der Betreuung von Patienten im Bereich der Parkinson-Erkrankung sowie seit 2015 im Bereich der PAH- (pulmonal arterielle Hypertonie), die Chemo- und Schmerztherapie zu den Geschäftsfeldern der VitalAire. Im Bereich der außerklinischen Intensivpflege ist die VitalAire seit Ende 2011 erfolgreich tätig und akquirierte im Januar 2020 drei Unternehmen in Bayern. Die Tätigkeit der AIR LIQUIDE Medical beinhaltet die Abfüllung und den Vertrieb von medizinischen Gasen sowie von Anwendungen und Dienstleistungen an Krankenhäuser, Ärzte und andere Gesundheitseinrichtungen. Im Segment Engineering/Anlagenbau entwickelt, plant und baut die Air Liquide Global E&C Solutions Germany GmbH (im folgenden kurz "AL Global E&C"), die bis Februar 2014 als Lurgi GmbH firmierte, mit ihren Tochtergesellschaften Anlagen zur Verarbeitung von Ressourcen wie Öl, Erdgas, Kohle und Pflanzenrohstoffen zu Synthesegas, Wasserstoff, synthetischen Treibstoffen sowie petrochemischen Produkten. Im Zuge der Ausrichtung der Air Liquide Gruppe auf eine Reduzierung von CO 2 Emissionen und der Fokussierung auf erneuerbare Energien (Stichworte: "Green Deal" und "Hydrogen Economy") werden insbesondere Technologien zur Entwicklung von hocheffizienten und umweltfreundlichen Produktionsprozessen, z.B. im Bereich CO 2 -Abscheidung, Gasreinigung und Entschwefelung, sowie Technologien der "Grünen Chemikalien und Kraftstoffe", unter anderem für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie vorangetrieben. Dieser Entwicklung wurde unter anderem mit der Gründung einer "Elektrolyse Product Unit" Rechnung getragen. Während die Kunden im Segment Gase und Service überwiegend im Inland ansässig sind, sind wesentliche Absatzmärkte im Bereich Engineering/Anlagenbau die Regionen mit großen Rohstoffvorkommen wie Öl, Gas, Kohle und Biomasse. Hierzu gehören der Mittlere Osten, Südostasien, Nord- und Südamerika sowie die Länder der GUS, aber auch China und Indien. Für die wesentlichen inländischen Gesellschaften des ALIG-Konzerns bestanden zum 31. Dezember 2020 Beherrschungs- und Ergebnis- bzw. Gewinnabführungsverträge sowie eine ertrag- und umsatzsteuerliche Organschaft mit der ALIG als Organträgerin. 2.2 Wirtschaftliche EntwicklungIn Deutschland sank das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 um 4,9% gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr Anstieg: 0,6%). Die Erwartung für 2020 hatte bei einem Rückgang von 4,2% gelegen. Die unterjährige Entwicklung zeigt dabei eine unterschiedliche Dynamik der Wirtschaft: nach einem Einbruch im 1. Quartal und vor allem im 2. Quartal des Jahres infolge der Corona-Krise und dem damit einhergehenden Shutdown der Wirtschaft, konnte sich die Wirtschaftsleistung in der zweiten Jahreshälfte etwas erholen. Der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in der Eurozone mit 6,8% lag sogar noch über dem der deutschen Wirtschaft. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe ist nach einem Rückgang von 3,2% in 2019 in 2020 sogar um 8,2% gesunken und lag damit innerhalb des prognostizierten Rückgangs von 8,4%. Die Preise haben sich, gemessen am Verbraucherpreisindex, nur um 0,5% gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Jahresteuerungsrate lag damit weit unter dem Niveau des Vorjahres (+1,4%). Die Rohölpreise in USD lagen in 2020 mit durchschnittlich 42 USD/Barrel unter dem Preis von 2019 mit 64 USD/Barrel (-34,4%). Zusätzlich erfuhr der EURO gegenüber dem US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr eine Aufwertung von 9,0%. Als Ergebnis dieser Entwicklungen lag der Durchschnittspreis für Dieselkraftstoffe in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2020 um 15,1 Cent oder 12,0% unter dem Vorjahr. Für den Bereich Healthcare ist neben der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung der anhaltende Kostendruck in den Märkten von Bedeutung. Der Bereich Hygiene war im Berichtsjahr 2020 durch die Covid-19 Krise und die damit verbundene sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Desinfektionsprodukten gekennzeichnet. Der Bereich Spezial Additive ist durch die internationale Preisharmonisierung und Globalisierung einem starken Wettbewerb in den Märkten ausgesetzt. Weltweit war im Jahr 2020 ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 3,7% zu verzeichnen, wobei der Wirtschaftsraum Asien/Pazifik mit -1,1% den geringsten Einbruch hinnehmen musste. Der Rückgang in Nordamerika und Westeuropa lag bei 3,7% bzw. 6,9%. 3. Unternehmenssituation3.1 UmsatzentwicklungDer ALIG-Konzern erzielte im Geschäftsjahr Umsätze in Höhe von MEUR 1.594, was gegenüber dem Vorjahr mit einem Umsatz von MEUR 1.700 einem Rückgang von MEUR 106 oder 6,2% bedeutet. Umsatz nach Segmenten:
Das Segment Gase und Service beinhaltet die Umsätze der Business Lines Industrial Merchant, Large Industries, Healthcare und Electronics. Die Business Line Industrial Merchant beinhaltet zu je etwa 36% das Bulk- und das Flaschengeschäft mit externen Kunden. Darüber hinaus werden Umsätze mit On-Site-Anlagen und mit dem Verkauf von Hardware und Services erzielt. Die Umsätze im Bereich Industrial Merchant sind im Vorjahresvergleich insbesondere aufgrund gesunkener Absatzvolumina um insgesamt 5,4% gesunken. In der Business Line Large Industries war ein Rückgang des konsolidierten Umsatzes von 8,8% zu verzeichnen, wobei die Entwicklung der Erdgas- und Strompreise hierauf einen signifikanten Einfluss hatte. Bereinigt um diesen Effekt lag der Umsatz 4,6% unter dem Vorjahresniveau. Beeinflusst durch die negativen Effekte der Covid-19 Krise lag der Umsatz im Bereich der Luftgase (Sauerstoff, Stickstoff, Argon) -6,7% unter dem Vorjahresniveau. Im Produktbereich Wasserstoff-, Synthesegas- und Kohlenstoffmonoxid zeichnete sich derselbe Trend ab: der Umsatz lag -4,7% unter dem Umsatz in 2019. Die Umsätze der Energieversorgungscenter lagen ebenfalls unter dem Vorjahresniveau. Der Umsatz in der Business Line Healthcare ist insgesamt um 15,8% gesunken. Dies ist insbesondere auf das unterjährige Ausscheiden der Schülke & Mayr Gruppe aus dem ALIG Konzern zurückzuführen. Im Vergleich des 7-monatigen Konsolidierungszeitraumes des Geschäftsjahres 2020 mit dem 12-monatigem Zeitraum des Jahres 2019 sind die Umsätze der Schülke & Mayr Gruppe zwar insgesamt um 30,1% gesunken, monatsbereinigt jedoch aufgrund der starken Covid-19 Nachfrage nach Desinfektionsprodukten um ca. 20% angestiegen. Bereinigt um den Effekt aus der Konsolidierungskreisänderung der Schülke & Mayr Gruppe ist der Umsatz in den fortgeführten Geschäftsbereichen dagegen um 8,2% angestiegen. Bei der VitalAire Gruppe war im Geschäftsjahr 2020, begleitet von der Covid-19 Krise, insgesamt ein Umsatzanstieg von 9,3% zu verzeichnen, der sich über alle Bereiche erstreckt: im Bereich Beatmung sind die Patientenzahlen und die Nachfrage nach Versorgungspauschalen gestiegen, jedoch ist der Verkauf von Geräten leicht rückläufig im Vergleich zum Vorjahr gewesen. Im Bereich der Sauerstofftherapie erhöhten sich zwar die Patientenzahlen, der Umsatz verbesserte sich im Vorjahresvergleich jedoch weitestgehend nur im Bereich der Versorgungspauschalen. Der Schlaftherapiebereich zeigte in diesem Jahr bei den Versorgungspauschalen einen Anstieg der Umsätze, begleitet von höheren Patientenzahlen; die Umsätze im Bereich Verkauf sind ebenfalls trotz eines leichten Rückgangs der Patientenzahlen gestiegen. Die Entwicklung des Geschäftsjahres 2020 mit der weiterhin starken Tendenz der Krankenkassen zu Versorgungspauschalen und dem gleichzeitigen weiteren Rückgang im Bereich Verkauf, profitierte im Berichtsjahr auch noch von dem Verbot der Ausschreibungen von Hilfsmitteln in 2019, wobei mit einem Großteil der Krankenkassen mittlerweile neue Verträge bzw. neue Preisvereinbarungen geschlossen wurden. Bei dem Vertrieb von Gasen und Dienstleistungen durch die AIR LIQUIDE Medical lag der Umsatz 4,8% über dem Vorjahresniveau. In der Business Line Electronics ergab sich insgesamt eine negative Entwicklung im Umsatzbereich (-2,6%). Während der Verkauf von Gasen an die Kunden der Halbleiterindustrie leicht über dem Vorjahresumsatzniveau lag, führte der Rückgang im Bereich der Dienstleistungen sowie Installations insgesamt zu einem Rückgang der Bereichsumsätze. Im Segment Engineering/Anlagenbau lag der Umsatz um MEUR 46,6 über dem Vorjahresumsatz, da im Berichtsjahr Großprojekte mit höheren Vertragsvolumen abgeschlossen und an die Kunden übergeben wurden. Von den im Jahr 2020 insgesamt bearbeiteten 207 Aufträgen (Vorjahr: 238 Aufträge) mit einem Gesamtwert von MEUR 978 (Vorjahr MEUR 1.117) wurden 58 Aufträge (Vorjahr: 100 Aufträge) unterjährig abgeschlossen. Der externe Auftragseingang konnte im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden. Die größten Absatzmärkte im Geschäftsjahr 2020 waren Europa, Russland und Asien. 3.2 ProduktionDie Produktionsmengen der Werke im Large Industries Bereich, die die On-Site-Kunden sowie die Kunden an der Luftgase- und Wasserstoffpipeline und der Synthesegasanlage versorgen, entsprechen den Absatzmengen, da die gasförmigen Produkte nicht gelagert werden. Wasserstoff wird teilweise zugekauft und von verschiedenen Lieferanten sowie eigenen Anlagen in die Wasserstoffpipeline eingespeist. Die Produktionsmengen der Luftgaseanlagen als auch die der Verflüssigungsanlagen, die den Industrial Merchant Bereich versorgen, lagen im Geschäftsjahr entsprechend den gesunkenen Absatzmengen unter dem Niveau des Vorjahres. Die Synthesegas- sowie die Kohlenmonoxidproduktion lagen ebenfalls unter dem Vorjahresniveau. Im Bereich Industrial Merchant lagen im Jahr 2020 die Produktionszahlen im Flaschengeschäft 10,7% (gemessen in Zylinderäquivalenten (CEQ)) unter dem Vorjahresniveau. In der Business Line Electronics werden an einzelnen Standorten bei Kunden Vor-Ort-Erzeugungsanlagen für die Gasproduktion betrieben. In der Business Line Healthcare wird insbesondere bei Schülke & Mayr produziert. In der Produktion wird das Operational Excellence Programm kontinuierlich weiterentwickelt, um die Effektivität und Effizienz zur Nutzung der heutigen Anlagen weiter zu verbessern und mehr Menge produzieren zu können. Wesentliche Qualitätsrichtlinien und Normen wie GMP (Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen für die Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln), DIN EN ISO 9001 und 13485 (Qualitätssicherung für Medizinprodukte) sowie Richtlinien für Umweltmanagementsysteme werden erfüllt. Im Bereich Engineering/Anlagenbau war im Geschäftsjahr 2020 eine im Vergleich zu 2019 geringere Auslastung zu verzeichnen. Dies resultierte insbesondere aus dem geringeren Auftragsbestand und der Verzögerung von großen Auftragseingängen wie insbesondere einem Engineering und Procurement Paket für Methanol. Die höheren Aufwendungen im Bereich Angebotsbearbeitung zeichnen sich in deutlich gestiegene Angebotsstunden gegenüber 2019 ab. Die wesentliche Auslastung des Jahres 2020 bestand aus Basic Engineering für verschiedene Technologien, insbesondere für Butadiene, Syngas sowie einleitende Arbeiten für gruppeninterne Projekte in Saudi Arabien. Die Arbeiten an einer Reststoffvergasung in Kanada wurden weiter fortgesetzt. Im Bereich Projektabwicklung wurden im Geschäftsjahr 2020 insgesamt 207 (Vorjahr 238) externe Aufträge mit einem Gesamtwert von MEUR 978 (Vorjahr MEUR 1.117) bearbeitet. Davon konnten 58 (Vorjahr 100) Aufträge abgeschlossen und an den Kunden übergeben werden. 149 (Vorjahr 138) Aufträge befanden sich zum Jahresende noch in der Abwicklung. Die Schwerpunkte der Aufträge lagen im Jahr 2020 in den Bereichen Synthesegas/ Sulfur-Management und Gas-to-Petrochemicals. Regional wurden die Aufträge überwiegend in Asien (106), Europa (52) und Amerika (30) bearbeitet. 3.3 BeschaffungIn 2020 bewegten sich die Stromkosten deutlich unterhalb des Vorjahresniveaus und folgten damit dem Trend für Spot- und Kalenderprodukte, die an der Leipziger Strombörse gehandelt werden. Die spezifischen Erdgaskosten und auch die Zukaufskosten für Wasserstoff (abhängig von der Preisentwicklung des Erdöls und Erdgases) lagen ebenfalls unter dem Wert des Vorjahres. Die Veränderungen von Strom-, Gas und Wasserstoffbeschaffungskosten werden im Bereich Large Industries jeweils weitgehend über Eskalationsformeln an die Kunden weitergegeben. Für den Bereich Industrial Merchant ist insbesondere die Entwicklung der Transportkosten und der allgemeinen Produktionskosten relevant. Gleiches gilt für den Vertrieb von Gasen in den Bereichen Electronics und Healthcare. Zur Verminderung der Kosten wurde daher weiterhin ein besonderer Fokus auf die Optimierung der Transportkosten sowie auf Effizienzprojekte in den Produktionswerken gelegt. In der Business Line Healthcare kam es infolge der durch die Covid-19 Krise ausgelösten gestiegenen Kundennachfragen nach Desinfektionsmitteln und Equipment zu einem signifikanten Anstieg der Rohstoffpreise. Die Beschaffung von knappen Rohstoffen und Verpackungsmitteln war eine der Herausforderungen in 2020. Im Bereich Engineering/Anlagenbau werden fast alle Komponenten, die Bestandteile der Anlagen sind, zugekauft. Somit spielt die Beschaffung eine wesentliche Rolle bei dem Ziel, die Anlagen sicher, gemäß vorgegebener Kosten und Termine und unter Erfüllung aller vertraglich definierten Kundenanforderungen zu erstellen. Die Beschaffung umfasst hierbei den Einkauf, die Qualitätskontrolle, die Terminsicherung sowie die Logistik, das heißt, den Transport der Komponenten zum jeweiligen Aufstellungsort. Die Beschaffung erfolgt weltweit, unter Einbeziehung des globalen Netzwerkes mit Beschaffungsorganisationen in Frankreich, Polen, Indien, China und USA. Schwerpunkt-Aktivitäten lagen im Bereich Risikomanagement innerhalb des Beschaffungsprozesses, der Lieferanten-(Re-)-Qualifizierung und -Bewertung sowie in der Bearbeitung und Verhandlung von Claims und Rückbelastungen an Lieferanten aus laufenden Projekten. Das Beschaffungsvolumen lag über dem Vorjahreswert. 3.4 ErtragslageZur Kommentierung der Entwicklung der Umsatzerlöse wird auf die Erläuterungen unter Punkt 3.1. des Lageberichtes verwiesen. In der Ausführung zur Ertragslage ist zu berücksichtigen, dass die Schülke & Mayr Gruppe im Geschäftsjahr 2020 nur für 7 Monate einbezogen ist, während das Vorjahr die Zahlen für das gesamte Geschäftsjahr (12 Monate) enthält. Der Rückgang des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen (MEUR -75 in 2020; Vj. MEUR -19) bezieht sich fast ausschließlich auf laufende Projekte im Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau. Die Reduzierung steht im Zusammenhang mit der Abrechnung von Projekten im laufenden Geschäftsjahr. Die aktivierten Eigenleistungen reduzierten sich um MEUR 0,8 durch abgeschlossene und laufende Projekte im Bereich Gase und Service von MEUR 6,4 auf MEUR 5,6. Der Materialaufwand hat sich im Verhältnis zu den Umsatzerlösen von 42,6% im Vorjahr auf 37,5% in 2020 verringert. Die Reduzierung ist im Wesentlichen dem Geschäftsbereich Engineering zuzuordnen. Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderung und der aktivierten Eigenleistungen lag die Bruttogewinnmarge im Verhältnis zur Gesamtleistung mit 60,8% leicht über dem Niveau des Vorjahres (57,1%). Die Verbesserung der Bruttogewinnmarge steht im Zusammenhang mit der Abrechnung von großen Aufträgen im Bereich Engineering. Die Personalaufwendungen sind in 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um MEUR 38 oder 10,6% gesunken. Die Reduzierung resultiert mit MEUR 26 insbesondere aus der unterjährigen Entkonsolidierung der Schülke & Mayr Gruppe. Darüber hinaus führten Einmaleffekte bei den Pensionsrückstellungen im Vorjahr zu erhöhten Aufwendungen für Altersversorgung, denen im Geschäftsjahr 2020 keine entsprechenden Kosten gegenüberstehen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (MEUR 354; Vj. MEUR 382) sind unter dem Niveau des Vorjahres und enthalten insbesondere Fracht- und Transportkosten, Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen, Lizenzabgaben, Miet-, Pacht- und Leasingaufwendungen sowie Vertriebskosten. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Veräußerung der Schülke & Mayr Gruppe (MEUR 23), gesunkene Instandhaltungsaufwendungen sowie niedrigere Fracht- und Transportkosten zurückzuführen. Demgegenüber standen Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung für Rechts- und Beratungskosten in Höhe von MEUR 19. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um MEUR 566 resultiert insbesondere aus der Entkonsolidierung von Konzernunternehmen. Demgegenüber stehen geringere Erträge aus Währungsumrechnung und geringere Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten. Der Rückgang des Rohertrags (MEUR -37) ist mit MEUR 52 auf die unterjährige Entkonsolidierung der Schülke & Mayr Gruppe zurückzuführen. Demgegenüber standen geringere Personalaufwendungen (MEUR 38), geringere Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (MEUR 17), niedrigere sonstige betriebliche Aufwendungen (MEUR 29) sowie gestiegene sonstige betriebliche Erträge (MEUR 566). Dies führte insgesamt zu einer Erhöhung des operativen Ergebnisses von MEUR 150 um MEUR 612 auf MEUR 762. Da das Finanz- und Beteiligungsergebnis insgesamt um MEUR 12 über dem Ergebnis des Vorjahres liegt, verbesserte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um MEUR 624. Der Anstieg des Beteiligungsergebnisses um insgesamt MEUR 6 ergibt sich in erster Linie aus einer Reduzierung der Abschreibungen auf Finanzanlagen um MEUR 8 sowie einem geringeren Ergebnis der nach der At-Equity Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen (-MEUR 2). Das Nettofinanzergebnis verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um MEUR 6. Aus der Veräußerung der Schülke & Mayr Gruppe ergibt sich ein anteiliges Nettofinanzergebnis in Höhe von +MEUR 4. Die Verbesserung insgesamt resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang bei den Zinsaufwendungen aus Pensionen. Die Ertragsteuern setzen sich zusammen aus einem Nettoaufwand für laufende Steuern (MEUR 44; Vj. MEUR 32) sowie aus latenten Steuererträgen in Höhe von MEUR 2 (Vj. MEUR 8). Für den Organkreis der ALIG KG ist grundsätzlich ein Gewerbesteueraufwand von 15,27% zu erwarten. 3.5 VermögenslageDie Bilanzsumme beträgt MEUR 2.439 und ist im Vergleich zum Vorjahr um MEUR 486 (-16,6%) gesunken. Aufgrund der Veräußerung der Schülke & Mayr Gruppe zum 31. Juli 2020 sind im Rahmen der Entkonsolidierung Vermögensgegenstände in Höhe von MEUR 259 (Anlagenvermögen MEUR -112, Umlaufvermögen MEUR -139, Rechnungsabgrenzungsposten MEUR -2, aktive latente Steuern MEUR -6) sowie Schulden in Höhe von MEUR 210 (Rückstellungen MEUR -135, Verbindlichkeiten MEUR -72, passive latente Steuern MEUR -3) abgegangen. In den nachfolgenden Ausführungen zu den Veränderungen der Vermögenslage aufgrund des Abgangs der Schülke & Mayr Gruppe wurden zwecks besserer Vergleichbarkeit der Bilanzzahlen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 und 2020 die konsolidierten Zahlen der Schülke & Mayr Gruppe zum Stichtag 31. Dezember 2019 herangezogen. In der Darstellung von Anlagenvermögen beziehen sich die Angaben jedoch auf die zum 31. Juli 2020 abgegangen Anlagen, die im Konzernanlagenspiegel bei der Veränderung des Konsolidierungskreises berücksichtigt worden sind. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme liegt bei 38,7% (Vj. 34,7%). Das Anlagevermögen ging insgesamt um MEUR 71 zurück. Der Rückgang bei den immateriellen Vermögensgegenständen von MEUR 8 ist im Wesentlichen auf die Veräußerung der Schülke & Mayr Gruppe mit MEUR 23 zurückzuführen. Die höheren Investitionen des Geschäftsjahres (MEUR 37) im Vergleich zu den laufenden planmäßigen Abschreibungen (MEUR 22) konnten diesen Effekt nur zum Teil kompensieren. Bei den Sachanlagen lagen die Investitionen von MEUR 101 über den Abschreibungen von MEUR 89. Die Investitionen betrafen überwiegend Generalüberholungen von Komponenten bei Luftzerlegern, Investitionen in Betriebsausstattungen für Trailer, Cylinder und Ventile sowie den Kauf neuer Geräte für das Fallpauschalengeschäft. Aufgrund von Nettoabgängen in Höhe von MEUR 9 sowie der Nettoveränderung aus dem Abgang der Schülke & Mayr Gruppe in Höhe von MEUR 56 ergab sich im Bereich des Sachanlagevermögens insgesamt ein Rückgang von MEUR 53. Der Rückgang bei den Finanzanlagen von MEUR 10 ist ebenfalls insbesondere auf die Veräußerung der Schülke & Mayr Gruppe in Höhe von MEUR 33 sowie einen Rückgang bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von MEUR 25 aufgrund von Währungsänderungen zurückzuführen. Demgegenüber steht ein Anstieg bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von MEUR 47. Von den Vorräten entfallen 88,0% (Vj. 84,3%) auf das Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau. Diese enthalten in Höhe von MEUR 404 (Vj. MEUR 489) Anlagen im Bau für Dritte aus der Abwicklung der laufenden Kundenaufträge. Der Rückgang steht im Zusammenhang mit der Abrechnung von mehreren Projekten im laufenden Geschäftsjahr. Der Abgang der Schülke & Mayr Gruppe verringerte den Vorratsbestand um weitere MEUR 50. Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um MEUR 42 resultiert mit MEUR 40 aus der Veräußerung der Schülke & Mayr Gruppe. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten im Wesentlichen Finanzforderungen in Höhe von MEUR 720 (Vj. MEUR 967). Diese setzen sich aus Darlehensforderungen und Finanzmittelanlagen von MEUR 409 (Vj. MEUR 421) sowie Cash Pool-Forderungen von MEUR 311 (Vj. MEUR 546) zusammen. Der Rückgang resultiert mit MEUR 92 aus dem Abgang der Schülke & Mayr Gruppe. Der Rückgang der sonstigen Vermögensgegenstände um MEUR 9 resultiert mit MEUR 5 aus dem Abgang der Schülke & Mayr Gruppe sowie aus geringeren Forderungen aus Steuern und Abgaben. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten ist gegenüber dem Vorjahr um MEUR 1,4 auf MEUR 3,2 (Vj. MEUR 4,6) zurückgegangen und enthält im Wesentlichen Kundenvorauszahlungen. Die aktiven latenten Steuern reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um MEUR 1. Dem Rückgang in Höhe von MEUR 6 aus dem Abgang der Schülke & Mayr Gruppe, standen Zugänge in Höhe von MEUR 5 bei den fortgeführten Geschäftsbereichen entgegen. Die Differenzen zwischen dem handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansatz insbesondere bei den Immateriellen Vermögensgegenständen und den sonstigen Rückstellungen führten zu einem Anstieg der aktiven latenten Steuern bei den fortgeführten Geschäftsbereichen. Der Anstieg wurde teilweise aus Bewertungsunterschieden aus den Differenzen zwischen dem handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansatz bei den Vorräten sowie bei den Pensionsverpflichtungen kompensiert. Das Eigenkapital reduzierte sich im Vorjahresvergleich um MEUR 231. Dem Konzern-Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2020 in Höhe von MEUR 699 standen insbesondere ausgeschüttete Dividenden an Gesellschafter (MEUR 875) sowie Minderheitsgesellschafter (MEUR 26) gegenüber. Insbesondere aus USD Ausleihungen an verbundene Unternehmen ergab sich ein Rückgang des Eigenkapitals durch Fremdwährungsumrechnungen in Höhe von MEUR 27. Der Anstieg der Steuerrückstellungen um MEUR 4 ist insbesondere auf den Unterschied zwischen den Vorauszahlungen und den Aufwendungen aus laufenden Steuern zurückzuführen. Die Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von MEUR 429 (Vj. MEUR 514), aus Rückstellungen für sonstige mitarbeiterbezogene Personalverpflichtungen (Jahresboni, Restrukturierungsaufwendungen, Urlaubsentgelte, Jubiläumszuwendungen) von MEUR 40 (Vj. MEUR 52), für Bodenaltlasten und Rückbauverpflichtungen von MEUR 45 (Vj. MEUR 40), für ausstehende Lieferantenrechnungen MEUR 27 (Vj. MEUR 32), für Garantieverpflichtungen von MEUR 10 (Vj. MEUR 9) sowie aus Auftragskostenrückstellungen für nachlaufende Kosten und erwartete Risiken für bereits realisierte Aufträge im Bereich Engineering/Anlagenbau von MEUR 13 (Vj. MEUR 12) zusammen. Aufgrund der Veräußerung der Schülke & Mayr Gruppe reduzierten sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um MEUR 96 sowie die sonstigen Rückstellungen um MEUR 24. Die Verbindlichkeiten gegenüber Dritten enthalten im Wesentlichen erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen in Höhe von MEUR 202 (Vj. MEUR 197). Diese entfallen fast ausschließlich auf das Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um MEUR 28 zurückgegangen. Der Rückgang resultiert mit MEUR 15 aus der Entkonsolidierung der Schülke & Mayr Gruppe sowie geringeren ausstehenden Rechnungen für Projekte im Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau in Höhe von MEUR 15. Der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um MEUR 147 ist vorwiegend bedingt durch geringere Anzahlungen von ausländischen Schwestergesellschaften für in Abwicklung befindliche Aufträge im Segment Engineering/Anlagenbau sowie der Veräußerung der Schülke & Mayr Gruppe. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht resultieren aus Anzahlungen von ausländischen Schwestergesellschaften für in Abwicklung befindliche Aufträge im Segment Engineering/Anlagenbau. Der Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten um MEUR 35 steht im Zusammenhang mit Kaufpreisverpflichtungen aus erworbenen Gesellschaftsanteilen an verbundenen Unternehmen. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet wie im Vorjahr insbesondere die zeitanteilige Abgrenzung von Fallpauschalen in der Business Line Healthcare, die von Krankenkassen im Rahmen der Nutzung von medizinischen Geräten für die Heimtherapie gezahlt werden, sowie von Flaschenmieten im Industrial Merchant Bereich. Die passiven latenten Steuern sind gegenüber dem Vorjahr um MEUR 5 zurückgegangen. Der Rückgang der passiven latenten Steuern resultiert im Wesentlichen aus Differenzen zwischen der Steuer- und der Handelsbilanz bei den Immateriellen Vermögensgegenständen sowie mit MEUR 2 aus dem Abgang der Schülke & Mayr Gruppe. 3.6 FinanzlageDer Konzern verfügt über eine solide Finanzierungsbasis. Im Rahmen des Cash Pooling-Verfahrens werden die Bankbestände mehrerer am Cash Pool in Deutschland beteiligter Gesellschaften auf einem Bankkonto zusammengezogen und weiter auf das Europool-Konto der Air Liquide Finance S.A., Paris/Frankreich, abgeführt. Liquiden Mitteln (einschließlich kurzfristiger Finanzmittelanlagen mit Laufzeit weniger als drei Monaten sowie Cash Pool Forderungen) von MEUR 447 (Vj. MEUR 721) stehen Verbindlichkeiten aus Cash Pool von MEUR 13 (Vj. MEUR 5) gegenüber. Liquiditätsüberschüsse von MEUR 554 (Vj. MEUR 554) wurden darüber hinaus als Darlehen an verbundene Unternehmen gegeben. Die Verzinsung der Cash Pool Bestände ist an den EONIA gebunden. Die Planung von Finanzierung und Liquidität ist Teil des jährlichen Budgetprozesses und wird darüber hinaus monatlich aktualisiert. Die Finanzlage des Konzerns wurde im Berichtsjahr durch den hohen operativen Cashflow (MEUR 163) positiv beeinflusst. Nach Berücksichtigung eines sehr positiven Cashflows aus der Investitionstätigkeit (MEUR 479) insbesondere aufgrund der Veräußerung der Schülke & Mayr Gruppe sowie der Zahlungen von Dividenden und Entnahmen von Gesellschaftern einschließlich der Tilgung von Krediten (MEUR -909) verzeichnet der Konzern im Geschäftsjahr insgesamt einen Mittelabfluss zum Finanzmittelfonds (Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, Cash Pool-Bestände) von MEUR 267. Die Eigenkapitalquote hat sich insgesamt von 40,6% im Vorjahr auf 39,2% reduziert. 3.7 PersonalbereichMitarbeiter nach Segmenten im Jahresdurchschnitt:
Von den Mitarbeitern im Bereich Gase und Service arbeiten insgesamt 3.060 (Vj. 3.309) im Inland. Die übrigen Mitarbeiter sind in Europa, Asien, Nord Amerika und Australien tätig. Ohne Berücksichtigung der Veränderungen aus dem unterjährigen Abgang des Teilkonzerns Schülke & Mayr arbeiteten 80 Mitarbeiter mehr im Segment Gase und Service. Von den Mitarbeitern im Bereich Engineering/Anlagenbau gehören 342 (Vj. 364) deutschen Gesellschaften an, während auf das übrige Europa 282 (Vj. 271) entfallen sowie auf Indien 104 (Vj. 104). Die übrigen Mitarbeiter sind in Afrika und Asien tätig. Der Rückgang des Bestands an Mitarbeitern in deutschen Gesellschaften sowie der Aufbau in Polen resultiert aus der Ende 2017 getroffenen Entscheidung, den Unternehmensbereich zu restrukturieren und die Konzeption und den Bau von Anlagen weitgehend von Deutschland nach Osteuropa zu verlagern, während Innovation, Produktentwicklung und Technologie in Deutschland verbleiben. Der ALIG-Konzern hat im Geschäftsjahr 45 Auszubildende (Vj. 56) beschäftigt. Der Erfolg des ALIG-Konzerns ist maßgeblich geprägt durch das Engagement und die Leistung seiner Mitarbeiter. Unser Ziel ist es qualifizierte Mitarbeiter zu motivieren, weiter zu entwickeln und langfristig an das Unternehmen zu binden. Die Entwicklung von Talenten und Fähigkeiten ist einer der strategischen Treiber, mit dem die Air Liquide Gruppe ihre strategischen Ambitionen und Ziele verfolgt. 3.8 Sicherheit und UmweltschutzSicherheit und Zuverlässigkeit sind von elementarer Bedeutung für unsere Mitarbeiter, Dienstleister und Kunden und sind damit Garant für den Erfolg von Air Liquide. Das Industrial Management System "IMS" ist als integriertes Managementsystem für die gesamte Air Liquide Gruppe ein fester Bestandteil. Es vereint die Grundsätze von Sicherheit und Risk Management. Flankierende nicht weniger wichtige Maßnahmen sind die in 2014 bei Air Liquide in Deutschland eingeführten Life Saving Rules. Seit dem Jahr 2015 wurde die Einhaltung dieser konzernweiten Überlebensregeln auch auf externe Dienstleister ausgeweitet. An allen Standorten, die mit der Produktion, der Abfüllung und dem Vertrieb von Gasen unter den Anwendungsbereich der Störfall-Verordnung fallen, sind Vorkehrungen getroffen, um Störfälle zu verhindern bzw. Maßnahmen festgelegt, um die Auswirkungen von Betriebsstörungen so gering wie möglich zu halten. Die Alarm- und Gefahrenabwehrpläne werden regelmäßig überarbeitet und ergänzt. Im Geschäftsjahr 2020 gab es zwei meldepflichtige Ereignisse gemäß Störfall-Verordnung. Für alle eigenen Luftzerleger und Gasproduktionsstätten, die im Geltungsbereich des zertifizierten Managementsystems gemäß der DIN EN ISO-Normen 9001 (Qualitätsmanagementsystem), 14001 (Umweltmanagementsystem) und 50001 (Energiemanagementsystem) enthalten sind, wurden interne Standard-Audits durchgeführt. Die Kohlenstoffdioxidproduktion (CO 2 ) an den Standorten in Gelsenkirchen und Wittenberg wurde im Geschäftsjahr nach der FSSC 22000 (Food Safety System Certification) rezertifiziert. Die Akkreditierung des Prüf- und Kalibrierlabors im Spezialgasewerk Krefeld-Gellep besitzt unverändert seine Gültigkeit. Die Restgasverwertungsanlage in Krefeld-Gellep wurde im Geschäftsjahr erneut als zugelassener Entsorgungsfachbetrieb bestätigt. Die Regelwerksverfolgung (regulation watch) der Gruppe beinhaltet alle Maßnahmen, die für eine systematische Erfassung, Auswertung, Verteilung und Bekanntmachung der Regelwerke zu Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz und Energienutzung erforderlich sind. Behördliche bzw. genehmigungsrechtliche Auflagen liegen an den jeweiligen Gasproduktionsstandorten vor und deren Einhaltung wurde an ausgewählten Standorten in Compliance Audits überprüft. Das Thema Standortsicherheit wurde auch im Jahr 2020 intensiv bearbeitet. Nach Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 wurden zum Schutz vor Infektionen für die Mitarbeiter und Besucher der AL-Standorte entsprechende Pläne aufgestellt, die auf einer einheitlichen Basis die Schutzmaßnahmen an den einzelnen Standorten zusammengefasst haben und die im Laufe der Pandemie immer wieder an die sich ändernde dynamische Covid-19 Gefährdungslage angepasst wurden. Bei Schülke & Mayr basiert die Umweltpolitik auf gemeinsam erarbeiteten ökologischen Leitsätzen und einer Verpflichtung auf die guten Managementpraktiken unter Einbezug von Tätigkeitsfeldern des Umweltmanagementsystems EMAS. Die ökologischen Leitsätze sollen das Verantwortungsbewusstsein aller Mitarbeiter für die Umwelt, die Optimierung der Produkte und Herstellungsverfahren auf minimale Umweltbelastung und die ökologischen Anforderungen an die Lieferanten und Dienstleister fördern. Die innerhalb der AL Global E&C Gruppe seit vielen Jahren bestehenden Maßnahmen zum Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz, die die Umsetzung der Forderungen des SCC (Safety Certificate Contractors) bzw. ISO 45001 (ISO Standard for Occupational Health and Safety und Ersatz für OHSAS 18001) beinhalten, sind ebenfalls in den Rahmen des Industrial Management Systems (IMS) der Air Liquide Gruppe eingebunden. Im Geschäftsjahr 2020 stand die Bewältigung der Corona-Pandemie im Vordergrund. Hierauf wurde mit dem Konzept 'Work from Home' und einem umfangreichen Hygiene- und Schutzkonzept reagiert. Die Mitarbeiter wurden hierzu umfassend informiert und konsultiert. Daneben wurden die geplanten Maßnahmen fortgeführt. Hierzu zählen u.a. die Schulung von Mitarbeitern als Ersthelfer sowie als Brandschutz- und Evakuierungshelfer. Ferner haben alle Führungskräfte mit Personalverantwortung eigene Sicherheitsaktionen durchgeführt. 4. Forschung und EntwicklungEigene Aufwendungen für Forschung und Entwicklung haben die Business Lines Large Industries , Industrial Merchant und Electronics nicht. Durch Lizenzverträge über Technologie- und Leistungs-Transfers profitieren sie von den Forschungs- und Entwicklungsergebnissen der französischen Konzernobergesellschaft. Im Segment Engineering/Anlagenbau waren in 2020 durchschnittlich 56 (Vj. 55) Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung am Innovation Campus in Frankfurt am Main tätig. Die F&E-Aktivitäten an diesem Campus konzentrieren sich auf die Prozessentwicklung und verfahrenstechnische Lösungen im Bereich von Carbon Management und einer Verringerung der Kohlenstoffemissionen bei der Erzeugung von Wasserstoff und Synthesegas. Im Jahr 2020 wurde eine neue Methanol Pilotanlage mit einer Kapazität von bis zu 0,4 Tonnen Rohmethanol pro Tag in Betrieb genommen, deren primäre Aufgabe es ist, kohlendioxidreiche Abgase in Methanol umzuwandeln. Dieser Umwandlungsprozess ist eine Möglichkeit das in Stahlwerken ausgestoßene Kohlendioxid stofflich zu verwerten. Methanol ist eine wichtige Grundchemikalie und kann auch als Treibstoff und Wasserstoffspeicher verwendet werden. Die Stärke dieses Campus liegt in der Entwicklung, Planung und dem Betrieb hochmoderner, sicherer und zuverlässiger Pilotanlagen. Mit spezifischen Analysemethoden unterstützt der Campus die eigene experimentelle Arbeit sowie Aktivitäten im industriellen Umfeld. 5. NachtragsberichtWir verweisen auf unsere Erläuterungen im Konzernanhang. 6. Chancen- und RisikoberichtIm Rahmen des standardisierten Risikomanagementprozesses der Air Liquide Gruppe überwachen die Gesellschaften zeitnah sowohl technische als auch unternehmerische Risiken, basierend zum einen auf konzerneinheitlichen technischen Richtlinien und zum anderen auf einem monatlichen Vergleich der Ist-Zahlen und der Steuerungsgrößen zur Planung. Das interne Kontrollsystem ist darauf ausgerichtet, dass Risiken im Ablauf der Geschäftsprozesse rechtzeitig erkannt und über Kontrollen und sonstige Maßnahmen abgedeckt werden. Den Referenzrahmen bildet das BLUEBOOK der Air Liquide Gruppe, das auf den "Handlungsprinzipien" (Principles of Action) der Air Liquide Gruppe basiert und die Grundsätze, Vorschriften und Schlüsselprozesse beinhaltet, die sicherstellen, dass die Umsetzung der Strategie und die Durchführung der Aktivitäten im Einklang mit diesen Handlungsprinzipien erfolgt. Hierzu gehören auch regelmäßige Audits von Geschäftseinheiten durch die Interne Revision der Air Liquide Gruppe. Die Gesamtlage der Chancen und Risiken für den Konzern hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich geändert. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind weiterhin vorhanden. Die hierdurch bedingten Risiken, aber auch Chancen, werden separat in den folgenden Abschnitten aufgeführt. Insgesamt ergeben sich aus den dargelegten Risiken der jeweiligen Geschäftsbereiche keine Risiken, die bestandsgefährdend für den Konzern sein könnten. Im Folgenden werden die für den Konzern wesentlichen Risiken und Chancen der jeweiligen Geschäftsbereiche dargestellt. Dabei werden neben den allgemeinen Marktrisiken die Kernrisiken der einzelnen Bereiche aufgeführt. Eine Quantifizierung wird nicht vorgenommen, da diese auch nicht zur internen Steuerung dient. Marktrisiken ergeben sich aus einer unterschiedlichen Entwicklung der Absatzpreise im Vergleich zur Kostenentwicklung sowie aus dem Abnahmeverhalten der Kunden. Insbesondere im Bereich Industrial Merchant wie auch im Bereich Healthcare/ Medizinische Gase ist der deutsche Markt weiterhin durch Konkurrenz- und Preisdruck geprägt. Die allgemeinen Kostenrisiken sind zum Teil durch vertragliche Vereinbarungen abgedeckt. Die Kosten werden im Rahmen des konzernweiten NEOS Programms kontinuierlich optimiert. Besondere Risiken liegen in den Bereichen Large Industries und Industrial Merchant in der Entwicklung der Energiegesetzgebung, der Energiepreise sowie sonstiger energie- und strombezogener Kosten, soweit Veränderungen der Energiepreise sowie Energiesteuern oder andere Kosten nicht zeitnah an die Kunden weitergegeben werden können. Andererseits eröffnet eine weitergehende enge Verzahnung zwischen Produktionsplanung und Energiemanagement eine Chance für die Optimierung der Produktionskosten. Neben der allgemeinen Konjunkturentwicklung ist die künftige Entwicklung in der Mikroelektronikindustrie sowie die regionale Ansiedlung der entsprechenden Produktionsgesellschaften für die Business Line Electronics von besonderer Bedeutung, da der Kundenkreis in diesem Bereich relativ begrenzt ist. Die Erwartung im Hinblick auf die Entwicklung der Photovoltaikindustrie bleibt weiterhin negativ. Risiken im Healthcare Bereich ergeben sich im Hinblick auf potentielle Änderungen der Rahmenbedingungen in der deutschen Gesundheitspolitik. Der Gesundheitsmarkt bleibt gekennzeichnet durch anhaltenden Preisdruck im globalen Wettbewerb, wobei er in Deutschland zumindest im Bereich der Hilfsmittel durch das Verbot der Ausschreibungen moderater verlaufen wird und wieder Verhandlungen geführt werden können, die auch die Versorgungsqualität wieder stärker mit berücksichtigen. Generell ist die Sparte Engineering/Anlagenbau als weltweit tätige Unternehmensgruppe von der konjunkturellen Entwicklung und der damit verbundenen Investitionsbereitschaft nicht nur der deutschen, sondern vor allem der Weltwirtschaft abhängig. Das Jahr 2020 war durch die Corona-Pandemie geprägt, die zu verzögerten Investitionsentscheidungen und einer auch weiterhin insgesamt verhaltenen Investitionsbereitschaft beitrug, wobei sich hier am Jahresende Aufhellungen zeigten. Die Handelsspannungen zwischen den großen Wirtschaftsgebieten USA, China und Europa sind nach wie vor ungelöst und tragen weiterhin zur Unsicherheit in der globalen Wirtschaft bei. Besondere Risiken ergeben sich aus der langfristigen Auftragsfertigung bei unvorhergesehenen Verzögerungen sowie bei Festpreisaufträgen mit integriertem Baustellen- und Montageteil. Als Risiken aufgrund von Covid-19 sind insbesondere Verzögerungen und Preiserhöhungen bei der Beschaffung von Equipment sowie Verzögerungen und Kostenerhöhungen auf den Baustellen zu nennen. Zur frühzeitigen Identifizierung von Projektrisiken werden die Projekte über Project Gates und Project Reviews intensiv verfolgt. Chancen für Ergebnisverbesserungen ergeben sich im Wesentlichen durch eine effiziente Projektabwicklung mit geringerem Stundenaufwand, Einsparungen im Beschaffungsbereich sowie dem gesteigerten Verkauf von Projekten mit Lizenzeinnahmen. Risiken im Beschaffungsbereich liegen in steigenden Rohstoffpreisen, in der Volatilität der internationalen Beschaffungsmärkte sowie in Wechselkursschwankungen. Risikobehaftet ist auch die Beschaffung von Bau- und Montageleistungen, sowie kritischer Ausrüstung, wie z.B. Maschinen und Ventile. Risiken werden abgesichert, indem insbesondere vor Abgabe von Festpreisangeboten aktuelle Preisangebote von Lieferanten für kritische Lieferungen und Leistungen eingeholt werden. Es erfolgt eine intensive Terminverfolgung und eine ständige Qualitätskontrolle, um Liefertermin und Produktqualität zu gewährleisten. Durch die Corona Pandemie kam es zu Problemen in den internationalen Lieferketten, die sich durch z.T. längere Lieferzeiten, Preiserhöhungen und der Nichterfüllung vertraglicher Hauptverflichtungen durch Lieferanten bemerkbar machten (z.T. als Force Majeure angezeigt), denen jedoch mit aktivem Risikomanagement erfolgreich entgegengewirkt werden konnte. Darüber hinaus sind die politische Entwicklung in einzelnen Ländern sowie negative Veränderungen der globalen Handelsbeziehungen potentielle Risikofaktoren. Handelsbeschränkungen beispielsweise durch lokal protektionistische Maßnahmen wie aktuell von den Vereinigten Staaten von Amerika oder der V.R. China werden noch immer diskutiert und können generell den Zugang zu Märkten erschweren. Entsprechende Risikoszenarien haben wir geprüft und bewertet, teilweise in den Einzelgesellschaften, teilweise zentral auf Konzernebene. Das Risiko bei Aufträgen mit kritischen Kunden bzw. mit Kunden in kritischen Regionen wird durch Akkreditive oder Bankgarantien begrenzt. Darüber hinausgehend werden zur Vermeidung rechtlicher und wirtschaftlicher Risiken Projekte aus den mit einem Embargo belegten Ländern nur unter Berücksichtigung der besonderen rechtlichen und konzernseitigen Anforderungen und nach Freigabe durch die zuständigen Funktionen verfolgt. Wechselkursrisiken aus Transaktionen in fremder Währung werden durch geeignete Devisentermingeschäfte vermieden. Die europäischen Konzerngesellschaften, Frankfurt und Krakau (Polen), sichern Fremdwährungsrisiken über die internationale Air Liquide Gruppe ab. Aufgrund von Landesvorschriften sichert die indische Konzerngesellschaft Fremdwährungsrisiken mit lokalen Banken ab. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Über bestehende rechtliche Risiken wird die Geschäftsleitung im Rahmen einer quartalsweise aktualisierten Berichterstattung durch die Rechtsabteilung informiert. Über drohende Rechtsstreitigkeiten, die der Rechtsabteilung zur Kenntnis gelangen, wird die Geschäftsleitung unmittelbar informiert. Für zum Bilanzstichtag erkennbare finanzielle Risiken wurden ausreichende Vorsorgen getroffen. Seit dem ersten Quartal 2020 hat sich das Coronavirus (SARS-CoV-2), das die Atemwegserkrankung COVID-19 auslösen kann, weltweit ausgeweitet und hat Deutschland seit März 2020 in größerem Ausmaß erreicht. Die deutsche und europäische Wirtschaft als auch die Weltwirtschaft ist in allen Bereichen von der Coronavirus-Pandemie stark betroffen. Auch die Geschäftstätigkeiten des ALIG Konzern wurden von SARS-CoV-2 beeinflusst. Das weitere Ausmaß wird stark von der Dauer der einschränkenden, gesundheitspolitischen Maßnahmen und deren Auswirkungen auf die Weltkonjunktur abhängen. Eine quantitative Einschätzung ist schwierig, da wir in vielen Ländern geschäftlich aktiv sind und sich nach heutiger Sicht keine belastbare Aussage dazu machen lässt, wie diese Länder im Einzelnen in den Geschäftsbereichen Gase und Service sowie Engineering/Anlagenbau auf mittlere Sicht reagieren werden. Die behördlichen Maßnahmen in den einzelnen Ländern unterscheiden sich zum Teil erheblich. Positiven Entwicklungen aus verfügbaren Impfstoffen stehen Risiken aus weiteren Lockdown-Wellen sowie Virus Mutationen und potentiellen Resistenzen gegen die Corona-Impfungen entgegen. Im Geschäftssegment Gase und Service ergeben sich Risiken insbesondere in den Bereichen Large Industries, Industrial Merchant und Electronics aufgrund sinkender Kundennachfragen und gestiegenen Forderungsausfallrisiken, während sich im Healthcare Bereich weiterhin nachfragebedingte Absatzchancen ergeben. Im Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau sehen wir trotz der Auswirkungen der Corona Krise seit Dezember 2020 eine deutliche Zunahme des Auftragseingangs in mehreren Bereichen. Durch die vermehrte Ausrichtung des Technologieportfolios in Richtung erneuerbare Energien und insbesondere der damit verbundenen Einrichtung der "Elektrolyse Product Unit" ist von einem erhöhten Auftragseingang für die nächsten Jahre auszugehen. Erwähnenswert ist hierbei die Gründung eines Joint Ventures mit der Firma Siemens auf dem Elektrolyse Sektor. Weitere Partnerschaften sind bereits in Arbeit oder geplant. Eine entsprechende Erhöhung diesbezüglicher Ressourcen findet kontinuierlich statt, wobei gleichzeitig aufgrund der Umweltstrategie des AL Konzerns selektiv Aktivitäten im klassischen Öl und Gas Bereich zurückgefahren werden. Aufgrund der weiterhin nicht absehbaren Auswirkungen der Corona Pandemie sind Verzögerungen im Auftragseingang weiterhin möglich, sollten aber durch die Anzahl aussichtsreicher Projekte ausgeglichen werden. Die Projektabwicklung wird weiterhin durch Reisebeschränkungen und mögliche weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie geprägt sein. Diesbezügliche Auswirkungen sind derzeit gering. Die Abwicklung der Aufträge aus dem Home Office hat sich als zuverlässig und vergleichbar produktiv gezeigt. Eine eindeutige Abschätzung über weitere Auswirkungen der Krise ist weiterhin schwierig. Im Beschaffungsbereich führt die Coronavirus-Pandemie zu unsicheren Lieferketten und volatilen Rohstoffpreisen. Liefer- und Leistungsverzögerungen sind in Einzelfällen aufgetreten. Liquiditätsprobleme und Überschuldung sind potentielle Risiken, da die Krise über längere Zeit anhält, was Ausfälle von Lieferanten bedingen könnte. Andererseits ermöglichen die durch das Coronavirus ausgelösten akuten Versorgungsprobleme entlang der Lieferketten die Aussicht auf Rückholung der Herstellung diverser Teile/Komponenten aus Asien zurück nach Deutschland/Europa. Die Lagerbestände waren in der ersten Jahreshälfte allgemein hoch, was zu kürzeren Beschaffungszeiten bei lagernden Materialien geführt hat. In der zweiten Jahreshälfte war eine Trendumkehr festzustellen. Es herrschte höherer Bedarf, die Lagerkapazitäten wurden abgebaut, Lieferzeiten verlängerten sich und Preise stiegen. Positiv zu bemerken ist, dass durch den frühzeitigen und reibungslosen Wechsel aller unserer Mitarbeiter in das Home Office sowohl die Angebotsbearbeitung als auch die ingenieurtechnische Abwicklung unserer bestehenden Aufträge nicht verzögert oder gefährdet ist. Unsere SHEQ-Prozesse (Safety, Health, Environment, Quality) sind darauf ausgerichtet, mögliche Sicherheits-, Gesundheits- oder Umweltrisiken aus dem Umgang mit unseren Produkten, insbesondere mit Gasen, durch die Aufrechterhaltung sehr hoher Sicherheitsstandards zu vermeiden. Dies gilt ebenso für Risiken bei Produktions-, sonstigen Verarbeitungs- und Transportprozessen. Nichtsdestoweniger besteht für potentielle Schadensfälle angemessener Versicherungsschutz. Insgesamt ergeben sich keine Risiken, die entweder bestandsgefährdend sind oder einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Konzerns haben. Chancen ergeben sich für den Konzern insgesamt vor allem aus neuen technologischen Entwicklungen und positiven konjunkturellen Einflüssen in den verschiedenen Bereichen. 7. PrognoseberichtDie Prognose des internationalen Prognoseinstituts Consensus Economics Inc. geht im März 2021 davon aus, dass das weltweite Bruttosozialprodukt im Jahr 2021 um 5,3% und das inländische um 3,4% steigen wird. Die Produktion im inländischen produzierenden Gewerbe soll in 2021 sogar im Jahresmittel um 7,7% steigen. Die inländische Inflationserwartung liegt im Mittel für 2021 bei 2,0%. Es wird mit Rohölpreisen von durchschnittlich 62 USD/Barrel (Brent) in den nächsten 12 Monaten gerechnet. Im Bereich Large Industries wird für 2021 generell eine leichte, jedoch nicht vollständige Erholung von der Covid-19 Krise in Bezug auf Volumen erwartet. In diesem Sinn wird ebenfalls von einer leichten Erholung der Nachfrage innerhalb der Stahlindustrie ausgegangen. Derselbe Trend ist auch bei den Kunden in der chemischen und petrochemischen Industrie zu erwarten. Ebenfalls im On-Site-Bereich zeichnen sich Merkmale der Erholung ab und es wird ein leicht wachsendes Geschäft erwartet. Das Absatzniveau bei der Wasserstoffpipeline wird ebenfalls über Vorjahresniveau prognostiziert. Der Absatz an Strom, Wärme und Kälte im Bereich der Energieversorgungscenter wird sich auf einem guten Niveau stabilisieren. Für die Synthesegasanlage erwarten wir eine stabile, jedoch niedrigere Auslastung als die Maximalkapazität. Es wird eine stabilere Produktion von Kohlenmonoxid und Wasserstoff für die Steam Reformer-Anlage prognostiziert. Die Energiepreise, insbesondere der Erdgaspreis sowie auch der Strompreis, werden sich auf einem zum Vorjahr leicht erhöhtem Level entwickeln. Im Bereich Industrial Merchant erwarten wir leicht steigende Absatzmengen und Umsätze, sowohl für Bulk-Produkte als auch im Flaschengeschäft. Im Bereich Electronics gehen wir von einem einstelligen prozentualen Umsatzanstieg bei insgesamt stabilen Geschäftsergebnissen aus. Das Geschäftssegment Healthcare leistet derzeit einen wichtigen Beitrag in der Versorgung von Krankenhäusern und weiteren Gesundheitseinrichtungen mit medizinischem Sauerstoff zur Behandlung beatmungspflichtiger Covid-19 Patienten sowie auf dem Gebiet der respiratorischen Heimtherapie mit dem Vertrieb von medizinischen Geräten und Gasen sowie zugehörigen Serviceleistungen. Die VitalAire Gruppe ist in Deutschland seit vielen Jahren eine feste Größe im Marktsegment Homecare und richtet die Strategie weiter auf Serviceleistungen für respiratorische Patienten aus. Weiterhin stehen die Bereiche Infusion und außerklinische Intensivpflege mit im Focus des Unternehmens wie die zu Jahresbeginn 2020 erfolgte Akquisition von drei Unternehmen im Bereich der außerklinischen Intensivpflege zeigt. Eine weitere Akquisition in diesem Bereich erfolgte am 5. Januar 2021. Die Umsatzentwicklung unserer Homecare-Therapiebereiche wird auch in 2021 beeinflusst durch einen anhaltenden Preisdruck und die Tendenz der Krankenkassen zu Fallpauschalen. Insgesamt erwarten wir auch aufgrund der noch anhaltenden Covid-19 Krise leichte Wachstumsraten beim Umsatz sowie eine leichte Verbesserung des Ergebnisses. Im Bereich des Vertriebes von medizinischen Gasen rechnen wir sowohl im Umsatz als Ergebnis mit einstelligen prozentuellen Wachstumsraten. Im Bereich Engineering/Anlagenbau hat insbesondere der erste nahezu weltweite "Lockdown" als Folge der Coronakrise für einen Einbruch der Konjunkturvorhersagen und volatile Verhältnisse am Energiemarkt gesorgt. Hiervon waren auch geplante Auftragseingänge maßgeblich bis zum 3. Quartal betroffen. Mittlerweile ist jedoch eine Stabilisierung auch beim Ölpreis eingetreten, der positive Auswirkungen auf einen Teil unserer alternativen Technologien haben kann. Die für den Anlagenbau wichtigen Industrien wie Chemie/Raffinieren planen in großem Umfang die Umstellung auf "grüne" und alternative Produktionsprozesse mit erneuerbaren Einsatzstoffen und legen diesbezügliche Investitionsprogramme auf. Entsprechende Konjunkturvorhersagen für 2021 zeigen eine positive Tendenz. Einige Risiken des Welthandels wie z.B. die Folgen des Brexit sowie die Handlungsweise der US Administration und diesbezügliche Handels Auswirkungen konnten im Laufe des Jahres beträchtlich reduziert werden. Zusätzlich ergibt sich aufgrund der aktuellen Projektlage die Möglichkeit, größere Lieferumfänge über ein klassisches Basic Engineering oder Process Design Package hinaus zu platzieren. Zusammenfassend stellen wir weltweit einen starken Markttrend fest, CO 2 Emissionen zu reduzieren und mit umweltfreundlichen Gesamtlösungen die Energiewende voranzutreiben. Unser Technologieportfolio bietet hierfür eine gute Basis. Auch für 2021 planen wir im Konzern insgesamt ein Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich. Unsere Bilanzstruktur sowie die starke Finanzposition der AIR LIQUIDE Gruppe, in die wir eingebunden sind, bilden eine solide Basis für die Zukunft. Für das Segment Gase und Service erwarten wir für 2021 durch den Verkauf der Schülke & Mayr Gruppe in 2020 sowohl einen starken Rückgang des Umsatzes als auch des Ergebnisses. Ohne Berücksichtigung dieser konsolidierungskreisbedingten Änderungen erwarten wir für die fortgeführten Geschäftsbereiche dagegen einen leichten Umsatzanstieg als auch eine leichte Verbesserung des Konzern-Ergebnisses. Im Segment Engineering/ Anlagenbau verzeichneten wir im Jahr 2020 eine Zunahme des Auftragseingangs gegenüber 2019, die insbesondere gegen Ende des Jahres erfolgte. Zuvor war das Jahr aufgrund der Corona Krise durch Verzögerungen und den Aufschub von Investitionsentscheidungen geprägt. Positive Nachricht hierbei ist insbesondere die Tatsache, dass es gelungen ist, über den reinen Umfang an Ingenieurdienstleistungen hinaus auch einen signifikanten Anteil an Ausrüstungen, Material und Montageleistungen zu verkaufen. Für das Jahr 2021 planen wir auf Basis aussichtsreicher Projekte einen über alle Technologiebereiche verteilten Auftragseingang. Wir planen eine deutliche Steigerung des Auftragseingangs insbesondere im Geschäft mit Drittkunden, hierbei vor allem in Europa, USA sowie Fernost. Mit China hat sich bereits einer der maßgeblichen Weltmärkte von der Corona Krise erholt. Unsere Produktlösungen sowohl im Bereich "Erneuerbare Energien", Wasserstoff als auch für "Green Chemicals and Fuels" als auch Methanol sind dabei führend. Unter der Voraussetzung einer akzeptablen Risikostruktur ist ebenfalls geplant, der Gruppenstrategie von Air Liquide zu folgen und insbesondere auch EPC Pakete zu akquirieren, um die Anzahl der Abwicklungsstunden als auch das Einkaufsvolumen zu steigern. Hierfür sind einige Projekte bereits selektiert. Darüber hinaus erwarten wir Investitionsentscheidungen des Konzerns für Wasserstoff Anlagen in Europa und China. Wir erwarten für das Jahr 2021 ein gegenüber den Vorjahren sinkendes Niveau an Realisierungen, was sich in einer Verringerung der Umsätze niederschlägt. Bedingt durch diese niedrigeren Umsätze (in der Größenordnung von circa 200 MEUR für 2021) erwarten wir auch ein reduziertes Geschäftsergebnis mit einem negativen Beitrag aus dem Segment Engineering/Anlagenbau zum operativen Konzernergebnis. Insgesamt planen wir für das nächste Geschäftsjahr insbesondere durch den unterjährigen Abgang der Schülke & Mayr Gruppe in 2020 sowie einem geringeren Niveau an Auftragsrealisierungen im Engineering/Anlagenbau einen deutlichen Umsatzrückgang sowie einen starken Rückgang des Konzernergebnisses.
Düsseldorf, 22. April 2021 Gilles Le Van, Geschäftsführer David Maloney, Geschäftsführer Robert van Nielen, Geschäftsführer Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020
Konzern-Anhang für das Geschäftsjahr 2020Allgemeine Hinweise(1) Allgemeine AngabenDer vorliegende Konzernabschluss der Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG (im Folgenden ALIG) wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Die Gesellschaft ist im Handelsregister A des Amtsgerichts Düsseldorf unter HRA 17661 eingetragen. Zur Klarheit und Übersichtlichkeit haben wir einzelne Angaben in den Anhang übernommen. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung stellten wir nach dem Gesamtkostenverfahren auf. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der ALIG für das Geschäftsjahr 2020 werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Verbundene Unternehmen sind solche, die als Mutter- oder Tochterunternehmen in den Konzernabschluss des obersten Mutterunternehmens, der L'Air Liquide S.A., Paris/Frankreich, einzubeziehen sind. (2) KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss der ALIG sind neben dem Mutterunternehmen alle direkt und indirekt gehaltenen Tochterunternehmen einbezogen, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind oder besondere Ausschlussgründe vorliegen. Tochterunternehmen, an denen die ALIG mehr als 50% der Anteile hält oder bei denen die ALIG einen beherrschenden Einfluss ausübt, werden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen, wenn diese einen operativen Geschäftsbetrieb ausüben. Im Geschäftsjahr ergaben sich folgende Änderungen: Mit der Ausübung der Kaufoption vom 7. April 2020 am 1. Juli 2020 wurden folgende Gesellschaften mit Wirkung zum 31. Juli 2020 veräußert und auf diesen Tag entkonsolidiert: Schülke & Mayr GmbH, Norderstedt; Bioxal S.A., Paris, Frankreich; Schulke & Mayr (Asia) PTE Ltd., Singapur, Singapur; Schulke & Mayr (Asia) SDN BHD, Selangor, Malaysia; Schülke & Mayr AG, Zürich, Schweiz; Schülke & Mayr Benelux b.v., Haarlem, Niederlande; Schülke & Mayr Ges. mbH, Wien, Österreich; Schülke & Mayr Italia s.r.l., Mailand, Italien; Schülke & Mayr UK Ltd., Sheffield, England; Schulke Australia Pty. Ltd., New South Wales, Australien; Schulke CZ, s.r.o., Bohumín, Tschechische Republik; Schülke France SARL, Paris, Frankreich; schülke inc., Mt. Arlington, USA; Schülke India Pvt. Ltd., Neu Dehli, Indien; Schülke Kimya Ticaret Ltd., Istanbul, Türkei; Schulke New Zealand Limited, Auckland, Neuseeland; Schulke Polska SP.z o.o., Warschau, Polen und Schulke SK, s.r.o., Prievidza, Slovenien, im Folgenden als Schülke & Mayr Gruppe oder nicht fortgeführte Geschäftsbereiche bezeichnet. Um eine Vergleichbarkeit der Konzernbilanz zu erreichen, wird im Folgenden ein Vergleich der Konzernbilanz wie veröffentlicht mit einer pro Forma Konzernbilanz auf Basis der fortgeführten Geschäftsbereiche zum 31.12.2019 aufgeführt. Die Bilanzzahlen der fortgeführten Geschäftsbereiche zum 31.12.2019 wurden aus Vereinfachungsgründen ermittelt, in dem die konsolidierten Zahlen der Schülke & Mayr Gruppe aus der Bilanz herausgerechnet wurden.
* Pro forma Konzernbilanz zum 31.12.2019 ohne
die veräußerte Schülke & Mayr Gruppe
Um eine Vergleichbarkeit der Gewinn- und Verlustrechnung zu erreichen, wird im Folgenden die Veränderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung zum Vorjahr aufgeteilt nach fortgeführten und nicht fortgeführten Geschäftsbereichen dargestellt:
Mit Kaufvertrag vom 20. Dezember 2019 hat die VitalAire GmbH, Norderstedt, die Gstöttner und Oberbauer GmbH & Co. KG, Simbach, mit Wirkung zum 1. Januar 2020 erworben, so dass zu diesem Zeitpunkt die Erstkonsolidierung der Gstöttner und Oberbauer GmbH & Co. KG erfolgte. Am 28. August 2020 wurde die Air Liquide Global E&C Solutions (Yantai) Co., Ltd., Penglai/China als 100%iges Tochterunternehmen der Air Liquide Global E&C Solutions Germany GmbH, Frankfurt gegründet, sie wird im Geschäftsjahr voll konsolidiert. Zusätzlich wurden mit Wirkung zum 31. Dezember 2020 die verbleibenden 35%igen Anteile an der OMT GmbH & Co. KG optimal medical therapies, Frittlingen sukzessiv erworben. Die Gesellschaft ist bereits seit 2015 nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen. Aufgrund auch insgesamt untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist gemäß § 296 Abs. 2 HGB bzw. § 311 Abs. 2 HGB auf die Einbeziehung einzelner Tochterunternehmen bzw. assoziierter Unternehmen in den Konzernabschluss verzichtet worden. Bei den Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um nicht operative Gesellschaften bzw. Verwaltungsgesellschaften, deren nicht konsolidierte Umsatzerlöse unter 5% von den Konzernumsatzerlösen ausmachen. Das nicht konsolidierte Ergebnis liegt insgesamt unter 5% des Konzernergebnisses. Eine Übersicht über die einbezogenen Unternehmen, die assoziierten Unternehmen sowie die übrigen Beteiligungsunternehmen ist der Aufstellung des Anteilsbesitzes auf den letzten Seiten dieses Anhangs zu entnehmen. Dort ist zudem angegeben, welche Gesellschaften neben der ALIG selbst die Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 bzw. § 264 b HGB in Anspruch nehmen. Bilanzstichtag des Mutterunternehmens und der meisten in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen ist der 31. Dezember. Die Lurgi India International Services Private Limited, New Delhi, Indien hat ein abweichendes Geschäftsjahresende zum 31. März. Die Gesellschaft ist mit den Zahlen zum 31. Dezember eingeflossen. Konsolidierungsgrundsätze(3) Grundlagen der KonsolidierungGrundlage für die Konsolidierung sind der Jahresabschluss der ALIG und die nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellten Abschlüsse der konsolidierten Unternehmen. (4) KonsolidierungsmaßnahmenKapitalkonsolidierungDie Kapitalkonsolidierung für Gesellschaften oder für zugekaufte Kapitalanteile, die erstmals konsolidiert wurden, erfolgte nach der Neubewertungsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten der Beteiligung mit dem neu bewerteten Eigenkapital zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung. Dabei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als "Geschäfts- oder Firmenwert" und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Passivischer Unterschiedsbetrag" ausgewiesen. Der für die Bestimmung des Zeitwerts der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten und der für die Kapitalkonsolidierung maßgebliche Zeitpunkt ist grundsätzlich der, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Die Kapitalkonsolidierung für Gesellschaften oder für zugekaufte Kapitalanteile, die vor dem 1. Januar 2010 erstmals konsolidiert wurden, wurde ebenfalls nach der Neubewertungsmethode zum Erwerbszeitpunkt vorgenommen. Die zu aktivierenden Beträge ordneten wir dabei soweit wie möglich den betreffenden Aktivposten zu; die sich aus den Kapitalkonsolidierungen ergebenden Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von insgesamt MEUR 1.815 wurden abweichend von DRS 4 aber analog § 309 Abs. 1 Satz 3 HGB a. F. erfolgsneutral mit den Rücklagen verrechnet, ebenso wie nachträgliche Anschaffungspreisänderungen der konsolidierten Beteiligungen. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultiert aus dem Verkauf der Schülke & Mayr Gruppe und wurde ergebniswirksam im Rahmen der Entkonsolidierung erfasst. Assoziierte Unternehmen werden nach der sogenannten Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen und nach § 312 HGB bewertet. Die Anteile am Jahresergebnis einschließlich der Abschreibungen auf die anteilig aufgedeckten stillen Reserven werden im Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen gezeigt. SchuldenkonsolidierungForderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden eliminiert, ebenso Eventualverbindlichkeiten. ZwischenergebniseliminierungSoweit in den zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Vermögensgegenständen wesentliche Zwischenergebnisse enthalten waren, wurden diese gemäß des § 304 Abs. 1 HGB erfolgswirksam eliminiert. Aufwands- und ErtragskonsolidierungSowohl die konzerninternen Umsatzerlöse als auch die anderen konzerninternen Erträge sind mit den auf sie entfallenen Aufwendungen verrechnet worden. Konzerninterne Aufwendungen und Erträge sind im Wesentlichen aus Produktlieferverträgen, Dienstleistungsverträgen, Finanzierungsgeschäften, Steuerumlageverträgen und Gewinnabführungsverträgen entstanden. Beteiligungserträge wurden eliminiert. SteuerabgrenzungSoweit sich aus den Konsolidierungsmaßnahmen wesentliche Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz ergeben, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, werden entsprechend § 306 HGB latente Steuern angesetzt. Sie werden unsaldiert ausgewiesen. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze(5) Deutsche Rechnungslegungs Standards (DRS)Die DRS wurden mit folgenden Ausnahmen angewendet: In Ausübung des gesetzlichen Wahlrechts des § 309 Abs. 1 HGB a. F. wurden abweichend von DRS 4 aus der Kapitalkonsolidierung resultierende Geschäfts- oder Firmenwerte, die vor dem 1. Januar 2010 erstmals konsolidiert wurden, erfolgsneutral mit den Rücklagen verrechnet. Entgegen den Empfehlungen des DRS 18 wurde keine Überleitungsrechnung gemäß DRS 18.67 zwischen dem erwarteten Steueraufwand und dem ausgewiesenen Steueraufwand in den Konzernanhang aufgenommen. (6) Angewandte Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sind gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert. Dies gilt auch für die in den Konzernabschluss einbezogenen verbundenen Unternehmen, deren Einzelabschlüsse einheitlich nach den von der Muttergesellschaft angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt worden sind. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert. Für Neubewertungen im Zusammenhang mit den Kapitalkonsolidierungen wurden Bewertungsgutachten zugrunde gelegt. Software wird über 3-5 Jahre, Lizenzen, Patente, Technologien und ähnliche Rechte werden über 3-50 Jahre abgeschrieben. Alle bestehenden Geschäfts- oder Firmenwerte werden linear über 5 bzw. 10 Jahre abgeschrieben. Die Nutzungsdauer von 5 Jahren basiert auf einer Einschätzung der zeitlichen Ertragsrückflüsse auf Basis der identifizierten Komponenten der Geschäfts- und Firmenwerte. Diese repräsentieren insbesondere Kundenstämme sowie das 'know-how' (Mitarbeiter, Prozesse), die im Rahmen des Erwerbs der Geschäftsbetriebe übernommenen wurden. Die Ertragspotentiale dieser Komponenten werden voraussichtlich über einen Zeitraum von 5 Jahren ausgeschöpft. Geschäfts- oder Firmenwerte, deren Nutzungsdauer nicht verlässlich geschätzt werden kann, werden gemäß § 253 Abs. 3 Satz 4 HGB über 10 Jahren abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden weiterhin außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Planmäßige Abschreibungen wurden abgesetzt. Die Abschreibung des Sachanlagevermögens erfolgt grundsätzlich nach der linearen Methode unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Den planmäßigen Abschreibungen liegen bei Gebäuden je nach Beanspruchung Nutzungsdauern in der Regel zwischen 4 und 78 Jahren zugrunde. Bei technischen Anlagen und Maschinen liegen die Nutzungsdauern zwischen 2 und 35 Jahren. Andere Betriebs- und Geschäftsausstattungen werden überwiegend über einen Zeitraum zwischen 2 und 40 Jahren abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden weiterhin außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. In die Herstellungskosten der selbsterstellten Anlagen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Gemeinkosten und Abschreibungen des Fertigungsbereichs einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Zu- und Abgänge des Geschäftsjahres werden pro rata temporis abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter des Sachanlagevermögens werden, wenn die Anschaffungskosten EUR 250 netto nicht überschreiten, sofort als Aufwand der Berichtsperiode erfasst. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250,00 und bis zu EUR 1.000,00 wird das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird pauschalierend jeweils mit 20% p. a. im Zugangsjahr und in den vier darauf folgenden Jahren abgeschrieben. Die Sammelposten sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Mit Ausnahme der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, wird das Finanzanlagevermögen mit Anschaffungswerten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Anteile an assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden, enthalten neben erworbenen Anteilen anteilige Jahresüberschüsse. Anteilige Jahresfehlbeträge sowie Dividendenausschüttungen werden als Abgang erfasst. Wertpapiere und Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten oder zum Nennwert bzw. zu ihrem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert angesetzt. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Werten angesetzt, die sich aus dem Marktpreis am Abschlussstichtag ergaben. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den Anschaffungskosten, die Fracht- und Zollkosten beinhalten, bewertet. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen erfolgt unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Fertigungsgrades. Die in den unfertigen Erzeugnissen und Leistungen enthaltenen Aufträge für Dritte werden mit den angefallenen Herstellungskosten gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Abschlägen für drohende Verluste bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die Material- und Fertigungseinzelkosten, Sondereinzelkosten des Anlagenbaus sowie angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich angemessener Teile der fertigungsbedingten Abschreibungen. Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwendbarkeit sowie anderen Gründen ergaben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Die Emissionsberechtigungen von Gesellschaften werden bei freier Zuteilung bis zur Verwendung mit Erinnerungswerten bilanziert. Sofern eine Unterdeckung besteht, werden diese zu Anschaffungskosten über den Markt erworben. Für zum Stichtag bestehende Verpflichtungen für den Erwerb von Emissionsberechtigungen wird dies als Rückstellung unter Bezug der aktuellen Marktpreise abgebildet und erfolgt gemäß der Bewertungsmethoden der sonstigen Rückstellungen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten wird durch die Bildung von angemessenen Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko wird durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. Dabei wird die Einfrierungsmethode, bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, angewandt. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die liquiden Mittel sind zum Nennwert angesetzt. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Der Posten ist mit den ursprünglichen Zahlungsbeträgen bewertet. Die Kapitalanteile der Kommanditistin sind zum Nennwert bilanziert. Der passivische Unterschiedsbetrag wird planmäßig über die gewichtete durchschnittliche Restnutzungsdauer der erworbenen abnutzbaren nicht monetären Vermögensgegenstände (15 Jahre) aufgelöst. Steuerlich bedingte Sonderposten sind im Konzernabschluss nicht enthalten. Der Sonderposten für Investitionszulagen und Investitionszuschüsse wird entsprechend der Nutzungsdauer der begünstigten Vermögensgegenstände aufgelöst. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach der Anwartschaftsbarwertmethode unter Verwendung der Richttafeln 2018 G ermittelt. Für die Abzinsung bei den inländischen Gesellschaften wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz aus den vergangenen 10 Jahren bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 2,30% (Vj. 2,71%) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden mit bis zu 2,5% und erwartete Rentensteigerungen mit bis zu 2,0% berücksichtigt. Die Fluktuation wurde unternehmensindividuell mit Raten von bis zu 2,0% berücksichtigt. In Anwendung des Wahlrechts nach Art. 75 Abs. 5 i.V.m. Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB wird der sich aus der Änderung der Rückstellungsbilanzierung durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ergebende Zuführungsbetrag über den Höchstzeitraum von 15 Jahren zu mindestens einem Fünfzehntel verteilt. Darüber hinaus enthält die Position Rückstellungen für Verpflichtungen zu Rentenerhöhungen gemäß § 16 Abs. 3 BetrAVG, die im Rahmen von mittelbaren Pensionszusagen nicht durch die Pensionskasse gedeckt sind. Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet. Dabei wurde der nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelte Zeitwert von Rückdeckungsversicherungen beziehungsweise der Börsenpreis von Wertpapieren zum Stichtag angesetzt. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Erfüllung notwendig ist, d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Soweit die zugrunde liegende Verpflichtung einen Zinsanteil enthält, wurde die Rückstellung zum Barwert mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen 7 Geschäftsjahre abgezinst. Die Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Der Posten ist mit den ursprünglichen Zahlungsbeträgen bewertet. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlust- und Zinsvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Dabei werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen beruhen, berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines negativen Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung. Aktive und passive Steuerlatenzen werden nicht verrechnet. Für Gesellschaften des Organkreises wurde ein konzerneinheitlicher Steuersatz zugrunde gelegt. Die übrigen inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften bilanzieren latente Steuern mit dem jeweiligen unternehmensindividuellen Steuersatz. Die Posten nach § 274 HGB und § 306 HGB wurden zusammengefasst. (7) WährungsumrechnungAuf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip und das Anschaffungskostenprinzip beachtet. Die Aktiv- und Passivposten der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse wurden mit Ausnahme des Eigenkapitals zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Gezeichnetes Kapital, Rücklagen und Ergebnisvortrag wurden zu historischen Kursen angesetzt. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind mit dem Devisenkassamittelkurs des Jahres umgerechnet. Die sich ergebende Umrechnungsdifferenz ist innerhalb des Konzerneigenkapitals nach den Rücklagen unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. Nachstehende Wechselkurse wurden bei der Umrechnung der Einzelabschlüsse in fremder Währung angewendet:
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz(8) AnlagevermögenDie Entwicklung des Konzernanlagevermögens wird im Anlagespiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt. Im Geschäftsjahr 2007 fand die Akquisition des Geschäftssegments Engineering/ Anlagenbau durch den Erwerb der Lurgi Gruppe statt. Im Rahmen der Neubewertung für die Erstkonsolidierung der Lurgi Gruppe wurden von Lurgi entwickelte Patente und Technologien sowie die Markennamen "Lurgi" und "Zimmer" selbst bilanziert. Den Bewertungen lag ein auf den Erstkonsolidierungsstichtag erstelltes Gutachten zu Grunde. Zum Stichtag haben die Lurgi Patente und Technologien einen Restbuchwert von TEUR 4.596 (Vj. TEUR 12.281) und werden über ein weiteres Jahr abgeschrieben. Der Buchwert für den Markennamen "Lurgi" beträgt TEUR 2.104 (Vj. TEUR 3.433), die Restlaufzeit 2 Jahre. Die Abschreibungen auf die Lurgi Patente und Technologien des Vorjahres enthalten MEUR 6 Sonderabschreibungen. Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr TEUR 409 (Vj. TEUR 0) außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens vorgenommen. Durch den Erwerb zusätzlicher Anteile an einer bereits vollkonsolidierten Gesellschaft und aus Änderungen des Konsolidierungskreises ergeben sich im Geschäftsjahr Zugänge der Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von TEUR 35.555 dem Abgänge in Höhe TEUR 13.000 aus Änderungen des Konsolidierungskreises gegenüberstehen. Alle bestehenden Geschäfts- oder Firmenwerte werden linear zwischen 5 und 10 Jahre abgeschrieben. Unter Berücksichtigung der Abschreibungen des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 2.247 sowie der Änderungen des Konsolidierungskreises in Höhe von TEUR 12.819 ergibt sich zum 31. Dezember 2020 ein verbleibender Buchwert aller Geschäfts- oder Firmenwerte von TEUR 34.366. Die Geschäfts- und Firmenwerte resultieren aus der Kapitalkonsolidierung. (9) FinanzanlagenDie Finanzanlagen setzen sich im Konzernabschluss im Wesentlichen aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen (TEUR 268.928, Vj. TEUR 293.751), Anteilen an verbundenen Unternehmen (TEUR 24.104, Vj. TEUR 8.732) sowie Anteilen an assoziierten Unternehmen (TEUR 18.988, Vj. TEUR 19.358) zusammen. Aufgrund voraussichtlich dauerhafter Wertminderung wurden im Geschäftsjahr Wertminderungen von TEUR 180 (Vj. TEUR 3.330) auf Anteile an verbundenen Unternehmen und von TEUR 4 (Vj. TEUR 4.456) auf Beteiligungen vorgenommen. Zum 31. Dezember wird die JJ Lurgi Engineering SDN. BDH., Petaling Jaya/Malaysia, unverändert nach der Equity-Methode mit einem Buchwert von TEUR 4.752 bilanziert. Darüber hinaus wird die H2 Mobility Deutschland GmbH & Co. KG, Berlin, mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 14.236 bilanziert. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert und dem anteiligen Eigenkapital der assoziierten Unternehmen beträgt Null. Die von den assoziierten Unternehmen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen im Wesentlichen denen des Mutterunternehmens. Zugunsten der JJ-Lurgi Engineering SDN. BDH. bestehen Verpflichtungen aus Bürgschaften in Höhe von TEUR 21.889 (Vj. TEUR 23.503). (10) VorräteBei den unfertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Projekte im Großanlagenbau. Für diese Anlagen im Bau bestehen Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 53.850 (Vj. TEUR 38.951). (11) Forderungen und sonstige VermögensgegenständeForderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 392, Vj. TEUR 0) sowie in den sonstigen Vermögensgegenständen (TEUR 10.785, Vj. TEUR 15.255) enthalten. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten in Höhe von TEUR 47.194 (Vj. TEUR 13.502) Forderungen gegen Gesellschafter und betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 26.162 (Vj. TEUR 41.412) sowie sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 770.972 (Vj. TEUR 983.084). Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 427 (Vj. TEUR 424) sowie im Vorjahr sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 225. (12) RücklagenDie Rücklagen die dem Mutterunternehmen als Eigenkapital zur Verfügung stehen, beinhalten zusätzliche freiwillige Einlagen, sowie Einstellungen im Rahmen der Gewinnverwendung. Entsprechend den Ausführungen unter (4) wurden die Geschäfts- oder Firmenwerte durch Zukäufe vor dem 1. Januar 2010 mit den Rücklagen verrechnet. Des Weiteren werden Konsolidierungsbuchungen im Eigenkapital (siehe "sonstige Veränderungen" im Konzern-Eigenkapitalspiegel) mit den Rücklagen verrechnet. Weiterhin werden gemäß DRS 22.24 Unterschiede zu dem Jahresabschluss des Mutterunternehmens für 2020 mit den Rücklagen verrechnet. (13) Eigenkapitaldifferenz aus WährungsumrechnungDie Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung resultiert aus der Umrechnung der konsolidierten Fremdwährungsabschlüsse. (14) Konzernjahresüberschuss der dem Mutterunternehmen zuzurechnen istDas Konzernjahresergebnis, das dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist, entspricht dem Ergebnis des Einzelabschlusses der Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG, Düsseldorf. Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals für 2020 geht aus dem Konzern-Eigenkapitalspiegel hervor. Die Konzernergebnisverwendungsrechnung ist diesem beigefügt. (15) Nicht beherrschende AnteileDieser Posten betrifft Anteile anderer Gesellschafter an der AIR LIQUIDE Deutschland GmbH, der BUSE GASE GmbH & Co. KG (im Folgenden BUSE KG), der Energieversorgungscenter Dresden-Wilschdorf GmbH & Co. KG (im Folgenden EVC I), Dresden, der OMT GmbH & Co.KG optimal medical therapies, Frittlingen, der TRIGEN Beteiligungs GmbH, Düsseldorf, der Zweite Energieversorgungscenter Dresden-Wilschdorf GmbH & Co. KG (im Folgenden EVC II), Dresden, der AI-Jomaih and Petrobau Saudi Arabia Co. Ltd., Riyadth, Saudi-Arabien und der Beijing Lurgi Engineering Consulting Company Limited, Peking, China. (16) Passivischer UnterschiedsbetragIn 2013 wurde der restliche Minderheitenanteil einer zuvor nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft erworben und die Gesellschaft wurde Tochterunternehmen nach § 290 Abs. 1 HGB (sukzessiver Anteilserwerb). Der Übergang zur Vollkonsolidierung und die vollständige Neubewertung des Reinvermögens erfolgte zum 1. Oktober 2013. Nach Aufrechnung des um die Anschaffungskosten der erworbenen Beteiligungstranche erhöhten letzten Equity-Wertansatzes mit dem neu bewerteten Reinvermögen der Gesellschaft ergab sich ein passivischer Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 4.643. Der Unterschiedsbetrag wird planmäßig über die gewichtete durchschnittliche Restnutzungsdauer der erworbenen abnutzbaren Vermögensgegenstände (15 Jahre) aufgelöst. Die Auflösung betrug zum Beginn des Geschäftsjahres TEUR 1.918, im Geschäftsjahr wurden TEUR 307 in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Somit betrugen die Auflösungen zum Ende des Geschäftsjahres TEUR 2.225. (17) Sonderposten für Investitionszulagen und Investitionszuschüsse zum AnlagevermögenDie passivische Abgrenzung von für Investitionen in den neuen Bundesländern gewährten Investitionszulagen und Investitionszuschüssen wurde in dieser Position vorgenommen. Die Auflösung erfolgt der Nutzungsdauer der Wirtschaftsgüter entsprechend. Im Geschäftsjahr 2020 wurden TEUR 117 (Vj. TEUR 162) aufgelöst. Darüber hinaus ergaben sich im Vorjahr Umbuchungen in Höhe von TEUR 816. (18) RückstellungenDie Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für Anwartschaften und laufende Leistungen aus Altersversorgung gebildet. Durch die Ausübung des Wahlrechts nach Art. 75 Abs. 5 i.V.m. Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB besteht zum 31. Dezember 2020 eine Unterdeckung in Höhe von MEUR 11. Der Unterschiedsbetrag bei den Altersversorgungsverpflichtungen zwischen dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 10 Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 7 Jahren beträgt MEUR 40,1 (Vj. MEUR 53,6). Die Erfolgswirkungen aus der Änderung des Abzinsungszinssatzes werden im Finanzergebnis in den "Zinsen und ähnlichen Aufwendungen" ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2020 wurden Vermögensgegenstände und Altersversorgungsverpflichtungen in folgender Höhe verrechnet:
Die Steuerrückstellungen des Konzerns betreffen im Wesentlichen Gewerbesteuer. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle dem Grunde und ihrer Höhe nach ungewissen Verbindlichkeiten und erkennbaren Risiken. Sie betreffen insbesondere mitarbeiterbezogene Verpflichtungen (Jahresboni, Urlaubsentgelte, Jubiläumszuwendungen, Restrukturierungsaufwendungen), nachlaufende Kosten für langfristige Projekte im Großanlagenbau, vertragliche Rückbauverpflichtungen, Verpflichtungen aus ausstehenden Eingangsrechnungen und Garantieverpflichtungen. (19) Aktive latente Steuern / Passive latente SteuernDer Berechnung für aktive und passive latente Steuern wurden für inländische Steuern unternehmensindividuelle Steuersätze von 10,5% bis 15,8% zugrunde gelegt. Für ausländische Gesellschaften wurden unternehmensindividuelle Steuersätze zwischen 19,0% und 33,2% angesetzt. Die aktiven latenten Steuern beruhen vorwiegend auf Neubewertungen im Zusammenhang mit den Kapitalkonsolidierungen, Differenzen zwischen der Steuer- und der Handelsbilanz sowie der Konsolidierung von Zwischengewinnen. Sie beziehen sich im Wesentlichen auf Unterschiedsbeträge bei den immateriellen Vermögensgegenständen, beim Vorratsvermögen sowie bei den Rückstellungen. Zum Bilanzstichtag werden TEUR 55.501 aktive latente Steuern ausgewiesen. Im Geschäftsjahr hat sich ein Rückgang in Höhe von TEUR 1.081 ergeben. Die passiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus Anpassungen aufgrund der im Konzernabschluss gültigen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sowie aus Neubewertungen im Zusammenhang mit den Kapitalkonsolidierungen. Die passiven latenten Steuern betreffen überwiegend Unterschiedsbeträge bei den immateriellen Vermögensgegenständen, im Sachanlagevermögen und im Vorratsvermögen. Zum Bilanzstichtag werden TEUR 18.089 passive latente Steuern ausgewiesen. Im Geschäftsjahr hat sich ein Rückgang in Höhe von TEUR 4.919 ergeben. (20) Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten in Höhe von TEUR 18.772 (Vj. TEUR 19.034) Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und betreffen in Höhe von TEUR 330.379 (Vj. TEUR 432.797) solche aus erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen, in Höhe von TEUR 30.755 (Vj. TEUR 29.433) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie in Höhe von TEUR 36.616 (Vj. TEUR 82.100) sonstige Verbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen solche aus erhaltenen Anzahlungen in Höhe von TEUR 427 (Vj. TEUR 19.734) und aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 166 (Vj. TEUR 0). Von den sonstigen Verbindlichkeiten betreffen TEUR 327 (Vj. TEUR 1.406) Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sowie TEUR 5.856 (Vj. TEUR 16.007) solche aus Steuern. (21) HaftungsverhältnisseHaftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von MEUR 198,4; davon betreffen MEUR 33,3 verbundene Unternehmen und MEUR 21,9 assoziierte Unternehmen. Gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen wurden Patronatserklärungen, nach denen Verluste bis zu einer Höhe von MEUR 2,4 auszugleichen sind, abgegeben. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird aufgrund der guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betreffenden Tochterunternehmen sowie der betreffenden Dritten als gering eingeschätzt. (22) Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle VerpflichtungenAn außerbilanziellen Geschäften liegen insbesondere Operating-Leasing-Verträge über die Nutzung von Sachanlagen vor. Dem Vorteil des über die Laufzeit verteilten Liquiditätsabflusses steht das Risiko der Bindung an eine bestimmte Laufzeit gegenüber. Aus Miet-, Kauf- und Leasingverträgen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von MEUR 96,3. Aus Wartungs- und sonstigen Verträgen ergeben sich Zahlungsverpflichtungen in Höhe von MEUR 20,1. Zusätzlich resultieren Verpflichtungen aus Bestellobligo in Höhe von MEUR 124,5 (davon gegenüber verbundenen Unternehmen MEUR 28,4). Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Bezugsverträgen für Stromlieferungen in Höhe von MEUR 24,4 (davon gegenüber verbundenen Unternehmen MEUR 24,0), aus langfristigen Bezugsverträgen für Gase in Höhe von 10,5 MEUR und aus Kaufverpflichtung in Höhe von MEUR 30,7. Insgesamt belaufen sich die sonstigen finanziellen Verpflichtungen folglich auf MEUR 306,5 (Vorjahr MEUR 424,6). Einzelne Konzerngesellschaften treten ausgewählte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf revolvierender Basis an eine Factoring-Gesellschaft ab. Durch die Abtretung ergeben sich zusätzliche, flexible Liquiditätsspielräume. Dem stehen die Kosten für die erhaltene Factoring-Leistung (Finanzierungsfunktion, Übernahme des Delkredere-Risikos) gegenüber. Zum Bilanzstichtag sind Forderungen in Höhe von MEUR 69,2 (Vj. MEUR 69,2) abgetreten. (23) Derivative FinanzinstrumenteDer ALIG-Konzern unterliegt im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit finanziellen Währungsänderungsrisiken. Ziel des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements ist es, diese finanziellen Risiken zu reduzieren. Die Währungsrisiken entstehen aus der operativen Tätigkeit durch den Ein- und Verkauf von Anlagen und Erzeugnissen in ausländischer Währung im Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau sowie im Geschäftsbereich Gase und Service. Zur Absicherung der Währungsrisiken werden derivative Finanzinstrumente (Devisentermingeschäfte) mit der Air Liquide Finance S.A., Paris, Frankreich, abgeschlossen. Air Liquide Finance S.A. ihrerseits schließt mit Banken deckungsgleiche Devisentermingeschäfte ab. Die Air Liquide Global E&C Solutions India Private Limited, New Delhi, Indien schließt Ihre Geschäfte direkt mit Banken ab. Alle derivativen Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von zugrunde liegenden Geschäftsvorfällen eingesetzt, Spekulationsgeschäfte sind nicht zulässig. Dabei werden Währungsrisiken durch so genannte Micro-Hedges, bei denen das aus einem Grundgeschäft resultierende Risiko unmittelbar durch entsprechende Devisentermingeschäfte abgesichert wird, eingesetzt. Im Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau wird zur Sicherung künftiger Geldeingänge und -ausgänge in Fremdwährung, die heute bereits vertraglich fixiert sind, in der Regel eine so genannte 'Roll-over-Strategie' angewendet. Die zum 31. Dezember 2020 im Bestand befindlichen Devisentermingeschäfte weisen folgende Nominalwerte pro Währungseinheit auf:
Die Marktwerte der Derivate werden anhand von Kapitalmarktdaten zum Bilanzstichtag sowie geeigneter finanzmathematischer Bewertungsmodelle ermittelt. Soweit zu deren Ermittlung Zinssätze benötigt werden, werden die für die jeweilige Restlaufzeit der Derivate geltenden Marktzinssätze verwendet, wobei für die Bewertung der Devisentermingeschäfte das Discounted-Cashflow-Modell zur Anwendung kommt. Zum Bilanzstichtag betragen die positiven Marktwerte der Devisentermingeschäfte TEUR 22.985 und die negativen Marktwerte TEUR 27.258. Die Marktwerte der einbezogenen derivativen Finanzinstrumente entsprechen der Höhe des abgesicherten Risikos. Da sich die Grund- und Sicherungsgeschäfte bezüglich der wesentlichen Parameter wie Fremdwährung, Betrag und - unter Berücksichtigung der geplanten Rollierungen - Fälligkeitsdatum entsprechen, wurden im Rahmen einer kompensatorischen Bewertung in jedem Einzelfall Bewertungseinheiten gebildet. Hieraus folgt, dass das Grund- und Sicherungsgeschäft eine Einheit bilden, die bilanziell gemeinsam bewertet werden. Der Umfang der gegenläufigen Zahlungsströme von Grund- und Sicherungsgeschäften gleicht sich über die vertragliche Laufzeit weitestgehend aus. Da es sich bei den zugrunde liegenden Geschäften um bilanzielle Bewertungseinheiten handelt, ergab sich bezüglich der kassakursbedingten Marktwertänderung der Derivate kein Rückstellungsbedarf. Im Falle der Sicherungen mittels Roll-over-Strategie wird lediglich die kassakursbedingte Wertänderung der Sicherungsinstrumente noch nicht erfasst, die terminkomponentenbedingte Wertänderung wird sofort imparitätisch in der Gewinn- und Verlustrechnung und falls erforderlich als Drohverlustrückstellung eingestellt. Zum Zeitpunkt der Fälligkeit eines Devisentermingeschäfts, bei dem das zugrunde liegende Grundgeschäft noch nicht ergebniswirksam geworden ist, wird der Abrechnungserfolg im aktiven bzw. passiven Rechnungsabgrenzungsposten erfasst, bis das zugrunde liegende Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Für die Fremdwährungsgeschäfte werden prospektive und retrospektive Tests unter Heranziehung der 'Dollar-Offset-Methode' durchgeführt. Wesentlicher Einflussfaktor sind hierbei Kursschwankungen. Die Fremdwährungsgeschäfte des ALIG-Konzerns beinhalten Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie fest kontrahierte Transaktionen in Fremdwährung aus dem Projektgeschäft. Die nachfolgend genannten Grundgeschäfte sind in die Bewertungseinheit einbezogen:
Die Beträge für die schwebenden Geschäfte sowie die mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen betreffen Zahlungseingänge und -ausgänge aus laufenden Projekten. Die Fremdwährungseinzahlungen resultieren aus der vertraglichen Verpflichtung des Kunden für Projekte, für welche der ALIG Konzern noch Leistungen erbringen wird. Die Fremdwährungsauszahlungen betreffen im Wesentlichen Bestellungen für Ingenieurleistungen und sonstige bezogene Drittleistungen, welche der ALIG Konzern gegenüber seinen Lieferanten eingegangen ist oder in naher Zukunft eingehen wird. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung(24) UmsatzerlöseDie Aktivitäten des ALIG Konzerns sind nach seinen spezifischen Produkten und Dienstleistungen in die Geschäftssegmente Gase und Service sowie Engineering/ Anlagenbau unterteilt. Das Segment Gase und Service umfasst die Business Lines Large Industries, Industrial Merchant, Electronics und Healthcare. Im Segment Engineering/ Anlagenbau werden Anlagen zur Erzeugung von Industriegasen sowie Anlagen für die Sektoren der konventionellen, erneuerbaren und alternativen Energien entwickelt, geplant und gebaut.
(25) Sonstige betriebliche ErträgeIn den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 13.551 (Vj. TEUR 12.841), Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 12.601 (Vj. TEUR 18.189), Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 395 (Vj. TEUR 197) sowie sonstige periodenfremde Erträge von TEUR 5.581 (Vj. TEUR 9.360) enthalten. Aus der Entkonsolidierung von Konzernunternehmen ergaben sich Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung und von außergewöhnlicher Bedeutung in Höhe von TEUR 580.885. Dabei wurden mit den Rücklagen verrechnete passive Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 1.310 gewinnerhöhend im Entkonsolidierungserfolg erfasst. Darüber hinaus beinhaltet die Position Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszulagen und Investitionszuschüsse in Höhe von TEUR 117 (Vj. TEUR 162). Die Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens enthielten im Vorjahr Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung in Höhe von TEUR 17.625 aus dem Verkauf von Produktlinien im Geschäftssegment Healthcare. (26) MaterialaufwandDie Aufwendungen für bezogene Leistungen enthalten im Vorjahr periodenfremde Stromsteueraufwendungen in Höhe von TEUR 1.695. (27) PersonalaufwandIm Vorjahr sind periodenfremde Aufwendungen durch Anpassung der Pensionsrückstellung für die Vorjahre in Höhe von TEUR 8.565 enthalten. (28) Sonstige betriebliche AufwendungenIn den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen, insbesondere aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens, von TEUR 1.244 (Vj. TEUR 1.385) sowie Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung in Höhe von TEUR 18.619, die im Zuge des Verkaufs von Konzernunternehmen entstandenen sind, im Vorjahr Aufwendungen aus der Entkonsolididierung der AST Anlagen, Systeme, Technik-Service GmbH, Hannover, in Höhe von TEUR 663 sowie sonstige periodenfremde Aufwendungen von TEUR 1.293 (Vj. TEUR 1.144) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten darüber hinaus Aufwendungen in Höhe von TEUR 2.924 (Vj. TEUR 4.151) resultierend aus der Anwendung der Übergangsvorschrift des BilMoG (Art. 75 Abs. 5 i. V. m. Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB) bezüglich der Bewertung der Pensionsrückstellungen, nach der die Unterschiedsbeträge bis spätestens zum 31. Dezember 2024 in jedem Geschäftsjahr zu mindestens einem Fünfzehntel erfolgswirksam zu erfassen sind. (29) Steuern vom Einkommen und vom ErtragZwischen der ALIG als steuerlicher Organträgerin und ihren direkten Tochtergesellschaften AIR LIQUIDE Deutschland GmbH, AIR LIQUIDE Advanced Technologies GmbH und AIR LIQUIDE Finance GmbH, alle Düsseldorf, sowie der AIR LIQUIDE Forschung und Entwicklung GmbH, und der Air Liquide Global E&C Solutions Germany GmbH, beide Frankfurt, bestehen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge. Die AIR LIQUIDE Deutschland GmbH und die Air Liquide Global E&C Solutions Germany GmbH haben mit den meisten ihrer direkten inländischen Tochtergesellschaften ebenfalls Ergebnisabführungsverträge abgeschlossen. Als Ertragsteuer fällt für den Organkreis der ALIG die Gewerbesteuer an. Für inländische Gesellschaften außerhalb des steuerlichen Organkreises der ALIG werden je nach Rechtsform Gewerbe- und Körperschaftsteuer berücksichtigt. Für Gesellschaften im Ausland werden vergleichbare ertragsabhängige Steuern ausgewiesen. Sie werden nach den für die einzelnen Gesellschaften maßgeblichen Steuervorschriften ermittelt. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten latente Steuererträge von TEUR 2.152 (Vj. TEUR 8.069). Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten periodenfremde Aufwendungen von TEUR 2.100 (Vj. TEUR 371). Der Unterschied zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand und dem rechnerischen Steueraufwand, der sich bei einem gewichteten Steuersatz für den ALIG Konzernabschluss von 15,34% (Vj. 16,58%) ergeben würde, resultiert insbesondere aus den periodenfremden Aufwendungen, aus permanenten Differenzen sowie aus nicht steuerbaren Erträgen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Schülke&Mayr Gruppe. (30) Anteile anderer Gesellschafter am JahresüberschussDie Ergebnisanteile anderer Gesellschafter betreffen die Anteile außenstehender Gesellschafter der AIR LIQUIDE Deutschland GmbH, der BUSE KG, der EVC I und EVC II, der OMT GmbH & Co. KG optimal medical therapies, der TRIGEN Beteiligungs GmbH, der Beijing Lurgi sowie der AI-Jomaih. (31) Erläuterungen zur Konzern-KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung des Konzerns wird gemäß DRS 21 erstellt. Sie ist nach den Zahlungsströmen aus Geschäfts-, Investitions-und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Der Finanzmittelfonds beinhaltet den Kassenbestand, die Guthaben bei Kreditinstituten, kurzfristige Finanzmittelanlagen mit einer Laufzeit von bis zu 3 Monaten sowie die Cash-Pool-Bestände. Bei den flüssigen Mitteln bestehen keine Verfügungsbeschränkungen. Ergänzende Angaben(32) Angaben zum KonzernabschlussprüferhonorarFür das Geschäftsjahr wurde von dem Konzernabschlussprüfer ein Gesamthonorar in Höhe von TEUR 768 (Vj. TEUR 780) berechnet:
(33) GeschäftsführungDie Geschäftsführung obliegt der Air Liquide Industriegase Management GmbH, Düsseldorf, vertreten durch ihre Geschäftsführer:
Für die Geschäftsführung und die Übernahme der persönlichen Haftung erhält die Komplementärin einen Betrag in Höhe von 10% ihres Stammkapitals. (34) MitarbeiterDurchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:
(35) Persönlich haftende GesellschafterinPersönlich haftende Gesellschafterin der ALIG ist die Air Liquide Industriegase Management GmbH, Düsseldorf, mit einem gezeichneten Kapital in Höhe von TEUR 25. Sie hat keine Einlage geleistet. (36) NachtragsberichtVorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben sich nicht ergeben. (37) GewinnverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung schlägt vor den Jahresüberschuss der Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG des Geschäftsjahres 2020 den Gesellschaftergewinnrücklagekonten gutzuschreiben. (38) KonzernverhältnisseDie Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der obersten Konzerngesellschaft L'Air Liquide S.A., Paris/Frankreich, einbezogen. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich und wird ebenfalls elektronisch auf der Internetseite der Konzerngesellschaft (www.airliquide.com/investors) veröffentlicht.
Düsseldorf, 22. April 2021 Gilles Le Van, Geschäftsführer David Maloney, Geschäftsführer Robert van Nielen, Geschäftsführer Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31.12.2020
1) Mit der Gesellschaft besteht ein
Ergebnisabführungsvertrag
Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31.12.2020
6) Die Angaben beziehen sich auf das Jahr 2019
Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2020
Konzern-Kapitalflussrechnung für 2020
Ausweisbingte Anpasssung der Vorjahreszahlen Entwicklung des Konzerneigenkapitals für 2020
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG, Düsseldorf PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG, Düsseldorf, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung und dem Konzerneigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 22. April 2021 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Antje Schlotter, Wirtschaftsprüferin ppa. Katharina Jagielski, Wirtschaftsprüferin |
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