Equiva GmbH
Selbe AdresseGroßhandel mit Sportartikeln und -zubehör
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Marc Alexander Fritze von Berswordt-Wallrabe seit 16.11.2022 | Geschäftsführer |
Arnd Ulrich Wiegler seit 13.1.2015 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Allegro Invest SEKrefeldKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022Allegro Invest SE, Westpreußenstraße 32-38, 47809 KrefeldAmtsgericht Krefeld HRB 146501 AllgemeinesGrundlagen der RechnungslegungDer Konzernabschluss der Allegro Invest SE zum 31. Dezember 2022 wurde unter Beachtung der für Konzerngesellschaften geltenden Rechnungslegungsvorschriften gemäß § 290ff. Handelsgesetzbuch (HGB) aufgestellt. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und VerlustrechnungDie Gewinn- und Verlustrechnung ist gemäß § 275 Abs. 2 i.V.m. § 298 Abs. 1 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Kapitalflussrechnung und die Eigenkapitalentwicklung sind gemäß § 297 Abs. 1 HGB separate Abschlussbestandteile. KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss der Allegro Invest SE werden grundsätzlich alle Unternehmen einbezogen, auf die die Gesellschaft mittel- oder unmittelbar einen beherrschenden Einfluss ausübt. Zum Bilanzstichtag wurden 49 Gesellschaften im Konzernabschluss der Allegro Gruppe vollkonsolidiert. Im laufenden Geschäftsjahr haben sich folgende Änderungen ergeben:
Die Allegro Invest SE hält unmittelbar jeweils 100,00 % der Anteile an der
In der nachfolgenden Übersicht sind alle vollkonsolidierten Unternehmen, nebst der Muttergesellschaft dargestellt.
Die Unternehmen, auf die die Allegro Invest SE keinen beherrschenden, aber maßgeblichen Einfluss ausübt, werden als assoziierte Unternehmen behandelt und nach der at Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Hierbei handelt es sich zum 31. Dezember 2022 um folgende Beteiligungen.
Veränderungen im KonsolidierungskreisIm Geschäftsjahr 2022 wurden die beiden deutschen Logistikgesellschaften Fressnapf Logistik Neuruppin GmbH und Fressnapf Logistik Feuchtwangen GmbH, die drei Servicegesellschaften FN I MZ International Business Services GmbH, FN I MZ International Business Services Kft. und Fressnapf International Services S.r.l. gegründet. Des Weiteren wurden die deutsche Vertriebsgesellschaft Fressnapf Vertrieb Rhein-Main GmbH und die deutsche fnx GmbH ebenfalls gegründet. Im Rahmen der internationalen Expansion nahm die Fressnapf Romania SRL ihren Geschäftsbetrieb in Rumänien und die MAXI ZOO ZUID-WEST BV ihren Geschäftsbetrieb in Belgien auf. Bei allen Gesellschaften handelt es sich um vollkonsolidierte Unternehmen, die erstmalig in den Konzernabschluss 2022 einbezogen wurden. Mit Wirkung zum 2. März 2022 wurde die Maxi Zoo Italia S.p.A. verkauft und entkonsolidiert. Zusätzlich wurde die Lilacview Ltd. rückwirkend zum 1. Januar 2022 auf die Maxi Zoo (Ireland) Ltd. verschmolzen und die Fressnapf Tierbedarf Handels GmbH in die BAF Petfood GmbH umfirmiert. Veränderungen von Anteilen an at-equity GesellschaftenIm Geschäftsjahr 2022 wurden Anteile an der Shiba TopCo Limited und Unconditional d.o.o. erworben und beide Unternehmen als at-equity Gesellschaften in den Konzern einbezogen. Daneben wurden die Anteile an der Activet Rangsdorf veräußert. 2 Grundsätze der KonsolidierungDen zentralen Schritt der Konzernabschlusserstellung bildet die Konsolidierung. Mit ihrer Hilfe werden die bilanziellen Effekte aller konzerninternen Geschäftsbeziehungen aus dem Summenabschluss eliminiert, so dass der Konzernabschluss entsprechend der "Fiktion der rechtlichen Einheit" als Abschluss der gesamten, wirtschaftlich zusammengehörenden Allegro Gruppe erscheint. Die in die Konsolidierung des Konzernabschlusses der Allegro Gruppe einzubeziehenden Einzelabschlüsse sind alle zum 31. Dezember 2022 aufgestellt. KapitalkonsolidierungDie Kapitalkonsolidierung ist im § 301 HGB geregelt. Bei der Kapitalkonsolidierung wurde grundsätzlich die Neubewertungsmethode angewandt. Dabei erfolgte die erfolgsneutrale Verrechnung des Beteiligungsbuchwertes der Muttergesellschaft mit dem Eigenkapital auf der Grundlage der Wertansätze zum Zeitpunkt der jeweiligen Erstkonsolidierung der Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss. Erstkonsolidierungen bis zum 31. Dezember 2009 sind grundsätzlich zum auf den Erwerbsstichtag folgenden Bilanzstichtag erfolgt. Seit dem 1. Januar 2010 werden Erstkonsolidierungen zum jeweiligen Erwerbsstichtag durchgeführt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung resultierende aktive Unterschiedsbeträge sind als Geschäfts- oder Firmenwerte zu klassifizieren und gemäß § 309 Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 301 Abs. 3 HGB über die erwartete Nutzungsdauer sowie bei Vorliegen von internen oder externen Indikatoren außerplanmäßig abzuschreiben. Die ursprünglich eingeschätzten Nutzungsdauern betragen für Geschäfts- oder Firmenwerte aus Erstkonsolidierungen vor dem 1. Januar 2010 15 Jahre. Für Erstkonsolidierungen zwischen dem 1. Januar 2010 und dem 31. Dezember 2015 wurde die Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte grundsätzlich über einen Zeitraum von 5 Jahren vorgenommen. Seit dem 1. Januar 2016 werden Geschäfts- oder Firmenwerte über ihre individuelle Nutzungsdauer abgeschrieben. Ist diese nicht verlässlich zu schätzen, wird der derivative Geschäfts- oder Firmenwert über 10 Jahre abgeschrieben. Da die Nutzungsdauern der Geschäfts- oder Firmenwerte nicht verlässlich geschätzt werden konnten, wurden die Abschreibungen stets gemäß den geltenden gesetzlichen Vorgaben vorgenommen. Aus heutiger Sicht bestehen keine Umstände, die den genannten ursprünglichen Einschätzungen der Nutzungsdauern entgegenstehen. Detailliert ermitteln sich die aktivischen Unterschiedsbeträge (in TEUR) wie folgt:
In der Konzernbilanz sind Geschäft- oder Firmenwerte in Höhe von 57.433 TEUR (2021: 55.875 TEUR) enthalten, die in den Jahresabschlüssen der einbezogenen Unternehmen entstanden sind. Diese werden planmäßig über einen Zeitraum von 5-15 Jahren abgeschrieben. Ansatz und Bewertung bei Erwerb assoziierter UnternehmenBei der Bewertung der assoziierten Unternehmen nach der Equity-Methode kam für frühere Erwerbe auf Teilkonzernebene die Buchwertmethode zur Anwendung, für Zugänge ab dem 1. Januar 2010 wird die Neubewertungsmethode angewendet. Entstandene Geschäfts- oder Firmenwerte sind in der Position Beteiligungen an assoziierten Unternehmen enthalten. Insgesamt haben sich bei der Erstbewertung nach der Equity-Methode die folgenden Unterschiedsbeträge zwischen Buchwert und anteiligem Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ergeben:
Die Unterschiedsbeträge entfallen weitgehend auf den darin enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwert. SchuldenkonsolidierungDie Schuldenkonsolidierung wird gemäß § 303 HGB durchgeführt. Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden Forderungen und Verbindlichkeiten, die zwischen verbundenen Unternehmen bestehen, gegeneinander aufgerechnet. Betroffen sind hiervon beispielsweise Forderungen und Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen sowie abgegrenzte Zinsaufwendungen und -erträge. Da alle Schulden in die Schuldenkonsolidierung einzubeziehen sind, werden auch sämtliche Rückstellungen und Eventualschulden, die aus konzerninternen Transaktionen gebildet wurden, eliminiert. Aufwands- und ErtragskonsolidierungKonzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sind gemäß § 305 HGB aufzurechnen. Dabei werden sowohl Umsatzerlöse als auch andere Erträge wie z.B. Miet-, Zins- und Konzernumlageerträge gegen die korrespondierenden Aufwendungen im Summenabschluss eliminiert. ZwischenergebniseliminierungBei der Zwischenergebniseliminierung sind gemäß § 304 HGB die von konzerninternen Lieferungen und Leistungen betroffenen Bestandsgrößen der Summenbilanz wie z.B. Sachanlagen, Warenbestände, um die hierin enthaltenen internen Gewinne oder Verluste zu bereinigen. Zwischenerfolge werden durch Gegenüberstellung des Einzelbilanzwerts eines konzernintern gelieferten Vermögensgegenstands mit den Konzernanschaffungs- bzw. -herstellungskosten ermittelt. Diese ergeben sich durch analoge Anwendung der entsprechenden Einzelabschlussvorschriften aus der Perspektive des Konzerns als gedachte rechtliche Einheit. Latente SteuernDie Berechnung der latenten Steuern erfolgt gem. § 274 und § 306 HGB. Zur Ermittlung der latenten Steuern werden die jeweils maßgeblichen gesellschaftsindividuellen Ertragssteuersätze zugrunde gelegt. 3 Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Abschlüsse der im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen, überwiegend nach den Vorschriften des HGB, aufgestellt. Soweit die Einzelabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften nach anderen lokalen Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellt wurden, erfolgten die erforderlichen Anpassungen auf die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des HGB. Bei assoziierten Unternehmen wurde aus Wesentlichkeitsgründen keine Anpassung an die konzerneinheitlichen Bewertungsmethoden vorgenommen. Der Konzernabschluss wurde in Euro (EUR) erstellt. Alle Beträge sind im Anhang in Tausend Euro (TEUR) angegeben, sofern nicht auf Abweichungen hiervon besonders hingewiesen wird. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den Vorschriften des HGB sowie der grundsätzlichen Anforderung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln. Die nachfolgend erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert angewandt. Die Währungsumrechnung der in fremder Währung aufgestellten und in den Konzernabschluss einbezogenen Einzelabschlüsse in die funktionale Währung der Konzernobergesellschaft (EUR) erfolgt nach der modifizierten Stichtagsmethode. Hinsichtlich des Vermögens und der Schulden erfolgt die Umrechnung zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag, hinsichtlich des Eigenkapitals zu historischen Kursen und hinsichtlich der Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs. Die sich aus der Anwendung unterschiedlicher Kurse in der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ergebenen Differenzen werden erfolgsneutral behandelt. Die Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Fortschreibung von Bilanzposten werden erfolgsneutral in Höhe von -351 TEUR (2021: 127 TEUR) im Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. AnlagevermögenImmaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, sind mit den Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten und, soweit sie der Abnutzung unterliegen, abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Es werden keine Zinsen für Fremdkapital als Herstellungskosten aktiviert und es werden auch sonst keine weiteren Wahlbestandteile im Sinne des § 255 Absatz 2 Satz 3 in die Herstellkosten einbezogen. Dabei werden die planmäßigen Abschreibungen wie folgt vorgenommen:
Die Abschreibungen auf Zugänge des Anlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Anschaffungs- und Herstellungskosten von abnutzbaren beweglichen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, die selbstständig nutzbar sind, werden, wenn sie für den einzelnen Vermögensgegenstand, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, den Betrag von 250,00 EUR nicht übersteigen, im Wirtschaftsjahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage in voller Höhe als betrieblicher Aufwand erfasst; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 250 EUR und 800 EUR werden auf einem gesonderten Bestandskonto aktiviert und sofort im Monat des Zugangs voll abgeschrieben. Das Wahlrecht nach § 248 Abs. 2 S. 1 HGB wird ausgeübt und die selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Herstellungskosten bilanziert. Als Herstellkosten werden die Entwicklungskosten, die ab dem Zeitpunkt der Erfüllung der Ansatzkriterien entstehen, einbezogen. Die Forschungskosten werden direkt im Aufwand erfasst. Unter Entwicklung ist die Anwendung von Forschungsergebnissen oder von anderem Wissen für die Neuentwicklung von Gütern oder Verfahren oder die Weiterentwicklung von Gütern oder Verfahren mittels wesentlicher Änderungen zu verstehen. Forschung ist die eigenständige und planmäßige Suche nach neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen oder Erfahrungen allgemeiner Art, über deren technische Verwertbarkeit und wirtschaftliche Erfolgsaussichten grundsätzlich keine Aussagen gemacht werden können. FinanzanlagenFinanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Niedrigere Wertansätze werden beibehalten, sofern nicht wieder ein höherer Wertansatz bis zu den ursprünglichen Anschaffungskosten geboten ist. VorräteVorräte werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Anschaffungskostenminderungen, insbesondere warenbezogene Lieferantenrückvergütungen, werden im Rahmen der Vorratsbewertung berücksichtigt. Risiken, die sich aus der Altersstruktur oder aufgrund von Lagerreichweiten ergeben, werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Forderungen und sonstige VermögensgegenständeForderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag abzüglich erforderlicher angemessener Einzelwertberichtigungen angesetzt. Das allgemeine Ausfallrisiko wird durch pauschale Abschläge abgedeckt. Posten in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Stichtag umgerechnet. Liquide MittelGuthaben bei Kreditinstituten sowie Kassenbestände und Schecks werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Fremdwährungsbestände werden zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet. Aktive RechnungsabgrenzungspostenAls aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Sie werden ratierlich über die Laufzeiten der zugrunde liegenden Sachverhalte verteilt. Ein Unterschiedsbetrag zwischen dem Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit und ihrem Ausgabebetrag (Disagio) wird in den Rechnungsabgrenzungsposten aufgenommen, und planmäßig über die gesamte Laufzeit der Verbindlichkeit abgeschrieben. Latente SteuernLatente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen in der Konzern- und Steuerbilanz gebildet, sofern diese bei ihrer Umkehr unter Berücksichtigung der bestehenden steuerlichen Verlustvorträge künftig zu einer Steuerbe- oder entlastung führen. Es werden latente Steuern auf vortragsfähige körperschaft- und gewerbesteuerliche Verlustvorträge gebildet, soweit deren Nutzung innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren wahrscheinlich ist. Die latenten Steuern sind mit den für die jeweiligen Tochterunternehmen maßgeblichen Steuersätzen (9 % - 32 %) ermittelt worden. Temporäre Differenzen resultieren aus folgenden Bilanzposten:
Neben den latenten Steuern nach §274 HGB werden latente Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen nach §306 HGB gebildet. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. EigenkapitalDas Eigenkapital wird zum Nennwert angesetzt. Das Grundkapital ist in voller Höhe eingezahlt. In Ausnahmefällen kann der Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter auch negativ sein, wenn zum Beispiel in der Einzelbilanz einer einbezogenen KG negative Kapitalkonten anderer Gesellschafter (Kommanditisten) enthalten sind. RückstellungenRückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrags angesetzt und decken alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken ab. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre abgezinst. VerbindlichkeitenVerbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag passiviert. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Stichtag umgerechnet. Passive RechnungsabgrenzungspostenAls passive Rechnungsabgrenzungsposten sind erhaltene Zahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Rechnungsabgrenzungsposten werden ratierlich über die Laufzeiten der zugrunde liegenden Sachverhalte verteilt. HaftungsverhältnisseHierzu gehören beispielsweise Patronatserklärungen, Bürgschaften und Garantien, die zwecks Besicherung der von Konzerngesellschaften und assoziierten Unternehmen abgeschlossenen Kredit-, Leasing-, Lieferungs-, Leistungs- und Serviceverträge begeben wurden. Sie werden im Konzernanhang angegeben. 4 Erläuterungen zur BilanzAnlagevermögenDie Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens sowie die Abschreibungen des laufenden Geschäftsjahres sind im Anlagenspiegel (Anlage 1 zum Anhang) gesondert dargestellt. Im Konzernanlagevermögen sind Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 74.545 TEUR (2021: 76.217 TEUR) bilanziert. Im Geschäftsjahr 2022 sind Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im Zusammenhang mit den selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von 11.852 TEUR (2021: 10.295 TEUR) entstanden. Von diesen wurden durch Ausübung des Wahlrechtes nach § 248 Abs. 2 HGB 9.465 TEUR (2021: 8.281 TEUR) als selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert. Bei den selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenständen handelt sich um diverse IT Anwendungen. FinanzanlagenZum Stichtag sind Finanzanlagen in Höhe von 751.750 TEUR bilanziert (2021: 488.650 TEUR). Hierbei handelt es sich um Beteiligungen in Höhe von 464.174 TEUR (2021: 402.923 TEUR), Beteiligungen an assoziierten Unternehmen in Höhe von 237.769 TEUR (2021: 9.954 TEUR), sonstigen Ausleihungen in Höhe von 27.391 TEUR (2021: 29.830 TEUR) und Wertpapieren des Anlagevermögens in Höhe von 22.417 TEUR (2021: 45.943 TEUR). Die Zugängen im Finanzanlagevermögen resultieren im Wesentlichen aus dem Anteilserwerb der Shiba Top Co Ltd und der Unconditional d.o.o.. VorräteZum Stichtag sind Vorräte in Höhe von 285.431 TEUR (2021: 247.459 TEUR) bilanziert. Hiervon entfallen 281.294 TEUR (2021: 245.871 TEUR) auf Handelswaren aus den Bereichen Tiernahrung und -zubehör. Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen insbesondere zum Stichtag offene Posten aus der laufenden Geschäftstätigkeit mit Franchisepartnern. Die Zahlungsverkehrskonten für EC- und Kreditkarten sowie Paypal werden abweichend zum Vorjahr erstmalig unter den liquiden Mitteln in Höhe von 11.312 TEUR (2021: 7.965 TEUR) ausgewiesen. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren im Wesentlichen - wie im Vorjahr- aus laufenden Geschäftsbeziehungen und betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind hauptsächlich Rückvergütungen von Lieferanten sowie Steuerforderungen enthalten. Bei den sonstigen Vermögensgegenständen haben Forderungen in Höhe von 2.594 TEUR (2021: 5 TEUR) eine Restlaufzeit größer ein Jahr. Liquide MittelZum Stichtag sind liquide Mittel in Höhe von 127.668 TEUR (2021: 153.512 TEUR; ohne Zahlungsverkehrskonten 145.547 TEUR) bilanziert. Diese umfassen im Wesentlichen den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Außerdem werden dieses Jahr erstmalig die Zahlungsverkehrskonten für EC- und Kreditkarten sowie Paypal unter den liquiden Mitteln ausgewiesen. Im Vorjahr wurden diese noch unter den Forderungen aus Lieferung und Leistungen ausgewiesen. Aktive latente Steuern
Der Gesamtüberhang aktiver latenter Steuern hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 7.974 TEUR auf insgesamt 14.960 TEUR vermindert. In den latenten Steuern nach § 274 HGB sind aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 4.736 TEUR (Vorjahr: 15.398 TEUR) enthalten. Im Rahmen der Bewertung der Verlustvorträge wurden die auf die jeweiligen Landesgesellschaften anzuwendenden Steuersätze zugrunde gelegt. Diese betrugen im Geschäftsjahr 2022 weiterhin zwischen 9% und 32%. Die Zuführung von latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 244 TEUR wird durch veränderte Bewertungsparameter im Hinblick auf die künftige Nutzung von Verlustvorträgen sowie die Berücksichtigung von Effekten aus Außenprüfungen wieder ausgeglichen. Ferner hat die Inanspruchnahme von Verlustvorträgen die aktiven latenten Steuern in Höhe von 421 TEUR vermindert. In den aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge sind aktive latente Steuern für den erwarteten Effekt aus bereits eingeleiteten bzw. geplanten steuerlichen Verständigungsverfahren nach Doppelbesteuerungsabkommen oder EU-Schiedskonvention aufgrund von Betriebsprüfungsfeststellungen im Ausland in Höhe von 4.736 TEUR (Vorjahr: 14.696 TEUR) enthalten. Die Verminderung der daraus resultierenden aktiven latenten Steuern folgt aus dem Abschluss von Verständigungsverfahren und hat sich entsprechend über eine Minderung der laufenden Steuern für Vorjahre im Konzernabschluss niedergeschlagen. Die übrigen aktiven latenten Steuern nach § 274 HGB in Höhe von 1.792 TEUR (Vorjahr: passive latente Steuern von 1.124 TEUR) resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsunterschieden zu den lokalen Einzelabschlüssen bzw. den steuerbilanziell anzusetzenden Werten. Die Bewertung erfolgte hier ebenfalls mit den für die jeweiligen Landesgesellschaften anzuwendenden Steuersätzen. Die saldiert betrachtet aktiven latenten Steuern nach § 306 HGB in Höhe von 8.432 TEUR (Vorjahr: 8.660 TEUR) resultieren im Wesentlichen aus Zwischengewinneliminierungen und wurden mit dem einheitlichen Konzernsteuersatz von 32 % bewertet. EigenkapitalDas Grundkapital an der Allegro Invest SE beträgt zum Bilanzstichtag 2.005 TEUR und wird wie folgt gehalten:
Das Grundkapital ist in die folgenden Stückaktien eingeteilt:
Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals im Geschäftsjahr 2022 ist im Konzerneigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2022 (siehe Anlage 2) dargestellt. Die Anteile anderer Gesellschafter belaufen sich auf insgesamt 1.017 TEUR (2021: 917 TEUR). RückstellungenDie Rückstellungen in Höhe von 152.861 TEUR (2021: 162.851 TEUR) umfassen Rückstellungen für Steuern in Höhe von 76.492 TEUR (2021: 79.622 TEUR). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf eine verminderte Zuführung aufgrund eines gegenüber dem Vorjahr gesunkenen steuerpflichtigen Ergebnisses zurückzuführen. Rückstellungsmindernd haben sich zudem erneut abgeschlossene Verständigungsverfahren ausgewirkt. Ferner sind Rückstellungen für Personalaufwendungen in Höhe von 41.490 TEUR (2021: 42.297 TEUR), für ausstehende Eingangsrechnungen in Höhe von 21.329 TEUR (2021: 25.310 TEUR), Drohverlustrückstellungen in Höhe von 7.225 TEUR (2021: 1.507 TEUR) sowie Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen in Höhe von 1.750 TEUR (2021: 1.812 TEUR) enthalten. VerbindlichkeitenDie Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich insgesamt wie folgt dar:
Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle VerpflichtungenAm Bilanzstichtag bestehen Haftungsverhältnisse in Höhe von 39 TEUR (2021: 52 TEUR) aus einem vertraglich vereinbarten Investitionsersatz. Eine Inanspruchnahme wird derzeit als unwahrscheinlich angesehen, da die Filiale über die festgelegte Mindestvertragslaufzeit betrieben wird. Die Verpflichtung aus Ausgleichszahlungen an Minderheitsgesellschafter betragen 738 TEUR p.a. (2021: 738 TEUR p.a.). Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen am Bilanzstichtag im Wesentlichen aus langfristigen Leasingverträgen für Gebäude, Pkws und IT in Höhe von 940.611 TEUR (2021: 962.850 TEUR). 5 Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungUmsatzerlöseDie Allegro Gruppe hat zum Bilanzstichtag Umsatzerlöse in Höhe von 2.539.915 TEUR (2021: 2.324.993 TEUR) erwirtschaftet. Davon entfallen 2.457.274 TEUR (2021: 2.258.173 TEUR) auf die Fressnapf-Gruppe aus dem Groß- und Einzelhandel mit Tiernahrung und -zubehör. Die auf die EQUIVA-Gruppe entfallenden Umsatzerlöse in Höhe von 72.449 TEUR (2021: 66.820 TEUR) resultieren aus dem Bereich des Groß- und Einzelhandels mit Reitsportbedarf. Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 191.696 TEUR (2021: 38.518 TEUR) resultieren im Wesentlichen aus Erträgen aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 152.737 TEUR. Veräußert wurden alle Anteile an der MaxiZoo Italia S.P.A.. Des Weiteren sind Kurserträgen in Höhe von 19.267 TEUR (2021: 11.799 TEUR), Erträge aus Auflösungen für Rückstellungen in Höhe von 4.702 TEUR (2021: 4.383 TEUR) und Erträge aus Anlagenabgängen in Höhe von 1.096 TEUR (2021: 6.945 TEUR) zu verzeichnen gewesen. In dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 beliefen sich die periodenfremden Erträge auf 3.801 TEUR (2021: 5.189 TEUR). AbschreibungenDie Abschreibungen beinhalten außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 2.240 TEUR (2021: 210 TEUR) und betreffen im Wesentlichen die Abschreibung von Geschäftsausstattung, die im Rahmen des Equipet Erwerbs in Irland im Geschäftsjahr 2021 erworben wurde. Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 430.127 TEUR (2021: 372.287 TEUR) beinhalten im Wesentlichen Raumkosten 128.934 TEUR (2021: 124.360 TEUR), Werbekosten 100.471 TEUR (2021: 97.932 TEUR), Rechts- und Beratungskosten 32.751 TEUR (2021: 30.810 TEUR), IT-Aufwendungen 21.854 TEUR (2021: 19.351 TEUR) sowie Aufwendungen für Instandhaltungen und Reparaturen 10.044 TEUR (2021: 10.770 TEUR). In dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 betrugen die periodenfremden Aufwendungen 3.368 TEUR (2021: 2.749 TEUR). Auf Aufwendungen aus Kursdifferenzen entfielen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 13.612 TEUR (2021: 10.818 TEUR). Abschreibungen auf FinanzanlagenEs wurde Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 5.404 TEUR (2021: 2.733 TEUR) vorgenommen. Zinsen und ähnliche AufwendungenIm Geschäftsjahr sind Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von 1.006 TEUR (2021: 2.431 TEUR) angefallen. Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen betragen 26 TEUR (2021: 72 TEUR). Honorar AbschlussprüferDas von dem Abschlussprüfer berechnete Gesamthonorar entfällt auf folgende Leistungen:
In dem Gesamthonorar 2022 sind Honorare in Höhe von 24 TEUR enthalten, die für steuerliche Beratung, Abschlussprüfungsleistungen uns sonstige Leistungen angefallen sind, die das Geschäftsjahr 2021 betreffen. 6 Sonstige AngabenOrgane der GesellschaftGemäß Satzung bestehen die Organe der Muttergesellschaft aus geschäftsführenden Direktoren und einem Verwaltungsrat. UnternehmensleitungGeschäftsführende Direktoren der Muttergesellschaft:Torsten Toeller, Duisburg (Geschäftsführender Direktor) Folkert Schultz, Krefeld (Geschäftsführender Direktor) Verwaltungsrat der Muttergesellschaft:Manuela Toeller, Duisburg (Verwaltungsratmitglied) Vorschlag für die GewinnverwendungDer Verwaltungsrat der Allegro SE, Krefeld, wird der ordentlichen Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,10 € je Vorzugaktie ohne Stimmrecht vorschlagen. Der verbleibende Bilanzgewinn wird gemäß dem Vorschlag des Verwaltungsrates auf neue Rechnung vorgetragen. MitarbeiterIm Geschäftsjahr 2022 wurden im Durchschnitt 9.422 Angestellte/Arbeiter sowie 228 Auszubildende beschäftigt. Von den Angestellten /Arbeitern sind 89 Mitarbeiter leitende Angestellte (2021: 101) und 9.333 Mitarbeiter nicht-leitende Angestellte (2021: 9.113). Befreiungswahlrechte nach § 264 Abs. 3 HGBFolgende Tochtergesellschaften, die in den Konzernabschluss der Allegro Invest SE einbezogen werden, erfüllen die erforderlichen Bedingungen für die Inanspruchnahme und machen von den Befreiungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB für das Geschäftsjahr 2022 Gebrauch:
Wesentliche Ereignisse nach dem GeschäftsjahresendeWesentliche Ereignisse nach dem Geschäftsjahresende sind nicht eingetreten.
Krefeld, den 6. April 2023 Torsten Toeller Folkert Schultz Entwicklung des Anlagevermögens
Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2022
Bei der Konzernobergesellschaft Allegro Invest SE steht zum 31. Dezember 2022 ein Betrag von TEUR 827.589 zur Ausschüttung zur Verfügung.
Konzernlagebericht 31.12.20221 Allgemeine Informationen zum Lagebericht1.1 Vorausschauende AussagenDieser Konzernlagebericht beinhaltet vorausschauende Aussagen und Informationen, die auf den Aussichten und Annahmen der Geschäftsführung basieren. Diese stützen sich ihrerseits auf die Informationen, die der Unternehmensleitung gegenwärtig zur Verfügung stehen. Die vorausschauenden Aussagen und Informationen sind mit unterschiedlichen Risiken und Unsicherheiten behaftet, von denen viele außerhalb des Einflussbereiches der Allegro-Gruppe liegen. Die betreffenden Risiken und Unsicherheiten sind im Risikobericht erläutert. Dabei geben vorausschauende Aussagen die Sicht zu dem Zeitpunkt wieder, zu dem sie getätigt werden. Abgesehen von rechtlichen Publizitätspflichten übernimmt die Allegro-Gruppe keine Verpflichtung gegenüber der Öffentlichkeit, vorausschauende Aussagen aufgrund neuer Informationen oder Umstände, die sich nach dem Datum der Veröffentlichung ergeben, aufgrund künftiger Ereignisse oder aus anderen Gründen zu aktualisieren oder zu korrigieren. 1.2 Grundlagen der DarstellungDer vorliegende Konzernlagebericht der Allegro-Gruppe wurde nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und gemäß § 315 Handelsgesetzbuch (HGB) erstellt. Alle Angaben im Lagebericht beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf den 31. Dezember 2022 beziehungsweise das Geschäftsjahr, das an diesem Datum endet. Die Beträge sind, soweit nicht anders vermerkt, in Tausend Euro (TEUR) angegeben. 2 Grundlagen der Allegro-Gruppe2.1 KonzernstrukturDie Allegro Invest SE mit Sitz in Krefeld ist das Mutterunternehmen der Allegro-Gruppe und agiert als Management-Holding. Sie hält direkt und indirekt Beteiligungen an den operativen und nicht-operativen Gesellschaften im In- und Ausland. Zum 31. Dezember 2022 wurden 48 Tochterunternehmen von der Allegro Invest SE unmittelbar oder mittelbar beherrscht. Diese nehmen insbesondere Vertriebsaktivitäten auf lokaler Ebene wahr. Eine vollständige Aufstellung der Tochterunternehmen, der assoziierten Unternehmen und sonstiger Beteiligungen ist anhand der Beteiligungsliste im Konzernanhang dargestellt. Mehr als 1.800 moderne Fachmärkte der Vertriebsmarken Fressnapf, Maxi Zoo, MEGAZOO und Equiva bieten ein flächendeckendes sowie kompetentes Netz für Tierfreunde und Tierhalter:innen in elf europäischen Ländern. Es arbeiten europaweit über 16.000 Beschäftigte inklusive der Mitarbeitenden bei den überwiegend in Deutschland tätigen selbstständigen Franchisepartnerinnen und Franchisepartnern für die Unternehmensgruppe. 2.2 GeschäftstätigkeitDie Umsatzerlöse der Allegro-Gruppe resultieren im Wesentlichen aus dem Verkauf eines umfangreichen Sortiments an Tiernahrung, Tierzubehör und aus vielfältigen Service-Angeboten im stationären Groß- und Einzelhandel, Online-Shops sowie der Vermittlung von Dienstleistungen, um gemäß der Unternehmensmission das Zusammenleben von Mensch und Tier einfacher, besser und glücklicher zu machen. Zusätzlich ist die Unternehmensgruppe Förderer verschiedener gemeinnütziger Tierschutz- bzw. tiertherapeutischer Projekte und baut ihr soziales Engagement im Rahmen der Initiative "tierisch engagiert" im In- und Ausland stetig aus. Allegro-Gruppe im ÜberblickDie Fressnapf-Gruppe, national sowie in Österreich, Luxemburg, Rumänien, Ungarn und der deutschsprachigen Schweiz firmierend als Fressnapf, ansonsten unter dem internationalen Namen Maxi Zoo, ist Marktführer für den Heimtierbedarf in Europa. Mit 1.760 modernen Fachmärkten bietet die Gruppe europaweit ein flächendeckendes, kompetentes Netz für Tierfreund:innen und Tierhalter:innen sowie ein umfangreiches Sortiment von exklusiv bei Fressnapf erhältlichen Marken in allen Preiskategorien an. Eine Vielzahl von Märkten inklusive Kund:innenberatung, wettbewerbsfähige Preise, vielfältige Service-Angebote und Online-Shops machen die Fressnapf-Gruppe mehr und mehr zum Omni-Channel-Händler. Fressnapf tritt in Deutschland vorwiegend mit rechtlich selbständigen Franchisepartner:innen und in den weiteren europäischen Märkten mit Beteiligungsgesellschaften auf. Eine erfolgreiche und partnerschaftliche Beziehung zwischen den Franchisepartner:innen sowie der Unternehmenszentrale in Krefeld (NRW) steht dabei im Vordergrund. MEGAZOO erstreckt seine Geschäftstätigkeit auf den Einzelhandel mit Tiernahrung und -zubehör sowie zoologischen Bedarfsartikeln in großflächigen Fachmärkten in Deutschland. Neben einer vielseitigen Auswahl an Tiernahrung und -zubehör bietet MEGAZOO Tierfreunden auch eine kompetente und zuverlässige Beratung beim Kauf von Heimtieren. Derzeit ist MEGAZOO an 15 Standorten in Deutschland aktiv, diese werden, bis auf zwei, von Kooperationspartner:innen betrieben. Equiva bietet über ein modernes teilweise franchisiertes Filialnetz in Deutschland und Österreich ein breites Sortiment von Reitbekleidung und -zubehör an. Die Produkte sind in Deutschland ebenfalls über einen eigenen Online-Shop beziehbar. Equiva versteht sich hierbei als Rundum-Versorger. Die Produktpalette reicht von Reitbekleidung wie z. B. Reithosen, Funktionsjacken, Fleece Jacken, Reitstiefeln, Reitkappen, Sicherheitswesten, Turnierkleidung bis zu Reitzubehör. Zurzeit gibt es in Deutschland 74, in Österreich 12 Märkte und einen Markt in Luxemburg. ActiVet erarbeitet und verwaltet ein Konzept zur Errichtung sowie zum Betrieb von tiermedizinischen Einrichtungen, die in fachlicher Hinsicht ausschließlich durch weisungsungebundene oder selbstständige niedergelassene Tierärztinnen und Tierärzte unter Beachtung der berufsrechtlichen Vorschriften geführt werden. Zum 31. Dezember 2022 werden Tierarztpraxen in Krefeld, Duisburg, Hannover, Gelsenkirchen und Rangsdorf betrieben. An den Tierarztpraxen in Potsdam und Weiterstadt ist die ActiVet beteiligt. 2.3 UnternehmensleitungAls Societas Europaea (SE) verfügt die Allegro Invest SE im Rahmen eines monistischen Führungs- und Aufsichtssystems über die folgenden Organe:
Rechtsgrundlage für die SE ist die EG-Verordnung 2157/2001 des Rates vom 8. Oktober 2001 über das Statut der Europäischen Gesellschaft (SE). Diese wird ergänzt durch die Richtlinie 2001/86/EG vom 8. Oktober 2001 zur Ergänzung des Statuts der europäischen Gesellschaft hinsichtlich der Beteiligung der Arbeitnehmer. 2.4 Änderungen in der OrganisationsstrukturIm Geschäftsjahr 2022 haben sich die folgenden Änderungen in der Beteiligungsstruktur der Allegro-Gruppe ergeben: Veränderungen im KonsolidierungskreisIm Geschäftsjahr 2022 wurden die beiden deutschen Logistikgesellschaften Fressnapf Logistik Neuruppin GmbH und Fressnapf Logistik Feuchtwangen GmbH, die drei Servicegesellschaften FN | MZ International Business Services GmbH, FN | MZ International Business Services Kft. und Fressnapf International Services S.r.l. gegründet. Des Weiteren wurde der Konsolidierungskreis um die deutsche Vertriebsgesellschaft Fressnapf Vertrieb Rhein-Main GmbH und die deutsche fnx GmbH erweitert. Im Rahmen der internationalen Expansion nahm die Fressnapf Romania SRL ihren Geschäftsbetrieb in Rumänien und die MAXI ZOO ZUID-WEST BVBA ihren Geschäftsbetrieb in Belgien auf. Bei allen Gesellschaften handelt es sich um vollkonsolidierte Unternehmen, die erstmalig in den Konzernabschluss 2022 einbezogen wurden. Mit Wirkung zum 2. März 2022 wurde die Maxi Zoo Italia S.p.A. verkauft und entkonsolidiert. Zusätzlich wurde die Lilacview Ltd. rückwirkend zum 1. Januar 2022 auf die Maxi Zoo Ireland Ltd. verschmolzen und die Fressnapf Tierbedarf Handels GmbH in die BAF Petfood GmbH umfirmiert. Veränderungen von Anteilen an at-equity GesellschaftenIm Geschäftsjahr 2022 wurden Anteile an der Shiba TopCo Limited und Unconditional d.o.o. erworben und beide Unternehmen als at-equity Gesellschaften in den Konzern einbezogen. Durch diese Erwerbe stärken wir unseren Zugang zum italienischen bzw. kroatischen Heimtiermarkt. Daneben wurden die Anteile an der AV Tierarztpraxis Rangsdorf GmbH veräußert. 2.5 Forschung und EntwicklungIm Geschäftsjahr 2022 sind Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im Zusammenhang mit den selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von 11.852 TEUR (2021: 10.295 TEUR) entstanden. Von diesen wurden durch Ausübung des Wahlrechtes nach § 248 (2) HGB insgesamt 9.465 TEUR (2021: 8.281 TEUR) als selbsterstellte Vermögensgegenstände aktiviert. 3 Wirtschaftsbericht3.1 Rahmenbedingungen3.1.1 Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenDie Geschäftstätigkeit der Allegro-Gruppe ist insbesondere durch das Konsumklima und die Kaufkraft auf ihren Absatzmärkten geprägt. Konsumklima und Kaufkraft wiederum hängen wesentlich von der wirtschaftlichen Entwicklung ab, für die die Inflationsrate, die Arbeitslosenquote und vor allem das jeweilige Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Ausdruck der Wirtschaftskraft der Volkswirtschaften wesentliche Maßstäbe sind. Im Jahr 2022 wurde die Inflationsrate, aber auch das Konsumklima im Allgemeinen maßgeblich durch den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine beeinflusst. Dies hatte eine negative Auswirkung auf alle Geschäftsbereiche der Gruppe. Dabei wurden die Entwicklungen in der Europäischen Union und der Schweiz in die folgenden Betrachtungen einbezogen. Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt)
Quelle Europäische Union: ifo Schnelldienst, Sonderausgabe Dezember 2022 Quelle Schweiz: Seco Staatssekretariat für Wirtschaft, Winter 2022/2023 Inflation (Verbraucherpreisindex)
Quelle Europäische Union: ifo Schnelldienst, Sonderausgabe Dezember 2022 Quelle Schweiz: Seco Staatssekretariat für Wirtschaft, Winter 2022/2023 Arbeitslosenquote (Anteil an der erwerbsfähigen Bevölkerung)
Quelle Europäische Union: Eurostat, EU-Kommission, Stand: Dezember 2022 Quelle Schweiz: Seco Staatssekretariat für Wirtschaft, Winter 2022/2023 3.1.2 Branchenbezogene RahmenbedingungenEntwicklung des HeimtiermarktesTrotz des strapazierten ökonomischen Umfelds mit Energiekrise und steigender Inflation kann der Heimtiermarkt auch im Jahr 2022 einen Zuwachs verzeichnen. Dieser ist jedoch weniger ausgeprägt als in den Vorjahren. Auch Fressnapf|Maxi Zoo konnte umsatzseitig in allen Ländern positives Wachstum verzeichnen. Durch die veränderten Rahmenbedingungen hat sich die finanzielle Situation vieler Haustierhalter:innen verändert. So wird beim Einkauf vermehrt auf Preisvorteile geachtet oder es werden Bonusprogramme genutzt, um den allgemein gestiegenen Kosten entgegenzuwirken. Aufgrund der engen Bindung der Haustierhalter:innen zu ihren Haustieren wird jedoch der Haustierbedarf in vielen Fällen nicht als Einsparpotential gesehen. 3.1.3 WettbewerbspositionStationäres FilialgeschäftTrotz aller veränderten Einkaufsgewohnheiten bleibt auch im Jahr 2022 der stationäre Kanal über alle Fressnapf|Maxi Zoo Länder hinweg der dominante Einkaufsweg unter den Haustierhalter:innen. Als Hauptwettbewerber für Fressnapf|Maxi Zoo sind im stationären Filialgeschäft länderübergreifend vor allem der Lebensmitteleinzelhandel zu nennen sowie der jeweilige stationäre Fachhandel für Tierbedarf. Hierzu zählen Zoofachhandlungen, kleinere Fachhandelsketten für Tiernahrung und -zubehör sowie Baumärkte und Gartencenter. Online-GeschäftDas Wachstum des Online-Geschäfts und der damit verbundene Ausbau der eigenen Online-Shops liegt auch 2022 weiter im Fokus der Allegro-Gruppe, um den Einkaufsbedürfnissen und -gewohnheiten der Kund:innen im Haustierbereich bestmöglich zu entsprechen. Dabei steht die Allegro-Gruppe europaweit vermehrt im Wettbewerb mit auf Tierbedarf spezialisierten und generalistischen E-Commerce-Anbietern. Um das Online-Angebot auszuweiten, werden zusätzliche Online-Shop-Services implementiert, die unter anderem auch auf das umfangreiche Filialnetz aufbauen. Bereits 2021 wurde die Fressnapf-App in Deutschland implementiert. Diese wurde im Jahr 2022 auch in einigen anderen Fressnapf|Maxi Zoo Ländern ausgerollt. Neben verschiedenen Services wird dort auch das eigens entwickelte Loyalitätsprogramm "Fressnapf Friends" angeboten. Fressnapf|Maxi Zoo treibt so die Verzahnung des stationären und Online-Kanals immer weiter voran, um auch in Zukunft als Omni-Channel-Player weiter von einer Harmonisierung dieser Kanäle zu profitieren. 3.2 Geschäftsverlauf3.2.1 GeschäftsergebnisDie Allegro-Gruppe setzte ihr Wachstum fort und steigerte auch im Jahr 2022 die konsolidierten Umsatzerlöse um 9,2 % auf 2.539.915 TEUR (2021: 2.324.993 TEUR). Diese deutliche Steigerung der Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr liegt leicht unter den Planerwartungen. Dabei wurde der Gesamtumsatz durch die internationale Expansion und durch höhere Erlöse auf bestehender Fläche, auch bedingt durch die in Teilen unabdingbare Weitergabe von inflationsgetriebenen Einkaufspreiserhöhungen an die Kund:innen gesteigert. Gegenläufige Effekte im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich aus der Entkonsolidierung der Maxi Zoo Italia S.p.A. Im Geschäftsjahr 2022 erzielte die Allegro-Gruppe ein Betriebsergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern (EBITDA) in Höhe von 347.704 TEUR (2021: 283.893 TEUR). Damit liegt das EBITDA signifikant über dem Vorjahresniveau und hat den Unternehmensplan deutlich übertroffen. Grund hierfür sind auch Buchgewinne aus Konsolidierungskreisveränderungen, wohingegen das operative Geschäft durch die anhaltend hohen, inflationsgetriebenen Beschaffungspreise und gestiegenen Kosten für Logistik, Personal, Mieten und Energie sowie Investitionen in den Ausbau des Fressnapf-Ökosystems belastet ist. 3.2.2 ErtragslageDie von der Allegro-Gruppe zum Bilanzstichtag erwirtschafteten Umsatzerlöse in Höhe von 2.539.915 TEUR (2021: 2.324.993 TEUR) teilen sich auf die Fressnapf-Gruppe sowie die Equiva-Gruppe auf. Dabei entfallen auf die Fressnapf-Gruppe 2.457.274 TEUR (2021: 2.258.173 TEUR) aus dem Groß- und Einzelhandel mit Tiernahrung und -zubehör. Das entspricht einem deutlichen Zuwachs von 9,2 %. Unter Berücksichtigung der aus der Entkonsolidierung der Maxi Zoo Italia S.p.A. resultierenden Reduktion der Umsatzbasis ist die Zuwachsrate noch deutlich höher. Auf die Equiva-Gruppe entfallen Umsatzerlöse in Höhe von 72.499 TEUR (2021: 66.820 TEUR) aus dem Bereich des Groß- und Einzelhandels mit Reitsportbedarf. Hier konnte ebenfalls ein deutlicher Zuwachs von 8,5 % erzielt werden. Die Umsatzerlöse unterteilen sich in Inland und Ausland wie folgt:
Die internationale Entwicklung stellt sich wie folgt dar:
MaterialaufwandDer Materialaufwand ist um 16,5 % (2021: 22,6 %) deutlich gestiegen. Die Veränderung ist damit deutlich größer als die Steigerung des Nettoaußenumsatzes. Besonders die gestiegenen Beschaffungspreise und Logistikkosten haben zu dieser Entwicklung geführt. Damit liegt die Materialaufwandsquote mit 62,4 % über dem Vorjahresniveau (2021: 58,5 %). PersonalaufwandDie Personalaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr auf 372.639 TEUR (2021: 348.872 TEUR) gestiegen. Unter anderem stieg die Anzahl der Mitarbeitenden im Rahmen der Expansion. Ferner erfolgte ein Aufbau weiterer Kompetenzen und Geschäftsfelder. Gegenläufig wirkte sich der Abgang der Mitarbeitenden im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung der Maxi Zoo Italia S.p.A. aus. Im Geschäftsjahr 2022 waren in der Allegro-Gruppe im Durchschnitt 9.422 Mitarbeitende beschäftigt und damit 2,3 % mehr als im Vorjahr. Mitarbeitende (Ø Voll- und Teilzeitbeschäftigte)
Insgesamt blieb die Personalaufwandsquote mit 14,7 % leicht unter dem Vorjahresniveau (2021: 15,0 %). Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 430.128 TEUR (2021: 372.287 TEUR) beinhalten im Wesentlichen Raumkosten in Höhe von 128.934 TEUR (2021: 124.360 TEUR), Werbekosten in Höhe von 100.471 TEUR (2021: 97.932 TEUR), Fremdpersonalkosten in Höhe von 57.578 TEUR (2021: 18.336 TEUR), Kurs- und Währungsverluste in Höhe von 13.612 TEUR (2021: 10.818 TEUR), Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 32.751 TEUR (2021: 30.810 TEUR), IT-Aufwendungen in Höhe von 21.854 TEUR (2021: 19.351 TEUR) sowie Aufwendungen für Instandhaltungen und Reparaturen in Höhe von 10.044 TEUR (2021: 10.770 TEUR). Im Rahmen der internationalen Expansion inklusive des Aufbaus von internationalen Lagerstandorten sind die Fremdpersonalkosten und Raumkosten weiter deutlich angestiegen. In den Kurs- und Währungsverlusten spiegeln sich insbesondere die Entwicklungen des US-Dollars und des Ungarischen Forints wider. Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 191.696 TEUR (2021: 38.518 TEUR) sind im Vergleich zum Vorjahr überdeutlich gestiegen und beinhalten im Wesentlichen Effekte aus Konsolidierungskreisveränderungen in Höhe von 151.693 TEUR (2021: 0 TEUR), Kurserträge in Höhe von 19.267 TEUR (2021: 11.799 TEUR), Auflösungen von Rückstellungen in Höhe von 4.702 TEUR (2021: 4.383 TEUR), periodenfremde Erträge in Höhe von 3.801 TEUR (2021: 5.189 TEUR) sowie Gewinne aus Anlagenabgängen in Höhe von 1.096 TEUR (2021: 6.945 TEUR). Erträge aus BeteiligungenDie Erträge aus Beteiligungen enthalten im Wesentlichen die anteiligen Ergebnisse der Gesellschaften mit Minderheitenbeteiligungen (at equity) und Ausschüttungen von längerfristigen Kapitalanlagen. Steuern vom Einkommen und vom ErtragDie Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 41.722 TEUR (2021: 72.136 TEUR) sind trotz eines höheren operativen Ergebnisses deutlich niedriger als im Vorjahr ausgefallen, weil der Anteil steuerfreier Erträge, im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Veräußerung von Beteiligungsunternehmen, am operativen Ergebnis in 2022 deutlich höher war. Wie im Vorjahr sind in den Steuern vom Einkommen und Ertrag zudem erneut aperiodische Steuererträge aufgrund des Abschlusses von Verständigungsverfahren mit den Finanzbehörden enthalten. 3.2.3 VermögenslageDie konsolidierte Bilanzsumme erhöhte sich deutlich im Vergleich zum Vorjahr auf 1.635.514 TEUR (2021: 1.322.597 TEUR). Die Eigenkapitalquote ist im Konzern auf 63,2 % (2021: 58,4 %) weiter angestiegen. Die einzelnen Bilanzpositionen veränderten sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt:
Das Anlagevermögen ist im Wesentlichen durch eine deutliche Zunahme der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen in Höhe von 227,8 Mio. EUR und sonstigen Beteiligungen in Höhe von 61,3 Mio. EUR gekennzeichnet. Diese sind maßgeblich bedingt durch den Erwerb strategischer Anteile an Kapitalgesellschaften, längerfristiger Beteiligungen an Personenhandelsgesellschaften sowie längerfristiger Kapitalanlagen in Form von Geschäftsanteilen. Dem stehen im Wesentlichen Veräußerungen von Wertpapieren des Finanzanlagevermögens entgegen. Im Rahmen der Expansion der Fressnapf-Gruppe und der hiermit verbundenen Eröffnung neuer Filialen wurden Investitionen in das Sachanlagevermögen getätigt. Diesen stehen planmäßige Abschreibungen gegenüber. Der Anstieg der Vorräte ist Ausdruck der Expansion, um eine angemessene Warenverfügbarkeit im immer größer werdenden Filialnetz abzusichern und die Ausweitung des Online-Geschäfts zu ermöglichen. Es wurden hierfür eigens neue Warenlager in Betrieb genommen. Außerdem spielt die Inflation und die damit verbundene Steigerung der Beschaffungspreise eine Rolle bei der Bestandserhöhung. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist zum einen inflationsgetrieben und zum anderen auf die mit der positiven Geschäftsentwicklung verbundenen gestiegenen Warenlieferungen und Dienstleistungen gegenüber Dritten sowie auf die positive Online-Geschäftsentwicklung zurückzuführen. Bezüglich der detaillierteren Entwicklung der liquiden Mittel und Finanzverbindlichkeiten wird auf die Kapitalflussrechnung verwiesen. Der Rückgang der Steuerrückstellungen ist im Wesentlichen auf eine verminderte Zuführung aufgrund eines gegenüber dem Vorjahr gesunkenen steuerpflichtigen Ergebnisses zurückzuführen. Rückstellungsmindernd haben sich zudem erneut abgeschlossene Verständigungsverfahren ausgewirkt. Durch die Entkonsolidierung der Maxi Zoo Italia S.p.A. kam es zu einem Rückgang der sonstigen Rückstellungen. Die gestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten lassen sich im Wesentlichen mit dem gestiegenen Geschäftsvolumen sowie aus Inflationseffekten und Stichtagseffekten begründen. 3.2.4 FinanzlageDer Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 123.011 TEUR (2021: 194.108 TEUR) ist im Vergleich zum Vorjahr trotz des gestiegenen Konzernjahresüberschusses deutlich gesunken, was auch an den cash-neutralen Buchgewinnen aus Konsolidierungskreisveränderungen liegt. Dem aufgrund der Inflation und des Geschäftsvolumens gestiegenen Vorratsvermögen stehen unter anderem stichtagsbedingt und inflationsgetrieben gestiegene Verbindlichkeiten gegenüber. Gleichzeitig sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inflationsbedingt als auch volumenbedingt und die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände unter anderem durch volumenbedingt erhöhte Abgrenzungen von Rückvergütungsansprüchen gestiegen. Sowohl in der Entwicklung des Vorratsvermögens, der Verbindlichkeiten als auch der Forderungen schlagen sich Effekte aus Konsolidierungskreisveränderungen nieder. Der Netto-Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit liegt im Berichtsjahr mit 171.998 TEUR (2021: 232.476TEUR) weiterhin auf einem hohen Niveau. Dies ist im Wesentlichen auf den Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen in Höhe von 142.952 TEUR zurückzuführen (2021: 180.249 TEUR). Daneben erfolgten ferner Investitionen im Rahmen der Expansion. Im laufenden Geschäftsjahr haben sich kaum Effekte im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit von -1.835 TEUR (2021: -13.947 TEUR) ergeben. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen zum Teil in Fremdwährung. Insgesamt entwickelt sich der Finanzmittelfonds demnach wie folgt:
Der Allegro-Konzern verfügt im nächsten Geschäftsjahr 2023 über ausreichend Liquidität. Neben den Kreditverbindlichkeiten bestehen zusätzlich noch freie Kreditlinien in Höhe von 216.454 TEUR (2021: 249.699 TEUR). Die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wurde durch die Geschäftsführung durchgehend positiv beurteilt. 4 PrognoseberichtDer Prognosebericht der Allegro-Gruppe umfasst relevante Fakten und Ereignisse, die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses bekannt waren und die zukünftige Geschäftsentwicklung beeinflussen können. 4.1 Künftige gesamtwirtschaftliche SituationDie gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Euroraum steht im laufenden Jahr 2023 nach wie vor unter dem negativen Einfluss des fortdauernden Angriffskrieges Russlands in der Ukraine und dürfte weiterhin geprägt sein von starken Preissteigerungen aufgrund länger anhaltender Lieferengpässe und Materialknappheit bei der Versorgung mit Energie, Rohstoffen, Vorprodukten und hohen Produktionskosten bei steigender Güternachfrage. Dem werden vermehrt Lohnsteigerungen entgegenstehen, die eine Abschwächung der Inflation zusätzlich weiter hinauszögern dürften. Infolgedessen ist mit einer zunehmend restriktiven Zinspolitik zu rechnen, welche Investitionen verteuert und die Wirtschaftstätigkeit tendenziell bremst. Im Euroraum ist nur mit einem geringen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 % im Vergleich zum Vorjahr zu rechnen. Dem steht nach wie vor eine deutliche Erhöhung der Verbraucherpreise um 6,0 % gegenüber. Für das Jahr 2023 wird mit einem Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts in Deutschland in Höhe von -0,1 % gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Die Arbeitslosenquote wird wahrscheinlich leicht auf 5,5 % ansteigen, wohingegen die Verbraucherpreise um geschätzte 6,4 % ansteigen. Damit bleibt der Inflationsdruck hoch. Die derzeit hohen Tarifforderungen könnten zum einen die private Kaufkraft unterstützen aber zum anderen auch die Lohnkosten deutlich erhöhen. Dies könnte erneut zu einem hohen Preisauftrieb und damit einer Reduzierung der Realeinkommen privater Haushalte führen. Nach den unter anderem coronabedingten Umsatzschüben in den Jahren 2020 und 2021 hat sich in 2022 das Marktumfeld auch im Heimtiermarkt verändert. Dennoch stellt sich der Heimtiersektor weitergehend als krisenresistent dar, denn auch (oder gerade) in Krisenzeiten stellen Haustiere für viele Menschen einen Ankerpunkt und eine wichtige Stütze im Alltag dar. Auch hat sich in den letzten Jahren, unter anderem durch die Einschränkungen während der Corona-Pandemie, die Bindung zu den Haustieren intensiviert. Durch die seitdem gestiegenen Homeoffice-Möglichkeiten wurde darüber hinaus die Haustierhaltung für viele erleichtert. Alle diese Faktoren wirken sich trotz der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen positiv auf den Markt für Heimtierbedarf aus, so dass weiterhin mit stabilen Rahmenbedingungen in unmittelbarem Marktumfeld zu rechnen ist. 4.2 Künftige Entwicklung der Allegro-GruppeDie nachfolgenden künftigen Entwicklungen beziehen sich auf die Allegro-Gruppe. Diese umfassen im Wesentlichen sowohl die Prognose für die Fressnapf-Gruppe auf Ebene der Fressnapf Holding SE als auch für die Equiva-Gruppe. Neben dem unveränderten Ziel eines anhaltend starken Wachstums liegt der strategische Fokus der Gruppe auf mittel- und langfristig ausgelegten Projekten, die das Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung weiter zukunfts- und wettbewerbsfähig ausrichten und zu einem kundenzentrierten, technologiebasierten und datengetriebenen Unternehmen transformieren werden. Die Gruppe strebt Wachstum sowohl im stationären Bereich - auf bestehender Fläche und durch eine Expansion des Filialnetzes - als auch im Online-Geschäft an, das weiter deutlich ausgebaut werden und eine zunehmend tragende Rolle spielen soll. Die Bindung der bestehenden Kund:innen sowie die Gewinnung neuer Kund:innen steht dabei im Vordergrund. Dieser Anspruch soll durch das Zielbild eines stärker kundenzentrierten und datengetriebenen Unternehmens unterstützt werden. Aufbauend auf das dadurch bessere Kund:innenverständnis wird das bestehende Produktangebot optimiert und durch eine kontinuierliche Erweiterung der angebotenen Dienstleistungen weiter ausgebaut. Die langfristige Konzernstrategie ist auf nachhaltiges und profitables Wachstum ausgerichtet. Konsolidierte UmsatzerlöseDie Allegro-Gruppe plant für das Geschäftsjahr 2023 mit einem deutlichen Anstieg der konsolidierten Umsatzerlöse. Der Gesamtumsatz wird dabei voraussichtlich im Wesentlichen durch die Umsätze des Einzelhandels getrieben. Das Umsatzwachstum in Deutschland soll zum großen Teil auf einer höheren Marktdurchdringung basieren und durch ein stabiles und hohes Wachstum des Online-Kanals gestützt werden. Das internationale Wachstum wird neben einer höheren Penetration bereits aktiver Märkte auch durch weitere Expansion des Filialnetzes und Ausbau des bestehenden Online-Geschäfts bestimmt. Die künftigen Auswirkungen des nach wie vor unsicheren Verlaufs des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine und die damit verbundenen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Folgen sind weiterhin schwer vorhersehbar und können derzeit noch nicht verlässlich eingeschätzt werden. Gleichwohl werden schwerwiegende und nachhaltige negative Effekte, die zu einer Korrektur der genannten Umsatzprognose führen, aktuell nicht als wahrscheinlich erachtet. Operatives Ergebnis (EBITDA)Gegenüber dem, um die Buchgewinne aus Konsolidierungskreisveränderungen bereinigten EBITDA des Geschäftsjahres 2022 (196.011 TEUR), plant die Allegro-Gruppe für das Geschäftsjahr 2023 mit einer stark positiven EBITDA-Veränderung. Wesentlicher Treiber für die geplante Entwicklung ist eine effiziente und kundenorientierte Preisgestaltung sowie die Senkung der Logistikkosten. Mittel- und langfristig ausgerichtete Investitionen in den Aufbau neuer Kompetenzen und neuer Filialen als auch Logistikstandorte führen zu einer Erhöhung der Personalkosten. Die notwendigen Investitionen sollen weitestgehend durch das geplante Wachstum auf bestehender Fläche sowie dem weiteren Ausbau des Anteils der exklusiv bei der Fressnapf-Gruppe erhältlichen Marken am Umsatz getragen werden. Das operative Ergebnis wird zusätzlich durch eine weitere Steigerung der Effizienz in den operativen Prozessen gestützt. Bei der Entwicklung des operativen Ergebnisses besteht analog zu den Umsatzerlösen eine erhöhte Planungsunsicherheit in Bezug auf die weiteren Auswirkungen des Kriegsgeschehens in der Ukraine. Gleichwohl werden Effekte, die zu einer Korrektur der beschriebenen Ergebnisprognose führen würden, aktuell nicht als wahrscheinlich erachtet. 5 Risikobericht5.1 RisikomanagementsystemDie Allegro-Gruppe ist im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit mit Risiken konfrontiert, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Als Risiko wird die aus der Unvorhersehbarkeit der Zukunft resultierende Möglichkeit, von geplanten Zielen abzuweichen, verstanden. Daher ist es unabdingbar über Systeme zur frühzeitigen Erkennung, Überwachung und Steuerung unternehmerischer Risiken zu verfügen. Durch Anwendung eines einheitlichen Risikomanagement-Prozesses schafft die Allegro- Gruppe die Voraussetzungen dafür, dass wesentliche Risiken für die Erreichung der Unternehmensziele frühzeitig erkannt, bewertet, gesteuert, überwacht und entscheidungsrelevante Informationen über Risiken systematisch kommuniziert werden. Die Verantwortung für die Identifikation, die Bewertung und Steuerung der Risiken liegt bei den geschäftsführenden Direktoren. Diese haben die einzelnen Fachbereiche mit der Durchführung der risikoorientierten Prüfungsmaßnahmen beauftragt. Dabei obliegt insbesondere die Aufrechterhaltung, Koordination und Fortentwicklung des Risikomanagementsystems der Allegro-Gruppe dem Fachbereich Risk Management im Bereich Strategy and Finance. Das Risk Management informiert die Geschäftsführung zeitnah sowie kontinuierlich über wesentliche Veränderungen der volkswirtschaftlichen Faktoren, Key Performance Indicators (KPIs) und die Risikosituation. RisikobewertungFür die Risikobewertung wurden alle relevanten Risiken in einem Regelprozess mit der Gesamtorganisation aufgenommen und anhand einheitlicher Kriterien wie Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenerwartungswert in ihrer potenziellen Auswirkung zum Zeitpunkt der Risikoanalyse bewertet (Brutto- und Nettorisiken). Die Ergebnisse dieser Prüfungen wurden mit den Fachbereichen besprochen und an die Geschäftsführung berichtet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken wird bei der Allegro-Gruppe wie folgt definiert:
Die Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenserwartungswert nach Berücksichtigung von Gegenmaßnahmen ergibt die Netto-Risikoeinschätzung, die wie folgt klassifiziert wird:
Auf Basis dieser Einteilung wurden für den Berichtszeitraum die nachfolgend relevanten Risiken identifiziert und die dazugehörigen Maßnahmen implementiert. 5.2 Risikofaktoren5.2.1 Risiken in Zusammenhang mit dem veränderten makroökonomischen und geopolitischen UmfeldRisikobeschreibungDer Beginn des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 stellt eine erhebliche Veränderung der geopolitischen Weltlage dar. Neben dem unmittelbaren menschlichen Leid in der Ukraine, das alle anderen Aspekte in den Hintergrund rücken lässt, sind die Auswirkungen des Konflikts für Menschen und Unternehmen in ganz Europa weiterhin spürbar. Die Allegro-Gruppe betreibt weder eigenes Geschäft in Russland oder der Ukraine, noch werden in wesentlichem Umfang direkte Geschäftsbeziehungen in diesen Ländern unterhalten, so dass die unmittelbaren Auswirkungen des Krieges und seiner politischen Folgen für die Gruppe als gering einzuschätzen sind. Gleichwohl ist nach aktueller Einschätzung weiterhin mit zumindest temporär erhöhten Inflationsrisiken und der Beschaffungsrisiken zu rechnen, da die Ukraine und das mit erheblichen Sanktionen belegte Russland wichtige Exporteure auf dem Weltmarkt unter anderem für Gas, Öl, Getreide und Metalle sind. Auswirkungen auf die globalen Rohstoffpreise und die Rohstoffverfügbarkeit haben sich im vergangenen Jahr bereits gezeigt und sind weiterhin eine große Herausforderung für die Allegro-Gruppe. Hierzu zählen neben der Verknappung von Rohstoffen und Vorprodukten der Handelsware und den steigenden Energiepreisen auch steigende Kosten für Marketingmaßnahmen, beispielsweise durch teurere Papierpreise. Höhere Verpackungs- und Dieselkosten haben im vergangenen Jahr zusätzlich zu einer Verteuerung der Logistik geführt, die trotz jüngster Zeichen der Entspannung nach wie vor ein Risiko für die Marge darstellen kann. Darüber hinaus ist die Personalkostenbasis aufgrund der Zahlung der vollen Inflationsausgleichsprämie über die nächsten zwei Jahren sowie einer der Inflation angenäherten Gehaltsrunde gestiegen. Sollte die Inflation länger auf einem hohen Niveau verweilen, besteht die Möglichkeit, dass dies sich weiterhin auf die Personalkosten auswirkt. Es hat sich gezeigt, dass der Krieg auf kurze Sicht nicht beendet wird. Die aus seiner Folge insgesamt gestiegene Unsicherheit in der Bevölkerung könnte sich auch weiterhin in Veränderungen im Konsumverhalten der Kund:innen der Fressnapf-Gruppe widerspiegeln. Dies umfasst beispielsweise veränderte Sortimentspräferenzen zu günstigeren Artikeln oder geringere Ausgaben für Non-Food-Produkte aufgrund der Kaufkraftverringerung, und stellt somit ein Risiko auf der Umsatzseite dar. Schließlich könnte der Krieg in der Ukraine auch in einer finanzwirtschaftlichen Unsicherheit resultieren mit möglicherweise nachhaltigen Folgen für die globalen Finanzströme und die Wechselkursentwicklung. Im geopolitischen Kontext können ferner Risiken durch Sanktionen oder Embargos gegen China im Falle eines ausufernden Konflikts zwischen dem Westen und China die Fressnapf-Gruppe vor Herausforderungen bei der Beschaffung von Non-Food-Produkten stellen. MaßnahmenDie Geschäftsleitung befasst sich intensiv mit einer kontinuierlichen Lagebeurteilung, um die Auswirkungen bestmöglich zu antizipieren und geeignete Maßnahmen zu identifizieren. Um dem Risiko steigender Preise bei der Warenbeschaffung und in der Logistik entgegenzuwirken, ist es ein Ziel der Allegro-Gruppe, Liefer- und Frachtkonditionen möglichst langfristig zu vereinbaren, beispielsweise in Form von langfristigen Kooperationsmodellen mit Lieferant:innen und Logistikdienstleister:innen. Zudem wird aktuell geprüft, inwieweit die Verfügbarkeit der Produkte von chinesischen Lieferanten sichergestellt werden kann. Des Weiteren wird zur Abfederung der Inflation, insbesondere in den Bereichen der Energie- und Papierkosten, der Fokus auf die weitere konsequente Performanceorientierung zur Optimierung der operativen Kosten gelegt. Ferner wird laufend an einer detaillierten Betroffenheitsanalyse sowohl unserer Kund:innen, als auch unserer Mitarbeitenden gearbeitet, um sinnvolle Reaktionsmöglichkeiten z.B. durch Inflationsrisiken bewerten zu können. Netto-Risiko: hoch 5.2.2 Strategische RisikenKonsumverhaltenRisikobeschreibungAls wesentliche strategische Risiken gelten aus Sicht der Allegro-Gruppe vor allem Veränderungen im Konsumverhalten insbesondere im Hinblick auf den zunehmenden Wettbewerb und die fortschreitende Digitalisierung. Dies umfasst neben der Wahl unterschiedlicher Vertriebskanäle wie stationäre und/oder online auch die sich verändernden Ansprüche an Produkte und Services. Neue Wettbewerber:innen könnten sich erfolgreich stationär oder online etablieren und so die Marktchancen der Allegro-Gruppe negativ beeinflussen. Auch wenn es aktuell einen Trend hin zu günstigeren Produkten aufgrund der Inflation gibt, wird dieser als nicht nachhaltig betrachtet, so dass neue Konsumtrends wie z. B. bewussterer Konsum und damit einhergehend eine zunehmende Ablehnung von industriell gefertigtem Futter, eine Tendenz zu Premium-Produkten und Nischenmärkten fortwährend zu beobachten und frühzeitig zu berücksichtigen sind. Auch ethische und rufschädigende Risiken sind weiterhin als potenzielle Einflussfaktoren auf das Konsumverhalten zu beachten. Dazu zählt auch eine Nichteinhaltung der Fressnapf Werte durch Lieferant:innen oder andere Stakeholder-Gruppen. Darüber hinaus stellt auch ein Verlust an Akzeptanz der exklusiv bei der Fressnapf-Gruppe erhältlichen Marken und eine dadurch bedingte Verschiebung zu Industriemarken im Umsatzmix ein Risiko für die Allegro- Gruppe dar. MaßnahmenAls größte Fachhandelskette für Tiernahrung und -zubehör in Europa hat die Fressnapf- Gruppe immer wieder erfolgreich bewiesen, die richtige Kund:innenansprache gefunden zu haben. Der in den vergangenen Jahren stattfindende Wandel vom Multi-Channel-Händler, sowohl stationär als auch online, zum Omni-Channel-Händler und Betreiber eines umfassenden Heimtier-Ökosystems wird weiter konsequent fortgesetzt. Dadurch wird einerseits dem allgemeinen Trend zur Digitalisierung des Kaufverhaltens und andererseits dem erhöhten Bedarf an fachkompetenter Beratung entsprochen. Der fortschreitende Ausbau des Customer-Relationship-Managements ermöglicht zudem eine konsequente Entwicklung zu einem individualisierten, kundenzentrierten Marketing. Durch den internationalen Rollout des Loyalty- und Omni-Channel-Ansatzes und der damit verbundenen Einführung internationaler Online-Shops, der Fressnapf App und von Kund:innenbindungsprogrammen wird der erfolgreiche Ansatz aus Deutschland sukzessive auf die anderen Märkte übertragen. Für 2023 ist die Fortsetzung des internationalen Rollouts des Omni-Channel-Ansatzes avisiert. Zudem wird fortlaufend an der Weiterentwicklung des Konzeptes exklusiv bei der Fressnapf-Gruppe erhältlicher Marken sowie an der Erweiterung und Optimierung der Sortimentsgestaltung gearbeitet. Kontinuierlich setzt sich die Fressnapf-Gruppe intensiv und im Detail mit der Operationalisierung des Fressnapf-Ökosystems auseinander. Dazu sollen den Kund:innen neben Produkten auch Services, Dienstleistungen, Kooperationen und Informationen rund um die Uhr und auf allen Kanälen zur Verfügung gestellt werden. Ein wesentliches Element der Wachstums- und Zukunftsstrategie ist es, die Digitalisierung des Unternehmens voranzutreiben, um zunehmend kundenorientierter, datengetriebener und technologiebasierter zu agieren. Dies erfordert neben neuen Prozessen und Systemen auch neue Fähigkeiten und Arbeitsweisen im Unternehmen. Auch der stationäre Handel wird weiterhin eine tragende Rolle spielen. Hier soll die Beratungs- und Servicequalität im Markt durch die Implementierung von Omni-Channel-Maßnahmen noch weiter gesteigert werden. Um die Einhaltung der Fressnapf-Werte durch alle Stakeholder-Gruppen zu gewährleisten, sollen entsprechende Richtlinien und Programme verstärkt werden. Dazu zählen unter anderem die Umsetzung von Maßnahmen zur Einhaltung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes und die Vorbereitung auf eine mögliche CSR Directive der Europäischen Union. Netto-Risiko: mittel 5.2.3 Operative Risikena) InformationstechnologieRisikobeschreibungDie Geschäftsprozesse innerhalb der Allegro-Gruppe hängen in hohem Maße von IT-Diensten, Applikationen, Netzwerken und Infrastruktursystemen ab. Die Allegro-Gruppe verfolgt eine Multi-Cloud-Strategie und hat die IT-Systeme bei verschiedenen IT-Dienstleister:innen untergebracht. Wesentliche IT-Risiken sind neben Cyberangriffen auch der Ausfall kritischer IT-Dienste für die Logistik, die Märkte und Franchisepartner:innen sowie der Verlust vertraulicher Daten. Durch die zunehmende Verzahnung von stationärem und Online-Handel können insbesondere Störungen in einzelnen IT-Komponenten zu Beeinträchtigungen in den Geschäftsprozessen führen. Die Anzahl der Cyberangriffe hat in Folge der veränderten geopolitischen Situation zuletzt zugenommen. MaßnahmenIn den vergangenen Jahren wurde ein umfassendes IT-Security-Programm intensiviert, das in verschiedenen Arbeitssträngen IT-Risken systematisch identifiziert und beseitigt. Mitarbeitende werden gezielt geschult und auf IT-Risiken aufmerksam gemacht. Dies beinhaltet digitale Pflichtschulungen aber auch Informationsbroschüren, die zusammen mit der Lohnabrechnung versendet werden. Entsprechende Richtlinien setzen den Rahmen für risikobewusste Handlungsweisen. Das Ausfallrisiko der IT-Systeme wird durch die Migration auf neueste Hard- und Software stetig minimiert. Des Weiteren wird vermehrt in die Sicherheit der IT-Systeme und Netzwerke sowie in das Monitoring der externen IT-Dienstleister investiert. Das Risiko-Management von Cyberangriffen wurde angesichts des Angriffskrieges Russlands in der Ukraine und erhöhter geopolitischer Spannungen zusätzlich gestärkt. Netto-Risiko: hoch b) Beschaffungs- und WarenverfügbarkeitsrisikenRisikobeschreibungDie Allegro-Gruppe ist insbesondere auf externe Herstellerfirmen und Warenlieferanten angewiesen. Diese wiederum versorgen sich auf nationalen und internationalen Beschaffungsmärkten. Hieraus resultiert ein Risiko für die dauerhafte Sicherstellung der Warenverfügbarkeit zu angemessenen Preisen. Die veränderte makroökonomische und geopolitische Lage hat die Risiken auf den Beschaffungsmärkten weiter verschärft und stellt eine effiziente Warenverfügbarkeit vor große Herausforderungen. Die Vielfalt und Anzahl an Produkten, die sowohl stationär als auch online mit einer hohen Umschlagrate bereitgestellt werden, führen zu komplexen logistischen Herausforderungen. Dies betrifft die gesamte Logistikkette von den nationalen und internationalen Lieferungen in die Zentral- und Außenläger (Inbound) als auch die weitere Disposition aus den Lägern an Märkte bzw. Endkund:innen (Outbound). Gerade diejenigen Produkte, die aus dem außereuropäischen Ausland angeliefert werden, weisen ein erhöhtes Transportrisiko und lange Lieferzeiten auf und bedürfen zudem einer langen Planungs- und Vorlaufphase. Sollte ein Lieferant aus diversen Gründen z. B. aufgrund von Insolvenz ausfallen, ist die Warenverfügbarkeit gefährdet. Das gleiche gilt für den mehrtägigen Ausfall von Dienstleister:innen oder Lägern z.B. in Folge von Elementarschäden, die die Versorgung der Filialen oder aber auch der Online-Kund:innen beeinträchtigen kann. Die Fressnapf-Gruppe ist auch Inverkehrbringer von Exklusivmarken im Bereich Futtermittel (Food) und Zubehör (Non Food). Hieraus resultiert die Erfordernis der dauerhaften Sicherstellung der Produktsicherheit und deren Qualität. Die Vielfalt und Anzahl an Produkten, die sowohl stationär als auch online bereitgestellt werden, führen zu Herausforderungen im Rahmen des Qualitätsmanagements. Diese betreffen die gesamte Kette von der Produktion bei nationalen und internationalen Lieferant:innen, über den Eingang in Zentral- und Außenlägern, als auch den weiteren Verlauf über den Markt bis zu Endkund:innen. Einige Produkte weisen aufgrund ihrer Beschaffenheit ein höheres Risiko auf und bedürfen daher einer strengeren Kontrolle. MaßnahmenDie kontinuierliche Verbesserung der Beschaffungsprozesse stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Um diesem Faktor vor dem Hintergrund wachsender Schwierigkeiten aufgrund der makroökonomischen und geopolitischen Lage gerecht zu werden, hat die Allegro-Gruppe eine Taskforce zur Sicherstellung der Warenverfügbarkeit ins Leben gerufen, die bereits erfolgreich in das Jahr 2023 gestartet ist. Die Allegro-Gruppe setzt in der Zusammenarbeit mit Lieferant:innen und Hersteller:innen unter anderem auch auf strategische und langfristige Geschäftsbeziehungen, so dass Beschaffungsrisiken durch mehr Planungssicherheit reduziert werden. Um bei einem möglichen Lieferant:innenausfall dennoch lieferfähig zu bleiben, arbeitet die Allegro-Gruppe an einer weiteren Umsetzung der Multi-Lieferanten-Strategie. Durch eine konsequente Analyse und Optimierung der bestehenden Prozesse sowie der frühzeitigen Einbindung aller relevanten Abteilungen in den Planungsprozess sind potenziell bestandsgefährdende Risiken der Warenverfügbarkeit beherrschbar. Zur Steigerung der Warenverfügbarkeit bei Artikeln mit langer Wiederbeschaffungszeit und speziell für die exklusiv bei der Fressnapf-Gruppe erhältlichen Marken werden die Kapazitäten der Import- und Vorratslager ausgebaut. Gegen mögliche Elementarschäden an den Lägern besteht ein ausreichender Versicherungsschutz. Auch die kontinuierliche Verbesserung der Produktqualität steht im Fokus des Fressnapf Warenmanagements. Hierzu hat Fressnapf den Bereich Qualitätsmanagement optimiert und steuert dadurch die wesentlichen Qualitätsmanagement-Prozesse im Fachbereich Product Offer. Das Qualitätsmanagement umfasst ein Risikomanagement aller exklusiv bei der Fressnapf-Gruppe erhältlichen Markenprodukte, wodurch ein risikobezogenes Monitoring der Produkte möglich ist. Auch die Lieferant:innen der Fressnapf-Gruppe unterliegen einer Risikobewertung. Dies gilt ebenfalls und insbesondere für die Lieferant:innen im Bereich lebender Tiere. Die Ergebnisse der Risikobewertung fließen sowohl in Entscheidungen bei der Lieferant:innenauswahl als auch in die Bewertung der Produktrisiken ein. Durch eine konsequente Analyse und Optimierung der bestehenden Prozesse wie z.B. die Vorgehensweise in Beanstandungsfällen, kann die Fressnapf-Gruppe umgehend auf Anfragen und mögliche Abweichungen der gewünschten Produktqualität reagieren und minimiert somit das Risiko einer Gefährdung von Mensch und Tier. Netto-Risiko: niedrig 5.2.4 PersonalrisikenRisikobeschreibungDer Erfolg der Allegro-Gruppe ist wesentlich durch Kompetenz, Engagement und Motivation der Mitarbeitenden bestimmt. Qualifizierte Fach- und Führungskräfte bilden eine maßgebliche Voraussetzung für die Umsetzung der strategischen Ziele. Die Herausforderung besteht darin, diese zu rekrutieren, fortlaufend zu schulen und langfristig an das Unternehmen zu binden. Bei der Auswahl und Einstellung von Talenten besteht ein starker Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Darüber hinaus stellt die Strategie "Vom Versorger zum Umsorger" für die Märkte eine Herausforderung dar. Der Fokus auf Beratung der Kund:innen erfordert ein entsprechendes Know-how und spezifische Weiterbildungen, wodurch die Relevanz einer niedrigen Fluktuation erhöht wird. Die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt sowie die große Konkurrenz im Hinblick auf die Bezahlung stellt die Märkte vor Herausforderungen. MaßnahmenDie Allegro-Gruppe nutzt die hohe Bekanntheit von der Fressnapf-Gruppe und das damit einhergehende positive Image, das unter anderem durch eine zielgruppengenaue Verbraucher:innenansprache in allen Medien aufgebaut worden ist, um qualifizierte und kompetente Mitarbeitende z.B. auf physischen und digitalen Recruiting-Messen zu werben. Durch eine Vielzahl von Faktoren setzt die Allegro-Gruppe einen Fokus auf das Thema Aus- und Weiterbildung sowie Maßnahmen zur Motivation von Mitarbeitenden. Neben einer eigenen Akademie, in der regelmäßige Schulungen zu Fachthemen sowie Soft-Skill-Seminare stattfinden, liegt ein Schwerpunkt auch auf der Förderung von Auszubildenden und Trainees. Zudem wirken sich diverse Leistungen für Mitarbeitende wie z. B. die Mitnahme von Hunden zum Arbeitsplatz, eine eigene Kantine, marktgerechte Vergütung, Leistungen rund um betriebliche Altersvorsorge und Sport- sowie Achtsamkeitsprogramme positiv auf das Betriebsklima und die Attraktivität der Allegro-Gruppe als Arbeitgeber aus. Außerdem wird dem Thema der Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch diverse Angebote wie Mobile Work, familienfördernde Maßnahmen und dem Eltern-Kind-Büro Rechnung getragen. Des Weiteren finden mehrfach im Jahr Zufriedenheitsbefragungen bei Mitarbeiter:innen statt. Netto-Risiko: mittel 5.2.5 Rechtliche Risikena) ComplianceRisikobeschreibungAls international agierendes Unternehmen unterliegt die Allegro-Gruppe im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit einer Reihe von Rechtsrisiken. Hierzu zählen insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Datenschutzrecht, Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie Schutzrechtsverletzungen. Das Geschäft unterliegt den jeweiligen nationalen Vorschriften sowie den europaweit geltenden Regelungen. Darüber hinaus muss die Allegro-Gruppe spezifische Bestimmungen im Hinblick auf ihre zu vertreibenden Produkte einhalten. Dementsprechend bestehen in einigen Sortimentsbereichen, wie etwa frei verkäuflicher Tierarzneimittel, spezifische Vorschriften in Bezug auf Registrierung, Deklaration, Transport und Handhabung bestimmter Substanzen. Die Missachtung solcher Regularien kann entsprechende behördliche Verfahren auslösen oder zu einem Bußgeld führen. Überdies drohen Reputationsschäden. Das seit dem 01.01.2023 geltende Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz erfordert von der Allegro-Gruppe nicht nur die interne Bewertung der Menschenrechts- und Umweltrisiken, sondern ebenso die Beleuchtung der Risiken entlang der Lieferkette. MaßnahmenGesetzliche Anforderungen werden durch interne Richtlinien und Standards, sonstige Leitfäden und Verhaltensanweisungen sowie adressatengerechte Präsenz- und Online-Schulungen ergänzt. Die Einführung neuer Compliance-Maßnahmen und -Instrumente trägt dazu bei, dass das Compliance-Management-System bei Fressnapf kontinuierlich ausgestaltet bzw. ausgebaut wird. So soll gewährleistet werden, dass die regulatorischen Anforderungen in den Fachbereichen bekannt sind und eingehalten werden. Anhand von umfangreichen Schulungsprogrammen, unter anderem zu den Themen Kartellrecht, Einkaufsrecht, Datenschutz und zur Vertrags-Compliance, werden Mitarbeitende umfassend informiert. Für bestimmte rechtliche Risiken wurden branchenübliche Versicherungen abgeschlossen, die als angemessen eingestuft werden. Hinsichtlich der für Unternehmen typischen Fraud-Risiken wie etwa Fake President Fraud, Identitätsmissbrauch bei Bestellungen im Online-Shop oder gewerbsmäßigem Diebstahl sind verschiedene präventive Maßnahmen installiert, die in dem neu konzipierten Compliance-Modul "Fraud/Anti-Korruption" gebündelt werden. Neben der systematischen Sensibilisierung der Mitarbeitenden werden sämtliche Vorkommnisse mit äußerster Sorgfalt bearbeitet. Die involvierten Fachbereiche stehen dabei jederzeit in engem Austausch. Vertragliche Risiken werden dadurch minimiert, dass diese grundsätzlich einer juristischen Prüfung unterzogen und präventiv wiederkehrende, vertragliche Konfliktfelder durch gezielte Schulungsmaßnahmen und Leitfäden vermieden werden. Zusätzlich stehen den Mitarbeitenden themenbezogene "One-Pager" und Anleitungen zur Verfügung, welche regelmäßig aktualisiert werden. Aktuelle Rechtstreitigkeiten, die einen bestandsgefährdenden Einfluss auf die Allegro-Gruppe ausüben könnten, sind nicht anhängig. Die Überwachung der Umsetzung von Unternehmensrichtlinien wird vor allem durch den Bereich Corporate Audit im Rahmen der risikoorientierten Audits sichergestellt. Als Reaktion auf die Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz analysieren und beurteilen wir die Risiken in unserer Lieferkette, in dem unter anderem entsprechende Prozesse zur Lieferantenbewertung definiert und Whistleblower-Tools und ein Code of Conduct implementiert wurden. Netto-Risiko: mittel b) SteuernRisikobeschreibungSteuerrisiken ergeben sich vornehmlich im Zusammenhang mit Außenprüfungen, in deren Verlauf Sachverhalte und Transaktionen unterschiedlich gewürdigt werden können. Darüber hinaus können sich Risiken aus der unterschiedlichen Auslegung umsatzsteuerlicher Regelungen ergeben. MaßnahmenDie Risiken werden regelmäßig und systematisch geprüft und bewertet, worunter auch die Überprüfung durch externe Steuersachverständige fällt. Die daraus resultierenden Maßnahmen zur Risikominderung werden zwischen dem Bereich Steuern und der Geschäftsführung abgestimmt. Um steuerliche Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren, werden im Bereich Steuern aktuell Kapazitäten ausgebaut und fachliche Kompetenzen kontinuierlich erweitert. Netto-Risiko: niedrig 5.2.6 Finanzwirtschaftliche RisikenRisikobeschreibungIm Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist die Allegro-Gruppe finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Über ein konzernweites Finanzrisiko-Management werden die wesentlichen finanziellen Risiken des Konzerns zentral durch den verantwortlichen Bereich Treasury überwacht. Hierzu gehört auch die Einhaltung der Financial Covenants gemäß Konsortialkreditvertrag. Des Weiteren wird das im Bereich Treasury der Allegro-Gruppe vorhandenes Know-how genutzt, um die Konzerngesellschaften in allen relevanten Finanz- fragen zu betreuen und zu beraten. Dadurch wird sichergestellt, dass zum einen die Finanzressourcen der Allegro-Gruppe in Deutschland und international effektiv eingesetzt werden und zum anderen alle Konzerngesellschaften an der Bonität und Stärke der Allegro- Gruppe im Hinblick auf ihre Finanzierungskonditionen teilhaben. Als oberste Konzerngesellschaft fungiert die Allegro Invest SE als finanzwirtschaftlicher Koordinator für die Gesellschaften der Allegro-Gruppe, um eine möglichst kostengünstige und betragsmäßig stets ausreichende Deckung des Finanzbedarfs für das operative Geschäft und für Investitionen sicherzustellen. Die finanzwirtschaftlichen Risiken umfassen das Liquiditäts-, Zins-, Währungs- sowie Kreditrisiko. Liquiditätsrisiken erwachsen aus dem zeitlichen und betragsmäßigen Auseinanderfallen von Zahlungsflüssen. Für die Allegro-Gruppe entstehen Liquiditätsrisiken, sofern Zahlungsverpflichtungen aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von liquiden Mitteln nicht oder nicht vollständig erfüllt werden können. Zinsrisiken ergeben sich für die Allegro-Gruppe vor allem aus den Veränderungen der variablen Marktzinssätze, die den aktuellen Kreditvereinbarungen zugrunde liegen. Die Risiken werden einmal jährlich hinsichtlich des Gesamtrisikopotentials auf das Konzernergebnis überprüft. Die Währungsrisiken entstehen aus dem operativen Geschäft und resultieren insbesondere aus der Beschaffung und dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen in Fremdwährung. Das Kreditrisiko lässt sich in das Ausfall- und Bonitätsrisiko aufspalten und ergibt sich für die Allegro-Gruppe aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen. Das Ausfallrisiko resultiert aus der Gefahr, dass die Schuldner:innen der Allegro-Gruppe ihren Zahlungsverpflichtungen entweder nicht, nicht zeitgerecht oder nicht vollständig nachkommen. Das Bonitätsrisiko schlägt sich aufgrund der Verschlechterung der Bonität der Schuldner:innen auf die Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nieder. MaßnahmenDie Liquiditätssituation des Konzerns wird durch den Bereich Treasury zentral überwacht und gesteuert. Auf Basis einer Zwölf-Monats-Finanzplanung sowie einer täglich rollierenden Liquiditätsplanung auf Sicht von sechs Wochen werden liquide Mittel disponiert und Kreditlinien gesteuert. Als Finanzinstrumente werden Produkte des Geldmarkts wie z. B. Fest- und Tagesgelder sowie Bankkredite eingesetzt. Durch einen konzerninternen Finanzausgleich zwischen in- und ausländischen Konzerngesellschaften, dem Cash Pooling, werden eine Reduzierung des Fremdfinanzierungs-Volumens sowie eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen der Allegro-Gruppe mit positiven Auswirkungen auf das Zinsergebnis erreicht. Das Cash Pooling ermöglicht die Nutzung der Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften zur internen Finanzierung des Geldbedarfs anderer Konzerngesellschaften. Um Liquiditätsrisiken zu begegnen, verfügt die Allegro-Gruppe darüber hinaus über freie Kreditlinien aus dem Konsortialkreditvertrag. Zur Absicherung von Zinsrisiken werden derivative Finanzinstrumente momentan bewusst nicht eingesetzt. Die Risikobewältigung erfolgt aktuell durch die überdurchschnittliche Eigenkapitalausstattung sowie das Vorhalten von Liquiditätsreserven. Die Währungsrisiken werden zentral bewertet. Für die Absicherung von Währungsrisiken im Zusammenhang mit Fremdwährungsgeschäften von Konzerngesellschaften nutzt der Bereich Treasury in gewissem Umfang derivative Finanzinstrumente. Momentan handelt es sich um Devisen-Termingeschäfte und Devisen-Swaps. Die sich ergebenden Kredit- und Bonitätsrisiken werden durch das Kredit- und Forderungsmanagement sowie die Vertriebsbereiche der operativen Gesellschaften überwacht. Forderungen gegenüber Kund:innen aus dem Bereich E-Commerce sind gesichert. Netto-Risiko: niedrig 6 ChancenberichtFür die Allegro-Gruppe bestehen viele Chancen für eine nachhaltig positive Geschäftsentwicklung. Um diese zu sichern, verfolgt die Allegro-Gruppe für ihr Kerngeschäft der Fressnapf-Gruppe weiterhin konsequent die profitable Wachstumsstrategie, bei der die Kund:innen im Mittelpunkt stehen und das Unternehmen als zentraler Anlaufpunkt für Mensch und Tier in 13 Ländern Europas agieren wird. Dabei richtet die Allegro-Gruppe ihren Fokus stets auf die Wünsche und Bedürfnisse von Mensch und Tier aus. Das zentrale Ziel ist es, Mehrwert für Kund:innen zu schaffen und kanalübergreifend als exzellenter Händler aufzutreten. Dazu erschließt das Unternehmen beispielsweise neue Vertriebswege und nutzt die Möglichkeiten, die sich aus der Entwicklung in den Märkten West- und Osteuropas ergeben. Für den Bereich Equiva setzt die Allegro-Gruppe auf Profitabilitätssteigerung und den Ausbau des Markenportfolios, um so den Nischenmarkt des Pferdereitsports in Deutschland und Österreich aktiv konsolidieren zu können. Die Allegro-Gruppe setzt mit der Allegro Invest Beteiligungs GmbH über Beteiligungen an Private Equity- und Venture Capital-Gesellschaften auf eine ausgewogene Diversifizierung in andere Sektoren, wie zum Beispiel künstliche Intelligenz oder andere Technologie- und Dienstleistungssektoren. So profitiert sie durch das Eingehen von Partnerschaften oder Finanzbeteiligungen von deren Chancen, ohne diese selbst aktiv managen zu müssen. Chancen aus der Entwicklung der wirtschaftlichen RahmenbedingungenIn den europäischen Ländern, in denen die Allegro-Gruppe aktiv ist, entwickeln sich die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen insgesamt, auch im Angesicht der Folgen des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine, grundsätzlich stabil, so dass ein positives unternehmerisches Wachstum weiter möglich ist. Für die Allegro-Gruppe erwartet das Unternehmen in allen 13 Ländern mittelfristig weiterhin stabile Wachstumsraten. Hierbei könnte die Allegro-Gruppe von einer weiterhin steigenden Nachfrage nach Tierbedarf profitieren. Darüber hinaus trägt die gezielte Expansion maßgeblich zum Wachstum in den entsprechenden Ländern bei. Unternehmensstrategische ChancenEin hoher Bekanntheitsgrad ihrer Marken ist für die Allegro-Gruppe von entscheidender Bedeutung. Diesen gilt es weiter zu festigen und auszubauen. In einigen Ländern könnten sich schwächere Marktteilnehmer:innen zurückziehen. Daraus entstehende Lücken werden geschlossen oder, sofern sinnvoll, auch akquisitorisch Standorte übernommen. Der Rückzug von Wettbewerber:innen eröffnet Chancen für weitere Marktanteilsgewinne. Dabei bleibt der weitere Ausbau der europäischen Marktführerschaft das Ziel. Durch die Neueinführung und Optimierung von Vertriebskonzepten und die Modernisierung von Standorten ergeben sich vielfältige Chancen, bestehende Kund:innen zu binden und neue Kund:innen zu gewinnen. Dafür stellt die Allegro-Gruppe kontinuierlich Investitionsmittel bereit. Die Investitionsstrategie ist hierbei darauf ausgerichtet, die Wettbewerbsstärke zu sichern und auszubauen sowie die eigenen Kund:innen und damit ihre Tiere noch besser und gezielter anzusprechen. Beispiele hierfür sind die deutliche Intensivierung der Omni-Channel-Aktivitäten, die Stärkung der exklusiv bei der Fressnapf-Gruppe erhältlichen Marken, die Stärkung des nationalen Franchise-Konzeptes, anorganisches Wachstum durch Übernahmen und der Aufbau eines Ökosystems rund um das Tier. Der Online-Vertrieb ist eine große Chance für den künftigen Erfolg der Allegro-Gruppe. Im Handel verzeichnet das Online-Geschäft weiterhin hohe Wachstumsraten. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass sich diese Entwicklung weiter stark fortsetzt und die Dynamik im Wettbewerbsumfeld sowohl beim stationären Geschäft als auch im Online-Handel mittelfristig bestehen bleibt. Dabei setzt die Allegro-Gruppe auf einen kombinierten Omni-Channel-Vertriebsansatz, um die Kund:innen zu bedienen, wann und wo sie es wünschen. Die Fressnapf-Gruppe ist bereits heute in fast allen Ländern, in denen sie aktiv ist, auch mit einem Online-Shop präsent. Es wird weiter an der Optimierung dieses Angebotes gearbeitet, um ein erfolgreiches und profitables Online-Wachstum in allen Ländern schrittweise zu ermöglichen. Die Fressnapf-Gruppe befindet sich auf dem Weg zum vernetzten Omni-Channel-Unternehmen mit dem Ziel des sogenannten No-Line-Handels, welches die optimale Vernetzung zwischen Markt, Online und Mobile ganz nach den Wünschen und Bedürfnissen seiner Kund:innen verfolgt. Aus der dynamischen Entwicklung von Informationstechnologien ergeben sich Chancen, die eigenen Prozesse zu optimieren und den Kund:innen passgenauere Angebote zu unterbreiten. Die Adaptierbarkeit von Innovationen der Allegro-Gruppe wird stets im Rahmen von Pilotprojekten getestet. Die Risiken der Machbarkeit, Sicherheit und Integration in die bestehenden Systeme werden so besser beherrschbar. Leistungswirtschaftliche ChancenZusätzlich zur konsequenten Umsetzung von Kostensenkungsmaßnahmen schaffen Produktivitätssteigerungen, insbesondere durch kontinuierliche Verbesserung der Prozessabläufe, die Basis für einen nachhaltig profitablen Erfolg. Dabei werden die Prozesse verstärkt nach Potentialen und Einspareffekten analysiert. Zahlreiche Vorhaben wurden bereits initiiert und werden nunmehr - in einem Programm gebündelt - weiter konsequent und wertorientiert umgesetzt. Gesamtbewertung der Risikosituation durch die UnternehmensleitungDie Geschäftsführung der Allegro Invest SE wird regelmäßig über die Risiko- und Chancensituation des Unternehmens informiert. Während die Risiken auf Grund der immer dynamischeren Rahmenbedingungen sowie dem wachsenden Trend zur Digitalisierung zunehmen, ergeben sich im gleichen Umfang strategische Chancen aus den aktuellen Entwicklungen. Insgesamt lässt sich zusammenfassen, dass sich das Chancen- und Risikoprofil der Allegro-Gruppe u.a. aufgrund der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit den internen und externen Risiken stabil darstellt. Für die Beurteilung der gegenwärtigen Situation wurden die Risiken und Chancen nicht nur isoliert betrachtet, sondern auch Interdependenzen analysiert und entsprechend ihrer Wahrscheinlichkeit und ihrer Auswirkung bewertet. Die Beurteilung hat ergeben, dass die Risiken insgesamt beherrschbar sind und die identifizierten Risiken einzeln und in ihrer Gesamtheit keine Gefährdung des Fortbestands der Allegro- Gruppe im Hinblick auf Illiquidität oder Überschuldung im Berichtszeitraum von mindestens einem Jahr darstellen. Es besteht Zuversicht, dass die Ertragskraft der Allegro-Gruppe eine solide Basis für eine nachhaltige sowie positive Geschäftsentwicklung und die Nutzung vielfältiger Chancen bietet.
Krefeld, den 6. April 2023 Torsten Toeller Folkert Schultz Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Allegro Invest SE, KrefeldPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Allegro Invest SE, Krefeld, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der KonzernGewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Allegro Invest SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der geschäftsführenden Direktoren und des Verwaltungsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie geschäftsführenden Direktoren sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die geschäftsführenden Direktoren verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die geschäftsführenden Direktoren dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die geschäftsführenden Direktoren verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die geschäftsführenden Direktoren verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Köln, den 6. April 2023 KPMG
AG
Wengenroth, Wirtschaftsprüferin Klaaßen, Wirtschaftsprüfer Bericht des Verwaltungsrates an die Hauptversammlung der Allegro Invest SE für das Geschäftsjahr 2022Sehr geehrte Aktionäre, der Verwaltungsrat der Allegro Invest SE erstattet den nachfolgenden Bericht an die ordentliche Hauptversammlung und informiert über die Schwerpunkte seiner Tätigkeit im Geschäftsjahr 2022: Verwaltungsratstätigkeit im Geschäftsjahr 2022Der Verwaltungsrat hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben mit Sorgfalt wahrgenommen. Er hat sich intensiv mit der Lage des Unternehmens befasst, die Gesellschaft geleitet und die Grundlinien der Geschäftstätigkeit bestimmt. Der Verwaltungsrat hat die Geschäftsführenden Direktoren bei der Führung der laufenden Geschäfte überwacht und bei Bedarf beratend begleitet. Der Verwaltungsrat wurde von den Geschäftsführenden Direktoren bei allen grundlegenden Entscheidungen einbezogen und regelmäßig, zeitnah und umfassend über die wesentlichen Aspekte des aktuellen Geschäftsverlaufs informiert. Dies erfolgte einerseits im Rahmen einer regelmäßigen Teilnahme des Verwaltungsrates an den wöchentlichen Sitzungen der Geschäftsführenden Direktoren sowie darüber hinaus im Wege des mündlichen und schriftlichen Austauschs des Verwaltungsrates mit den Geschäftsführenden Direktoren. Anhand detaillierter Berichte der Geschäftsführenden Direktoren wurden die wesentlichen und für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge ausführlich mit diesen erörtert. Mittels stetiger Unterrichtung über wesentliche Geschäftsvorfälle und den aktuellen Geschäftsverlauf der Gesellschaft sind die Geschäftsführenden Direktoren den ihnen per Gesetz obliegenden Informationspflichten gegenüber dem Verwaltungsrat stets vollständig und zeitgerecht nachgekommen. Tätigkeitsschwerpunkte des VerwaltungsratesIm Rahmen der regelmäßigen mündlichen und schriftlichen Berichterstattungen der Geschäftsführenden Direktoren sowie einer Befassung durch den Verwaltungsrat waren neben der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens insbesondere die nachfolgend aufgeführten Themenkomplexe von besonderer Bedeutung:
Zu diesen Themen nahm der Verwaltungsrat Einsicht in die Finanzberichte und Schriften der Gesellschaft, die seitens der Geschäftsführenden Direktoren ergänzend erläutert wurden. Der Verwaltungsrat hat alle wesentlichen Entscheidungen selbst getroffen. Er hat die aktuelle Situation des Unternehmens regelmäßig einer Prüfung unterzogen. Aufgrund der Größe des Verwaltungsrates wurden keine Ausschüsse gebildet. InteressenkonflikteDie Mitglieder des Verwaltungsrats sind gehalten, unverzüglich offenzulegen, wenn bei ihnen Interessenkonflikte auftreten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind Interessenkonflikte weder angezeigt worden noch aufgetreten. JahresabschlussDer von den Geschäftsführenden Direktoren aufgestellte Jahresabschluss der Gesellschaft, der Allegro Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 sind von dem durch die Hauptversammlung am 1. April 2022 gewählten und vom Verwaltungsrat beauftragten Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Köln, geprüft und mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk versehen worden. Die Jahresabschlussunterlagen, die Prüfungsberichte der KPMG sowie der Vorschlag der Geschäftsführenden Direktoren für die Verwendung des Bilanzgewinns lagen dem Verwaltungsrat rechtzeitig vor der Bilanzsitzung vor und wurden vom Verwaltungsrat ausgiebig geprüft. In einer vorangegangenen Abstimmung mit dem Abschlussprüfer haben die den Jahresabschluss und Konzernabschluss unterzeichnenden Prüfer teilgenommen, in diesem Rahmen ausführlich über ihre Prüfungsergebnisse berichtet und zur Beantwortung von Fragen und ergänzenden Auskünften zur Verfügung gestanden. Der Verwaltungsrat hat den Jahresabschluss der Allegro Invest SE, den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 sowie den Vorschlag der Geschäftsführenden Direktoren für die Verwendung des Bilanzgewinns in seiner Sitzung vom 14. April 2023 eingehend geprüft und keine Einwendungen erhoben. Der Verwaltungsrat hat den Jahresabschluss der Gesellschaft, den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht gebilligt. Der Jahresabschluss 2022 ist damit festgestellt und der Konzernabschluss gebilligt. Den Vorschlag der Geschäftsführenden Direktoren zur Verwendung des Bilanzgewinns hat der Verwaltungsrat unter Berücksichtigung der Interessen der Gesellschaft und der Aktionäre geprüft; er hat sich dem Vorschlag angeschlossen und wird diesen Vorschlag der Hauptversammlung unterbreiten. Der Verwaltungsrat dankt den Geschäftsführenden Direktoren für ihre Leistungen im Geschäftsjahr 2022.
Krefeld, den 14. April 2023 Der Verwaltungsrat Manuela Toeller |
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