Stammdaten

Register
Amtsgericht Hannover HRB 53901
Vorher
activ LEASING GmbHactiv Services GmbH
Eingetragen
23.9.1993
Branche
BeteiligungsgesellschaftenVermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und NichtwohngebäudenManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Gegenstand
der Betrieb eines Mobilien-Leasingunternehmens (als Leasinggeber). Beteiligungen an anderen Unternehmen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Kathleen Starke
seit 14.9.2025
Prokura
Rainer Dangelmaier
seit 14.9.2025
Prokura
Bastian Toch
seit 14.9.2025
Prokura
Prokura
Marko Hilbig
seit 19.2.2024
Geschäftsführer
Tim Tiedemann
seit 3.1.2020
Geschäftsführer
Gaby Düver
seit 24.5.2018
Prokura
Edgar Wolf
seit 21.2.2006
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

NameAnteil
62.00%
38.00%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Sonja Quandt-Wolf
Hannover
372000
62.00%
Edgar Wolf
Hannover
228000
38.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

AGL Activ Services GmbH

Hannover

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Geschäftsmodell

Die AGL Activ Services GmbH ist eine banken- und herstellerunabhängige Leasinggesellschaft.

Die AGL Activ Services GmbH ist ein Finanzdienstleistungsinstitut im Sinne von § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 10 KWG. Die Erlaubnis zum Betrieb eines Finanzdienstleistungsinstituts wurde erteilt. Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit sind die jeweiligen regulatorischen sowie gesetzlichen Anforderungen zu berücksichtigen. Diese wurden in den operativen Prozessen implementiert.

Gegenstand der AGL Activ Services GmbH ist der Abschluss und die Vermittlung von Leasingverträgen für Vermögensgegenstände jeglicher Art. Die Gesellschaft bietet ausschließlich Vollamortisationsverträge, Teilamortisationsverträge sowie Mietkaufverträge an. Zielgruppe sind gewerbliche Kunden. Umsätze werden nur im Inland erzielt.

Die Finanzierungsprodukte der AGL Activ Services GmbH werden Kunden über eigene Vertriebsmitarbeiter, freie unabhängige Mittler und über Kooperationen mit Herstellern und Händlern angeboten.

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren der Gesellschaft sind:

Neugeschäftsvolumen,

Substanzwertermittlung

Risikotragfähigkeit

Betriebsergebnis (Jahresergebnis vor Steuern)

Jahresergebnis

1.2. Personal- und Sozialbereich

Die Geschäftsbesorgung der AGL Activ Services GmbH erfolgt durch die AGL Service- und Beteiligungsgesellschaft mbH. Die hierfür entstehenden Kosten werden auf der Grundlage eines Dienstleistungsvertrags der AGL Activ Services GmbH weiterbelastet.

1.3. Finanzierung und Liquidität

Zur Finanzierung des Leasing- und Mietkaufgeschäfts werden in erster Linie laufzeitkonforme Darlehen bei Kreditinstituten aufgenommen. Verstärkt werden hierbei Paketfinanzierungen in Anspruch genommen, in denen mehrere Verträge zusammengefasst werden.

Ein geringer Teil der Verträge wird durch Eigenmittel der AGL Activ Services GmbH finanziert.

Im Rahmen der aktuellen Geschäftsentwicklung hat die Leasinggesellschaft beschlossen, einen Schuldschein auszugeben, um die erforderliche Liquidität für die Anfinanzierung von Leasinggütern sicherzustellen. Durch die Ausgabe dieses Schuldscheins ist die Gesellschaft in der Lage, die finanziellen Mittel zu beschaffen, die für die erfolgreiche Umsetzung ihrer Leasingstrategie erforderlich sind. Um auch die nachhaltigen Gesichtspunkte zu berücksichtigen, wurde der Zinssatz an das IMUG Rating geknüpft.

Die Besicherung der Verbindlichkeiten gegenüber den finanzierenden Instituten erfolgt vorzugsweise durch die Sicherungsübereignung der finanzierten Vermögensgegenstände sowie der Abtretung der jeweiligen Leasingforderung. Bei den finanzierenden Kreditinstituten stehen der Gesellschaft für die unterschiedlichen Finanzierungsformen entsprechend der Neugeschäftsplanung angemessene Kreditlinien zur Verfügung.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag das preisbereinigte Bruttoinlandprodukt (BIP) um 0,3% niedriger als im Jahr 2022. Kalenderbereinigt ist im Jahr 2023 eine um 0,1% niedrigere Wirtschaftsleistung zu verzeichnen. Die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Dr. Ruth Brand, berichtete in der Pressekonferenz zum Bruttoinlandsprodukt 2023: "Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken...Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort". Verglichen mit dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie 2019 war das BIP 2023 um 0,7% höher[1].

Entwicklung des deutschen Leasingmarktes

Die gegenwärtig vorherrschenden makroökonomischen Bedingungen führen insgesamt zu einer zurückhaltenden Investitionstätigkeit in Deutschland. Die reale Bruttoanlageninvestition musste im Jahr 2023 einen nochmaligen Rückgang gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 0,7 Prozent hinnehmen. Die realen Ausrüstungsinvestitionen hingegen notierten gegenüber dem Vorjahr um 3,0 Prozent höher. Die Leasingbranche war in den vergangenen Jahren ebenso von denselben Schocks betroffen, wie die Gesamtwirtschaft. Nach den Folgen der Corona-Pandemie und der Energiepreiskrise als Folge des Kriegs in der Ukraine setzte eine erhöhte Inflation ein und die Zinsen stiegen entsprechend. Das Finanzierungsvolumen in der Leasingbranche hat im Jahr 2023 dennoch zugelegt. Der Bereich "Mobilien-Leasing" hat um 26,3 Prozent und der Bereich "Mobilien-Mietkauf" um 8,4 Prozent zugelegt. Ein Sondereffekt aus der im Jahr 2022 bestandenen Lieferkettenproblematik muss hierbei berücksichtigt werden. Überhänge aus im Vorjahr getätigten Bestellungen und erst im Berichtsjahr gelieferten, somit in der Bilanz der Leasinggesellschaften wirksam gewordenen Verträge ist im Regelfall nicht signifikant. Jedoch aufgrund der Lieferkettenproblematik im Kfz-Sektor gab es einen großen Überhang von Bestellungen aus dem Jahr 2022, welche erst im Jahr 2023 bilanzwirksam geworden sind. Die Schätzungen des BDL belaufen sich auf 50.000 Fahrzeuge mit entsprechender Auswirkung. Das PKW-Leasing, als stärkstes Leasing-Segment, konnt im Jahr 2023 um 23 % zulegen. Das Neugeschäftsvolumen im zweitstärksten Leasing-Segment Nutzfahrzeuge steigerte sich im Jahr 2023 um 14 %. Eine hohe Dynamik verzeichnete darüber hinaus das Neugeschäft in dem für AGL Activ Services GmbH sehr relevante Leasing-Segment "Fahrrädern und E-Roller". Das Wachstum in diesem Leasing-Segment betrug 24 %. Allerdings liegt der Marktanteil von Fahrrädern und E-Rollern am Anschaffungswert aller Leasing-Objekte mit 3,0 % noch im niedrigen Bereich[2].

2.2. Geschäftsentwicklung

Im Kalenderjahr 2023 wurde von AGL Activ Services GmbH ein zum Vorjahr um 20,2% höheres Neugeschäftsvolumen mit einer Mietberechnungsgrundlage in Höhe von TEUR 295.061 oder 50.166 Verträgen (Vorjahr TEUR 245.410 / 42.434 Stk.) generiert. Damit verfügt die Gesellschaft zum Stichtag über einen Bestand von 122.128 Verträgen.

Geplant war ein Neugeschäft von etwa TEUR 250.000. Die Abweichung zum Plan ist insbesondere auf das starke Wachstum im E-Bike-Bereich, aber auch auf den über den Erwartungen liegenden Erfolg bei der Gewinnung neuer Maklerpartner zurückzuführen.

Der Ausbau der Paketforfaitierung hat die Refinanzierungsbasis weiter gestärkt und konnte durch weitere Refinanzierungslinienerhöhungen ausgebaut werden. Die Refinanzierungssituation ist gut. Durch die Ausgabe eines Schuldscheins sind wir in der Lage steigende Zinsen, insbesondere in der Phase der Anfinanzierung etwas zu kompensieren.

2.3. Vermögenslage

Im Geschäftsjahr 2023 ist das Leasingvermögen gegenüber dem Wert zum 31.12.2022 von TEUR 298.110 auf TEUR 365.883 gestiegen. Der Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen der Gesellschaft, der insbesondere durch die Mietkaufforderungen geprägt ist, ist vom Wert des Vorjahres in Höhe von TEUR 89.347 auf TEUR 106.779 gestiegen. Diese Veränderungen resultieren aus den Zugängen im Leasing- und Mietkaufgeschäft aufgrund des gestiegen Neugeschäftsvolumens.

Diese Entwicklung hat zu einer Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von TEUR 338.229 auf TEUR 393.067 geführt. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten ist von TEUR 40.451 auf TEUR 75.434 gestiegen.

2.4. Ertragslage

Die Leasingerträge haben sich um TEUR 61.011 (24,1 %) auf TEUR 313.986 erhöht. Die Leasingaufwendungen sind unterproportional um TEUR 13.963 (16,0 %) auf TEUR 101.470 angestiegen.

Die Zinsaufwendungen beinhalten neben den Zinsen für Refinanzierungen, wie in den Vorjahren, auch Zinsen für Forfaitierungen. Die Zinsaufwendungen sind im Wesentlichen aufgrund des weiter gestiegenen Neugeschäftsvolumens sowie des höheren Marktzinsniveaus auf TEUR 16.098 gestiegen (VJ TEUR 5.645).

Die Provisionsaufwendungen sind ebenfalls bedingt durch das höhere Neugeschäft, insbesondere durch das weiterhin überproportionale Wachstum im Bereich der Vertriebskooperationen, im aktuellen Geschäftsjahr zum Vorjahr (TEUR 15.234) auf TEUR 20.420 gestiegen.

Die Verwaltungsaufwendungen sind mit TEUR 8.432 um TEUR 792 höher als der Vorjahreswert (TEUR 7.639), was im Wesentlichen auf das gesteigerte Geschäftsvolumen zurückzuführen ist.

Die Abschreibungen sind im Geschäftsjahr korrespondierend zum wachsenden Portfolio von TEUR 123.859 auf TEUR 155.716 gestiegen.

Das gesteigerte Geschäftsvolumen konnte erwartete Margenverluste nahezu kompensieren, so dass das Bruttoergebnis aus dem Leasinggeschäft auf dem Niveau des Vorjahres liegt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um TEUR 3.454 auf TEUR 7.628 gestiegen, was im Wesentlichen auf höhere Kosten für die Pauschalversteuerung im Bike-Geschäft (Anstieg um TEUR 2.769) und Kosten des Geldverkehrs (Steigerung um TEUR 353) zurückzuführen ist. Dieser Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurde durch höhere sonstige betriebliche Erträge (TEUR 7.308; Vorjahr: 3.060) aufgrund von Versicherungsentschädigungen mehr als kompensiert.

Im Ergebnis verringerte sich das Betriebsergebnis - Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit - von TEUR 11.548 auf TEUR 9.577. Die Ergebnisprognose eines leicht steigenden Betriebsergebnisses wurde damit nicht erreicht. Insbesondere aufgrund der um TEUR 1.658 höheren Risikovorsorge von TEUR 2.586 fiel das Jahresergebnis mit TEUR 1.665 niedriger aus: TEUR 6.546 (Vorjahr: TEUR 8.121).

2.5. Finanzlage

Die Liquidität der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2023 sichergestellt. Wie vorstehend beschrieben, erfolgt die Refinanzierung des Leasing- und Mietkaufgeschäfts weitgehend über fristenkongruente Darlehen Forfaitierungen und zu einem geringeren Teil über Eigenmittel. Auch in einem sich verändernden Marktumfeld sehen wir die Liquidität der Gesellschaft als gesichert an.

3. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

3.1. Prognosebericht

Die Neugeschäftsentwicklung im ersten Quartal 2024 verläuft insgesamt wie erwartet, was uns trotz erwarteter Rezession verhalten zuversichtlich auf den weiteren Geschäftsverlauf im Jahr 2024 blicken lässt. Im ersten Quartal des Jahres 2024 hat die Gesellschaft bereits 9.417 Verträge mit einem Kalkulationswert von TEUR 57.361 abgeschlossen. Auch für das Jahr 2024 werden wir trotz des positiven Geschäftsverlaufes im 1. Quartal zum aktuellen Zeitpunkt nur eine verhalten positive Prognose für den weiteren Geschäftsverlauf anstellen. Zunächst bleibt die konjunkturelle Gesamtentwicklung und etwaige Effekte auf unseren Geschäftsverlauf abzuwarten. Die AGL Activ Services GmbH sieht sich der aktuellen Lage gewachsen und weiteren Herausforderungen gerüstet.

Die für die AGL Activ Services GmbH wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren Neugeschäftsvolumen, Substanzwertermittlung und die Risikotragfähigkeit entwickeln sich entsprechend dem Geschäftsverlauf und unserer Prognosen stabil wachsend. Wir sind daher zum aktuellen Zeitpunkt zuversichtlich, dass wir die Entwicklung des Neugeschäftes und des Substanzwerts weiter auf einem stabilen Niveau entwickeln und aus dem operativen Geschäft mit einem positiven Jahresergebnis rechnen können.

Um die positive Entwicklung der letzten Geschäftsjahre zu festigen, möchten wir uns weiter neben den bisherigen Geschäftsfeldern künftig insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Klimaneutralität und Pflege/Gesundheit engagieren und bauen die vertriebliche Ausrichtung der AGL Activ Services GmbH dahingehend aus.

Insgesamt werten wir auch für die folgenden Jahre das Ausfallrisiko als hoch, jedoch im Rahmen unserer Prognosen. Für die Zinsentwicklung erwarten wir derzeit eine leicht steigende Tendenz. Aufgrund der fristenkongruenten Finanzierung der Verträge bzw. durch Absicherung des Zinsrisikos durch entsprechende Zinsswaps im Paketforfaitierungsbereich erwarten wir aus einem eventuell steigenden Zinsniveau für den Vertragsbestand keine wesentlichen negativen Entwicklungen für die Gesellschaft.

Die Refinanzierungsmöglichkeiten der Gesellschaft sind entsprechend dem geplanten Geschäftsvolumen ausreichend vorhanden. Die Kriterien und Regelungen in der Bonitätsprüfung zur Annahme des Neugeschäftes sind wie bisher restriktiv und nachhaltigkeitsorientiert ausgelegt.

Der bestehende Vertragsbestand und das damit verbundene Ertragspotential werden sich auch im Jahr 2024 positiv auf die Ergebnisentwicklung niederschlagen. Das Neugeschäft sowie das Margenniveau sind auch von der weiteren Entwicklung im Bereich der Investitionsgüter sowie der Refinanzierungskonditionen abhängig. Aus heutiger Sicht rechnen wir für 2024 mit einem Neugeschäftsvolumen in Höhe von etwa TEUR 300.000 bis 310.000 bei stagnierender Margenentwicklung. Bei unveränderten konjunkturellen Verhältnissen erwarten wir auch für das Jahr 2024 ein Betriebsergebnis in etwa auf dem Niveau des Berichtsjahres.

3.2. Risikobericht

Risikomanagement

Das Risikomanagement ist integraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung der Gesellschaft. Die Geschäftsführung hat ein auf die unternehmensspezifischen Anforderungen zugeschnittenes Risikomanagement implementiert, um insbesondere Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen und gegensteuern zu können. Das Risikomanagement wird regelmäßig und ggf. anlassbezogen überprüft und bei Bedarf den aktuellen Erfordernissen angepasst.

Das Riskmanagement ist das Instrument, um die für die Gesellschaft relevanten Risiken sowie Chancen zu identifizieren, analysieren, quantifizieren, steuern und kommunizieren. Das Riskmanagement umfasst alle Maßnahmen, Verfahren und Systeme, die hierfür erforderlich sind.

Die Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeiten und potenzieller Auswirkungen bewertet. Im Rahmen des Risikomanagements werden Marktrisiken wie Neugeschäfts- und Margenentwicklung durch zeitnahe monatlich erstellte Analyseunterlagen beobachtet. Bei Fehlentwicklungen ist dadurch eine schnelle Reaktion der Geschäftsleitung möglich. Arbeitsanleitungen regeln vollständige Arbeitsabläufe einschließlich risikominimierender Aufgaben.

Preis- und Funktionsprüfungen werden in bestimmten Fällen durch externe Sachverständige vorgenommen.

Die Gesellschaft hat Adressenausfall-, Marktpreis,- Liquiditäts- und operationelle Risiken als wesentlich i. S. d. MaRisk eingestuft. Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung ermittelt die Gesellschaft das Risikodeckungspotenzial und allokiert Risikolimite auf die einzelnen Risikokategorien. Die Risikolimite wurden im Jahr 2023 durchgängig eingehalten, die Risikotragfähigkeit war jederzeit gegeben.

Adressenausfallrisiko

Im Rahmen des Risikomanagements der Gesellschaft kommt dem Ausfallrisiko von Leasingforderungen besondere Bedeutung zu. Diesem Risiko wird durch die standardisierten Vorgaben bei Vertragsabschluss und einem straffen Forderungsmanagement Rechnung getragen. Hierzu gehört insbesondere, dass bei Vertragsabschluss die allgemeinen Auskunftsquellen hinsichtlich der Bonität des Vertragspartners in Anspruch genommen werden. Im Rahmen des Forderungsmanagements werden Verträge seitens der Gesellschaft gekündigt, sofern zwei Ratenzahlungen nicht geleistet wurden. Im Falle der Kündigung werden die finanzierten Vermögensgegenstände zurückgefordert und einer Verwertung zugeführt.

Marktrisiko

Bei der Refinanzierung durch Kredite werden immer Kredite zu festen Zinssätzen abgeschlossen. Hier besteht für die abgeschlossenen Kreditverträge kein Zinsänderungsrisiko. Im Paketforfaitierungsbereich ist das Zinsänderungsrisiko mit Zinsswaps abgesichert.

Die AGL Activ Services GmbH schließt ausschließlich Vollamortisations-, Teilamortisationsleasingverträge mit Andienungsrecht am Laufzeitende oder Mietkaufverträge ab. Bei diesen Verträgen bestehen keine Restwertrisiken.

Liquiditätsrisiko

Bedingt durch die fristenkongruente Refinanzierung der Verträge sowie die vorgenannten Absicherungsmaßnahmen sind diesbezüglich Liquiditätsrisiken nahezu ausgeschlossen.

Das Refinanzierungsrisiko bezeichnet die Gefahr, dass ein Liquiditätsbedarf, der bereits heute bekannt ist, nicht strukturkongruent eingedeckt wird und sich damit eine Liquiditätsunterversorgung einstellt. Controllinginstrumente zur Identifizierung von Liquiditätsengpässen oder Liquiditätsüberflüssen werden regelmäßig angewendet und regelmäßig Reports bezüglich der Liquiditätslage zur Verfügung gestellt.

Operationelle Risiken

Die Gesellschaft hat im Rahmen der Risikoinventur für die relevanten operationellen Risiken eine Bestandsaufnahme vorgenommen. Operationelle Risiken sind derzeit nicht erkennbar. Für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs bei Versagen der Infrastruktur bestehen Notfallpläne. Rechtsrisiken wird durch die Verwendung standardisierter geprüfter Vertragsmuster sowie der langfristigen Zusammenarbeit mit Rechts- und Steuerberatern entgegengewirkt. Auf Änderungen rechtlicher und steuerlicher Rahmenbedingungen kann durch die enge Zusammenarbeit mit entsprechenden Beratern schnell reagiert werden. Im Bereich der IT-Infrastruktur haben wir mit der Einführung einer neuen Finanzbuchhaltungssoftware "eGecko" Anfang 2024 den sicheren und effizienten Betrieb des Rechnungswesens für die Zukunft aufgestellt.

Währungsrisiko

Währungsrisiken ist die Gesellschaft nicht ausgesetzt.

Weitere Risiken

Insgesamt bleiben wir im Risiko unter Plan, sind aber weiter sehr vorsichtig und beobachten auch die Inflationsauswirkungen aus diversen Branchen. Wir haben die Auswirkungen unter "Wesentliche Entwicklungen im Geschäftsjahr" und im Prognosebericht dargestellt.

Zusammenfassende Risikobetrachtung

Das zusammengefasste Risikoprofil der Gesellschaft ist im Hinblick auf Ertrag und Liquidität bestimmt durch die vertragsgemäße Zahlung der Mietkauf- und Leasingraten. Diese haben die aus der Refinanzierung des geschlossenen Mietkauf- und Leasinggeschäftes anfallenden Tilgungs- und Zinszahlungen sowie die eigenen Kosten zu decken.

Die Gesellschaft ist von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der Entwicklung der Leasingbranche und der Verfügbarkeit wettbewerbsfähiger Refinanzierung abhängig.

Die Geschäftsführung sieht auf Grund des derzeitigen wirtschaftlichen Umfeldes, insbesondere der für 2024 prognostizierten, leichten Rezession auf Basis der ständigen Risikokontrollmechanismen eine angespannte, aber nicht kritische Risikolage. Die Risikosituation ist insbesondere durch anhaltend hohe Refinanzierung geprägt. Es bestehen aber weiter keine wesentlichen, insbesondere auch keine bestandsgefährdenden Risiken.

3.3. Chancenbericht

Die in den vergangenen Jahren angestrebte Konzentration auf ertragreiches Produktportfolio sowie die Vermeidung von Klumpen-Risiken bezogen auf das Kundenportfolio und Beibehaltung der Bankenunabhängigkeit bezogen auf die Refinanzierungsbanken wurde auch im Jahr 2023 konsequent weiterverfolgt und umgesetzt.

Um weiterhin am Leasingmarkt bestehen und selbstgesteckte Ziele erreichen zu können, ist es weiterhin wichtig, dass die AGL Activ Services GmbH auch zukünftig diesen Kurs beibehält und flexibel am Markt agiert. Hierbei muss auch zukünftig ein klares Augenmerk auf das Gesamtportfolio des Vertragsbestandes gelegt werden. Unsere Chancen bestehen insbesondere in flachen Hierarchien und Entscheidungsstufen, die gegenüber dem Kunden schnelle Entscheidungsoptionen garantieren.

Bei der AGL Activ Services GmbH werden alle notwendigen Nachhaltigkeitsrisiken in die Geschäftsstrategie und -entscheidungen einbezogen. Dabei legt das Unternehmen besonderen Wert auf die Identifizierung und Bewertung von Umwelt-, sozialen und Governance-Risiken, um langfristige Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Das Ziel ist es, verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Wirtschaften zu fördern und mögliche negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft zu minimieren. Durch die Einbeziehung von Nachhaltigkeitsaspekten in die Leasingaktivitäten unterstützt die Gesellschaft ihre Kunden dabei, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu fördern.

 

Hannover, den 27.05.2024

Geschäftsführung

[1] Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 19/24 vom 15. Januar 2024

[2] Grömling, Michael / Kauder, Björn, 2024, Leasing-Marktbericht, Gutachten im Auftrag des Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen, Köln, vom 01. März 2024

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
3. Forderungen an Kreditinstitute 25.784.788,43 12.986.127,14
a) täglich fällig 22.881.738,83 11.757.288,10
b) andere Forderungen 2.903.049,60 1.228.839,04
4. Forderungen an Kunden 106.779.289,86 89.347.230,92
10a. Leasingvermögen 367.890.902,63 300.012.979,87
14. Sonstige Vermögensgegenstände 4.508.561,41 4.110.171,72
Andere Sonstige Vermögensgegenstände 4.508.561,41 4.110.171,72
15. Rechnungsabgrenzungsposten 120.859,01 133.613,39
16. Aktive latente Steuern 523.745,84 729.528,52
Summe der Aktiva 505.608.147,18 407.319.651,56

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 393.067.428,83 338.229.071,56
a) täglich fällig 7.488.519,11 19.374.147,24
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 385.578.909,72 318.854.924,32
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 8.837.146,63 7.708.092,76
5. Sonstige Verbindlichkeiten 7.454.599,95 5.396.725,66
Andere Sonstige Verbindlichkeiten 7.454.599,95 5.396.725,66
6. Rechnungsabgrenzungsposten 75.434.249,66 40.451.186,07
7. Rückstellungen 2.027.721,65 923.311,56
b) Steuerrückstellungen 1.009.815,11 282.573,11
nicht zuordenbar 1.009.815,11 282.573,11
c) andere Rückstellungen 1.017.906,54 640.738,45
übrige sonstige Rückstellungen 1.017.906,54 640.738,45
12. Eigenkapital 18.787.000,46 14.611.263,95
a) Eingefordertes Kapital 306.775,13 306.775,13
Gezeichnetes Kapital 306.775,13 306.775,13
Schlusskapital des letzten Stichtags incl. Kapitalanpassungen und Kapitalveränderungen 306.775,13 306.775,13
b) Kapitalrücklage 1.613.160,34 1.613.160,34
Kapitalrücklage des letzten Stichtags 1.613.160,34 1.613.160,34
d) Bilanzgewinn 16.867.064,99 12.691.328,48
Bilanzgewinn/Bilanzverlust des letzten Stichtags 12.691.328,48 6.570.296,32
Zuführungen/Minderungen lfd. Jahr 4.175.736,51 6.121.032,16
Summe der Passiva 505.608.147,18 407.319.651,56

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
01. Leasingerträge 313.986.094,82 252.975.461,41
1. Zinserträge 632.736,05 495.217,85
a) aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 632.736,05 495.217,85
02. Leasingaufwendungen 101.470.155,42 87.507.177,86
2. Zinsaufwendungen 16.098.420,71 5.644.628,23
Ergebnis 1. - 2. 197.050.254,74 160.318.873,17
5. Provisionserträge 0,00 1.077,30
6. Provisionsaufwendungen 20.419.791,88 15.233.619,66
Ergebnis 5. - 6. -20.419.791,88 -15.232.542,36
8. Sonstige betriebliche Erträge 7.304.677,84 3.060.081,56
sonstige betriebliche Erträge, nicht zuordenbar 7.304.677,84 3.060.081,56
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 8.431.608,21 7.639.229,25
b) andere Verwaltungsaufwendungen 8.431.608,21 7.639.229,25
sonstige andere Verwaltungsaufwendungen 8.431.608,21 7.639.229,25
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 155.715.622,76 123.858.522,27
a) auf Leasingvermögen 155.715.622,76 123.858.522,27
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.624.542,47 4.173.291,93
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 2.716.722,67 2.025.079,47
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere 2.716.722,67 2.025.079,47
Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 130.775,14 1.097.771,19
Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren 130.775,14 1.097.771,19
Ergebnis -13. + 14. -2.585.947,53 -927.308,28
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 9.577.419,73 11.548.060,64
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.151.683,22 3.427.028,48
Körperschaftsteuer 3.151.683,22 3.427.028,48
Ergebnis 23. + 24. 3.151.683,22 3.427.028,48
28. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 12.691.328,48 6.570.296,32
28b. Vorabausschüttung/beschlossene Ausschüttung im laufenden Geschäftsjahr 2.250.000,00 2.000.000,00
Ergebnis 27. bis 28b. 16.867.064,99 12.691.328,48
Ergebnis 27. bis 29. 16.867.064,99 12.691.328,48
Ergebnis 27. bis 30. 16.867.064,99 12.691.328,48
Ergebnis 27. bis 31. 16.867.064,99 12.691.328,48
Ergebnis 27. bis 32. 16.867.064,99 12.691.328,48
34. Bilanzgewinn 16.867.064,99 12.691.328,48

Anhangangaben

1. Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft ist unter der Firma AGL Activ Services GmbH im Handelsregister B des Amtsgerichts Hannover unter der Nummer HR B 53901 eingetragen.

Die AGL Activ Services GmbH betreibt das Finanzierungsleasing und ist damit Finanzdienstleistungsinstitut im Sinne des § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 10 KWG. Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit sind die jeweiligen regulatorischen sowie gesetzlichen Anforderungen zu berücksichtigen. Gemäß § 340 Abs. 4 i. V. m. § 340a Abs. 1 HGB haben Finanzdienstleistungsinstitute auf ihren Jahresabschluss die für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften anzuwenden und außerdem einen Lagebericht nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Bestimmungen des § 289 HGB aufzustellen. § 267 HGB ist nicht anzuwenden (§ 340a Abs. 2 HGB).

Der Jahresabschluss der AGL Activ Services GmbH zum 31. Dezember 2023 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften der RechKredV in Verbindung mit den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den einschlägigen Regelungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Teile der sonstigen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten werden fast ausschließlich zur Refinanzierung von Forderungen an Kunden und Sachanlagen verwendet. Dies ist durch das Geschäftsmodel der AGL Activ Services GmbH begründet.

Ausweisänderungen in der Bilanz

- Der vom Käufer einbehaltene Kaufpreisabschlag auf verkaufte Forderungsvolumen im RRahmen einer revolvierenden ABS_Transaktion zur Deckung eventueller Forderungsausfälle beim Käufer (Garantiekonto) in Höhe von TEUR 3.406 (Vorjahr: REUR 2.125) wurde im Berichtsjahr von den "Forderungen an Kreditinstitute" in den "Passiven Rechnungsabgrenzungsposten" umgegliedert, da ein nicht in Anspruch genommener Saldo an die Gesellschaft zurückgeht und folglich den endgültigen Kaufpreis der Forderungen determiniert. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.

- Zu Gunsten eines sachgerechten Ausweises wurde darüber hinaus eine Umgliederung des Reserve-Kontos im Rahmen einer revolvierenden ABS-Transaktion vorgenommen, welches die Gesellschaft dem Käufer zur Deckung sonstiger Ansprüche im Rahmen der ABS-Transaktion zur Verfügung stellt, in "Forderungen an Kreditinstitute - andere Forderungen" vorgenommen. Bislang wurde das Konto in Höhe von TEUR 2.903 (Vorjahr: TEUR 1.229) unter "Forderungen an Kreditinstitute - täglich fällig" ausgewiesen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.

- Beim Posten "Forderungen an Kunden" erfolgt im Vergleich Vorjahr keine Untergliederung mehr in a) Leasingforderungen, b) Mietkaufforderungen, c) Forderungen an verbundene Unternehmen. Der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst.

- Die Bezeichnung des Postens "Leasingvermögen" und des entsprechenden Unterpostens "Materielles Leasingvermögen" wurde angepasst in "Vermietvermögen" bzw. "Materielles Vermietvermögen".

Ausweisänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung

- Um einen sachgerechten Ausweis des tatsächlichen Risikos aus gekündigten Leasing- und Mietkaufverträgen auszuweisen, wurden im Berichtsjahr 2023 erstmalig die Wertberichtigungen auf die entsprechenden Leasingobjekte unter den "Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und Vermietvermögen" ausgewiesen und die Bezeichnung des Postens angepasst. Im Vorjahr lautete die Bezeichnung des Postens "Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen". Die Wertberichtigungen von Objekten aus gekündigten Leasingverträgen waren bislang unter den "Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Leasingvermögen" ausgewiesen. Seit dem Berichtsjahr lautet die Bezeichnung des Postens "Abschreibungen auf Vermietvermögen".

Für eine bessere Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen angepasst. Es wurde ein Betrag von TEUR 1.476 von den "Abschreibungen auf Vermietvermögen" unter den "Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und Vermietvermögen" umgegliedert.

Im Ergebnis werden Wertberichtigungen im Rahmen der Kündigung von Leasing- und Mietkaufverträgen unter "Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und Vermietvermögen" ausgewiesen. Unter dem Posten "Abschreibungen auf Vermietvermögen" wird auschließlich die planmäßige Abschreibung auf Leasingobjekte ausgewiesen.

- Ferner wurden die Zinsaufwendungen und -erträge aus ABS Refinanzierungs-Mitteln saldiert unter den Zinsaufwendungen gezeigt. Für eine bessere Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen ebenfalls angepasst. Es wurde ein Betrag von TEUR 1.497 von den Zinserträgen in Zinsaufwendungen umgegliedert.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Forderungen gegen Kreditinstitute sind mit dem Nominalwert angesetzt.

Die Bewertung der Forderungen aus Mietkaufverträgen, die in den Forderungen gegen Kunden enthalten sind, erfolgt mit dem Barwert. Der Abzinsungsbetrag wird linear über die jeweilige Vertragslaufzeit aufgelöst. Regresslos forfaitierte Forderungen werden nicht berücksichtigt. Die Bewertung der weiteren in den Forderungen gegen Kunden enthaltenen Forderungen erfolgt zum Nominalwert. Notleidende Forderungen werden vollständig abgeschrieben.

Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Wertberichtigungen Rechnung getragen. Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 in Höhe von TEUR 550 gebildet. Bemessungsgrundlage zur Ermittlung der vorgenannten Pauschalwertberichtigungen waren für die Adressenausfallrisiken Forderungen gegen Kunden aus ausstehenden Leasing- und Mietkaufraten. Pauschalierte Wertberichtigungen werden für alle nicht leistungsgestörten Forderungen in Höhe der erwarteten Zahlungsausfälle, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag entstehen, bereits bei Zugang gebildet (12 Month Expected Credit Loss). Wesentliche Parameter der Risikovorsorge für die Leasingforderungen stellen die Ausfallwahrscheinlichkeit (PD - Probability of Default) und die Verlustquote im Falle einer Vertragsstörung (LGD - Loss Given Default) dar. Die Parameter werden grundsätzlich aus historischen Datenreihen der Leasingportfolien abgeleitet. Für die Forderungen gegen Kunden wird eine PD von 1,49% angewendet, die dem Durchschnitt sämtlicher Kreditnehmer in Deutschland gemäß Crefo-Index vom Dezember 2023 entspricht. Für die LGD auf ausstehende Mietkaufraten wurde ein Wert von 30 % (Vorjahr: 50 %) angewendet. Die Herabsetzung erfolgte auf Basis statistischer Auswertungen im Rahmen einer bestmöglichen Schätzung.

Das materielle Vermietvermögen wird zu Anschaffungskosten angesetzt und linear über die jeweilige Vertragsdauer der Leasingverträge abgeschrieben. Leasingobjekte, denen zahlungsgestörte Verträge zugrunde liegen, werden gesondert wertberichtigt.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nominalbetrag angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken werden durch entsprechende Wertberichtigungen berücksichtigt.

Der Aktive Rechnungsabgrenzungsposten umfasst im Wesentlichen Abgrenzungen, die aus Forfaitierungsraten resultieren. Eine Auflösung dieser Abgrenzung erfolgt analog der Laufzeit der Verträge. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, sonstigen Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind mit ihren Erfüllungsbeträgen passiviert. Sie sind durch Sicherungsübereignung von Vermögensgegenständen des Vermietvermögens, Forderungsabtretungen sowie durch die Abtretung der Rechte und Ansprüche aus den finanzierten Verträgen gesichert.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-temporären Differenzen zwischen dem handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst.

Die in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellten Verkaufserlöse aus der Forfaitierung von Forderungen werden linear über die Laufzeit der einzelnen Leasingverträge aufgelöst. Dem Forderungsverkauf steht eine Nutzungsüberlassungsverpflichtung an die Leasingnehmer gegenüber. Darüber hinaus beinhaltet der Passive Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzte Mietsonderzahlungen.

Steuerrückstellungen werden gemäß den Vorschriften des Steuerrechts, andere Rückstellungen nachvernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe der ungewissen Verbindlichkeit gebildet. Sie werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Von einem Abzinsungswahlrecht für kurzfristige Rückstellungen wurde kein Gebrauch gemacht.

Fremdwährungspositionen bestehen im Jahresabschluss nicht.

3. Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz

der AGL Activ Services GmbH

Fristigkeiten Aktivposten (in TEUR)

Forderungen an Kunden

2023 2022
- bis 3 Monate 12.255 10.200
- mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 24.475 19.554
- mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 66.972 55.723
- mehr als 5 Jahre 3.077 3.870
Summe 106.779 89.347

Unter den Forderungen an Kunden werden Forderungen aus Leasingverträgen und Forderungen aus Mietkaufverträgen ausgewiesen.

Unter dem Vermietvermögen werden unter dem Unterposten "materielles Vermietvermögen" Leasing-Objekte ausgewiesen, die dem Leasingnehmer im Rahmen eines Leasingvertrages für einen festgelegten Zeitraum zur Nutzung überlassen werden. Unter dem Unterposten "Geleistete Anzahlungen auf Vermietvermögen" werden entsprechende Anzahlungen vor Vertragsbeginn auf diese Leasingobjekte bzw. auf Objekte, die im Rahmen von Mietkaufverträgen verkauft werden, ausgewiesen.

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist als Anlage zum Anhang dargestellt. Sofern die Leasingobjekte des Vermietvermögens durch Bankdarlehen finanziert wurden, sind diese im Regelfall an die entsprechende Bank sicherungsübereignet.

Die Sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 4.509 (Vorjahr TEUR 4.110) enthalten Vorräte im Wert von TEUR 4.015 (Vorjahr TEUR 3.722). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Leasingobjekte, die vor dem Bilanzstichtag geliefert wurden, aber erst im folgenden Geschäftsjahr Gegenstand eines Vertrages werden.

Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Abgrenzungen aus Forfaitierungsraten des Folgejahres in Höhe von TEUR 121 (Vorjahr TEUR 134) ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten dienen überwiegend der Finanzierung des Leasing- und Mietkaufgeschäftes und sind durch Sicherungsübereignungen von Vermögensgegenständen sowie durch Abtretung künftiger Forderungen besichert.

Aufgrund des temporären Unterschiedsbetrages der Buchwerte des Vermietvermögens in der Handels- und in der Steuerbilanz ergeben sich aktive latente Steuern:

TEUR
Buchwert laut Steuerbilanz zum 31.12.2023 367.488
Buchwert laut Handelsbilanz zum 31.12.2023 365.883
1.605
Unternehmensindividueller Steuersatz 32,63%
Aktive latente Steuern (in TEUR) 524

Fristigkeiten Passivposten (in TEUR)

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer vereinbarten Kündigungsfrist

2023 2022
- bis 3 Monate 44.194 41.029
- mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 112.771 97.210
- mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 224.394 177.332
- mehr als 5 Jahre 4.220 3.284
Summe 385.579 318.855

Die Sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 7.455 (Vorjahr TEUR 5.397) enthalten Verbindlichkeiten aus Kautionen mit einer erwarteten Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von TEUR 701 (Vorjahr TEU 229). Darüber hinaus beinhalten die Sonstigen Verbindlichkeiten eine Umsatzsteuerverbindlichkeit für das Jahr 2023 in Höhe von TEUR 2.660 (Vorjahr TEUR 1.041). Diese haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

In der Position Passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 5.434 werden vor allem die aus dem Leasinggeschäft resultierenden abgegrenzten Erlöse aus Forderungsverkäufen in Höhe von TEUR 75.434 (Vorjahr TEUR 40.451) sowie Mietsonderzahlungen (Vorjahr TEUR 4.483) ausgewiesen. Im Geschäftsjahr wurden wie oben beschrieben die Einbehalte aus ABS Refinanzierungs-Mitteln erstmalig saldiert unter dieser Position ausgewiesen. Dies betrifft einen Betrag von TEUR 3.406 (Vorjahr: TEUR 2.125)

Bei den Anderen Rückstellungen handelt es sich im Wesentlichen um Jahresabschlusskosten in Höhe von TEUR 74 (Vorjahr TEUR 65) und Rückstellungen für noch ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 944 (Vorjahr TEUR 564).

Das gezeichnete Kapital der AGL Activ Service GmbH beträgt unverändert TEUR 307.

4. Erläuterungen zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

Unter den Leasingerträgen sind neben den Leasingraten und Vormieten von TEUR 212.552 (Vorjahr TEUR 170.716), Erträge aus Mietkaufverträgen von TEUR 52.792 (Vorjahr TEUR 50.899), Erträge aus der Auflösung von Mietkaufverträgen von TEUR 7.572 (Vorjahr TEUR 4.545), aus Full-Service von TEUR 14.721 (Vorjahr TEUR 7.379) und Erträge aus der Veräußerung der Objekte des Leasingvermögens von TEUR 26.350 (Vorjahr TEUR 19.436) ausgewiesen.

Die Leasingaufwendungen umfassen im Wesentlichen die Restbuchwerte der verkauften Objekte des Vermietvermögens mit TEUR 17.449 (Vorjahr TEUR 12.614) und Aufwendungen aus Mietkaufverträgen mit TEUR 52.691 (Vorjahr TEUR 50.897).

Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus Guthaben bei Kreditinstituten und der Verzinsung von Kundenforderungen.

Die Zinsaufwendungen beinhalten TEUR 15.524 (Vorjahr TEUR 6.932 abzgl. Umgliederung Zinserträge TEUR 1.497) für die Refinanzierung und die Forfaitierung des Leasinggeschäfts sowie TEUR 572 (Vorjahr TEUR 266) für kurzfristige Verbindlichkeit bzw. Anfinanzierungen. Es sind im Geschäftsjahr keine Zinsaufwendungen (Vorjahr TEUR -56) für betriebliche Steuern aus Vorjahren enthalten.

Unter den Provisionsaufwendungen werden Zahlungen für die Vermittlungen von Leasingverträgen ausgewiesen.

Unter den Sonstigen betrieblichen Erträgen werden überwiegend Schadensersatzzahlungen und Versicherungsentschädigungen in Höhe von TEUR 7.400 (Vorjahr TEUR 3.113) ausgewiesen.

Bei den Leasingerträgen und den sonstigen betrieblichen Erträgen handelt es sich ausschließlich um inländische Erträge.

Personalaufwand ist nicht angefallen, da das Personal seit dem Geschäftsjahr 2009 von der AGL Service- und Beteiligungsgesellschaft mbH gestellt und die Aufwendungen über eine Verwaltungskostenumlage abgerechnet werden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 7.628 (Vorjahr: TEUR 4.173) beinhalten im Wesentlichen pauschale Lohnsteuer aus Objektverkäufen im Fahrradgeschäft von TEUR 6.050 (Vorjahr TEUR 3.282) und Kosten des Geldverkehrs von TEUR 903 (Vorjahr TEUR 550).

In den anderen Verwaltungskosten werden im Wesentlichen die Verwaltungskostenumlagen der AGL Service- und Beteiligungsgesellschaft mbH in Höhe von TEUR 7.574 (Vorjahr TEUR 7.038) ausgewiesen.

5. Sonstige Angaben

Mit der AGL Service- und Beteiligungsgesellschaft mbH besteht ein Dienstleistungsvertrag für die Überlassung der zur Ausübung des Geschäftsbetriebs benötigten Ressourcen. Die Geschäfte werden zu marktüblichen Bedingungen durchgeführt. Die jährliche Verpflichtung beträgt TEUR 7.574 (Vorjahr TEUR 7.038).

Das auf das Geschäftsjahr 2023 entfallende Honorar für Abschlussprüfungsleistungen beträgt TEUR 65 (Vorjahr TEUR 58).

Der Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 6.426 soll auf neue Rechnungen vorgetragen werden.

Der Geschäftsführung gehören an:

Edgar Wolf, Hannover / Tim Tiedemann, Warmsen / René Gräf, Walsrode / Marko Hilbig, Hannover (seit dem 15. Januar 2024).

Bis zum 30. September 2023 gehörte außerdem Cecil von Dungern, Burgwedel, der Geschäftsührung an.

Die Geschäftsführer haben keine Bezüge der von der Gesellschaft erhalten.

 

Hannover, den 27.05.2024

Geschäftsführung

sonstige Berichtsbestandteile

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

der AGL Activ Services GmbH, Hannover

Anschaffungs-/Herstellungskosten

Stand am 1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2023
EUR
C. Leasingvermögen
- Materielles Vermietvermögen 528.300.494,29 241.890.651,11 1.902.480,47 134.285.739,29 637.807.886,58
- Geleistete Anzahlungen auf Vermietvermögen 1.902.480,47 2.053.637,08 -1.902.480,47 45.600,00 2.008.037,08
530.202.974,76 243.944.288,19 0,00 134.331.339,29 639.815.923,66

Kumulierte Abschreibungen

Stand am 1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2023
EUR
C. Leasingvermögen
- Materielles Vermietvermögen 230.189.994,89 157.410.220,78 115.675.194,64 271.925.021,03
- Geleistete Anzahlungen auf Vermietvermögen 0,00 0,00 0,00 0,00
230.189.994,89 157.410.220,78 115.675.194,64 271.925.021,03

Buchwerte

Stand am 31.12.2023
EUR
Stand am 31.12.2022
EUR
C. Leasingvermögen
- Materielles Vermietvermögen 365.882.865,55 298.110.499,40
- Geleistete Anzahlungen auf Vermietvermögen 2.008.037,08 1.902.480,47
367.890.902,63 300.012.979,87

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die AGL Activ Services GmbH, Hannover

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der AGL Activ Services GmbH, Hannover, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der AGL Activ Services, Hannover, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigung) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bremen, 31. Mai 2024

RSM Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Dirk Schützenmeister, Wirtschaftsprüfer

Frank Schuckenbrock, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 der AGL Activ Services GmbH wurde am 06.11.2024 durch die Gesellschafterversammlung festgestellt.

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