Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 243507
Vorher
Security and Safety Things GmbH
Eingetragen
12.9.2018
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Werkzeugen
Gegenstand
Erbringung von Leistungen im Bereich Digital Commerce, einschließlich Entwicklung, lmplementierung und Betrieb von E-Commerce-Lösungen zum Handel von Software-, Service- und Hardwareprodukten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Thomas Mauer
seit 16.10.2024
Geschäftsführer
Felicitas Geiß
seit 4.8.2023
Geschäftsführer
Michael Staneker
seit 4.8.2023
Prokura
Michael Robert Hast
seit 4.8.2023
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Security and Safety Things GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Security and Safety Things GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Security and Safety Things GmbH, München - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Security and Safety Things GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben im Anhang unter Abschnitten "I. Allgemeine Hinweise" und "V. Sonstige Angaben", dort Unterabschnitt "4. Abhängigkeit von der Finanzierung durch das Mutterunternehmen" sowie die Angaben in den Abschnitten "IV. Risiko- und Chancenbericht", dort Unterabschnitt "1. Risikobericht", und "V. Prognosebericht" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter darlegen, dass die Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2024 mit einem erneuten Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 4,9 Mio. und damit einhergehenden Mittelabflüssen von EUR 3,0 Mio. plant. Auch für das Geschäftsjahr 2025 geht die Gesellschaft von weiterhin negativen Cashflows in Höhe von EUR 5,0 Mio. aus, sodass im Prognosezeitraum gegebenenfalls weitere externe liquide Mittel benötigt werden.

Zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit ist die Security and Safety Things GmbH, München, daher auf die finanzielle Unterstützung der Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Stuttgart (Muttergesellschaft), angewiesen.

In diesem Zusammenhang hat sich die Muttergesellschaft mit Gesellschafterbeschluss vom 21. Juni 2022 verpflichtet, der Gesellschaft bei Bedarf bzw. auf Abruf der Gesellschaft weitere liquide Mittel bedarfsabhängig bis zu einer Höhe von EUR 43 Mio. für die Jahre 2022 bis 2024 in Form einer Zuführung zur Kapitalrücklage zur Verfügung zu stellen. Hiervon wurden in 2022 EUR 17 Mio. und in 2023 EUR 9 Mio. abgerufen. Somit stehen für 2024 neben dem Forderungssaldo aus Cashpooling zum Stichtag 31. Dezember 2023 in Höhe von EUR 8,2 Mio. noch maximal EUR 17 Mio. zur Verfügung.

Weiterhin wurde der Gesellschaft durch das Mutterunternehmen am 26. April 2024 eine interne Kreditlinie in Höhe von EUR 5,0 Mio. gewährt, die sich um den Betrag einer alternativen Eigenkapitalfinanzierung reduziert und welche frühestens zwölf Monate und einen Tag nach dem Datum des Bestätigungsvermerks des Wirtschaftsprüfers zu diesem Jahresabschluss und Lagebericht kündbar ist. Im Falle eines Change of Control-Events bzw. Gesellschafterwechsels durch einen potenziellen Erwerber muss diese inhaltsgleich übernommen werden.

Damit wird auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hingewiesen, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Mannheim, 29. Mai 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Hellmich, Wirtschaftsprüfer

Schwörer, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Werte in TEUR

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 3 4
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3 4
II. Sachanlagen 343 457
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 343 416
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 41
Summe Anlagevermögen 346 461
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände: 8.615 9.258
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8 10
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 8.602 9.146
3. Sonstige Vermögensgegenstände 5 102
Summe Umlaufvermögen 8.615 9.258
C. Rechnungsabgrenzungsposten 5 59
Summe AKTIVA 8.966 9.778

PASSIVA

A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25 25
II. Kapitalrücklage 131.000 122.000
III. Verlustvortrag -118.897 -99.045
IV. Jahresfehlbetrag -6.612 -19.852
Summe Eigenkapital 5.516 3.128
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 850 670
2. Sonstige Rückstellungen 764 3.079
Summe Rückstellungen 1.614 3.749
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 869 1.145
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 962 1.754
3. Sonstige Verbindlichkeiten 6 2
Summe Verbindlichkeiten 1.836 2.901
Summe PASSIVA 8.966 9.778

Amtsgericht München, HRB 243507

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Werte in TEUR

2023 2022
1. Umsatzerlöse 2.535 1.463
2. Sonstige betriebliche Erträge 834 2.298
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -14 -20
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -363 -435
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -4.216 -7.898
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -673 -883
davon für Altersversorgung TEUR 71 (Vj. TEUR 48)
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -118 -138
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.668 -14.212
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 96 14
davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 96 (Vj. TEUR 14)
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -24 -40
davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 12 (Vj. TEUR 15)
9. Ergebnis nach Steuern -6.611 -19.851
10. Sonstige Steuern -1 -1
11. Jahresfehlbetrag -6.612 -19.852

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

I. Allgemeine Hinweise

Die Security and Safety Things GmbH, München, ist ein Konzernunternehmen der Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Stuttgart deren für den größten und gleichzeitig kleinsten Kreis aufgestellter Konzernabschluss beim Unternehmensregister eingereicht und dort bekannt gemacht wird.

Die Gesellschaft ist unter der Firma Security and Safety Things GmbH mit Sitz in München im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB Nr. 243507 eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz anzubringen sind, im Anhang aufgeführt.

Die Aufstellung erfolgte unter Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die Geschäftsführung geht von dieser unter Berücksichtigung der von der Muttergesellschaft Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Stuttgart, zugesagten Maßnahmen der finanziellen Unterstützung aus. Bezüglich der wesentlichen Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit wird auf den Unterabschnitt "4. Abhängigkeit von der Finanzierung durch das Mutterunternehmen" in Abschnitt "V. Sonstige Angaben" dieses Anhangs sowie die Angaben in Abschnitt "IV. Risiko- und Chancenbericht", dort Unterabschnitt "1. Risikobericht" des Lageberichts verwiesen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sind im Sinne des § 265 Abs. 2 HGB sowie in Bezug auf ihre Darstellung mit denen des Vorjahres vergleichbar. Veränderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht ergeben. Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Das Sachanlagevermögen wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear über eine Nutzungsdauer zwischen drei und zwölf Jahren.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 250 EUR und 1.000 EUR werden in einem Sammelposten zusammengefasst und planmäßig über die Dauer von fünf Jahren abgeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken sowie das allgemeine Kreditrisiko wurden durch entsprechende Wertabschläge berücksichtigt.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Pensionsverpflichtungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der Projected-Unit-Credit-Method berechnet. Der Berechnung zugrunde gelegt wurden die "Heubeck Richttafeln 2018 G". Die wichtigsten versicherungsmathematischen Annahmen für die Bewertung sind:

Parameter 2023 2022
Marktzins 1,83 % 1,79 %
Durchschnittlicher Einkommenstrend 3,00 % 3,00 %
Rententrend gemäß § 16 (2) BetrAVG 2,20 % 2,60 %
Rententrend gemäß § 16 (3) BetrAVG 1,00 % 1,00 %
Durchschnittliche Fluktuationsrate 2,00 % 2,00 %

Als Rechnungszins wurde der durchschnittliche Marktzins der letzten zehn Jahre verwendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.

Pensionszusagen für aktive Mitarbeiter werden über die Bosch Pensionsfonds AG beitragsorientiert finanziert.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Latente Steuern werden gem. § 274 HGB für Differenzen zwischen dem handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansatz von Vermögensgegenständen und Schulden ermittelt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Von dem Wahlrecht, den Aktivüberhang der latenten Steuern zu bilanzieren, wird kein Gebrauch gemacht.

III. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Zur Entwicklung des Anlagevermögens im abgelaufenen Geschäftsjahr verweisen wir auf den separaten Anlagespiegel.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 8.602 (Vorjahr: TEUR 9.146). Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten TEUR 8.589 Forderungen gegenüber dem Gesellschafter (Vorjahr: TEUR 8.880). Die in den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen enthaltenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 332 (Vorjahr: TEUR 350).

Sämtliche Forderungen haben wie im Vorjahr eine Fristigkeit von unter einem Jahr.

3. Eigenkapital

Zum 31. Dezember 2023 beläuft sich das gezeichnete Kapital auf TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 25).

Im Geschäftsjahr 2023 wurden von der Muttergesellschaft TEUR 9.000 in die Kapitalrücklage eingezahlt, diese beträgt TEUR 131.000 (Vorjahr: TEUR 122.000).

Der Verlustvortrag enthält den Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahrs 2022 und hat sich von TEUR 99.045 im Vorjahr auf TEUR 118.897 zum 31. Dezember 2023 erhöht.

4. Rückstellungen

Die Rückstellungen enthalten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 850 (Vorjahr: TEUR 670). Der Unterschiedsbetrag der Pensionsrückstellung gem. § 253 Abs. 6 HGB beläuft sich auf TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 11).

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Personalrückstellungen TEUR 648 (Vorjahr: TEUR 2.986) sowie Rückstellungen für ausstehende Lieferantenrechnungen TEUR 80 (Vorjahr: TEUR 59).

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 869 (Vorjahr: TEUR 1.145).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen TEUR 962 (Vorjahr: TEUR 1.754), davon entfallen TEUR 93 auf Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter (Vorjahr: TEUR 83). Die in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthaltenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 459 (Vorjahr: TEUR 1.249).

Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr und sind nicht besichert.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge i.H.v. TEUR 749 enthalten.

2. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In der Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen sind Zinsen aus Aufzinsung i.H.v. TEUR 11 enthalten (Vorjahr: TEUR 25).

3. Steuern vom Einkommen und Ertrag

In Deutschland, dem Ansässigkeitsstaat der Security and Safety Things GmbH ist das Gesetz zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung (Mindeststeuergesetz) am 28. Dezember 2023 in Kraft getreten. Die Regelungen des Mindeststeuergesetzes gelten erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 30. Dezember 2023 beginnen. Für die Security and Safety Things GmbH werden sich keine Auswirkungen aus der Anwendung des Mindeststeuergesetzes ergeben.

V. Sonstige Angaben

1. Anzahl der Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer während des Geschäftsjahres betrug 42 (im Vorjahr 54).

2. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Stichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB. Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen für Miete, Leasing und Softwarelizenzen in Höhe von TEUR 888.

3. Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Gesellschafterversammlung wird vorgeschlagen, den Jahresfehlbetrag EUR 6.611.575,69 auf neue Rechnung vorzutragen.

4. Abhängigkeit von der Finanzierung durch das Mutterunternehmen

Für das Geschäftsjahr 2024 planen wir mit einem erneuten Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 4.900 und damit einhergehenden negativen Cashflows von EUR 3,0 Mio. Auch für das Geschäftsjahr 2025 planen wir mit weiterhin negativen Cashflows von EUR 5,0 Mio., sodass im Prognosezeitraum gegebenenfalls weitere externe liquide Mittel benötigt werden.

Zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit ist die Security and Safety Things GmbH, München, daher auf die finanzielle Unterstützung der Muttergesellschaft Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Stuttgart angewiesen. In diesem Zusammenhang hat sich die Muttergesellschaft mit Gesellschafterbeschluss vom 21. Juni 2022 verpflichtet, unserer Gesellschaft bei Bedarf bzw. auf Abruf der Gesellschaft weitere liquide Mittel bedarfsabhängig bis zu einer Höhe von EUR 43,0 Mio. für die Jahre 2022 bis 2024 in Form einer Zuführung zur Kapitalrücklage zur Verfügung zu stellen. Hiervon wurden in 2022 EUR 17,0 Mio. und in 2023 EUR 9,0 Mio. abgerufen. Somit stehen für 2024 neben dem Forderungssaldo aus Cashpooling zum Stichtag 31.12.2023 in Höhe von EUR 8,2 Mio. noch maximal EUR 17,0 Mio. zur Verfügung.

Weiterhin wurde unserer Gesellschaft durch unser Mutterunternehmen am 26. April 2024 eine interne Kreditlinie in Höhe von EUR 5,0 Mio. gewährt, die sich um den Betrag einer alternativen Eigenkapitalfinanzierung reduziert und welche frühestens zwölf Monate und einen Tag nach dem Datum des Bestätigungsvermerks des Wirtschaftsprüfers zu diesem Jahresabschluss und Lagebericht kündbar ist. Im Falle eines Change of Control-Events bzw. Gesellschafterwechsels durch einen potenziellen Erwerber muss diese inhaltsgleich übernommen werden.

5. Mitglieder der Geschäftsführung

Als Geschäftsführer der Gesellschaft waren im abgelaufenen Geschäftsjahr folgende Personen bestellt:

Felicitas Geiß, München, seit dem 1. Juni 2023

Dr. Frhr. Albrecht von Oefele, Leonberg, seit dem 1. Juni 2023

Hartmut Schaper, München, bis zum 31. Mai 2023

Stefanie Grimm, München, bis zum 30. Juni 2023

Im Berichtsjahr erhielten Frau Felicitas Geiß und Herr Albrecht von Oefele keine Bezüge von der Gesellschaft. Für die von der Einheit vergüteten Geschäftsführer wird die Schutzklausel nach § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen und auf die Angabe der Bezüge verzichtet.

6. Nachtragsbericht

Am 26. April 2024 wurde von der Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung eine interne Kreditlinie, in Höhe von EUR 5,0 Mio. gewährt. Weitere nach dem Bilanzstichtag eingetretene Vorgänge von besonderer Bedeutung, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben, bestehen nicht.

 

München, den 29.05.2024

Die Geschäftsführung

Felicitas Geiss

Dr. Frhr. Albrecht von Oefele

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

- Bruttodarstellung -

Anschaffungskosten
Vortrag zum 1. Januar 2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 31. Dezember 2023
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 659 0 0 0 659
659 0 0 0 659
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 855 3 0 41 899
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 41 0 0 -41 0
896 3 0 0 899
1555 3 0 0 1558
Abschreibungen
Vortrag zum 1. Januar 2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 31. Dezember 2023
TEUR TEUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 654 2 0 0 656
654 2 0 0 656
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 440 116 0 0 556
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
440 116 0 0 556
1094 118 0 0 1212
Restbuchwerte
31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3 4
3 4
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 343 416
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 41
343 457
346 461

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

I. Grundlagen des Unternehmens

Das Unternehmen Security and Safety Things GmbH wurde im Jahr 2018 gegründet und ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung (kurz: Robert Bosch GmbH), Stuttgart. Als IoT-Startup (Internet-of-Things) ist die Security and Safety Things GmbH seit 2020 unter der Marke Azena weltweit aktiv. Das Unternehmen betreibt noch bis Ende 2025 eine offene Softwareplattform und ein zugehöriges Ökosystem für die Videoüberwachungsbranche. Das Geschäftsmodell basiert auf einem B2B-Marktplatz für Softwareapplikationen, auf dem das Unternehmen als Vermittler zwischen Kunden und Verkäufern agiert und dafür eine Provision erhält.

Seit 2023 richtet die Security and Safety Things GmbH ihre Geschäftstätigkeit neu aus und fokussiert sich auf interne Bosch-Kunden. Unter dem Namen "Bosch One-Stop-Shop" (BOSS) bietet das Unternehmen im Bosch Konzernverbund, IoT-Dienstleistungen für den B2B E-Commerce an. Ziel ist es, interne Bosch B2B Softwareprodukte effizient und schnell online an externe Kunden zu vertreiben. BOSS unterstützt hierbei die Abwicklung von einmal und wiederkehrenden Verträgen.

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in München, wo sich auch die Firmenzentrale befindet. Es sind keine weiteren Betriebsstätten bzw. Zweigniederlassungen vorhanden.

II. Geschäft und Rahmenbedingungen

1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das Jahr 2023 war von einer schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geprägt. Dies spiegelte sich in der geringen Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euroraum von lediglich 0,5% wider. 1

Für das Jahr 2024 erwartet die Europäische Zentralbank eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des realen BIP im Euroraum von 0,6%. Diese Prognose wurde allerdings im Vergleich zu früheren Annahmen leicht nach unten korrigiert. Die Gründe dafür liegen vor allem in den anhaltend hohen Energiepreisen und den durch den Krieg in der Ukraine beeinträchtigten Lieferketten. 2

Erst in den Jahren 2025 und 2026 wird mit einer deutlicheren Erholung der Wirtschaft gerechnet, mit einem realen BIP-Wachstum im Euroraum von 1,5% bzw. 1,6%. 3

1 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/press/projections/html/ecb.projections202403_ecbstaff~f2f2d34d5a.de.html

2 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/press/projections/html/ecb.projections202403_ecbstaff~f2f2d34d5a.de.html

3 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/press/projections/html/ecb.projections202403_ecbstaff~f2f2d34d5a.de.html

2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Durch die Neuausrichtung im Jahr 2023 verlagert sich der Fokus der Security and Safety Things GmbH vom externen IP-Kameramarkt hin zum internen B2B-Software-E-Commerce für Bosch. Diese strategische Entscheidung spiegelt den Wandel in der Branche wider, in der Unternehmen zunehmend auf digitale Lösungen und Online-Plattformen für den Geschäftsverkehr setzen.

Der globale B2B-E-Commerce-Markt verzeichnete im Jahr 2022 ein Volumen von rund 20 Billionen US-Dollar und wird bis 2027 voraussichtlich auf 37 Billionen US-Dollar ansteigen. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von rund 12,2%. Die wesentlichen Treiber für dieses Wachstum sind die zunehmende Digitalisierung des Geschäftsbetriebs im B2B Umfeld und die Sättigung des B2C-Marktes.

Die starke Expansion des B2B-E-Commerce-Segments unterstreicht das Geschäftspotenzial der Security and Safety Things GmbH und ihre strategische Relevanz für die Bosch-Gruppe. 4

4 Vgl. https://www.statista.com/study/44442/in-depth-report-b2b-e-commerce/

III. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

In den vergangenen Jahren entsprach der Geschäftsverlauf im Segment der IP-Kameras nicht den Erwartungen. Daher wurde 2023 der Fokus auf IoT E-Commerce Dienstleistungen für interne Bosch-Kunden verlagert. Das IP-Kamera-Geschäft wird bis 2025 schrittweise zurückgefahren. Dies führte zu einem Personalabbau von 24 Mitarbeitern (Dezember 2023: 33 Mitarbeiter, Dezember 2022: 57 Mitarbeiter), durch Bosch interne und externe Wechsel, sowie der Reduzierung von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen aus den USA und den Niederlanden. Diese Umorganisation führt zu einer deutlichen Senkung der Personal- und Gemeinkosten.

Die Gesellschaft fokussiert sich nun IoT E-Commerce Dienstleistungen für interne Bosch-Kunden an. Die technische Basis für die neue E-Commerce-Plattform wurde auf den Entwicklungen im Videobereich aufgebaut und mit Schnittstellen zu Bosch-internen Systemen erweitert. Dadurch werden Effizienzen generiert und Kosten eingespart.

Die Geschäftsführung der Security and Safety Things GmbH beurteilt den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage insgesamt positiv.

1. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Security and Safety Things GmbH bewertet die finanzielle Leistung eines Geschäftsjahres anhand der Kennzahlen Umsatz, Jahresfehlbetrag und dem Cashflow.

2. Ertragslage

Das Geschäftsjahr 2023 wurde mit einem Jahresfehlbetrag von TEUR -6.612 (Vorjahr: TEUR -19.852) abgeschlossen. Dieser Jahresfehlbetrag ist niedriger als für das Geschäftsjahr ursprünglich geplant (Prognose: Jahresfehlbetrag von TEUR -8.700).

Der im Vergleich zum Vorjahr gesunkene Jahresfehlbetrag resultiert im Wesentlichen aus der Umorganisation und positiven Umsatzentwicklung i.H.v. TEUR 2.535 (Vorjahr: TEUR 1.463), einem Umsatzwachstum von 73% verglichen mit dem Vorjahr, und übertrifft somit die für 2023 prognostizierten Umsatzerlöse von TEUR 2.000. Die Umsätze resultieren im Wesentlichen aus Untervermietung (TEUR 470, Vorjahr: TEUR 456) und Bosch internen Verrechnungen (TEUR 2.048). Die Bosch internen Verrechnungen konnten durch kundenindividuelle Aufträge mit dem Geschäftsbereich "Mobility Aftermarket", aufgrund der Ausweitung der Lösung auf weitere Länder, signifikant gesteigert werden. Die Gesamtaufwendungen konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr von TEUR 21.315 im Jahr 2022 auf TEUR 9.147 im Jahr 2023 reduziert werden. Der Rückgang ist insbesondere durch die Umorganisation und des daraus resultierenden Abbaus des externen Geschäftsbetriebs bedingt. Wesentliche Treiber für die Kostenreduzierung, in 2023 verglichen zu 2022, sind:

Rückgang das Gehaltskosten aufgrund niedrigerer durchschnittlicher Mitarbeiterzahl in 2023 um TEUR -1.153 (2023: TEUR 5.604, Vorjahr: TEUR 6.757)

Keine Rückstellungsbildung für Personalanpassungen in 2023, daher TEUR -1.965 (2023: TEUR 0 Vorjahr: TEUR 1.965)

Rückgang der Intercompany Umlagen (insbesondere aus Verrechnungen USA & Niederlande) um TEUR -7.981 (2023: 1.277, Vorjahr: TEUR 9.258)

Rückgang der externen Vertriebs- und Marketingaufwendungen um TEUR -1.186 (2023: TEUR 43, Vorjahr: TEUR 1.229)

3. Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr von TEUR 9.778 auf TEUR 8.966 reduziert.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um TEUR 643 reduziert und betragen zum Bilanzstichtag TEUR 8.615 (Vorjahr: TEUR 9.258). Die Position spiegelt im Wesentlichen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen wider (TEUR 8.602, Vorjahr: TEUR 9.146). Der Wert des Anlagevermögens (TEUR 346, Vorjahr: TEUR 461) hat sich abschreibungsbedingt um TEUR 115 reduziert.

Das gezeichnete Kapital beträgt zum Bilanzstichtag, wie im Vorjahr, TEUR 25.

Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31.12.2023 61,5% und ist damit fast doppelt so hoch wie am Vorjahresstichtag mit 32,0%. Diese positive Veränderung der Eigenkapitalquote resultiert aus einer im Verhältnis zur Bilanzsumme überproportionalen Erhöhung der Eigenkapitalausstattung (TEUR 5.517, Vorjahr: TEUR 3.128), wobei der Einzahlung in die Kapitalrücklage von TEUR 9.000 der Jahresfehlbetrag von TEUR -6.612 gegenübersteht.

Die Rückstellungen haben sich insgesamt um TEUR 2.135 verringert und betragen zum Bilanzstichtag TEUR 1.614 (Vorjahr: TEUR 3.749). Dabei haben sich die Pensionen um TEUR 180 auf TEUR 850 (Vorjahr: TEUR 670) erhöht; die sonstigen Rückstellungen hingegen sind um TEUR 2.315 auf TEUR 764 gegenüber dem Vorjahr gesunken (Vorjahr: TEUR 3.079). Die Reduzierung lässt sich im Wesentlichen auf Rückgang von Rückstellung für Personalanpassungsmaßnahmen (TEUR -1.902) im Rahmen der Umstrukturierung und geringeren Personalrückstellung aufgrund der gesunkenen Mitarbeiterzahl (TEUR -436), zurückführen.

Die Verbindlichkeiten sind um TEUR 1.066 auf TEUR 1.835 gesunken (Vorjahr: TEUR 2.901). Dabei sind sowohl die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR -792) als auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR -276) zum Vorjahr gesunken.

4. Finanzlage - Cashflow

Der Finanzmittelfonds zum Bilanzstichtag beträgt TEUR 0, da die Liquidität durch die Integration der Gesellschaft in das Cash-Pooling Verfahren der Robert Bosch GmbH aufrechterhalten und verwaltet wird. Die Höhe der Cash Pool Forderungen gegenüber der Robert Bosch GmbH beläuft sich auf TEUR 8.240. In 2023 wurde dazu eine Kreditlinie in Höhe von TEUR 10.000 von der Robert Bosch GmbH gewährt, diese wurde in 2024 verlängert und beträgt fortan TEUR 5.000.

Zum Ausgleich des Kapitalfehlbetrags wurde am 1. Dezember 2023 eine Einzahlung in die Kapitalrücklage durch die Gesellschafterin, die Robert Bosch GmbH, in Höhe von TEUR 9.000 geleistet, bereits im Vorjahr erfolgte zum 1. Dezember 2022 eine Einzahlung in Höhe von TEUR 17.000.

Die Security and Safety Things GmbH war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen uneingeschränkt nachzukommen.

Die Entwicklung im Geschäftsjahr ist im Einklang mit der Liquiditätsplanung.

IV. Risiko- und Chancenbericht

1. Risikobericht

Das Unternehmen hat eine umfassende Risiko- und Chancenanalyse durchgeführt, um mögliche Risiken und Herausforderungen zu identifizieren. Diese Analyse basiert auf dem konzernweiten Verfahren zum Risikomanagement, welches eine jährliche Analyse vorsieht. Die nachfolgend genannten Risiken stellen in abstufender Rangfolge die relevantesten identifizierten Risiken dar:

Finanzwirtschaftliche Risiken

Personalrisiken

Technologische Risiken

Operative Risiken

Aus Sicht der Geschäftsführung hat sich die Gesamtrisikolage im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

a. Finanzwirtschaftliche Risiken

Aufgrund der in Vorjahren erwirtschafteten Jahresfehlbeträge sowie dem für 2024 geplanten Jahresfehlbetrag ist die Gesellschaft zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit daher auf die finanzielle Unterstützung der Robert Bosch GmbH, Stuttgart, (Muttergesellschaft) angewiesen. Insofern besteht eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können (bestandsgefährdendes Risiko).

Wir verweisen hinsichtlich der ergriffenen Maßnahmen auf den Unterabschnitt "4. Abhängigkeit von der Finanzierung durch das Mutterunternehmen" in Abschnitt "V. Sonstige Angaben" des Anhangs.

b. Personalrisiken

Der zukünftige Erfolg des Unternehmens wird maßgeblich von der Innovationskraft der Mitarbeiter beeinflusst. Hierbei sind die Kompetenz und das Engagement der Mitarbeiter in allen Bereichen des Unternehmens entscheidend. Die Softwareentwicklungsbranche ist gekennzeichnet von einem intensiven Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte sowie durch die Herausforderung, in der Öffentlichkeit als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Fluktuationsrisiken werden vorausschauend identifiziert und gezielt durch den Einsatz von Entwicklungs- und Weiterbildungsmaßnahmen, Nachfolgeprozessen sowie eines leistungsgerechten Vergütungssystems adressiert. Die im Jahr 2023 erfolgte Umorganisation und die damit verbundene Reduzierung der Mitarbeiterzahl hat das Risiko und die damit eingehende Relevanz jedes einzelnen Mitarbeiters erhöht. Es ist daher besonders wichtig, dass die oben genannten Maßnahmen konsequent umgesetzt werden, um die Motivation und Bindung der verbleibenden Mitarbeiter zu stärken.

c. Technologische Risiken

Die Security and Safety Things GmbH sieht im Bereich der IT-Sicherheit ein hohes technisches Risiko. Dieses Risiko wird durch das starke Wachstum des globalen Cybersicherheitsmarktes bestätigt, der von 2016 bis 2028 voraussichtlich mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 10% wachsen wird. 5

Eine funktionierende IT-Infrastruktur ist essenziell für den reibungslosen Geschäftsablauf. Ein Ausfall der IT-Systeme durch Fehler oder Cyberangriffe und der damit verbundene, mögliche Verlust von Daten und Reputation hätten erhebliche Beeinträchtigungen zur Folge. Um diese Risiken zu verringern, setzen wir durchgehend auf automatisierte Überwachungssysteme, Nachverfolgbarkeit und Kontrollsysteme bei allen relevanten Änderungen der IT-Systeme. Die Gesellschaft geht davon aus, dass das Risiko von Cyberangriffen zukünftig zunehmen wird und verfolgt eine konsequente Weiterentwicklung von Tooling und Prozessen, um mögliche Schwachstellen bereits während der Entwicklung zu erkennen und zu beheben. Dies beinhaltet die Schulung der Mitarbeiter hinsichtlich Cybergefahren und den sicheren Umgang mit IT-Systemen sowie den Einsatz moderner Entwicklungs- und Erkennungswerkzeuge. Die Ausprägung des Risikos befindet sich auf einem gleichbleibenden Niveau wie in den Vorjahren.

5 Vgl. https://www.statista.com/study/124902/cybersecurity-report/

d. Operative Risiken

Die Gesellschaft hat ein Risikomanagement implementiert, welches kontinuierlich verfolgt und aktualisiert wird, um auf Marktveränderungen möglichst schnell reagieren zu können. Auf Basis des Risikomanagements wird die geplante Zielerreichung fortlaufend überwacht und durch eine flexible Budget- und Personalplanung gesteuert.

Ein operatives Risiko stellt die starke Abhängigkeit der Security and Safety Things GmbH von der Zusammenarbeit mit einigen wenigen internen Bosch-Kunden dar. Umsatzeinbußen bei diesen Kunden könnten negative Auswirkungen auf die gesamte Geschäftsentwicklung haben. Allerdings konnte durch die Fokussierung auf Software-E-Commerce-Dienstleistungen in verschiedenen Segmenten (vorher nur Videosegment), das Gesamtrisiko im Vergleich zu den Vorjahren durch die Erweiterung der Zielbranchen reduziert werden.

2. Chancenbericht

Im Jahr 2023 hat die Security and Safety Things GmbH ihre Geschäftstätigkeiten neu ausgerichtet und den Schwerpunkt auf die Bereitstellung von IoT E-Commerce Dienstleistungen für interne Bosch-Kunden legen. Dadurch eröffnen sich neue Geschäftschancen und Synergien mit anderen Geschäftseinheiten innerhalb des Bosch-Konzerns.

Die interne Nachfrage nach B2B-E-Commerce-Dienstleistungen bei Bosch ist sehr hoch. Dies zeigt sich unter anderem an der erfolgreichen Gewinnung von zwei weiteren internen Bosch-Projekten Anfang 2024, die Ende 2024 mit einem Piloten in Betrieb gehen sollen. Darüber hinaus werden im Jahr 2024 bestehende Verträge des Bereichs "Mobility Aftermarkt" in BOSS überführt, was zu wiederkehrende Erträge aus dem laufenden Geschäft für die Abwicklung der Software-Abos des Geschäftsbereichs führt.

V. Prognosebericht

Das Unternehmen erwartet eine gute Geschäftsentwicklung im Jahr 2024, basierend auf einer steigenden Kundenanzahl und Ausweitung des bestehenden internen Geschäfts und daraus resultierenden wiederkehrende Einkünfte.

Die Geschäftsplanung für das Jahr 2024 geht aufgrund der oben beschriebenen Annahmen von einem im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 sinkenden Jahresumsatz in Höhe von TEUR 2.000 aus. Durch die Verschiebung des Fokus auf Bosch-interne Bereiche ergaben sich organisatorische Änderungen, welche einen hohen Einfluss auf die Kostenstruktur haben. Entsprechend wird für das Geschäftsjahr 2024 von einem im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 sinkenden Jahresfehlbetrag von TEUR -4.900 und damit einhergehenden negativen Cashflows von EUR 3,0 Mio. Auch für das Geschäftsjahr 2025 planen wir mit weiterhin negativen Cashflows von EUR 5,0 Mio., sodass im Prognosezeitraum gegebenenfalls weitere externe liquide Mittel benötigt werden. Es sind keine wesentlichen Investitionen geplant.

 

München, 29.05.2024

Die Geschäftsführung

Felicitas Geiss

Dr. Frhr. Albrecht von Oefele

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