SSI Schäfer IT Solutions GmbH
Selbe AdresseEntwicklung und Programmierung von Anwendungssoftware
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Andrea Croneiß seit 13.5.2026 | Geschäftsführer |
Andreas Engel seit 29.5.2024 | Prokura |
Rainer Meyer seit 4.12.2023 | Geschäftsführer |
Stefan Karl Krebs seit 20.4.2023 | Prokura |
Anne Klanke seit 7.7.2022 | Prokura |
Peter Lambrecht seit 5.5.2021 | Prokura |
Ralf Bleifuß seit 17.3.2011 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Fritz Schäfer GmbH & Co KG, EinrichtungssystemeNeunkirchenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021I. Allgemeine Angaben Mutterunternehmen ist die Fritz Schäfer GmbH & Co KG, Einrichtungssysteme, mit Sitz in Neunkirchen. Sie ist im Handelsregister beim Amtsgericht Siegen unter HR A 4904 eingetragen. Die Fritz Schäfer GmbH & Co KG, Einrichtungssysteme, ist gemäß § 290 HGB i.V.m. § 264a HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufzustellen. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren. II. Konsolidierungskreis und Konsolidierungsgrundsätze a) Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss wurden neben der Fritz Schäfer GmbH & Co KG, Einrichtungssysteme, Neunkirchen, als Mutterunternehmen die Abschlüsse aller in der gesonderten "Aufstellung des Anteilsbesitzes 2021" (Anlage 3 zum Konzernanhang) aufgeführten in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen. Erstmals in den Konzernabschluss einbezogen und vollkonsolidiert wurden die Gesellschaften SSI Schäfer Plastics GmbH, Neunkirchen, SWAN AT GmbH, Graz/ Österreich, SWAN Consultancy GmbH, Augsburg, FPrimeZero GmbH, Wien/Österreich, Schaefer SubCo, LLC, Charlotte/USA, sowie Schaefer Systems Int. Co., Ltd., Seoul/Republik Korea. Die zuvor "at-equity" konsolidierte Gesellschaft SWAN GmbH, Augsburg, wurde im Geschäftsjahr 2021 erstmalig vollkonsolidiert. Die Gesellschaften Schäfer Vermietungsges. mbH & Co KG, Neunkirchen, Schäfer Beteiligungs GmbH, Betzdorf, und Schäfer Shop Logistic Services GmbH, Betzdorf (vormals SSI Schäfer Dienstleistungs GmbH, Neunkirchen), wurden im Geschäftsjahr 2021 entkonsolidiert. Die Gesellschaft GRN Logistic S.A.S., Cholet/Frankreich wurde im Geschäftsjahr 2021 auf die SSI Schaefer S.A.S., Basse-Ham/Frankreich verschmolzen. b) Konsolidierungsgrundsätze Die Aufstellung der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte nach folgenden Grundsätzen:
Die im Vorjahr angewendeten Konsolidierungsmethoden wurden beibehalten. III. Währungsumrechnung 1. Die Umrechnung der Bilanzwerte der einbezogenen ausländischen Gesellschaften erfolgte, soweit die Jahresabschlüsse nicht in Euro aufgestellt wurden, bis auf das Eigenkapital, das zu historischen Kursen umgerechnet wurde, einheitlich zu dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag. Der Differenzbetrag zum jeweiligen Einstandskurs wird erfolgsneutral als separater Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" erfasst. Umrechnungsdifferenzen im Brutto-Anlagengitter wurden mit den jeweiligen Anschaffungs-/Herstellungskosten bzw. kumulierten Abschreibungen erfolgsneutral verrechnet. 2. In den Gewinn- und Verlustrechnungen der ausländischen Gesellschaften, soweit nicht in Euro aufgestellt, sind alle Aufwendungen und Erträge grundsätzlich zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet worden. Die Unterschiedsbeträge aus der Anwendung unterschiedlicher Umrechnungskurse zwischen der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz wurden ebenfalls erfolgsneutral in dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" verrechnet. 3. Bei der Währungsumrechnung in den Einzelabschlüssen wurden die Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Transaktionen während des Geschäftsjahrs sind zum jeweiligen Tagesdurchschnittskurs umgerechnet worden. IV. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 1. Sämtliche Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften sind, soweit sie noch nicht nach den deutschen handelsrechtlichen Gliederungs- und Bewertungsvorschriften aufgestellt waren, und soweit die Abweichungen wesentlich waren, entsprechend angepasst worden. Im Geschäftsjahr wurden währungskursbedingte Aufrechnungsdifferenzen in Höhe von TEUR 3.231 aus der Schuldenkonsolidierung wesentlicher, währungskursgesicherter Darlehen ergebnisneutral in den Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" eingestellt. Im Rahmen der Abfindung eines Gesellschafters in 2016 wurden anteilige stille Reserven im Einzelabschluss des Mutterunternehmens in Höhe von TEUR 27.270 (Vorjahr: TEUR 27.330) ergebnisneutral als Aufstockung der Buchwerte bilanziert. Abweichend hiervon wurde in Übereinstimmung mit § 308 Abs. 1 HGB i.V.m. IDW RS HFA 7 im Konzernabschluss der Abfindungsmehrbetrag mit den Rücklagen verrechnet. 2. Soweit bei der Kapitalkonsolidierung die Beteiligungsbuchwerte niedriger als der Betrag des aufzurechnenden Eigenkapitals sind, ergibt sich ein passiver Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung (TEUR 13.340), der in Vorjahren mit den Rücklagen verrechnet worden ist. Soweit die Beteiligungsbuchwerte höher als der entsprechende Eigenkapitalanteil waren, sind die sich ergebenden aktiven Unterschiedsbeträge in Höhe von TEUR 45.597 als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und in Höhe von TEUR 28.023 in Vorjahren mit den Rücklagen verrechnet worden. Aus der Erstkonsolidierung eines assoziierten Unternehmen ergab sich ein Unterschiedsbetrag (Geschäfts- oder Firmenwert) zwischen dem Buchwert und dem anteiligen Eigenkapital in Höhe von TEUR 6.127, welcher über 5 Jahre abgeschrieben wird. Es besteht ein Geschäfts- oder Firmenwert für ein assoziiertes Unternehmen von TEUR 1.772. 3. Immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten aktiviert. Die entgeltlich erworbenen gewerblichen Schutzrechte und ähnlichen Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten werden planmäßig unter Annahme einer Nutzungsdauer von 2 bis 15 Jahren ab Erwerbszeitpunkt linear abgeschrieben. Die im Geschäftsjahr und in Vorjahren durch Erwerb entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden aufgrund zu erwartender Synergieeffekte und transitorischen Know-how über 3 bis 5 Jahre ab Erwerbszeitpunkt abgeschrieben, soweit keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen werden. 4. Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige und bei außerplanmäßigen Wertminderungen um außerplanmäßige Abschreibungen bewertet. Unter Zugrundelegung einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von längstens 60 Jahren wurden Gebäude überwiegend linear abgeschrieben, Bauten auf fremden Grundstücken entsprechend der Mietdauer. Technische Anlagen und Maschinen sowie Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung werden unter Zugrundelegung einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 2 bis 33 Jahren abgeschrieben. Bei den einbezogenen Auslandgesellschaften wurde die dort festgelegte Nutzungsdauer für die jeweiligen Wirtschaftsgüter in den Konzernabschluss übernommen, soweit sie mit den deutschen Rechnungslegungsvorschriften vereinbar sind. 5. Die in den Finanzanlagen enthaltenen Beteiligungen und Wertpapiere des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert bzw. bei assoziierten Unternehmen zum fortgeschriebenen Wert at equity bilanziert. Ausleihungen sind mit den Anschaffungskosten abzüglich eventueller Tilgungszahlungen bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. 6. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Bewertung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse sowie der unfertigen Leistungen erfolgte zu Herstellungskosten, wobei in angemessenem Umfang Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen auf das der Fertigung dienende Sachanlagevermögen einbezogen sind. Zur verlustfreien Bewertung und zur Berücksichtigung von Bestandsrisiken, die sich aus langer Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit usw. ergeben, sind Abwertungen vorgenommen worden. Der Ansatz der geleisteten Anzahlungen erfolgte mit dem Nennbetrag. Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 werden gemäß § 268 Abs. 5 Satz 2 HGB i.V.m. § 298 Abs. 1 HGB die erhaltenen Anzahlungen auf Vorräte bis zur Höhe des Vorratsvermögens offen von dem Posten "Vorräte" abgesetzt. Als passivisch ausgewiesene erhaltene Anzahlungen verbleiben noch TEUR 196.141. Die Bewertung erfolgt mit dem Erfüllungsbetrag. 7. Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und liquide Mittel sind mit dem Nennbetrag bilanziert. Erkennbaren Risiken ist durch entsprechende Wertberichtigungen angemessen Rechnung getragen worden. 8. Die Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgte zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag. 9. Bei den Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige Abgrenzungen. 10. Die aktiven latenten Steuern resultieren aus Konsolidierungsmaßnahmen auf Konzernabschlussebene aufgrund von temporären Differenzen. Von dem Aktivierungswahlrecht für latente Steuern aus den einbezogenen Einzelabschlüssen wurde kein Gebrauch gemacht. In der Konzernbilanz werden aktive und passive latente Steuern saldiert ausgewiesen. 11. Investitionszuschüsse und Investitionszulagen zum Anlagevermögen sind in einen Sonderposten eingestellt worden, der zur periodengerechten Abgrenzung entsprechend den Abschreibungen der bezuschussten Anlagegüter aufgelöst wird. 12. Rückstellungen für Pensionen entfallen nahezu ausschließlich auf inländische Tochtergesellschaften. Sie sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gebildet worden. Die zugrundeliegenden Annahmen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
Als Rechnungszins für die Pensionsrückstellungen wurde der von der Deutsche Bundesbank nach der Maßgabe der Rückstellungsabzinsungsverordnung veröffentlichte Zehn-Jahres-Durchschnittszins zum 31. Dezember 2021 bei einer Laufzeit von 15 Jahren zugrunde gelegt (Inanspruchnahme der Vereinfachungsregelung des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinses aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt TEUR 277. Die Gesellschaft macht von der Möglichkeit des Wahlrechts aus der Veränderung des Rechnungszinses Gebrauch und hat den Differenzbetrag aus Dienstzeitaufwand und den im Geschäftsjahr erbrachten Leistungszahlungen im operativen Ergebnis als Personalaufwand erfasst. Die bei einer ausländischen Tochtergesellschaft bestehende Pensionsrückstellung (TEUR 156) wurde nach den landesrechtlichen Vorschriften passiviert. Dabei ist ein Rechnungszins von 1,87 % (Vorjahr: 2,30 %) und das Teilwertverfahren zur Anwendung gekommen. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt unter Berücksichtigung der Entwicklung des Verbraucherpreisindex. Die sonstigen Rückstellungen tragen in angemessenem Umfang und nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung sowie unter Berücksichtigung der kaufmännischen Vorsicht allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten Rechnung. Die Rückstellungen wurden zum notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind zum 31. Dezember 2021 mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden von der Deutsche Bundesbank nach Maßgabe der Rückstellungsabzinsungsverordnung veröffentlichten Sieben-Jahres-Durchschnittszins abgezinst worden. Bei Gesellschaften in Österreich wurde für Rückstellungen für sog. Abfertigungen ein landesspezifischer Abzinsungssatz von 1,87 % (Vorjahr: 2,30 %) und ein Gehaltstrend von 3,0 % zugrunde gelegt. Im Rahmen der Rückstellung für Altersteilzeit wurden die unentziehbaren Möglichkeiten der Arbeitnehmer zur Inanspruchnahme der Altersteilzeitregelung, die aus erwarteten zukünftigen Verträgen resultieren, in Höhe der voraussichtlich entstehenden Aufstockungsbeträge und der Erfüllungsrückstände berücksichtigt. Wertpapiere des Anlagevermögens (verrechenbares Planvermögen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) sind in der Bilanz mit den sonstigen Rückstellungen (Lebensarbeitszeitkonto) saldiert ausgewiesen worden. Die Anschaffungskosten der verpfändeten Wertpapiere betragen TEUR 768, der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 813. Der Erfüllungsbetrag der gedeckten Rückstellung beträgt TEUR 818. 13. Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag bilanziert. V. Erläuterungen zur Konzernbilanz 1. Gliederung Aus Gründen der Bilanzklarheit wurde das Gliederungsschema gemäß § 265 Abs. 5 HGB um folgende Posten erweitert: "Forderungen gegen Unternehmen der Schäfer-Gruppen, soweit nicht verbundene oder Beteiligungsunternehmen" sowie "Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen der Schäfer-Gruppen, soweit nicht verbundene oder Beteiligungsunternehmen". 2. Anlagevermögen Die Darstellung der Entwicklung des Anlagevermögens erfolgt gemäß § 284 Abs. 3 HGB nach der sog. Bruttomethode und ist aus Anlage 1 zum Konzernanhang ersichtlich. 3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen Unternehmen der Schäfer-Gruppen, soweit nicht verbundene oder Beteiligungsunternehmen, resultieren in voller Höhe aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen aus Stückzinsen und noch nicht verrechenbaren Vorsteuern in Höhe von TEUR 1.311 (Vorjahr: TEUR 1.000), die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen. 4. Aktive latente Steuern Die latenten Steuern entfallen ausschließlich auf Sachverhalte aus dem Konzernabschluss (Konsolidierungsmaßnahmen). In 2021 ergaben sich in Summe Erträge aus der Aktivierung latenter Steuern aus Konsolidierungsvorgängen in Höhe von TEUR 195. Bei erfolgswirksamen Konsolidierungsmaßnahmen sind landesspezifische Steuersätze von 9 % bis 34 % bzw. ein gruppeneinheitlicher Steuersatz von 27 % angewandt worden. Die sich ergebende Differenz resultiert im Wesentlichen aus der Zwischenergebniseliminierung beim Projektgeschäft und aus Anlageverkäufen sowie der Schuldenkonsolidierung. In der Konzernbilanz werden aktive und passive latente Steuern saldiert ausgewiesen. In 2021 ergaben sich per Saldo aktive latente Steuern. 5. Eigenkapital In dem Bilanzgewinn ist ein Gewinnvortrag in Höhe von TEUR 159.446 enthalten. 6. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen aus dem Personalbereich (TEUR 55.529), Nachlaufkosten (TEUR 45.786), für Garantieverpflichtungen (TEUR 42.239), für Drohverluste (TEUR 19.546) und für ausstehende Kostenrechnungen (TEUR 10.372). 7. Verbindlichkeiten Die für die einzelnen Verbindlichkeiten bestehenden Restlaufzeiten ergeben sich aus dem Verbindlichkeitenspiegel (Anlage 2 zum Konzernanhang). Für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurde als Sicherheit ein Pfandrecht an Bankguthaben eingeräumt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen der Schäfer-Gruppen, soweit nicht verbundene oder Beteiligungsunternehmen, resultieren in Höhe von TEUR 5.130 aus Lieferungen und Leistungen. Aus der Lieferung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Halbfabrikaten sowie Gegenständen des Sachanlagevermögens resultieren die üblichen Eigentumsvorbehalte. 8. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Für Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- sowie Leasingverträgen und Unternehmensverträgen werden in den nächsten fünf Jahren folgende Beträge fällig:
Das Bestellobligo für Investitionen beträgt TEUR 4.896. Es bestehen keine besonderen Chancen und Risiken aus diesen Verträgen. 9. Derivative Finanzinstrumente Der Konzern setzt derivative Finanzinstrumente ein, um Währungs- und Zinsrisiken zu minimieren. Als Sicherungsinstrumente kamen Termin- und Swapgeschäfte zum Einsatz.
Die abgesicherten Risiken beinhalten hauptsächlich in den nächsten 31 Monaten vertraglich zugesicherte Zahlungen in Fremdwährung. Die Sicherungsgeschäfte ermöglichen, dass Fremdwährungs-Cashflows der Basisgeschäfte zu einem vorher festgelegten Kurs umgetauscht werden (Mikro- und Portfolio-Hedge). Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft sind gegenläufig und weisen die gleiche Sensitivität zum Basiswert (Tageskurs) auf. Die Wertänderungen gleichen sich nach Abwicklung der jeweiligen Positionen aus. Derivative Finanzinstrumente in Höhe von EUR 212,2 Mio. sind in Bewertungseinheiten nach § 254 HGB einbezogen. Die Buchungen erfolgen nach der Einfrierungsmethode. Die Wirksamkeit wird nach der "Critical-Terms-Match"-Methode beurteilt. Eins der vorliegenden Devisentermingeschäfte (TCNY 30.000) rechtfertigt keine Bewertungseinheit im Sinne des § 254 HGB. Das betroffene Devisentermingeschäft weist zum 31. Dezember 2021 einen negativen Marktwert i.H.v. insgesamt TEUR 395 aus, für den eine Drohverlustrückstellung gebildet wurde. Die Devisentermingeschäfte wurden mit den Mittelkursen am Abschlussstichtag bewertet, die die Marktgegebenheiten zum Berechnungszeitpunkt wiedergeben und unter Bezugnahme auf die vorliegenden Bankbestätigungen unter Anwendung anerkannter mathematischer Verfahren ermittelt wurden. 10. Vergleichbarkeit der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Durch die Veränderungen im Konsolidierungskreis wurde die Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt beeinflusst:
VI. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse gliedern sich nach Eliminierung der Innenumsätze wie folgt:
2. Periodenfremde und außergewöhnliche Erträge und Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen (TEUR 2.633), aus Anlageabgängen (TEUR 746) sowie aus Versicherungsentschädigungen und Schadenersatz (TEUR 635) enthalten. Im Zusammenhang mit der Corona-Krise wurden einzelnen Tochterunternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr staatliche Zuschüsse (Kurzarbeitergeld) in Höhe von insgesamt TEUR 5.046 (Vorjahr: TEUR 3.768) gewährt, die innerhalb des Personalaufwands verrechnet wurden. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen aus den Veränderungen des Konsolidierungskreises (TEUR 2.380) und aus Anlageabgängen (TEUR 263) sowie aus Forderungsverlusten (TEUR 793). 3. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens sowie weitere außerplanmäßige Abschreibungen Bei den Abschreibungen auf Finanzanlagen (TEUR 6) handelt es sich um außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderungen. Im Berichtsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 1.003 auf den Geschäfts- oder Firmenwert vorgenommen. 4. Sonstige Steuern Die sonstigen Steuern von TEUR 3.246 (Vorjahr: TEUR 2.434) werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. 5. Nicht beherrschende Anteile Enthalten sind Gewinnanteile in Höhe von TEUR 12, sowie Verlustanteile in Höhe von TEUR 14. VII. Kapitalflussrechnung Finanzmittelfonds Der Finanzmittelfonds entspricht den flüssigen Mitteln. VIII. Ergebnisverwendung Der Jahresfehlbetrag 2021 des Mutterunternehmens wurde den Kapitalberichtigungskonten belastet und mit den Rücklagen verrechnet. IX. Sonstige Angaben 1. 1. Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:
2. Beirat Das Mutterunternehmen hat einen freiwilligen Beirat, der im Jahr 2021 folgende Mitglieder hat: Herr Dr. Kay Mayland (Vorsitzender), Frau Traute Schäfer (stellvertretende Vorsitzende), Herr Dr. Stefan Bucherer, Frau Jutta Schäfer-Hillenberg, Herr Dr. Johannes F. Kirchhoff, Herr Albertus J.G.T. Knoef, Herr Norbert Müller. Der Beirat erhielt in 2021 Vergütungen in Höhe von TEUR 441 (Vorjahr: TEUR 456). 3. Gesamtbezüge der Geschäftsführung und von Hinterbliebenen früherer Mitglieder der Geschäftsführung Die Geschäftsführer des Mutterunternehmens erhielten in 2021 Vergütungen in Höhe von EUR 2,4 Mio. Für die Versorgungsbezüge von Hinterbliebenen früherer Mitglieder der Geschäftsführung bestehen bilanzierte Pensionszusagen mit einem Barwert zum Bilanzstichtag von TEUR 293. 4. Abschlussprüferhonorar Das Gesamthonorar für den Konzernabschlussprüfer entfällt in Höhe von TEUR 1.007 (enthalten sind Zuführungen von TEUR 330 und Auflösungen von TEUR 15 für Vorjahre) auf Abschlussprüfungsleistungen für einbezogene Einzelabschlüsse und den Konzernabschluss, in Höhe von TEUR -6 (enthalten sind Auflösungen von TEUR 9 für Vorjahre) auf andere Bestätigungsleistungen und in Höhe von TEUR 136 auf sonstige Leistungen. 5. Anteilsbesitz Einzelheiten zum Anteilsbesitz des Konzerns zeigt eine separate Aufstellung (Anlage 3 zum Konzernanhang). 6. Unbeschränkt haftende Gesellschafterin Die in den Konzernabschluss einbezogene Schäfer GmbH, Wels/Österreich, ist unbeschränkt haftende Gesellschafterin der Fritz Schäfer GmbH & Co KG, Einrichtungssysteme, Neunkirchen. 7. Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Fritz Schäfer GmbH & Co KG, Einrichtungssysteme, Neunkirchen, haben für die in der Aufstellung des Anteilsbesitzes 2021 ( Anlage 3 zum Konzernanhang) entsprechend gekennzeichneten Unternehmen befreiende Wirkung im Sinne von § 264 Abs. 3 HGB. Darüber hinaus nimmt die Fritz Schäfer GmbH & Co KG, Einrichtungssysteme, Neunkirchen, die Befreiungsvorschrift des § 264b HGB hinsichtlich der Aufstellung eines Lageberichts und der Offenlegung des Jahresabschlusses in Anspruch. X. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag Die Muttergesellschaft hat in 2022 einen Bank- und Avalkreditrahmen mit einem Volumen von bis zu EUR 400 Mio. mit mehreren Kreditinstituten unter Mithaftung von Konzerngesellschaften abgeschlossen. Am 24. Februar 2022 startete Russland militärische Angriffe gegen die Ukraine. Wir beobachten die Entwicklungen sehr aufmerksam und rechnen damit, dass die wirtschaftlichen Beeinträchtigungen auch unsere Geschäftstätigkeit belasten werden. Indirekte negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, u.a. aus Preiserhöhungen und Kapazitätsengpässen auf für uns relevanten Beschaffungs-märkten sowie Störungen in globalen Lieferketten, sind im neuen Geschäftsjahr zu beobachten. Deren vollständiger Umfang und Ausmaß sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlässlich quantifizierbar.
Neunkirchen, den 14. September 2022 Schäfer GmbH Steffen Bersch Bruno Krauss Harald Rackel Aufstellung des Anteilsbesitzes 2021
1) Befreiung von der Offenlegung
gemäß § 264 Abs. 3 HGB
2) Befreiung Aufstellung Lagebericht
gemäß § 264 Abs. 3 HGB
3) Einbeziehung at-equity gemäß
§ 311 HGB
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021
Brutto-Anlagengitter
* Entwicklung: Stand 01.01.2021 EUR -72.475,64
+ anteilige Ergebnisse 2021 (Eigenkapitalmehrung) in Höhe von EUR 1.184.579,07 - Abschreibung Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von EUR -1.250.475,74 - Gewinnausschüttung in Höhe von EUR -177.418,92 - Konsolidierungskreisveränderung EUR -1.015.116,01
** Davon verrechnetes Planvermögen: EUR
-163.950,59
Davon Neubewertung Wertpapiere: EUR 52.060,44 Im Vortrag verrechnetes Planvermögen aus Vorjahren: EUR -649.035,94
Entwicklung des Konzerneigenkapitals (Konzerneigenkapitalspiegel) für das Geschäftsjahr 2021/2020Fritz Schäfer GmbH & Co KG, Einrichtungssysteme, Neunkirchen
Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2021
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021Die Fritz Schäfer GmbH & Co KG, Einrichtungssysteme, Neunkirchen, legt im Folgenden den Lagebericht für den Konzern über das Geschäftsjahr 2021 zum Stichtag 31. Dezember 2021 vor. 1. Grundlagen des Konzerns 1.1 Gruppenstruktur und Geschäftsmodell Die Konzernmutter der SSI SCHÄFER Gruppe, die Fritz Schäfer GmbH & Co KG, Einrichtungssysteme, ist unter HR A 4904 im Handelsregister beim Amtsgericht Siegen eingetragen. Zum Konzern gehören neben der Muttergesellschaft 14 inländische und 59 ausländische Unternehmen und sieben Produktionsstätten. Bezüglich der Beteiligungsverhältnisse im Konzern wird im Übrigen auf die Anteilsbesitzliste verwiesen. Im Geschäftsjahr 2021 gliederte sich die SSI SCHÄFER Gruppe in die vier übergeordneten und globalen Geschäftsbereiche:
Diese werden jeweils von einem Geschäftsbereichsleiter geführt, der direkt an den CEO berichtet. Standorte Zum 31. Dezember 2021 ist der Konzern mit insgesamt 74 Gesellschaften regional wie folgt aufgestellt:
Die Produktions- und Vertriebsgesellschaften befinden sich im In- und Ausland. Daneben bestehen in den Ländern Finnland, Rumänien, Türkei, Korea, Taiwan, Vietnam, Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru Zweigniederlassungen, die gegründet worden sind, um die lokalen Märkte dauerhaft zu bearbeiten. Zusätzlich gibt es temporäre Betriebsstätten zur Projektabwicklung. Nennenswerte Konsolidierungskreisveränderungen im Geschäftsjahr:
Organisationsstruktur Die Geschäftsführung der Gruppe besteht im Berichtsjahr 2021 aus Steffen Bersch als Chief Executive Officer (CEO), Bruno Krauss als Chief Financial Officer (CFO) und Harald Rackel als Chief Operating Officer (COO). Unterhalb der Geschäftsführung strukturieren sich 14 verschiedene Gruppenfunktionen, die die strategische und administrative Führung innehaben und je nach Fachgebiet an das jeweilige Mitglied der Geschäftsführung berichten. Die im Jahr 2021 bestehende Organisationsstruktur beinhaltet im Einzelnen:
Absatzmärkte Folgende Regionen sind für den Absatz unserer Produkte von wesentlicher Bedeutung:
1.2 Ziele und Strategien Im Geschäftsjahr 2021 lag der Fokus auf der Entwicklung und Implementierung der SSI SCHÄFER Gruppenstrategie 2023. Mit der Gruppenstrategie wurden die Leitplanken für das zukünftige Geschäft von SSI SCHÄFER auf Gruppenebene definiert. Dazu gehören die Mission, die Vision und die Werte, aber auch die Schwerpunkte und Ziele für die jeweiligen KPIs. Die zunächst festgelegten fünf Prioritäten Profitabilität, Innovation, Wachstum, Kundenzufriedenheit und Nachhaltigkeit wurden im Laufe des Jahres noch um einen sechsten Schwerpunkt (Mitarbeiterorientierung) ergänzt. Aus einer Vielzahl von Ideen wurden 15 Handlungsfelder ("Leuchtturmmaßnahmen") gebündelt und priorisiert. Aus diesen Handlungsfeldern wurde schließlich ein Rahmenwerk abgeleitet, in dem die Fokusprojekte für die nächsten zwei Jahre, und damit die Grundlage für das Erreichen der Ziele der Gruppenstrategie 2023 definiert und zugeordnet wurden. Das Rahmenwerk inklusive der Projekte bildet die strategische Roadmap 2023. Damit ist das Projekt "SSI SCHÄFER Business Strategies 2023" abgeschlossen und alle Inhalte und die Steuerungsverantwortung konnten im Dezember 2021 an den Bereich "Strategy & Business Transformation" übertragen werden. Seit Januar 2022 läuft mittlerweile das Training der Strategieverantwortlichen in allen Bereichen sowie die Durchführung von Workshops zur Konkretisierung der Maßnahmen. Das Projekt FOCUS SSI SCHÄFER (Nachfolger: TOGETHER) wurde Ende 2021 abgeschlossen und die neue Organisationsstruktur final umgesetzt. 1.3 Steuerungssystem Übergeordnet wurde das Steuerungssystem der Gruppe im Wesentlichen auf EBT (operatives Ergebnis vor Steuern) und Umsatz ausgerichtet, jeweils entlang der Gruppe, der Geschäftsbereiche und der Regionen sowie der entsprechenden juristischen Personen. Darüber hinaus richtet sich die Kapitalallokation insgesamt nach ROCE aus, wobei jede Investition auf Basis von weiteren Kennzahlen (wie interne Verzinsung oder positiver Barwert) entschieden wird. Zudem ist die Gesamtleistung (Umsatz zzgl. Bestandsveränderung) eine wichtige Kennzahl, insbesondere im Geschäftsbereich Logistics Solutions. Letztlich achtet die Gruppe gleichfalls auf eine Auswahl an Produktivitäts-, Qualitäts- und Sicherheitskennzahlen. Alles zusammen ist schließlich darauf ausgerichtet, dass die jeweiligen strategischen und operativen Mittelfristziele nachhaltig erreicht werden. 1.4 Forschung und Entwicklung Die SSI SCHÄFER Gruppe forscht und entwickelt im Wesentlichen in den Bereichen Automationstechnik und Logistiksoftware. Dabei unterscheidet die Gruppe in Digitalisierung, Automation, Robotics, AGV (automated guided vehicles), AMR (autonomous mobile robots) und Software (WAMAS sowie SAP). Der 2020 unter Global Technology eingerichtete Bereich für Digitalisierung hat zwei Schwerpunkte auf künstliche Intelligenz und Datenanalyse gesetzt. Diese Themen sind sowohl für interne Digitalisierungsvorhaben als auch zur Entwicklung neuer Leistungen für den Markt relevant. Ein erster Erfolg im zuletzt genannten Aspekt ist der Erwerb der Mehrheit des Startups FPrimeZero GmbH, welches datenbasierte Dienste zur Predictive Maintenance und zur standortübergreifenden Materialflussanalyse anbietet. Der Bereich Customer Service begleitet unsere Kunden über die gesamte Anlagenlebensdauer mit einem umfangreichen CSS-Portfolio. Alle Aktivitäten basieren auf der SSI SCHÄFER Maintenance Philosophy. Dabei spielt die Digitalisierung im Bereich CSS eine wesentliche Rolle. Durch Kombination aus hochqualifizierten Service-Mitarbeiter:innen, und Softwarelösungen wie unserem SSI CMMS, das die globalen Prozesse digital unterstützt, stellen wir die maximale Anlagenverfügbarkeit sicher und ermöglichen ein kontinuierliches und nachhaltiges Instandhaltungsmanagement. Durch den neu etablierten Bereich Service Solutions wurde das SSI CMMS als Web-Version weiterentwickelt und erfolgreich in den Bereichen Resident und Visited Maintenance international ausgerollt. Die nächsten Entwicklungsschritte Predictive Maintenance, Optimierung der Trend-Analyse sowie ein kundenspezifisches Life Cycle und Obsolescence Management sind in Umsetzung. Sales Force Service Cloud als zentrales CRM und Ticket-System ist in finaler Vorbereitung zum Roll-out, um unsere Kunden mit einem 365-Grad-Blick noch besser betreuen zu können. Der SSI Webshop rundet die digitalen Services im Ersatzteilwesen ab und stellt unseren Kunden eine my open factory / MoF-Schnittstelle zur Verfügung, über die durch Vernetzung der ERP-Systeme schlanke Bestellprozesse ermöglicht werden. Im Rahmen der Organisationsumstellung wurde das CS-Dashboard an die neue Regionsstruktur angepasst. Sowohl unsere Produkte als auch unsere intralogistischen Lösungen ermöglichen unseren Kunden den effektiven und effizienten Einsatz von Automatisierung und unterstützen sie auf ihrem Wachstumsweg. In den letzten Monaten wurden einige Produkte auf dem Markt gebracht bzw. beim Kunden erfolgreich eingesetzt. So wurde neben dem Transportsystem Cuby 2.0 auch die neue Behälterfördertechnik FT+ zum Einsatz gebracht. Beide Produkte stellen eine wichtige Säule in unserem Wachstumsbestreben und verfolgen nachhaltig das übergeordnete Ziel der Technologieführerschaft. Wir sind sowohl in der Shuttletechnik als auch in den Bereichen OCS (Hängefördertechnik) sehr gut aufgestellt und können eine Vielzahl an Kundenanforderungen damit bedienen. Weitere Neuerungen in der Modularisierung und Standardisierung konnten vor allem in zwei Bereichen erzielt werden: Die konsequente Standardisierung unserer Palettier- und Depalettierzellen für das SCHÄFER Case Picking (SCP), und die Neuerung im Bereich Micro Fulfillment Center (MFC), welche auf die Anforderungen von sogenannten Omnichannel-Händlern mit hohen Durchsatzraten zugeschnitten ist. Steigende Komplexität, Kostendruck und sich ändernde Kundenerwartungen erfordern schnellere Durchlaufzeiten, effizientere Warenströme, größere Artikelvielfalt sowie Prozesssicherheit. Automatisierte Prozesse in der Kommissionierung sind ein wesentlicher Baustein der Lösung für die Herausforderungen der Zukunft. Hier ist SSI SCHÄFER mit ihren Roboterlösungen sowohl im Bereich Piece Picking als auch im Case Picking sehr gut aufgestellt. Aufgrund der, gerade nach der Covid-Pandemie, immens großen Bedeutung für die Intralogistik der Zukunft, werden die AGV/AMR-Aktivitäten in enger Abstimmung mit unserem Kooperationspartner, der Firma DS Automotion GmbH aus Linz, koordiniert. Laut dem Institut Interact Analysis werden fahrerlose Transportlösungen (automated guided vehicles, AGV) und autonome mobile Robotik-Anwendungen (autonomous mobile robots, AMR) ein überdurchschnittliches Wachstum aufweisen und somit weiter an Bedeutung gewinnen. Das Team von DS und SSI hat die Einbindung autonomer Fahrzeuge und fahrerloser Transportsysteme (AGV) in ganzheitliche Lösungen weiter vorangetrieben. Dabei wurden konkrete Einsatzbereiche für AMR identifiziert sowie bewertet und ein Entwicklungsprojekt für AMR aufgesetzt, welches das Lösungsangebot von DS und SSI in diesem Bereich erweitern soll. Unser Ziel ist es, in diesem Bereich eine exponierte Marktstellung zu erreichen. Die Digitalisierung und Automatisierung industrieller Produktions- und Lieferketten sowie die Omnichannel-Strategien in vielen Branchen tragen dazu bei, dass sich der Fokus entlang des technischen Fortschritts noch stärker auf die Software verlagert. SSI SCHÄFER setzt weiterhin auf die Zweiplattformstrategie und hat mit WAMAS und SAP die richtige Lösung bzw. den richtigen Partner. In dem Zusammenhang wurde mit einer Mehrheitsbeteiligung an der SWAN GmbH im Geschäftsjahr 2021 ein wichtiger Meilenstein erreicht, um die Aktivitäten zu bündeln und die SAP EWM Integration deutlich zu erhöhen. Die neue WAMAS Strategie sieht vor, dass verstärkt in die Modularisierung und effizienzsteigernde Maßnahmen in Bezug auf die Abwicklung von Projekten Wert gelegt wird. Die konsequente Konsolidierung der Produktlandschaft (speziell WAMAS 5, WAMAS A, WAMAS C) stellt hier einen wesentlichen Handlungsstrang dar. Die Erneuerung und Weiterentwicklung der Plattform als auch die Nutzerfreundlichkeit stehen gleichfalls auf der Entwicklungs-Roadmap. Hierbei wird die Software mit weiteren Funktionalitäten und Features bei den entsprechenden Devices versehen. Unsere Visualisierungssoftware WAMAS Lighthouse wurde erfolgreich in der neuen Generation 3 eingesetzt. Die Einbindung weiterer Devices, die Integration eines zentralen Kennzahlen Managements (KPIs), sowie weitere funktionale Entwicklungen stehen im Fokus für die nächsten Releases. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Das Geschäftsjahr 2021 war geprägt von einer weltweiten wirtschaftlichen Erholung. Allerdings sorgten die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 - etwa Materialengpässe in Folge von Lieferkettenunterbrechungen sowie stark gestiegene Material- und Rohstoffpreise - für eine erneute Eintrübung des Aufwärtstrends im Jahresverlauf. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemäß Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgrund der COVID-19-Pandemie um 3,1 % gesunken war, erholte sich die Weltwirtschaft im Gesamtjahr 2021 laut aktuellem World Economic Outlook des IWF um 6,1 % 1.
1
https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2022/07/26/world-economic-outlook-update-july-2022
Das Wirtschaftswachstum wurde im Berichtszeitraum sowohl von der positiven Entwicklung in den Industrieländern (+5,2 %) als auch von den Schwellen- und Entwicklungsländern (+6,8 %) getragen. Die Eurozone verzeichnete ein Wachstum von 5,4 %. Deutschland, dessen Wirtschaft laut den Experten des IWF im Gesamtjahr 2021 um 2,9 % gewachsen ist, verzeichnete jedoch speziell im zweiten Halbjahr eine starke Abschwächung der wirtschaftlichen Erholung. Grund hierfür waren neben einer gestiegenen Inflation, Versorgungsengpässe - insbesondere Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen und Halbleitern, die zu einem erheblichen Anstieg der Materialpreise führten -, der Fachkräftemangel sowie erneute COVID-19-Restriktionen aufgrund der hoch ansteckenden Varianten Delta und Omikron. Dahingegen war der Anstieg des BIP in den EU-Mitgliedsstaaten Frankreich (+6,8 %), Italien (+6,6 %) und Spanien (+5,1 %) deutlich resilienter. Diese Einschätzungen wurden auch durch das Statistische Bundesamt (Destatis) im Februar 2022 bestätigt. 2 Demnach war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 preis und kalenderbereinigt um 2,9 % höher als im Jahr 2020. Im produzierenden Gewerbe ohne Bau stieg die preisbereinigte Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 gegenüber 2020 um 4,1 %, im verarbeitenden Gewerbe um 4,7 %.
2
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/02/PD22_074_811.html
Währungen Im Jahr 2021 hat sich der Euro gegenüber einer Vielzahl von Währungen abgeschwächt. Für den Verkauf von SSI Produkten und Projekten im außereuropäischen Ausland hat dies einen eher positiven Effekt, da die Wertschöpfung zu einem hohen Anteil auf Euro-Basis erfolgt und damit die in lokaler Währung angebotenen Preise im letzten Jahr faktisch reduziert wurden oder bei gleichbleibenden Marktpreisen höhere Margen erzielt worden sind. Auch der USD hat sich in der zweiten Jahreshälfte gegenüber dem Euro aufgewertet. Ausgewählte Währungen im Jahresvergleich:
2.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen Die deutsche Fördertechnik- und Intralogistikbranche konnte laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) 5 ein starkes Jahr 2021 verzeichnen: Das Produktionsvolumen ist um schätzungsweise 22,6 Mrd. € gestiegen und damit um 6 % gegenüber 2020 gewachsen. Auch das Exportgeschäft deutscher Intralogistikhersteller zeigte im Jahr 2021 nach pandemiebedingten Rückgängen im Vorjahr wieder eine positive Entwicklung. Wichtigster Handelspartner für die Branche blieb dabei der EU-Binnenmarkt. Hier konnte bis einschließlich November 2021 ein Wachstum von knapp 9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet werden. Ein noch größeres Exportwachstum war nach Großbritannien (knapp 38 %) und in die USA (etwa 37 %) festzustellen, während die Exporte nach China im Jahr 2021 um knapp 2 % abnahmen.
3
https://wechselkurse-euro.de/archiv-wahrungskurse/2020-12-31/
4
https://wechselkurse-euro.de/archiv-wahrungskurse/2021-12-31/
5
https://www.vdma.org/viewer/-/v2article/render/47426911
Im Strategieprozess wird für die Branche der Intralogistik allgemein von einem jährlichen Marktwachstum von 7 % bis 2025 ausgegangen. Dieser Wert wurde auch vom VDMA Fachverband Fördertechnik und Intralogistik bestätigt. Aufgrund der positiven Branchenentwicklung im Jahr 2021 erwartete der Fachverband für 2022 ein Wachstum von 8 %. Beschaffung und Produktion Das Einkaufsvolumen der SSI SCHÄFER Gruppe besteht im Wesentlichen aus dem Einkauf von Rohstoffen (wie Stahl und Kunststoffgranulat) sowie Einkauf von Komponenten (in Plastik, mechanische Teile und Elektronik), die insgesamt rund 2/3 des Volumens ausmachen. 1/3 des Einkaufsvolumens umfasst unterschiedliche Dienstleistungen. Wichtige Rohstoffe sind Spaltband sowie Kunststoffgranulat (Polypropylen und Polyethylen). Im Geschäftsjahr 2020 endete der Preis für Spaltband im Durchschnitt über Vorjahresniveau. Diese Entwicklung zeigte sich bereits im ersten Halbjahr 2021 und zog im zweiten Halbjahr noch einmal deutlich an. Für das Geschäftsjahr 2022 hat es in den ersten beiden Quartalen weitere Preiserhöhungen gegeben; für das letzte Quartal erwartet die Geschäftsführung sich stabilisierende und eventuell tendenziell leicht nachgebende Preise, zumindest für Stahl. Die nachfolgende Graphik zeigt die Preisveränderungen im Zeitraum Januar 2020 bis Juni 2022:
Auch auf dem Kunststoffmarkt für Polypropylen (PP) verzeichneten wir im Jahresverlauf 2021 im Durchschnitt stark steigende Preise; ein Trend, der sich im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2022 fortgesetzt hat. Die Einkaufspreise für Polyethylen (PE) lagen im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2021 gleichfalls über Niveau des Vorjahres und stiegen im bisherigen Verlauf des Jahres 2022 noch einmal deutlich. Allerdings ist seit dem Höchststand im April ein rückläufiger Trend der Einkaufspreise für Polyethylen zu beobachten. Die Preisentwicklungen auf den für uns wichtigen Granulat-Märkten sind in den nachfolgenden Graphiken dargestellt:
Im Geschäftsjahr 2021 wiesen die SSI SCHÄFER Produktionsstätten das ganze Jahr über eine hohe Kapazitätsauslastung auf, um einerseits die Nachfrage zu befriedigen, aber auch aufgrund der allgemeinen Pandemie-Nachholphase nach 2020. Eine besondere Erwähnung verdient Malaysia, wo die Pandemie die Behörden zu einer dreimonatigen Schließung (von Juni bis August) zwang, in der nur ein eingeschränkter Betrieb erlaubt war, um den strategischen Industriesektor des Landes zu bedienen. Nach der Wiedereröffnung zeigten alle Produktionsstätten von SSI SCHÄFER weiterhin eine starke Betriebsleistung. In Bezug auf die Lieferleistung gab es aufgrund der weltweiten Materialknappheit (insbesondere bei Motoren, Sensoren und Elektrokomponenten im Allgemeinen) und der allgemeinen Verzögerungen auf den Baustellen unserer Kunden einige Herausforderungen für unsere Werke, die durch eine Aufteilung der Lieferungen gemeistert werden konnten. Dabei wurde das Ziel verfolgt, die Baustellen kontinuierlich zu beliefern, um eine Projektrealisierung zu ermöglichen. 2.3 Geschäftsverlauf Mit Blick auf die Marktpositionierung ist die SSI SCHÄFER Gruppe global unterschiedlich stark aufgestellt, sodass sich die Märkte im Geschäftsjahr 2021 unterschiedlich entwickelten. In ihrem Heimatmarkt Zentraleuropa ist die Unternehmensgruppe gut aufgestellt und verzeichnete auch im Geschäftsjahr 2021 eine solide Entwicklung der Auftragseingänge. Lediglich der Bereich Products & Equipment verlief aufgrund von Lieferproblematiken schwächer als anvisiert. In Nordeuropa hat SSI SCHÄFER eine treue Kundenbasis und ähnlichen Wettbewerb wie in Zentraleuropa. Allerdings gibt es in Nordeuropa - durch die Bevölkerungsdichte in den Großstädten - oftmals mehr Aufträge, da sich viel Geschäft an wenigen Orten konzentriert. So wurde im Geschäftsjahr 2021 ein sehr starker Auftragseingang in allen Teilen der Regionen Nordeuropas verzeichnet und auch in Südeuropa lag der Auftragseingang deutlich über dem Budget. In Asien hingegen lag der Auftragseingang weit unter den Erwartungen, was unter anderem auf den Lockdown in Malaysia und den damit verbundenen Werksstillstand zurückzuführen ist. Ähnlich verhält es sich in Nordamerika, wo die SSI SCHÄFER Gruppe einen stark wachsenden Markt vorfindet, sodass auch der Auftragseingang insgesamt über dem Niveau des Vorjahres lag. Allerdings befand sich der Geschäftsbereich Logistics Solutions in Nordamerika nach wie vor unter der Planung und dem Vorjahresniveau, weshalb die Region insgesamt hinter dem Budget lag. Die Region Lateinamerika lag mit ihrem Auftragseingang unter Plan, im Wesentlichen beeinflusst durch eine verspätete Auftragsvergabe eines brasilianischen Kunden. In den für Intralogistik relevanten Märkten und damit auch für unseren Geschäftsbereich Logistic Solutions erwarten wir in den nächsten Jahren folgendes Wachstum:
Personalentwicklung Im Geschäftsjahr 2021 ist die durchschnittliche Mitarbeiterzahl um rund 3,1 % gesunken. In absoluten Zahlen verringerte sich die Zahl der Beschäftigten (Headcount) von durchschnittlich 9.827 auf durchschnittlich 9.521 im Jahr 2021. Im gleichen Zeitraum wurden die Personalkosten um 30 Mio. € oder 5,4 % erhöht, was im Wesentlichen auf Lohn- und Gehaltsanpassungen, weniger Kurzarbeit und dem mixbedingten Effekt aus dem Kauf der SWAN GmbH zurückzuführen ist. Im Jahr 2021 wurden keine kostenintensiven Personalabbaumaßnahmen umgesetzt. 2.4 Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Ertragslage Der Auftragseingang der Gruppe stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 17,5 % von 1.683,4 Mio. € auf 1.978,1 Mio. €. Im gleichen Zeitraum stieg der Umsatz um 33,1 % auf 1.910,1 Mio. €. Die für die Gruppe relevantere Messgröße, die Gesamtleistung, stieg im gleichen Zeitraum um 28,9 % von 1.475,0 Mio. € auf 1.901,5 Mio. €. Umsatz bzw. Gesamtleistung wurden insbesondere vom Geschäftsbereich Logistics Solutions positiv beeinflusst, der das Vorjahr mit mehr als 300 Mio. € überragte - wesentlich getragen von einem Großprojekt in den USA. Aber auch die Geschäftsbereiche Customer Service und Waste & Packaging entwickelten sich insofern ausgesprochen positiv. Der Rohertrag stieg ebenfalls um 13,5 % auf 870,3 Mio. € bei einer sinkenden Rohertragsmarge von 52,0 % auf 45,7 %. Die Materialaufwandsquote ist aufgrund der deutlich gestiegenen Materialpreise im Berichtsjahr um 6,3 % höher als im Vorjahr. Die deutlich niedrigere Materialaufwandsquote im Jahr 2020 ist im Mehrjahresvergleich im Wesentlichen auf die historisch niedrigen Rohstoffpreise zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bleiben trotz enthaltener Sondereffekte in Höhe von ca. 17,1 Mio. € auf dem Niveau der Vorjahre (15,5 % in Relation zur Gesamtleistung). Unter Berücksichtigung außerordentlicher Erträge von 1 Mio. € betragen die Sondereffekte - 16,1 Mio. €. Durch das wesentlich gestiegene Volumen in der Gesamtleistung gelang es am Ende einen positiven Ergebnisbeitrag (vor Steuern) von 24,1 Mio. € zu erwirtschaften und damit das Ergebnis des Vorjahres um 15,3 Mio. € zu verbessern. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis in Höhe von 40,2 Mio. € konnte um ca. 45,6 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (-5,4 Mio. €) verbessert werden. Die im Geschäftsjahr nennenswerten Sondereffekte in Höhe von -16,1 Mio. € (Vorjahr 14,2 Mio. €) resultieren aus konzerninternen IT- (Einführung SAP S/4), M&A- sowie Kostensenkungs-Projekten, den dazugehörigen Beratungsleistungen und Konzernkreisveränderungen. Finanzlage Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit liegt auf einem ähnlich hohen Niveau wie bereits im Vorjahr. Einem deutlichen Anstieg der Rückstellungen stehen höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit bleibt weiterhin stabil zum Vorjahr. Aus Finanzierungstätigkeiten resultieren für die Finanzlage keine wesentlichen Effekte. Die Liquidität (ohne Wertpapiere) ist im Jahr 2021 von 242,2 Mio. € um 22,6 % auf 297,0 Mio. € gestiegen. Die Ursachen für diese positive Liquiditätsentwicklung liegen im Wesentlichen in der positiven Ergebnisentwicklung und dem niedrigeren Investitionsvolumen.
Der Konzern ist über Eigenkapital, Gesellschafterdarlehen und Anzahlungen auf Vorräte finanziert. Die erhaltenen Anzahlungen sind leicht auf 1.233 Mio. € gestiegen und teilweise durch Avale gedeckt. Der Konzern verfügte zum 31.12.2021 über Avallinien in Höhe von 242,1 Mio. €., die mit 148,3 Mio. € in Anspruch genommen waren. Auch bei projektgenauer Saldierung der erhaltenen Anzahlungen zu den unfertigen Leistungen und geleisteten Anzahlungen übersteigen die liquiden Mittel die passivisch auszuweisenden Anzahlungen. Die Gesellschaft hat im neuen Geschäftsjahr mit mehreren Kreditinstituten einen Kredit- und Avalvertrag über 400 Mio. € abgeschlossen. Der in dem Kredit- und Avalvertrag vereinbarte Kreditrahmen beträgt 150 Mio. € und der Avalrahmen 250 Mio. €. Der Kreditrahmen kann auf bis zu 200 Mio. € erhöht werden. Mehrere Konzerngesellschaften haben die gesamtschuldnerische Haftung übernommen. Der Kredit- und Avalvertrag sieht umfangreiche Berichterstattungspflichten, Zustimmungspflichten seitens der Banken bei bestimmten Transaktionen und Geschäften sowie die Einhaltung finanzwirtschaftlicher Covenants vor, die für jedes Geschäftsjahr überprüft und erfüllt werden müssen. Im Vergleich zu den aktuell steigenden Finanzierungskosten bietet der Vertrag attraktive Konditionen. Die Laufzeit beträgt 5 Jahre und hat eine Verlängerungsoption auf bis zu zwei Jahren. Vermögenslage Der Konzern investierte im Geschäftsjahr 2021 13,6 Mio. € in immaterielle Vermögensgegenstände. Der Wert der Anschaffungen von Sachanlagevermögen betrug 32,4 Mio. €. Dem stehen Abschreibungen von insgesamt 50,0 Mio. € gegenüber. Bei den immateriellen Vermögensgegenständen handelt es sich, neben Geschäfts- oder Firmenwerten, im Wesentlichen um Betriebssoftware. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betreffen regelmäßige Ersatzinvestitionen von Werkzeugen und Maschinen. Das Abschreibungsvolumen des Geschäftsjahres verminderte sich um ca. 2,2 Mio. € auf 50,0 Mio. €. Der Wert des Sachanlagevermögens verminderte sich durch einen Rückgang der Investitionen und Veränderungen im Konsolidierungskreis sowie Wechselkurseffekten. Nicht unmittelbar erforderliche Investitionen wurden im Geschäftsjahr nicht getätigt. Der Wert der Vorräte verringerte sich leicht auf 1.037,0 Mio. € und ist vollständig durch erhaltene Anzahlungen abgedeckt. Resultierend aus dem bereits erwähnten Umsatzanstieg im Geschäftsjahr und bei konstanter Zahlungsmoral unserer Kunden, erhöhten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um ca. 59,9 Mio. € und der Bestand liquider Mittel um ca. 54,7 Mio. €. Demgegenüber steht ein deutlicher Anstieg an Rückstellungen (hauptsächlich aus Nachlaufkosten-, Drohverlust- und Garantierückstellungen) in Höhe von ca. 54,0 Mio. € und Verbindlichkeiten in Höhe von ca. 54,4 Mio. €. Das führt zu einem Anstieg der Bilanzsumme im Geschäftsjahr von 117,0 Mio. € auf 939,5 Mio. € (Vorjahr: 822,5 Mio. €). Nach vollständiger Saldierung mit den Vorräten sind noch erhaltene Anzahlungen in Höhe von 196,1 Mio. € als Verbindlichkeiten passiviert, denen 297,0 Mio. € an liquiden Mitteln und 10,2 Mio. € an Wertpapieren gegenüberstehen. Der Konzern ist über Eigenkapital und Guthaben der Gesellschafter mit insgesamt 325,5 Mio. € bei einer Bilanzsumme von 939,5 Mio. € finanziert (34,6 %), und verfügt somit weiterhin über eine überdurchschnittliche Kapitalausstattung. Das bilanzierte Eigenkapital und die Guthaben der Gesellschafter decken den Wert des Anlagevermögens. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind aufgrund der geringen Höhe zu vernachlässigen. Aufgrund von Konzernkreisveränderungen ist der " Ausgleichsposten für Anteile der Kommanditisten am Kapital einer einbezogenen Personengesellschaft" in Höhe von 6,2 Mio. € weggefallen. Weitere strukturelle Veränderungen der Bilanz liegen nicht vor. Insofern die am 31.12.2021 gehaltenen Wertpapiere mit einem Rating versehen sind, haben alle ein Investmentgrade-Rating und werden über unsere Hausbanken angelegt. Die Anlage erfolgte ausschließlich zur Renditesteigerung. Risikomanagementziele waren damit nicht verbunden. Die Wertpapiere unterliegen den marktüblichen Ausfall-, Liquiditäts- und Preisänderungsrisiken. Die Bewertung der Papiere enthält eine ausreichende Vorsorge für diese Risiken. Die SSI SCHÄFER Gruppe verfügt über ein internationales Cash-Pool-System, mit dem Eurobeträge täglich auf einem Zentralkonto gesammelt werden. Hiermit können gruppeninterne Liquiditätsschwankungen zinsoptimiert abgefangen werden. Im Geschäftsjahr hat sich die Ertragslage verbessert, ist jedoch nur unter Berücksichtigung der Covid-19 Pandemie befriedigend. Die Vermögens- und Finanzlage beurteilen wir als zufriedenstellend, gerade auch im Hinblick auf das von der Covid-19 Pandemie gekennzeichnete Jahr. 2.5 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Die SSI SCHÄFER Gruppe hat Kennzahlen im Bereich der Nachhaltigkeit etabliert, misst diese regelmäßig und hat einen Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2021 veröffentlicht. Auf Basis einer umfassenden Analyse ihres Geschäftsumfelds unter Einbindung wichtiger Stakeholder der Unternehmensgruppe hat SSI SCHÄFER vier Handlungsfelder im Einklang mit der Unternehmensstrategie definiert:
Weitere Informationen zu der nichtfinanziellen Berichterstattung der SSI SCHÄFER Gruppe finden Sie im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht (https://www.ssi-schaefer.com/de-de/unternehmen/nachhaltige-loesungen/nachhaltigkeitsbericht-2021). 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1 Prognoseberichterstattung Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges werden die gesamte Weltwirtschaft weiterhin beeinflussen und zu einem langsameren Wachstum, Handelsunterbrechungen und einer höheren Inflation führen. Die Inflation wird insbesondere durch die steigenden Rohstoff- und Energiepreise befeuert. Die Unterbrechungen globaler Lieferketten könnten zudem durch die jüngsten Covid-Lockdowns in China erneut verschärft werden. Hinzu kommen die wirtschaftlichen Unsicherheiten durch die nach wie vor bestehende Covid-Pandemie, deren Dauer und weiterer Verlauf nicht absehbar ist. Dementsprechend unterliegen die Erwartungen der Experten hohen Unsicherheiten. Dies wirkt sich folglich auf die zuverlässige Vorhersage von zukünftigen volkswirtschaftlichen Entwicklungen aus. Für 2022 hat der Internationale Währungsfonds (IWF) 6 seine Konjunkturprognose erneut nach unten korrigiert. Nach zuvor prognostizierten 4,4 % im Januar bzw. 3,6 % im April, wird für das Jahr 2022 nun ein weltweiter Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 3,2 % erwartet (Quelle: IWF, Stand: 25. Juli 2022). Für die Industriestaaten rechnet der IWF mit einem BIP-Zuwachs um 2,5 %, für die Schwellen- und Entwicklungsländer um 3,6 %. Grund dafür seien diverse Faktoren, welche die von der Covid-19-Pandemie bereits geschwächte Weltwirtschaft zusätzlich belasten: Die weltweit unerwartet hohe Inflation, von der insbesondere die Vereinigten Staaten und die großen europäischen Volkswirtschaften betroffen sind, eine ebenso unerwartet starke Abschwächung in China, die auf COVID-19-Ausbrüche und Schließungen zurückzuführen ist, sowie negative Auswirkungen des Krieges in der Ukraine.
6
https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2022/07/26/world-economic-outlook-update-july-2022
Nach Aussage der Deutschen Bank 7 , sei "eine Rezession in Deutschland nicht mehr abzuwenden". Als Gründe hierfür werden Arbeitermangel, Störungen in der Lieferkette und die hohen Energiepreise genannt. Es gibt aber auch Gegenstimmen. So sagte der Finanzminister Christian Lindner 8 "Wir werden dafür sorgen, dass wirtschaftliche Strukturbrüche und soziale Härten abgefedert werden." Das IfW meldet dagegen in seinem Herbstgutachten für 2023 eine Rezession für Deutschland. Die Wirkung einer eventuell eintretenden Rezession (in 2023 9 ) auf das Geschäftsmodell der Intralogistikhersteller ist aktuell schwer abzuschätzen; so waren die Folgen auf die Marktnachfrage, während der Covid-Pandemie, eher unterschiedlich bzw. ließ die Nachfrage bei Standard-Produkten eher nach, während die Nachfrage nach komplexen, automatisierten Lösungen eher zunahm. Branchenbezogene Entwicklung Aufgrund der positiven Branchenentwicklung im Jahr 2021 erwartete der VDMA für 2022 ein Wachstum von 8 % für die deutsche Intralogistikbranche. 10 Allerdings hat der Fachverband zwischenzeitlich die Produktionsprognose 2022 für den Maschinen- und Anlagenbau von plus 4 auf plus 1 % gesenkt. Ursächlich sind auch hier der Krieg in der Ukraine sowie die weltweiten Lieferkettenprobleme. 11
10
https://www.vdma.org/viewer/-/v2article/render/47426911
11
https://www.vdma.org/viewer/-/v2article/render/52232744
Zielerreichung 2021 und Prognose 2022 Unter Berücksichtigung der oben genannten außerordentlichen Erträge und Aufwendungen, in Summe von 16,1 Mio. €, ergibt sich ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern von 40,2 Mio. €; dieses Ergebnis liegt damit über der Prognose für 2021, in der aber bereits einige dieser Sondereffekte berücksichtigt waren. Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet die Geschäftsführung einen Verlust. Wesentliche Ursachen dafür sind:
Das Ergebnis vor Steuern wird zwischen -30,0 und -40,0 Mio. € liegen. Basierend auf bereits identifizierten umfangreichen Kosteneinsparungsmaßnahmen mit einem Volumen von über 80,0 Mio. €, den grundlegenden Preisanpassungen in allen Geschäftsbereichen und den strategischen Maßnahmen insbesondere im Geschäftsbereich Logistics Solutions aus den Jahren 2021 und 2022, erwarten wir für das Jahr 2023 eine wesentliche Erholung und damit wieder ein positives Ergebnis (EBT). Aufgrund der hohen Unsicherheiten bei der Prognose 2022 kann ein Verfehlen der Covenants aus dem Kredit- und Avalvertrag nicht ausgeschlossen werden, wenn das Ergebnis zusätzlich durch Einmalaufwendungen zur Umsetzung der Kosteneinsparungsmaßnahmen belastet wird. Wir überwachen dies laufend und werden rechtzeitig mit den Kreditinstituten eine Regelung treffen. Ob die bereits identifizierten Kosteneinsparungen bereits in 2022 vollständig umgesetzt werden, hängt auch davon ab, ob mit den Kreditinstituten eine Regelung zur Berücksichtigung dieser Einmalaufwendungen bei der Ermittlung der Covenants getroffen werden kann. Nach Einschätzung der Geschäftsführung können aber große Teile der Kosteneinsparungen im Bereich der Sachkosten ohne wesentliche Einmalkosten umgesetzt werden. 3.2 Chancen- und Risikoberichterstattung Wie in jeder Branche existieren auch für die Intralogistik verschiedene zu beachtende Chancen und Risiken. Unter Risiken werden mögliche zukünftige Ereignisse verstanden, welche die Geschäftsentwicklung der SSI SCHÄFER Gruppe negativ beeinflussen können. Chancen stellen Entwicklungen dar, die sich positiv auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage der Gruppe auswirken können. Vordringliche Aufgabe der Geschäftsführung und des Managements ist es, die Chancen und Risiken immer wieder gegeneinander abzuwägen und basierend hierauf die optimalen Entscheidungen für die Unternehmensgruppe zu treffen. Um dies zu erreichen, werden alle wesentlichen den Konzern betreffenden Entwicklungen regelmäßig analysiert und die möglichen Folgen für die Unternehmensgruppe herausgearbeitet. Durch die aktive Steuerung der Risiken sollen mögliche negative Folgen für das Unternehmen minimiert werden. Relevante Chancen sollen rechtzeitig identifiziert und soweit möglich genutzt werden. Chancenbericht Straffung Produktsortiment Mit der teils erfolgten und weiter verfolgten Straffung der Produktsortimente, speziell bei der Fritz Schäfer GmbH, erwarten wir einerseits wesentliche Kostenreduzierungen zu realisieren als auch erfolgreicher am Markt zu agieren. E-Commerce Als Chance identifiziert die Geschäftsführung insbesondere das überproportionale Wachstum im E-Commerce, das gerade auch durch die Covid-19-Pandemie einen starken und voraussichtlich nachhaltigen Schub erlebt. Hinzukommt die weitaus gezieltere Annahme von Projekten und die damit einhergehende Risikominimierung und Ertragsoptimierung. Strategie Über den bereits im August 2020 gestarteten und zukünftig in jährlichem Turnus aktualisierten Strategie-Prozess, hat sich die SSI SCHÄFER Gruppe verstärkt mit den teils wesentlich veränderten Marktanforderungen aufgrund der Covid-19-Pandemie sowie dem allgemeinen Technologiefortschritt im Detail auseinandersetzt und daraufhin Maßnahmen eingeleitet, die die stark wachsenden Branchen entsprechend unterstützen sowie in den aus Sicht SSI unattraktiven Branchen entsprechende Anpassungen vornehmen. Risikobericht Gewährleistungsrisiken Im Projektgeschäft ist das Qualitätsmanagement und die Ausführungsqualität auf den Baustellen von zentraler Bedeutung, um Gewährleistungsrisiken und Mehrkosten aus Projektabweichungen zu minimieren. Nach wie vor belasten - in Einzelfällen massive - Projektabweichungen den Unternehmenserfolg in unnötiger Weise. Hier wird sowohl mit Hilfe der neuen Organisationsstruktur als auch mit verbesserten Prozessen und Werkzeugen daraufhin gearbeitet, die Ausführungsqualität wesentlich zu verbessern. Für absehbare Gewährleistungsrisiken sind ausreichende Einzelrückstellungen gebildet, zudem werden aufgrund der in der Vergangenheit beobachteten Entwicklung zusätzliche pauschale Risikovorsorgen getroffen. Preisentwicklungen Unerwartete Preisentwicklungen werden regelmäßig über entsprechende Rahmenverträge oder Preisgleitklauseln gegenüber unseren Kunden im Risiko reduziert, können aber nicht immer vollständig aufgefangen werden. Energierisiko Steigende Energiepreise sowie eventuell zu erwartende Versorgungsengpässe zwingen unsere Produktionsstandorte möglichst langfristige Verträge mit Energieversorgern einzugehen, damit die Produktion nicht gefährdet wird. Abgesehen von unserem Produktionsstandort in Malaysia (keine besondere Marktdynamik, da Energiepreise durch die Regierung reguliert werden), versuchen wir besonders unsere Gasversorgung langfristig zu sichern. An unseren Produktionsstandorten in Tschechien und Österreich konnten wir bereits Verträge abschließen, die die Versorgung zu festen Preisen für das Jahr 2023 und teils darüber hinaus sicherstellen. Unsere Produktion in Deutschland konnte bisher rund ein Viertel des Gasbedarfs für 2023 absichern. Neben dem Preisrisiko, das teils gesichert und im Wesentlichen an den Markt weitergegeben werden kann, bleibt allerdings das geopolitisch motivierte und von uns (der Industrie insgesamt), kaum bis gar nicht zu beeinflussende Versorgungsrisiko weitgehend bestehen. Halbleiter-/mechatronische Komponenten Seit Beginn der Pandemie im Jahr 2020 sind wir von Versorgungsengpässen bei elektronischen Komponenten betroffen. Besonders betroffene Produktgruppen sind aus unserer Sicht:
Wir begegnen den Engpässen mit Vordispositionen sowie Vorratsbestellungen auf historischen Bedarfsdaten (im Gegensatz zu konkreten Projektbedarfen). Eine eigens eingerichtete Task-Force prüft parallel regelmäßig technische Alternativen. Bis etwa zum Jahreswechsel 2021/22 konnten wir unsere Bedarfe weitgehend decken und die Projekte mit akzeptablen Anpassungen in den Terminplänen abwickeln. In den Jahren 2022 und 2023 hat sich die Lage jedoch verschärft: Ausbleibende Materialverfügbarkeiten, steigende Backlogs bei den Herstellern, sowie der Lockdown in Shanghai führten zu weiteren negativen Auswirkungen, von denen sich der Markt bisher nicht umfänglich erholen konnte. Als Reaktion darauf arbeiten unsere Lieferanten einerseits an Re-designs, um schlecht verfügbare Bauteile durch andere ersetzen zu können. Andererseits bauen sie weitere Produktionskapazitäten auf, um die Backlogs abbauen zu können, sobald ausreichend Vormaterial verfügbar ist. Liquiditätsrisiko Das Ausfallrisiko der Forderungen wird durch konsequentes Forderungsmanagement und Warenkreditversicherungen auf geringem Niveau gehalten. Daneben sichern Anzahlungsanforderungen das Projektgeschäft ab. Die Liquidität ist zudem durch die im Jahr 2022 vereinbarte Kreditlinie von 150 Mio. € sichergestellt. Währungsrisiken Wichtige Währungspaare bewegen sich auf einem Niveau wettbewerbsfähiger Tauschverhältnisse zum Euro. Währungsrisiken begegnen wir durch konzernweite Kurssicherungen. Erkennbaren Risiken wurde durch die Bildung von angemessenen Rückstellungen und Wertberichtigungen Rechnung getragen. Es besteht ausreichend Versicherungsschutz. Zinsrisiken Zinsrisiken werden bei Bedarf auch durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente abgesichert. Covid-Pandemie Die Covid-Pandemie ist, global gesehen, nach wie vor nicht beendet und weitere mögli-cherweise negative Auswirkungen sind nicht auszuschließen. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen wird das Risiko allerdings eher gering eingeschätzt. Politische Einflüsse Politische Einflüsse bedrohen den Geschäftserfolg allenfalls punktuell. Beispielsweise sind eventuelle negative Auswirkungen des "Brexit" zweifellos weiterhin erkennbar. Aufgrund der regional sehr breit aufgestellten Unternehmensgruppe, im Gesamtkontext, sind diese jedoch, soweit überhaupt erkennbar, von untergeordneter Bedeutung. Auch im Hinblick auf unsere Geschäftsaktivitäten in Russland und der strikten Sanktionen, die ein Weiterführen des Geschäfts spätestens seit dem 11. Juli unterbinden, erwartet die Geschäftsführung keinen signifikant negativen Einfluss. Die sehr geringen Geschäftsaktivitäten in der Ukraine wurden bereits vor Kriegsausbruch aus operativen Gründen aufgegeben. 3.3 Corporate Governance Die gruppenweite Governance wird durch etablierte Gruppenfunktionen, wie Finanzen, Recht, interne Revision oder Compliance, operativ, strukturell, prozessual sowie revisionstechnisch unterstützt. Darüber hinaus sorgen eine moderne Matrix-Struktur mit ausformulierten Aufgaben und Pflichten als auch eine entsprechend definierte Führungsstruktur für angemessene Kommunikations- und Handlungsstränge. Letztlich wird mit Unterstützung von fremden Dritten (wie Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern, IT-Experten) gleichfalls von außen ein regelmäßiges Ausrichten an gegebene Standards sichergestellt. Weitere Informationen zur Corporate Governance der SSI SCHÄFER Gruppe finden Sie im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht (https://www.ssi-schaefer.com/de-de/unternehmen/nach-haltige-loesungen/nachhaltigkeitsbericht-2021). 3.4 Nachtragsbericht Am 24. Februar 2022 startete Russland militärische Angriffe gegen die Ukraine. Wir beobachten die Entwicklungen sehr aufmerksam und rechnen weiter damit, dass die wirtschaftlichen Beeinträchtigungen auch unsere Geschäftstätigkeit belasten. Es bestehen zum Bilanzstichtag mehrere Auftragsverhältnisse über Anlagen im Bau in Russland oder der Ukraine, die teilweise durch Anzahlungen gedeckt sind. Zum Konzern gehören zudem Tochtergesellschaften in beiden Ländern, bei denen Eigenkapital investiert wurde und gegenüber denen konzerninterne Forderungen bestehen. Wir rechnen mit einer Ergebnisbelastung im niedrigen Millionenbereich bei einem Totalausfall.
Neunkirchen, den 14. September 2022 Schäfer GmbH Steffen Bersch, CEO Bruno Krauss, CFO Harald Rackel, COO BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Fritz Schäfer GmbH & Co KG, Einrichtungssysteme, Neunkirchen Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Fritz Schäfer GmbH & Co KG, Einrichtungssysteme, Neunkirchen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Fritz Schäfer GmbH & Co KG, Einrichtungssysteme, Neunkirchen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Dillenburg, den 14. September 2022 WESTTREU
GmbH
Wolf, Wirtschaftsprüfer Selzer, Wirtschaftsprüfer Eine Verwendung oder Weitergabe des obigen Bestätigungsvermerks bedarf, außer in den gesetzlich vorgesehenen Fällen, unserer vorherigen Zustimmung. Bei Veröffentlichungen oder Weitergabe des Konzernabschlusses und/oder des Konzernlageberichts in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form (einschließlich der Übersetzung in andere Sprachen) bedarf es zuvor unserer erneuten Stellungnahme, sofern hierbei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird; auf § 328 HGB wird insbesondere verwiesen. Verbindlichkeitenspiegel
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