W Selecta GmbH
Selbe AdresseTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Wein, Sekt und Spirituosen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Clemens Wolfram Peter Meffert seit 16.2.2026 | Prokura |
Stefan Bergner seit 15.1.2026 | Prokura |
Tim Jan Jozef Goossens seit 15.1.2026 | Geschäftsführer |
Urs Oetterli seit 28.5.2023 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Selecta AG | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Selecta Deutschland GmbHKelsterbachJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz per 31.12.2023
Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01.2023 bis 31.12.2023
Anhang für das zum 31. Dezember 2023 endende GeschäftsjahrI. Grundsätzliches zum Jahresabschluss 1 Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 der Selecta Deutschland GmbH, Kelsterbach, wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Gesellschaft wird im Handelsregister B des Amtsgerichts Darmstadt unter der Nummer HRB 100811 geführt. Die Selecta Deutschland GmbH ist wie im Vorjahr eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Die Gliederung der Bilanz folgt dem § 266 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Die Selecta Deutschland GmbH ist ein 100%iges Tochterunternehmen der Selecta AG, Cham, Schweiz. Die Selecta AG erstellt lediglich einen Einzelabschluss nach Schweizer Recht. Der Konzernabschluss der Selecta Group wird durch die Selecta Group B.V., JG Hoofddorp, Niederlande, Registernummer 34256233, erstellt. Der Konzernabschluss wird nach IFRS (International Financial Reporting Standards) bilanziert Er wird auf der Selecta Homepage veröffentlicht. Die Selecta Deutschland GmbH wird in diesen Konzernabschluss der Selecta Group B.V. einbezogen.
1 Vorjahreswerte sind durch Klammern
gekennzeichnet.
II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen In der Bilanz sind die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der linearen Abschreibungsmethode entsprechend der voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer vorgenommen. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern betragen für:
Die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwertes erfolgt linear über vier Jahre und orientiert sich an der Vertragsdauer der übernommenen Kundenverträge. Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten EUR 250 nicht übersteigen, werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen EUR 250 und 1.000 liegen, werden über die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit den Vermögensgegenständen bei dauernder Wertminderung ein niedrigerer Wert am Bilanzstichtag beizulegen ist. Finanzanlagen Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung mit den niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Bei Wegfall der Gründe für die Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Vorräte Der Bestand an Waren wurde zu durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Berücksichtigung von Bestandsrisiken wegen langer Lagerdauer oder verminderter Verwertbarkeit erfolgte durch angemessene pauschale Abwertungen. Die Höhe der Abschläge liegt bei rund 0,3% (i. Vj. 0,7%). Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden zu Nominalwerten abzüglich angemessener Wertberichtigungen angesetzt. Mit Vertrag vom 30. September 2019 wurde zwischen der Selecta AF B.V., Amsterdam, Niederlande, und der ABN Amro Asset Based Finance N.V., Utrecht, Niederlande, ein Forderungskaufvertrag abgeschlossen. Durch Beitrittserklärung ist die Selecta Deutschland GmbH in diesen Rahmenvertrag einbezogen worden. Veräußerte Forderungen werden entsprechend ausgebucht. Zum 31. Dezember 2023 betrug der Saldo der verkauften Forderungen in 2023 TEUR 26.269 (i. Vj. TEUR 24.856). Übrige Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und liquide Mittel Der Ansatz der übrigen Forderungen, der sonstigen Vermögensgegenstände sowie der liquiden Mittel erfolgte zu Nominalwerten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert. Aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten Vor dem Abschlussstichtag geleistete Vorauszahlungen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, wurden zeitanteilig abgegrenzt. Vor dem Abschlussstichtag vereinnahmte Entgelte, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, wurden periodengerecht abgegrenzt. Eigenkapital Das Eigenkapital wird zum Nennwert angesetzt. Rückstellungen Der Wert der Pensions- und Altersteilzeitrückstellungen wurde anhand eines Gutachtens von der Firma Mercer Deutschland GmbH, Frankfurt am Main, nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet. Die Pensionsrückstellungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Die Bewertung erfolgte unter Zugrundelegung zukünftiger Rentensteigerungen in Höhe von 1,75 % (i. Vj. 1,75 %). Die Abzinsung erfolgte mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre. Dieser beträgt 1,82 % (i. Vj. 1,78 %) zum 31. Dezember 2023. Der Unterschiedsbetrag aus der Bewertung der Pensionsrückstellungen unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Geschäftsjahre (1,82 % zum 31. Dezember 2023; i. Vj. 1,78 %) und der Bewertung der Pensionsrückstellungen unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre (1,74 % zum 31. Dezember 2023; i. Vj. 1,44 %) beträgt gemäß § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB TEUR 15 (TEUR 23). Für die übernommenen mittelbaren Pensionszusagen der DBS-Mitarbeiter wurde eine Direktversicherung abgeschlossen und das Nachschussrisiko übertragen. Für Risiken aus den künftigen Beiträgen für bereits entstandene Ansprüche wurde in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung geschätzten Erfüllungsbetrages pauschal eine pensionsähnliche Rückstellung gebildet. Die sonstigen Rückstellungen sind für ungewisse Verbindlichkeiten, die hinsichtlich ihrer Höhe oder des Zeitpunkts ihres Eintritts unbestimmt sind, in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen sowie Abzinsungen werden bei der Bewertung berücksichtigt. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Kurzfristige Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zu den am Abschlussstichtag gültigen Devisenkassamittelkursen bewertet. Langfristige Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zu den zum Entstehungszeitpunkt gültigen oder zu höheren Devisenkassamittelkursen am Abschlussstichtag bewertet. Grundlage für die Bewertung der Währungsverbindlichkeiten am Bilanzstichtag ist ein von der Selecta AG, Cham, ermittelter Kurs, der geringfügig vom amtlichen Kurs abweicht. Erträge und Aufwendungen Umsätze werden zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem die Lieferungen und Leistungen erbracht worden sind, abzüglich Kundenboni und Rabatten. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung, Aufwendungen für Werbung und Absatzförderung sowie sonstige absatzbezogene Aufwendungen im Zeitpunkt ihres Anfalls als Aufwand erfasst. Zinsen und sonstige Fremdkapitalkosten werden als Aufwand der Periode gebucht. Latente Steuern Latente Steuern betreffen alle temporären Differenzen zwischen der Steuerbasis der Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten/Schulden und ihren Buchwerten im HGB-Abschluss (so genannte bilanzorientierte Methode). Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder gesetzlich verabschiedet sind und im Zeitpunkt der erwarteten Umkehrung der temporären Differenz gelten. Der derzeitige Steuersatz beträgt 31,6% (i. Vj. 31,6%). Der Ausweis möglicher aktiver und passiver latenter Steuern erfolgt grundsätzlich saldiert. Soweit jedoch ein aktivischer Überhang vorliegt, wird das Wahlrecht (§ 274 Abs. 1 Satz 2 HGB) der Nichtaktivierung in Anspruch genommen. Die wesentlichen Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz betreffen die Bewertung von Rückstellungen, die Folgebilanzierung des DBS-Geschäfts- oder Firmenwertes sowie bestehende steuerliche Verlustvorträge. Daraus ergab sich ein Überhang aktiver latenter Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nicht angesetzt wurde. III. Erläuterungen zur Bilanz Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023 ist im Anlagenspiegel dargestellt, der als Anlage zum Anhang beigefügt ist. Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen (Anteilsbesitz) setzen sich wie folgt zusammen:
Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 773 (i. Vj. TEUR 1.199) entfallen in diesem Jahr komplett auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (i. Vj. TEUR 138) und beinhalten keine Forderungen aus dem Cashpool (i. Vj. TEUR 1.061). Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert DM 2.027.000,00 (dies entspricht EUR 1.036.388,63). Mit Gesellschafterbeschluss vom 05. April 2024 wurde beschlossen, den Jahresfehlbetrag von TEUR 1.397 aus dem Geschäftsjahr 2022 auf neue Rechnung ins Jahr 2023 vorzutragen. Bedingt durch den Jahresfehlbetrag von TEUR 196 (i. Vj. TEUR 1.397) aus dem Geschäftsjahr 2023 beträgt das Eigenkapital zum Schluss des Geschäftsjahres TEUR 340 (TEUR 536). Die größten Posten innerhalb des Bilanzpostens "Sonstige Rückstellungen" waren zum Bilanzstichtag:
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen zum 31. Dezember 2023 TEUR 8.817 (i. Vj. TEUR 9.161) und sind alle innerhalb eines Jahres fällig. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 721 (i. Vj. TEUR 387) und Verbindlichkeiten gegenüber dem Cashpool TEUR 6.537 (i. Vj. TEUR 0). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind wie im Vorjahr alle innerhalb von einem Jahr fällig. Die gesamten sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 784 (i. Vj. TEUR 1.294) sind innerhalb eines Jahres fällig. Hiervon betreffen Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 307 (i. Vj. TEUR 494) und aus der sozialen Sicherheit von TEUR 127 (i. Vj. TEUR 120). IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse, die fast ausschließlich in Deutschland erzielt wurden, gliedern sich nach Tätigkeitsbereichen wie folgt auf:
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Gewinne aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 1 (i. Vj. TEUR 9) enthalten. Die Verluste aus Währungsumrechnungen sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 9 (i. VJ. TEUR 0) enthalten. Die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung enthalten Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 48 (i. Vj. TEUR 51). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen u.a. auch Betriebskostenerstattungen und Rückvergütungen im Public-Vending-Bereich in Höhe von TEUR 4.769 (i. Vj. TEUR 4.132), Betriebskostenerstattungen und Rückvergütungen im Private-Vending-Bereich in Höhe von TEUR 1.093 (i. Vj. TEUR 835), Kfz-Aufwendungen in Höhe von TEUR 3.422 (i. Vj. TEUR 2.894) sowie Leasingaufwendungen für bewegliche Wirtschaftsgüter in Höhe von TEUR 1.750 (i. Vj. TEUR 1.710). Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen entfallen im Wesentlichen mit TEUR 118 (i. Vj. TEUR 58) auf Zinsen und Gebühren für Factoring, mit TEUR 103 (i. Vj. TEUR 40) auf Zinsen an verbundene Unternehmen sowie TEUR 18 (i. Vj. TEUR 12) auf Zinsen für Leasing. Die sonstigen Steuern beinhalten mehrheitlich Aufwendungen für die Kfz-Steuer in Höhe von TEUR 66 (i. Vj. TEUR 56). V. Sonstige Angaben 1. Anzahl der Mitarbeiter Die Gesellschaft beschäftigte im abgelaufenen Geschäftsjahr im Durchschnitt 422 (i. Vj. 388) Mitarbeiter. Die Entwicklung ist in nachfolgender Tabelle dargestellt:
2. Geschäftsführung Im Geschäftsjahr 2023 waren als Geschäftsführer bestellt:
3. Vorschlag zur ErgebnisverwendungDer Gesellschafterversammlung wird vorgeschlagen, den Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 196 auf neue Rechnung vorzutragen. 4. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die finanziellen Verpflichtungen aus zum Stichtag bestehenden Verträgen betragen TEUR 12.058 (i. Vj. TEUR 9.588), davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr TEUR 2.803 (i. Vj. TEUR 1.955). 5. Abschlussprüferhonorar Für das abgelaufene Geschäftsjahr wurde von unserem Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, für die Prüfung des Jahresabschlusses ein Betrag in Höhe von TEUR 42 berechnet. Dies entspricht dem Gesamthonorar. 6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Die Gesellschafterin Selecta AG, Cham, Schweiz, hat am 16. Juli 2024 eine Patronatserklärung abgegeben, wonach sie der Gesellschaft die finanzielle Unterstützung zur Sicherung der Fortführungsprognose bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024 und für die nächsten 12 Monate zusagt.
Kelsterbach, den 19. September 2024 Alexander Breuckelmann, Geschäftsführer Urs Oetterli, Geschäftsführer Anlagenspiegel 31.12.2023
Lagebericht für das zum 31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr1. Geschäft und Rahmenbedingungen 1.1 Geschäftstätigkeit Die Selecta Deutschland GmbH mit Sitz in Kelsterbach bietet ihren Kunden seit über vierzig Jahren erfolgreich innovative Verpflegungsdienstleistungen auf dem deutschen Markt an. In Kelsterbach befindet sich die Mehrheit der administrativen Abteilungen. Darüber hinaus unterhält die Gesellschaft weitere Standorte in allen wichtigen Wirtschaftsregionen Deutschlands. Insbesondere ist die Gesellschaft in den Bereichen:
tätig. Die Selecta Deutschland GmbH sieht sich auch weiterhin als einer der führenden Anbieter am deutschen Verpflegungsmarkt gut aufgestellt. Den Konsumenten wird ein breit gefächertes, auf individuelle Kundenwünsche zugeschnittenes Angebot an verschiedenen Standorten angeboten. Die Erweiterung der Angebote mit neuen Konzepten, welche im Jahr 2020 begann, wie beispielsweise den Foodies Micro Markets, Smart Fridges (beide Konzepte bieten den Kunden eine hochwertige Verpflegungslösung auf Selbstbedienungsbasis) sowie Kaffee Lounges wird weiterhin sukzessive implementiert und ausgebaut. Die Solvenz der Selecta Deutschland GmbH bleibt uneingeschränkt zu jedem Zeitpunkt durch das Cashpooling der Schweizer Gesellschaft gesichert. 1.2 Ökonomische Rahmenbedingungen Für das Geschäftsjahr 2023 erwiesen sich die ökonomischen Rahmenbedingungen weiterhin negativ. Mit Beendigung der letzten Corona-Schutzmaßnahmen im April 2023 hat zwar die Coronapandemie schließlich ein Ende gefunden, aber der Wandel im Arbeitsalltag blieb durch Homeoffice bestehen. Zudem findet die Wirtschaft keinen Aufschwung. Die deutsche Wirtschaft ist in 2023 in eine Rezession gerutscht. Die gesamte Wirtschaftsleistung ist durch zurückhaltenden Konsum aufgrund der hohen Inflation gehemmt. Weiterhin wird die Weltwirtschaft durch die Folgen des Ukrainekonflikts beeinflusst. Die bedeutsamsten Leistungsindikatoren der Selecta Deutschland GmbH sind die Umsatzerlöse und das Jahresergebnis. 1.3 Branchenentwicklung Die European Vending & Coffee Service Association (EVA) erstellt alle 2 Jahre eine Studie. In der zuletzt veröffentlichten Studie schätzte sie aufgrund der Coronalockerung und -aufhebung einen Umsatzzuwachs für 2022 von 13% im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsatzerwartungen für 2022 im Vergleich zum Pre-Covid-Konsum in 2019 betrugen trotz alledem noch bis zu -5%. 1 Wie auch das vorherige Jahr mit einem Umsatzwachstum von 13% entwickelte sich auch das Geschäftsjahr 2023 für die Gesellschaft weiterhin positiv im Hinblick auf die Erreichung einer 23-prozentigen Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr. Gründe hierfür waren die sich wieder normalisierenden Reisegewohnheiten im Vergleich zu den Pre-Covid- Zeiten, was sich im Public Vending widerspiegelte, sowie die Gewinnung von Neukunden im Private Vending. Den bestehenden Risiken der Branche hinsichtlich der Entwicklung neuer Arbeitsmodelle, wie beispielsweise Homeoffice, wirkte die Gesellschaft erfolgreich mit neuen Konzepten wie Foodies (Micro Markets) und Smart Fridges entgegen und konnte so neue Zielgruppen erreichen, die zuvor durch Kantinen abgedeckt wurden. Denn Vorteile der Branche sind:
In Unternehmen, insbesondere in der Produktion und Verwaltung, sind Vending-Automaten ein unverzichtbarer Bestandteil der betrieblichen Mitarbeiterversorgung, weil sie rund um die Uhr im Einsatz sind und gerade dort von großem Vorteil sind, wo in Schichtbetrieb oder am Wochenende gearbeitet wird. Die Mitarbeiter selbst sparen Zeit, indem sie auf die eigene Essenszubereitung oder die externe Versorgung verzichten. Im Gegenzug erhalten sie eine sowohl gesunde als auch nachhaltige Produktpalette angeboten. Die Unternehmen selbst sparen schließlich Personalkosten sowie die Investition in eine eigene Kantine. Diese Strategie kann sich mit Blick auf den derzeit immer noch herrschenden Wandel in der Arbeitswelt hin zur Homeoffice-Kultur in den verwaltenden Einheiten eines Unternehmens noch weiter verstärken. Darüber hinaus entwickelt sich Vending in den letzten Jahren auch immer mehr in der Hotellerie weiter. So lassen sich sämtliche Waren in verschiedenen Verpackungsgrößen über Automaten verkaufen. Nicht nur als Maxibar mit vielfältigem Produktportfolio, sondern auch im Rahmen einer professionellen Kaffeeversorgung im Frühstücks- und Kongressbereich werden hochwertige Lösungen angeboten.
1 EVA Marktstudie 2021 - 2022 European Vending
& Coffee Service Association.
Aufgrund der mobil gewordenen Gesellschaft wird immer und überall gegessen und getrunken. "Coffee-to-go" ist eine weltweite Erscheinung. Auf kleinem Raum und mit einem ständig verfügbaren Warenangebot ist das Automaten-Vending in der Lage, die Wünsche eines modernen Konsumenten zu erfüllen. 2. Ertragslage Die Umsatzerlöse beliefen sich auf TEUR 74.910 (i. Vj. TEUR 61.130). Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Erhöhung um TEUR 13.780 oder 22,5 %. Die Einnahmen aus Operating- Automaten stiegen im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 13.262 auf TEUR 56.245. Die Verkäufe von Einfüllprodukten sind um TEUR 1.436 auf TEUR 9.101 gestiegen. Der Umsatz aus dem Verkauf von Automaten entwickelte sich rückläufig im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.431 auf TEUR 2.971. Im Berichtszeitraum musste ein Jahresfehlbetrag von TEUR 196 (i. Vj. TEUR 1.397) verzeichnet werden. Die Rohertragsquote (Verhältnis der Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand in Prozent der Umsatzerlöse) reduzierte sich gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um 2 Prozentpunkte auf 55 % (i. Vj. 57 %). Der Rohertrag erhöhte sich um TEUR 6.472 auf TEUR 41.354 (i. Vj. TEUR 34.881). Die Personalaufwendungen betrugen bei einer zum Vergleichszeitraum um absolut 34 Personen höheren Mitarbeiteranzahl TEUR 17.319 (i. Vj. TEUR 16.335). Die Personalkosten sind um 6 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Abschreibungen lagen mit TEUR 2.459 (i. Vj. TEUR 2.530) unter dem Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf TEUR 22.251 (i. Vj. TEUR 17.395). Sie umfassen u.a. auch IC Franchise Fees in Höhe von TEUR 2.707 (i. Vj. TEUR 886.106), Betriebskostenerstattungen und Rückvergütungen im Public-Vending-Bereich in Höhe von TEUR 4.769 (i. Vj. TEUR 4.132), Betriebskostenerstattungen und Rückvergütungen im Private-Vending-Bereich in Höhe von TEUR 1.093 (i. Vj. TEUR 835), Kfz-Aufwendungen in Höhe von TEUR 3.422 (i. Vj. TEUR 2.894) sowie Leasingaufwendungen für bewegliche Wirtschaftsgüter in Höhe von TEUR 1.750 (i. Vj. TEUR 1.710). 3. Finanzlage Die Selecta-Gruppe verfügt über ein zentrales Finanzmanagement für die Liquiditätssteuerung. Wichtigstes Ziel des Finanzmanagements ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten. Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt aus der laufenden Geschäftstätigkeit, durch Forderungsverkäufe an ein Factoring-Unternehmen und aus der Inanspruchnahme von Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen über die Muttergesellschaft Selecta AG, Cham, Schweiz. Hierzu ist die Gesellschaft in das Cashpooling-System der Selecta AG, eingebunden. Zusätzlich werden die Automaten bei Großprojekten über Leasing finanziert. Außerdem besteht eine Kreditline bei einem Kreditinstitut, die wir nicht in Anspruch genommen haben. Der Finanzmittelbestand, der sich aus Kassen- und Bankbeständen sowie aus Geldern in Transit zusammensetzte, betrug zum Bilanzstichtag TEUR 767 (i. Vj. TEUR 733). Aus dem Cashpool bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 6.537. Im Vorjahr bestanden hingegen noch Forderungen aus dem Cashpool von TEUR 1.061. 4. Vermögenslage Die Bilanzsumme der Selecta Deutschland GmbH erhöhte sich im Vorjahresvergleich um TEUR 679 auf TEUR 25.434 (i. Vj. TEUR 24.755). Im Berichtszeitraum hat sich das Anlagevermögen um TEUR 860 von TEUR 7.895 auf TEUR 8.755 erhöht. Die größten Einflussfaktoren bestanden aus dem Zukauf von Kraftfahrzeugen in Höhe von TEUR 609 (i. Vj. TEUR 0) und Investitionen in Automaten von TEUR 2.646 (i. Vj. TEUR 3.481) im Rahmen von Neukundengewinnen. Die Vorräte belaufen sich in Höhe von TEUR 6.459 (i. Vj. TEUR 5.138). Der Anstieg des Vorratsvolumens in Höhe von TEUR 1.321 resultiert aus einer höheren Vorratshaltung an Automaten, Ersatzteilen und Einfüllprodukten aufgrund der Neukundengewinnung. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen von TEUR 7.545 auf TEUR 7.683. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen reduzierten sich auf TEUR 773 von zuvor TEUR 1.199. Mit Gesellschafterbeschluss vom 05. April 2024 wurde beschlossen, den Jahresfehlbetrag von TEUR 1.397 aus dem Geschäftsjahr 2022 auf neue Rechnung ins Jahr 2023 vorzutragen. Bedingt durch den Jahresfehlbetrag von TEUR 196 (i. Vj. TEUR 1.397) aus dem Geschäftsjahr 2023 ist das Eigenkapital gesunken und beträgt zum Schluss des Geschäftsjahres TEUR 340 (i. Vj. TEUR 536). Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme) ist leicht von 2,2 % auf 1,3 % gesunken. Die sonstigen Rückstellungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 4.925 von TEUR 12.041 auf TEUR 7.116 reduziert. Dies resultiert unter anderem aus dem Rückgang der Rückstellungen für ausstehende Lieferantenrechnungen um TEUR 3.223. Bei den Verbindlichkeiten zeigt sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 insgesamt eine Erhöhung um TEUR 6.177 auf TEUR 17.019 (i. Vj. TEUR 10.842). Im Einzelnen haben sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 344 von TEUR 9.161 auf TEUR 8.817 reduziert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen im Berichtsjahr um TEUR 7.030 auf TEUR 7.417 (i. Vj. TEUR 387). Aufgrund des Wachstums, das mit hohen Investitionen verbunden war, sind die Cashpool-Verbindlichkeiten gestiegen. Im Vorjahr bestanden hingegen noch Forderungen aus dem Cashpool. Die sonstigen Verbindlichkeiten reduzierten sich um TEUR 510 auf TEUR 784 (i. Vj. TEUR 1.294). 5. Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Der Anstieg der Umsatzerlöse um 23 % und die erneute deutliche Senkung des Jahresfehlbetrages ist hauptsächlich durch die Gewinnung neuer Kunden begründet. Der Vorstoß in neue Märkte mit neuen Konzepten und die Übernahme von Automatenbeständen eines Mitbewerbers und der damit zusammenhängenden Kundenverträgen ermöglichte dies. Aber auch die Beendigung der Coronapandemie brachte positive Umsatzeffekte. Die Bilanzsumme von TEUR 25.434 liegt nur noch um 1 % unter der Bilanzsumme aus der Pre- Covid-Zeit 2019. In den coronageprägten Jahren war der Investitionsbedarf an Automaten stark gesunken. Die Verbindlichkeiten und Rückstellungen übersteigen die Forderungen, sonstigen Vermögensgegenstände und liquiden Mittel. Insgesamt ist die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund der nun wieder ansteigenden Umsatz- und Ertragsentwicklung als positiv zu bezeichnen. 6. Investitionen Unsere Anlageninvestitionen betrafen im abgelaufenen Geschäftsjahr wie im Vorjahr schwerpunktmäßig den Automatenbereich. 7. Personal & Nachhaltigkeit Jungen Menschen den Start in das Berufsleben zu ermöglichen, bleibt ein zentrales Anliegen der Selecta Deutschland GmbH. Unser traditionell großes Engagement im Ausbildungsbereich mit der anschließenden Übernahme der Auszubildenden spiegelte sich auch im Geschäftsjahr 2023 wider. Auch im Berichtsjahr boten wir Schulabgängern die Möglichkeit einer kaufmännischen Ausbildung. Unsere Zielsetzung, Sicherheitsstandards und Unfallverhütungsvorschriften zu jeder Zeit einzuhalten, schlägt sich auch in der sehr geringen Zahl der Arbeitsunfälle nieder. Zur Entlastung der Umwelt achtet die Selecta Deutschland GmbH auf die Umweltverträglichkeit der von ihr verwendeten Produkte, z. B. energiesparende Automaten, Becherrecycling oder das Angebot an Pfandrücknehmern. Bestehende Umweltvorschriften werden mit größtmöglicher Sorgfalt eingehalten. Unsere Maßnahmen im Bereich der Tourenoptimierung mittels eines speziellen Softwaretools haben explizit auch das Ziel, die CO 2 -Emissionen unserer Flotte nachhaltig zu senken, indem überflüssige Fahrten entfallen bzw. notwendige Fahrten auf kürzestem Weg erledigt werden. 8. Chancen- und Risikobericht Nach wie vor stellt Deutschland den größten Kaffeemarkt Europas dar und bietet grundsätzlich ein sehr hohes Potential für die weitere Geschäftsexpansion Selectas. Im Vergleich zu anderen Europäischen Ländern unterscheidet sich Deutschland jedoch durch einen sehr kleinstrukturierten, regionalen Markt, welcher von über 1.000, meist mittelständischen, Anbietern bedient wird. Deutschlandweit werden ca. 25 % des Branchenumsatzes von den 7 größten Automatendienstleistern erwirtschaftet. Eine Verdichtung des Marktes ist zwar zu erwarten, gestaltet sich jedoch aufgrund der kleinteiligen Struktur als schwierig. Eine Marktkonsolidierung wird durch die allgemeine wirtschaftliche Situation wahrscheinlicher. Der Rückzug eines der größten Mitbewerber der Branche ist in 2023 bereits gestartet. Als Gewinnsäulen werden im Unternehmen gesehen:
Selectas Risikostrategie steht auf dem Fundament der Risikotragfähigkeit. Dies wird geprägt durch das Ziel, Markt- und Umweltrisiken frühzeitig zu identifizieren und geeignete Gegenmaßen zu ergreifen, um das Unternehmen vor drohenden Schäden zu bewahren. Das ausdrückliche Ziel unserer Risikostrategie ist es, eine Bestandsgefährdung des Unternehmens zu vermeiden. Ein wesentliches Element zur laufenden Überwachung der wirtschaftlichen Risiken stellen unser Planungs- und Berichtssystem sowie das interne Kontrollsystem dar. In jährlichen Planungsrunden werden die Chancen und Risiken geschäftsübergreifend untersucht und bewertet. Unterjährig wird der Erfüllungsgrad der aus den Planungsrunden resultierenden Ziele durch das Berichtssystem kontrolliert. Unser Berichtssystem liefert monatlich interne Berichte und Auswertungen für die Entscheidungsträger. Sollte es zu möglichen Abweichungen sowie zu Veränderungen der Markt- oder Wettbewerbslage kommen, werden diese durch das Kontrollsystem sofort erfasst, analysiert und die Entscheidungsträger im Unternehmen umgehend darüber unterrichtet. Dieses Vorgehen erlaubt es, negative Entwicklungen zeitnah zu erkennen. Durch konsequentes Nachhalten und ausgeprägte Ursachenanalyse treffen wir sofortige Gegenmaßnahmen. Neben der geschilderten Regelberichterstattung gibt es für unerwartet eintretende Risiken zudem eine interne Ad-hoc-Berichterstattung. Das Auftreten neuer monetärer und nichtmonetärer Risiken wird somit frühzeitig erkannt. Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu sichern, erfolgt eine wöchentlich rollierende Liquiditätsplanung auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis. Durch das Factoring, die Einbindung in das Cashpooling der Selecta AG und unsere Konzernzugehörigkeit zur Selecta-Gruppe ist das Liquiditätsrisiko minimiert und das künftige Wachstum gesichert. Die finanzielle Lage der Selecta Deutschland GmbH hat sich bis Ende Juni 2024 aufgrund des operativen Geschäfts weiterhin positiv entwickelt. Am 30.06.2024 bestanden Verbindlichkeiten gegen den Cashpool in Höhe von rund TEUR 6.494. Es gibt Risiken, welchen die Gesellschaft ausgesetzt ist. Nachstehend erläutern wir die Risiken, welche wir als wesentlich betrachten, in der Reihenfolge der Bedeutung für die Gesellschaft. Eines der bedeutendsten Risiken ergibt sich aus Sicht der Selecta Deutschland GmbH in dem derzeit vorherrschenden Ukrainekonflikt. Ein sehr großes Risiko ergibt sich aus den seit Beginn des Konfliktes gestiegenen Rohstoffpreisen. Nicht alle Ad-hoc-Preissteigerungen können kurzfristig 1 zu 1 an die Kunden weitergegeben werden. Zum einen, da diese, je nach Branche, selbst von den angesprochenen Preisexplosionen betroffen sind, zum anderen, da sich die Preise fast täglich ändern. Ein zusätzliches bedeutendes Risiko im Zusammenhang mit dem Ukrainekonflikt ergibt sich aus den vermehrt auftretenden Lieferengpässen. Dies betrifft die Selecta Deutschland GmbH durch sehr lange Lieferzeiten bei Neuautomaten, was bei der Neukundengewinnung zu Problemen führen kann. Auch nicht außer Betracht zu lassen sind die Auswirkungen aufgrund der Entwicklungen bei unseren Kunden. Bereits jetzt sind in einzelnen Produktionsbranchen Rückgänge zu beobachten, da aufgrund von Lieferengpässen der Schichtbetrieb zurückgefahren werden musste. Ebenso können sich diese zuvor genannten Folgen durch die allgemeine Weltwirtschaftssituation mit einer aktuell stark ansteigenden Inflationsrate verstärken. Als weitere Risiken sind beispielsweise die allgemeinen Branchenrisiken zu nennen. Diese resultieren aus dem Verhalten preisaggressiver Wettbewerber. Zur Verringerung von Preis- und Bezugsrisiken auf der Beschaffungsseite setzen wir deshalb auf eine enge Kooperation mit unserer Muttergesellschaft, der Selecta AG, Cham, Schweiz, und auf die kontinuierliche Entwicklung unseres Lieferantenportfolios. Auch allgemeine operative Risiken, z. B. Stillstandszeiten der Automaten oder nicht gefüllte Automaten, zählen dazu. Ihnen tritt die Selecta Deutschland GmbH durch eine regelmäßige vorbeugende Wartung und Pflege der Automaten und zielgerichtete, über Telemetriedaten gesteuerte Tourenplanung und -kontrolle entgegen. Des Weiteren findet eine regelmäßige Analyse der sogenannten "Zero-Sales-Machines" statt. Etwaige Personalrisiken verringert die Selecta Deutschland GmbH durch gezieltes Personalmanagement. Durch vielfältige personalpolitische Maßnahmen streben wir an, die Fluktuation unserer Mitarbeiter zu minimieren. Ein Währungsrisiko besteht für die Gesellschaft vor allem bei Produkteinkäufen außerhalb des Euroraums, insbesondere in der Schweiz. Wann immer möglich, versucht die Gesellschaft, dass auch Lieferanten außerhalb des Euroraums ihre Rechnungen in Euro fakturieren. Der Umfang hat jedoch noch nicht jene kritische Größe erreicht, die eine aktive Sicherung notwendig werden lässt. Der Zinssatz für die Cashpool-Konten entspricht einem variablen Marktzinssatz, sodass die Selecta Deutschland GmbH diesbezüglich Zinsänderungsrisiken ausgesetzt ist. Es existieren keine derivativen Finanzinstrumente. Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat die Selecta Deutschland GmbH im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, mit Ausnahme der an ABN Amro Asset Based Finance N.V., Utrecht, Niederlande, verkauften Forderungen, mit einem weiterhin zögerlichen Zahlungsverhalten einzelner Kunden umzugehen. Durch ein intensives Forderungsmanagement und eine enge Zusammenarbeit mit den Inkassoanwälten sieht sich die Selecta Deutschland GmbH dieser Herausforderung gewachsen. Die Wertberichtigungen auf Forderungen gegen Dritte sind nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung angemessen dotiert und tragen dem zu erwartenden Ausfallrisiko vollständig Rechnung. Eventuelle Haftungsrisiken sind durch die bestehenden Versicherungsverträge in ausreichendem Maße abgesichert. Das finanzielle Risiko aus Haftungsrisiken ist durch diese Form auf ein Mindestmaß reduziert. Die Beachtung von HACCP(Hazard Analysis and Critical Control Points)-Vorschriften sowie lebensmittelrechtlichen Vorschriften wird sorgfältig kontrolliert. In Bezug auf die rechtlichen Risiken ist die Gesellschaft derzeit nicht in Gerichts- oder Schiedsverfahren verwickelt, die einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Situation des Unternehmens haben. Nicht auszuschließen ist, dass zusätzliche Risiken, welche wir zum heutigen Zeitpunkt nicht kennen, oder als nicht wesentlich erachten, Einfluss auf die Gesellschaft nehmen können. Aufgrund der aktuellen Planungen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024 und für das kommende Geschäftsjahr 2025 geht die Geschäftsführung für diesen Zeitraum bis zum 31.12.2025 davon aus, dass die Zahlungsfähigkeit weiterhin jederzeit sichergestellt sein wird. Folglich schätzt die Geschäftsführung das Risiko einer Gefährdung des Fortbestands derzeit, d. h. im Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts, als gering ein, weil sich das operative Geschäft und die Liquiditätslage der Gesellschaft vor allem wegen der überstandenen Coronapandemie im laufenden Geschäftsjahr und planungsgemäß auch im Geschäftsjahr 2025 positiv entwickeln wird. Zur Absicherung aller Unwägbarkeiten hat die Selecta AG, Cham, Schweiz, der Gesellschaft rein vorsorglich am 16. Juli 2024 eine bis zum 31. Dezember 2025 befristete harte Patronatserklärung ausgestellt. 9. Prognosebericht Im Geschäftsjahr 2024 bleibt ein Schwerpunkt unserer Aktivität der weitere Ausbau des Bereichs Operating-Automaten im privaten und halböffentlichen Bereich. Wir beabsichtigen, durch zielgerichtete Investitionen sowie die weitere Ausbreitung von innovativen Konzepten wie Foodies (Micro Markets) und Smart Fridges in ausgewählten Bereichen und Regionen unsere Marktstellung in diesen Teilmärkten auszubauen. Der Ausstieg einer der größten Mitbewerber des Vendinggeschäfts wird auch in 2024 weitere Kundengewinne bieten. Für das laufende Geschäftsjahr 2024 erwarten wir unter besonderer Berücksichtigung des Ukrainekonflikts im Vergleich zum Vorjahr trotzdem weiter deutlich ansteigende Umsätze zwischen 8 und 11% und einen Jahresüberschuss. Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts (Anfang September 2024) liegen wir mit unseren Erwartungen hinsichtlich Umsätze und Jahresüberschuss so gut wie im Plan. Für das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir aufgrund der aktuellen Planung im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024 weiter steigende Umsatzerlöse, sowie einen Jahresüberschuss und eine positive Liquiditätslage. Die Grundlage dieser Annahme bilden vor allem die eigenen Maßnahmen zur Stabilisierung und zum Ausbau des Geschäftsvolumens mit neu gewonnenen Großkunden und damit verbundenen Effizienzgewinnen aufgrund einer größeren regionalen Dichte unseres Kundennetzes sowie der weitere erfolgreiche Ausbau des Operating-Geschäftes im privaten und halböffentlichen Bereich. Des Weiteren werden schwerpunktmäßig Preis- und Sortimentsmaßnahmen umgesetzt. Falls nicht durch die entsprechenden Maßnahmen und Angebote zu vermeiden, werden unrentable Verträge mit Kunden beendet, um die Profitabilität zu erhöhen. Um nachhaltig in die Gewinnzone zurückzukehren, sind Effizienzsteigerungen, weiteres Umsatzwachstum, Verbesserung der Margen, Performance-Management im Personalbereich sowie die Zentralisierung der regionalen Kompetenzen erforderlich. Diese Punkte bilden folglich weiterhin das Hauptaugenmerk der Geschäftsführung. Im Falle einer nicht vorhersehbaren Änderung der gesamtwirtschaftlichen Parameter oder eines Eintretens von ungewissen Auswirkungen des Ukrainekonfliktes kann grundsätzlich das Risiko nicht ausgeschlossen werden, dass die Selecta Deutschland GmbH ihre Umsatz- und Gewinnziele nicht in jedem Fall voll erreichen kann.
Kelsterbach, den 19. September 2024 Alexander Breuckelmann, Geschäftsführer Urs Oetterli, Geschäftsführer Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Selecta Deutschland GmbH, Kelsterbach Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Selecta Deutschland GmbH, Kelsterbach, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Selecta Deutschland GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 19. September 2024 KPMG
AG
Rataj, Wirtschaftsprüfer Horvatinovic, Wirtschaftsprüfer |
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