Augustinum Pflege gGmbH
Selbe AdresseAmbulante Betreuungsdienste für ältere Menschen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Roman Dries seit 9.7.2024 | Prokura |
Christina Ulrike Klapprott seit 6.3.2024 | Prokura |
Sabrina Krieg seit 26.1.2021 | Prokura |
Ingo Rebmann seit 14.7.2020 | Prokura |
Matthias Dr. Heidler seit 24.7.2019 | Geschäftsführer |
Axel Krieg seit 21.4.2015 | Geschäftsführer |
Joachim Gengenbach seit 28.4.2014 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Augustinum Stiftung | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Augustinum Wohnstifte gGmbHMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023** Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Unsicherheiten und Risiken, die außerhalb der Möglichkeiten der Kontrolle oder präzisen Einschätzung durch unsere Gesellschaft liegen, wie beispielsweise dem zukünftigen Marktumfeld und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen oder Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollten einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, können die tatsächlichen Ergebnisse von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. I GRUNDLAGENDie Augustinum Wohnstifte gGmbH (AWG) ist Vermieterin der von unserer Schwestergesellschaft Collegium Augustinum gGmbH (CAG) betriebenen, derzeit 23 Augustinum Seniorenresidenzen:
Darüber hinaus betreibt die AWG
Die beiden Sanatorien sind stationäre Pflegeeinrichtungen mit gerontopsychiatrischer Fachausrichtung insbesondere für Menschen mit Demenz. Im Verbund der Augustinum Gruppe ist der wirtschaftliche Erfolg der AWG damit maßgeblich von den Entwicklungen im Markt des Seniorenwohnens sowie von den gesetzlichen Rahmenbedingungen des öffentlichen Gesundheitssystems abhängig. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in München, sie ist im Handelsregister beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 128 945 eingetragen, die USt-ID-Nummer lautet DE 206 362 421. II RAHMENBEDINGUNGENGesamtwirtschaftliche Entwicklung Die deutsche Wirtschaft war im gesamten Jahresverlauf 2023 von einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitig hohen, wenn auch rückläufigen Inflationsraten geprägt. Ursächlich für diese schwächere als zu Jahresbeginn allgemein erwartete Entwicklung waren vor allem die Nachwirkungen der massiven Kaufkraftverluste im Zuge der Energiepreiskrise, die den privaten Konsum geschwächt haben. Hinzu kamen die deutlich geringere Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft sowie dämpfende Effekte der geopolitischen Spannungen und Krisen. 1 Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im Jahr 2023 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 0,3 % niedriger als im Vorjahr. Neben den hohen Preisen wirkten demnach auch ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland bremsend; die Erholung vom tiefen Konjunktureinbruch im Corona-Jahr 2020 setzte sich in der Folge im Jahr 2023 nicht weiter fort. 2 Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Jahresdurchschnitt 2023 gegenüber dem Vorjahr um 5,9 % gestiegen (Vorjahr: 6,9 %), die Inflation verharrte damit weiter auf hohem Stand. Nahrungsmittel verteuerten sich im Jahresdurchschnitt 2023 besonders. 3 Die Zahl der erwerbstätigen Personen ist im Jahresdurchschnitt 2023 um 0,7 % auf 45,9 Millionen gestiegen und hat damit den höchsten Wert seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 erreicht. Ursachen für die Beschäftigungszunahme waren die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte und eine gesteigerte Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Diese beiden Wachstumsimpulse überwogen die dämpfenden Effekte des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt. Den größten Zuwachs verzeichneten die Dienstleistungsbereiche (rechnerisch fanden hier 9 von 10 zusätzlich Beschäftigten einen Arbeitsplatz); die größte absolute Zunahme verzeichneten die Öffentlichen Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit einem Plus von 1,0 % oder 116.000 Personen. 4 Die Nominallöhne (Bruttomonatsverdienste und Sonderzahlungen) stiegen im Jahr 2023 um 6,0 % gegenüber dem Vorjahr, wesentlich bedingt durch Zahlungen der Inflationsausgleichsprämie sowie die Mindestlohnerhöhung auf 12 Euro im Oktober 2022. Angesichts der hohen Inflation stiegen die Reallöhne im Jahr 2023 lediglich um 0,1 % gegenüber dem Vorjahr - der erste Anstieg seit dem Jahr 2019. 5 Die öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung schlossen 2023 mit einem Defizit von insgesamt 91,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 127,3 Mrd. Euro). Einnahmen von 1.860,0 Milliarden Euro standen Ausgaben von 1.951,9 Milliarden Euro gegenüber. Erstmals seit dem Rekordjahr 2020 mit einem Defizit von 189,2 Milliarden Euro lag das Staatsdefizit damit wieder unter 100 Milliarden Euro. Wie in den Vorjahren ging das Defizit mit 87,6 Milliarden Euro zum größten Teil zu Lasten des Bundes. Erstmals seit Jahren verzeichneten auch die Gemeinden ein Defizit (6,8 Milliarden Euro), während bei den Ländern Einnahmen und Ausgaben nahezu ausgeglichen waren und die Sozialversicherung einen geringen Überschuss aufwies (2,7 Milliarden Euro). 6 Die Aussichten für die weitere wirtschaftliche Entwicklung beurteilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Frühjahr 2024 verhalten. Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hätten sich die größten Abwärtsrisiken 2023 nicht im zu befürchtenden Maße manifestiert und die meisten Volkswirtschaften überraschend resilient gezeigt. Gleichwohl blieben das weltwirtschaftliche Wachstum insgesamt gering und die regionalen Unterschiede hoch. Die Erholung der Weltwirtschaft von den multiplen Krisen erweise sich als erstaunlich widerstandsfähig, die steigende Wachstumsdynamik sei aber bislang nicht überall zu spüren gewesen. Besonders gedämpft falle demnach das Wachstum im Euroraum aus, wo Verbraucherstimmung und Unternehmensinvestitionen unter den anhaltenden Auswirkungen der hohen Energiepreise und den erhöhten Zinsen litten. Jüngste Indikatoren wiesen zudem auf eine Abschwächung des Wachstums hin. Angriffe auf Schiffe im Roten Meer hätten Transportkosten drastisch erhöht und Lieferzeiten verlängert, wodurch Produktionspläne gestört würden und der Preisdruck erneut zunehme. 7 Branchenentwicklung Leben im Alter Mit seinen 23 Seniorenresidenzen und mehr als 7.500 Bewohner*innen ist das Augustinum im Premium-Segment der Vier- bis Fünf-Sterne-Residenzen weiterhin klarer Marktführer 8 . Das Angebot gehobener Residenzen umfasst bundesweit geschätzt weniger als 200 Einrichtungen und stellt ein sehr spezialisiertes Segment im Markt der Seniorenangebote dar. Dieses besondere Segment ist nicht von erheblichen Wachstumsraten gekennzeichnet - anders als lange Zeit Wohnangebote mit geringerem Serviceniveau und stationäre Pflegeeinrichtungen. Für die Pflege-Branche stellte das Jahr 2023 eine Trendwende dar. Unverändert steigt der Pflegebedarf weiter an; 2023 wurde laut GKV-Spitzenverband nach einem Zugang von mehr als 360.000 Pflegefällen erstmals die Marke von 5 Millionen Pflegefällen in Deutschland überschritten (gesamt: 5,2 Millionen). 9 Anderseits verzeichnete die Branche angesichts massiver Kostensteigerungen und Personalengpässe eine Welle von Insolvenzen und Schließungen. Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) berichtete von mehr als 780 Insolvenzen und Schließungen in ambulanter und stationärer Pflege im Gesamtjahr. 10 Prominentes Beispiel war die Insolvenz des Servicewohnanbieters Convivo. Von seinen bundesweit knapp 80 Einrichtungen wurde der Großteil durch andere Träger übernommen 11 , von denen jedoch einige nach kurzer Zeit ihrerseits Insolvenz anmelden mussten, etwa Levantus Ende 2023. 12 Von defizitären Einrichtungen trennte sich auch der einstige Marktführer unter den privaten Pflegeanbietern, Korian; nach Verkäufen in 2022 sollten 2023 und 2024 elf weitere Häuser in Deutschland abgestoßen werden, berichtete das Branchenportal "Carevor9". 13 Klinik Im Jahr 2023 war die Lage der Krankenhäuser in Deutschland in Folge des anhaltenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine weiterhin durch erhöhte Energiekosten und die hohe Inflation von 5,9 % geprägt. Die Erhöhung der Landesbasisfallwerte (in Bayern: 5,3 %) blieb erneut unter der Inflationsrate 14 , wodurch sich die systematische Unterfinanzierung weiter verschärfte. Eine umfassende Krankenhausreform zur Stabilisierung der Lage ließ 2023 weiter auf sich warten. Der inzwischen vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf für das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) adressiert nach Meinung vieler Fachleute die wesentlichen Probleme (Fachkräftemangel, Bürokratismus, Unterfinanzierung von Investitionen und Betriebsausgaben) nur unzureichend. 15 Nachdem die Krankenhäuser bereits in den vergangenen Jahren strukturell unterfinanziert waren, ist eine Wende durch das KHVVG bislang nicht absehbar. Die Branche schätzt ihre wirtschaftliche Situation weiterhin kritisch ein. 78 % aller Kliniken (Vorjahr: 59 %) gingen 2023 in einer Befragung des Deutschen Krankenhausinstitutes von einem Jahresfehlbetrag aus, nur 15 % (Vorjahr: 21 %) von einem ausgeglichenen Ergebnis. Lediglich 5 % der Kliniken schätzten ihre wirtschaftliche Situation als gut ein. 16
1 Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz, Pressemitteilung vom 13.12.2023: Die
wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 2023.
https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2023/20231213-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-dezember-2023.html
III VERLAUF DES GESCHÄFTSJAHRESAufarbeitung von Betrugshandlungen zulasten des Augustinum (sale-and-rent-back) In den Lageberichten der Jahre 2013 bis 2021 haben wir jeweils ausführlich über die Aufarbeitung von Unregelmäßigkeiten bei insgesamt 14 Residenz-Immobilientransfers der Jahre 2011 bis 2013 berichtet. Das durch eine Strafanzeige der Gremien des Augustinum im Jahr 2014 ausgelöste Strafverfahren wurde Anfang 2021 mit einer Haftstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, und bei weiteren angeklagten Personen durch Einstellung des Verfahrens mit der Auflage teilweise erheblicher Geldzahlungen beendet. Das Eigentum an drei Residenzimmobilien konnten wir bereits im Frühjahr 2016 erlangen. Im Jahr 2022 waren unsere in 2014 eingereichten zivilrechtlichen Klagen auf Grundbuchberichtung bzw. auf Rückabwicklung in allen elf verbliebenen Fällen erfolgreich. Es wurde in allen Fällen gerichtlich festgestellt, dass wir das Eigentum an den Residenzimmobilien zu keiner Zeit verloren hatten und dass die Grundbücher zu unseren Gunsten zu berichtigen sind. Zum Berichtszeitpunkt sind wir in allen elf Grundbüchern wieder als Eigentümer eingetragen. Dieser gerichtliche Erfolg gibt uns Planungssicherheit für die weitere Gestaltung der betroffenen Immobilien und ist für die zukünftige Entwicklung des Augustinum von herausragender Bedeutung. Weiter betreiben wir den Schadensersatzprozess gegen die im bereits beendeten Strafverfahren angeklagten Personen. Dabei geht es im Wesentlichen um die in den ursprünglichen Darlehensverträgen mit den Käufer-Gesellschaften enthaltenen von uns geleisteten Investitionskostenvorauszahlungen von 60,8 Mio. Euro. Diese Forderungen haben wir bereits in Vorjahren bilanziell vom Finanzanlagevermögen in das Umlaufvermögen umgegliedert und wegen erheblicher Zweifel an der Werthaltigkeit der Forderung vollständig wertberichtigt. In den Jahresabschlüssen der Vorjahre haben wir umfangreiche bilanzielle Vorsorgen (Rückstellungen) für die rechtliche Aufarbeitung der dolosen Handlungen gebildet. Aufgrund des erfolgreichen Abschlusses der Hauptsacheklagen zur Rückgewinnung der Immobilien haben wir diese Vorsorgen wie bereits in der Vorjahres-Bilanz auch in der Bilanz zum 31. Dezember 2023 ertragswirksam erheblich reduzieren können. Für die verbleibenden Risiken aus der teilweise gesamtschuldnerischen Haftung für die Gerichtskosten der Verfahren bleiben Teile der in Vorjahren gebildeten Vorsorgen noch bestehen, wenngleich wir deren Erstattung aus den Insolvenzmassen der Käufer-Objektgesellschaften erwarten. Des Weiteren gehen wir davon aus, dass wir aus den Insolvenzmassen eine teilweise Rückzahlung unserer Forderungen aus den geleisteten Investitionskostenvorauszahlungen erlangen werden. Leben im Alter Angesichts des anhaltend hohen Kostendrucks haben wir 2023 einen besonderen Fokus auf die Überprüfung aller Geschäfts- und Personalprozesse gelegt, um Mehrbelastungen für unsere Bewohner*innen in Grenzen und unsere Preisgestaltung marktgängig zu halten. Dennoch kamen wir nicht umhin, 2023 unsere Pensionspreise in allen 23 Seniorenresidenzen um durchschnittlich 7,5 % zu erhöhen. Kosten- und Prozessoptimierung erfordern auch weiterhin unsere besondere Aufmerksamkeit. Im Nachgang der Corona-Pandemie hatten wir 2023 weiterhin mit deutlich erhöhten Krankenständen unter den Mitarbeiter*innen umzugehen; in allen Dienstleistungsbereichen unserer Häuser wirkte hier die hohe Belastung aus der Pandemie nach. Der Rückgang bei den Erstanfragen für unsere Seniorenresidenzen in den Corona-Jahren und der sanierungsbedingte vorübergehende Ausfall von Appartements in München-Neufriedenheim, Bad Neuenahr und Überlingen für die Vermietung haben sich auch 2023 noch sichtbar auf die Belegung unserer Häuser ausgewirkt. Im Jahresmittel lag die Belegung 2023 bei 7.363 Bewohner*innen (Vorjahr: 7.370). Nach dem Bezug der Neubauten im Augustinum München-Neufriedenheim lag die Zahl zum Jahresende 2023 bei 7.469. Aufgrund der inzwischen normalisierten Anfragesituation gehen wir davon aus, die Belegung in absehbarer Zeit wieder in den Planbereich zu entwickeln. Die mehrjährige Rohrsanierung in Überlingen haben wir 2023 erfolgreich abgeschlossen, sodass wir hier inzwischen wieder im vollen Umfang vermieten können. In Bad Neuenahr haben wir 2023 den landschaftsarchitektonisch anspruchsvoll gestalteten Park nach den Zerstörungen des Ahr-Hochwassers von 2021 wieder eröffnet. Daneben haben wir die Wiederinbetriebnahme des Empfangsbereiches (fertig im Frühjahr 2024) und die Umgestaltung des für eine Tagespflege vorgesehenen Bereiches vorbereitet. Im Etagenbereich laufen weitere Sanierungen; der Betrieb im Haus hat sich unter den gegebenen Einschränkungen weiter normalisiert. In München-Neufriedenheim haben wir die Neubauten im Herbst 2023 offiziell eröffnet und bis zum Jahresende vollständig bezogen. In einem 13-stöckigen Turm und einem angrenzenden Flachbau waren in dreijähriger Bauzeit auf dem Campus insgesamt 92 neue Wohnung entstanden. Fortgesetzt haben wir hier umfangreiche Sanierungen in den ältesten Gebäudeteilen. In Überlingen haben wir 2023 die Ausstattung mit schnellem Internet abgeschlossen. Damit waren bis zum Jahresende 12 von23 Häusern mit schnellem Internet versorgt. Die Ausstattung der weiteren Standorte wird in den Folgejahren fortgesetzt. Klinik Fallzahlen, Bettenzahl und Verweildauer haben sich 2023 wie folgt entwickelt:
Das Jahr 2023 war in unserer Augustinum Klinik von drei Großprojekten geprägt, die sich auch auf die Belegung ausgewirkt haben: Mit der Vereinbarung zwischen dem Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und dem Augustinum von 2021 über die Verlängerung der Kooperation in der Herzchirurgie wurde auch die Sanierung des Herzchirurgie-Gebäudes an der Augustinum Klinik verabredet. Die Sanierung wurde im Juli 2023 begonnen und im April 2024 abgeschlossen. Um unser TAVI-Programm auch in dieser Zeit aufrechtzuerhalten, haben wir während der Sanierungsphase eine Außenstelle unserer Klinik am LMU-Klinikum eingerichtet, da die Richtlinie für TAVI-Eingriffe einen herzchirurgischen Operationssaal in unmittelbarerer räumlicher Nähe fordert. Ein Planbett wurde für diese Phase vorübergehend in die Außenstelle verlagert. Parallel zur Sanierung des Herzchirurgie-Gebäudes haben wir auch unsere Wahlleistungsstation saniert. Basierend auf unserem Vertrag mit dem Verband der privaten Krankenversicherung e.V. bieten wir Wahlleistungs-Patient*innen dadurch ein zeitgemäßes Angebot inklusive entsprechender Unterbringung, das sich auch in den erhobenen Zimmerpreisen wirtschaftlich vernünftig abbilden lässt. Die Sanierung wurde im August 2023 begonnen und ebenfalls im April 2024 abgeschlossen. Mit der parallelen Durchführung konnten wir die Phase einer ohnehin reduzierten Belegung im Haus effizient auch für die Sanierung der Wahlleistungsstation nutzen. Schließlich haben wir unsere Maßnahmen im Blick auf das Krankenhauszukunftsgesetz weiter vorangetrieben und im Rahmen verschiedener Teilprojekte im Oktober 2023 unser neues Krankenhausinformationssystem in Betrieb genommen. All diese Veränderungen hatten 2023 unmittelbaren Einfluss auf den Betrieb, die Effizienz von Prozessen, die Verfügbarkeit von Ressourcen und somit direkt und indirekt auch auf die Belegung der Klinik. Die stationäre Fallzahl ist dadurch 2023 gegenüber dem Vorjahr um 3,75 % zurückgegangen, der seit 2020 bestehende Trend hat sich dadurch weiter verstetigt. Dabei spielte auch die zunehmende Ambulantisierung von Leistungen eine Rolle. Die Zahl ambulanter Operationen hat sich 2023 gegenüber dem Vorjahr um 19,1 % von 666 auf 823 Fälle erhöht. Wie in den Vorjahren bleibt der Fachkräftemangel eine ständige Herausforderung. Er macht sich vor allem im Bereich der Fachpflegekräfte und in den Funktionsbereichen bemerkbar, aber auch spezialisierte ärztliche Stellen und spezialisierte Verwaltungspositionen sind zunehmend schwieriger zu besetzen. Sanatorien Beide Sanatorien waren 2023 erneut nahezu vollständig belegt, weitere Interessent*innen wurden in beiden Einrichtungen auf Wartelisten geführt.
Verhandlungen für neue Pflegesätze konnten wir auch 2023 mit erfreulichen Erhöhungen für beide Sanatorien abschließen. Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) von 2021 sind 2023 die Voraussetzungen für veränderte Personalschlüssel in stationären Pflegeeinrichtungen in Kraft getreten. Zum einen ergibt sich daraus eine maximale Personalausstattung, die grundsätzlich eine höhere Anzahl an Pflegehilfskräften ermöglichen soll; zum anderen sollen auf Länderebene Vorgaben zur Mindestpersonalausstattung vereinbart werden. Grundsätzlich sind dadurch eine verbesserte Refinanzierung und eine Flexibilisierung der Fachkraftquote denkbar, die sich bislang angesichts des bestehenden Fachkräftemangels vielerorts als Risiko für die Auslastung von Einrichtungen auswirkt. Notwendige Verhandlungen für unsere beiden Sanatorien haben wir im Jahr 2023 vorbereitet. Im Augustinum Itzel-Sanatorium konnten wir die notwendige Personalausstattung 2023 nur durch einen deutlich größeren Einsatz von Zeitarbeit sicherstellen. Die Ausgaben hierfür sind gegenüber dem Vorjahr von knapp 180.000 Euro auf rund 445.000 Euro angestiegen. Für den Neubau im Itzel-Sanatorium haben wir im August 2023 den Grundstein gelegt. Die Arbeiten gehen seither planmäßig voran, die Fertigstellung ist für 2025 geplant. Mit der Erweiterung der angebotenen Plätze erwarten wir uns für die Zukunft eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Hauses. Die Vergütungen der Mitarbeiter*innen nach den Entgelttabellen der Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie in Bayern (AVR-Bayern), die alle Gesellschaften der Augustinum Gruppe mit wenigen Ausnahmen (DiVO und TV-L) einheitlich anwenden, wurden zum 1. Januar 2023 um einen Sockelbetrag von 50 Euro und eine anschließende weitere lineare Steigerung von 3,5 % erhöht. 17 Dadurch ergaben sich Entgeltsteigerungen von insgesamt zwischen 4,2 % in den oberen und bis zu 8,6 % in den unteren Entgeltgruppen. 18 Die Pflichtbeiträge zur Evangelischen Zusatzversorgungskasse (EZVK) Darmstadt, die allein vom Dienstgeber übernommen werden, sind zum 1. Januar 2023 auf 6,5 % der Bruttogehälter weiter gestiegen. Im Bereich der Vermietung der Seniorenresidenzen beschäftigen wir kein Personal. Das Baumanagement ist in unserer Muttergesellschaft, der Augustinum gemeinnützige GmbH, angesiedelt.
17 ARK Bayern, Beschlüsse der ARK vom 14.
Juni 2022 für den Bereich der Diakonie (AVR Bayern).
IV VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGEEntwicklung der Vermögenslage Vermögens- und Kapitalstruktur
Die langfristigen Vermögenswerte betreffen das Anlagevermögen, das sich wie folgt entwickelt hat:
Die Investitionen in das Anlagevermögen setzten sich wie folgt zusammen:
Die kurzfristigen Vermögenswerte setzten sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt zusammen:
Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige Finanzausleihungen und Darlehen im Rahmen der konzernweiten Finanzmitteldisposition, die dauerhaft prolongierbar sind. Durch den Jahresüberschuss in Höhe von 22,2 Mio. Euro ist das Eigenkapital auf 197,1 Mio. Euro gestiegen; bei einer um 39,4 Mio. Euro auf 518,5 Mio. Euro gestiegenen Bilanzsumme hat sich die Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozentpunkte auf 38,0 % verbessert. Die lang- und kurzfristigen Schulden setzten sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt zusammen:
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige Finanzausleihungen und Darlehen im Rahmen der konzernweiten Finanzmitteldisposition, die dauerhaft prolongierbar sind. Bei den langfristigen Rückstellungen handelt es sich im Wesentlichen um Rückstellungen im Zusammenhang mit langfristigen Mietverträgen. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultiert im Wesentlichen aus der Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 18,9 Mio. Euro. Entwicklung der Finanzlage Liquidität Die Stichtagsliquidität (kurzfristige Vermögenswerte abzüglich kurzfristiger Schulden) hat sich zum 31. Dezember 2023 gegenüber dem Vorjahresstichtag um 14,9 Mio. Euro von -108,2 Mio. Euro auf -93,3 Mio. Euro verbessert. Die negative Stichtagsliquidität ist im Wesentlichen auf die formal als kurzfristig qualifizierten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen, die faktisch aber dauerhaft prolongierbar sind. Ohne Einbeziehung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen und der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von saldiert -94,9 Mio. Euro beträgt die Stichtagsliquidität zum 31. Dezember 2023 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: -8,0 Mio. Euro). Kreditlinien Die unserer Gesellschaft von unseren Banken eingeräumte Kreditlinie in Höhe von 10,0 Mio. Euro wurde zum Stichtag nicht in Anspruch genommen. Entwicklung der Ertragslage
Das Betriebsergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 6,4 Mio. Euro auf 18,9 Mio. Euro verbessert. Dabei sind die Betriebsleistung um 10,2 Mio. Euro (6,9 %) und der Betriebsaufwand um 3,8 Mio. Euro (2,8 %) gestiegen. Das Finanzergebnis hat sich um 1,2 Mio. Euro auf -5,8 Mio. Euro verschlechtert. Im neutralen Ergebnis werden die wesentlichen finanziellen Auswirkungen der Grundbuchberichtigungsverfahren und damit im Zusammenhang stehenden eng verbundenen weiteren Gerichtsverfahren ausgewiesen (vgl. Abschnitt III). Aufgrund der für uns in 2022 und 2023 erfolgreich beendeten Grundbuchberichtigungs- sowie eng verbundenen weiteren Verfahren konnten wir im Geschäftsjahr 2023 neutrale Erträge durch die Auflösung von Rückstellungen, rückerstatteten Gerichtskosten und zurückbezahlter in Vorjahren geleisteter Mietzahlungen in Höhe von 9,1 Mio. Euro (Vorjahr: 6,1 Mio. Euro). Die Umsatzerlöse der einzelnen Bereiche haben sich wie folgt entwickelt:
Der Mietertrag für die 23 an die CAG vermieteten Residenzimmobilien ist gegenüber dem Vorjahr aufgrund der vereinbarten Indexmiete um 6,7 Mio. Euro bzw. 7,0 % gestiegen. Der Anstieg der anderen betrieblichen Erträge um 3,4 Mio. Euro auf 9,1 Mio. Euro resultiert im Wesentlichen aus Erstattungen von Versicherungen für den Hochwasserschaden in unserer Seniorenresidenz in Bad Neuenahr (2023: 2,8 Mio. Euro, Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) sowie Erträgen aus Zuschüssen und Fördermitteln (2023: 1,8 Mio. Euro, Vorjahr: 0,6 Mio. Euro). Die Materialaufwendungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die Aufwendungen für Instandhaltungen und Wartungen im Bereich Seniorenresidenzen/Vermögensverwaltung sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Mio. Euro auf 42,7 Mio. Euro gesunken. Dabei sind die Instandhaltungen für Dach und Fach in den Seniorenresidenzen (2023: 20,5 Mio. Euro, Vorjahr: 24,2 Mio. Euro) deutlich gesunken und die Aufwendungen für Appartementrenovierungen in den Residenzen (2023: 20,4 Mio. Euro, Vorjahr: 17,0 Mio. Euro) wesentlich gestiegen. Die an die CAG vermieteten Residenzimmobilien befinden sich im Eigentum unserer Gesellschaft oder sind von uns langfristig mit der Berechtigung zur Untervermietung angemietet. Dabei handelt es sich um Triple-Net-Mietverträge, bei denen der Mieter nicht nur die Betriebskosten, sondern auch die Instandhaltungskosten an Dach und Fach übernimmt. Die Mieten werden jährlich an die Veränderung des Verbraucherpreisindexes mit 50 % bzw. 65 % angepasst. Dabei hat die AWG gegenüber der CAG die Verpflichtung übernommen, die Mietobjekte in einem den behördlichen Vorschriften und Anordnungen sowie dem Betrieb einer von Selbstzahlern finanzierten Seniorenresidenz gerecht werdenden Zustand zu versetzen und zu erhalten, d.h. die Baulichkeiten auch an die fortschreitende technische und/oder bautechnische Entwicklung anzupassen. Die Mietnebenkosten (Betriebskosten etc.) trägt die CAG. Der Anstieg der Personalaufwendungen um 1,6 Mio. Euro bzw. 6,1 % resultiert aus tariflichen Erhöhungen (vgl. Abschnitt III). Die Abschreibungen sind aufgrund der hohen Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Mio. Euro auf 13,3 Mio. Euro gestiegen. Die anderen betrieblichen Aufwendungen haben sich wie folgt entwickelt:
Das Jahresergebnis gliedert sich auf folgende Bereiche :
V CHANCEN-/RISIKO- UND PROGNOSEBERICHTMit unserem Risikomanagementsystem erfassen und bewerten wir regelmäßig auf unsere Geschäftstätigkeiten wirkende Risiken und leiten notwendige Maßnahmen ab. Entwicklung der Nachfrage Unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hängt wesentlich davon ab, dass die CAG ihre Mietverpflichtungen uns gegenüber dauerhaft erfüllen kann. Dafür bedarf es bei der CAG einer anhaltend hohen durchschnittlichen Belegung der Seniorenresidenzen und der Möglichkeit, unvermeidbare Kostensteigerungen durch Pensionspreiserhöhungen refinanzieren zu können. 2023 entfielen mit 102,9 Mio. Euro 69,3 % (Vorjahr: 67,9 %) der Umsatzerlöse auf die Mieterträge aus den Verträgen mit der CAG. Die Nachfrage nach Klinikleistungen in Deutschland liegt weiterhin unter den Werten des Vor-Corona-Jahres 2019. Für die Nachfrage in unserer Klinik bleibt daher die Pflege unserer Zusammenarbeit mit zuweisenden Ärzt*innen von besonderer Bedeutung, ebenso die Nutzung interner Strukturen wie etwa Chefarzt-Ambulanzen und Chest Pain Unit für unsere Auslastung. Entwicklung der Refinanzierung In unseren kosten- und pflegesatzfinanzierten Geschäftsfeldern hängt die Entwicklung unserer Umsatzerlöse neben der Entwicklung von Nachfrage und Belegung wesentlich auch von den Verhandlungen mit den Kostenträgern ab, um Steigerungen in allen Kostenarten refinanziert zu bekommen. Personalmangel bei den Verhandlungspartnern und eine angespanntere Haushaltslage der Kostenträger stellen hierbei ein Risiko dar. Chancen sehen wir in der Verhandlung bisher nicht vergüteter Bestandteile, etwa des allgemeinen unternehmerischen Risikos. Um angemessene Vergütungen sicherzustellen, müssen wir im Bedarfsfall auch Schiedsverfahren in Anspruch nehmen. Sozialgesetzgebung Durch die Abwertung von Klinikleistungen (sogenannte negative Katalogeffekte) kommt es auch 2024 zu einer Belastung der Erlössituation unserer Augustinum Klinik. Darüber hinaus können weitere Vorgaben zu Ambulantisierung und Hybrid-DRGs direkte Auswirkungen auf die Erlössituation haben. Die bevorstehende Krankenhausreform wird sich über zukünftige Leistungsgruppen und evtl. vorgegebene Leistungsmengen wesentlich auf die Strukturen im Krankenhausmarkt auswirken. Wir stehen vor der Herausforderung, auf die gesetzlichen Entwicklungen durch die Anpassung unseres Leistungsangebots zu reagieren, um uns am neu geregelten Markt bestmöglich zu positionieren. Trotz der relativ geringen Anzahl von Planbetten sehen wir durch die Spezialisierung im Bereich der Kardiologie und unsere Kooperation mit der angeschlossenen Herzchirurgie gute Chancen für die Zukunft. Im Bereich der Sanatorien ergeben sich Belastungen aus veränderten baulichen Anforderungen in Nordrhein-Westfalen, die eine höhere Einzelzimmerquote und erhöhte Standards in Ausstattung und Größe von Einrichtungsplätzen verlangen; hiervon ist auch das Itzel-Sanatorium betroffen. Eine strukturelle Verbesserung, die sich tatsächlich in den Ergebnissen niederschlägt, hängt vom Fortgang des geplanten Neubaus für das Haus ab. Perspektivisch versprechen wir uns von den Maßnahmen ein ausgeglichenes wirtschaftliches Ergebnis im Itzel-Sanatorium. Personalbeschaffung In der Klinik stellt der Fachkräftemangel insbesondere im Pflegebereich, im Ärztlichen Dienst sowie in spezialisierten Verwaltungspositionen ein Risiko dar. Unbesetzte Stellen können dazu führen, dass nicht alle Betten ausgelastet und geplante Fallzahlen nicht realisiert werden können. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Umstände in den kommenden Jahren weiter verschärfen und zunehmend Druck auf die Entwicklung der Gehälter bewirken werden. Trotz einer deutlich verbesserten Unterstützung aller Unternehmensbereiche durch das weiterentwickelte Recruiting in der Zentralverwaltung des Konzerns müssen wir davon ausgehen, dass wir vom angespannten Arbeitsmarkt weiterhin betroffen sein werden. Personalaufwendungen Unsere Gesellschaft ist in den Geschäftsbereichen Klinik und Sanatorien ein Dienstleistungsunternehmen, daher stellen die Personalaufwendungen für diese Bereiche einen großen Kostenblock dar. Die Personalintensität der beiden Geschäftsbereiche (Personalaufwendungen im Verhältnis zu den Umsatzerlösen) lag 2023 bei 62,4 % (Vorjahr: 58,8 %). Bei den für uns geltenden AVR-Bayern erfolgt die Festsetzung der Löhne und Gehälter und anderer grundlegender Arbeitsbedingungen durch die Arbeitsrechtliche Kommission (ARK), die paritätisch aus den Reihen der Arbeitnehmer*innen und der Arbeitgeber besetzt ist. Bei diesem sogenannten "Dritten Weg" sind Arbeitskampfmaßnahmen (Streik und Aussperrung) ausgeschlossen. Im Gegenzug sehen die Arbeitsvertragsrichtlinien die verbindliche Schlichtung vor. Weitere Entgeltsteigerungen bringt auch das Jahr 2024. Gemäß den AVR-Bayern beschäftige Mitarbeiter*innen erhielten bzw. erhalten zum Ausgleich von Belastungen aus der Inflation von April bis Dezember 2024 Sonderzahlungen in Höhe von insgesamt 3.000 Euro (Teilzeit-Beschäftigte anteilig), Auszubildende die Hälfte davon. Darüber hinaus steigen auch die Tabellenentgelte. In den Entgeltgruppen E1 bis E3 werden die Gehälter zum 1. Juli 2024 zunächst um 50 Euro und die neuen Beträge dann um 5,5 % erhöht. In den Entgeltgruppen E4 bis E14 werden die Gehälter zum 1. Dezember 2024 zunächst um 200 Euro und die neuen Beträge dann zusätzlich ebenfalls um 5,5 % erhöht. Die Pflichtbeiträge zur EZVK werden weiterhin allein vom Dienstgeber getragen; der Beitragssatz beträgt seit 2023 nunmehr 6,5 % der Bruttogehälter. Mit weiteren Tarifsteigerungen rechnen wir auch für das Jahr 2025. Bauliche Vorschriften Weiterhin ist mit erhöhten Instandhaltungsaufwendungen aus behördlichen Anforderungen etwa zu Brandschutz oder Barrierefreiheit zu rechnen. Über unsere Brandschutzbeauftragten und Baubetreuer*innen bemühen wir uns um eine realistische Gestaltung und planen Maßnahmen in entsprechenden Investitionspaketen. Die Gewinnung von ausführenden Firmen sowie Architekten und Fachplanern gestaltet sich zunehmend schwieriger. Dies lässt sich überwiegend auf Personalmangel zurückführen und wirkt sich auch auf die Kosten und Termine der Maßnahmen aus. Informationstechnische Risiken Unbefugte Zugriffe auf sensible Unternehmensdaten und Systemausfälle oder -störungen stellen Risiken der Informationstechnologie dar. Um diese zu verhindern, tätigen wir seit vielen Jahren erhebliche Investitionen in die IT-Sicherheit. Dazu gehört der Betrieb aller IT-Anwendungen in einem hoch modernen, mehrfach gesicherten Rechenzentrum sowie der Zugriff auf diese Anwendungen durch eine Remote-Desktop-Verbindung (Thin-Client). Hierbei werden nur Tastatur-, Maus- und Bildschirminformationen übertragen, jedoch kein direkter Zugriff auf die dortigen Daten erlaubt. Hochverfügbare Anwendungen und Daten in einer zeitgemäß gesicherten Unternehmens-Cloud werden konzernweit genutzt. Unser Informationssicherheitsmanagementsystem hilft bei der Bewertung der Risiken und bildet die technisch und wirtschaftlich sinnvollen Maßnahmen ab. Eine Gruppe von Sicherheitsexperten bewertet monatlich die Bedrohungslage und passt Maßnahmen zielgerichtet an. Inflationsrisiken Der Anstieg der Inflation, im Wesentlichen bedingt durch den russischen Krieg gegen die Ukraine, führt zu Kostensteigerungen bei Energie, energieintensiven Dienstleistungen, Material und Lebensmitteln sowie den Zinsen für Fremdkapital. In die Kalkulation der Fallpauschalen für unsere Klinik fließen inflationsbedingt erhöhte Kosten mit einem Versatz von zwei Jahren, in die Kalkulation des Basisfallwertes von einem Jahr ein. Zinsänderungsrisiko Die Bankdarlehen sind grundsätzlich mit langfristiger Zinsbindung ausgestattet, sodass hierzu kein wesentliches Zinsänderungsrisiko besteht. Zum Stichtag bestehen Zinsswaps in Höhe von insgesamt nominal 45,6 Mio. Euro (Vorjahr: 47,3 Mio. Euro) mit dem jeweiligen entsprechenden Grundgeschäft. Die Swaps stellen kein Risiko dar, da sie an das Grundgeschäft (Darlehensvertrag) gekoppelt sind und nur der Zinssicherung dienen. Ein Handel damit erfolgt nicht. Liquiditätsrisiken Gemeinnützige Körperschaften sollen ihr Vermögen ertragbringend anlegen. Dabei kommt es nicht auf die maximale Rendite an, vielmehr muss gerade eine gemeinnützige Körperschaft der Sicherheit der Vermögensanlage den Vorzug vor einer maximalen Rendite geben. Nach diesem Grundsatz betreiben wir das Liquiditätsmanagement. Es stellt sicher, dass alle Konzerngesellschaften jederzeit ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen können. Die Finanzierungsbedarfe für das tägliche Geschäft werden im Konzern zentral koordiniert. Liquiditätsüberschüsse legen wir entsprechend unserem Sicherheitsgrundsatz an. Dabei erfolgt eine tägliche Betrachtung der Liquiditätsentwicklung. Im Rahmen der jährlichen konzernweiten Unternehmensplanung werden die Innenfinanzierungsmöglichkeiten mit dem Kapitalbedarf für Investitionen und Instandhaltungen abgeglichen und bei Bedarf Rückgriff auf den Kapitalmarkt genommen. Rechtsstreitigkeiten und -verfahren Aus den Verfahren rund um Immobilientransaktionen bestehen über die noch gebildeten Vorsorgen hinaus keine erkennbaren Risiken mehr. Auf der anderen Seite bestehen je nach Ausgang der offenen Verfahren (z.B. Schadensersatz, Gesamtschuldnerschaft Gerichtskosten) Chancen auf zahlungswirksame und zahlungsunwirksame Erträge in den kommenden Geschäftsjahren. Gesamtbewertung und Prognose Mit einem erzielten Jahresüberschuss von 22,2 Mio. Euro haben wir unser prognostiziertes Jahresergebnis von bis 12,5 Mio. Euro um 9,7 Mio. Euro übertroffen. Dies ist im Wesentlichen auf neutrale Erträge in Höhe von 9,1 Mio. Euro im Zusammenhang mit der erfolgreichen Beendigung unserer Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Immobilientransaktionen zurückzuführen. Bei geplanten Aufwendungen für Instandhaltungen und Wartung unserer 23 Seniorenresidenzimmobilien von 42,0 Mio. Euro (Ist 2023: 42,7 Mio. Euro) und einem Anstieg der Umsatzerlöse aufgrund des Indexmietvertrags mit unserer Schwestergesellschaft CAG von 6,7 Mio. Euro erwarten wir für das Geschäftsjahr 2024 im Bereich der Seniorenresidenzen/Vermögensverwaltung einen Überschuss von bis zu 15,5 Mio. Euro. In 2023 entfielen mit 102,9 Mio. Euro 69,3 % (Vorjahr: 67,9 %) unserer Umsatzerlöse auf die Mieterträge von der CAG. Die CAG hat im Geschäftsjahr 2023 erneut einen deutlichen Jahresfehlbetrag von 15,9 Mio. Euro (Vorjahr: 6,4 Mio. Euro) erwirtschaftet. Aufgrund des hohen Jahresfehlbetrages ist die Eigenkapitalquote der CAG zum 31. Dezember 2023 gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Prozentpunkte von 17,6 % auf 9,2 % gesunken. Ausgehend von der Erwartung einer langsamen Erholung der corona- und an einzelnen Standorten baulich bedingt noch immer nicht wieder aufgeholten Belegungszahlen rechnet die CAG für das Geschäftsjahr 2024 bei erneut erforderlichen den Kostensteigerungen zeitlich nachlaufenden Pensionspreiserhöhungen von erneut durchschnittlich rund 7,5 % sowie Erhöhungen der Preise für Personaldienstleistungen um rund 10 % mit einem Umsatzanstieg von bis zu 8 %. Mit dieser Erhöhung rechnet die CAG trotz ergriffener Maßnahmen auf der Kostenseite bei Aufrechterhaltung der Leistungsversprechen ohne konzerninterne Zuwendungen für das Geschäftsjahr 2024 mit einen Jahresfehlbetrag von 5 bis 7 Mio. Euro. Bei sich abzeichnender Erholung der Belegungssituation und erneut deutlicher Pensionspreiserhöhung rechnet die CAG im Verlauf des Jahres 2024 mit einer Erholung der wirtschaftlich angespannten Lage der Gesellschaft. Dazu wird trotz absehbarer Steigerung der Personalkosten das seit Anfang 2024 spürbare Abflauen der Inflation beitragen. Weiterhin ist es das Ziel der Geschäftsführung der CAG, den Betrieb der Gesellschaft kostendeckend zu führen, um das verzehrte Eigenkapital zu regenerieren. Voraussetzung hierfür ist die durchgängige Umsetzung aller Preissteigerungen im Aufwandsbereich im Rahmen jährlicher Pensionspreisanpassungen. Sollte sich die Ertragslage der CAG in absehbarer Zeit widererwartend nicht verbessern, werden wir den Jahresfehlbetrag der CAG durch eine Zuwendung aus unserem Ergebnis vermindern oder ausgleichen. Unter Berücksichtigung der uns derzeit bekannten Veränderungen der Rahmenbedingungen sowie des bisherigen Geschäftsverlaufes in den Bereichen Klinik und Sanatorien rechnen wir für das Geschäftsjahr 2024 bei diesen beiden Einrichtungen insgesamt mit einem Umsatzanstieg von 3,0 bis 3,5 Mio. Euro und einem Defizit von zusammen bis zu 4,0 Mio. Euro. Für die Gesellschaft insgesamt rechnen wir ohne die Gewährung von konzerninternen Zuwendungen mit einem Anstieg der Umsatzerlöse von rund 10 Mio. Euro bzw. 6,7 % und mit einem Jahresüberschuss im Bereich von 10,0 bis 13,0 Mio. Euro.
München, den 17. Juli 2024 Joachim Gengenbach, GeschäftsführerDr. Matthias Heidler, GeschäftsführerAxel Krieg, GeschäftsführerBilanz zum 31. Dezember 2023
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
(Amtsgericht München, HRB 128945) Anhang für das Geschäftsjahr 2023I Allgemeine ErläuterungenDer Jahresabschluss der Augustinum Wohnstifte gGmbH (AWG) wird nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften sowie den Bestimmungen des GmbHG aufgestellt. Dabei entspricht die Gliederung von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung den §§ 266 und 275 Abs. 2 HGB sowie § 42 GmbHG. Entsprechend § 265 Abs. 5 Satz 2 HGB wurden auf der Passivseite der Bilanz die Posten "B. Sonderposten" mit den entsprechenden Untergliederungen sowie "D.6. Verbindlichkeiten aus bedingt rückzahlungspflichtigen Spenden" hinzugefügt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ergibt sich wie im Vorjahr aus der Zusammenfassung der für das Geschäftsjahr 2023 aufgestellten Teilabschlüsse der Teilbereiche Seniorenresidenzen mit Vermögensverwaltung, Klinik und Sanatorien. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit und Lesbarkeit des Abschlusses werden davon-Angaben einheitlich im Anhang wiedergegeben. II Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDie immateriellen Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Sie haben eine Nutzungsdauer von drei bis zehn Jahren. Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte und außerplanmäßige Abschreibungen, angesetzt. Bei unentgeltlich zugewendeten Anlagegegenständen entsprechen die Anschaffungskosten den Zeitwerten im Zuwendungszeitpunkt. Die Abschreibung der Gebäude erfolgt grundsätzlich mit 2 % p.a. Die anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung werden grundsätzlich nach der linearen Methode in Anlehnung an die steuerlichen Tabellen abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer beträgt dabei zwei bis 15 Jahre. Zugänge von Wirtschaftsgütern mit Netto-Anschaffungskosten zwischen EUR 250,00 und EUR 1.000,00 werden in einen jahresbezogenen Sammelposten eingestellt und beginnend mit dem Jahr der Anschaffung linear über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Der Ansatz der Finanzanlagen erfolgt mit den Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert. Unverzinsliche Ausleihungen sind mit dem Nominalwert angesetzt, da vertragsgemäß ein wertgleicher Mietnachlass gewährt wird. Die Vorräte werden zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tagespreisen bewertet. Die Bewertung der unfertigen Leistungen ("Überlieger") erfolgt nach der Empfehlung der Bayer. Krankenhausgesellschaft entsprechend dem Grad der Leistungserbringung mit dem anteiligen Entgelt je Fall. Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens sind mit den Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag angesetzt. Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen im Wesentlichen Ausgaben für Aufwendungen, die nachfolgenden Geschäftsjahren zuzurechnen sind. Zuschüsse der öffentlichen Hand und anderer Zuschussgeber für Investitionen sowie Spenden, die für das Anlagevermögen verwendet werden, werden unter der Position Sonderposten ausgewiesen und entsprechend der angewandten Abschreibungssätze ertragswirksam aufgelöst. Dabei werden die Unterpositionen Sonderposten aus Zuschüssen der öffentlichen Hand und anderer Zuschussgeber für Investitionen im Anlagevermögen und Sonderposten aus Spenden ausgewiesen. Die erhaltenen, zweckgebundenen Spendenmittel, die zum Bilanzstichtag noch nicht zweckentsprechend verwendet wurden, werden unter den Verbindlichkeiten aus bedingt rückzahlungspflichtigen Spenden ausgewiesen. Pensionsrückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Bewertung erfolgt nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren ("projected unit credit method"). Für die Abzinsung wird der von der Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre berücksichtigt, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen, werden mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet. Die Bewertung der verrechneten Vermögensgegenstände erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Der Zeitwert der Rückdeckungsversicherungen wird aus dem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital zuzüglich der bisher aufgelaufenen Überschussanteile abgeleitet. Aufwendungen und Erträge aus der Abzinsung werden mit den Aufwendungen und Erträgen der verrechneten Vermögensgegenstände im Finanzergebnis saldiert. Der Bewertung lagen neben den Heubeck-Richttafeln (2018 G) der von der Bundesbank veröffentlichte Marktzins der vergangenen zehn Jahre von 1,82 % (Vorjahr: 1,78 %) sowie eine jährlich erwartete Lohn- und Gehaltssteigerung bzw. ein Rententrend von 2,50 % zugrunde. Die Erfolgsauswirkungen aus der Änderung des Diskontierungssatzes werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags bewertet. Künftige Preis- und Kostensteigerungen im Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung werden berücksichtigt. Die Ermittlung der Verpflichtungen für Jubiläumsleistungen erfolgt nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren ("projected unit credit method"). Der Bewertung lagen neben den Heubeck-Richttafeln (2018 G) der von der Bundesbank veröffentlichte Marktzins von 1,31 % (Vorjahr: 0,92 %) und zudem eine jährlich erwartete Lohn- und Gehaltssteigerung von 2,50 % sowie eine erwartete Fluktuation von 10,56 % bis 12,47 % zugrunde. Die Ermittlung der Verpflichtungen aus Leibrentenverträgen erfolgt nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren ("projected unit credit method"). Der Bewertung lagen neben den Heubeck-Richttafeln (2018 G) der von der Bundesbank veröffentlichte Marktzins von 1,74 % (Vorjahr: 1,44 %) und für künftige Erhöhungen ein Trend für Rentensteigerungen von bis 2,50 % p.a. zugrunde. Andere sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Laufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Die Erfolgsauswirkungen aus der Änderung des Diskontierungssatzes bei der Aufzinsung von Rückstellungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei den passiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um ein Entgelt für ein Dauernutzungsrecht, das entsprechend der Nutzungsdauer des betreffenden Seniorenresidenzgebäudes aufgelöst wird. III Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung(1) AnlagevermögenDie Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang dargestellt. (2) Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 285 Nr. 11 HGB:
(3) Forderungen und sonstige VermögensgegenständeAlle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen TEUR 10.913 (Vorjahr: TEUR 4.491) auf den Gesellschafter. Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich mit TEUR 37.923 (Vorjahr: TEUR 28.886) um Forderungen, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Wesentlichen im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements (sonstige Vermögensgegenstände) entstanden sind, und mit TEUR 2.205 (Vorjahr: TEUR 2.667) um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Saldiert ergeben sich daraus Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 35.718 (Vorjahr: TEUR 26.219). (4) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden mit den Ansprüchen aus den zur Erfüllung bestimmter Altersversorgungsverpflichtungen abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen verrechnet. Der Erfüllungsbetrag in Höhe von TEUR 79 (Vorjahr: TEUR 83) wurde auf Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt. Bei der Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden belaufen sich die Anschaffungskosten auf TEUR 45 (Vorjahr: TEUR 45), der beizulegende Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände auf TEUR 41 (Vorjahr: TEUR 42), der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden auf TEUR 79 (Vorjahr: TEUR 83), die verrechneten Aufwendungen auf TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 4) und die verrechneten Erträge auf TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 3). Bei der Anwendung des Abzinsungssatzes über einen Durchschnittszeitraum von sieben Jahren ergibt sich ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 0. (5) Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen betreffen folgende ungewisse Verpflichtungen und Risiken:
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen aus Mietverträgen belaufen sich auf TEUR 956 (Vorjahr: TEUR 694). (6) VerbindlichkeitenAngaben über Restlaufzeiten, Umfang und Art der Verbindlichkeiten und deren Besicherung zeigt folgender Verbindlichkeitenspiegel:
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen Darlehen einer Schwestergesellschaft (TEUR 80.000; Vorjahr: TEUR 70.000). Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betragen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0). Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten mit TEUR 276 (Vorjahr: TEUR 287) Verbindlichkeiten aus Steuern und mit TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit. (7) Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGBBestellte Sicherheiten für Verbindlichkeiten verbundener Unternehmen mit nominal TEUR 146.021 (Vorjahr: TEUR 146.021) betreffen im Wesentlichen Grundschulden. Die Verpflichtungen hieraus gegenüber Dritten valutieren mit TEUR 93.220 (Vorjahr: TEUR 102.020) und waren nicht zu passivieren, da die zugrunde liegenden Verbindlichkeiten durch die jeweiligen verbundenen Unternehmen voraussichtlich erfüllt werden können. Mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen, da die jeweiligen verbundenen Unternehmen aufgrund ihrer Vermögens- und Finanzlage ihren Verpflichtungen voraussichtlich jederzeit nachkommen können. (8) Sonstige finanzielle VerpflichtungenDie wesentlichen Verpflichtungen aus am Bilanzstichtag bereits abgeschlossenen Mietverträgen über Seniorenresidenzimmobilien betragen für 2024 TEUR 24.220. Der Jahresbetrag steigt, bei einer angenommenen jährlichen Preissteigerung in Höhe von 2 %, bis 2036 geschätzt auf TEUR 27.781, sinkt in den Jahren 2037 bis 2040 von TEUR 24.647 auf TEUR 9.359 und beträgt 2042 noch TEUR 3.434. Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus diesen Mietverträgen beläuft sich auf TEUR 412.807. (9) UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse setzen sich nach den Geschäftsbereichen wie folgt zusammen:
(10) Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen sowie Erstattungen aus Gerichtsurteilen im Wesentlichen im Zusammenhang mit den Rechtstreitigkeiten aus den Betrugshandlungen zu Lasten des Augustinum von TEUR 11.110 (Vorjahr: TEUR 7.649), sonstige periodenfremde Erträge von TEUR 696 (Vorjahr: TEUR 881) im Wesentlichen aus Kostenerstattungen und Lieferantengutschriften früherer Geschäftsjahre. (11) MaterialaufwandDie Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe enthalten im Wesentlichen den medizinischen Bedarf der Kliniken. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen umfassen im Wesentlichen die Miet- und Instandhaltungsaufwendungen der Immobilien. (12) PersonalaufwendungenIn den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung sind Aufwendungen für Altersversorgung von TEUR 1.673 (Vorjahr: TEUR 1.504) enthalten. (13) Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Zuführungen zu Rückstellungen von TEUR 339 (Vorjahr: TEUR 861), Wertberichtigungen auf Forderungen von TEUR 73 (Vorjahr: TEUR 261) sowie periodenfremde Aufwendungen von TEUR 935 (Vorjahr: TEUR 239). (14) ZinsergebnisVon den Zinsen und ähnlichen Erträgen entfallen TEUR 158 (Vorjahr: TEUR 103) auf verbundene, im Konzernabschluss vollkonsolidierte Unternehmen. Des Weiteren entfallen TEUR 205 (Vorjahr: TEUR 167) auf die Augustinum Stiftung. Von den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen entfallen TEUR 3.616 (Vorjahr: TEUR 2.963) auf verbundene, im Konzernabschluss vollkonsolidierte Unternehmen. Des Weiteren entfallen TEUR 19 (Vorjahr: TEUR 22) auf die Augustinum Stiftung. Vom Zinsergebnis entfallen TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 1) auf die Aufzinsung von Pensionsrückstellungen; davon entfallen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) auf die Änderung des Diskontierungszinssatzes. Aus der Aufzinsung von Sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von größer einen Jahr ergibt sich aufgrund der Änderung des Diskontierungszinssatzes ein Zinsertrag von TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 9). Aus der Aufzinsung von Sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von größer einem Jahr ergibt sich ein Zinsaufwand in Höhe von TEUR 966 (Vorjahr: TEUR 704). IV Sonstige Angaben(1) FinanzinstrumenteZum 31.12.2023 wurden Zinsswaps (derivative Finanzinstrumente) zur Absicherung künftiger Zahlungsströme aus variabel verzinslichen (Euribor) Bankdarlehen verwendet. Den Zinsswaps liegen Grundgeschäfte mit vergleichbarem, gegenläufigem Risiko zugrunde. Das mit der aus den Grundgeschäften und den Sicherungsgeschäften gebildeten Bewertungseinheit nach § 254 HGB gesicherte Kreditvolumen beträgt TEUR 50.000, zum Bilanzstichtag TEUR 45.621. Die Regelungen zur Bildung einer Bewertungseinheit zur kompensatorischen Bewertung der Sicherungsbeziehung werden angewandt. Auf Grund der Betragsidentität und der Kongruenz der Laufzeiten, Zinssätze, Zinsanpassungs- bzw. Zins- und Tilgungstermine gleichen sich die gegenläufigen Wertänderungen bzw. Zahlungsströme während der Laufzeit von Grund- und Sicherungsgeschäft aus. (2) Beschäftigte
(3) OrganeGeschäftsführer:
Die Geschäftsführer erhielten von der Augustinum Wohnstifte gGmbH im Geschäftsjahr 2023 keine Bezüge. (4) Angaben zum MutterunternehmenMuttergesellschaft der Augustinum Wohnstifte g GmbH, München, ist die Augustinum gemeinnützige GmbH mit Sitz in München. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Augustinum gemeinnützige GmbH (HRB 128837 Amtsgericht München) einbezogen. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 12. September 2023 im Unternehmensregister veröffentlicht. (5) NachtragsberichtWesentliche Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nach dem Abschlussstichtag nicht eingetreten. (6) ErgebnisverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresüberschuss von EUR 22.178.917,88 zusammen mit dem Gewinnvortrag von EUR 87.702.922,33, d.h. insgesamt EUR 109.881.840,21 auf neue Rechnung vorzutragen.
München, den 17. Juli 2024 Joachim Gengenbach, GeschäftsführerDr. Matthias Heidler, GeschäftsführerAxel Krieg, GeschäftsführerEntwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
1 Darin sind Sonderabschreibungen wegen Verwendung von Spenden in Höhe EUR 16.924,47 (Vorjahr: TEUR 114) enthalten. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Augustinum Wohnstifte gGmbH, München Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Augustinum Wohnstifte gGmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Augustinum Wohnstifte gGmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 17. Juli 2024 Deloitte GmbH WirtschaftsprüfungsgesellschaftKlaus Löffler, WirtschaftsprüferMarkus Kraus, Wirtschaftsprüfer |
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