Stammdaten

Register
Amtsgericht Amberg HRB 2340
Vorher
GrammTex "Grammer Textil GmbH"
Eingetragen
20.10.1997
Branche
Herstellung von BüromöbelnHerstellung von PolstermöbelnHerstellung von Prüfmaschinen
Gegenstand
ist Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von PKW-Innenausstattungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Holger Leyh
seit 10.4.2024
Prokura
Bianca Wallerstein
seit 9.4.2019
Geschäftsführer
Georg Braeker
seit 9.12.2014
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
GRAMMER AG
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
GRAMMEIR AG
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

GRAMMER Aktiengesellschaft

Ursensollen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die GRAMMER Aktiengesellschaft

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der GRAMMER Aktiengesellschaft, Ursensollen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang zum Konzernabschluss, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der GRAMMER Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die auf der im Konzernlagebericht angegebenen Internetseite veröffentlichte Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d i.V.m. § 289f HGB, die Bestandteil des Konzernlageberichts ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Des Weiteren haben wir die in den Unterabschnitten "Grundprinzipien des Risikomanagements und des IKS", "Chancen- und Risikomanagementprozess" und "Compliance Management System" des Chancen- und Risikoberichts des Konzernlageberichts enthaltenen lageberichtsfremden Angaben nicht inhaltlich geprüft. Lageberichtsfremde Angaben im Konzernlageberichtsind Angaben, die weder nach §§ 315, 315a bzw. nach §§ 315b bis 315d HGB vorgeschrieben, noch nach DRS 20 gefordert sind. Die Informationen des Unternehmens außerhalb des Geschäftsberichts, auf die durch Querverweise im Abschnitt "Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2022" - Unterabschnitt "Mittelfristausblick 2025" des Konzernlageberichts verwiesen wird, haben wir in nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Konzernerklärung zur Unternehmensführung und die oben genannten Unterabschnitte "Grundprinzipien des Risikomanagements und des IKS", "Chancen- und Risikomanagementprozess" und "Compliance Management System" des Chancen- und Risikoberichts im Konzernlagebericht.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte:

1. Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Geschäfts- oder Firmenwerte unterliegen gemäß IAS 36 einem jährlichen Werthaltigkeitstest, im Rahmen dessen der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag verglichen wird. Grundlage der Ermittlung des erzielbaren Betrages ist der Barwert zukünftiger Zahlungsströme der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Den Bewertungen liegen Planungsrechnungen für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit zugrunde, die auf den vom Management und Aufsichtsrat der GRAMMER AG genehmigten Finanzplänen beruhen und damit ermessensbehaftet sind. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die in die Ermittlung des Abzinsungssatzes eingehenden Parameter beruhen teilweise auf geschätzten Markterwartungen und sind daher ebenfalls ermessensbehaftet.

Vor dem Hintergrund der Planungsunsicherheit, resultierend aus dem zukunftsgerichteten Charakter der Bewertung aber auch vor dem Hintergrund des aktuellen makroökonomischen Umfelds, sowie der vorhandenen Ermessensspielräume im Rahmen des erforderlichen Wertminderungstests, war die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte im Rahmen unserer Prüfung einer der bedeutsamsten Sachverhalte.

Prüferisches Vorgehen

Zur Beurteilung der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten erzielbaren Beträge für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten haben wir uns sowohl mit den Prozessen in Zusammenhang mit der Durchsicht und Genehmigung der Planung als wesentliche Grundlage der Wertminderungstests befasst, als auch aussagebezogene Prüfungshandlungen durchgeführt.

Wir haben insbesondere die Abgrenzung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zum 31. Dezember 2022 mit den gesetzlichen Vertretern der GRAMMER AG diskutiert und auf Einklang mit der internen Berichtsstruktur beurteilt.

Darüber hinaus haben wir zur methodischen und arithmetischen Beurteilung des Bewertungsmodells und der angewendeten Berechnungsparameter unsere Bewertungsexperten in die Prüfung eingebunden. Wir haben nachvollzogen, ob die Bewertungsmodelle stetig angewandt wurden.

Ferner haben wir untersucht, ob die Budgetplanungen allgemeine, regionale und branchenspezifische Markterwartungen widerspiegeln. Bei unserer Einschätzung haben wir neben dem Abgleich mit entsprechenden Markterwartungen auch die erhaltenen Erläuterungen des Managements zu den wesentlichen Werttreibern der Planungen gewürdigt. Zur Beurteilung der Planungstreue haben wir stichprobenweise einen Soll-Ist Abgleich von historischen Plandaten mit den tatsächlichen Ergebnissen vorgenommen.

Die im Rahmen der Ermittlung der erzielbaren Beträge verwendeten Bewertungsparameter, wie beispielsweise die geschätzten Wachstumsraten, wurden auf Basis einer Analyse der allgemeinen Marktindikatoren beurteilt. Die Ableitung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensätze (WACC) haben wir gewürdigt, in dem wir insbesondere über die Zusammensetzung der herangezogenen Vergleichsunternehmen die verwendeten Beta-Faktoren beurteilt sowie den Eigen- und Fremdkapitalzinssatz mit verfügbaren Marktdaten abgeglichen haben. Um ein mögliches Wertminderungsrisiko zu erkennen, haben wir mit Hilfe von Sensitivitätsanalysen die Ergebnisse des Werthaltigkeitstests darüber hinaus daraufhin untersucht, welche Veränderungen in bestimmten Bewertungsparametern zu einem abweichenden Urteil hinsichtlich Wertminderungsbedarf auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit führen würden. Aus unseren durchgeführten Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die Bewertung der Geschäfts- oder Firmenwerte ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Zu den bzgl. der Geschäfts- oder Firmenwerte angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und zu den damit in Zusammenhang stehenden Angaben zu Ermessensausübungen des Vorstandes der GRAMMER AG und zu Quellen von Schätzunsicherheiten verweisen wir auf die Angabe im Konzernanhang Kapitel 2.1 "Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze sowie schätz- und prämissensensitive Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze", Unterabschnitt "Schätzungen und Ermessensspielräume (IAS 8)" und "Geschäfts- oder Firmenwert (IAS 38, IAS 36)" sowie zu den Angaben zum Geschäfts- oder Firmenwert auf die Angabe im Konzernanhang Kapitel 11.3 "Geschäfts- oder Firmenwerte".

2. Zeitraumbezogene Umsatzrealisierung aus Entwicklungsverträgen mit Kunden

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die Gesellschaften des GRAMMER Konzerns kommen ihren Leistungsverpflichtungen aus kundenspezifischen Entwicklungsaufträgen grundsätzlich über einen bestimmten Zeitraum nach und erfassen den daraus resultierenden Erlös gemäß IFRS 15, Erlöse aus Verträgen mit Kunden, entsprechend dem Leistungsfortschritt der jeweiligen Leistungsverpflichtung. Der Leistungsfortschritt bezogen auf die vollständige Erfüllung wird dabei inputorientiert auf Basis der entstandenen Kosten ermittelt.

Die zeitraumbezogene Umsatz- und Ergebnisrealisierung ist damit in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Gesamtauftragserlöse und Gesamtauftragskosten abhängig und hat über die Ermittlung des Leistungsfortschrittes eine wesentliche Auswirkung auf die Posten des Konzernabschlusses. Die zeitraumbezogene Realisierung von Umsatzerlösen aus Entwicklungsverträgen war daher aus unserer Sicht einer der bedeutsamsten Sachverhalte mit dem Risiko wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss, einschließlich des inhärenten Risikos der Umgehung oder der Außerkraftsetzung des internen Kontrollsystems durch das Management.

Prüferisches Vorgehen

Die von den gesetzlichen Vertretern implementierten wesentlichen Kontrollen im Bereich der Auftragsannahme und -abwicklung sowie der Bilanzierung von Verträgen mit Kunden, insbesondere im Zusammenhang mit der Identifizierung von Leistungsverpflichtungen, der Bestimmung des Transaktionspreises und dessen Aufteilung auf die identifizierten Leistungsverpflichtungen sowie der Schätzung der Auftragskosten, haben wir über Aufbau- und Funktionsprüfungen beurteilt. In diesem Zusammenhang haben wir sowohl Kontrollen auf Transaktionsebene, aber auch Kontrollen auf höherer Ebene, wie regelmäßig stattfindende Review Meetings, getestet.

Für Entwicklungsaufträge, welche auf Basis technischer oder kaufmännischer Komplexität oder aber aufgrund ihrer finanziellen Bedeutung vor dem Hintergrund der bilanzierten Vermögenswerte aus Kundenverträgen von Bedeutung waren, haben wir darüber hinaus die im Folgenden dargestellten aussagebezogenen Einzelfallprüfungen vorgenommen.

Wir haben uns über Befragungen der verantwortlichen Personen des konzernweiten Projektcontrollings einen Überblick über den Inhalt der Verträge sowie der beauftragten Entwicklungsleistung und über den Status der jeweiligen Vertragserfüllung, zu den Gründen bei Abweichungen zwischen geplanten Kosten und Ist-Kosten und zur aktuellen Beurteilung der bis zur Fertigstellung voraussichtlich noch anfallenden Kosten verschafft. Wir haben die erhaltenen Informationen dahingehend untersucht, ob diese im Einklang mit verfügbaren Prüfungsnachweisen, wie beispielsweise Kundenkorrespondenz oder Kundenverträgen, stehen. Dabei haben wir die Planung der gesetzlichen Vertreter auf Einklang mit der aktuellen Marktentwicklung und extern verfügbaren Absatzprognosen der zugrunde liegenden Automobilserien beurteilt. Wir haben darüber hinaus den Transaktionspreis der Leistungsverpflichtungen nachvollzogen, indem wir diesen mit den vertraglichen Grundlagen abgeglichen haben. Sofern auf Basis der Planung der gesetzlichen Vertreter mit einer vollen Deckung der zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung unvermeidbaren Kosten nicht mehr zu rechnen war, haben wir nachvollzogen, dass eine Rückstellung für den belastenden Vertrag erfasst wurde.

Wir haben die ausgewiesenen Umsatzerlöse aus Entwicklungsaufträgen unter anderem daraufhin analysiert, ob sich die geplante und realisierte Marge aus den Verträgen mit unserer Erwartungshaltung für das einzelne Projekt mit der Entwicklung in vergleichbaren Projekten deckt. Aus unseren durchgeführten Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung aus Entwicklungsverträgen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Zu den Angaben der Gesellschaft zur zeitraumbezogenen Umsatzlegung verweisen wir auf die Kapitel 2.1 "Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze sowie schätz- und prämissensensitive Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze", Unterabschnitt "Schätzungen und Ermessensspielräume (IAS 8)" und "Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15)", sowie Kapitel 6 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" und Kapitel 14 "Vertragssalden" des Konzernanhangs.

3. Realisierung von Umsatzerlösen im Rahmen der Serienlieferung

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die im Konzernabschluss ausgewiesenen Umsatzerlöse stellen einen der wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren für die gesetzlichen Vertreter der GRAMMER AG dar. Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt dabei grundsätzlich mit Erfüllung der jeweiligen Leistungsverpflichtung, also zu dem Zeitpunkt, zu dem der Kunde die Verfügungsgewalt über den zugrunde liegenden Vermögenswert erlangt.

Hierbei unterliegt die Realisierung der Umsatzerlöse dem Risiko, dass sie zu einem falschen Zeitpunkt erfolgt, oder dass fiktive Umsatzerlöse erfasst werden. Die Umsatzerlöse resultieren dabei aus einer Vielzahl von einzelnen Transaktionen in Form von separaten Lieferungen. Ferner führen fortlaufende Preisverhandlungen und -anpassungen mit den Kunden zu häufigen Veränderungen in den Transaktionspreisen und damit zu einer veränderten Bewertung der realisierten Umsatzerlöse. Die Umsatzerlöse unterliegen grundsätzlich dem Risiko wesentlicher falscher Darstellungen einschließlich des inhärenten Risikos der Umgehung oder der Außerkraftsetzung des internen Kontrollsystems durch das Management. Aufgrund der sich häufig ändernden Transaktionspreise wird die Umsatzrealisierung als komplex betrachtet, so dass ein erhöhtes Risiko einer fehlerhaften Bilanzierung besteht. Da die realisierten Umsatzerlöse eine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss der GRAMMER AG haben, war für uns in der Realisierung der Umsatzerlöse ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt zu sehen.

Prüferisches Vorgehen

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die mit den Kunden vereinbarten vertraglichen Grundlagen nachvollzogen, insbesondere die Regelungen zum Zeitpunkt des Erlangens der Verfügungsgewalt sowie die Regelungen zum Abrechnungsverfahren, und haben diese auf Grundlage unseres Geschäfts- und Prozessverständnisses beurteilt. Vor diesem Hintergrund haben wir uns mit den unternehmensintern implementierten Verfahren und Kontrollmechanismen zur Umsatzlegung sowie zur betragsmäßigen Erfassung der Umsatzerlöse befasst. Wir haben in diesem Zusammenhang Aufbau- und Funktionsprüfungen durchgeführt.

Hierbei haben wir die im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Umsatzerlöse hinsichtlich deren buchungssystematischen Erfassung nachvollzogen. Etwaige Abweichungen in der Buchungslogik von unserer Erwartungshaltung haben wir auf Basis zusätzlicher aussagebezogener Prüfungshandlungen unter Einholung von Prüfungsnachweisen, beispielsweise zu Abliefernachweisen und Zahlungseingängen, analysiert. Unsere Prüfungshandlungen haben darüber hinaus das stichprobenweise Einholen externer Kundenbestätigungen beinhaltet. Die betragsmäßige Erfassung der Umsatzerlöse haben wir insbesondere dadurch nachvollzogen, dass wir stichprobenweise die herangezogenen Transaktionspreise mit den jeweiligen vertraglichen Grundlagen abgeglichen haben. Ferner haben wir untersucht, ob die entsprechenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in geschäftsüblichem Turnus durch Zahlung des Rechnungsbetrages durch den Kunden beglichen wurden. Wir haben dabei stichprobenweise Zahlungseingänge zu den entsprechenden Kontoauszügen abgeglichen.

Um nicht zu erwartende Schwankungen in der ausgewiesenen Bruttomarge identifizieren zu können, haben wir eine Margenanalyse auf Monatsebene durchgeführt. Aus unseren durchgeführten Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die Realisierung von Umsatzerlösen aus der Serienlieferung ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Die Angaben der Gesellschaft zu den zu einem bestimmten Zeitpunkt erfassten Umsatzerlösen sind in Kapitel 2.1 "Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze sowie schätz- und prämissensensitive Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze", Unterabschnitt "Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15)", sowie Kapitel 6 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" im Konzernanhang dargestellt.

Werthaltigkeit der bilanzierten latenten Steueransprüche auf noch nicht genutzte steuerliche Verluste

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die Gesellschaften des GRAMMER Konzerns üben ihre Geschäftstätigkeit in zahlreichen Ländern mit unterschiedlichem lokalem Steuerrecht aus. Dabei bestehen in einigen dieser Länder noch nicht genutzte steuerliche Verluste, auf die nach IAS 12 als ein latenter Steueranspruch in dem Umfang zu bilanzieren ist, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste verwendet werden können. Diese Einschätzung ist vor allem in Fällen, in denen die betroffenen Unternehmen in der näheren Vergangenheit eine Reihe von Verlusten aufweisen, in hohem Maße von Ermessensentscheidungen und Schätzungen durch die gesetzlichen Vertreter abhängig und damit stark ermessensbehaftet.

Die gesetzlichen Vertreter der GRAMMER AG haben einen latenten Steueranspruch auf ungenutzte steuerliche Verluste in für den Konzernabschluss der GRAMMER AG wesentlichem Umfang bilanziert. Dabei wurden latente Steueransprüche auf Verlustvorträge im Inland, die erstmalig im Vorjahr als werthaltig eingestuft wurden, auch im Berichtsjahr angesetzt. Vor diesem Hintergrund war die Werthaltigkeit der bilanzierten latenten Steueransprüche im Rahmen unserer Prüfung einer der bedeutsamsten Sachverhalte.

Prüferisches Vorgehen

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir den von den gesetzlichen Vertretern der GRAMMER AG implementierten Prozess sowie die Bilanzierungs- und Bewertungsvorgaben zur Ermittlung der zu bilanzierenden Steueransprüche auf noch nicht genutzte steuerliche Verluste inklusive deren Werthaltigkeitsbeurteilung auf mögliche Fehlerrisiken analysiert und uns ein Verständnis über die Prozessschritte verschafft.

Hinsichtlich der Beurteilung der gesetzlichen Vertreter zur Wahrscheinlichkeit, ob ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das noch nicht genutzte steuerliche Verluste verwendet werden können, haben wir die der Beurteilung zugrunde gelegten Unternehmensplanungen durch einen Vergleich mit den in der Vergangenheit tatsächlich erzielten Ergebnissen und aktuellen Entwicklungen der Geschäftszahlen analysiert. Dabei haben wir auf Basis der Erklärung der gesetzlichen Vertreter nachvollzogen, dass die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste aus identifizierbaren Ursachen stammen, welche aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wieder auftreten. Bei Unternehmen, die in der jüngeren Vergangenheit mehrere Verlustjahre aufwiesen, haben wir Nachweise darüber erlangt, dass überzeugende substanzielle Hinweise für das Vorliegen von ausreichendem zu versteuerndem Ergebnis in der Zukunft sprechen. Die erhaltenen Erklärungen und Nachweise haben wir daraufhin analysiert, ob gleichermaßen positive als auch negative Hinweise berücksichtigt wurden. In die Analyse haben wir auch die im Geschäftsjahr realisierte und zukünftig prognostizierte Marktentwicklung einbezogen.

Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, ob ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das noch nicht genutzte steuerliche Verluste verwendet werden können, wurden auch die zu versteuernden temporären Differenzen in Bezug auf die gleiche Steuerbehörde und das gleiche Steuersubjekt berücksichtigt, aus denen zu versteuerndes Ergebnis erwachsen wird, gegen das die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste genutzt werden können. Aus unseren durchgeführten Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die Werthaltigkeit der bilanzierten latenten Steueransprüche auf noch nicht genutzte steuerliche Verluste ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Die Angaben der Gesellschaft zu der aktivierten latenten Steuer auf Verlustvorträge sind in Kapitel 2.1 "Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze sowie schätz- und prämissensensitive Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze", Unterabschnitt "Schätzungen und Ermessensspielräume (IAS 8)" und "Steuern (IAS 12)", sowie Kapitel 8 "Ertragsteuern" im Konzernanhang dargestellt.

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrates verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB i.V.m. § 289f HGB ist, sowie für den Vergütungsbericht nach § 162 AktG sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Konzernerklärung zur Unternehmensführung, die oben genannten im Konzernlagebericht in den Unterabschnitten "Grundprinzipien des Risikomanagements und des IKS", "Chancen- und Risikomanagementprozess" und "Compliance Management System" des Chancen- und Risikoberichts enthaltenen lageberichtsfremden Angaben. Des Weiteren umfassen die sonstigen Informationen den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b Abs. 3 HGB und § 315b Abs. 3 HGB von dem wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben. Ferner umfassen die sonstigen Informationen weitere für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere:

den Abschnitt "Brief des Vorstands",

den Abschnitt "Dashboard",

den Abschnitt "GRAMMER Aktie",

den Abschnitt "Corporate Governance (Erklärung zur Unternehmensführung, Bericht des Aufsichtsrats, Vergütungsbericht)",

die Versicherung der gesetzlichen Vertreter,

den Abschnitt "Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit",

den Abschnitt "GRAMMER Konzern Mehrjahresübersicht nach IFRS",

den Abschnitt "Abschlusstabellen GRAMMER AG",

den Abschnitt "Finanzkalender 2023",

aber nicht den Konzernabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Konzernlageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei GRAMMER_AG_KA+KLB_ESEF-2022-12-31.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen;

gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben;

beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt;

beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen;

beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 18. Mai 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 2. August 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit über 28 Jahren als Konzernabschlussprüfer der GRAMMER AG tätig. Seit dem Geschäftsjahr 1996 handelt es sich bei der GRAMMER AG um eine kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaft i.S. des § 264d HGB.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Konzernabschluss oder im Konzernlagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Konzernunternehmen erbracht:

Prüfung des Vergütungsberichts nach § 162 Abs. 3 AktG der GRAMMER AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022;

Beratungsleistungen zur Neuausrichtung des Prozesses zur Erstellung der Nicht-Finanziellen Erklärung;

nach lokalem slowenischem Recht erforderliche Prüfung eines Berichts über Transaktionen mit verbundenen Unternehmen.

Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlageberichtsowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Udo Schuberth."

 

Nürnberg, 20. März 2023

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Schuberth, Wirtschaftsprüfer

Thies, Wirtschaftsprüfer

Konzernlagebericht

Verweise

Inhalte von Internetseiten, auf die im Konzernlagebericht verwiesen wird, sind nicht Teil des Konzernlageberichts, sondern dienen lediglich der weiteren Information. Ausgenommen davon ist die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 315d HGB i. V. m. 289f HGB mit der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG), die dauerhaft auf der Unternehmenshomepage unter https://www.grammer.com/investor-relations/corporate-governance/ueberblick.html eingesehen werden kann. Weiterhin wird der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht nach § 289b Abs. 3 und § 315b Abs. 3 HGB spätestens vier Monate nach dem Abschlussstichtag auf der Unternehmenshomepage unter www.grammer.com im Bereich "Unternehmen", "Nachhaltigkeit", "Nichtfinanzieller Bericht" veröffentlicht.

Vorbehalt bei zukunftsgerichteten Aussagen

Dieser Konzernlagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf gegenwärtigen Annahmen und Einschätzungen des GRAMMER Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen beziehen sich auf Zeiträume in der Zukunft oder sind durch Begriffe wie "erwarten", "vorhersagen", "beabsichtigen", "prognostizieren", "planen", "schätzen", "rechnen mit" oder ähnliche Begriffe gekennzeichnet. Derartige Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die GRAMMER weder kontrollieren noch präzise einschätzen kann, wie beispielsweise das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer:innen, die erfolgreiche Integration von Neuerwerben und die Realisierung der erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollten einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren oder Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Es ist von GRAMMER weder beabsichtigt noch übernimmt GRAMMER eine gesonderte Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse nach Veröffentlichung dieses Dokuments anzupassen.

Rundungsdifferenzen bei den Konzernabschlussangaben sind möglich.

1. Grundlagen des Konzerns

1.1 Geschäftsmodell

Die GRAMMER Gruppe ist ein global agierendes Unternehmen, das in den drei Regionen AMERICAS, APAC und EMEA in zwei Geschäftsfeldern aktiv ist: Für Lkw, Bahnen, Busse und Offroad-Fahrzeuge (Baumaschinen, Gabelstapler und Traktoren) ist GRAMMER Full-Service-Anbieter von Fahrer- und Passagiersitzen. Die Gruppe entwickelt Fahrer- und Beifahrersitze für Lkw und Fahrersitze für Offroad-Nutzfahrzeuge und liefert diese sowohl direkt an Nutzfahrzeughersteller als auch an den Ersatzteilhandel im Rahmen des Nachrüstgeschäfts.

Zudem entwickelt und produziert die Gruppe Fahrer- und Passagiersitze für Hersteller von Bussen und Schienenfahrzeugen.

Für die globale Automobilindustrie entwickelt und produziert GRAMMER hochwertige Interieur- und Bediensysteme, innovative thermoplastische Komponenten sowie Kopfstützen, Armlehnen und Mittelkonsolen. GRAMMERs Kunden sind Automobilhersteller sowie deren Systemlieferanten.

Der Konsolidierungseffekt des Umsatzes, der konzernintern zwischen den Regionen generiert wurde, betrug im Berichtsjahr 71,8 Mio. EUR

Im Jahresdurchschnitt 2022 waren im Bereich Central Services 408 Mitarbeiterinnen beschäftigt.

1.2 Unternehmensstruktur

Die GRAMMER Aktiengesellschaft (kurz: GRAMMER AG) mit Sitz in Ursensollen ist die Muttergesellschaft der GRAMMER Gruppe und wird seit dem Geschäftsjahr 2022 von nunmehr zwei Vorständen geführt. Sie agiert als operative Holdinggesellschaft, in der die Vorstände sowie die geschäftsrelevanten Konzernbereiche angesiedelt sind. Darüber hinaus wurde 2022 ein neues operatives Führungsgremium in Form eines "Executive Committee" etabliert, das einen noch engeren Austausch zwischen Vorstand und den operativ Verantwortlichen ermöglicht. Dem Vorstandsduo stehen zukünftig die fünf Präsidenten der Divisionen und Regionen zur Seite.

Das Executive Committee ist eine konsequente Weiterentwicklung der im Geschäftsjahr 2020 durch den Vorstand angestoßenen Neuausrichtung der weltweiten Organisationsstruktur der GRAMMER Gruppe. Die Verantwortung für das operative Geschäft liegt dezentral bei den drei großen Regionen EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika), AMERICAS (Nord-, Süd- und Mittelamerika) und APAC (Asien-Pazifik). Diese Organisationsstruktur stellt sicher, dass schnell und flexibel auf sich wandelnde Kundenbedürfnisse reagiert und operative Entscheidungen direkt vor Ort getroffen werden können. Ebenso tragen die Regionen auch die Verantwortung für die jeweiligen Gewinn- und Verlustrechnungen, Bilanzen und Cashflows. Die Regionen stellen die berichtspflichtigen Geschäftssegmente der GRAMMER Gruppe dar. Die zwei Divisionen Automotive und Commercial Vehicles fokussieren sich auf die Weiterentwicklung und Umsetzung der weltweiten Markt-, Kunden- und Produktstrategie. Die globalen Funktionen (Konzernbereiche) unterstützen weiterhin die drei Regionen und die beiden Divisionen durch Bereitstellung von Systemen, Standards und Richtlinien sowie definierten Dienstleistungen, z. B. im Bereich der Forschung und Entwicklung, geben auf diesem Wege gleichzeitig Orientierung und spornen als Sparringspartner operative Verbesserung an.

Die Anzahl der Produktions- und Logistikstandorte veränderte sich im Berichtszeitraum nicht. GRAMMER verfügt über 46 Produktions- und Logistikstandorte, die mit unterschiedlich hoher Wertschöpfungstiefe qualitativ hochwertige Produkte für die Fahrzeugindustrie herstellen und vertreiben: 20 befinden sich in EMEA, 11 in APAC und 15 Produktions- und Logistikstandorte sind in AMERICAS angesiedelt.

Produktions- und Logistikstandorte

Neben dem Mutterunternehmen, der GRAMMER AG, umfasst der Konzernabschluss 40 vollkonsolidierte Gesellschaften sowie zwei at Equity-einbezogene Unternehmen (siehe auch Kapitel 3 "Konsolidierungskreis" im Konzernanhang). Weltweit ist GRAMMER in 19 Ländern vertreten.

Die GRAMMER Aktie wird an den Börsen München und Frankfurt, über das elektronische Handelssystem Xetra sowie im Freiverkehr der Börsen Stuttgart, Berlin und Hamburg gehandelt. Das Grundkapital der GRAMMER AG betrug zum 31. Dezember 2022 rund 39,0 Mio. EUR, verteilt auf 15.237.922 Inhaberaktien. Das Unternehmen hält davon 330.050 Stück. Damit beläuft sich der Anteil der eigenen Aktien auf 2,17 %. Mit 86,20 % befindet sich die Mehrheit der ausgegebenen Aktien im Besitz der Jiye Auto Parts GmbH, Frankfurt am Main. Der Streubesitz der Aktien liegt derzeit bei rund 11,63 %. Am 8. Oktober 2019 wurde die Hauptaktionärin Jiye Auto Parts GmbH im Zuge einer Änderung der Eigentümerstruktur ihrer Muttergesellschaft zu einer mittelbaren Tochtergesellschaft der Ningbo Jifeng Auto Parts Co. Ltd., Ningbo City, China. Daher wird die GRAMMER Gruppe seit diesem Zeitpunkt im Ningbo Jifeng Konzern vollkonsolidiert.

1.3 Steuerungssystem

Das unternehmensinterne wertorientierte Steuerungssystem der GRAMMER Gruppe basiert im Wesentlichen auf den Steuerungsgrößen Umsatz, Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (operatives EBIT).

Seit dem Geschäftsjahr 2020 werden sowohl Umsatz als auch das operative EBIT als bedeutsamste Steuerungsgrößen definiert. Diese sind auch im Jahr 2022 weiterhin bestehende Größen. Das operative EBIT ist als das konsolidierte Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern definiert, d. h. ohne Berücksichtigung von Ertragsteuern, Finanzerträgen, Finanzaufwendungen und des sonstigen Finanzergebnisses sowie bereinigt um Währungseffekte und Sondereinflüsse (z. B. Restrukturierungsaufwendungen, Aufwendungen aus Change-of-Control-Regelungen, Transaktionskosten aus Unternehmensakquisitionen, Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit Aktionärsthemen, Corona-Schutz- und Handlungsmaßnahmen sowie seit dem Geschäftsjahr 2022 auch Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) definiert. Das operative Konzernergebnis (operatives EBIT) ist keine nach den International Financial Reporting Standards ("IFRS"), wie sie in der EU anzuwenden sind, definierte Kennzahl. Die GRAMMER AG nutzt das operative EBIT jedoch zur Steuerung, da es die Ertragslage der GRAMMER Gruppe unabhängig von Sondereinflüssen, welche die Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens beeinträchtigen können, transparenter und im Zeitablauf besser vergleichbar darstellt.

Im Vergütungssystem des Vorstands wurden als kurzfristige Leistungskriterien oder Short Term Incentives (STI) das Net Income (Ergebnis nach Steuern), EBIT oder EBT (Ergebnis vor Steuern) - hier erfolgt eine jährliche Auswahl durch den Aufsichtsrat - sowie der Free Cashflow (FCF) und strategische und ESG-Ziele, z. B. Compliance, Umweltschutz, wirtschaftliche Stabilität und Wachstum, definiert. Eine detailliertere Erläuterung dieser nichtfinanziellen Leistungsindikatoren für die GRAMMER AG findet sich im Vergütungsbericht.

Als Leistungskomponenten der Long Term Incentives (LTI) wurden der Relative Total Shareholder Return (TSR) gegen den SDAX und der ROCE in seiner allgemein gültigen Definition festgelegt.

Zudem überwacht und analysiert die Gesellschaft Finanzkennzahlen wie Nettoverschuldung, Working Capital, Gearing (Nettoverschuldung geteilt durch Eigenkapital) sowie Leverage (Nettoverschuldung geteilt durch EBITDA).

1.4 Menschen bei GRAMMER

Unsere weltweit 14.174 Mitarbeiter:innen entwickeln mit Leidenschaft, persönlichem Engagement und umfassendem Know-how Innovationen und Lösungen, die Millionen Menschen sicher, ergonomisch und komfortabel von einem Ort zum anderen bringen. Dabei stellen wir uns täglich großen Herausforderungen. Die Transformation der Automobilbranche, getrieben durch aktuelle Megatrends wie z. B. Nachhaltigkeit, automatisiertes Fahren sowie Digitalisierung, erfordert eine entsprechende Anpassungsfähigkeit durch schnelle Entscheidungen und eine schnelle Umsetzung, um die sich daraus bietenden Chancen zu ergreifen. Zu diesem Zweck schafft GRAMMER Raum für neue Ideen und die persönliche Entfaltung seiner Mitarbeiterinnen. In diesem Raum ermöglichen wir kollaboratives Arbeiten nicht nur, sondern fördern es aktiv. GRAMMER unterstützt die Teamarbeit zwischen den Organisationseinheiten, bindet die Teammitglieder als Know-how-Träger in wichtige Themen ein und beteiligt sie an Entscheidungsprozessen.

Aufteilung der Mitarbeiterinnen nach Region per 31.12.2022

* Hierin sind 407 Mitarbeiterinnen aus dem central Service-Bereich enthalten.

Way of Working bei GRAMMER: Zusammenarbeit auf einem neuen Level

Seit 2019 stehen die Buchstaben "WoW" bei GRAMMER nicht nur für einen freudig überraschten Ausruf, sondern auch für eine veränderte Unternehmenskultur, nämlich den "Way of Working".

Die Diversität der Mitarbeiterinnen ist eine Stärke von Organisationen, denn verschiedene Denkweisen und Anschauungen erweitern unsere Horizonte und fördern die Kreativität. Wenn es aber (zu) viele verschiedene Anschauungen gibt, wie die Arbeit "richtig" zu machen ist, bleibt die Effizienz des gesamten Teams oft auf der Strecke. Daher gilt: Um die Vorteile der individuellen Stärken aller Menschen in einem Unternehmen bestmöglich zu nutzen, ist ein allgemeingültiger Rahmen für die Zusammenarbeit ein zentraler Erfolgsfaktor.

Dieser Rahmen ist für GRAMMER verbindlich im Way of Working festgeschrieben, denn echtes Teamwork und die Suche nach gemeinsamen Entscheidungen für beste Lösungen sind die Voraussetzungen für ein nachhaltiges und erfolgreiches Wirtschaften. Wenn wir die Prämissen des WoW beherzigen, werden wir auch morgen in der sich schnell wandelnden Fahrzeugbranche mit ihrem sehr herausfordernden Wettbewerbsumfeld erfolgreich sein.

Der GRAMMER WoW CODE: Vertrauen und Respekt als Basis der Zusammenarbeit

Mit dem damit verbundenen WoW CODE haben wir eine Formel entwickelt, die die Grundsätze unserer Zusammenarbeit beschreibt. Das "C" steht für "Collaboration", weil eine konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit aller Fachbereiche unerlässlich ist für die Bewältigung komplexer Herausforderungen. "O" steht für "Openness", denn für Problemlösungen wird Klarheit benötigt. Erst dann kann mit "Drive" ("D", Antrieb) und "Empowerment" ("E", Befähigung, Ermächtigung) an den Lösungen für eine Welt in Bewegung gearbeitet werden: Solutions for the world on the move.

Damit die Anwendung dieser Grundsätze in der täglichen Arbeit leichter fällt und von immer mehr Mitarbeiter:innen angewendet wird, haben wir auch im Jahr 2022 unser Programm weiterentwickelt- so wurde beispielsweise ein E-Learning zum "Way of Working" entworfen und Schulungen in den Pilot-Werken durchgeführt. Es wurden WoW-Champions ausgebildet und ein WoW-Arrow (Strategie für die weitere Entwicklung von WoW) erstellt. Auf der Intranetseite wurden ausführliche Informationen und Tools zu WoW für alle Mitarbeiter:innen zugänglich gemacht. Zu berücksichtigen ist dabei, dass sich der Arbeitsalltag in verschiedenen Bereichen sehr unterschiedlich gestalten kann, insbesondere wenn wir die Arbeit im administrativen Bereich und im Produktionsumfeld betrachten. Die Grundprinzipien bleiben jedoch für alle Mitarbeiter:innen gleich.

Kraftzentrale des Way of Working: das PowerHouse

Für die Umsetzung in der täglichen Arbeit geben wir unseren Mitarbeiter:innen einen Satz von Werkzeugen an die Hand. Die wichtigsten davon formen das WoW PowerHouse und bilden damit die Kraftzentrale und den Antrieb des Way of Working in unserem Unternehmen.

Mit insgesamt fünf Bausteinen hat GRAMMER sein PowerHouse gebaut: Jeder dieser Bausteine steht für ein wichtiges Werkzeug, um den Way of Working in der Praxis unseres Unternehmens zu leben. Das PowerHouse leistet damit einen entscheidenden Beitrag dazu, den WoW CODE erfolgreich im Verhalten der Mitarbeiter:innen und damit in der DNA von GRAMMER zu verankern.

Das PowerHouse

WoW - Workshops auf Basis von Umfrageergebnissen

Um den Fortschritt in der Entwicklung unserer Unternehmenskultur zu erkennen und die Bereiche zu identifizieren, in denen wir uns verbessern können, führen wir seit Ende 2020 jährlich eine interne globale WoW@GRAMMER Pulsumfrage durch. Mithilfe des Fragebogens werden Informationen zu den fünf WoW-Dimensionen - Methodik, Strategie, Zusammenarbeit, Befähigung und Kultur - sowie zum Informationsstand erhoben. Die Ergebnisse zeigen deutliche Erfolge in der Festigung der WoW-Kultur in unserem Unternehmen: Der Bekanntheitsgrad der WoW-Methodik ist gestiegen, Mitarbeiter:innen können sich in Meetings aktiv einbringen, werden in die Entscheidungsfindung einbezogen und dazu ermutigt, Verantwortung zu übernehmen. Zugleich hat sich die Zusammenarbeit in den Teams deutlich verbessert.

2021 haben wir unter dem Titel "ONE GRAMMER - ONE TEAM" unsere Mitarbeiter:innen an allen Standorten weltweit erneut zu einer Befragung eingeladen. Dabei haben uns die Ergebnisse - bei einer beachtlichen Teilnahmequote von 75 % - darin bestätigt, dass wir bei der Etablierung einer neuen Unternehmenskultur deutliche Fortschritte erzielt und sich die Führungsqualitäten infolge des WoW-Kulturwandels verbessert haben. Darüber hinaus wird insgesamt eine Verbesserung in der Zusammenarbeit und der allgemeinen Arbeitskultur wahrgenommen. Auf diesen Erfolgen ruhen wir uns allerdings nicht aus, sondern führen den eingeschlagenen Weg konsequent fort. So wurden im Jahr 2022 auf Basis dieser Ergebnisse zahlreiche Workshops auf allen Ebenen des Unternehmens durchgeführt und bereits erste Maßnahmen ergriffen und implementiert. Drei globale Themenfelder sollen seitdem den Kulturwandel im Unternehmen voranbringen: Die Stärkung der Personalentwicklung (People Development), die Verschlankung der Prozesse, die Effizienzsteigerung sowie Stärkung der Zusammenarbeit (Work & Tasks) und die weitere Verbesserung der Kommunikation mittels neuer Plattformen und Kommunikationskaskaden (Communication).

Entwicklung der Mitarbeiter:innen und Nachwuchssicherung

Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter:innen sind der wesentliche Baustein für den Erfolg der GRAMMER Gruppe. Bei der Besetzung offener Stellen setzen wir in unserem Rekrutierungsprozess zunächst auf eine interne Ausschreibung. Erst wenn keine internen Bewerber:innen auf die Stelle passen, werden externe Kanäle, wie zum Beispiel Jobbörsen oder Personalagenturen, genutzt.

Ausbildung und Onboarding als wichtiger Bestandteil zur Nachwuchsrekrutierung

Um neue Mitarbeiter:innen schnell ins Unternehmen zu integrieren, wurde der Onboarding-Prozess, der ein "Orientation Training" sowie eine Reihe Trainings zu relevanten Personal- und fachlichen Themen umfasst, auch 2022 weiter verbessert. Bereits mit diesem Onboarding-Prozess vermitteln wir neuen Mitarbeiter:innen die WoW-Kultur und machen sie mithilfe von Übungen erlebbar. Die globale Einführung des Onboarding-Prozesses war dabei im abgelaufenen Geschäftsjahr in vollem Gange und zahlreiche Maßnahmen wurden insbesondere in EMEA und AMERICAS bereits umgesetzt. An den Standorten in China, wo der Onboarding-Prozess bereits 2021 implementiert wurde, haben sich erste positive Effekte - wie etwa eine Reduzierung der Fluktuationsquote - bereits bemerkbar gemacht.

Zur Bestätigung unserer Erfolge benötigen wir an unseren Standorten auch in Zukunft gut qualifizierte Nachwuchskräfte. Deshalb richtet GRAMMER die Berufsausbildung strategisch an den technologischen Fortschritten der Werke in Deutschland aus. Indem wir Ausbildungsinhalte unter Berücksichtigung zukünftig eingesetzter Technologien und Produkte anpassen, ist GRAMMER in der Lage, frühzeitig auf technologische Neuerungen zu reagieren. Ziel dabei ist, den fachlichen Bedarf der einzelnen Standorte abzudecken und somit die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Produktionsleistung durch qualifizierte Fachkräfte nicht nur zu gewährleisten, sondern weiterhin zu steigern. So wurden im Rahmen des Projekts "Ausbildungsstrategie" die Teilprojekte "Bedarfsplanung", "Ausbildungsmarketing" und "Übernahmeprozess" auf- und umgesetzt. Die ersten Erfolge lassen sich auch hier bereits erkennen, da die Anzahl der Bewerbungen erfreulicherweise zugenommen hat.

Um dauerhaft auf dem aktuellen Stand der Technik und der Forschung zu sein, unterhält GRAMMER darüber hinaus ein Forschungspartnernetzwerk mit einer Vielzahl an nationalen sowie internationalen Universitäten, von dem wir in vielen Bereichen profitieren und das zukünftig weiter ausgebaut werden soll. Derzeit bestehen beispielsweise in den Bereichen Ergonomie / Usability Partnerschaften mit renommierten Universitäten, aus denen GRAMMER Anwendungslösungen generiert. Darüber hinaus bestehen unter anderem Kooperationen mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), der Technischen Hochschule Ingolstadt - insbesondere mit der Fakultät Elektro- und Informationstechnik, die sich in spezialisierten Studiengängen unter anderem mit den Megatrends automatisiertes bzw. autonomes Fahren befasst - sowie der HAW Landshut. Bei Letzterer kooperiert GRAMMER im Wesentlichen mit den Studiengängen Digitalisierung sowie Prozessoptimierung & Management, unter anderem auch zwecks Ausbaus der Ausbildung von IT-Fachkräften bei GRAMMER. Mit diesem Netzwerk innerhalb und außerhalb Deutschlands positioniert sich GRAMMER außerdem für die Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte. Nach der coronabedingten Pause hat GRAMMER 2022 wieder verstärkt Präsenz auf verschiedenen Rekrutierungsveranstaltungen der Hochschulen gezeigt, so zum Beispiel auf dem Career Day an der OTH Regensburg.

Weiterbildung: Erfolgreich durch bedarfsorientierte Entwicklung

GRAMMER hat sich die Stärkung einer Lernkultur sowie den Ausbau zukunftsrelevanter Kompetenzen als Ziel für die nächsten Jahre gesetzt. Die Personalentwicklung schafft dabei den Rahmen und die Angebote bei GRAMMER, um die Kompetenzen der Mitarbeiter:innen unter Berücksichtigung der zukünftigen Anforderungen des Marktumfelds sowie der individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen weiterzuentwickeln.

Zu diesem Zweck wurde vor drei Jahren die GRAMMER Academy gegründet, die durch eine Learning-Management-Plattform unterstützt wird und global allen Verwaltungsmitarbeiter:innen zugänglich ist. Über diese Plattform werden sowohl die für GRAMMER notwendigen Qualifikationen vermittelt als auch zielgerichtete Trainings, deren Bedarf individuell in Mitarbeiter:innengesprächen ermittelt wird, durchgeführt. Insgesamt wurden 2022 über 17.500 Trainings in der GRAMMER Academy besucht. GRAMMER ist bestrebt, das Schulungsangebot kontinuierlich auszuweiten, und konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr das Angebot um eine Vielzahl neuer E-Learnings und neuer Formate erweitern, darunter Webinare und Blended-Learning-Angebote, die ab dem Jahr 2023 den Mitarbeiter:innen zur Verfügung stehen. Das Schulungsangebot von GRAMMER für die Produktionsmitarbeiter:innen zielt darauf ab, die individuelle Einsatzfähigkeit zu erhöhen und damit die Qualität und die Lieferperformance der Werke abzusichern. Die Entwicklung und Einbindung entsprechender Lerninhalte in die E-Learning-Plattform sind geplant und erste Schritte dazu wurden 2022 unternommen.

Führungskräfteentwicklung

Für die optimale Förderung und Weiterbildung unserer Nachwuchs- und Führungskräfte bieten wir unseren Mitarbeiter:innen die Teilnahme an verschiedenen sogenannten Corporate Development Programs an. Im Jahr 2022 wurden die früheren Programme (DRIVE, FAST LANE und TOP GEAR) neu aufgesetzt. Die neu konzipierten Programme integrieren Lerninhalte und Übungen, die unsere WoW-Kultur unterstützen. Das Programm "Talent Circle" ist auf Young Professionals mit Potenzial für weiterführende Positionen und Aufgaben ausgelegt. Ziel dieses Programms ist die Festlegung des weiteren Karrierewegs (Führung, Projekt oder Expert:in). An alle Führungskräfte richten sich die neuen Programme unter dem Namen "GRAMMER Way of Leading", die anschaulich das Modell der effektiven Führung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Führungsstile vermitteln. Das Programm "Global Leadership Development Circle" richtet sich an Teilnehmer:innen mit Potenzial aus dem mittleren Management. Die Corporate Development Programs unterhält GRAMMER, um die künftigen Führungskräfte weitgehend aus der eigenen Organisation heraus zu entwickeln, und hat zu diesem Zweck im Geschäftsjahr 2021 begonnen, einen internen Kandidat:innenpool für die Nachfolgeplanung aufzubauen. Im Berichtsjahr hat GRAMMER außerdem die Führungs-, Projekt- und Expert:innenlaufbahnen neu strukturiert. Das Unternehmen legt großen Wert auf die Anwendung eines global einheitlichen Stellenbewertungssystems für alle drei Karrierepfade, da alle drei Karrierewege gleichermaßen wichtig für den Erfolg der Gesellschaft sind.

Im Rahmen globaler Talentkonferenzen bieten wir unseren Mitarbeiter:innen eine Evaluation hinsichtlich ihres Potenzials und definieren mögliche Karriere- bzw. Entwicklungsschritte. Mittels sogenannter Talentprofile teilen die Mitarbeiter:innen bei GRAMMER ihren Führungskräften konkrete Karrierewünsche mit und evaluieren in gemeinsamen Gesprächen mögliche Optionen und die für die weitere Entwicklung im Unternehmen notwendigen Qualifikationen. Dadurch gewinnen die Mitarbeiter:innen Perspektiven im Unternehmen und erhalten anhand eines Entwicklungsplans Anregungen für das eigene weitere Vorwärtskommen.

Attraktive Vergütung

Ein durchdachtes Vergütungssystem stellt für GRAMMER einen weiteren wichtigen Baustein dar, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Dabei verstehen wir die Vergütung als ganzheitliches System aus verschiedenen Komponenten wie Festgehalt, leistungsabhängigen Bestandteilen und Nebenleistungen.

Es ist uns wichtig, dass unsere Mitarbeiter:innen ihre Vergütung als ebenso markt- wie leistungsgerecht empfinden. Bei Positionen im Management gelingt dies mithilfe eines 2021 neu eingeführten, unternehmensweit gültigen Stellenbewertungssystems. Dieses erlaubt es, Positionen sowohl innerhalb des gesamten Unternehmens als auch innerhalb des eigenen Marktumfelds anhand transparenter Kriterien vergleichbar zu machen und dadurch eine faire Gehaltsentwicklung sicherzustellen.

Neben einer marktgerechten Festvergütung erhalten die Mitarbeiter:innen im Management eine leistungsorientierte jährliche Zusatzvergütung in Form eines Performance-Bonus. Diese beruht auf einer weltweit einheitlichen Systematik und ergibt sich aus dem finanziellen Unternehmenserfolg, der Erreichung strategischer Unternehmens- und Bereichsziele sowie der individuellen Leistung der Mitarbeiter:innen. Der Prozess der Zielsetzung und -nachverfolgung wird seit dem abgelaufenen Geschäftsjahr im Rahmen des jährlichen Performance Management Process digital unterstützt und erlaubt den Mitarbeiter:innen und Führungskräften, ein regelmäßiges Feedback über Leistung und Verhalten (WoW CODE) zu erhalten bzw. zu geben. Auf diesem Weg stellt GRAMMER eine hohe Transparenz über die faire Zusammensetzung der leistungsorientierten Vergütung her.

Außerhalb des Managements bemisst sich die Vergütung nach tariflichen, betrieblichen und gesetzlichen Regelungen und stellt darüber eine Marktvergleichbarkeit her. Die Einbeziehung der Sozialpartner im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen sichert dabei eine hohe Akzeptanz bei den Mitarbeiter:innen.

Zusätzlich zu Fest- und leistungsorientierter Vergütung bietet GRAMMER seinen Mitarbeiter:innen ein breites Spektrum individueller, freiwilliger und sozialer Leistungen und Sonderzuwendungen, die sich sowohl an den Gepflogenheiten der lokalen Märkte wie auch an den Bedürfnissen der Mitarbeiter:innen orientieren. Exemplarisch lassen sich hier die betriebliche Altersversorgung an den Standorten in Deutschland oder umfangreiche Krankenversicherungsangebote in den USA und China hervorheben. Daneben bietet GRAMMER außerdem eine Vielzahl an nicht-monetären Benefits, wie Betriebsgastronomie, Betriebsarzt und sonstige soziale Unterstützungsleistungen.

Diversity & Inclusion meets WoW

Die Way-of-Working-Philosophie basiert auf den Grundwerten Vertrauen und Respekt. Somit sind auch Diversität und Inklusion ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Für uns ist die Diversität der Menschen und Persönlichkeiten bei GRAMMER eine bedeutsame Stärke des Unternehmens. Verschiedene Denkweisen und Anschauungen erweitern den Horizont und fördern die Kreativität.

Die Führungskräfte sowie die Mitarbeiter:innen bei GRAMMER sind überzeugt, als Unternehmen bessere Entscheidungen zu treffen, Mitarbeiter:innen längerfristig zu binden und eine bessere Kundenorientierung zu erzielen, wenn Diversität, Gleichstellung und Inklusion gefördert und gelebt werden. Um sicherzustellen, dass sich jede:r respektiert und gehört fühlt, werden Führungskräfte und Mitarbeiter:innen zu den CODE-Verhaltensweisen geschult.

Zur Förderung der Diversität unterstützt GRAMMER neben der Mitgliedschaft bei der Charta der Vielfalt auch das interne globale Netzwerk Ladies@GRAMMER zum gegenseitigen Austausch. Dort werden Tipps, interessante Veranstaltungen und Publikationen geteilt und somit das Bewusstsein für die Förderung von Frauen gestärkt.

Anteil Frauen an der Belegschaft per 31.12.2022

Weiblich Männlich
GRAMMER Gruppe 6.216 7.958
  (44 %) (56 %)
EMEA (inkl.CS) 3.503 4.462
  (44 %) (56 %)
AMERICAS 2.293 2.447
  (48 %) (52 %)
APAC 420 1.049
  (29 %) (71 %)

Bereits im Jahr 2006 haben wir die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Damit treten wir bewusst für mehr Toleranz und Offenheit im Umgang miteinander ein. Auf dieser Basis sind verschiedenste Aktionen und Programme entstanden, die zeigen, dass die Mitarbeiterinnen bei GRAMMER hinter der Charta stehen und diese Kultur leben. Anlässlich des Diversity Day 2022 hat GRAMMER beispielsweise ein Quiz veranstaltet, um das Bewusstsein für das Thema im Arbeitsalltag zu erhöhen.

Jurate Keblyte, CFO: "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Basis unseres Erfolgs. Jede und jeder bei GRAMMER erhält den Raum, sich einzubringen und sich weiterzuentwickeln, unabhängig davon, welches Geschlecht, welche Hautfarbe oder welche sexuelle Orientierung sie oder er hat. Auch das ist Teil unserer Way-of-Working-Philosophie."

Um die Bedeutung des Themas zu unterstreichen und noch mehr Bewusstsein zu schaffen, hat GRAMMER im Jahr 2022 die Diversity-Challenge konzipiert. Mit diesem Wettbewerb haben alle Mitarbeiterinnen die Möglichkeit, sich mit ihren Ideen für das Thema Diversität einzusetzen. Innerhalb der drei Kategorien Gestaltung (Shape), Zugehörigkeit (Belong) und Wirkung (Impact) sollen entlang der Fragen "Wie können wir Diversität am Arbeitsplatz besser sichtbar machen?", "Wie können wir vorurteilsfreie und integrative Zusammenarbeit stärken?" und "Wie können wir die Ergebnisse der Diversität am Arbeitsplatz neu denken und beachten?" Vorschläge gemacht werden, wie die Vielfalt bei GRAMMER aktiv und strukturiert gefördert werden kann. Der Start der Diversity-Challenge ist für das Jahr 2023 geplant. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung, zu der alle teilnehmenden Teams eingeladen sind, wird die Jury die besten Ideen prämieren.

Aktuell erarbeitet eine Projektgruppe zudem weitere Initiativen anlässlich des kommenden Diversity Day zu den Themen Diversität und Inklusion, da GRAMMER auch zukünftig jedes Jahr Aktivitäten rund um den Diversity Day organisieren möchte. Ein weiterer nachhaltiger Beweis, wie wir bei GRAMMER Vielfalt am Arbeitsplatz leben.

Menschen@GRAMMER in der digitalen Transformation

GRAMMER treibt die digitale Transformation im Unternehmen weiter voran, um den Mitarbeiter:innen Hilfestellung zu geben und die Effizienz im Arbeitsalltag weiter zu steigern. Schon jetzt bildet GRAMMER unter anderem den Performance-Management-Prozess und den Talent-Review-Prozess als Teil der Unternehmensplanung auf digitaler Basis ab. Im Rahmen des neu eingeführten Prozesses der Potenzialbewertung können alle teilnehmenden Mitarbeiter:innen ihre Talent Profiles in unserem HR-IT-System ausfüllen und ihre Karrierewünsche, ihre Mobilität und eventuelle Trainingsbedarfe mitteilen. Darüber hinaus wird an der Einführung einer global einheitlichen Datenbasis für alle Personalstammdaten gearbeitet. Hiermit sollen sowohl die weitere Digitalisierung der HR-Prozesse ermöglicht und gleichzeitig die Basis für ein besseres Reporting als Grundlage für strategische Entscheidungen der Unternehmensführung geschaffen werden. Das Projekt soll Ende 2023 abgeschlossen werden.

Die digitale Learning Management Solution von GRAMMER, die das zielgerichtete Lernen unabhängig von Ort und Zeit gewährleistet, ermöglicht die Aus- und Weiterbildung in den sogenannten Agile Skills, z. B. Scrum, agiles Projektmanagement, Design Thinking etc. Darüber hinaus bieten wir auf diesem Weg auch klassische Lerninhalte an, darunter Sprachtrainings, interkulturelle Trainings und Softwareschulungen.

Ebenso wurde eine umfassende digitale Wissensmanagement-Plattform eingeführt, auf der die Mitarbeiter:innen Best Practices und Wiki-Artikel zu operativen und Engineeringbezogenen Themen recherchieren können. Diese Plattform wird Zug um Zug um weitere Wissensgebiete erweitert, um den Erfahrungsaustausch unter den Mitarbeiter:innen effizient zu unterstützen. Auf derselben Plattform werden auch administrative Workflows digitalisiert sowie das Projektportfolio gemanagt.

Das neue GRAMMER Intranet - unsere globale Informations- und Kommunikationsplattform Mit der Einführung des neuen GRAMMER Intranets im Jahr 2022 bietet das Unternehmen allen Mitarbeiter:innen Zugang zu einer modernen Informations- und Kommunikationsplattform. Es eröffnet einen globalen und zentralen Zugangspunkt, an dem alle Mitarbeiter:innen Informationen und News, egal ob auf globaler, regionaler oder lokaler Ebene, finden und teilen können. Auf die Plattform kann jederzeit und überall über einen Webbrowser zugegriffen werden. Mit modernem Look und einer durchdachten, intuitiven Struktur ermöglicht das GRAMMER Intranet einen effizienten Weg zum Teilen von Nachrichten und Informationen an einem Ort.

Wohlbefinden durch maßgeschneiderte Lösungen unterstützen

Im Rahmen der GRAMMER Academy setzt sich die Initiative MyLife@GRAMMER für die Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Bedürfnissen ein. GRAMMER legt dabei viel Wert auf die Gesundheit, Familie und individuelle Flexibilität seiner Mitarbeiter:innen. Zur Förderung der Work-Life-Balance schafft GRAMMER die Rahmenbedingungen für flexible Arbeitszeitmodelle inklusive Teilzeit und unterstützt den beruflichen Wiedereinstieg für Eltern nach der Elternzeit. GRAMMER fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf außerdem durch Unterstützung bei der Organisation der Kinderbetreuung. Zu diesem Zweck befindet sich beispielsweise am Standort in Hardheim ein integrierter Kindergarten.

Gesundheit und Sicherheit als ständiger Fokus

Des Weiteren sind in einem produzierenden Unternehmen wie GRAMMER die Arbeitssicherheit und die Gesundheit der Mitarbeiter:innen von großer Bedeutung. Dabei stehen zwei wichtige Ansatzpunkte im Fokus: die Vermeidung von Arbeitsunfällen sowie die Förderung von Aktivitäten zum Erhalt der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter:innen. Um das sicherzustellen, hat GRAMMER verschiedene Maßnahmen ergriffen. Alle Führungskräfte bei GRAMMER werden regelmäßig sensibilisiert und sind sich ihrer Verantwortung im Arbeitsschutz bewusst. Alle Maschinen, Anlagen und Arbeitsprozesse sind grundsätzlich geprüft und freigegeben. Sofern technisch nicht vermeidbare Restgefahren bestehen, sind alle Beschäftigten entsprechend geschult und mit der vorgeschriebenen Schutzausrüstung ausgestattet. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilungen und den regelmäßig stattfindenden Sicherheitsunterweisungen werden die Mitarbeiter:innen über die Gefahren am Arbeitsplatz aufgeklärt. Die Einhaltung der Vorgaben stellen wir mit regelmäßigen Begehungen unter der Einbeziehung aller Führungskräfte sicher. Zusätzlich zu den Kontrollen wird die aktive Mitarbeit der Mitarbeiter:innen beim Arbeits- und Gesundheitsschutz gefördert.

In Deutschland arbeiten wir mit Mental Health First Aid (MHFA) zusammen und bilden Ersthelfer:innen für psychische Gesundheit aus. In dem Training eignen sie sich Grundwissen über verschiedene psychische Belastungen an, mit dem sie Betroffene gezielt unterstützen und informieren können. Im Mai 2022 wurden in Form eines Pilottrainings bereits die ersten Ersthelfer:innen bei GRAMMER ausgebildet. Im Jahr 2023 wird GRAMMER dieses Projekt auf ganz Deutschland ausweiten.

GRAMMER misst den Erfolg seiner Arbeitsschutzmaßnahmen mithilfe der Lost Time Injury Frequency Rate (LTIFR). Dieser Indikator für die Anzahl und Häufigkeit von Unfällen kann im zeitlichen Verlauf Entwicklungen des Unfallgeschehens aufzeigen.

Neben der LTIFR finden im Rahmen des Arbeitssicherheitsmanagementsystems der ISO 45001 auch regelmäßige Audits statt, in denen die ständige Verbesserung und Wirksamkeit bereits umgesetzter Maßnahmen überprüft werden. Die Gesamtheit aller arbeitssicherheitsrelevanten Faktoren wird verfolgt und am Ende des Jahres werden die Werke, die am besten abschneiden, mit einem Arbeitssicherheitspreis honoriert.

gesamt 31.12.2022 gesamt 31.12.2021
Anzahl Mitarbeiterinnen global, gesamt   14.174 13.845
  EMEA (inkl. CS)   7.965 7.625
  APAC   1.469 1.474
  AMERICAS   4.740 4.746
Anzahl Nationalitäten Deutschland     54 51
Anzahl Nationalitäten GRAMMER AG     23 35
Anteil der Mitarbeiterinnen, die außerhalb        
Deutschlands arbeiten   % 79,17 79,41
Anteil Frauen in der Belegschaft global, gesamt % 43,85 43,26
  EMEA (inkl. CS) % 43,98 43,57
  APAC % 28,59 27,20
  AMERICAS % 48,38 47,77
  in Deutschland % 23,34 23,02
Anteil Frauen in Führungspositionen GRAMMER AG Top-Management % 17,60 25,00
  Middle-Management % 13,70 10,60
Anteil Führungskräfte (mit Grade] außerhalb Deutschlands   % 46,86 42,33
Anzahl Azubis in Deutschland     63 83
Anteil der Mitarbeiterinnen in Teilzeit in Deutschland   % 4,51 4,18
Anteil der Mitarbeiterinnen unter 30   % 17,77 17,88
Anteil der Mitarbeiterinnen 30 bis 50   % 61,35 61,7
Anteil der Mitarbeiterinnen älter 50   % 20,88 20,41
Durchschnittsalter global Jahre 41,12 40,32
  EMEA (inkl. CS) Jahre 42,68 42,61
  APAC Jahre 37,12 36,34
  AMERICAS Jahre 39,72 37,87
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit global Jahre 8,04 8,2
  EMEA (inkl. CS) Jahre 10,41 10,53
  APAC Jahre 5,11 4,71
  AMERICAS Jahre 4,98 4,47
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit Deutschland     13,35 13,67

1 Keine Eintrittsdaten Legacy TMD bis 2021

1.5 Forschung und Entwicklung

F&E-Strategie

Der Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) ist zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und bildet ein wichtiges Fundament zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der GRAMMER Gruppe. Ergebnis des Strategieprozesses sind konkrete Produktstrategien für die Divisionen mit unterschiedlichen Anforderungen und Schwerpunkten in den jeweiligen Regionen. Die F&E-Strategie basiert auf der Vision, Produkte zu entwickeln, die sich hinsichtlich Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit konsequent an den Bedürfnissen der Kunden und Endnutzer orientieren. Dabei will GRAMMER in den wichtigsten Märkten mit entsprechenden F&E-Ressourcen vor Ort der bevorzugte Entwicklungspartner seiner internationalen Kunden sein.

GRAMMER setzt auf eine regionale F&E-Struktur im globalen Verbund mit einer zentralen Abteilung für divisionale und globale Aufgaben im Hinblick auf Produktstrategie, Nachhaltigkeit, Ergonomie und Design. Im Geschäftsjahr 2022 verfügte GRAMMER über insgesamt 14 F&E-Standorte, davon fünf in der Region EMEA, fünf in AMERICAS und vier in APAC. Dort arbeiten rund 580 Ingenieur:innen und F&E-Mitarbeiter:innen gezielt daran, Ergonomie, Sicherheit, Funktionalität, Qualität und Ästhetik der GRAMMER Produkte kontinuierlich zu verbessern. In China hat GRAMMER im Jahr 2022 seine F&E-Ressourcen in beiden Divisionen weiter ausgebaut, um dem starken regionalen Wachstum gerecht zu werden. Mit der lokalen Präsenz auf dem chinesischen Markt strebt GRAMMER eine eng verzahnte, regionale Zusammenarbeit mit seinen global agierenden Kunden an - von den ersten Entwicklungsschritten bis zum Endprodukt unter Berücksichtigung der länderspezifischen Marktbedürfnisse.

Forschungs- und Entwicklungszentren

Entwicklungsschwerpunkte

Die Entwicklungsschwerpunkte leiten sich aus der Produktstrategie der jeweiligen Division ab. Dabei berücksichtigen sie die in der Branche dominierenden Megatrends ebenso wie Kundenbefragungen und die kontinuierliche Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios. Bei den Megatrends stehen weiterhin die transformatorischen Veränderungen in der Automobilindustrie im Vordergrund, im Wesentlichen Neue Mobilität, elektrische und hybride Antriebe sowie Konnektivität. Darüber hinaus spielen die Megatrends Digitalisierung, Urbanisierung sowie Nachhaltigkeit nach wie vor eine maßgebende Rolle in der Produktentwicklung. Im Bereich Nachhaltigkeit unterstützt GRAMMER seine Kunden dabei, neue regulatorische Rahmenbedingungen einzuhalten, indem die Produkte im Hinblick auf Materialien und Verarbeitung nachhaltiger gestaltet werden. So leistet GRAMMER etwa durch konsequenten Einsatz von Leichtbaulösungen einen Beitrag zur Reduzierung des CO 2-Ausstoßes und des Kraftstoffverbrauchs von Fahrzeugen.

Konkret lagen die Entwicklungsschwerpunkte in der Division Automotive im vergangenen Jahr in allen drei Regionen auf Kundenprojekten, von der Akquise bis hin zur validierten Serienreife. Darüber hinaus wurden Ergebnisoptimierungen der laufenden Serie (VAVE) sowie zahlreiche kundengetriebene Serienänderungen (ECM) und Optimierungen vorangetrieben. Ergänzend konzentrierte sich GRAMMER bei Innovationsprojekten auf neuartige Konsolenfunktionalitäten wie den modularen Produktstandard für Konsolen mit Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte und einen ambitionierten CO 2-Fußabdruck, Glas als Design- und Funktionselement sowie die Aufwertung des gesamten Fahrzeuginnenraums. In der Division Commercial Vehicles standen neben der Erprobung kundenspezifischer Projekte im Onroad- und Offroad-Bereich die Weiterentwicklung der Sitzplattformen für den Offroad-Bereich (S2900, MSG 297), die Reduktion der Prozessvarianz im Bereich Offroad, die Weiterentwicklung von "Ubility One" für den Bus- und Bahnverkehr sowie die Serienentwicklung der gewichtsoptimierten Sitzplattformen für Hochgeschwindigkeitszüge im Vordergrund.

Effizientere Produktentwicklung durch Digitalisierung

Um den zukünftigen Anforderungen der Märkte und Regionen Rechnung zu tragen, hat GRAMMER ein Projekt zur Digitalisierung des Managements des gesamten Produktlebenszyklus (Product Lifecycle Management, d. h. PLM) gestartet. Im Jahr 2021 wurde damit begonnen, Methoden zu entwickeln, die die integrative Entwicklung von Produkt- und Fertigungsprozessen optimal unterstützen und die Ergebnisse und Informationen automatisiert an alle weiteren Systeme und Prozesse im Werk weitergeben. Diese Methoden wurden in das PLM-System konfiguriert, sodass ein globaler Rollout im laufenden Jahr erfolgen kann. Durch diesen neuartigen Ansatz können Entwicklungszeiten verkürzt und die Datenqualität deutlich verbessert werden, was letztendlich zu einer Qualitätssteigerung führt.

Mit erhöhter Transparenz werden nun die Prozesse der gesamten Produktentwicklung wie Konzeptentwicklung und Akquise, Engineering Change, Produkt- und Prozessplanung in einem System gesteuert, optimiert und verkürzt. Auf dieser Basis wird eine integrierte CO 2-Bewertung bereits in der Produkt- und Prozessplanung implementiert, um den CO 2-Fußabdruck von Produkten und Produktion nachhaltig und frühzeitig zu reduzieren.

F&E-Aufwand

Im Geschäftsjahr 2022 beliefen sich die nicht aktivierungsfähigen Kosten für Forschung und Entwicklung auf 86,9 Mio. EUR (Vj. 78,2 Mio. EUR) und somit auf 4,0 % des Gesamtumsatzes (Vj. 4,1 %). Zudem wurden im Anlagevermögen 7,1 Mio. EUR (Vj. 7,5 Mio. EUR) an Entwicklungskosten aktiviert.

Ergebnisse der F&E-Arbeit

GRAMMER verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreiche Serienstarts von zahlreichen Entwicklungsprojekten und brachte innovative Produkte zur Marktreife. Die Zahl der gruppenweit angemeldeten und erteilten Patente belief sich auf 2.054 (Vj. 1.955).

Nachfolgend sind die wesentlichen Projekte der Divisionen im Jahr 2022 aufgeführt:

Weiterentwicklung des Produktportfolios im Bereich Commercial Vehicles

Im Bereich der Sitzsysteme für die verschiedenen Segmente des Commercial-Vehicles-Marktes liegt der Fokus auf der weiteren Erhöhung des Fahrkomforts, der passiven Sicherheit, der Ergonomie sowie der Gesunderhaltung der Fahrzeuginsass:innen. Darüber hinaus sorgen neue Funktionen im Sitzoberteil (Mobilisierungssystem in Sitzkissen, mehrstufiges Klima- und Heizsystem, verbesserte Lendenwirbelunterstützung in Kombination mit einer optimierten Seitenkonturanpassung) für mehr Komfort und zusätzliche Sicherheit. Die Megatrends globales Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und beschleunigte Logistikdienstleistungen unterstützen das anhaltende Wachstum im Bereich Commercial Vehicles. Eine nachhaltige Prozessoptimierung in einem der größten Produktionswerke in Verbindung mit einer modular aufgebauten Produktwelt wird ein weiterer wichtiger Baustein in der Weiterentwicklung von GRAMMER sein.

Im Lkw-Segment hat GRAMMER im Jahr 2022 damit begonnen, die global einsetzbaren Truck-Sitzgenerationen auf Basis von MSG90.6 und MSG115 für die unterschiedlichen Regionen und Märkte weiterzuentwickeln. Mit einem Konzeptmuster auf der IAA Transportation hat GRAMMER einen innovativen Lösungsvorschlag für die N1-Fahrzeugklasse vorgestellt. Dieses beinhaltet ein komplett neues Federungskonzept unter Verwendung nachhaltiger Materialien für Struktur, Schaumteile und Bezüge.

Mit dem Ziel, den urbanen Personentransport im 21. Jahrhundert mitzugestalten, hat GRAMMER bereits im Oktober 2021 sein Konzept Ubility One vorgestellt und auf unterschiedlichen Messen 2022 großflächig der Öffentlichkeit präsentiert. Die innovative Produktfamilie weist mit konsequentem Leichtbau, nachhaltigem Design und hohem Nutzungskomfort den Weg in die urbane Mobilität der Zukunft. GRAMMER positioniert sich mit Ubility One als erster Anbieter eines ganzheitlichen Interieurkonzepts für Busse und Bahnen von morgen. Das Unternehmen bedient damit den Megatrend Urbanisierung und wird wachsenden individuellen Mobilitätsbedürfnissen gerecht.

Der Produktionsstart der ersten Modelle aus der Ubility-One-Produktfamilie ist für 2023 an einem europäischen GRAMMER-Standort vorgesehen. Mit der Markteinführung von Ubility One unterstreicht das Unternehmen seine Position als einer der führenden Anbieter von Sitzlösungen für den weltweiten urbanen Personenverkehr.

Neue Produktkonzepte im Bereich Automotive

Durch die zunehmende Elektrifizierung des Antriebs sowie die weitere Automatisierung von Fahrfunktionen erwartet GRAMMER in den kommenden Fahrzeuggenerationen eine Veränderung der Produktionsprozesse sowie der Anforderungen der Hersteller an die Zulieferer. Deshalb folgen die Innovationsschwerpunkte von GRAMMER den aktuellen Megatrends der Automobilindustrie und zielen auf Funktionsintegration, Nachhaltigkeit, Modularisierung, den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit sowie neue kundenerlebbare Funktionalitäten ab. Schwerpunktthemen in der Weiterentwicklung der F&E-Kompetenzen und -Methoden sind zum Beispiel die durchgängige digitale Validierung, die Standardisierung von Produkten und Prozessen aus Best-Practice-Analysen, Variantenangebote auf Basis modularer Produktkonzepte sowie die Umsetzung eines konsequenten Product-Lifecycle-Managements von der Konzeptphase bis in die Serienfertigung.

Besonders Elektroautos können durch ihre Architektur noch besser an die Bedürfnisse der Endkund:innen angepasst werden, deren Erwartungen an Komfort, Flexibilität und Funktionalität sich grundlegend ändern werden. Neben einem großzügigeren Raumangebot kann die Bedienung durch die Reduzierung von Schaltern und Knöpfen vereinfacht werden. Dabei wird die Mittelkonsole durch den Wegfall des Antriebsstrangs eine noch wichtigere Rolle im Fahrzeug spielen und neue Funktionen erhalten. In einem Vorentwicklungsprojekt zur Zukunft der Mittelkonsole wurde auf der Basis von internationalen Input-Workshops eine variable, modular bestückbare Fahrzeugumgebung konzipiert und erstellt. Das Ergebnis dieses Projekts ist ein flexibles Forschungsinstrument, das die Grundlage für die Elemente, Funktionen und Anordnung zukünftiger Innenräume auf der Grundlage von Benutzerfreundlichkeit und Komfort bietet. Je nach Sitzposition und -ausrichtung sind unterschiedliche Positionen für Ablagen, Getränkehalter, Eingabemedien und Ablageelemente erforderlich, so dass flexible, bewegliche und vielseitige Elemente von Vorteil sind. In diesem Zusammenhang setzt GRAMMER auf funktionale Upgrades wie beheizte Oberflächen oder flexible und individualisierbare Ablagesysteme und auf einen nachhaltigen Material- und Prozessansatz, um die ambitionierten Ziele beim CO 2-Fußabdruck zu erreichen.

Aus dem GRAMMER-Innovationsportfolio hervorzuheben ist daneben der erstmalige Serieneinsatz von 3D-Glas im Fahrzeuginnenraum als neuartiges Premiummaterial mit innovativen Designansätzen. Durch ein neues Umformverfahren können dreidimensionale Module aus Glas erzeugt werden, die sich nahtlos in bestehende Innenraum-Architekturen einfügen. Glas verbindet die Vorteile hoher Robustheit mit den dekorativen Eigenschaften einer hochwertigen Oberfläche und einer Vielzahl attraktiver Designelemente und ist zudem wiederverwertbar und damit nachhaltiger als herkömmliche Materialien.

Im Bereich Seat Components hat GRAMMER im Rahmen einer strategischen Kooperation mit HARMAN International Industries die Audio Headrest erarbeitet. Dabei sollen optimierte Audiosysteme in Kopfstützen integriert werden. Es ist geplant, zukünftig gemeinsam Best-in-Class-Audiosysteme mit neuen Möglichkeiten wie individuellen Sound-Zonen und Noise Cancellation anzubieten.

Die Innovationen der Produktgruppe Interior Components zielen auf neuartige Fertigungsverfahren und Materialien ab, die den Designer:innen neue gestalterische Akzente - insbesondere im Luxussegment - sowie neue Produktkonzepte wie zum Beispiel Ausströmer mit elektrischem und verborgenem Verstellmechanismus (E-Airvent) ermöglichen. Das GRAMMER Innovationsportfolio findet bei den Kunden großen Anklang und öffnet damit Türen für zukunftsweisende Kooperationen und Vorentwicklungsprogramme.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Weltwirtschaft stand im Jahr 2022 allen voran unter dem Einfluss des Kriegs in der Ukraine. Der Einmarsch Russlands hat die gesamtwirtschaftliche Entspannung nach der weitgehend überstandenen COVID-19-Pandemie abrupt unterbrochen. Die Energiekrise und allgemein drastische Kostensteigerungen beeinflussten die wirtschaftlichen Aussichten im Verlauf des Jahres stark. Hinzu kamen Material- und Lieferengpässe, der Fachkräftemangel und strikte, pandemiebedingte Lockdowns in China. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht in seinem aktuellen World Economic Outlook vom Januar 2023 daher eine deutliche Abschwächung des globalen - und insbesondere des europäischen und US-amerikanischen - Wachstums im Jahr 2022. Allerdings fiel die Konjunkturabschwächung weniger stark aus als von den Expert:innen zunächst angenommen. Gründe hierfür waren insbesondere die robusten Arbeitsmärkte und die relativ stabilen Energiepreise.

Das globale Wachstum im Gesamtjahr 2022 belief sich nach den Angaben des IWF auf 3,4 % und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 6,2 %. Das Bruttoinlandsprodukt in den Industrieländern stieg 2022 um 2,7 %, in den Entwicklungsländern um 3,9 %.

Auch in der Region AMERICAS wirkten sich die stark gestiegenen Preise erheblich auf das Wirtschaftswachstum aus. Besonders in den USA schwächte sich die Inflation bis zum Ende des Jahres allerdings deutlich ab - mit positiven Effekten auf die US-Wirtschaft. Aufgrund des entschiedenen Handelns der US-Notenbank - die FED hatte den Leitzins im Jahresverlauf schrittweise auf eine Spanne von 4,25 % bis 4,50 % erhöht - schätzt der IWF mittlerweile in den USA ein Wirtschaftswachstum von 2,0 % im Jahr 2022, 0,4 Prozentpunkte mehr im Vergleich zu der Prognose von Oktober 2022. In Mexiko lag das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bei 3,1 %.

Vor allem die Region EMEA war von der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energiekrise stark betroffen. Die Expert:innen des IWF korrigierten hier ihre Prognosen im Verlauf des Jahres besonders deutlich nach unten. Allerdings wurden während des zweiten Halbjahres erste Entspannungsanzeichen auf den Gasmärkten sichtbar. Für Deutschland geht der IWF trotz aller Herausforderungen von einem Wachstum von 1,9 % im Jahr 2022 aus. Im gesamten Euroraum wuchs das BIP laut aktueller Schätzung um 3,5 %.

Die Entwicklung in der Region APAC war besonders durch die strikten COVID-19-Lockdowns in China gekennzeichnet, die zu deutlichen Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivitäten führten. Zwar wurden die COVID-19-bedingten Restriktionen gegen Ende des Jahres 2022 aufgehoben, in der Folge stiegen die COVID-19-Infektionen im Land jedoch rasant an. Der IWF geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung Chinas im Jahr 2022 um lediglich 3,0 % zugenommen hat. In Japan erhöhte sich das BIP im vergangenen Jahr voraussichtlich um 1,4 %.

2.1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Vorsichtige Erholung der Automobilbranche

Automobilproduktion im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr

Die Automobilwirtschaft konnte im Jahr 2022 die leichte Erholung in Bezug auf das Produktionsvolumen fortsetzen. Trotzdem verhinderten Engpässe bei der Versorgung mit Halbleitern, die bis zum Ende des Jahres dominierende Null-COVID-Politik in China und die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine einen deutlicheren Aufschwung. Insgesamt stieg das Produktionsvolumen 2022 laut Daten von S&P Global Mobility um 6,0 % an. Damit blieb das Niveau allerdings noch deutlich hinter den Zeiten vor der COVID-19-Pandemie zurück. Insbesondere die weltweite Fahrzeugnachfrage litt unter einer nur schwachen Erholungsdynamik. Hier beeinträchtigten die steigenden Zinssätze, Probleme in der Lieferkette, höhere Neuwagenpreise und deutlich verstärkte Bedenken hinsichtlich der Energiepreise die Nachfrage. Die Märkte in China und AMERICAS erholten sich dabei deutlich stärker als der Markt in EMEA.

Nachdem sich die Produktion in der Region AMERICAS im Jahr 2021 bereits leicht erholt hatte (+2,5 %), erhöhte sie sich im Berichtszeitraum um 9,5 % gegenüber dem Vorjahr (1.481.486 Fahrzeuge). Nach einem Rückgang im Auftaktquartal (-3,4 %) infolge von Produktionsausfällen wegen der Halbleiterknappheit erholten sich die Produktionszahlen im zweiten Quartal wieder (+11,9 %) und legten in der zweiten Jahreshälfte ebenfalls deutlich zu (Q3 2022: +25,0 %, Q4 2022: +7,1 %).

In der Region EMEA standen die Lieferketten und die Versorgung mit Halbleitern 2022 weiter unter Druck. Hinzu kamen eine deutlich angespannte Situation bei der Gasversorgung und stark erhöhte Energiepreise. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gingen die Produktionszahlen daher um -0,3 % oder 58.150 Fahrzeuge zurück. In den ersten beiden Quartalen reduzierten sich die Produktionszahlen gegenüber den Vorjahreszeiträumen deutlich um -14,7 % und -3,1 % im ersten respektive zweiten Quartal. Das zweite Halbjahr fiel dagegen deutlich positiver aus, was zu einer Erhöhung der Produktion von 24,2 % im dritten und 0,5 % im vierten Quartal führte.

Die Region APAC verzeichnete gemäß S&P Mobility insgesamt eine Produktionssteigerung von 7,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch hier wurde das Wachstum insbesondere von einem starken dritten Quartal getragen. In der ersten Jahreshälfte und auch im vierten Quartal sorgte die COVID-19-Politik der chinesischen Regierung immer wieder zu vereinzelten Produktionsunterbrechungen. Insgesamt nahm das Produktionsvolumen im ersten Quartal 2022 dennoch leicht um 1,8 % zu. Im Folgequartal musste der Markt hingegen eine Stagnation der Produktionszahlen gegenüber den Vorjahresquartalen hinnehmen (Q2 2022: -0,3 %). Das dritte Quartal konnte mit einem Zuwachs von +32,9 % für eine deutliche Erholung sorgen, während im vierten Quartal erneut ein leichter Rückgang von -1,2 % zu verzeichnen war.

Nutzfahrzeugmarkt: Kapazitätsengpässe und Lieferprobleme

Nutzfahrzeugproduktion (Lkw und Busse) im jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr

Das weltweite Produktionsvolumen der Nutzfahrzeugbranche sank im Jahr 2022 laut Daten von LMC Automotive deutlich um -15,5 %. Der Rückgang wurde ausgelöst durch die gesamtwirtschaftliche Krise infolge des Kriegs in der Ukraine, strenge Lockdowns in China und die trotz leichter Verbesserungstendenzen anhaltenden Probleme in der Lieferkette, insbesondere mit Blick auf die Versorgung mit Halbleitern.

Die negative Entwicklung in der Region APAC ist im Wesentlichen auf den Produktionsrückgang von -0,7 Mio. produzierten Einheiten in China zurückzuführen. Dies entspricht einem Minus von -46,6 % im Vergleich zum Vorjahr, wobei der Rückgang im ersten Halbjahr 2022 mit -56,3 % weitaus deutlicher ausfiel als im zweiten Halbjahr mit -24,8 %. Der Rückgang lag im Gesamtjahr in der Region APAC bei -27,9 %.

Die Entwicklung in der Region AMERICAS im Jahr 2022 fiel dagegen mit einer Steigerung der Produktion um 8,3 % deutlich positiver aus. Trotz der anhaltenden Lieferkettenprobleme war hier die Nachfrage robust und es kam zu einem Nachholbedarf in der Produktion. Nachdem das Lkw-Produktionsvolumen hier im ersten Halbjahr nur leicht um 3,8 % zulegte, erholte sich der Markt im weiteren Verlauf des Jahres deutlicher und verzeichnete im zweiten Halbjahr ein Wachstum des Produktionsvolumens um 12,8 %.

Die Region EMEA konnte im Jahr 2022 mit einem Wachstum der Produktionszahlen von 4,6 % ebenfalls zulegen. Dabei stagnierten die Zahlen im ersten Halbjahr noch in etwa auf Vorjahresniveau, während sie im zweiten Halbjahr um 9,2 % anstiegen. Ausschlaggebend für den Anstieg im Vergleich zum Vorjahr war insbesondere die deutlich negative Marktsituation im Jahr 2021 aufgrund der zu diesem Zeitpunkt eskalierenden Halbleiterknappheit und der damit einhergehenden deutlich geringeren Produktionsmengen.

Landtechnik

Die Landtechnikindustrie entwickelte sich laut PSR OE Link im Jahr 2022 negativ mit einem Rückgang in Höhe von -3,6 %. Das niedrigere Volumen ist vor allem auf die Entwicklung in Russland, Indien, China und der Ukraine zurückzuführen. Die ukrainischen Agrarexporte sanken infolge des russischen Einmarschs im Vergleich zu Vorkriegszeiten deutlich. Hinzu kamen 2022 auch im Landtechniksektor starke Preissteigerungen, die den Druck auf die OEMs erhöhten.

Baumaschinensektor

Der globale Baumaschinensektor verzeichnete laut PSR OE Link ebenfalls ein Minus in Höhe von -7,7 %. Hauptgrund ist die Krise im chinesischen Immobilienmarkt, der in einer tiefen Rezession steckt. Im Jahresverlauf andauernd verhängte Lockdowns verlangsamten die Bauaktivitäten weiter.

Material-Handling

Die Material-Handling-Industrie hat sich im vergangenen Jahr deutlich positiv entwickelt. Dazu trugen vor allem die wachsende E-Commerce-Branche und die Automatisierung in der Logistikbranche bei. Laut der letzten Prognose von PSR OE Link stieg die Produktionsleistung im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 9,2 %.

Bahnindustrie

Für die Bahnindustrie erwartet PSR OE Link bis 2028 ein Wachstum der weltweiten Bahnproduktion. Im Jahr 2022 stieg die Produktion laut aktueller Prognosen um weitere 2,9 %, nachdem sie bereits 2021 mit 15,3 % kräftig zugelegt hatte. Die Nachfrage litt im Berichtszeitraum deutlich weniger unter der COVID-19-Pandemie als andere Segmente. Zudem haben die Verträge in diesem Bereich in der Regel eine längere Laufzeit.

2.2 Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2022

Herausforderndes wirtschaftliches Umfeld

Das Geschäftsjahr 2022 war von einem herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld geprägt. Die Lieferkettenunterbrechungen und starken Materialpreissteigerungen hatten sich bereits im zweiten Halbjahr 2021 negativ ausgewirkt. Letztere verschärften sich infolge des Ausbruchs des Ukraine-Kriegs signifikant. Die stark gestiegenen Rohstoff-, Material- und Energiepreise und die Einschränkungen bei der Lieferung von Halbleitern belasteten die Geschäftsentwicklung der GRAMMER Gruppe erheblich. Hinzu kamen neue coronabedingte Lockdowns, vor allem in der ersten Jahreshälfte, im für GRAMMER wichtigen chinesischen Markt. Gegen Ende des Jahres gab die chinesische Regierung ihre Null-COVID-Politik auf und beendete Lockdowns, die strenge Testpflicht und andere Quarantäneregeln. Als Folge war jedoch ein starker Anstieg der COVID-19-Infektionen zu verzeichnen. In diesem herausfordernden Umfeld konnte sich GRAMMER dennoch auch im Geschäftsjahr 2022 behaupten und die negativen Auswirkungen der gesamtwirtschaftlichen Situation eingrenzen.

Mittelfristausblick 2025

Anfang des Jahres 2022 hat das Management der GRAMMER AG seine strategischen Schwerpunkte bekannt gegeben und daraus Ziele für das Jahr 2025 abgeleitet. Der Umsatz der GRAMMER Gruppe soll bis 2025 auf 2,5 Mrd. EUR wachsen, wovon 60 % in der Division Automotive und 40 % in der Division Commercial Vehicles erwirtschaftet werden sollen. Für das operative EBIT strebt das Unternehmen im Jahr 2025 eine Marge von über 5 % an, für das Konzernergebnis nach Steuern wurde eine Ziel-Marge von über 4 % angegeben. Das Umsatzwachstum wird von allen Regionen getragen, wobei die Region APAC zur zentralen Wachstumsplattform für beide Divisionen ausgebaut und die Region AMERICAS auf einen profitablen Wachstumspfad zurückgeführt werden soll. Ein wichtiger Baustein zur Erreichung dieses Ziels ist das Restrukturierungsprojekt "P2P Path to Profitability", mit dem der nachhaltige Turnaround in der Region AMERICAS, dem heute zweitgrößten Markt, bis 2024 erreicht werden soll. Als weiteres wesentliches Etappenziel im Rahmen der Mittelfristplanung bis 2025 wurde die Reduzierung der konzernweiten CO 2-Emissionen um 25 % verabschiedet. Im Jahr 2030 soll dann das bereits im Rahmen der GRAMMER Green-Company-Initiative veröffentlichte Ziel einer CO 2-Reduktion von 50 % erreicht werden. Eine ausführliche Darstellung aller Mittelfristziele findet sich auch im Online-Geschäftsbericht 2022.

Wechsel im Aufsichtsrat

Die GRAMMER AG konnte zur ordentlichen Hauptversammlung im Mai zwei neue Mitglieder im Aufsichtsrat begrüßen, nachdem Alfred Weber und Dr. Peter Merten ihr Amt mit dem Ende der Veranstaltung niederlegten. Die Hauptversammlung wählte Dagmar Rehm, die anschließend den Vorsitz des Prüfungsausschusses übernommen hat, und Dr. Martin Kleinschmitt, der im Anschluss an die Hauptversammlung von den Aufsichtsratsmitgliedern zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt wurde, in den Aufsichtsrat. Dagmar Rehm verfügt über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung im Bereich Finance Management. Zuletzt fungierte sie als CFO der Juwi AG, einem deutschen Projektentwickler für Windkraft- und Solaranlagen weltweit. Dr. Martin Kleinschmitt ist Rechtsanwalt und CEO der Noerr Consulting AG, einer Beratungseinheit von Noerr, einer der führenden europäischen Kanzleien. Darüber hinaus ist er Aufsichtsratsmitglied der SAF-HOLLAND SE, eines börsennotierten Nutzfahrzeug-Zulieferers und verfügt somit über wertvolles Branchen-Know-how, insbesondere im Hinblick auf die GRAMMER Division Commercial Vehicles. Mit der Wahl stieg der Frauenanteil unter den Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseigner auf 50 % an. Insgesamt liegt der Frauenanteil des Gremiums nun bei rund 42 %.

Neue Führungsstruktur etabliert

GRAMMER hat im Geschäftsjahr 2022 eine neue und zukunftsorientierte operative Führungsstruktur etabliert. Den beiden Vorständen Jens Öhlenschläger, Vorstandssprecher (CEO), und Jurate Keblyte, Finanzvorstand (CFO) und Arbeitsdirektorin, steht seit der zweiten Jahreshälfte ein "Executive Committee" zur Seite. Es besteht aus den fünf Präsidenten der Regionen und Divisionen. Dabei übernimmt Guoqiang Li, President China, auch die Funktion des Chief Operating Officer (COO) und Dr. Andreas Diehl, President Commercial Vehicles, zusätzlich die Funktion des Chief Technology Officer (CTO). Die neue Führungsstruktur wird GRAMMER gestärkt in die Zukunft führen und insbesondere zur Umsetzung der Mittelfristziele für das Jahr 2025 beitragen. Der ehemalige CEO Thorsten Seehars war zum 31. Mai 2022 aus dem Unternehmen ausgeschieden.

GRAMMER baut Präsenz im chinesischen Aftermarket aus

Auf dem weltweit größten Nutzfahrzeugmarkt in China hat GRAMMER seine Wachstumsstrategie im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter vorangetrieben und den neuen Premium-Fahrersitz Roadtiger eingeführt. Für den Serieneinsatz in zahlreichen Lkw-Modellplattformen produzierte GRAMMER bereits hochwertige Nutzfahrzeugsitze in China. Nun bedient das Unternehmen auch über den chinesischen Nachrüstmarkt die kontinuierlich steigende Nachfrage nach hochwertigen, ergonomischen Lkw-Fahrersitzen. Der auf dem chinesischen Markt zur Nachrüstung erhältliche Fahrersitz Roadtiger basiert auf der erfolgreichen GRAMMER-Baureihe MSG 115. Der luftgefederte Sitz bietet in der Top-Ausstattung zahlreiche intuitiv einstellbare Features wie Schulter- und Seitenwangenunterstützung, Dämpfungscharakteristika, pneumatische Lordosenstützen, Sitzklimatisierung, eine Heizung und vieles mehr.

GRAMMER übernimmt zentrale Rolle im Digitalisierungsprojekt des Bundeswirtschaftsministeriums

Die GRAMMER AG hat als Verbundkoordinator eine zentrale Rolle beim Digitalisierungsprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz für Adaptive Prozessketten zur Steigerung der Produktionsqualität und -effizienz (AdaProQ) übernommen. Ziel des Projekts ist es, einheitliche und digitale Prozesse und Strukturen in den Fertigungs- und Lieferketten der deutschen Automobilindustrie zu schaffen, die an den Standorten der beteiligten Unternehmen erarbeitet werden. Im Zentrum stehen bei GRAMMER vor allem die Werke in Haselmühl und Ebermannsdorf. Das Volumen des Projekts beläuft sich auf insgesamt 19,1 Mio. EUR.

GRAMMER entwickelt nächste Generation der Mittelkonsole

Die Architektur von Fahrzeuginnenräumen verändert sich stetig und bietet GRAMMER, als einem der führenden Lieferanten im Mittelkonsolen-Geschäft, den perfekten Schauplatz zum Weiter- und Vorausdenken. Mit dem Baukasten für die Mittelkonsole der Zukunft stellt das Unternehmen die Nutzer:innen noch stärker in den Fokus, geht neue Schritte bei Design und Funktionsweise und macht das Produkt zukunftsfähig: nachhaltig, leicht, multifunktional und digital. So zum Beispiel bei der frei stehenden Mittelkonsole im BMW iX, die GRAMMER als Partner der ersten Stunde gemeinsam mit Designer:innen und Interieur-Expert:innen der BMW Group gestaltet hat. Dank des fehlenden Mitteltunnels und einer Mittelkonsole, die über dem Boden zu schweben scheint, wird Passagier:innen mehr Beinfreiheit geboten. Auch für den neuen VW Multivan von Volkswagen Nutzfahrzeuge hat GRAMMER eine Mittelkonsole der nächsten Generation in konsequentem Leichtbau mit innovativen Features und Bedienfunktionen entwickelt. GRAMMER passt sich damit als zukunftsorientiertes Unternehmen kontinuierlich an neue Gegebenheiten und Bedürfnisse der Nutzer:innen an und stellt diese in den Vordergrund.

Neuheiten auf internationalen Fachmessen

Nach den zahlreichen Corona-Beschränkungen in der Vergangenheit war GRAMMER im Geschäftsjahr 2022 wieder auf zahlreichen Fachmessen präsent. Auf der IAA Transportation in Hannover und der InnoTrans in Berlin Ende September stellte GRAMMER erstmals sein Ubility-One-Konzept einer breiten Öffentlichkeit vor. Mit dem ultraleichten Next-Generation-Sitzsystem für Bus und Bahn macht GRAMMER den städtischen Personentransport fit für das 21. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stand außerdem der neue MSG 90.7, ein nach modernsten ergonomischen Erkenntnissen entwickelter Fahrersitz mit innovativen Features wie mehrstufiger Gurthöheneinstellung, smarten Bedienelementen, einem haptischen Warnsystem und einstellbarer Schulterunterstützung. Auch auf Südamerikas größter Transportmesse, der Fenatran in Brasilien, stellte GRAMMER zuletzt ein breites Produktangebot für alle Fahrzeugarten und Einsatzgebiete vor.

Fortschritte auf dem Weg zur Green Company

GRAMMER hat es sich zum Ziel gesetzt, ein nachhaltiges Unternehmen zu werden und zu diesem Zweck fünf Bereiche identifiziert, in denen GRAMMER gemeinsam mit seinen Mitarbeiter:innen grüner und nachhaltiger werden will, bspw. ein geringerer Energie- und Ressourcenverbrauch oder beim Emissionsausstoß. Mit diesen fünf Themen nimmt GRAMMER den gesamten Lebenszyklus der Produkte in den Blick. So wird die Philosophie der Green Company in alle Unternehmensprozesse integriert. Im vergangenen Jahr sind auf diesem Wege Hunderte große und kleine Projekte entstanden, die das Unternehmen schon heute nachhaltiger machen. Beispielsweise konnten Vergleich zu 2019 die CO 2-Emissionen (Scope 1 und 2) bereits um 10 % gesenkt werden und seit 2022 betreibt GRAMMER alle Werke in Deutschland und einige weitere Werke in Europa mit 100 % Ökostrom. Und auch auf lokaler Ebene konnten dank des Einsatzes der Mitarbeiter:innen schon einige Erfolge verzeichnet werden: Im Werk Tetla (Mexiko) wurden Produktverpackungen aus Pappe und Plastik durch Mehrwegverpackungen sowie biologisch abbaubare Beutel ersetzt und Abfälle hierdurch erheblich reduziert und mehr als 237 Tonnen CO 2 eingespart. Zudem wurden an mehreren Produktionsstandorten konventionelle Lichtsysteme durch modernste LED-Leuchten ersetzt und dadurch rund 630.000 kWh Strom eingespart. Der Erfolg von GRAMMERs Einsatz für mehr Nachhaltigkeit zeigt sich beispielsweise auch in den positiven Bewertungen der Ratingagenturen: Bei EcoVadis konnte GRAMMER seinen Status im Berichtsjahr von Bronze auf Silber und bei CDP von der Note C auf B verbessern. Mehr zur Initiative Green Company und zu weiteren Themen finden Sie in der nicht-finanziellen Erklärung.

2.3 Kennzahlen und Geschäftsverlauf im Überblick

Wesentliche Kennzahlen GRAMMER Gruppe

In Mio. EUR GRAMMER Gruppe EMEA
2022 2021 Veränderung 2022 2021 Veränderung
Umsatz 2.158,8 1.903,0 255,8 1.131,4 1.061,5 69,9
EBIT -45,0 18,9 -63,9 58,6 43,3 15,3
EBIT-Rendite (in %) -2,1 1,0 -3,1 %-Punkte 5,2 4,1 1,1 %-Punkte
Operatives EBIT 35,5 22,8 12,7 60,0 47,2 12,8
Operative EBIT-Rendite (in %) 1,6 1,2 0,4 %-Punkte 5,3 4,4 0,9 %-Punkte
Investitionen (ohne Finanzanlagen) 91,0 114,7 -23,7 36,0 46,2 -10,2
Mitarbeiterinnen (Anzahl, Durchschnitt) 14.044 14.006 36 7.429 7.522 -93
In Mio. EUR AMERICAS APAC
2022 2021 Veränderung 2022 2021 Veränderung
Umsatz 672,5 517,7 154,8 426,7 406,3 20,4
EBIT -125,8 -61,7 -64,1 47,0 52,9 -5,9
EBIT-Rendite (in %) -18,7 -11,9 -6,8 %-Punkte 11,0 13,0 -2,0 %-Punkte
Operatives EBIT -48,3 -61,5 13,2 48,5 52,8 -4,3
Operative EBIT-Rendite (in %) -7,2 -11,9 4,7 %-Punkte 11,4 13,0 -1,6 %-Punkte
Investitionen (ohne Finanzanlagen) 19,7 21,1 -1,4 21,5 35,7 -14,2
Mitarbeiterinnen (Anzahl, Durchschnitt) 4.724 4.688 36 1.483 1.375 108

Der Konsolidierungseffekt des Umsatzes, der konzernintern zwischen den Regionen generiert wurde, betrug im Berichtsjahr 71,8 Mio. EUR. Im Jahresdurchschnitt 2022 waren im Bereich Central Services 408 Mitarbeiter:innen beschäftigt

Geschäftsverlauf der GRAMMER Gruppe

Nach der konjunkturellen Erholung der Weltwirtschaft im Vorjahr mussten im Berichtszeitraum erhebliche Herausforderungen durch die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gemeistert werden. Stark gestiegene Preise für Rohstoffe, Material und Energie, steigende Löhne sowie angespannte Lieferketten und COVID-19-bedingte Lockdowns in China haben die weltweite wirtschaftliche Entwicklung gekennzeichnet und auch bei GRAMMER Spuren hinterlassen. Dies führte dazu, dass die Wirtschaftsaussichten insgesamt schwächer ausfielen als zu Beginn des Jahres prognostiziert. In der für GRAMMER relevanten Automobilbranche machten sich seit dem zweiten Quartal 2021 die Lieferengpässe bei Halbleitern ebenso bemerkbar wie Rohstoff- und Materialpreiserhöhungen. In der Folge führte dies zu volatilen Kundenabrufen und entsprechenden Überkapazitäten in den Werken mit Automotive-Produkten.

Trotz dieser negativen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung verbuchte die GRAMMER Gruppe im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatzanstieg von 13,4 % auf 2.158,8 Mio. EUR. Währungsbereinigt lag der Umsatz bei 2.072,3 Mio. EUR. Das Umsatzplus resultierte aus einem Anstieg in beiden Divisionen Automotive und Commercial Vehicles. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf -45,0 Mio. EUR (Vj. 18,9 Mio. EUR) infolge der Wertminderung in der Region AMERICAS. Die Wertminderung war erforderlich aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus. Das operative EBIT verbesserte sich hingegen um 55,7 % auf 35,5 Mio. EUR (Vj. 22,8 Mio. EUR), was einer operativen EBIT-Rendite von 1,6 % (Vj. 1,2 %) entspricht. Dabei leisteten die Regionen EMEA und APAC deutlich positive Ergebnisbeiträge. Die Region AMERICAS schloss das Geschäftsjahr mit einem operativen EBIT von -48,3 Mio. EUR ab (Vj. -61,5 Mio. EUR). Trotz des weiterhin negativen Ergebnisses - insbesondere aufgrund erhöhter Materialpreise, deutlich gestiegener Personalkosten, eines unvorteilhaften Produktmixes sowie kurzfristiger Abrufreduzierungen der Automotive-Kunden - konnten in dieser Region signifikante Ergebnisverbesserungen im Rahmen des Restrukturierungsprojekts "P2P - Path to Profitability" zum Ende des Jahres hin verzeichnet werden.

Infolge der Wertminderung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen in der Region AMERICAS reduzierte sich auch das Konzernergebnis nach Steuern deutlich auf -78,6 Mio. EUR (Vj. 0,6 Mio. EUR). Das Ergebnis je Aktie lag bei -5,26 EUR (Vj. 0,08 EUR). Zusätzlich belasteten auch die gestiegenen Finanzaufwendungen und höhere Steueraufwendungen das Ergebnis der GRAMMER Gruppe.

Der Free Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf 31,3 Mio. EUR (Vj. -5,6 Mio. EUR), was vor allem auf eine Verbesserung der Working Capital Positionen beim Rohmaterial und bei den Projektbeständen zurückzuführen ist. Die GRAMMER Gruppe hat ihre Investitionen planmäßig auf 91,0 Mio. EUR gesenkt (Vj. 114,7 Mio. EUR) und insbesondere in Produktions-Ramp-ups, Projekte zur Digitalisierung von Kernprozessen und Systemen sowie in den Werksaufbau in China investiert. Die Nettoverschuldung belief sich zum 31. Dezember 2022 auf 429,3 Mio. EUR (31.12.2021: 420,2 Mio. EUR).

GRAMMER beschäftigte im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich 14.044 Mitarbeiter:innen. Damit blieb die Zahl der weltweit Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr stabil (+38 Mitarbeiter:innen).

2.4 Abgleich Geschäftsentwicklung 2022 mit dem Ausblick

Die GRAMMER AG hatte Ende März 2022 im Geschäftsbericht 2021 angesichts der damals herrschenden Unsicherheiten eine zurückhaltende Prognose getroffen. Diese erfolgte analog zu den Erwartungen des Internationalen Währungsfonds, der für das Jahr 2022 zum damaligen Zeitpunkt einen Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 4,4 % prognostiziert hatte. Zwar hatte IHS (jetzt S&P Global Mobility) für 2022 einen Anstieg der weltweiten Pkw-Produktionszahlen um 8,5 % erwartet, allerdings wurden diese Annahmen vor Ausbruch des Kriegs in der Ukraine getroffen. Hingegen rechnete LMC im Bereich Nutzfahrzeuge in der Prognose von Februar 2022 bereits weltweit mit einem leichten Abschwung in Höhe von -2,3 %, was insbesondere mit dem chinesischen Markt begründet wurde. Auch diese Annahmen wurden vor Ausbruch des Kriegs in der Ukraine getroffen. Zudem sorgten insbesondere Risiken im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie, Versorgungsengpässe mit Halbleitern sowie die stark steigenden Rohstoff- und Energiepreise für einen unsicheren Jahresausblick, was zu gedämpften Erwartungen führte.

Angesichts dieser Annahmen erwartete die GRAMMER Gruppe in der für den Geschäftsbericht 2021 aufgestellten Prognose für das Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr 2021 - das ab dem zweiten Quartal von Lieferengpässen sowie deutlichen Rohstoff- und Materialpreiserhöhungen geprägt war - eine leichte Steigerung des Umsatzes auf rund 2,0 Mrd. EUR (2021: 1,9 Mrd. EUR) und ein deutlich verbessertes operatives EBIT innerhalb einer Spanne von rund 35 Mio. EUR bis 40 Mio. EUR (2021: 22,8 Mio. EUR). Die Umsatzerlöse für 2022 belaufen sich auf 2.158,8 Mio. EUR und liegen damit in der Bandbreite des prognostizierten Konzernumsatzes von rund 2,0 Mrd. EUR. Ebenso lag das operative EBIT mit 35,5 Mio. EUR innerhalb der prognostizierten Spanne.

Die Entwicklung des ersten Halbjahres bestätigte die zurückhaltenden Erwartungen des Vorstands der GRAMMER AG. Die herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Bedingungen verschärften sich noch infolge der Eskalation des Ukraine-Konflikts. Weiter steigende Rohstoff-, Material- und Energiepreise sowie anhaltende Engpässe in den Beschaffungsmärkten belasteten die Ergebnisse der Gruppe. Hinzu kamen negative Auswirkungen infolge von erneuten Lockdowns aufgrund der Null-COVID-Strategie in China, die die Entwicklung in der Region APAC beeinträchtigten. Allerdings konnte sich GRAMMER im Berichtszeitraum mit Kunden über die Weitergabe der erheblichen, inflationsbedingten Kostensteigerungen einigen und somit ihre im März 2022 getroffene Prognose für das Gesamtjahr erfüllen.

2.5 Ertragslage der GRAMMER Gruppe

2.5.1 Umsatzerlöse der GRAMMER Gruppe

Der Umsatz der GRAMMER Gruppe lag im Gesamtjahr 2022 bei 2.158,8 Mio. EUR (Vj. 1.903,0 Mio. EUR) und damit 13,4 % über dem Vorjahreswert, währungsbereinigt lag der Umsatzanstieg bei 8,9 %. Der Umsatzanstieg resultierte aus Erlössteigerungen in den drei Regionen EMEA, AMERICAS und APAC, wobei in AMERICAS das größte Umsatzwachstum verzeichnet wurde. Ebenso trugen beide Divisionen zur Umsatzsteigerung bei. Die Division Automotive erzielte eine Steigerung der Erlöse um 12,6 % auf 1.390,3 Mio. EUR, die Commercial-Vehicles-Division wuchs um 15,0 % auf 768,5 Mio. EUR. In den Umsatzerlösen der Division Automotive sind Umsätze für Entwicklungsleistungen in Höhe von 115,7 Mio. EUR (Vj. 104,5 Mio. EUR) enthalten. Den entsprechenden Erlösen aus Entwicklungsaktivitäten der GRAMMER Gruppe sind Aufwendungen für Betriebsmittel, Werkzeuge und Vorrichtungen, die bis zur Serienreife anfallen, zuzuordnen.

Umsatz GRAMMER Gruppe nach Quartalen

in Mio. EUR

Umsatzentwicklung GRAMMER Gruppe (inkl. Währungsbereinigung)

in Mio. EUR

2.5.2 Umsatzerlöse der Regionen

EMEA

Die Region EMEA verzeichnete im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 1.131,4 Mio. EUR (Vj. 1.061,5 Mio. EUR) - ein Anstieg von 6,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Währungseffekte betrug das Umsatzwachstum 7,9 %. Die Steigerung wurde insbesondere von einem Zuwachs der Erlöse in der Division Commercial Vehicles um 10,8 % auf 550,4 Mio. EUR getragen. Die Division Automotive verbuchte im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 % höhere Erlöse von 581,0 Mio. EUR. Neben leichten Volumensteigerungen hat im Geschäftsjahr 2022 auch die teilweise Weitergabe von inflationsbedingten Preissteigerungen, über die sich GRAMMER erfolgreich mit Kunden einigen konnte, zur Steigerung der Umsätze beigetragen. Außerdem waren beide Divisionen im Vorjahr noch stärker von Lieferengpässen bei Halbleitern belastet.

AMERICAS

Die Region AMERICAS erzielte im Jahr 2022 einen Umsatz von 672,5 Mio. EUR (Vj. 517,7 Mio. EUR), was einem Anstieg von 29,9 % entspricht. Diese Entwicklung resultierte aus einer gestiegenen Nachfrage im Commercial-Vehicles-Bereich und positiven Währungseffekten in Höhe von 73,6 Mio. EUR. Darüber hinaus trug der Basiseffekt des niedrigeren Vorjahresumsatzes in der Sparte Automotive, die im Jahr 2021 stark von Lieferengpässen bei Halbleitern betroffen war, zu dem prozentualen Anstieg bei. Zusätzlich hatten in beiden Divisionen Kundenkompensationen zum Ausgleich inflationsbedingter Kostensteigerungen einen positiven Einfluss auf die Umsatzentwicklung. Bereinigt um Währungseffekte stieg der Umsatz in der Region AMERICAS um 15,7 % auf 598,9 Mio. EUR. Im Bereich Commercial Vehicles stieg der Umsatz um 43,0 % auf 135,4 Mio. EUR und im Bereich Automotive um 27,0 % auf 537,1 Mio. EUR.

APAC

In der Region APAC stieg der Umsatz im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 5,0 % auf 426,7 Mio. EUR (Vj. 406,3 Mio. EUR). Bereinigt um Währungseffekte verzeichnete die Region allerdings einen leichten Umsatzrückgang von 1,3 % auf 401,2 Mio. EUR. Die Entwicklung in APAC wurde vor allem von COVID-19-Lockdowns in China beeinflusst, die das ganze Jahr über immer wieder zu lokalen Produktionsstopps und reduzierten Kundenabrufen führten. Erst gegen Ende des Jahres kündigte die chinesische Regierung die Aufhebung der COVID-19-Maßnahmen an, was allerdings zu hohen Infektionsraten und somit weiteren Störungen der Produktion führte. Auch der weltweite Lieferengpass bei Halbleitern hatte einen erheblichen Einfluss auf die Umsatzentwicklung in der Region APAC. In der Division Automotive stieg der Umsatz um 8,4 % auf 290,5 Mio. EUR (Vj. 268,1 Mio. EUR). Im Bereich Commercial Vehicles verzeichnete GRAMMER zwar einen Umsatzrückgang um 1,4 % auf 136,2 Mio. EUR (Vj. 138,2 Mio. EUR), konnte den negativen Trend aus den ersten zwei Quartalen allerdings im zweiten Halbjahr stoppen. Insbesondere eine strengere Abgasnorm hatte bereits ab dem dritten Quartal 2021 zu einem Einbruch bei den Lkw-Neubestellungen geführt. Darüber hinaus waren im zweiten Quartal 2022 insbesondere aufgrund von Lockdowns in Shanghai geringere Kundenabrufe zu verzeichnen. In der zweiten Jahreshälfte wirkte sich dagegen die Zusammenarbeit mit Neukunden positiv auf den Umsatz aus.

Umsatzentwicklung nach Regionen und Divisionen

in Mio. EUR GRAMMER Gruppe EMEA
2022 2021 Veränderung 2022 2021 Veränderung
Automotive 1.390,3 1.234,9 12,6 % 581,0 564,8 2,9 %
Commercial Vehicles 768,5 668,1 16,0 % 550,4 496,7 10,8 %
Umsatzerlöse 2.158,8 1.903,0 13,4% 1.131,4 1.061,5 6,6 %
in Mio. EUR AMERICAS APAC
2022 2021 Veränderung 2022 2021 Veränderung
Automotive 537,1 423,0 27,0 % 290,5 266,1 8,4 %
Commercial Vehicles 135,4 94,7 43,0 % 136,2 138,2 -1,4 %
Umsatzerlöse 672,5 517,7 29,9 % 426,7 406,3 5,0 %

Der Konsolidierungseffekt des Umsatzes, der konzernintern zwischen den Regionen generiert wurde, betrug Im Berlchtsiahr 71,8 Mio. EUR. Im Jahresdurchschnitt 2021 waren Im Bereich Central Services 408 Mitarbeiter:innen beschäftigt.

2.5.3 Ergebnis der GRAMMER Gruppe

Kurz-Gewinn- und Verlustrechung GRAMMER Gruppe

in TEUR 2022 2021 Veränderung
Umsatzerlöse 2.158.791 1.903.014 255.777
Kosten der Umsatzerlöse -2.018.284 -1.727.708 -290.576
Bruttoergebnis vom Umsatz 140.507 175.306 -34.799
Vertriebskosten -28.947 -33.350 4.403
Verwaltungskosten -202.213 -149.823 -52.390
Sonstige betriebliche Ertrage 45.672 26.731 18.941
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -44.981 18.864 -63.845
Finanzergebnis -17.783 -12.150 -5633
Ergebnis vor Steuern -62.764 6.714 -69.478
Ertragsteuern -15.797 -6.068 -9.729
Ergebnis nach Steuern -78.561 646 -79.207

Herleitung operatives EBIT

in Mio. EUR 2022 2021 Veränderung
EBIT -45,0 18,9 -63,9
Wahrungseffekte 0,2 -3,3 3,5
Kosten für Corona-Schutz- und Handlungsmaßnahmen 2,1 2,7 -0,6
Aufwendungen aus dem verkauf einer Tochtergesellschaft 0,0 4,5 -4,5
Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 73,6 0,0 73,6
Abfindungen im Zuge der Restrukturierung 4,6 0,0 4,6
Operatives EBIT 35,5 22,8 12,7

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte die GRAMMER Gruppe ein Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von -45,0 Mio. EUR (Vj. 18,9 Mio. EUR). Die Ergebnisentwicklung war insbesondere von der Wertminderung in der Region AMERICAS in Höhe von -73,6 Mio. EUR negativ beeinflusst, die aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus notwendig war. Die EBIT-Rendite betrug im Gesamtjahr 2022 -2,1 % (Vj. 1,0 %).

Hingegen lag das operative EBIT mit 35,5 Mio. EUR (Vj. 22,8 Mio. EUR) und einer operativen EBIT-Rendite von 1,6 % (Vj. 1,2 %) um 55,7 % über dem Vorjahresniveau. Neben den negativen Wechselkurseffekten in Höhe von 0,2 Mio. EUR (Vj. positive Wechselkurseffekte 3,3 Mio. EUR) und direkt zurechenbaren Kosten für Corona-Schutz- und Handlungsmaßnahmen von 2,1 Mio. EUR (Vj. 2,7 Mio. EUR) wurden zudem Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 4,6 Mio. EUR und Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 73,6 Mio. EUR bereinigt.

Die Kosten der Umsatzerlöse erhöhten sich um 290,6 Mio. EUR bzw. 16,8 % auf 2.018,3 Mio. EUR (Vj. 1.727,7 Mio. EUR). Die Steigerung ist primär auf die Umsatzerhöhung- und die Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 34,2 Mio. EUR zurückzuführen. Die Bruttomarge ging zurück auf 6,5 % (Vj. 9,2 %).

Die Vertriebskosten verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Mio. EUR auf 28,9 Mio. EUR (Vj. 33,4 Mio. EUR). Der Anteil zum Umsatz reduzierte sich auf 1,3 % (Vj. 1,8 %).

Die Verwaltungskosten erhöhten sich auf 202,2 Mio. EUR (Vj. 149,8 Mio. EUR) aufgrund der Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie weitere immaterielle Vermögenswerte um 39,4 Mio. EUR sowie gestiegenen Personal- und Beratungskosten für das Projekt P2P in AMERICAS. Zudem sind Effekte aus der Fremdwährungsbewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten enthalten. Während im Vorjahr ein Gewinn von 3,3 Mio. EUR resultierte, kam es im Geschäftsjahr 2022 zu einem Verlust von 0,2 Mio. EUR. Der in den vorgenannten Positionen enthaltene Personalaufwand stieg geschäftsbedingt auf insgesamt 518,5 Mio. EUR (Vj. 465,9 Mio. EUR). Die Personalaufwandsquote lag mit 24,0 % unter Vorjahresniveau (Vj. 24,5 %).

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich deutlich von 26,7 Mio. EUR im Vorjahr auf 45,7 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022. Der deutliche Anstieg im Vorjahresvergleich ist auf die Kompensation von Einmalaufwendungen in einem Werk in den USA zurückzuführen.

EBIT GRAMMER Gruppe nach Quartalen

in Mio. EUR

Operatives EBIT GRAMMER Gruppe nach Quartalen

in Mio. EUR

Das Finanzergebnis fiel mit einem Aufwand von -17,8 Mio. EUR deutlich negativer aus als im Vorjahr mit -12,2 Mio. EUR. Die Verschlechterung des Finanzergebnisses resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Finanzaufwendungen in Höhe von 28,9 Mio. EUR (Vj. 22,1 Mio. EUR) aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus. Das sonstige Finanzergebnis ist mit 7,5 Mio. EUR (Vj. 6,5 Mio. EUR) leicht angestiegen. Kursschwankungen der Tschechischen Krone, des brasilianischen Reals, des japanischen Yen und des US-Dollars führten im Geschäftsjahr 2022 zu einem höheren Gewinn aus der Fremdwährungsbewertung als im Vorjahr.

Das Ergebnis vor Steuern verschlechterte sich von 6,7 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021 auf -62,8 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022. Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein Steueraufwand von 15,8 Mio. EUR (Vj. 6,1 Mio. EUR) erfasst. Höhere lokale Steuerergebnisse bei profitablen Gesellschaften im Vergleich zum Vorjahr erhöhten den Steueraufwand. Da aktive latente Steuern auf Verlustvorträge, insbesondere in den USA, nicht angesetzt wurden, erfolgte hieraus keine Kompensation.

Das Ergebnis nach Steuern sank von 0,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021 auf -78,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022. Im Verhältnis zu den Umsatzerlösen ergab sich eine Rendite des Ergebnisses nach Steuern von -3,6 % (Vj. 0,03 %). Das unverwässerte/verwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich aus dem um die nicht beherrschenden Anteile und Anteile der Hybriddarlehensgeber bereinigten Ergebnis nach Steuern und erreichte -5,26 EUR im Geschäftsjahr 2022 (Vj. 0,08 EUR).

Der ROCE betrug für das Geschäftsjahr 2022 3,8 % (Vj. 2,6 %). Der ROCE bezeichnet das für das jeweilige Geschäftsjahr ausgewiesene operative EBIT im Verhältnis zu den durchschnittlichen Operating Assets (durchschnittliche betriebsnotwenige Aktiva abzüglich durchschnittliche betriebsnotwendige Passiva) im selben Geschäftsjahr, berechnet in Prozent.

2.5.4 Ergebnisverwendung

Die Ergebnisverwendung der GRAMMER Gruppe richtet sich nach dem im handelsrechtlichen Jahresabschluss der GRAMMER AG ausgewiesenen Bilanzgewinn/-verlust. Die GRAMMER AG weist zum 31. Dezember 2022 einen Bilanzverlust in Höhe von 131,2 Mio. EUR (Bilanzverlust 31.12.2021: 74,9 Mio. EUR) aus. Dabei wurde der Jahresfehlbetrag in Höhe von 56,3 Mio. EUR (Vj. Jahresfehlbetrag 2,4 Mio. EUR) berücksichtigt. Aufgrund des Jahresfehlbetrags der GRAMMER AG des aktuellen Geschäftsjahres ergibt sich derzeit kein Dividendenvorschlag. Ferner wurde mit der Ausweitung des Konsortialkredits im Jahr 2020 beschlossen, eine Dividendenzahlung während der dreijährigen Laufzeit der dritten Tranche des syndizierten Kredits auszusetzen. Vor dem Hintergrund des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds hat die GRAMMER AG die Tranche C im Juni 2022 vorzeitig bis zum 10. Februar 2025 verlängert, weshalb die Dividendenaussetzung ebenfalls bis zu diesem Datum fortgesetzt wird.

2.5.5 Ergebnisentwicklung der Regionen

EMEA

Das EBIT in der Region EMEA, in der sich die konzernweit umsatzstärksten Gesellschaften befinden, stieg im Geschäftsjahr 2022 trotz anhaltend gestiegener Material-, Logistik- und Energiekosten ebenfalls stark auf 58,6 Mio. EUR nach 43,3 Mio. EUR im Vorjahr. Die Preissteigerungen konnten teilweise an die Kunden weitergegeben werden. Ebenso konnten bei den Verhandlungen über die Weitergabe der Materialpreissteigerungen auch Einigungen über Gewährleistungs- und andere Sachverhalte getroffen werden und entsprechend hierfür in den Vorjahren gebildete Rückstellungen aufgelöst werden. Außerdem wurde das Ergebnis insbesondere durch fortlaufende Effizienzsteigerungen gestützt. Die EBIT-Rendite lag bei 5,2 % (Vj. 4,1 %). Im Vorjahr wurde das operative EBIT zudem um Aufwendungen im Rahmen des Verkaufs einer Tochtergesellschaft in Spanien in Höhe von 4,5 Mio. EUR angepasst. Das operative EBIT, bereinigt um direkt zurechenbare Kosten für Corona-Schutz- und Handlungsmaßnahmen in Höhe von 0,5 Mio. EUR, Aufwendungen für Abfindungen im Zuge der Restrukturierung in Höhe von 1,8 Mio. EUR sowie positive Wechselkurseffekte (0,9 Mio. EUR), erhöhte sich auf 60,0 Mio. EUR (Vj. 47,2 Mio. EUR). Die operative EBIT-Rendite stieg entsprechend auf 5,3 % (Vj. 4,4 %).

Kennzahlen EMEA

in Mio. EUR 2022 2021 Veränderung
Umsatz 1.131,4 1.061,5 69,9
EBIT 58,6 43,3 15,3
EBIT-Rendite (in %) 5,2 4,1 1,1 %-Punkte
Operatives EBIT 60,0 47,2 12,8
Operative EBIT-Rendite (in %) 5,3 4,4 0,9 %-Punkte
Investitionen (ohne Finanzanlagen) 36,0 46,2 -10,2
Mitarbeiterinnen (Anzahl, Durchschnitt) 7.429 7.522 -93

Umsatzentwicklung EMEA (inkl. Währungsbereinigung)

in Mio. EUR

AMERICAS

Das EBIT in der Region AMERICAS betrug -125,8 Mio. EUR (Vj. -61,7 Mio. EUR). Das Ergebnis wurde am stärksten von einer Wertminderung in Höhe von 73,6 Mio. EUR belastet. Diese Wertminderung resultierte aus der Erhöhung des Zinsniveaus, weshalb sich der für die Diskontierung der Cashflows verwendete Kapitalkostensatz nach Steuern im Rahmen des Werthaltigkeitstests für die Geschäfts- oder Firmenwerte erhöhte. Darüber hinaus wurde das Ergebnis weiterhin von einer hohen Inflation der Material-, Personal- und Frachtkosten (vor allem Seefracht) belastet. Hinzu kamen einmalige Aufwendungen in Höhe von rund 10 Mio. EUR, insbesondere für Sonderfrachten infolge der Maschinenstillstände in einem Werk in Mexiko und einem Werk in den USA.

Um die finanzielle Stabilität der Region zu sichern und eine nachhaltige und profitable Geschäftsentwicklung langfristig zu gewährleisten, leitete GRAMMER bereits im Jahr 2021 ein Turnaround-Programm ein. Im Geschäftsjahr 2022 erreichte GRAMMER die erfolgskritische Phase des Restrukturierungsprojekts P2P. Neben der Stabilisierung der operativen Leistungsfähigkeit konnten insbesondere Kompensationszahlungen der Kunden für die Abfederung der inflationären Preiserhöhungen erzielt werden.

Die EBIT-Marge verringerte sich auf -18,7 % (Vj. -11,9 %). Das operative EBIT belief sich auf -48,3 Mio. EUR (Vj. -61,5 Mio. EUR), was einer Marge von -7,2 % (Vj. -11,9 %) entspricht. Das operative EBIT wurde um negative Währungseffekte von 1,0 Mio. EUR, direkt zurechenbare Kosten für Corona-Schutz- und Handlungsmaßnahmen in Höhe von 0,1 Mio. EUR, Aufwendungen für Abfindungen im Zuge der Restrukturierung in Höhe von 2,8 Mio. EUR sowie die genannte Wertminderung in Höhe von 73,6 Mio. EUR bereinigt.

Kennzahlen AMERICAS

in Mio. EUR

2022 2021 Veränderung
Umsatz 672,5 517,7 154,8
EBIT -125,8 -61,7 -64,1
EBIT-Rendite (in %) -18,7 -11,9 -6,8 %-Punkte
Operatives EBIT -48,3 -61,5 13,2
Operative EBIT-Rendite (in %) -7,2 -11,9 4,7 %-Punkte
Investitionen (ohne Finanzanlagen) 19,7 21,1 -1,4
Mitarbeiterinnen (Anzahl, Durchschnitt) 4.724 4.688 36

Umsatzentwicklung AMERICAS (inkl. Währungsbereinigung)

in Mio. EUR

APAC

Das EBIT in der Region APAC sank auf 47,0 Mio. EUR (Vj. 52,9 Mio. EUR). Dies ist vor allem auf hohe Frachtkosten in Japan, Anlaufkosten für neue Werke in China, den Anlauf von neuen Produkten sowie höhere Projektentwicklungskosten für neue Projekte zurückzuführen, die zukünftig die EBIT-Marge wieder verbessern werden. Die EBIT-Marge sank um 2,0 Prozentpunkte auf 11,0 % (Vj. 13,0 %). Das operative EBIT sank ebenfalls auf 48,5 Mio. EUR (Vj. 52,8 Mio. EUR). Die operative EBIT-Marge verringerte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozentpunkte auf 11,4 % (Vj. 13,0 %). Das operative EBIT wurde im Wesentlichen um direkt zurechenbare Kosten für Corona-Schutz- und Handlungsmaßnahmen in Höhe von 1,5 Mio. EUR bereinigt.

Kennzahlen APAC

in Mio. EUR

2022 2021 Veränderung
Umsatz 426,7 406,3 20,4
EBIT 47,0 52,9 -5,9
EBIT-Rendite (in %) 11,0 13,0 -2,0 %-Punkte
Operatives EBIT 48,5 52,8 -4,3
Operative EBIT-Rendite (in %) 11,4 13,0 -1,6 %-Punkte
Investitionen (ohne Finanzanlagen) 21,5 35,7 -14,2
Mitarbeiterinnen (Anzahl, Durchschnitt) 1.483 1.375 108

Umsatzentwicklung APAC (inkl. Währungsbereinigung)

in Mio. EUR

2.6 Finanzlage

2.6.1 Finanzierungs- und Liquiditätsmanagement

Das Konzern-Finanzwesen der GRAMMER Gruppe achtet bei der Durchführung von Refinanzierungsmaßnahmen auf die zeitliche Zinsstruktur. Kurzfristige Inanspruchnahmen sollen mit variablen Zinsen erfolgen und mittel- bis langfristige Mittelaufnahmen sollen in der Regel mit festem Zins sowie einer kongruenten Zinsbindungsdauer vorgenommen werden. Die Steuerung der Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft sowie die adäquate Fremdmittelbeschaffung werden zentral über den Bereich Konzern-Finanzen gesteuert, sofern keine landesspezifischen gesetzlichen Vorschriften dies einschränken. Grundsätzlich strebt die GRAMMER Gruppe ein Investment Grade Rating an. Es wird beabsichtigt, eine ausgewogene Fälligkeitenstruktur bei einem diversifizierten Portfolio aus Finanzierungsinstrumenten zu erzielen, um die Liquidität langfristig zu sichern. In Abstimmung mit den lokalen Gesellschaften betreut das Konzern-Finanzwesen weltweit den Zahlungsverkehr und die Verwaltung der eingerichteten Cash Pools. Damit überwacht und sichert die GRAMMER AG die Liquidität ihrer Tochterunternehmen, soweit dies im Rahmen der gesetzlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten zulässig und sinnvoll ist. Durch das Management finanzieller Risiken werden Zins- und Währungsrisiken zentral mittels marktüblicher derivativer Finanzinstrumente abgesichert.

Im August 2020 wurde durch die erfolgreiche vorzeitige Refinanzierung und Aufstockung des Konsortialkredits die Finanzierungsbasis der Gesellschaft neu gelegt. Die Tranche A hat ein Volumen von 150,0 Mio. EUR bei fünf Jahren Laufzeit und zwei einjährigen Verlängerungsoptionen. Die Tranche B belief sich auf 80,0 Mio. USD und wurde bis zum 29. Dezember 2022 planmäßig zurückgezahlt (31.12.2021: 19,0 Mio. USD). Zudem wurde der bestehende Konsortialkredit im Rahmen des KfW-Programms "Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung (855)" über eine Änderungsvereinbarung um eine Tranche C im Volumen von 235,0 Mio. EUR mit einer dreijährigen Laufzeit erweitert. Vor dem Hintergrund des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds hat die GRAMMER AG im Juni 2022 die Tranche C des Konsortialkreditvertrags vorzeitig bis zum 10. Februar 2025 verlängert. Neben den Kernbanken von GRAMMER ist an dieser Tranche ebenfalls die KfW Bankengruppe als direkter Kreditgeber beteiligt. Somit ist die Liquidität der Gruppe - auch in einem derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfeld - nachhaltig gesichert. Im Rahmen von Darlehens- und Kreditverträgen wurden auch Financial Covenants vereinbart, die sich im Wesentlichen auf die beiden Kennzahlen Leverage und Gearing beziehen. Die bereits im Geschäftsjahr 2020 für die Perioden bis zum 31. Dezember 2022 angepassten Financial Covenants wurden für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 geändert. Zum Berechnungsstichtag 31. Dezember 2023 treten die ursprünglichen Vertragskonditionen wieder in Kraft.

In Ergänzung zum syndizierten Kredit sichern bilaterale Finanzierungsvereinbarungen, mittelfristige Schuldscheindarlehen sowie langfristige Privatplatzierungen die Finanzierung von GRAMMER. Der Konsortialkreditvertrag mit der GRAMMER AG als alleinige Kreditnehmerin sieht für den Fall eines Kontrollwechsels das Recht eines jeden Kreditgebers vor, die vorzeitige Rückzahlung verlangen zu können. Ein Kontrollwechsel im Sinne dieses Vertrages liegt vor, sobald eine Person oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Personen Stimmrechte von mindestens 30 % an der GRAMMER AG erwerben. Hiervon ausgenommen ist ein direkter oder indirekter Erwerb von Stimmrechten oder der Kontrolle an der Kreditnehmerin durch direkte oder indirekte Tochtergesellschaften der Familie Wang (Ningbo Jifeng).

Lang- und kurzfristige Finanzschulden

in TEUR

Ursächlich für den Anstieg der Finanzschulden um 10,6 Mio. EUR auf 456,0 Mio. EUR war trotz eines niedrigeren Kapitalbedarfs aufgrund des gesunkenen Working Capitals, insbesondere der Anstieg der Leasing- und Zinszahlungen. Die kurzfristigen Finanzschulden erhöhten sich um 34,8 Mio. EUR auf 298,2 Mio. EUR (31.12.2021: 263,4 Mio. EUR). Die Erhöhung resultiert aus Umgliederungen langfristiger Finanzschulden wegen planmäßiger Fälligkeiten in Höhe von 36,0 Mio. EUR und Währungsumrechnungen und Abgrenzungen von 3,3 Mio. EUR. Demgegenüber stehen Netto-Rückzahlungen von kurzfristigen Darlehen und Kontokorrentkrediten von 4,5 Mio. EUR. Hingegen reduzierten sich die langfristigen Finanzschulden zum Bilanzstichtag um 24,2 Mio. EUR auf 157,8 Mio. EUR (31.12.2021: 182,0 Mio. EUR). Der Rückgang ist auf Umgliederungen in die kurzfristigen Finanzschulden wegen planmäßiger Fälligkeit in Höhe von 36,0 Mio. EUR zurückzuführen. Demgegenüber stehen die Inanspruchnahme langfristiger Darlehen in Höhe von 11,7 Mio. EUR sowie Währungsumrechnungen und Abgrenzungen von 0,1 Mio. EUR.

Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 um 35,4 Mio. EUR auf 106,7 Mio. EUR (Vj. 71,3 Mio. EUR). Hierzu trug die Reduzierung des Working Capitals im Bereich der Vorräte sowie Projektbestände bei.

Im Geschäftsjahr 2022 lag der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit mit -75,4 Mio. EUR leicht unter dem Wert des Vorjahres (Vj. -76,8 Mio. EUR). Die Investitionen in das Sachanlagevermögen reduzierten sich auf 71,6 Mio. EUR (Vj. 76,3 Mio. EUR) und betrafen insbesondere geringere Investitionen in Produktneuanläufe der Division Automotive in AMERICAS. Zudem sanken die Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte ebenfalls auf 7,8 Mio. EUR (Vj. 8,2 Mio. EUR), was im Wesentlichen auf die fortschreitende Entwicklung der neuen Sitzgenerationen zurückzuführen war.

Aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich im Geschäftsjahr 2022 ein Mittelabfluss von -41,9 Mio. EUR (Vj.-4,8 Mio. EUR), der aus der Tilgung von Finanzschulden sowie einem Anstieg der Zinszahlungen resultierte. Vor diesem Hintergrund verfügte die GRAMMER Gruppe zum 31. Dezember 2022 über liquide Mittel in Höhe von 108,6 Mio. EUR (31.12.2021: 113,4 Mio. EUR). Hiervon sind für in Anspruch genommene Kontokorrentkredite (inkl. kurzfristiger Verbindlichkeiten aus Factoringverträgen) 73,0 Mio. EUR (31.12.2021: 69,1 Mio. EUR) abzuziehen. Damit ergibt sich zum 31. Dezember 2022 ein Finanzmittelfonds in Höhe von 35,5 Mio. EUR (31.12.2021: 44,4 Mio. EUR).

Free Cashflow

in TEUR

Der Free Cashflow ist die summe aus dem Cashflow aus der Geschäftstätigkeit und dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit

2.6.2 Kapitalstruktur

Zum 31. Dezember 2022 betrug das Grundkapital der Gesellschaft wie zum Vorjahresstichtag 39.009.080,32 EUR, eingeteilt in 15.237.922 Aktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 2,56 EUR je Aktie. Alle Aktien (Ausnahme: eigene Aktien) gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionär:innen sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 23. Juni 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 22. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrfach, jedoch insgesamt höchstens um 19.504.537,60 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Dabei ist den Aktionär:innen grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstituten oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionär:innen zum Bezug anzubieten. Der Vorstand wurde ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionär:innen mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen auszuschließen. Von der Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2021 hat der Vorstand der GRAMMER AG im Geschäftsjahr 2022 keinen Gebrauch gemacht.

Die Hauptversammlung der GRAMMER AG hat im Geschäftsjahr 2022 keine Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen und kein neues bedingtes Kapital geschaffen.

Per 31. Dezember 2022 betrug die Kapitalrücklage 162.947 TEUR (31.12.2021: 162.947 TEUR) und beinhaltet das jeweilige Agio aus den Kapitalerhöhungen in den Geschäftsjahren 1996, 2001, 2011, 2017 und 2020 abzüglich angefallener Kosten. Zum 31. Dezember 2022 betrugen die Gewinnrücklagen 122.276 TEUR (31.12.2021: 200.534 TEUR).

2.6.3 Bestehen von Beteiligungen an der Gesellschaft gemäß § 33 WpHG

Nach dem Wertpapierhandelsgesetz hat jede Anlegerin und jeder Anleger, die oder der durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise bestimmte Anteile an Stimmrechten der Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mitzuteilen. Der niedrigste Schwellenwert für diese Mitteilungspflicht ist 3 %. Der uns derzeitig mitgeteilte Stand zu den Beteiligungen, die am 31. Dezember 2022 mindestens die Grenze von 3 % hielten, ist im Anhang zum Konzernabschluss der GRAMMER Gruppe aufgeführt.

2.6.4 Eigene Anteile

Derzeit besteht keine Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien. Insgesamt hält die GRAMMER AG 330.050 eigene Aktien, die vollständig im Geschäftsjahr 2006 erworben wurden. Der darauf entfallende Anteil am Grundkapital beträgt 844.928,00 EUR und entspricht unverändert 2,166 % (Vj. 2,166 %) des Grundkapitals. Diese 330.050 eigenen Aktien haben keine Stimmrechte und sind auch nicht dividendenberechtigt.

2.6.5 Investitionen

Gesamtinvestitionen

GRAMMER hat die Investitionen im Geschäftsjahr 2022 planmäßig um 20,7 % auf 91,0 Mio. EUR (Vj. 114,7 Mio. EUR) verringert. Neben Investitionen in Produktneuanläufe und den Ersatz von Maschinen wurde ebenfalls in Schlüsselprojekte, in Projekte zur Digitalisierung von Kernprozessen und Systemen sowie in die Entwicklung von neuen Sitzgenerationen im Bereich Commercial Vehicles investiert. Von den Gesamtinvestitionen entfielen im Berichtsjahr 11,6 Mio. EUR (Vj. 30,2 Mio. EUR) auf Vermögenswerte aus Miet- und Leasingverhältnissen, die gemäß IFRS 16 aktiviert wurden. Darin enthalten sind im Wesentlichen die Verlängerung von Mietverträgen für bestehende Werke sowie Mietverträge für die neuen Werksstandorte in China. Die Investitionen ohne aktivierte Vermögenswerte aus Miet- oder Leasingverhältnissen nach IFRS 16 beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 79,4 Mio. EUR und lagen damit um 5,2 Mio. EUR oder 6,1 % unter dem Vorjahreswert von 84,6 Mio. EUR. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 83,2 Mio. EUR (Vj. 106,5 Mio. EUR), wovon 71,6 Mio. EUR auf erworbene Anlagegüter (Vj. 76,3 Mio. EUR) entfielen.

In der Region EMEA lagen die Investitionen mit 36,0 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres (Vj. 46,3 Mio. EUR). Sie entfielen im Wesentlichen auf Produktionsanlagen für akquirierte Automotive-Projekte, Ersatzinvestitionen sowie Investitionen in Produktneuanläufe im Bereich Bahn. Darüber hinaus wurden die Investitionen zur Modernisierung des Werks in Haselmühl vorangetrieben. Die Investitionen in der Region APAC sanken im Vergleich zum Vorjahr um 39,8 % auf 21,5 Mio. EUR (Vj. 35,7 Mio. EUR). Es handelte sich hierbei um Investitionen in den Werksaufbau - hauptsächlich der Werke in Shenyang und Hefei - und die Ausweitung von Produktionskapazitäten sowie in Produktneuanläufe. Die Investitionen in der Region AMERICAS sanken um 6,6 % auf 19,7 Mio. EUR (Vj. 21,1 Mio. EUR) und entfielen im Wesentlichen auf Produktneuanläufe in der Division Automotive, auf die Verlängerung eines Leasingvertrages für ein Werk in Mexiko sowie auf Ersatzinvestitionen. Hinzu kamen Investitionen in das Commercial-Vehicles-Geschäft, darunter insbesondere in eine neue Sitzlinie im US-Werk Delphos. Die Investitionen im Bereich Central Services stiegen um 17,9 % auf 13,8 Mio. EUR (Vj. 11,7 Mio. EUR). Davon entfielen 2,0 Mio. EUR (Vj. 1,3 Mio. EUR) auf die Fortführung des Digitalisierungsprojekts "Management der Produktlebenszyklen -PLM" und 7,1 Mio. EUR (Vj. 7,4 Mio. EUR) auf aktivierte Entwicklungsleistungen. Bei diesen Investitionen handelte es sich, wie bereits im Vorjahr, vor allem um die Entwicklung von neuen Sitzgenerationen für den Bereich Commercial Vehicles. Zudem wurden Leasingverträge für neue Server für das Rechenzentrum abgeschlossen.

Investitionen GRAMMER Gruppe

in Mio. EUR

2022 2021 Veränderung
GRAMMER Gruppe 91,0 114,8 -20,7 %
Erworben 79,4 84,6 -6,1 %
davon Sachanlagen 71,6 76,3 -6,2 %
davon Immaterielle Vermögenswerte 7,8 8,2 -4,9 %
davon Finanzanlagen 0,0 0,1 -100 %
Nutzungsrechte (IFRS 16) 11,6 30,2 -61,6 %

Investitionen EMEA

in Mio. EUR 2022 2021 Veränderung
EMEA 36,0 46,3 -22,2 %
Erworben 32,1 33,6 -4,5 %
davon Sachanlagen 31,9 33,2 -3,9 %
davon Immaterielle Vermögenswerte 0,2 0,3 -33,3 %
davon Finanzanlagen 0,0 0,1 -100 %
Nutzungsrechte (IFRS 16) 3,9 12,8 -69,5 %

Investitionen AMERICAS

in Mio. EUR 2022 2021 Veränderung
AMERICAS 19,7 21,1 -6,6 %
Erworben 16,0 19,8 -19,2 %
davon Sachanlagen 15,9 19,7 -19,3 %
davon Immaterielle Vermögenswerte 0,1 0,1 -
davon Finanzanlagen 0,0 0,0 -
Nutzungsrechte (IFRS 16) 3,6 1,3 176,9 %

Investitionen APAC

in Mio. EUR 2022 2021 Veränderung
APAC 21,5 35,7 -39,8 %
Erworben 20,4 20,8 -1,9 %
davon Sachanlagen 20,3 20,7 -1,9 %
davon Immaterielle Vermögenswerte 0,1 0,1 -
davon Finanzanlagen 0,0 0,0 -
Nutzungsrechte (IFRS 16) 1,1 14,9 -92,6 %

Investitionen Central Services

in Mio. EUR 2022 2021 Veränderung
Central Services 13,8 11,7 17,9 %
Erworben 10,9 10,4 4,8 %
davon Sachanlagen 3,5 2,6 34,6 %
davon Immaterielle Vermögenswerte 7,4 7,8 -5,1 %
davon Finanzanlagen 0,0 0,0 -
Nutzungsrechte (IFRS 16) 3,0 1,3 130,8 %

2.7 Vermögenslage

Kurz-Bilanz GRAMMER Konzern

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Langfristige Vermögenswerte 768.076 833.533 -65.457
Kurzfristige Vermögenswerte 676.518 649.855 26.663
Aktiva 1.444.594 1.483.388 -38.794
Eigenkapital 301.108 345.550 -44.442
Langfristige Schulden 366408 428.143 -61.735
Kurzfristige Schulden 777.078 709.695 67.383
Passiva 1.444.594 1.483.388 -38.794

Zum 31. Dezember 2022 lag die Bilanzsumme der GRAMMER Gruppe bei 1.444,6 Mio. EUR und damit um 38,8 Mio. EUR oder 2,6 % unter dem Wert zum 31. Dezember 2021 von 1.483,4 Mio. EUR. Der Rückgang der Bilanzsumme resultierte im Wesentlichen aus Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie Geschäfts- oder Firmenwerte in der Region AMERICAS.

Die langfristigen Vermögenswerte umfassen vor allem Sachanlagen, Immaterielle Vermögenswerte, latente Steueransprüche sowie langfristige Vermögenswerte aus Kundenverträgen. Diese sanken zum 31. Dezember 2022 um 65,4 Mio. EUR oder 7,8 % auf 768,1 Mio. EUR (31.12.2021: 833,5 Mio. EUR). Vor allem die immateriellen Vermögenswerte verringerten sich stark um 20,3 % auf 146,3 Mio. EUR (31.12.2021: 183,5 Mio. EUR) sowie die Sachanlagen sanken um 18,0 Mio. EUR oder 3,6 % auf 477,3 Mio. EUR (31.12.2021: 495,3 Mio. EUR). Grund dafür ist eine Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill) und weiterer immaterieller Vermögenswerte sowie Sachanlagen in der Region AMERICAS in Höhe von 73,6 Mio. EUR im Zuge eines vorgeschriebenen Werthaltigkeitstests infolge des gestiegenen Zinsniveaus. Zudem verminderten sich die latenten Steueransprüche um 9,3 Mio. EUR oder 18,2 % auf 41,8 Mio. EUR (31.12.2021: 51,1 Mio. EUR).

Die kurzfristigen Vermögenswerte umfassen insbesondere Vorräte, kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, kurzfristige Vermögenswerte aus Kundenverträgen sowie sonstige kurzfristige Vermögenswerte. Diese stiegen zum 31. Dezember 2022 um 26,6 Mio. EUR oder 4,1 % auf 676,5 Mio. EUR (31.12.2021: 649,9 Mio. EUR), insbesondere durch Erhöhung der kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 11,9 % auf 256,7 Mio. EUR (31.12.2021: 229,4 Mio. EUR) und der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte um 27,4 % auf 48,8 Mio. EUR (31.12.2021: 38,3 Mio. EUR). Im Gegenzug verringerten sich vor allem die kurzfristigen Ertragsteuerforderungen um 60,0 % auf 2,2 Mio. EUR (31.12.2021: 5,5 Mio. EUR) und die Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen um 4,2 % auf 108,6 Mio. EUR (31.12.2021: 113,4 Mio. EUR).

Das Eigenkapital sank zum 31. Dezember 2022 um 44,5 Mio. EUR bzw. 12,9 % auf 301,1 Mio. EUR (31.12.2021: 345,6 Mio. EUR), aufgrund des Ergebnisses nach Steuern in Höhe von -78,6 Mio. EUR. Gegenläufig wirkte sich das sonstige Ergebnis in Höhe von 34,6 Mio. EUR (Vj. 38,6 Mio. EUR) aus. Das sonstige Ergebnis umfasst im Wesentlichen Effekte aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von 4,0 Mio. EUR (Vj. 25,7 Mio. EUR), versicherungsmathematische Effekte aus der zinsbedingten Anpassung von Pensionsrückstellungen unter Berücksichtigung der latenten Steuern in Höhe von 22,7 Mio. EUR (Vj. 10,6 Mio. EUR) sowie Effekte aus der Währungsumrechnung von Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe unter Berücksichtigung der tatsächlichen Steuern in Höhe von 6,2 Mio. EUR (Vj. 2,2 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote der GRAMMER Gruppe verringerte sich entsprechend um 2,5 Prozentpunkte auf 20,8 % (31.12.2021: 23,3 %).

Auf der Passivseite verringerten sich die langfristigen Schulden im Berichtszeitraum um 61,7 Mio. EUR bzw. 14,4 % auf 366,4 Mio. EUR (31.12.2021: 428,1 Mio. EUR). Grund hierfür war insbesondere die Reduzierung der langfristigen Finanzschulden um 24,2 Mio. EUR bzw. 13,3 % auf 157,8 Mio. EUR (31.12.2021: 182,0 Mio. EUR) aufgrund von Umgliederungen in die kurzfristigen Finanzschulden. Darüber hinaus sanken die Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen um 21,3 % auf 117,2 Mio. EUR (Vj. 149,0 Mio. EUR) infolge der Erhöhung des Diskontierungszinssatzes von 1,2 % (Geschäftsjahr 2021) auf 3,7 % (Geschäftsjahr 2022). Die passiven latenten Steuern reduzierten sich dagegen nach Saldierung auf 23,5 Mio. EUR (31.12.2021: 24,4 Mio. EUR). Zum 31. Dezember 2022 verfügte die Gruppe über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 136,3 Mio. EUR (31.12.2021: 192,1 Mio. EUR), für die alle für die Inanspruchnahme notwendigen Bedingungen bereits erfüllt waren.

Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich zum 31. Dezember 2022 um 67,4 Mio. EUR bzw. 9,5 % auf 777,1 Mio. EUR (31.12.2021: 709,7 Mio. EUR). Diese Entwicklung resultierte hauptsächlich aus der Zunahme der kurzfristigen Finanzschulden infolge der Umgliederung der langfristigen Finanzschulden um 34,8 Mio. EUR bzw. 13,2 % auf 298,2 Mio. EUR (31.12.2021: 263,4 Mio. EUR) sowie der kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 37,0 Mio. EUR bzw. 13,7 % auf 306,1 Mio. EUR (31.12.2021: 269,1 Mio. EUR). Auch die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen um 15,7 % auf 108,2 Mio. EUR (31.12.2021: 93,5 Mio. EUR). Die Rückstellungen verringerten sich im Gegenzug um 39,0 % auf 32,1 Mio. EUR (31.12.2021: 52,6 Mio. EUR).

3. Chancen- und Risikobericht

3.1 Grundprinzipien des Risikomanagements und des IKS

GRAMMERs Risikopolitik entspricht dem Bestreben, nachhaltig zu wirtschaften sowie den Unternehmenswert zu steigern und dabei angemessene Risiken und Chancen zu steuern und unangemessene Risiken zu vermeiden. Aus der Internationalität der Tätigkeit sind für die GRAMMER Gruppe zusätzliche Risiken erwachsen, die abgesichert werden müssen. In der Risikostrategie sind daher unter anderem folgende risikopolitische Grundsätze festgelegt:

Unter Chancen und Risiken im Sinne des Risikomanagements versteht GRAMMER sowohl interne als auch externe Ereignisse, die positive oder negative Auswirkungen auf die Erreichung der Unternehmensziele haben können.

Das Risikomanagement leistet somit einen Beitrag zur wertorientierten Unternehmensführung. Wertorientiert bedeutet dabei, dass Risiken bewusst nur dann eingegangen werden, wenn der Wert des Unternehmens im Rahmen der Nutzung günstiger Geschäftsgelegenheiten gesteigert werden kann. Mit den geschäftlichen Aktivitäten der GRAMMER Gruppe verbundene, aber möglicherweise bestandsgefährdende Risiken werden grundsätzlich vermieden.

Unternehmerische Kernrisiken, insbesondere marktseitige Risiken, z. B. vom Verlauf der Konjunktur ausgehend, sowie Risiken, die aus der Entwicklung neuer Produkte entstehen können, trägt GRAMMER selbst, soweit diese nicht von einer Versicherung abgedeckt sind. Das Unternehmen strebt an, andere Risiken (außerhalb der unternehmerischen Kernrisiken) möglichst auf Dritte zu übertragen. Dies betrifft insbesondere Finanz- und Haftungsrisiken.

Das Risikomanagement in der GRAMMER Gruppe umfasst alle Gesellschaften und Organisationseinheiten. Risiken zu identifizieren sowie mitigierende Maßnahmen einzuleiten, sieht das GRAMMER Management als ständige gemeinsame Aufgabe an. Alle Mitarbeiter:innen des Unternehmens sind dazu aufgefordert, Risiken in ihrem Verantwortungsbereich zu erkennen und so weit wie möglich zu vermeiden bzw. zu minimieren.

In regelmäßigen Abständen überprüft die interne Revision der GRAMMER AG oder ein externer Dienstleister die Angemessenheit und Effektivität des Risikomanagementsystems.

In Hinsicht auf das interne Kontrollsystem sind bei der GRAMMER AG folgende Strukturen und Prozesse implementiert:

Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem in der Gesellschaft. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle strategischen Geschäftsfelder eingebunden. Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Richtlinien und Organisationsanweisungen niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen den aktuellen externen und internen Entwicklungen angepasst werden. GRAMMER erachtet solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich des Lageberichts maßgeblich beeinflussen können bzw. erheblichen Einfluss auf die operativen Unternehmensprozesse haben können. Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:

Identifikation der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche mit Relevanz für den Rechnungslegungsprozess sowie für die operativen Unternehmensprozesse.

Überwachung des Rechnungslegungsprozesse/ operativen Unternehmensprozesse und der Ergebnisse auf Ebene des Vorstands und auf Ebene der Bereiche bzw. der verantwortlichen Abteilungen.

Regelmäßige und präventive Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen sowie in operativen, leistungswirtschaftlichen Unternehmensprozessen, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich Lagebericht generieren, inklusive einer Funktionstrennung und definierten Genehmigungsprozessen in relevanten Bereichen.

Maßnahmen, die die ordnungsmäßige IT-gestützte Verarbeitung von rechnungslegungsbezogenen Sachverhalten und Daten sicherstellen.

Maßnahmen zur Überwachung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems.

3.2 Chancen- und Risikomanagementprozess

Um Risiken rechtzeitig zu erkennen, zu vermeiden oder zumindest zu minimieren und um ihre Ursachen zu analysieren und zu beurteilen, hat GRAMMER ein konzernweites einheitliches Risikomanagementsystem etabliert. Der Risikomanagementprozess ermöglicht die frühzeitige Identifikation von Risiken, ihre Analyse und Bewertung, den abgestimmten Einsatz geeigneter Instrumente zur Steuerung der Risiken sowie das Risiko-Monitoring und -Controlling und umfasst zudem und insbesondere die Früherkennung bestandsgefährdender Risiken. Das Risikomanagementsystem regelt die Identifikation, Erfassung, Beurteilung, Dokumentation und Berichterstattung von Risiken, aber auch von Chancen.

Verantwortlich für das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem ist der Vorstand, während Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss die Wirksamkeit der Systeme überwachen und prüfen sowie regelmäßig informiert werden.

Im Rahmen eines fortlaufenden Erhebungsprozesses werden wesentliche Risiken, welche die Erreichung der Unternehmensziele gefährden können, an das zentrale Risikomanagement gemeldet. Die Verantwortung für die Risikoberichterstattung liegt nicht in einem Zentralbereich der GRAMMER AG, sondern ist Teil der Aufgabe der Regionsverantwortlichen sowie einzelner Führungskräfte und Mitarbeiter:innen im Rahmen ihrer Funktionen. Chancen und Risiken sowie Maßnahmen zur Risikosteuerung werden in regelmäßigen Managementsitzungen mit dem Vorstand erörtert. Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat werden regelmäßig über die Risikolage der Gruppe sowie den Stand der eingeleiteten Maßnahmen anhand eines Chancen- und Risikoberichts informiert.

Die Koordination des Risikomanagements ist im Bereich Group Controlling angesiedelt. Die Erfassung der Risiken erfolgt in einem SAP-basierten System. Auf diese Weise erhält GRAMMER einen Überblick über die wesentlichen Chancen und Risiken für die Gruppe, die auf einer Nettobetrachtung basieren. Die Nettochancen und -risiken werden hergeleitet, indem bestehende und wirksame Maßnahmen berücksichtigt sowie im Budget, im Forecast oder im Konzernabschluss (z. B. in Form einer Rückstellung) verarbeitete Sachverhalte entsprechend in Abzug gebracht werden. Die Konsolidierung der Chancen und Risiken erfolgt dabei anhand speziell auf die GRAMMER Gruppe ausgerichteter Kategorien, die den sogenannten Risiko-Atlas bilden. Er umfasst neben strategischen Risiken auch Markt-, Finanz- und Rechtsrisiken ebenso wie Risiken aus den Bereichen ESG, IT, Personal, Qualität und Beschaffung. Das Chancen-Management der GRAMMER Gruppe zielt darauf ab, Chancen nicht nur zu erfassen, sondern auch bestmöglich von ihnen zu profitieren.

3.3 Merkmale des internen Kontrollsystems

Als kapitalmarktorientiertes Mutterunternehmen im Sinne des § 264d HGB ist die GRAMMER AG gemäß § 315 Abs. 4 HGB verpflichtet, die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess ist jedoch nicht gesetzlich definiert. GRAMMER versteht das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem als umfassendes System und orientiert sich an der Definition des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V., Düsseldorf, zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem und zum Risikomanagementsystem. Unter einem internen Kontrollsystem werden demnach die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind

zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen),

zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie

zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Das Risikomanagementsystem beinhaltet wie zuvor beschrieben die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken der unternehmerischen Betätigung sowie die unter Abschnitt 3.1 dargestellten Elemente.

3.4 Compliance Management System

Compliance, also die Einhaltung von Gesetzen und internen Vorgaben, ist die Basis der Geschäftstätigkeit von GRAMMER. Compliance ist nicht nur Prävention finanzieller Risiken und Reputationsverluste, sondern fördert Integrität, Transparenz und verantwortungsvolles Handeln und ist somit auch bestimmend dafür, wie miteinander gearbeitet und umgegangen wird. Mit dem Compliance Management System bei GRAMMER verfolgt der Vorstand folgende Zielsetzungen und wird dabei vom Aufsichtsrat überwacht:

Verhinderung und Aufdeckung von Verstößen gegen geltendes Recht und unternehmensinterne Regelungen sowie der möglichen daraus resultierenden Schäden (finanzielle Schäden / Reputationsschäden).

Verringerung von Haftungs- und Reputationsrisiken für die GRAMMER AG, ihre Organmitglieder und Mitarbeitende.

Stärkung des Compliance-Bewusstseins und Verhaltens bei den Mitarbeiterinnen.

Als Querschnittsthema betrifft Compliance alle Bereiche und Funktionen von GRAMMER. Compliance-Maßnahmen erfolgen nicht isoliert, sondern sind in die administrativen und operativen Prozessabläufe integriert. Der Aufbau des CMS von GRAMMER ist im Wesentlichen an dem Standard IDW PS 980 für Compliance Management Systeme ausgerichtet. Die 7-Elemente-Struktur des CMS nach IDW PS 980 gibt den systematischen Rahmen für die Aufgaben von Compliance vor:

CMS-Elemente Beschreibung
1. Compliance-Kultur Die Compliance-Kultur stellt die Grundlage für die Angemessenheit und Wirksamkeit des CMS dar. Sie wird vor allem geprägt durch die Grundeinstellungen und Verhaltensweisen des Managements sowie durch die Rolle des Aufsichtsorgans ("tone at/from the top"). Die Kultur beeinflusst die Bedeutung, welche die Mitarbeiterinnen des Unternehmens der Beachtung von Regeln beimessen und damit die Bereitschaft zu regelkonformem Verhalten.
2. Compliance-Ziele Die gesetzlichen Vertreterinnen legen auf der Grundlage der allgemeinen Unternehmensziele und einer Analyse und Gewichtung der für das Unternehmen bedeutsamen Regeln die Ziele fest, die mit dem CMS erreicht werden sollen. Dies umfasst insbesondere die Festlegung der relevanten Teilbereiche und der in den einzelnen Teilbereichen einzuhaltenden Regeln. Die Compliance-Ziele stellen die Grundlage für die Beurteilung von Compliance-Risiken dar.
3. Compliance-Organisation Das Management regelt die Rollen und Verantwortlichkeiten [Aufgaben] sowie Aufbau- und Ablauforganisation im CMS als integralen Bestandteil der Unternehmensorganisation und stellt die für ein wirksames CMS notwendigen Ressourcen zur Verfügung.
4. Compliance-Risiken Unter Berücksichtigung der Compliance-Ziele werden die Compliance-Risiken festgestellt, die Verstöße gegen einzuhaltende Regeln und damit eine Verfehlung der Compliance-Ziele zur Folge haben können. Hierzu wird ein Verfahren zur systematischen Risikoerkennung und Risikoberichterstattung eingeführt. Die festgestellten Risiken werden im Hinblick auf Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Folgen analysiert, die Risikoanalyse regelmäßig sowie im Bedarfsfall aktualisiert.
5. Compliance-Programm Auf dar Grundlage der Beurteilung der Compliance-Risiken werden Grundsätze und Maßnahmen eingeführt, die auf die Begrenzung der Compliance-Risiken und damit auf die Vermeidung von Compliance-Verstößen ausgerichtet sind. Das Compliance-Programm umfasst auch die bei festgestellten Compliance-Verstößen zu ergreifenden Maßnahmen. Das Compliance-Programm wird zur Sicherstellung einer personenunabhängigen Funktion des CMS dokumentiert.
6. Compliance-Kommunikation Die jeweils betroffenen Mitarbeiterinnen und ggf. Dritte werden über das Compliance-Programm sowie die festgelegten Rollen und Verantwortlichkeiten informiert, damit sie ihre Aufgaben im CMS ausreichend verstehen und sachgerecht erfüllen können. Im Unternehmen wird festgelegt, wie Compliance-Risiken sowie Hinweise auf mögliche und festgestellte Regelverstöße an die zuständigen Stellen im Unternehmen (z.B. die gesetzlichen Vertreterinnen und erforderlichenfalls das Aufsichtsorgan) berichtet werden.
7. Compliance-Überwachung und -Verbesserung Angemessenheit und Wirksamkeit des CMS werden in geeigneter Weise überwacht. Voraussetzung für die Überwachung ist eine ausreichende Dokumentation des CMS. Werden im Rahmen der Überwachung Schwachstellen im CMS bzw. Regelverstöße festgestellt, werden diese an das Management bzw. die hierfür bestimmte Stelle im Unternehmen berichtet. Die gesetzlichen Vertreterinnen sargen für die Durchsetzung des CMS, die Beseitigung der Mängel und die Verbesserung des Systems.

3.5 Risiken

Darstellung der wesentlichen Risikofelder

In der nachfolgenden Darstellung der Risiken sind die jeweiligen Maßnahmen zur Risikobegrenzung berücksichtigt (Nettobetrachtung):

Übersicht über die wesentlichen Risikofelder

In den nachfolgenden Abschnitten werden Risiken beschrieben und dargelegt, die teilweise erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf den Aktienkurs oder die Marktreputation haben können. Zusätzliche Risiken, die GRAMMER derzeit noch als gering einschätzt oder die uns zurzeit noch nicht in ihren Auswirkungen bekannt sind, können die Geschäftsaktivitäten ebenfalls negativ beeinflussen. Die Beurteilung der aufgeführten Risiken hat mindestens für das folgende Geschäftsjahr Bestand. Als wesentlicher Aspekt des Risikomanagements wird versucht, Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, zu vermeiden bzw. zu minimieren und bilanziell entsprechend zu würdigen.

COVID-19-Risiken

Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betreffen sämtliche für die GRAMMER Gruppe relevanten Absatzmärkte. Von der daraus resultierenden direkten und indirekten negativen Entwicklung war die gesamte Weltwirtschaft betroffen. Im Vergleich zu den ersten Jahren der Pandemie ist eine Erholung in vielen Geschäftsbereichen zu erkennen, wenngleich die aktuellen Auswirkungen der Pandemie zwischen den Regionen und Kundenbranchen erheblich variieren. Weitere regionale Lockdowns mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage können zwar nicht ausgeschlossen werden, werden aber im weiteren Verlauf der Pandemie zunehmend unwahrscheinlich. Seit Anfang Dezember 2022 wurde die strikte Null-COVID-Strategie in China gelockert, weshalb GRAMMER das Risiko weiterer lokaler Lockdowns als gering einschätzt. Trotz des hohen Infektionsgeschehens vor Ort sieht GRAMMER in China aktuell keine nennenswerten Risiken im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Arbeitskräften.

Beschaffungsrisiken

Die Beschaffungsrisiken lassen sich im Wesentlichen in den Aspekt der zeitlichen Verfügbarkeit von Materialien inklusive Lieferketten und Logistik sowie in Preisrisiken bei Rohstoffen und Energie unterteilen.

Durch die russische Aggression in der Ukraine, die COVID-19-Pandemie, die Halbleiterkrise und weitere geopolitische Einflüsse kam es im Jahr 2022 zu Produktionsunterbrechungen und erheblichen Materialpreissteigerungen in den globalen Lieferketten. Dies wirkte sich negativ auf die Materialkosten sowie die weltweite Verfügbarkeit von Materialien und Komponenten aus. Diese Preisanstiege ereigneten sich in Kombination mit einer Verteuerung der Logistikkosten. Die Preisturbulenzen allgemein sowie im Besonderen an den Gas- und Strommärkten hatten weiterhin erheblichen Einfluss auf das Unternehmensergebnis im Jahr 2022 und es ist zu erwarten, dass die Preise auch im Jahr 2023 schwankungsanfällig bleiben mit Auswirkungen auf die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage, wenngleich sich der Preisdruck insgesamt zuletzt merklich entspannt hat.

Insbesondere die Versorgungs- und Preisrisiken bei der Gasversorgung haben zuletzt abgenommen. So ist die Gasversorgung in Deutschland laut Bundesnetzagentur im Moment stabil und die Versorgungssicherheit weiter gewährleistet. Parallel kam es zu einem Absinken der Gaspreise. Eine mögliche Gasmangellage hätte erhebliche Folgen für die gesamte Wirtschaft. Dabei sind sowohl die Effekte direkt bei den Gasabnehmern als auch die Auswirkungen in vor- und nachgelagerten Branchen zu berücksichtigen. Bei GRAMMER wird Erdgas neben der Wassererwärmung und Heizung nur in wenigen Werken auch für den Produktionsprozess verwendet. Für die relevanten Produktionsprozesse hat GRAMMER bereits Maßnahmen für die Umstellung auf alternative Energiequellen eingeleitet. Vor allem in Europa wird angestrebt, eine Balance aus Versorgungssicherheit und Risikominimierung zu erreichen. Dies wird durch eine sukzessive Eindeckung der Energiebedarfe ermöglicht. Eine Mischung aus langfristigen und kurzfristigen Handelsprodukten sowie eine Kombination aus frühzeitiger Beschaffung und kurzfristiger Nutzung von Preistiefs stellen sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Risikominimierung sicher. Allerdings würde eine Gasmangellage aufgrund der Abhängigkeit von Erzeugnissen der energieintensiven Stahl- und Chemieindustrie zu erheblichen Beeinträchtigungen bei der Automobilproduktion und damit indirekt zu einem voraussichtlich signifikant geringeren Umsatz bei GRAMMER führen mit Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Die GRAMMER Gruppe ist insgesamt weiter bestrebt, Planungsrisiken, die aus der Schwankung von Rohstoffpreisen resultieren, zu minimieren. Von Bedeutung ist dabei insbesondere die Marktpreisentwicklung des Werkstoffs Stahl sowie von rohölbasierten Schaum- und Kunststoffprodukten. Die für das Unternehmen relevanten Rohstoffmärkte unterliegen einer ständigen Beobachtung. Soweit möglich und angezeigt, werden Kostenrisiken durch das Eingehen langfristiger Lieferverträge und Materialpreisgleitklauseln in Kundenverträgen eingegrenzt. Zudem bestehen Risiken hinsichtlich der Versorgungskette, die aus unterschiedlichen Gründen die Produktqualität, Liefertreue oder sogar die generelle Verfügbarkeit von Produkten beeinflussen können. Daneben können auftretende Qualitätsprobleme bei Zulieferern oder Versorgungsstörungen in der Zulieferkette Risiken in GRAMMERs Produktion verursachen, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Risiken, die aus dem Ausfall von Zulieferern entstehen können, begegnet GRAMMER mit Lokalisierungs-, In-Sourcing- und Dual-Sourcing-Strategien. Zusätzlich erfolgt ein kontinuierliches Monitoring von potenziell kritischen Lieferanten. Zur Sicherung unserer Wertschöpfungskette legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Prüfung der finanziellen Stabilität und der Einhaltung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) unserer Lieferanten.

Zudem wurden die folgenden konkreten Maßnahmen getroffen, um die Beschaffungsrisiken zu minimieren: Die Einkaufs- und Vertriebsteams tauschen sich regelmäßig aus und stimmen sich eng ab, um auf Kunden- und Lieferantenseite die Preissteigerungen auszugleichen. Einige Projekte zur Optimierung der Frachtkosten wurden begonnen, um die Preissteigerungen durch mehr Effizienz auszugleichen. Dies beinhaltet zum Beispiel die Optimierung der Lieferketten insbesondere in Mexiko und in den USA. Einige Lokalisierungsprojekte in China und AMERICAS sowie Insourcing in EMEA wurden initiiert, um interne Ressourcen besser auszulasten. Zudem haben Investitionen und die technische Weiterentwicklung im Bereich der Digitalisierung dazu beigetragen, für höhere Transparenz und schnellere Informationsvernetzung zu sorgen, um der weltweiten Lieferkettenkrise standzuhalten.

Compliance-Risiken

GRAMMER ist als international tätige Gruppe Risiken unterworfen, die sich aus Verstößen gegen geltende Gesetze oder interne Regeln und dem individuellen oder kollektiven Fehlverhalten von Mitarbeitenden, Führungskräften oder dem Management ergeben können. Die Verwirklichung solcher Risiken kann sich aufgrund möglicher Bußgelder und Haftung negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken und die Reputation von GRAMMER schädigen. Zur Reduzierung und Vermeidung wird das bestehende Compliance Management System bei GRAMMER ständig weiterentwickelt und ausgebaut. Es enthält sowohl präventive Maßnahmen, wie beispielsweise Schulungen von Mitarbeiter:innen, als auch reaktive Maßnahmen, wie beispielsweise der Umgang mit und die Nachverfolgung von Hinweisen auf Verstöße oder Fehlverhalten.

Rechtliche Risiken

GRAMMER ist als international tätiges Unternehmen vielfältigen gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen unterworfen. Aus der Vielzahl der rechtlichen Vorschriften und Regularien und deren ständigen Veränderungen können sich Risiken ergeben, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Bestehende und drohende Rechtsstreitigkeiten werden kontinuierlich erfasst, analysiert, hinsichtlich ihrer juristischen und finanziellen Auswirkungen bewertet und in der bilanziellen Risikovorsorge entsprechend berücksichtigt. Der Ausgang rechtlicher Streitigkeiten ist allerdings stets ungewiss, sodass über die getroffene bilanzielle Vorsorge hinaus weitere Risiken bestehen, die eine negative Auswirkung auf die Finanz- und Ertragsziele haben können. Die GRAMMER AG und ihre Tochtergesellschaften sind wegen angeblicher Mängel ihrer Produkte Gewährleistungsansprüchen ihrer Kunden ausgesetzt. Mögliche Gewährleistungsansprüche werden über die Bildung von entsprechenden Rückstellungen berücksichtigt. Darüber hinaus werden in gerichtlichen Verfahren Ansprüche wegen angeblicher Mängel der GRAMMER Produkte geltend gemacht. Soweit diese zum Nachteil von GRAMMER ausgehen, können sich hieraus Schadensersatzzahlungen, Nachbesserungsarbeiten oder sonstige kostenintensive Maßnahmen ergeben. Da die Verfahren mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind, ist es möglich, dass sich die gebildeten Rückstellungen teilweise als unzureichend erweisen. Infolgedessen können zusätzliche Aufwendungen entstehen. Beschränkungen des Unternehmens in seiner internationalen Aktivität durch Import- bzw. Exportkontrollen, Zollbestimmungen oder andere Handelshemmnisse aus regulatorischen Vorgaben stellen ein Risiko dar, dem sich GRAMMER aufgrund seiner Tätigkeit nicht entziehen kann. Darüber hinaus können Exportkontrollregulierungen, Handelsbeschränkungen und Sanktionen die Geschäftsaktivitäten beeinträchtigen oder beschränken. Zur Absicherung rechtlicher Risiken existiert eine Vielzahl unternehmensweiter Standards, die laufend fortentwickelt werden. Beispiele hierfür sind allgemeine Geschäftsbedingungen, Vertragsmuster für verschiedene Anwendungsfälle oder interne Richtlinien und Verfahrensanweisungen. Zudem setzt GRAMMER ein System aus intensiver Vertragsprüfung, Vertragsmanagement sowie systematisierter Dokumentierung und Archivierung ein. Sogenannte Normalrisiken und existenzgefährdende Risiken sind ausreichend versichert.

Qualitätsrisiken

GRAMMER legt großen Wert auf die Einhaltung hoher externer und interner Qualitätsstandards und die frühzeitige Identifikation möglicher Fehlerquellen bzw. deren Vermeidung. Trotzdem kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass Qualitätsrisiken auftreten. Dies gilt insbesondere bei Entwicklungen von Produkten mit komplexen Fertigungsstrukturen. Eine globale Ausrichtung sowie Verflechtungen der Fertigung über Kontinente hinweg sowie der damit verbundene Abstimmungsbedarf zwischen den beteiligten Einheiten erhöhen dieses Risiko zwangsläufig. Um derartige Risiken zu minimieren, hat GRAMMER in der gesamten Gruppe entsprechende Maßnahmenprogramme etabliert, die wie folgt beschrieben werden. Zur Minimierung von Risiken aus lieferantenverursachten Qualitätsproblemen führt das Unternehmen eine ganzheitliche Lieferantenentwicklung und regelmäßige Lieferantenaudits durch. Mittels einer systembasierten Lieferantenbewertung analysiert GRAMMER fortlaufend lieferantenspezifisch den Qualitäts- und Leistungsgrad im Lieferprozess. Die Ergebnisse aus diesen Aktivitäten stellen Schlüsselkriterien für die Auswahl der Lieferanten in Projekt und Serie dar. Dennoch kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass sich vereinzelt Risiken ergeben, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

Marktrisiken

Als weltweit tätiges Unternehmen wird die GRAMMER Gruppe durch die Entwicklungen an nationalen und internationalen Märkten beeinflusst. Weitere geopolitische Spannungen oder auch ein wieder verstärktes Pandemiegeschehen können das Risiko einer Rezession im Jahr 2023 stark erhöhen. Den daraus resultierenden potenziellen Risiken begegnet das Unternehmen mit einer Vielzahl von Maßnahmen. So beobachtet GRAMMER kontinuierlich und intensiv die Entwicklung der relevanten Märkte und Branchen und passt Produktion und Kapazitäten bei Bedarf entsprechend an. Die GRAMMER Gruppe versucht im Sinne eines effektiven Risikomanagements, umgehend auf Krisen und sich andeutende Umsatzschwächen zu reagieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. So werden z. B. Produktions- sowie Kostenstrukturen frühzeitig der veränderten Umsatzsituation angepasst. GRAMMER agiert in zunehmend wettbewerbsintensiven Märkten, die das Unternehmen vermehrt Risiken wie Preisdruck, kurzen Entwicklungs- und Einführungszeiten, hohen Anforderungen an die Produkt- und Prozessqualität sowie schnellen Veränderungen aussetzen. Durch die Abhängigkeit von den Weltmärkten, die durch unterschiedliche Konjunktur- und Nachfragezyklen gekennzeichnet sind, hat GRAMMER ein sehr breites Feld an Einflussfaktoren wahrzunehmen und zu interpretieren. Zusätzlich entstehen neue Wettbewerber vor allem in Schwellenländern oder Unternehmen treten neu in diese Märkte ein. Die Auswirkungen von Krisen in spezifischen Märkten und Regionen bergen zudem Risiken, die nicht mehr unmittelbar aus den Geschäftsfeldern abgeleitet werden können. Auch die Differenzierung in den einzelnen Märkten nimmt stetig zu, sodass aus einer generellen Entwicklung nicht mehr zwangsläufig auch auf GRAMMERs Geschäftsfelder geschlossen werden kann. Dies gilt sowohl für die positiven als auch für die negativen Entwicklungen. Im Zuge der E-Mobilität können sich weitere Risiken für die Märkte der Gruppe ergeben. Aufgrund der Umstellung der Technologie kann es zu Verschiebungen in der Struktur der Kunden und Produkte kommen, die dem Unternehmen bisher nicht bekannt sind. Insbesondere im am schnellsten wachsenden Markt China treten vermehrt neue OEMs auf, die den bisherigen Bestandskunden Marktanteile kosten können. Zwar erweitert GRAMMER erfolgreich sein Kundenportfolio, auch um diese neuen OEMs. Allerdings kann die Gruppe derzeit nicht absehen, welche dieser Unternehmen sich im Markt erfolgreich etablieren werden. Zudem besteht das Risiko, dass die Zunahme des autonomen Fahrens auch eine Substituierung von Produkten oder die Entwicklung neuer Konzepte erfordert. Jedoch versucht sich die GRAMMER AG auf Zukunftstrends dieser Art entsprechend vorzubereiten, aber diese Entwicklung der Industrie kann sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft auswirken.

Eventuelle Konsolidierungen von Märkten oder Marken können zur partiellen Abhängigkeit der GRAMMER AG von einigen wenigen Kunden - basierend auf deren Konzernstrukturen - führen. Zusätzlich hält der Kostendruck der Fahrzeughersteller auf die Unternehmen der Zulieferindustrie weiter an. Aus diesem Marktumfeld könnten eventuell ausbleibende Anschlussaufträge das Unternehmen belasten. Hier forciert GRAMMER die konsequente Umsetzung der strategischen Ausrichtung auf Innovation, Kundenorientierung und Nachhaltigkeit. Neben der intensivierten Forschung und Entwicklung geht die Gruppe auch vielseitige Prozessoptimierungen zur Gegensteuerung und Steigerung der Kosteneffizienz an, um den hohen Anforderungen der Kunden nachkommen zu können.

Damit diese Wettbewerbsrisiken sinken, strebt das Unternehmen die Verbesserung seiner Marktposition in sämtlichen Geschäftsfeldern an. Dafür setzt die GRAMMER Gruppe auf technische Innovationen und auf die Weiterentwicklung bestehender Produkte und Prozesse. Ziel ist es, durch eine klare Fokussierung auf die Kundenbedürfnisse und Erfolgsfaktoren nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Die Einführung neuer Produkte und Technologien birgt jedoch auch Risiken und erfordert ein starkes Engagement in Forschung und Entwicklung, das mit einem beträchtlichen Einsatz finanzieller Mittel und technischer Ressourcen verbunden ist. Trotz der zahlreichen Patente und der Sicherung des geistigen Eigentums können Wettbewerber, insbesondere in den Wachstumsmärkten, nicht generell davon abgehalten werden, Produkte und Leistungen zu entwickeln, die GRAMMERs Angebotsspektrum ähnlich sind.

Üblicherweise beinhalten Lieferverträge, insbesondere solche, die mit den wesentlichen Kunden der GRAMMER Gruppe geschlossen wurden, rechtlich verbindliche Zusagen, über einen festgelegten Zeitraum bestimmte, in der Regel noch zu entwickelnde Produkte zu beziehen. Diese Zusagen beziehen sich jedoch nicht darauf, ein bestimmtes Produkt exklusiv von Gesellschaften der GRAMMER Gruppe zu erwerben. Die konkreten Produkte und Liefermengen werden in separaten Abrufen bestellt, die zeitlich kürzer sein können, aber eine konkrete Verpflichtung zur Abnahme darstellen. Aus rein rechtlicher Sicht sind die wesentlichen Kunden der GRAMMER Gruppe grundsätzlich in der Lage, mittelfristig auch große Aufträge bzw. Produktvolumina von GRAMMER abzuziehen. Dies würde sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft auswirken. Da ein Auftragsabzug in der laufenden Serienproduktion für die Kunden jedoch mit erheblichen Kosten sowie großem Aufwand verbunden ist und einen beachtlichen Zeitvorlauf erfordert, ist zumindest der Komplettabzug des gesamten Auftragsbestandes durch einen Kunden eher unwahrscheinlich. Auch 2022 war geprägt von Lieferengpässen bei Halbleitern in der Automobilindustrie. Der weiter bestehende Mangel an Halbleitern führte wiederum zu deutlich volatileren und insgesamt niedrigeren Abrufen der GRAMMER Automotive-Produkte (insbesondere in AMERICAS und EMEA) mit entsprechend negativen Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis der GRAMMER Gruppe. Als Reaktion auf diese Situation kürzen die GRAMMER Werke Kosten und reduzieren die Produktion. Der Vertrieb verhandelt mit den OEMs über die Kompensierung der nicht von GRAMMER verschuldeten fehlenden Abrufe aufgrund von OEM-Werkstillständen. Zeitgleich werden Maßnahmen wie die Anpassung des Lagerbestandes verfolgt.

Durch die fortwährende Anpassung und Optimierung der Kostenstrukturen der Produktions- und Entwicklungskapazitäten sowie der Fertigungstiefe besteht grundsätzlich das Risiko, dass zum Beispiel die Zusammenlegung und Schließung von Standorten die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens belastet. Zudem ist das Risiko vorhanden, dass solche Maßnahmen nicht immer im geplanten Zeitrahmen umgesetzt werden. Außerdem kann es aufgrund der Vielschichtigkeit und Komplexität solcher Prozesse zu Verzögerungen und zusätzlichen finanziellen Belastungen kommen oder der Nutzen dieser Prozesse könnte geringer ausfallen, als ursprünglich geplant war bzw. angenommen wurde.

GRAMMERs Handlungsfelder umfassen zunehmend auch Tätigkeiten, die aus der strategischen Portfoliopolitik in den einzelnen Geschäftsfeldern resultieren. Aktivitäten im Bereich der Unternehmenszusammenschlüsse und Akquisitionen bergen grundsätzlich Unwägbarkeiten. Die damit verbundenen Risiken bestehen nicht nur hinsichtlich der Marktreaktion, sondern auch in Bezug auf die Integration von Menschen, Kulturen und Technologien sowie von Produkten und Entwicklungen in bestehende Strukturen.

Zudem lassen sich auch Risiken aus der Umsetzung einer Unternehmenstransaktion nicht ausschließen. So können, wie bei solchen Transaktionen üblich, Akquisitions-, Integrations- und sonstige Kosten entstehen, die zu Beginn des Prozesses nicht abgeschätzt werden konnten.

Risiken ergeben sich auch aus den vielfältigen Änderungen und Anpassungen von Regelungen, Gesetzen, Richtlinien und technischen Vorgaben hinsichtlich der Produkte, denen GRAMMER als global agierendes Unternehmen zunehmend ausgesetzt ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Vorschriften und rechtliche Regelungen in bestimmten Märkten und Regionen mit zusätzlichen Belastungen und Aufwendungen einhergehen, die bisher mangels Kenntnis nicht berücksichtigt werden konnten und sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Aufgrund ihrer weltweiten Aktivitäten und der im wirtschaftlichen Umfeld beschriebenen Risiken ist die GRAMMER Gruppe Zins-, Währungs- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Die Gesellschaft begegnet hauptsächlich Währungsrisiken aus den Währungen Tschechische Krone, Polnische Złoty, Mexikanischer Peso, US-Dollar, Türkische Lira, Brasilianischer Real, Japanischer Yen sowie Chinesischer Yuan. Sie resultieren sowohl aus Lieferungen und Leistungen als auch aus der lokalen Produktion. Die GRAMMER Gruppe begegnet Währungsrisiken zum einen durch "Natural Hedging", also durch die Erhöhung des Einkaufsvolumens im Fremdwährungsraum bei gleichzeitiger Erhöhung des Absatzes im gleichen Währungsraum. Zum anderen werden Währungsrisiken selektiv am Devisenmarkt abgesichert. Eine starke Aufwertung des Euros gegenüber den Währungen der anderen Exportwirtschaftsnationen könnte sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe auswirken.

Den Schwankungen an den Zinsmärkten kann sich GRAMMER nicht vollständig entziehen. Ein weiter steigendes Zinsniveau kann zu zahlungswirksamen Zinsänderungsrisiken im Hinblick auf Verbindlichkeiten mit variabler Verzinsung führen. Daraus können Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens entstehen. GRAMMER minimiert Zinsänderungsrisiken durch die Aufnahme von langfristigen Refinanzierungsmitteln (z. B. Privatplatzierungen) sowie durch den Einsatz von Derivaten. Der Sicherung ausreichender Liquiditätsspielräume kommt ebenfalls eine hohe Bedeutung zu. Ein wesentliches Element der Konzernfinanzierung von GRAMMER bildet der 2020 abgeschlossene Konsortialkredit. Dieser teilt sich in eine Kreditlinie zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung in Höhe von 150,0 Mio. EUR (Tranche A) mit einer Laufzeit von fünf Jahren und zwei Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr und eine Kreditlinie zur Ausfinanzierung der TMD-Akquisition über 80,0 Mio. USD (Tranche B) auf, die über vier Jahre ratierlich zu tilgen war und bis zum 29. Dezember 2022 planmäßig zurückgezahlt (Vj. 19,0 Mio. USD) wurde. Ebenfalls im Geschäftsjahr 2020 wurde im Rahmen des KfW-Programms "Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung (855)" der bestehende Konsortialkredit über eine Änderungsvereinbarung um eine Tranche C in Höhe von 235,0 Mio. EUR mit dreijähriger Laufzeit erweitert. Die Tranche C wurde im Juni 2022 vorzeitig bis 2025 verlängert, sodass die Liquidität von GRAMMER - auch im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld - weiterhin nachhaltig gesichert ist. Ferner erhielt die GRAMMER AG von ausgewählten Kernbanken am 21. Dezember 2022 feste Kreditzusagen über 31,5 Mio. EUR. Diese Kreditzusagen bilden eine zusätzliche Tranche D unter dem Konsortialkreditvertrag und werden nach Erfüllung der Auszahlungsvoraussetzungen als Refinanzierung für ein fälliges Schuldscheindarlehen in gleicher Höhe in Anspruch genommen. Sie ist teilweise ratierlich bis zur Fälligkeit am 10. Februar 2025 zu tilgen.

Die Liquiditätssituation wird laufend und systematisch überwacht und kontinuierlich durch eine weltweite rollierende Finanzbedarfsplanung erfasst. Mögliche Risiken in Zusammenhang mit einem Kontrollwechsel sind in den Erläuterungen zur Finanzlage dargestellt. Die Kreditverpflichtungen der GRAMMER Gruppe enthalten Auflagen, zu denen die Einhaltung bestimmter marktüblicher Finanzkennzahlen (Financial Covenants) zählt. Im Fall der Nichteinhaltung dieser Financial Covenants steht den Kreditgebern der GRAMMER Gruppe ein Sonderkündigungsrecht zu, das zur sofortigen Fälligstellung der Kredite berechtigen würde. Der Ausweitung der Liquiditätsspielräume wird trotz dadurch möglicherweise entstehender Zins- und zinsähnlicher Nachteile eine hohe Bedeutung beigemessen; es wird eine dem Unternehmen angemessen erscheinende Liquiditätsreserve gehalten. Daraus resultieren gewisse Belastungen im Zinsergebnis, die allerdings bewusst in Kauf genommen werden, um den strategischen Handlungsspielraum zu erhalten und die Liquiditätslage nicht zu gefährden. Die Debitorenausfallrisiken sind durch die Kundenstruktur begrenzt und werden durch aktives Debitorenmanagement überwacht. Durch die dem Markt inhärenten Unsicherheiten und Risiken bezüglich der Zinsentwicklung kann der Finanzierungsstatus der Pensionspläne der Gruppe stark beeinflusst werden. Das kann sowohl einen Anstieg als auch einen Rückgang des Anwartschaftsbarwertes der leistungsorientierten Verpflichtung zur Folge haben. Die Pensionsverpflichtungen werden gemäß den versicherungsmathematischen Berechnungen bilanziert, in denen dem anzuwendenden Zinssatz eine wesentliche Rolle zukommt. Die tatsächlich zu leistenden Zahlungen können von den berechneten Werten abweichen, da die Annahmen zu den wesentlichen Bewertungsparametern, wie den Abzinsungsfaktoren, sowie zu den Gehältern und der Inflation mit Unsicherheiten behaftet sind. Daraus kann sich ein Risiko für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

Zins-, Währungs- und Liquiditätsrisiken werden zentral im Konzernbereich Finanzen erfasst. Mithilfe eines strategischen Treasury Managements, dessen Wirksamkeit regelmäßig überprüft wird, vermindert GRAMMER die erläuterten Risiken. Dennoch kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass sich die dargelegten - und nach aktivem Risikomanagement verbliebenen - moderaten Risiken negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

GRAMMER überprüft einmal jährlich und zusätzlich anlassbezogen auf Ebene der Segmente, welche die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Gruppe darstellen, die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts. Eine Wertminderung kann durch einen Anstieg des Abzinsungsfaktors und/oder durch verschlechterte Geschäftsaussichten ausgelöst werden.

Cyber- und Informationsrisiken

Die Sicherheit, der Schutz und die Integrität der Daten sowie der IT-Infrastruktur sind für einen ordnungsgemäß geführten Geschäftsbetrieb unerlässlich. Gesetzliche Vorgaben und Vorschriften erfordern technisch-organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Informationen und der hochverfügbaren und abgesicherten Datenleitungen. Um diesen Anforderungen zu entsprechen, hat GRAMMER die unternehmenskritischen Komponenten der IT-Infrastruktur in redundanten Rechenzentren installiert, deren Stromversorgung auch im Notfall durch getrennte Notstromanlagen sichergestellt ist. Zusätzlich sind bei der Nutzung von organisationsfremden Netzwerkdiensten, wie z. B. externen Cloud-Diensten, die unterschiedlichen Anforderungen an die Informationssicherheit, Qualität der Datenübertragung sowie deren Verwaltung berücksichtigt worden. So haben z. B. Cloud-Anbieter die Integrität, die Verfügbarkeit und den Schutz vor unbefugtem Zugriff der Daten zu gewährleisten. Alle GRAMMER Standorte sind redundant an die Rechenzentren angebunden. Die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit geschäftskritischer IT-Systeme ist in Notfallplänen dokumentiert. GRAMMER schützt sich durch entsprechende Sicherheitssysteme und hat Maßnahmen ergriffen, um Angriffe von außen abzuwehren. Firewalls, Virenscanner sowie weitere implementierte Schutzmaßnahmen werden regelmäßig auf ihre Effektivität überprüft und gegebenenfalls angepasst. Zur Gewährleistung der IT-Sicherheit wurde eine konzernweite IT-Sicherheitsorganisation eingerichtet, deren Aufgabe es ist, die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen sicherzustellen und gegen etwaige Bedrohungen vorzugehen. Dennoch kann aufgrund der weltweiten Aktivitäten und des allgemein zu verzeichnenden Anstiegs an Gefährdungen und Angriffen nicht ausgeschlossen werden, dass die Systeme, Netzwerke, Daten und Lösungen von GRAMMER beeinträchtigt werden. Negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage durch Datenverlust, Systemstörungen und Produktionsausfall, fehlerhafte Datenübertragung etc. werden jedoch als nicht wahrscheinlich eingestuft. Dennoch kann sich daraus ein Risiko für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben. Risiken durch Fraud- oder Cyber-Angriffe werden als Gefahr von Schäden definiert, die infolge des Versagens von internen Verfahren (Kontrollrisiken), menschlichen Handelns (Personalrisiken) oder Schwächen in Systemen (speziell IT-Systemen) eintreten. Die zunehmende Digitalisierung und elektronische Vernetzung durch Entwicklungen des elektronischen Zeitalters wie im Internet der Dinge, Industrie 4.0 oder Smart Everything bieten sogenannten Cyber-Angreifern neue Angriffsflächen und weitreichende Möglichkeiten, Informationen auszuspähen, Geschäfts- und Verwaltungsprozesse zu sabotieren oder sich anderweitig auf Kosten Dritter kriminell zu bereichern. Durch Cyber-Angriffe, unter anderem mit schädlicher Software, oder durch gezielte Angriffe etwa auf Mitarbeiter:innen (z. B. Täuschungsversuche) können Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der GRAMMER Gruppe entstehen. Diesen Risiken wirkt das Unternehmen durch Analyse von bekannt gewordenen Schadensfällen sowie durch die Einsteuerung entsprechender Gegenmaßnahmen und die Ableitung spezifischer Handlungsempfehlungen bezüglich solcher Aktivitäten entgegen. Zusätzlich werden kontinuierlich Assessments zu diesen Themen durchgeführt und alle relevanten Prozesse auf mögliche Sicherheitslücken überprüft sowie entsprechend optimiert. Darüber hinaus werden unsere Mitarbeiter:innen zu diesen Themen regelmäßig und gezielt informiert und sensibilisiert.

Personalrisiken

Der Wettbewerb um eine vielfältige und hoch qualifizierte Belegschaft, wie etwa Fach- und Führungskräfte sowie Expert:innen und Talente, ist in den Branchen und Regionen, in denen GRAMMER tätig ist, nach wie vor sehr ausgeprägt und hat sich insbesondere in der Region AMERICAS verstärkt. Der künftige Erfolg der GRAMMER Gruppe hängt auch davon ab, inwiefern es ihr gelingt, hoch qualifizierte Mitarbeiter:innen einzustellen, in das Unternehmen zu integrieren und dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Dies scheint besonders relevant in Zeiten einer neuen, virtuellen Arbeitsumgebung. Überdies sieht GRAMMER die Notwendigkeit, die Vielfalt, Inklusion und das Zugehörigkeitsgefühl der Belegschaft zu fördern. Vor diesem Hintergrund entwickelt die Gesellschaft die Art der Zusammenarbeit und ihre Führungskultur weiter. Trotz der Bemühungen im Personalwesen und allen Fachbereichen besteht das Risiko, dass die GRAMMER Gruppe die ausreichende Anzahl qualifizierter Mitarbeiter:innen zukünftig nicht in jedem Tätigkeitsfeld sicherstellen und langfristig an das Unternehmen binden kann. Daraus kann sich ein Risiko auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben. Insbesondere in den Wachstumsmärkten APAC, NAFTA, Südamerika und Osteuropa ist aufgrund des erwarteten Umsatzwachstums der Automotive und Commercial Vehicles Märkte und der guten Marktsituation für qualifizierte Fachkräfte mit einer erhöhten Fluktuation sowie einer signifikanten Steigerung der Lohnkosten zu rechnen.

ESG-Risiken

GRAMMER arbeitet mit einem Umweltmanagementsystem auf der Basis der Norm ISO 14001 sowie mit einem Energiemanagementsystem auf Basis der Norm ISO 50001. Das Managementsystem der GRAMMER Gruppe berücksichtigt sämtliche Anforderungen beider Systeme, legt weltweit gültige Umwelt- und Energieeffizienzstandards fest (z. B. Umweltprogramme, Umweltziele und Energieziele) und definiert Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen. Diese Standards werden durch Umwelt- bzw. Energiemanagement-Beauftragte an den GRAMMER Standorten weiterentwickelt, wobei deren Einhaltung und Umsetzung durch regelmäßige Audits überwacht werden. Dadurch minimiert GRAMMER das Auftreten ökologischer Risiken. Die Zertifizierung der Produktionsstandorte nach den Vorgaben der Normen ISO 14001 sowie ISO 50001 wird weiter vorangetrieben. Klimabezogene Risiken, insbesondere CO 2-Emissionen betreffend, werden fortlaufend beobachtet und an deren Reduzierung wird gearbeitet. Die Einhaltung von Umweltstandards und die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen einer unternehmensweiten Klimastrategie sind bei Automotive Kunden zunehmend vergaberelevant und bergen somit ein mittel- bis langfristiges Umsatzrisiko.

Steigende Umwelt-, Sozial- und Governance-Anforderungen von Kunden und Gesetzgebern, wie z. B. die Einführung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG), können zu höheren Kosten, u. a. in der Finanzierung, und zu Umsatzrisiken führen. Hinzu kommen bei Verstößen gegen das LkSG mögliche Reputationsrisiken. GRAMMER versucht durch die Nutzung einer zielgerichteten CSR-Funktion und die Einführung weiterer organisatorischer Maßnahmen, wie die Benennung eines Chief Compliance Officer oder einer Menschenrechtsbeauftragten, diese Risiken zu minimieren. Dennoch kann aufgrund von äußeren Umständen oder auch Fehlverhalten nicht völlig ausgeschlossen werden, dass dem Konzern hieraus Risiken entstehen. Daraus kann sich ein Risiko auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

Geopolitische Risiken

Für die GRAMMER Gruppe können sich Risiken durch eine Verschärfung geopolitischer Spannungen ergeben, wie etwa die Eskalation im Russland-Ukraine-Konflikt. Aufgrund der stark begrenzten Aktivitäten der GRAMMER Gruppe in den Märkten Russland und Ukraine ist weiterhin nicht mit nennenswerten direkten Auswirkungen auf den Konzernumsatz und das Konzernergebnis zu rechnen.

Im Falle einer Eskalation des China-Taiwan-Konflikts sind aufgrund des weitgehend autonomen China-Geschäfts die Risiken aus den internen Liefer- und Leistungsbeziehungen für GRAMMER beherrschbar. Genauso sind direkt keine schwerwiegenden Folgen für die anderen Regionen zu erwarten, da diese überwiegend unabhängig von durch GRAMMER China hergestellte Vorprodukte wirtschaften.

Allerdings können etwaige Sanktionen gegenüber China, sei es resultierend aus einer Eskalation des China-Taiwan-Konflikts oder auch potenziellen Waffenlieferungen Chinas an Russland, zu drastischen Folgen für die Gesamtwirtschaft führen, darunter indirekt auch Unterbrechungen der Supply Chain bei GRAMMER Lieferanten sowie bei GRAMMER Kunden weltweit und damit verbunden zu reduzierten Abrufzahlen der OEMs. Aufgrund des Hauptaktionärs könnte die GRAMMER Gruppe vermehrt als chinesisches Unternehmen wahrgenommen werden. Dies könnte infolge von protektionistischen Maßnahmen gewisser Regierungen gegenüber China zu Marktnachteilen für die GRAMMER Gruppe führen.

Darüber hinaus könnte es in einem Worst-Case-Szenario zu einer Verstaatlichung westlicher Tochterunternehmen in China kommen. Damit verbunden wären schwerwiegende Auswirkungen auf den Konzernumsatz und das Konzernergebnis der GRAMMER Gruppe zu erwarten. GRAMMER stuft das Risiko einer Eskalation des Konflikts mit den entsprechenden Auswirkungen als sehr gering ein. Daraus kann sich ein Risiko auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

3.6 Chancen

Marktchancen

Im Folgenden werden die wesentlichen Marktchancen im Rahmen einer positiven Unternehmens- und Konjunkturentwicklung für GRAMMER dargestellt. Die Aufführung ist nicht abschließend und die dargestellten Chancen sind nicht notwendigerweise die einzigen, die sich GRAMMER bieten. Im Umkehrschluss ist es auch möglich, dass sich identifizierte Chancen nicht materialisieren.

Weltweite Konjunktur: Aufgrund der globalen Präsenz der GRAMMER Gruppe bieten sich ihr Chancen, weiterhin von der mittelfristigen Erholung und dem Wachstum der weltweiten Wirtschaft zu profitieren. Insbesondere eine positive Entwicklung in den Hauptabsatzmärkten und eine damit einhergehende erhöhte Nachfrage nach Fahrzeugen im Pkw- und Nutzfahrzeugbereich können für GRAMMER Chancen hinsichtlich einer erhöhten Produktnachfrage ergeben, vor allem in Ländern und Regionen außerhalb Deutschlands.

Wachstum in Kernregionen: Insgesamt hat die Bedeutung der Märkte Nord- und Mittelamerika sowie China für GRAMMER weiter stark zugenommen. Insbesondere in der Division Automotive ist GRAMMER dort zunehmend als Lieferant für lokale Hersteller tätig, beliefert aber auch seine europäischen Partner im Premiumsegment. In China ergeben sich aus der Auftragsgewinnung von weltweit tätigen und lokalen OEMs ebenfalls neue Chancen. In der Division Commercial Vehicles ist GRAMMER mit einer lokalen Fertigung im chinesischen Lkw-Markt für gefederte Sitzsysteme aktiv und erwartet bei Realisierung von positiven Markteffekten zusätzliches Wachstum. Chancen ergeben sich unter anderem auch aus den stärker nachgefragten Produktmerkmalen Ergonomie und Sicherheit.

Wachstum mit größerem Kundenstamm: Für die GRAMMER Gruppe bieten sich durch das Erschließen weiterer Kundensegmente ebenfalls neue Chancen. Dies begründet sich einerseits durch die globale Expansion bestehender Kunden sowie andererseits durch die erhöhte Penetration lokaler Kunden auf neuen Märkten. Derartige Chancen haben sich bisher in einer erhöhten Kundendiversifikation in AMERICAS und APAC niedergeschlagen.

Fokussierung auf das Premiumsegment: GRAMMER fokussiert sich mit seinen Produkten überwiegend auf das Premiumsegment. Da die Nachfrage in diesem Segment im Rahmen positiver Konjunkturszenarien weniger schwankungsanfällig ist als der Gesamtmarkt, kann das Premiumsegment im Vergleich zum Volumenmarkt stärker wachsen. Daher ist GRAMMER bestrebt, diese potenziellen Marktchancen wahrzunehmen.

Globale Megatrends: GRAMMER ist gut positioniert, um von den globalen Megatrends Bevölkerungswachstum, vermehrte Nachfrage nach Mobilität und Steigerung der Nahrungsmittelnachfrage zu profitieren. Die Gruppe strebt an, die sich daraus bietenden Chancen optimal zu nutzen. So kann eine erhöhte Mobilitätsnachfrage den Absatz der Produkte im Bereich Automotive und Commercial Vehicles steigern. Die wachsende Nachfrage nach Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Gütern sowie eine verstärkte Bautätigkeit können ebenfalls zu höheren Absatzmengen in der Division Commercial Vehicles führen, da viele der eingesetzten Maschinen mit Sitzsystemen von GRAMMER ausgestattet sind. Insgesamt strebt GRAMMER für seine Produktfelder eine kontinuierliche Umsatzsteigerung infolge der Chancennutzung aus den globalen Megatrends an.

Automatisiertes Fahren und E-Mobilität: GRAMMER ist ein Hersteller von Sitzkomponenten und Konsolen sowie weiteren Dekor- und Funktionsteilen für den Fahrzeuginnenraum. Anders als in der Antriebs- und Motorentechnik erwartet das Unternehmen von der Elektrifizierung des Antriebsstranges sowie der schrittweisen Automatisierung neue Chancen aufgrund der Nachfrage nach immer höherwertigeren und funktionaleren Innenraumkomponenten, die mit den neuen Bedürfnissen des Fahrens einhergehen.

Strategische Chancen

Neben Marktchancen bieten sich für GRAMMER auch strategische Chancen, die im Folgenden erläutert werden.

Anorganisches Wachstum: Darunter versteht GRAMMER unter anderem die Prüfung und Wahrnehmung von anorganischen Wachstumsmöglichkeiten. In diesem Zusammenhang beobachtet das Unternehmen kontinuierlich seine Märkte im Hinblick auf Akquisitionsmöglichkeiten und Partnerschaften. Sofern sich Chancen zur Stärkung der Marktposition oder zur Erweiterung und Abrundung des Produktportfolios ergeben, prüft GRAMMER die entsprechenden Optionen. Da die Realisierung anorganischer Wachstumsmöglichkeiten von diversen, nicht steuerbaren Einflussfaktoren abhängt, ist die Verwirklichung derartiger Chancen nicht prognostizierbar.

Effizienzmaßnahmen: Das Unternehmen arbeitet fortlaufend an der Entwicklung und Implementierung von Effizienzmaßnahmen und Initiativen zur Kostensenkung mit dem Ziel, seine strategische Wettbewerbsposition zu verbessern. In diesem Zusammenhang überprüft GRAMMER auch regelmäßig seinen weltweiten Entwicklungs- und Fertigungsverbund.

Innovationen: Auch die im Forschungs- und Entwicklungsbereich befindlichen Projekte bieten, soweit sie zukünftig das Resultat marktfähiger Produkte hervorbringen, verschiedene Chancen, neue Marktsegmente zu erschließen und/oder bestehende Marktanteile auszubauen. Hier arbeitet die Gruppe in beiden Divisionen gezielt an innovativen Lösungen, um den Anforderungen ihrer Kunden auch in Zukunft gerecht zu werden. GRAMMER ist bestrebt, weiterhin als innovativer Premiumpartner der Kunden wahrgenommen zu werden und entsprechende Marktpotenziale durch Neuentwicklungen zu erschließen.

3.7 Beurteilung der Risiken und Chancen

Das Unternehmen ist nach eingehender Überprüfung der derzeitigen Risikosituation zu der Auffassung gekommen, dass die von der GRAMMER Gruppe getroffenen Vorsorgen und Maßnahmen den identifizierten Risiken in geeigneter Weise Rechnung tragen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Risiken insofern geändert, als dass die geopolitischen Themen an Brisanz gewonnen haben, während die Beschaffungsrisiken weniger relevant geworden sind. Marktrisiken im Sinne einer weltweiten Rezession sind als erhöht anzusehen. Die derzeit bekannten Risiken führen zu der Einschätzung, dass GRAMMER keinen bestandsgefährdenden Risiken ausgesetzt ist und sich aus den Chancen zusätzlich risikominimierende Aspekte ergeben können, zumal in der Unternehmensplanung die Risiken abgebildet wurden.

4. Prognosebericht der GRAMMER Gruppe

4.1 Erwartete Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

4.1.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

In der Gesamtwirtschaft haben sich zwar zum Ende des Jahres 2022 erste positive Tendenzen gezeigt, darunter eine leichte Entspannung auf den Energiemärkten, sinkende Inflationsraten und der Wegfall der COVID-Restriktionen in China. Dennoch bleibt die Situation weiterhin fragil und das Wirtschaftswachstum wird sich 2023 voraussichtlich weiter verlangsamen im Vergleich zum Vorjahr. Weitere geopolitische Spannungen oder auch ein wieder verstärktes Pandemiegeschehen können das Risiko einer Rezession im Jahr 2023 zudem stark erhöhen. Die Inflation bleibt indes nach Ansicht des IWF weiterhin eine der größten Herausforderungen für die Weltwirtschaft. Zwar rechnet der IWF damit, dass die Teuerung im Verlauf des Jahres 2023 weiter zurückgeht, allerdings könnten anhaltend hohe Zinsniveaus für eine Abschwächung der Konjunktur und schwächere Arbeitsmärkte sorgen.

In der Prognose von Januar 2023 rechnet der IWF für das laufende Gesamtjahr mit einem weltweiten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,9 %. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr, als noch im Oktober 2022 erwartet wurden, liegt allerdings deutlich unter dem Wachstum von 2022 in Höhe von 3,4 %. In der Region AMERICAS soll das Wirtschaftswachstum in den USA um 1,4 % steigen, in Mexiko um 1,7 %. Gerade in den USA hat sich der Arbeitsmarkt laut IWF als stabil erwiesen. Eine geringere Nachfrage nach Waren sei durch die Nachfrage nach Dienstleistungen weitgehend ausgeglichen worden. In der Region EMEA erwarten die Expert:innen des IWF ein deutlich schwächeres Wachstum von 0,7 % für den Euroraum. In Deutschland soll das BIP nach der aktuellen Prognose leicht um 0,1 % steigen, nachdem der IWF im Oktober 2022 noch von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um -0,3 % ausgegangen war.

Für China wird ein Wachstum von 5,2 % prognostiziert. Nach dem Kurswechsel der chinesischen Regierung hinsichtlich der Null-COVID-Politik wird wieder mit einer deutlichen Zunahme der wirtschaftlichen Aktivitäten gerechnet, die einen positiven Beitrag zum globalen Wachstum leisten könnte.

4.1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Automotive

Positive, aber geringere Wachstumsraten im Pkw-Markt

S&P Global Mobility geht in seinem Prognosebericht von Dezember 2022 davon aus, dass die Pkw-Produktionszahlen im Jahr 2023 in allen Regionen weiter steigen werden - allerdings weniger deutlich als zuletzt. Die Expert:innen rechnen damit, dass im laufenden Geschäftsjahr weltweit rund 3,2 Millionen Fahrzeuge mehr produziert werden als im Vorjahr - ein Anstieg um 4,0 %. Den größten Produktionsanstieg wird demnach die Region EMEA mit einer Wachstumsrate von 6,2 % verzeichnen. In der Region AMERICAS geht S&P Global Mobility davon aus, dass sich die Nachfrage insbesondere in Nordamerika stärker abschwächen wird. Hinzu kommen anhaltende Probleme in der globalen Lieferkette, die durch den Russland-Ukraine-Krieg noch verschärft wurden. S&P Global Mobility erwartet in der Region ein Wachstum von 5,4 %. In der Region APAC (ohne China) werden 2023 voraussichtlich 4,5 % mehr Pkw produziert. Deutlich geringer wird das Wachstum hingegen auf dem chinesischen Automobilmarkt ausfallen. Hier wird lediglich ein Plus von 1,1 % erwartet.

Erwartete Automobilproduktion im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr

Commercial Vehicles

APAC treibt Wachstum auf dem Nutzfahrzeugmarkt

Im Bereich der Nutzfahrzeuge rechnet LMC in seiner Prognose vom Dezember 2022 für das laufende Geschäftsjahr 2023 mit einem deutlichen Anstieg des weltweiten Produktionsvolumens um 5,6 %. Dabei wird für EMEA nur ein moderates Wachstum von 2,4 % und für AMERICAS sogar ein Rückgang der Produktionszahlen um -6,3 % erwartet. Treiber des weltweiten Wachstums ist insbesondere China, wo ein Plus von 20,2 % erwartet wird , und die Region APAC mit einem geschätzten Anstieg des Produktionsvolumens von Commercial Vehicles um 4,1 % (ohne China). Insgesamt wird für die Region ein Wachstum von 12,4 % erwartet.

Erwartete Nutzfahrzeugproduktion (Lkw und Busse) im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr

Landtechnikindustrie

Für die Landtechnikindustrie wird laut PSR OE Link Q4 Report im Jahr 2023 ein weltweites Wachstum von 4,1 % erwartet. Ausschlaggebend für diese positive Entwicklung ist insbesondere die erwartete Erholung des indischen Markts. Indien und China waren im Jahr 2022 die einzigen großen Agrarproduzenten, die einen Rückgang zu verzeichnen hatten. Für das laufende Geschäftsjahr wird hingegen in China lediglich eine stagnierende Entwicklung erwartet.

Baumaschinenindustrie

Die Prognosen von PSR OE für die Baumaschinenindustrie sind für das Jahr 2023 wieder positiv. Nach einem Rückgang der weltweiten Baumaschinenproduktion um -7,7 % im Jahr 2022 wird für das Jahr 2023 ein Wachstum von 4,6 % erwartet. Insbesondere die Märkte in den USA und Japan zeigen positive Tendenzen, während in China und Deutschland mit einem weiteren Rückgang gerechnet wird.

Material-Handling

Im Bereich Material-Handling wird für das Jahr 2023 mit einem Wachstum von 4,7 % gerechnet. Insbesondere die USA und China treiben diese Entwicklung. Dort werden jeweils zweistellige Wachstumsraten erwartet, während für Indien und Deutschland ein Rückgang prognostiziert wird.

Bahnindustrie

Die Bahnindustrie, die in besonderem Maße von den globalen Megatrends wie Urbanisierung, Bevölkerungswachstum und steigendem Umweltbewusstsein profitiert, wird ihr Wachstum der vergangenen Jahre voraussichtlich bis 2028 fortsetzen können. Nach einem Wachstum von 2,9 % im Jahr 2022 wird für die Folgejahre ein durchschnittliches jährliches Wachstum zwischen 4 % und 13 % erwartet.

Weitere Einflussfaktoren

Die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen haben für den Geschäftsverlauf von GRAMMER eine wesentliche Bedeutung. Darüber hinaus spielen jedoch auch eine Reihe anderer Faktoren eine wichtige Rolle.

So können beschaffungsseitige Veränderungen ergebniswirksame Effekte nach sich ziehen. Dazu zählen insbesondere Schwankungen von Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt sowie Lieferengpässe in Bezug auf Teile von Zulieferern. In diesem Zusammenhang sind die anhaltenden Lieferengpässe von Halbleitern zu nennen, die im abgelaufenen Geschäftsjahr zu Produktionsstopps bei Kunden der GRAMMER Gruppe und somit zu volatilen Kundenabrufen geführt haben. Hier zeichnet sich weiterhin keine substanzielle Entspannung ab. Es wird damit gerechnet, dass die Halbleiterknappheit noch bis Mitte 2023 andauern wird.

Im Zuge des Kriegs in der Ukraine war das Preisniveau der wesentlich verwendeten Rohstoffe wie Stahl und der rohölbasierten Schaum- und Kunststoffprodukte im vergangenen Jahr sehr volatil und ist teilweise drastisch gestiegen. Ein deutlicher Rückgang der Rohstoffpreise ist aufgrund der fragilen gesamtwirtschaftlichen Situation, anhaltender Störungen der Lieferketten sowie der andauernden geopolitischen Spannungen, die Versorgungsengpässe nach sich ziehen, nicht zu erwarten. Daraus resultierende erneute Steigerungen der Rohstoffpreise hätten einen negativen Effekt auf das Ergebnis des Unternehmens.

Darüber hinaus wirken sich auch die Personalkosten in den Produktionsländern auf die Geschäftsentwicklung aus. Sie fließen in Standortentscheidungen ebenso ein wie verlässliche rechtliche und politische Rahmenbedingungen. Hier kam es im Berichtszeitraum zu Mehrkosten speziell in den USA, da dort eine hohe Fluktuation und ein erheblicher Fachkräftemangel zu bewältigen waren. Zudem können auch Währungskursschwankungen Auswirkungen auf die Umsatzerlöse haben, die GRAMMER mittels geeigneter Sicherungsgeschäfte vermindert. Bei sehr deutlichen Veränderungen in den Währungsparitäten kann es im Einzelfall dennoch zu Ergebniseffekten kommen.

4.2 Ausblick GRAMMER Gruppe 2023

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Geschäftsberichts 2022 zeichnet sich ab, dass nach dem enorm herausfordernden Geschäftsjahr 2022 auch im laufenden Gesamtjahr 2023 mit Belastungen im Zusammenhang mit den andauernd schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu rechnen ist. Insbesondere wird erwartet, dass die stark gestiegenen Material-, Energie- und Lohnkosten, das geringe Wirtschaftswachstum - speziell in Deutschland - sowie die weitere Entwicklung im Hinblick auf die Versorgungsengpässe mit Halbleitern auch 2023 Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens haben könnten. Hingegen haben sich die Risiken im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr reduziert.

Aufgrund der weiter bestehenden gesamtwirtschaftlichen und branchenseitigen Unsicherheiten erwartet die GRAMMER Gruppe für das laufende Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz auf Vorjahresniveau von rund 2,2 Mrd. EUR (2022: 2,2 Mrd. EUR). Im Hinblick auf das operative EBIT rechnet GRAMMER im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 mit einer Verdopplung auf rund 70 Mio. EUR (2022: 35,5 Mio. EUR). Mit der deutlich angehobenen Ergebnisprognose berücksichtigt das Unternehmen die Fortschritte im Hinblick auf die eingeleiteten Maßnahmen des Restrukturierungsprojekts P2P in der Region AMERICAS sowie weitere Effizienz- und Kostensenkungsmaßnahmen, die auch in den kommenden Monaten konsequent weiterverfolgt werden. Mit der avisierten Margensteigerung befindet sich GRAMMER im Plan des im April 2022 vorgestellten Mittelfristausblicks, bis 2025 eine operative EBIT-Marge größer als 5 % zu erreichen. Allerdings wird die Gesamtjahresprognose auch weiterhin maßgeblich davon abhängen, in welchem Umfang GRAMMER erneut Einigungen mit seinen Kunden über die Weitergabe der Kostensteigerungen erzielen kann.

5. Angaben nach § 315a HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals: Das gezeichnete Kapital der GRAMMER AG beträgt zum 31. Dezember 2022 39.009.080,32 EUR (im Vorjahr: 39.009.080,32 EUR) und ist eingeteilt in 15.237.922 auf den Inhaber lautende Stückaktien.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen: Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil der Aktionär:innen am Gewinn. Hiervon ausgenommen sind von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien, aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen (§ 71b AktG). In den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Verstöße gegen Mitteilungspflichten im Sinne der §§ 33 Abs. 1, 2, 38 Abs. 1, 39 Abs. 1 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) können dazu führen, dass nach Maßgabe des § 44 WpHG Rechte aus Aktien und auch das Stimmrecht zumindest zeitweise nicht bestehen. Weitere die Stimmrechte betreffende Beschränkungen, insbesondere vertragliche Beschränkungen, sind der GRAMMER AG nicht bekannt. Für die Stimmrechtsausübung durch Intermediäre, Aktionärsvereinigungen, Stimmrechtsberater:innen sowie durch andere Personen, die sich geschäftsmäßig gegenüber Aktionär:innen zur Ausübung des Stimmrechts in der Hauptversammlung erbieten, gelten die gesetzlichen Vorschriften. Anwendung findet insbesondere § 135 AktG. Es bestehen im Zusammenhang mit Art. 19 Abs. 11 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 (Marktmissbrauchsverordnung) für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der GRAMMER AG bei Transaktionen in Aktien der GRAMMER AG gewisse Handelsverbote, insbesondere im zeitlichen Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Geschäftszahlen.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten: Der Anhang zum Konzernabschluss 2022 der GRAMMER Gruppe enthält detaillierte Angaben zu den Stimmrechtsmitteilungen nach § 33 WpHG. Bei den genannten Stimmrechtsanteilen können sich nach dem angegebenen Zeitpunkt Veränderungen ergeben haben, die der GRAMMER AG gegenüber nicht mitgeteilt wurden. Weiter sind GRAMMER direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte erreichen oder überschreiten, nicht gemeldet worden und auch nicht anderweitig bekannt.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, existieren nicht.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer:innen am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben: Es bestehen keine Mitarbeiter:innen-Beteiligungsprogramme. Sofern Arbeitnehmer:innen am Kapital beteiligt sind, können sie die ihnen aus diesen Aktien zustehenden Kontrollrechte unmittelbar nach den Bestimmungen der Satzung und des Gesetzes ausüben.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung: Die Bestellung und Abberufung des Vorstands der GRAMMER AG bestimmt sich nach den gesetzlichen Vorschriften (§§ 84 und 85 AktG sowie § 31 MitBestG). Gemäß § 8ff. der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern. Eine Änderung der Satzung der Gesellschaft richtet sich nach §§ 119 Abs. 1 Nr. 5, 179 Abs. 2 AktG; in § 25 der Satzung der Gesellschaft ist die Beschlussfassung durch die Hauptversammlung geregelt. Nach § 13 Abs. 3 der Satzung der Gesellschaft ist der Aufsichtsrat zur Vornahme von Satzungsänderungen berechtigt, die nur die Fassung der Satzung betreffen.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen: Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 23. Juni 2021 wurde die in § 5 Abs. 3 der Satzung enthaltene Ermächtigung des Vorstands, bis zum 7. Juli 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft einmalig oder mehrmalig um bis zu 9.402.263,04 EUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020), aufgehoben. Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 23. Juni 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 22. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrfach, jedoch insgesamt höchstens um 19.504.537,60 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Dabei ist den Aktionär:innen grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstituten oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionär:innen zum Bezug anzubieten. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionär:innen in bestimmten Fällen auszuschließen. Von der Ermächtigung wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Ermächtigungen für den Vorstand der GRAMMER AG zur Begebung von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen bestehen nicht. Eine Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 besteht nicht. Die GRAMMER AG hält zum 31. Dezember 2022 330.050 eigene Aktien, die vollständig im Geschäftsjahr 2006 erworben wurden. Diese 330.050 eigenen Aktien haben keine Stimmrechte und sind auch nicht dividendenberechtigt.

Wesentliche Vereinbarungen des Mutterunternehmens, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und die hieraus folgenden Wirkungen: Im Falle eines Kontrollwechsels im Zuge eines Übernahmeangebots können die in den Jahren 2015 und 2019 platzierten Schuldscheindarlehen, die zum 31. Dezember 2022 noch in Höhe von insgesamt 84,5 Mio. EUR im Bestand sind, unmittelbar fällig gestellt werden. Unter dem bestehenden Konsortialkreditvertrag vom 10. Februar 2020 (inklusive seiner Änderungsvereinbarungen vom 12. August 2020 und 28. Juni 2022 sowie einer festen Kreditzusage durch die finanzierenden Banken vom 21. Dezember 2022) in Höhe von insgesamt 416,5 Mio. EUR bestehen im Fall eines Kontrollwechsels Rechte der Darlehensgeber auf Kündigung und Fälligstellung. Diese stehen jeweils jedem einzelnen Darlehensgeber im Hinblick auf seinen Anteil an dem Darlehen individuell zu. Im Falle eines Kontrollwechsels hat zudem ein Teil der wesentlichen Kunden, Lieferanten sowie weiteren Kooperationspartner das Recht, die vertraglichen Vereinbarungen mit dem Unternehmen vorzeitig zu kündigen.

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmer:innen getroffen sind, bestehen nicht.

 

Ursensollen, 20. März 2023

Jens Öhlenschläger

Jurate Keblyte

Der Vorstand der GRAMMER AG

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. Januar - 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres

TEUR Anhang 2022 2021
Umsatzerlöse 6 2.158.791 1.903.014
Kosten der Umsatzerlöse 7.3 -2.018.284 -1.727.708
Bruttoergebnis vom Umsatz   140.507 175.306
Vertriebskosten 7.3 -28.947 -33.350
Verwaltungskosten 7.3 -202.213 -149.823
Sonstige betriebliche Erträge 7.1 45.672 26.731
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)   -44.981 18.864
Finanzerträge 7.2 3.576 3.410
Finanzaufwendungen 7.2 -28.896 -22.062
Sonstiges Finanzergebnis 7.2 7.537 6.502
Ergebnis vor Steuern   -62.764 6.714
Ertragsteuern 8 -15.797 -6.068
Ergebnis nach Steuern   -78.561 646
Davon entfallen auf:      
Anteilseigner:innen des Mutterunternehmens   -78.405 1.233
Anteile ohne beherrschenden Einfluss   -793 -1.207
Vergütungsansprüche des Hybriddarlehensgebers   637 620
Ergebnis nach Steuern   -78.561 646
Ergebnis je Aktie      
Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 9 -5,26 0,08

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

1. Januar - 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres

TEUR 2022 2021
Ergebnis nach Steuern -78.561 646
Beträge, die nicht in zukünftigen Perioden in die GuV umgegliedert werden    
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste (-) aus leistungsorientierten Plänen    
In der laufenden Periode entstandene Gewinne/Verluste (-) 32.073 14.979
Steueraufwand (-)/Steuerertrag -9.428 -4.365
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste (-) aus leistungsorientierten Plänen (nach Steuern) 22.645 10.614
Summe der Beträge, die nicht in zukünftigen Perioden in die GuV umgegliedert werden 22.645 10.614
Beträge, die unter bestimmten Bedingungen in zukünftigen Perioden in die GuV umgegliedert werden    
Gewinne/Verluste (-) aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen    
In der laufenden Periode entstandene Gewinne/Verluste (-) 4.019 25.666
Gewinne/Verluste (-) aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen (nach Steuern) 4.019 25.666
Gewinne/Verluste (-) aus der Absicherung von Cashflow Hedges 4.317 1.269
In der laufenden Periode entstandene Gewinne/Verluste (-)    
Zuzüglich/abzüglich (-) ergebniswirksamer Umbuchungen in die Gewinn- und Verlustrechnung -1.915 -953
Steueraufwand (-)/Steuerertrag -624 -139
Gewinne/Verluste (-) aus der Absicherung von Cashflow Hedges (nach Steuern) 1.778 177
Gewinne/Verluste (-) aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe    
In der laufenden Periode entstandene Gewinne/Verluste (-) 6.561 2.680
Steueraufwand (-)/Steuerertrag -383 -488
Gewinne/Verluste (-) aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe (nach Steuern) 6.178 2.192
Summe der Beträge, die unter bestimmten Bedingungen in zukünftigen Perioden in die GuV umgegliedert werden 11.975 28.035
Sonstiges Ergebnis 34.620 38.649
Gesamtergebnis nach Steuern -43.941 39.295
Davon entfallen auf:    
Anteilseigner:innen des Mutterunternehmens -43.746 39.829
Anteile ohne beherrschenden Einfluss -832 -1.154
Vergütungsansprüche des Hybriddarlehensgebers 637 620

Konzernbilanz zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres

Aktiva

TEUR Anhang 31.12.2022 31.12.2021
Sachanlagen 11 477.327 495.319
Immaterielle Vermögenswerte 11 146.285 183.534
At Equity bewertete Beteiligungen 4 1.158 958
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 15 5.711 6.366
Latente Steueransprüche 8 41.805 51.147
Sonstige Vermögenswerte 16 37.554 32.419
Vermögenswerte aus Kundenverträgen 14 58.236 63.790
Langfristige Vermögenswerte   768.076 833.533
Vorräte 12 197.386 196.137
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13 256.712 229.370
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 15 6.731 5.261
Kurzfristige Ertragsteuerforderungen   2.143 5.463
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 17 108.587 113.441
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 16 48.842 38.332
Kurzfristige Vermögenswerte aus Kundenverträgen 14 56.117 61.851
Kurzfristige Vermögenswerte   676.518 649.855
Bilanzsumme   1.444.594 1.483.388

Passiva

     
TEUR Anhang 31.12.2022 31.12.2021
Gezeichnetes Kapital 18 39.009 39.009
Kapitalrücklage 18 162.947 162.947
Eigene Anteile 18 -7.441 -7.441
Gewinnrücklagen 18 122.276 200.534
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 18 -36.987 -71.646
Auf die Anteilseigner:innen des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital   279.804 323.403
Hybriddarlehen 18 19.610 19.621
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 18 1.694 2.526
Eigenkapital   301.108 345.550
Langfristige Finanzschulden 20 157.807 182.036
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22 1.801 261
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 23 63.211 68.719
Sonstige Verbindlichkeiten 24 408 1.356
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 19 117.165 148.973
Passive latente Steuern 8 23.491 24.365
Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen 14 2.525 2.433
Langfristige Schulden   366.408 428.143
Kurzfristige Finanzschulden 20 298.160 263.426
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22 306.087 269.135
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 23 18.671 19.467
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 24 108.207 93.528
Kurzfristige Ertragsteuerverbindlichkeiten   8.950 8.038
Rückstellungen 21 32.071 52.610
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen 14 4.932 3.491
Kurzfristige Schulden   777.078 709.695
Gesamtsumme Schulden   1.143.486 1.137.838
Bilanzsumme   1.444.594 1.483.388

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022

TEUR Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Eigene Anteile Cashflow Hedges Fremdwährungsumrechnung
Stand zum 1. Januar 2022 39.009 162.947 200.534 -7.441 660 -4.043
Ergebnis nach Steuern 0 0 -78.405 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 0 1.778 4.049
Gesamtes Periodenergebnis 0 0 -78.405 0 1.778 4.049
Transaktionskosten 0 0 0 0 0 0
Änderungen im Konsolidierungskreis 0 0 147 0 0 0
Transaktion von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss 0 0 0 0 0 0
Ausschüttung des Vergütungsanspruchs des Hybriddarlehensgebers 0 0 0 0 0 0
Stand zum 31. Dezember 2022 39.009 162.947 122.276 -7.441 2.438 6
TEUR Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe Vers.mathem. Gewinne u. Verluste aus leistungsor. Plänen Summe Hybriddarlehen Anteile ohne beherrschenden Einfluss Konzern Eigenkapital
Stand zum 1. Januar 2022 -21.020 -47.243 323.403 19.621 2.526 345.550
Ergebnis nach Steuern 0 0 -78.405 637 -793 -78.561
Sonstiges Ergebnis 6.178 22.654 34.659 0 -39 34.620
Gesamtes Periodenergebnis 6.178 22.654 -43.746 637 -832 -43.941
Transaktionskosten 0 0 0 0 0 0
Änderungen im Konsolidierungskreis 0 0 147 0 0 147
Transaktion von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss 0 0 0 0 0 0
Ausschüttung des Vergütungsanspruchs des Hybriddarlehensgebers 0 0 0 -648 0 -648
Stand zum 31. Dezember 2022 -14.842 -24.589 279.804 19.610 1.694 301.108

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2021

TEUR Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Eigene Anteile Cashflow Hedges Fremdwährungsumrechnung
Stand zum 1. Januar 2021 39.009 163.033 199.094 -7.441 483 -29.656
Ergebnis nach Steuern 0 0 1.233 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 0 177 25.613
Gesamtes Periodenergebnis 0 0 1.233 0 177 25.613
Transaktionskosten 0 -86 0 0 0 0
Änderungen im Konsolidierungskreis 0 0 207 0 0 0
Transaktion von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss 0 0 0 0 0 0
Ausschüttung des Vergütungsanspruchs des Hybriddarlehensgebers 0 0 0 0 0 0
Stand zum 31. Dezember 2021 39.009 162.947 200.534 -7.441 660 -4.043
TEUR Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe Vers.mathem. Gewinne u. Verluste aus leistungsor. Plänen Summe Hybriddarlehen Anteile ohne beherrschenden Einfluss Konzern Eigenkapital
Stand zum 1. Januar 2021 -23.212 -57.857 283.453 19.579 -822 302.210
Ergebnis nach Steuern 0 0 1.233 620 -1.207 646
Sonstiges Ergebnis 2.192 10.614 38.596 0 53 38.649
Gesamtes Periodenergebnis 2.192 10.614 39.829 620 -1.154 39.295
Transaktionskosten 0 0 -86 0 0 -86
Änderungen im Konsolidierungskreis 0 0 207 0 0 207
Transaktion von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss 0 0 0 0 4.502 4.502
Ausschüttung des Vergütungsanspruchs des Hybriddarlehensgebers 0 0 0 -578 0 -578
Stand zum 31. Dezember 2021 -21.020 -47.243 323.403 19.621 2.526 345.550

Konzern-Kapitalflussrechnung 1. Januar - 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres

TEUR Anhang 2022 2021
1. Cashflow aus der Geschäftstätigkeit      
Ergebnis vor Steuern   -62.764 6.714
Überleitung zwischen Ergebnis vor Steuern und Cashflow aus der Geschäftstätigkeit      
Abschreibungen und Wertminderungen auf/von Sachanlagen 11 108.608 68.737
Abschreibungen und Wertminderungen auf/von Immaterielle(n) Vermögenswerte(n) 11 53.813 15.482
Gewinn (-)/Verlust aus Anlageabgängen   427 -418
Sonstige zahlungsunwirksame Veränderungen   10.851 52.216
Finanzergebnis 7.2 17.783 12.150
Erhaltene Dividenden von at Equity bewerteten Beteiligungen 4 359 0
Veränderung betrieblicher Aktiva und Passiva      
Abnahme/Zunahme (-) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Vermögenswerten 13, 14, 15, 16 -31.478 -6.608
Abnahme/Zunahme (-) der Vorräte 12 -1.249 -42.603
Abnahme (-)/Zunahme der Rückstellungen und Pensionsrückstellungen 19,21 -31.656 -38.327
Abnahme (-)/Zunahme der Verbindlichkeiten und sonstigen Passiva 22, 23, 24 52.609 22.946
Gezahlte Ertragsteuern 8 -10.582 -19.006
Cashflow aus der Geschäftstätigkeit   106.721 71.283
2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit      
Erwerb      
Erwerb von Sachanlagen 11 -71.629 -76.257
Erwerb von Immateriellen Vermögenswerten 11 -7.819 -8.242
Erwerb von Finanzanlagen 15 -7 -117
Abgänge      
Abgänge von Sachanlagen 11 2.163 5.149
Abgänge von Immateriellen Vermögenswerten 11 154 56
Abgänge von Finanzanlagen 15 897 1.184
Auszahlungen aus Abgängen von Tochterunternehmen abzgl. abgegebener Zahlungsmittel   0 -1.712
Auszahlungen aus der Bildung von Planvermögen 19 -1.506 -315
Erhaltene Zinsen 7.2 1.998 3.410
Erhaltene Zuwendungen der öffentlichen Hand   310 0
Cashflow aus der Investitionstätigkeit   -75.439 -76.844
3. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit      
Auszahlung des Vergütungsanspruchs des Hybriddarlehensgebers 18 -648 -578
Abfluss aus Transaktionskosten durch die Ausgabe neuer Aktien   0 -86
Zufluss aus Kapitalerhöhung durch Minderheitengesellschafter   0 4.502
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden 20 76.669 75.000
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzschulden 20 -73.393 -45.654
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten 11 -21.180 -20.677
Gezahlte Zinsen 7.2 -23.388 -17.337
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit   -41.940 -4.830
4. Finanzmittelfonds am Ende der Periode      
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Zwischensumme 1 - 3)   -10.658 -10.391
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds   1.850 -624
Finanzmittelfonds zum 1. Januar   44.357 55.372
Finanzmittelfonds zum 31. Dezember   35.549 44.357
5. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds      
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 17 108.587 113.441
Kontokorrentkredite (inkl. kurzfr. Verb. aus Factoringverträgen) gegenüber Kreditinstituten 20 -73.038 -69.084
Finanzmittelfonds zum 31. Dezember   35.549 44.357

Anhang zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022

1. Unternehmensinformation und Grundlagen der Berichterstattung

Die GRAMMER AG ist eine nach deutschem Recht errichtete Aktiengesellschaft. Sitz und Geschäftsadresse der Gesellschaft ist die Grammer-Allee 2 in 92289 Ursensollen, Deutschland. Die Aktien der Gesellschaft werden seit 1996 an der Börse (Wertpapierbörsen Frankfurt am Main und München) über das elektronische Handelssystem Xetra gehandelt. Die GRAMMER AG ist im Prime Standard an der Frankfurter Börse gelistet.

International Securities Identification Number (ISIN): DE0005895403

Wertpapier-Kenn-Nummer (WKN): 589540

Common Code: 006754821

Börsenkürzel: GMM

Handelsregisternummer: HRB 1182, Amtsgericht Amberg

Der GRAMMER Konzern ist eine global agierende Unternehmensgruppe, welche auf die Entwicklung und Herstellung von komplexen Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Lkw, Busse und Bahnen sowie Offroad-Nutzfahrzeugen (Traktoren, Baumaschinen und Gabelstapler) spezialisiert ist. Im Geschäftsjahr 2022 waren durchschnittlich 14.044 Mitarbeiter:innen (ohne Auszubildende, inklusive 408 Mitarbeiter:innen im Bereich Central Services) an 46 (Vj. 46) Produktions- und Logistikstandorten weltweit sowie im Zentralbereich des GRAMMER Konzerns in Amberg und Ursensollen beschäftigt.

Die GRAMMER AG wird von zwei (Vj. drei) Vorstandsmitgliedern geführt.

GRAMMER hat seine Aktivitäten in die operativen Regionen EMEA, AMERICAS und APAC gegliedert, welche die berichtspflichtigen Geschäftssegmente darstellen. Diese Segmente sind in Anhangangabe 5 näher beschrieben. Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht wurden und in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Der Konzernabschluss der GRAMMER AG (die "Gesellschaft") wurde gemäß § 315e Absatz 1 HGB am 20. März 2023 durch den Vorstand aufgestellt.

Die GRAMMER AG ist eine mittelbare Tochtergesellschaft der Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd., Ningbo City, China (Ningbo Jifeng) und wird in deren Konzernabschluss einbezogen. Dieser ist unter http://www.sse.com.cn in chinesischer Sprache abrufbar. Ningbo Jifeng hält mittelbar 86,20 % (Vj. 86,20 %) der Stimmrechte an der GRAMMER AG und ist das nächsthöhere Mutterunternehmen der GRAMMER AG, das einen Konzernabschluss veröffentlicht. Direktes Mutterunternehmen der GRAMMER AG ist die Jiye Auto Parts GmbH, Frankfurt am Main.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

2.1. Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze sowie schätz- und prämissensensitive Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der vorliegende Konzernabschluss der GRAMMER AG wurde unter Anwendung von § 315e HGB ("Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards") im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den damit verbundenen Auslegungen (SIC/IFRIC-Interpretationen) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind. Die Bezeichnung IFRS umfasst auch die gültigen International Accounting Standards (IAS).

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips, sofern nicht andere Bewertungsmaßstäbe verpflichtend anzuwenden sind. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte auf Tausend Euro (TEUR) gerundet. Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Beträge und Prozentangaben nicht genau zu den angegebenen Summen addieren. Die Bilanz wird nach Fristigkeiten gegliedert. Das Gesamtergebnis wird in zwei getrennten Aufstellungen dargestellt, einer Gewinn- und Verlustrechnung und einer Gesamtergebnisrechnung. Die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Umsatzkostenverfahren.

Schätzungen und Ermessensspielräume (IAS 8)

In bestimmten Fällen ist es erforderlich, schätz- und prämissensensitive Bilanzierungsgrundsätze anzuwenden. So sind bei der Aufstellung des Konzernabschlusses zu einem gewissen Grad Ermessensentscheidungen und Annahmen zu treffen sowie Schätzungen vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualforderungen und -verbindlichkeiten der Berichtsperiode auswirken. Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand beruhen. Außerdem können diese Schätzungen enthalten, die GRAMMER in demselben Berichtszeitraum aus gleichermaßen nachvollziehbaren Gründen auch anders hätte treffen können. GRAMMER weist darauf hin, dass künftige Ereignisse häufig von Prognosen abweichen und Schätzungen routinemäßig Anpassungen erfordern. Annahmen und Schätzungen werden stets auf Parameter bezogen, wie diese zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorgelegen haben. Aufgrund von Marktbewegungen und Marktverhältnissen, die außerhalb der Einflussnahme des Konzerns liegen, können diese jedoch in ihren zukünftigen Entwicklungen Änderungen erfahren. Solche Änderungen werden erst mit ihrem Auftreten berücksichtigt.

Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten, insbesondere in Bezug auf die Folgen des Russland-Ukraine-Kriegs und die weiter andauernde COVID-19-Pandemie und aufgrund der daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen auf die künftige Entwicklung der Geschäftstätigkeit von GRAMMER und deren Tochterunternehmen, Absatzmärkte und Lieferketten, der Preise auf den für GRAMMER relevanten Märkten, der Zinssätze und Wechselkurse, unterliegen die Annahmen und Schätzungen im Konzernabschluss einer zusätzlichen Unsicherheit.

Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den Konzernabschluss sind abhängig von der weiteren Entwicklung von Virusvarianten und deren Auftreten, vom Fortschreiten der weltweiten Impfungen und von der Wirksamkeit der Impfstoffe sowie von den möglichen Auswirkungen der länderspezifischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs auf den Konzernabschluss sind abhängig von Lieferengpässen und damit verbundenen Versorgungsschwierigkeiten der OEMs, die zu Beeinträchtigungen bei der Produktion von Fahrzeugen, u. a. auch in Deutschland, führen können, vom Anstieg der Inflationsraten einschließlich der Preise für Rohstoffe und Energie sowie der Entwicklung der Leitzinsen. Wesentlichen direkten Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf den Konzernumsatz war GRAMMER aufgrund der stark begrenzten Aktivitäten in Russland und der Ukraine nicht ausgesetzt. Im Konzernabschluss hatten die COVID-19-Pandemie und der Russland-Ukraine-Krieg insbesondere indirekte Auswirkungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte (Anhangangabe 11.3), Zuwendungen der öffentlichen Hand (Anhangangabe 7.1, 7.3 sowie 7.4), Corona-Schutz- und -Handlungsmaßnahmen (Anhangangabe 7.3), Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Anhangangabe 13), Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen (Anhangangabe 14) und Rückstellungen (Anhangangabe 21).

Insbesondere finden Schätzungen und Ermessensspielräume in den Bereichen der Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten, Immateriellen Vermögenswerten und langfristigen Vermögenswerten sowie bei der Bilanzierung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge und der Festlegung der Prämissen für die versicherungsmathematischen Berechnungen der Altersversorgungsaufwendungen aus leistungsorientierten Plänen Anwendung. Des Weiteren bestehen Schätzungen und Ermessensspielräume im Bereich Erlöse aus Verträgen mit Kunden bei der Bestimmung des Transaktionspreises und im Bereich Finanzinstrumente bei erwarteten Kreditrisiken bzw. -ausfällen für die Portfoliobildung. Außerdem sind Ermessensentscheidungen bei der Beurteilung, ob eine rechtliche oder faktische Verpflichtung besteht, für die eine Rückstellung zu erfassen ist, zu treffen. Insbesondere hinsichtlich des Bestehens einer faktischen Verpflichtung, wie bei Restrukturierungsrückstellungen, werden alle bekannten Umstände gewürdigt. Im Bereich Leasing liegen insbesondere Schätzungen und Ermessenspielräume bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses vor. Zudem bestehen Ermessensspielräume im Bereich der Einbeziehung von Tochterunternehmen in den Konzernabschluss bei der Bestimmung, ob GRAMMER die faktische Fähigkeit und Möglichkeit hat, die relevanten Aktivitäten als beherrschenden Einfluss auf das Beteiligungsunternehmen zu bestimmen.

Klimabezogene Aspekte

Die GRAMMER AG verfolgt Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie und im operativen Handeln insbesondere mit der strategischen Initiative "Green Company", die alle Unternehmensbereiche umfasst. Dabei liegt der Fokus in der Forschung und Entwicklung auf Verwendung von nachwachsenden oder recycelten Rohstoffen bzw. auf der Langlebigkeit, Wiederverwendbarkeit und Entsorgung der Produkte und Materialien. Aber auch in der Beschaffung, im Transport und in der Produktion werden klimabezogene Aspekte verfolgt. Dabei unterstützt der GRAMMER Konzern das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens und hat sich das Ziel gesetzt, die direkten und indirekten CO 2-Emissionen bis 2025 um 25 % zu reduzieren, bis 2030 um 50 % und bis 2040 um 100 %. Der Konzernabschluss berücksichtigt die mit diesem Ziel verbundenen klimabedingten Entwicklungen und Risiken. Aufgrund des spezifischen Produktportfolios von GRAMMER haben klimabezogene Aspekte Auswirkungen auf den Beschaffungs- und Produktionsprozess und weniger auf die von GRAMMER vertriebenen Produkte. Im Bereich Automotive birgt die Transformation zur Elektromobilität zusätzliche Chancen anstatt Risiken. Schätzungen und Ermessensentscheidungen betreffen in diesem Zusammenhang insbesondere Annahmen hinsichtlich zukünftiger gesetzlicher Regelungen und Entwicklungen des Marktumfelds, die einer hohen Dynamik und damit Unsicherheiten unterliegen. Der Konzern überwacht kontinuierlich die Gesetzgebung im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Aufgrund der Einführung von Gesetzen oder sonstigen Bestimmungen sind keine Folgen bekannt, die wesentliche Auswirkungen auf den Konzern haben, wie zum Beispiel, dass sich die wirtschaftliche Nutzungsdauer von Vermögenswerten gegenüber den ursprünglichen Prognosen verringert.

Konsolidierungsgrundsätze (IFRS 10)

Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der GRAMMER AG und die in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der Tochterunternehmen zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres. Die Abschlüsse des Mutterunternehmens und der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Die Stichtage der Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften entsprechen dem Konzernabschlussstichtag.

In den Konzernabschluss sind die GRAMMER AG sowie Tochtergesellschaften, über die die GRAMMER AG eine mittelbare oder unmittelbare Beherrschung ausübt, einbezogen. Die GRAMMER AG beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, sofern sie Verfügungsgewalt über dieses hat, an positiven und negativen variablen Rückflüssen dieser Gesellschaften partizipiert und diese Rückflüsse durch ihre Verfügungsgewalt beeinflussen kann. Dabei werden alle Umstände gewürdigt, die dazu führen, dass die GRAMMER AG die faktische Fähigkeit und Möglichkeit hat, die relevanten Aktivitäten als beherrschenden Einfluss auf das Beteiligungsunternehmen zu bestimmen.

Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens, das während des Berichtszeitraums erworben wurde, werden ab dem Tag, an dem die GRAMMER AG die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Tag, an dem die Beherrschung endet, in der Bilanz bzw. der Gesamtergebnisrechnung des Konzerns erfasst.

Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Erträge und Aufwendungen zwischen einbezogenen Gesellschaften werden miteinander verrechnet. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen und innerhalb des Konzerns ausgeschüttete Dividenden werden eliminiert.

Unternehmenszusammenschlüsse (IFRS 3)

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbes bemessen sich aus der Summe der übertragenen Gegenleistung, die zum Zeitpunkt des Erwerbes mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet wird, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen.

Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie entstehen.

Bei einem Unternehmenserwerb werden alle identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte, übernommenen Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag bewertet. Eine vereinbarte bedingte Gegenleistung wird ebenfalls zum Erwerbszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert erfasst. Ein entstehender Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests wird auf den Abschnitt Geschäfts- oder Firmenwert verwiesen. Werden nachträgliche Änderungen am beizulegenden Zeitwert einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, vorgenommen, werden diese im Einklang mit IFRS 9 entweder erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung oder direkt im Eigenkapital im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine als Eigenkapital eingestufte bedingte Gegenleistung wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert.

Die Konsolidierung von Tochterunternehmen im Konzernabschluss erfolgt durch die Verrechnung des Buchwerts der Anteile an Tochterunternehmen mit dem Konzernanteil am Eigenkapital des jeweiligen Tochterunternehmens. Anteile ohne beherrschenden Einfluss stellen den Anteil am Ergebnis und am Reinvermögen dar, der nicht dem Konzern zuzurechnen ist. Ein auf diese Anteile entfallendes Ergebnis wird in der Gewinn- und Verlustrechnung folglich separat vom Anteil am Ergebnis, der den Anteilseigner:innen des Mutterunternehmens zuzuordnen ist, ausgewiesen. Der Ausweis in der Bilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt von dem auf die Anteilseigner:innen des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapital.

Gemeinschaftsunternehmen (IFRS 11) und assoziierte Unternehmen (IAS 28)

Gemeinschaftsunternehmen sind Unternehmen, bei denen die GRAMMER AG und eine oder mehrere konzernfremde Partei(en) gemeinschaftlich die Führung ausüben. Gemeinschaftliche Führung liegt dann vor, wenn Entscheidungen über maßgebliche Tätigkeiten die einstimmige Zustimmung der an der gemeinschaftlichen Führung beteiligten Parteien erfordern.

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem die GRAMMER AG über maßgeblichen Einfluss verfügt. Maßgeblicher Einfluss liegt dann vor, wenn die Möglichkeit besteht, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken, nicht aber die Beherrschung oder die gemeinschaftliche Führung besteht. Das Vorliegen eines maßgeblichen Einflusses wird widerlegbar vermutet, wenn der/die Anteilseigner:in direkt oder indirekt über mindestens 20 % der Stimmrechte am Unternehmen verfügt.

Die Anteile des GRAMMER Konzerns an einem solchen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert.

Nach der Equity-Methode werden die Anteile an einem Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen bei der erstmaligen Erfassung mit den Anschaffungskosten angesetzt. Diese Anschaffungskosten werden in den Folgejahren erhöht oder gemindert, um die Änderungen des Anteils des Konzerns am Nettovermögen der Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen seit dem Erwerbszeitpunkt zu erfassen. Ist der Anteil des Konzerns am Nettovermögen negativ, so erfolgt eine Erfassung von Verlustanteilen nur, wenn eine Verpflichtung zum Verlustausgleich besteht. Der Konzern ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen wertgemindert sein könnte. Liegen solche Anhaltspunkte vor, so wird die Höhe der Wertminderung als Differenz zwischen dem erzielbaren Betrag des Anteils am Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen und dem Buchwert ermittelt und dann als Verlust als "Anteil am Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen" erfolgswirksam erfasst. Der Buchwert bildet die Obergrenze der Wertminderung, soweit keine Verlustausgleichsverpflichtung besteht.

Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines assoziierten oder eines gemeinschaftlich geführten Unternehmens entstehen, sind in den fortgeführten Beteiligungsbuchwerten dieser Unternehmen enthalten. Im Falle der Veräußerung eines solchen Unternehmens wird der zurechenbare Anteil des Firmenwertes bei der Ermittlung des Veräußerungsergebnisses berücksichtigt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns enthält somit den Anteil des Konzerns am Periodenergebnis des Gemeinschaftsunternehmens und assoziierten Unternehmens. Ein auf GRAMMER entfallender Verlust wird berücksichtigt, solange dieser den Beteiligungsbuchwert des Gemeinschaftsunternehmens oder assoziierten Unternehmens nicht übersteigt. Änderungen, die direkt im Eigenkapital im sonstigen Ergebnis eines Beteiligungsunternehmens erfolgen, werden ebenfalls direkt im Eigenkapital, und zwar im sonstigen Ergebnis des Konzerns, erfasst. Außerdem werden unmittelbar im Eigenkapital der Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen ausgewiesene Änderungen vom Konzern in Höhe des Anteils erfasst und soweit erforderlich in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen dem Konzern und den Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil am Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen eliminiert.

Klassifizierung in kurzfristig und langfristig (IAS 1)

Der Konzern gliedert seine Vermögenswerte und Schulden in der Bilanz in kurz- und langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden. Ein Vermögenswert ist als kurzfristig einzustufen, wenn die Realisierung des Vermögenswerts innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag erwartet wird, der Vermögenswert primär für Handelszwecke gehalten wird oder es sich um Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente handelt. Alle anderen Vermögenswerte werden als langfristig eingestuft. Eine Schuld ist als kurzfristig einzustufen, wenn die Erfüllung der Schuld innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag erwartet wird oder die Schuld primär für Handelszwecke gehalten wird. Alle anderen Schulden werden als langfristig eingestuft. Latente Steueransprüche und -schulden werden als langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden eingestuft.

Währungsumrechnung (IAS 21)

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der GRAMMER AG, aufgestellt. Für jedes Tochterunternehmen legt der Konzern die funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Hieraus resultierende Bewertungseffekte werden erfolgswirksam erfasst. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausländischer Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden auf Basis ihrer funktionalen Währung in die Konzernwährung Euro umgerechnet. Die funktionale Währung eines Tochterunternehmens entspricht überwiegend der jeweiligen Landeswährung. Die Umrechnung von der funktionalen Währung des Tochterunternehmens in die Darstellungswährung des Konzerns erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Gemäß der modifizierten Stichtagskursmethode werden die Bilanzen mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag und die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Durchschnittskursen umgerechnet. Hieraus resultierende Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Zudem werden Währungsdifferenzen aus Fremdwährungskrediten, soweit sie aus einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb sind, direkt im Eigenkapital im sonstigen Ergebnis erfasst und bei deren Abgang im Periodenergebnis ausgewiesen.

Für die Währungsumrechnung wurden hinsichtlich der für den Konzern wichtigen Währungen folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:

Durchschnittskurs Stichtagskurs
2022 2021 2022 2021
Argentinien ARS 0,007 0,009 0,005 0,009
Brasilien BRL 0,183 0,157 0,177 0,158
China CNY 0,141 0,131 0,136 0,139
Großbritannien GBP 1,172 1,161 1,127 1,190
Japan JPY 0,007 0,008 0,007 0,008
Mexiko MXN 0,047 0,042 0,048 0,043
Polen PLN 0,214 0,219 0,214 0,218
Südafrika ZAR 0,058 0,057 0,055 0,055
Tschechien CZK 0,041 0,039 0,041 0,040
Türkei TRY 0,058 0,096 0,050 0,066
USA USD 0,949 0,844 0,938 0,883

Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15)

Erlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über die Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übergeht. Die Erfassung erfolgt in Höhe der Gegenleistung, die GRAMMER im Austausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Für die Ermittlung der Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden wird das Fünf-Stufen-Modell verwendet. Im Rahmen der identifizierten Verträge mit Kunden werden mit der Serienentwicklung und der Serienbelieferung, insbesondere für den Konzern, zwei eigenständig abgrenzbare Leistungsverpflichtungen identifiziert, welche nachfolgend separat beschrieben werden.

Umsatzerlöse aus Serienentwicklung

Im Rahmen der Serienentwicklung werden Kundenwerkzeuge, Entwicklungsleistungen, Vorrichtungen und Prototypen in der Regel zu einer Leistungsverpflichtung "Serienentwicklung" gebündelt, da die zugrunde liegenden Waren und Dienstleistungen nach Ansicht von GRAMMER nicht eigenständig abgrenzbar sind und die Güter und Dienstleistungen in hohem Maße voneinander abhängig oder miteinander verbunden sind. Umsatzerlöse aus dieser Leistungsverpflichtung werden über einen bestimmten Zeitraum erfasst, wenn der resultierende Vermögenswert keine alternative Nutzungsmöglichkeit für das Unternehmen aufweist und das Unternehmen einen Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistung hat. Der Leistungsfortschritt wird nach der inputbasierten Methode ermittelt, da ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den bereits entstandenen Kosten und dem Fortschritt bei der Erbringung der Entwicklungsleistung angenommen wird, und basiert auf dem Verhältnis der bereits angefallenen Kosten zu den gesamten erwarteten Kosten (cost to cost). Nur in den Fällen, in denen in bestimmten Phasen der Vertragsabarbeitung noch keine angemessene Bewertung der Leistungsverpflichtung möglich ist, werden die Umsatzerlöse nur im Umfang der aufgelaufenen Kosten erfasst (at cost). Zu erwartende Auftragsverluste aus einer Leistungsverpflichtung im Rahmen der Serienentwicklung werden durch entsprechende Rückstellungen sofort aufwandswirksam berücksichtigt (Abschnitt Rückstellungen). Die Bilanzierung dieser Leistungsverpflichtung beruht auf den individuellen Verträgen mit den Kunden, vorwiegend in der Division Automotive. Signifikante Finanzierungskomponenten bei diesen Verträgen wurden nicht identifiziert. Die Ansprüche bzw. Verpflichtungen an den Kunden aus Verträgen für die Serienentwicklung werden unter den Bilanzpositionen "Vermögenswerte aus Kundenverträgen" bzw. "Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen" dargestellt.

Umsatzerlöse aus Serienbelieferung

Im Rahmen der Serienbelieferung werden Herstellung und Lieferung der Serienteile zu einer Leistungsverpflichtung "Serienbelieferung" gebündelt. Die Verfügungsgewalt über die Serienlieferteile überträgt GRAMMER zu einem bestimmten Zeitpunkt und erfasst damit den Erlös zu dem Zeitpunkt, zu dem der Kunde die Verfügungsgewalt über die gelieferten Serienteile erhält und den Nutzen aus der Serienbelieferung zieht. Signifikante Finanzierungskomponenten bei diesen Serienbelieferungsverträgen wurden nicht identifiziert. Bei der Bestimmung des Transaktionspreises für die Serienbelieferung berücksichtigt der Konzern die Auswirkungen von an den Kunden gezahlten Gegenleistungen. An den Kunden gezahlte Gegenleistungen umfassen Beträge, die GRAMMER an seine Kunden zahlt und die keine Bezahlung eines vom Kunden gelieferten, eigenständig abgrenzbaren Guts oder einer eigenständig abgrenzbaren Dienstleistung darstellen. Die an den Kunden gezahlten Gegenleistungen aktiviert GRAMMER in Höhe der Vorauszahlung als sonstige Vermögenswerte und erfasst diese zu dem Zeitpunkt als eine Verringerung des Transaktionspreises, zu dem die Erlöse in Verbindung mit der entsprechenden Serienbelieferung erfasst werden. Zusätzliche Kosten, die im Rahmen der Vertragserfüllung der Serienbelieferungsverträge mit den Kunden entstehen, werden als Vermögenswert angesetzt, wenn GRAMMER damit rechnet, dass diese Kosten erwirtschaftet werden. Die aktivierten Kosten werden linear über den Zeitraum des erwarteten zukünftigen Nutzens abgeschrieben und in den Kosten der Umsatzerlöse erfasst.

Vermögenswerte aus Kundenverträgen

Bei Vermögenswerten aus Kundenverträgen besteht ein Anspruch auf den Erhalt einer Gegenleistung im Austausch für Güter oder Dienstleistungen, die auf einen Kunden übertragen wurden. Kommt GRAMMER seinen vertraglichen Verpflichtungen durch Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden nach, bevor der Kunde die Gegenleistung entrichtet oder bevor die Zahlung fällig wird, werden Vermögenswerte aus Kundenverträgen für den bedingten Anspruch auf Gegenleistung erfasst.

Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen

Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen sind Verpflichtungen von GRAMMER, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die GRAMMER eine Gegenleistung erhalten hat bzw. noch erhalten wird. Zahlt ein Kunde eine Gegenleistung, bevor GRAMMER die Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, werden Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen erfasst, wenn die Zahlung geleistet oder fällig wird (je nachdem, welches von beiden Ereignissen früher eintritt). Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen werden als Erlös erfasst, sobald GRAMMER seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (IAS 32, IFRS 9)

Der unbedingte Anspruch des Konzerns auf Gegenleistung (d. h. Fälligkeit tritt automatisch durch Zeitablauf ein) wird unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt. Die Rechnungslegungsmethoden für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden im Abschnitt "Finanzielle Vermögenswerte" erläutert.

Gewährleistungsverpflichtungen (IAS 37)

Der Konzern bietet üblicherweise gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistungen für die Behebung von Mängeln, die zum Zeitpunkt des Verkaufs vorlagen. Diese sogenannten "assurance type warranties" werden als Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen erfasst. Einzelheiten zu der Rechnungslegungsmethode für Gewährleistungsrückstellungen sind im Abschnitt Rückstellungen enthalten. Darüber hinausgehende Gewährleistungszusagen, die als eigenständig abgrenzbare Dienstleistung anzusehen wären, bestehen nicht.

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (IAS 38)

Forschungskosten werden unmittelbar als Aufwand erfasst. Marktbezogene Entwicklungsaufwendungen werden als Immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn sie die Ansatzkriterien erfüllen und der Konzern diese nachweisen kann:

die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des Immateriellen Vermögenswertes, die eine interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswertes ermöglicht,

die Absicht, den Immateriellen Vermögenswert fertigzustellen, und die Fähigkeit, ihn zu nutzen oder zu verkaufen,

wie der Vermögenswert einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen wird,

die Verfügbarkeit von Ressourcen zum Zwecke der Fertigstellung des Vermögenswertes und

die Fähigkeit, die dem Immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zuzurechnenden Ausgaben zuverlässig ermitteln zu können.

Die Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz unter Anwendung des Anschaffungskostenmodells bilanziert. Dabei werden die aktivierten Anschaffungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen fortgeführt. Die Abschreibung erfolgt über den Zeitraum, über den künftiger Nutzen zu erwarten ist. Der aktivierte Betrag der Entwicklungsaufwendungen wird einmal jährlich auf Wertminderung überprüft, solange der Vermögenswert noch nicht genutzt wird oder wenn unterjährig Indikatoren für eine Wertminderung vorliegen.

Zinserträge und -aufwendungen (IAS 1, IAS 32)

Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht erfasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil des Finanzergebnisses ausgewiesen. Bei allen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten sowie den verzinslichen als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert eingestuften finanziellen Vermögenswerten werden Zinserträge und -aufwendungen anhand des Effektivzinssatzes erfasst. Der Effektivzins ist derjenige Kalkulationszinssatz, mit dem die geschätzten zukünftigen Ein- und Auszahlungen über die erwartete Laufzeit oder auch kürzer exakt auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbindlichkeit abgezinst werden.

Dividenden (IAS 1)

Dividendenerträge werden erfasst, sobald ein rechtlicher Anspruch auf Zahlung besteht.

Zuwendungen der öffentlichen Hand (IAS 20)

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das begünstigte Konzernunternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Im Falle von aufwandsbezogenen Zuwendungen werden diese passiviert und planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Bezieht sich die Zuwendung auf einen Vermögenswert, wird diese in einem passivischen Abgrenzungsposten erfasst und über die erwartete Nutzungsdauer des betreffenden Vermögenswertes linear erfolgswirksam aufgelöst. Sofern Darlehen oder ähnliche Beihilfen aus der öffentlichen Hand oder ihren verbundenen ausführenden Organisationen zu einem Zinssatz gewährt werden, der unter dem aktuellen Marktzins liegt, wird ein aufgrund des vergünstigten Zinssatzes erzielter Vorteil als Zuwendung der öffentlichen Hand erfasst.

Steuern (IAS 12)

Steuerpositionen werden unter Berücksichtigung der jeweiligen lokalen Steuergesetze und Steuersätze ermittelt und unterliegen wegen ihrer Komplexität möglicherweise einer abweichenden Interpretation durch Steuerpflichtige einerseits und lokale Finanzbehörden andererseits. Der Konzern bildet, basierend auf Schätzungen, Rückstellungen für mögliche Auswirkungen steuerlicher Außenprüfungen. Die Berechnung der Rückstellungen basiert auf verschiedenen Faktoren wie beispielsweise der Erfahrung aus früheren Außenprüfungen und unterschiedlichen Auslegungen der steuerrechtlichen Vorschriften durch die Steuerbehörde. Steuern, die sich auf Sachverhalte beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden ebenfalls direkt im Eigenkapital ausgewiesen. Nach der Verbindlichkeitenmethode (liability method) werden aktive und passive latente Steuern mit der künftigen Steuerwirkung angesetzt, die sich aus den befristeten Differenzen zwischen bilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Aktiv- und Passivposten ergeben. Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst. Hierzu gibt es folgende Ausnahmen:

Latente Steueransprüche aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, dürfen nicht angesetzt werden.

Latente Steueransprüche aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen stehen, dürfen nur in dem Umfang erfasst werden, in dem es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit umkehren und ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können.

Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden nur dann berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuervorteile realisiert werden. Insbesondere wird geprüft, ob das Unternehmen in der näheren Vergangenheit eine Reihe von Verlusten erwirtschaftet hat. Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, ob ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das noch nicht genutzte steuerliche Verluste verwendet werden können, wird insbesondere auch berücksichtigt, ob ausreichend zu versteuernde temporäre Differenzen in Bezug auf die gleiche Steuerbehörde und das gleiche Steuersubjekt bestehen, aus denen zu versteuernde Beträge erwachsen, gegen die die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste verwendet werden können.

Für die Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist daher eine wesentliche Ermessensausübung des Managements bezüglich einer Schätzung des erwarteten Eintrittszeitpunktes und der Höhe des zukünftig zu versteuernden Einkommens notwendig. Ebenso ist eine verlässliche Planung der zukünftigen zu versteuernden Ergebnisse erforderlich. Die Werthaltigkeit der aktivierten latenten Steuer wird jährlich geprüft.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjektes beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden.

Sachanlagevermögen (IAS 16, IAS 36)

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und kumulierte Wertminderungsaufwendungen, angesetzt. Sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von bestimmten Komponenten einer Sachanlage wesentlich - gemessen an den gesamten Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Sachanlage - und müssen sie in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden, dann setzt der Konzern diese Komponenten einzeln an und schreibt sie planmäßig linear ab. Die dabei zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen der voraussichtlichen Nutzbarkeit der jeweiligen Komponente. Restwerte werden, sofern wesentlich, bei der Berechnung der Abschreibungen berücksichtigt.

Der Ansatz von Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgt auf Basis der direkt zurechenbaren Einzelkosten sowie anteiliger Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen sowie der Fremdkapitalkosten für langfristige Bauprojekte oder ähnliche Herstellungsvorgänge, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Ansonsten werden Reparaturkosten und Zinsen auf Fremdkapital als laufender Aufwand erfasst. Das Sachanlagevermögen wird planmäßig linear und pro rata temporis über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Außerplanmäßige Wertminderungen werden vorgenommen, wenn der Buchwert den Nutzungswert bzw. den Nettoveräußerungspreis des betreffenden Vermögenswertes übersteigt. Beim Wegfall der Gründe für die in Vorjahren erfassten außerplanmäßigen Wertminderungen erfolgt eine entsprechende Zuschreibung. Die Höhe einer solchen Zuschreibung ist jedoch auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten begrenzt.

Eine Sachanlage wird entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Entstehen aus dieser Ausbuchung Gewinne oder Verluste, da der Nettoveräußerungserlös vom Buchwert abweicht, wird diese Differenz in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Restbuchwerte von Vermögenswerten, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Leasingverhältnisse (IFRS 16)

Ein Leasingverhältnis ist ein Vertrag, der das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts (Leasinggegenstand) für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt überträgt. GRAMMER setzt als Leasingnehmer grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse einen Vermögenswert für das Nutzungsrecht an dem Leasinggegenstand und eine Verbindlichkeit für die über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen mit dem Barwert gemäß Effektivzinsmethode in der Bilanz an. Die Beurteilung, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet, erfolgt zu Vertragsbeginn. Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten werden zum Bereitstellungsdatum, d. h. zu dem Zeitpunkt, an dem der zugrunde liegende Vermögenswert zur Nutzung bereitsteht, erfasst.

Bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit werden folgende Leasingzahlungen berücksichtigt:

feste Zahlungen, abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize;

variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind;

erwartete Zahlungen aus Restwertgarantien;

der Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn deren Ausübung hinreichend sicher ist;

Strafzahlungen für eine Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass eine Kündigungsoption wahrgenommen wird.

Die Leasingzahlungen werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz abgezinst, da der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz für GRAMMER in der Regel nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann. Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet und umfassen:

den Betrag aus der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit;

bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize;

anfängliche direkte Kosten und

Rückbauverpflichtungen.

Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die planmäßige Abschreibung der Nutzungsrechte erfolgt linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit des Leasingverhältnisses und erwarteter Nutzungsdauer des Leasingverhältnisses. Die Regelungen des IAS 36 zur Ermittlung und Erfassung von Wertminderungen gelten auch für aktivierte Nutzungsrechte.

Für kurzfristige Leasingverhältnisse (Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten sowie ohne Kaufoption) und Leasingverhältnisse, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert (Büro- und Geschäftsausstattung wie z. B. Drucker und elektronische Kleingeräte) ist, erfasst GRAMMER die Leasingzahlungen linear als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung. Ebenfalls wird dieses Vorgehen für Immaterielle Vermögenswerte angewendet.

Die Laufzeit des Leasingverhältnisses umfasst die unkündbare Dauer eines Leasingverhältnisses unter Berücksichtigung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen sowie Kaufoptionen, sofern es hinreichend sicher ist, dass diese Option ausgeübt wird. Die Beurteilung, ob es hinreichend sicher ist, dass eine vertragliche Option ausgeübt wird, erfolgt zu Beginn des Leasingverhältnisses. Dabei wird allen maßgeblichen Fakten und Umständen Rechnung getragen, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung bzw. Nichtausübung der Option geben wie beispielsweise Kosten im Zusammenhang mit einer Verlegung des Standorts, wesentliche Mietereinbauten und die vertraglichen Konditionen einschließlich aller Änderungen dieser Fakten und Umstände, die vom Bereitstellungsdatum bis zum Zeitpunkt der Optionsausübung zu erwarten sind. Nach der Bereitstellung des Leasinggegenstands wird die Laufzeit des Leasingverhältnisses erneut bestimmt, falls ein wesentliches Ereignis oder eine Änderung der Umstände eintritt, das bzw. die im Einflussbereich von GRAMMER liegt bzw. liegen und Auswirkungen auf die ursprüngliche Bestimmung der Laufzeit hat bzw. haben.

Ändern sich die erwarteten Leasingzahlungen, z. B. bei indexabhängigen Leasingzahlungen oder aufgrund neuer Einschätzungen bezüglich vertraglicher Optionen, wird die Leasingverbindlichkeit neu bewertet. Die Anpassung an den Buchwert erfolgt grundsätzlich erfolgsneutral durch korrespondierende Anpassung des aktivierten Nutzungsrechts.

Immaterielle Vermögenswerte (IAS 38)

Immaterielle Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt. Die Anschaffungskosten von im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen Immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Die Immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und etwaiger kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Bei Immateriellen Vermögenswerten wird zwischen Immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter und solchen mit unbestimmter Nutzungsdauer unterschieden. Außer dem Geschäfts- oder Firmenwert hat der GRAMMER Konzern keine Immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer analog dem Vorgehen bei den Sachanlagen abgeschrieben. Ebenso werden Immaterielle Vermögenswerte auf Wertminderung untersucht, wann immer es einen Anhaltspunkt dafür gibt, dass sie wertgemindert sein könnten. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswertes oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswertes geändert, werden ein anderer Abschreibungszeitraum oder eine andere Abschreibungsmethode gewählt. Derartige Änderungen stellen die Änderung einer Schätzung dar. In den Immateriellen Vermögenswerten sind Patente und Lizenzen enthalten. Patente können sowohl selbst erstellt als auch erworben sein und werden zu Herstellungs- bzw. Anschaffungskosten bilanziert, wenn die Ansatzkriterien für einen Immateriellen Vermögenswert erfüllt werden und der Konzern die Entwicklungskosten nachweisen kann. Lizenzen für die Nutzung geistigen Eigentums werden einzelfallspezifisch für einen Zeitraum von ein bis zehn Jahren erteilt. Patente und Lizenzen werden linear über deren Nutzungsdauer abgeschrieben.

Geschäfts- oder Firmenwert (IAS 38, IAS 36)

Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als aktiver Unterschiedsbetrag der übertragenen Gegenleistung über die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte abzüglich der übernommenen Schulden des erworbenen Unternehmens ergeben. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen fortgeführt. Geschäfts- oder Firmenwerte unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung, sondern werden einmal jährlich oder bei vorliegenden Hinweisen auf Wertminderung überprüft. Bei einem solchen Wertminderungstest wird die Wertminderung durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags (recoverable amount) der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, auf die sich der Geschäfts- oder Firmenwert bezieht, bestimmt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (fair value less cost to sell) und Nutzungswert (value in use). Liegt der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter ihrem Buchwert, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Dabei wird zuerst der Buchwert des der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes wertgemindert und erst danach, in deren Verhältnis zum Gesamtbuchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der Buchwert der anderen Vermögenswerte der Einheit. Eine Wertaufholung für Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt nicht. Die Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt einmal jährlich und zusätzlich anlassbezogen auf Ebene der Segmente, welche die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns darstellen. Diese Einheiten oder Gruppen von Einheiten repräsentieren die unterste Ebene, auf der ein Geschäfts- oder Firmenwert durch die Unternehmensführung überwacht wird. Diese Überwachung erfordert eine Schätzung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten muss der Konzern zum einen die voraussichtlichen künftigen Zahlungsströme der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und zum anderen einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Zahlungsströme zu ermitteln. Die Prognosen der Zahlungsströme basieren auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und der von der Unternehmensleitung vorgenommenen Einschätzung künftiger Entwicklungen über die nächsten fünf Jahre. Zahlungsströme jenseits der Planungsperiode werden unter Anwendung individueller Wachstumsraten extrapoliert. Annahmen, auf denen die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten und des Nutzungswerts basiert, beinhalten geschätzte Wachstumsraten, gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensätze und Steuersätze. Diese Schätzungen sowie die zugrunde liegende Methodik können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes haben.

Vorräte (IAS 2)

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Anschaffungskosten werden im Konzern mit einem gleitenden Durchschnittspreis und einem angemessenen Teil der zuordenbaren Warenbezugskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der notwendigen Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen. Kosten der Verwaltung werden berücksichtigt, soweit sie der Produktion zuzurechnen sind. Kosten der allgemeinen Verwaltung und Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Die Ermittlung der Herstellungskosten für Vorräte aus konzerninternen Lieferungen erfolgt hinsichtlich der Zwischengewinneliminierung durch retrograde Abschläge auf die Konzernverrechnungspreise. Sofern die Nettoveräußerungswerte am Abschlussstichtag aufgrund gesunkener Preise am Absatzmarkt niedriger sind, werden diese gesunkenen Preise angesetzt.

Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen (IAS 7)

Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen in der Bilanz umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben und kurzfristige Einlagen mit ursprünglichen Fälligkeiten von weniger als drei Monaten. Diese werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei der Konzernkapitalflussrechnung umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente die oben definierten Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen sowie in Anspruch genommene Kontokorrentkredite.

Eigene Anteile (IAS 32)

Erwirbt die GRAMMER AG oder eine Konzerngesellschaft eigene Anteile, so werden diese zu Anschaffungskosten erfasst und vom Eigenkapital abgezogen. Der Kauf, der Verkauf und die Ausgabe oder Einziehung von eigenen Anteilen wird erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Etwaige Unterschiedsbeträge zwischen Buchwert und der Gegenleistung werden im Eigenkapital erfasst.

Hybriddarlehen (IAS 32)

Die Bilanzierung des Hybriddarlehens hängt von der konkreten Ausgestaltung des Instrumentes ab. Ein Hybriddarlehen wird als Eigenkapitalinstrument bilanziert und bewertet, wenn gewisse Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind. Dazu zählen unter anderem, dass das Hybriddarlehen keine Endfälligkeit hat, dem Darlehensgeber keine Kündigungsrechte zustehen und Ausschüttungen im Ermessen von GRAMMER liegen. Das Hybriddarlehen ist vollständig nach IAS 32 als Eigenkapital zu klassifizieren. Dieses wird unterhalb der Position "Auf die Anteilseigner:innen des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital" ausgewiesen, da dieses von einer Tochtergesellschaft der GRAMMER AG aufgenommen wurde.

Das Hybriddarlehen wird mit den Anschaffungskosten unter Anwendung des historischen Wechselkurses angesetzt. Wechselkursänderungen zum historischen Wechselkurs werden im sonstigen Ergebnis als Bestandteil des "Auf die Anteilseigner:innen des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital" erfasst. Die Vergütungsansprüche des Hybriddarlehensgebers werden von den Gewinnrücklagen abgesetzt und dem Hybriddarlehen zugewiesen.

Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (IAS 19)

Die versicherungsmathematische Bewertung der Pensionsrückstellungen beruht auf dem in IAS 19 (überarbeitet 2011) vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren für leistungsorientierte Altersversorgungspläne. Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste ergeben sich aus Bestandsänderungen und Abweichungen der tatsächlichen Trends (z. B. Einkommens- oder Rentenerhöhungen) gegenüber den Rechnungsannahmen und werden über das sonstige Ergebnis in die Gewinnrücklagen eingestellt und anschließend nicht mehr in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Dienstzeitaufwand, nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand, Gewinne und Verluste aus Plankürzungen und außerordentlichen Planabgeltungen werden ihrer Funktion nach in den Umsatzkosten, den Verwaltungskosten oder den Vertriebskosten erfasst. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird als Aufwand erfasst, wenn die Planänderung eintritt. In Bezug auf die leistungsorientierten Pläne liegt im GRAMMER Konzern nur in Bezug auf eine Entgeltumwandlungszusage ein entsprechendes Planvermögen vor. Für die leistungsorientierten Pensionspläne werden sowohl die Nettozinsaufwendungen als auch die Zinserträge, die aus dem Planvermögen resultieren, im Finanzergebnis erfasst. Die sonstigen Post Employment-Leistungen an Arbeitnehmer:innen werden gemäß IAS 19 (überarbeitet 2011) entsprechend bewertet. Versicherungsmathematische Bewertungen beruhen auf wesentlichen Annahmen unter anderem zu Abzinsungssätzen, erwarteten Gehalts- und Rententrends sowie Sterblichkeitsraten. Die angesetzten Abzinsungssätze werden auf Grundlage der Renditen bestimmt, die am Ende des Berichtszeitraums für erstrangige festverzinsliche Industrieanleihen mit entsprechender Laufzeit und Währung erzielt werden. Aufgrund sich ändernder Markt- und Wirtschaftsbedingungen, insbesondere im Zinsbereich, können die zugrunde gelegten Annahmen von der tatsächlichen Entwicklung abweichen. Aufgrund der Komplexität in der Bewertung und ihrer Langfristigkeit reagiert eine leistungsorientierte Verpflichtung höchst sensibel auf Änderungen der Annahmen. Diese werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft. Beitragsorientierte Altersversorgungspläne sind im GRAMMER Konzern nicht vorhanden. Weitere Details zu den Pensionsverpflichtungen sind in Anhangangabe 19 erläutert.

Rückstellungen (IAS 37)

Gemäß IAS 37 werden Rückstellungen gebildet, soweit gegenüber Dritten gegenwärtige Verpflichtungen aus einem vergangenen Ereignis bestehen, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führen und deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann.

Sofern der Konzern für einen Sachverhalt, für den eine Rückstellung gebildet wurde, teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie zum Beispiel bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, wenn die Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand zur Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung nach Abzug der Erstattung ausgewiesen. Ist die Wirkung eines Zinseffekts wesentlich, werden Rückstellungen zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der gegebenenfalls die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Zinsaufwand erfasst. Rückstellungen für Gewährleistungskosten werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der zugrunde liegenden Produkte oder der Erbringung der Dienstleistungen gebildet. Der als Rückstellung angesetzte Betrag stellt die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung erforderlichen Vorsorge dar.

Die Bemessung von Rückstellungen für Gewährleistungen und Rechtsstreitigkeiten ist in erheblichem Maße von Schätzungen und Annahmen geprägt. Für die Einschätzung von Gewährleistungen werden in hohem Umfang Annahmen über technische Ausfälle, Kosten oder mögliche Ansprüche getroffen, welche teilweise auf den Erfahrungswerten des operativen Managements beruhen. Diese können sich im Laufe der Zeit konkretisieren und verändern. Eine Rückstellung für Restrukturierungskosten wird dann angesetzt, wenn die allgemeinen Kriterien für den Ansatz einer Rückstellung nach IAS 37 erfüllt sind. Leistungen aus Anlass der Beendigung von Arbeitsverhältnissen (IAS 19) sind in der Restrukturierungsrückstellung enthalten. Der Konzern ist in unterschiedlichen Ländern mit Rechtsstreitigkeiten und regulatorischen Verfahren konfrontiert. Auch werden Gewährleistungsansprüche teilweise in gerichtlichen Verfahren geltend gemacht. Diese Verfahren können dazu führen, dass der Konzern zivilrechtliche Sanktionen oder Geldbußen auferlegt bekommt. Der Konzern bildet dann Rückstellungen für solche Verfahren, wenn es wahrscheinlich ist, dass in Zusammenhang damit eine Verpflichtung entstanden ist, die zukünftig wahrscheinlich zu einem Mittelabfluss führen wird. Hat der Konzern einen belastenden Vertrag, wird die gegenwärtige vertragliche Verpflichtung als Rückstellung erfasst und bewertet. Bevor jedoch eine separate Rückstellung für einen belastenden Vertrag erfasst wird, erfasst der Konzern den Wertminderungsaufwand für Vermögenswerte, die mit dem Vertrag verbunden sind. Ausgenommen hiervon sind Vermögenswerte aus Kundenverträgen, da diese bereits auf den Kunden übertragene Leistungen darstellen. Ein belastender Vertrag ist ein Vertrag, bei dem die unvermeidbaren Kosten (d. h. die Kosten, die der Konzern nicht vermeiden kann, weil er den Vertrag hat) zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen. Die unvermeidbaren Kosten aus einem Vertrag spiegeln den Mindestbetrag der bei Ausstieg aus dem Vertrag anfallenden Nettokosten wider; diese stellen den niedrigeren Betrag von Erfüllungskosten und etwaigen aus der Nichterfüllung resultierenden Entschädigungszahlungen oder Strafgeldern dar.

Anteilsbasierte Vergütung (IFRS 2)

Im Vergütungssystem des Vorstands ist als Teil der variablen erfolgsabhängigen Vergütung eine anteilsbasierte Vergütung enthalten. Die anteilsbasierte Vergütung ist im Total Shareholder Return (TSR) als Teil des Long Term Incentive (LTI) enthalten und berechnet sich aus dem Vergleich der GRAMMER-Kursperformance in den vier Geschäftsjahren der Performance-Periode zum SDAX. Die anteilsbasierte Vergütung wird in bar abgegolten und zum Bilanzstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Bis zur Auszahlung des LTI wird die Verbindlichkeit für die erfolgsabhängige Vergütung zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu bestimmt und alle Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam in den Verwaltungskosten erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte (IFRS 9)

Die Aktivierung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt grundsätzlich zum Erfüllungstag.

Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte für die Folgebewertung entweder als zu fortgeführten Anschaffungskosten, als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert. Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt zum einen anhand der Charakteristika der mit dem finanziellen Vermögenswert einhergehenden Cashflows (Zahlungsstrombedingungen) und zum anderen aufgrund des Geschäftsmodells des GRAMMER Konzerns für die Verwaltung der finanziellen Vermögenswerte (Geschäftsmodellbedingungen). Finanzielle Vermögenswerte, die die Zahlungsstrombedingungen erfüllen, indem sie Cashflows generieren, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen, können zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Diese Beurteilung wird auf der Ebene des einzelnen Finanzinstruments durchgeführt. Finanzielle Vermögenswerte werden im GRAMMER Konzern in folgende Bewertungskategorien klassifiziert:

Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (Financial Assets at Amortised Costs - FAAC)

Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ohne Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste bei Ausbuchung (Eigenkapitalinstrumente) (Financial Assets at Fair Value through Other Comprehensive Income - FVOCI)

Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss - FVtPL)

In die Bewertungskategorie "Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten" (FAAC) werden Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Darlehen und Forderungen (Sonstige finanzielle Vermögenswerte) klassifiziert. Diese werden im Rahmen des Geschäftsmodells des GRAMMER Konzerns gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, Vermögenswerte zu halten, um die vertraglichen Cashflows zu vereinnahmen. Die Zahlungsstrombedingungen sind für diese finanziellen Vermögenswerte erfüllt. Gewinne und Verluste werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, wenn diese ausgebucht oder wertgemindert werden sowie sich über Amortisierung verringern. Sie werden nach der erstmaligen Erfassung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Der Ansatz der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt zum Rechnungsbetrag.

Für Darlehen und Forderungen (Sonstige finanzielle Vermögenswerte) werden Wertminderungen nach dem allgemeinen Ansatz vorgenommen. Hat sich deren Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht, wird eine Wertminderung in Höhe der Kreditausfälle erfasst, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet wird (12-Monats-Expected Credit Loss; Stufe 1). Erwartete Kreditverluste basieren auf der Differenz zwischen den vertraglichen Cashflows, die vertragsgemäß zu zahlen sind, und der Summe der Cashflows, deren Erhalt der Konzern erwartet, abgezinst mit einem Näherungswert des ursprünglichen Effektivzinssatzes. Die erwarteten Cashflows beinhalten die Cashflows aus dem Verkauf der gehaltenen Sicherheiten oder anderer Kreditbesicherungen, die wesentlicher Bestandteil der Vertragsbedingungen sind. Hat sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht, wird eine Wertminderung in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditausfälle erfasst (Gesamtlaufzeit-Expected Credit Loss; Stufe 2 und 3). Der Expected Credit Loss mindert den Buchwert des finanziellen Vermögenswertes und wird erfolgswirksam auf einem separaten Wertberichtigungskonto erfasst.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vermögenswerte aus Kundenverträgen werden das vereinfachte Wertminderungsmodell verwendet und die über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verluste erfasst. Der Konzern hat eine Wertberichtigungsmatrix erstellt, die auf seiner bisherigen Erfahrung mit Kreditverlusten basiert und um zukunftsbezogene Faktoren, die für die Kreditnehmer:innen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spezifisch sind, angepasst wurde. Auf Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen wendet der Konzern die praktische Vereinfachung für Finanzinstrumente mit geringem Kreditrisiko an. Dabei beurteilt er zu jedem Abschlussstichtag unter Heranziehung aller angemessenen und belastbaren Informationen, die ohne einen unangemessenen Kosten- oder Zeitaufwand verfügbar sind, ob das Finanzinstrument ein geringes Kreditrisiko aufweist.

Die Gruppe der "Finanziellen Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" (FVtPL) enthält die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte, finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden, oder finanzielle Vermögenswerte, die zwingend zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind. Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung oder des Rückkaufs in der nahen Zukunft erworben werden. Derivate einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrumente designiert wurden und als solche effektiv sind. Sie werden bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, wobei unrealisierte Gewinne und Verluste unsaldiert erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst werden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen von Factoring verkauft werden sollen, fallen ebenfalls in diese Kategorie. Im Konzern lagen im aktuellen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr keine erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte vor.

Beim erstmaligen Ansatz kann der Konzern unwiderruflich die Wahl treffen, seine Eigenkapitalinstrumente als "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Eigenkapitalinstrumente" (FVOCI) zu klassifizieren, wenn sie die Definition von Eigenkapital nach IAS 32 erfüllen und nicht zu Handelszwecken gehalten werden. Die Klassifizierung erfolgt einzeln für jedes Instrument. Hierbei bleiben die Gewinne und Verluste bei der Ausbuchung des finanziellen Vermögenswertes im sonstigen Ergebnis (OCI). Gewinne und Verluste aus Investitionen in Eigenkapitalinstrumente werden im sonstigen Ergebnis erfasst.

Sind die vertraglichen Rechte auf die Cashflows aus einem Vermögenswert ausgelaufen oder im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem finanziellen Vermögenswert übertragen, wird der finanzielle Vermögenswert ausgebucht. Vor dem Erfüllungstag erfolgt dann eine Ausbuchung, sobald die Uneinbringlichkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie übrigen finanziellen Vermögenswerten feststeht.

Finanzielle Verbindlichkeiten (IFRS 9)

Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz als finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als Darlehen, als Verbindlichkeiten oder als Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind, klassifiziert. Sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet, im Fall von Darlehen und Verbindlichkeiten abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Finanzielle Verbindlichkeiten werden in folgende Bewertungskategorien klassifiziert:

Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (Financial Liabilities at Amortised Costs - FLAC)

Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss - FLtPL)

"Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" (FLtPL) umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert wurden, und Derivate mit negativen Marktwerten, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert wurden oder als solche ineffektiv sind.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke des Rückkaufs in der nahen Zukunft eingegangen wurden. Finanzielle Verbindlichkeiten, die in diese Kategorie fallen, werden nicht nur bei ihrer erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, sondern auch in den Folgeperioden. Daraus resultierende Gewinne und Verluste werden ergebniswirksam erfasst. Der Teil der Fair-Value-Änderungen, der der Änderung des eigenen Kreditrisikos des GRAMMER Konzerns zuzuordnen ist, wird nicht erfolgswirksam, sondern erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Im aktuellen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr hat der Konzern nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, finanzielle Verbindlichkeiten dieser Kategorie zuzuordnen.

Die "Finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten" (FLAC) enthalten die finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht einer anderen Kategorie der finanziellen Verbindlichkeiten zugeordnet werden. In diese Kategorie fallen in der Regel vor allem Darlehen. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Bei den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht der Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag den fortgeführten Anschaffungskosten. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen mittels der Effektivzinsmethode.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die der Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit grundverschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird im Periodenergebnis erfasst.

Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte und Zinsswaps, um sich gegen Wechselkurs-, Zins- oder andere Preisrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Je nachdem, ob der beizulegende Zeitwert positiv oder negativ ist, werden sie als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasst.

Der GRAMMER Konzern klassifiziert Sicherungsbeziehungen zum Zwecke der Bilanzierung als Absicherung von Cashflows. Dabei handelt es sich um eine Absicherung des Risikos von Schwankungen der Cashflows, die einem bestimmten Risiko zuzuordnen sind, das mit einem bilanzierten Vermögenswert, einer bilanzierten Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbunden ist oder dem Währungsrisiko einer nicht bilanzierten festen Verpflichtung zugeordnet werden kann.

Zu Beginn der Absicherung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien des Konzerns im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert.

Sicherungsgeschäfte, die alle Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden wie folgt bilanziert:

Der wirksame Teil des Gewinns oder Verlusts aus einem Sicherungsinstrument wird im sonstigen Ergebnis erfasst, während der unwirksame Teil sofort erfolgswirksam erfasst wird. Das kumulierte sonstige Ergebnis wird auf den niedrigeren der folgenden Beträge angepasst:

den kumulierten Gewinn oder Verlust aus dem Sicherungsinstrument seit Beginn der Sicherungsbeziehung zum Zeitpunkt, in dem sich die gesicherten Zahlungsströme auf das Periodenergebnis auswirken, oder

die kumulierte Änderung des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts, wenn die Sicherungsbeziehung am Bilanzstichtag weiterhin besteht.

Der Konzern nutzt Devisenterminkontrakte als Sicherungsinstrument zur Absicherung des aus einer erwarteten Transaktion resultierenden Währungsrisikos und Rohstoffterminkontrakte zur Absicherung des Volatilitätsrisikos bei Warenpreisen. Des Weiteren nutzt GRAMMER Zinsswaps zur Absicherung von Cashflows aus variabel verzinslichen Finanzschulden. Zum aktuellen Bilanzstichtag waren Devisentermingeschäfte, jedoch keine Warenterminkontrakte und Zinsswaps im Bestand. Die Zinsswaps sind im Geschäftsjahr 2022 ausgelaufen. Ferner bestanden für die Zinsswaps und Devisenterminkontrakte vollständig wirksame Sicherungsbeziehungen. Erfüllen die Sicherungsgeschäfte nicht die Anforderungen hinsichtlich des Hedge Accountings oder handelt es sich um den unwirksamen Teil einer ansonsten wirksamen Sicherungsbeziehung, erfolgt die Erfassung der Änderung des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam.

2.2. Anwendung von neuen Standards der IFRS im Geschäftsjahr 2022

Der IASB hat nachfolgend aufgelistete Standards veröffentlicht, die erstmals für das Jahr 2022 verpflichtend anzuwenden sind:

Änderungen an IFRS 3: Verweis auf das Rahmenkonzept

Änderungen an IAS 16: Erzielung von Erlösen, bevor sich ein Vermögenswert in seinem betriebsbereiten Zustand befindet

Änderungen an IAS 37: Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrags

Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018 - 2020)

Änderung an IAS 41: Besteuerung bei Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert

Nachfolgend werden nur die Standards und Interpretationen aufgeführt, die eine wesentliche Auswirkung auf den Abschluss von GRAMMER haben. Weitere verpflichtend anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften sind für den Konzern nicht wesentlich und werden aus diesem Grund nicht aufgeführt.

Über die dargestellten neu angewendeten Standards hinaus gab es keine wesentlichen Änderungen bei den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Änderungen an IAS 37: Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrags

Die Änderungen sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen. Die Änderungen konkretisieren, welche Kosten ein Unternehmen bei der Beurteilung, ob ein Vertrag belastend oder verlustbringend ist, zu berücksichtigen hat. Die Änderung stellt auf Kosten ab, die sich direkt auf den Vertrag beziehen. Die Kosten im Zusammenhang mit der Erfüllung von Verträgen über die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen umfassen sowohl die direkt zurechenbaren (inkrementellen) Kosten der Vertragserfüllung als auch Gemeinkosten, die sich unmittelbar auf Tätigkeiten zur Vertragserfüllung beziehen. Allgemeine Verwaltungskosten stehen in keinem direkten Zusammenhang mit dem Vertrag und fallen somit nicht unter die Vertragserfüllungskosten, es sei denn, eine Weiterbelastung an den Kunden ist im Vertrag ausdrücklich vorgesehen.

Der Konzern wendet diese Änderungen auf Verträge an, bei denen GRAMMER noch nicht alle Verpflichtungen erfüllt hat. Die Änderungen haben keine Auswirkung auf den Konzernabschluss, da der Konzern die zurechenbaren Gemeinkosten für die Erbringung der Entwicklungsleistung wie z. B. Abschreibungen aus projektbezogenem Sachanlagevermögen bei der Bilanzierung von Leistungsverpflichtungen, bereits berücksichtigt.

Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018 - 2020)

Die Änderungen sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen. Die jährlichen Verbesserungen an den IFRS 2018 - 2020 führen zu direkten Änderungen an den folgenden Standards:

IFRS 1: Tochterunternehmen als Erstanwender: Mit der Änderung wird einem Tochterunternehmen, das die Regelung des IFRS 1.D16(a) anwendet, gestattet, kumulierte Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen mit den von seinem Mutterunternehmen ausgewiesenen Beträgen zu bewerten, die sich auf den Zeitpunkt des Übergangs des Mutterunternehmens auf die IFRS beziehen.

IFRS 9: Gebühren im "10 %-Test" in Bezug auf die Ausbuchung von finanziellen Verbindlichkeiten: Die Änderung stellt klar, dass ein Unternehmen nur solche Gebühren, die zwischen dem Unternehmen als Kreditnehmer und dem Kreditgeber gezahlt oder erhalten wurden, beim sogenannten "10 %-Test" zu berücksichtigen hat. Der "10 %-Test" erfolgt zur Beurteilung, ob eine finanzielle Verbindlichkeit auszubuchen ist.

Die Änderung zu IFRS 1 ist für GRAMMER nicht relevant. Die Änderung zu IFRS 9 führte beim "10 %-Test" bei finanziellen Verbindlichkeiten, deren Vertragsbedingungen im Geschäftsjahr geändert wurden, zu keinem abweichenden Ergebnis.

2.3. Veröffentlichte, noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards

EU-Endorsement erfolgt, Anwendung noch nicht umgesetzt

Der IASB hat nachfolgend aufgelistete Standards und Interpretationen veröffentlicht, die bereits im Rahmen des Komitologieverfahrens in das EU-Recht übernommen wurden, aber im Geschäftsjahr 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren:

IFRS 17: Versicherungsverträge

Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2: Angabe der Rechnungslegungsmethoden

Änderungen an IAS 8: Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen

Änderungen an IAS 12: Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen

Änderung an IAS 41: Besteuerung bei Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert

Der GRAMMER Konzern wendet diese Standards und Interpretationen nicht vorzeitig an. Nachfolgend werden nur die Standards und Interpretationen detaillierter beschrieben, die eine Auswirkung auf den Abschluss von GRAMMER haben könnten. Die weiteren vom IASB und IFRIC veröffentlichten Standards werden für den Konzern nicht relevant sein und werden aus diesem Grund nicht aufgeführt.

Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2: Angabe der Rechnungslegungsmethoden

Am 12. Februar 2021 hat das IASB "Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2: Angabe der Rechnungslegungsmethoden" veröffentlicht. Durch die Änderungen werden Leitlinien und erläuternde Beispiele zur Verfügung gestellt, die Unternehmen die Beurteilung, wann Informationen zu Rechnungslegungsmethoden als "wesentlich" einzustufen und folglich anzugeben sind, erleichtern sollen. Die Änderungen sollen Unternehmen dabei unterstützen, für Abschlussadressat:innen hilfreichere Angaben zu Rechnungslegungsmethoden zu machen, indem die Anforderung, "maßgebliche" Rechnungslegungsmethoden anzugeben, durch die Anforderung, "wesentliche" Informationen zu Rechnungslegungsmethoden anzugeben, ersetzt wird und Leitlinien ergänzt werden, die es Unternehmen erleichtern sollen, das Konzept der Wesentlichkeit bei der Beurteilung, wann Informationen zu Rechnungslegungsmethoden anzugeben sind, anzuwenden.

Die Änderungen sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Da die Änderungen am Practice Statement 2 unverbindliche Anwendungsleitlinien für die Definition von "wesentlich" in Bezug auf Informationen zu Rechnungslegungsmethoden enthalten, wurde ein Zeitpunkt des Inkrafttretens für die Änderungen als nicht notwendig erachtet. Gegenwärtig wird geprüft, wie sich die Änderungen auf die Angaben zu Rechnungslegungsmethoden im Konzernabschluss auswirken werden.

Änderungen an IAS 8: Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen

Am 12. Februar 2021 hat das IASB "Änderungen an IAS 8: Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen" veröffentlicht. Durch die Änderung wird klargestellt, wie zwischen Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen, Änderungen der Rechnungslegungsmethoden und Fehlerkorrekturen zu unterscheiden ist.

Zudem wird erläutert, wie Unternehmen rechnungslegungsbezogene Schätzungen mithilfe von Bemessungstechniken und Inputfaktoren vornehmen können.

Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, und sind auf Änderungen von Rechnungslegungsmethoden und von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen anzuwenden, die zu oder nach Beginn dieses Geschäftsjahres erfolgen. GRAMMER geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben werden.

Änderungen an IAS 12: Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen

Am 7. Mai 2021 hat das IASB die "Änderungen an IAS 12: Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen" veröffentlicht. Die Änderungen betreffen die Bilanzierung von latenten Steuern auf Transaktionen wie Leasingverhältnisse bei Leasingnehmer:innen und Rückbauverpflichtungen. Durch die Änderung wurde eine Rückausnahme zur Erstanwendungsausnahme gemäß IAS 12.15(b) und IAS 12.24 eingeführt. Danach gilt die Erstanwendungsausnahme nicht für Transaktionen, bei denen beim erstmaligen Ansatz abzugsfähige und zu versteuernde temporäre Differenzen in gleicher Höhe entstehen. Dies erfolgt durch die Einführung von IAS 12.22A, der eine Rückausnahme der Erstanwendungsausnahme regelt.

Die Änderungen sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Die Änderungen sind retrospektiv auf Transaktionen anzuwenden, die am oder nach dem Beginn der frühesten dargestellten Vergleichsperiode stattfinden. Außerdem sind zu Beginn der frühesten dargestellten Vergleichsperiode latente Steuern für alle temporären Differenzen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen und Stilllegungsverpflichtungen anzusetzen. Der kumulierte Effekt aus der erstmaligen Anwendung der Änderungen ist als Anpassung des Eröffnungsbilanzsaldos der Gewinnrücklagen zu erfassen. Der Konzern geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben werden.

EU-Endorsement noch nicht erfolgt

Der IASB hat folgende weitere Standards und Interpretationen veröffentlicht, die aber im Rahmen des Komitologieverfahrens noch nicht in das EU-Recht übernommen wurden:

Änderungen an IAS 1: Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig

Änderungen an IFRS 16: Leasingverbindlichkeit in einer Sale and Leaseback-Transaktion

Nachfolgend werden nur die Standards und Interpretationen detaillierter beschrieben, die eine Auswirkung auf den Abschluss von GRAMMER haben könnten. Die weiteren vom IASB und IFRIC veröffentlichten Standards werden für den Konzern nicht relevant sein und werden aus diesem Grund nicht aufgeführt.

Änderungen an IAS 1: Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig

Am 23. Januar 2020 hat das IASB "Änderungen an IAS 1: Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig" veröffentlicht. Die Änderungen betreffen die Paragrafen 69 bis 76 des "IAS 1 Darstellung des Abschlusses" und präzisieren die Vorschriften für die Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig. Die Änderungen stellen Folgendes klar:

Es wird das Recht, die Erfüllung einer Schuld zu verschieben, erläutert.

Das Recht auf Verschiebung der Erfüllung einer Schuld muss zum Abschlussstichtag bestehen.

Für die Klassifizierung ist es unerheblich, ob das Unternehmen erwartet, dass es dieses Recht auch tatsächlich ausüben wird.

Nur wenn es sich bei einem Derivat, das in ein wandelbares Schuldinstrument eingebettet ist, um ein separat zu bilanzierendes Eigenkapitalinstrument handelt, müssen die Bedingungen des Schuldinstruments bei dessen Klassifizierung nicht berücksichtigt werden.

Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, und sind rückwirkend anzuwenden. GRAMMER geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben werden, da der Konzern zur Zeit keine vertraglichen Rechte in seinen Schuldverhältnissen hat, die die Änderung betreffen.

Änderungen an IFRS 16: Leasingverbindlichkeit in einer Sale and Leaseback-Transaktion

Am 22. September 2022 hat das IASB "Änderungen an IFRS 16: Leasingverbindlichkeit in einer Sale and Leaseback-Transaktion" veröffentlicht. Durch die Änderungen wird klargestellt, wie ein Verkäufer-Leasingnehmer einer Sale and Leaseback-Transaktion, die als Verkauf gemäß IFRS 15 bilanziert wird, die Folgebewertungsvorschriften gemäß IFRS 16 auf die Leasingverbindlichkeit anzuwenden hat.

Durch die Änderung hat eine Leasingnehmer:in im Anschluss an einen Verkauf die Leasingverbindlichkeit so zu bewerten, dass sie keinen Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, der sich auf das zurückbehaltene Nutzungsrecht bezieht.

Die Änderung ist erstmals verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen.

3. Konsolidierungskreis

Informationen zu Tochterunternehmen

In den Konzernabschluss sind die Abschlüsse der GRAMMER AG als Mutterunternehmen und der folgenden Tochterunternehmen einbezogen:

Kapitalanteil in%
Name der Tochtergesellschaft Sitz Hauptgeschäftstätigkeit 2022 2021
1. In den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen        
1. GRAMMER do Brasil Ltda. Atibaia, Brasilien Automotive/ Commercial Vehicles 100,00 100,00
2. GRAMMER Seating Systems Ltd. Bloxwich, Großbritannien Vertriebsgesellschaft 100,00 100,00
3. GRAMMER Koltuk Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S. Bursa, Türkei Commercial Vehicles Automotive/ 99,40 99,40
4. GRAMMER Inc. Shannon (MS), USA Commercial Vehicles Automotive/ 100,00 100,00
5. GRAMMER CZ s.r.o. Tachov, Tschechien Commercial Vehicles 100,00 100,00
6. GRAMMER Japan Ltd. Tokio, Japan Vertriebsgesellschaft 100,00 100,00
7. GRAMMER AD Trudovetz, Bulgarien Automotive/ Commercial Vehicles 98,84 98,84
8. GRAMMER System GmbH Amberg, Deutschland Automotive 100,00 100,00
9. GRAMMER Automotive Metall GmbH Amberg, Deutschland Automotive 100,00 100,00
10. GRAMMER Automotive Slovenija d.o.o. Slovenj Gradec, Slowenien Automotive 100,00 100,00
11. GRAMMER Industries, LLC Troy (MI), USA Automotive 100,00 100,00
12. GRAMMER Automotive Puebla S.A. de C.V. Puebla, Mexiko Automotive/ Commercial Vehicles 100,00 100,00
13. GRAMMER Automotive Polska Sp. z o.o. Bielsko-Biala, Polen Automotive 100,00 100,00
14. GRAMMER Interior (Tianjin) Co., Ltd. Tianjin, China Commercial Vehicles 100,00 100,00
15. GRAMMER Interior (Changchun) Co., Ltd. Changchun, China Automotive 100,00 100,00
16. GRAMMER Interior (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai, China Automotive/ Commercial Vehicles 100,00 100,00
17. GRAMMER System d.o.o. Aleksinac, Serbien Automotive 100,00 100,00
18. GRAMMER Railway Interior GmbH Amberg, Deutschland Commercial Vehicles 100,00 100,00
19. GRAMMER Deutschland GmbH 2 Kümmersbruck, Deutschland Commercial Vehicles 100,00 100,00
20. GRAMMER Electronics N.V. Aartselaar, Belgien Commercial Vehicles 100,00 100,00
21. GRAMMER Interior (Beijing) Co., Ltd. Beijing, China Automotive 100,00 100,00
22. GRAMMER Automotive CZ s.r.o. Ceska Lipa, Tschechien Automotive 100,00 100,00
23. GRAMMER Seating (Ningbo) Co., Ltd. Ningbo City, China Automotive/ Commercial Vehicles 100,00 100,00
24. GRAMMER Automotive South Africa (Pty) Ltd. Bedfordview, Südafrika Automotive 100,00 100,00
25. GRAMMER Argentina S.A. Buenos Aires, Argentinien Commercial Vehicles 99,96 99,96
26. GRAMMER Italia srl. Jesi, Italien Vertriebsgesellschaft 100,00 100,00
27. GRAMMER Interior Components GmbH Hardheim, Deutschland Automotive 100,00 100,00
28. GRAMMER Seating (Shaanxi) Co., Ltd. Weinan City, China Commercial Vehicles 90,00 90,00
29. Toledo Molding & Die, LLC Toledo (OH), USA Automotive/ Commercial Vehicles 100,00 100,00
30. TMD Mexico LLC Wilmington (DE), USA Automotive 100,00 100,00
31. TMD International Holdings LLC Wilmington (DE), USA Automotive 100,00 100,00
32. Toledo Molding de Mexico S.R.L. de C.V. Queretaro, Mexiko Automotive 100,00 100,00
33. Toledo Molding CZ s.r.o. Prag, Tschechien Automotive 100,00 100,00
34. Changchun GRAMMER FAWSN Vehicle Parts Co., Ltd. Changchun, China Automotive 49,00 49,00
35. GRAMMER Vehicle Parts (Shenyang) Co., Ltd. Shenyang, China Automotive 100,00 100,00
36. GRAMMER (China) Holding Co., Ltd. Hefei City, China Holdinggesellschaft 100,00 100,00
37. GRAMMER Vehicle Parts (Harbin) Co., Ltd. Harbin, China Commercial Vehicles 60,00 60,00
38. GRAMMER Vehicle Parts (Qingdao) Co., Ltd. Qingdao City, China Commercial Vehicles 60,00 60,00
39. GRAMMER CZ Servicecenter s.r.o. Tachov, Tschechien Servicegesellschaft 100,00 100,00
40. GRAMMER Vehicle Interiors (Hefei) Co., Ltd. 1 Hefei City, China Automotive 100,00 0,00
2. In den Konzernabschluss einbezogene Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen        
1. GRA-MAG Truck Interior Systems LLC London (OH), USA Commercial Vehicles 50,00 50,00
2. ALLYGRAM Systems and Technologies Private Limited Pune, Indien Entwicklungsgesellschaft 30,00 30,00

1 Das Unternehmen GRAMMER Vehicle Interiors (Hefei) Co., Ltd. wurde am 30. April 2022 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen.
2 Das Unternehmen GRAMMER Technical Components GmbH wurde am 25. Oktober 2022 in GRAMMER Deutschland GmbH umbenannt.

In den Konzernabschluss sind neben der GRAMMER AG fünf (Vj. fünf) inländische und 35 (Vj. 34) ausländische Gesellschaften, die von der GRAMMER AG gemäß IFRS 10 direkt oder indirekt beherrscht werden, einbezogen.

Die im Geschäftsjahr 2021 neu gegründete Gesellschaft GRAMMER Vehicle Interiors (Hefei) Co., Ltd., Hefei, China, die aufgrund von Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 einbezogen wurde, wurde zur Vereinheitlichung des internen und externen Reportings zum 30. April 2022 erstkonsolidiert. Zudem wurde die in den Vorjahren aufgrund von untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogene GrammPlast GmbH zum 9. März 2022 auf die GRAMMER System GmbH verschmolzen.

Als at Equity-einbezogene Gesellschaften werden das Gemeinschaftsunternehmen GRA-MAG Truck Interior Systems LLC, London, OH, USA (GRA-MAG LLC), ausgewiesen, an dem die GRAMMER AG 50 % der Stimmrechte hält, sowie das assoziierte Unternehmen ALLYGRAM Systems and Technologies Private Limited, Pune, Indien (ALLYGRAM), an dem die GRAMMER AG 30 % der Stimmrechte hält.

Als einheitliches Abschlussdatum gilt für alle einbezogenen Gesellschaften der 31. Dezember 2022.

2022 Inland Ausland Gesamt
Vollkonsolidierte Gesellschaften (inkl. GRAMMER AG) 6 35 41
At Equity einbezogene Gesellschaften 0 2 2
Gesellschaften 6 37 43
2021 Inland Ausland Gesamt
Vollkonsolidierte Gesellschaften (inkl. GRAMMER AG) 6 34 40
At Equity einbezogene Gesellschaften 0 2 2
Gesellschaften 6 36 42

Innerhalb des GRAMMER Konzerns werden an allen Tochtergesellschaften Beteiligungen gehalten, die beherrschenden Einfluss sicherstellen.

Die Gesellschaften GRAMMER System GmbH, GRAMMER Automotive Metall GmbH, GRAMMER Railway Interior GmbH, GRAMMER Deutschland GmbH und die GRAMMER Interior Components GmbH nehmen die Erleichterungsvorschrift des § 264 Absatz 3 HGB teilweise in Anspruch.

4. Anteile an Gemeinschaftsunternehmen und an assoziierten Unternehmen

GRA-MAG LLC

Die GRAMMER AG besitzt einen Anteil am Kapital von 50 % an der GRA-MAG Truck Interior Systems LLC, London, OH, USA (GRA-MAG LLC). Die GRA-MAG LLC ist ein Gemeinschaftsunternehmen in den USA, das in der Region AMERICAS tätig ist und überwiegend Sitze und Sitzsysteme für Lkw entwickelt und produziert. Die Anteile des Konzerns an der GRA-MAG LLC werden unverändert zum Vorjahr nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Der Equity-Ansatz der GRA-MAG LLC wird mit einem Wert von 0 EUR ausgewiesen, da die kumulierten Verluste den Beteiligungsbuchwert übersteigen. Da die GRAMMER AG keine Verlustausgleichsverpflichtung hat, wird der negative Equity-Wert nicht als Schuld passiviert.

Die zusammenfassenden Finanzinformationen entsprechen den Beträgen in Übereinstimmung mit dem nach IFRS aufgestellten Abschluss zum 31. Dezember 2022 des Gemeinschaftsunternehmens.

TEUR
Gewinn- und Verlustrechnung zu 100
%
2022 2021
Umsatzerlöse 61.267 39.482
Umsatzkosten, einschließlich planmäßiger Abschreibungen in Höhe von 216 TEUR (Vj. 113 TEUR) -50.449 -31.756
Vertriebskosten -32 -1
Verwaltungskosten -4.784 -4.148
Zinsaufwendungen -724 -697
Ergebnis vor Steuern 5.278 2.880
Ertragsteuern -76 -56
Ergebnis nach Steuern 5.202 2.824
Anteil des Konzerns am Ergebnis (50 %) 2.601 1.412
TEUR
Bilanzdaten zu 100
%
2022 2021
Langfristige Vermögenswerte 2.435 937
Kurzfristige Vermögenswerte 14.274 10.920
Vermögenswerte 16.709 11.857
Langfristige Schulden 18.756 18.487
Kurzfristige Schulden 6.540 6.297
Schulden 25.296 24.784
Eigenkapital -8.587 -12.927
Anteil des Konzerns 50 % 50 %
Geschäfts- und Firmenwert aus Erstkonsolidierung 2.043 2.043
Buchwert der Beteiligung 0 0

In den oben genannten Bilanzwerten sind Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen in Höhe von 2.502 TEUR enthalten (Vj. 670 TEUR) sowie kurzfristige bzw. langfristige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 2.051 TEUR (Vj. 2.729 TEUR) bzw. 18.756 TEUR (Vj. 18.487 TEUR).

Die nicht erfassten Verluste der GRA-MAG LLC werden im Folgenden dargestellt:

TEUR
Nicht erfasste Gewinne/Verluste (50
%)
2022 2021
Nicht erfasste Verluste der GRA-MAG LLC zum 1. Januar -6.367 -7.779
Nicht erfasste Gewinne der GRA-MAG LLC in der Berichtsperiode 2.601 1.412
Nicht erfasste Verluste der GRA-MAG LLC zum 31. Dezember -3.766 -6.367

Das Gemeinschaftsunternehmen hatte zum 31. Dezember 2022 und 2021 keine Eventualverbindlichkeiten oder Kapitalverpflichtungen. Der GRAMMER Konzern ist nicht an gemeinschaftlichen Tätigkeiten im Sinne des IFRS 11 beteiligt.

Übrige unwesentliche nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen

Die GRAMMER AG besitzt einen Anteil am Kapital von 30 % an der ALLYGRAM Systems and Technologies Private Limited, Pune, Indien (ALLYGRAM). ALLYGRAM ist ein assoziiertes Unternehmen in Indien, das Entwicklungsdienstleistungen für die globalen GRAMMER-Standorte erbringt. Die Anteile des Konzerns an ALLYGRAM werden unverändert zum Vorjahr nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Der Equity-Ansatz von ALLYGRAM zum 31. Dezember 2022 beträgt 1.158 TEUR (Vj. 958 TEUR). Dabei wurden ein anteiliger Jahresüberschuss von 261 TEUR (Vj. 435 TEUR) erfolgswirksam im Gewinn und Verlust erfasst sowie eine anteilig erhaltene Dividende von 0 TEUR (Vj. 392 TEUR) berücksichtigt. Des Weiteren wurden erfolgsneutrale Fremdwährungsdifferenzen von -59 TEUR (Vj. 67 TEUR), erfolgsneutrale versicherungsmathematische Verluste von 0 TEUR (Vj. 1 TEUR) sowie erfolgsneutrale Gewinne aus der Absicherung von Cashflow Hedges von -2 TEUR (Vj. 2 TEUR) im kumulierten sonstigen Ergebnis berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte die Zahlung der im Vorjahr beschlossenen Dividende von umgerechnet 359 TEUR.

5. Segmentberichterstattung

Die nachfolgend beschriebenen Segmente bilden die interne Berichts- und Organisationsstruktur des GRAMMER Konzerns im Geschäftsjahr 2022 ab. Die der Ermittlung der internen Steuerungsgrößen zugrunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss abgeleitet. Zum Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Konzern nach Regionen gegliedert und verfügt über drei berichtspflichtige Geschäftssegmente:

In der Region EMEA (Europe, Middle East, Africa) sind alle europäischen Gesellschaften zusammengefasst sowie die Gesellschaften in der Türkei und Südafrika. Die Region AMERICAS beinhaltet alle Gesellschaften in Nord-, Mittel- und Südamerika und in der Region APAC (Asia Pacific) sind alle chinesischen Gesellschaften und Japan vereint. Neben den drei berichtenden Segmenten beinhaltet der Bereich Central Services die übergeordneten Konzernfunktionen, welche in der GRAMMER AG angesiedelt sind.

Die Region EMEA stellt das größte der drei berichtspflichtigen Segmente innerhalb des GRAMMER Konzerns dar. Gemessen am Gesamtumsatz der drei berichtspflichtigen Segmente (exkl. segmentübergreifende Eliminierungen) konnten im Geschäftsjahr 2022 50,7 % (Vj. 53,5 %) des Umsatzes in der Region EMEA, gefolgt von der Region AMERICAS mit 30,2 % (Vj. 26,1 %) und der Region APAC mit 19,1 % (Vj. 20,5 %), erzielt werden.

Der Umsatz, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das operative EBIT und die operative EBIT-Rendite der Geschäftsbereiche werden vom Management getrennt überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen. Die Konzernfinanzierung (einschließlich Finanzaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragsteuern werden konzerneinheitlich und hoheitlich gesteuert und nicht den einzelnen Segmenten zugeordnet. Ebenso werden Aufwendungen für Zentralbereiche teilweise nicht aufgesplittet. Der Zentralbereich nimmt konzernweite Aufgaben in den Bereichen Controlling, Steuern und Risikomanagement, Marketing und Kommunikation, Einkauf, Entwicklung, Operations, Finanzwesen, Internal Audit, Investor Relations, IT, Personalwesen, Rechnungswesen und Rechtswesen sowie Compliance wahr.

Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftssegmenten werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt. Segmenterträge, Segmentaufwendungen und das Segmentergebnis umfassen konzerninterne Transaktionen zwischen den Geschäftssegmenten. Diese Transfers innerhalb der Segmente werden auf Segmentebene eliminiert und Transfers zwischen den Segmenten werden bei der Konsolidierung auf Konzernebene eliminiert.

Berichtssegmente

Die folgenden Tabellen enthalten Informationen zu Erträgen und Ergebnissen sowie bestimmte Informationen zu Vermögenswerten und Schulden der Geschäftssegmente des Konzerns:

2022

TEUR EMEA AMERICAS APAC Central Services Eliminierungen GRAMMER Konzern
Erlöse aus Verkäufen an externe Kunden 1.071.494 669.616 417.681 0 0 2.158.791
Erlöse aus Transaktionen mit anderen Segmenten 59.870 2.838 8.972 0 -71.680 0
Umsatzerlöse 1.131.364 672.454 426.653 0 -71.680 2.158.791
Segmentergebnis (EBIT) 58.580 -125.766 47.037 -25.048 216 -44.981
Finanzerträge           3.576
Finanzaufwendungen           -28.896
Sonstiges Finanzergebnis           7.537
Ergebnis vor Steuern           -62.764
Ertragsteuern           -15.797
Ergebnis nach Steuern           -78.561
Sonstige Segmentinformationen            
Investitionen            
Sachanlagen Immaterielle 35.752 19.578 21.406 6.487 0 83.223
Vermögenswerte 250 95 112 7.362 0 7.819
Abschreibungen            
Abschreibungen auf Sachanlagen -30.283 -58.503 -14.064 -5.758 0 -108.608
Abschreibungen auf Immaterielle            
Vermögenswerte -520 -50.693 -132 -2.468 0 -53.813
Zahlungsunwirksame Aufwendungen            
Änderung zu den Pensionsrückstellungen 3.856 632 7 1.819 0 6.314

2021

TEUR EMEA AMERICAS APAC Central Services Eliminierungen GRAMMER Konzern
Erlöse aus Verkäufen an externe Kunden 991.433 514.868 396.713 0 0 1.903.014
Erlöse aus Transaktionen mit anderen Segmenten 70.065 2.821 9.539 0 -82.425 0
Umsatzerlöse 1.061.498 517.689 406.252 0 -82.425 1.903.014
Segmentergebnis (EBIT) 43.320 -61.739 52.902 -15.808 189 18.864
Finanzerträge           3.410
Finanzaufwendungen           -22.062
Sonstiges Finanzergebnis           6.502
Ergebnis vor Steuern           6.714
Ertragsteuern           -6.068
Ergebnis nach Steuern           646
Sonstige Segmentinformationen            
Investitionen            
Sachanlagen 45.963 20.981 35.599 3.926 0 106.469
Immaterielle Vermögenswerte 266 93 93 7.790 0 8.242
Abschreibungen            
Abschreibungen auf Sachanlagen -30.989 -21.272 -11.164 -5.312 0 -68.737
Abschreibungen auf Immaterielle Vermögenswerte -4.010 -10.088 -112 -1.272 0 -15.482
Zahlungsunwirksame Aufwendungen            
Änderung zu den Pensionsrückstellungen 3.451 337 9 1.809 0 5.606

Informationen über Divisionen

Die folgenden Tabellen enthalten Informationen zu den Erlösen von externen Kunden und den langfristigen Vermögenswerten der Divisionen des Konzerns für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2022 und 2021.

2022

TEUR
Nach Divisionen Automotive Commercial Vehicles Central Services GRAMMER Konzern
Umsätze EMEA 580.959 550.405 0 1.131.364
Umsätze AMERICAS 537.090 135.364 0 672.454
Umsätze APAC 290.466 136.187 0 426.653
Eliminierungen -18.207 -53.473 0 -71.680
Umsatzerlöse 1.390.308 768.483 0 2.158.791
Langfristige Vermögenswerte (Sachanlagen sowie Immaterielle Vermögenswerte) 416.062 92.157 115.393 623.612

2021

TEUR
Nach Divisionen Automotive Commercial Vehicles Central Services GRAMMER Konzern
Umsätze EMEA 564.834 496.664 0 1.061.498
Umsätze AMERICAS 422.986 94.703 0 517.689
Umsätze APAC 268.033 138.219 0 406.252
Eliminierungen -20.928 -61.497 0 -82.425
Umsatzerlöse 1.234.925 668.089 0 1.903.014
Langfristige Vermögenswerte (Sachanlagen sowie Immaterielle Vermögenswerte) 486.916 81.559 110.378 678.853

Die Divisionen des GRAMMER Konzerns fokussieren sich auf die Erstellung und Umsetzung der weltweiten Markt-, Kunden- und Produktstrategien. In der Division Automotive ist der GRAMMER Konzern als Zulieferer der Automobilindustrie tätig, er entwickelt und produziert Kopfstützen, Armlehnen, Mittelkonsolen-Systeme, hochwertige Interior-Komponenten und Bediensysteme sowie innovative thermoplastische Lösungen und vertreibt diese an Automobilhersteller sowie deren Systemlieferanten. Die Division Commercial Vehicles entwickelt und produziert Fahrer- und Beifahrersitze für Lkw, Fahrersitze für Offroad-Nutzfahrzeuge (Traktoren, Baumaschinen und Gabelstapler) sowie Sitze und Sitzsysteme für Bahnen und Busse. In diesem Segment ist der GRAMMER Konzern als Zulieferer der Nutzfahrzeugindustrie tätig und vertreibt Fahrer- und Beifahrersitze an Nutzfahrzeughersteller und im Rahmen des Nachrüstgeschäfts. Zudem werden Fahrer- und Passagiersitze an Hersteller von Bussen und Schienenfahrzeugen sowie Bahnbetreiber vertrieben.

6. Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Der GRAMMER Konzern erwirtschaftet Erlöse aus der Übertragung von Gütern und Dienstleistungen sowohl zeitraum- als auch zeitpunktbezogen in den folgenden Segmenten:

2022

TEUR
Zeitpunkt der Erlöserfassung EMEA AMERICAS APAC Eliminierungen GRAMMER Konzern
Zu einem bestimmten Zeitpunkt übertragene Güter 1.072.842 638.805 401.245 -69.801 2.043.091
Über einen bestimmten Zeitraum übertragene Güter und Dienstleistungen 58.522 33.649 25.408 -1.879 115.700
Konzerninterne Transaktionen -59.870 -2.838 -8.972 71.680 0
Summe der Erlöse aus Verträgen mit Kunden 1.071.494 669.616 417.681 0 2.158.791

2021

TEUR
Zeitpunkt der Erlöserfassung EMEA AMERICAS APAC Eliminierungen GRAMMER Konzern
Zu einem bestimmten Zeitpunkt übertragene Güter 996.133 494.203 389.049 -80.871 1.798.514
Über einen bestimmten Zeitraum übertragene Güter und Dienstleistungen 65.365 23.486 17.203 -1.554 104.500
Konzerninterne Transaktionen -70.065 -2.821 -9.539 82.425 0
Summe der Erlöse aus Verträgen mit Kunden 991.433 514.868 396.713 0 1.903.014

Der zum 31. Dezember 2021 ausgewiesene Saldo aus Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen in Höhe von 5.924 TEUR wurde mit ca. 60 % im Geschäftsjahr 2022 als Erlös erfasst (Vj. mit ca. 80 % von 4.533 TEUR).

Weiterhin bestanden in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 keine wesentlichen erfassten Erlöse aus Leistungsverpflichtungen, die in früheren Perioden erfüllt bzw. teilweise erfüllt worden sind.

7. Sonstige Erträge und Aufwendungen

7.1. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthielten überwiegend Erträge aus Weiterbelastung von Handlingkosten in Höhe von 3.490 TEUR (Vj. 2.995 TEUR) sowie Erträge aus Verkäufen von Metallabfällen in Höhe von 4.720 TEUR (Vj. 4.799 TEUR) und übrige sonstige Erträge in Höhe von 24.912 TEUR (Vj. 6.197 TEUR). Bei den übrigen sonstigen Erträgen handelt es sich im Geschäftsjahr 2022 im Wesentlichen um Auflösungen von Rückstellungen aus Vorjahren in Höhe von 12.973 TEUR, Einmalzahlungen von Kunden für die Kompensation von Einmalaufwendungen in Höhe von 7.353 TEUR sowie Einmalzahlungen für Kompensationen für Auftragsabbrüche und Materialpreis- bzw. Frachtkostenerhöhungen in Höhe von 1.330 TEUR. Weiterhin beinhalten die sonstigen betrieblichen Erträge Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 2.036 TEUR (Vj. 1.832 TEUR), Verkäufe von Sachanlagen in Höhe von 153 TEUR (Vj. 2.319 TEUR), Erträge aus Versicherungsansprüchen in Höhe von 2.525 TEUR (Vj. 2.371 TEUR) und Erträge aus weiterverrechneten Kosten sowie Miet- und Pachteinnahmen in Höhe von 4.252 TEUR (Vj. 416 TEUR). Zudem ist ein Ertrag aus einem Erstattungsanspruch von sonstigen Steuern in Höhe von 1.312 TEUR (Vj. 2.856 TEUR) aus den beiden umsatzsteuerähnlichen Abgaben PIS und COFINS (Programa de Integraçao Social/Contribuiçao para o Financiamento da Seguridade Social) in Brasilien enthalten. Der Erstattungsanspruch beinhaltet doppelt abgeführte Steuern. Brasilianische Gerichte haben im Geschäftsjahr 2021 den Erstattungsanspruch bestätigt. Die Zuwendungen der öffentlichen Hand wurden für den Erwerb bestimmter Sachanlagen sowie als Ertragszuschüsse gewährt. Die an diese Zuwendungen geknüpften Bedingungen wurden vollständig erfüllt und es bestehen derzeit keine Risiken, dass die Bedingungen künftig nicht eingehalten werden.

7.2. Finanzergebnis

Im Folgenden wird die Aufteilung des Finanzergebnisses dargestellt:

TEUR 2022 2021
Zinserträge aus Guthaben bei Kreditinstituten 1.998 1.493
Erträge aus sonstigen finanziellen Vermögenswerten 495 286
Erträge aus sonstigen Vermögenswerten 1.083 1.631
Finanzerträge 3.576 3.410
Zinsen für Darlehen und Kontokorrentkredite -23.388 -17.337
Sonstige Aufzinsungen 0 -7
Aufzinsung von Pensionsrückstellungen -2.544 -1.626
Verlust aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten -49 -164
In Leasingraten enthaltener Zinsaufwand -2.915 -2.928
Finanzaufwendungen -28.896 -22.062
Kursgewinne/Kursverluste Bank/Kasse 1.850 -625
Wechselkursveränderungen Intercompany-Finanzierung 5.687 7.127
Sonstiges Finanzergebnis 7.537 6.502
Finanzergebnis -17.783 -12.150

Die Verschlechterung des Finanzergebnisses resultiert im Wesentlichen aus höheren Zinsen für Darlehen und Kontokorrentkredite aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus. Im sonstigen Finanzergebnis führten Kursschwankungen der Tschechischen Krone, des japanischen Yens, des brasilianischen Reals und insbesondere des US-Dollars im Geschäftsjahr 2022 zu einem deutlich höheren Gewinn aus der Fremdwährungsbewertung, als im Vorjahr. In den Erträgen aus sonstigen Vermögenswerten sind Zinserträge bezogen auf den Erstattungsanspruch von sonstigen Steuern aus den beiden umsatzsteuerähnlichen Abgaben PIS und COFINS (Programa de Integraçao Social/Contribuiçao para o Financiamento da Seguridade Social) in Brasilien in Höhe von 1.083 TEUR (Vj. 1.631 TEUR) enthalten.

7.3. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthaltene Abschreibungen, Währungsumrechnungsdifferenzen und Anschaffungs- und Herstellungskosten

Kosten der Umsatzerlöse

In den Kosten der Umsatzerlöse sind die Aufwendungen der den Umsatzerlösen zuzuordnenden Herstellungskosten für Fertigerzeugnisse und Aufwendungen für Handelsware in Höhe von 1.924.411 TEUR (Vj. 1.642.215 TEUR) enthalten. Unterbeschäftigungs- und andere Gemeinkosten sind, soweit sie auf den Herstellungsbereich entfallen, enthalten. Auch produktionsbezogene Verwaltungskosten werden hier mit einbezogen. In dieser Position sind auch die Aufwendungen für Rückstellungen für Produktgewährleistungen enthalten. Ebenso werden Aufwendungen in den Auf- und Ausbau von einzelnen Standorten, die im Hinblick auf die bevorstehende Serienproduktion getätigt werden, sogenannte "Industrialisierungskosten", hier erfasst, soweit eine Abgrenzung nicht möglich ist. In der Division Commercial Vehicles anfallende nicht aktivierungsfähige Kosten für Forschung und Entwicklung sind ebenfalls hier ausgewiesen. Die Kosten der Umsatzerlöse beinhalten im Geschäftsjahr 2022 zudem Sonderbelastungen aus einmaligen Geschäftsvorfällen in Höhe von 38.743 TEUR (Vj. 2.322 TEUR). Diese umfassen im Geschäftsjahr 2022 Aufwendungen für direkt zurechenbare Kosten für Corona-Schutz- und -Handlungsmaßnahmen von 2.121 TEUR (Vj. 2.342 TEUR), Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen von 2.474 TEUR (Vj. 0 TEUR) und Wertminderungen auf Sachanlagen von 34.148 TEUR. Im Geschäftsjahr 2021 waren zusätzlich -20 TEUR noch nicht erfolgswirksam verrechnete stille Lasten aufgrund des Verkaufs des spanischen Tochterunternehmens enthalten. Im Geschäftsjahr 2022 sind in den Kosten der Umsatzerlöse 279 TEUR (Vj. 19 TEUR) Zuwendungen der öffentlichen Hand für Forschungsprojekte und gestiegene Energiekosten aufwandsmindernd erfasst.

Vertriebskosten

Die Vertriebskosten in Höhe von 28.947 TEUR (Vj. 33.350 TEUR) sind Aufwendungen des Funktionsbereiches Vertrieb. Hierzu zählen vor allem die Aufwendungen für die Verkaufs-, Werbe- und Marketingabteilungen sowie alle diesen Funktionen oder Aktivitäten zuzuordnenden Gemeinkosten. Als Vertriebseinzelkosten sind Frachtkosten, Provisionen und Versandkosten enthalten. Im Geschäftsjahr 2021 waren darin Aufwendungen für Schadensersatz in Höhe von 6.020 TEUR als Ergebnis von Verhandlungen des Vertriebs mit einem Kunden bzgl. fehlerhafter Produkte enthalten.

Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten beinhalten alle Verwaltungsaufwendungen, die den anderen Funktionsbereichen nicht direkt zuzuordnen sind. Dazu zählen Aufwendungen für die allgemeine Verwaltung, Geschäftsleitung sowie andere übergeordnete Abteilungen. Auch die Erträge aus Wechselkursveränderungen in Höhe von 18.563 TEUR (Vj. 20.978 TEUR), die im Wesentlichen Gewinne aus Kursveränderungen zwischen Entstehungs- und Zahlungszeitpunkt von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Kursgewinne aus der Bewertung zum Stichtagskurs enthalten, werden in den sonstigen Verwaltungskosten ausgewiesen. Kursverluste in Höhe von 18.785 TEUR (Vj. 17.634 TEUR) werden ebenfalls in den sonstigen Verwaltungskosten ausgewiesen. Die Verwaltungskosten beinhalten im Geschäftsjahr 2022 zudem verschiedene Sonderbelastungen aus einmaligen Geschäftsvorfällen in Höhe von 41.528 TEUR (Vj. 4.516 TEUR). Im Geschäftsjahr 2022 umfassen diese direkt zurechenbare Kosten für Corona-Schutz- und -Handlungsmaßnahmen von 26 TEUR (Vj. 383 TEUR), Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen von 2.097 TEUR (Vj. 0 TEUR) und Wertminderungen auf Immaterielle Vermögenswerte, einschließlich Geschäfts- oder Firmenwerte, von 39.404 TEUR. Im Geschäftsjahr 2021 waren darin zusätzlich 3.829 TEUR aus der Entkonsolidierung der spanischen Tochtergesellschaft und Beratungskosten in Höhe von 304 TEUR im Zusammenhang mit deren Verkauf enthalten.

Abschreibungen und Wertminderungen auf Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen Auf Immaterielle Vermögenswerte entfallen planmäßige Abschreibungen von 14.409 TEUR (Vj. 15.482 TEUR), die verursachungsgerecht den Kosten der Umsatzerlöse und den Vertriebs- und Verwaltungskosten zugeordnet sind. In den Abschreibungen sind 1.572 TEUR (Vj. 2.180 TEUR) für aktivierte Entwicklungsleistungen enthalten, die in den Kosten der Umsatzerlöse ausgewiesen sind. Auf Sachanlagen wurden planmäßige Abschreibungen in Höhe von 74.459 TEUR (Vj. 68.737 TEUR) vorgenommen. Hierbei entfallen 19.032 TEUR (Vj. 17.600 TEUR) auf planmäßige Abschreibungen auf Nutzungsrechte. Aufwendungen aufgrund eines niedrigeren erzielbaren Betrags (Wertminderungen) sind im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 73.553 TEUR (Vj. 0 TEUR) angefallen. Diese entfallen mit 34.149 TEUR auf Sachanlagen und mit 39.404 TEUR auf Immaterielle Vermögenswerte. Von den Sachanlagen entfallen 870 TEUR auf Grundstücke und Bauten, 32.170 TEUR auf Technische Anlagen und Maschinen und 1.109 TEUR auf Nutzungsrechte. Von den Immateriellen Vermögenswerten entfallen 14.953 TEUR auf Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und 24.451 TEUR auf Geschäfts- oder Firmenwerte. Die planmäßigen Abschreibungen und die Wertminderungen auf Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Kosten der Umsatzerlöse, den Vertriebskosten sowie den allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen.

7.4. Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer:innen

Die Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer:innen werden in folgender Übersicht dargestellt:

TEUR 2022 2021
Löhne und Gehälter 418.134 376.480
Sozialversicherungsbeiträge 100.323 89.393
Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer:innen 518.457 465.873

Im Geschäftsjahr 2022 sind in den Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer:innen 14 TEUR (Vj. 850 TEUR) Zuwendungen der öffentlichen Hand für staatliche Unterstützungen zur Bewältigung der Folgen der COVID-19-Pandemie, im Wesentlichen bestehend aus Erstattungen von Sozialversicherungen und weiteren staatlichen Unterstützungsleistungen, aufwandsmindernd erfasst.

8. Ertragsteuern

Die wesentlichen Bestandteile der Ertragsteuern für die Geschäftsjahre 2022 und 2021 setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 2022 2021
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung    
Tatsächliche Ertragsteuern    
Tatsächlicher Ertragsteueraufwand Inland -4.121 -6.731
Tatsächlicher Ertragsteueraufwand Ausland -13.175 -13.291
Tatsächlicher Ertragsteueraufwand -17.296 -20.022
Latente Ertragsteuern    
Latenter Steueraufwand (-)/Steuerertrag Inland 803 1.095
Latenter Steueraufwand (-)/Steuerertrag Ausland 696 12.859
Latenter Steueraufwand (-)/Steuerertrag 1.499 13.954
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesener Ertragsteueraufwand (-)/-steuerertrag -15.797 -6.068

Die Verringerung des tatsächlichen Ertragsteueraufwands im Inland erklärt sich vor Allem dadurch, dass in der Vorjahresposition das Ergebnis einer Betriebsprüfung als Aufwand enthalten war. Die Ertragsteueraufwendungen im Ausland befinden sich in etwa auf Vorjahresniveau, wobei sich positive Effekte in China und negative Effekte in Mexiko in etwa die Waage hielten.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden im Ausland aktive latente Steuern auf Verluste in Höhe von 15,9 Mio. EUR (Vj. 7,6 Mio. EUR) nicht angesetzt, wovon vor allem die Tax Group in den USA betroffen war. Darüber hinaus waren hiervon Gesellschaften in Belgien und Mexiko betroffen. In allen Fällen lag keine hinreichende Wahrscheinlichkeit vor, dass in der Zukunft ausreichend zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, gegen die die ungenutzten steuerlichen Verluste verwendet werden können. Der latente Steuerertrag im Inland beinhaltet die Wertaufholung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge, die im Vorjahr noch als nicht werthaltig eingestuft wurden. Auch im Ausland konnten im Vorjahr als nicht werthaltig eingestufte Verlustvorträge aktiviert werden. Dies betraf vor allem Gesellschaften in China.

Trotz des deutlich negativen Ergebnisses vor Ertragsteuern weist der GRAMMER Konzern einen Ertragsteueraufwand aus. Dies erklärt sich vor allem durch den Nicht-Ansatz aktiver latenter Steuern des laufenden Jahres und die Wertberichtigung auf in Vorjahren gebildete aktive latente Steuern auf Verlustvorträge. In beiden Fällen war hiervon vor allem die Tax Group in den USA betroffen. Zudem wirkten sich die Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, Sachanlagen und weitere Immaterielle Vermögenswerte, die steuerlich nicht ansetzbar waren, negativ aus. Dieser Effekt ist in der Konzernsteuerüberleitungsrechnung in der Position nichtabzugsfähige Betriebsausgaben enthalten. Steuersatzeffekte ausländischer Steuerrechtskreise trugen in Höhe von -4,2 Mio. EUR negativ zum ausgewiesenen Steueraufwand bei.

Zum Bilanzstichtag bestanden im Konzern Verlustvorträge von insgesamt 387,1 Mio. EUR. (Vj. 267,7 Mio. EUR). Für steuerliche Verluste in Höhe von 276,3 Mio. EUR (Vj. 96,8 Mio. EUR) wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet. Könnte der Konzern sämtliche nicht berücksichtigten latenten Steueransprüche aus dem Geschäftsjahr 2022 und den Vorjahren aktivieren, so stiegen das Ergebnis nach Steuern und das Eigenkapital insgesamt um 50,1 Mio. EUR (Vj. 22,6 Mio. EUR) an.

Die Überleitungsrechnung zwischen den in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Ertragsteuern und dem rechnerischen Produkt aus bilanziellem Periodenergebnis und dem auf den Konzern anzuwendenden Steuersatz für die Geschäftsjahre 2022 und 2021 stellt sich wie folgt dar:

TEUR 2022 2021
Ergebnis vor Ertragsteuern -62.764 6.714
Ertragsteuern zum Steuersatz in Deutschland von 28,9 % (Vj. 28,9 %) 18.139 -1.940
Effekte aus Mindestbesteuerung und Abzugsteuern -3.086 -3.192
Tatsächliche Ertragsteuern, Vorjahre betreffend 355 -2.833
Effekte aus Nichtansatz latenter Steuern des laufenden Jahres -15.854 -7.605
Veränderung latenter Steuern aus Vorjahren -1.514 10.217
Steuerminderung aus steuerfreien Erträgen 153 1.206
Nicht abzugsfähige Aufwendungen -8.551 -3.328
Sonstige Steuereffekte -1.871 -629
Effekte aus Steuersatz/-rechtsänderungen 627 285
Steuersatzeffekte ausländischer Steuerrechtskreise -4.195 1.751
Ertragsteuern zum effektiven Ertragsteuersatz von -25,2 % (Vj. 90,4 %) -15.797 -6.068

Die latenten Ertragsteuern setzen sich je Bilanzposition zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

TEUR 2022 2021
Sachanlagen (ohne Nutzungsrechte) -20.156 -24.536
Nutzungsrechte -8.087 -7.236
Immaterielle Vermögenswerte -18.080 -21.675
Sonstige Vermögenswerte -4.748 -4.454
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - kurzfristig -124 -76
Vermögenswerte aus Kundenverträgen -2.749 -5.558
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte -923 -567
Langfristige Finanzschulden -274 -215
Sonstige 1 -2.582 -1.245
Passive latente Steuern (unsaldiert) -57.723 -65.562
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 14.439 24.656
Rückstellungen 4.648 5.231
Steuerliche Verlustvorträge 19.187 25.708
Vermögenswerte aus Kundenverträgen 346 69
Sachanlagen 5.855 3.817
Immaterielle Vermögenswerte 2.905 3.378
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 753 769
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.865 5.503
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 9.985 7.008
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.740 3.063
Vorräte 2.492 2.892
Langfristige Finanzschulden 43 2.248
Sonstige 2 8.779 8.002
Latente Steueransprüche (unsaldiert) 76.037 92.344
Nettobetrag der passiven latenten Steuern (-)/latenten Steueransprüche 18.314 26.782

1 Vorräte bei den passiven latenten Steuern (unsaldiert) aufgrund Unwesentlichkeit zu Sonstige umgegliedert.
2 Sonstige finanzielle Vermögenswerte bei latenten Steueransprüchen (unsaldiert) aufgrund Unwesentlichkeit zu Sonstige umgegliedert.

Im Folgenden wird die Veränderung der Bilanzposten zu latenten Steuern dargestellt:

TEUR 2022 2021
Stand zum 1. Januar 26.782 17.358
Latenter Steueraufwand (-)/Steuerertrag in der GuV 1.499 13.954
Latenter Steueraufwand (-)/Steuerertrag in der Gesamtergebnisrechnung -10.053 -4.504
Latente Steuern, durch Erstkonsolidierung erworben 0 18
Währungskurseffekte 86 -44
Stand zum 31. Dezember 18.314 26.782

Der gesetzliche Körperschaftsteuersatz in Deutschland für die Veranlagungszeiträume 2022 und 2021 betrug 15 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlages von 5,5 %. Hieraus resultiert unter Berücksichtigung der Gewerbesteuer, die in Deutschland für erzielte Gewinne erhoben und nicht als Betriebsausgabe abziehbar ist, mit deren unterschiedlichen Hebesätzen eine Steuerbelastung von rund 28,9 % im Jahr 2022 (Vj. 28,9 %).

Für die Berechnung der latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden die Steuersätze zugrunde gelegt, die im Zeitpunkt der Realisierung des Vermögenswertes bzw. der Erfüllung der Schuld voraussichtlich gültig sein werden. Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten der inländischen Gesellschaften wurden mit dem Gesamtsteuersatz von 28,9 % (Vj. 28,9 %) bewertet. Die angewandten lokalen Ertragsteuersätze für ausländische Gesellschaften variierten wie im Vorjahr zwischen 10 % und 34 %. Aktive latente Steuern werden nur dann angesetzt, wenn deren Realisierbarkeit aufgrund der Einschätzung des Managements wahrscheinlich ist. Zur Bestimmung entsprechender Wertberichtigungen werden alle zurzeit bekannten positiven und negativen Einflussfaktoren auf die zukünftigen steuerlichen Ergebnisse berücksichtigt. Die dabei vorzunehmende Einschätzung kann sich mit der Zeit ändern. Weiterhin ist für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der Umkehrung der Bewertungsunterschiede und die Nutzbarkeit der Verlustvorträge maßgeblich, die zu aktiven latenten Steuern geführt haben.

Bei den bestehenden steuerlichen Verlustvorträgen, auf welche eine aktive latente Steuer gebildet wurde, geht der Konzern davon aus, dass ein ausreichend positives zu versteuerndes Einkommen für die Realisierung zur Verfügung stehen wird. Die steuerlichen Verlustvorträge in den einzelnen Ländern sind in Zeiträumen von fünf bis 20 Jahren bzw. auch unbegrenzt vortragbar oder vereinzelt sogar rücktragbar. Die Gesellschaften, die im laufenden Jahr oder im Vorjahr Verluste erzielt haben und deren aktive latente Steuern nicht durch passive latente Steuern gedeckt sind, haben aktive latente Steuern in Höhe von 12,0 Mio. EUR (Vj. 23,1 Mio. EUR) gebildet.

Latente Steuern auf sogenannte "Outside Basis Differences" (Differenzen zwischen dem Nettovermögen inklusive Geschäfts- oder Firmenwerte der Tochterunternehmen und dem jeweiligen steuerlichen Wert der Anteile an den Tochterunternehmen) wurden nicht gebildet, da die Umkehrung der Differenzen unter anderem durch Ausschüttungen gesteuert werden kann und auf absehbare Zeit keine wesentlichen Steuereffekte zu erwarten sind. Die "Outside Basis Differences" belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf 123.851 TEUR (Vj. 204.970 TEUR). Aus der Ausschüttung von Dividenden durch den Konzern an die Anteilseigner:innen ergaben sich weder im Jahr 2022 noch 2021 ertragsteuerliche Konsequenzen.

9. Konzernergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich aus der Division des Konzernergebnisses und der nominellen Anzahl der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktien abzüglich der per Rückkauf im Jahr 2006 erworbenen eigenen Aktien (330.050 Stück). Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 39.009.080,32 EUR und ist eingeteilt in 15.237.922 Aktien. Alle Aktien mit Ausnahme der eigenen Aktien, gewähren die gleichen Rechte, die Aktionär:innen sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie. Die sich im Umlauf befindlichen Aktien werden mit dem gewichteten Durchschnitt ermittelt.

Neben dem unverwässerten Ergebnis je Aktie ist bei Vorliegen von sogenannten potenziellen Aktien (Finanzinstrumente und sonstige Vereinbarungen, die deren Inhaber zum Bezug von Stammaktien berechtigen, wie z. B. Wandelschuldverschreibungen und Optionen) auch ein verwässertes Ergebnis anzugeben. Da der GRAMMER Konzern zum 31. Dezember 2022 keine solchen Finanzinstrumente ausgegeben bzw. entsprechende Vereinbarungen getroffen hat, sind das unverwässerte und das verwässerte Ergebnis je Aktie identisch.

Konzernergebnis je Aktie

2022 2021
Gewichtete durchschnittliche Anzahl an Stammaktien zur Berechnung des unverwässerten/verwässerten Ergebnisses 14.907.872 14.907.872
Ergebnis in TEUR (ohne Minderheiten/Hybriddarlehensgeber) -78.405 1.233
Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR -5,26 0,08

Das im Geschäftsjahr 2020 begebene Hybriddarlehen ist als Eigenkapital klassifiziert (siehe hierzu Anhangangabe 18). Der damit zusammenhängende Vergütungsanspruch der Hybridkapitalgeber stellt Zahlungen für eine Komponente des Eigenkapitals dar, die das den Anteilseigner:innen des Mutternunternehmens zur Ausschüttung zur Verfügung stehende Ergebnis mindern, und wurde daher bei der Ermittlung des (unverwässerten/verwässerten) Ergebnisses je Aktie berücksichtigt.

10. Gezahlte und vorgeschlagene Dividenden

Die Ergebnisverwendung des GRAMMER Konzerns richtet sich nach dem im handelsrechtlichen Jahresabschluss der GRAMMER AG ausgewiesenen Bilanzgewinn/-verlust. Die GRAMMER AG weist einen Bilanzverlust in Höhe von -131,2 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 (Vj. -74,9 Mio. EUR) aus. Dabei wurde der Jahresfehlbetrag für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe von -56,3 Mio. EUR berücksichtigt. Da die GRAMMER AG keinen Bilanzgewinn ausweist, ergibt sich derzeit kein Dividendenvorschlag. Zudem besteht während der Laufzeit der Tranche C des Konsortialkreditvertrags bis zum 10. Februar 2025, als Teil der Bedingungen für die Beteiligung der KfW, eine Aussetzung der Dividende. Der Bilanzverlust zum 31. Dezember 2022 wird auf neue Rechnung vorgetragen. In den Geschäftsjahren 2022 und 2021 wurde keine Dividende ausgeschüttet.

Weitere Einzelheiten hierzu sind in Anhangangabe 18 zu finden.

Während des Geschäftsjahres beschlossen und ausgeschüttet:

Dividenden auf Stammaktien:

TEUR 2022 2021
Schlussdividende für 2022: 0,00 EUR (2021: 0,00 EUR) 0 0

11. Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte

TEUR ANSCHAFFUNGSKOSTEN
Stand 31. Dezember 2022 Stand 1. Januar 2022 Zugänge Abgänge Effekte aus Wechselkursänderungen Änderungen im Konsolidierungskreis Umbuchungen
Grundstücke und Bauten 191.006 1.751 -142 1.662 0 2.169
Technische Anlagen und Maschinen 350.703 26.829 -8.498 9.217 0 16.972
Betriebs- und Geschäftsausstattung 235.800 15.817 -6.900 699 0 6.315
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 31.627 27.232 -23 71 0 -25.522
Nutzungsrechte 125.325 11.594 -9.920 3.007 0 0
Sachanlagen 934.461 83.223 -25.483 14.656 0 -66
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 142.720 680 -769 5.643 0 66
Geschäfts- oder Firmenwert 121.973 0 0 4.523 0 0
Aktivierte Entwicklungsleistungen 47.430 7.114 -122 -44 0 0
Geleistete Anzahlungen 0 25 0 0 0 0
Immaterielle Vermögenswerte 312.123 7.819 -891 10.122 0 66
Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte 1.246.584 91.042 -26.374 24.778 0 0
TEUR ANSCHAFFUNGSKOSTEN
Stand 31. Dezember 2022 Stand 31. Dezember 2022
Grundstücke und Bauten 196.446
Technische Anlagen und Maschinen 395.223
Betriebs- und Geschäftsausstattung 251.731
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 33.385
Nutzungsrechte 130.006
Sachanlagen 1.006.791
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 148.340
Geschäfts- oder Firmenwert 126.496
Aktivierte Entwicklungsleistungen 54.378
Geleistete Anzahlungen 25
Immaterielle Vermögenswerte 329.239
Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte 1.336.030
TEUR ABSCHREIBUNGEN
Stand 31. Dezember 2022 Stand 1. Januar 2022 Zugänge Wertminderungen Abgänge Effekte aus Wechselkursänderungen Änderungen im Konsolidierungskreis
Grundstücke und Bauten 59.672 6.050 870 -128 438 0
Technische Anlagen und Maschinen 173.283 31.265 32.170 -7.310 2.771 0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 161.463 18.112 0 -5.734 664 0
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0
Nutzungsrechte 44.724 19.032 1.109 -9.721 734 0
Sachanlagen 439.142 74.459 34.149 -22.893 4.607 0
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 89.999 12.837 14.953 -737 2.261 0
Geschäfts- oder Firmenwert 10.630 0 24.451 0 -930 0
Aktivierte Entwicklungsleistungen 27.960 1.572 0 0 -42 0
Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0 0
Immaterielle Vermögenswerte 128.589 14.409 39.404 -737 1.289 0
Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte 567.731 88.868 73.553 -23.630 5.896 0
TEUR ABSCHREIBUNGEN BUCHWERT
Stand 31. Dezember 2022 Umbuchungen Stand 31. Dezember 2022 1. Januar 2022 31. Dezember 2022
Grundstücke und Bauten 0 66.902 131.334 129.544
Technische Anlagen und Maschinen 12 232.191 177.420 163.032
Betriebs- und Geschäftsausstattung -12 174.493 74.337 77.238
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 31.627 33.385
Nutzungsrechte 0 55.878 80.601 74.128
Sachanlagen 0 529.464 495.319 477.327
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 0 119.313 52.721 29.027
Geschäfts- oder Firmenwert 0 34.151 111.343 92.345
Aktivierte Entwicklungsleistungen 0 29.490 19.470 24.888
Geleistete Anzahlungen 0 0 0 25
Immaterielle Vermögenswerte 0 182.954 183.534 146.285
Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte 0 712.418 678.853 623.612
TEUR ANSCHAFFUNGSKOSTEN
Stand 31. Dezember 2021 Stand 1. Januar 2021 Zugänge Abgänge Effekte aus Wechselkursänderungen Änderungen im Konsolidierungskreis Umbuchungen
Grundstücke und Bauten 191.038 1.124 -1.793 2.386 -2.242 493
Technische Anlagen und Maschinen 318.982 26.864 -14.596 13.938 -3.647 9.162
Betriebs- und Geschäftsausstattung 231.705 11.542 -16.972 4.889 -4.149 8.785
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 12.785 36.728 -29 621 3 -18.481
Nutzungsrechte 100.101 30.211 -10.799 5.818 -6 0
Sachanlagen 854.611 106.469 -44.189 27.652 -10.041 -41
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 136.350 739 -1.677 7.479 -254 83
Geschäfts- oder Firmenwert 116.344 0 0 5.629 0 0
Aktivierte Entwicklungsleistungen 40.424 7.461 -653 198 0 0
Geleistete Anzahlungen 0 42 0 0 0 -42
Immaterielle Vermögenswerte 293.118 8.242 -2.330 13.306 -254 41
Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte 1.147.729 114.711 -46.519 40.958 -10.295 0
TEUR ANSCHAFFUNGSKOSTEN
Stand 31. Dezember 2021 Stand 31. Dezember 2021
Grundstücke und Bauten 191.006
Technische Anlagen und Maschinen 350.703
Betriebs- und Geschäftsausstattung 235.800
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 31.627
Nutzungsrechte 125.325
Sachanlagen 934.461
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 142.720
Geschäfts- oder Firmenwert 121.973
Aktivierte Entwicklungsleistungen 47.430
Geleistete Anzahlungen 0
Immaterielle Vermögenswerte 312.123
Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte 1.246.584
TEUR ABSCHREIBUNGEN
Stand 31. Dezember 2021 Stand 1. Januar 2021 Zugänge Wertminderungen Abgänge Effekte aus Wechselkursänderungen Änderungen im Konsolidierungskreis
Grundstücke und Bauten 55.746 5.754 0 -760 695 -1.763
Technische Anlagen und Maschinen 155.298 28.320 0 -12.542 5.582 -3.393
Betriebs- und Geschäftsausstattung 160.935 17.063 0 -15.544 3.094 -4.067
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0
Nutzungsrechte 35.895 17.600 0 -10.612 2.332 -491
Sachanlagen 407.874 68.737 0 -39.458 11.703 -9.714
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 75.293 13.302 0 -1.621 3.287 -262
Geschäfts- oder Firmenwert 10.630 0 0 0 0 0
Aktivierte Entwicklungsleistungen 26.235 2.180 0 -653 198 0
Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0 0
Immaterielle Vermögenswerte 112.158 15.482 0 -2.274 3.485 -262
Sachanlagen und Immaterielle            
Vermögenswerte 520.032 84.219 0 -41.732 15.188 -9.976
TEUR ABSCHREIBUNGEN BUCHWERT
Stand 31. Dezember 2021 Umbuchungen Stand 31. Dezember 2021 1. Januar 2021 31. Dezember 2021
Grundstücke und Bauten 0 59.672 135.292 131.334
Technische Anlagen und Maschinen 18 173.283 163.684 177.420
Betriebs- und Geschäftsausstattung -18 161.463 70.770 74.337
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 12.785 31.627
Nutzungsrechte 0 44.724 64.206 80.601
Sachanlagen 0 439.142 446.737 495.319
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 0 89.999 61.056 52.721
Geschäfts- oder Firmenwert 0 10.630 105.714 111.343
Aktivierte Entwicklungsleistungen 0 27.960 14.189 19.470
Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0
Immaterielle Vermögenswerte 0 128.589 180.959 183.534
Sachanlagen und Immaterielle        
Vermögenswerte 0 567.731 627.696 678.853

11.1 Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte

Den planmäßigen Abschreibungen liegen im Wesentlichen folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde:

Grundstücke keine Abschreibung
Gebäude und Einbauten 10-40 Jahre
Gebäudeeinrichtungen 5-40 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5-25 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2-15 Jahre
Nutzungsrechte (geleaste Vermögenswerte) 2-25 Jahre
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 3-12 Jahre
Aktivierte Entwicklungsleistungen 7-10 Jahre

Sowohl die Sachanlagen als auch die Immateriellen Vermögenswerte werden wie bisher nach der linearen Methode über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Aufwendungen aufgrund eines niedrigeren erzielbaren Betrags (Wertminderungen) sind im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 73.553 TEUR (Vj. 0 TEUR) angefallen. Weitere Einzelheiten hierzu sind in Anhangangabe 7.3 und 11.3 zu finden. Die Immateriellen Vermögenswerte enthalten die Positionen Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Patente und Kundenaufträge. Die aktivierten Entwicklungsleistungen betreffen selbst erstellte Patente. Diese werden planmäßig über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von durchschnittlich zehn Jahren nach der linearen Methode abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2022 fielen insgesamt Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 94.053 TEUR (Vj. 85.707 TEUR) an. Davon erfüllten 7.114 TEUR (Vj. 7.461 TEUR) die Aktivierungskriterien nach IAS 38. Der überwiegende Betrag wurde aufwandswirksam erfasst.

11.2 Leasingverhältnisse

GRAMMER hat verschiedene Vereinbarungen über Leasingverhältnisse für Gebäude, technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung und Kraftfahrzeuge getroffen. Die Laufzeiten betragen zwischen zwei und 25 Jahren. Die meisten Leasingvereinbarungen sehen keine Verlängerungs- oder Kaufoptionen vor mit Ausnahme der Gebäude und wenigen Anlagen, für die solche Optionen bestehen. Bei den Gebäuden handelt es sich im Wesentlichen um übliche optionale Verlängerungsangebote, die nach Ablauf der Grundmietzeit entweder eine einseitige von GRAMMER ausübbare Verlängerungsoption oder eine Neuverhandlung zur Fortführung des Vertrages vorsehen. Für kurzfristige Leasingverhältnisse und geringwertige Leasingverhältnisse sind Aufwendungen in Höhe von 87 TEUR (Vj. 412TEUR) bzw. 467 TEUR (Vj. 458 TEUR) im Geschäftsjahr 2022 in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Die im Konzernanlagenspiegel unter Anhangangabe 11 bereits aufgeführten Nutzungsrechte, für die GRAMMER ein Nutzungsrecht gemäß IFRS 16 hat, setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR Anschaffungskosten
Stand 31. Dezember 2022 Stand 1. Januar 2022 Zugänge Abgänge Effekte aus Wechselkursänderungen Änderungen im Konsolidierungskreis Stand 31. Dezember 2022
Grundstücke und Bauten 104.939 6.966 -5.746 2.700 0 108.859
Technische Anlagen und Maschinen 5.095 427 -822 115 0 4.815
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.337 1.305 -342 103 0 6.403
Kraftfahrzeuge 9.954 2.896 -3.010 89 0 9.929
Nutzungsrechte 125.325 11.594 -9.920 3.007 0 130.006
TEUR Abschreibungen
Stand 31. Dezember 2022 Stand 1. Januar 2022 Zugänge Wertminderungen Abgänge Effekte aus Wechselkursänderungen Änderungen im Konsolidierungskreis
Grundstücke und Bauten 32.159 14.591 1.109 -5.670 583 0
Technische Anlagen und Maschinen 4.120 703 0 -822 49 0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.785 1.176 0 -340 56 0
Kraftfahrzeuge 5.660 2.562 0 -2.889 46 0
Nutzungsrechte 44.724 19.032 1.109 -9.721 734 0
TEUR Abschreibungen Buchwert
Stand 31. Dezember 2022 Stand 31. Dezember 2022 1. Januar 2022 31. Dezember 2022
Grundstücke und Bauten 42.772 72.780 66.087
Technische Anlagen und Maschinen 4.050 975 765
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.677 2.552 2.726
Kraftfahrzeuge 5.379 4.294 4.550
Nutzungsrechte 55.878 80.601 74.128
TEUR Anschaffungskosten
Stand 31. Dezember 2021 Stand 1. Januar 2021 Zugänge Abgänge Effekte aus Wechselkursänderungen Änderungen im Konsolidierungskreis Stand 31. Dezember 2021
Grundstücke und Bauten 81.957 25.392 -8.165 5.529 226 104.939
Technische Anlagen und Maschinen 4.387 632 0 76 0 5.095
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.189 1.595 -1.555 114 -6 5.337
Kraftfahrzeuge 8.568 2.592 -1.079 99 -226 9.954
Nutzungsrechte 100.101 30.211 -10.799 5.818 -6 125.325
TEUR Abschreibungen
Stand 31. Dezember 2021 Stand 1. Januar 2021 Zugänge Wertminderungen Abgänge Effekte aus Wechselkursänderungen Änderungen im Konsolidierungskreis
Grundstücke und Bauten 24.831 13.477 0 -8.133 2.132 -148
Technische Anlagen und Maschinen 3.490 587 0 0 43 0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.203 1.070 0 -1.547 65 -6
Kraftfahrzeuge 4.371 2.466 0 -932 92 -337
Nutzungsrechte 35.895 17.600 0 -10.612 2.332 -491
TEUR Abschreibungen Buchwert
Stand 31. Dezember 2021 Stand 31. Dezember 2021 1. Januar 2021 31. Dezember 2021
Grundstücke und Bauten 32.159 57.126 72.780
Technische Anlagen und Maschinen 4.120 897 975
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.785 1.986 2.552
Kraftfahrzeuge 5.660 4.197 4.294
Nutzungsrechte 44.724 64.206 80.601

Aus den aktivierten Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen werden in den Folgeperioden folgende Leasingzahlungen (einschließlich garantierter Restwerte) fällig:

TEUR 2022 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Leasingzahlungen 20.028 43.536 31.120
Abzgl. Zinsaufwand aufgrund Abzinsung -3.360 -6.353 -5.092
Barwerte (lt. Bilanz) 16.668 37.183 26.028
2021      
Leasingzahlungen 19.504 46.439 34.602
Abzgl. Zinsaufwand aufgrund Abzinsung -3.235 -7.911 -4.411
Barwerte (lt. Bilanz) 16.269 38.528 30.191

Mögliche zukünftige Zahlungsmittelabflüsse bestehen für noch nicht hinreichend sichere Verlängerungsoptionen in Höhe von 23.487 TEUR (Vj. 17.114 TEUR), die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit unberücksichtigt geblieben sind. Im Geschäftsjahr 2022 ergeben sich zukünftige mögliche Zahlungsabflüsse aus Leasingverhältnissen in Höhe von 2.258 TEUR, die noch nicht begonnen haben (Vj. 254 TEUR).

11.3 Geschäfts- oder Firmenwerte

Die Regionen EMEA, AMERICAS und APAC stellen die berichtspflichtigen Geschäftssegmente wie auch die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units - CGUs) des GRAMMER Konzerns dar und spiegeln die interne Steuerungsstruktur des GRAMMER Konzerns wider. Im Rahmen der Konzernrechnungslegung erfasste und in der Vergangenheit erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden diesen CGUs für Zwecke des Werthaltigkeitstests nach IAS 36 zugeordnet.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill) der CGUs stellen sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt dar:

TEUR 2022 2021 2022 2021 2022
Zahlungsmittelgenerierende Einheit Geschäfts- oder Firmenwerte Geschäfts- oder Firmenwerte Wachstumsrate 1 Wachstumsrate 1 Abzinsungsfaktor
CGU I EMEA 37.425 35.964 1 % 1 % 7,4 %
CGU II AMERICAS 0 22.603 1 % 1 % 7,5 %
CGU III APAC 54.920 52.776 1 % 1 % 7,6 %
  Geschäfts- oder Firmenwerte 92.345 111.343      
TEUR 2021
Abzinsungsfaktor
CGU I 5,9 %
CGU II 6,1 %
CGU III 6,1 %

1 ewige Rente

Der aktivierte Geschäfts- oder Firmenwert wird grundsätzlich jährlich zum 31. Dezember auf Ebene der CGUs (Cash Generating Unit) hinsichtlich seiner Werthaltigkeit geprüft. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt, die auf vom Management für einen Zeitraum von fünf Jahren genehmigten Finanzplänen basieren. Der Planung liegen dabei insbesondere Annahmen hinsichtlich makroökonomischer Entwicklung sowie der Entwicklung von Verkaufs- und Rohstoffpreisen zugrunde. Diese unterliegen aufgrund der weiterhin bestehenden COVID-19-Pandemie sowie den Folgen des Russland-Ukraine-Kriegs einer zusätzlichen Unsicherheit. Diese betrifft den Anstieg der Inflationsraten, einschließlich der Preise für Rohstoffe und Energie, sowie deren Weitergabe an die Kunden, die Entwicklung der Leitzinsen und der Wechselkurse. Neben diesen aktuellen Marktprognosen werden auch Entwicklungen aus der Vergangenheit berücksichtigt. Bei den Energie- und Materialpreisen wird für 2023 ein Anstieg der Preise für Energie und Gas, eine Stabilisierung der Stahlpreise sowie ein weiterer Anstieg der Kunststoffpreise erwartet. In der Planung ist berücksichtigt, dass der überwiegende Teil der inflationsbedingten Erhöhungen der Rohstoffpreise an den Kunden weitergeben werden kann. Bei den Personalkosten sind für das Geschäftsjahr 2023 geplante Tariferhöhungen bzw. Lohnsteigerungen weltweit enthalten. Die Folgejahre werden unter Berücksichtigung der erwarteten Entwicklungen extrapoliert. Klimabezogene Aspekte sind in den Rohstoff- und Energiepreisen sowie den Investitionen berücksichtigt. Für die über den Zeithorizont von fünf Jahren hinausgehende ewige Rente wurde der Cashflow unter Berücksichtigung der jeweils erwarteten nachhaltigen Wachstumsrate von 1 % (Vj. 1 %) extrapoliert. Der ermittelte beizulegende Zeitwert für die CGUs ist dem Level 3 der Hierarchielevel von beizulegenden Zeitwerten zugeordnet. Bei der Prüfung auf Wertminderung werden im Konzern für alle drei Segmente gleiche Berechnungsmethoden und Parameter herangezogen.

Die wesentlichen Annahmen im Rahmen der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten einer CGU sind die Free Cashflows, der Diskontierungszinssatz und dessen Parameter sowie die nachhaltige Wachstumsrate. Die Free Cashflows werden anhand der Budgetwerte aus der Fünfjahresplanung, angepasst um erwartete Effizienzsteigerungen, ermittelt. Der Abzinsungsfaktor errechnet sich aus einem Eigenkapitalkosten- und Fremdkapitalkostensatz. Der verwendete Eigenkapitalkostensatz basiert auf einem risikofreien Zinssatz in Höhe von 2,0 % nach Steuern (Vj. 0,1 %), einem Risikozuschlag für das allgemeine Marktrisiko in Höhe von 7,5 % nach Steuern (Vj. 7,5 %) sowie einem Zuschlag für das spezifische Länderrisiko einer CGU. Es werden zur Bestimmung des operativen und des Verschuldungsrisikos jeweils Beta-Faktoren aus einer Gruppe vergleichbarer Unternehmen (Peer Group) abgeleitet und für die Bewertung der CGU-spezifischen Zahlungsmittelüberschüsse herangezogen. Der Fremdkapitalkostensatz wird unter Berücksichtigung der für GRAMMER relevanten Peer Group abgeleitet. Die Cashflows wurden mit einem Zinssatz vor Steuern von 7,4 % bis 7,6 % (Vj. 5,9 % bis 6,1 %) diskontiert. Die Wachstumsrate wurde mit 1 % (Vj. 1 %) angesetzt.

Die durchgeführten Wertminderungstests 2022 bestätigten die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte der CGU EMEA und CGU APAC. Bei der CGU AMERICAS resultierte ein Wertminderungsbedarf von 73,6 Mio. EUR im Wesentlichen aufgrund des gestiegenen Abzinsungsfaktors. Daraus folgte eine vollständige Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes der CGU AMERICAS in Höhe von 24,5 Mio. EUR sowie eine Wertminderung von Sachanlagen und weiterer Immaterieller Vermögenswerte in Höhe von 49,1 Mio. EUR.

Zur Überprüfung der Risikobehaftung der Zahlungsströme wurde eine Szenario-Analyse des erzielbaren Betrags der CGU EMEA, der CGU AMERICAS und der CGU APAC durchgeführt. Die Szenario-Analyse basiert auf einer Variation des Abzinsungsfaktors zwischen 5,0 % und 9,0 %.

Bei der CGU AMERICAS würde bei einer Erhöhung des Abzinsungsfaktors um 0,5 Prozentpunkte der Wertminderungsbedarf um 18,9 Mio. EUR ansteigen. Des Weiteren würde der Wertminderungsbedarf bei der Verminderung der nachhaltigen EBIT-Rendite um 10 % um 26,3 Mio. EUR sowie bei einer Reduzierung der nachhaltigen Umsatzerlöse um 10 % um 35,2 Mio. EUR steigen.

Bei der CGU EMEA zeigt sich, dass sich ein Wertminderungsbedarf bei der Anwendung eines Abzinsungsfaktors von 7,9 % ergibt. Des Weiteren würde sich ein Wertminderungsbedarf bei der Verminderung der nachhaltigen EBIT-Rendite um 0,4 Prozentpunkte sowie bei einer Reduzierung der nachhaltigen Umsatzerlöse um 7,7 % ergeben. Es zeigt sich, dass bei der CGU APAC unter der obigen Bandbreite des Abzinsungsfaktors kein Wertminderungsbedarf besteht.

12. Vorräte

Die Vorräte untergliedern sich wie folgt:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 138.112 144.238
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 24.241 17.659
Fertige Erzeugnisse und Leistungen 32.521 31.304
Geleistete Anzahlungen 2.512 2.936
Vorräte 197.386 196.137

Die gesamten Vorräte sind zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt. Die Wertberichtigungen der Vorräte auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert belaufen sich auf 4.045 TEUR (Vj. 5.083 TEUR). Im Geschäftsjahr 2022 wurden Wertberichtigungen in Höhe von 1.939 TEUR (Vj. 1.543 TEUR) und Wertaufholungen von 1.198 TEUR (Vj. 770 TEUR) vorgenommen.

13. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Allgemeinen nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 30 bis 60 Tagen.

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - Brutto 261.043 233.579
Wertberichtigung -3.658 -2.007
Vorsorge für Veritätsrisiken -673 -2.202
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 256.712 229.370

Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultiert zum einen aus höheren Umsatzerlösen im Dezember, höheren abgerechneten Forderungen für Entwicklungsleistungen und aus der Volumenausweitung durch den Werksaufbau in China und zum anderen aus dem Anstieg an überfälligen Forderungen. Am Bilanzstichtag waren die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch echtes Factoring in Höhe von 78.127 TEUR (Vj. 71.270 TEUR) gemindert. Die für die Risikobeurteilung relevanten Risiken hinsichtlich der verkauften Forderungen sind das Kreditrisiko sowie das Risiko verspäteter Zahlung. Hinsichtlich eines Vertrages mit einem Kreditinstitut bilanziert der Konzern die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weiterhin in Höhe ihres anhaltenden Engagements, d. h. in Höhe der maximalen Ausfallreserve, und passiviert damit eine korrespondierende Verbindlichkeit. Zum 31. Dezember 2022 bestanden Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3.658 TEUR (Vj. 2.007 TEUR). Zudem besteht eine Vorsorge für Veritätsrisiken, der ein individueller Bewertungsabschlag zugrunde liegt.

Die Entwicklung der Wertminderungen stellt sich wie folgt dar:

TEUR Wertberichtigung Vorsorge für Veritätsrisiken Gesamt
Stand 1. Januar 2022 2.007 2.202 4.209
Zugänge 1.681 124 1.805
Inanspruchnahme -6 -1.642 -1.648
Auflösungen 0 -15 -15
Änderungen im Konsolidierungskreis 0 0 0
Effekte aus Wechselkursänderungen -24 4 -20
Stand 31. Dezember 2022 3.658 673 4.331
Stand 1. Januar 2021 1.860 2.677 4.537
Zugänge 299 32 331
Inanspruchnahme -32 -215 -247
Auflösungen -5 -320 -325
Änderungen im Konsolidierungskreis -60 0 -60
Effekte aus Wechselkursänderungen -55 28 -27
Stand 31. Dezember 2021 2.007 2.202 4.209

Die nachstehende Übersicht zeigt die mithilfe einer Wertberichtigungsmatrix ermittelte Ausfallrisikoposition bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie bei den Vermögenswerten aus Kundenverträgen:

TEUR In den folgenden Zeitbändern überfällig
Gesamt Nicht überfällig bis 30 Tage 31-60 Tage 61-90 Tage 91-180 Tage
2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - Brutto 261.043 216.452 29.352 7.431 1.156 2.003
Vermögenswerte aus Kundenverträgen - Brutto 114.353 114.353 0 0 0 0
Wertberichtigung 3.658 225 207 385 83 163
2021            
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - Brutto 233.579 208.525 12.069 3.491 2.746 4.401
Vermögenswerte aus Kundenverträgen - Brutto 125.641 125.641 0 0 0 0
Wertberichtigung 2.007 313 78 162 125 321
TEUR In den folgenden Zeitbändern überfällig
über 180 Tage
2022  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - Brutto 4.649
Vermögenswerte aus Kundenverträgen - Brutto 0
Wertberichtigung 2.595
2021  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - Brutto 2.347
Vermögenswerte aus Kundenverträgen - Brutto 0
Wertberichtigung 1.008

14. Vertragssalden

Die Vermögenswerte aus Kundenverträgen nach IFRS 15 setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte aus Kundenverträgen 58.236 63.790
Kurzfristige Vermögenswerte aus Kundenverträgen 56.117 61.851
Vermögenswerte aus Kundenverträgen 114.353 125.641

Zum 31. Dezember 2022 waren die Leistungsverpflichtungen im Rahmen der Serienentwicklung planmäßig in einer Höhe von 122.512 TEUR (Vj. 102.147 TEUR) noch nicht oder teilweise noch nicht erfüllt. Es wird erwartet, dass hiervon ca. 50 % innerhalb eines Jahres als Umsatzerlöse erfasst werden.

Die Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Langfristige Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen 2.525 2.433
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen 4.932 3.491
Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen 7.457 5.924

Die Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen stellen Kundenvorauszahlungen für Serienentwicklungen dar.

15. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Ausleihungen 5.680 6.193
Beteiligungen 31 173
Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.711 6.366
Sonstige Forderungen 3.443 4.025
Derivative finanzielle Vermögenswerte 3.288 1.236
Kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 6.731 5.261

Die sonstigen Forderungen beinhalten im Wesentlichen kurzfristige Forderungen gegen beteiligte Unternehmen sowie debitorische Kreditoren und Forderungen gegenüber Mitarbeiter:innen und haben Laufzeiten von ca. 30 Tagen. Die finanziellen Vermögenswerte sind weder fällig noch wertgemindert. In den Ausleihungen ist die Ausleihung an das nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen GRA-MAG LLC in Höhe von 5.680 TEUR (Vj. 6.193 TEUR) enthalten. Die Verminderung resultiert aus planmäßigen Rückzahlungen.

16. Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte untergliedern sich wie folgt:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Sonstige Vermögenswerte 36.897 31.217
Abgrenzungsposten 657 1.202
Langfristige sonstige Vermögenswerte 37.554 32.419
Sonstige Vermögenswerte 37.185 32.863
Abgrenzungsposten 11.657 5.469
Kurzfristige sonstige Vermögenswerte 48.842 38.332

In den langfristigen sonstigen Vermögenswerten sind Kautionsvereinbarungen enthalten, die entsprechend der Laufzeit des zugrunde liegenden Vertrages als langfristig eingestuft werden. Weiterhin sind Vermögenswerte für an den Kunden gezahlte Gegenleistungen in Höhe von 28.852 TEUR (Vj. 27.335 TEUR) enthalten. Dieser Vermögenswert wird linear über die Serienlaufzeit als Verringerung der Umsatzerlöse erfasst. Bei Bedarf erfolgt eine Wertminderung. Der überwiegende Anteil dieser Vermögenswerte ist den langfristigen sonstigen Vermögenswerten zugeordnet. Im Geschäftsjahr 2022 wurden 6.238 TEUR (Vj. 6.296 TEUR) dieser Vermögenswerte als eine Verringerung der Umsatzerlöse erfasst.

GRAMMER hat Vermögenswerte in Verbindung mit den Kosten zur Erfüllung der Serienbelieferung in den kurzfristigen sowie langfristigen sonstigen Vermögenswerten in Höhe von 972 TEUR (Vj. 987 TEUR) bzw. 5.378 TEUR (Vj. 893 TEUR) erfasst. Sonstige Wertberichtigungen erfolgten keine.

In den kurzfristigen sonstigen Vermögenswerten sind vor allem Forderungen aus Durchlaufsteuern wie Umsatzsteuern und sonstige Steuern in Höhe von 26.722 TEUR (Vj. 23.638 TEUR) sowie temporäre Kautionsvereinbarungen in Höhe von 636 TEUR (Vj. 567 TEUR) enthalten. In den Forderungen aus sonstigen Steuern ist der Erstattungsanspruch in Höhe von 6.077 TEUR (Vj. 5.007 TEUR) aus den beiden umsatzsteuerähnlichen Abgaben PIS und COFINS (Programa de Integraçao Social/Contribuiçao para o Financiamento da Seguridade Social) in Brasilien enthalten.

Für die ausgewiesenen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte bestehen keine wesentlichen Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen. Wertberichtigungen ergaben sich nicht.

17. Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen

Der Bestand an Zahlungsmitteln und kurzfristigen Einlagen beläuft sich zum Stichtag auf:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 108.587 113.441

Die Guthaben bei Kreditinstituten bestehen bei verschiedenen Banken in unterschiedlichen Währungen und werden zum Abschlussstichtag mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst. Kurzfristige Einlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Zahlungsmittelbedarf des Konzerns zwischen einem Tag und drei Monaten betragen. Diese werden mit den jeweils gültigen Zinssätzen für kurzfristige Einlagen verzinst. Zum Zweck der Konzern-Kapitalflussrechnung setzt sich der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum 31. Dezember wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 108.587 113.441
Kontokorrentkredite (inkl. Kurzfristiger Verbindlichkeiten aus Factoringverträgen) gegenüber Kreditinstituten -73.038 -69.084
Finanzmittelfonds 35.549 44.357

18. Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital im GRAMMER Konzern beträgt am 31. Dezember 2022 39.009 TEUR (Vj. 39.009 TEUR) und ist eingeteilt in 15.237.922 (Vj. 15.237.922) nennwertlose Stückaktien. Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionär:innen sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt (Ausnahme: eigene Aktien) und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt per 31. Dezember 2022 162.947 TEUR (Vj. 162.947 TEUR). Die Kapitalrücklage beinhaltet die Agien aus den Kapitalerhöhungen 1996, 2001, 2011, 2017 und 2020 abzüglich angefallener Kosten.

Eigene Anteile

Die GRAMMER AG hält zum 31. Dezember 2022 einen Bestand an eigenen Aktien von 330.050 Stück, der komplett im Jahr 2006 zum Gesamtkaufpreis von 7.441 TEUR erworben wurde. Der darauf entfallende Betrag des Grundkapitals beträgt 844.928 EUR und entspricht 2,166 % (Vj. 2,166 %) des Grundkapitals.

Der Vorstand der GRAMMER AG hat am 16. August 2006 beschlossen, von der Ermächtigung der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. Juni 2006 zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG Gebrauch zu machen. Seitens der Gesellschaft konnten aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung bis zu 10 % des Grundkapitals, d. h. bis zu 1.049.515 eigene Aktien, erworben werden. Der Aktienrückkauf erfolgte für die durch den Hauptversammlungsbeschluss festgelegten Zwecke, die sowohl den Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen, den Verkauf über die Börse oder über ein an alle Aktionär:innen gerichtetes Angebot als auch die Einziehung vorsehen. Diese Ermächtigung galt vom 16. August 2006 bis zum 1. Dezember 2007. Der Rückkauf der Aktien nach diesem Vorstandsbeschluss erfolgte in Übereinstimmung mit den Safe-Harbour-Regelungen der §§ 14 Absatz 2, 20a Absatz 3 WpHG a. F. in Verbindung mit der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 der Kommission vom 22. Dezember 2003. Der Erwerb der 330.050 Aktien erfolgte über die Börse zu dem nach dem Beschluss der Hauptversammlung ermittelten Erwerbspreis. Eine Verwendung der Aktien wurde noch nicht vom Vorstand vorgeschlagen.

Zum 31. Dezember 2022 sind 15.237.922 (Vj. 15.237.922) Stückaktien ausgegeben.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen beinhalten die gesetzliche Rücklage der GRAMMER AG zum 31. Dezember 2022 und 2021 mit jeweils 1.183 TEUR. Diese steht nicht für Ausschüttungen zur Verfügung.

Die Gewinnrücklagen enthalten darüber hinaus die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Diese reduzierten sich von 200.534 TEUR auf 122.276 TEUR aufgrund des auf die Anteilseigner:innen des Mutterunternehmens entfallenen negativen Ergebnisses nach Steuern in Höhe von 78.405 TEUR. Im Vorjahr waren darin das positive Ergebnis nach Steuern von 1.233 TEUR enthalten. Zudem erhöhten sich die Gewinnrücklagen durch die Verschmelzung des in den Vorjahren aufgrund von Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmens GrammPlast GmbH, Amberg, auf die GRAMMER System GmbH um 147 TEUR, welche historische Gewinnvorträge darstellen.

Kumuliertes sonstiges Ergebnis

Das kumulierte sonstige Ergebnis beinhaltet im Wesentlichen die Differenzen aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen, die Effekte aus der Absicherung von Cashflow Hedges sowie die darauf entfallenden latenten Steuern.

Zudem sind im kumulierten sonstigen Ergebnis die Veränderungen hinsichtlich der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste gemäß IAS 19 und die darauf entfallenden latenten Steuern sowie die kumulierten Fremdwährungseffekte auf die als Teil der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb gemäß IAS 21 klassifizierten Ausleihungen und die darauf entfallenden tatsächlichen Steuern enthalten.

Hybriddarlehen

Zum 30. März 2020 wurde zur Stärkung der Eigenkapitalausstattung ein unbefristetes und nachrangiges Hybriddarlehen in Höhe von 19.148 TEUR von der Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd., China, einer Gesellschaft des Ningbo Jifeng Konzerns (dem Mehrheitsaktionär der GRAMMER AG) an die chinesische Tochtergesellschaft der GRAMMER AG, die GRAMMER Interior (Shanghai) Co., Ltd., China, gewährt. Das Hybriddarlehen wurde auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und in voller Höhe an diese ausgezahlt.

Das Hybriddarlehen wird mit 3 % p. a. verzinst und ist vertraglich nicht in der Laufzeit begrenzt. Das Hybriddarlehen ist dem Eigenkapital der Tochtergesellschaft nach IAS 32 zuzuordnen. Es liegt im alleinigen Ermessen der Tochtergesellschaft zu entscheiden, ob und wann das Hybriddarlehen zurückgezahlt wird. Die Darlehensgeberin, die Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd., kann den Darlehensvertrag nicht ordentlich kündigen und einseitig die Rückzahlung des Darlehens verlangen. Der Zeitpunkt von Zinszahlungen aus dem Hybriddarlehen liegt ausschließlich im Ermessen von GRAMMER.

Zum 7. April 2022 wurde der Vergütungsanspruch aus dem Hybriddarlehen, bestehend aus aufgelaufenen Zinsen für den Zeitraum 30. März 2021 bis 29. März 2022, in Höhe von umgerechnet 648 TEUR an den Hybriddarlehensgeber, Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd., einer Gesellschaft des Ningbo Jifeng Konzerns (dem Mehrheitsaktionär der GRAMMER AG), ausbezahlt. Das im Eigenkapital ausgewiesene Hybriddarlehen zum 31. Dezember 2022 mit 19.610 TEUR setzt sich aus dem Hybriddarlehen in Höhe von 19.148 TEUR und den seit dem 30. März 2022 aufgelaufenen Zinsen von 462 TEUR zusammen.

Anteile ohne beherrschenden Einfluss

Die Anteile anderer Gesellschafter:innen am Eigenkapital entfallen auf Anteilseigner:innen an der GRAMMER Koltuk Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S., Türkei, der GRAMMER AD, Bulgarien, der GRAMMER Seating (Shaanxi) Co. Ltd., China, der GRAMMER Argentina S.A., Argentinien, der Changchun GRAMMER FAWSN Vehicle Parts Co., Ltd., China und der GRAMMER Vehicle Parts (Harbin) Co., Ltd., China. Da die Anteile der GRAMMER Vehicle Parts (Qingdao) Co., Ltd., China, von der GRAMMER Vehicle Parts (Harbin) Co., Ltd., gehalten werden, entfallen deren Ergebnisbestandteile anteilig auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss. Die GRAMMER AG beherrscht indirekt die Changchun GRAMMER FAWSN Vehicle Parts Co., Ltd., mit einem Kapitalanteil von 49 %, da gemäß dem Gesellschaftervertrag 51 % der Stimmrechte der GRAMMER AG zustehen. Die Anteile ohne beherrschenden Einfluss betragen zum 31. Dezember 2022 1.694 TEUR (Vj. 2.526 TEUR).

Ermächtigungen

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 wurde die in § 5 Abs. 3 der Satzung enthaltene Ermächtigung des Vorstands, bis zum 7. Juli 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Grundkapital der Gesellschaft einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 9.402.263,04 EUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020), aufgehoben. Zudem wurde durch Beschluss der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 22. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrfach, jedoch insgesamt höchstens um 19.504.537,60 EUR, zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Dabei ist den Aktionär:innen grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstitut(en) oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionär:innen zum Bezug anzubieten. Der Vorstand wurde unter anderem auch ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen und in definierten Grenzen mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionär:innen auszuschließen. Das Genehmigte Kapital 2021 betrug zum 31. Dezember 2022 unverändert 19.504.537,60 EUR.

19. Pensionen und andere Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Im GRAMMER Konzern gibt es leistungsorientierte Pensionspläne, sogenannte Defined Benefit Plans, welche überwiegend in Deutschland bestehen.

Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Die Höhe der Versorgungsleistungen variiert je nach den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes und hängt in der Regel von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter:innen ab.

Bei den ausländischen Tochtergesellschaften beinhalten die Rückstellungen sonstige Leistungen nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen, der dazugehörige Dienstzeitaufwand und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wurden gemäß IAS 19 (überarbeitet 2011) nach der sogenannten Projected-Unit-Credit-Methode (laufendes Einmalprämienverfahren) ermittelt. Nach dieser Methode wird der für den Anwartschaftszuwachs erforderliche Aufwand demjenigen Zeitraum zugerechnet, der diesem Leistungszuwachs, der unter Beachtung der Regelungen für die Unverfallbarkeit auf das entsprechende Wirtschaftsjahr fällt, zuzurechnen ist.

Bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen werden Trendannahmen für die relevanten Größen, die sich auf die Leistungshöhe auswirken, berücksichtigt. Diese Annahmen liegen den versicherungsmathematischen Berechnungen zugrunde, die der GRAMMER Konzern durch einen Versicherungsmathematiker hat vornehmen lassen.

Bei der Berechnung der DBO (Defined Benefit Obligation) für die Leistungszusagen wurden im Wesentlichen folgende Bewertungsparameter zugrunde gelegt:

Bewertungsparameter DBO

in %

2022 2021
Zinssatz 3,70 1,20
Gehaltstrend 2,50 2,30
Einkommensdynamik Einzelzusagen 2,50 2,30
Inflationsrate/ Rententrend 2,00 1,50

Bewertungsparameter sonstige Leistungen

in %

2022 2021
Zinssatz 3,70 - 19,22 1,20 - 14,61
Gehaltstrend 2,50 - 5,80 2,30 - 4,50
Inflationsrate 2,00 - 15,19 1,50 - 10,40

Die Bewertungsparameter beinhalten auch Verpflichtungen aus Drittländern, die aufgrund der im Vergleich zu Deutschland abweichenden Länderstruktur ein tendenziell höheres Zinsniveau aufweisen. Beispielsweise liegt in Mexiko der Zinssatz bei 8,0 % (Vj. 8,0 %), in der Türkei bei 19,2 % (Vj. 14,6 %) sowie der Gehaltstrend in Mexiko bei 5,8 % (Vj. 4,5 %) oder die Inflationsrate in der Türkei bei ca. 15,2 % (Vj. 10,4 %).

Für das Geschäftsjahr 2022 wird analog zum Vorjahr der Rechnungszins der Aon Solutions Germany GmbH, Hamburg, zur Berechnung herangezogen. Der Rechnungszins wird unter Berücksichtigung der spezifischen Struktur des Zahlungsstroms der erdienten Verpflichtungen hergeleitet. Die Berechnung basiert auf den Pensionsverpflichtungen der GRAMMER-Gesellschaften, die der Pensionsrückstellung zum 31. Dezember zugrunde liegen.

Die Ermittlung des Rechnungszinses basiert auf einer Zinsstrukturkurve der Renditen hochrangiger, auf EUR lautender Unternehmensanleihen, auf den Indexwerten (Kuponrenditen) der "iBoxx € Corporates AA" für verschiedene Laufzeitklassen sowie der Zinsstrukturkurve für (fiktive) Nullkupon-Anleihen ohne Kreditausfallrisiko (Quelle: Deutsche Bundesbank). Die Berechnungen werden auf Grundlage der zum 31. Dezember 2022 vorliegenden Tageswerte durchgeführt.

Für Sterblichkeit und Invalidität wurden grundsätzlich die Heubeck-Richttafeln 2018 G bzw. vergleichbare ausländische Sterbetafeln verwendet. Vor dem Hintergrund des gestiegenen Zinsniveaus sowie einer höheren Inflation hat sich die Inflationsrate/der Rententrend auf 2,0 % (Vj. 1,5 %) erhöht. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden konzernspezifisch ermittelt.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Renten für Pensionszusagen in Höhe von 3.455 TEUR (Vj. 3.874 TEUR) ausgezahlt. Für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer:innen wurden insgesamt 66 TEUR (Vj. 1.038 TEUR) ausgezahlt.

Folgende Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

TEUR Pensionsplan Sonstige Leistungen
2022    
Dienstzeitaufwand 3.601 168
Laufender Dienstzeitaufwand 3.597 168
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 4 0
Nettozinsaufwand 1.974 570
Dienstzeit- und Nettozinsaufwand 5.575 738
TEUR Pensionsplan Sonstige Leistungen
2021    
Dienstzeitaufwand 3.831 150
Laufender Dienstzeitaufwand 3.831 150
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0
Nettozinsaufwand 1.242 384
Dienstzeit- und Nettozinsaufwand 5.073 534

Unter der Position Dienstzeitaufwand werden der laufende Dienstzeitaufwand sowie der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand ausgewiesen. Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand ist der zum Zeitpunkt seines Entstehens sofort zu erfassende Gewinn bzw. Verlust aus Plananpassungen bzw. Plankürzungen.

Da für die leistungsorientierten Pensionspläne kein Planvermögen zur Deckung zukünftiger Pensionsverpflichtungen besteht, entspricht für die leistungsorientierten Pensionspläne der Nettozinsaufwand dem Zinsaufwand.

Der Dienstzeitaufwand ist grundsätzlich in den Personalkosten der Funktionsbereiche enthalten; der Zinsaufwand auf die jeweilige Verpflichtung wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

Folgende Beträge wurden im sonstigen Ergebnis erfasst:

TEUR

2022 Pensionsplan Sonstige Leistungen
Kumulierter im sonstigen Ergebnis erfasster Betrag zum 1. Januar 2022 66.591 0
Im laufenden Jahr erfasster Betrag -34.301 2.228
Kumulierter im sonstigen Ergebnis erfasster Betrag zum 31. Dezember 2022 32.290 2.228
2021 Pensionsplan Sonstige Leistungen
Kumulierter im sonstigen Ergebnis erfasster Betrag zum 1. Januar 2021 81.570 0
Im laufenden Jahr erfasster Betrag -14.979 0
Kumulierter im sonstigen Ergebnis erfasster Betrag zum 31. Dezember 2021 66.591 0

Die Veränderungen im Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

TEUR Pensionsplan Sonstige Leistungen
Stand 1. Januar 2022 152.723 2.812
+ Dienstzeitaufwand 3.601 168
+ Zinsaufwendungen 1.974 570
Schätzungsänderungen: Gewinne (-)/Verluste (+) -34.629 2.227
Änderung der demografischen Annahmen -23 125
Änderung der finanziellen Annahmen -40.831 163
Änderung der erfahrungsbedingten Anpassungen 6.225 1.939
- Tatsächliche Zahlungen -3.455 -66
- Abgänge von Verpflichtungen 4 -2
Wechselkursänderungen 64 -1.007
Stand 31. Dezember 2022 120.282 4.702
Stand 1. Januar 2021 166.415 3.547
+ Dienstzeitaufwand 3.831 150
+ Zinsaufwendungen 1.242 384
Schätzungsänderungen: Gewinne (-)/Verluste (+) -14.990 0
Änderung der demografischen Annahmen -1 0
Änderung der finanziellen Annahmen -13.173 0
Änderung der erfahrungsbedingten Anpassungen -1.816 0
- Tatsächliche Zahlungen -3.874 -1.038
- Abgänge von Verpflichtungen -4 18
Wechselkursänderungen 103 -249
Stand 31. Dezember 2021 152.723 2.812

Die betriebliche Altersversorgung der Vorstände war in der Vergangenheit als Kapitalkontenplan ausgestaltet, die Gesellschaft stellte einen für jedes Mitglied des Vorstands errechneten jährlichen Versorgungsaufwand ein.

Seit dem Geschäftsjahr 2021 erhalten die aktiven Mitglieder keine Altersversorgung, sondern ein Versorgungsentgelt in Form eines Barbetrages, der für die private Altersvorsorge genutzt werden kann. Eine unternehmensfinanzierte betriebliche Altersvorsorge besteht damit nicht mehr. Dadurch wurden im Geschäftsjahr 2021 die den aktiven Vorstandsmitgliedern erteilten Versorgungszusagen aufgehoben und als Abfindung ausbezahlt. Aufgrund der Aufhebungen der Versorgungszusagen wurden Erstattungen an die GRAMMER AG aus dem für die amtierenden Vorstände separierten Vermögen des Contractual Trust Agreements vorgenommen.

Unabhängig von der Altersversorgung der Vorstandsmitglieder besteht für die Mitarbeiter:innen der deutschen Standorte sowie für bereits ausgeschiedene Vorstandsmitglieder weiterhin ein leistungsorientierter Pensionsplan (Defined Benefit Plan) in unterschiedlichen Ausgestaltungsvarianten. In dem Zusammenhang besteht unverändert ein Contractual Trust Agreement.

Zum 31. Dezember 2022 belief sich damit das auf dem Contractual Trust Agreement (Treuhandkonto) vorhandene Vermögen auf 7.819 TEUR (Vj. 6.562 TEUR), in welchem ebenfalls ehemalige Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung mit einem Betrag von 2.497 TEUR (Vj. 2.525 TEUR) enthalten sind. Diese Kapitalleistung stellt ein Planvermögen dar und wird in der Bilanz mit der Pensionsverpflichtung saldiert. Das Vermögen des Contractual Trust Agreements ist in einen Wertsicherungsfonds, bestehend aus globalen Aktien und Rentenpapieren sowie liquiden Mitteln, investiert. Der Fonds ist den allgemeinen Risiken der Aktien- und Rentenmärkte ausgesetzt.

Die Entwicklung des Fair Values des Planvermögens ist in folgender Tabelle dargestellt:

TEUR 2022 2021
Fair Value des Planvermögens am 01.01. 6.562 5.506
Zinserträge aus Planvermögen 78 40
Anpassungen -327 -11
Beiträge zum Planvermögen 1.506 1.342
tatsächliche Zahlungen 0 -315
Fair Value des Planvermögens am 31.12. 7.819 6.562

Die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen, die zur Ermittlung der leistungsorientierten Verpflichtung genutzt werden, sind der Abzinsungssatz, erwartete Gehaltserhöhungen und die Sterbewahrscheinlichkeit. Die nachfolgend dargestellten Sensitivitätsanalysen wurden auf Basis der nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderungen der jeweiligen Annahmen zum Bilanzstichtag durchgeführt, wobei die übrigen Annahmen jeweils unverändert geblieben sind.

Abzinsungsfaktor

TEUR 2022 2022 2021 2021
Reduktion um 1
%
Erhöhung um 1
%
Reduktion um 1
%
Erhöhung um 1
%
Auswirkung auf DBO 16.907 -13.598 28.142 -21.604
Auswirkung auf laufenden Dienstzeitaufwand 190 -150 432 -278
Auswirkung auf Nettozinsaufwand -612 429 -1.352 933

Künftige Gehaltssteigerung

TEUR 2022 2022 2021 2021
Reduktion um 0,5
%
Erhöhung um 0,5
%
Reduktion um 0,5
%
Erhöhung um 0,5
%
Auswirkung auf DBO -1.263 1.356 -2.235 2.511

Inflationsrate

TEUR 2022 2022 2021 2021
Reduktion um 0,5
%
Erhöhung um 0,5
%
Reduktion um 0,5
%
Erhöhung um 0,5
%
Auswirkung auf DBO -5.866 6.408 -9.043 9.987

Sterblichkeitsrate

TEUR 2022 2022 2021 2021
Reduktion um 10
%
Erhöhung um 10
%
Reduktion um 10
%
Erhöhung um 10
%
Auswirkung auf DBO 3.284 -2.947 5.257 -4.652

Da der überwiegende Teil der leistungsorientierten Verpflichtung aus den deutschen Gesellschaften resultiert, wurde die Sensitivitätsanalyse auch nur für diese durchgeführt.

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wurde in den oben dargestellten Sensitivitätsanalysen nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien zum Bilanzstichtag ermittelt, dieselbe Methode, nach der die in der Konzernbilanz erfasste, leistungsorientierte Verbindlichkeit berechnet wurde.

Die oben dargestellte Sensitivitätsanalyse dürfte nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sein, da es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass Abweichungen von den getroffenen Annahmen isoliert voneinander auftreten, da die Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen.

Die folgende Darstellung zeigt die künftig erwarteten Mittelabflüsse für die bestehenden Pensionspläne:

TEUR 2022 2021
Erwartete Zahlungsmittelabflüsse Erwartete Zahlungsmittelabflüsse
Kurzfristig (< 1 Jahr) 4.305 3.710
Mittelfristig (1 bis 5 Jahre) 18.382 17.336
Langfristig (> 5 Jahre) 90.421 125.251

20. Finanzschulden

Die Finanzschulden untergliedern sich wie folgt:

TEUR kurzfristig langfristig Gesamt
2022      
Kontokorrentkredite (inkl. kurzfristiger Verbindlichkeiten aus Factoringverträgen) ggü. Kreditinstituten 73.038 0 73.038
Darlehen 222.946 73.461 296.407
Schuldscheindarlehen 2.176 84.346 86.522
Finanzschulden 298.160 157.807 455.967
TEUR kurzfristig langfristig Gesamt
2021      
Kontokorrentkredite (inkl. kurzfristiger Verbindlichkeiten aus Factoringverträgen) ggü. Kreditinstituten 69.084 0 69.084
Darlehen 149.370 97.996 247.366
Schuldscheindarlehen 44.972 84.040 129.012
Finanzschulden 263.426 182.036 445.462

Ein wesentliches Element der Konzernfinanzierung von GRAMMER bildet der im Geschäftsjahr 2020 abgeschlossene Konsortialkredit. Dieser teilt sich in eine Kreditlinie zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung in Höhe von 150,0 Mio. EUR (Tranche A) mit einer Laufzeit von fünf Jahren und zwei Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr und eine Kreditlinie zur Ausfinanzierung der TMD-Akquisition über 80,0 Mio. USD (Tranche B) auf, die über vier Jahre ratierlich zu tilgen war und zum 29. Dezember 2022 planmäßig zurückgezahlt (Vj. 19,0 Mio. USD) wurde. Ebenfalls im Geschäftsjahr 2020 wurde im Rahmen des KfW-Programms "Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung (855)" der bestehende Konsortialkredit über eine Änderungsvereinbarung um eine Tranche C in Höhe von 235,0 Mio. EUR mit dreijähriger Laufzeit erweitert und diese im Juni 2022 vor dem Hintergrund des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds vorzeitig bis zum 10. Februar 2025 verlängert, sodass die Liquidität von GRAMMER weiterhin nachhaltig gesichert ist. Ferner hat die GRAMMER AG von ausgewählten Kernbanken am 21. Dezember 2022 feste Kreditzusagen über 31,5 Mio. EUR erhalten. Diese Kreditzusagen bilden eine zusätzliche Tranche D unter dem Konsortialkreditvertrag und werden nach Erfüllung der Auszahlungsvoraussetzungen als Refinanzierung für ein fälliges Schuldscheindarlehen in gleicher Höhe in Anspruch genommen und ist teilweise ratierlich bis zur Fälligkeit am 10. Februar 2025 zu tilgen. Die Euro-Kreditlinie unter Tranche A wurde mit fünf Kernbanken von GRAMMER abgeschlossen und kann wahlweise als Kontokorrentkredit oder durch Festsatzkredite mit Zinsperioden von bis zu sechs Monaten in Anspruch genommen werden. Die Verzinsung erfolgt mit geldmarktnahen Zinssätzen zuzüglich fester Kreditmargen. Für den gesamten Konsortialkredit haftet eine geringe Anzahl wesentlicher GRAMMER-Gesellschaften über Garantien.

Aufgrund der beschriebenen Refinanzierung im Geschäftsjahr 2022 kam es, wie im Geschäftsjahr 2021, zu keiner Modifikation der vertraglichen Cashflows nach den Vorschriften des IFRS 9, nach dem Verluste aus der Vertragsanpassung erfolgswirksam zu erfassen wären. Details zu den Financial Covenants befinden sich in Anhangangabe 30 im Absatz "Kapitalsteuerung". Qualitative Angaben zur Beurteilung der Art und zum Ausmaß der mit Finanzinstrumenten verbundenen Risiken, denen GRAMMER zum Berichtsstichtag ausgesetzt ist, befinden sich im Lagebericht der GRAMMER Gruppe in Kapitel "3. Chancen- und Risikobericht".

Zudem bestehen zur Finanzierung des Neubaus des GRAMMER Campus langfristige, grundpfandrechtlich gesicherte (Förder-) Darlehen mit Festzinsvereinbarungen mit einem Buchwert von 37,1 Mio. EUR (Vj. 41,9 Mio. EUR).

Kontokorrentkredite

Bei den Kontokorrentkrediten handelt es sich um aufgenommene Gelder unter Ausnutzung von Kreditlinien sowie um sehr kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus bestehenden Factoringverträgen.

Darlehen

In dieser Position sind bilaterale Darlehen von GRAMMER mit kurz- und mittelfristigen Laufzeiten enthalten. Die Ausgestaltung der Darlehen ermöglicht je nach Fazilität eine revolvierende Inanspruchnahme.

Schuldscheindarlehen

Diese Position beinhaltet neben den abgegrenzten Zinsen und dem Disagio Schuldscheindarlehen und Privatplatzierungen in Höhe von 84,5 Mio. EUR (Vj. 126,7 Mio. EUR). Der Betrag der Schuldscheindarlehen verminderte sich aufgrund von planmäßigen Tilgungen in Höhe von 43,2 Mio. EUR. Die Schuldscheindarlehen sind dabei mit fixen und variablen Zinssätzen ausgestattet, die eine unterschiedliche Laufzeitstaffelung bis zum Jahr 2031 aufweisen. Im kurzfristigen Bereich sind die abgegrenzten Zinsen für die bestehenden Schuldscheindarlehen enthalten.

Überleitung Veränderung aus Finanzschulden für das Geschäftsjahr 2022

TEUR 31.12.2021 Zahlungswirksame Veränderung Umgliederung Wechselkurs bedingte Veränderung Sonstige zahlungsunwirksame Veränderungen 31.12.2022
Kurzfristige Finanzschulden 194.342 -8.393 35.956 2.954 263 225.122
Kurzfristige Finanzschulden aus Leasingverhältnissen 16.269 -21.180 19.041 185 2.353 16.668
Langfristige Finanzschulden 182.036 11.669 -35.956 410 -352 157.807
Langfristige Finanzschulden aus Leasingverhältnissen 68.719 0 -19.041 1.559 11.974 63.211
Gesamt 461.366 -17.904 0 5.108 14.238 462.808

Überleitung Veränderung aus Finanzschulden für das Geschäftsjahr 2021

TEUR 31.12.2020 Zahlungswirksame Veränderung Umgliederung Wechselkurs bedingte Veränderung Sonstige zahlungsunwirksame Veränderungen 31.12.2021
Kurzfristige Finanzschulden 89.162 31.762 72.663 551 204 194.342
Kurzfristige Finanzschulden aus Leasingverhältnissen 14.316 -20.676 15.399 890 6.340 16.269
Langfristige Finanzschulden 253.255 -2.416 -72.663 4.374 -514 182.036
Langfristige Finanzschulden aus Leasingverhältnissen 54.441 0 -15.399 2.674 27.003 68.719
Gesamt 411.174 8.670 0 8.489 33.033 461.366

Die in der Tabelle dargestellten kurzfristigen Finanzschulden enthalten nicht die Kontokorrentkredite inklusive der kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Factoringverträgen gegenüber Kreditinstituten in Anlehnung an die Darstellung der Veränderung der Finanzschulden in der Konzern-Kapitalflussrechnung. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Veränderungen beinhalten Veränderungen aus Disagio und Zinsen.

21. Rückstellungen

Die Rückstellungen untergliedern sich wie folgt:

TEUR Stand 1. Januar 2022 Zuführung Inanspruchnahme Nicht verwendete, aufgelöste Beträge Änderungen im Konsolidierungskreis Effekte aus Wechselkursänderungen
Marktorientierte Rückstellungen 43.387 15.263 -26.818 -10.085 0 158
Verpflichtungen aus dem Personalbereich 6.734 2.689 -1.302 -635 0 1
Übrige Rückstellungen 2.489 1.749 -877 -776 0 94
Rückstellungen 52.610 19.701 -28.997 -11.496 0 253
TEUR Stand 31. Dezember 2022 kurzfristige Rückstellungen 2022
Marktorientierte Rückstellungen 21.905 21.905
Verpflichtungen aus dem Personalbereich 7.487 7.487
Übrige Rückstellungen 2.679 2.679
Rückstellungen 32.071 32.071
TEUR Stand 1. Januar 2021 Zuführung Inanspruchnahme Nicht verwendete, aufgelöste Beträge Änderungen im Konsolidierungskreis Effekte aus Wechselkursänderungen
Marktorientierte Rückstellungen 38.643 32.717 -23.712 -6.091 0 1.830
Verpflichtungen aus dem Personalbereich 17.739 5.938 -11.758 -4.978 -62 -145
Übrige Rückstellungen 1.476 2.044 -989 -118 0 76
Rückstellungen 57.858 40.699 -36.459 -11.187 -62 1.761
TEUR Stand 31. Dezember 2021 kurzfristige Rückstellungen 2021
Marktorientierte Rückstellungen 43.387 43.387
Verpflichtungen aus dem Personalbereich 6.734 6.734
Übrige Rückstellungen 2.489 2.489
Rückstellungen 52.610 52.610

In den marktorientierten Verpflichtungen sind Rückstellungen enthalten, die Risiken nach Abschluss der Entwicklungsleistungen, aus dem Verkauf von Teilen und Produkten einschließen. Im Wesentlichen sind dies Gewährleistungsansprüche, die unter Zugrundelegung des bisherigen bzw. des geschätzten zukünftigen Schadensverlaufs ermittelt werden. Diese umfassen sowohl die Haftung des Konzerns für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden und Kosten zu ersetzen. Zudem sind Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen aus der Serienentwicklung enthalten. Die Zuführungen betreffen Rückstellungen für Gewährleistungsansprüche in Höhe von 4.604 TEUR (Vj. 18.853 TEUR) sowie Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen aus der Serienentwicklung von 4.771 TEUR (Vj. 6.805 TEUR). Die Inanspruchnahmen entfallen mit 15.672 TEUR (Vj. 17.026 TEUR) auf Rückstellungen für Gewährleistungsansprüche sowie mit 7.592 TEUR (Vj. 4.729 TEUR) auf Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen aus der Serienentwicklung. Nicht verwendete, aufgelöste Beträge entfallen mit 5.125 TEUR (Vj. 3.120 TEUR) auf Rückstellungen für Gewährleistungsansprüche und mit 4.745 TEUR (Vj. 1.862 TEUR) auf Rückstellungen für Preisdifferenzen.

In den Verpflichtungen aus dem Personalbereich sind Rückstellungen aus dem Personal- und Sozialbereich wie Jubiläumsaufwendungen enthalten. Zudem sind darin zum 31. Dezember 2022 Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 2.133 TEUR (Vj. 1.154 TEUR) enthalten. Diese haben sich aufgrund von Zuführungen für geplante Standortschließungen erhöht.

Die übrigen Rückstellungen beinhalten eine Vielzahl von erkennbaren Einzelrisiken und ungewissen Verpflichtungen, zum Beispiel Prozesskostenrückstellungen, die in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt werden.

22. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen untergliedern sich wie folgt:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.801 261
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 306.087 269.135
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 307.888 269.396

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen umfassen offene Verpflichtungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr des Konzerns. Ausstehende Rechnungen und Verbindlichkeiten für erhaltene Lieferungen werden gemäß ihrem Charakter in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in der Regel nicht verzinslich und haben gewöhnlich eine Fälligkeit von bis zu 90 Tagen. Speziell in den langfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen aus Mietkaufverträgen enthalten, die Laufzeiten bis zu sechs Jahren beinhalten. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die branchenüblichen Eigentumsvorbehalte der Lieferant:innen.

23. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten untergliedern sich wie folgt:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Derivative finanzielle Verpflichtungen 0 359
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 16.668 16.269
Verbindlichkeiten gegenüber beteiligten Unternehmen 330 1.223
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.673 1.616
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 18.671 19.467
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 63.211 68.719
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 63.211 68.719

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten hauptsächlich sowohl lang- als auch kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen. Der Rückgang im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 resultiert aus der Reduzierung der langfristigen Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen aufgrund planmäßiger Tilgungen, der die Erhöhung aus der Verlängerung bestehender Leasingverträge bzw. aus dem Abschluss neuer Leasingverträge, deutlich übersteigt.

24. Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten untergliedern sich wie folgt:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Sonstige Verbindlichkeiten 79.729 66.575
davon personalbezogene Verbindlichkeiten 36.028 33.258
davon Verbindlichkeiten für Beratung 2.168 1.481
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern und Abgaben 14.530 16.144
Erhaltene Anzahlungen 5.064 4.568
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 6.857 4.812
Rechnungsabgrenzungsposten 2.027 1.429
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 108.207 93.528
Erhaltene Anzahlungen 408 1.356
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 408 1.356
Sonstige Verbindlichkeiten 108.615 94.884

Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind weitgehend Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeiter:innen aus ausstehendem Urlaub, Überstunden, Gleitzeit oder Ähnlichem. Zudem sind Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuern sowie kurzfristige Aufwandsabgrenzungen enthalten.

25. Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme erläutert, und zwar getrennt nach Mittelzu- und Mittelabflüssen aus dem laufenden Geschäft, aus der Investitions- und aus der Finanzierungstätigkeit, unabhängig von der Gliederung der Bilanz. Ausgehend vom Ergebnis vor Steuern wird der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit indirekt abgeleitet. Das Ergebnis vor Steuern, wird um die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (im Wesentlichen Abschreibungen) und Erträge bereinigt. Unter Berücksichtigung der Veränderungen im Working Capital ergibt sich der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit. Die Investitionstätigkeit umfasst Auszahlungen für Sachanlagen, Immaterielle Vermögenswerte und Finanzinvestitionen, nicht aber die Zugänge von Nutzungsrechten. Im Geschäftsjahr 2021 waren die Effekte aus der Entkonsolidierung der GRAMMER Automotive Espanola S.A., Olerdola, Spanien, in den "Auszahlungen aus Abgängen von Tochterunternehmen abzgl. abgegebener Zahlungsmittel" enthalten. In der Finanzierungstätigkeit sind neben Zahlungsmittelabflüssen aus Dividendenzahlungen auch die Veränderung der übrigen Finanzschulden und Leasingverbindlichkeiten und Zahlungsmittelabflüsse für den Vergütungsanspruch des Hybriddarlehensgebers enthalten. Zudem enthielt dieser im Geschäftsjahr 2021 Zahlungsmittelzuflüsse aus Kapitalerhöhung durch Minderheitengesellschafter:innen. Im Geschäftsjahr 2022 gab es im Cashflow aus der Investitionstätigkeit und im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit keine zu berücksichtigenden Sondersachverhalte. Der GRAMMER Konzern betrachtet als Finanzmittelfonds flüssige Mittel und kurzfristig veräußerbare Geldmarktfonds abzüglich der Kontokorrentverbindlichkeiten (inkl. kurzfristiger Verbindlichkeiten aus Factoringverträgen) gegenüber den Banken.

26. Rechtsstreitigkeiten

Einzelne Gesellschaften des GRAMMER Konzerns sind in Rechtsstreitigkeiten involviert oder könnten in weitere Rechtsstreitigkeiten involviert werden. Diese können Schadenersatzforderungen oder andere Ansprüche nach sich ziehen. Für derartige Forderungen und Ansprüche werden angemessene Beträge und ggf. Forderungen gegenüber Versicherungsträgern bilanziell berücksichtigt.

Eine US-amerikanische Tochtergesellschaft der GRAMMER AG war und ist Beklagte in mehreren Gerichtsverfahren in den USA, die teilweise als Sammelklagen beantragt wurden. In den Klagen werden Ansprüche wegen angeblich fehlerhafter Kopfstützen geltend gemacht. Ein Streitwert ist nicht festgesetzt. GRAMMER konnte im Berichtsjahr erreichen, dass ein Teil dieser Klagen abgewiesen wurde. GRAMMER verteidigt sich gegen die übrigen noch anhängigen Klagen, wobei der Ausgang der Verfahren derzeit noch nicht abzusehen ist.

Darüber hinaus sind Klagen oder Gerichtsverfahren, die einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage von GRAMMER haben können, weder anhängig gewesen noch derzeit anhängig.

27. Haftungsverhältnisse

Im Folgenden werden die Haftungsverhältnisse dargestellt:

TEUR 2022 2021
Bürgschaften 746 2.411

Die Bürgschaften wurden überwiegend als Vertragserfüllungsbürgschaften gewährt.

28. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Informationen über die Konzernstruktur, die Tochtergesellschaften und die Muttergesellschaft werden in Anhangangabe 3 dargestellt.

Konditionen der Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

In diesem Abschnitt werden die Verkäufe an und Käufe von nahestehenden Unternehmen und Personen aufgezeigt. Die zum Geschäftsjahresende bestehenden offenen Posten sind nicht besichert, unverzinslich und werden durch Barzahlung beglichen. Für Forderungen oder Schulden gegen nahestehende Unternehmen und Personen bestehen keinerlei Garantien. Die Notwendigkeit des Ansatzes einer Wertberichtigung wird jährlich überprüft, indem die Finanzlage des nahestehenden Unternehmens oder der Personen und der Markt, in dem diese tätig sind, überprüft werden. Zum 31. Dezember 2022 bestanden wie im Vorjahr keine Wertberichtigungen auf Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen.

Die folgende Tabelle enthält die Beträge aus Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen für das betreffende Geschäftsjahr:

TEUR

Nahestehende Unternehmen und Personen Verkäufe an nahestehende Unternehmen und Personen Käufe von nahestehenden Unternehmen und Personen Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen
GRA-MAG Truck Interior Systems LLC 2022 13.120 0 7.597 0
  2021 11.316 0 8.563 0
Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd. 2022 881 5.453 64 1.494
  2021 170 2.486 62 1.530
Jifeng Automotive Interior GmbH 2022 0 0 0 0
  2021 4 0 0 0
Jifeng Automotive Interior CZ s.r.o. 2022 1.675 133 137 40
  2021 346 279 16 0
Ningbo Jifeng Technology Co., Ltd. 2022 0 4.404 0 1.439
  2021 0 4.011 0 894
Ningbo Jiye Trading Co., Ltd. 2022 0 3.330 0 1.607
  2021 0 1.480 0 0
Tianjin Jifeng Auto Parts Co., Ltd. 2022 0 65 0 18
  2021 0 64 0 13
Jifeng Seating (Hefei) Co., Ltd. (ehemals Hefei Jiye Auto Parts Co., Ltd.) 2022 3.335 77 7 0
  2021 0 0 0 0
Hefei Jifeng Auto Parts Co., Ltd. 2022 0 258 0 95
  2021 0 0 0 0
Shenyang Jifeng Auto Parts Co., Ltd. 2022 0 592 0 0
  2021 0 0 0 0
ALLYGRAM Systems and Technologies Private Limited 2022 0 3.542 0 340
  2021 0 3.283 0 398

GRA-MAG Truck Interior Systems LLC

Der Konzern hält einen Anteil am Stammkapital von 50 % an der GRA-MAG Truck Interior Systems LLC (GRA-MAG LLC) (Vj. 50 %). Die GRA-MAG LLC beschäftigte zum 31. Dezember 2022 51 (Vj. 50) Mitarbeiter:innen. In den Forderungen gegenüber der GRA-MAG LLC ist eine Ausleihung in Höhe von 5.680 TEUR (Vj. 6.193 TEUR) enthalten.

Ningbo Jihong Investment Co., Ltd.

Die Ningbo Jihong Investment Co., Ltd., Ningbo City, China, ist oberstes Mutterunternehmen der GRAMMER AG. Zu Ningbo Jihong Investment Co., Ltd. bestehen keine Beziehungen über Warenlieferungen und Dienstleistungen. Gemäß zuletzt veröffentlichter Stimmrechtsmitteilungen nach § 40 WpHG vom 11. Dezember 2019 sind Frau Bifeng Wu, zusammenwirkend mit Yiping Wang und Jimin Wang (Familie Wang) als oberste beherrschende Partei des GRAMMER Konzerns benannt.

Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd. / Jifeng Automotive Interior GmbH / Jifeng Automotive Interior CZ s.r.o. / Ningbo Jifeng Technology Co., Ltd. / Ningbo Jiye Trading Co., Ltd. / Tianjin Jifeng Auto Parts Co., Ltd. / Jifeng Seating (Hefei) Co., Ltd. (ehemals Hefei Jiye Auto Parts Co., Ltd.) / Hefei Jifeng Auto Parts Co., Ltd. / Shenyang Jifeng Auto Parts Co., Ltd.

Die Gesellschaften Jifeng Automotive Interior CZ s.r.o., Česká Lípa, Tschechien, Jifeng Automotive Interior GmbH, Kitzingen, Ningbo Jifeng Technology Co., Ltd., Ningbo City, China, Ningbo Jiye Trading Co., Ltd., Ningbo City, China, Tianjin Jifeng Auto Parts Co., Ltd., Tianjin, China, Jifeng Seating (Hefei) Co., Ltd. (ehemals Hefei Jiye Auto Parts Co., Ltd.), Hefei, China, Hefei Jifeng Auto Parts Co., Ltd., Hefei, China und Shenyang Jifeng Auto Parts Co., Ltd., Shenyang , China, werden wie das direkte Mutterunternehmen der GRAMMER AG (Jiye Auto Parts GmbH) von der Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd. beherrscht. Mit diesen Unternehmen hat GRAMMER direkte Beziehungen über Warenlieferungen und Dienstleistungen. Im Geschäftsjahr 2022 haben die Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd. und die GRAMMER AG einen Rahmenvertrag über Kostenerstattung (Cost Coverage Agreement) insbesondere für anfallende Aufwendungen für die Bereitstellung von Informationen im Zuge der Jahresabschlusstätigkeiten an den Ningbo Jifeng Konzern abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2021 wurden die angefallenen Aufwendungen auf Basis einzelner Verträge individuell abgerechnet. Für das Geschäftsjahr 2022 hat die GRAMMER AG der Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd. interne und externe Kosten in Höhe von insgesamt 163 TEUR (Vj. 362 TEUR) in Rechnung gestellt. Es sind im Geschäftsjahr 2022 keine weiteren Kosten entstanden, die weiter zu berechnen sind. Damit werden alle internen Kosten in voller Höhe sowie sämtliche externen Kosten durch die GRAMMER AG weiterbelastet. Die Ermittlung der internen Kosten erfolgt auf Basis der durch die betroffene Fachabteilung geleisteten Stunden und angefallenen externen Kosten.

Zum 30. März 2020 wurde ein Hybriddarlehen in Höhe von 19.148 TEUR von der Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd. an eine chinesische Tochtergesellschaft der GRAMMER AG gewährt. Das Hybriddarlehen wurde auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und ist dem Eigenkapital zuzuordnen. Zum 7. April 2022 wurde der Vergütungsanspruch aus dem Hybriddarlehen, bestehend aus aufgelaufenen Zinsen für den Zeitraum 30. März 2021 bis 29. März 2022, in Höhe von umgerechnet 648 TEUR an den Hybriddarlehensgeber ausbezahlt. Der Stand des Hybriddarlehens beträgt zum 31. Dezember 2022 durch seit dem 30. März 2022 aufgelaufene Zinsen 19.610 TEUR.

Zwischen der Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd. und der GRAMMER AG bestehen eine Vertriebskooperation für den japanischen Markt sowie eine Einkaufskooperation. Direkte Leistungsbeziehungen zwischen Ningbo Jifeng und der GRAMMER AG ergeben sich bei der Einkaufskooperation nicht. Die Leistungen bei der Vertriebskooperation erfolgen in Form von geleisteten Beratungsstunden. Im Geschäftsjahr 2021 haben die Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd. und die GRAMMER AG eine Kooperation zur Entwicklung und Produktion von Automotive Interieur-Komponenten und Armlehnen für den chinesischen Markt abgeschlossen. Die Abrechnung erfolgt anhand des Teilepreises für die im Rahmen der Kooperation getätigten Warenlieferungen.

ALLYGRAM Systems and Technologies Private Limited

Der Konzern hält einen Anteil am Stammkapital von 30 % an der ALLYGRAM Systems and Technologies Private Limited (ALLYGRAM). ALLYGRAM erbringt für den GRAMMER Konzern Entwicklungsleistungen, die auf Basis von geleisteten Stundensätzen abgerechnet werden. Die ALLYGRAM beschäftigte zum 31. Dezember 2022 101 (Vj. 104) Mitarbeiter:innen.

Erklärungen zum Vorstand/Aufsichtsrat

Unternehmen des GRAMMER Konzerns haben mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der GRAMMER AG bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keine wesentlichen Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises. Die Vorstandsvergütungen sind unter Anhangangabe 32 dargestellt.

29. Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente

Die nachfolgende Tabelle zeigt, gegliedert nach Bewertungskategorien, Buchwerten und beizulegenden Zeitwerten, sämtliche in der GRAMMER AG erfassten Finanzinstrumente des Konzerns:

TEUR Bewertungskategorie Buchwert Wertansatz
nach IFRS 9 31.12.2022 Bilanz nach IFRS 9
Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgsneutral
Aktiva        
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen FAAC 108.587 108.587  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FAAC 256.712 256.712  
Sonstige finanzielle Vermögenswerte        
Darlehen und Forderungen FAAC 9.123 9.123  
Beteiligungen FVOCI 31   31
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte FVtPL 0    
Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 3.288   3.288
Passiva        
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 307.888 307.888  
Kurz- und langfristige Finanzschulden FLAC 455.967 455.967  
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten        
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 2.003 2.003  
Leasingverbindlichkeiten n.a. 79.879    
Derivate ohne Hedge-Beziehung FLtPL 0    
Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 0   0
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9:        
Aktiva        
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten FAAC 374.422 374.422  
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert FVOCI 31   31
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert FVtPL 0    
Passiva        
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAC 765.858 765.858  
Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert FLtPL 0    
TEUR Wertansatz Wertansatz
Bilanz nach IFRS 9 Bilanz nach IFRS 16
Fair Value erfolgswirksam
Aktiva    
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen    
Sonstige finanzielle Vermögenswerte    
Darlehen und Forderungen    
Beteiligungen    
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 0  
Derivate mit Hedge-Beziehung    
Passiva    
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen    
Kurz- und langfristige Finanzschulden    
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten    
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten    
Leasingverbindlichkeiten   79.879
Derivate ohne Hedge-Beziehung 0  
Derivate mit Hedge-Beziehung    
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9:    
Aktiva    
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten    
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert    
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 0  
Passiva    
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten    
Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 0  
TEUR Fair Value 31.12.2022
Aktiva  
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 108.587
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 256.712
Sonstige finanzielle Vermögenswerte  
Darlehen und Forderungen 9.123
Beteiligungen 31
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 0
Derivate mit Hedge-Beziehung 3.288
Passiva  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 307.675
Kurz- und langfristige Finanzschulden 424.236
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten  
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.003
Leasingverbindlichkeiten 79.879
Derivate ohne Hedge-Beziehung 0
Derivate mit Hedge-Beziehung 0
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9:  
Aktiva  
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 374.422
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert 31
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 0
Passiva  
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 733.914
Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 0
TEUR Bewertungskategorie Buchwert Wertansatz
nach IFRS 9 31.12.2021 Bilanz nach IFRS 9
Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgsneutral
Aktiva        
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen FAAC 113.441 113.441  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FAAC 229.370 229.370  
Sonstige finanzielle Vermögenswerte        
Darlehen und Forderungen FAAC 10.218 10.218  
Beteiligungen FVOCI 174   174
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte FVtPL 0    
Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 1.236   1.236
Passiva        
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 269.396 269.396  
Kurz- und langfristige Finanzschulden FLAC 445.462 445.462  
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten        
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 2.839 2.839  
Leasingverbindlichkeiten n.a. 84.988    
Derivate ohne Hedge-Beziehung FLtPL 0    
Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 359   359
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9:        
Aktiva        
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten FAAC 353.029 353.029  
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden        
Zeitwert FVOCI 174   174
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert FVtPL 0    
Passiva        
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAC 717.697 717.697  
Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert FLtPL 0    
TEUR Wertansatz Wertansatz
Bilanz nach IFRS 9 Bilanz nach IFRS 16
Fair Value erfolgswirksam
Aktiva    
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen    
Sonstige finanzielle Vermögenswerte    
Darlehen und Forderungen    
Beteiligungen    
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 0  
Derivate mit Hedge-Beziehung    
Passiva    
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen    
Kurz- und langfristige Finanzschulden    
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten    
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten    
Leasingverbindlichkeiten   84.988
Derivate ohne Hedge-Beziehung 0  
Derivate mit Hedge-Beziehung    
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9:    
Aktiva    
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten    
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden    
Zeitwert    
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 0  
Passiva    
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten    
Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 0  
TEUR Fair Value 31.12.2021
Aktiva  
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 113.441
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 229.370
Sonstige finanzielle Vermögenswerte  
Darlehen und Forderungen 10.218
Beteiligungen 174
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 0
Derivate mit Hedge-Beziehung 1.236
Passiva  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 269.394
Kurz- und langfristige Finanzschulden 435.097
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten  
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.839
Leasingverbindlichkeiten 84.988
Derivate ohne Hedge-Beziehung 0
Derivate mit Hedge-Beziehung 359
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9:  
Aktiva  
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 353.029
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden  
Zeitwert 174
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 0
Passiva  
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 707.330
Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 0

Das maximale Ausfallrisiko entspricht zum Bilanzstichtag dem Buchwert jeder aufgeführten Bewertungskategorie aus finanziellen Vermögenswerten.

Aufgrund der kurzen Laufzeiten der Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen kurzfristigen Forderungen wird angenommen, dass die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

Die beizulegenden Zeitwerte von sonstigen langfristigen Forderungen mit Restlaufzeiten über einem Jahr entsprechen den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten. Die längerfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden unter Zugrundelegung der jeweiligen gültigen Zinsstrukturkurven unter Berücksichtigung des für GRAMMER relevanten Risikozuschlags ermittelt.

Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Schuldscheindarlehen und sonstigen langfristigen Finanzverbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweiligen gültigen Zinsstrukturkurven unter Berücksichtigung des für GRAMMER relevanten Risikozuschlags ermittelt.

Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert

In der folgenden Tabelle werden die quantitativen Angaben zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts der Vermögenswerte und Schulden nach Hierarchiestufen zum 31. Dezember 2022 dargestellt:

TEUR Summe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Vermögenswerte        
Derivative finanzielle Vermögenswerte        
Devisentermingeschäfte 3.288 0 3.288 0
Zinsswaps 0 0 0 0
Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Schulden        
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten        
Devisentermingeschäfte 0 0 0 0
Zinsswaps 0 0 0 0
Schulden, für die ein beizulegender Zeitwert ausgewiesen wird        
Verzinsliche Darlehen        
Verpflichtungen aus Mietkaufverträgen 2.175 0 2.175 0
Kurz- und langfristige Finanzschulden 424.236 0 424.236 0

In der folgenden Tabelle werden die quantitativen Angaben zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts der Vermögenswerte und Schulden nach Hierarchiestufen zum 31. Dezember 2021 dargestellt:

TEUR Summe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Vermögenswerte        
Derivative finanzielle Vermögenswerte        
Devisentermingeschäfte 1.236 0 1.236 0
Zinsswaps 0 0 0 0
Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Schulden        
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten        
Devisentermingeschäfte 305 0 305 0
Zinsswaps 54 0 54 0
Schulden, für die ein beizulegender Zeitwert ausgewiesen wird        
Verzinsliche Darlehen        
Verpflichtungen aus Mietkaufverträgen 554 0 554 0
Kurz- und langfristige Finanzschulden 435.097 0 435.097 0

Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie spiegeln die Bedeutung der für die Bewertung verwendeten Inputdaten wider und sind wie folgt abgestuft:

Stufe 1: Auf aktiven Märkten notierte (nicht angepasste) Marktpreise für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Stufe 2: Für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit liegen entweder direkt oder indirekt beobachtbare Inputdaten vor, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen.

Stufe 3: Für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit herangezogene Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

In der Berichtsperiode gab es keine Umgruppierungen zwischen Stufe 1 und Stufe 2. In Stufe 3 der Bemessungshierarchie haben keine Zuordnungen stattgefunden.

Folgende Tabelle zeigt die Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten:

TEUR 2022 2021
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 2.735 5.497
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 950 1.580
Nettoergebnis aus den Finanzinstrumenten 3.685 7.077

Die Nettoergebnisse aus finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, enthalten Währungsgewinne oder -verluste, ergebniswirksame Veränderungen von Wertberichtigungen, Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung sowie Zahlungseingänge und Wertaufholungen auf ursprünglich abgeschriebene Forderungen.

Die Nettoergebnisse aus finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert enthalten Marktwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente, für die kein Hedge Accounting angewendet wird, einschließlich Zinserträgen und Zinsaufwendungen.

Die Nettoergebnisse aus finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet enthalten im Wesentlichen Währungsergebnisse aus finanziellen Verbindlichkeiten.

Der GRAMMER Konzern schloss mit mehreren Kreditinstituten Rahmenverträge ab. Die zum Bilanzstichtag bestehenden derivativen Vermögenswerte und derivativen Verbindlichkeiten erfüllen die Saldierungskriterien des IAS 32.42 nicht. Entsprechend wurden diese Derivate separat in der Bilanz ausgewiesen. Die abgeschlossenen Rahmenverträge beinhalten jedoch Aufrechnungsvereinbarungen für den Insolvenzfall.

Die nachfolgende Tabelle legt die Buchwerte der erfassten Finanzinstrumente dar, die den dargestellten Vereinbarungen unterliegen:

TEUR 31. Dezember 2022 Brutto- und Nettobeträge von Finanzinstrumenten in der Bilanz Aufrechnungsvereinbarung Nettobetrag
Finanzielle Vermögenswerte      
Devisentermingeschäfte 3.288 0 3.288
Zinsswaps 0 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten      
Devisentermingeschäfte 0 0 0
Zinsswaps 0 0 0
TEUR 31. Dezember 2021 Brutto- und Nettobeträge von Finanzinstrumenten in der Bilanz Aufrechnungsvereinbarung Nettobetrag
Finanzielle Vermögenswerte      
Devisentermingeschäfte 1.236 0 1.236
Zinsswaps 0 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten      
Devisentermingeschäfte -305 0 -305
Zinsswaps -54 0 -54

Da keine Saldierungen in der Bilanz erfolgt sind, wurden die Brutto- und Nettobeträge in einer Spalte zusammengefasst.

30. Finanzderivate und Risikomanagement

Die wesentlichen im Konzern verwendeten originären finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Schuldscheindarlehen, Privatplatzierungen, Bankdarlehen, Kontokorrentkredite und Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungsmittel, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren.

Der Konzern schließt darüber hinaus bei Bedarf derivative Finanzinstrumente ab, die im Rahmen des Risikomanagements überwiegend zum Zweck der Absicherung gegen Zins- und Währungsrisiken eingesetzt werden.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Der Konzern ist Markt-, Kredit- und Liquiditätsrisiken sowie Währungs- und Zinsrisiken ausgesetzt. Der Vorstand des Konzerns hat deswegen ein Risikomanagementsystem implementiert, das auch vom Aufsichtsrat überwacht wird. Das Risikomanagementsystem liegt im Verantwortungsbereich des Chief Financial Officers (Finanzvorstand), wobei der Konzernvorstand auf höchster Ebene die Gesamtverantwortung trägt. Die Regelungen verfolgen das Ziel, alle Mitarbeiter:innen im Konzern zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Risiken zu veranlassen und entsprechend verantwortungsbewusst zu handeln. Die Steuerung dieser Risiken obliegt dem Management des Konzerns. Das Management des Konzerns erarbeitet mit Expert:innen für Finanzrisiken ein angemessenes Rahmenkonzept zur Steuerung von Finanzrisiken. Das Rahmenkonzept stellt sicher, dass die mit Finanzrisiken verbundenen Tätigkeiten des Konzerns in Übereinstimmung mit entsprechenden Richtlinien und Verfahren durchgeführt werden und dass Finanzrisiken entsprechend diesen Richtlinien und unter Berücksichtigung der Risikobereitschaft des Konzerns identifiziert, bewertet und gesteuert werden.

Sämtliche zu Risikomanagementzwecken eingegangenen derivativen Finanzgeschäfte werden von Expertenteams gesteuert, die über die erforderlichen Fachkenntnisse und Erfahrungen verfügen und einer angemessenen Aufsicht unterstellt sind. Die Richtlinien zur Steuerung der im Folgenden dargestellten Risiken werden von der Unternehmensleitung geprüft und beschlossen.

Kreditrisiko

Unter dem Kreditrisiko versteht man das Risiko eines Verlusts (Ausfallrisiko) für den Konzern, wenn eine Vertragspartei ihren Verpflichtungen nicht nachkommt. Die Konzernrichtlinien sehen vor, dass Geschäfte grundsätzlich mit kreditwürdigen Dritten eingegangen werden, um die Risiken aus der Nichterfüllung von Verpflichtungen zu mindern. Die Risiken aus Warenlieferungen an Großkunden speziell im Automotive-Sektor unterliegen einer besonderen Bonitätsüberwachung. Sind Rating-Informationen nicht verfügbar, verwendet der Konzern andere verfügbare Finanzinformationen sowie seine eigenen Handelsaufzeichnungen, um die Großkunden zu bewerten. Auch werden regelmäßig Kunden, die mit dem Konzern erstmalig Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, einer Bonitätsprüfung unterzogen. Die Forderungsbestände werden fortlaufend überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist. Der Konzern sieht keine wesentlichen Ausfallrisiken, da die wesentlichen Transaktionen durch die kurzfristige Fälligkeitsstruktur sowie durch die gute Bonität der Großkunden gekennzeichnet sind.

Marktrisiko

Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Zum Marktrisiko zählen die drei folgenden Risikotypen: Wechselkursrisiko, Zinsrisiko und sonstige Preisrisiken wie beispielsweise das Aktienkursrisiko. Dem Marktrisiko ausgesetzte Finanzinstrumente umfassen unter anderem verzinsliche Darlehen, Einlagen, finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet, sowie derivative Finanzinstrumente. Die Sensitivitätsanalysen in den folgenden Abschnitten beziehen sich jeweils auf den Stand zum 31. Dezember 2022 bzw. 2021. Diese wurden auf der Grundlage der am 31. Dezember 2022 bestehenden Sicherungsbeziehungen und unter der Prämisse erstellt, dass die Nettoverschuldung, das Verhältnis von fester und variabler Verzinsung von Schulden und Derivaten und der Anteil von Finanzinstrumenten in Fremdwährung konstant bleiben.

Alle Darstellungen der potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen sind Abschätzungen und basieren auf den Annahmen der jeweiligen Sensitivitätsanalyse und -methode. Die tatsächlichen Auswirkungen auf den Konzern können davon aufgrund der dann real eingetretenen Marktentwicklungen deutlich abweichen.

Rohstoffpreisrisiko

Einkaufspreise, insbesondere für Rohstoffe wie Stahl, Schaum und Kunststoffe, unterliegen je nach Marktsituation größeren Schwankungen. Diese können nicht immer an die Kunden weitergegeben werden, wodurch Preisrisiken beim Einkauf der Waren entstehen. Zur Sicherung von Preisrisiken wird versucht, mit längerfristigen Lieferverträgen und Bündelung von Volumen die Volatilitäten zu begrenzen. Zur Absicherung von Preisrisiken im Rohstoffeinkauf können auch Warenterminkontrakte eingegangen werden, die nach IFRS 9 als Derivate zu bilanzieren sind. Der Konzern beobachtet die Entwicklung der Märkte genau und bildet daraus Entscheidungsfindungen zum Einsatz von Sicherungsbeziehungen.

Rohstoffterminkontrakte zur Sicherung von Preisrisiken im Rohstoffeinkauf lagen zu den Bilanzstichtagen 2022 sowie 2021 nicht vor und es wurden in diesen Geschäftsjahren auch keine getätigt.

Währungsrisiken

Infolge der internationalen Ausrichtung und Geschäftstätigkeit ist GRAMMER Währungsrisiken ausgesetzt. Währungsrisiken ergeben sich primär aus Absatzgeschäften im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in internationalen Märkten außerhalb des Euro-Währungsraums und durch ausgewiesene Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten des GRAMMER Konzerns. Die wesentlichen Währungen im GRAMMER Konzern sind Euro, Tschechische Krone, polnischer Złoty, Mexikanischer Peso, US-Dollar, Türkische Lira, brasilianischer Real, japanischer Yen sowie chinesischer Yuan. Durch Geschäftsabschlüsse in von den funktionalen Währungen der jeweiligen Konzernunternehmen abweichenden Währungen können durch die zukünftigen Zahlungsströme Risiken entstehen. Wechselkursschwankungen können hierbei zu unvorhersehbaren und ungünstigen Ergebnis- und Cashflow-Volatilitäten führen.

Einzelne Zahlungsströme in der jeweiligen Währung werden gemäß der Währungsmanagement-Richtlinie des GRAMMER Konzerns summiert, sodass in periodischen Betrachtungen ein Netto- Währungsüberhang bzw. eine -unterdeckung entsteht. Aggregierte Währungsüberhänge oder ein Währungsbedarf werden im Rahmen der Währungs-Management-Richtlinie rollierend im Voraus auf Basis des budgetierten Geschäftsverlaufsplans abgesichert. Im Zeitablauf werden die Absicherungsquoten der jeweiligen Währungs-Exposures erhöht.

Das Risiko wird dadurch gemindert, dass Geschäftstransaktionen hauptsächlich in der jeweiligen funktionalen Währung der fakturierenden Einheit abgerechnet werden. Zudem werden, soweit es möglich und rentabel ist, Rohstoffe und Dienstleistungen in der entsprechenden Fremdwährung beschafft sowie in den lokalen Märkten produziert. Eine Unterdeckung bzw. ein Überhang an Fremdwährungsbeständen wird - nachdem alle bereits genannten Maßnahmen durchgeführt wurden - durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Ziel der Sicherungsgeschäfte ist eine Glättung der Volatilität, welche aus durchgeführten Cash-In- bzw. Cash-Outflows entstehen kann.

Den operativen Einheiten ist es nicht gestattet, aus spekulativen Gründen Finanzmittel in Fremdwährungen aufzunehmen oder anzulegen.

Absicherung von Cashflows

Während des Berichtszeitraums bestanden Währungssicherungen in CNY, PLN und CZK, für die die Voraussetzungen des Cashflow Hedgings erfüllt waren. Es werden folgende fremdwährungsbezogene Sicherungsinstrumente, gegliedert nach deren Laufzeit, gehalten:

Laufzeit
1 - 6 Monate 7 - 12 Monate Gesamt
2022      
Devisenterminkontrakte (erwartete, mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Verkäufe)      
Nominalbetrag (in TEUR) 24.028 7.800 31.828
Durchschnittlicher Terminkurs (EUR/CZK) 26,636 26,924  
Devisenterminkontrakte (erwartete, mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Verkäufe)      
Nominalbetrag (in TEUR) 5.089 1.780 6.869
Durchschnittlicher Terminkurs (EUR/PLN) 5,011 5,057  
2021      
Devisenterminkontrakte (erwartete, mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Verkäufe)      
Nominalbetrag (in TEUR) 26.710 23.811 50.521
Durchschnittlicher Terminkurs (EUR/CZK) 26,020 26,039 -
Devisenterminkontrakte (erwartete, mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Verkäufe)      
Nominalbetrag (in TEUR) 6.415 5.788 12.203
Durchschnittlicher Terminkurs (EUR/PLN) 4,521 4,578 -

Zum 31. Dezember 2022 waren Devisentermingeschäfte mit einem positiven Marktwert in Höhe von 3.288 TEUR (Vj. 1.236 TEUR) sowie mit einem negativen Marktwert in Höhe von 0 TEUR (Vj. 305 TEUR) als Sicherungsinstrumente im Rahmen des Cashflow Hedgings designiert. Der Ausweis der Abwicklungsergebnisse erfolgt im Finanzergebnis. Es lagen keine erfolgswirksam zu erfassenden wesentlichen Unwirksamkeiten der Sicherungsgeschäfte vor.

Die Auswirkung von fremdwährungsbezogenen Sicherungsinstrumenten auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Buchwert (sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte) 3.288 1.236
Buchwert (sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten) 0 305
Nominalwert 38.696 62.724
Hedge-Verhältnis 1 1:1 1:1
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von ausstehenden Sicherungsinstrumenten seit dem 1. Januar 2.356 262
Wertveränderung des abgesicherten Grundgeschäfts zur Bestimmung der Effektivität der Sicherungsbeziehung -2.356 -262
Auswirkungen auf das kumulierte sonstige Ergebnis: 2022 2021
Cashflow Hedge Stand 1. Januar 696 557
Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments (effektiver Teil) 4.309 1.269
Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung -1.961 -1.006
Steueraufwand (-)/Steuerertrag -606 -124
Cashflow Hedge Stand 31. Dezember 2.438 696

1 Die Devisentermingeschäfte haben dieselbe Währung wie die hochwahrscheinlichen künftigen Verkäufe (daher Hedge-Verhältnis 1:1)

Der Währungsänderungssensitivitätsanalyse liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

Berücksichtigt werden alle monetären Finanzinstrumente, die nicht in der funktionalen Währung gehalten werden. Die Grundlage bilden die originären Bilanzpositionen der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften, die ein signifikantes Risiko aus der abweichenden funktionalen Währung der Gesellschaft haben.

Wechselkursänderungen von Finanzinstrumenten, die Teil einer Nettoinvestition in einem ausländischen Geschäftsbetrieb sind, wirken sich auf das Eigenkapital aus.

Derivative Finanzinstrumente zur Währungssicherung, die als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow Hedges designiert sind, wirken sich auf das Eigenkapital aus und werden in der Sensitivitätsanalyse berücksichtigt.

Währungsderivate, die nicht als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow Hedges designiert sind, wirken sich auf das Periodenergebnis aus und werden entsprechend in der Sensitivitätsanalyse berücksichtigt.

In der Berechnung der Sensitivität von Währungsrisiken wird eine Veränderung der Wechselkurse zum Stichtagskurs um +/- 10 (Vj. +/- 10) Prozentpunkte unterstellt. Alle anderen Größen bleiben konstant.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern und des Eigenkapitals gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung:

TEUR

Kursentwicklung
USD
Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern Auswirkungen auf das Eigenkapital
2022 + 10 % 6.465 -3.491
  - 10 % -6.465 3.490
2021 + 10 % 7.425 -3.398
  - 10 % -7.421 3.397
Kursentwicklung TRY Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern Auswirkungen auf das Eigenkapital
2022 + 10 % 436 0
  - 10 % -436 0
2021 + 10 % 303 0
  - 10 % -303 0
Kursentwicklung CZK Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern Auswirkungen auf das Eigenkapital
2022 + 10 % 4.068 3.828
  - 10 % -4.069 -3.132
2021 + 10 % 4.014 5.742
  - 10 % -3.999 -4.735
Kursentwicklung
PLN
Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern Auswirkungen auf das Eigenkapital
2022 + 10 % 292 802
  - 10 % -289 -656
2021 + 10 % 320 1.322
  - 10 % -320 -1.087
Kursentwicklung CNY Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern Auswirkungen auf das Eigenkapital
2022 + 10 % 2 0
  - 10 % 3 0
2021 + 10 % 535 0
  - 10 % -530 0

Zinsrisiko

Das Unternehmen verfolgt die Strategie, Zinsschwankungen aus variabel verzinsten langfristigen Fremdkapitalien durch Zinssicherungsgeschäfte zu eliminieren. Um dies zu erreichen, setzt GRAMMER sogenannte Receiver-Zinsswaps ein. Für die Darlehen ergeben sich aktuelle Marktzinsen beim Abschluss, sodass das Zinsrisiko auf die Schwankungen der Märkte zum Zeitpunkt der Aufnahme begrenzt wird. Bei Kontokorrentkrediten werden die Zinsen auf Roll-over-Basis vereinbart. Zur Optimierung der Zinsaufwendungen und Minimierung der Risiken steuert das Konzern-Treasury dieses Risiko zentral für alle Gesellschaften. Soweit rechtlich zulässig, stellt das Konzern-Treasury der GRAMMER AG den Konzerngesellschaften den Finanzierungsbedarf in Form von Darlehen zur Verfügung.

Es werden folgende zinsbezogene Sicherungsinstrumente, gegliedert nach deren Laufzeit, gehalten:

Laufzeit
bis 2022 bis 2023 Gesamt
2022      
Nominalbetrag (in TEUR)     -
gewichteter Zinssatz (%)     -
2021      
Nominalbetrag (in TEUR) 6.500   6.500
gewichteter Zinssatz (%) 0,810   0,810

Zum 31. Dezember 2022 bestanden keine zinsbezogene Sicherungsinstrumente. Diese sind im Geschäftsjahr 2022 ausgelaufen. Zum 31. Dezember 2021 bestanden im Rahmen der begebenen Euro-Schuldscheindarlehen zur Absicherung der Zinsänderungsrisiken der variabel verzinslichen Tranchen Zinsswaps im Nominalvolumen von 6,5 Mio. EUR. Für diese Zinsswaps lagen die Voraussetzungen für Cashflow Hedges vor. Zum 31. Dezember 2021 waren Zinsswaps mit einem negativen Marktwert in Höhe von 54 TEUR als Sicherungsinstrumente im Rahmen des Cashflow Hedgings designiert.

Die Auswirkung von zinsbezogenen Sicherungsinstrumenten auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Buchwert (sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten) 0 54
Nominalwert 0 6.500
Fälligkeitsdatum 2022 2022
Hedge-Verhältnis 1:1 1:1
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von ausstehenden Sicherungsinstrumenten seit dem 1. Januar 54 -54
Wertveränderung des abgesicherten Grundgeschäfts zur Bestimmung der Effektivität der Sicherungsbeziehung -54 54
Gewichtete durchschnittliche Absicherung für das Jahr   0,810 %
Auswirkungen auf das kumulierte sonstige Ergebnis: 2022 2021
Cashflow Hedge Stand 1. Januar -36 -74
Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments (effektiver Teil) 8 0
Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung 46 53
Steueraufwand (-)/Steuerertrag -18 -15
Cashflow Hedge Stand 31. Dezember 0 -36

Der Zinssensitivitätsanalyse liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

Alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung unterliegen keinen Zinsänderungsrisiken und sind daher nicht in die Sensitivitätsanalyse eingeflossen.

Variabel verzinsliche originäre Finanzinstrumente, deren Zinszahlungen nicht als Grundgeschäfte im Rahmen von Cashflow Hedges gegen Zinsänderungsrisiken designiert sind, wirken sich auf das Periodenergebnis aus und werden in der Sensitivitätsanalyse berücksichtigt.

Variabel verzinsliche originäre Finanzinstrumente, deren Zinszahlungen als Grundgeschäfte im Rahmen von effektiven Cashflow Hedges gegen Zinsänderungsrisiken designiert sind, sind synthetisch festverzinslich und unterliegen damit keinen Zinsänderungsrisiken. Sie sind daher nicht in der Sensitivitätsanalyse berücksichtigt.

Zinsderivate, die nicht als Sicherungsinstrumente im Rahmen eines Cashflow Hedges designiert wurden, haben Auswirkungen auf das Periodenergebnis und werden in der Sensitivitätsanalyse entsprechend berücksichtigt.

Zinsderivate, die als Sicherungsinstrumente im Rahmen von effektiven Cashflow Hedges designiert wurden, wirken sich auf das Eigenkapital aus und werden in der Sensitivitätsanalyse entsprechend berücksichtigt.

Das Zinsänderungsrisiko aus Währungsderivaten wird als unwesentlich eingeschätzt und fließt daher nicht in die Sensitivitätsanalyse ein.

In der Berechnung der Sensitivität von Zinsderivaten wird eine parallele Verschiebung der Zinskurve um +/- 50 (Vj. +/- 50) Basispunkte unterstellt. Bei verzinslichen Kontokorrentguthaben wurde eine Verringerung des Guthabenzinses auf minimal 0,001 % vorgenommen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern und des Eigenkapitals gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Änderung der Zinssätze. Alle anderen Parameter bleiben konstant.

TEUR Erhöhung/ Verringerung in Basispunkten Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern Auswirkungen auf das Eigenkapital
2022 -50 350 0
  50 -134 0
2021 -50 -251 0
  50 -99 2

Risiken im Zusammenhang mit der IBOR-Reform

Das Unternehmen hat Darlehen im Bestand, deren Verzinsung zu variablen Referenzzinssätzen erfolgt, die der IBOR-Reform unterliegen und deren Umstellung auf alternative Referenzzinssätze noch nicht erfolgt ist. Dabei handelt es sich um ein USD-Schuldscheindarlehen mit einem Buchwert von 7,0 Mio. EUR bzw. einem Nominalvolumen von 7,5 Mio. USD mit Laufzeit bis 2024, deren Verzinsung mit dem USD-LIBOR erfolgt. Es wird erwartet, dass der USD-LIBOR im Juni 2023 auf einen alternativen Referenzzinssatz umgestellt wird. Zudem bestehen zwei bilaterale Kreditlinien mit einem Volumen von jeweils 18,3 Mio. EUR u. a. bzgl. des USD-LIBORs, die zum 31. Dezember 2022 nicht in USD in Anspruch genommen wurden. Die übrigen im GRAMMER Konzern verwendeten Referenzzinssätze wurden bereits im Geschäftsjahr 2021 umgestellt oder es wurden entsprechend Kreditverträge angepasst. Aus der IBOR-Reform ergeben sich für GRAMMER keine Risiken.

Ineffektivität von Sicherungsbeziehungen

Die Effektivität von Sicherungsbeziehungen wird jeweils zu Beginn der Sicherungsbeziehung und durch regelmäßige prospektive Beurteilungen bestimmt, um sicherzustellen, dass zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument eine wirtschaftliche Beziehung besteht.

Bei Absicherungen von Fremdwährungstransaktionen bildet der Konzern Sicherungsbeziehungen, bei denen die Vertragsmodalitäten der Sicherungsinstrumente im Durchschnitt mit denen im jeweiligen Monat abgesicherten Grundgeschäften übereinstimmen. Zur Beurteilung der Effektivität der Sicherungsbeziehung wird die Dollar-Offset-Methode verwendet.

Bei Absicherungen von Fremdwährungstransaktionen besteht Ineffektivität möglicherweise dann, wenn sich der Zeitpunkt der geplanten Transaktion gegenüber der ursprünglichen Schätzung ändert oder wenn Änderungen des Ausfallrisikos von GRAMMER oder der Gegenpartei des Derivats eintreten. In den Geschäftsjahren 2022 und 2021 bestand keine Ineffektivität im Hinblick auf Fremdwährungsderivate.

Bei der Absicherung von Zinsrisiken besteht zwischen dem variabel verzinslichen Darlehen (Grundgeschäft) und dem Zinsswap (Sicherungsinstrument) eine wirtschaftliche Beziehung, da die Konditionen des Zinsswaps denjenigen des variabel verzinslichen Darlehens entsprechen; (dies gilt für den Nominalbetrag, die Laufzeit, die Zahlungs- und die Zinsanpassungstermine). Das zugrunde liegende Risiko des Zinsswaps ist mit dem der abgesicherten Risikokomponente identisch. Daher besteht für die Sicherungsbeziehung ein Absicherungsverhältnis von 1:1. Zur Beurteilung der Effektivität der Sicherungsbeziehung wird ebenfalls die Dollar-Offset-Methode verwendet.

Die Ineffektivität von Absicherungen mit Zinsswaps wird nach denselben Grundsätzen wie für Fremdwährungsverkäufe beurteilt. Ein Grund für die Ineffektivität einer Sicherungsbeziehung können Anpassungen für das Ausfallrisiko der Vertragsparteien des Zinsswaps (credit value/debit value adjustments), die nicht durch Wertänderungen des gesicherten Kredits ausgeglichen werden, sein. Ebenfalls zu Ineffektivität können Unterschiede der Vertragsbedingungen zwischen Zinsswaps und gesicherten Krediten führen. In den Geschäftsjahren 2022 und 2021 bestand keine Ineffektivität im Hinblick auf Zinsswaps.

Liquiditätsrisiko

Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken durch einen angemessenen Kreditverfügungsrahmen in Höhe von 465,7 Mio. EUR (Vj. 448,3 Mio. EUR) bei Banken sowie durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows und Abstimmungen der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Ziel ist es, das Gleichgewicht zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und der Sicherstellung der Flexibilität durch Nutzung von Kontokorrentkrediten, Darlehen, Schuldverschreibungen, Factoring, aktivierten Leasingverhältnissen und Mietkaufverträgen zu wahren.

Zum 31. Dezember 2022 verfügte der Konzern über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 136,3 Mio. EUR (Vj. 192,1 Mio. EUR), für die alle für die Inanspruchnahme notwendigen Bedingungen bereits erfüllt waren. Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert ersichtlich:

TEUR Buchwert Cashflow
2022 2023 2024 - 2026 2027 und danach
Schuldscheindarlehen 86.522 3.723 17.370 81.022
Bankdarlehen 296.407 227.466 63.281 13.045
Kontokorrentkredite (inkl. kurzfristiger        
Verbindlichkeiten aus Factoringverträgen) ggü. Kreditinstituten 73.038 73.038 0 0
Kurz- und langfristige Finanzschulden 455.967 304.227 80.651 94.067
Kurz- und langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 307.888 306.197 1.255 802
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 79.879 20.028 36.984 37.671
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 2.003 2.003 0 0
Kurz- und langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 81.882 22.031 36.984 37.671
Zinsderivate 0 0 0 0
Währungsderivate 0      
Zahlungseingänge   0    
Zahlungsausgänge   0    
Derivate 0 0 0 0
  845.737 632.455 118.890 132.540
TEUR Buchwert Cashflow
2021 2022 2023 - 2025 2026 und danach
Schuldscheindarlehen 129.012 46.896 16.980 83.392
Bankdarlehen 247.366 152.542 80.491 21.616
Kontokorrentkredite (inkl. kurzfristiger Verbindlichkeiten aus Factoringverträgen) ggü. Kreditinstituten 69.084 69.084 0 0
Kurz- und langfristige Finanzschulden 445.462 268.522 97.471 105.008
Kurz- und langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 269.396 269.139 263 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 84.988 19.504 39.158 41.883
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 2.839 2.839 0 0
Kurz- und langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 87.827 22.343 39.158 41.883
Zinsderivate 54 53 0 0
Währungsderivate 305      
Zahlungseingänge   -12.073    
Zahlungsausgänge   12.203    
Derivate 359 183 0 0
  803.044 560.187 136.892 146.891

Einbezogen wurden alle Instrumente, die am Bilanzstichtag im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Planzahlen für künftige neue Verbindlichkeiten fließen nicht ein. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskassakurs umgerechnet. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitband zugeordnet. Die variablen Zinszahlungen aus originären Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem Bilanzstichtag gefixten Zinssätze ermittelt. Bei den Zinsderivaten werden die Nettozahlungen angegeben, wobei die Zahlungsströme der variablen Seite über die jeweiligen Terminzinssätze errechnet wurden.

Bei den Devisenderivaten werden neben den Zahlungsausgängen auch die korrespondierenden Zahlungseingänge angegeben, da die Derivate in der Regel nicht netto mittels Barausgleich erfüllt werden, sondern durch Bereitstellung der Gegenwährung.

Kapitalsteuerung

Die Kapitalsteuerung hat zum Ziel, einerseits eine hohe Bonität sicherzustellen und andererseits eine angemessene Eigenkapitalquote beizubehalten. Mit dieser Zielsetzung steuert der Konzern seine Kapitalstruktur und passt diese unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Zielsetzung an.

Der Konzern überwacht seine Kapitalstruktur anhand des Verschuldungsgrades (Leverage) und Gearings. Die Kennzahl Leverage beschreibt das Verhältnis von EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen) zur Nettoverschuldung. Die Nettoverschuldung beinhaltet die lang- und kurzfristigen Finanzschulden und die lang- und kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten abzüglich der Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen. Die Kennzahl Gearing beschreibt das Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital.

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Langfristige Finanzschulden 157.807 182.036
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 63.211 68.719
Kurzfristige Finanzschulden 298.160 263.426
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 18.671 19.467
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen -108.587 -113.441
Nettoverschuldung 429.262 420.207
Eigenkapital 301.108 345.550
Eigenkapitalquote 21 % 23 %
Gearing 143 % 122 %
EBITDA 117.440 103.083
Leverage 3,7 4,1

Im Rahmen von Darlehens- und Kreditverträgen wurden auch Financial Covenants vereinbart, die sich im Wesentlichen auf die beiden Kennzahlen Leverage und Gearing beziehen. Die bereits im Geschäftsjahr 2020 für die Perioden bis zum 31. Dezember 2022 angepassten Financial Covenants wurden für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 geändert. Zum Berechnungsstichtag 31. Dezember 2023 treten die ursprünglichen Vertragskonditionen wieder in Kraft.

31. Bestehen von Beteiligungen an der Gesellschaft nach § 33 WpHG

Nach § 33 Abs. 1 oder Abs. 2 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) haben Anleger:innen, die durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise bestimmte Anteile an Stimmrechten der Gesellschaft erreichen, über- oder unterschreiten, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von vier Handelstagen mitzuteilen. Der niedrigste Schwellenwert für diese Mitteilungspflicht ist 3 %. Der Gesellschaft wurden folgende zum 31. Dezember 2022 bestehende Beteiligungen nach § 33 WpHG mitgeteilt (die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Mitteilung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der jeweils letzten Stimmrechtsmitteilung an die GRAMMER AG entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein):

Frau Bifeng Wu, Herr Yiping Wang und Herr Jimin Wang, China, haben uns am 14.10.2019 und am 11.12.2019 nach § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der GRAMMER AG (ISIN: DE0005895403) weiterhin die Schwelle von 75 % überschritten hat und 84,23 % (10.618.681 Stimmrechte) beträgt. Davon werden Frau Bifeng Wu, Herrn Yiping Wang und Herrn Jimin Wang 84,23 % (10.618.681 Stimmrechte) gemäß § 34 WpHG zugerechnet. Von folgendem Unternehmen werden Stimmrechte zugerechnet: Jiye Auto Parts GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, ein indirektes Tochterunternehmen der Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd., Ningbo, China.

(veröffentlicht am 16. Dezember 2019)

Alle der GRAMMER AG nach §§ 33 ff. WpHG zugegangenen Mitteilungen sind auf der Website der Gesellschaft und der Plattform der Deutschen Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität mbH einsehbar.

32. Sonstige Angaben

Personal / Beschäftigte

Die folgende Tabelle beinhaltet die Mitarbeiter:innen im Jahresdurchschnitt:

2022 2021
Gewerbliche Mitarbeiter:innen 11.033 11.123
Angestellte 3.011 2.883
Gesamt 14.044 14.006

Hochinflation

In IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" werden allgemeine Leitlinien für die Beurteilung, ob die Volkswirtschaft eines bestimmten Rechtskreises als hochinflationär anzusehen ist, definiert und zur Verfügung gestellt. Allerdings nennt das IASB keine bestimmten Rechtskreise. Die International Practices Task Force (IPTF) des US-amerikanischen Instituts "Zentrum für Prüfungsqualität" beobachtet den Status "hochinflationärer" Länder. Die Kriterien der Task Force für die Identifizierung solcher Länder ähneln denen für die Identifizierung "hochinflationärer Volkswirtschaften" nach IAS 29. Zu den Ländern, in denen die vorhergesagte kumulative Inflation in den letzten drei Jahren über 100 % betrug, gehörte auch Argentinien.

Aufgrund dieser Einstufung werden die Auswirkungen der Anwendung des IAS 29 jährlich überprüft. Aus der Anwendung des IAS 29 ergab sich im Geschäftsjahr 2022 eine Erhöhung des Umsatzes um 1,8 Mio. EUR, des EBIT um 0,2 Mio. EUR sowie des Ergebnisses nach Steuern um 0,1 Mio. EUR. Im Geschäftsjahr 2021 ergab sich eine Erhöhung des Umsatzes um 0,7 Mio. EUR, des EBIT um 0,1 Mio. EUR sowie des Ergebnisses nach Steuern um 0,1 Mio. EUR.

Honorare der Abschlussprüferin im Sinne von § 314 Absatz 1 Nr. 9 HGB

Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar der Konzernabschlussprüferin, Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Nürnberg, beträgt für die Abschlussprüfung 1.094,6 TEUR, wovon 158,7 TEUR der Vorjahresprüfung zuzurechnen sind. Im Vorjahr wurden 1.089,6 TEUR als Honorar der Abschlussprüferin erfasst, wovon 356,4 TEUR der Vorjahresprüfung (2020) zuzurechnen waren. Gebühren für Steuerberatungsleistungen, für sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen und für sonstige Leistungen sind weder im aktuellen Geschäftsjahr noch im Vorjahr angefallen.

Zusätzliche Aufwendungen der Konzernabschlussprüferin, Ernst & Young GmbH, im Zusammenhang mit der Prüfung der Konzernabschlussprüfung für den Ningbo Jifeng Konzern belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 67,4 TEUR (Vj. 64,1 TEUR) und sind aufgrund einer direkten Weiterverrechnung an Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd., Ningbo, China, nicht im Honorar der Konzernabschlussprüferin dargestellt.

Bezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats

Die Bezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats sind folgender Tabelle zu entnehmen:

TEUR 2022 2021
Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen 1.745 2.098
Der Aufsichtsrat erhielt Gesamtbezüge von 704 566

Die Gesamtbezüge des Vorstands sind insgesamt in Höhe von -134 TEUR (Vj. -118 TEUR) durch Vorjahresbeträge beeinflusst.

Die Gesamtbezüge des Vorstands entfallen mit 1.549 TEUR (Vj. 1.909 TEUR) auf kurzfristig fällige Leistungen und mit 196 TEUR (Vj. 189 TEUR) auf andere langfristig fällige Leistungen.

Hinsichtlich des Vergütungssystems der GRAMMER AG und der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht nach § 162 AktG verwiesen. Dieser wird auf der Unternehmens-Website unter www.grammer.com im Bereich "UNTERNEHMEN" unter "Management" - "Vorstand" veröffentlicht.

Aufgrund der Änderung der Vorstandsdienstverträge im Geschäftsjahr 2021 bestehen keine Versorgungsverpflichtungen der GRAMMER AG gegenüber ihren amtierenden Vorstandsmitgliedern mehr. Die Vorstandsmitglieder erhalten stattdessen beitragsorientierte Zuschüsse zu ihrer eigenen Altersvorsorge, die in den oben genannten Gesamtbezügen enthalten sind. Mitglieder des Vorstands erhalten vom Unternehmen keine Kredite.

An frühere Mitglieder der Geschäftsführung bzw. des Vorstands und ihre Hinterbliebenen wurden aufgrund von Versorgungszusagen von der Gesellschaft 2.452 TEUR (Vj. 283 TEUR) bezahlt. Weiterhin wurde im Geschäftsjahr eine im Jahr 2019 für ehemalige Vorstandsmitglieder vorgenommene Verminderung der Ansprüche auf Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung, deren abschließende Bewertung im Zusammenhang mit den in den Jahren 2020 bzw. 2021 endenden Performance-Perioden stehen, teilweise um 652 TEUR rückgängig gemacht. Dies beruht auf einer erneuten Bewertung der Durchsetzbarkeit der Forderungen.

Die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung bzw. des Vorstands und deren Hinterbliebene betragen zum Stichtag insgesamt 7.391 TEUR (Vj. 8.764 TEUR) und sind gemäß IAS 19 (überarbeitet) zurückgestellt.

Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht nach § 162 AktG verwiesen. Dieser wird auf der Unternehmens-Website unter www.grammer.com im Bereich "UNTERNEHMEN" unter "Aufsichtsrat" veröffentlicht.

Für persönlich erbrachte Leistungen von Aufsichtsratsmitgliedern wurden - mit Ausnahme der arbeitsvertraglich vereinbarten Bezüge der Arbeitnehmervertreter:innen - neben der Aufsichtsratsvergütung keine weiteren Vergütungen bezahlt oder Vorteile gewährt. Bezüge nach Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat aufgrund früherer Mitgliedschaft wurden nicht gewährt und sind auch nicht Bestandteil der Aufsichtsratsvergütung.

33. Corporate Governance - Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 315d HGB in Verbindung mit § 289f HGB mit der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG) wurde abgegeben und kann dauerhaft auf der Unternehmens-Website unter www.grammer.com im Bereich "INVESTOR RELATIONS" unter "Corporate Governance" - "Überblick" eingesehen werden.

 

Ursensollen, 20. März 2023

Jens Öhlenschläger

Jurate Keblyte

Der Vorstand der GRAMMER AG

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