Sparkasse Germersheim-KandelLiquidiert

Kandel

Stammdaten

Register
Amtsgericht Landau HRA 21278
Eingetragen
23.11.1999
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist das Betreiben aller banküblichen Geschäfte im Sinne des Sparkassengesetzes für Rheinland-Pfalz.

Historie

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Management

NameRolle
Svend Larsen
seit 19.8.2020
Vorstandsmitglied
Achim Seiler
seit 22.8.2017
Vorstandsmitglied
Siegmar Müller
seit 26.1.2006
Vorsitzender des Vorstands

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sparkasse Germersheim-Kandel

Kandel

Jahresabschluss der Sparkasse Germersheim-Kandel zum 31.12.2019

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019

der Sparkasse Germersheim-Kandel
Sitz Kandel
eingetragen beim Amtsgericht Landau
Handelsregister-Nr. HRA 21278

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2019

Aktivseite

EUR EUR EUR 31.12.2018
TEUR
1. Barreserve        
a) Kassenbestand   13.289.147,23   11.024
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank   113.640.316,86   93.414
      126.929.464,09 104.438
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind        
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen   0,00   0
b) Wechsel   0,00   0
      0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute        
a) täglich fällig   1.597.944,91   2.092
b) andere Forderungen   30.027.338,99   10.651
      31.625.283,90 12.743
4. Forderungen an Kunden     1.297.071.365,87 1.234.928
darunter: durch Grundpfandrechte gesichert 578.778.333,73 EUR       (567.315)
Kommunalkredite 76.224.455,23 EUR       (69.701)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere        
a) Geldmarktpapiere        
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00     0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 EUR       (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00     0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 EUR       (0)
    0,00   0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen        
ba) von öffentlichen Emittenten 49.151.718,41     39.656
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 44.758.303,54 EUR       (39.656)
bb) von anderen Emittenten 313.467.320,91     329.041
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 189.325.249,41 EUR       (299.079)
    362.619.039,32   368.696
c) eigene Schuldverschreibungen   0,00   0
Nennbetrag 0,00 EUR       (0)
      362.619.039,32 368.696
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere     131.536.854,72 125.271
6a. Handelsbestand     0,00 0
7. Beteiligungen     12.357.989,50 12.283
darunter: an Kreditinstituten 0,00 EUR       (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 613.068,15 EUR       (613)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen     0,00 0
darunter: an Kreditinstituten 0,00 EUR       (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 EUR       (0)
9. Treuhandvermögen     20.555,65 33
darunter: Treuhandkredite 20.555,65 EUR       (33)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch     0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte        
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte   0,00   0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten   15.070,00   46
c) Geschäfts- oder Firmenwert   0,00   0
d) geleistete Anzahlungen   0,00   0
      15.070,00 46
12. Sachanlagen     16.786.611,16 17.778
13. Sonstige Vermögensgegenstände     1.669.710,31 1.648
14. Rechnungsabgrenzungsposten     139.908,42 211
Summe der Aktiva     1.980.771.852,94 1.878.074

Passivseite

       
EUR EUR EUR 31.12.2018
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten        
a) täglich fällig   27.593.429,09   0
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist   99.222.824,56   98.989
      126.816.253,65 98.989
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden        
a) Spareinlagen        
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 468.892.915,27     514.068
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 10.726.189,25     14.740
    479.619.104,52   528.808
b) andere Verbindlichkeiten        
ba) täglich fällig 1.091.375.135,33     978.662
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 20.308.871,96     14.747
    1.111.684.007,29   993.409
      1.591.303.111,81 1.522.217
3. Verbriefte Verbindlichkeiten        
a) begebene Schuldverschreibungen   0,00   0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten   0,00   0
darunter: Geldmarktpapiere 0,00 EUR       (0)
      0,00 0
3a . Handelsbestand     0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten     20.555,65 33
darunter: Treuhandkredite 20.555,65 EUR       (33)
5. Sonstige Verbindlichkeiten     502.891,50 942
6. Rechnungsabgrenzungsposten     343.617,80 291
7. Rückstellungen        
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen   15.330.513,00   14.099
b) Steuerrückstellungen   26.500,00   8
c) andere Rückstellungen   8.767.508,39   8.250
      24.124.521,39 22.357
8. (weggefallen)        
9. Nachrangige Verbindlichkeiten     0,00 0
10. Genussrechtskapital     0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 EUR       (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken     89.500.000,00 87.500
12. Eigenkapital        
a) gezeichnetes Kapital   15.193.094,66   15.351
b) Kapitalrücklage   0,00   0
c) Gewinnrücklagen        
ca) Sicherheitsrücklage 131.126.585,13     128.222
cb) andere Rücklagen 0,00     0
    131.126.585,13   128.222
d) Bilanzgewinn   1.841.221,35   2.172
      148.160.901,14 145.745
Summe der Passiva     1.980.771.852,94 1.878.074
1. Eventualverbindlichkeiten        
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln   0,00   0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen   14.323.195,11   9.094
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten   0,00   0
      14.323.195,11 9.094
2. Andere Verpflichtungen        
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften   0,00   0
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen   0,00   0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen   108.209.354,99   124.092
      108.209.354,99 124.092

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

1.1.-31.12.2018
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus        
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 31.852.792,18     33.214
abgesetzte negative Zinsen 196.683,20 EUR       (137)
aus der Abzinsung von Rückstellungen 0,00 EUR       (0)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 3.387.955,62     4.104
abgesetzte negative Zinsen 0,00 EUR       (0)
    35.240.747,80   37.318
2. Zinsaufwendungen   10.478.713,79   7.906
abgesetzte positive Zinsen 176.839,16 EUR       (169)
aus der Aufzinsung von Rückstellungen 1.378.534,40 EUR       (1277)
      24.762.034,01 29.412
3. Laufende Erträge aus        
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren   3.143.998,14   3.931
b) Beteiligungen   569.958,93   586
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen   0,00   0
      3.713.957,07 4.517
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen     0,00 0
5. Provisionserträge   13.075.163,26   13.058
6. Provisionsaufwendungen   1.162.154,08   931
      11.913.009,18 12.127
7. Nettoertrag des Handelsbestands     0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge     1.021.311,57 1.696
aus der Fremdwährungsumrechnung 46.730,32 EUR       (10)
9. (weggefallen)     41.410.311,83 47.751
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen        
a) Personalaufwand        
aa) Löhne und Gehälter 17.008.382,24     17.392
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 5.343.151,62     6.113
darunter: für Altersversorgung 1.916.372,76 EUR       (3.016)
    22.351.533,86   23.505
b) andere Verwaltungsaufwendungen   9.782.605,53   8.431
      32.134.139,39 31.937
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen     1.834.816,06 2.078
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen     1.436.664,58 823
aus der Fremdwährungsumrechnung 50.469,41 EUR       (12)
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft   0,00   1.790
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft   1.737.355,09   0
      1.737.355,09 1.790
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere   0,00   4
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren   0,00   0
      0,00 4
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme     0,00 0
18. Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken     2.000.000,00 3.500
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit     5.742.046,89 7.619
20. Außerordentliche Erträge   0,00   0
21. Außerordentliche Aufwendungen   0,00   0
22. Außerordentliches Ergebnis     0,00 0
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   2.310.025,66   3.357
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen   90.799,88   91
      2.400.825,54 3.447
25. Jahresüberschuss     3.341.221,35 4.172
26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr     0,00 0
      3.341.221,35 4.172
27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen        
a) aus der Sicherheitsrücklage   0,00   0
b) aus anderen Rücklagen   0,00   0
      0,00 0
      3.341.221,35 4.172
28. Einstellungen in Gewinnrücklagen        
a) in die Sicherheitsrücklage   1.500.000,00   2.000
b) in andere Rücklagen   0,00   0
      1.500.000,00 2.000
29. Bilanzgewinn     1.841.221,35 2.172

ANHANG

A. ALLGEMEINE ANGABEN:

Der Jahresabschluss wurde nach den für Kreditinstitute geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung richtet sich nach den vorgeschriebenen Formblättern.

Bei der Fristengliederung nach den Vorschriften der §§ 8 und 9 RechKredV blieben anteilige Zinsen unberücksichtigt (§ 11 Satz 3 RechKredV).

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN:

Forderungen an Kunden und Kreditinstitute haben wir grundsätzlich mit ihrem Nennbetrag angesetzt. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene Disagien werden auf deren Laufzeit bzw. Festzinsbindungsdauer verteilt. Von Dritten erworbene Schuldscheindarlehen wurden mit den Anschaffungskosten angesetzt. Von einer Vereinnahmung von Zinserträgen wird - ungeachtet des Rechtsanspruches - dann abgesehen, wenn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Realisierung der Zinserträge nicht zu erwarten ist. Für akute Ausfallrisiken haben wir bei Forderungen in Höhe des zu erwartenden Ausfalls Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Außerdem haben wir auf Grundlage der Erfahrungen der Vergangenheit bemessene Pauschalwertberichtigungen auf den latent gefährdeten Forderungsbestand gebildet. Für die besonderen Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute wurde zusätzliche Vorsorge getroffen.

Sämtliche Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip mit ihren Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet.

Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die festverzinslichen Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir abweichend zum Vorjahr die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFiD II (Markets in Financial Instruments Directive- Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden. Auf Basis der neuen Abgrenzungskriterien liegen für die festverzinslichen Wertpapiere weit überwiegend nicht aktive Märkte vor.

In den Fällen, in denen wir nicht von einem aktiven Markt ausgehen konnten (insgesamt 338,2 Mio. Euro Nominalvolumen der festverzinslichen Wertpapiere), haben wir die Bewertung anhand von Kursen des Kursinformationsanbieters Reuters vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted Cashflow-Modell zugrunde liegt.

Bei Wertpapieren, bei denen ein aktiver Markt identifiziert werden konnte, wurde der niedrigere beizulegende Wert aus dem jeweiligen Börsen- oder Marktpreis am Bilanzstichtag abgeleitet.

Wertpapiere, die wir im Rahmen der Wertpapierleihe verleihen, weisen wir unter Aktivposten 5. "Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere" aus, da die aus ihnen resultierenden wesentlichen Chancen und Risiken bei der Sparkasse verbleiben. Ende 2019 belief sich der Buchwert der verliehenen Wertpapiere auf 89,7 Mio. Euro (Ende 2018: 124,1 Mio. Euro).

Beteiligungen wurden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet. Abschreibungen wurden auch bei vorübergehender Wertminderung vorgenommen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer bilanziert. Bei Einbauten in gemieteten Gebäuden wurde die Vertragsdauer angesetzt, wenn sie kürzer ist als die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Vermögensgegenstände von geringem Wert, deren Anschaffungskosten 250 Euro nicht übersteigen, wurden aus Vereinfachungsgründen sofort als Aufwand erfasst. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 800 Euro wurden in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen im Anschaffungsjahr voll abgeschrieben. Bis 2017 erworbene geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten zwischen 150 Euro und 1.000 Euro wurden in einen Sammelposten eingestellt, der jährlich mit einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst wird.

Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Unterschied zwischen Erfüllungs- und niedrigerem Ausgabebetrag wurde unter den Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen.

Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen wurden auf Basis eines versicherungsmathematischen Gutachtens nach einem modifizierten Teilwertverfahren ermittelt. Die Rückstellungen wurden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Dieser Zinssatz beträgt 2,71 %. Für die Berechnungen wurden außerdem jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,0 % sowie Rentensteigerungen von jährlich 2,5 % unterstellt. Die zugrunde gelegten biometrischen Daten ergeben sich aus den Richttafeln 2018G der HEUBECK AG. Aufgrund einer gesetzlichen Neuregelung wird für die Abzinsung der Pensionsrückstellungen seit 2016 ein Durchschnittszinssatz angewendet, dem ein zehnjähriger Betrachtungszeitraum zugrunde liegt. Gegenüber dem vorher zugrunde gelegten siebenjährigen Betrachtungszeitraum ergibt sich ein um 1,5 Mio. Euro niedrigerer Ausweis der Pensionsrückstellungen; dieser Unterschiedsbetrag unterliegt der Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB. Aufgrund bereits erfolgter Gewinnthesaurierungen in den Vorjahren resultiert daraus keine Ausschüttungssperre für den Jahresabschluss des Geschäftsjahres.

Für Beihilfeverpflichtungen gegenüber den berechtigten Mitarbeitern und Pensionären wurden Rückstellungen, die in Anlehnung an die Berechnung der Pensionsrückstellungen nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt wurden, gebildet.

Soweit im Übrigen Rückstellungen erforderlich waren, wurden sie in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Soweit erforderlich wurden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Ursprungslaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Für diese (langfristigen) Rückstellungen wurde die Abzinsung auch im letzten Laufzeitjahr vorgenommen. Rückstellungen mit einer Ursprungslaufzeit von einem Jahr oder weniger werden nicht abgezinst. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes und der Restlaufzeit wurden im Posten 2 der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Aufgrund unserer zur Gewährleistung einer verlustfreien Bewertung zum Bilanzstichtag nach den Vorgaben der IDW-Stellungnahme zur Rechnungslegung IDW RS BFA 3 n. F. durchgeführten Gesamtbetrachtung sämtlicher bilanziellen und außerbilanziellen zinstragenden Geschäfte des Zinsbuchs im Rahmen eines barwertigen Verfahrens besteht kein Verpflichtungsüberhang, dem durch die Bildung einer Drohverlustrückstellung gemäß § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB Rechnung zu tragen gewesen wäre.

Für Sparkassen ist im Jahr 2018 eine bundesweit einheitliche Methodik zur quantitativen Ermittlung von nicht-passivierten mittelbaren Pensionsverpflichtungen nach Rechtsauffassung des IDW entwickelt worden. Die Sparkasse hat ihren Arbeitnehmern Leistungen der betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des "Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes - Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu verschaffen, ist die Sparkasse Mitglied in der Bayerischen Versorgungskammer, Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden, München (ZKdbG). Die ZKdbG finanziert die Versorgungsverpflichtungen im Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren (Hybridfinanzierung). Hierbei werden im Rahmen eines Abschnittdeckungsverfahrens ein Umlagesatz und ein Zusatzbeitrag bezogen auf die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten Beschäftigten ermittelt. Aus den Zusatzbeiträgen wird gemäß § 64 der ZVK-Satzung innerhalb des Vermögens der ZVK ein separater Kapitalstock aufgebaut. Insgesamt betrug im Geschäftsjahr 2019 der Finanzierungssatz (Umlagesatz und Zusatzbeitrag) 7,75% der umlagepflichtigen Gehälter. Der Umlagesatz bleibt in 2020 unverändert.

Der Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten Mitarbeiter zur Erfüllung des Leistungsanspruchs gemäß ATV-K richtet sich gegen die ZVK, während die Verpflichtung der Sparkasse ausschließlich darin besteht, der ZVK im Rahmen des mit ihr begründeten Mitgliedschaftsverhältnisses die erforderlichen, satzungsmäßig geforderten Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Die Gesamtaufwendungen für die Zusatzversorgung bei versorgungspflichtigen Entgelten von 16,0 Mio. Euro betrugen im Geschäftsjahr 2019 1,2 Mio. Euro.

Nach der vom Institut der Wirtschaftsprüfer e. V. (IDW) in der Stellungnahme zur Rechnungslegung IDW RS HFA 30 n. F. vertretenen Rechtsauffassung begründet die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung bei einem externen Versorgungsträger wie der ZVK handelsrechtlich eine mittelbare Versorgungsverpflichtung. Die ZVK hat im Auftrag der Sparkasse den nach Rechtsauffassung des IDW (vgl. IDW RS HFA 30 n. F.) zu ermittelnden Barwert der auf die Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31.12.2019 ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F. für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2 EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag auf 14,4 Mio. Euro.

Der Barwert der auf die Sparkasse entfallenden Leistungsverpflichtung wurde nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung der ZVK unterstellten jährlichen Rentensteigung von 1,0 % und unter Anwendung der Heubeck-Richttafeln 2005g (modifiziert) ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 2,75 % verwendet, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Da es sich nicht um ein endgehaltbezogenes Versorgungssystem handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der Versorgungseinrichtung per 31.12.2019 liegen derzeit noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31.12.2018 abgestellt wurde.

Der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag bezieht sich auf die Einstandspflicht der Sparkasse gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der die Sparkasse für die Erfüllung der zugesagten Leistung einzustehen hat (Subsidiärhaftung), sofern die ZVK die vereinbarten Leistungen nicht erbringt. Hierfür liegen gemäß der Einschätzung des verantwortlichen Aktuars im Aktuar-Gutachten 2019 für die Sparkasse keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigt der verantwortliche Aktuar der ZVK in diesem Gutachten die Angemessenheit der rechnungsmäßigen Annahmen zur Ermittlung des Finanzierungssatzes und bestätigt auf Basis des versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzips die dauernde Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen der ZVK.

Es besteht ein Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340 g HGB.

Die Umrechnung von Fremdwährungsposten in Euro erfolgte mit dem Eurofixing-Mittelkurs bzw. der Euro-Referenzkurse der EZB des Bilanzstichtages; die Sortenbestände wurden zu den Devisenfixingkursen der Helaba, Frankfurt/Erfurt, bewertet.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR JAHRESBILANZ:

Aktivseite:

31.12.2019
Tsd. Euro
Vorjahr
Tsd. Euro
3. FORDERUNGEN AN KREDITINSTITUTE    
In dieser Position sind enthalten:    
- Forderungen an die eigene Girozentrale 1.004  
Die Unterposition b) - andere Forderungen -gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:    
- bis drei Monate -  
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 30.000  
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre -  
- mehr als fünf Jahre -  
4. FORDERUNGEN AN KUNDEN    
In dieser Position sind enthalten:    
- Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 8.007 3.769
Diese Position gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:    
- bis drei Monate 23.849  
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 93.533  
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 359.107  
- mehr als fünf Jahre 790.261  
- mit unbestimmter Laufzeit 30.032  

Im Rahmen des so genannten Pfandbrief-Poolings wurden grundpfandrechtlich besicherte Kundenforderungen (Hypothekendarlehen) an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) veräußert. Zum 31.12.2019 beträgt der Buchwert dieser Forderungen 1.746 Tsd. Euro. Der Sparkasse eröffnet sich damit die Möglichkeit einer Refinanzierung über Pfandbriefe, ohne selbst ein eigenes Pfandbriefgeschäft aufbauen zu müssen. Die LBBW kann die Forderungen als Deckungswerte im Rahmen der Emission von Hypothekenpfandbriefen einsetzen. Aufgrund der vertraglichen Rückübertragungsmöglichkeiten verbleibt das wirtschaftliche Eigentum an den Forderungen bei der Sparkasse. Sie weist deshalb die Forderungen weiterhin in ihrer Bilanz unter Aktivposten 4. "Forderungen an Kunden" sowie in dem Darunterausweis "durch Grundpfandrechte gesichert" aus.

31.12.2019
Tsd. Euro
Vorjahr
Tsd. Euro
5. SCHULDVERSCHREIBUNGEN UND ANDERE FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE    
In der Unterposition b) - Anleihen und Schuldverschreibungen - sind enthalten:    
- nachrangige Forderungen 10.103 10.103
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren sind    
- börsennotiert 348.373  
- nicht börsennotiert 14.246  
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren werden im Folgejahr fällig: 39.935  
6. AKTIEN UND ANDERE NICHT FESTVERZINSLICHE    
WERTPAPIERE    
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren sind    
- börsennotiert 8.465  
- nicht börsennotiert 123.072  

Die Sparkasse hält alle Anteile an einem Spezial-Sondervermögen, das überwiegend in Rentenwerten investiert ist, mit einem Buchwert von 97,8 Mio. Euro und einem Marktwert (Rücknahmepreis) von 115,7 Mio. Euro. Die in 2019 erfolgte Ausschüttung beläuft sich auf 1,8 Mio. Euro.

9. TREUHANDVERMÖGEN

Das ausgewiesene Treuhandvermögen stellt in voller Höhe Forderungen an Kunden (Aktivposten 4) dar.

31.12.2019
Tsd. Euro
Vorjahr
Tsd. Euro
12. SACHANLAGEN    
In dieser Position sind enthalten:    
- im Rahmen der eigenen Tätigkeit genutzte Grundstücke und Gebäude 10.734 11.590
- Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.967 1.992
13. SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE    
In dieser Position sind nachrangige Vermögensgegenstände enthalten in Höhe von - 500
14. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN    
In dieser Position sind Unterschiedsbeträge zwischen Erfüllungs- und niedrigerem Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten oder Anleihen enthalten. 14 27

MEHRERE POSITIONEN DER AKTIVSEITE BETREFFENDE ANGABEN

Von den auf der Aktivseite ausgewiesenen Vermögensgegenständen lauten insgesamt 5.404 Tsd. Euro auf Fremdwährung.

ANLAGENSPIEGEL

Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in Tsd. Euro)
Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Stand am 1.1. des Geschäftsjahres Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 31.12. des Geschäftsjahres Stand am 1.1. des Geschäftsjahres
Beteiligungen 17.960 75 - - 18.035 5.677
Immaterielle Anlagewerte 585 10 10 - 585 540
Sachanlagen 69.325 806 475 - 69.656 51.547
Sonstige Vermögensgegenstände 500 - 500 - 0 0
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in Tsd. Euro)
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Abschreibungen im Geschäftsjahr Zuschreibungen im Geschäftsjahr Änderungen der gesamten kumulierten Abschreibungen im Zusammenhang mit Stand am 31.12. des Geschäftsjahres
Zugängen Abgängen Umbuchungen
Beteiligungen - - - - - 5.677
Immaterielle Anlagewerte 40 - - 10 - 570
Sachanlagen 1.794 - - 472 - 52.869
Sonstige Vermögensgegenstände - -   - - 0
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in Tsd. Euro)
Buchwerte (ohne anteilige Zinsen)
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres Stand am 31.12. des Vorjahres
Beteiligungen 12.358 12.283
Immaterielle Anlagewerte 15 46
Sachanlagen 16.787 17.778
Sonstige Vermögensgegenstände 0 500

PASSIVSEITE:

31.12.2019
Tsd. Euro
Vorjahr
Tsd. Euro
1. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN    
In dieser Position sind enthalten:    
- Verbindlichkeiten gegenüber der eigenen Girozentrale 124.658  
Die Unterposition b) - mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:    
- bis drei Monate 2.380  
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 6.294  
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 29.130  
- mehr als fünf Jahre 60.730  
Der Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände für die in dieser Position enthaltenen Verbindlichkeiten beläuft sich auf insgesamt 96.437  
2. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KUNDEN    
Die Unterposition a) ab) - Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten - gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:    
- bis drei Monate 4.043  
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 6.035  
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 647  
- mehr als fünf Jahre -  
Die Unterposition b) bb) - andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist -gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:    
- bis drei Monate 3.597  
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 10.003  
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 6.208  
- mehr als fünf Jahre 460  

4. TREUHANDVERBINDLICHKEITEN

Bei den Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Passivposten 1).

6. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

In dieser Position ist der Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und niedrigerem Auszahlungsbetrag von Forderungen in Höhe von 208 Tsd. Euro (Vorjahr: 196 Tsd. Euro) enthalten.

MEHRERE POSITIONEN DER PASSIVSEITE BETREFFENDE ANGABEN

Von den auf der Passivseite ausgewiesenen Verbindlichkeiten lauten insgesamt 979 Tsd. Euro auf Fremdwährung.

PASSIVSEITE UNTER DEM STRICH

1. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN

Im Zuge von Erschließungsmaßnahmen im Landkreis Germersheim haben die Terramag GmbH, Hanau, (im folgenden Terramag genannt) und die Kommunalbau Rheinland-Pfalz GmbH, Mainz, (im folgenden Kommunalbau genannt) auf Anregung und Vermittlung der Sparkasse Germersheim-Kandel Erschließungsverträge gemäß §124BauGB mit den Kommunen und Versorgungsbetrieben der Erschließungsgebiete geschlossen.

In ergänzenden Verträgen zwischen der Sparkasse und der Terramag sowie der Kommunalbau hat sich die Sparkasse u. a. verpflichtet, Verluste, die der Terramag bzw. der Kommunalbau aus welchen Gründen auch immer aus der Durchführung von Erschließungsprojekten sowie aus dem An- und Verkauf von Grundstücken in Erschließungsgebieten entstehen, zu übernehmen, ohne dass die Sparkasse von der Terramag bzw. der Kommunalbau einen Ausgleich verlangen kann.

Diese Verlustübernahmeverpflichtung ist unter dem Posten Nr. 1. b) der Eventualverbindlichkeiten als Merkposten ausgewiesen. Zum Bilanzstichtag 31.12.2019 ergaben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass die Sparkasse aus dieser Verpflichtung in Anspruch genommen werden könnte.

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG:

25. JAHRESÜBERSCHUSS

Von dem Jahresüberschuss in Höhe von 3.341 Tsd. Euro wurden 1.500 Tsd. Euro vorweg in die Sicherheitsrücklage eingestellt, so dass sich ein Bilanzgewinn von 1.841 Tsd. Euro ergibt. Der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns sieht unter Beachtung der Hinweise der BaFin zur mindestens temporären Aussetzung der Gewinnausschüttung vor, den gesamten Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2019 der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

E. SONSTIGE ANGABEN:

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt sind ("Nachtragsbericht")

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus im ersten Quartal 2020 betrachten wir als einen Vorgang von besonderer Bedeutung, welcher negative Auswirkungen auf die Entwicklung unserer Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben wird. Das Ausmaß dieses Vorgangs und dessen negative Auswirkung auf den handelsrechtlichen Jahresabschluss der Sparkasse Germersheim-Kandel zum 31.12.2020 ist derzeit nur schwer abzuschätzen und kann insofern nicht quantifiziert werden. Die negativen Folgen für die Sparkasse Germersheim-Kandel werden umso stärker sein, je länger die Pandemie anhält.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Hier werden insbesondere die Anteile an folgenden Unternehmen ausgewiesen:

Name, Sitz Höhe des Kapitalanteils
%
Eigenkapital
Tsd. Euro
Jahresergebnis
Tsd. Euro
Sparkassenverband Rheinland-Pfalz, Mainz 2,9 - -
Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe GmbH & Co. KG, Neuhardenberg 0,2 3.366.585 + 122.030
    (31.12.2018) (2018)
Deutsche Sparkassen Leasing AG & Co. KG, Bad Homburg v. d. Höhe 0,1 652.454 + 50.404
    (30.09.2018) (2017/2018)
Name, Sitz Höhe des Kapitalanteils
%
Eigenkapital
Tsd. Euro
Jahresergebnis
Tsd. Euro
VBG Versicherungsbeteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, München 0,3 1.317.563 + 28.516
    (30.06.2019) (2018/2019)
VBG Versicherungsbeteiligungsverwaltungsgesellschaft mbH, München 0,3 50 0
    (30.06.2019) (2018/2019)
VcS Venture-Capital Südpfalz Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH, Landau in der Pfalz 10,4 1.918 + 56
    (31.12.2018) (2018)
S-Baugrund Südpfalz GmbH, Landau in der Pfalz 50,0 150 -
    (11.04.2019)  

Der übrige Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 HGB ist für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse von untergeordneter Bedeutung.

Angaben gemäß § 340 a Abs. 4 Nr. 1 HGB

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Herr Siegmar Müller, ist Mitglied des Aufsichtsrates der Berlin Hyp AG.

Derivative Finanzinstrumente

Die Sparkasse hat Geschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten abgeschlossen. Die am Bilanzstichtag 2019 noch nicht abgewickelten Geschäfte entfallen mit nominal 214,4 Mio. Euro auf Zinsswapgeschäfte.

Von den Zinsswapgeschäften entfallen nominal 4,4 Mio. Euro auf solche, die mit der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz AdöR zur Absicherung von Zinsgarantien für Festzinsdarlehen der Sparkasse abgeschlossen wurden. Die Zeitwerte beliefen sich Ende 2019 auf insgesamt -0,8 Mio. Euro; sie wurden näherungsweise anhand der in 2019 gezahlten bzw. erhaltenen Ausgleichsbeträge und der durchschnittlichen Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt.

Die übrigen Zinsswapgeschäfte in Höhe von nominal 210,0 Mio. Euro mit einem Zeitwert von insgesamt -9,0 Mio. Euro dienen im Rahmen von Makro-Hedge-Positionen zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken. Für diese Zinsswapgeschäfte wurde der jeweilige Zeitwert als Barwert künftiger Zinszahlungsströme auf Basis der Marktzinsmethode unter Heranziehung der Swap-Zinskurven zum 31.12.2019 ermittelt.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Neben der Mitgliedschaft im Stützungsfonds der rheinland-pfälzischen Sparkassen sind wir Mitglied des Sicherungssystems der Deutschen Sparkassenorganisation, wobei das System der freiwilligen Institutssicherung beibehalten wurde. Zusätzlich erfüllt das Sicherungssystem auch die Anforderungen des Einlagensicherungsgesetzes. Aus diesen Verpflichtungen ist über die laufenden jährlichen Beitragsverpflichtungen hinaus derzeit kein akutes Risiko einer wesentlichen Inanspruchnahme erkennbar.

Organe der Sparkasse

Verwaltungsrat

Vorsitzender

Dr. Brechtel, Fritz, Landrat

Stellvertretende Vorsitzende

Tielebörger, Günther, Bürgermeister a. D., bis 25.06.2019

Niedermeier, Michael, Bürgermeister, ab 25.06.2019

Schaile, Marcus, Bürgermeister

Mitglieder gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 2 SpkG

Brandl, Martin, Mitglied des Landtags

Getto, Hermann, Finanzbeamter i. R., bis 13.09.2019

Hänlein, Dieter, Bürgermeister a. D., bis 13.09.2019

Hör, Reiner, Bürgermeister

Joa, Matthias, Mitglied des Landtags, ab 13.09.2019

Lind, Gudrun, Pharmareferentin i. R., bis 13.09.2019

Loge, Günter, Bahnbeamter i. R.

Merkel, Volker, Prüfer beim Rechnungshof Rheinland-Pfalz, ab 13.09.2019

Paul, Joachim, Schulrektor i. R., bis 13.09.2019

Rapp, Norbert, freier Mitarbeiter (Dipl. Biologe) i. R., ab 13.09.2019

Scherrer, Reinhard, Bürgermeister

Seiter, Harald, Bürgermeister a. D.

Sorge, Wolfgang, selbständig tätiger Rechtsanwalt, ab 13.09.2019

Mitglieder gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 3 SpkG
(Sparkassenmitarbeiter)

Bellaire, Rudi, Sparkassenbetriebswirt, bis 28.02.2019

Heil, Inge, Bankkauffrau, bis 16.05.2019

Held, Michael, Dipl. Betriebswirt (BA), ab 13.09.2019

Kehry, Herbert, Jurist (Ass.jur.), bis 08.06.2019

Oeder, Steven, gepr. Bilanzbuchhalter (IHK), bis 13.09.2019

Reiser, Heidi, Betriebswirtin (WA) Dipl. Inh., ab 13.09.2019

Schweitzer, Elmar, Dipl. Sparkassenbetriebswirt, ab 13.09.2019

Sommer-Helck, Nadine, Dipl. Betriebswirt (BA), ab 13.09.2019

Stöckle, Hans-Joachim, Dipl. Betriebswirt (FH)

Wadlinger, Christian, Sparkassenbetriebswirt

Vorstand

Vorsitzender

Müller, Siegmar

Weitere Vorstandsmitglieder

Dudenhöffer, Peter Seiler, Achim

Gesamtbezüge der Mitglieder des Verwaltungsrates

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Verwaltungsrates betrugen im Geschäftsjahr 62 Tsd. Euro.

Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene

An frühere Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene wurden im Geschäftsjahr Versorgungsbezüge in Höhe von 557 Tsd. Euro gezahlt; die Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis beliefen sich Ende 2019 auf 4.839 Tsd. Euro.

Kreditgewährungen an Vorstand und Verwaltungsrat

Am 31.12.2019 hatte die Sparkasse an Mitglieder des Vorstandes Kredite (einschließlich Haftungsverhältnisse) in Höhe von 344 Tsd. Euro und an Mitglieder des Verwaltungsrates in Höhe von 2.453 Tsd. Euro ausgereicht.

Honorar des Abschlussprüfers

Für Abschlussprüfungen fielen im Geschäftsjahr 2019 Aufwendungen in Höhe von 168 Tsd. Euro an. Außerdem sind Aufwendungen für die Prüfung des Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäfts in Höhe von 29 Tsd. Euro entstanden ("andere Bestätigungsleistungen").

Mitarbeiterinnen

Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

Vollzeitkräfte 196
Teilzeit- und Ultimokräfte 125
  321
Auszubildende 26
Insgesamt: 347

 

Kandel, den 11. Mai 2020

Sparkasse Germersheim-Kandel

Der Vorstand

Müller

Dudenhöffer

Seiler

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31.12.2019

("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Sparkasse Germersheim-Kandel hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31.12.2019 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Germersheim-Kandel besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die Sparkasse Germersheim-Kandel definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands und sonstige betriebliche Erträge. Für den Zeitraum 01.01. bis 31.12.2019 beträgt der Umsatz 41.410 Tsd. Euro.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger zum Jahresende in Vollzeitäquivalenten beträgt 268.

Der Gewinn vor Steuern beträgt 5.742 Tsd. Euro.

Unter Berücksichtigung der Steuern von 2.310 Tsd. Euro ergibt sich ein Nettogewinn von 3.432 Tsd. Euro. Die Steuern betreffen laufende Steuern.

Die Sparkasse Germersheim-Kandel hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Sparkasse Germersheim-Kandel

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Sparkasse Germersheim-Kandel, bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung, für das Geschäftsjahr vom 01.01. bis zum 31.12.2019 sowie den Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse Germersheim-Kandel für das Geschäftsjahr vom 01.01. bis zum 31.12.2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31.12.2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchstabe f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 2 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 01.01. bis zum 31.12.2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung von größeren, risikobehafteten Kreditengagements von Firmenkunden mit höheren Blankoanteilen

Unsere nachfolgende Beschreibung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt aufgebaut:

a) Sachverhalt und Problemstellung

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

c) Verweis auf weitergehende Informationen

a) Im Jahresabschluss der Sparkasse werden zum 31.12.2019 unter dem Aktivposten 4 Forderungen an Kunden ausgewiesen, die rd. 65 % der Bilanzsumme ausmachen. Die Bewertung der Forderungen an Kunden hat deshalb wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die Ertragslage. Das im Vergleich zum Privatkundengeschäft weniger granulare Firmenkundenkreditgeschäft gehört zu den Kerngeschäftsfeldern der Sparkasse. Für die Bewertung derartiger Kreditforderungen an Firmenkunden mit größeren Blankoanteilen im Rahmen der Rechnungslegung ist neben der Sicherheitenbewertung die zukunftsorientierte Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse der jeweiligen kreditnehmenden Firmenkunden von besonderer Bedeutung.

b) Die relevanten Kreditprozesse (einschließlich Forderungsbewertungsprozess) sowie die Aufbau- und Ablauforganisation (einschließlich interner Kontrollen) der Kredit-erst- und -weiterbearbeitung haben wir anhand der schriftlich fixierten Organisationsrichtlinien der Sparkasse im Rahmen einer zeitlich vorgezogenen Prüfung der organisatorischen Pflichten und der Risikolage beurteilt. Darüber hinaus haben wir im Rahmen dieser Prüfung eine ebenfalls vorgezogene, risikoorientierte Einzelfallprüfung, die sich auf die Firmenkreditengagements mit höheren Kreditvolumina, höheren Blankoanteilen und schwächeren Ratings erstreckte und auf solche in der Intensiv- und Sanierungsbearbeitung, durchgeführt und dabei insbesondere die wirtschaftlichen Verhältnisse der jeweiligen Kreditnehmer anhand der der Sparkasse dazu vorliegenden Unterlagen beurteilt sowie die Werthaltigkeit der Sicherheiten und der Kreditforderungen bzw. den Risikovorsorgebedarf untersucht. Bei unserer Prüfung haben wir keine Erkenntnisse gewonnen, die auf nicht vertretbare Bonitätseinschätzungen und Sicherheitenbewertungen der Sparkasse für Zwecke der Forderungsbewertung hindeuten.

c) Weitere Informationen zu den Beständen und zu dem Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft sind im Jahresabschluss (Aktivposten 4 und Posten 14 der Gewinn- und Verlustrechnung) sowie in dem Anhang enthalten (Abschnitt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Abschnitt C. Erläuterungen zur Jahresbilanz, Aktivposten 4). Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellungen und Erläuterungen im Lagebericht (Abschnitte Kundenkreditvolumen, Vermögenslage, Ertragslage sowie Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage).

Verantwortung des Vorstands und des Verwaltungsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO

Die Prüfungsstelle des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz ist gemäß § 19 Abs. 2 Satz 1 Sparkassengesetz Rheinland-Pfalz gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht nach Artikel 11 EU-APrVO in Einklang stehen.

Wir haben die folgenden Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Sparkasse erbracht:

Prüfung gemäß § 89 des Wertpapierhandelsgesetzes

Prüfung im Zusammenhang mit dem Pooling von Deckungswerten von Pfandbriefemissionen

Prüfung gemäß § 16j Abs. 2 Satz 2 des Gesetzes über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (FinDAG)

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Martin Krähmer.

 

Mainz, den 18.05.2020

Sparkassenverband Rheinland-Pfalz
- Prüfungsstelle -

Krähmer, Wirtschaftsprüfer

Lagebericht 2019

1. Grundlagen der Sparkasse

Die Sparkasse Germersheim-Kandel ist gemäß § 1 Abs. 1 Sparkassengesetz für Rheinland-Pfalz eine Anstalt des öffentlichen Rechts und hat ihren Sitz in Kandel. Sie ist Mitglied des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz (SVRP), Mainz, und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV), Berlin, angeschlossen. Sie ist beim Amtsgericht Landau in der Pfalz unter der Nummer HRA 21278 im Handelsregister eingetragen.

Träger der Sparkasse ist der Zweckverband "Sparkasse Germersheim-Kandel", der von der Stadt Kandel, der Stadt Germersheim und dem Kreis Germersheim gebildet wird. Der Sparkassenzweckverband ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Kandel. Ausleihbezirk ist das Gebiet des Errichtungsträgers und der angrenzenden kommunalen Gebietskörperschaften.

Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Verwaltungsrat. Der Verwaltungsrat bestimmt die Richtlinien der Geschäftspolitik, überwacht die Geschäftsführung und erfüllt die ihm obliegenden Aufgaben nach dem Kreditwesengesetz sowie dem Sparkassengesetz und den hierauf beruhenden Rechtsund Verwaltungsvorschriften. Er besteht aus insgesamt 18 Mitgliedern.

Der Vorstand führt im Rahmen der Rechtsvorschriften und der Beschlüsse des Verwaltungsrats die Geschäfte der Sparkasse in eigener Verantwortung. Er vertritt die Sparkasse gerichtlich und außergerichtlich.

Als Mitglied des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz ist die Sparkasse über dessen Sparkassenstützungsfonds dem Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) amtlich anerkannt. Das Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher, dass den Kunden der Sparkassen der gesetzliche Anspruch auf Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung"). Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems, einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die Sparkassen selbst zu schützen, insbesondere deren Liquidität und Solvenz zu gewährleisten ("diskretionäre Institutssicherung").

Die Sparkasse betreibt grundsätzlich alle banküblichen Geschäfte, soweit es das Kreditwesengesetz (KWG) und das Sparkassengesetz von Rheinland-Pfalz, die auf Grund dieser Gesetze erlassenen Rechtsverordnungen oder die Satzung der Sparkasse vorsehen.

Sie bietet als selbstständiges regionales Wirtschaftsunternehmen zusammen mit ihren Partnern aus der Sparkassen-Finanzgruppe Privatkunden, Unternehmen und Kommunen Finanzdienstleistungen und -produkte an. Der im Sparkassengesetz verankerte öffentliche Auftrag verpflichtet die Sparkasse, mit ihrer Geschäftstätigkeit in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken ihre Leistungen für die Bevölkerung, die Wirtschaft und den Mittelstand und die öffentliche Hand nach wirtschaftlichen Grundsätzen und den Anforderungen des Marktes zu erbringen.

Als kommunales Wirtschaftsunternehmen hat die Sparkasse die Aufgabe, vorrangig im Gebiet ihres Errichtungsträgers die Versorgung mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen zu sichern. Sie trägt zur Finanzierung der Schuldnerberatung bei und kann im Rahmen ihrer Aufgaben nach wirtschaftlichen Grundsätzen Beteiligungen eingehen.

Die Sparkasse unterhält zurzeit 26 Filialen und drei Selbstbedienungsstellen in ihrem Geschäftsgebiet.

Die Gesamtzahl der Beschäftigten hat sich bis zum 31. Dezember 2019 gegenüber dem Vorjahr von 362 auf 345 verringert. Davon waren 62 % weibliche und 38 % männliche Beschäftigte. Der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Teilzeit betrug 37 %.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2019

Die Weltwirtschaft verlor 2019 deutlich an Schwung. Als ein Auslöser für den Verlust an Wachstumsdynamik gilt der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Volksrepublik China.

Deutschland war 2019 mit geringeren Bestellungen aus den Handelspartnerländern konfrontiert, weil deren Unternehmen sich in der von den Handelskonflikten verunsicherten Lage mit Investitionen zurückhielten. Die deutsche Volkswirtschaft wuchs daher gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt 2019 um 0,6 Prozent. Das ist die schwächste Jahreswachstumsrate seit 2013.

Die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erreichte mit fast 45,3 Mio. im Jahresdurchschnitt 2019 einen neuen Rekordwert. Laut der Bundesagentur für Arbeit lag die jahresdurchschnittliche Quote der registrierten Arbeitslosen an allen zivilen Beschäftigten bei 5,0 Prozent.

Der Preisauftrieb blieb 2019 moderat. In Deutschland stiegen die Verbraucherpreise um 1,4 Prozent. Auf der Ebene des Euroraums waren es 1,2 Prozent. Die Entwicklung blieb damit weiterhin unter der Zielgröße der Europäischen Zentralbank.

Aufgrund des Preistrends zusammen mit der Abschwächung der Konjunktur und auch angesichts von Zinssenkungen in anderen Währungsräumen (USA) sah sich die EZB veranlasst, ihre Geldpolitik im September 2019 erneut zu lockern. Zuvor hatte sie seit Jahresbeginn 2019 ihr Anleihe-Ankaufprogramm zeitweise auf "Halten" gestellt und hat zehn Monate lang nur auslaufende Beträge in ihrem Bestandsportfolio ersetzt.

Trotz Rezessionsängsten, Brexit, wachsendem Populismus in Europa und nicht zuletzt des amerikanisch-chinesische Handelskrieges entwickelten sich die Aktienmärkte im Jahr 2019 sehr positiv. Der Dax stieg um etwa 25,5 Prozent auf 13.249 Punkte. Das ist der größte Jahresgewinn seit 2013. In Europa und den USA zogen die Kurse zum Großteil um mehr als 20 Prozent an, wie die führenden Kursbarometer Euro Stoxx, Dow Jones, S&P 500 oder Nasdaq 100 zeigen. Auch in Asien verbesserten sich der japanische Nikkei sowie der Hang Seng in Hongkong jeweils deutlich.

Unter Berücksichtigung dieser gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die durch ein moderates Wirtschaftswachstum in Deutschland gekennzeichnet waren, und der Wirtschaftsstruktur in unserem Geschäftsgebiet sind wir mit dem Geschäftsverlauf und der Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zufrieden.

Die wirtschaftliche Lage der Sparkasse ist geordnet und bietet eine gute Basis für die künftige Geschäftsentwicklung.

2.2. Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2019

Im Dezember 2019 ging der Sparkasse von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ein neuer Bescheid über die geforderte Höhe der Eigenmittelzielkennziffer zu. Diese beträgt seither 2,4 % statt bisher 2,5 %.

Eine tatsächliche Auswirkung auf die Kapitalanforderung ergibt sich dadurch allerdings nicht, da eine Verrechnung der Eigenmittelzielkennziffer mit dem Kapitalerhaltungspuffer (2,5 %) erfolgt und somit die Gesamtkapitalanforderung unverändert bleibt.

2.3 Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren

Die Cost-Income-Ratio 1 , das Betriebsergebnis vor Bewertung 2 sowie die Gesamtkapitalquote nach CRR 3 sind die wichtigsten Kennzahlen in der internen Steuerung. Sie fließen in die Berichterstattung ein und sind auch in der Geschäftsstrategie verankert.

1 Cost-Income-Ratio: Verwaltungsaufwand in Relation zum Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)
2 Betriebsergebnis vor Bewertung: Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen und abzüglich der Verwaltungsaufwendungen gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)
3 Gesamtkapitalquote nach CRR: Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die risikobezogenen Positionswerte (Adressenausfall -, operationelle, Markt- und CVA-Risiken)

2.4. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Bestand
2019
Mio. EUR
2018
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Veränderung
%
Anteil in % der Bilanzsumme
%
Bilanzsumme 1.980,8 1.878,1 +102,7 +5,5  
DBS 1.918,7 1.835,5 +83,2 +4,5  
Geschäftsvolumen * 1.995,1 1.887,2 +107,9 +5,7  
Forderungen an Kreditinstitute 31,6 12,7 +18,9 +148,8 1,6
Forderungen an Kunden 1.297,1 1.234,9 +62,2 +5,0 65,5
Wertpapieranlagen 494,2 494,0 +0,2 0,0 24,9
Beteiligungen / Anteilsbesitz 12,4 12,3 +0,1 +0,8 0,6
Sachanlagen 16,8 17,8 -1,0 -5,6 0,8
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 126,8 99,0 +27,8 +28,1 6,4
Verbindlichkeiten ggü. Kunden 1.591,3 1.522,2 +69,1 +4,5 80,3
Rückstellungen 24,1 22,4 +1,7 +7,6 1,2
Eigenkapital 148,2 145,7 +2,5 +1,7 7,5

* Geschäftsvolumen = Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten

2.4.1. Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

Das Geschäftsvolumen (Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten) hat sich von 1.887,2 Mio. EUR auf 1.995,1 Mio. EUR erhöht. Die Bilanzsumme ist von 1.878,1 Mio. EUR auf 1.980,8 Mio. EUR gestiegen. Die Gründe für die Steigerung des Geschäftsvolumens und der Bilanzsumme liegen hauptsächlich in der Ausweitung des Kundengeschäftes.

2.4.1. Aktivgeschäft

2.4.1.1. Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen an Kreditinstitute erhöhten sich von 12,7 Mio. EUR auf 31,6 Mio. EUR.

Der Anstieg der Forderungen an Kreditinstitute ist vor allem auf ein höheres Guthaben bei der Deutschen Bundesbank zurückzuführen.

2.4.1.2. Kundenkreditvolumen

Die Forderungen an Kunden erhöhten sich von 1.234,9 Mio. EUR auf 1.297,1 Mio. EUR.

Das Wachstum der Forderungen an Kunden vollzog sich fast ausschließlich im langfristigen Bereich.

Insbesondere unsere Privatkunden nutzten die im langfristigen Vergleich nach wie vor günstigen Konditionen und bevorzugten weit überwiegend langfristige Kreditlaufzeiten für Baufinanzierungen.

Die Sparkasse hat im Geschäftsjahr 2019 neue Kredite in Höhe von insgesamt 222,1 Mio. EUR zugesagt (Vorjahr 234,6 Mio. EUR). Die Darlehenszusagen zur Finanzierung des Wohnungsbaus erhöhten sich im Gesamtjahr um 1,5 % auf 157,4 Mio. EUR.

Zum 31.12.2019 bestanden Schuldscheine in Höhe von nominal 17,0 Mio. EUR (Vorjahr 8,5 Mio. EUR).

2.4.1.3. Wertpapieranlagen

Der Großteil der Eigenanlagen unserer Sparkasse besteht weiterhin aus festverzinslichen Wertpapieren, die der strategischen und ertragsorientierten Anlage von liquiden Mitteln dienen. Die kontinuierliche Ertragserzielung durch die laufenden Kuponzahlungen steht dabei im Vordergrund. Darüber hinaus befinden sich als Beimischungen auch Aktienanlagen in unserem Depot, mit dem Ziel der Partizipation an der wirtschaftlichen Entwicklung von Unternehmen, Branchen oder auch Marktsegmenten.

Einen weiteren wesentlichen Baustein unserer Eigenanlagenstruktur stellen Immobilieninvestments in Form von Immobilienfonds dar. Diese wurden in den Vorjahren sukzessive aufgebaut, um in Zeiten niedriger Zinsen eine alternative und attraktive Ertragsquelle für die Sparkasse zu erhalten.

Die unterjährige Wiederanlage fälliger Zinspapiere erfolgte im Rahmen unserer passiven Zinsbuchsteuerung mit festverzinslichen Wertpapieren von Schuldnern guter bis sehr guter Bonität (Investment grade'). Der Großteil dieser Anlagen erfolgte in Papiere von Emittenten der Finanzbranche.

Zum Bilanzstichtag blieb der Bestand an Wertpapieranlagen gegenüber dem Vorjahr mit einem Plus von 0,2 Mio. EUR und einem Bestand von 494,2 Mio. EUR fast unverändert.

2.4.1.4. Beteiligungen

Im Geschäftsjahr 2019 stieg das Volumen der Beteiligungen um 0,1 Mio. EUR auf 12,4 Mio. EUR.

2.4.1.5. Sachanlagen

Die Sachanlagen verminderten sich von 17,8 Mio. EUR auf 16,8 Mio. EUR.

2.4.2. Passivgeschäft

2.4.2.1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich von 99,0 Mio. EUR auf 126,8 Mio. EUR.

2.4.2.2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden erhöhten sich von 1.522,2 Mio. EUR auf 1.591,3 Mio. EUR. Der Trend zur Spartätigkeit der Anleger setzte sich in 2019 fort. Der weit überwiegende Teil der Zuflüsse war auch in diesem Jahr bei den kurzfristigen Anlagen zu verzeichnen.

Vor dem Hintergrund der unklaren wirtschaftlichen Entwicklung sowie dem weiterhin niedrigen Zinsniveau bevorzugten unsere Kunden liquide Anlageformen. Der Zuwachs wurde überwiegend von der privaten Kundschaft bewirkt. Die Privatkunden erhöhten ihre bilanziellen Einlagenbestände um 64,3 Mio. EUR und die Unternehmen um 3,2 Mio. EUR.

Die im Vorjahr geäußerten Erwartungen zur Bestandsentwicklung der Kundeneinlagen wurden leicht übertroffen.

2.4.3. Dienstleistungsgeschäft

Zahlungsverkehr

Der Bestand an Konten und der vermittelten Kreditkarten erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1.850 bzw. 642 Stück auf 88.908 Konten und 13.309 Kreditkarten. Dies ist insbesondere zurückzuführen auf die im Vergleich mit den regionalen Mitbewerbern attraktiven Konditionen der Kontopakete mit Kreditkarte für Privatkunden.

Vermittlung von Wertpapieren

Das Geschäftsjahr 2019 war im Bereich der Dienstleistungen geprägt durch das Wertpapier- und Immobiliengeschäft. Neben den Anteilen an Investmentvermögen lag der Schwerpunkt bei Dividendenwerten. Das niedrige Zinsniveau führte zu einem höheren Umsatz bei Investmentfondsanteilen. Die Wertpapierumsätze insgesamt nahmen gegenüber dem Vorjahr um 10,6 % ab und erreichten einen Wert von 130 Mio. EUR.

Immobilienvermittlung

Die Nachfrage nach Immobilien konzentrierte sich auf Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Grundstücke. Es wurden insgesamt 74 Objekte mit einem Kaufpreisvolumen von insgesamt 20,4 Mio. Euro vermittelt. Im Vorjahr waren es 70 Objekte mit 18,0 Mio. Euro Kaufpreissumme. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 13 % bezogen auf das Kaufpreisvolumen. Die Courtage Erlöse stiegen um 6 %.

Vermittlung von Bausparverträgen und Versicherungen

Im Geschäftsjahr 2019 wurden Bausparverträge mit einem Volumen von insgesamt 40 Mio. EUR abgeschlossen, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 30 % entspricht.

Im Versicherungsbereich waren im Jahr 2019 folgende Entwicklungen zu beobachten:

Die Beitragssumme im Kompositgeschäft stieg um 6 %, bei den Rechtsschutzversicherungen war sogar ein Zuwachs von 12,5 % zu verzeichnen.

Es konnten 504 neue Lebens- und Rentenversicherungen vermittelt werden. Die Beitragssumme konnte um 5 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.

Im Krankenversicherungsbereich wurden mit 479 Neuverträgen 31 % mehr Beitragssumme vermittelt als noch in 2018.

Auslandsgeschäft

Das Auslandsgeschäft wurde in 2019 auf die DSGF Deutsche Servicegesellschaft für Finanzdienstleister mbH ausgelagert.

2.4.4. Derivate

Im außerbilanziellen Eigengeschäft schloss unsere Sparkasse mehrere Zinsswaps mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 55 Mio. EUR als Makrohedges ab, um das Zinsänderungsrisiko auf Gesamtbankebene zu steuern. Swaps mit einem Volumen von 125 Mio. EUR wurden in 2019 aufgelöst. Zum Bilanzstichtag besteht damit ein Swapvolumen in Höhe von 210 Mio. EUR, welches zur effizienten Umsetzung der passiven Zinsbuchsteuerung benötigt wird.

Die derivativen Finanzinstrumente dienten ausschließlich der Sicherung der eigenen Positionen und nicht spekulativen Zwecken.

2.5. Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage

2.5.1. Vermögenslage

Die Vermögenslage unserer Sparkasse ist gekennzeichnet durch einen Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden an der Bilanzsumme in Höhe von 80,3 % (im Vorjahr: 81,1 %).

Der Anteil des Kundenkreditvolumens an der Bilanzsumme hat sich von 65,8 % auf 65,5 % verringert.

Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich somit keine bedeutsamen Veränderungen bei diesen Strukturanteilen.

Sämtliche Vermögensgegenstände und Rückstellungen werden vorsichtig bewertet. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Einzelheiten sind dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen.

Für besondere Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute wurde zusätzlich Vorsorge getroffen.

Das zum Jahresende ausgewiesene Eigenkapital erhöhte sich durch die Zuführung des Jahresüberschusses 2019. Insgesamt weist die Sparkasse inklusive des Bilanzgewinns 2019 vor Gewinnverwendung ein Eigenkapital von 148,2 Mio. EUR (Vorjahr 145,7 Mio. EUR) aus. Neben den Gewinnrücklagen verfügt die Sparkasse über umfangreiche weitere Eigenkapitalbestandteile. So wurde der Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB durch eine zusätzliche Vorsorge von 2,0 Mio. EUR auf 89,5 Mio. EUR erhöht.

Die Eigenmittelanforderungen der CRR wurden jederzeit eingehalten. Die Gesamtkapitalquote nach CRR (Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die risikobezogenen Positionswerte (Adressenausfall-, operationelle, Markt- und CVA-Risiken) übertrifft am 31. Dezember 2019 mit 21,7 % (Vorjahr: 22,1 %) den vorgeschriebenen Mindestwert von 8,0 % gemäß CRR zuzüglich 2,0 % SREP-Kapitalzuschlag und 2,54 % kombinierte Kapitalpufferanforderung deutlich (Gesamtkapitalanforderung: 12,54 %).

Auch die harte Kernkapitalquote und die Kernkapitalquote übersteigen die aufsichtlich vorgeschriebenen Werte deutlich.

Das für 2019 prognostizierte Wachstum der Eigenmittel konnte übertroffen werden.

Zum Bilanzstichtag verfügt die Sparkasse über eine gute Eigenmittelbasis. Auf Grundlage unserer Kapitalplanung ist im Jahr 2020 eine solide Kapitalbasis für die Umsetzung unserer Geschäftsstrategie vorhanden.

Im Jahr 2019 wurden folgende Sachinvestitionen getätigt:

An verschiedenen Geschäftsstellen, der Niederlassung in Germersheim und der Hauptstelle in Kandel wurden bauliche Maßnahmen vorgenommen.

Bei der Hauptstelle in Kandel und der Niederlassung in Germersheim wurde jeweils ein neues Zutrittskontrollsystem installiert.

Die Umsetzung des Digitalisierungskonzeptes wurde fortgesetzt, um dem technischen Fortschritt folgen zu können. Zur Verbesserung von Arbeitsabläufen, Verringerung von Druckkosten und der Transportaufwendungen wurde mit einer Pilotierung zur Einführung von Pen Pads im Kundengeschäft begonnen.

Um die Betriebsbereitschaft des IT-Betriebs in der Zukunft zu gewährleisten sowie die Sachinvestitionen und den Pflegeaufwand zu senken, wurden die Server der Sparkasse zur Finanz Informatik migriert.

Mit der Umsetzung gesetzlicher Auflagen erfolgten Investitionen im Bereich Videosystem und Alarmanlagen/EMA (Einbruchmeldeanlage).

2.5.2. Finanzlage

Die Zahlungsbereitschaft der Sparkasse war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund einer angemessenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Die Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) lag mit 167 % bis 246 % deutlich oberhalb des ab dem Jahr 2018 zu erfüllenden Mindestwerts von 100 %. Die LCR-Quote lag zum 31. Dezember 2019 bei 168 %. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden Guthaben bei der Deutschen Bundesbank geführt. Kredit- und Dispositionslinien bestehen bei der Deutschen Bundesbank.

Die Zahlungsbereitschaft ist nach unserer Finanzplanung auch für das Jahr 2020 gesichert. Deshalb beurteilen wir die Finanzlage der Sparkasse als gut.

2.5.3. Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Gewinn- und Verlustrechnung laut Jahresabschluss sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Die Erträge und Aufwendungen sind nicht um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt.

2019
Mio. EUR
2018
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Veränderung
%
Zinsüberschuss 28,5 33,9 -5,4 -16,0 %
Provisionsüberschuss 11,9 12,1 -0,2 -1,8 %
Nettoergebnis des Handelsbestands 0,0 0,0 0,0 0,0 %
Sonstige betriebliche Erträge 1,0 1,7 -0,7 -39,8 %
Personalaufwand 22,4 23,5 -1,2 -4,9 %
Anderer Verwaltungsaufwand 9,8 8,4 +1,4 +16,0 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen 3,3 2,9 +0,4 +12,8 %
Ergebnis vor Bewertung und Risikovorsorge 6,0 12,9 -6,9 -53,5 %
Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge -1,7 1,8 -3,5 -194,4 %
Zuführungen Fonds für allgemeine Bankrisiken 2,0 3,5 -1,5 -42,9 %
Ergebnis vor Steuern 5,7 7,6 -1,9 -25,0 %
Steueraufwand 2,4 3,4 -1,0 -30,3 %
Jahresüberschuss 3,3 4,2 -0,8 -19,9 %

Zinsüberschuss: GuV-Posten Nr. 1 bis 4
Provisionsüberschuss: GuV-Posten Nr. 5 und 6
Sonstige betriebliche Erträge: GuV-Posten Nr. 8 und 20
Sonstige betriebliche Aufwendungen: GuV-Posten Nr. 11, 12, 17 und 21
Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge: GuV-Posten Nr. 13 bis 16

Zur Analyse der Ertragslage wird für interne Zwecke und für den überbetrieblichen Vergleich der bundeseinheitliche Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation eingesetzt, in dem eine detaillierte Aufspaltung und Analyse des Ergebnisses unserer Sparkasse in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme (DBS) erfolgt. Zur Ermittlung eines Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die Erträge und Aufwendungen um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt, die in der internen Darstellung dem neutralen Ergebnis zugerechnet werden. Nach Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses ergibt sich das Betriebsergebnis nach Bewertung. Unter Berücksichtigung des neutralen Ergebnisses und der Steuern verbleibt der Jahresüberschuss.

Auf dieser Basis beträgt das Betriebsergebnis vor Bewertung 0,60 % (Vorjahr 0,78 %) der durchschnittlichen Bilanzsumme des Jahres 2019 und lag damit unter dem Durchschnitt der Sparkassen in Rheinland-Pfalz (0,73 % der DBS). Der im Vorjahreslagebericht prognostizierte Wert von 0,64 % wurde aufgrund der Zinsentwicklung und dem damit verbundenen Rückgang des Zinsüberschusses nicht erreicht.

Dies gilt auch für die als weitere bedeutsamste finanzielle Leistungsindikator auf Basis der Betriebsvergleichswerte zur Unternehmenssteuerung definierte Größe der Cost-Income-Ratio. Im Jahr 2019 hat sich diese wie folgt entwickelt:

Die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich von 69,1 % auf 73,1 %. Der prognostizierte Wert von 73,0 % wurde damit knapp verfehlt.

Im Geschäftsjahr 2019 hat sich der Zinsüberschuss ungünstiger entwickelt als erwartet. Er verminderte sich um 8,1 % auf 31,1 Mio. EUR. Der Rückgang der Zinserträge übertraf den Rückgang der Zinsaufwendungen deutlich aufgrund der Marktzinsentwicklung. Auch das negative Ergebnis aus Zinsswapgeschäften belastete den Zinsüberschuss und lag mit 0,11 % der DBS deutlich über dem geplanten Wert von 0,06 % der DBS.

Der Provisionsüberschuss (0,62 % der DBS) liegt nur geringfügig unter dem Niveau der Planung (0,63 % der DBS). Er lag insbesondere aufgrund geringerer Erträge aus der Vermittlung von Bausparverträgen und einem höheren Provisionsaufwand um 2,3 % unter dem Vorjahreswert.

Des Weiteren konnte der Personalaufwand über den Zielwert der Prognose hinaus reduziert werden. Die Personalaufwendungen gingen insbesondere infolge altersbedingter Fluktuation in 2019 um 1,8 % auf 21,3 Mio. EUR zurück.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen blieben in Summe mit 10,8 Mio. EUR fast unverändert (+ 0,4 %). Der Sachaufwand konnte entgegen der Planung sogar reduziert werden.

Während sich aus dem Kreditgeschäft ein negatives Bewertungsergebnis in Höhe von 0,3 Mio. EUR ergab, stellte sich das Bewertungsergebnis aus dem Wertpapiergeschäft aufgrund positiver Kursentwicklungen in 2019 mit 2,0 Mio. EUR positiv dar.

Der Sonderposten nach § 340g HGB wurde um 2,0 Mio. EUR aufgestockt.

Für das Geschäftsjahr 2019 war ein um 1,0 Mio. EUR auf 2,4 Mio. EUR gesunkener Steueraufwand auszuweisen.

Vor dem Hintergrund des intensiven Wettbewerbs und der anhaltenden Niedrigzinsphase ist die Sparkasse mit der Entwicklung der Ertragslage im Jahr 2019 zufrieden.

Die Prognosewerte hinsichtlich des Betriebsergebnisses vor Bewertung sind aufgrund des deutlichen Rückgangs des Zinsüberschusses, trotz der Maßnahmen zur Kostenreduzierung, nicht erreicht worden. Aufgrund der positiven Entwicklung der Wertpapieranlagen und des damit verbundenen positiven Bewertungsergebnisses ergab sich mit 0,69 % der DBS ein deutlich besseres Betriebsergebnis nach Bewertung als prognostiziert (0,28 % der DBS).

Die Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus dem Jahresüberschuss + Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken und der Vorjahresbilanzsumme, betrug im Geschäftsjahr 2019 0,28 %.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage

Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Rahmenbedingungen bewerten wir die Geschäftsentwicklung als zufriedenstellend. Mit der Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahr sind wir insgesamt noch zufrieden. Mit der Entwicklung des Jahres 2019 konnten wir nicht an das günstigere Betriebsergebnis vor Bewertung des Vorjahres anknüpfen. Ursächlich für die positive Entwicklung von Geschäftsvolumen und Bilanzsumme war in erster Linie das überdurchschnittliche Wachstum unseres Kundenkreditgeschäfts und des Mittelaufkommens von Kunden. Das wirtschaftliche Eigenkapital konnte in 2019 mit 5,3 Mio. EUR deutlich über den Wert in der Planung hinaus gestärkt werden.

3. Nichtfinanzielle Erklärung

Die Sparkasse ist nicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung gemäß § 340a Abs. 1a HGB in Verbindung mit § 289b HGB verpflichtet.

4. Risikobericht

4.1. Risikomanagementsystem

In der Geschäftsstrategie werden die Ziele des Instituts für jede wesentliche Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt. Die Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.

Die Risikoinventur umfasst die systematische Identifizierung der Risiken sowie die Einschätzung der Wesentlichkeit unter Berücksichtigung der mit den Risiken verbundenen Risikokonzentrationen. Basis der Risikoinventur bilden die relevanten Risikoarten bzw. -kategorien.

Auf Grundlage der für das Geschäftsjahr 2019 durchgeführten Risikoinventur wurden folgende Risiken als wesentlich eingestuft:

Risikoart Risikokategorie
Adressenausfallrisiken Kundengeschäft
  Eigengeschäft
Marktpreisrisiken Zinsen (Zinsänderungsrisiko)
  Spreads
  Aktien
  Immobilien
Liquiditätsrisiken Zahlungsunfähigkeitsrisiko
Operationelle Risiken  

Der Ermittlung der periodischen Risikotragfähigkeit liegt ein Going-Concern-Ansatz zu Grunde, wonach sichergestellt ist, dass auch bei Verlust des bereitgestellten Risikodeckungspotenzials die bankaufsichtlichen Mindestkapitalanforderungen erfüllt werden können. Am Jahresanfang hat der Vorstand für 2019 ein Gesamtlimit von 70 Mio. EUR bereitgestellt, das unterjährig stets ausreichte, um die Risiken abzudecken. Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos wurde das Konfidenzniveau auf 95,0 % und eine rollierende Zwölf-Monats-Betrachtung einheitlich festgelegt. Die Risikotragfähigkeit wird vierteljährlich ermittelt. Wesentliche Bestandteile des Risikodeckungspotenzials sind neben den Eigenmitteln auch das geplante Ergebnis nach Steuern bis zum Ende des Betrachtungshorizontes sowie die Vorsorgereserven nach § 340f HGB.

Das auf der Grundlage des bereitgestellten Risikodeckungspotenzials eingerichtete Limitsystem stellt sich zum 31. Dezember 2019 wie folgt dar:

Risikoart Risikokategorie Limit Limitauslastung
TEUR TEUR %
Adressenausfallrisiken Kundengeschäft 5.000 4.141 83
  Eigengeschäft 3.000 1.229 41
Marktpreisrisiken Zinsen (Zinsänderungsrisiko) 14.000 11.595 83
  Spreads 20.000 14.688 73
  Aktien 20.000 16.305 82
  Immobilien 4.000 2.546 64
  Sonstige Marktpreisrisiken 2.000 0 0
  Zinsspannenrisiken 1.000 308 31
Liquiditätsrisiken Zahlungsunfähigkeitsrisiko      
Operationelle Risiken   1.000 366 37

Die zuständigen Abteilungen steuern die Risiken im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und der Limitvorgaben des Vorstands.

Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft.

Stresstests werden regelmäßig durchgeführt. Als Ergebnis dieser Simulationen ist festzuhalten, dass auch in allen simulierten Stressszenarien die Risikotragfähigkeit gegeben ist.

Um einen möglichen etwaigen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können, besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2024. Dabei wurden Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung sowie den künftigen Kapitalbedarf getroffen, wie z. B. rückläufige Betriebsergebnisse aufgrund einer anhaltenden Niedrigzinsphase.

Für den im Rahmen der Kapitalplanung betrachteten Zeitraum können die Mindestanforderungen an die Eigenmittelausstattung auch bei adversen Entwicklungen vollständig eingehalten werden. Es besteht ein ausreichendes internes Kapital (einsetzbares Risikodeckungspotenzial), um die Risikotragfähigkeit im Betrachtungszeitraum unter Going-Concern-Aspekten sicherstellen zu können.

Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen dienen die Einrichtung von Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen sowie insbesondere die Tätigkeit der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der funktionsfähigen Internen Revision.

Das Risikocontrolling, das aufbauorganisatorisch von Bereichen, die Geschäfte initiieren oder abschließen, getrennt ist, hat die Funktion, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu überwachen und darüber zu berichten. Dem Risikocontrolling obliegt die Methodenauswahl, die Überprüfung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren, die Errichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und -controllingprozesse. Zusätzlich verantwortet das Risikocontrolling die Umsetzung der aufsichtsrechtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnung und die laufende Überwachung der Einhaltung von Risikolimiten. Es unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt. Die für die Überwachung und Steuerung von Risiken zuständige Risikocontrolling-Funktion wird im Wesentlichen durch die Mitarbeiter der Abteilung Unternehmenssteuerung wahrgenommen. Die Leitung der Risikocontrolling-Funktion obliegt dem Leiter der Abteilung Unternehmenssteuerung. Unterstellt ist er dem Überwachungsvorstand.

Verfahren zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (Neu-Produkt-Prozess) sind festgelegt. Zur Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen Definitionen und Regelungen.

Das Reportingkonzept umfasst die regelmäßige Berichterstattung sowohl zum Gesamtbankrisiko als auch für einzelne Risikoarten. Die Berichte enthalten neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen.

Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation auf der Grundlage des Gesamtrisikoberichts informiert. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.

4.2. Strukturelle Darstellung der wesentlichen Risiken

4.2.1. Adressenausfallrisiken

Unter dem Adressenausfallrisiko wird eine negative Abweichung vom Erwartungswert einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, die durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich Ausfall eines Schuldners bedingt ist.

Das Ausfallrisiko umfasst die Gefahr einer negativen Abweichung vom Erwartungswert, welche aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Schuldners erfolgt.

Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr einer negativen Abweichung vom Erwartungswert, da aufgrund der Bonitätseinstufung ein höherer Spread gegenüber der risikolosen Kurve berücksichtigt werden muss.

4.2.1.1. Adressenausfallrisiken im Kundengeschäft

Die Steuerung der Adressenausfallrisiken des Kundengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen, der gestellten Sicherheiten sowie des Risikos der Engagements.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Trennung zwischen Markt (1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstands

regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung der Kapitaldiensttragfähigkeit auf Basis aktueller Unterlagen

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren) in Kombination mit bonitätsabhängiger Preisgestaltung und bonitätsabhängigen Kompetenzen

interne, bonitätsabhängige Richtwerte für Kreditobergrenzen, die unterhalb der Großkreditgrenzen des KWG liegen, dienen der Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio.

regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, das gewährleistet, dass bei Auftreten von signifikanten Bonitätsverschlechterungen frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden können

festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensivbetreuung oder Sanierungsbetreuung

Berechnung der Adressenausfallrisiken für die Risikotragfähigkeit mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View Light"

Einsatz von Limiten zur Reduzierung vorhandener Risikokonzentrationen

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting

Das Kreditgeschäft der Sparkasse gliedert sich in zwei große Gruppen: Das Firmenkunden- und Kommunalkreditgeschäft sowie das Privatkundenkreditgeschäft.

Buchwerte
Kreditgeschäft der Sparkasse 31.12.2019
Mio. EUR
31.12.2018
Mio. EUR
Firmenkundenkredite 350,2 330,1
Privatkundenkredite 888,8 851,0
Kommunalkredite 54,7 49,8
Sonstige Kreditnehmer 8,4 9,0
Gesamt 1.302,1 1.239,9

Tabelle: Kreditgeschäft der Sparkasse

Zum 31. Dezember 2019 wurden etwa 27 % der zum Jahresende ausgelegten Kreditmittel an Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen vergeben, 68 % an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen. Der Rest verteilt sich auf rund 4 % Kommunalkredite und kommunalverbürgte Kredite sowie 1 % Kredit an sonstige Kreditnehmer.

Ausfallrisiken im originären Kreditgeschäft werden im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung primär durch die sorgfältige Auswahl der Vertragspartner und danach - während der gesamten Kreditlaufzeit -insbesondere durch anlass- und turnusmäßige Überwachung der jeweiligen Geschäftsverbindung begrenzt. Mit Risikoklassifizierungsverfahren der Sparkassenorganisation werden Kreditrisiken überwacht und gesteuert. Eine jährlich erarbeitete Risikostrategie erläutert detailliert die Kreditvergabevoraussetzungen. Die Beobachtung und die zielgerichtete Beeinflussung der Größenklassenstruktur sowie der Sicherheitenstruktur des Kreditportfolios sind weitere Schwerpunkte unseres Risikomanagement- und Risikocontrollingsystems für das Kreditgeschäft. Soweit Kreditrisiken akut geworden sind, wurden diese mit einer entsprechenden Risikovorsorge abgeschirmt. Die erkennbaren erhöhten latenten Risiken im Kreditgeschäft erreichen kein über das übliche Maß hinausgehendes Volumen. Das abgelaufene Geschäftsjahr war durch ein stabiles wirtschaftliches Umfeld geprägt. Das Bewertungsergebnis Kredit beträgt knapp -0,3 Mio. Euro und reiht sich in die guten Vorjahresergebnisse ein. Dies ist zum einen auf den anspruchsvollen Kreditgewährungsprozess und zum anderen auf die Mindestratingvorgabe in der Kreditrisikostrategie bei der Neukundengewinnung zurückzuführen.

Zur Festigung unserer Marktposition, zur Stärkung unserer Ertragslage und zur Beibehaltung der günstigen Risikosituation wird weiterhin ein qualitativ hochwertiges Kreditwachstum angestrebt.

Die regionale Wirtschaftsstruktur der kleinen und mittleren Unternehmen spiegelt sich auch im Kreditgeschäft der Sparkasse wider. Schwerpunktbereiche der Ausleihungen an Unternehmen bilden die Branchen Grundstücks- und Wohnungswesen (20,1 %), Verarbeitendes Gewerbe (8,6 %) sowie Dienstleistungen für Unternehmen (6,1 %). Kommunalkredite bilden einen Anteil von 16,5 % des Kreditvolumens an Unternehmen und Öffentliche Haushalte.

Die Größenklassenstruktur zeigt insgesamt eine breite Streuung des Ausleihgeschäfts, 70,3 % des risikotragenden Kundenkreditgeschäftes entfallen auf Kreditengagements mit einem Kreditvolumen bis 0,5 Mio. EUR. Nur 4,8 % des Volumens betreffen Kreditengagements mit einem Kreditvolumen von mehr als 6,0 Mio. EUR und nur 2,5 % des Volumens entfallen auf die Größenklasse über 10 Mio. EUR.

Die Kreditrisikostrategie ist ausgerichtet auf Kreditnehmer mit guten Bonitäten bzw. geringeren Ausfallwahrscheinlichkeiten. Dies wird durch die Neugeschäftsplanung unterstützt. Zum 31. Dezember 2019 ergibt sich im Kundengeschäft folgende Ratingklassenstruktur:

Ratingklasse Volumen
in %
Blankovolumen
in %
1 bis 9 93,6 % 94,9 %
10 bis 15 5,0 % 3,9 %
16 bis 18 1,1 % 0,9 %
ohne Bonitätsnote 0,2 % 0,4 %

Das Länderrisiko, das sich aus unsicheren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen eines anderen Landes ergeben kann, ist für die Sparkasse von untergeordneter Bedeutung. Das an Kreditnehmer mit Sitz im Ausland ausgelegte Kreditvolumen einschließlich Wertpapiere betrug am 31. Dezember 2019 8,9 % des Gesamtkreditvolumens.

Risikokonzentrationen im Hinblick auf die Länder-, Branchen- oder Restlaufzeitenverteilung sind weder im Kreditgeschäft noch bei den Eigenanlagen erkennbar (Ausnahme: Risikokonzentration Bankschuldverschreibungen).

Insgesamt ist unser Kreditportfolio sowohl nach Branchen und Größenklassen als auch nach Ratinggruppen gut diversifiziert.

Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken schriftlich unterrichtet. Eine Ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.

Entwicklung der Risikovorsorge:

Art der Risikovorsorge Anfangsbestand per 01.01.2019
TEUR
Zuführung
TEUR
Auflösung
TEUR
Verbrauch
TEUR
Endbestand per 31.12.2019
TEUR
Einzelwertberichtigungen 3.864 1.362 913 462 3.851
Rückstellungen 123 14 42 0 95
Pauschalwertberichtigungen 408 0 51 0 357
Gesamt 4.395 1.376 1.006 462 4.304

Die Entwicklung der Risikovorsorge in 2019 zeigt im Vergleich zum Vorjahr eine leicht rückläufige Entwicklung.

4.2.1.2. Adressenausfallrisiken im Eigengeschäft

Die Adressenausfallrisiken im Eigengeschäft umfassen die Gefahr einer negativen Abweichung vom Erwartungswert, welche einerseits aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultiert, andererseits aus der Gefahr entsteht, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Schuldners innerhalb der Ratingklassen 1 bis 16 (gemäß Sparkassenlogik) ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko). Dabei unterteilt sich das Kontrahentenrisiko in ein Wiedereindeckungsrisiko und ein Erfüllungsrisiko. Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass die tatsächlichen Restwerte der Emissionen bei Ausfall von den prognostizierten Werten abweichen. Ferner beinhalten Aktien eine Adressenrisikokomponente. Diese besteht in der Gefahr einer negativen Wertveränderung aufgrund von Bonitätsverschlechterung oder Ausfall des Aktienemittenten.

Die Steuerung der Adressenausfallrisiken des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen sowie des Risikos der Engagements.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Limiten je Partner (Emittenten- und Kontrahentenlimite)

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung der Vertragspartner anhand von externen Ratingeinstufungen sowie eigenen Analysen

Berechnung des Adressenausfallrisikos für die Risikotragfähigkeit mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View light"

Die Eigengeschäfte umfassen zum Bilanzstichtag ein Volumen (Buchwert) von 538,2 Mio. EUR. Wesentliche Positionen sind dabei die Schuldverschreibungen und Anleihen (371,7 Mio. EUR), Termingeld (30,0 Mio. EUR), Aktienfonds (8,5 Mio. EUR), Immobilienfonds (30,3 Mio. EUR) und ein Spezialfonds (97,8 Mio. EUR). Der Spezialfonds setzt sich zusammen aus 67,6 % Renten, 28,2 % Aktien sowie einem Kassenbestand.

Dabei zeigt sich in der nachfolgende Ratingverteilung (inkl. Durchschau Spezialfonds):

Externes Rating Standard & Poor's Ratingklassen AAA bis BBB- 1 - 5 BB+ bis BB- 6 - 10 B+ bis C 11 - 15 (C) D 16 - 18 ungeratet * -
31.12.2019 84,7 % 3,1 % - - 12,1 %
31.12.2018 84,1 % 3,8 % - - 12,1 %

* bei den ungerateten Positionen im Depot A handelt es sich ausschließlich um Aktien- und Immobilienfonds

Die direkt durch die Sparkasse gehaltenen Wertpapiere verfügen zu 97,3 % (nach Buchwerten) über ein Rating im Bereich des Investmentgrades. Keine Ratings liegen bei den gehaltenen Aktien- und Immobilienfonds vor.

Eine Konzentration besteht hinsichtlich der Forderungen an Landesbanken, deren Töchter und die DekaBank, die zum Jahresende insgesamt rund 174 Mio. EUR ergaben. Diese Konzentration ergibt sich als Folge der Mitgliedschaft in der Sparkassenorganisation. Zu berücksichtigen sind dabei auch der Haftungsverbund sowie unsere Beteiligungen, die fast vollständig auf Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe entfallen.

4.2.2. Ländertransferrisiko

Unter dem Ländertransferrisiko wird die Gefahr verstanden, dass ein ausländischer Schuldner oder ein Schuldner mit Sitz im Ausland trotz eigener Zahlungsfähigkeit aufgrund fehlender Transferfähigkeit oder -bereitschaft seines Sitzlandes seine Zahlungen nicht fristgerecht oder überhaupt nicht leisten kann.

Länderrating auf Basis Tageswerte
Länderrisiko der Renten im Direktbestand Moody's Standard & Poor's 31.12.2019
in %
31.12.2018
in %
inländische Emittenten     59,1 57,7
ausländische Emittenten        
exzellent, praktisch kein Ausfallrisiko Aaa AAA 13,6 18,6
sehr gut bis gut Aa1 - Aa3 AA+ - AA- 24,8 22,4
gut bis befriedigend A1 - A3 A+ - A- 1,3 1,3
befriedigend bis ausreichend Baa1 - Baa3 BBB+ - BBB- 1,2 0,0
mangelhaft, anfällig für Zahlungsverzug Ba1 - Ba3 BB+ - BB- 0,0 0,0
      100,0 100,0

Zum 31. Dezember 2019 beträgt der Marktwert unserer Finanzanlagen in Staatsanleihen von Italien 5,0 Mio. EUR. Darüber hinaus wurden zum Bilanzstichtag im Spezialfonds Anleihen von Unternehmen aus Italien mit einem Marktwert von 3,9 Mio. EUR gehalten.

4.2.3. Marktpreisrisiken

Das Marktpreisrisiko wird definiert als Gefahr einer negativen Abweichung vom Erwartungswert einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welche sich aus der Veränderung von Risikofaktoren ergibt.

Die Steuerung der Marktpreisrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der festgelegten Limite und der vereinbarten Anlagerichtlinien für unseren Spezialfonds.

4.2.3.1. Marktpreisrisiken aus Zinsen (Zinsänderungsrisiken)

Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die Gefahr einer negativen Abweichung vom Erwartungswert einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welche sich aus der Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt. Ferner ist die Gefahr einer unerwarteten Rückstellungsbildung bzw. -erhöhung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 zu berücksichtigen. Im Sinne dieser Definition werden alle zinstragenden Positionen des Anlagebuchs betrachtet. Ebenso Teil des Zinsänderungsrisikos ist das Risiko, dass der geplante Zinskonditions- bzw. Strukturbeitrag unterschritten wird.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Ermittlung, Überwachung und Steuerung der Zinsänderungsrisiken des Anlagebuchs mittels der IT-Anwendung Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus mittels Simulationsverfahren auf Basis verschiedener Risikoszenarien (Haltedauer 12 Monate, Konfidenzniveau 95,0 %). Die größte negative Auswirkung (Summe der Veränderung des Zinsüberschusses und des zinsinduzierten Bewertungsergebnisses bis zum Jahresende) im Vergleich zum Planszenario stellt das Szenario dar, welches auf das Risikotragfähigkeitslimit angerechnet wird.

Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres und der vier Folgejahre bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das handelsrechtliche Ergebnis.

Ermittlung des Verlustrisikos (Value-at-Risk) für den aus den Gesamtzahlungsströmen errechneten Barwert auf Basis der historischen Simulation der Marktzinsänderungen. Die negative Abweichung der Performance innerhalb der nächsten 90 Tage (Haltedauer) von diesem statistisch erwarteten Wert wird mit einem Konfidenzniveau von 95,0 % berechnet. Zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos orientiert sich die Sparkasse an einer definierten Benchmark (angelehnt an die Struktur des gleitenden 10-Jahresdurchschnitts). Abweichungen zeigen ggf. einen Bedarf an Steuerungsmaßnahmen auf und dienen als zusätzliche Information für zu tätigende Neuanlagen oder Verkäufe bzw. Absicherungen (u. a. durch Swapgeschäfte).

Aufbereitung der Cashflows für die Berechnung von wertorientierten Kennzahlen zu Risiko und Ertrag sowie des Zinsrisikokoeffizienten gemäß § 25a Abs. 2 KWG und BaFin-Rundschreiben 6/2019.

Regelmäßige Überprüfung, ob bei Eintritt des unterstellten Risikoszenarios eine Rückstellung gemäß IDW RS BFA 3 n. F. zu bilden wäre.

Ermittlung des wertorientierten Zinsänderungsrisikos auf Basis der Modernen Historischen Simulation, wobei die Sparkasse den Value-at-Risk als Differenz zwischen dem statistischen Erwartungswert (Mittelwert) und dem Quantilswert des Konfidenzniveaus am Planungshorizont definiert, für die vierteljährliche Risikomessung mit einem Konfidenzniveau von 95,0 % und dem Risikobetrachtungshorizont von 3 Monaten.

Im Rahmen der Gesamtbanksteuerung wurden zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken neben bilanzwirksamen Instrumenten in Form langfristiger Refinanzierungen auch derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps in bedeutendem Umfang eingesetzt (vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss).

Auf Basis des Rundschreibens 6/2019(BA) der BaFin vom 12. Juni 2019 (Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch) haben wir zum Stichtag 31. Dezember 2019 die barwertige Auswirkung einer Ad-hoc-Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um + bzw. - 200 Basispunkte errechnet.

Zinsänderungsrisiken
Währung Zinschock (+200 / -200 BP)
Vermögensrückgang Vermögenszuwachs
TEUR -50.568 10.711

Konzentrationen bestehen bei den Zinsänderungsrisiken in folgenden Bereichen:

hohes Engagement bei Eigenanlagen in Bankpapieren (sog. Corporate Financials)

sehr hohes Volumen in Sicht- und Spareinlagen (variable Bestände)

Um die Konzentration der Corporate Financials zu begrenzen, wurde deren Volumen auf 360 Mio. Euro limitiert.

4.2.3.2. Marktpreisrisiken aus Spreads

Das Spreadrisiko wird allgemein definiert als die Gefahr einer negativen Abweichung vom Erwartungswert einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welche sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread der Aufschlag auf eine risikolose Zinskurve verstanden. Der Spread ist unabhängig von der zu Grunde liegenden Zinskurve zu sehen, d. h. ein Spread in einer anderen Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt.

Im Sinne dieser Definition ist also eine Spread-Ausweitung, die sich durch eine Migration ergibt, dem Adressenausfallrisiko zuzuordnen. Implizit enthalten im Spread ist auch eine Liquiditätskomponente.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung der Marktpreisrisiken aus verzinslichen Positionen mittels Szenarioanalyse (Haltedauer 12 Monate, Konfidenzniveau 95,0 %)

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite

4.2.3.3. Aktienkursrisiken

Das Marktpreisrisiko aus Aktien wird definiert als die Gefahr einer negativen Abweichung vom Erwartungswert einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welche sich aus der Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine Adressenrisikokomponente.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung der Marktpreisrisiken aus Aktien mittels Szenarioanalyse (Haltedauer 12 Monate, Konfidenzniveau 95,0 %)

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite

Aktieninvestments werden aus Gründen der Risikodiversifikation ausschließlich in Form von Aktienfonds getätigt.

4.2.3.4. Immobilienrisiken

Das Marktpreisrisiko aus Immobilien wird definiert als die Gefahr einer negativen Abweichung vom Erwartungswert einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welche sich aus der Veränderung von Immobilienpreisen ergibt. Betrachtet werden die Risiken aus Investitionen in Immobilienfonds.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung der Marktpreisrisiken aus Immobilieninvestitionen (Immobilienfonds) nach dem Benchmarkportfolioansatz

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite

Immobilienfonds werden in einem überschaubaren Umfang gehalten. Besondere Risiken sind aus den Anlagen derzeit nicht erkennbar. Das Immobilienrisiko wird daher als vertretbar eingestuft.

4.2.4. Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko setzt sich allgemein aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungsrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden nachfolgend definierten Bestandteilen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko, dass aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können.

Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko oder Liquiditätsrisiko im engeren Sinne bezeichnet die aktuelle oder zukünftige Gefahr, dass die Sparkasse zahlungsunfähig (illiquide) wird, also ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr vollständig oder nicht zeitgerecht nachkommen kann.

Das Refinanzierungsrisiko ist definiert als die Gefahr einer negativen Abweichung vom Erwartungswert der Refinanzierungskosten. Dabei sind sowohl negative Effekte aus veränderten Marktliquiditätsspreads als auch aus einer adversen Entwicklung des eigenen Credit-Spreads maßgeblich. Zum anderen beschreibt es die Gefahr, dass negative Konsequenzen in Form höherer Refinanzierungskosten durch ein Abweichen von der erwarteten Refinanzierungsstruktur eintreten.

Die Steuerung der Liquiditätsrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der Liquiditätsdeckungsquote gemäß Art. 412 CRR i. V. m. der deIVO 2015/61

Regelmäßige Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer Risikotoleranz

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden

Tägliche Disposition der laufenden Konten

Liquiditätsverbund mit Verbundpartnern der Sparkassenorganisation

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans

Erstellung einer Refinanzierungsplanung

Ermittlung des Refinanzierungsrisikos in Form des zur Abdeckung eines mittels Szenarioanalyse ermittelten Liquiditätsbedarfs über den Risikohorizont resultierenden Aufwands

Regelmäßige Überwachung der Fundingkonzentration zur Ermittlung und Begrenzung des Anteils einzelner Kontrahenten an der Gesamtrefinanzierung

Die Sparkasse hat einen Refinanzierungsplan aufgestellt, der die Liquiditätsstrategie und den Risikoappetit des Vorstands angemessen widerspiegelt. Der Planungshorizont umfasst den Zeitraum bis zum Jahr 2023. Grundlage des Refinanzierungsplans sind die geplanten Entwicklungen im Rahmen der mittelfristigen Unternehmensplanung sowie der festgelegten Ziele aus der Geschäftsstrategie, in welchen Veränderungen der eigenen Geschäftstätigkeit, der strategischen Ziele und des wirtschaftlichen Umfelds zu berücksichtigen sind. Darüber hinaus wird auch ein Szenario unter Berücksichtigung adverser Entwicklungen durchgeführt.

Unplanmäßige Entwicklungen, wie z. B. vorzeitige Kündigungen sowie Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern, werden dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen der Risiko- und Stressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien simuliert wird.

Im Risikofall beträgt die Survival Period der Sparkasse zum Bilanzstichtag 30 Monate.

Das Marktliquiditätsrisiko bei Wertpapieren (Spreadrisiko) steuert die Sparkasse im Rahmen des Marktpreisrisikos.

Zur Liquiditätssteuerung wird unter anderem für einen definierten Zeitraum eine Liquiditätsübersicht erstellt, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden. Es wird laufend überprüft, inwieweit die Sparkasse auch bei angespanntem Marktumfeld in der Lage ist, einen auftretenden Liquiditätsbedarf zu decken.

Eine zusätzliche Überwachung der Liquiditätsrisiken erfolgt sowohl im Rahmen der monatlichen Ermittlung und Meldung der Liquiditätskennziffer an die Bundesbank als auch durch die Berechnung von Auswirkungen verschiedener Marktszenarien auf die Liquiditätssituation der Sparkasse. Weitere Punkte unseres Risikomanagementsystems sind das eingerichtete Ad-hoc-Reporting, welches beim Eintritt wesentlicher Kriterien aus Risikosicht ausgelöst wird, sowie die erstellten Ablaufpläne für Notfälle. Beide Instrumente zusammen ermöglichen eine kurzfristige Reaktion und Maßnahmenergreifung bei Liquiditätsengpässen.

Die Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit zahlungsfähig. Liquiditätsengpässe drohten zu keiner Zeit.

Zur Überwachung der Zahlungsfähigkeit bedient sich die Sparkasse kurz- und mittelfristiger Finanzpläne, die - nach Monaten gestaffelt - die fälligen Geldanlagen und Geldaufnahmen sowie die statistisch aus der Vergangenheit entwickelten Prognosewerte des Kundengeschäfts enthalten. Die von der Landesbank Baden-Württemberg eingeräumten Linien wurden zur Steuerung der Liquidität nicht in Anspruch genommen. Das zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften notwendige Guthaben wurde in der erforderlichen Höhe bei der Deutschen Bundesbank stets unterhalten.

Die Sparkasse führt einen Refinanzierungsplan, welcher einen mehrjährigen Zeitraum umfasst und ihr Geschäftsmodell widerspiegelt. Neben einem "normalen" Szenario ist auch ein adverses Szenario enthalten. In beiden Fällen sind keine besonderen Refinanzierungsmaßnahmen erforderlich.

Zum 31. Dezember 2019 betrug die Anforderung bei der Liquidity Coverage Ratio (LCR) 100 %. Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) lag im gesamten Jahr 2019 in einer Bandbreite von 167 % bis 246 % und war damit jederzeit erfüllt. Zum Jahresende belief sich die LCR auf 168 % (Vorjahr: 206 %).

Eine Konzentration besteht bei dem Liquiditätsrisiko in folgendem Bereich:

hoher Bestand an täglich fälligen Kundeneinlagen

Um die Risiken aus dieser Konzentration zu begrenzen, sind im Refinanzierungsplan folgende Maßnahmen zur Liquiditätsbeschaffung vorgesehen:

1. Tages- und Termingeldaufnahme

2. Geldaufnahme bei der Bundesbank

3. Reduzierung Wiederanlage im Depot-A

4. Geldaufnahme via Pfandbriefpooling

5. Begeben von Sparkassenbriefe an institutionelle Anleger

6. Verkauf von Papieren aus dem Depot-A

Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

4.2.5. Operationelle Risiken

Unter operationellen Risiken versteht die Sparkasse die Gefahr von Schäden, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder in Folge externer Einflüsse eintreten können.

Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie. Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Einsatz einer Schadensfalldatenbank zur Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle

Quartalsweise Messung operationeller Risiken mit der IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren" auf der Grundlage von bei der Sparkasse sowie überregional eingetretener Schadensfällen

Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT

Konzentrationen bestehen bei den operationellen Risiken aktuell keine.

Aufgrund der überwiegenden Nutzung von IT-Anwendungen des Sparkassenverbunds bzw. der S-Rating und Risikosysteme GmbH über die Finanz-Informatik bestehen hohe Abhängigkeiten im Falle eines Ausfalls der IT.

4.3. Gesamtbeurteilung der Risikolage

Unser Haus verfügt über ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß § 25a KWG. Durch das Risikomanagement und -controlling der Sparkasse können frühzeitig die wesentlichen Risiken identifiziert und gesteuert sowie Informationen an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden. In 2019 bewegten sich die Risiken jederzeit innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Limitsystems. Das Gesamtbanklimit war am Bilanzstichtag mit 73,1 % ausgelastet. Die Risikotragfähigkeit war und ist somit derzeit gegeben. Die durchgeführten Stresstests zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können.

Auf Basis der durchgeführten Kapitalplanung ist bei den bestehenden Eigenmittelanforderungen bis zum Ende des Planungshorizonts keine Einschränkung der Risikotragfähigkeit zu erwarten.

Bestandsgefährdende Risiken sind nicht erkennbar.

Risiken der künftigen Entwicklung bestehen im Hinblick auf die durch die Regulatorik und die anhaltende Niedrigzinsphase belasteten weiter unterdurchschnittliche Ertragslage und einer nur begrenzt ausbaufähigen Risikotragfähigkeit. Trotz der tendenziell weiter steigenden Eigenkapitalanforderungen zeigt die durchgeführte Kapitalplanung, dass die Risikotragfähigkeit auch mittelfristig gegeben ist.

Die Sparkasse nimmt am Risikomonitoring des Verbands teil. Die Erhebung erfolgt dreimal jährlich. Dabei werden die wichtigsten Risikomesszahlen auf Verbandsebene ausgewertet und die Entwicklungen beobachtet. Jede Sparkasse wird insgesamt bewertet und einer von vier Monitoringstufen zugeordnet. Die Sparkasse Germersheim-Kandel ist der besten Bewertungsstufe zugeordnet.

Insgesamt beurteilen wir unsere Risikolage als gut.

5. Chancen- und Prognosebericht

5.1. Chancenbericht

Unser "Chancenmanagement" ist in den jährlichen Strategieüberprüfungsprozess integriert.

Chancen sehen wir vor allem in einer besser als erwartet laufenden Konjunktur, insbesondere aufgrund der regen Nachfrage nach Wohnungen und Einfamilienhäusern, die die Bautätigkeit stärker als prognostiziert ankurbeln könnte. Dies würde zu einer stärkeren Kreditnachfrage und einem Anstieg des Zinsüberschusses führen.

Die Chance auf eine Stabilisierung bzw. Steigerung unserer Ertragskraft wollen wir vor dem Hintergrund der positiven gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nutzen. Darüber hinaus arbeiten wir laufend daran, unsere Prozesse zu optimieren.

Chancen wollen wir nutzen, indem wir die Filialpräsenz in der Fläche optimieren, die SB-Technik und das Multikanalbanking weiter ausbauen.

Darüber hinaus sehen wir durch eine weitere Intensivierung der Arbeitsteilung mit unseren Verbundpartnern in der Sparkassenorganisation die Möglichkeit, dem Wettbewerbs- und Rentabilitätsdruck zu begegnen.

Damit die Sparkasse den Kunden auch künftig in allen Finanz- und Kreditangelegenheiten ein leistungsstarker Partner sein kann und um den Herausforderungen der Zukunft besser begegnen zu können, hat der Verwaltungsrat den Vorstand im Geschäftsjahr 2019 beauftragt, Sondierungsgespräche mit der Sparkasse Südliche Weinstraße zu führen, die eine Fusion im Jahr 2021 zum Ziel haben.

5.2. Prognosebericht

5.2.1. Rahmenbedingungen

Die nachfolgenden Einschätzungen haben Prognosecharakter. Sie stellen unsere Einschätzungen der wahrscheinlichsten künftigen Entwicklung auf Basis der uns zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen dar. Da Prognosen mit Unsicherheit behaftet sind bzw. sich durch die Veränderungen der zugrundeliegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können, ist es möglich, dass die tatsächlichen künftigen Ergebnisse gegebenenfalls deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts getroffenen Erwartungen über die voraussichtlichen Entwicklungen abweichen.

Am Jahresanfang 2020 wurde vom Internationalen Währungsfonds (IWF) noch eine allmähliche Belebung der Weltkonjunktur im Jahr 2020 erwartet (Anstieg des Welthandels um 2,9 %). Die großen deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute rechneten für das Jahr 2020 mit einem etwas höheren Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (+ 0,9 %) als im Jahr 2019 (+ 0,5 %). Der deutsche Arbeitsmarkt wurde in der Gesamtbetrachtung weiterhin als sehr robust bezeichnet. Für die Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland wurde mit + 1,6 % ein etwas stärkerer Anstieg als im Jahr 2019 verzeichnet. In der Eurozone erwartet die EZB einen Anstieg um 1,1 % in 2020, sowie + 1,4 % bzw. + 1,6 % in den Folgejahren.

Die im I. Quartal 2020 zunehmende Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundene Pandemie wird negative Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung haben. Im März 2020 wurde vom Gesetzgeber ein Maßnahmenpaket beschlossen, das die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie abfedern soll. Ziel ist es, Arbeitsplätze zu schützen und Unternehmen zu unterstützen. Die Bundesregierung betonte jedoch in diesem Zusammenhang auch, dass die Tragweite, die die Pandemie auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland haben wird, nicht seriös beschrieben werden könne, weil aussagekräftige Konjunkturindikatoren erst mit einiger Verzögerung vorliegen werden.

Auf den Kapitalmärkten waren jedoch bereits deutliche Reaktionen feststellbar. So hatte der Deutsche Aktienindex (DAX) nach seinem historischen Höchstwert am Jahresbeginn in den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 erhebliche Einbußen zu verzeichnen. Deutsche Staatsanleihen wurden dagegen stark nachgefragt, so dass deren in den meisten Laufzeitbereichen negativen Renditen nochmals deutlich sanken.

Vor diesem Hintergrund sind alle gesamtwirtschaftlichen Prognosen für das Jahr 2020 zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Prognoseberichts mit erhöhten Unsicherheiten behaftet. Daher können auch die möglichen Auswirkungen auf Prognosen der Sparkasse für das Geschäftsjahr 2020 noch nicht umfassend beurteilt werden. Nennenswerte negative Abweichungen von unseren Planungen können bei den wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren jedoch nicht ausgeschlossen werden. Im besonderen Maße dürfte dies für die Bewertung unserer Wertpapieranlagen sowie die notwendige Kreditrisikovorsorge gelten.

Die nachfolgenden Aussagen zur Ertrags- und Vermögenslage in 2020 basieren auf einer überarbeiteten Version der Mittelfristigen Finanz- und Geschäftsplanung (Stand Ende Februar 2020). In diesen Betrachtungen sind die aktuellen Entwicklungen aufgrund der zurzeit bestehenden COVID-19-Pandemie noch nicht berücksichtigt.

Aus unserer Sicht ist es, wie bereits erwähnt, derzeit noch nicht möglich abzuschätzen, wie lange die Krise andauern wird und wie tiefgreifend die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und damit auch auf unsere Sparkasse sein werden.

Da wir derzeit noch keine validen Einschätzungen über die weitere Entwicklung in 2020 abgeben können, wird an dieser Stelle über die Ergebnisse der ursprünglichen Planrechnungen berichtet - in dem Bewusstsein, dass die Realität wahrscheinlich ein deutlich anderes Bild zeichnen wird.

Der Prognosezeitraum umfasst das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr.

Als Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

Als Chancen im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

5.2.2. Geschäftsentwicklung

Abgeleitet aus der bisherigen Bestandsentwicklung rechnen wir mit einem weiteren moderaten Wachstum für unser Kundenkreditgeschäft, vorrangig aus dem Darlehensgeschäft mit unseren Privat- und Firmenkunden, insbesondere aus dem Wohnungsbaukreditgeschäft.

Im Einlagengeschäft setzt sich voraussichtlich die bisherige Entwicklung fort. Vor dem Hintergrund der erwarteten konjunkturellen Entwicklung erwarten wir für 2020 ein weiteres Wachstum der Kundeneinlagen und Kundengeldanlagen (inklusive Wertpapieren).

Bei der Bilanzsumme erwarten wir aufgrund der vorgenannten Entwicklungen im Kredit- und Einlagengeschäft für das Folgejahr einen leichten Anstieg.

Im Dienstleistungsgeschäft gehen wir für 2020 aufgrund der sich rückläufigen konjunkturellen Voraussetzungen von sich verschlechternden Rahmenbedingungen und geringeren Vermittlungen aus.

5.2.3. Finanzlage

Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Zahlungsbereitschaft auch im Jahr 2020 gewährleistet ist und die bankaufsichtlichen Anforderungen eingehalten werden können.

Für das Jahr 2020 sind folgende größere Investitionen geplant:

200 TEUR für die Umsetzung von Brandschutzmaßnahmen in der Niederlassung Germersheim

200 TEUR für Baumaßnahmen im Rahmen der Geschäftsstellen-Restrukturierung

115 TEUR für die Bereiche Videoüberwachung, Alarmanlagen und Netzwerk

104 TEUR für SB-Technik

5.2.4. Ertrags- und Vermögenslage

Auf Basis von Betriebsvergleichszahlen rechnen wir aufgrund der weiterhin flachen Zinsstrukturkurve in Verbindung mit dem anhaltend niedrigen Zinsniveau mit weiter rückläufigen Konditionsbeiträgen aus dem Kundengeschäft. Dennoch planen wir, aufgrund der vorgenommenen Optimierungen bei den Zinssicherungsgeschäften, mit einem um 0,8 Mio. EUR höheren Zinsüberschuss.

Beim Provisionsüberschuss gehen wir für 2020 von einem Anstieg um 2,5 Mio. EUR aus.

Auch aufgrund unseres stringenten Kostenmanagements wird der Verwaltungsaufwand um 0,06 % der DBS sinken. Die tendenziell steigenden Personalkosten wollen wir durch ein stringentes Personalmanagement in Grenzen halten. Zur Reduzierung der Sachkosten werden mit verschiedenen Projekten nachhaltige Einsparungen realisiert.

Insgesamt ergibt sich unter Berücksichtigung der vorgestellten Annahmen für das Jahr 2020 ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 0,71 % der Jahresdurchschnittsbilanzsumme von ca. 2,0 Mrd. EUR.

Das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft ist aufgrund der konjunkturellen Entwicklung nur mit großen Unsicherheiten zu prognostizieren. Bei der Risikovorsorge für das Kreditgeschäft erwarten wir -nach Auflösungen ein insgesamt leicht steigendes negatives Bewertungsergebnis.

Aus den eigenen festverzinslichen Wertpapieren sowie den weiteren Eigenanlagen in Spezialfonds, Aktien- und Immobilienfonds rechnen wir mit einem per Saldo leicht positiven Bewertungsergebnis.

Das sonstige Bewertungsergebnis ist von untergeordneter Bedeutung.

Die prognostizierte Entwicklung der Ertragslage ermöglicht eine weitere Stärkung der Eigenmittel. Die Mindest-Gesamtkapitalquote in Höhe von 12,54 % (Mindestwert nach der CRR von 8,0 % zuzüglich des Kapitalerhaltungspuffers von 2,5 %, des SREP-Zuschlags von 2,0 % und des antizyklischen Puffers von 0,04 %) wird mit einem Wert von zurzeit 21,3 % deutlich überschritten.

Vor dem Hintergrund der dargestellten Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Rahmenbedingungen erwarten wir für das Geschäftsjahr 2020 folgende Entwicklung:

Für die die DBS erwarten wir aufgrund der erwarteten Wachstumsraten im Kundengeschäft eine leichte Steigerung.

Bezüglich der Forderungen an Kunden gehen wir von einem moderaten Wachstum aus, welches von der Finanzierung von Wohnimmobilien der Privathaushalte getragen wird.

Beim Mittelaufkommen von Kunden erwarten wir erneut eine deutliche Zunahme, insbesondere die Bestände auf Giro- und Tagesgeldkonten werden weiter wachsen. Darüber hinaus rechnen wir mit einer weiteren Verschiebung der längerfristigen hin zu den kurzfristigen Kundeneinlagen.

Für das Betriebsergebnis vor Bewertung in % der DBS (gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen) erwarten wir aufgrund der erwarteten Rückgänge beim Verwaltungsaufwand durch unser Kostensenkungsprogramm trotz des in Folge rückläufiger Margen und des rückläufigen Zinsüberschusses aus dem Kundengeschäft einen Anstieg um rd. 0,1 %-Punkte gegenüber 2019.

Hinsichtlich des Rohertrags erwarten wir aufgrund der getroffenen Maßnahmen eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Dies führen wir auf einen in Folge rückläufiger Margen rückläufigen Zinsüberschuss aus dem Kundengeschäft und ein steigendes Provisionsergebnis bei einem gleichbleibenden Saldo aus sonstigen ordentlichen Erträgen und Aufwendungen zurück. Der prognostizierte ordentliche Aufwand für 2020 steigt absolut nur leicht, bezogen auf die DBS geht dieser zurück. Hintergrund ist unser konsequentes Kostenmanagement. In % der DBS bleibt der Sachaufwand unverändert, der Personalaufwand geht zurück. Insgesamt erwarten wir deshalb eine leichte Verbesserung der Cost-Income-Ratio gegenüber dem Berichtsjahr.

Für die Eigenkapitalrendite erwarten wir bei gestiegenen durchschnittlichen eigenen Mitteln einen Anstieg auf 4,2 %. Dies führen wir hauptsächlich auf das durch getroffene Maßnahmen gestiegene Betriebsergebnis vor Bewertung zurück.

Bei der CIR erwarten wir mit 69 % für 2020 einen leicht geringeren Wert als 2019.

Für die Gesamtkapitalquote erwarten wir für 2020 eine Steigerung, allerdings unterhalb dem Vorjahresniveau.

Insbesondere bei einer konjunkturellen Abschwächung könnten sich gleichwohl weitere Belastungen für die künftige Ergebnis- und Kapitalentwicklung ergeben.

Des Weiteren können sich aufgrund regulatorischer Verschärfungen für die Finanzwirtschaft (Vereinheitlichung der Einlagensicherung, Basel III-Regelungen, Meldewesen) weitere Belastungen ergeben, die sich auf die Ergebnis- und Kapitalentwicklung der Sparkasse negativ auswirken können.

5.3. Gesamtaussage

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 lässt insgesamt erkennen, dass die Sparkasse trotz des durch Wettbewerbssituation und Zinslage schwieriger werdenden Umfeldes gut aufgestellt ist.

Unsere Perspektiven für das Geschäftsjahr 2020 beurteilen wir auf Basis der Planung in Bezug auf die Rahmenbedingungen sowie unsere bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren zusammengefasst als zufriedenstellend.

Die aktuell bestehende Krise, ausgelöst durch die COVID-19-Pandemie, stellt die komplette bisherige Planung in Frage. Die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und letztlich auch auf unsere Sparkasse sind tiefgreifend. Zum aktuellen Zeitpunkt sind weder die Dauer, noch die Dimension der wirtschaftlichen Folgen dieser Krise seriös zu beziffern.

Um abschätzen zu können, ob sich die Corona-Krise bestandsgefährdend auf die Sparkasse auswirken könnte, wurden auf Basis der adversen Kapitalplanung und des Stressszenarios "Schwerer konjunktureller Abschwung" Szenariorechnungen durchgeführt.

Die Ergebnisse dieser Szenariobetrachtungen haben keine Bestandsgefährdung ergeben. Daher gehen wir davon aus, dass im Prognosezeitraum die Risikotragfähigkeit und die Einhaltung aller bankaufsichtsrechtlichen Kennziffern weiterhin durchgängig gewährleistet sind.

 

Kandel, 11. Mai 2020

Sparkasse Germersheim-Kandel

Vorstand

Bericht des Verwaltungsrates

Der Vorstand hat den Verwaltungsrat im Geschäftsjahr 2019 regelmäßig und ausführlich über die Geschäftsentwicklung, die wirtschaftlichen Verhältnisse der Sparkasse, die Risiken und über sonstige wichtige Vorgänge informiert. Der Verwaltungsrat nahm die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahr und fasste in sieben Sitzungen die in seine Zuständigkeit fallenden Beschlüsse.

Der Kreditausschuss nahm die ihm übertragenen Aufgaben in drei Sitzungen wahr.

Der Vorstand hat dem Verwaltungsrat den Jahresabschluss und den Lagebericht für das Jahr 2019 vorgelegt. Die Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz prüfte die Buchführung, den Jahresabschluss sowie den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 und erteilte den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

In seiner Sitzung vom 8. Juni 2020 nahm der Verwaltungsrat Kenntnis von dem Prüfungsergebnis und stellte den Jahresabschluss fest. Er billigte den Lagebericht und erteilte dem Vorstand Entlastung.

Die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von 3.341 TEUR erfolgte gemäß § 20 SpkG durch Beschluss des Verwaltungsrates. Der Jahresüberschuss wird der Sicherheitsrücklage zugeführt.

Der Verwaltungsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Vorstand der Sparkasse Germersheim-Kandel für die im Jahr 2019 geleistete erfolgreiche Arbeit.

 

Kandel, den 8. Juni 2020

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates

Dr. Fritz Brechtel, Landrat

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