Analytik Jena GmbHLiquidiert
07745 Jena, DEUStammdaten
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Analytik Jena GmbH (vormals: Analytik Jena AG)JenaJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020Inhaltsverzeichnis Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020 Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 1. Bilanz zum 31. Dezember 2020 2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 3. Anhang für das Geschäftsjahr 2020 Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020 BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS Lagebericht für das Geschäftsjahr 20201. Geschäft und Rahmenbedingungen 1.1 Geschäftstätigkeit und Geschäftsmodell Als Entwickler und Hersteller von spezialisierten Instrumenten und Produkten für die Chemische Analytik und den Life-Science Bereich positioniert sich die Analytik Jena in einem anspruchsvollen, wachsenden Technologiesegment und versorgt dabei eine Vielzahl von Anwendern in unterschiedlichen Branchen. Ihr Portfolio umfasst sowohl die klassische Analysetechnik insbesondere zur Messung von Konzentrationen von Elementen und Molekülen als auch Systeme für bioanalytische Anwendungen im Life-Science-Bereich, die den hochkomplexen Analysezyklus einer Probe von der Probenvorbereitung bis zur Detektion unter Verwendung von anwenderfreundlichen, hochintegrativen Automatisierungslösungen umfassen. Serviceleistungen sowie gerätespezifische Verbrauchsmaterialien und Einwegmaterialien, wie Reagenzien oder Kunststoffartikel, komplettieren das umfangreiche Angebot der Gesellschaft. 1.2 Organisation und Gesellschaftsstruktur Die Analytik Jena GmbH ist eine deutsche Kapitalgesellschaft mit Sitz in Jena. Alleiniger Gesellschafter des Unternehmens ist die Endress+Hauser Group Services (Deutschland) AG & Co. KG, ein Tochterunternehmen der auf Prozessmesstechnik spezialisierten Schweizer Endress+Hauser Gruppe mit Sitz in Reinach. Mit Wirkung zum 11. Dezember 2020 (Eintragung im Handelsregister) erfolgte der Rechtsformwechsel von der Analytik Jena AG zur Analytik Jena GmbH. Mit der neuen Rechtsform fügt sich die Analytik Jena GmbH in die vergleichbaren rechtlichen Strukturen der Endress+Hauser-Gruppe ein. Die Analytik Jena GmbH hat weltweit 13 Tochtergesellschaften. Ferner unterhält die Gesellschaft Zweigniederlassungen in Überlingen und der Schweiz. Die 100,0 %-Beteiligung der Analytik Jena GmbH, die AJZ Engineering GmbH, hatte am 18. Dezember 2017 die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über ihr eigenes Vermögen beantragt. Mit Beschluss des Amtsgerichts Gera vom 19. Dezember 2017 wurde die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und am 1. April 2018 das Insolvenzverfahren eröffnet. Im Laufe des Geschäftsjahres 2020 wurden die 100,0 %-Beteiligungen an der AJ Innuscreen GmbH (innerhalb der Endress+Hauser-Gruppe) und der AJ Roboscreen GmbH (Management Buy Out) veräußert. Die Segmentierung der globalen Marktaktivitäten erfolgt seit 2017 nach Regionen. Zentralbereiche, wie Einkauf, Produktion, Logistik, IT, Personal, Konzernkommunikation und Marketing, Recht sowie Rechnungswesen und Controlling stellen übergreifende Funktionen sicher. 1.3 Unternehmenssteuerung auf Basis von Kennzahlen In der zukünftigen Ausrichtung ihrer Geschäftsentwicklung bedient sich die Analytik Jena strategischer und operativer Steuerungssysteme. Auf Basis kontinuierlicher Wettbewerbs- und Marktbeobachtungen werden die Chancen und Risiken aller Geschäftsaktivitäten beurteilt und daraus Maßnahmen zur Zielerreichung und Risikobegrenzung abgeleitet. Die strategische Planung erfolgt mit einem 3- bis 5-Jahres-Horizont, und wird mit einem detaillierten Budget für das Folgejahr hinterlegt. Die marktseitigen Rahmenbedingungen und die daraus abgeleiteten Planungsannahmen und -inhalte werden im Laufe eines Geschäftsjahres kontinuierlich überwacht und ergebnisseitig über regelmäßige Forecasts dargestellt. Um ihrer wertorientieren Strategie Rechnung zu tragen, setzt die Analytik Jena GmbH zur Planung, operativen Steuerung und Kontrolle der Geschäftstätigkeiten Kennzahlen ein, die im Wesentlichen finanzielle Steuerungsgrößen beinhalten. Der wesentliche Fokus liegt auf dem Wachstum der Kennzahlen Umsatz und Auftragseingang, während die operative Effizienz und Profitabilität über die Kennzahlen EBITDA (Ergebnis vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Steuern) und EBIT (Betriebsergebnis) abgebildet werden. Die genannten Kennzahlen werden durch ein System von sich jeweils beeinflussenden Faktoren in ihrer Entwicklung betrachtet und gesteuert. 1.4 Forschung und Entwicklung Für die Analytik Jena GmbH als einem führenden Anbieter von Instrumenten für Analysenmesstechnik und Life Science sind die zielgerichteten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wesentliche Prämisse für einen nachhaltigen Geschäftserfolg. In den Forschungs- und Innovationsbereichen beschäftigte das Unternehmen zum 31. Dezember 2020 126 Mitarbeiter (Vorjahr 122). Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen betrugen im Geschäftsjahr 2020 12.996 Tsd. EUR (Vorjahr: 12.467 Tsd. EUR).
1.5 Akquisitionen und Investitionen sowie Desinvestitionen Das Investitionsvolumen der Analytik Jena sank in der Berichtsperiode auf insgesamt 2.990 Tsd. EUR (Vorjahr: 3.894 Tsd. EUR). Mit 1.100 Tsd. EUR entfielen 36,8 % der getätigten Investitionen auf das Sachanlagevermögen (Vorjahr: 1.223 Tsd. EUR bzw. 31,4 %). In immaterielle Vermögenswerte investierte das Unternehmen 1.890 Tsd. EUR bzw. 63,2 % der gesamten Investitionen (Vorjahr: 1.549 Tsd. EUR bzw. 39,8%). Dabei war der wesentliche Investitionsschwerpunkt der Releasewechsel der ERP-Software. Desinvestitionen betrafen insbesondere das Finanzanlagevermögen (Abgänge zu Restbuchwerten in Höhe von 596 Tsd. EUR), die die Verkäufe sämtlicher Anteile an zwei Tochtergesellschaften umfassten. 1.6 Personalstrategie und Mitarbeiter Motivierte, leistungsbereite und verantwortungsbewusste Mitarbeiter sind das wertvollste Kapital der Analytik Jena, worauf sie ihre besondere Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten gründet. Die Analytik Jena überprüft ihre Personalstrategien kontinuierlich und adjustiert sie gemäß aktuellen Marktgegebenheiten sowie an demographische und unternehmensinterne Entwicklungen. Zum 31. Dezember 2020 beschäftigte die Gesellschaft insgesamt 515 Mitarbeiter, davon 19 Auszubildende (Vorjahr: 511 Mitarbeiter, davon 21 Auszubildende). Darin enthalten sind auch die vier Mitglieder der Geschäftsleitung inklusive des Geschäftsführers. Neben zielgerichteten Maßnahmen zur Realisierung einer geringen Mitarbeiterfluktuation bildet die Analytik Jena als zukunftsorientiertes Unternehmen seit 1993 jedes Jahr junge Menschen aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren unternehmensweit im Durchschnitt 20 Auszubildende beschäftigt, was einer Ausbildungsquote von rund 3,9 % entspricht. Zusammen mit professionellen Personalmarketing- und -beschaffungsmaßnahmen versucht das Unternehmen auf diese Weise nachhaltig geeignetes Fachpersonal für sich zu gewinnen und langfristig an sich zu binden. Die Personalkosten betrugen im Geschäftsjahr 2020 30.389 Tsd. EUR (Vorjahr: 28.220 Tsd. EUR). Unter Berücksichtigung von regelmäßigen Lohn- und Gehaltssteigerungen und einem leichten Personalaufbau beruht der Anstieg auch auf der höheren variablen Vergütung infolge der deutlichen Zielübererreichung der Analytik Jena Gruppe insgesamt sowie Sonderzahlungen (Corona-Prämien). Beschäftigte nach Bereichen per 31. Dezember
Personalstatistiken (Mitarbeiter pro Kopf)
• inklusive Aushilfen/Praktikanten/Zeitarbeiter (ohne Auszubildende)
2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die sich im Jahr 2020 global ausweitende Covid-19 Pandemie hat sich maßgeblich auf die Entwicklung der Weltwirtschaft ausgewirkt. Die Beeinträchtigung der globalen Lieferketten und Handelsströme hat die Funktionsfähigkeit der internationalen Arbeitsteilung stark geschwächt. In der Folge brach das Welthandelsvolumens im Jahr 2020 um voraussichtlich 9,3 % ein, die Weltwirtschaft um 3,4 %. 1 Die Regierungen vieler Staaten haben durch vielfältige Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens reagiert. Die nach Art und Umfang unterschiedlichen Einschränkungen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens hatten in den einzelnen Ländern und Regionen ebenso unterschiedliche Auswirkungen auf das jeweilige Pandemiegeschehen und die konjunkturelle Entwicklung. Anhaltende wirtschaftspolitischen Spannungen trugen zusätzlich zur Verunsicherung der Marktteilnehmer bei. Zu nennen sind hier beispielhaft der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die zähen Verhandlungen zur Umsetzung des EU-Austritts Großbritanniens (Brexit). Für den Euroraum wird für das Jahr 2020 eine um 7,2 % rückläufige Wirtschaftsleistung erwartet, für die USA ein Rückgang von 3,6 %. Dass für die Schwellenländer eine Reduktion von nur 1,4% erwartet wird, liegt insbesondere an der starken Entwicklung der chinesischen Wirtschaft, die in 2020 trotz oder gerade wegen der zu Beginn des Jahres umgesetzten starken staatlichen Eindämmungsmaßnahmen gewachsen ist. Auch die deutsche Wirtschaft erlebte mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 5,0 % die schwerste Rezession der letzten Jahrzehnte. Die Wirkungen des Lockdowns im Frühjahr und am Ende des 4. Quartals konnte nicht durch die Nachholeffekte in der Mitte des Jahres und die umfangreichen wirtschaftlichen Stützungsmaßnahmen der Bundesregierung ausgeglichen werden.
1 Jahreswirtschaftsbericht 2021,
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 02.
Februar 2021
2.2 Branchenumfeld Der weltweite Markt für analytische und Life Science-Instrumente sowie Labor-Produkte erfuhr im Kalenderjahr 2020 einen Rückgang um 1,2 %. Die weltweite Nachfrage nach Produkten im Sektor Analyse- und Life Science-Instrumente wird für 2020 mit insgesamt 66,2 Mrd. USD angegeben. 2 Während Technologien zum Nachweis und zur Bekämpfung des Covid-19 Erregers ein enormes Wachstum verzeichneten, wirkte die allgemeine Abschwächung der globalen konjunkturellen Entwicklung deutlich negativ auf den Großteil anderer Produkt- und Marktsegmente. 2.3 Geschäftsverlauf Entgegen der stagnierenden Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre ist der Umsatz der Analytik Jena Gruppe insgesamt im Jahr 2020 um 38,2 % auf 162,1 Mio. EUR gewachsen, woran die Analytik Jena GmbH ein großen Anteil hatte (Umsatzsteigerung um 43,0 % auf 130,0 Mio. EUR). Ausschlaggebend war hierbei vor allem die ab dem Monat März deutlich gestiegene Nachfrage nach Produkten aus den Bereichen Life Science (qPCR und Extraktionskits) und Liquid Handling (Pipettierroboter und -köpfe), die in den Laborprozessen zum Covid-19 Nachweis zum Einsatz kommen. Zusätzlich konnten in diesen Bereichen neue strategische Kundenbeziehungen aufgebaut werden, die auch über die Corona-Pandemie hinaus positiv auf die Geschäftsentwicklung wirken werden. Zur Realisierung der deutlich gestiegenen Auftragslage hat das Unternehmen ab dem 2. Quartal in vielen Bereichen in die Optimierung und den Ausbau der internen Kapazitäten investiert und ein intensives Lieferantenmanagement betrieben, um trotz des massiven Mehrbedarfs die Materialverfügbarkeit sicher zu stellen. Auch wenn die Investitionstätigkeit im Bereich der Chemischen Analyse und in der Region China vor allem pandemiebedingt in vielen Kundensegmenten hinter den Erwartungen zurückblieb, konnten auch dort leicht höhere Umsätze als im Vorjahr realisiert werden. Getragen wurde dieses insbesondere durch Erfolge im internationalen Projektgeschäft.
2 Instrument Business Outlook (IBO), Volume 29,
Number 19, January 2021
Insgesamt befand sich die Analytik Jena Gruppe insbesondere im 2. Halbjahr auf einem gegenüber den Vorjahren deutlich höheren Leistungsniveau, das unter ähnlichen Bedingungen auch im Jahr 2021 gehalten werden dürfte. Zur langfristigen Stabilisierung und Ausweitung der Geschäftsentwicklung nach Abklingen der Covid-19 Pandemie hat die Analytik Jena Gruppe im 4. Quartal 2020 ein neues, langfristig strukturiertes strategisches Entwicklungsprogramm aufgesetzt, in dem sämtliche Marktaktivitäten, Produkte und Prozesse analysiert und mit Fokus auf aktuelle und zukünftige Kundenbedürfnisse optimiert ausgerichtet werden. 2.4 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Umsatzentwicklung Die Umsatzerlöse der Analytik Jena stiegen mit 130.002 Tsd. EUR deutlich über den Vorjahreswert (90.911 Tsd. EUR). Die Absatzmärkte DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz), mit einem Umsatz von 37.898 Tsd. EUR (Vorjahr: 26.022 Tsd. EUR), EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) mit einem Umsatz von 33.683 Tsd. EUR (Vorjahr: 20.205 Tsd. EUR), APAC (Asien und pazifischer Raum) mit einem Umsatz von 15.924 Tsd. EUR (Vorjahr: 10.074 Tsd. EUR) und AMERICAS (Nord- und Südamerika) mit einem Umsatz von 16.586 Tsd. EUR (Vorjahr: 9.240 Tsd. EUR) entwickelten sich extrem positiv. Wie bereits beschrieben profitierte die Gesellschaft in all diesen Märkten von der starken Nachfrage nach Produkten zum Covid-19 Nachweis. Ursprünglich war die Gesellschaft von einem leichten Umsatzrückgang gegenüber 2019 ausgegangen. Lediglich das Umsatzniveau halten bzw. leicht ausbauen konnte die in den vergangenen Jahren am stärksten wachsende Region CHINA mit 25.911 Tsd. EUR (Vorjahr: 25.370 Tsd. EUR). Insgesamt exportierte die Gesellschaft Waren mit einem Wert von 102.850 Tsd. EUR (Vorjahr: 69.257 Tsd. EUR) ins Ausland, damit stieg die Exportquote mit 79,1 % leicht an (Vorjahr: 76,2 %). Prozentuale Umsatzverteilung nach Regionen
Umsatzerlöse nach Regionen
in Tsd. EUR Entwicklung der Kosten Überproportional zu den gestiegenen Umsatzerlösen stiegen auch die Aufwendungen zur Erzielung der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2020 von 51.550 Tsd. EUR auf 84.485 Tsd. EUR. Positiv wirkten sich aufgrund der starken Nachfrage die erzielbaren Absatzpreise aus. Im Vergleich zum Vorjahr fließen hier allerdings deutlich höhere Aufwendungen aus der Bewertung von nur noch schlecht verwertbaren Lagerbeständen bzw. der Verschrottung von nicht mehr veräußerbaren Materialien ein (+7.300 Tsd. EUR ggü. Vorjahr). Dieser Effekt hat eine deutlich negative Wirkung auf das Bruttoergebnis und resultiert aus einer notwendigen Anpassung der Bewertungskriterien für die Lagerbestände. Die Vertriebsaufwendungen betrugen 26.365 Tsd. EUR (Vorjahr: 27.139 Tsd. EUR). Sie bildeten mit 20,3 % vom Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut einen sehr großen Aufwandsposten. Der Rückgang beruht auf geringeren Abschreibungen von Vermögensgegenständen, die dem Funktionsbereich zugeordnet werden (-787 Tsd. EUR) sowie Einsparungen bei Messekosten, Reisetätigkeiten und Bewirtungsaufwendungen (-997 Tsd. EUR) aufgrund der Corona-Pandemie. Dem gegenüber stehen Steigerungen des Personalaufwandes (+878 Tsd. EUR) u.a. aufgrund der Lohn- und Gehaltsanpassungen, des leichten Mitarbeiteranstiegs sowie der variablen Vergütung und der Ausgangsfrachten (+174 Tsd. EUR) infolge des starken Umsatzwachstums. Die Verwaltungsaufwendungen beliefen sich auf 8.256 Tsd. EUR (Vorjahr: 7.705 Tsd. EUR), was einem Anstieg um 7,2 % entspricht. Dies resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Personalkosten (u.a. variable Vergütung) und IT-Kosten (Digitalisierung). Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen 12.996 Tsd. EUR (Vorjahr: 12.467 Tsd. EUR). Der Anstieg beruht auf höheren Entwicklungsleistungen im Rahmen der FuE-Projekte und gestiegenen Personalkosten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 1.611 Tsd. EUR (Vorjahr: 485 Tsd. EUR) enthalten vor allem Aufwendungen aus Kursdifferenzen (843 Tsd. EUR, Vorjahr 372 Tsd. EUR) und Forderungsverluste (im Zusammenhang mit der Veräußerung von Tochtergesellschaften: 563 Tsd. EUR, Vorjahr 0 Tsd. EUR). Den sonstigen betrieblichen Aufwendungen stehen sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 4.875 Tsd. EUR (Vorjahr: 9.380 Tsd. EUR) gegenüber, welche im Wesentlichen aus Versicherungsentschädigungen (1.417 Tsd. EUR, im Vorjahr: 26 Tsd. EUR), Veräußerungsgewinnen (im Zusammenhang mit der Veräußerung von Tochtergesellschaften: 1.504 Tsd. EUR), Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen (262 Tsd. EUR, im Vorjahr: 820 Tsd. EUR) sowie Erträgen aus Kursdifferenzen (348 Tsd. EUR, Vorjahr: 846 Tsd. EUR) resultieren. Das Vorjahr enthielt außerdem Erträge aus abgeschriebenen Forderungen in Höhe von 5.804 Tsd. EUR. Die Effekte aus Einmalvorgängen belaufen sich aus den vorgenannten Sachverhalten auf -5.960 Tsd. EUR (Vorjahr 5.804 Tsd. EUR), die das Ergebnis vor Steuern negativ beeinflussen und setzen sich wie folgt zusammen:
in Tsd. EUR Aus einem mit Wirkung zum 1. Januar 2020 abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrag ist der Analytik Jena GmbH ein Ertrag in Höhe von 4.687 Tsd. EUR zugeflossen. Ergebnisentwicklung Die Ergebnissituation nach Ablauf des Geschäftsjahres gestaltete sich im Vergleich zum Vorjahr auf ähnlichem Niveau. Das Bruttoergebnis vom Umsatz lag in der Berichtsperiode bei 45.517 Tsd. EUR (Vorjahr: 39.360 Tsd. EUR). Damit liegt die Bruttomarge insbesondere infolge der Änderung in der Bewertungssystematik der Vorräte deutlich unter dem Vorjahr bei 35,0 % (Vorjahr 43,3 %). Unter Eliminierung des Nachholeffekts aus der höheren Reichweitenabwertung (8.318 Tsd. EUR) liegt die Rohmarge nahezu auf Vorjahresniveau bei 41,4 %. Die Analytik Jena GmbH erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein EBITDA (Ergebnis vor Zinsen/Beteiligungsergebnis, Steuern und Abschreibungen) in Höhe von 4.055 Tsd. EUR (Vorjahr: 4.783 Tsd. EUR). Das Ergebnis vor Zinsen/Beteiligungsergebnis und Steuern (EBIT) betrug dagegen 1.163 Tsd. EUR (Vorjahr: 945 Tsd. EUR).
Die im Vorjahresbericht dargestellte Prognose ging davon aus, dass das EBITDA und EBIT im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr geringer ausfallen werden. Diese Erwartung hat sich bezüglich des EBITDA, wenn auch in geringerem Ausmaß, im Wesentlichen erfüllt, das EBIT konnte hingegen leicht gesteigert werden. Der Rückgang des EBITDA wurde ursprünglich mit einer Reduzierung der Umsätze bei höheren Kosten durch Digitalisierung und Gehaltsanpassungen begründet. Das im Jahresverlauf ungeplant starke Umsatzwachstum u.a. auch aufgrund weit über der ursprünglichen Prognose liegenden Auftragseingänge und die positiven Einmaleffekte beeinflussten dagegen das EBITDA deutlich positiv, hingegen wirkten die bereits beschriebenen Einmaleffekte aus der Anpassung der Vorratsbewertung negativ. Im Ergebnis fiel das EBITDA zwar geringer aus als im Vorjahr lag aber dennoch im Bereich der Erwartungen. Das EBIT wurde durch die gleichen Faktoren in Summe deutlich positiv beeinflusst und fällt dadurch im Gegensatz zur ursprünglichen Planung, aber im Einklang mit der später aktualisierten Prognose, besser aus als im Vorjahr. Unter Berücksichtigung eines Steueraufwands (inklusive sonstiger Steuern) von 762 Tsd. EUR (Vorjahr Steuerertrag: 731 Tsd. EUR) erwirtschaftete das Unternehmen einen Jahresüberschuss in Höhe von 3.931 Tsd. EUR (Vorjahr: 909 Tsd. EUR). Dabei wird das Jahresergebnis erstmalig durch die Erträge aus dem Ergebnisabführungsvertrag (4.687 Tsd. EUR) beeinflusst, so dass trotz des nur leicht gestiegenen EBIT ein deutlich höherer Jahresüberschuss erzielt werden konnte.
Vermögenslage Im Vergleich zum Vorjahresstichtag stieg die Bilanzsumme der Gesellschaft zum Stichtag 31. Dezember 2020 um 1,4 % von 111.002 Tsd. EUR auf 112.610 Tsd. EUR. Das Anlagevermögen ging leicht zurück auf 48.178 Tsd. EUR (Vorjahr: 48.683 Tsd. EUR). Insbesondere die Investitionen in die neue Releaseumstellung der ERP-Software, die einen Anstieg der immateriellen Vermögensgegenstände bedingten, haben den größtenteils abschreibungsbedingten Rückgang im Sachanlagevermögen ausgeglichen. Das Umlaufvermögen stieg von 61.759 Tsd. EUR auf 63.856 Tsd. EUR bzw. um 3,4 %. Dabei stiegen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände im Berichtszeitraum um 26,2 % auf 29.429 Tsd. EUR (Vorjahr: 23.327 Tsd. EUR), vor allem in den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen durch hohe Umsätze im Dezember und den in 2020 geschlossenen Ergebnisabführungsvertrag. Gegenläufig wirkte sich sowohl die Minderung des Finanzmittelbestands (-756 Tsd. EUR) als auch die Verringerung der Vorräte um 3.248 Tsd. EUR auf 27.334 Tsd. EUR (Vorjahr: 30.582 Tsd. EUR) aus. Die Verminderung der Vorräte ist insbesondere auf die geänderte Vorratsbewertung zurückzuführen, die jedoch durch die mit der ansteigenden Geschäftstätigkeit gewachsenen Bestandsmengen teilweise kompensiert wird. Zur stichtagsbedingten Verminderung der Flüssigen Mittel wird auf die Finanzlage verwiesen. Auf der Passivseite stiegen die Rückstellungen um 55,7 % von 5.262 Tsd. EUR im Vorjahr auf 8.191 Tsd. EUR zum Stichtag u.a. aufgrund von gestiegenen Steuerrückstellungen. Der größere Anstieg resultiert jedoch aus den sonstigen Rückstellungen (+2.164 Tsd. EUR), dieser ist vor allem auf höhere Personalrückstellungen infolge coronabedingter Einmalzahlungen und höherer Gratifikationen sowie auf Rückstellungen für Provisionen und für ausstehende Rechnungen zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten fielen im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 % und betrugen zum Abschluss des Geschäftsjahres 69.190 Tsd. EUR (Vorjahr: 74.473 Tsd. EUR). Darin verminderten sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen auf 63.701 Tsd. EUR (Vorjahr: 69.628 Tsd. EUR) insbesondere infolge der Tilgung langfristiger Darlehen. Per 31. Dezember 2020 wies die Gesellschaft im Eigenkapital einen Saldo von 35.198 Tsd. EUR aus (Vorjahr: 31.267 Tsd. EUR), der Anstieg resultierte aus dem positiven Jahresergebnis. Die Eigenkapitalquote der Analytik Jena steigerte sich bei annähernd stabiler Bilanzsumme um 3,1 Prozentpunkte von 28,2 % auf 31,3 %. Das Verhältnis von Anlage- zu Umlaufvermögen hat sich von 78,8 % im Vorjahr auf 75,4 % verringert. Die Anlageintensität (Anlagevermögen in % der Bilanzsumme) der Analytik Jena verringerte sich im Berichtszeitraum aufgrund der leicht gestiegenen Bilanzsumme von 43,9 % auf 42,8 %. Eine fristenkongruente Finanzierung der langfristig gebundenen Vermögensgegenstände durch lang- bis mittelfristige Mittel ist durch die durch den E+H-Konzern gewährten Darlehen vollumfänglich gewährleistet. Finanzlage Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte die Analytik Jena insgesamt einen Rückgang der Finanzmittelfonds, bestehend aus dem Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, von insgesamt -756 Tsd. EUR (Vorjahr -632 Tsd. EUR). Diese Entwicklung ergibt sich aus dem positiven Cashflow des operativen Geschäfts (9.386 Tsd. EUR) der die Belastungen aus Investitionstätigkeit (-1.486 Tsd. EUR) und der Finanzierungstätigkeit (-8.661 Tsd. EUR) nicht vollständig decken konnte. Zum 31. Dezember 2020 bestanden bei der Analytik Jena Haftungsverhältnisse in Höhe von 9.689 Tsd. EUR (Vorjahr: 13.871 Tsd. EUR), die im Wesentlichen aus Bietungs-, Anzahlungs- und Gewährleistungsbürgschaften resultieren (weitere Informationen zu den Haftungsverhältnissen im Anhang). Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wird derzeit als gering eingeschätzt, da die wesentlichen Projekte abgeschlossen oder bestritten sind. Für nicht mehr abwendbare Ansprüche aus Haftungsverhältnissen wurde bereits Vorsorge im Rahmen von Rückstellungen getroffen. Die Darlehensverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen hatten größtenteils eine Laufzeit bis 5. März 2021 und wurden abgelöst durch Darlehen mit einer Laufzeit bis zum 5. März 2024. Gesamtaussage Insgesamt hat sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gegenüber dem Vorjahr erneut verbessert. Sie bildet damit die Grundlage für eine weitere positive Entwicklung der Gesellschaft. 3. Chancen- und Risikobericht Die unternehmensinterne Situation sowie die allgemeine Wirtschaftslage beeinflussen die Entwicklung des Gesamtrisikoprofils der Analytik Jena GmbH. Diese Risiken werden gemäß der Risikopolitik der Gesellschaft in einzelne Risikofelder, die nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens haben können und wiederum eine Vielzahl von Einzelrisiken bündeln, differenziert. Mit Beginn der Covid-19 Pandemie zum Ende des Geschäftsjahres 2019 in China und der Ausweitung der Krise weltweit, sind die Risikoeinschätzungen entsprechend angepasst worden. Als bedeutende Chance wird auch weiterhin die zunehmende Erschließung des asiatischen und des amerikanischen Marktes gesehen. Nachdem im Jahr 2020 pandemiebedingt nicht sämtliche Maßnahmen umgesetzt werden konnten, wird die Stärkung der asiatischen Vertriebsgesellschaften weiter fokussiert. Der nordamerikanische Markt hat durch die Eröffnung eines neuen Standorts in Houston eine weitere Stärkung erfahren. Auch dort werden sämtliche, bereits in der Gruppe bestehende Produkte angeboten, um das vollständige Potential der lokalen Vertriebsstruktur zu heben und auszubauen. Die Auswirkungen der weltweiten COVID-19-Pandemie hatten auch hier bremsenden Einfluss, der jedoch in den kommenden Monaten abnehmend erwartet wird. Im Geschäftsjahr definiert und betrachtet die Analytik Jena GmbH regelmäßig die wesentlichen Faktoren für etwaige Chancen und Risiken, die sich z.B. aus der Entwicklung der Gesamtkonjunktur, den wichtigen Absatzmärkten sowie den Wechselkurs- und Margenvolatilitäten ergeben. Hervorzuheben wäre hierzu ein potentiell nachlassendes Wachstum des chinesischen Marktes bzw. ein global ausbleibender Umsatzanstieg und ein damit verbundener Abfluss von Finanzmitteln. Den Auswirkungen dieser Risiken begegnet die Analytik Jena mit einem zielgerichteten Kapazitäts- und Liquiditätsmanagement, wobei sie durch die Zugehörigkeit zur Endress+Hauser Gruppe Zugang zu alternativen Finanzierungquellen hat, mit denen auf kurzfristige Liquiditätsschwankungen reagiert werden kann. Im Jahr 2020 wurde das Risikoportfolio durch die sich schnell ausweitende Covid-19 Pandemie dominiert. Diese hatte auf die Nachfragesituation auf den Absatzmärkten und zu einzelnen Produktlinien der Analytik Jena GmbH unterschiedlichste Einflüsse. Das Unternehmen verfügt über ein breit aufgestelltes Produktportfolio, das zahlreiche Produkte enthält, die in verschiedenen Prozessen zum Covid-19 Nachweis eingesetzt werden können. Die deutlich steigende Nachfrage nach diesen Produkten konnte das konjunkturell bedingt ausbleibende Wachstum bei anderen Produktlinien mehr als ausgleichen. Den damit einhergehenden Risiken in Form von Kapazitäts- und Lieferengpässen begegnete das Unternehmen mit hoher Flexibilität und Agilität durch die Umgliederung und Stärkung interner Kapazitäten und Abläufe. So konnte in weniger ausgelasteten Arbeitsbereichen auf Kurzarbeit oder Personalreduktionen verzichtet werden. Eine wesentliche Aufmerksamkeit erhielt auch die intensive Steuerung der Lieferkette zur Absicherung der Materialverfügbarkeit und damit der Lieferfähigkeit. Im Zuge eines ausgeweiteten Forderungsmanagements gab es keine markanten Forderungsausfälle oder Wertberichtigungen. Zur Reduktion des mit der Covid-19 Pandemie einhergehenden Infektionsrisikos für die eigene Belegschaft wurden unter Beachtung der jeweils aktuellen behördlichen Regelungen konzernweite Reisebeschränkungen und Verhaltensempfehlungen ausgesprochen, sowie die notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen etabliert. Sämtliche Maßnahmen wurden durch einen konzernweiten Krisenstab initiiert und hinsichtlich ihrer Umsetzung und Wirksamkeit fortlaufend überwacht. Die Folgen der Pandemie auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Jahres 2021 schätzen wir auf Ebene des Gesamtunternehmens aktuell als moderat ein, was sich in Abhängigkeit der Auswirkungen auf Kundenseite im Jahresverlauf aber auch deutlich ändern kann. Die Risiken, die im Rahmen der Tätigkeit der insolventen Tochtergesellschaft AJZ Engineering GmbH und der damit verbundenen Haftungsrisiken bestehen, werden im Hinblick auf die Eintrittswahrscheinlichkeit weiterhin als beherrschbar eingestuft, so dass hieraus eine weitere Belastung der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gegeben ist. Grund hierfür sind u.a. die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der AJZ sowie die rechtlich positiv eingestuften Verfahrensentwicklungen bzgl. geltend gemachter Ansprüche gegen die Gesellschaft als Mithaftende. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2020 ein erhöhtes Risiko in der Fluktuation bzw. fehlende Motivation mit Mitarbeitern gesehen, die in Unternehmensbereichen arbeiten, die im Fokus strategischer Maßnahmen stehen und damit den Unsicherheiten unterschiedlicher Entwicklungsperspektiven ausgesetzt waren. Allerdings wurden hierzu bereits Maßnahmen ergriffen, die diesem Risiko u.a. über eine transparente Kommunikation und ein zielgerichtetes Entwicklungsprogramm begegnen sollen. Als weitere Risiken wurden die Verlangsamung des Wachstums bzw. der Verlust von Geschäften aufgrund von überalterten Produktportolios bzw. fehlender Innovationen definiert, denen jedoch durch intensive Forschungs- und Entwicklungstätigkeit entgegengewirkt wird. Ferner wird auf die Risiken aus Stilllegungen bzw. Verkäufen von Unternehmensbereichen und Tochtergesellschaften sowie aus der begrenzten Verfügbarkeit von Laborflächen bzw. der Einhaltung von Arbeitsschutzmaßnahmen hingewiesen, gegen die jedoch auch bereits geeignete Maßnahmen ergriffen wurden. Insgesamt besteht in der Analytik Jena Gruppe ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiken und Chancen. Im Rahmen der Gesamtrisikoeinschätzung der Gesellschaft sind auch unter Berücksichtigung der aktuell abschätzbaren Folgen der COVID- 19 Pandemie keine Risiken zu erkennen, die allein oder in Wechselwirkung miteinander den Fortbestand der Analytik Jena GmbH und des Konzerns gefährden können. Für das Geschäftsjahr 2021 zeigt die Entwicklung des Risikoprofils der Analytik Jena keine wesentlichen Veränderungen zum Vorjahr. Die Gesellschaft hatte im Berichtsjahr insgesamt ein mittleres Risikoexposure. Im Falle sich verändernder Rahmenbedingungen könnten jedoch weitere, zum heutigen Zeitpunkt unbekannte oder als unwesentlich erachtete Risiken die Geschäftsaktivitäten der Analytik Jena beeinträchtigen. Der Konzern hat organisatorisch die notwendigen Voraussetzungen dafür geschaffen, über sich abzeichnende Veränderungen der Gesamtrisikosituation rechtzeitig Kenntnis zu erlangen und darauf adäquat reagieren zu können. 4. Finanzinstrumente Infolge ausländischer Transaktionen bestanden unterjährig währungsbezogene Sicherungsgeschäfte. Insgesamt waren Sicherungsgeschäfte im Geschäftsjahr 2020 von untergeordneter Bedeutung. 5. Prognosebericht Den in den nachfolgenden Kapiteln gemachten Ausführungen zu den künftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie den Prognosen bezüglich der weiteren Entwicklung der Branche und des Unternehmens liegen Informationen bis zum Februar 2021 zugrunde. Angesichts des dynamischen konjunkturellen und branchenspezifischen Umfeldes sind Änderungen hinsichtlich der Zukunftsaussagen möglich und werden kontinuierlich auf Aktualität geprüft, angepasst und präzisiert. 5.1 Voraussichtliche weltwirtschaftliche Entwicklung und prognostizierte Branchenentwicklung Nachdem die Weltwirtschaft seit Anfang des Jahres 2020 durch die Ausbreitung des COVID-19 Pandemie stark negativ beeinflusst wurde, gibt es mit der Entwicklung und Freigabe verschiedener Impfstoffe Hoffnung auf ein Zurückdrängen der Pandemie und eine deutliche wirtschaftliche Erholung. Nachdem China diese bereits in 2020 vollziehen konnte, werden entsprechende Effekte auch in anderen Regionen erwartet, was im Jahr 2021 zu einem Wachstum der Weltwirtschaft in Höhe von 5,3 % führen soll. 3 Die teilweise massiven Beschränkungen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens halten jedoch in vielen Ländern an oder werden nur zurückhaltend gelockert, um zuerst die Erfolge der Impfstrategien und das Einsetzen einer günstigeren Witterung abzuwarten. Im Zuge dessen fallen die Konjunkturprognosen einzelner Institute und Organisationen deutlich unterschiedlich aus. Die weitere Entwicklung dieses globalen Ereignisses im Jahr 2021 kann daher auch für Deutschland nur grob vorausgesehen werden. Aktuelle Schätzungen der Bundesregierung gehen von einem Wachstum der deutschen Wirtschaft um 3,0 % aus, was eine Reduktion vorheriger Annahmen bedeutet. Trotz dieser erwarteten wirtschaftlichen Erholung sowie der finanziellen und konjunkturellen Hilfsmaßnahmen von EU und Bundesregierung sind die langfristigen strukturellen und arbeitsmarktseitigen Auswirkungen der Pandemie derzeit kaum absehbar und treffen einzelne Wirtschaftsbereiche bereits heute mit unterschiedlicher Härte.
3 Jahreswirtschaftsbericht 2021,
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 02.
Februar 2021
Der weltweite Markt für analytische und Life Science-Instrumente sowie Laborprodukte soll im Kalenderjahr 2021 überdurchschnittlich von der konjunkturellen Erholung profitieren und um 9,4 % auf Umsätze von etwa 72,4 Mrd. USD wachsen. 4 Diese Einschätzung wurde vor dem Hintergrund anhaltend erwarteter Aufträge zum Covid-19 Nachweis und absehbaren Nachholeffekten in anderen Produktbereichen getroffen, ist aber von einem erfolgreichen weltweiten Einsatz der Impfstoffe abhängig. 5.2 Voraussichtliche Entwicklung der Geschäfts-, Umsatz- und Ertragslage Basis für die nachfolgenden Prognoseaussagen ist die im Geschäftsjahr 2020 erstellte Unternehmens- und Budget-Planung der Analytik Jena und ihrer Konzernunternehmen für das Geschäftsjahr 2021. Neben einer allgemein stabilen, leicht ansteigenden konjunkturellen Entwicklung geht die Gesellschaft für 2021 von einem wachsenden aber anhaltend wettbewerbsintensiven Marktumfeld in der globalen Analysen-, Bio- und Labortechnik aus. Dabei plant die Analytik Jena GmbH, ihre Geschäftstätigkeit im Rahmen ihrer strategischen Ausrichtung auf ihr Kerngeschäft - die Laboranalyse - profitabel auszubauen. Ein wesentlicher Baustein bleibt dabei ein fokussiertes applikations- und branchen- ausgerichtetes Produktportfolio mit noch stärkerer Berücksichtigung der Anwenderbedürfnisse hinsichtlich Digitalisierung und Vernetzung in die individuelle Prozess- und Systemlandschaft.
4 Instrument Business Outlook (IBO), Volume 29,
Number 19, January 2021
Für das Geschäftsjahr 2021 plant die Analytik Jena GmbH mit geringeren Umsätzen im einstelligen Prozentbereich und einem leicht höheren EBITDA. Dieser Rückgang beruht auf der Annahme, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Laufe des Jahres 2021 zurückgehen, so dass die gleichen Auftrags- und Umsatzvolumina nicht erneut erreicht werden. In 2020 erzielte Umsätze aus hochvolumigen Projektaufträgen sind für 2021 nicht absehbar. Zudem wird ein Teil der Gruppenumsätze auf dem amerikanischen Markt (Verbrauchsmaterialien) nicht mehr über den Vertriebskanal der AJ GmbH erzielt. Trotz der geringeren Umsätze wird durch den Wegfall negativer Einmaleffekten (insbesondere aus der Vorratsbewertung) das EBITDA geringfügig steigen. Zusätzlich plant die Gesellschaft vielfältige Maßnahmen in den Bereichen Vertrieb, Entwicklung und Digitalisierung, die durch das in 2020 aufgesetzte unternehmensweite Strategieprogramm unterstützt werden. Dieses wird nach anfänglichen Mehrkosten jedoch erst in den Folgejahren nennenswerten positiven Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung haben. Geplante reguläre Gehaltsentwicklungen und der Ausbau der Organisationsstruktur wirken sich zusätzlich ergebnisbelastend aus. Die bereits umgesetzten und zusätzlich geplanten Maßnahmen zur Reduktion der Materialquote können die genannten Personalkostensteigerungen nicht kompensieren, so dass gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr von einer deutlichen Verminderung des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgegangen werden muss, das noch unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2019 liegen dürfte. Um die Ergebnislage nachhaltig zu optimieren, wurden die in 2019 eingeleiteten Maßnahmen in 2020 weitergeführt, zum großen Teil bereits umgesetzt oder ergänzt. Hierzu gehören Investitionen in die IT-Systemlandschaft und die Anpassung der betrieblichen Prozesse, um die globalen Marktaktivitäten (neues CRM-System Salesforce und Einführung Produktinformationssystem), die innerbetriebliche Prozesslandschaft (Upgrade ERP-System INFOR) und die administrative Kollaboration und Dokumentation deutlich zu vereinfachen und transparent zu gestalten. Alle Systeme konnten bis zum Jahreswechsel 2020/2021 in Betrieb genommen oder bereits vorher genutzt werden. Sie werden in 2021 ausgebaut und durch leistungsfähige BI-Funktionalitäten ergänzt, um die Verbesserung von Transparenz und Steuerungsfähigkeit im Unternehmen weiter voranzutreiben. Darüber hinaus wurde der in 2019 unternehmensweit eingeführte Digital Workplace in der Funktionalität erweitert und sichert während der COVID-19 Pandemie die interne Zusammenarbeit bei intensiver Nutzung des Home-Office Angebots durch einen Großteil der Mitarbeiter. Auch konnte so die Einbindung in die Endress+Hauser Gruppe weiter vorangetrieben werden. Im Jahr 2021 werden diese Systeme auch in den internationalen Tochtergesellschaften vollständig ausgerollt und können somit zu einer Optimierung der globalen Kommunikation innerhalb der Analytik Jena Gruppe beitragen. Ferner wurde wie auch im Vorjahr über eine auf den zukünftigen Bedarf an qualifizierten Mitarbeiter ausgerichtete Weiterbildungsplanung und Ausbildungsquote auf eine langfristige Ausrichtung der Personalpolitik gesetzt. Die sich im Jahr 2020 stetig ausbreitende Corona-Pandemie hat zum Jahresende erneut zu deutlichen Einschränkungen des privaten und wirtschaftlichen Lebens geführt, die bis in das 1. Quartal 2021 anhalten. Die aktuellen Entwicklungen zum Infektionsgeschehen und der daraus abgeleiteten nationalen und regionalen Maßnahmen werden regelmäßig in einem dafür geschaffenen Gremium bewertet. Dieses entwickelt die daraus notwendigen betrieblichen Maßnahmen, informiert die Mitarbeiter und kontrolliert die Einhaltung. Auch vor dem Hintergrund der Pandemie-Entwicklung erstellt die Analytik Jena GmbH regelmäßig Prognosen zur weiteren Geschäftsentwicklung. Aktuell hält das Unternehmen an den geplanten Umsatz- und Ergebniszahlen fest. Die Liquidität der Gesellschaft aus dem operativen Geschäft hat sich im Jahr 2020 deutlich positiv entwickelt und ist insbesondere durch die Einbindung in den Endress+Hauser Konzern auch für das Geschäftsjahr 2021 und darüber hinaus gesichert.
Jena, 11. März 2021 Ulrich Krauss,Geschäftsführer Bilanz zum 31. Dezember 2020Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020
Anhang für das Geschäftsjahr 2020Allgemeine Hinweise Mit Eintragung ins Handelsregister am 11. Dezember 2020 wurde der Rechtsformwechsel von der Analytik Jena AG zur Analytik Jena GmbH vollzogen. Die Analytik Jena GmbH mit Sitz in Jena ist beim Amtsgericht Jena unter der Registernummer HRB 517626 (bisher Analytik Jena AG HRB 200027) registriert. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend: Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurden erstmalig im Geschäftsjahr 2010/2011 aktiviert, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder Verfahren eindeutig abgegrenzt werden konnte, technisch realisierbar und die eigene Nutzung oder Vermarktung vorgesehen war. Die Abschreibungsdauer beträgt 5 Jahre. Seit dem Geschäftsjahr 2017 wird das Aktivierungswahlrecht nicht mehr in Anspruch genommen, die Entwicklungskosten werden damit als laufender Aufwand der Periode erfasst. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert. In Höhe der aktivierten selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenstände besteht eine Ausschüttungssperre von 62 Tsd. EUR nach § 268 Abs. 8 HGB. Forschungskosten werden als Aufwand in der Periode ihrer Entstehung erfasst. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (5 bis 15 Jahre; lineare Methode) vermindert. Bei den Vermögensgegenständen mit Nutzungsdauern von über 5 Jahren handelt es sich um Lizenzen. Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird aufgrund der individuellen betrieblichen Nutzungsdauer über 5 Jahre abgeschrieben, die sich aus der Kaufpreis-Allokation im Rahmen des Asset-Deals ergeben hat. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert. Im Geschäftsjahr 2020 lagen hierfür keine Gründe vor. Geleistete Anzahlungen sind mit dem Nennwert (Auszahlungsbetrag) bewertet. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. In den Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten (Material-, Fertigungseinzelkosten sowie Sonderkosten der Fertigung) auch anteilige Gemeinkosten (Material- und Fertigungsgemeinkosten) sowie angemessene Teile des Werteverzehrs des Anlagevermögens enthalten. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (pro rata temporis) auf der Grundlage steuerlich anerkannter Höchstsätze vermindert. Die Abschreibung bemisst sich nach der linearen Methode. Diese entsprechen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert. Im Geschäftsjahr 2020 waren keine außerplanmäßigen Abschreibungen erforderlich. Die Anlagegüter mit Anschaffungskosten zwischen 250,00 EUR und 1.000,00 EUR werden entsprechend den steuerlichen Vorschriften als Sammelposten geführt und linear über 5 Jahre abgeschrieben. Der Posten ist einzeln und insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Geleistete Anzahlungen sind mit dem Nennwert (Auszahlungsbetrag) bewertet. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt, soweit es sich um eine dauernde Wertminderung handelt. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Zum Bilanzstichtag wurde eine erweiterte Stichtagsinventur durchgeführt. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf den aktuellen Arbeitsplänen beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch angemessene Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen berücksichtigt werden. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Wertminderungen wurden bei der Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Waren sowie fertigen und unfertigen Erzeugnisse durch Erfassung von Gängigkeits- und Reichweitenabschlägen beachtet und darüber hinaus verlustfrei bewertet. Die Bewertung erfolgte bisher stetig nach folgendem Reichweitenschema: Berechnung von dauernder Wertminderung in Abhängigkeit von vorhandenem Bestand, Verbrauch in den letzten 24 Monaten und durch Bedarfe untersetzter zukünftiger Verbrauch. Eine Reichweite von > 1 Jahr führte zu einer Abwertung von 10% auf die entsprechenden Artikel und eine Reichweite von > 2 Jahren führte zu einer Abwertung von 30% auf die entsprechenden Artikel. Für Reichweiten darüber hinaus gab es keine weitere Abwertung. Durch das stark gestiegene Umsatzvolumen infolge der Pandemie war ein wesentlich stärkerer Lagerumschlag und eine beträchtliche Reduzierung des Lagerbestandes erwartet worden. Nachdem dies wider Erwarten nicht eintrat, folgte eine detaillierte Analyse der Lagerbestände. Dabei wurde festgestellt, dass der Lagerbestand zu viele Artikel enthält, die sich auch bei starker Nachfrage nach Produkten der AJ als nicht gängig bzw. nicht verwertbar erweisen. Die maximale Abwertung von 30% erscheint für diese Artikel nicht angemessen, die Bilanz zeigt einen Wert, der in vielen Fällen entweder nicht mehr erzielt werden kann bzw. Artikel, die nicht mehr verwendbar sind. Das Bewertungsschema für den Jahresabschluss 2020 und folgende Geschäftsjahre wurde geändert. Im Ergebnis der Analyse wurden folgende Abschläge für Artikel, einer dauernden Wertminderung unterliegend, gebildet: Eine Reichweite von > 1 Jahr führt zu einer Abwertung von 25%, eine Reichweite von > 2 Jahren führt zu einer Abwertung von 50%, eine Reichweite von > 3 Jahren führt zu einer Abwertung von 75% und eine Reichweite von > 4 Jahren führt zu einer Abwertung von 100%, jeweils auf die entsprechenden Artikel. Aufgrund der Neubewertung ergibt sich in 2020 eine um 8.318 Tsd. EUR höhere Abschreibung des Vorratsvermögens gegenüber der in den Vorjahren angewandten Bewertungsmethode. Geleistete Anzahlungen werden zum Nennwert angesetzt. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko wurde nach Alterststruktur der Forderungen bewertet. Dabei sind Abschläge auf Forderungen größer 60 Tage mit 5 %, größer 180 Tage mit 10 % und größer 360 Tage mit 25 % gebildet worden. Die Bewertungssystematik umfasst ausschließlich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert bilanziert. Auf Fremdwährung lautende Konten wurden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Der Rechnungsabgrenzungsposten betrifft Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die einen Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Tag darstellen. Die Rückstellungen für Pensionen werden durch versicherungsmathematische Gutachten mittels Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected unit credit method) mit dem von der Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzins der letzten zehn Jahre in Höhe von 2,30 % (Vorjahr 2,71 %) unter Anwendung der "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck bewertet. Als weitere Annahme wurde ein Rententrend von 1,60 % p. a. (Vorjahr 1,75%) berücksichtigt. Gehalts- und Fluktuationstrends waren nicht zu berücksichtigen. Dabei wird der Erfüllungsbetrag für Pensionen gem. § 246 Abs. 2 S. 2 HGB mit dem Deckungskapital der Rückdeckungsversicherung verrechnet. Dieses entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Mit den korrespondierenden Aufwendungen und Erträgen wird entsprechend verfahren. Bei den Steuerrückstellungen und den sonstigen Rückstellungen sind die erkennbaren Risiken und die ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbetrages angesetzt. Bei der Bewertung der sonstigen Rückstellungen werden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit Ausnahme der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre auf den Bilanzstichtag abgezinst. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Temporäre Differenzen resultieren insbesondere aus unterschiedlichen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von immateriellen Vermögensgegenständen (62 Tsd. EUR) und führen zu passiven latenten Steuern. Aktive latente Steuern resultieren insbesondere aus temporären Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Geschäfts- oder Firmenwerten (3.050 Tsd. EUR) und Rückstellungen für Pensionen (618 Tsd. EUR). Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf der Basis des kombinierten Ertragssteuersatzes der Analytik Jena GmbH von aktuell 31,34 %. Der kombinierte Ertragssteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Ein aktiver latenter Steuerüberhang wird gem. § 274 Abs. 1 S. 2 HGB nicht angesetzt. Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Erhaltene Anzahlungen sind zum Nennwert angesetzt. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten wurde mit dem Nennwert der erhaltenen Einzahlungen bewertet. Passive Rechnungsabgrenzungsposten wurden gebildet für Einnahmen, die Erträge nach dem Bilanzstichtag darstellen. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden zum Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs gemäß § 256a HGB umgerechnet. Zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne werden realisiert, soweit die Restlaufzeit der Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten bis zu einem Jahr beträgt. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden Vermögensgegenstände mit dem niedrigeren und Verbindlichkeiten mit dem höheren relevanten Stichtagskurs angesetzt. Wertaufholungen erfolgen unter Beachtung des Anschaffungskostenprinzips. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt. Finanzanlagen Mit Wirkung zum 01.01.2020 bzw. mit Ablauf des 31.05.2020 wurden die 100%-igen Beteiligungen an den Gesellschaften AJ Innuscreen GmbH, Berlin, und AJ Roboscreen GmbH, Leipzig, veräußert. Aus dem Verkauf einer Tochtergesellschaft resultiert ein Buchgewinn in Höhe von 1.504 Tsd. EUR und aus dem Verkauf einer weiteren Tochtergesellschaft ein Buchverlust von 0,5 Tsd. EUR. Die Zusammensetzung des Anteilsbesitzes ist der folgenden Übersicht "Angaben zum Anteilsbesitz" zu entnehmen. Hier wurden für die inländischen Gesellschaften jeweils die Werte der letzten festgestellten Jahresabschlüsse zugrunde gelegt. Angaben zum Anteilsbesitz
1) Werte zum 31. Dezember 2016 - Eröffnung
des Insolvenzverfahrens am 1. April 2018
in TLW = in Tausend Landeswährung
1) Werte zum 31. Dezember 2019
Die Angaben bzgl. des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses sind den Jahresabschlüssen zum 31. Dezember 2020 entnommen, die zum Zwecke des Einbezugs in den Konzernabschluss nach den einschlägigen Vorschriften des IFRS erstellt wurden. Den Werten zum 31. Dezember 2019 liegen festgestellte Jahresabschlüsse zugrunde. Die Zahlenangaben für die ausländischen Beteiligungen erfolgen in Landeswährung und werden nicht gemäß § 256a HGB umgerechnet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
in Tsd. EUR Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 11.072 Tsd. EUR sowie Darlehen und Verrechnungen innerhalb des Konzerns in Höhe von 4.095 Tsd. EUR. Eigenkapital Gezeichnetes Kapital Das Stammkapital der Analytik Jena GmbH beträgt zum Bilanzstichtag 7.655.697 EUR (Vorjahr: 7.655.697 EUR). Kapitalrücklage Zum 31. Dezember 2020 beträgt die Kapitalrücklage 124.345 Tsd. EUR (Vorjahr: 124.345 Tsd. EUR). Andere Gewinnrücklagen Zum 31. Dezember 2020 betragen die anderen Gewinnrücklagen 853 Tsd. EUR (Vorjahr: 853 Tsd. EUR). Bilanzverlust Der Bilanzverlust zum 31. Dezember 2020 beträgt insgesamt 97.656 Tsd. EUR. Darin enthalten ist neben dem Verlustvortrag aus den Vorjahren (101.587 Tsd. EUR) der Jahresüberschuss in Höhe von 3.931 Tsd. EUR. In Höhe der aktivierten selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenstände besteht eine Ausschüttungssperre von 62 Tsd. EUR nach § 268 Abs. 8 HGB. Des Weiteren besteht eine Ausschüttungssperre von 133 Tsd. EUR bezüglich des Unterschiedsbetrags aus der Verzinsung der Pensionen (siehe Rückstellungen für Pensionen).
in Tsd. EUR Rückstellungen für Pensionen Der Erfüllungsbetrag der Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 1.486 Tsd. EUR wurde mit den fortgeführten Anschaffungskosten, die nahezu dem Zeitwert der Rückdeckungsversicherung entsprechen, in Höhe von 449 Tsd. EUR verrechnet. Aus der Änderung des Rechnungszinses vom durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre auf den durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Jahre resultiert eine Differenz von 133 Tsd. EUR (Vorjahr: 160 Tsd. EUR), der gemäß § 253 Abs. 6 Satz 3 einer Ausschüttungssperre unterliegt. In der Gewinn- und Verlustrechnung sind Aufwendungen aus Verzinsung in Höhe von 40 Tsd. EUR (Vorjahr: 46 Tsd. EUR) verrechnet mit Zinserträgen aus Deckungsvermögen in Höhe von 2 Tsd. EUR in den Verwaltungsaufwendungen enthalten. Sonstige Rückstellungen Bei den Sonstigen Rückstellungen in Höhe von 6.365 (Vorjahr: 4.201 Tsd. EUR) handelt es sich im Wesentlichen um Rückstellungen für Provisionen (775 Tsd. EUR), personenbezogene Verpflichtungen (3.206 Tsd. EUR), Gewährleistungen in Höhe von 0,4 % (Vorjahr: 0,4 %) des gewährleistungsbehafteten Umsatzes (518 Tsd. EUR) sowie Garantieverpflichtungen und Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, wie z.B. für Rechtsstreitigkeiten, in Höhe von 1.713 Tsd. EUR. Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im folgenden Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Verbindlichkeitenspiegel
in Tsd. EUR Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Darlehen und Verrechnungen innerhalb des Konzerns (61.148 Tsd. EUR) und aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (2.553 Tsd. EUR). Angabe von Art und Form der Sicherheiten Bei den Sicherheiten handelt es sich um Buchgrundschulden in Höhe von 1.200 Tsd. EUR auf das Betriebsobjekt in Langewiesen mit einer Darlehensrestschuld von 683 Tsd. EUR zum Stichtag. Haftungsverhältnisse Es bestehen Haftungsverhältnisse in Höhe von 9.689 Tsd. EUR (Vorjahr: 13.871 Tsd. EUR). Sie resultieren im Wesentlichen aus Bietungs-, Anzahlungs- und Gewährleistungsbürgschaften. Neben einem selbstgenutzten Bürgschaftsvolumen in Höhe von 744 Tsd. EUR (Vorjahr: 2.321 Tsd. EUR) bei verschiedenen Banken (Bürgschaftsgeber) zum Stichtag haftet die Analytik Jena GmbH noch für die Aval- und Kreditvolumina des sich im Insolvenzverfahren befindlichen verbundenen Unternehmen AJZ Engineering GmbH bei Banken mit. Die durch diese Gesellschaft in Anspruch genommenen Kredit- und Avallinien in Höhe von 8.517 Tsd. EUR zum Stichtag 31. Dezember 2020 (Vorjahr: 11.123 Tsd. EUR) waren in voller Höhe durch die Analytik Jena GmbH mit besichert. Die ausgewiesene Minderung ergibt sich aus der Kursentwicklung RUB/EUR und nicht aus der Reduzierung der Haftungsverhältnisse. Die Beanspruchung der Avallinien ist insbesondere auf Vertragserfüllungsgarantien für das Projekt Wolschskij zurückzuführen. Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wird derzeit als nicht wesentlich eingestuft, da das Projekt größtenteils abgeschlossen ist, so dass sich die Haftung entweder vollständig erledigt hat oder bestritten wird. Bei den bestrittenen Bürgschaften gehen wir aufgrund der Rechtslage nicht von einer Inanspruchnahme aus. Darüber hinaus hatte die Analytik Jena GmbH ebenfalls im Rahmen des Projekts Wolschskij gegenüber einem Subunternehmer der AJZ Engineering GmbH zwei Patronatserklärungen abgegeben. Ob und in welcher Höhe hieraus Ansprüche gegen die Analytik Jena GmbH geltend gemacht werden können, ist streitig. Der Subunternehmer hat vor dem LG Gera eine Klage gegen die Analytik Jena GmbH auf Zahlung von rund 984 Tsd. EUR eingereicht. Seitens der Analytik Jena GmbH wird das Haftungsrisiko jedoch deutlich geringer eingeschätzt. Hierfür wurden im vorliegenden Abschluss bereits Rückstellungen gebucht. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Neben den Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von 880 Tsd. EUR in 2021, 533 Tsd. EUR in 2022, 344 Tsd. EUR in 2023 und 247 Tsd. EUR in 2024, die überwiegend für die Anmietung von Räumlichkeiten und Stellflächen sowie Leasingfahrzeuge abgeschlossen wurden. Das Risiko aus diesen sonstigen finanziellen Verpflichtungen liegt im Untergang bzw. des Nichtnutzens der Miet- und Leasingobjekte, was derzeit jedoch als unwahrscheinlich gilt. Das Bestellobligo beträgt 13.232 Tsd. EUR insbesondere für das laufende Geschäft im Rahmen des Bezugs von Vorräten, davon gegenüber verbundenen Unternehmen 571 Tsd. EUR. Das Risiko im Rahmen des Bestellobligos liegt u.a. insbesondere in der Nichtverwertbarkeit der Vermögensgegenstände, was jedoch nicht als wahrscheinlich eingestuft wird. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse
in Tsd. EUR Aufgliederungen nach Tätigkeitsbereichen sind in der Unternehmensberichterstattung nicht vorgesehen. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten zum großen Teil den Buchgewinn aus dem Verkauf der Beteiligung an einer Tochtergesellschaft in Höhe von 1.504 Tsd. EUR sowie Versicherungsentschädigungen in Höhe von 1.417 Tsd. EUR (Vorjahr 26 Tsd. EUR). Weitere sonstige betriebliche Erträge betreffen Zuschüsse für Forschung und Entwicklung in Höhe von 231 Tsd. EUR (Vorjahr: 1.092 Tsd. EUR), Sachbezüge PKW in Höhe von 469 Tsd. EUR (Vorjahr: 487 Tsd. EUR) sowie Erträge aus Währungsgewinnen in Höhe von 348 Tsd. EUR (Vorjahr: 846 Tsd. EUR). Neben den genannten Erträgen ergaben sich sonstige periodenfremde Erträge von 288 Tsd. EUR (Vorjahr: 866 Tsd. EUR) und umfassen im Wesentlichen Auflösungen von Rückstellungen. Im Vorjahr waren hierunter auch Erträge aus abgeschriebenen Forderungen (5.749 Tsd. EUR) erfasst. Forschungs- und Entwicklungskosten Die Forschungs- und Entwicklungskosten betragen 12.996 Tsd. EUR (Vorjahr: 12.467 Tsd. EUR). Eine Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen (Entwicklungskosten) erfolgte im Geschäftsjahr 2020 nicht. Sonstige betriebliche Aufwendungen Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen entfallen 843 Tsd. EUR (Vorjahr: 372 Tsd. EUR) auf Aufwendungen aus Währungsverlusten. Gegenüber der verkauften 100%-igen Tochtergesellschaft AJ Roboscreen GmbH verzichtete die Analytik Jena GmbH auf eine Darlehensforderung in Höhe von 563 Tsd. EUR. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen Mit Wirkung zum 01.01.2020 hat die Analytik Jena GmbH als Organträgerin mit der Organgesellschaft Biometra GmbH, Göttingen, einen Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen. In Folge dessen hat sich die Biometra GmbH verpflichtet ab dem Geschäftsjahr 2020 den entstandenen Gewinn an die Organträgerin abzuführen. Die Analytik Jena GmbH verpflichtet sich ab dem Geschäftsjahr 2020 in der Organgesellschaft entstandene Verluste auszugleichen. Im Geschäftsjahr 2020 hat die Analytik Jena GmbH einen Ertrag aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Biometra GmbH in Höhe von 4.687 Tsd. EUR gebucht. Materialaufwand
in Tsd. EUR Die infolge der Änderung der Bewertungssystematik vorgenommene höhere Reichweitenabwertung auf Vorräten (8.318 Tsd. EUR) wurden dabei nicht dem Materialaufwand zugeordnet, da sie aufgrund der Umstellung der Bewertungsprämissen über das bislang übliche Maß hinaus gehen. Personalaufwand
in Tsd. EUR Außergewöhnliche Sachverhalte Bezüglich der außergewöhnlichen Sachverhalte (Versicherungsentschädigungen, Buchgewinne aus Verkauf von Finanzanlagen sowie Auflösungen von Rückstellungen) hinsichtlich Größe und Bedeutung wird auf die Erläuterung zu den sonstigen betrieblichen Erträgen verwiesen. Die Sachverhalte zum Ergebnisabführungsvertrag mit der Biometra GmbH und zur Neubewertung des Vorratsvermögens sind im oberen Teil des Anhangs ausgeführt. Sonstige Angaben Vergütung der Abschlussprüfer Für das abgeschlossene Geschäftsjahr wurden die Abschlussprüfer wie folgt vergütet:
in Tsd. EUR Wesentliche Vorgänge nach dem Bilanzstichtag Darlehensverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 58.000 Tsd. EUR, welche im März 2021 zur Tilgung fällig geworden wären, wurden bis mindestens zum 5. März 2024 verlängert. Im März 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den Ausbruch des neuartigen Coronavirus (Sars-CoV-2) zur Pandemie erklärt. In der Folge wurde das Niveau der wirtschaftlichen Aktivitäten weltweit stark beeinträchtigt. Nach Einschätzung des Geschäftsführers auf Basis des implementierten Risikomanagementsystems wird der 2. Lockdown ab November 2020, der derzeit bis Mitte März 2021 verlängert wurde, keinen wesentlichen negativen Effekt auf das Geschäft haben. Insoweit wird nicht von einer Bestandsgefährdung ausgegangen. Organe Vertretungsorgan Bis zum Vollzug des Rechtsformwechsels durch Eintragung im Handelsregister am 11.12.2020 wurde die Analytik Jena AG durch den Vorstand vertreten. Dieser setzte sich im Geschäftsjahr wie folgt zusammen: Ulrich Krauss, Dipl.-Kaufmann, Vorstandsvorsitzender Mitglied seit 18.11.2015, Vorsitzender seit 01.10.2016 Hanno Wilhelm, Dipl.-Kaufmann, Finanzvorstand Mitglied seit 12.11.2018 Dr. techn. Peter Juschitz, Dipl.-Ingenieur, Vorstand Operations Mitglied seit 18.11.2015 Grit Petzholdt-Gühne, Personalkauffrau, Dipl. Sprechwissenschaftlerin, Personalvorstand Mitglied seit 01.01.2016 Die Mitglieder des Vorstandes waren ursprünglich bis zum 31.12.2020 bestellt. Mit Wirksamwerden des Rechtsformwechsels am 11.12.2020 endeten jedoch die Vorstandsämter. Bei der Analytik Jena GmbH wurde ab deren Entstehung durch die rechtsformwechselnde Umwandlung als alleiniger Geschäftsführer bestellt: Ulrich Krauss, Dipl.-Kaufmann, Geschäftsführer der Analytik Jena GmbH. Gesamtbezüge des Vorstands Der Vorstand hat im Geschäftsjahr 2020 direkte und indirekte Vergütungskomponenten erhalten, wobei die indirekte Vergütungskomponente aus den Aufwendungen zur Altersversorgung besteht. Weitere Vergütungskomponenten sind die Privatnutzung der Firmen-PKW sowie Direktversicherungsbeiträge. Die direkte Vergütung der Vorstandsmitglieder umfasst fixe und variable Bestandteile sowie Leistungsanreize zur langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes. Die Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden insbesondere die Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, die Leistung des Vorstands sowie die wirtschaftliche Lage und der Erfolg des Unternehmens. Vorschüsse und Kredite sowie Haftungserklärungen zugunsten der Vorstandsmitglieder - wie im Übrigen auch zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder - wurden nicht gewährt.
in EUR Es sind Pensionsrückstellungen gebildet, die sich ausschließlich auf die Pensionsansprüche früherer Vorstandsmitglieder beziehen. Angaben hierzu sind im oben genannten Abschnitt zur Bilanz enthalten. Aus Stetigkeitsgründen haben wir hier die Werte des kompletten Jahres 2020, trotz des Rechtsformwechsels und der damit einhergehenden Änderung der Organe, angegeben. Aufsichtsorgan Der gesetzlich und satzungsgemäß vorgesehene Aufsichtsrat der Analytik Jena AG setzte sich im Geschäftsjahr bis zum Vollzug des Rechtsformwechsels wie folgt zusammen: Andreas Krey, Dipl.-Militärwissenschaftler, Vorsitzender seit 04.04.2008, Mitglied seit 04.04.2008 Sprecher der Geschäftsführung der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, Erfurt Dr. Heiner Zehntner, Volljurist, Stellvertretender Vorsitzender, Mitglied seit 29.04.2014 General Counsel und Corporate Director der Endress+Hauser Management AG, Reinach, Schweiz Dr. Luc Schultheiss, Mitglied seit 02.07.2018 Chief Financial Officer der Endress+Hauser Management AG, Reinach, Schweiz Dirk Neirinck Mitglied seit 01.10.2016 Corporate Director Business Development der Endress+Hauser Group Services AG, Reinach, Schweiz Mit Wirksamwerden des Rechtsformwechsels zum 11.12.2020 endeten auch die Aufsichtsratsämter. Gemäß § 8 des Gesellschaftsvertrages der Analytik Jena GmbH kann bei der Gesellschaft ein Beirat gebildet werden. Von dieser Möglichkeit hat die Gesellschafterversammlung Gebrauch gemacht und mit Beschluss vom 15.12.2020 einen Beirat bestellt. Dieser setzt sich wie folgt zusammen: Andreas Krey, Vorsitzender, Sprecher der Geschäftsführung der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, Erfurt Matthias Altendorf, Chief Executive Director der Endress+Hauser Management AG Dr. Heiner Zehntner, Volljurist, General Counsel und Corporate Director der Endress+Hauser Management AG, Reinach, Schweiz Nach § 8.B. hat der Beirat beratende und unterstützende Funktion, die bislang auch nicht durch Gesellschafterbeschluss hinsichtlich organschaftlicher Befugnisse ausgeweitet wurde. Vergütung des Aufsichtsrates Gemäß § 14 der Satzung der Analytik Jena AG kann den Aufsichtsratsmitgliedern für ihre Tätigkeit von der Hauptversammlung eine Vergütung bewilligt werden. Die Vergütung ist im Dezember 2020 gezahlt worden. Die Aufsichtsratsvergütungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2020 auf 40 Tsd. EUR (Vorjahr: 40 Tsd. EUR). Aufsichtsratsvergütung für die Geschäftsjahre 2020 und 2019.
in Tsd. EUR Zum Bilanzstichtag bestanden keine Kredite an Mitglieder des Aufsichtsrats. Im Berichtsjahr erfolgten keine Darlehensablösungen. Mitarbeiter Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:
Konzernverhältnisse Die Gesellschaft ist gemäß § 291 Abs. 1 S. 1 HGB von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit. Die Gesellschaft wird in die Konzernabschlüsse der Endress+Hauser Group Services (Deutschland) AG+Co. KG, Weil am Rhein für den kleinsten Kreis von Unternehmen einbezogen. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Weiterhin ist die Gesellschaft in den Konzernabschluss der Endress+Hauser Management AG, Reinach, Schweiz, für den größten Kreis an Unternehmen einbezogen. Beide Konzernabschlüsse sind auch am Sitz der Gesellschaft erhältlich. Vorschlag für die ErgebnisverwendungDer Geschäftsführer wird der Gesellschafterversammlung zur Sitzung am 22. März 2021 mit der Feststellung des Jahresabschlusses empfehlen, den handelsrechtlichen Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen.
Jena, 11. März 2021 Der Geschäftsführer der Analytik Jena GmbH Ulrich Krauss Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Analytik Jena GmbH, Jena Prüfungsurteile. Wir haben den Jahresabschluss der Analytik Jena GmbH, Jena, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Analytik Jena GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, den 15. März 2021 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Marco Fortenbacher, Wirtschaftsprüfer ppa. Nancy Nowitzki, Wirtschaftsprüferin |
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