INEOS Styrenics GmbH
Brassertstraße 6, 45768 Marl, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Benie Marotz seit 21.3.2019 | Geschäftsführer |
Patrick Dr. Giefers seit 11.6.2014 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
INEOS Industries Holdings Limited | 100.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
INEOS Styrenics GmbHMarlJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Lagebericht 2022Allgemeine Angaben Gegenstand der Gesellschaft mit Sitz in Marl ist die Cumol-Lohnverarbeitung für die INEOS Europe AG, INEOS Phenol Division, Rolle/Schweiz. Die Produktionsanlage befindet sich im Chemiepark Marl. Mit der INEOS Styrolution Switzerland S.A. besteht seit dem 1. April 2011 ein Vertrag über die Fertigung von Styrol und Ethylbenzol. Dieser Vertrag wurde seitens der INEOS Styrolution Switzerland S.A. am 19. März 2012 mit einer Kündigungsfrist von 12 Monaten gekündigt. Infolge der Kündigung des Lohnfertigungsvertrages erfolgte am 15. Oktober 2012 die Stilllegung der Styrol-Anlagen. Mit dieser Entscheidung ging ein erheblicher Personalabbau sowie die Neuverhandlung von Standortleistungen einher. In einer zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung abgeschlossenen Eckpunkte-Vereinbarung wurde der Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen bis zum 31. März 2015 beschlossen. Gleichzeitig wurde allen Mitarbeitern bis zum Geburtsjahrgang 1962 ein Frühruhestandsangebot unterbreitet, welches inzwischen von allen betroffenen Mitarbeitern angenommen wurde. Gemäß des Styrol-Lohnverarbeitungsvertrages werden alle zahlungswirksamen Kosten, die durch die Schließung oder Stilllegung der Anlagen verursacht werden, von der Prinzipalgesellschaft übernommen. In der Betriebsversammlung vom 10. Juni 2013 wurde die Schließung der Service- und Verwaltungsabteilungen zum Ende des vierten Quartals 2013 bekanntgegeben. Dadurch erfolgt ein weiterer Stellenabbau unter Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen bis zum 31. Dezember 2016. Gleichzeitig wurde allen Mitarbeitern bis zum Geburtsjahrgang 1962 ein Frühruhestandsangebot unterbreitet. Die hieraus resultierenden zusätzlichen Aufwendungen werden von der INEOS Styrenics Manufacturing GmbH in Marl getragen. Seit dem 1. Dezember 2020 gibt es einen Interessenausgleich zwischen der INEOS Styrenics GmbH und der INEOS Cumene GmbH, der den Gemeinschaftsbetrieb beider Gesellschaften zum Betrieb der Bestandsanlage, der Inbetriebnahme der Neuanlage sowie der Außerbetriebsetzung der Altanlage regelt. Die neue Cumolanlage, betrieben durch die INEOS Cumene GmbH, wurde Ende 2023 erfolgreich vollständig in Betrieb genommen. Entsprechend wird die Cumolanlage, betrieben durch die INEOS Styrenics GmbH, derzeit gereinigt und zeitnah gemäß den vertraglichen Verpflichtungen an den Werksbetreiber des Chemieparks zurückübergeben. Eine weitere Produktion und operative Tätigkeit durch die INEOS Styrenics GmbH ist nicht vorgesehen. Die Mitarbeiter werden gemäß dem Interessenausgleich auf die INEOS Cumene GmbH übertragen. Die Schließungskosten sind durch den bestehenden Lohnumarbeitungsvertrag, welcher nachfolgend noch beschrieben wird, nicht gedeckt und verbleiben bei der Gesellschaft. Als Leistungsindikatoren sind Auslastung & Arbeitsunfälle (nichtfinanziell) und Umsatz (finanziell) definiert und fortfolgend in die Ausführungen eingebunden. Wichtige Verträge Agency and Supply and Service Agreement Mit der INEOS Manufacturing Deutschland GmbH wurde am 30. Oktober 2009 ein Agency and Supply and Service Agreement geschlossen. Lohnverarbeitungsverträge Mit Wirkung zum 1. April 2014 wurde exklusiv mit der INEOS Europe AG, INEOS Phenol Division, Rolle/Schweiz, ein neuer Cumol-Lohnumarbeitungsvertrag abgeschlossen, der eine vollständige Kostenerstattung und zusätzlich einen Gewinnaufschlag vorsieht. Die Restrukturierungskosten sind aus dem Vertrag ausgenommen. Der Vertrag wurde am 18. Dezember 2019 hinsichtlich des Umarbeitungszuschlags angepasst. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Da die INEOS Styrenics GmbH exklusiv für die INEOS Europe AG tätig ist, ist die Entwicklung deren maßgeblichen Marktes entscheidender als die gesamtwirtschaftliche Entwicklung aus Sicht der INEOS Styrenics GmbH. Cumol stellt einen elementaren Rohstoff für die Herstellung von Phenol dar und es wird folglich die Entwicklung des Phenolgeschäftes betrachtet. Mit 2022 folgte ein Geschäftsjahr, das mit der russischen Invasion der Ukraine am 24. Februar und dem darauffolgenden noch andauernden Krieg in der Ukraine, mit dem Wiederaufflammen von Covid-19 in China sowie mit dem verstärkten weltweiten Kampf gegen Inflation im Bann von Krisen mit weitreichenden Folgen für die Welt und insbesondere für Europa stand. Die durch Lieferengpässe bereits in 2021 begünstigte Inflation zeigte sich 2022 in einem besorgniserregenden Ausmaß für Verbraucher als auch Lieferanten und bremste letztendlich das wirtschaftliche Wachstum stärker als erwartet. Mit der Eskalation des Konfliktes zwischen Russland und Ukraine veränderte sich für Europa sowohl die politische als auch wirtschaftliche Situation nachhaltig und signifikant. Mit Russland als Verursacher dieses Krieges entfiel ein bisher bedeutender Energie- und Rohstofflieferant für die europäischen Staaten, was zu einem extremen Anstieg der Kosten, insbesondere für Energie, und damit zu einer Inflation der Erzeugerpreise in Deutschland auf ein Rekordniveau von durchschnittlich 32,9 % in 2022 gegenüber 2021 führte. Mit Beginn dieses Krieges und der daraus folgenden Veränderungen in Außen- und Sicherheitspolitik sah sich Europa extremen Herausforderungen gegenüber, einer Energiekrise, einer starken Zunahme des anhaltenden Flüchtlingsstroms, einer hohen Inflation sowie einer großen Unsicherheit in Gesellschaft und Wirtschaft. Mit 3,4 % lag das globale Wirtschaftswachstum in 2022 unter dem historischen Durchschnitt von 2000 bis 2019 in Höhe von 3,8 %. Auf dem Weg der Besserung, aber noch nicht vollständig von der weltweiten Covid-19-Pandemie erholt, stürzte die russische Invasion der Ukraine am 24. Februar 2022 die Welt, aber insbesondere Europa, in eine humanitäre Krise als auch in ein energiewirtschaftliches Dilemma. Der Krieg in Europa sowie die Null-Covid-Strategie Chinas in Form von häufigeren, noch weitreichenderen Lockdowns von wichtigen Produktionsstandorten als Antwort auf eine weitere Ausbreitung von Covid-19 bremsten den erhofften Aufschwung und verlangsamten das Wachstum in Asien und damit weltweit. Die Lockdowns begleiteten die Ausbrüche in China bis zur Lockerung der Covid-19-Beschränkungen im November und Dezember 2022, was zwar den Weg für eine vollständige Wiedereröffnung ebnete, für eine Erholung in 2022 aber zu spät kam. Die Stimmung der Verbraucher und Unternehmen zum Ende 2022 war gedrückt und die Unsicherheit noch größer als zu Beginn des Jahres. Die Ölpreise schwankten im Jahr 2022 stark. Während Rohöl Brent aufgrund des knappen Angebots im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zunächst im März auf das höchste Niveau seit 2008 (139 $/barrel) stieg, kühlte er sich in der zweiten Jahreshälfte infolge der schwächeren Nachfrage des Hauptimporteurs China und der zunehmenden Sorge vor einer Rezession ab, um schließlich das Jahr mit einer Preisnotierung von 85.91 $/barrel abzuschließen. Der Rohölpreis WTI (West Texas Intermediate) folgte einem vergleichbaren Trend wie Brent und lag am Ende des Jahres bei 80.26 $/barrel. Neben Rohöl spielten andere Energieträger, insbesondere Gas, mit der Reduzierung ihrer Liefermengen aus Russland und später mit dem im September erfolgten vollständigen Lieferstopp von Russland nach Nordwesteuropa eine neue Rolle und mutierten vom preiswerten, "sicheren" und "sauberen" "Multitalent unter den Energieträgern" zu einem Druckmittel und Inflationstreiber für Europa. Die Abhängigkeit einiger europäischer Staaten, insbesondere aber die Abhängigkeit Deutschlands mit mehr als 50 % seines Erdgasbezugs aus Russland, war so groß, dass die Furcht vor einer ungenügenden Versorgung und das Ringen um alternative Lieferquellen die Gaspreise in 2022 auf ein nie dagewesenes Rekordniveau trieben und Europa sich in einer Energiekrise wiederfand. Der Krieg Russlands in der Ukraine und die daraus resultierenden Preissteigerungen - hauptsächlich bei Energie- und Rohstoffen als auch bei den Nahrungsmitteln - befeuerten die Inflation, die bereits in 2021 infolge eines starken Konsums, einer durch die Pandemie getriebenen expansiven Geldpolitik und einer aus Lieferengpässen resultierenden Angebotsverknappung eingesetzt hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ sich Zeit mit ihren geldpolitischen Maßnahmen und hob erstmals seit 11 Jahren der Nullzinspolitik den Leitzins erst im Juli 2022 um 0,5 % an. Die Inflationsrate in der EU lag zu diesem Zeitpunkt bereits bei nahezu 10 %. Die Erhöhung der Leitzinsen griff aber nur langsam und auch nur teilweise. Die Inflation, inzwischen noch mehr durch eine anhaltende Angebotsverknappung bedingt als durch einen weiterhin guten Konsum, schwächte sich nur langsam ab. Die USA war mit einer Inflationsrate von 6,5 % zum Jahreswechsel Europa weit voraus, auch dank der frühzeitigen Reaktion der US-Notenbank Fed, die den Leitzins bereits im März 2022 um 0,5 Prozentpunkte erhöhte und in weiteren Schritten bis zum Jahresende auf 4,5 % ausbaute. Der Europäische Leitzins erreichte zum Jahresende ein Niveau von 2,5 % und die Inflationsrate in der EU sank im Dezember 2022 das zweite Mal leicht in Folge und erreichte 10,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat - die höchste Inflationsrate seit Bestehen der EU. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate in 2022 weltweit bei 8,8 %. Deutschland lag mit 7,9 % im Jahresdurchschnitt nur leicht darunter und damit auf dem höchsten Niveau seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Während die Pandemie im Laufe des Jahres in Europa an Einfluss und Bedeutung auf bzw. für die Wirtschaft verlor, war es der russische Krieg in der Ukraine, der mit seinen Auswirkungen auf humanitäre als auch wirtschaftliche Belange, insbesondere wie Energie- und Rohstoffversorgung, die Verunsicherung wachsen ließ und Europa sowohl sicherheits- und außenpolitisch als auch wirtschaftlich mit extremen Herausforderungen konfrontierte. Sanktionen gegen Russland, die Beschränkung und Veränderung von Lieferströmen, humanitäre als auch militärische Unterstützung für die Ukraine, eine starke Zunahme des Flüchtlingsstroms in sehr kurzer Zeit sowie notwendige Subventionen für Unternehmen und Bevölkerung führten zu einem weiteren hohen Geldbedarf während die durch Sanktionen und Lieferstopps zunehmende Angebotsverknappung mit den bereits vorhandenen logistischen bzw. infrastrukturellen Problemen die Lieferengpässe verstärkte und damit auch die Preise, insbesondere für Energie, Rohstoffe und Nahrungsmittel, ansteigen ließ. Unternehmen konnten ihren Umsatz in 2022 gegenüber 2021 nochmals steigern, die Erzeugerpreise allein in Deutschland stiegen im Jahresdurchschnitt um 32,9 %. Hauptverantwortlich für diesen Anstieg war aber vor allen Dingen die Preisentwicklung bei Energie, insbesondere bei Erdgas. Zweifel als auch Sorgen in Bezug auf Europa und insbesondere mit Blick auf Deutschland als Wirtschafts-/Industriestandort stiegen und wurden durch nationale wirtschaftspolitische Entscheidungen wie der "Inflation Reduction Act" (IRA) der USA zusätzlich verstärkt. Eine weitere Herausforderung blieb auch in 2022 der Klimawandel und seine Auswirkungen. Weltweit haben Stürme, Überflutungen und Brände in 2022 Schäden von 251 Milliarden Euro verursacht. Die Schäden aus Naturkatastrophen beliefen sich in 2022 auf etwa 25 Milliarden Euro für Europa, das insbesondere mit extremer Trockenheit und Temperaturen zu kämpfen hatte. Globale Erwärmung und unbeständiges Wetter blieben auch in 2022 weltweit eine Herausforderung für die Wirtschaft mit Auswirkungen auf Infrastruktur, Produktion, Gesundheit und Produktivität. Gemäß den Angaben von Chemical Market Analytics (CMA) betrug der Phenolbedarf in 2022 weltweit ca. 11,9 Millionen Tonnen und lag damit nur leicht über dem Vorjahresniveau. Der weltweite Gesamtbedarf beim Aceton lag um 7,4 Millionen Tonnen ebenfalls nur leicht über dem Vorjahresniveau. Während im ersten Halbjahr trotz weiterer Preissteigerungen bei Energie- und Rohstoffen die Phenolnachfrage relativ gut war und damit auch die Produktion auf einem guten Niveau blieb, kam es im Verlauf des zweiten Halbjahres, insbesondere aber im vierten Quartal 2022, zu einem stärkeren Rückgang des Bedarfs an Phenol mit negativen Auswirkungen auf die Auslastung der europäischen Anlagen. Neben einem veränderten Konsumverhalten in den nachgelagerten Märkten schränkten preisgünstige Importe aus Asien für Phenolderivate die vorhandenen Absatzmöglichkeiten für europäische Produkte zusätzlich ein. Aceton kämpfte in 2022 überwiegend mit einem Angebotsüberhang, der sich erst im Laufe des vierten Quartals infolge der an den geringen Bedarf angepassten Fahrweise der Phenol-/Aceton-Anlagen in Europa verringerte. Die Aceton-Nachfrage blieb allerdings in allen nachgelagerten Märkten wie MMA, BPA und Lösemittel weiterhin schwach. Trotz eines bereits hohen Preisniveaus Ende 2021 und weiterer Preissteigerungen zu Beginn des Jahres 2022 blieb die Phenolnachfrage auf einem für diesen Jahreszeitraum sehr guten Niveau. Mit dem Krieg in der Ukraine erhöhte sich die Volatilität der Öl- und insbesondere der Gaspreise und führte Ende Februar über Nacht zu einem neuen Ausmaß der Kostenbelastung für energieintensive Bedarfsträger in der Industrie. Olin, ein europäischer Hersteller des Phenolderivates Epoxidharz, setzte im März die Produktion an seinem Standort in Stade, Deutschland, aus, weil die Auswirkungen des russischen Einmarsches in die Ukraine den bereits schwächelnden Epoxidmarkt zusätzlich belasteten. Mit Beginn des zweiten Quartals 2022 sahen sich viele europäischen Produzenten gezwungen, ihre Preise beim Phenol and die neue Kostensituation anzupassen und ergänzten ihre Preiskalkulation in ihren Liefervereinbarungen durch monatliche Energieaufschläge zur Weitergabe der gestiegenen Gas- /Energiekosten und als Schutz vor einer unberechenbar gewordenen Volatilität im Energiesektor. Aufgrund standort- und produktionsbedingter Unterschiede und infolge verschiedener preis- bzw. mengenpolitischer Ansätze und Mechanismen kam es zu weiteren signifikanten Preiserhöhungen und zu einer Ausweitung der im europäischen Markt angebotenen Preisspanne. Aceton folgte den Preiserhöhungen beim Propylen, die Nachfrage stieg kurzzeitig im Februar mit Furcht vor steigenden Preisen in den folgenden Monaten. Der Aceton-Bedarf blieb weiterhin niedrig bedingt durch geplante Stillstände von MMA- und BPA-Produzenten sowie eine kostenbedingte Einschränkung der Produktion. Die zunehmende Verteuerung bei Gas- und Rohstoffpreisen und die daraus resultierende Preiserhöhung insbesondere bei Phenol, aber auch beim Aceton, führte in Europa zu einem Rückgang des Bedarfs. Im zweiten Quartal zeigten sich neben dem rückläufigen Bedarf aus dem Epoxidharzmarkt auch ein schwacher werdender Phenolkonsum aus dem Nylonsektor beim Caprolactam. Ein geringerer Bedarf und daraus resultierender Produktionsrückgang, ein zunächst geplanter Produktionsstillstand und eine darauffolgende Force-Majeure- Erklärung eines großen europäischen Caprolatam-Herstellers wirkten sich negativ auf den Phenolabsatz aus. Dennoch blieben die Mengenabnahmen unserer Phenolkunden insgesamt über das zweite Quartal auf vertretbarem Niveau mit Hilfe einer relativ stabilen und guten Nachfrage aus dem Phenolharzsektor. Das Kaufinteresse beim Aceton blieb dagegen weiterhin begrenzt, insbesondere aufgrund einer geringen Nachfrage beim MMA. Der Bedarf bei den Lösemitteln war durchwachsen, blieb aber insgesamt infolge eines geringen Bedarfs in Automobil- und Bauindustrie niedrig. Der Krieg und die daraus ergriffenen Maßnahmen seitens der Europäischen Union zeigten die ersten Auswirkungen in Bezug auf die Lieferströme. Während wesentlich weniger Phenol und Aceton seinen Weg nach Europa fand und sich damit zusätzliche Liefermöglichkeiten innerhalb Europas ergaben, führten Sanktionen bzw. Exportbeschränkungen in den nachgelagerten Märkten, wie zum Beispiel Phenolharze, zu weniger Bedarf und reduzierten insbesondere beim Aceton die Exportmöglichkeiten, indem unter anderem russische Ware den türkischen Markt überflutete. Nachdem der Benzolpreis mehrere Monate hintereinander gestiegen war, erreichte er im Juli 2022 mit einem Monatskontraktpreis von 1780 Euro/t ein neues Rekordniveau. Als Teil der Phenolpreiskalkulation führte diese Entwicklung zusammen mit den anhaltend hohen Energiekosten zu einem Phenolpreisanstieg, der schließlich auch den Phenolbedarf bei schließlich allen Anwendungen, insbesondere aber beim Nylon und Polycarbonate, negativ beeinflusste. Eine weiterhin schwache Automobilindustrie als auch hohe Preise für Energie und den Rohstoff Ammoniak beeinträchtigten die Produktion beim Nylon. Die Nachfrage für BPA ging ebenfalls zurück, da die europäischen BPA-Derivate immer mehr durch günstige Importe aus Asien verdrängt worden. Phenol(Formaldehyd)harze waren im Verglich zu den anderen Phenolanwendungen trotz hoher Preise immer noch relativ stark, sahen aber ihren Bedarf sinken, wenn auch wesentlich langsamer. Der Angebotsüberhang beim Aceton nahm im dritten Quartal weiter zu, da bei einem anhaltenden schwachen Bedarf seitens MMA nun auch der Verbrauch beim BPA abnahm und sich die sich verschlechternden Konjunkturaussichten ebenfalls lähmend auf den Konsum im Lösemittelsektor auswirkten. Sabic, ein Polycarbonat-Produzent mit Anlagen in den USA, Saudi Arabien sowie in den Niederlanden und Spanien nahm ihre Polycarbonat-Produktion in Cartagena, Spanien, aus wirtschaftlichen Gründen Ende September 2022 außer Betrieb. Der rückläufige Bedarf in den nachgelagerten Märkten wirkte sich mit Beginn des vierten Quartals nun auffällig nachteilig auf die Anlagenauslastung im europäischen Markt aus. Wie auch der zweitgrößte Phenol-/Aceton- Produzent Europas, Cepsa, musste auch INEOS seine europäische Phenol- /Aceton-Produktion aus Gründen des niedrigeren Bedarfs um ca. die Hälfte reduzieren und beließ die Phenol-/Aceton-Anlage in Antwerpen trotz abgeschlossener Instandhaltungsmaßnahmen nach Oktober weiter im Stillstand. Mit Ende des Jahres war der europäische Phenolbedarf so weit eingebrochen, dass die Auslastung der europäischen Phenolkapazität insgesamt weniger als 50 % betrug. Trotz geringer Kapazitätsauslastung blieb die Phenolverfügbarkeit hoch und der Preiswettbewerb nahm an Intensität zu, so dass die Phenol-Marge im vierten Quartal stark unter Druck geriet. Während der Phenolmarkt nun massiv mit einem Angebotsüberhang zu kämpfen hatte, reduzierte sich die Verfügbarkeit beim Aceton durch die geringere Anlagenauslastung so stark, dass die Verfügbarkeit trotz begrenztem Bedarf im vierten Quartal stark eingeschränkt wurde. Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen Im Geschäftsjahr 2022 wurden 264 kt (Vorjahr 259 kt) Cumol bedarfsgerecht für die Prinzipalgesellschaft hergestellt. Dies weicht aufgrund der gestiegenen Nachfrage der Prinzipalgesellschaft von der Prognose der Vorjahres nach oben ab. Die Auslastung lag bei 91,0 % (Vorjahr 89,5 %). Ertragslage
Entsprechend der erhöhten Produktion sowie den höheren Energiekosten und somit den gestiegenen Erlösen im Rahmen der Weiterbelastung sind die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Umsatzerlöse setzten sich im Wesentlichen aus Leistungen aus Lohnumarbeitung für die INEOS Europe AG mit 35.513 TEUR aus Produktumsätzen sowie mit 16.401 TEUR aus sonstigen Erlösen zusammen. Die sonstigen Erlöse beinhalten maßgeblich den Verkauf von Energien. Entgegen der Prognose des Vorjahres sind die Umsatzerlöse nicht auf dem Vorjahresniveau, sondern angestiegen und ergeben sich aus den vorherigen Ausführungen. Die Materialaufwendungen erhöhten sich 2022 aufgrund gestiegener Produktion und deutlich höherer Energiekosten. Die Personalaufwendungen sind durch die Übertragung von Arbeitnehmern auf die INEOS Cumene GmbH in 2022 deutlich gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Abschreibungen sind durch die außerplanmäßigen Abschreibungen aus der Außerbetriebnahme der Cumolanlage entsprechend der Bewertung nach den Verhältnissen am Absatzmarkt deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich durch die Kosten für die Außerbetriebnahme der Cumolanlage in 2023 in Höhe von 7.362 TEUR deutlich erhöht. Nach Berücksichtigung von Ertragsteuern von 0 TEUR (Vorjahr 1.095 TEUR) ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von 7.258 TEUR (Vorjahr 324 TEUR Fehlbetrag). Vermögenslage
Das Anlagevermögen hat sich durch die Abschreibungen auf Sachanlagen im Rahmen der Außerbetriebnahme der Cumolanlage gegenüber dem Vorjahr deutlich verringert. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind in Relation zu den erhöhten Umsatzerlösen ebenfalls angestiegen. Der Anstieg der Verbindlichkeiten resultiert aus den erhöhten Verbindlichkeiten gegenüber der INEOS Manufacturing Deutschland GmbH bedingt durch die erhöhten Dampfaufwendungen gegenüber der Evonik Operations GmbH. Der Anstieg der sonstigen Rückstellungen ist in den zu berücksichtigen Stilllegungskosten begründet. Die Eigenkapitalquote beträgt 16 % (Vorjahr 42 %) und ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. Der Rückgang begründet sich durch die Ausnahme der Stilllegungskosten aus dem Lohnumarbeitungsvertrag, da diese Aufwendungen nicht durch entsprechende Erträge kompensiert werden und folglich das Eigenkapital reduzieren. Finanzlage Die Gesellschaft ist seit dem 30. Juli 2009 Teil der INEOS Industries Holdings Limited Gruppe und als solche in deren Finanzierungsschirm eingebunden. Die Gesellschaft finanziert sich ausschließlich gruppenintern. Mit Darlehensvertrag vom 24. Februar 2011 hat die Gesellschaft der INEOS Industries Holding Ltd. ein Darlehen in Höhe von 20.600 TEUR (Nominalbetrag) und mit einem aktuellen Wert in Höhe von 12.202 TEUR mit einer Laufzeit bis zum 24. Februar 2026 gewährt. Die liquiden Mittel belaufen sich auf 13.148 TEUR nach 7.757 TEUR im Vorjahr. Arbeitssicherheit Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichneten wir wie im Vorjahr keinen nach den strengen Definitionen des OSHA (Occupational Safety and Health Administration) meldepflichtigen Unfall (Vorjahr 0). Die Anzahl der Erste-Hilfe-Fälle blieb unverändert bei 0 (Vorjahr 0). Dies deckt sich mit der Prognose aus dem Vorjahresabschluss. Bestandteil der Betrachtung sind sowohl firmeneigene als auch externe Mitarbeiter bzw. Kontraktoren. Umweltschutz Im Geschäftsjahr wurde das integrierte Managementsystem sowie das Energiemanagementsystem im Rahmen eines externen Audits gemäß ISO 14001 und ISO 50001 sowie Validierung gemäß EMAS III erneut erfolgreich geprüft. Chancen und Risiken der geschäftlichen Entwicklung Die INEOS Styrenics GmbH ist in das Risikomanagementsystem der INEOS- Gruppe eingebunden; monatlich werden alle wesentlichen betriebswirtschaftlichen Kenngrößen zusammengestellt und mit Erläuterungen an INEOS Capital und die Mitglieder des Executive Commitee's (EXCO) der INEOS Industries Limited gemeldet. Etwaige Risiken werden in regelmäßigen Abständen überwacht. Kurzfristig erkannte Risiken werden unmittelbar erfasst und in Abhängigkeit der möglichen Schadenshöhe und Wahrscheinlichkeit gemeldet. Kritische Erfolgsfaktoren können hierbei im Zeitverlauf kontrolliert und gesteuert werden. Die Geschäftsführung wird jederzeit zeitnah über alle geschäftsrelevanten Ereignisse und Entwicklungen informiert. Das Management der Gesellschaft wird ferner durch einen umfassenden Monatsbericht periodisch über aktuelle Entwicklungen maßgeblicher Sachverhalte und Steuerungsgrößen informiert. Die INEOS Styrenics GmbH ist kein direkter Darlehensnehmer bei niedergelassenen Geschäftsbanken, sondern finanziert sich - wenn notwendig - über den Mutterkonzern; in Anspruch genommene Darlehen sowie ausgeliehene Geldmittel werden verzinst. Unsere Gesellschaft bedient sich keiner derivativen Finanzinstrumente. Die INEOS Styrenics GmbH unterhält einen langjährigen Lohnfertigungsvertrag mit der INEOS Europe AG zur Verarbeitung von beigestelltem Benzol und Propylen zu Cumol, welcher dem Unternehmen konstante Erträge sichert, ein Liquiditätsrisiko besteht daher nicht. Aus dem gekündigten Lohnfertigungsvertrag mit der INEOS Styrolution Switzerland S.A. entstehen keine wirtschaftlichen oder liquiditätsgefährdenden Risiken, da die INEOS Styrolution Switzerland S.A. zugesichert hat, alle aus der Vertragskündigung resultierenden zahlungswirksamen Kosten zu ersetzen. Für die Gesellschaft können sich weitere ungeplante Kosten aus der Schließung ergeben, die bislang noch nicht abgeschätzt werden können. Das Risiko wird jedoch als gering erachtet, da die Außerbetriebnahme und erforderlichen Maßnahmen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses bereits weitestgehend abgeschlossen sind. Wir weisen darauf hin, dass die wirtschaftliche Entwicklung und der Fortbestand der Gesellschaft über den bestehenden Lohnverarbeitungsvertrag und den Cash-Pooling-Vertrag direkt von der Entwicklung der INEOS-Gruppe abhängig ist. Prognosebericht Der INEOS Konzern hat die neue Cumolanlage, betrieben durch die INEOS Cumene GmbH, Ende des 1. Quartals 2023 technisch abgenommen und in den Testbetrieb übernommen. Während des Testbetriebs erfolgte ein Betrieb beider Cumolanlagen parallel und die alte Cumolanlage wurde technisch einsatzbereit gehalten. Der Testbetrieb wurde Ende des 3. Quartals 2023 beendet und die neue Cumolanlage offiziell vollständig Ende des 4. Quartals in Betrieb genommen. Entsprechend ergeben sich für 2023 deutlich geänderte Prognosewerte für alle Leistungsindikatoren. Sowohl Umsatz als auch Auslastung sind deutlich geringer als in 2022, da nur zu Beginn des Jahres eine Produktion erfolgte. Die Zahl der Arbeitsunfälle beträgt 0 in 2023. Für 2024 ist nochmals mit einem deutlichen Rückgang von Umsatz und Auslastung zu rechnen, da keinerlei Produktion erfolgt, für die Arbeitsunfälle prognostizieren wir einen Wert von 0.
Marl, 04. September 2024 INEOS Styrenics GmbH Dr. Patrick Giefers Benie Marotz Bilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Anhang 2022Allgemeine Hinweise Die INEOS Styrenics GmbH hat ihren Sitz in Marl und ist unter der Nummer HRB 10081 im Handelsregister beim Amtsgericht Gelsenkirchen eingetragen. Die INEOS Styrenics GmbH ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Der INEOS Konzern hat Ende 2023 erfolgreich die neue Cumolanlage in Marl, betrieben durch die INEOS Cumene GmbH, in Betrieb genommen, nachdem unterjährig bereits der Testbetrieb erfolgt ist. Die neue Cumolanlage ersetzt die alte Cumolanlage, betrieben durch die INEOS Styrenics GmbH, und erübrigt damit die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft. Eine weitere operative Nutzung der Gesellschaft ist nicht geplant. Aus diesem Grund wird der Jahresabschluss unter der Abkehr der Annahme zur Fortführungsprämisse aufgestellt. Die Bewertung der Vermögensgegenstände richtet sich daher im Wesentlichen nach den Verhältnissen des Absatzmarktes. Formale Beschlüsse zur Verschmelzung, Liquidierung o.Ä. sind nicht gefasst. Die Vorjahreswerte im Jahresabschluss sind mit den laufenden Beträgen nur eingeschränkt vergleichbar. Die wesentlichen Abweichungen resultieren aus der Bilanzposition des Anlagevermögens und den sonstigen Rückstellungen. Der Ausweis der Laufzeiten für Verbindlichkeiten wurde in diesem Zusammenhang entsprechend angepasst. Der Jahresabschluss wird nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Bilanzierung und Bewertung der Aktivposten Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind zu Liquidationswerten bewertet. Soweit die Liquidationswerte einzelner Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Bei den Finanzanlagen werden die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert bewertet. Die Bestände an Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Die Emissionsberechtigungen der Gesellschaft werden bei freier Zuteilung bis zur Verwendung mit Erinnerungswerten bilanziert. Sofern eine Unterdeckung besteht, werden diese zu Anschaffungskosten über den Markt erworben. Für zum Stichtag bestehende Verpflichtungen für den Erwerb von Emissionsberechtigungen wird dies als Rückstellung unter Bezug der aktuellen Marktpreise abgebildet und erfolgt gemäß der Bewertungsmethoden der sonstigen Rückstellungen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf die bestehenden körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge gebildet, soweit innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Verlustverrechnung zu erwarten ist. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Im Falle einer Steuerentlastung würde vom entsprechenden Aktivierungswahlrecht kein Gebrauch gemacht werden. Bilanzierung und Bewertung der Passivposten Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert. Die Pensionsrückstellungen werden nach der "Projected-Unit-Credit-Method" unter Berücksichtigung zukünftiger Gehalts- und Rentensteigerungen ermittelt. Dabei wird der Erfüllungsbetrag der zukünftigen Verpflichtungen unter Anwendung versicherungsmathematischer Verfahren bei vorsichtiger Einschätzung der relevanten Einflussgrößen bewertet. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen zum 31. Dezember 2022 beläuft sich auf 1,79 % (Vorjahr: 1,87 %). Bei diesem Prozentsatz handelt es sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine pauschal angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Die unter dynamischen Gesichtspunkten nach Eintritt des Versorgungsfalls zu erwartenden Versorgungsleistungen werden über die Beschäftigungszeit der Mitarbeiter verteilt. Die Bewertung erfolgte unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. K. Heubeck. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,50 % und Rentensteigerungen von jährlich 2,50 % sowie eine durch den Aktuar berechnete alters- und geschlechtsabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeit zugrunde gelegt. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten und erkennbare Risiken auf der Grundlage vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des Erfüllungsbetrags gebildet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Rückstellungen für Gnadenquartalszahlungen werden unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 1,45 % p.a. und auf der Grundlage der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. K. Heubeck nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Die Rückstellungen für Gnadenquartalszahlungen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank im Monat Dezember 2022 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Rückstellungen für Jubiläums- und Altersteilzeitverpflichtungen sind mit einem Rechnungszinssatz von 1,45 % auf der Grundlage der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. K. Heubeck nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Rückstellungen für den Frühruhestand sind mit einem Rechnungszinssatz von 0,37 % (10-Jahres-Durchschnitt) auf der Grundlage der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. K. Heubeck nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Als passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Zahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Fremdwährungsumrechnung Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen/-verbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Durch die Rückgabe der Cumolanlage an Evonik ergeben sich keine erzielbaren Liquidationserlöse aus den Sachanlagen und in den Abschreibungen sind außergewöhnliche Aufwendungen von 3.064 TEUR (Vorjahr 0 TEUR) in den Abschreibungen auf Sachanlagen enthalten. Bei den Finanzanlagen handelt es sich um Ausleihungen an den Gesellschafter INEOS Industries Holdings Ltd., Lyndhurst, Großbritannien. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weisen analog zum Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr in Höhe von 8.342 TEUR (Vorjahr 5.433 TEUR). Darüber hinaus resultieren Forderungen in Höhe von 623 TEUR (Vorjahr 1.191 TEUR) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr aus der in 2012 beschlossenen Anlagenstilllegung. Bei den sonstigen Vermögensgegenständen handelt es sich im Wesentlichen um Vorsteuerrückforderungen in Höhe von 546 TEUR (Vorjahr 174 TEUR). Sie haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Aus der Umstellung der Pensionsrückstellungen im Rahmen des BilMoG zum 01. Januar 2010 ergab sich ein Zuführungsbetrag im Vergleich zum alten Ansatz zum 31. Dezember 2009 von 1.579 TEUR. Die Gesellschaft macht von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch und verteilt den Aufwand aus der Umstellung (1.579 TEUR) linear über einen Zeitraum von maximal 15 Jahren. Im Geschäftsjahr 2022 wurden 105 TEUR aufwandswirksam erfasst. Zum Abschlussstichtag beläuft sich die Unterdeckung der Pensionsrückstellungen auf 212 TEUR (Vorjahr 317 TEUR). Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen liegen um 713 TEUR (Vorjahr 1.239 TEUR) unter dem Bewertungsansatz für Pensionsrückstellungen, der sich zum 31. Dezember 2022 bei Anwendung des Sieben-Jahres-Durchschnittszinssatzes ergeben hätte. Dieser Unterschiedsbetrag unterliegt einer Ausschüttungssperre. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten Rückstellungen für Schließungskosten, Beträge für den Frühruhestand, sonstige ungewisse Verbindlichkeiten und Personalaufwendungen. Die Rückstellungen für den Frühruhestand berücksichtigen die voraussichtlichen zahlungswirksamen Aufwendungen aus der Stilllegung der Styrol-Anlage. Diesen Verpflichtungen stehen entsprechende Ausgleichsansprüche gegenüber. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Sonstige betriebliche Erträge / Sonstige betriebliche Aufwendungen Es werden periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 349 TEUR (Vorjahr 71 TEUR) ausgewiesen. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind außergewöhnliche Beträge für die Stilllegung der Anlage in Höhe von 7.362 TEUR (Vorjahr 0 TEUR) enthalten. Die Stilllegungskosten beinhalten Beträge für den Rückbau der Rohrleitungen, Reinigungskosten und Betriebskosten während der Abschaltung. Die Anpassung der Pensionsrückstellungen aus der Auflösung des Unterschiedsbetrags BilMoG über 105 TEUR (Vorjahr 105 TEUR) wird nach Artikel 75 Abs. 5 EGHGB in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gezeigt. Währungsumrechnung Wie auch im Vorjahr belaufen sich die Aufwendungen und Erträge aus der Währungsumrechnung auf weniger als 1 TEUR. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr 405 TEUR) enthalten. Sonstige Steuern Die sonstigen Steuern belaufen sich auf 67 TEUR (Vorjahr 83 TEUR) und werden im betrieblichen Ergebnis ausgewiesen. Sonstige Angaben Mitarbeiter Im Geschäftsjahr 2022 waren durchschnittlich gemäß § 267 (5) HGB beschäftigt:
Geschäftsführung Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr 2022: Dr. Patrick Giefers, Geschäftsführer und Direktor Personal, INEOS Köln GmbH, Köln Benie Marotz, Geschäftsführer, INEOS Phenol GmbH, Gladbeck Die Geschäftsführung hat keine Bezüge von der Gesellschaft erhalten. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen Leasing für sonstige Bürogeräte in Höhe von 1 TEUR. Langfristige Verpflichtungen aus Miet-, Pacht-, Leasing- oder ähnlichen Verträgen bestehen nicht. Konzernverhältnisse Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der INEOS Industries Limited, Lyndhurst, Großbritannien, als Konzernmutter des kleinsten und größten Konzernkreises einbezogen. Dieser für uns befreiende Konzernabschluss wird nach IFRS aufgestellt, ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich und wird beim englischen Companies House unter der Nummer 06959146 hinterlegt. Ergebnisverwendung Der Jahresfehlbetrag von 7.258 TEUR soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Der INEOS Konzern hat die neue Cumolanlage, betrieben durch die INEOS Cumene GmbH, Ende des 1. Quartals 2023 technisch abgenommen und in den Testbetrieb übernommen. Während des Testbetriebs erfolgte ein Betrieb beider Cumolanlagen parallel und die alte Cumolanlage wurde technisch einsatzbereit gehalten. Der Testbetrieb wurde Ende des 3. Quartals 2023 beendet und die neue Cumolanlage Ende des 4. Quartals offiziell vollständig in Betrieb genommen. Die Abschaltung der Cumolanlage, betrieben durch die Gesellschaft, erfolgte Ende April 2023, und gerade erfolgt die Reinigung und Rücküberführung an Evonik.
Marl, 04. September 2024 INEOS Styrenics GmbH Dr. Patrick Giefers Benie Marotz Entwicklung des Anlagevermögens 2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die INEOS Styrenics GmbH, Marl Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der INEOS Styrenics GmbH, Marl, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Dar- über hinaus haben wir den Lagebericht der INEOS Styrenics GmbH, Marl, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts Wir machen auf die Ausführungen der gesetzlichen Vertreter im Abschnitt "Allgemeine Hinweise" des Anhangs in Bezug auf die Bilanzierung und Bewertung unter Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufmerksam. Die gesetzlichen Vertreter verweisen dort auf die Inbetriebnahme der neuen Cumolanlage betrieben durch die INEOS Cumene GmbH, Marl, und die Abschaltung der alten Cumolanlage betrieben durch die Gesellschaft und den Entfall der Geschäftstätigkeit. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 10. September 2024 Deloitte
GmbH
Marco Feldhoff, Wirtschaftsprüfer Alexander Möhring, Wirtschaftsprüfer |
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