Beteiligungsgesellschaften
Stammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Michael A. Prof. Dr. Popp seit 6.6.2007 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Identifizierte Personen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 99.88% |
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
Popp - Stiftung | 0.12% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
JOPO GmbHSchwaig b. NürnbergKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20221. Grundlagen des Konzerns und der Gesellschaft 1.1 Geschäftsmodell 1.2 Ziele und Strategien 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2.2 Geschäftsverlauf 2.3 Lage 2.3.1 Ertragslage 2.3.2 Finanzlage 2.3.3 Vermögenslage 2.4 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 2.4.1 Finanzielle Leistungsindikatoren 2.4.2 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 2.4.3 Nachhaltigkeit und Kennzahlen 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1 Prognose- und Chancenbericht 3.2 Risikobericht 3.2.1 Einzelrisiken 3.2.2 Gesamtrisiko-Position 4. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten 1. Grundlagen des Konzerns und der Gesellschaft1.1 GeschäftsmodellDie am 25. Mai 2007 gegründete JOPO GmbH hält als Holdinggesellschaft im Wesentlichen 92,97% der Anteile an der Bionorica SE, Neumarkt i.d. OPf. Die JOPO GmbH ist selbst nicht operativ aktiv tätig. Den Mittelpunkt der JOPO-Unternehmensgruppe bilden die Bionorica SE und deren Tochterunternehmen. Die übrigen konsolidierten Tochterunternehmen haben kein wesentliches operatives Geschäft bzw. sind lediglich vermögensverwaltende Einheiten, deren Beitrag auf die wesentlichen finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Chancen und Risiken des JOPO-Konzerns insoweit von untergeordneter Bedeutung ist. Anhand der wesentlichen Kennzahlen zeigt sich für das Berichtsjahr innerhalb des JOPO-Konzerns folgendes Bild: scroll
Vor diesem Hintergrund beziehen sich die folgenden Ausführungen im Wesentlichen auf die Bionorica-Gruppe, im Folgenden auch als Bionorica-Teilkonzern bezeichnet. Die Bionorica-Unternehmensgruppe ist Hersteller hochwirksamer pflanzlicher Arzneimittel und setzt weltweit Akzente auf dem Gebiet der evidenzbasierten Erforschung von Phytopharmaka. Die Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen Atemwege, Harnwege, Frauengesundheit und Immunsystem. Zudem bietet das Familienunternehmen pflanzliche Arzneimittel bei Beschwerden und Erkrankungen im Bereich Lebergesundheit sowie seit Oktober 2023 im Bereich Behandlung der Erkrankungen bei Reizdarm an. In den Bionorica-Produkten vereinen sich die Erkenntnisse der traditionellen Arzneipflanzen-Therapie mit den zukunftsweisenden Ergebnissen der naturwissenschaftlichen Forschung und Entwicklung pflanzlicher Arzneimittel. Bionorica hat den Begriff „Phytoneering“ geprägt. Mit Hilfe der „Phytoneering“-Philosophie entschlüsselt das Familienunternehmen das große Wirkstoffpotenzial von Pflanzen (phytos) durch den zielgerichteten Einsatz seiner unternehmenseigenen Forschung und Technologien (engineering). Im Mittelpunkt der Bionorica-Unternehmensgruppe steht die Bionorica SE, die ihren Sitz in Neumarkt in der Oberpfalz hat. Der Vertrieb in Deutschland erfolgt über einen eigenen Außendienst. In Deutschland sind die Medikamente der Bionorica SE als OTC-Arzneimittel klassifiziert. Dies bedeutet, dass die Medikamente zwar apothekenpflichtig, zugleich aber nicht verschreibungspflichtig sind. Sie unterliegen daher im Wesentlichen nicht dem Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG). Der weltweite Vertrieb ist durch Tochtergesellschaften, Repräsentanzen und Kooperationspartner organisiert. Im Geschäftsjahr 2022 erhalten Kunden in 44 Ländern die nebenwirkungsarmen pflanzlichen Arzneimittel. Der Vertrieb pflanzlicher Spezialextrakte erfolgt ferner über die inländische Tochtergesellschaft Phytoneering Extract Solutions GmbH (PES). Der Anbau von Arzneipflanzen erfolgt in Spanien durch die Tochtergesellschaft Bionorica extracts S.L. auf Mallorca sowie in Deutschland, Österreich und vielen weiteren Standorten auf der Welt (z. B. Polen, Frankreich etc.). Die von Bionorica verarbeiteten Pflanzen stammen aus kontrolliertem Anbau unter den Richtlinien der Good Agriculture and Collection Practice (GACP). Unsere Produkte werden nach den Maßgaben der Good Manufacturing Practice (GMP) hergestellt. 1.2 Ziele und StrategienDie Bionorica SE fokussiert sich auf den Markt pflanzlicher Arzneimittel. Dies ist in der Mission und Vision des Unternehmens fest verankert: Mission Mit unseren gut erforschten Phytoneering-Präparaten bringen wir die heilende und gesund erhaltende Kraft der Natur zurück zum Menschen. Vision Unser Ziel ist es, weltweiter Marktführer im evidenzbasierten Naturgesundheitsmarkt zu werden. Ziel ist es, mittels innovativer pharmazeutischer Verfahren das Wirkstoffpotenzial der Natur für medizinische Zwecke zu heben und dabei als „Best Phytopharma“ wahrgenommen zu werden. Im Rahmen der Strategieformulierung „Best Phytopharma“ wurde der Ansatz im Jahr 2023 neu akzentuiert, geschärft und an sich ändernde Umfeldbedingungen adaptiert. Da die nachfolgenden Inhalte ebenso für das Geschäftsjahr 2022 Gültigkeit besitzen, wird im Folgenden die neu aufgesetzte Vision des Unternehmens vorgestellt. Basierend auf der Mission und Vision der Bionorica SE wurden dabei folgende Säulen des strategischen Grundgerüsts formuliert: - Weichen stellen für nachhaltiges Wachstum und verbesserte Balance hinsichtlich saisonaler Indikationen und politisch herausfordernden Ländern. - Ausgleichen zunehmender Volatilität, Unsicherheit und Komplexität. - Ergreifen von Chancen, u.a. durch Digitalisierung, wechselnde Kundenbedürfnisse und Marktveränderungen Hieraus ergeben sich die folgenden strategischen Imperative, die Eingang in das Budget und die Mittelfristplanung gefunden haben: - Erreichung einer ausgewogenen Umsatzverteilung zur Risikoreduzierung, Im Zentrum steht dabei u.a. den Wert des bestehenden Portfolios durch ein definiertes Maßnahmenbündel zu maximieren sowie die vorhandenen Potenziale auf diversen bereits erschlossenen Absatzmärkten (z.B. CZ/SK, PL) zu heben. - Präsenz in allen Phyto-Hauptmärkten mit kurzfristigem Schwerpunkt auf Italien und Spanien. Die geografische Abdeckung soll durch neue Tochtergesellschaften, aber auch anorganische Ansätze sowie einem Ausbau des Partnernetzwerks vergrößert werden. - Besetzung neuer Indikationsbereiche mit dem Ziel, Produkte in mehreren Phyto-Hauptkategorien zu vermarkten. Der dabei angestrebte kontinuierliche Nachschub an neuen Produkten erfolgt dabei durch die interne F&E und erfolgreiche Lizenzierung bzw. Akquisition. Wichtig sind dabei die formulierten strategischen Initiativen in den Bereichen F&E und Zulassung. Entscheiden für den Erfolg ist, die definierten Projekte in der Matrixorganisation durch eine enge Zusammenarbeit von F&E, Zulassung, Marketing, Vertrieb, Produktion und Geschäftsentwicklung voranzutreiben. - Stärkung des Kundenfokus durch kundenzentriertes Denken, agile Nutzung aller Vertriebs- und Kommunikationskanäle, digitale Gesundheitsansätze sowie digitales Marketing im Wissen um die Tatsache, dass erstklassige vertriebliche Fähigkeiten für unsere Kunden den Unterschied machen. Tragend für die Strategie ist die Förderung der operationellen Exzellenz für die gesamte Unternehmensgruppe, welche hauptsächlich in der Qualität und Schnelligkeit von Entscheidungen und deren Umsetzung zum Tragen kommt. Der Bereich Product Supply fokussiert sich unter anderem auf die Sicherstellung der Versorgung in einer volatilen Umgebung durch den Ausbau von firmeninternen Produktions- und Lagerkapazitäten sowie eines langjährig erprobten Lieferantennetzwerks. Die jederzeitige Lieferfähigkeit trotz volatiler Bedarfe wird ferner durch eine angepasste Vorratshaltung flankiert. Lagerbestände dienen mithin der Sicherstellung der Lieferfähigkeit und stehen nicht im Zentrum einer Working-Capital-Optimierung. Dies stärkt und manifestiert die Position der Bionorica SE als führender phyto-pharmazeutischer Hersteller auch in Zukunft. Dabei wird aber Bionorica den Weg einer ergebnisorientierten Wachstumsstrategie, die auf eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet ist, sowie dem Bekenntnis zu einer konservativen Liquiditätspolitik mit hoher Eigenkapitalquote, nicht verlassen. Bionorica hält ausreichende liquide Mittel vor, um den Wachstums- und Transformationspfad weiter erfolgreich zu beschreiten. Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler zur erfolgreichen Implementierung liegt in der Gewinnung von Talenten und der Förderung und Bindung der Mitarbeiter. Für die erfolgreiche Umsetzung der Strategie sind effektive Geschäftsprozesse, Transparenzschaffung und gute Steuerungs- und Auswertungstools conditio sine qua non. Bei den anstehenden IT-Projekten setzt Bionorica auf eine enge Zusammenarbeit mit allen betroffenen Geschäftseinheiten weltweit. Die weitere Digitalisierung wichtiger Geschäftsprozesse und der Einsatz von KI in ausgewählten Einsatzbereichen (z.B. Forecasting) sowie die weitere Erhöhung der IT-Sicherheit stehen mit hoher Priorität auch zukünftig auf der Agenda und werden mit entsprechenden Ressourcen ausgestattet. Ein weiteres strategisches Ziel ist das Thema Nachhaltigkeit. Bionorica als Hersteller pflanzlicher Arzneimittel sieht eine intakte Umwelt als essenziell an. Der hohe strategische Stellenwert der Nachhaltigkeit kann auch daran abgelesen werden, dass diese in die acht Unternehmensleitwerte integriert und in der Vergangenheit bereits freiwillig Nachhaltigkeitsberichte erstellt wurden. Als Grundlage und Zielbild unseres Handelns wurden folgende Leitwerte definiert: - Unternehmertum - Kundenorientierung - Nachhaltigkeit - Innovation - Respekt - Teamgeist - Commitment - Lernbereitschaft Leistungsindikatoren Die wirtschaftliche Planung und Steuerung der Geschäftsbereiche sowie der Tochtergesellschaften erfolgt über die vom Vorstand verabschiedeten Zielvorgaben. In der Budgetplanung, die jährlich im November (für das Folgejahr) vorgenommen und durch den Aufsichtsrat freigegeben wird, werden diese in konkrete und messbare Ziele übersetzt und über die einzelnen Unternehmensebenen heruntergebrochen. In den Vorstandssitzungen sowie den Aufsichtsratssitzungen wird über die Entwicklung zur Zielerreichung berichtet, sodass frühzeitig reagiert und der Wachstumspfad der Bionorica SE so sichergestellt werden kann. Bionorica steuert das Geschäft anhand finanzieller Kennzahlen und hat hierzu eine rollierende Planung etabliert. Der Vorstand adjustiert seine Ausgaben-, Investitions- sowie Preisstrategien an die sich ändernden, nicht komplett prognostizierbaren Gegebenheiten. Die Planwerte werden in kurzen Zeitabständen, d.h. monatlich mit der aktuellen Geschäftsentwicklung verglichen, damit Abweichungen entgegengewirkt werden kann. Ein ausgefeiltes Reportingsystem, welches sowohl die externen Entwicklungen (z.B. Marktanteile, Pharmacy-Sellout-Zahlen etc.) als auch die interne Performance abbildet, flankiert die rollierende Adaption der kurzfristigen und mittelfristigen Unternehmenspläne. Somit wird das Management bei der Steuerung der Leistungsindikatoren und weiteren wichtigen Steuerungsparametern in allen Bereichen durch entsprechende Reportinglösungen unterstützt. Als wichtigste Leistungsindikatoren zur Steuerung des Konzerns und der Strategiedefinition dienen dem Vorstand dabei folgende Kennzahlen: - Umsatzerlös- und Marktanteilsentwicklung zur Messung der vertrieblichen Performance - EBIT (Earnings before Interest and Taxes) als Messgröße für die Ertragsentwicklung - Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit als Indikator für die Liquiditätsentwicklung - Eigenkapitalquote als Maß für die Risikotragfähigkeit des Konzerns Der wichtigste finanzielle Faktor für Bionorica stellt die jederzeitige Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität dar, da somit die geplanten Investitionen realisiert werden können, flexibler in Krisenzeiten agiert (wie z.B. COVID-19-Pandemie, geopolitische Herausforderungen) und weiteres Wachstum generiert werden kann. 1.3 Forschung und EntwicklungAuch im dritten durch die COVID-19-Pandemie geprägten Jahr 2022 führte Bionorica eigene umfangreiche Aktivitäten zur Entwicklung neuer pflanzlicher Produkte konsequent fort. Die präklinische und klinische Forschung und Entwicklung erfolgt zusammen mit namhaften nationalen und internationalen akademischen Partnern sowie ausgesuchten Auftragsforschungsunternehmen weltweit. Diese Kooperationen, zusammen mit dem internen Know-How, erachtet Bionorica als entscheidend für eine erfolgreiche Produktentwicklung. Im Bereich Research & Development der Bionorica SE in Neumarkt waren im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich 188 Mitarbeiter (Vj.: 191 Mitarbeiter) beschäftigt. Die Koordinierung und Überwachung der bei externen akademischen Partnern und Auftragsforschungsunternehmen durchgeführten präklinischen und klinischen Untersuchungen wird intern von Experten geleistet, mit teilweise jahrzehntelanger Berufserfahrung in der Forschung und Entwicklung von Arzneimitteln. Bei der Bionorica Research in Innsbruck waren im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich 39 Mitarbeiter (Vj. 39 Mitarbeiter) beschäftigt. Am Standort Innsbruck (AT) werden Extrakte für die präklinischen Untersuchungen hergestellt, analytisch charakterisiert und die analytischen Daten auch unter Verwendung von künstlicher Intelligenz ausgewertet. Weiterhin zeichnen die Mitarbeiter der Bionorica Research für alle bioanalytischen Untersuchungen von Proben aus den durch Bionorica initiierten präklinischen und klinischen Studien verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2022 ist die Anzahl der von Bionorica vermarktungsfähigen Zulassungen erneut gestiegen und beträgt nun 523 (Vj. 505). Ferner wurden diverse Nachzulassungsverfahren initiiert. Die Aufwendungen der Gesellschaft für F&E haben bei Bionorica traditionell einen hohen Stellenwert und beliefen sich im Jahr 2022 auf EUR 27,43 Mio. (Vj. EUR 27,76 Mio.) bei der Bionorica SE sowie auf EUR 32,20 Mio. (Vj. EUR 32,47 Mio.) im Konzern. Die Zahlen belegen kontinuierlich hohe Investitionen der Bionorica in den Bereich F&E. Der Gesamtbetrag der Aufwendungen für den Bereich Forschung und Entwicklung im Verhältnis zu den stark gestiegenen Umsatzerlösen betrug im Geschäftsjahr 2022 im Konzern 8,2%. 2. Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenDie deutsche Wirtschaft konnte sich trotz den Auswirkungen der geopolitischen Herausforderungen, wie der enormen Energiepreiserhöhung, der zunehmenden Liefer- und Materialengpässe, dem insgesamt enormen Preisanstieg, dem Fachkräftemangel sowie der weiter andauernden Pandemiesituation, weiter erholen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im Geschäftsjahr 2022 um 1,4% höher als 2021.[1] Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der COVID-19-Pandemie, stieg das BIP 2022 um 0,8% an. Die Bruttowertschöpfung lag insgesamt im Jahr 2022 um 1,7% höher als im Vorjahr und hat sich dabei in den einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich entwickelt. Die Anzahl der Beschäftigten in der pharmazeutischen Industrie ist aufgrund der naturgemäß eher geringen Konjunkturabhängigkeit die letzten Jahre konstant bis leicht steigend. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) will sich auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene für wettbewerbsfähige und stabile Rahmenbedingungen in der Chemie- und Pharmaindustrie einsetzen. Hierzu sollen bspw. Innovationen gefördert und vorrangig nationale und europäische Gesetzesvorhaben, u.a. auch zu Arzneimitteln, vereinheitlicht werden. Auch Ansätze einer weniger bürokratischen Regulierung sowie die Umsetzung globaler Vereinbarungen ins europäische Recht sollen folgen. Dabei liegt das Augenmerk nicht nur bei der globalen Wettbewerbsfähigkeit, sondern insbesondere auch bei der Zukunftsfähigkeit der pharmazeutischen Industrie und der generellen Versorgungssicherheit in Europa. In den vergangenen Monaten kam es auch in der Gesundheitsversorgung immer wieder zu Lieferengpässen/-verzögerungen.[2] Im vierten Quartal des Berichtsjahres nahmen die Lieferengpässe erhebliche Dimensionen an und betreffen mittlerweile fast alle Arzneimittelgruppen.[3] Die Europäische Union möchte in Zukunft Engpässen in der Arzneimittelversorgung vorbeugen. Vor allem wird die Verlagerung der pharmazeutischen Produktion zurück nach Europa sowie eine Vorratshaltung für Notfälle gefordert. Dabei soll die neue Pharmastrategie die Fragen nach sicheren, verfügbaren, zugänglichen und erschwinglichen Arzneimitteln in Europa angehen. Der bundesdeutsche Apothekenmarkt konnte 2022 im Bereich des Apothekenabverkaufs einen Umsatzzuwachs von 3,9% gegenüber dem Vorjahr verzeichnen, der OTC-Markt ist sogar um 9,9% gestiegen. Der Phytopharmaka-Markt (+17,4%), ebenso wie die Bionorica Märkte (+45,2%) und das Portfolio der Bionorica SE selbst (+60,3%), verzeichnen ebenfalls einen Umsatzzuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Damit wächst die Bionorica stärker als der deutsche Pharma- sowie OTC-Markt und schneidet zudem besser als der Wettbewerb ab. Der Umsatzmarktanteil des Gesamtportfolios stieg in den Bionorica Märkten von 15,8% auf 17,4% an, der Absatzmarktanteil von 13,0% auf 14,6%.[4] Durch die schrittweise Aufhebung des Lockdowns und der Covid-19-Maßnahmen, konnten die bekanntermaßen stärksten Vertriebsinstrumente der Bionorica SE - namentlich der Außendienst sowie Trainings für die Health-Care-Professionals (HCPs) und weitere auf direkten Kontakt zum Patienten ausgerichtete Marketingmaßnahmen (DTC-Kampagnen) wieder aufgenommen werden. Der Anteil des Versandhandels im OTC-Markt lag 2022 durchschnittlich bei 23% und somit auf dem Niveau von 2021. Die im Vergleich dazu stabil niedrige Versandhandelsquote der Bionorica von 12% (2022) spiegelt die strategische Fokussierung der Apothekenaktivitäten auf die Offizin-Apotheke aber auch die Fokussierung auf Atemwegs- und damit Akut-Präparate wider.[5] [1] Vgl. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 019 vom 15. Januar 2025. [2] Vgl. Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE (2021): Branchenausblick 2030+: Die Pharmaindustrie. Berlin. [3] Vgl. Apotheke Adhoc: Amoxicillin: Wenn ein Klassiker fehlt, 14.12.2022 [4] Vgl. IQVIA Apothekenabverkauf nach Absatz in Packungen [5] Vgl. IQVIA Apothekenabverkauf nach Umsatz in Euro zum Endverbraucherpreis 2.2 GeschäftsverlaufDie Netto-Umsatzerlöse des JOPO-Konzerns sind im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr um EUR 103,5 Mio. (+35,7%) auf EUR 393,6 Mio. angestiegen. Im wichtigsten Tochterunternehmen Bionorica SE und deren Tochterunternehmen stiegen die Netto-Umsatzerlöse im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr um EUR 104,8 Mio. (+36,5%) auf EUR 392,2 Mio. Aufgrund der dominanten Stellung des Teilkonzerns Bionorica innerhalb des JOPO-Konzerns, beziehen sich die nachfolgenden Ausführungen - wenn nicht anders angegeben - auf den Teilkonzern Bionorica. Der respiratorische Bionorica-Markt war aufgrund der geopolitischen Herausforderungen und den Nachläufern der COVID-19-Pandemie vornehmlich in der ersten Jahreshälfte 2022 noch stark betroffen. Die zweite Jahreshälfte führte durch die Lockerung der Social-Distancing-Maßnahmen zu starken Umsatzzuwächsen. In Oktober und November konnten die bisher höchsten Umsätze der Bionorica-Historie verzeichnet werden. Die fokussierte Betrachtung der rezeptfreien Phytopharmaka zeigt, dass die starke Position des Unternehmens am deutschen Markt im Berichtsjahr wieder zugenommen hat und eine Steigerung des Umsatzmarktanteils von 12,0% auf 16,5% erreicht wurde. Aufgrund der enormen Absatzsteigerung auf ca. 21 Millionen Packungen (+64,5%) liegt die Bionorica SE weiterhin auf Platz 1 der Unternehmen auf dem Phytopharmaka-Markt. Auch im Umsatz konnte die Bionorica SE mit einem Zuwachs von +61,3% nunmehr wieder den ersten Platz zurückerobern. In diesem Berichtsjahr sind drei Bionorica Produkte, darunter Sinupret, Bronchipret und Canephron, unter den Top 10 Phytopharmaka-Produkten vertreten. Dabei liegt Sinupret sowohl im Absatz als auch im Umsatz auf Platz 1. Zu erwähnen ist, dass sowohl Sinupret (+61,7%) als auch Bronchipret (+110,0%) im Vergleich zum Vorjahr sowohl eine starke Umsatz- als auch Absatzsteigerung verzeichnen konnten. Die generelle Marktsituation in Deutschland wird auch in der Marktanteilsentwicklung der einzelnen Produkte reflektiert. Während bei Sinupret im Vergleich zum Vorjahr der Umsatzmarktanteil leicht gesunken ist, waren bei den restlichen Atemwegstherapeutika hingegen Marktanteilssteigerungen zu verzeichnen. Im Segment der Urologika waren ebenso positive Entwicklungen zu erkennen. Der Canephron-Umsatzmarktanteil konnte gesteigert werden und Canephron Uno zeigt sich weiterhin als großer Erfolgsfaktor. Im Bereich der Gynäkologika konnte Agnucaston einen leichten Marktanteilsgewinn aufweisen, während Mastodynon geringfügig an Marktanteilen verlor.[6] In den internationalen Ex-Factory-Umsätzen zeigt sich besonders die dynamische Entwicklung des Atemwegsportfolios: Sinupret erreicht 2022 den höchsten Umsatz und überholt damit Canephron. Beide Produkte verzeichnen einen Zuwachs gegenüber 2021: Sinupret um +37,7%, Canephron um +16,6%. Bis auf Tonsipret (-12,5%) konnten alle Produkte ihren Umsatz steigern. Unter den Atemwegsprodukten können Bronchipret mit +50,8% und Imupret mit +49,8% die dynamischste Entwicklung vorweisen.[7] Das internationale Exportgeschäft konnte mit insgesamt 50,6 Mio. verkauften Packungen den Umsatz auf EUR 249,59 Mio. (+29%) anheben. Dabei verzeichnet insbesondere Central Europe die beste Entwicklung in Absatz (+88,8%) und Umsatz (+93,4%). Das sog. Partner Business - Länder, in denen die Bionorica Vertriebsstrukturen in Zusammenarbeit mit einem Partner unterhält, konnte ebenfalls seine Zuwächse mit 9,3 Mio. verkauften Packungen in Absatz (+33%) und Umsatz (+45,4%) weiter ausbauen. Auch die Region Eurasia verzeichnet weiterhin ein gutes Wachstum. Der Absatz stieg dabei um 9,8% auf 28,7 Mio. verkauften Packungen, während der Umsatz v.a. aufgrund von Währungseffekten ein Wachstum von 35,4% erreicht hat. Auch in Eastern Europe konnte die Entwicklung mit über 10,1 Mio. verkauften Packungen (+5,7%) auf EUR 57,61 Mio. (+4,8%) positiv vorangetrieben werden. Die weiteren weltweit verbundenen Unternehmen (Other Affiliates) können ebenfalls ein hervorragendes Umsatz- (+75,0%) und Absatzwachstum (+86,2%) bei mittlerweile 1,3 Mio. verkauften Packungen vorweisen.[8] Vergleich zum Ausblick in 2021: Der Vorstand der Bionorica SE prognostizierte im Konzernlagebericht des Bionorica Teilkonzerns 2021, dass Umfang und Länge der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie Einfluss auf die Umsatz- und Ertragssituation nehmen werden, weshalb verschiedene Planungsszenarien erstellt wurden. Dabei konnten die Budgetwerte, trotz bereits optimistischer Planung, im Umsatz um EUR 54,17 Mio. und im EBIT um EUR 58,31 Mio. weit übertroffen werden. Durch die gezielte Maßnahmensteuerung sowie das sehr positiv verlaufene zweite Halbjahr bezogen auf die Umsätze und die Kostenentwicklung gelang es, ein deutlich besseres Ergebnis vor Steuern zu erzielen. Zudem ist eine überaus gute Liquiditätssituation zu konstatieren, die im Berichtsjahr gegenüber 2021 sogar weiter gestärkt werden konnte. Ursprünglich wurde im Geschäftsjahr 2021 ein Bankguthaben (inkl. Wertpapiere und Schatzbriefe) von EUR 174,41 Mio. für den 31. Dezember 2022 im Konzern prognostiziert. Tatsächlich konnte zum Ende des Geschäftsjahres 2022 ein Bankguthaben (inkl. WP und Schatzbriefe) i.H.v. EUR 206,19 Mio. realisiert werden. [6] Vgl. IQVIA Apothekenabverkauf nach Absatz in Packungen [7] Vgl. SAP BW, Ex-Factory Umsätze in Euro Fertigarzneimittel, Interne Daten, 06.02.2023 [8] Vgl. SAP BW, Ex-Factory Absätze in Packungen, 06.02.2023 2.3 Lage2.3.1 ErtragslageDie Ertragslage des JOPO-Konzerns stellt sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt dar: scroll
Im Berichtsjahr 2022 ergeben sich folgende Kennzahlen: scroll
* ohne Finanzanlagen und Veränderung Konsolidierungskreis Die Ertragslage des JOPO-Konzerns ist im Wesentlichen durch folgende Entwicklungen geprägt: - Die Umsatzerlöse der Muttergesellschaft JOPO GmbH, bestehend in erster Linie aus Mieterlösen, gingen im aktuellen Geschäftsjahr um EUR 0,4 Mio. auf EUR 0,2 Mio. zurück (Vj. EUR 0.6 Mio.). - Zunahme der Netto-Umsatzerlöse im Teilkonzern Bionorica in Höhe von EUR 104,8 Mio. auf EUR 392,2 Mio. (Vj. EUR 287,4 Mio.). - Die Netto-Umsatzerlöse der Tochtergesellschaft Stairway to Heaven Tramuntana S.L.U liegen im aktuellen Geschäftsjahr bei EUR 1,1 Mio. und sind im Vergleich zum Vorjahr auf einem ähnlichen Niveau geblieben (Vj. EUR 1,2 Mio.). - Bei der Gesellschaft MA1100 Immobilien GmbH wurden im Geschäftsjahr Netto-Umsatzerlöse in Höhe von EUR 0,5 Mio. verbucht. Im Vorjahr hatte diese Gesellschaft keine Umsatzerlöse. - Aus diesen Entwicklungen der Teilbereiche ergibt sich für den JOPO-Konzern im Berichtsjahr eine Zunahme der Umsatzerlöse um EUR 103,5 Mio. auf EUR 393,6 Mio. (35,7%). - Die Inlandsumsätze liegen im Gesamtjahr bei EUR 143,2 Mio. und damit 49,6% über Vorjahresniveau (Vj. EUR 95,7 Mio.). Im Ausland erreichten die Umsätze, die im Wesentlichen durch die ex-Factory-Umsätze bei der Bionorica SE und ihren Tochterunternehmen erwirtschaftet werden, insgesamt EUR 250,4 Mio. und bezifferten damit eine Umsatzsteigerung von 28,9% im Vergleich zum Vorjahr (Vj. EUR 194,3 Mio.). - Der Materialaufwand des JOPO-Konzerns in Höhe von EUR 46,6 Mio. setzt sich aus den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (EUR 25,5 Mio.) sowie den Aufwendungen für bezogene Leistungen (EUR 21,1 Mio.) zusammen. Im Posten Aufwendungen für bezogene Leistungen sind Abwertungen und Bezugsnebenkosten abzüglich erhaltener Boni (EUR 1,2 Mio.) enthalten. - Die Materialaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung (Umsatzerlöse zuzüglich Bestandsveränderungen und aktivierten Eigenleistungen) ist im Jahr 2022 im JOPO-Konzern im Vergleich zum Vorjahr von 12,5% auf 11,8% gesunken. Betrachtet man den Teilkonzern Bionorica isoliert, so befindet sich dort die Materialaufwandsquote im Berichtszeitraum mit 11,8% leicht unter Vorjahresniveau (Vj. 12,3 %). - Die Personalkosten im JOPO-Konzern befinden sich mit EUR 104,9 Mio. über dem Vorjahresniveau (Vj. EUR 96,2 Mio.). Dies gilt entsprechend für den Teilkonzern Bionorica, welcher Personalkosten in Höhe von EUR 103,6 Mio. aufweist (Vj. EUR 94,8 Mio.). Der Personalaufwand pro Mitarbeiter liegt im Teilkonzern Bionorica im Geschäftsjahr 2022 bei TEUR 57,8 (Vj. TEUR 54,6). Der Anstieg ist u.a. auf Tariferhöhungen, die für Bionorica SE gelten, zurückzuführen. Die erste Zahlung der tariflichen Ausgleichsprämie i.H.v. TEUR 1,50 pro Vollzeitmitarbeiter in Deutschland wurde bereits im Dezember 2022 als Aufwand verbucht und ausbezahlt. - Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen im JOPO-Konzern sind gegenüber dem Vorjahr um EUR 42,3 Mio. gesunken und beinhalten außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen eines Tochterunternehmens (EUR 2,30 Mio.). Im Vorjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen i.H.v. EUR 30,81 Mio. auf Sachanlagevermögen und EUR 11,33 Mio. auf immaterielle Vermögensgenstände vorgenommen. - Der sonstige betriebliche Ertrag liegt im Geschäftsjahr 2022 bei EUR 32,6 Mio. (Vj. EUR 35,6 Mio.) und wurde zum Teil im Teilkonzern Bionorica wesentlich durch Kursgewinne und im Mutterunternehmen JOPO GmbH insbesondere durch Buchgewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren realisiert. - Der sonstige betriebliche Aufwand ist im Geschäftsjahr 2022 von EUR 104,3 Mio. auf EUR 156,4 Mio. gestiegen. Der Anstieg resultiert aus dem Teilkonzern Bionorica und ist im Wesentlichen auf Kursverluste sowie auf gestiegene Vertriebsaufwendungen zurückzuführen. - Aus diesen Entwicklungen resultiert insgesamt ein um EUR 63,2 Mio. angestiegenes Konzernjahresergebnis im Berichtszeitraum in Höhe von EUR 69,8 Mio. (Vj. EUR 6,6 Mio.). 2.3.2 Finanzlagescroll
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit wird neben dem Periodenergebnis zuzüglich Abschreibungen mit einem Wert von EUR 88,8 Mio. vor allem durch die Zunahme der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderen Aktiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, i.H.v. EUR -40,7 Mio., sowie der Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, i.H.v. EUR 5,8 Mio. sowie durch einen Ertragsteueraufwand i.H.v. EUR 29,0 Mio. und Ertragsteuerzahlungen i.H.v. EUR 21,9 Mio. geprägt. Unter Berücksichtigung der weiteren Einflussgrößen wird ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR 56,0 Mio. ausgewiesen, der damit unter dem Vorjahreswert liegt (EUR 70,0 Mio.). Dies ist maßgeblich auf höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr (Anstieg um EUR 27,7 Mio.) zurückzuführen. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit setzt sich in einem ersten Schritt aus Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen in Höhe von EUR 4,1 Mio. zusammen. Hinzu kommen Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von EUR 6,4 Mio. Im Berichtsjahr erfolgten Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von EUR 43,3 Mio. sowie Einzahlungen aus dem Verkauf von Finanzanlagen EUR 43,3 Mio. Die Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens valutierten im Geschäftsjahr 2022 mit EUR 3,4 Mio. Die Einzahlungen auf Grund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition betrugen im Geschäftsjahr 2022 EUR 1,6 Mio. und wurden größtenteils durch die Bionorica SE im Rahmen von kurzfristig gehaltener Wertpapiere eingenommen. Die erhaltenen Zinsen und Dividenden betragen zusammengerechnet EUR 1,0 Mio. Insgesamt wird ein negativer Cashflow aus der Investitionstätigkeit i.H.v. EUR -4,5 Mio. gegenüber einem positiven Cashflow i. H. v. EUR 1,9 Mio. im Vorjahr ausgewiesen. Diese cashflowmindernde Veränderung erklärt sich vor allem durch verminderte Einzahlungen auf Grund von Finanzmittelanlagen in Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition i.H.v. EUR 1,6 Mio. im Berichtsjahr gegenüber EUR 14,3 Mio. im Vorjahr (Rückgang um EUR 12,7 Mio.), sowie höhere Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen (EUR 43,3 Mio. im Berichtszeitraum gegenüber EUR 41,0 Mio. im Vorjahr, Steigerung somit EUR 2,3 Mio.) und geringere Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen (EUR 3,4 Mio. im Berichtszeitraum gegenüber EUR 5,4 Mio. im Vorjahr, Rückgang somit EUR 2,0 Mio.). Demgegenüber stehen cashflowerhöhend insbesondere verminderte Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen (EUR 6,4 Mio. im Berichtszeitraum gegenüber EUR 16,9 Mio. im Vorjahr, Rückgang somit EUR 10,5 Mio.) sowie gestiegene Einzahlungen aus dem Verkauf von Finanzanlagen (EUR 43,3 Mio. im Berichtszeitraum gegenüber EUR 40,9 Mio. im Vorjahr), welche jedoch die cashflowmindernden Effekte nicht kompensieren konnten. Wie im Vorjahr (EUR -30,1 Mio.) stellt sich im Berichtsjahr der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit negativ dar (EUR -17,3 Mio.). Im Berichtsjahr erfolgten neben der Zahlung von Zinsen (EUR 0,8 Mio.) sowie Tilgungen von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (EUR 10,8 Mio.) auch Auszahlungen für Dividenden an Unternehmenseigner i.H.v. EUR 5,7 Mio. Ein Zufluss ergab sich durch die Aufnahme von Bankkrediten (EUR 0,1 Mio.). Die Veränderung zum Vorjahr (Zunahme des Cashflows um EUR 12,9 Mio.) liegt insbesondere durch reduzierte Auszahlungen aus der Tilgung von Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten begründet (EUR -10,8 Mio. in der Berichtsperiode gegenüber EUR -31,9 Mio. im Vorjahr, Rückgang somit EUR 21,1 Mio.), und in verminderten Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten (EUR 0,1 Mio. im Berichtsjahr gegenüber EUR 6,0 Mio. im Vorjahr, Rückgang somit EUR 5,9 Mio.). Bei abschließender Betrachtung der vollständigen Kapitalflussrechnung des Geschäftsjahres 2022, ergibt sich unter Berücksichtigung wechselkurs-, konsolidierungskreis- und bewertungsbedingter Änderungen des Finanzmittelfonds i.H.v. EUR 1,0 Mio. ein Anstieg der Finanzmittelbestände zum 31. Dezember 2022 um EUR 35,3 Mio. auf EUR 213,0 Mio. (Vj. EUR 177,7 Mio.). scroll
2.3.3 Vermögenslagescroll
Die Eigenkapitalquote hat sich im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 0,84%-Punkte leicht erhöht. Sie stellt sich mit 86,31% (Vj. 85,47%) als sehr positiv dar. Das Eigenkapital i.H.v. EUR 506,6 Mio. verzeichnete gegenüber dem Vorjahr (EUR 439,0 Mio.) einen starken Anstieg, der v. a. auf den erhöhten Konzernbilanzgewinn rückführbar ist. Die Verbindlichkeiten und Rückstellungen belaufen sich kumuliert auf EUR 80,3 Mio. (Vj. EUR 71,7 Mio.) Dies entspricht 13,68% der Bilanzsumme des JOPO-Konzerns. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind um EUR 35,1 Mio. auf EUR 95,0 Mio. gestiegen. Der Anstieg resultierten größtenteils aus den Forderungen und aus Lieferungen und Leistungen des Bionorica Teilkonzerns, die sich, vor allem durch die geringere Inanspruchnahme des echten Factorings, um EUR 27,76 Mio. auf EUR 57,55 Mio. im Vergleich zum Vorjahr erhöht haben. Die Summe der sonstigen Vermögensgegenstände des JOPO-Konzerns in Höhe von EUR 36,2 Mio. bestehen im Wesentlichen aus Finanzforderungen gegen Dritte. Im Teilkonzern Bionorica setzt sich dieser Posten insbesondere aus Forderungen gegen die Factoringgesellschaft (EUR 2,4 Mio.) sowie der kurzfristigen Anlage in Schatzbriefe (EUR 9,9 Mio.) zusammen, während das Gros bei der Muttergesellschaft JOPO GmbH aus einem kurzfristigen Darlehen an Dritte i.H.v. EUR 6,5 Mio. gebildet wird. Die Verbindlichkeiten im JOPO-Konzern in Höhe von EUR 47,2 Mio. sind im Vergleich zum Vorjahr um EUR 0,5 Mio. zurückgegangen. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen auf der Rückführung von Darlehen ggü. Kreditinstituten. Die Position Verbindlichkeiten besteht aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 22,6 Mio., aus Anzahlungen auf Bestellungen in Höhe von EUR 0,2 Mio., aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 9,0 Mio. sowie aus sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 15,4 Mio. Hinsichtlich der Darstellung der Restlaufzeiten wird auf die entsprechende Angabe im Anhang verwiesen. Im Berichtsjahr wurden im JOPO-Konzern Investitionen in Höhe von insgesamt EUR 53,8 Mio. getätigt. Dabei entfielen EUR 4,1 Mio. auf immaterielle Vermögensgegenstände, EUR 6,4 Mio. auf Sachanlagen sowie EUR 43,3 Mio. auf das Finanzanlagevermögen. Während die beiden erstgenannten überwiegend dem Teilkonzern Bionorica zuzuschreiben sind (EUR 4,1 Mio. bzw. EUR 5,5 Mio.), wurden die Investitionen in das Finanzanlagevermögen nahezu ausschließlich durch das Mutterunternehmen JOPO GmbH durchgeführt (EUR 43,3 Mio.). Die Zugänge im Rahmen der immateriellen Vermögensgegenständen betreffen im Wesentlichen angeschaffte Lizenzen für Software. Ferner stieg der Wert der Sachanlagen unter anderem infolge von Erweiterungen bzw. Umbauten am Standort der Bionorica in Neumarkt. Zur Absicherung der Geschäftstätigkeit stehen der Bionorica SE insgesamt EUR 23,5 Mio. an Kontokorrentlinien/ unechtes Factoring zur Verfügung. 2.4 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren2.4.1 Finanzielle LeistungsindikatorenIm Folgenden werden wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren des Bionorica-Teilkonzerns aufgezeigt, welche die Entwicklung des JOPO-Konzerns charakterisieren. Die wesentlichen Leistungsindikatoren der Bionorica-Unternehmensgruppe sind die Umsatzerlöse, die Marktanteilsentwicklung, das EBIT, der Cashflow und die Eigenkapitalquote. Die folgenden zusätzlich aufgeführten Bilanz- und GuV-Kennzahlen dienen dem besseren Verständnis und der weiteren Erläuterung des Geschäftsverlaufs sowie der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Umsatzrentabilität (definiert als Quotient zwischen EBIT und Umsatz) des JOPO-Konzerns zeigt einen Anstieg um 16,0 %-Punkten auf 25,0% (Vj. 9,0%) an. Bezogen auf den Teilkonzern Bionorica liegt diese Kennzahl bei 24,4% (Vj. 10,2%) und steigt damit um 14,2%-Punkte deutlich an. Die Eigenkapitalrentabilität (berechnet als Verhältnis zwischen EBIT und Eigenkapital) des JOPO-Konzerns zeigt zum Stichtag einen Wert von 19,4 % (Vj. 5,9 %) auf. Diese Kennzahl beträgt für den Bionorica-Teilkonzern im Berichtszeitraum 23,8 %. Diese Größe ist naturgemäß durch den hohen Eigenkapitalausweis der Bionorica nach unten beeinflusst. Die Gesamtkapitalrentabilität (Verhältnis des EBIT zum Gesamtkapital) liegt zum Stichtag im JOPO-Konzern bei 16,8% und damit über dem Vorjahreswert von 5,1%. Für den Teilkonzern der Bionorica ergibt sich eine Gesamtkapitalrentabilität im Berichtszeitraum von 20,2% und liegt damit ebenfalls über dem Vorjahreswert von 7,3%. Das EBIT des Jahres 2022 beträgt für den JOPO-Konzern EUR 98,4 Mio. und zeigt einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahreswert, welcher bei EUR 26,0 Mio. lag, auf. Das EBIT für den Teilkonzern Bionorica beträgt im Berichtszeitraum EUR 95,9 Mio. und zeigt einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahreswert, welcher bei EUR 29,3 Mio. lag. Die Eigenkapitalquote (berechnet als Verhältnis zwischen Eigenkapital und Gesamtkapital des JOPO-Konzerns) beträgt für das Geschäftsjahr 2022 86,31% und liegt damit leicht oberhalb des Vorjahresniveaus (Vj. 85,47%). Im Bionorica-Teilkonzern liegt die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2022 mit 84,9% auf dem Niveau des Vorjahres (Vj. 84,9%). 2.4.2 Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenIm Folgenden werden wesentliche nichtfinanzielle Leistungsindikatoren des Bionorica-Teilkonzerns aufgezeigt, welche die Entwicklung des JOPO-Konzerns charakterisieren. Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden nicht zur Steuerung herangezogen. Als Pharmaunternehmen hat sich die Bionorica der Gesundheit der Menschen verpflichtet. Dies bedeutet konkret, jeden Tag höchste Anstrengungen zu unternehmen, um das Wirkstoffpotenzial der Natur für medizinische Zwecke zu heben. Im Laufe der letzten zwanzig Jahre hat die Bionorica dafür ein engmaschiges internationales Wissens- und Forschungsnetzwerk aufgebaut, welches kontinuierlich weiterentwickelt und im Sinne einer evidenzbasierten und ergebnisorientierten Pharmaforschung zielorientiert genutzt wird. Diese „Scientific Community“, bestehend aus Pharmakologen und Medizinern, ist eine der großen Stakeholder-Gruppen der Bionorica. Insgesamt hat die Bionorica die folgenden sieben Stakeholder definiert. Mit diesen steht sie im permanenten und intensiven Austausch, um die Beziehungen nachhaltig weiterzuentwickeln. - Patienten - Scientific Community - Ärzte und Apotheker - Bionorica Mitarbeiter - Gesundheitspolitik, Verbände u. Behörden - Partner und Lieferanten - Gesellschaft 2.4.3 Nachhaltigkeit und KennzahlenIm Folgenden werden noch einmal ausgewählte Kennzahlen, die für den Bionorica-Teilkonzern und damit auch für den JOPO-Konzern insgesamt konstitutiv sind und gleichzeitig unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit verwendet werden, aufgezeigt: Die neuen bzw. verschärften regulatorischen Vorgaben im Bereich ökologische Nachhaltigkeit, die nach und nach in Kraft treten (CSRD, EU-Taxonomie), werden durch ein Projektteam bei Bionorica zusammen mit externen Experten umgesetzt, das dediziert hierfür ins Leben gerufen wurde. Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt Bionorica nicht erst seit Einführung der neuen gesetzlichen Vorschriften, sondern gehört zur DNA des Unternehmens, da Bionorica als Hersteller pflanzlicher Arzneimittel von den Schätzen der Natur lebt. Als Basis für das weltweite Handeln in allen Unternehmensbereichen (z.B. vom Anbau unserer Heilpflanzen bis hin zur Verpackung unserer Präparate) ist ökologische Nachhaltigkeit fest in den Leitwerten verankert. Der Erfolg kann für den Standort Neumarkt als Produktionsstandort daran abgelesen werden, dass der Gesamtenergiebedarf in kWh pro verkaufter Einheit für den Produktionsstandort Neumarkt gemäß Energiebericht nach DIN ISO 50001 im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Geschäftsjahr 2021 um -8,4% gesunken ist. Bezüglich des Aspekts der ökonomischen Nachhaltigkeit sollen an dieser Stelle nur noch folgende wichtige Faktoren Erwähnung finden: - Eigenkapitalquote: Die Eigenkapitalquote steht eng in Verbindung mit dem wirtschaftlichen Erfolg des Bionorica-Teilkonzerns und damit des JOPO-Konzerns, da sie das Verhältnis des Eigenkapitals zum Gesamtkapital aufzeigt. Im Laufe der letzten Jahre konnte die Eigenkapitalquote im Bionorica-Teilkonzern auf einem kontinuierlich hohen Niveau gehalten werden. - Ergebnisentwicklung: Auch die Ergebnisentwicklung ist ein starker Indikator für die wirtschaftliche Stabilität des Bionorica-Teilkonzerns und beeinflusst damit auch als dominierender Teil den JOPO-Konzern. Die Zahlen hierzu werden anhaltend überwacht, um schnell auf eventuelle Veränderungen reagieren zu können. Im Geschäftsjahr war die Ergebnisentwicklung sowohl im Teilkonzern Bionorica, als auch in der gesamten JOPO-Gruppe, über dem Vorjahreswert und den budgetierten Erwartungen. - Fehlende Nettofinanzverschuldung: Die Bionorica und mit ihr der gesamte JOPO-Konzern legt höchsten Wert darauf, die Nettofinanzverschuldung so gering wie möglich zu halten, um bankenunabhängig handeln zu können. Bei einem Guthabenbestand von EUR 206,2 Mio. in der operativen Konzerneinheit Bionorica bzw. von EUR 213,0 Mio. im gesamten JOPO-Konzern und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zum 31.12.2022 in Höhe von EUR 16,2 Mio. der Bionorica bzw. EUR 22,6 Mio. im gesamten JOPO-Konzernliegt jeweils ein positiver Nettofinanzsaldo vor. Sowohl der JOPO-Konzern als auch der Teilkonzern Bionorica als operative Einheit der JOPO-Gruppe sind, saldiert betrachtet, frei von Bankverbindlichkeiten, was ein etwaiges Risikoexposure mithin minimiert und Gestaltungsspielräume, z.B. im Hinblick auf weiteres Wachstum oder die Resilienz gegen Krisen, eröffnet. In der sozialen Nachhaltigkeitsdimension steht neben verantwortlichem gesellschaftlichem Handeln ein stets ethisches Verhalten und die Einhaltung aller Compliance-Regeln im Geschäftsalltag im Vordergrund. Daher hat die Bionorica auch selbstredend die neuen gesetzlichen Vorgaben des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz sowie des Hinweisgeberschutzgesetzes zeitgerecht unter Einbezug externer Expertise, wo geboten, implementiert. Im Rahmen des laufenden Projekts zur Implementierung der gesetzlichen Vorgaben zur EU-Taxonomie und der CSRD-Vorgaben werden die als wesentlich anzusehenden KPIs und Berichtsfelder für die Bionorica neu definiert. Diese Ergebnisse werden Eingang in die zukünftige Berichterstattung finden. 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht3.1 Prognose- und ChancenberichtIm Folgenden werden Prognosen und wesentliche Chancen des Bionorica-Teilkonzerns aufgezeigt, welche die Entwicklung des JOPO-Konzerns charakterisieren. Der JOPO-Konzern wird durch die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren des Bionorica Teilkonzerns gesteuert (Umsatzerlöse, Marktanteilsentwicklung, EBIT, Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und die Eigenkapitalquote). Da der Anteil sowohl der JOPO GmbH als Mutterunternehmen, als auch die übrigen konsolidierten Tochterunternehmen sowohl auf die finanziellen als auch die nichtfinanziellen Steuerungsgrößen und den Geschäftsverlauf des JOPO-Konzerns keinen wesentlichen Einfluss haben (vgl. die Ausführungen unter 1.1), beziehen sich die folgenden Ausführungen daher auf den Bionorica-Teilkonzern. Die operative Geschäftstätigkeit des JOPO-Konzerns wird durch die Bionorica SE determiniert. Geschäftsentwicklung im Kalenderjahr 2022: Der Verlauf des Geschäftsjahres 2022 hat nunmehr nachdrücklich die im Konzernlagebericht 2021 geäußerte Erwartung bestätigt, dass die im Rahmen der COVID-19-Pandemiebekämpfung weltweit in unterschiedlicher Intensität und zeitlichem Umfang durchgeführten Maßnahmen des Social Distancing sowie des Lockdowns zwar kurzfristig einen spürbaren negativen Einfluss auf die Entwicklung der jeweiligen regionalen Erkältungsmärkte und mithin auf das Umsatzniveau der Bionorica SE aufweisen, nach Aufhebung der Einschränkungen jedoch der Erkältungsmarkt in hoher Dynamik auf die ursprünglichen, vorpandemischen Werte zurückkommt bzw. diese sogar deutlich übersteigt. Dies lässt sich für alle relevanten Märkte der Bionorica über nunmehr fast drei Jahre der Pandemie konstatieren. So verwundert es auch nicht, dass gerade die Länder mit einem ausgeprägten Umsatzanteil im Bereich Atemwegsportfolio (z.B. Deutschland, Österreich, Polen und die baltischen Staaten) im Geschäftsjahr 2022 besonders erfolgreich im Hinblick auf Umsatzwachstum und Vertriebsdeckungsbeitragsentwicklung reüssieren konnten. Geschäftsentwicklung im Kalenderjahr 2023: Nach dem Bilanzstichtag wurden im Rahmen einer Neuausrichtung des JOPO-Konzerns sechs Tochtergesellschaften entkonsolidiert. Die Entkonsolidierung erfolgte aufgrund von Abspaltung sowie Ausgliederung und damit dem Wegfall der Beherrschung im Sinne des § 290 HGB. Diese Veränderungen betreffen das Folgejahr und sind daher im vorliegenden Konzernabschluss noch nicht berücksichtigt. Die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns werden im Folgejahr im Rahmen des Konzernabschlusses entsprechend dargestellt. Das Jahr 2023 stand im Bionorica-Konzern zudem im Zeichen höherer weltweiter Investitionen in die Vertriebs- und Marketingaktivitäten zur Gewinnung von Marktanteilen, Steigerung des Umsatzpotenzials sowie des Unternehmenswertes. Hier konnten nach sorgfältiger Analyse im Rahmen der Strategieformulierung „Best Phytopharma“ 2022-2028 weitere Potenziale für das bestehende Produktportfolio identifiziert werden, die nunmehr gehoben werden. Ferner wurde der Rollout zweier Produkte für das Geschäftsjahr 2023 in Deutschland in die Planung einbezogen und ein weiterer Schwerpunkt auf digitale DTC-Kampagnen/digitales Marketing gelegt, welche die bisherige erfolgreiche Marktbearbeitung mit Schwerpunktsetzung auf die HCPs arrondiert. Dem steigenden Inflationsdruck wurde durch entsprechende Prämissenformulierung im Budgetprozess bezüglich Kosten- und Investitionsplanung Rechnung getragen. Diese Geschäftsentwicklung manifestierte sich im Bionorica-Teilkonzern in den Kalenderjahren in den wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren wie folgt: scroll
Zusammenfassend ist zu konstatieren, dass die Bionorica auf einen Wachstumskurs eingeschwenkt ist, wenngleich die Umfeldfaktoren, vor allem namentlich der Russland-Ukraine-Konflikt, hinsichtlich ihrer konkreten wirtschaftlichen Auswirkungen beherrschbar sind. Die Bionorica ist aber sehr gut im Hinblick auf finanzielle Ressourcen und strategische Ausrichtung aufgestellt, um etwaigen Widrigkeiten trotzen zu können. Die Fähigkeit der Organisation, auf veränderte Rahmenbedingungen konsequent und schnell zu reagieren, wurde in der Vergangenheit mehrfach unter Beweis gestellt. Im Geschäftsjahr 2023 hat der Vorstand der Bionorica SE die Entscheidung getroffen, 100% der Anteile der Firma Lomapharm GmbH mit Sitz in Emmerthal (Deutschland) im Wege eines Share Deals zu erwerben. Die Transaktion konnte mit Wirkung zum 31. März (Closing) erfolgreich abgeschlossen werden. Die Akquisition flankiert den geplanten Wachstumskurs der Bionorica SE im Rahmen der Best Phytopharma-Strategie aus Kapazitätssicht und im Hinblick auf die Internalisierung von Kompetenzen. Geschäftsentwicklung im Kalenderjahr 2024 Die Geschäftsentwicklung des Jahres 2024 des Teilkonzerns-Bionorica hat sich plangemäß vollzogen. Die im Vorjahr für das Geschäftsjahr 2024 prognostizierten Werte für die Umsatz- und Marktanteilsentwicklung, für das EBIT (nach der Bereinigung um Sondereffekte) sowie die Eigenkapitalquote wurden im Berichtsjahr erreicht bzw. sogar übertroffen. Die Nettoumsatzerlöse sind im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um EUR 42,77 Mio. (+9,1 %) auf EUR 514,01 Mio. gestiegen. Hier spiegelt sich vor allem der Gewinn von Marktanteilen sowie auch ein höherer Umsatzbeitrag der Lomapharm wider (erstmals für ein volles Jahr in den Konzernabschluss einbezogen). Das EBIT des Geschäftsjahres 2024 liegt bei EUR 101,10 Mio. und verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um -5,9%. Unter Berücksichtigung der Korrektur der außerplanmäßigen Abschreibungen im Vorjahresabschluss wäre das EBIT um +0,4% gestiegen. Die Eigenkapitalquote, berechnet als Verhältnis zwischen Eigenkapital und Gesamtkapital, weist mit 87,3% einen nochmals gestiegenen hohen Wert auf. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit hat sich von EUR 40,44 Mio. auf EUR 75,94 Mio. erhöht, bedingt v.a. durch den geringeren Anstieg des Working Capital im Vergleich zum Vorjahr. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug im Berichtsjahr EUR -34,47 Mio (Vj.: EUR -22,89 Mio.). Die Investitionen erfolgten v.a. in immaterielle Vermögensgegenstände sowie in Sachanlagen in Höhe von gesamt EUR 48,69 Mio. Die Einzahlungen aus dem Verkauf von konsolidierten Einheiten betrugen EUR 5,40 Mio. Budget 2025 Die kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen der geopolitischen Verwerfungen auf die Vermögens- Finanz- und Ertragslage der Bionorica bzw. des JOPO-Konzerns sind schwierig zu prognostizieren. Die internen durchgeführten Analysen zeigen aber die vorhandene Risikotragfähigkeit bezüglich der damit verbundenen Risiken. Planerisch wurde dieser Unsicherheit durch die Formulierung mehrerer Planungsszenarien Rechnung getragen. Ferner wird auf eine hohe Flexibilisierung der Kostenpositionen weltweit geachtet, um entsprechend bei Bedarf sofort ergebnistechnisch gegensteuern zu können. Für die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren des Bionorica-Teilkonzern werden folgende Entwicklungen (unter Berücksichtigung der oben genannten Unwägbarkeiten und Hauptrisikofaktoren) für das Geschäftsjahr 2025 prognostiziert: - Umsatzerlös- und Marktanteilsentwicklung: Je nach Verlauf der eingangs genannten Hauptrisikofaktoren und der generellen Marktentwicklung des Erkältungsmarktes wird gegenüber dem Geschäftsjahr 2024 mit einem um mehr als 10% steigenden Umsatz gerechnet. Die Marktanteile der Force-Produkte (Sinupret, Canephron, Bronchipret, Imupret etc.) sollen in den relevanten Märkten nach Absatzanteilen zumindest gehalten bzw. weiter ausgebaut werden. - EBIT (Earnings before Interest and Taxes) als Messgröße für die Ertragsentwicklung: Das EBIT soll trotz der geplanten Investitionen in die Kapazitätserweiterung sowie Marketinginitiative eine Verbesserung von über 5% erfahren. - Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit als Indikator für die Liquiditätsentwicklung: Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wird leicht über dem Niveau des Geschäftsjahres 2024 erwartet trotz der geplanten Vertriebsoffensive. - Eigenkapitalquote als Maß für die Risikotragfähigkeit des Konzerns: Die Eigenkapitalquote soll dabei, wie in den Vorjahren, auf über 75% gehalten werden. 3.2 Risikobericht3.2.1 EinzelrisikenIm Folgenden werden wesentliche Risiken des Bionorica-Teilkonzerns aufgezeigt, welche die Risiken des JOPO-Konzerns charakterisieren. Die Gesellschaft stellt nachfolgend die Einzelrisiken nach der Bruttobetrachtung (d. h. vor den zur Risikobegrenzung ergriffenen Maßnahmen) dar. Gleichzeitig werden die ergriffenen Maßnahmen erläutert. Marktrisiken/Politische Risiken Für die Bionorica Gruppe und damit einhergehend für den JOPO-Konzern wurde als wichtigster Risikofaktor im Geschäftsjahr 2022 der weitere Verlauf der COVID-19-Pandemie und die von den einzelnen Regierungen in den Kernabsatzmärkten der Bionorica beschlossenen Lock-down-/Social-Distancing-Maßnahmen im Hinblick auf deren Intensität und zeitliche Dauer benannt. Zwei Jahre Erfahrung mit den Auswirkungen von Social-Distancing-Maßnahmen auf die Umsatz- und mithin Ertragslage der Bionorica haben gezeigt, dass entsprechende Anti-Covid-Maßnahmen zwar kurzfristig die betroffenen Erkältungsmärkte weltweit erheblich negativ beeinflussen können, nach Aufhebung der Maßnahmen aber ein deutlicher Reboundeffekt zu verzeichnen war. Ferner ist beabsichtigt, die Abhängigkeit vom Erkältungsmarkt durch den Launch neuer Produkte in anderen Indikationsgebieten zu reduzieren. Im Geschäftsjahr 2023 wurden zwei Neuprodukteinführungen in Deutschland in bisher nicht besetzten Indikationsgebieten durchgeführt. Flankiert wird dies durch eine M&A- sowie Einlizenzierungsstrategie. Im Mittelpunkt der Risikobetrachtung stehen eindeutig die Risiken, die sich auf unmittelbar oder mittelbar geopolitischer Seite durch den Ukraine-Russland-Konflikt ergeben. Auch wenn die Lieferung von Medikamenten weiterhin möglich ist und das Szenario eines vollständigen Verbots durch entsprechende Sanktionen einer Seite mit einem entsprechenden totalen Marktverlust für die Bionorica in den betroffenen Ländern Ukraine/Russland/Weißrussland nach augenblicklicher Situationseinschätzung nicht sehr hoch erscheint, sind jedoch mehrere weitere Risikokategorien zu benennen: - Kaufkraftverluste der Bevölkerung mit einer entsprechend geringeren Absatzmenge. Bionorica hat dies in ihre Absatzplanungen für das Geschäftsjahr 2023 und die Mittelfristplanung einfließen lassen. - Wechselkursrisiken durch Abwertungen der betroffenen Währungen. Auch dies wurde in den entsprechenden Planansätzen 2023 und für die folgenden Geschäftsjahre antizipiert. - Erhöhung der Debitorenrisiken: Aufgrund des Wegfalls der Warenkreditversicherung APG sowie des Factoring liegt das Zahlungsrisiko nunmehr vollständig bei der Bionorica SE. Eine vom Vorstand der Bionorica SE durchgeführte Risikotragfähigkeitsanalyse bezüglich möglicher Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zeigt, dass selbst ein Totalverlust der Debitorenpositionen bedingt durch die Einstellung der Zahlungen aufgrund der wirtschaftlichen Stärke der Bionorica SE sehr gut verkraftbar ist. - Logistische Herausforderungen. Hier wurden verschiedene Lieferoptionen aufgebaut. Gleiches gilt auch für den Zahlungsverkehr. - Gefahr der Begehung von Verstößen gegen das wechselseitige Sanktionsrecht. Die Bionorica SE prüft ERP-basierend mit Hilfe der Sanktionslisten Zerberus und Dow Jones auf etwaige Risiken in diesem Bereich und greift zusätzlich auf spezialisierte Berater zurück. Auch auf lokaler Ebene der Konfliktparteien werden die einschlägigen Sanktionsvorschriften systematisch gemonitort. Eine interdisziplinäre sowie international besetzte Taskforce wurde ferner etabliert. Sollten Risiken im Hinblick auf die Ertragslage sich materialisieren, wird die Bionorica, wie auch in der Vergangenheit wiederholt unter Beweis gestellt, mit entsprechenden Einsparungen reagieren. Entsprechende Pläne sind vorbereitet. Mittelfristig soll durch die weitere Erschließung neuer Absatzmärkte (vor allem Italien und Spanien) mittels der neu gewährten Zulassungen eine Risikodiversifizierung erreicht werden. Im Geschäftsjahr 2022 war ein stark steigendes Inflationsszenario in allen wichtigen Kernländern der Bionorica Gruppe zu verzeichnen, verstärkt durch den Ukraine-Russland Konflikt und einen im Gefolge starken Anstieg der Energiekosten. Dies erhöht das Kostenniveau und übt starken Druck auf die Lohnkostenentwicklung in vielen Ländern (Gefahr der Preis-/Lohnspiralen) aus, dem sich auch die Bionorica nicht entziehen kann. Basierend auf einem engen Monitoring wird die Bionorica auch, wie im laufenden Geschäftsjahr, auf diese Entwicklungsstränge kurzfristig und flexibel mit der Anpassung ihrer Kosten- und Investitionsstrukturen sowie ihrer Preisstrategie reagieren. Für die Geschäftsjahre 2023 sowie 2024 konnte eine Preisfixierung im Bereich der Energiekosten (Gas, Strom etc.) für Deutschland und Österreich und damit Kalkulationssicherheit erreicht werden. Der Tarifabschluss für die chemische Industrie in Deutschland ist dabei relativ moderat ausgefallen. Einem potenziellen Kaufkraftverlust der Patienten durch den hohen Inflationsdruck wird weltweit durch eine moderate Preiserhöhungsstrategie Rechnung getragen. Die Absicherung des Direktinvestments (Stammkapitaleinzahlung) gegen politische Risiken im Iran konnte im Jahr 2017 durch eine Beteiligungsgarantie realisiert werden. Wo erforderlich und wirtschaftlich angezeigt, wurde die Eigenkapitalbasis der Tochtergesellschaften durch Einzahlungen in das Eigenkapital (z.B. Türkei) gestärkt, deren Resilienz gegenüber Krisen verbessert und auch das Potenzial für weiteres Wachstum geschaffen. Risiken aus M&A-Aktivitäten und Markterschließungen Wie bereits dargestellt, beinhaltet die „Best-Phytopharma“-Strategie auch den Baustein des anorganischen Wachstums in genau spezifizierten Märkten und Produktkategorien. Diese Aktivitäten beinhalten immer ein besonderes Risiko. Für potenzielle Markterschließungen bzw. Produkteinlizensierungen sowie weitere M&A-Aktivitäten wird daher auf Spezialisten zurückgegriffen, die diese Aktivitäten einer sehr ausführlichen ex ante-Analyse unterziehen. Ergänzt werden diese durch detaillierte Businesspläne unter Einbezug einer Working Capital und Cashflow-Rechnung, die durch das entsprechende Bionorica-Team erstellt und final durch den Aufsichtsrat genehmigt werden. Auch wird gerade in den ersten Jahren der Markterschließung der besonderen Risikosituation durch ein engmaschiges Controlling und gesonderte Genehmigungsprozesse Rechnung getragen. Alle M&A-Aktivitäten stehen aber dabei unter dem Primat einer ergebnisorientierten Wachstumsstrategie sowie einer konservativen Liquiditätspolitik, um mögliche Akquisitionsrisiken zu mittigeren. Operative pharmaspezifische Risiken Für den wenig wahrscheinlichen Fall einer schwerwiegenden Nebenwirkungsmeldung bei der Einnahme eines Arzneimittels der Bionorica hält die Unternehmung eine eigene Abteilung vor, die im Ernstfall unter Hinzuziehung externer Sachverständiger geeignete Maßnahmen zur Sicherung der Zulassungen ergreift. Weiterhin bedient sie sich aktueller Gutachten von externen Sachverständigen, die die Risiken einer eventuellen schwerwiegenden Nebenwirkungsmeldung eines der vertriebenen Arzneimittel bewertet und in das Risikomanagement einbezieht. Analog den laufenden Entwicklungen im Bereich der Forschung in der Pharmaindustrie besteht auch bei der Bionorica SE ein Studien- und Zulassungsrisiko, welches allerdings als überschaubar eingeschätzt wird. Währungsrisiken Die Währungsrisiken sind grundsätzlich mit den Marktrisiken verknüpft. Die Ergebnissituation (sowohl Umsatz- und Kostenseite) der Bionorica SE ist aufgrund der internationalen Aufstellung durch Wechselkursentwicklungen beeinflusst. So wird in Fremdwährungen fakturiert und Kostenpositionen, vor allem in den Auslandsgesellschaften der Bionorica-Gruppe, fallen in Fremdwährungen an. Im Rahmen der Planung wurde von einer weiteren Abwertung der ergebnisrelevanten Währungen gegenüber dem EUR, im Einklang mit den Prognosen führender Banken, ausgegangen. Wo ökonomisch sinnvoll, werden Instrumente zur Absicherung des Kursrisikos eingesetzt (z.B. PLN). Falls notwendig und vom Markt her umsetzbar, erfolgt auch eine Adjustierung der Absatzpreise in Fremdwährung an einen etwaigen Margenverlust durch sich verändernde Wechselkurse. Compliance Risiken Der systematischen Einhaltung rechtlicher Vorgaben (Compliance) wird innerhalb der Bionorica durch den Betrieb von Compliance-Management-Systemen in verschiedenen Rechtsgebieten Rechnung getragen (z.B. zur Einhaltung industriespezifischer Vorgaben bei Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Medikamenten, zum Umgang mit Angehörigen der Fachkreise, zum Datenschutz oder zur Einhaltung handelsrechtlicher und steuerlicher Vorgaben). Die hierzu etablierten Prozesse umfassen neben Sensibilisierungs- und Kommunikationsmaßnahmen auch für alle relevanten Mitarbeiter verbindliche Vorgaben (z.B. Wertgrenzen, Freigabeprozesse, Dokumentationsanforderungen). Bei der formalen und inhaltlichen Ausgestaltung der Managementsysteme orientiert sich Bionorica an anerkannten allgemeinen bzw. branchenspezifischen Compliance-Kodizes und Good-Practice-Vorgaben. Wichtige Themen in 2022 waren hierbei u.a. die DSGVO-konforme Übermittlung personenbezogener Daten ins Nicht-EWR-Ausland sowie die Umstellung auf die neuen EU-Standardvertragsklauseln bei bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen, die Weiterentwicklung des bestehenden Hinweisgebersystems in Vorbereitung auf das in 2023 in Kraft tretende Hinweisgeberschutzgesetz und insbesondere die sich verschärfenden Vorgaben des europäischen und internationalen Sanktions- und Exportkontrollrechts. Ferner wurden in unterschiedlichen Geschäftsbereichen stichprobenhafte Revisionen als auch anlassbezogene Compliance-Prüfungen durchgeführt. IT-Cyber-Risiken Die Relevanz des Themas steigt durch den Einsatz neuer Technologien sowie die zunehmende Vernetzung, da hierdurch mehr Angriffsflächen für Cyber-Angriffe bereitstehen und neue Schutzmechanismen erforderlich sind. Durch die Komplexität und Abhängigkeiten der einzelnen Systeme, den immer kürzer werdenden Updatezyklen sowie der Zunahme der Professionalität der Angreifer besteht ein kontinuierliches Risiko. Bedingt durch die geopolitische Lage, Remote-Arbeit und geänderte Prozesse wird die Wahrscheinlichkeit für Hacker-Angriffe, Phishing E-Mails und die Ausnutzung von IT-Sicherheitslücken höher eingeschätzt als vor Beginn der COVID-19-Pandemie. Auch im Berichtsjahr baute die Bionorica SE das umfassende Sicherheitskonzept am Standort Neumarkt weiter aus. Hier gab es weitere organisatorische und technische Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit. Die wichtigsten Veränderungen sind dabei der Ausbau von weiteren Softwareprodukten zum Schutz und zur sofortigen Erkennung von (neuartiger) Schadsoftware bzw. Angreifern, der Ausbau und die Implementierung eines Information Security Management System (ISMS) sowie die Implementierung einer Sensibilisierungs-Plattform inkl. Wirksamkeitskontrolle. Bionorica verfolgt hierbei eine ganzheitliche IT-Sicherheitsstrategie, bestehend aus den drei Säulen Technik, Organisation und Security Awareness. Diese Sicherheitsstrategie wird stets den aktuellen Entwicklungen angepasst. Personalrisiken Bionorica setzt als forschendes Phytopharmaka-Unternehmen in besonderem Maße auf eine werte- und kompetenzbasierte Personalpolitik. In allen Bereichen machen die Mitarbeiter den Unterschied zum Wettbewerb - von der Entwicklung über die Supply Chain und die Servicebereiche bis zum Vertrieb. Die Veränderungen der Globalisierung, die Digitalisierung, der demografische Wandel und die Entkopplung von Wohn- und Arbeitsort durch mobiles Arbeiten, verstärkt die Herausforderungen auch für Bionorica im Hinblick auf den Arbeitsmarkt und für die Mitarbeiter im Unternehmen. Vor allem Flexibilität und hybrides Arbeiten prägen das Arbeitsleben immer stärker und der Fachkräftemangel erfordert zunehmend einen aufwendigeren und internationalen Recruitingaufwand sowie eine größere Individualisierung der Arbeitsbedingungen. Bionorica bedient aber als nachhaltig agierendes Unternehmen den Wunsch vieler Beschäftigten nach sinnstiftenden Arbeitsinhalten und einer entsprechenden Arbeitsumgebung adäquat. Auch wird die Attraktivität von Bionorica in Verbindung mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik in allen Bereichen und dem Tätigkeitsgebiet (pflanzliche Arzneimittel) gestärkt. Oberste Priorität hat die Lieferfähigkeit. Mitarbeiterbindung sorgt für Stabilität, Know-how-Aufbau und funktionierende Netzwerke. Bionorica forciert entsprechend ihre Aktivitäten zur Vermeidung von Fluktuation. Wesentliche Aspekte betreffen die Werteorientierung, die Kompetenzentwicklung und die Führungskräftequalifizierung aber auch attraktive Arbeitsbedingungen wie tarifliche Vergütung, vielfältige Sozialleistungen und gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein nach innen und außen gerichtetes Employer Branding unterstützt dabei und hilft bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung, denn zufriedene Mitarbeiter sind die besten Botschafter. Die Digitalisierung ist ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg und wirkt sich vielfältig auf die Belegschaft aus. Kommunikation findet zunehmend auf allen Ebenen (in Präsenz, hybrid, virtuell) statt, Prozesse werden automatisiert, IT-Software ändert sich permanent und IT-Sicherheit wird in hohem Maße durch das Verhalten der Mitarbeiter geprägt. Aber auch die Erwartung der Mitarbeiter an die digitale Arbeitswelt steigt hinsichtlich u.a. Datenverfügbarkeit, Anwenderfreundlichkeit der eingesetzten Systeme und Hardware oder papierlose Workflows. Bionorica begegnet diesen Herausforderungen mit Qualifizierung, Anwenderfreundlichkeit der eingesetzten Arbeitsmodelle, kundenorientiertem IT-Support sowie modernsten IT-Applikationen (z.B. Smart Data Plattform, Enterprise Content Management [ECM], Sharepoint Entwicklungen etc.). Beschaffungsrisiken Eventuellen Beschaffungsrisiken wird mit Hilfe eines risikobasierten Lieferantenmanagements begegnet. Hierbei wird eine Bewertung hinsichtlich eines möglichen Beschaffungsrisikos vorgenommen: - Die Materialien werden anhand ihrer Wiederbeschaffungsmöglichkeit bewertet. - Die Lieferanten werden hinsichtlich des zu liefernden Materials in eine Risikoklasse eingeteilt und entsprechend vor Beschaffung des Materials qualifiziert (z.B. durch Audits) und freigegeben. Dieses Lieferantenmanagement ist Bestandteil des pharmazeutischen Qualitätsmanagementsystems und beinhaltet auch eine regelmäßige Überprüfung der Bewertung. Grundsätzlich beschafft die Bionorica SE Materialien mit Hilfe einer Mehrlieferantenstrategie. Second/third Sources werden überwiegend bei den werthaltigen Bulkwaren und Hilfsstoffen, dem Einsatz von produktberührenden, primären Packmittel und bei Sekundärpackmittel, die arzneimittelrechtliche Informationen tragen, angewandt. Das Risiko eventueller Lieferprobleme hängt von der weiteren Marktentwicklung ab. Eine noch weitergehende Flexibilisierung der Lieferantenstrategie und mithin der Kapazitätssteuerung stehen die im Pharmasektor implementierten Rahmenbedingungen (GMP-Erfordernis, Lieferant muss qualifiziert und im Registrierungsdokument eingetragen sein) entgegen. Bei (temporärem) Ausfall eines wichtigen Lieferanten sind daher schnelle Möglichkeiten der Kompensation Grenzen gesetzt. Die Beschaffungssituation ist durch hohe Rohstoffpreise und Lieferengpässe geprägt. Oberstes Ziel von Bionorica ist, die Lieferfähigkeit für das Unternehmen zu sichern. Dies gelingt durch die bestehende Lieferantenstrategie (Mehrlieferantenstrategie und Fokussierung auf lokale Lieferanten „local sourcing“), das Lieferantenmanagement und die vorausschauende Vorratshaltung. Preissteigerungen konnten durch langfristige Lieferverträge mit Preisgleitklauseln teilweise abgewehrt werden. Dies führte zu Umschichtungen im Lieferantenportfolio, ohne dabei die Qualität der Einsatzmaterialien zu gefährden. Die Beschaffung von Arzneidrogen folgt den gleichen Prinzipien. Hier werden als besondere Risikofaktoren noch mögliche Ernteausfälle durch ungünstige klimatische Verhältnisse und Schädlinge berücksichtigt. Dem wird durch ein umfangreiches Anbaumanagement, unter Einsatz von wissenschaftlichen Erkenntnissen und modernen Technologien, entgegnet. Damit kann ein besseres Verständnis für den richtigen Erntezeitpunkt erzielt werden, wodurch sich Qualitätsmängel minimieren lassen. Der Schutz der Lieferkette wird auch durch den Status des AEO - Authorized Economic Operator gewährleistet, der eine schnelle und sichere Lieferung über Länder- und Zollgrenzen hinweg erlaubt. Die Lieferungen werden mit ausgewählten und qualifizierten Spediteuren vorgenommen. Die rechtlichen Vorgaben des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) wurden mit Hilfe auch externer Experten zeitgerecht umgesetzt. Produktionsrisiken/Kapazitätsrisiken Produktionsrisiken werden umfangreich gemanagt. Produkte und deren Herstellung unterliegen strengen Regularien, z.B. der Bundesrepublik Deutschland (AMG + AMWHV), der Europäischen Union (z.B. div. Regeln guter fachlicher Praxis wie beispielsweise GMP, GDP oder GVP) oder den zu beliefernden Ländern. Herstell- und Prüfprozesse der Arzneimittel sind umfassend dokumentiert und unterliegen einer strengen Kontrolle. Die modernen Produktionsanlagen sind geeignet, qualifiziert und überwacht. Ein unternehmensweites Qualitätsmanagementsystem sorgt für regelkonforme Prozesse, die die Arzneimittelsicherheit und damit die Patientensicherheit als Ziel haben. Dabei wird weiterhin kontinuierlich an der Digitalisierung von Qualitätsmanagementprozessen gearbeitet. So wurde die Digitalisierung weitere Prozesse beispielsweise mit Hilfe spezialisierter Software vorangetrieben. Das etablierte Qualitätsrisikomanagement-System dient dazu, sowohl bekannte Risiken im Unternehmen und dessen Umfeld auszutarieren als auch, um präventiv noch unbekannte Qualitätsrisiken zu identifizieren, aufzudecken, zu verstehen und zu bewerten. Die wesentlichen Produktions- und Verfahrensrisiken werden somit minimiert. Die einschlägigen Vorschriften zur Betreibung der pharmazeutischen Produktion inklusive der Immission und der Behandlung der Abfallstoffe werden eingehalten. Dies wird in regelmäßigen internen Audits, Kundenaudits und Behördeninspektionen überprüft und bestätigt. Zur Absicherung der Lohnherstellung wurden langfristige Lieferrahmenverträge bzgl. der Versorgung mit Bulkware/Fertigware geschlossen. Das vorhandene Risiko (z.B. bei auftretenden technischen Problemen bei Lieferanten) kann damit aber nicht vollumfänglich mitigiert werden. Sonstige Risiken Die Bionorica ist ferner als forschendes Pharmaunternehmen dem geschäftstypischen Risikokanon (z.B. Rechtsstreitigkeiten, Betriebsprüfungsfeststellungen etc.) ausgesetzt. Den Risiken wird im Bedarfsfall durch die Dotierung von entsprechenden Rückstellungen Rechnung getragen. Es besteht in solchen Fällen ein latentes, immanentes Risiko, dass die tatsächliche Inanspruchnahme von der dafür gebildeten Rückstellung abweicht. 3.2.2 Gesamtrisiko-PositionIm Folgenden wird die Gesamtrisiko-Position des Bionorica-Teilkonzern aufgezeigt, welche gleichzeitig die Gesamtrisiko-Position des JOPO-Konzerns charakterisiert. Die Gesamtrisikoposition der Bionorica Unternehmensgruppe und damit des JOPO-Konzerns ist unzweifelhaft aufgrund der geopolitischen Umfeldbedingungen negativ beeinflusst (siehe Ausführungen oben). Zu nennen sind her stellvertretend der Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie der wiederaufschwellende Nahost-Konflikt. Durchgeführte Szenarioanalysen zeigen aber auch, dass selbst im absoluten Worst-case-Szenario eine Anpassung der Kostenstrukturen an die neuen Gegebenheiten zur weiteren Erzielung positiver Cashflows möglich ist. Gegenüber den 2020 und 2021 hat sich gegenläufig aber auch die Risikoeinschätzung bezüglich möglicher Auswirkungen von Maßnahmen im Rahmen der Covid-Pandemiebekämpfung auf die Ertragslage der Bionorica SE positiv entwickelt. Das Geschäftsjahr mit den durch die Corona-Pandemie einhergehenden Herausforderungen sowie die vier nachfolgenden und das aktuelle Geschäftsjahr, welche durch die geopolitischen Risiken geprägt sind und waren, haben nachgewiesen, dass die Bionorica SE und damit auch der JOPO-Konzern sich an geänderte Umfeldbedingungen sehr schnell adaptieren kann und dafür ein gut gefüllter und erprobter Werkzeugkasten zur Verfügung steht. Ferner konnte die Liquiditätsbasis trotz zwangsweise rückläufiger Factoringquoten wegen des Nichtankaufs diverser Forderungspakete weiter gestärkt werden. Zusammen mit der traditionell sehr hohen Eigenkapitalausstattung und der guten Ertragslage im Geschäftsjahr 2022 und den Folgejahren, ist die Bionorica SE sehr gut aufgestellt, möglichen Herausforderungen aufgrund geopolitischer Geschehnisse entgegenzutreten. Auf Grund der sehr guten Geschäftsentwicklung in den Jahren 2022 bis 2024 ist die Resilienz des Bionorica-Konzerns und damit auch des JOPO-Konzerns gegenüber möglichen Risikoszenarien mithin weiter sehr hoch. Zusätzlich wird auf strategischer Ebene, wie bereits ausgeführt, an einer Risikodiversifikation im Hinblick auf Markt- und Produktrisiken intensiv gearbeitet. Großinvestitionen, wie die fortgesetzte Erweiterung der Kapazitäten am Standort Neumarkt im Bereich der Produktion zur Erreichung der mittelfristigen Absatzziele, der Abschluss des Verwaltungsneubaus, Investitionen im Bereich Erhöhung des GMP-Niveaus, Investitionen in den Bereich der Digitalisierung und der IT sowie neue Markterschließungen werden auch zukünftig kontinuierlich durch ein antizipatives Risikomanagement und intensives Controlling begleitet. Politische und wirtschaftliche Risiken in den Geschäftsbeziehungen mit der Türkei, Ägypten sowie dem Iran, sind für die Ertragslage der Bionorica SE von untergeordneter Bedeutung, werden jedoch einer beständigen umfassenden Kontrolle unterworfen. Insgesamt wird das politische Umfeld mit seinen Implikationen auf die makroökonomischen Daten (z.B. Kaufkraft, Inflationsniveau, Wechselkurse etc.) und möglichen Sanktionsszenarien in den wichtigsten Ländern, in denen Bionorica wirtschaftliche Tätigkeiten entfaltet, auch zukünftig einen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung der Ertragslage aufweisen. Zur implementierten Risikopolitik gehört, dass Risiken laufend erfasst, hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer Auswirkungen bewertet und für die wichtigsten Risikokategorien entsprechende Gegenmaßnahmen im Rahmen eines Krisenstabhandbuchs sowie der Risikoinventarisierung formuliert werden. Der Vorstand adjustiert, im Rahmen der rollierenden Planung in kurzen Zeitabständen seine Ausgaben-, Investitions- sowie Preisstrategie an die sich ändernden, nicht komplett prognostizierbaren Gegebenheiten. 4. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von FinanzinstrumentenBei einem Guthabenbestand von EUR 213,0 Mio. und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten i.H.v. EUR 22,6 Mio. per 31. Dezember 2022 liegt, bezogen auf den JOPO-Konzern, ein positiver Nettofinanzsaldo vor. Die Unternehmensgruppe ist, saldiert betrachtet, frei von Bankverbindlichkeiten, was ein etwaiges Risikoexposure mithin minimiert. Der Nettofinanzsaldo stellt sich auch in den Folgeperioden weiterhin deutlich positiv dar. Dies unterstreicht die anhaltend solide Finanzlage des Unternehmens. Ein Handlungsbedarf bezüglich des Zinsrisikos aus dem kurzfristigen Finanzierungsbedarf besteht aufgrund der nur geringen Volumina im Bereich des Factorings nicht. Die bilanzierten langfristigen Darlehen sind mit fixierten Zinssätzen bis zum Tilgungsende ausgestattet. Auf der Grundlage einer von der Bionorica eingeführten Anlagerichtlinie, welche regelmäßig auf Aktualität und Bedürfnisse überprüft wird, werden die Anlageziele und -grundsätze, wie auch die Verwendung verschiedener Finanzinstrumente geregelt. Unter anderem verbietet die Regelung Anlagen in risikoreichen Assetklassen und es dürfen nur bestimmte Volumina ausländischer Währungen gehalten werden. Die bestehende Stabsstelle Finance & Controlling hat die Aufgabe, sämtliche finanzrelevanten Einflüsse, wie z.B. Zins- und Wechselkursveränderungen, zu beobachten und gemeinsam mit der Geschäftsleitung entsprechende Sicherungsmaßnahmen zu treffen. Hierfür wurde eine unternehmensinterne Treasury-Richtlinie verfasst und implementiert, die die Aufgaben und die Maßnahmen des Treasury-Managements genau definiert. Die weltweite Überwachung der Finanz- und Währungspositionen erfolgt durch ein eigenentwickeltes Treasury-Programm. Durch den umfangreichen Bestand von Beteiligungen und Wertpapieren des Anlagevermögens, die vom Mutterunternehmen JOPO GmbH im Berichtszeitraum gehalten wurden, ergeben sich zudem Risiken rückläufiger Markt- und Börsenkurse, welche zu zukünftigen Wertkorrekturen oder geringeren Verkaufserlösen führen könnten. Die im Jahr 2023 vorgenommenen Entkonsolidierungen haben zu einer signifikanten Verringerung dieser Risiken geführt.
Schwaig b. Nürnberg, 19. September 2025 JOPO GmbH Die Geschäftsführung Prof. Dr. rer. nat. Michael A. Popp Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva scroll
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022scroll
Konzernanhang 20221. Allgemeine Hinweise Die JOPO GmbH stellt als Mutterunternehmen einen Konzernabschluss sowie einen Konzernlagebericht gemäß §§ 290 ff. HGB auf. Sie hat ihren Sitz in Schwaig und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Nürnberg (HRB 23495) eingetragen. Der Konzernabschluss wurde nach den Vorschriften zur Rechnungslegung des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB beibehalten. Die Konzern-Kapitalflussrechnung wurde entsprechend den Regelungen des DRS 21 und der Konzern-Eigenkapitalspiegel in Anwendung des DRS 22 erstellt. Soweit Wahlrechte für Angaben in der Konzernbilanz bzw. der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung oder im Konzernanhang ausgeübt werden können, ist der Vermerk in der Konzernbilanz bzw. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gewählt. Die im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Vorjahres. In Anbetracht der Dominanz des Kerngeschäfts sowie der nur das Kerngeschäft unterstützenden Geschäftstätigkeit der Konzerngesellschaften ist auf eine Segmentberichterstattung verzichtet worden. 2. Konzernabschlussstichtag Der Konzernabschluss wurde auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens, der JOPO GmbH aufgestellt. Die einbezogenen Unternehmen haben keinen vom Mutterunternehmen abweichenden Stichtag. 3. Konsolidierungskreis Der Konzernabschluss umfasst die JOPO GmbH sowie neun inländische und 26 ausländische Tochterunternehmen. Folgende Tochtergesellschaften wurden vollkonsolidiert: scroll
Im Berichtsjahr wurden die folgenden drei neu gegründeten Gesellschaften erstkonsolidiert: scroll
Im Berichtsjahr wurde das nicht mehr operativ tätige Tochterunternehmen Bionorica Beijing Limited (100,00%) entkonsolidiert. Auf eine Einbeziehung in den Konzernabschluss wird nach § 296 Abs. 2 HGB verzichtet, da am Ende der Liquidation keine wesentliche Auskehrung erwartet wird. Die Gesellschaften JOPO Holdings Ltd., BNO Holding Verwaltungs-GmbH sowie CC Weiden GbR, an welchen die Konzernmutter jeweils zu 100 % bzw. 93,98 % (CC Weiden GbR) beteiligt ist, erfüllen jeweils die Voraussetzungen eines Tochterunternehmens gem. § 290 (1) S. 1 HGB, werden jedoch aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens,- Finanz- und Ertragslage des JOPO-Konzerns gem. § 296 (2) S. 1 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen. scroll
Angaben zu den assoziierten Unternehmen Die Gesellschaften INNVEST 136 GmbH, Franconia Eclipse Charter GmbH, Quartier08 Management GmbH sowie T-Estate Holding GmbH & Co. KG, an welchen die Konzernmutter mit jeweils 50 % bzw. 31,75 % (T-Estate Holding GmbH & Co. KG) beteiligt ist, erfüllen jeweils die Voraussetzungen eines assoziierten Unternehmens gem. § 311 (1) HGB, werden jedoch aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens,- Finanz- und Ertragslage des JOPO-Konzerns gem. § 311 (2) HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen. scroll
4. Konsolidierungsgrundsätze Die Kapitalkonsolidierung für die Gesellschaften, die ab 2010 erstmals konsolidiert werden, erfolgt gemäß § 301 HGB nach der Neubewertungsmethode zum Zeitpunkt, in dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Dabei wird der Wertansatz, der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen. Aktive Unterschiedsbeträge werden entsprechend der erwarteten Nutzungsdauer abgeschrieben. Erstkonsolidierungen vor dem 1. Januar 2010 erfolgten nach der Buchwertmethode zum Erwerbszeitpunkt oder zum Zeitpunkt der erstmaligen Konsolidierung. Ein sich ergebender Unterschiedsbetrag aus der Erstkonsolidierung wurde erfolgsneutral mit den Rücklagen des Konzerns verrechnet. Soweit in den zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Vorräten Zwischenergebnisse aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr enthalten sind, werden diese erfolgswirksam eliminiert. Im Berichtsjahr betrug die Ergebnisauswirkung daraus vor Berücksichtigung von latenten Steuern TEUR 143 (Vj. TEUR 293). Soweit bei konzerninternen Verkäufen von Sachanlagegegenständen Buchgewinne oder Buchverluste entstanden sind, werden diese ebenfalls eliminiert. Im Berichtsjahr waren keine konzerninternen Transaktionen zu berücksichtigen. Die Schuldenkonsolidierung wird gemäß § 303 HGB vorgenommen. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind die Aufwendungen und Erträge nach Verrechnung von konzerninternen Vorgängen gemäß § 305 HGB ausgewiesen. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden Steuerabgrenzungen gemäß § 306 HGB insoweit vorgenommen, als dass sich der abweichende Steueraufwand in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich ausgleicht. Latente Steuern auf Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung wurden gemäß § 306 Satz 3 HGB nicht gebildet. 5. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss der JOPO GmbH einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Entwicklungskosten selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Geschäfts- oder Firmenwerte einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung von Anteilen werden über einen Zeitraum von fünf oder zehn Jahren abgeschrieben. Bei den planmäßigen Abschreibungen werden überwiegend folgende branchenübliche und handelsrechtlich zulässige Nutzungsdauern berücksichtigt: scroll
Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Falls erforderlich werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Für bewegliches Sachanlagevermögen, das bis zum 31. Dezember 2008 zugegangen ist, wird die degressive Abschreibungsmethode angewandt. Zur linearen Methode wird in dem Jahr, in dem die lineare Methode erstmals zu höheren Jahresabschreibungsbeträgen führt, übergegangen. Die übrigen Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Gebäude werden planmäßig linear abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Bei den planmäßigen Abschreibungen werden überwiegend folgende branchenübliche und handelsrechtlich zulässige Nutzungsdauern berücksichtigt: scroll
Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Der Ansatz von Beteiligungen erfolgt mit dem historischen Kurs zum Zugangszeitpunkt. Die Werthaltigkeit wird laufend durch die Geschäftsführung überwacht. Die Anteile und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen betreffen solche, welche aufgrund der Ausübung von Wahlrechen nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten bewertet. Abwertungen auf Grund von Gängigkeit und Haltbarkeit sowie artikelspezifische Abwertungen wurden in angemessenem Umfang vorgenommen. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. In den Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse/Leistungen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, sind neben den direkt zurechenbaren Kosten anteilige Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen eingerechnet. Fremdkapitalzinsen sind nicht berücksichtigt. Handelswaren sind zu den durchschnittlichen Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet. Als Vergleichswert für die retrograde Bewertung wurden die durchschnittlichen Verkaufspreise um noch anfallende Kosten vermindert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter. Geleistete Anzahlungen werden zum Nennwert angesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko wird durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Die sonstigen Wertpapiere des Umlaufvermögens wurden zu Anschaffungskosten oder gegebenenfalls nach § 253 Abs. 4 HGB zu den niedrigeren Werten, die sich aus den Börsen- oder Marktpreisen am Stichtag ergeben, angesetzt. Die Bewertung des Kassenbestands und der Guthaben bei Kreditinstituten erfolgt zum Nennwert. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rückstellungen und ihren steuerlichen Wertansätzen sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen, welche sich innerhalb der nächsten fünf Jahre auswirken, werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Dabei werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 307 HGB beruhen, berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus einem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines negativen Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen. Analog zu den Vorjahren werden Steuerlatenzen im Konzern nur insoweit berücksichtigt, als diese unter Anwendung von § 274a Nr. 4 auch in den jeweiligen Einzelabschlüssen darzustellen sind. Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ergibt sich, soweit der beizulegende Zeitwert der Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen, die dazugehörigen Schulden übersteigt. Die Eigenkapitalposten sind zum Nennbetrag angesetzt. Die Rückstellungen für Pensionen erfolgen nach den Grundsätzen des am 29. Mai 2009 in Kraft getretenen Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG). Die Bewertung der Versorgungsverpflichtungen erfolgt nach der „projected-unit-credit-method“, dem nach internationaler Rechnungslegung angewandten Anwartschaftsbarwertverfahren. Den Berechnungen werden die Richttafeln 2018 G von Herrn Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Die ausschließlich der Erfüllung der Altersvorsorgeverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert (Marktwert, Kurswert am Stichtag) mit den Rückstellungen verrechnet. Bei den Vermögenswerten handelt es sich ausschließlich um Wertpapiere und Beteiligungen an Gesellschaften. Die Steuerrückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken auf anfallende Steuerzahlungen und sind in Höhe des voraussichtlichen Anfalls dotiert. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Die Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Als passive Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen davon-Vermerke zur Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte als auch nicht realisierte Währungskursdifferenzen. Die Aktiv- und Passivposten der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse wurden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, das zum jeweiligen historischen Kurs umgerechnet wurde, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die sich ergebende Umrechnungsdifferenz ist innerhalb des Konzerneigenkapitals unter dem Posten „Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung“ ausgewiesen. Soweit Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet werden, kommen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Anwendung: Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. In den Fällen, in denen sowohl die „Einfrierungsmethode", bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, als auch die „Durchbuchungsmethode", wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko sowohl des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments bilanziert werden, angewandt werden können, wird die Einfrierungsmethode angewandt. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Verluste aus den jeweiligen Sicherungsbeziehungen als Ganzes werden unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips i.S.d. § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB erfolgswirksam erfasst. 6. Erläuterungen zur Konzernbilanz Anlagevermögen Zum Bilanzstichtag betragen die Geschäfts- oder Firmenwerte TEUR 348 (Vj. TEUR 604). Für den Firmenwert des im Jahr 2017 gegründeten Unternehmens Bionorica Pars Darman Nikan kann die voraussichtliche Nutzungsdauer nicht verlässlich bestimmt werden. Die Abschreibung erfolgt daher über 10 Jahre (§ 253 Abs. 3 Satz 3 und 4 HGB). Für den Firmenwert des Unternehmens Bionorica Pharmaceuticals OOO findet § 253 Abs. 3 HGB Anwendung. Die Abschreibung beträgt mithin 10 Jahre. Die Abschreibungbeginnt mit Aufnahme der operativen Tätigkeit der Gesellschaft. Für den Firmenwert, den das Tochterunternehmen Bionorica Salik A.S. im Vorjahr aktiviert hat, wird eine Nutzungsdauer von fünf Jahren zugrunde gelegt. Die Festlegung der Nutzungsdauer basiert auf den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen die Gesellschaft tätig ist. Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel dargestellt. Angaben zu Finanzanlagen nach § 314 Abs. 1 Nr. 10 HGB Zu den Finanzanlagen gehörende Finanzinstrumente, welche mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 28.979 unter den Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesen werden, wurden zum Bilanzstichtag über ihren niedrigeren beizulegenden Wert in Höhe von TEUR 27.057 ausgewiesen, da davon ausgegangen wurde, dass die Wertminderungen jeweils nicht dauerhaft sind. Entsprechend wurde jeweils auf eine außerplanmäßige Abschreibung gem. § 253 (3) S. 6 HGB verzichtet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gliedern sich wie folgt: scroll
Im Geschäftsjahr 2016 wurden zur Sicherung des künftigen Liquiditätsbedarfes neue Finanzfactoring-Verträge (echtes und unechtes Factoring) abgeschlossen. Mit der Vertragsänderung im April 2021 wurde festgelegt, dass der Factoringvertrag auf unbestimmte Zeit läuft und erstmals zum 31. Dezember 2026 gekündigt werden kann. Die Factoring-Verträge sichern das geplante Wachstum der Bionorica SE. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen in Höhe von rd. TEUR 24.405 (Vj. TEUR 65.820) an ein Factoring-Institut verkauft, wovon 93,1 % noch nicht fällig waren. Es entstehen Kosten, die auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage jedoch keinen wesentlichen Einfluss haben. Die Restlaufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen (ebenso wie im Vorjahr) weniger als ein Jahr. Von den Forderungen gegen Gesellschafter besitzen TEUR 313 (Vj. TEUR 671) eine Restlaufzeit von über einem Jahr. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Einzelwertberichtungen sowie eine Pauschalwertberichtigung inkl. pauschalierter Einzelwertberichtigung der Forderungen entsprechend dem zugrunde liegenden jeweiligen Länderrisiko vorgenommen. Die Pauschalwertberichtigung beläuft sich auf rd. TEUR 6.332 (Vj. TEUR 453). Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Steuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 6.936 (Vj. TEUR 6.144). Darin sind Steuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 138 enthalten, die erst nach dem Abschluss rechtlich entstehen. Weiterhin sind in diesem Posten sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 17.183 (Vj. TEUR 17.829) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr (darin enthalten: Schatzbriefe im Wert von TEUR 9.898) enthalten. Wertpapiere Das Wertpapierdepot in Höhe von TEUR 33 (Vj. TEUR 1.552) dient der kurzfristigen Liquiditätsreserve sowie der Vermeidung von Negativzinsen. Aktive latente Steuern Die aktive latente Steuer ergibt sich aus Buchungsunterschieden in Handels- und Steuerbilanz (temporäre und quasi-permanente Differenzen) in den folgenden Bilanzposten: scroll
1) Währungsbewertung 2) Abweichung in Abschreibungsmethode 3) Bewertungsunterschiede 4) Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in der Handelsbilanz Des Weiteren werden in Höhe von TEUR 794 (Vj. TEUR 830) aktive latente Steueransprüche aus Konsolidierungsvorgängen insbesondere aus Zwischengewinneliminierungen ausgewiesen, die sich in Folgejahren voraussichtlich wieder ausgleichen. Entwicklung der latenten Steuern Die latenten Steuern haben sich wie folgt entwickelt: scroll
Die Berechnung der latenten Steuern erfolgte für inländische Steuern zu einem Steuersatz von 26,85%. Der ausgewiesene latente Steuerertrag beträgt TEUR 4.325 und beinhaltet Effekte aus Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 49. Für ausländische Steuern kamen folgende Steuersätze zur Anwendung: scroll
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung scroll
Die Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände betragen TEUR 5.127 (Vj. TEUR 4.770). Der handelsrechtlichen Bewertung der Pensionsrückstellung wurden folgende Parameter zugrunde gelegt: scroll
Der Rechnungszinssatz entspricht dem Pauschalwert für Dezember 2022 bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren gemäß der Verordnung über die Ermittlung und Bekanntgabe der Sätze der Abzinsung von Rückstellungen (Rückstellungsabzinsungsverordnung) vom 18. November 2009. Die Rückstellungen für Pensionen werden gem. § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB und den anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik unter Anwendung der projected unit credit Methode mit einem Durchschnittszinssatz von zehn Jahren abgezinst. Der Zinsaufwand aus den Pensionsverpflichtungen und die Zinserträge aus dem Deckungsvermögen werden nicht ergebniswirksam verrechnet. Erfolge aus der Veränderung des Abzinsungssatzes sind, analog den Vorjahren, im operativen Ergebnis ausgewiesen. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 250 (Vj. TEUR 399) und unterliegt einer Ausschüttungssperre. Eigenkapital Die Entwicklung des Eigenkapitals stellt sich wie folgt dar: scroll
Gewinnrücklagen Die Rücklage wird zum 31. Dezember 2022 in Höhe von TEUR 19.180 ausgewiesen. Konzernbilanzgewinn Im Konzernbilanzgewinn von TEUR 458.450 ist ein Gewinnvortrag, nach Verrechnung mit Ausschüttungen in 2022 i.H.v. TEUR 5.706, von TEUR 393.326 enthalten. Rückstellungen scroll
Sonstige Rückstellungen scroll
Wie im Vorjahr umfassen die Rückstellungen für den Personalbereich im Wesentlichen Aufwendungen für Mitarbeiterprämien, Tantieme Vorstand, rückständigen Urlaub, Überstunden und Jubiläumsleistungen. Die im Wesentlichen aus der Bionoirca SE stammenden Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen werden mit TEUR 1.501 (Vj. TEUR 1.513) angesetzt. Der verwendete Abzinsungssatz gemäß § 253 Abs. 2 HGB betrug 1,44%. Dieser Zinssatz wurde auf Basis des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren und unter Berücksichtigung der zugrunde gelegten Restlaufzeit ermittelt. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen im Wesentlichen eine Rückstellung für drohende Verluste in Höhe von TEUR 964 (Vj. TEUR 293), die ebenso gemäß § 253 Abs. 2 HGB abgezinst wurde. Die Abzinsung erfolgte gemäß der Verordnung über die Ermittlung und Bekanntgabe der Sätze zur Abzinsung von Rückstellungen (Rückstellungsabzinsungsverordnung) vom 18. November 2009 mit einem Rechnungszinssatz von 0,43% p.a. (Vj. 0,30% p.a.) für ein Jahr und einen Monat. Das Mietverhältnis des Objektes wurde mit Ablauf zum 31. März 2024 gekündigt. Erfolge aus der Veränderung des Abzinsungssatzes sind, analog der Vorjahre, im operativen Ergebnis ausgewiesen. Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt auf: scroll
Die Verbindlichkeiten sind in Höhe von TEUR 3.700 wie folgt besichert: Mit Pfandbestellungsurkunde vom 28. April 2020 wurde ob den Liegenschaften EZ 815 in 81136 Witten eine Höchstbetragshypothek in Höhe von TEUR 4.500 eingetragen. Eine weitere Verpfändungsurkunde desselben Grundstücks mit bis zu TEUR 1.700 wurde bei der Bank hinterlegt, aber nicht ins Grundbuch eingetragen. 7. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Von den Umsatzerlösen entfallen auf: scroll
Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 3.238 (Vj. TEUR 2.984) enthalten. Es handelt sich hierbei unter anderem um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.259 (Vj. TEUR 898). Die Auflösung der Rückstellungen resultiert im Wesentlichen aus nicht benötigten Rückstellungen für Prämien und ausstehende Rechnungen. Weiterhin sind in diesem Posten Erträge aus in den Vorjahren gebildeten Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 1.368 (Vj. TEUR 1.448) berücksichtigt. Zusätzlich enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge außergewöhnliche Erträge aus dem Verkauf von Wertpapieren des Anlagevermögens i.H.v. TEUR 5.352 sowie aus dem Verkauf einer Betriebsstätte i.H.v. TEUR 2.749. Die realisierten Kursgewinne betragen im Geschäftsjahr 2022 TEUR 15.382 (Vj. TEUR 8.096). Unrealisierte Kursgewinne aus Bewertungen zum Bilanzstichtag betragen TEUR 1.047 (Vj. TEUR 1.146). Personalaufwand scroll
Die Löhne und Gehälter weisen im Geschäftsjahr TEUR 1 (Vj. TEUR 1.659) für Kurzarbeitergeld aus. Für den Zeitraum der Kurzarbeit betrugen die sozialen Abgaben im Vorjahr TEUR 873. Im Posten „Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung“ sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 538 (Vj. TEUR 727) enthalten. Abschreibungen Die Abschreibungen enthalten im Berichtsjahr außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 2.303 auf Sachanlagevermögen einer Tochtergesellschaft. Im Vorjahr enthielten die Abschreibungen im Wesentlichen außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 30.807 auf Sachanlagevermögen einer Tochtergesellschaft sowie in Höhe von TEUR 11.334 auf immaterielle Vermögensgegenstände aus dem aktivierten Kauf des Kosmetikgeschäfts aufgrund veränderter Rahmenbedingungen. Weiterhin wurden TEUR 1.400 auf aktivierte, fremdbezogene Software-Customizing-Leistungen abgeschrieben. Ferner wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von TEUR 600 auf aktivierte Rechte auf der Grundlage eines Werthaltigkeitstests vorgenommen. In Höhe von TEUR 590 wurden zudem Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagenvermögens aufgrund von voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen vorgenommen. Die außerplanmäßigen Abschreibungen betrugen im Vorjahr somit TEUR 44.141. Sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen von TEUR 478 (Vj. TEUR 713) enthalten, die im Wesentlichen aus nachträglichen Belastungen von Kosten und Beiträgen für Vorjahre stammen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten realisierte Kursverluste in Höhe von TEUR 14.208 (Vj. 1.496) sowie unrealisierte Kursverluste in Höhe von TEUR 13.924 (Vj. 1.972). Zusätzlich enthalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen außergewöhnliche Aufwendungen aus dem Verkauf von Wertpapieren des Anlagevermögens i.H.v. TEUR 2.194 sowie aus dem Verkauf einer Betriebsstätte i.H.v. TEUR 1.270. Das Geschäftsjahr 2022 ist mit Aufwendungen von TEUR 755, die aufgrund der Beendigung des bisher geführten Geschäftsmodells mit einem chinesischen Großhändler sowie einem Distributor zu berücksichtigen waren, belastet. Zinszahlungen Der Gesamtbetrag der Zinszahlungen im Geschäftsjahr 2022 betrug TEUR 794 (Vj. TEUR 1.329). Die Zinsaufwendungen beinhalten Aufwendungen aus der Aufzinsung in Höhe von TEUR 119 (Vj. TEUR 128). Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens Es handelt sich ausschließlich um außerplanmäßige Abschreibungen von Finanzanlagen auf den dauerhaft niedrigeren beizulegenden Wert. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Der ertragsteuerliche Mittelabfluss des Geschäftsjahres 2022 betrug TEUR 21.825 (Vj. TEUR 10.472). 8. Angaben zur Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds entspricht den liquiden Mitteln (Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten) laut Konzernbilanz. 9. Angaben zum Eigenkapitalspiegel Vom erwirtschafteten Konzerneigenkapital stehen zum 31. Dezember 2022 TEUR 471.635 (Vj. TEUR 415.917) zur Ausschüttung an die Gesellschafter zur Verfügung, TEUR 5.995 (Vj. TEUR 2.245) unterliegen einer gesetzlichen Ausschüttungssperre. 10. Sonstige Angaben Außerbilanzielle Geschäfte Im Geschäftsjahr 2016, sowie im Jahr 2021 durch eine Änderungsvereinbarung, wurden zur Sicherung des künftigen Liquiditätsbedarfes neue Finanzfactoring-Verträge (echtes und unechtes Factoring) abgeschlossen. Die Factoring-Verträge sichern das geplante Wachstum der Bionorica SE. Es entstehen Kosten, die auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage jedoch keinen wesentlichen Einfluss haben. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Verpflichtungen aus mehrjährigen Verträgen, bis längstens 2027, für Leasing-, Beratungs- und Mietverbindlichkeiten, aus begonnen Investitionen sowie dem Bestellobligo betragen zum Stichtag TEUR 61.802 (Vj. TEUR 48.678). Devisentermingeschäfte Die Konzerngesellschaft Bionorica SE führt zur Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten zukünftigen Fremdwährungsauszahlungen (Kostenerstattung für ausländische Tochtergesellschaft) Devisenkurssicherungen mit PLN durch. Das Sicherungsinstrument wird gemeinsam mit den mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Zahlungsausgängen als eine Bewertungseinheit gem. § 254 HGB behandelt. Die Sicherung erfolgt dabei entsprechend den Vorgaben des Aufsichtsrates zur Vermeidung zukünftiger Devisenkursschwankungen, deckt einen geringen Teil der mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten monatlichen Zahlungsausgänge ab und wurde in Form eines Micro-Hedgings vorgenommen. Die Designation der Devisentermingeschäfte erfolgte im Zeitpunkt des Abschlusses des jeweiligen Geschäftes. Am Bilanzstichtag beliefen sich die zur Absicherung geschlossenen Devisentermingeschäfte auf 8,4 Mio. PLN für das Geschäftsjahr 2022. Die Zeitwerte (Marktwerte) der Derivate per 31. Dezember 2022 betrugen gemäß der „Mark-to-Market“ Bewertung, berechnet auf Basis des Referenzkurses vom 31. Dezember 2022, für Devisentermingeschäfte mit PLN TEUR 76. Analog weisen die im Rahmen der Bewertungseinheit gesicherten, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten zukünftigen Zahlungsausgänge einen entsprechenden negativen Marktwert aus. Die beiden Positionen gleichen sich demnach zu einer neutral bewerteten Position aus. Die prospektive Effektivität wird durch einen Abgleich des Volumens der mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten monatlichen Zahlungsausgänge mit dem Volumen der monatlichen Sicherungsgeschäfte überprüft. Die Bewertungseinheit wird nach der Einfrierungsmethode bilanziert, sodass weder der negative Marktwert der Derivate noch der positive Marktwert des Grundgeschäfts bilanziert wurde. Der Buchwert der in die Bewertungseinheit einbezogenen Positionen beträgt zum Stichtag EUR 0. Personalstand Anzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter: scroll
Nach Tätigkeitsbereichen gliedert sich die Mitarbeiterzahl wie folgt auf: scroll
Angaben zu den nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommenen Geschäften mit nahe stehenden Unternehmen und Personen nach § 314 Abs. 1 Nr. 13 HGB 1) Forderungsankauf von Herrn Prof. Dr. Michael A. Popp durch JOPO GmbH Zum 9. April 2010 wurde ein Betrag von TEUR 2.400 an Forderungen gegen das zu 100 % im Anteilsbesitz von Herrn Prof. Dr. Michael A. Popp und damit der JOPO GmbH nahestehende Unternehmen Vinorica SL, Mallorca, Spanien, („Vinorica“) von der JOPO GmbH zum Nennwert angekauft. Diese Forderungen sind durch die vereinbarte Verzinsung bisher weiter angestiegen. Zum 31. Dezember 2012 wurde eine Abschreibung in Höhe von TEUR 260 auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert vorgenommen. Der Buchwert ohne Zinsen zum Bilanzstichtag beläuft sich auf TEUR 3.439 (Vj. TEUR 3.361) und wird unter den sonstigen Ausleihungen ausgewiesen. 2) Finanzierung der Vinorica SL, Mallorca, Spanien, durch JOPO GmbH Ab dem 13. April 2010 wurden durch die JOPO GmbH Darlehen an die Vinorica ausgereicht, dieses wurde in den Folgejahren mehrmals erhöht; im Geschäftsjahr 2019 erfolgte eine Zuführung in Höhe von TEUR 1.457 und im Jahr 2020 eine weitere Erhöhung um TEUR 733. Zum 31. Dezember 2012 wurde eine Abschreibung in Höhe von TEUR 165 auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert vorgenommen. Der Buchwert der Darlehen beläuft sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 3.263 (Vj. TEUR 3.463) und wird unter den sonstigen Ausleihungen ausgewiesen. Honorar des Abschlussprüfers Im Geschäftsjahr wurden folgende Aufwendungen für Leistungen des zur Prüfung des Konzernabschlusses der JOPO GmbH, Schwaig, zum 31. Dezember 2022 bestellten Abschlussprüfers erfasst: scroll
Geschäftsführung Prof. Dr. rer. nat. Michael A. Popp, (Vorstandsvorsitzender der Bionorica SE, Neumarkt/Oberpfalz) Auf die Angabe der Bezüge nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a HGB wird in analoger Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Ergebnisverwendung des Mutterunternehmens Das Geschäftsjahr 2022 der JOPO GmbH schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 14.315 ab. Die Gesellschafter haben für das Jahr 2022 beschlossen, das Jahresergebnis in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen. 11. Nachtragsbericht Nach dem Abschlussstichtag haben sich die folgenden strukturellen Änderungen im Konsolidierungskreis des Konzerns ergeben: Im Rahmen eines Ausgliederungs- und Übernahmevertrags vom 9. Dezember 2022 erfolgte zum Ausgliederungsstichtag 01.01.2023 eine Umstrukturierung innerhalb des Konsolidierungskreises des JOPO-Konzerns. Mit Ausnahme der Anteile an der Bionorica SE und an der BNO Holding GmbH & Co. KG wurden sämtliche Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Beteiligungen, vom Mutterunternehmen JOPO GmbH auf eine Gesellschaft außerhalb des JOPO-Konzerns übertragen, sodass sich der Konsolidierungskreis per 31. Dezember 2023 signifikant verändert hat. Die Vermögensminderung bei der JOPO GmbH beträgt knapp 110 Mio. €. So befinden sich durch diese Umstrukturierung die Gesellschaften MA 1100 Immobilien GmbH, MAP Holding Vermögensverwaltungs-GmbH, MAP Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG, Stairway to Heaven Tramuntana SLU, Villa Verde Besitz GmbH sowie JOPO SA Canova S.L. zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 nicht mehr im Konsolidierungskreis des JOPO-Konzerns. Das Tochterunternehmen Bionorica SE hat mit Wirkung zum 31. März 2023 (Closing) 100 % der Anteile an der Lomapharm GmbH mit Sitz in Emmerthal, Deutschland, mittels eines Share-Deals erworben. Die Bionorica SE plant in diesem Zuge, in den nächsten Jahren Erweiterungsinvestitionen bei der Lomapharm GmbH durchzuführen. Mögliche mittel- und langfristige Auswirkungen der geopolitischen Umfeldbedingungen auf die Geschäftstätigkeit sind schwierig zu prognostizieren. Die internen durchgeführten Analysen zeigen aber die vorhandene Risikotragfähigkeit bezüglich der damit verbunden Risiken. Planerisch wurde dieser Unsicherheit durch die Formulierung mehrerer Planungsszenarien Rechnung getragen. Ferner wird auf eine hohe Flexibilisierung der Kostenpositionen weltweit geachtet, um entsprechend bei Bedarf sofort ergebnistechnisch gegensteuern können. Die JOPO GmbH ist insbesondere durch ihr Tochterunternehmen Bionorica SE sowohl operativ bezüglich vorbereiteter Maßnahmen als auch im Hinblick auf die vorhandene Substanz (Eigenkapital, Liquidität) gut gerüstet. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Konzernabschlusses verursachen die Sanktionierungsmaßnahmen westlicher Länder gegenüber Russland sowie der Rückgang des Ukrainegeschäfts eine Beeinträchtigung der, im Wesentlichen vom Tochterunternehmen Bionorica SE dominierten Geschäftstätigkeit, die dort ihren Niederschlag in einer negativen Umsatz- und Ertragsentwicklung gegenüber den Budgetansätzen findet. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Auswirkungen jedoch sehr gut beherrschbar, da die Medikamente nicht sanktioniert sind und die Kursentwicklung des Rubels bisher nur einen moderaten Einfluss genommen hat. Die Geschäftsführung wird die weitere Entwicklung der Situation kontinuierlich beobachten und Maßnahmen ergreifen, sollten die negativen Folgen gravierender werden. Darüber hinaus gab es nach Abschluss des Geschäftsjahres keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung mit wesentlichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage.
Schwaig b. Nürnberg, den 19. September 2025 Prof. Dr. rer. nat. Michael A. Popp Konzernanlagenspiegel zum 31.12.2022scroll
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Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022scroll
*) Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2022scroll
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Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die JOPO GmbH, Schwaig b. Nürnberg: Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der JOPO GmbH, Schwaig b. Nürnberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der JOPO GmbH, Schwaig b. Nürnberg für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und - vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus - identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. - gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. - beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. - ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. - beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. - holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. - beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. - führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Nürnberg, den 19. September 2025 Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Leuner, Wirtschaftsprüfer Grillenberger, Wirtschaftsprüfer Sonstige BerichtbestandteileAngaben zur Billigung: Die Billigung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 erfolgte am 25. September 2025. |
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