Laborchemie Apolda GmbH
Utenbacher Straße 72-74, 99510 Apolda, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Mirco Arndt seit 30.3.2026 | Geschäftsführer |
Alexander Heyl seit 14.11.2019 | Geschäftsführer |
Eduard Dr. med. Heyl seit 1.10.2015 | Liquidator |
Uwe Rudolph seit 21.7.2014 | Prokura |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Laborchemie Apolda GmbHApoldaJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bilanz zum 31.12.2022AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1.1. bis 31.12.2022
Anhang zum Jahresabschluss per 31.12.2022Vorbemerkung (1) Eintragung im Handelsregister Die Laborchemie Apolda GmbH ist im Handelsregister des Amtsgerichts Jena unter HRB 106936 eingetragen und hat ihren Firmensitz in der Utenbacher Str. 72-74, 99510 Apolda, Deutschland. (2) Anwendung des HGB Der vorliegende Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 ist nach den Vorschriften des Dritten Buches des HGB (§§ 238 ff.) aufgestellt worden. Die ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften im Zweiten Abschnitt (§§ 264 ff.) wurden beachtet. Der Jahresabschluss wurde unter Zugrundelegung der Unternehmensfortführung (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 2 HGB und hat für Offenlegungszwecke die größenabhängigen Erleichterungen des § 327 HGB in Anspruch genommen. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. (3) Geschäftsjahr Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. (4) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Bilanzierung und Bewertung der Vermögens- und Schuldposten entsprechen den handelsrechtlichen Vorschriften. Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens erfolgte zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Die Bemessung der Nutzungsdauern beruht auf betrieblichen Erfahrungen, die sich weitgehend mit den Angaben in den steuerlichen Abschreibungstabellen decken. Die Abschreibungen erfolgten grundsätzlich planmäßig linear. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren erfolgte zu Anschaffungskosten nach dem Durchschnittsverfahren unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgte mit den einzubeziehenden Materialkosten, Fertigungskosten und Sonderkosten der Fertigung sowie angemessener Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten, des Werteverzehrs des Anlagevermögens sowie der allgemeinen Verwaltungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist eine Pauschalwertberichtigung abgesetzt worden, die dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko Rechnung trägt. Flüssige Mittel werden zu Nominalwerten angesetzt. Die Rückstellungen sind nach dem Grundsatz vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zum Erfüllungsbetrag bewertet worden und berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und erkennbare Risiken. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind grundsätzlich mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssatz abgezinst worden. Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. (5) Fremdwährungsumrechnung Die Bewertung von auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten erfolgt im Zugangszeitpunkt mit dem Devisenkassamittelkurs. Der bilanzielle Wertansatz von auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr erfolgt mit dem Devisenkassamittelkurs vom Stichtag. Beträgt ihre Restlaufzeit jedoch mehr als ein Jahr, sind bei der Umrechnung das Anschaffungskostenprinzip und das Imparitäts- bzw. Realisationsprinzip beachtet worden. Soweit Posten der Gewinn- und Verlustrechnung auf Valuta-Forderungen oder -Verbindlichkeiten beruhen, erfolgte ihre Bewertung zu dem am Entstehungstag maßgeblichen Wechselkurs. (6) Anlagevermögen Die Aufgliederung und Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Anlageposten sind in dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel dargestellt. (7) Forderungen Die Restlaufzeit der Forderungen beträgt, wie im Vorjahr, bis zu einem Jahr. (8) Forderungen gegen verbundene Unternehmen Der Posten enthält ausschließlich Forderungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr gegen die Gesellschafterin Heyl Chemisch-pharmazeutische Fabrik GmbH & Co. KG, Berlin. Es handelt sich um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. (9) Eigenkapital Eigenkapitalspiegel Die Entwicklung des Eigenkapitals ergibt zum 31.12.2022 das folgende Bild:
zu II. Gewinnrücklage Art. 67 Abs. 6 EGHGB Aus der erfolgsneutralen Anpassung der erstmaligen Anwendung des § 274 Abs. 1 Satz 4 HGB iVm Art. 67 Abs. 6 EGHGB der Übergangsvorschriften im Jahr 2009. zu III. Verlustvortrag/Gewinnvortrag
(10) Sonderposten für Zuwendungen zum Anlagevermögen Gemäß § 265 Abs. 5 HGB wurde ein Sonderposten für Zuwendungen zum Anlagevermögen gebildet. Der Sonderposten enthält Zulagen und Zuschüsse und wird entsprechend der Abschreibungen der Vermögensgegenstände, für die die Zuwendung gewährt worden ist, erfolgswirksam über die Nutzungsdauer aufgelöst. Der Posten entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:
(11) Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten und Besicherungen der in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten ergeben sich aus dem beigefügten Verbindlichkeitenspiegel. (12) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Der Posten enthielt im Vorjahr Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin Heyl Chemisch-pharmazeutische Fabrik GmbH & Co. KG, Berlin. Es handelte sich um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. (13) Rohergebnis Inanspruchnahme der Erleichterungen des § 276 Satz 1 HGB für Zwecke der Offenlegung. (14) Erträge aus Währungsumrechnungen In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Berichtsjahr Erträge aus Währungsumrechnungen in Höhe von € 16.164,96 (Vorjahr € 1.939,40) enthalten. (15) Personalaufwand Personalaufwand:
(16) Abschreibungen Im Berichtsjahr wurde neben den planmäßigen Abschreibungen iHv. € 113.640,35 (Vorjahr € 134.836,84) auch eine außerplanmäßige Abschreibung wegen einer voraussichtlich dauernden Wertminderung iHv. € 30.000,00 (Vorjahr € 30.000,00) durchgeführt. (17) Aufwendungen aus Währungsumrechnungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Berichtsjahr Aufwendungen aus Währungsumrechnungen in Höhe von € 57.317,49 (Vorjahr € 26.918,62) enthalten. (18) Zinsen und ähnliche Aufwendungen Der Posten enthält Zinsaufwendungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von €22.711,59 (Vorjahr: € 14.201,59). (19) Jahresüberschuss/ Ergebnisverwendung Der Gesellschafterversammlung wird vorgeschlagen, den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen. (20) Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen folgende finanzielle Verpflichtungen:
Es besteht gegenüber dem verbundenen Unternehmen Heyl Chemisch-pharmazeutische Fabrik GmbH & Co. KG, Berlin, eine Mindestverpflichtung aus Pachtverhältnissen. (21) Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag haben sich nicht ergeben. (22) Anzahl Mitarbeiter Im Durchschnitt waren im Geschäftsjahr neben den Geschäftsführern 38 gewerbliche Arbeitnehmer und 46 Angestellte beschäftigt. (23) Mitglieder des Geschäftsführungsorgans
Apolda, den 5. Juli 2024 Die Geschäftsleitung Dr. Eduard Heyl Alexander Heyl Anlagenspiegel Laborchemie Apolda GmbH, Apolda zum 31.12.2022
Verbindlichkeitenspiegel zum 31.12.2022
1) Vorjahreszahlen in Klammern
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022der Laborchemie Apolda GmbHGliederungA. Grundlagen des Unternehmens 1. Geschäftsmodell des Unternehmens 2. Forschung und Entwicklung 3. Qualitätseinheit 4. Produktion 5. Organisatorische Neuausrichtung B. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche branchenbezogene Rahmenbedingungen 2. Geschäftsverlauf und Lage a) Vermögenslage b) Finanzlage c) Umsatz- und Ertragslage 3. Finanzielle Leistungsindikatoren 4. Gesamtaussage C. Chancenbericht D. Risikobericht 1. Marktsituation/ Kunden 2. Kunden/ Produkte 3. Lieferanten 4. Finanzen 5. Anlagen/ Prozess 6. Personal 7. Gesundheit 8. Energie E. Prognosebericht A. Grundlagen des Unternehmens 1. Geschäftsmodell des Unternehmens Die Laborchemie Apolda GmbH (LCA) ist seit ihrer Privatisierung 1993 eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der familiengeführten Firma Heyl ehem.-pharm. Fabrik GmbH & Co. KG, Berlin, (Heyl). Das Geschäftsmodell beruht im Wesentlichen auf zwei Säulen. Am Standort werden zum einen Spezialchemikalien und zum anderen pharmazeutische Wirkstoffe sowie Zwischenprodukte hergestellt und verkauft. Darüber hinaus bietet die LCA Lohnsynthesen und die Entwicklung innovativer chemischer Synthesen als Dienstleistungen für maßgeschneiderte Problemlösungen an. Kunden sind Industrieunternehmen, insbesondere Chemie- und Pharmaunternehmen. 2. Forschung, Entwicklung und Investitionen Im Geschäftsjahr 2022 wurden die Arbeiten zur Verbesserung der Herstellungsverfahren von wichtigen Pharmawirkstoffen für den Firmenverbund weitergeführt; diese Arbeiten werden auch in den folgenden Jahren 2023 und 2024 fortgesetzt. Die Realisierung eines Investitionsvorhabens der Muttergesellschaft zur Absicherung der Synthese eines bestehenden Wirkstoffes durch Änderung des Startmaterials wurde weiter vorangetrieben. Die bautechnischen Maßnahmen des mit öffentlichen Mitteln durch die Thüringer Aufbaubank geförderte Investitionsprojekts wurden 2022 abgeschlossen. Die Anlage soll nach Abschluss der pharmazeutischen Zulassungsverfahren und in enger Abstimmung mit den Kunden 2024 schrittweise in Betrieb genommen werden. 3. Qualitätseinheit Die Qualitätseinheit umfasst die Bereiche Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle. In der Qualitätskontrolle werden alle Rohstoffe, Intermediate, Zwischenprodukte und Endprodukte geprüft, um den hohen Qualitätsanspruch der Kunden und den GMP- Standard sicherzustellen und stetig weiterzuentwickeln. Eine Besonderheit der LCA besteht darin, dass das Qualitätssicherungssystem sowohl die für die Spezialchemikalien geltenden Qualitätsstandards als auch die für pharmazeutische Wirkstoffe vorgeschriebenen GMP-Regularien umfasst. Die Qualitätseinheit ist daher ausschließlich durch hochqualifizierte Fachkräfte besetzt. 4. Produktion Durch die komplexen Anlagen und die meist mehrstufigen Synthesen werden auch im Produktionsbereich ausschließlich hochqualifizierte Anlagenfahrer im Schichtsystem beschäftigt. Die Einhaltung der im Rahmen des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BlmSchG) geltenden Genehmigungsverfahren, der zur Arbeitssicherheit und Unfallverhütung sowie des Umweltschutzes geltenden gesetzlichen Vorschriften wird durch die organisatorische Einheit HSE (Gesundheit, Sicherheit und Umwelt) überwacht sowie durch entsprechend qualifizierte Fachbeauftragte sichergestellt. 5. Organisatorische Neuausrichtung Ziel des Unternehmens ist es, die anspruchsvollen Herausforderungen der heutigen Zeit mit motivierten und qualifizierten Mitwirkenden zu meistern und mit seinen Produkten und Leistungen einen angemessenen Nutzen und Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Die Gesellschafterin, Geschäftsleitung und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aufgerufen, unter den Bedingungen des demographischen Wandels und einer sich ändernden "Modernen Arbeitswelt", eines bereits spürbaren Fachkräftemangels sowie eines herausfordernden Investitions- und Innovationsprogramms die erforderliche Performance auch in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich zu gestalten. Die Unternehmensleitung sieht sich in Anbetracht dieser Herausforderungen bestätigt, dass Änderungen im Betrieb nicht allein wegen der bloßen Änderung erforderlich sind, sondern erst dann zum Erfolg führen, wenn sie einer durchdachten Zielsetzung dienen und auf der Grundlage eines im Unternehmen bewährten Wertekodex erfolgen. B. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Rahmenbedingungen der LCA als Hersteller von Spezialchemikalien und pharmazeutischen Wirkstoffen werden insbesondere durch die in der pharmazeutischen und chemischen Industrie geltenden regulatorischen Anforderungen und durch zuständige staatliche Aufsichtsorgane geprägt. Grundsätzlich sind zunehmend komplexer werdende verschärfte Anforderungen an die Legal Compliance auf praktisch allen Ebenen des unternehmerischen Handelns festzustellen. Interne und externe Regulierungshürden (wie zum Beispiel das seit vielen Jahren für die deutsche Pharmaindustrie gesetzliche und mit staatlichen Zwangsrabatten verknüpfte Preismoratorium und Teile der europäischen Chemikaliengesetzgebung) werden in der LCA weiterhin als erhebliche Hindernisse wahrgenommen. Die chemische Industrie verzeichnet eine sinkende Nachfrage der industriellen Kunden, die bei Chemikalien zu starken Produktionsdrosselungen führten. Die seit Februar 2022 andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen im benachbarten Ausland führten u.a. zu drastischen Steigerungen der Energiepreise, welche für die energieintensive Produktionstechnik der Chemieindustrie im internationalen Vergleich zu erheblichen Wettbewerbsnachteilen geführt hat. Wichtige Trends der chemischen Industrie:
Diese Trends zeigen, dass die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland weiterhin eine Schlüsselrolle in der Wirtschaft spielt und sich aktiv an die sich ändernden globalen Bedingungen anpasst. Im Verband der chemischen Industrie e.V. sind sowohl die Großunternehmen der Branche als auch die zahlreichen Unternehmen des Mittelstands vertreten und somit breit aufgestellt. Die gesetzlichen Anforderungen werden die zukünftigen Unternehmensstrategien stark beeinflussen und die Unternehmen vor große Herausforderungen stellen. Diese Herausforderungen spiegeln sich in der strategischen Ausrichtung der LCA wider, welche durch die vorhandene Produktion von Spezialchemikalien und von Spezialprodukten im pharmazeutischen Bereich gekennzeichnet ist. Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war in 2022 gravierend beeinflusst und gekennzeichnet durch den Krieg in der Ukraine sowie die Corona-Pandemie. Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat 2022 eine Talfahrt begonnen. Die Produktion brach ein und die Kapazitäten waren nicht ausgelastet. Im Vergleich zu 2021 sank die Produktion um 6,6 %. Der Umsatz legte aufgrund gestiegener Erzeugerpreise (+ 21,6%) um 15,0 % zu. Die bereits in 2021 festgestellte deutliche Zurückhaltung eines größeren Abnehmers im Spezialchemikalienbereich der LCA setzte sich auch in 2022 zunächst spürbar fort, besserte sich sodann aber deutlich. Ausschlaggebend sind in diesem Fall offenbar die Konjunkturverläufe in konsumnahen Märkten. Andererseits ist festzustellen, dass die Absatzlage bei den weniger konjunkturabhängigen pharmazeutischen Wirkstoffen, insbesondere bei den Antidota (Gegenmittel gegen Vergiftungen und Intoxikationen durch Schwermetalle bzw. durch radioaktive Isotope im Falle nuklearer Unfälle) als stabil bzw. als weiter entwicklungsfähig zu bezeichnen ist. 2. Geschäftsverlauf und Lage a) Vermögenslage Die Bilanzsumme der LCA beträgt zum 31.12.2022 TEUR 8.647 und hat sich im Vergleich zum vorangegangenen Bilanzstichtag (TEUR 8.218) um rd. 5,2 % erhöht. Das Anlagevermögen beträgt mit TEUR 1.668 rd. 19,3 % der Bilanzsumme (Vorjahr rd. 22,0 %) und hat sich um TEUR 142 gegenüber dem Vorjahr vermindert, da die LCA nur geringfügige Investitionen getätigt hat. Das Umlaufvermögen hat sich von TEUR 6.378 um TEUR 564 auf TEUR 6.942 erhöht und beträgt zum 31.12.2022 rd. 80,3 % der Bilanzsumme (Vorjahr rd. 77,6 %). Die Erhöhung ist insbesondere auf die liquiden Mittel (Veränderung um TEUR 598) sowie auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Veränderung um TEUR 204) zurückzuführen, während die Vorräte um TEUR 418 auf TEUR 3.726 gesunken sind. Das Eigenkapital hat sich um rd. TEUR 353 erhöht und beträgt nun rd. 60,2 % der Bilanzsumme (Vorjahr rd. 59,0 %). Die Erhöhung ist ausschließlich auf den Jahresüberschuss des Berichtsjahres zurückzuführen. Die Rückstellungen haben sich um rd. 23,8 % auf TEUR 594 erhöht, was ganz überwiegend auf abzugeltende Überstunden sowie Aufwand im Zusammenhang mit der Entlassung eines Mitarbeiters zurückzuführen ist. Die Verbindlichkeiten sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert und betragen TEUR 2.382. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich um TEUR 303 erhöht, während sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 317 vermindert haben. b) Finanzlage Das Nettoumlaufvermögen (Liquiditätsüberschuss) hat sich um TEUR 462 auf TEUR 4.072 erhöht. Es ergibt sich nach wie vor eine Überdeckung des Anlagevermögens durch langfristige Mittel. Die allgemeine Anforderung an die Liquidität 2. Grades, eine vollständige Deckung der kurzfristigen Verbindlichkeiten durch Umlaufvermögen, war zum Bilanzstichtag erfüllt. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 345 und hat sich insbesondere aufgrund deutlich gestiegener Umsatzerlöse bei ebenfalls gestiegenen Materialauszahlungen gegenüber dem Vorjahr verbessert. c) Umsatz- und Ertragslage Im Berichtsjahr 2022 haben sich die Umsatzerlöse aufgrund der guten Auftragslage sowie aufgrund von Nachholeffekten aus dem Vorjahr um rd. 19,9 % auf TEUR 17.445 erhöht. Der Umsatzanteil der Syntheseprodukte Pharma war im Vergleich zu den Syntheseprodukten Chemie weiterhin hoch. Die Betriebsleistung hat sich aufgrund gestiegener Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um ca. 14,1 % erhöht. Die Betriebskosten haben sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.026 auf TEUR 16.354 erhöht, was einer Erhöhung um 6,7 % entspricht. Die Erhöhung der Betriebskosten ist ganz überwiegend auf erhöhte Materialaufwendungen (Erhöhung um TEUR 891) zurückzuführen. Die Steigerung der Materialaufwendungen resultiert aus gestiegenen Umsatzerlösen sowie gestiegener Rohstoffpreise. Das Betriebsergebnis hat sich entsprechend um TEUR 1.099 erhöht. Die Kennzahlen EBITDA (Jahresergebnis vor Zinsergebnis und Ertragssteuern, Anlagen- und Goodwillabschreibungen) haben sich mit TEUR 561 (Vorjahr TEUR -356) sowie EBIT (Jahresergebnis vor Zinsergebnis und Ertragssteuern) mit TEUR 417 (Vorjahr TEUR -521) positiv entwickelt. 3. Finanzielle Leistungsindikatoren Bei den finanziellen Leistungsindikatoren liegt der Fokus der Geschäftsleitung insbesondere auf:
Die Geschäftsleitung zieht für die interne Unternehmenssteuerung insbesondere die Kennzahlen Umsatz pro Mitarbeiter, EBIT und Cashflow heran. Die im Vorjahr prognostizierte positive Umsatzentwicklung konnte übertroffen werden. Der Umsatz pro Mitarbeiter betrug TEUR 208 und verbesserte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 37. 4. Gesamtaussage Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der LCA wird von der Geschäftsleitung als erfreulich erachtet. Die Entwicklung des Umsatzes wird positiv beurteilt. C. Chancenbericht Produkte, bei denen LCA als Wirkstoffhersteller im Zusammenwirken mit der Unternehmensgruppe Heyl fungiert und welche im Wettbewerb weitgehende Alleinstellungsmerkmale aufweisen, haben sich weiterhin als robuste Umsatzpfeiler herausgestellt. Wichtige von der LCA hergestellte pharmazeutische Wirkstoffe werden von Heyl auf Basis internationaler Zulassungen und mittels verbundener Unternehmen in USA und Japan direkt oder mit strategischen Partnern vermarktet. Die Auftragslage ist insbesondere bei den medizinisch wichtigen Notfall-Arzneimitteln (Antidota) weiterhin als positiv zu beurteilen. Für die nahe Zukunft eröffnen sich dadurch wirtschaftliche Chancen im Bereich der staatlichen Bevorratung lebensrettender Wirkstoffe und Arzneimittel für den Katastrophen- und Bevölkerungsschutz sowohl in Deutschland als auch international. Voraussetzung für die Nutzung dieser realistischen Chancen ist, dass diese Pharma-Wirkstoffe in der erforderlichen Menge und Qualität produziert und termingerecht geliefert werden. Im Bereich dieser lebensrettenden Arzneimittel hat sich das zwischen LCA und der Muttergesellschaft Heyl entwickelte Geschäftsmodell weiterhin als wichtige Säule für ein stabiles Geschäft erwiesen. Eine weitere Voraussetzung für geschäftliche Erfolge ist in diesem Produktbereich auch die Weiterverarbeitung der von LCA hergestellten pharmazeutischen Wirkstoffe zu Fertigarzneimitteln. Die in diesem Bereich erforderliche Zusammenarbeit zwischen der Muttergesellschaft, Heyl, Berlin, und pharmazeutischen Lohnherstellern ist ein Kernpunkt des Erfolgs. Diese Schnittstelle innerhalb der Lieferkette bedarf gemeinsamer intensiver Bearbeitung durch die Muttergesellschaft und aller beteiligten Parteien. Die LCA ist in der Unternehmensgruppe im Bereich der Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen und Spezialchemikalien mit dem Fokus auf Nischenprodukte tätig. Die LCA ist in der Lage, als deutscher Hersteller auch in einer frühen Phase der Produktentwicklung als aktiver Entwicklungspartner aufzutreten. Die langjährigen Kundenbeziehungen, die auch während der Pandemie fortlaufend gepflegt wurden, bilden eine solide Basis der weiteren Entwicklung. Die in Folge der pandemischen Lage und ab Februar 2022 infolge der Kriegsereignisse im benachbarten Ausland gezeigte geografische Abhängigkeit der Lieferketten führt zum stetigen Umdenken der europäischen und deutschen Kunden. Es hat sich gezeigt, dass eine verlässliche und stabile Versorgung der Kunden mit ihren Produkten ein Schwerpunkt der Geschäftsbeziehung bildet und somit auch für die Zukunft eine solide Grundlage bleiben wird. So konnten von LCA bereits geschäftliche Beziehungen zu einem anderen deutschen Pharma- und Chemieunternehmen mit dem Ziel angebahnt werden, eine Syntheseoptimierung als Entwicklungsarbeit für dieses Unternehmen durchzuführen. Dieses Projekt wird auch zukünftig weiterbearbeitet. Die Corona-Pandemie hat sich inzwischen als weitere Triebkraft der Digitalisierung und von Veränderungen der Arbeitswelt herausgestellt. Das etablierte SAP-System wird weiter ausgebaut, um in diesem Bereich alle wesentlichen Arbeitsprozesse zu verbessern. Die in der chemischen Industrie auch tarifvertraglich geschaffenen Möglichkeiten sollen weiter ausgebaut und von der LCA angewendet werden. Somit wird u.a. das "mobile Arbeiten" und der tarifliche Anschluss an den Tarifvertrag "Moderne Arbeitswelt" gefördert. Es ist ausdrückliches Ziel der Geschäftsleitung, die sich aus dem Tarifvertrag des Arbeitgeberverbandes Nordostchemie e.V. (Stichworte z.B. "Potsdamer Modell" und "Moderne Arbeitswelt") eröffnenden Perspektiven zu nutzen. Zum Beispiel galt ab 1.07.2023 in der LCA der sog. Flächentarifvertrag. Ein weiterer wichtiger Pfeiler der zukünftigen Unternehmensentwicklung am regionalen Standort stellt nach wie vor die Gewinnung von qualifizierten Fachkräften dar. Mit den regionalen und den chemieverbandsnahen Ausbildungszentren werden intensive Kontakte gepflegt und genutzt, um der demographischen Entwicklung auch durch Ausbildung und Übernahme jüngerer Fachkräfte Rechnung zu tragen. Auch die Weiterbildung und laufende Schulung der vorhandenen Kräfte hat einen großen Stellenwert in der Personalführung. Die Geschäftsleitung befürwortet und unterstützt die von Arbeitgeberverbandsseite und von Seiten der IGBCE gewünschte Tarifbindung. D. Risikobericht 1. Marktsituation/ Kunden Die aktuelle gesamtwirtschaftliche Konjunkturentwicklung könnte einen nachhaltigen Effekt auf die kommenden Jahre haben und damit auf die prognostizierte Umsatzentwicklung der LCA. Das Geschäft der Pharmaindustrie erweist sich jedoch im Bereich von Notfall-Medikamenten als relativ krisenstabil. Erhebliche Risiken entstehen jedoch im Inland durch das im deutschen Gesundheitswesen gegenüber der Pharmaindustrie gesetzlich seit Jahren verankerte System des "Preismoratoriums", das in den letzten Jahren in Verbindung mit staatlichen Zwangsrabatten insbesondere in der deutschen mittelständischen Pharmaindustrie im internationalen Vergleich zunehmend zu einem erheblichen Standortnachteil geführt hat. Die einseitig zu Lasten der Pharmaindustrie organisierte Kostendämpfungspolitik mittels Einfrierens der Fabrikabgabepreise verhindert Innovationen und Investitionen und beeinträchtigt die gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten erforderliche Anpassungsfähigkeit der Unternehmen. Bei Spezialchemikalien kann es nach den jüngsten Erfahrungen in konsumgüternahen Bereichen zu erheblichen Schwankungen kommen. Im Geschäftsjahr 2021 bei einem Hauptabnehmer verzeichnete starke Umsatzrückgänge konnten in 2022 wieder wettgemacht werden. Es ist damit zu rechnen, dass sich die in 2022 mit diesem Abnehmer als Nachholeffekte erzielten hohen Umsätze in 2023 wieder auf ein normales Niveau einpendeln werden. Das Geschäftsmodell als Produzent und Lieferant von Nischenprodukten mit Alleinstellungsmerkmalen wirkt nach den bisherigen Erfahrungen einer solchen Konjunkturabhängigkeit entgegen und unterstützt die Stabilität des Geschäfts. 2. Kunden/ Produkte Die Laborchemie Apolda pflegt mit über 50 Kunden eine langjährige Geschäftsbeziehung und verkauft pharmazeutische Wirkstoffe und Spezialchemikalien weltweit an Kunden aus unterschiedlichen Industriefeldern. Bei einzelnen Produkten, insbesondere bei generischen Pharmawirkstoffen, kann es zu Absatzschwankungen kommen. Gerade im Nischensegment gibt es auch Marktbereinigungen, die sogar zu einer Stärkung der Stellung der LCA führen können. Einige Marktbewegungen und -bereinigungen führten bereits dazu, dass LCA einer von nur wenigen verbliebenen Anbietern von speziellen Wirkstoffen ist. Möglicherweise bieten sich für LCA auch Chancen, im Falle von Lieferengpässen Produktion zu übernehmen. Es bleibt aber kritisch abzuwarten, ob bei medizinisch essentiellen Wirkstoffen in Deutschland und Westeuropa eingetretene Lieferengpässe durch Aufbau einer heimischen Produktion ausgeglichen werden können und ob die Produkte und Produktionstechniken zum Zuschnitt der LCA passen. Risiken werden auch im Bereich von Notfallmedikamenten unter dem Gesichtspunkt gesehen, dass im Falle bestimmter Notfallsituationen erforderliche Spezialmedikamente in Europa und anderen Ländern mangels staatlich organisierter und länderübergreifend koordinierter Bevorratung nicht am Ort des Notfalls rechtzeitig zur Verfügung stehen. Ein eventuell abrupt erforderliches Hochfahren einer Produktionsanlage dürfte ohne Vorlaufphase nicht möglich sein. Bedingt durch kriegsbedingte Engpässe entwickeln sich möglicherweise neue Bedarfe. 3. Lieferanten Roh- und Ausgangsstoffe werden oft aus dem asiatischen Raum importiert. Die Ausbildung starker Abhängigkeit von einzelnen Herstellern führte weiterhin zu Risiken im Bereich der Kosten und der generellen Versorgung mit den benötigten kritischen Rohstoffen. Nichtsdestotrotz konnten die Lieferketten und damit die Produktion weitestgehend stabil gehalten werden. Die Entwicklung und Pflege von möglichst stabilen langfristigen Beziehungen zu den zumeist asiatischen Herstellern ist weiterhin eine wichtige Aufgabe. Im Unternehmensverbund zwischen Heyl, Berlin, und LCA spielt auch weiterhin die Endfertigung der Fertigarzneimittel durch pharmazeutische Lohnhersteller eine entscheidende Rolle. Bei einigen Produkten, bei denen von LCA hergestellte Wirkstoffe durch Fremdfertigung verarbeitet werden, haben sich zum Teil erhebliche Lieferschwierigkeiten seitens dieser Lohnhersteller ergeben. In diesen Fällen kann es zu entsprechenden Engpässen bei der Patientenversorgung kommen. Wirtschaftlich wäre in diesen Fällen mit erheblichen Umsatz- und Ertragseinbußen sowohl bei LCA als auch bei Heyl, Berlin, zu rechnen. 4. Finanzen Den finanzwirtschaftlichen Risiken wird durch eine möglichst hohe Eigenkapitalquote in Verbindung mit einem ausreichenden Bestand liquider Mittel begegnet. Die Liquiditätsentwicklung wird durch ein engmaschiges Berichtswesen und durch die Kontrolle aller relevanten Abweichungen gesteuert und abgesichert. 5. Anlagen/ Prozesse Ein Projekt zur grundlegenden Prozessanalyse wurde in 2019 begonnen, erste Maßnahmen zur Effizienzsteigerung wurden 2020 umgesetzt. Dieser begonnene Prozess wurde auch in den Jahren 2021 und 2022 fortgesetzt. Er soll auch darüber hinaus im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserungsstrategie weitergeführt werden. Hierzu gehören auch Prozesskostenanalysen der Produkte und eine Analyse des Schichtsystems, welche für das kommende Geschäftsjahr 2023 geplant waren und durchgeführt wurden. 6. Personal Der demografische Wandel bleibt weiterhin eine Herausforderung für die LCA. Um den damit verbundenen Risiken zu begegnen, setzt LCA konsequent auf die Ausbildung von Chemikanten, Chemielaboranten und anderen Fachkräften. Diese Herausforderung wird in den kommenden Jahren bestehen bleiben. Die pandemiebedingt reduzierten Bemühungen wurden In jüngster Zeit wieder verstärkt, regional gebundene Arbeitskräfte langfristig zu gewinnen. Auszubildende sollen nach Abschluss ihrer Lehrzeit übernommen werden. Im akademischen Bereich bestehen weiterhin die Herausforderungen im Wissenstransfer im Zuge des demografischen Wechsels. Dem Aufbau und Erhalt von firmenspezifischem Know How wird durch entsprechende Weiterbildungs- und Schulungsprogramme Rechnung getragen. 7. Gesundheit Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wurden als besondere Risiken gesundheitliche Risiken der Betriebsangehörigen und eine etwaige Unterbrechung von Lieferketten erkannt. Den gesundheitlichen Risiken wird durch ein betriebliches Hygieneprogramm und laufende arbeitsmedizinische Überwachung entgegengewirkt. Die Rohstoffversorgung wird, wo möglich, durch frühzeitige Bestellungen abgesichert. 8. Energie Die Laborchemie Apolda hat als Chemieunternehmen eine energieintensive Produktion. Sie ist abhängig von einer kontinuierlichen Gasversorgung. Bei Unterbrechung der Gasversorgung ist mit erheblichen Beeinträchtigungen zurechnen, obwohl technisch eine teilweise Umstellung der Produktionsanlagen auf Heizöl möglich ist. Weitere Maßnahmen, wie die regionale Errichtung von Solarstrom- und Windanlagen, werden in Verbindung mit weiteren technischen Möglichkeiten der Energieversorgung vor Ort geprüft. Vom Verband der chemischen Industrie e.V. stehen entsprechende Arbeitsgruppen zur Verfügung. Die Entwicklung der Energiekosten in Deutschland und die von politischen Instanzen gesetzten Rahmenbedingungen (Stichworte: CO 2 -Kosten/ Klimaneutralität) sind daher wichtige Einflussfaktoren der zukünftigen Geschäftsentwicklung. Bekanntlich ist Deutschland hinsichtlich der Energiekosten aus Sicht der internationalen Wettbewerbsfähigkeit kein günstiger Standort. Die energiepolitischen Maßnahmen und der steigende Druck auf die Umstellung auf erneuerbare Energien werden eine weitere Herausforderung zur Absicherung des Produktionsstandortes in Deutschland und somit am Standort Apolda sein. Erforderliche große Investitionen einerseits und inflations-, krisen- und material- und personalaufwandsbedingte Kostensteigerungen andererseits werden zu starken Belastungen auf der Ertragsseite und somit weiterhin zu erheblichen Herausforderungen führen. Apolda ist zudem im Vergleich zu Chemie-Industrieparks ein isolierter Standort. Es wird versucht, durch Netzwerkbildungen im Chemieverband und ggf. mit regionalen Unternehmen sowie der kommunalen Verwaltung Know How aufzubauen, um die klimapolitischen Ziele auch unternehmensbezogen klar zu definieren und sodann umzusetzen. Die LCA blieb in 2022 und 2023 aufgrund langfristiger Lieferverträge zunächst von weiteren Steigerungen der Energiekosten verschont. Für 2024 mussten neue Verträge abgeschlossen werden, mit denen das Ergebnis durch erhebliche Kostensteigerungen belastet werden wird. Durch äußere Faktoren ausgelöste zusätzliche Kostensteigerungen bzw. eine etwa eintretende Unterbrechung der Energieversorgung müssen daher als schwerwiegende Risikofaktoren betrachtet werden. E. Prognosebericht Die zu Beginn des Jahres 2022 von vielen Chemiefirmen erwartete Belebung des Geschäfts der Branche blieb aus, und der erhoffte Aufschwung fand durch die Kriegsereignisse im benachbarten Ausland zum Teil ein jähes Ende. Sorgen bereiten vor allem nicht nur drohende Engpässe der Energieversorgung, steigende Energie- und Rohstoffkosten, sondern nach den Erfahrungen der Corona-Pandemie eine weitere Eskalation der geopolitischen Lage mit nicht vorhersehbaren Auswirkungen auf die Lieferketten und die allgemeine wirtschaftliche Lage. Die Prozessanalysen im Bereich der internen Supply Chain werden fortgesetzt bzw. ausgedehnt auf das Zusammenspiel zwischen Produktionsplanung, Produktion, Qualitätskontrolle, Instandhaltung und Wartung, um den Auftragsdurchfluss zu beschleunigen und störungsfrei zu halten und die Liefertreue sowie die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Kunden zu verbessern. Bei grundsätzlich erwarteter befriedigender Auftragslage werden Maßnahmen zur Umsatz- und Effizienzsteigerung weiterverfolgt. Entscheidend sind in der LCA die Sicherstellung eines reibungslosen Produktionsablaufs und innerhalb des Unternehmensverbundes auch die zuverlässige Belieferung durch vertraglich gebundene Pharma-Lohnhersteller. In diesem Zusammenhang stellt der zunehmende Einfluss der Digitalisierung und Automatisierung eine zentrale Aufgabenstellung für die zukünftige Gestaltung und Steuerung des Unternehmens, der operativen und insbesondere der Produktionsanlagen und -abläufe dar. Das seit vielen Jahren in der LCA zur Anwendung kommende SAP-System soll daher weiter verbessert und mit neuen Versionen ausgestattet werden. Die im Rahmen des Programms der organisatorischen Neuausrichtung der LCA gewonnen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Strategieplanung und -ausrichtung der LCA und der Unternehmensgruppe ein. Die Geschäftsleitung der Laborchemie Apolda erwartet, dass die Schärfung und die konsequente Umsetzung der Strategie die erfolgreiche Etablierung neuer Produkte sowie insgesamt die Auftragslage stärken und zu einer positiven Geschäftsentwicklung der LCA führt. Die für 2022 aufgestellte Prognose der Geschäftsführung der LCA, eine Steigerung der Umsatzerlöse in 2022 von über 15% zu erreichen, konnte erreicht werden. Allerdings handelte es sich hierbei auch um Nachholeffekte aus dem Vorjahr. In 2023 ist daher mit einem Rückgang gegenüber 2022 von ca. 16% zu rechnen, da einige ältere Produkte aus dem Sortiment der Spezialchemikalien insbesondere aus genehmigungstechnischer Sicht vom Markt genommen werden müssen. Trotz dieses Umsatzrückgangs rechnet die Geschäftsführung für 2023 mit einem Betriebsergebnis von rd. TEUR 500. Die Geschäftsführung der LCA geht davon aus, dass in 2024 wiederum mit einer Steigerung der Umsatzerlöse von ca. 15% zu rechnen ist.
Apolda, d. 5.7.2024 Dr. Eduard Heyl Alexander Heyl, MBA Bei dem vorstehenden Jahresabschluss handelt es sich um die nach § 327 HGB für Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde folgender Bestätigungsvermerk erteilt: Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Laborchemie Apolda GmbH, Apolda Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Laborchemie Apolda GmbH, Apolda, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Laborchemie Apolda GmbH, Apolda, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, 17. Juli 2024 DR.
PROVINSKY, RÖDIGER & PARTNER mbB
Dipl.-Kfm. Ralf Rödiger, Wirtschaftsprüfer Mit Gesellschafterbeschluss vom 24.7.2024 wurde der Jahresabschluss zum 31.12.2022 festgestellt. |
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