Heckel und Stein Landhandel GmbH
Selbe AdresseGroßhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Michael Wirth seit 19.12.2023 | Prokura |
Silke Steichele seit 19.12.2023 | Prokura |
Bruno Giering seit 19.12.2023 | Prokura |
Andreas Wanielik seit 19.12.2023 | Prokura |
Florian Gänsbauer seit 12.12.2023 | Vorstandsmitglied |
Rainer Gotthilf Müller seit 22.12.2021 | Vorstandsmitglied |
Ralf Krämer seit 22.12.2021 | Vorstandsmitglied |
Markus Max Maissenhälter seit 22.12.2021 | Vorstandsmitglied |
Andreas Christian Sommer seit 17.7.2019 | Vorstandsmitglied |
Stephan Buchholz seit 10.7.2017 | Vorstandsmitglied |
Christian Lutz seit 20.6.2013 | Prokura |
Dieter Schleihauf seit 14.1.2008 | Prokura |
Klaus Koser seit 14.1.2008 | Prokura |
Jürgen Weiland seit 8.11.2006 | Prokura |
Eckhard Schechter seit 8.11.2006 | Vorstandsmitglied |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
AGROA Raiffeisen eGEppingenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023I. Grundlagen des Unternehmens 1. Unternehmensstruktur Die AGROA Raiffeisen eG, Eppingen, ist im Jahr 2021 durch Umfirmierung der ehemaligen Kraichgau Raiffeisen Zentrum eG, Eppingen, in Folge einer sog. "Dreier-Fusion" entstanden. Die AGROA ist ein genossenschaftliches Unternehmen nach dem Vorbild von Friedrich-Wilhelm Raiffeisen und versteht sich als Spezialist, wenn es um landwirtschaftliche Produktionsmittel, die Vermarktung von Agrarprodukten, Agrartechnik und Dienstleistungen rund um die Landwirtschaft geht. Die drei fusionierten Genossenschaften umfassten die Kraichgau Raiffeisen Zentrum eG, Eppingen, (übernehmender Rechtsträger) sowie die beiden übertragenden Rechtsträger BAG-Franken eG, Bad Friedrichshall, sowie die Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatz-Genossenschaft Raiffeisen eG, Marbach am Neckar. Die AGROA betreibt die Sparten Pflanzliche Produktion, Vermarktung, Tiernahrung, Agrartechnik, Energie sowie Bau- und Gartenmärkte. Der Unternehmensgegenstand richtet sich nach der Satzung. Die Genossenschaft ist ein fachkundiger und leistungsfähiger Ansprechpartner für die Kundschaft im Kraichgau mit den Städten Eppingen, Sinsheim, Bad Rappenau und Meckesheim sowie den angrenzenden Regionen. Durch die Fusion im Vorjahr sind die Regionen um Bad Friedrichshall, Möckmühl, Neuenstadt, Gundelsheim, Billigheim, Buchen sowie Rosenberg von der ehemaligen BAG-Franken eG hinzugekommen. Zudem erstreckt sich das Geschäftsgebiet nunmehr auf Teilgebiete der Landkreise Ludwigsburg, Rems-Murr und den nördlichen Bereich von Stuttgart. Diese sind von der Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatz-Genossenschaft Raiffeisen eG übergegangen. Neben der Vermarktung der erfassten landwirtschaftlichen Erzeugnisse betreibt die Genossenschaft den Handel mit landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln. Unsere Standorte befinden sich in den nachfolgenden Ortschaften:
Unsere Genossenschaft unterhält auch ein umfangreiches Raiffeisenmarkt-Sortiment an insgesamt 16 (Vorjahr: 16) Standorten. Die Standorte in Bad Rappenau, Eppingen und Sinsheim werden unverändert als Bau & Gartenmärkte betrieben. Darüber hinaus handelt die Genossenschaft mit Heizöl und festen Brennstoffen. An acht (Vorjahr acht) Tankstellen werden Kraftstoffe vertrieben. Vier dieser Tankstellen verfügen über einen Shop. Über die Sparte Landtechnik wird der gesamte Maschinen- und Gerätebedarf eines landwirtschaftlichen Betriebes abgedeckt. Darüber hinaus wird an den Standorten in Bad Rappenau und Eppingen ein umfangreiches Haushaltsgeräteprogramm vertrieben. Weiterhin befinden sich der Vertrieb und die Montage von Photovoltaikanlagen im Leistungssortiment. An dem Standort Heuchlingen betreiben wir eine Mühle sowie ein Wasserkraftwerk. Die AGROA Raiffeisen eG ist als Mutterunternehmen in folgende Konzernstruktur verflochten: Die J. Häge Bau-Center GmbH mit Sitz in Eppingen ist eine Baustoffhandlung insbesondere in Nordbaden. Die Heckel und Stein Landhandel GmbH, Leingarten ist ein Landhandelsunternehmen mit Schwerpunkt Futtermittellogistik in Baden-Württemberg und angrenzenden Gebieten. Die Verwaltung der einzelnen Gesellschaften wird vom Mutterunternehmen, der AGROA Raiffeisen eG, übernommen. Des Weiteren erbringt sie neben ihrer operativen Handelstätigkeit Dienstleistungen für ihre Tochterunternehmen im Bereich des Rechnungswesens und der IT. 2. Zweigniederlassungen Zweigniederlassungen bestehen nicht. 3. Ziele und Strategien Wir erachten das Wachstum und die Nachfrage nach Agrarprodukten als eine wichtige Herausforderung. Wir sind stolz auf unsere tiefen und langjährigen Wurzeln in der Region. Das landwirtschaftliche Umfeld unterliegt derzeit fundamentalen Veränderungen. Als Partner der Landwirtschaft müssen wir unser Unternehmen und unser Geschäftsmodell stets an diese Veränderungen anpassen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Landwirtschaft wieder als Teil einer gesunden und nachhaltigen Ernährung angesehen wird. Mit unserem Handeln wollen wir der Verantwortung gegenüber Kunden, Mitglieder, Mitarbeitern, Gesellschaft und Umwelt gerecht werden. Unsere Strategie wird konstant weiterentwickelt und wird stets an die sich wandelnden Marktbedingungen angepasst. Bei der Leitung des Unternehmens steht das Ehrenamt der Geschäftsführung stets unterstützend und beratend zur Seite. Der Vorstand stimmt die Strategie stets mit dem Aufsichtsrat ab. Das gemeinsame Ziel von Vorstand und Aufsichtsrat besteht in der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes und des Mitgliedernutzens. 4. Forschung und Entwicklung Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, über die zu berichten wäre, waren nicht zu verzeichnen. II. Darstellung des Geschäftsverlaufs 1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die im nachfolgenden Bericht genannten Daten sind im Wesentlichen auf Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken entnommen. Konjunktur in Deutschland Schwächeres Wachstum und höhere Inflation Die Spätfolgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Coronapandemie beeinträchtigten im Jahr 2023 die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Aufgrund dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber 2022 um 0,3 %. Noch in 2022 hatte es deutlich zugelegt (+ 1,8 %). Die Inflationsrate sank im Jahresdurchschnitt auf 5,9 % gegenüber 6,9 % im Vorjahr. Dämpfende Einflüsse überlagern sich Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Dabei ̧überlagerten sich die dämpfenden Einflüsse vielfach. Die bis ins Frühjahr bestehenden Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung erfüllten sich nicht. Zu Jahresbeginn wurde die Konjunktur vor allem durch die nur langsam schwindenden Belastungen durch die hohe Inflation, die Materialengpässe und die teilweise noch bestehenden Coronaschutzmaßnahmen gedämpft. Im weiteren Jahresverlauf 2023 belasteten dann verstärkt die von den westlichen Notenbanken in Reaktion auf die Inflation vorgenommenen kräftigen Leitzinsanhebungen die wirtschaftliche Situation in Deutschland und weltweit. Überlagert wurden diese Einflüsse auch von dem andauernden Arbeits- und Fachkräftemangel hierzulande und den hohen Unsicherheiten, beispielsweise über die Folgen des Ende 2023 eskalierenden Nahostkonflikts und den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November. In Reaktion auf das Urteil musste die Bundesregierung zum Jahresende in ihrer Finanzplanung deutliche Kürzungen und Einsparungen vornehmen. Inflation hemmt den Privatkonsum Nach einem durch die Erholung von der Coronakrise getriebenen kräftigen Zuwachs im Vorjahr um 3,9 % gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,8 % zurück. Hauptgrund war der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise, der die Kaufkraft der Einkommen vieler Haushalte deutlich dämpfte. Vor allem in Bereichen, in denen die Preise auf dem hohen Stand des Vorjahres verharrten oder sogar weiter zulegten, kam es zu rückläufigen Ausgaben. Die Privathaushalte gaben insbesondere für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (-6,2 %) sowie Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (-4,5 %) erheblich weniger aus, trotz der vielfach deutlichen Lohn- und Gehaltssteigerungen und der insgesamt robusten Arbeitsmarktlage. Die staatlichen Konsumausgaben verminderten sich mit dem Wegfall von pandemiebedingten Sonderausgaben ebenfalls. Der Staatskonsum, der 2022 noch um 1,6 % gestiegen war, sank um deutliche 1,7 %. Insgesamt trugen die Konsumausgaben mit einem Beitrag von -0,8 Prozentpunkten wesentlich zum Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts bei. Gespaltene Investitionskonjunktur Ähnlich wie bereits im Vorjahr zeigte sich die Investitionskonjunktur gespalten. Einerseits legten die Investitionen in Ausrüstungen wie Fahrzeuge und Maschinen erneut zu, wenn auch schwächer als 2022 (+3,0 % nach +4,0 %). Hier stützen die abnehmenden Lieferengpässe die Entwicklung, die eine sukzessive Abarbeitung der aufgestauten Auftragsbestände ermöglichten. Andererseits gaben die Bauinvestitionen, die im Vorjahr um 1,8 % gesunken waren, abermals nach. Sie wurden noch stärker als die Ausrüstungsinvestitionen durch die rasant steigenden Leitzinsen ausgebremst und verminderten sich, trotz eines witterungsbedingt günstigen Jahresauftakts, um 2,1 %. Neben dem zinsbedingten Nachfragerückgang, von dem der Wohnungsbau noch stärker als der Gewerbebau betroffen war, belastete die nur langsam nachlassende Baupreisdynamik das Investitionsgeschehen. Alles in allem gingen von den Bruttoanlageinvestitionen kaum Impulse für das preisbereinigte Wirtschaftswachstum aus. Trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche blieb der Arbeitsmarkt in einer soliden Grundverfassung. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl in der Statistik, auch wegen der verstärkten Erfassung Geflüchteter, von 2,4 Millionen Menschen im Vorjahr auf 2,6 Millionen Menschen. Die Arbeitslosenquote befand sich mit 5,7 % aber nach wie vor auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und nur leicht über dem Stand von 2022 (+5,3 %). Zudem hielt der Beschäftigungsaufbau an. Die Erwerbstätigenzahl kletterte im Vorjahresvergleich um rund 300.000 auf einen neuen Rekordwert von gut 45,9 Millionen Menschen. Inflationsrate nach Höchststand etwas gesunken Nachdem die jährliche Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex 2022 mit 6,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte, ging sie 2023 etwas zurück. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 5,9 %, wobei die Monatswerte einen klar rückläufigen Trend zeigten. So ist die Inflationsrate ausgehend von den im Januar und Februar mit jeweils 8,7 % markierten Maximalwerten bis November und Dezember auf Jahrestiefstände von 3,2 % und 3,7 % gefallen. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie. Angesichts staatlicher Entlastungsmaßnahmen und rückläufiger Notierungen für Energieträger verteuerten sich Energieprodukte 2023 um unterdurchschnittliche 5,3 %, nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Vorjahr. Bei Nahrungsmitteln hielt hingegen der hohe Preisauftrieb nahezu ungebremst an. Sie verteuerten sich um 12,4 %, nach einer Erhöhung um 13,4 % im Vorjahr. Finanzmärkte Die Finanzmärkte sehen Zins- und Inflationsgipfel erreicht Das langsame, noch andauernde Abklingen des Inflationsschocks des Jahres 2022 dominierte das vergangene Jahre 2023 an den Finanzmärkten. Die Notenbanken setzten ihre geldpolitischen Straffungen aus dem Vorjahr fort und erhöhten ihre Leitzinsen weiter. Beide Notenbanken erreichten damit 2023 und binnen unter achtzehn Monaten Erhöhungsphase die höchsten Leitzinsniveaus seit der globalen Finanzkrise von 2008; im Falle der EZB die höchsten seit Einführung des Euro. Im Zuge dieser Zinspolitik sanken die konjunkturellen Aussichten der Weltwirtschaft aufgrund der steigenden Finanzierungskosten. Auch die Entwicklung in der Volksrepublik China trug zur einsetzenden Konjunkturbremsung bei, da das dortige Wachstum durch eine Immobilienkrise und Nachwirkungen der strengen Nullcovidpolitik geschwächt wurde. Geopolitische Unsicherheiten wie der andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der durch den Terrorangriff der Hamas auf Israel intensivierte Nahostkonflikt oder die Rivalität zwischen China und den USA belasteten die Konjunkturaussichten ebenfalls. Die Finanzmärkte entwickelten sich trotz dieser Belastungen jedoch eher positiv und bewerteten die rückläufigen Inflationsraten des Jahres 2023 als Zeichen für schneller als erwartet folgende Zinssenkungen im Jahr 2024. So fiel die Verbraucherpreisinflation in den USA zum Jahresende auf 3,4 %, nachdem sie im Januar 2023 noch bei mehr als doppelt so hohen 6,4 % gelegen hatte. Im Euroraum war sie im selben Zeitraum von 8,6 auf 2,9 % gefallen. Zwar entwickelte sich die für die Geldpolitik maßgebliche Kernrate, die um die schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Nahrung bereinigt ist, weniger dynamisch. Sie fiel in den USA von 5,6 auf 3,9 % und im Euroraum von 7,1 auf ebenfalls 3,9 %. Doch die Finanzmärkte reagierten stark auf die Rückgänge, wodurch Aktien- und Anleihekurse vor allem in der Jahresendrallye deutlich zulegten. Branchenbezogene Rahmenbedingungen Die in diesen nachfolgenden Bericht genannten Daten sind im Wesentlichen aus Angaben des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) sowie Verlautbarungen von Branchenverbänden entnommen. Internationale Agrarmärkte Der Preisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) für die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse (FFPI) erreichte für das Jahr 2023 ein Ergebnis von 124 Punkten. Dieser sank um 13,7 % im Vergleich zum Jahr 2022. Der FAO-Preisindex sank im Dezember um 1,5 % im Vergleich zum November. Gesunkene Preisindexe von Zucker, Pflanzenölen und Fleisch wurden von den gestiegenen Indexen bei Milch und Getreide fast ausgeglichen. Der FAO-Getreidepreisindex lag 2023 im Durchschnitt bei 130,9 Punkten. Dies stellt einen Rückgang von 15,4 % gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2022 dar. Nach dem Rekordjahr 2022 spiegelt der Getreidepreisindex trotzdem weiterhin gut versorgte Märkte wider. Der FAO-Pflanzenölpreisindex erreichte 2023 einen Jahresdurchschnittswert von 126,3 Punkten. Dies entspricht einem Verlust von 32,7 % im Vergleich zu 2022. Der FAO-Milchpreisindex lag im Durchschnitt für das Gesamtjahr 2023 mit einem Verlust von 17,3 % bei 123,7 Punkten. Diese Entwicklung ist auf die schwache Importnachfrage aufgrund hoher Mengen in den eigenen Ländern zurückzuführen. Preisrückgänge ergaben sich über alle Milchprodukte hinweg. Auch der FAO-Fleischpreisindex sank im Jahr 2023. Er erreichte ein Jahresdurchschnitt von 114,6 Punkten und damit einen Verlust von 3,5 %. Der Rückgang ist auf höhere Exportmöglichkeiten von führenden Exportländern parallel zu einer verhaltenen Importnachfrage zurückzuführen. Entwicklung der Branche - im Detail Getreide Der weltweite Getreidemarkt wurde im Jahr 2023 weiterhin von den Auswirkungen des Krieges gegen die Ukraine und Wetterunbilden in wichtigen Anbaugebieten überschattet. Besonders herausfordernd waren erneut die Getreideexporte aus der Ukraine, die nach dem Ende des Schwarzmeerabkommens und durch einseitige Grenzschließungen von Anrainerstaaten zu erheblichen Unsicherheiten am Markt führten. Die weltweite Getreideernte lag laut USDA mit 2,23 Mrd. t über dem Vorjahresniveau (60 Mio. t). Grund für das zufriedenstellende Ergebnis waren insbesondere gute Maiserträge in den USA und guten Ernten in der Schwarzmeerregion. Die weltweite Nachfrage stieg aber ebenfalls an und wird auf 2,21 Mrd. t. und damit knapp unter der Produktion prognostiziert. Die Endbestände sinken auf 598 Mio. t. Hierbei gibt es jedoch Unterschiede in den wichtigen Getreidearten. Konnte beim Mais mit einem positiven Saldo und damit einem Anstieg der Endbestände gerechnet werden, konnte das Angebot an Weizen die Nachfrage nicht decken und die Endbestände gehen somit leicht zurück. Rechnerisch decken die gesamten Endbestände beim Getreide zirka 28 % des weltweiten Verbrauchs. Dieser Wert allein betrachtet, lässt den Schluss auf eine insgesamt weiterhin komfortable Versorgung zu, verkennen allerdings, dass weltweit mehr als die Hälfte der Weizen- und zwei Drittel der Maisvorräte in China gebunden sind und dem Weltmarkt damit nicht zur Verfügung stehen. Trotz einer insgesamt komfortableren Versorgungsbilanz als im Vorjahr zeigte sich der Getreidemarkt auch weiterhin volatil. Preissprünge in einem Umfang wie im Vorjahr waren allerdings nicht zu verzeichnen. Sie waren auch nicht fundamental zu erklären, sondern vielmehr mit dem Kriegsausbruch in der Ukraine und den damit verbundenen Befürchtungen für den Getreidemarkt zu begründen. Diese Sorgen waren auch mehr als berechtigt, denn die Schwarzmeerregion liefert rund 20 % der weltweiten Weizenexporte. Im ersten Halbjahr 2023 sanken die Getreidepreise deutlich, nicht zuletzt aufgrund der kontinuierlichen Exporte aus der Schwarzmeerregion, die in Summe auf Vorjahresniveau lagen. Politische Entscheidungen hinterließen trotzdem Spuren am Markt. So zogen nach dem Auslaufen des Getreidekorridors durch das Schwarze Meer im Juli die Notierungen kurzfristig wieder deutlich an. In der Folgezeit fielen sie wieder, auch weil die Exportmengen per Binnenschiff, Bahn und LKW ausgebaut werden konnten. In der EU wurde nach Angaben der Europäischen Kommission (EU-Kommission) 2023 mit 269 Mio. t ein insgesamt enttäuschendes Ergebnis eingefahren. Es entspricht zirka dem des Dürrejahres 2018. Wohl selten zuvor hatte die Branche mit Wetterunbilden in einem solchen Ausmaß zu kämpfen. Auf ein insgesamt feuchtes Frühjahr folgte in weiten Teilen Europas eine große Trockenheit, die teilweise von massiven Regenfällen während der Ernte abgelöst wurden. Die Versorgungsbilanz schließt aber weiterhin mit einem positiven Ergebnis. Der Getreideverbrauch in der EU wird im Wirtschaftsjahr 2023/2024 mit gut 257 Mio. t. auf Vorjahresniveau prognostiziert. Die Endbestände sinken auf 47 Mio. t. Während die Nachfrage für die Ernährung weitgehend identisch ist, sinkt sie im Futtersektor spürbar. Steigende Umweltauflagen und ein sich zunehmend veränderndes Ernährungsverhalten führen zu weiter sinkenden Tierbeständen, insbesondere in Deutschland. Die EU-Kommission rechnet im Wirtschaftsjahr 2023/2024 mit einer Exportmenge in Höhe von gut 46 Mio. t., davon 31 Mio. t. an Weizen. In Deutschland schloss die Getreideernte 2023 erneut ein Anbaujahr mit erheblichen witterungsbedingten Herausforderungen ab. Die Herbstaussaat 2022 erfolgte weitgehend ohne Probleme, allerdings erwies sich die Frühjahrsaussaat aufgrund teilweise starker Niederschläge als schwierig. Eine sich anschließende Trockenphase wurde zur Erntezeit von teilweise massiven Niederschlägen abgelöst. In der Folge erwies sich die Getreideernte oftmals als extrem schwierig, allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Während im Westen und Süden die Ernte oftmals ohne große Einbußen eingefahren werden konnte, gelang dies im Norden und Osten nur verspätet und mit erheblichen Qualitätseinbußen. Teilweise waren die Äcker aber auch durch den Regen nicht mehr mit schweren Maschinen befahrbar, sodass die Ernte komplett ausfiel. Trotzdem konnte mit 42,3 Mio. t. eine noch knapp durchschnittliche Ernte eingefahren werden, qualitativ jedoch in vielen Fällen enttäuschend. Vor diesem Hintergrund war die Erfassung für die Genossenschaften herausfordernd. Die angelieferten Partien wurden je nach Qualität entsprechend separiert und aufgearbeitet. Nicht für den menschlichen Verzehr geeignete Partien werden je nach Qualität zu Tierfutter verarbeitet oder für die Energiegewinnung in Biogasanlagen genutzt. Die Vermarktung war für die Raiffeisen-Genossenschaften erneut herausfordernd. Zum einen wurden die Risikomanagementsysteme durch Kursschwankungen gefordert, auch zeigten sich Engpässe in der Logistik. Hier fehlen weiterhin ausreichend LKW-Fahrer und auch die Anbindung an die Schiene ist oftmals weiterhin suboptimal. Ölsaaten In Deutschland wurde trotz der teilweise knappen Wasserversorgung mit 4,2 Mio. t ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erzielt. Durch eine leicht gestiegene Anbaufläche konnten die geringeren Hektarerträge kompensiert werden. Die Aussaat zur Ernte 2024 erfolgte weitgehend problemfrei. Die Anbaufläche wird derzeit auf 1,1 Mio. ha prognostiziert. Dies entspricht einem Rückgang von knapp 5%. Futterwirtschaft Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) lag im vergangenen Wirtschaftsjahr (WJ) 2022/2023 die Mischfutterproduktion bundesweit bei 21,8 Mio. t und sank somit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 %. Vor allem im Bereich des Schweinefutters ist ein deutlicher Produktionsrückgang im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Dies zeichnet die prekäre wirtschaftliche Situation der schweinehaltenden Betriebe ab. Rasant steigende Kosten für Betriebsmittel und zunehmende gesetzliche Anforderungen standen wenig kostendeckenden Schlachttierpreisen gegenüber. Aus diesen Gründen ging die Produktionsmenge an Schweinefutter mit 8,89 % über alle Tierarten hinweg am stärksten zurück. Die hergestellten Mischfuttermengen für Rinder (-0,15 %) und Geflügelbereich (-1,59 %) bleiben hingegen auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr. Trotz der Produktionsrückgänge im Bereich des Schweinefutters machte dieser Sektor mit 40 % der nationalen Produktion nach wie vor mengenmäßig den größten Anteil in der deutschen Mischfutterproduktion aus. So wurden nach Tierarten betrachtet, im WJ 2022/23 etwa 8,2 Mio. t in der Schweinefütterung, 6,4 Mio. t in der Rinderfütterung und 6,2 Mio. t in der Geflügelfütterung eingesetzt. In der Schweinehaltung führt die toxische Kombination aus steigenden Preisen für Betriebsmittel, der anhaltenden Ausbreitung von Tierseuchen, wie die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die Geflügelgrippe (AI), fehlender Finanzierungskonzepte zum Umbau der Tierhaltung und letztlich der kontinuierlich reduzierten Verbrauchernachfrage bereits kurzfristig zu einer deutlichen Reduktion der Bestände. Dünger Gemäß Angaben des Statistischen Bundesamtes ging der Verbrauch an N- und K-Düngern im Wirtschaftsjahr 2022/23 weiter zurück. Stabil zeigte sich lediglich der Phosphatdünger-Absatz. Die Mengen im Einzelnen: - 1,04 Mio. t Stickstoffdünger (Vj. 1,10 Mio. t; -5,3 %) - 0,12 Mio. t Phosphatdünger (Vj. 0,11 Mio. t; +1,4 %) - 0,24 Mio. t Kalidünger (Vj. 0,38 Mio. t; -21,8 %) - 2,69 Mio. t Kalkdünger (Vj. 2,75 Mio. t; -2,0 %) Der Aufwand an Nährstoffen je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche aus Handelsdüngern verringerte sich 2022/23 im Vergleich zu 2021/22 bei Stickstoff von gut 66 kg auf nur noch 62,5 kg, ein Niveau aus den 1960er Jahren! Kali sank von 18,4 kg auf 14,4 kg. Phosphat stagniert mit etwa 7 kg auf Vorjahresniveau. Die Menge an ausgebrachtem Kalk variiert vor allem witterungsbedingt. 2022/23 lag sie mit 158,4 kg nur leicht unter dem Vorjahreswert von rund 161,6 kg/ha. Im Wirtschaftsjahr 2022/23 haben die Landwirte etwa 3,2 Mrd. € für Handelsdünger ausgegeben. Entsprechend gute Erlöse für landwirtschaftliche Erzeugnisse bis zur Ernte 2023 glichen die hohen Düngerkosten in etwa aus. Das betriebswirtschaftliche Risiko für Landwirte und Genossenschaften steigt jedoch mit der Variabilität der Preise. Pflanzenschutzmittel Erste Daten für das Kalenderjahr 2023 liegen aus dem Handelspanel der Raiffeisen Service GmbH (RSG) vor. Demnach ist die abgesetzte Menge an Pflanzenschutzmitteln kaum verändert (+ 1%) . Zuwächse gab es lediglich bei Fungiziden (+7,1 %). Herbizide gingen um 5,8 % zurück. Die eingesetzten Mengen hängen in erster Linie von Witterungseinflüssen und dadurch induziertem Krankheits- und Schädlingsdruck ab. Eine 3 %-ige Preissteigerung führte zu einem Umsatzanstieg um etwas 4 %. Saatgut Den Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge wurde im Jahr 2023 Sommergerste auf einer Fläche von 321.600 ha angebaut und verzeichnete damit einen Rückgang. Die Anbaufläche von Hafer ging ebenfalls zurück, auf 141.400 ha. Bundesweit wurde eine Fläche von 472.200 ha mit Körnermais bestellt, was eine leichte Zunahme im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Der Anbau von Silomais und Grünmais ging auf 1,98 Mio. ha zurück. Bei der Herbstaussaat zur Ernte 2024 ging die Aussaatfläche von Wintergetreide und Winterraps zurück. Regional teils sehr feuchte Böden erschwerten die Aussaat. Nach Hochrechnungen des Statistischen Bundesamtes wurde im Herbst 2023 Wintergetreide für die Ernte 2024 auf 4,9 Mio. ha ausgesät. Das ist ein Rückgang von 3,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Aussaatfläche von Winterweizen sank voraussichtlich um 203.800 ha auf 2,6 Mio. ha. Bei Roggen und Wintermenggetreide wird von einer Abnahme um 4,4 % auf eine Fläche von 600.700 ha ausgegangen. Die Aussaat von Triticale erfolgte auf 333.500 ha und bleibt damit auf Vorjahresniveau. Beim Anbau von Wintergerste ist eine geringe Vergrößerung der Aussaatfläche um 2,5 % auf 1,3 Mio. ha festzustellen. Mit Winterraps haben die landwirtschaftlichen Betriebe 1,1 Mio. ha Fläche bestellt. Damit verringert sich diese um 4,7 %. Für die Marktgrößen und -entwicklungen liegen für das Kalenderjahr 2023 Daten aus dem Handelspanel der Raiffeisen Service GmbH vor. Die verkaufte Menge an Saatgut-Sommerungen lag 15,8 % unter dem Vorjahr. Besonders stark betroffen waren der Sommerweizen mit -24,2 % und der Hafer mit -20,3 %. Etwas besser verkaufte sich die Sommergerste. Sie verzeichnete ein Minus von 13,7 %. Insgesamt lag der Umsatz mit Sommerungen 6,6 % unter Vorjahr. Ebenfalls rückläufig war die Menge des verkauften Maissaatguts mit einem Minus von 2,5 % und des Rapssaatguts mit -5,4 %. Die verkaufte Menge bei Saatgut-Winterungen insgesamt lag auf Vorjahresniveau, wobei die Wintergerste 6,6 % Zuwachs verzeichnete. Rückgänge gab es bei Roggen (-11,7 %) und Triticale (-8,7 %). Der Umsatz mit Saatgut-Winterungen lag in Summe um 3,9 % unter Vorjahr. Energie Der Weltenergiebedarf wird kontinuierlich steigen. Bis zum Jahr 2030 wird eine Bedarfssteigerung um etwa die Hälfte des gegenwärtigen Verbrauchs auf dann 160.500 Mrd. kw/h erwartet. Bis 2060 prognostizieren Experten eine weitere Verdoppelung auf 310.000 Mrd. kw/h. Dies hat verschiedene Ursachen: Zum einen wird die Weltbevölkerung weiter steigen. Mitte November 2022 wurde die Marke von acht Milliarden Menschen überschritten. Darüber hinaus wird der weiter steigende Lebensstandard in aufstrebenden Schwellenländern wie Indien und China zu einer steigenden Energienachfrage führen. Gerade in China hat das wirtschaftliche Wachstum in den vergangenen Jahren einen solch starken Anstieg der Energienachfrage verursacht, dass die USA als Nachfrageland Nummer eins überholt wurde. Aktuell bleibt jedoch abzuwarten, wie sich der Energiebedarf in China aufgrund eines schwächeren Wirtschaftswachstums, zunehmender Umweltprobleme und der Coronapandemie weiterentwickeln wird. Auch wenn die dortige Energieversorgung weiterhin von fossilen Brenn- und Kraftstoffen dominiert wird, ist ein spürbarer Trend zu Investitionen in erneuerbare Energien und dem Klimaschutz festzustellen. Diese Entwicklung ist auch in Indien zu beobachten. Durch das Klimaschutzabkommen von Paris sind die Vertragsstaaten zusätzlich gezwungen, konkrete Klimaschutzpläne vorzulegen, die regelmäßig auch einen Ausbau erneuerbarer Energien zulasten fossiler beinhalten. Der Energiemarkt im Jahr 2023 war erneut stark von den Auswirkungen des russischen Krieges gegen die Ukraine geprägt. Aufgrund der insgesamt weiterhin hohen Energiepreise und einer schwachen Konjunktur sank der Primärenergieverbrauch in Deutschland nach ersten Schätzungen um zirka 8 %. Die Befürchtung einer Gasmangellage im Winterhalbjahr 2022/23 realisierte sich nicht. Durch hohe Füllstände in den Gasspeichern, der Errichtung erster LNG-Terminals, deutliche Einsparungen und einem milden Winter, konnte die Versorgung gesichert werden. Zu einer erneuten Verunsicherung des Marktes mit steigenden Preisen führten allerdings die militärischen Auseinandersetzungen in Israel. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Konflikt ausweitet und damit Auswirkungen auf die Erdöllieferungen aus der gesamten Golf-Region entstehen. Die Anzahl der Tankstellen in Deutschland hat sich leicht erhöht. Zum 1. Juli 2023 wurden insgesamt 14.106 Tankstellen gezählt, dies ist ein Plus von fünf Stationen im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der Autobahntankstellen ging leicht zurück auf nun 358 Stationen. Die Kraftstoffpreise sanken nach dem explosionsartigen Anstieg aufgrund des Krieges gegen die Ukraine wieder langsam, verharren aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Der Jahresdurchschnittspreis für Diesel sank im Vergleich zum Vorjahr auf 1,73 €/l, Superbenzin bewegte sich auf Vorjahresniveau (1,84 €/l nach 1,86 €/l). Der Pelletmarkt entwickelt sich in den vergangenen Jahren positiv, allerdings stand er im Jahr 2023 unter negativen Vorzeichen. So plant die Bundesregierung, die Wärmenutzung aus Holz drastisch einzuschränken. Letztendlich konnte Holz im vom Bundestag verabschiedeten Gesetz als erneuerbare Wärmequelle angerechnet werden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamt erhöhte sich die Anzahl der Pelletheizungen im Jahr 2023 um 126.000 auf 774.000 Stück. Die Pelletpreise zogen im vergangenen Jahr ebenfalls weiter an und betrugen im Durchschnitt 390 €/to. (Vorjahr 260 €/to.) Inlandsproduktion und -absatz stiegen erneut leicht an. So wurden 2023 rund 3,70 Mio. t (Vj. 3,57 Mio. t) produziert, während der inländische Absatz mit 3,5 Mio. t ebenfalls spürbar zunahm (Vj. 3,2 Mio. t). Landtechnik Quelle: VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer) Wenn es um Innovation und Wachstum in der globalen Landwirtschaft geht, führt kein Weg an den europäischen Landtechnikherstellern vorbei. "Digitale Vernetzung und klimafreundliche Antriebskonzepte bilden das Fundament für die Landwirtschaft von morgen. Dass die Landtechnik der entscheidende Impulsgeber für den Ackerbau der Zukunft ist, wird nirgends deutlicher als auf dieser Agritechnica", sagte Dr. Tobias Ehrhard, Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA Landtechnik, zur Eröffnung der Weltleitmesse für Landmaschinen, Traktoren und zugehörige Softwaresysteme. Die Landtechnikkonjunktur erreichte zur Jahresmitte einen Spitzenwert. Mit Wachstumsraten im hohen zweistelligen Bereich erzielten die im VDMA organisierten Landtechnikhersteller einen Halbjahresumsatz von gut 6 Milliarden Euro. "Nachdem sich die pandemie- und krisenbedingten Lieferengpässe aufgelöst hatten, konnten die bis dato historisch hohen Auftragsbestände sukzessive abgebaut werden", erläuterte Ehrhard. Für positive Umwelt- und Klimaeffekte sorgt auch die Dekarbonisierung der Landmaschinen- und Traktorenflotten. "Die Politik muss jetzt die Rahmenbedingungen dafür setzen, dass biogene und synthetische Kraftstoffe schnellstmöglich in der landwirtschaftlichen Praxis ankommen", forderte Ehrhard. Klimafreundliche flüssige und gasförmige Kraftstoffe sind nach Angaben des Branchenverbandes die effektivste Lösung für den Landtechnikeinsatz. 2. Entwicklung der AGROA Raiffeisen eG Umsatz- und Absatzentwicklung Die strategische Steuerung der Unternehmensbereiche erfolgt über die wertorientierte Unternehmensführung unter Nutzung eines integrierten Risikomanagementsystems. Als finanzielle Leistungsindikatoren verwendet die AGROA die nachfolgend beschriebenen Kennzahlen intern zur Steuerung der Genossenschaft. Daneben kommen noch nicht finanzielle Leistungsindikatoren zur Bewertung der Gesamtsituation der Genossenschaft zum Einsatz: - Umsatz - Rohertrag - Jahresüberschuss - Forderungen - Höhe des Eigenkapitals / Eigenkapitalquote Die Leistungskennzahlen unterliegen einer kontinuierlichen Überwachung und Optimierung durch die Geschäftsführung. Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2023 wurde maßgeblich durch sinkende Energie- und Rohstoffpreise, von den Lieferketten-Problemen, der weiterhin schlechten Situation auf dem Schweinefleischmarkt und der Witterung beeinflusst. Diese vier Faktoren bestimmten maßgeblich die Absatz- und Umsatzentwicklung. Die Umsatzerlöse haben sich gegenüber dem Vorjahr von TEUR 306.594 insbesondere preisbedingt auf TEUR 285.500 reduziert. Im Einzelnen ergeben sich nachstehende Entwicklungen.
Bezugsgeschäft Sowohl der mengen- als auch wertmäßige Umsatz ging beim Düngemittel deutlich zurück. Dies entspricht dem allgemeinen Branchentrend. Die aus den Vorjahren zufriedenstellende Grundfuttersituation in der Region konnte sich bestätigen, der Umschlag bei den Futtermittelmengen konnte in 2023 gesteigert werden. Der Umsatz konnte sich auf Vorjahresniveau halten. Die Reduzierung des Rohertrages liegt in einer Umgliederung des Speditionsgeschäftes in Zusammengang mit der Heckel und Stein Landhandel GmbH begründet. Unsere große Herausforderung ist es hier unsere Kundenbindung zu steigern was vor dem Hintergrund sinkender Tierbestände eine Herausforderung ist. Bei den Sämereien reduzierte sich der Mengenumschlag gegenüber dem Vorjahr um 8,25 %. Im Wert ist eine Erhöhung um 5,4 % auf TEUR 3.807 zu verzeichnen. Die Umsatzerlöse bei den Pflanzenschutzmitteln sind um TEUR 754 auf TEUR 9.221 gesunken. Der Rohertrag konnte hingegen gesteigert werden. In Summe war die Entwicklung der Lagerhaus Bedarfsartikel zufriedenstellend. Das Jahr 2023 war für die AGROA im Bereich der Tankstellen und Dieselzufuhr von einem sinkenden Preisniveau gekennzeichnet. Sowohl der wertmäßige als auch der mengenmäßige Umsatz reduzierte sich im Vergleich zum Jahr 2022. Einzig der Benzinabsatz konnte erneut um 11,5% gesteigert werden. Die Zufuhr von Heizöl an Haushalte, konnte bei uns im Berichtsjahr gesteigert werden. Im Umsatz kam es preisbedingt zu einer Reduzierung, was sich auch im Rohertrag widerspiegelt. Der Einzelhandelsumsatz unserer Raiffeisenmärkte reduzierte sich im Berichtsjahr, von einem hohen Niveau der Vorjahre kommend, leicht. Der Rohertrag verminderte sich ebenfalls um 4,1%. Leistungsgeschäft Die Umsätze bei den landwirtschaftlichen Maschinen konnten sich gegenüber dem Vorjahr steigern. Vor einem sich schwieriger abzuzeichnenden Marktumfeld kann die Genossenschaft mit der Rohertragsentwicklung zufrieden sein. Absatzgeschäft Der Mengenumschlag im Absatzgeschäft lag mit 250.399 t. über dem Vorjahr. Die Umsatzerlöse konnten ebenfalls deutlich gesteigert werden. Die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr ist u.a. durch eine höhere Erfassungsmenge sowie guten Vermarktungspreisen zu erklären. Die Erfassung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse zeigte sich im Berichtsjahr in Summe als zufriedenstellend. Die Entwicklung war deutlich differenziert. Beim Mostobst waren erneut und branchentypisch Rückgänge zu verzeichnen. Die Entwicklung war in 2023 vor dem Hintergrund der Herausforderungen im Vorjahr erfreulich. Die Entwicklung bei Raps war bzgl. der mengen- und der wertemäßigen Entwicklung zufriedenstellend. Die Sonstige Erfassung war unter dem Vorjahr, was vor allem in einer geringeren Soja-Erfassung begründet liegt. 3. Investitionen Die Investitionen sehen wir als klares Bekenntnis zu unseren Standorten und unserer regionalen Verbundenheit. Im Geschäftsjahr 2023 wurden insgesamt Mio. EUR 1,6 in das Anlagevermögen investiert. Bei den Grundstücken und Bauten wurde der Vorjahresstand gehalten. Die Technischen Anlagen und Maschinen beinhalten den Zugang einer neuen Mehl-Verpackungsanlage an unserer Mühle Heuchlingen sowie eine neue Portalwaschanlage an unserer Tankstelle Bad Rappenau. Bei den "Andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung" wurde im Wesentlichen in den eigenen Fuhrpark (Nutzfahrzeuge, LKW, PKW, Anhänger) investiert. Auf Grund unserer umfangreichen Investitionen in den Vorjahren belaufen sich die Abschreibungen auf TEUR 3.485 (Vorjahr TEUR 3.702). Die Finanzanlagen umfassen im Wesentlichen unsere Tochterunternehmen. 4. Finanzierungsmaßnahmen Die Darlehen unserer Mitglieder haben sich im Berichtsjahr konstant entwickelt. Diese Darlehen zeigen eine hohe Kontinuität und haben sich im Verlauf der Jahre nur geringfügig verändert. Sie können damit, zumindest teilweise, im wirtschaftlichen Sinne als langfristiges Kapital angesehen werden. Ebenso verhält es sich mit unseren Kundenguthaben. Hier spiegelt sich das hohe Vertrauen unserer Landwirte in unsere Genossenschaft wider. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stellen eine fristkongruente Finanzierung der Sachanlagen dar. Der uns zur Verfügung stehende Kreditrahmen ist ausreichend. Die Genossenschaft nutzt die Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft zur Stärkung der internen Finanzkraft. Somit stehen jederzeit ausreichend finanzielle Mittel zur internen Finanzierung zur Verfügung. Das Anlagevermögen ist zu 99,0 % durch Eigenkapital abgedeckt (Vorjahr: 94,1 %). Die Finanzierungsstruktur wird kontinuierlich überprüft und ist dem Unternehmen angemessen. Der Vorstand beurteilt die Finanzlage als positiv. 5. Personal- und Sozialbereich Die Zahl der 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug (einschließlich Geschäftsführer):
Außerdem wurden 29 (Vorjahr 28) Auszubildende beschäftigt. In einem Handels- und Dienstleistungsunternehmen sind die Mitarbeitenden entscheidend für den Kundenerfolg und damit auch für den Unternehmenserfolg. Die gezielte Förderung und Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter bildeten wie in den vergangenen Jahren einen wesentlichen Schwerpunkt unserer Personalentwicklung. Interne und externe Schulungen werden zu großen Teilen online abgehalten. Auch im kommenden Geschäftsjahr ist es unser Ziel, die Mitarbeiterzufriedenheit und den Ausbildungsgrad weiter zu stärken. Die Gewinnung von zusätzlichen Mitarbeitenden gestaltet sich jedoch weiter schwierig. 6. Umweltschutz Wir fühlen uns zum Schutz der Umwelt nachhaltig verpflichtet. Daher hat der Umweltschutz bei all unserer Investitions- und Instandhaltungsentscheidungen einen hohen Stellenwert. Unsere Tankstellen sind auf dem aktuellen Stand der Technik. Unsere Pflanzenschutzläger entsprechen den gesetzlichen Bestimmungen. Die Gefahrgutvorschriften werden bei der Lagerung wie auch beim Transport beachtet. Wir sehen die zunehmenden Herausforderungen, die die Klima und Nachhaltigkeitsdebatten in der Öffentlichen Debatte mit sich bringen, täglich in unserem Alltag. Unser Ziel ist es, daher die Umweltauswirkungen stets zu minimieren und nachhaltig zu arbeiten. 7. Finanzielle und Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Neben den finanziellen Indikatoren (Rentabilitätskennziffern, Eigenkapitalquote, Sachanlagenintensität, Anlagendeckung, Rohertragsmarge) wird insbesondere Wert auf die Erhaltung bzw. Aufrechterhaltung der Zertifizierungen geachtet. Die im Zuge der Weiterentwicklung unseres Qualitätsmanagementsystems erforderlichen Nachzertifizierungen wurden erfolgreich vorgenommen. Unsere Betriebsorganisation wird permanent weiterentwickelt. Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren umfassen u.a. die Anzahl der Mitglieder sowie die Mitarbeiter. Unser Unternehmen muss für die aktuellen und künftigen Mitarbeitenden ein attraktiver, vertrauenswürdiger Arbeitgeber sein. Für den Vorstand ist die Motivation und Qualifizierung der Mitarbeitenden von großer Bedeutung. Wir tragen der Bedeutung der Mitarbeitenden in unserem personalintensiven Geschäftsmodell u.a. durch folgende Leistungsindikatoren Rechnung: Ausbildungsquote und Fluktuationsquote. Die finanziellen Leistungsindikatoren sind in den nachfolgenden Textabschnitten dargestellt. 8. Sonstige wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres Schwebende Rechtsstreitigkeiten, die sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft wesentlich auswirken können, liegen nicht vor. 9. Beurteilung der Entwicklung durch den Vorstand Unser für das Berichtsjahr 2023 geplantes Jahresergebnis konnte erreicht werden. Die Ertragslage im Berichtsjahr ist insbesondere durch die folgenden Faktoren beeinflusst: a) Die Bereiche Landwirtschaftliche Erzeugnisse, Pflanzenschutz und Agrartechnik haben sich im Berichtsjahr positiv weiterentwickelt. b) Nennenswerte außerordentliche Effekte waren im Berichtsjahr die teilweise Rückerstattung der Grunderwerbssteuer (TEUR 547,9) Negativ haben die Ertragslage beeinflusst: a) Die Mengen an Diesel sind rückläufig. Ursächlich ist hier die Zunahme an Fahrzeugen mit alternativen Antriebskonzepten sowie die Nutzung von Benzin-Hybridfahrzeugen. Das weiterhin hohe Preisniveau und die politischen Konzepte zur Mobilitätswende wird den Bereich Kraftstoffe in den nächsten Jahren herausfordern. b) Das corona-bedingt hohe Niveau der Raiffeisenmärkte der Vorjahre konnte im Rohertragsbereich aufgrund der nunmehr inflationsbedingten Kaufzurückhaltung nicht gehalten werden. Die wertmäßige Entwicklung im Bezugs- und Absatzgeschäft ist neben den preislichen Faktoren auch von politischen Entscheidungen mit Einfluss auf die Intensität der landwirtschaftlichen Produktion sowie den Wettbewerbsverschiebungen abhängig. Die Gesamtvermarktungsmenge in 2023 lag über dem Vorjahr. Mit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine kam es in 2022 zu hohen Weizen-Notierungen an der MATIF, diese beruhigten sich im Verlauf des Jahres 2023 wieder und erreichten im zweiten Quartal wieder das Vorkriegsniveau. Am 7. Oktober 2023 trat ein neues Schrecken-Szenario im Weltgeschehen ein. Mit dem Überfall der Hamas in Israel begann der Krieg in Gaza. In der Futtermittelproduktion konnten wir uns in 2023 wieder steigern. Dies liegt in der Zusammenlegung des Futtermittelhandels unseres Tochterunternehmens der Heckel und Stein Landhandel GmbH begründet. Der bundesweite Trend rückläufiger Tierbestände hält an. Der gesellschaftliche Trend zu weniger Fleischkonsum wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Die Entwicklung unserer Genossenschaft ist vor dem Hintergrund eines unverändert schwierigen Marktumfeldes zu bewerten. Dem harten Wettbewerb, der zwar verbesserten aber immer noch unterdurchschnittlichen Einkommenslage in der Landwirtschaft, von der wir stark abhängig sind und den auf niedrigem Niveau verharrenden Rohstoffpreisen, begegnen wir mit einem restriktiven Kostenmanagement. Die Sanierungsmaßnahmen für die ehemalige BAG-Franken eG unterliegen einem ausgearbeiteten Sanierungsplan. Bislang ist die Sanierung der ehemaligen BAG-Franken eG erfolgreich verlaufen und liegt unverändert im Plan. Im Berichtsjahr rückte Herr Florian Gänsbauer in den Vorstand. Die zweite Führungsebene wurde neu strukturiert und personell aufgestockt. Die Geschäftsleitung fühlt sich durch diese Änderungen für die Zukunft gut aufgestellt. Zusammenfassend beurteilen wir unsere Ertragslage - auch unter Berücksichtigung der außergewöhnlich volatilen Agrarmärkte und deren Auswirkung auf uns in Folge der Ukraine-Krise - als zufriedenstellend. III. Darstellung der Lage der Genossenschaft Vermögens- und Finanzlage Die Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft ist geordnet. Die Zahlungsbereitschaft war unter Berücksichtigung der bestehenden Kreditlinien zu jeder Zeit gewährleistet. Im Einzelnen stellt sich die Vermögens- und Finanzlage wie folgt dar:
zu 1.) Sachanlagen lt. Bilanz / Gesamtkapital lt. Bilanz zu 2.) Eigenkapital lt. Bilanz / Gesamtkapital lt. Bilanz zu 3.) Eigenkapital x 100 / Anlagevermögen zu 4.) Umsatzerlöse / Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Unsere Eigenkapitalquote stellt für ein Handelsunternehmen eine stabile Basis für die Fortentwicklung der Geschäftstätigkeit dar. Die Vorräte waren zum Bilanzstichtag niedriger als im Vorjahr und hat sich somit wieder auf einem normalen Niveau befunden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnten im Vergleich zum Vorjahr stark reduziert werden. Dies ist im Wesentlichen auf die niedrigeren Erzeugerpreise und der einhergehenden Erntefinanzierung zurückzuführen. Die Rückstellungen konnten ebenfalls reduziert werden. Die Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft ist geordnet. Ertragslage
Das Rohergebnis ist im Vergleich mit dem Vorjahr gestiegen. Der Warenrohertrag bei den Bedarfsartikeln, den Raiffeisenmärkten und den Brennstoffen war rückläufig. Dem gegenüber stehen Verbesserungen in den anderen Sparten unseres Unternehmens insbesondere im Absatzgeschäft und den Kraftstoffen. Die Abschreibungen haben investitionsbedingt leicht abgenommen. Die Personalaufwendungen sind in 2023 gestiegen. Dabei haben sich Inflationseffekte und Tarifsteigerungen niedergeschlagen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten reduziert werden. Die Zinsaufwendungen sind in 2023 auf erhöhtem Niveau. Dies resultiert aus den gestiegenen Zinsen. Es wird mit TEUR 845 ein über dem Vorjahr liegender Bilanzgewinn ausgewiesen. Dies ermöglicht neben der Ausschüttung einer attraktiven Dividende eine der Satzung entsprechende Dotierung unserer Rücklagen. Die Rentabilitätskennziffern haben sich wie folgt entwickelt:
zu 1.) (Ergebnis vor Ertragsteuern zzgl. Zinsaufwand) x 100 / Umsatzerlöse zu 2.) (Ergebnis vor Ertragsteuern zzgl. Zinsaufwand) x 100 / Bilanzsumme zu 3.) Jahresüberschuss / Eigenkapital x 100 IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 1. Risikobericht Risikomanagement Der laufenden Fortentwicklung unseres Risikomanagementsystems kommt vor dem Hintergrund der weiter zunehmenden Volatilität der für uns bedeutsamen Rohstoffmärkte unverändert wesentliche Bedeutung zu. Die Risiken werden grundsätzlich in den einzelnen Abteilungen beziffert, zentral aufbereitet und ausgewertet und anschließend den definierten Risikodeckungspotenzialen bzw. den daraus abgeleiteten Limiten gegenübergestellt. Als Grundlage für die Steuerung und Überwachung der Risiken dient grundsätzlich eine jährlich unternehmensweit vorgenommene Risikoinventur. Den allgemeinen Unternehmensrisiken wird durch Arbeitsteilung, Funktionstrennung und Gegenseitigkeitskontrollen ausreichend Rechnung getragen. Neben die prozessintegrierten Kontrollen treten die Prüfungstätigkeit der Innenrevision sowie die Überwachungstätigkeit der Geschäftsleitung. Forderungsrisiken Den allgemeinen Forderungsrisiken begegnen wir durch ein effizientes Forderungsmanagement. In diesem Zusammenhang ist die zeitnahe Überwachung der unseren Kunden eingeräumten Kreditlinien, ein mehrstufiges internes Mahnverfahren und nicht zuletzt der Anschluss an die Creditreform zu nennen. Bei erfolglosem Abschluss des internen Mahnverfahrens steht die Abgabe der Forderung an unsere Rechtsanwälte zur Entscheidung an. Liquiditätsrisiken Die Zahlungsbereitschaft ist unter Berücksichtigung der bestehenden Kreditlinien gewährleistet. Durch die regelmäßige Liquiditätsplanung in Verbindung mit der täglichen Disposition unserer Bankkonten ist eine ausreichende Liquiditätsversorgung sichergestellt. Aufgrund steigender Kosten für die Finanzierung, wird sich die Aufwandssituation verschärfen. Beschaffungsrisiken Den Risiken der Nichtverfügbarkeit von Produkten begegnen wir durch die Zusammenarbeit mit zuverlässigen Lieferanten sowie der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern. Die Unsicherheit der Beschaffung bzw. die Planungssicherheit hat sich durch die Coronapandemie und die Ukrainekrise deutlich erhöht. Bei den relativ hohen Beständen ist ein gewisses Preisrisiko gegeben. Durch die breite Diversifikation im Warensortiment und im Kundenklientel sehen wir für unsere Genossenschaft nur ein geringes Absatzrisiko. Absatzrisiken Die Nachfrage, Angebots- und Wettbewerbssituation wird kontinuierlich überwacht. Kontraktrisiken Branchenüblich bestehen zahlreiche aufeinander abgestimmte Liefer- und Abnahmeverpflichtungen mit unterschiedlichen Fristigkeiten. Teilweise entstehen durch Prolongationen und zeitversetztes Handeln an den Beschaffungs-, Absatz- und Terminmärkten offene Positionen, die unter Berücksichtigung der spartenbezogenen Rohertragslage und der Risikotragfähigkeit des Gesamtunternehmens abgeschirmt sind. Betriebsrisiken Risiken aus Betriebsunterbrechung und Störfällen werden durch vorbeugende Wartung und soweit wirtschaftlich vertretbar durch den Abschluss entsprechender Versicherungen begrenzt. Qualitätsrisiken Qualitätsrisiken werden durch die Implementierung von Qualitätsstandards, die Zertifizierung der Einhaltung entsprechender Kriterien sowie die Arbeit unserer Qualitätsbeauftragten begrenzt. Rechtliche Risiken Nennenswerte rechtliche Risiken sind derzeit nicht erkennbar. IT-Risiken Die zunehmende Digitalisierung führt auch zu steigenden IT-Risiken. Wir versuchen, diesen Risiken durch Updates sowie die Implementierung von Reservesystemen und Datenbackups entgegenzuwirken. Daneben beobachten wir aktuelle Trends der Cyberkriminalität und sichern uns gegen die daraus drohenden Datenverluste oder Systemausfälle durch die frühzeitige Einspielung von Patches und die Information von Mitarbeitern zur Sensibilisierung gegen die Gefahren aus Social Engineering, Phising-Mails etc. ab. Sonstige Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Weitere sonstige Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nicht erkennbar. Gesamtrisiko Rechtliche und wirtschaftliche Gefährdungspotenziale, die die Existenz der Genossenschaft in Frage stellen können, sind derzeit nicht erkennbar. Der Druck auf die Landwirte ist weiterhin enorm hoch. Die regulatorischen Anforderungen steigen stetig. Die Preise bei Raps und bei Getreide sind weltmarktbestimmt stark schwankend. Durch die Ukraine-Krise hat sich die Entwicklung noch weiter verschärft. Dies trifft auch für die Preise für Düngemittel zu. Dies führt zu einem gewissen Bestandsrisiko. Durch Kontrakte und gesplittete Einkäufe wird es auf ein beherrschbares Maß reduziert. Die Umsätze sind vor allem im Energiesektor aufgrund der schwankenden Preise ebenfalls schwankend. Die Unsicherheit, auch in Zusammenhang mit der militärischen Auseinandersetzung in Israel, hat in dem Energiebereich weiter zugenommen. Im Bereich der Landtechnik bestehen Risiken der Lagerverweildauer sowie der Überalterung. War im Vorjahr die Verfügbarkeit noch ein Problem, stehen aktuell vermehrt Maschinen bei den Herstellern auf dem Hof. Insgesamt sind die nicht gesicherten Risiken in Relation zur ermittelten Tragfähigkeit als überschaubar zu beurteilen. Die mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit gewichteten Risiken können ausweislich der Risikoauswertung, bei normalen Marktverlauf und ohne negative Sondereinflüsse, aus dem laufenden Ergebnis gedeckt werden. 2. Chancenbericht Durch die strukturell starke Anbindung der Genossenschaft an die Landwirtschaft wird unsere Ertragslage durch die Einkommenssituation der Landwirte im Einzugsgebiet der Genossenschaft geprägt. Die Landwirtschaft und damit auch die vor- und nachgelagerten Bereiche unterliegen einem rasanten und anhaltenden Strukturwandel. Die Perspektiven in der Landwirtschaft werden unverändert von den Trends an den Rohstoffmärkten bestimmt. Trotzdem wird es auch in Zukunft eine flächendeckende Landwirtschaft in Deutschland geben, um eine wachsende Bevölkerung bei knapper werdenden Flächenressourcen mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln versorgen zu können. Eine unseren Erwartungen entgegenstehende Entwicklung der Rahmenbedingungen birgt Chancen und Risiken gleichermaßen. Wir sind bestrebt, an den Chancen im positiven Sinne zu partizipieren. Die Risiken einer nicht den Erwartungen entsprechenden Entwicklung der Rahmenbedingungen wollen wir nach Möglichkeit auf ein Minimum begrenzen. Aufgrund des breiten Sortimentes, einer großen räumlichen Ausdehnung, der Investitionen in den Vorjahren, die erkannten Schwächen sowie des agilen Teams sehen wir sehr gute Chancen für eine positive Entwicklung unserer Genossenschaft. Chancen für die Ertragslage bestehen bei einer deutlich besseren Konjunkturentwicklung als prognostiziert, was zu einer positiveren Geschäftsentwicklung führen könnte. Risiken für die Ertragslage bestehen bei einer deutlich schlechteren Konjunkturentwicklung als prognostiziert, die zu einer rückläufigen Geschäftsentwicklung führen könnte. Insbesondere im Hinblick auf unsere gute Vermögenslage, der damit verbundenen Risikotragfähigkeit und unseren Marktkenntnissen sowie die Hebung von weiteren Synergien durch die in 2021 entstandene Fusion gehen wir davon aus, auch zukünftige Ertragschancen für unsere Mitglieder, Kunden und Mitarbeiter nutzen zu können. Bestandsgefährdende Risiken, die einen wesentlichen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind nicht zu erwarten. Wir sehen unverändert in der Verbesserung unserer Abläufe und der Konsolidierung der Standorte sowie Optimierung der IT Infrastruktur große Herausforderungen aber auch Chancen. Den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen wir mit modernen Angeboten. Mit der Raiffeisen Networld GmbH, Köln, wurde eine Gesellschaft gegründet, deren Mitgründer und Gesellschafter wir sind. Diese Gesellschaft wurde von knapp 30 Primärgenossenschaften aus ganz Deutschland gegründet. Über die Raiffeisen Networld GmbH, Köln, wollen wir in 2024 den Onlinehandel für Landwirtschaftliche Bedarfsartikel realisieren, alleine und aus eigener Kraft wäre dieses Unterfangen nicht erfolgversprechend. 3. Prognosebericht Wir rechnen auch im Berichtsjahr 2024 mit einem weiterhin schwierigen landwirtschaftlichen Umfeld. Die Preise für Getreide, Ölsaaten und Futtermittel sind seit Jahresbeginn 2024 rückläufig. Daher wird es voraussichtlich sehr herausfordernd sein, das Umsatzniveau in 2024 zu halten. Chancen sehen wir in dem Ausbau unserer regionalen Marke im Einzelhandel, der Anpassung und Optimierung unseres Produktportfolios sowie in der Logistik. Die Wetterabhängigkeit in wesentlichen Teilen des Kerngeschäftes, der anhaltende Klimawandel mit zunehmenden Wetterextremen, die unkalkulierbare Entwicklung von Afrikanischer Schweinepest und Vogelgrippe geben Anlass, wiederum von einem herausfordernden Jahr für die AGROA Raiffeisen eG auszugehen. Die weltweit weiter dynamisch wachsende Nachfrage nach Agrarrohstoffen für den Nahrungsmittel-, Futter- und Energiesektor ist weiterhin eine der wesentlichen Voraussetzungen, um die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise zu verbessern, um damit eine Verbesserung bei den landwirtschaftlichen Betriebsergebnissen einzuleiten. Um den permanent zunehmenden Verbrauch zu decken sind jährlich Rekordernten notwendig. Sollten diese nicht zu realisieren sein, wird dies trotz der ausreichenden Vorratslage zu unmittelbaren Preissteigerungen führen. Ungeachtet dieser mittelfristigen Trends wird uns die Volatilität der Preisentwicklung im kurzfristigen Bereich bzw. im Tagesgeschäft erhalten bleiben. Die Ukraine-Krise und die Verfügbarkeit der dort lagernden Getreidebestände können die Nachfrage bzw. Weltmarktpreise deutlich beeinflussen. Die von der EU-Kommission vorgelegten Maßnahmen zur Farm-to-Fork-Strategie sollten bereits in 2023 verabschiedet werden. Viele Gesetze und Reformen scheiterten oder verharrten jedoch im legislativen Prozess. Die zunehmend polarisierten Debatten im Vorfeld der anstehenden Europawahl tragen wohl dazu bei, dass es auch in den nächsten Monaten schwierig sein dürfte, Kompromisse zu finden. Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir, dass sich die Ergebnisse im Absatzgeschäft trotz rückläufiger Umsatzzahlen verbessern. In den anderen Unternehmensbereichen werden sich die Umsätze und Roherträge tendenziell leicht unter Vorjahresniveau befinden. In der Sparte Vermarktung haben wir im ersten Quartal eine gestiegene Umsatzmenge und preisbedingt einen niedrigeren Wertumsatz zu verzeichnen. Die sich bessernden Preise im zweiten Quartal werden sich positiv auswirken. Der weitere Verlauf ist maßgeblich von den Ernte-Erträgen der neuen Ernte abhängig. Unter der Annahme normaler Witterungsverhältnisse ist für 2024 im Handel mit Erzeugnissen in Deutschland von einer leicht über dem Vorjahr liegenden Ernte auszugehen. Der Einfluss des fortdauernden des Ukraine-Konflikts auf die Marktpreise ist nicht vorhersehbar. Die Aussaat zur Ernte 2024 war in unserer Region witterungsbedingt herausfordernd. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich bei den Herbstaussaatflächen im Wintergetreide die Fläche um 4% reduziert, beim Winterweizen sogar um gut 7%. Welche Auswirkungen die teilweise massiven Überschwemmungen auf die Ackerkulturen haben werden, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Das vergangene Jahr hat erneut gezeigt, dass sich das Wetter immer mehr zur entscheidenden Größe in der Land- und Agrarwirtschaft entwickelt. Daher muss nicht nur der Klimaschutz forciert werden, sondern auch die Anpassung an sich verändernde Witterungsbedingungen. Einhergehend mit den fallenden Gaspreisen waren die Düngemittelpreise in der laufenden Kampagne stark rückläufig. Es ist eine politische und gesellschaftliche Vorgabe, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln bis 2030 um bis zu 50% zu reduzieren. Dies führt zu enormen Auswirkungen auf die Quantität und Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Sofern die EU-Kommission die GAP-Reform jetzt komplett umsetzt, kommt es im nächsten Jahr zu einer verpflichtenden 4%-igen Flächenstilllegung in der EU. Diese ist 2023 aufgrund der angespannten Versorgungslage ausgesetzt worden. Beim Pflanzenschutz ist von einem moderaten Rückgang auszugehen. Das Greening wirkt sich positiv auf den Absatz von Saatgut für Zwischenfrüchte aus. Gegenläufig wirkt sich die Verschiebung bei den Anbauflächen für die Hauptkulturen aus. Bei Futtermittel wird die Marktsituation angespannt bleiben. Hier werden sich die rückläufigen Tierbestände auswirken. Insbesondere der Druck im Bereich Schwein macht sich hier bemerkbar. Bei den Raiffeisen Märkten erwarten wir in Folge der spürbaren Kaufzurückhaltung auf der einen und einer sinkenden Inflationsrate auf der anderen Seite, Umsätze und Erträge auf Vorjahresniveau. Im Bereich Energie sehen wir uns in den nächsten Jahren einem Transformation Prozess gegenüber. Nach der politischen Vorgabe soll der Verbrauch von fossilen Brenn- und Kraftstoffen stark reduziert werden. Deshalb werden wir mit aller Konsequenz den Bereich der regenerativen Energie (Holzpellets) weiter forcieren. Zudem sehen wir im weiterhin konsequenten Ausbau unserer außerlandwirtschaftlichen Bereiche Wachstumspotential. Unsere Investitionen in den Vorjahren erweisen sich hier als Stütze. Weitere Optimierungen in Zusammenhang mit der Fusion werden folgen. Im Bereich Agrartechnik wird die Investitionsbereitschaft nicht zuletzt aufgrund zu erwartender Preissteigerungen der Hersteller gedämpfter sein. In Summe erwarten wir marktpreisbedingt rückläufige Umsatzerlöse. Die Roherträge im Absatzgeschäft erwarten wir über dem Vorjahr, in den anderen Bereichen tendenziell leicht unter dem Vorjahr. In 2024 planen wir, unter Berücksichtigung steigender Aufwendungen, mit einem Jahresergebnis auf dem Niveau des Berichtsjahres. 4. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres (Nachtragsbericht) Zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichtes dauert der Ukraine-Konflikt unverändert an. Die Auswirkungen auf die weiteren Marktverläufe sind unverändert kaum abschätzbar. Der Konflikt in Gaza wirkt sich auf das weltpolitische Geschehen aus. Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres haben sich nicht ergeben. 5. Bestehende Tochter-Unternehmen / Wesentliche Beteiligungen Die Tochterunternehmen entwickelten sich im Berichtsjahr insgesamt nach Plan. Die J. Häge Bau-Center GmbH zeigt gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunkene Umsatzerlöse. Der Branchentypische Einbruch im Baustoffbereich zeigt sich deutlich. Dennoch konnte ein positiver Jahresüberschuss erwirtschaftet werden. Die Geschäftstätigkeit der Jägermühle GmbH beschränkt sich unverändert auf die Verpachtung ihres Kundenstammes an das Mutterunternehmen. Der Jahresabschluss der Heckel & Stein Landhandel GmbH in Eppingen zum 31.12.2023 zeigt ein Rohergebnis von TEUR 1.354 und einen Jahresfehlbetrag von TEUR 96. Nach der Spezialisierung auf die Futtermittellogistik im vergangenen Jahr, werden weitere Maßnahmen notwendig sein.
Eppingen, 17. Mai 2024 AGROA Raiffeisen eG Der Vorstand Schechter Krämer Müller Sommer Maissenhälter Buchholz Gänsbauer Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und fasste die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages - geprüft, in Ordnung befunden und befürwortet den Vorschlag des Vorstands. Der Vorschlag entspricht den Vorschriften der Satzung. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat und den Personal-, Kredit- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse.
Eppingen, den 17. Mai 2024 AGROA Raiffeisen eG Rainer Holdermann, Vorsitzender des Aufsichtsrates BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023AKTIVA
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023
ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023A. Allgemeine Angaben Die AGROA Raiffeisen eG mit Sitz in Eppingen ist beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer GenR 100228 eingetragen. Der Jahresabschluss der AGROA Raiffeisen eG, Eppingen wird nach den einschlägigen Rechnungslegungsvorschriften des HGB sowie der ergänzenden Vorschriften für Genossenschaften aufgestellt. Die Genossenschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer großen Genossenschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB auf. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. In der Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung ergaben sich gegenüber dem Vorjahr keine Änderungen. B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt: Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen sowie zulässiger außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgten entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, wobei Gebäude linear und bewegliche Sachanlagen überwiegend degressiv abgeschrieben wurden. Der Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibung erfolgt, sobald die lineare Abschreibung höher liegt. Geringwertige Wirtschaftsgüter wurden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben und als Abgang behandelt. Die Finanzanlagen sind mit Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu Anschaffungskosten bewertet. Die fertigen Erzeugnisse und Waren an landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Bedarfsartikeln wurden zu Anschaffungskosten bewertet. Das Niederstwertprinzip wurde hierbei berücksichtigt. Bei Raiffeisenmarktartikeln wurden die Anschaffungskosten teilweise retrograd ermittelt. Von den Anschaffungskosten wurden Abschläge für Bestandsrisiken - resultierend aus Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit - vorgenommen. Die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bestehenden Wertberichtigungen gemäß § 253 Abs. 4 HGB (in der bis zum 28. Mai 2009 gültigen Fassung) betragen TEUR 1.310 (Vorjahr TEUR 1.310). Die geleisteten Anzahlungen sind mit dem Nennbetrag ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Die Forderungen wurden mit dem Nennwert, abzüglich einer Pauschalwertberichtigung für das allgemeine Kreditrisiko und das zinsfreie Zahlungsziel bewertet. Bei zweifelhaft einbringlichen Forderungen wurden Einzelwertberichtigungen abgesetzt. Die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bestehenden Wertberichtigungen gemäß § 253 Abs. 4 HGB (in der bis zum 28. Mai 2009 gültigen Fassung) betragen TEUR 890 (Vorjahr TEUR 890). Die sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennwert bzw. in einem Fall mit niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die flüssigen Mittel und die Forderungen an Kreditinstitute wurden mit dem Nennwert bilanziert. Zeitanteilige Zinsen wurden berücksichtigt. Pensionsrückstellungen wurden auf Grundlage von versicherungsmathematischen Berechnungen auf Basis der "Richttafeln 2018 G" (Prof. Dr. Klaus Heubeck) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Sie wurden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Die Bewertung zum 31. Dezember 2023 erfolgte mit dem von der Deutschen Bundesbank auf den Bilanzstichtag ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre von 1,82 % und einem Rententrend von 2 %. Ergebnisauswirkungen aus Änderungen des Abzinsungssatzes wurden im Finanzergebnis ausgewiesen. Bei einer Änderung des Abzinsungssatzes wurde der Eintritt dieser Änderung zum Ende der Berichtsperiode angenommen. Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen entsprechen den zu erwartenden Ausgaben. Sie wurden in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet. Für unterlassene Instandhaltung wurde eine Rückstellung gemäß § 249 Abs. 1 Satz 2 HGB gebildet. Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Von dem Wahlrecht einen Überhang aktiver latenter Steuern in der Bilanz anzusetzen, ist kein Gebrauch gemacht worden. Aktive latente Steuern aus Bewertungsunterschieden zwischen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz betreffen insbesondere die Bilanzposten fertige Erzeugnisse und Waren, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie sonstige Rückstellungen. C. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung I. BILANZ Die Entwicklung des Anlagevermögens der AGROA Raiffeisen eG, Eppingen ergibt sich aus dem Anlagespiegel, der diesem Anhang als Anlage beigefügt ist. Angaben zu Unternehmen soweit es sich um Beteiligungen im Sinne des § 271 Abs. 1 HGB handelt oder ein solcher Anteil von einer Person für Rechnung der Genossenschaft gehalten wird:
Es bestehen keine Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Ergebnisrücklagen haben sich wie folgt entwickelt:
Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von EUR 12.684 (Vorjahr: EUR 61.377). Dieser Unterschiedsbetrag ist für die Ausschüttung gesperrt. In den sonstigen Rückstellungen sind als wesentliche Posten Arbeits- und dienstvertragliche Verpflichtungen sowie Rückstellungen für drohende Verluste enthalten. Von den Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu bzw. über 1 Jahr:
Von den Verbindlichkeiten haben insgesamt EUR 879.932 eine Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren. Von den Verbindlichkeiten sind durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert: - Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 10.202.902 sind gesichert durch Grundpfandrechte und Sicherungsübereignung von Teilen des Warenlagers mit Abtretung der Verkaufsforderung. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte. II. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
In dem Posten 'Zinsen und ähnliche Aufwendungen' sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von EUR 61.960 enthalten. In den nachfolgend aufgeführten Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind Erträge und Aufwendungen aus / an verbundene(n) Unternehmen enthalten:
In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende periodenfremde Ertrags- und Aufwandsposten nach 285 Nr. 32 HGB enthalten: Erstattung Grunderwerbsteuer 547.927,00 EUR D. Sonstige Angaben Zur Verwendung des Ergebnisses unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von EUR 6.699,15 sowie nach den im Jahresabschluss mit EUR 500.000,00 ausgewiesenen Einstellungen in die Rücklagen (Bilanzgewinn EUR 845.495,24) wird folgender Vorschlag gemacht:
Es bestehen folgende, nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind:
Am Bilanzstichtag betrugen die Forderungen an:
Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:
Außerdem wurden durchschnittlich 29 Auszubildende beschäftigt. Mitgliederbewegung
Vorgänge nach Schluss des Geschäftsjahres Durch den Russland-Ukraine-Konflikt können sich nachhaltige Belastungen auch für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Genossenschaft ergeben. Wir verweisen hierzu auf unsere Erläuterungen im Lagebericht. Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes: Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband e. V. Am Rüppurrer Schloss 40 76199 Karlsruhe Mitglieder des Vorstands: Eckhard Schechter (Vorsitzender) Landwirtschaftsmeister, ehrenamtlich Ralf Krämer (stellv. Vorsitzender) Landwirtschaftsmeister, ehrenamtlich Rainer Müller (stellv. Vorsitzender) Landwirtschaftsmeister, ehrenamtlich Andreas Sommer (stellv. Vorsitzender) Landwirtschaftsmeister, ehrenamtlich Markus Maissenhälter, Bauhofleiter, Nebenberufslandwirt Stephan Buchholz, Geschäftsführer, hauptamtlich Florian Gänsbauer, Geschäftsführer, hauptamtlich Jürgen Häußermann (bis 12.12.2023) Geschäftsführer, hauptamtlich Mitglieder des Aufsichtsrats: Rainer Holdermann (Vorsitzender) Landwirtschaftsmeister Hans Gabler (stellvertretender Vorsitzender) Landwirt Markus Rupp (stellvertretender Vorsitzender) Techniker für Agrarinformatik Martin Schwarz (stellvertretender Vorsitzender) Landwirtschaftsmeister Barbara Appel, Bankfachwirtin Michael Bäuerle, Landwirtschaftsmeister Friedhelm Blank. Landwirtschaftsmeister Martin Dengler, Landwirtschaftsmeister Claus Denninger, Landwirt Andreas Ehehalt (bis 27.06.2023) Dipl.-Ing.agr. (FH) Cornelius Fellmann, Staatl. Gepr. Techniker des Landbaues Ulrich Gebhard, Landwirtschaftsmeister Gerhard Häfner, Landwirtschaftsmeister Matthias Hammer, Dipl.-Ing.agr. (FH) Helmut Haug, Dipl.-Ing.agr. (FH) Alexander Hemberger, Staatl. Gepr. Techniker Heiko Keller, Landwirtschaftsmeister Harald Krepp, Landwirtschaftsmeister Rainer Krüger, Landwirtschaftsmeister Bernd Lauer, Landwirtschaftsmeister Steffen Lederer, Landwirtschaftsmeister Gerhard Melchior, Staatl. Gepr. Landwirt Werner Ohrnberger (bis 27.06.2023) Landwirtschaftsmeister Matthias Pfeil, Landwirtschaftsmeister Hartmut Schall (bis 27.06.2023) Landwirtschaftsmeister Alexander Thumm, Landwirt und Landmasch.meister Klemens Walter, Landwirtschaftsmeister Rolf Walter, Landwirtschaftsmeister Markus Wemmer, Landwirtschaftsmeister Andreas Ziegler, Dipl.-Ing.agr. (FH)
Eppingen, 17. Mai 2024 AGROA Raiffeisen eG Der Vorstand Schechter Krämer Müller Sommer Maissenhälter Buchholz Gänsbauer Dieser Jahresabschluss wurde gemäß § 48 GenG in der Generalversammlung am 26. Juni 2024 festgestellt und die Ergebnisverwendung wie vorgeschlagen beschlossen. Entwicklung des Anlagevermögens(in EUR)
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die AGROA Raiffeisen eG, Eppingen Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der AGROA Raiffeisen eG (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Genossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und - vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Lageberichts. Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG in Verbindung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen: - die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen - wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder - anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Genossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG i. V. mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus - identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. - gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Genossenschaft abzugeben. - beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. - ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. - beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. - beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft. - führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, 10. Juni 2024 Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband e. V. Martin Kern, Verbandsprüfer |
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